iche. Cauf lt statt. t= en 6.75 8.ent 4.75 6- t: Mt. 1.25 den 60 bis 6.en 50 bis 3.50 05 bis 2.1.10 b. 2.10 lliger. itel e est kung b. Ein setteien, gross, . bei VorBefrages, hn.( 22/6 Zehlendorf a. Wannseebahn strasse 48. *.+ artikel Den, Sprizen Merkur in min 72. Beste e. [ 210/6 in, ihren beliebten Hansamit dem hergestellt en prachtmit dem len. rg 6. n- chl enn In Gleßen. Gießener Zeitung Bezugspreis 50 Pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten). oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigEnthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Bürgermeisterei - - Mittags 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 157. Telephon: Nr. 362. Hessischer Landtag. Die Erste Kammer trat gestern gegen 11 Uhr des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. zu einer Sizung zuſammen und beschäftigte sich zunächst mit der Regierungsvorlage über die Errichtung einer Brikettfabrik mit elektrischer Zentrale bei Wöl= fersheim. Nach dem Antrag des Ausschußreferenfen beschloß die Kammer den Beitritt zum Beschluß der 3weiten Kammer. Sie richtete jedoch ein Ersuchen an die Regierung, das Unternehmen gegebenenfalls unter Beteiligung der Provinz Oberhessen auszuführen und bei der Anlage der Brikettfabrik vorerst nur zwei Brifettpressen zu errichten. Dem ablehnenden Beschluß der Zweiten Kammer bezüglich des Verkaufs des Boxheimer Hofes bei Bürstadt trat die Kammer bei. Dem Beschluß des anderen Hauses bezüglich der Abänderung zur Städteordnung stimmte sie zu. Die 3 weite Stammer frat heute bei Eröffnung der Sitzung in die Beratung des Antrags Fenchel, Leun u. Gen. über die Ausführung des Viehseuchenge= setzes ein und überwies den Antrag dem zuständigen Ausschuß. Der Antrag lautet:„ Nachdem durch Ausbruch der Maul- und Klauenseu che in den Orfen Ettinghausen und Holzheim im Kreise Gießen erhebliche Schäden entstanden sind, beantragen wir, hohe Zweite Kammer wolle beschließen, Großherzogliche Regierung zu ersuchen, dem nächsten Landtag alsbald den nach§ 67 des Viehseuchengesetzes vorzulegenden Gesetzentwurf über die Entschädigung einzubringen und darin vorzusehen, daß auch die im Großherzogtum nach dem 1. Januar 1911 eingetretenen Fälle nachträglich entschädigt werden." Minister Ewald erklärte, nachdem Abg. Fenchel den Antrag begründet hatte, daß die Regierung dem Landtag in dieser Session keine entsprechende Vorlage mehr machen werde, da die Aeußerungen der Landwirtschaftskammer noch ausständen. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 7. Juli 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellengesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 PigExtrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Das vierte Abonnementskonzert| rant gegangen sind. Von hier aus fehlt jede Spur. unserer Infanteriekapelle fand gestern Abend in Steins Garten unter Mitwirkung des Posaunen- Virtuosen Paul Weschke, Kgl. Kammer- Virtuos und Lehrer an der Sigl. akad. Hochschule für Musik in Berlin, statt. Als erstes Stück spielte der Künstler mit vollendeter Technik die„ Konzert- Militaire" von Belde; die schwierigsten Passagen überwand er mit spielender Leichtigkeit, dabei hlieb der Ton stets rein und angenehm. Auch„ Der Carneval von Venedig", ein Virtuosenstück für Posaune, vorgetragen vom Komponisten, zeigte die souveräne Beherrschung des schwierigen Instruments. Weitauseinanderliegende Intervalle, die häufig und schnell aufeinanderfolgten, traf der Künstler mit grandioser Sicherheit. Kam es bei diesen Stücken mehr auf den äußeren Effekt del'schen Liedes„ Wie berührt mich wundersam" und den an, so zeigte Herr Weschke mit dem Vortrage des Benbeiden Zugaben:„ Gute Nacht, du mein herziges Kind" und„ Jm tiefen Keller 2c.", die sich das Publikum durch stürmischen Beifall erbat, daß ihm warme Empfindung eigen sind. Die Kapelle schmiegte sich in der Begleitung und künstlerisches Verständnis im höchsten Maße zu vortrefflich an. Ueberhaupt hatte die umsichtige Direkfion für den gestrigen Abend ein Programm zusammen gestellt, dem nur ungeteilte Anerkennung gezollt wer= den kann. Ganz ausgezeichnet wurden die Duverture 3. Oper„ Fra Diavolo" und die Spanische Fantasie zu Gehör gebracht. Auch das Divertissement a. d. Oper „ Stradella" und der preisgekrönte Walzer aus der Woche: Zum " Prärieblumen" waren entzückende Leistungen. Zahnarzt Metz, mit dem Cösener S. C.- Marsch auf, Schluß wartete noch ein Gießener Komponist, Herr der eine beachtenswerte Leistung darstellte. Der Gesamteindruck des Abends hinterließ das Gefühl der künstlerischen Befriedigung. * Alle Nachforschungen hier und in der Umgegend waren bis heute früh 7 Uhr erfolglos. Die Ermordete ist eine Frau in den 60er Jahren und wohnte in einer abseits des Dorfes gelegenen Straße. -h Schotten, 7. Juli. Am 20. August ds. Js. soll hier die Generalversammlung der Vertreter der Krankenkassen Hessens stattfinden. Es wird dabei ein Ausflug in den höheren Vogelsberg unternommen. über == Schlik, 6. Juli. Das Gauturnfest ist nunmehr in unmittelbare Nähe gerückt. Am 8., 9. und 10. Juli wird unser Städtchen die Ehre haben, 900 Turner aus allen Teilen des Gaues und der angrenzenden Bezirke in seinen Mauern zu begrüßen. Auf dem Festplatze, der sich in nächster Nähe des Bahnhofes befindet, regen sich emsige Hände, um demselben ein der Größe des Festes entsprechendes Gepräge zu verleihen. Wohl selten wird man einen schöneren Festplatz finden, der, wie hier, einen anmutigen Ausblick bietet auf unser burgengekröntes, auf sanfter Anhöhe sich erhebendes Städtchen, das einem Panorama gleich vor uns liegt, von grünen Wäldern rings umsäumt. Durch das danTenswerte Entgegenkommen der Stadtverwaltung ist es ermöglicht worden, den Festplatz in den Abend- und Nachtstunden in elektrischer Beleuchtung erstrahlen zu lassen, ferner ist der Festplatz an das Wasserleitungsnetz angeschlossen. Fünf große Festhallen mit über Sitzplätzen werden den Besuchern bei vorzüglichem Schlitzer Bier und berühmten Schlitzer Fleisch- und Wurst= waren Stärkung bieten. Zwei große Tanzpodiums laden die Jugend ein, nach den Klängen der Militärkapelle dem Tanze zu duldigen. Auch an Vergnügungsetablissements( Kinematograph, Schießbuden, Karoussels 2c.) wird kein Mangel sein. Extrazüge sind folgende eingelegt: Samstag, den 8. Juli Gießen ab 11.50, Schlitz an 4.17 nachm. Sonntag, den 9. Juli Fulda ab 11.50, Schlitz an 1.10 mittags. 3ur Rückbe4000 Kaufmännische Fachschule u. Lehrherrn. Die Inventur- Ausverkäufe bringen die Kaufförderung derjenigen Festbesucher, die bereits Sonntag Dann beriet die Kammer über die Abänderungsbeleute, die Lehrlinge halten, vielfach in einen Widerstreit schlüsse der Ersten Kammer zu dem Gemeinde der Pflichten. Die Lehrherrn haben das größte Inte steuergesetz. Abg. Molthan empfahl die An- resse an der praktischen Durchbildung der nahme des Kommissionsbeschlusses; auch Abgeordneter ihnen anvertrauten jungen Leute. Aber auch die the o- Dr. Osann befürwortete die Zustimmung zu den Beretische Seite der Ausbildung soll nicht vernach= schlüssen der Ersten Kammer, während Abg. Ulrich lässigt werden, und deshalb schickt der Lehrherr seine erklärte, daß er mit seinen Freunden gegen die Vorlage Lehrlinge in die kaufmännische Fachschule. Bei den Instimmen werde.- Das Haus stimmte dann den ein- ventur- Ausverkäufen, wo alle Hände voll zu tun sind zelnen Artikeln in der von der Ersten Kammer beschlos- und die Lehrlinge einen wichtigen Einblick in den Gesenen Fassung zu und genehmigte den Teilantrag auf schäftsbetrieb bekommen, behält er sie gern zu Hause. Abänderung des Gesetzes über das Besteuerungsrecht der Dispens für längere Zeit gibt aber die Schule nicht. Kirchen und Religionsgesellschaften. Hält der Lehrherr die Lehrlinge vom Schulbesuche zurück, so verstößt er gegen die Schulbestimmungen, schickt er sie hin, so gerät er mit der praktischen Ausbildung der Lehrlinge und mit dem Interesse des Geschäfts in Kollision. Ein Ausweg ließe sich vielleicht dadurch finden, wenn die Unterrichtszeit in die frühen Morgen stunden gelegt würde, wie es in vielen Städten der Fall ist.( S.„ Eingesandt".) Dann folgte die Beratung der Anfrage der Abgeordne fen Grünewald und Reh betr. den Neubau des Amtsgerichtes in Gießen. Staatsminister Ewald befürwortete die Anfrage dahin, daß sich die Notwendigkeit zum Bau des Amtsge richtsgebäudes ergeben habe. Nach einer sehr umständlichen Debatte erklärte er, daß er wegen der ganzen Angelegenheit noch eingehende Verhandlungen mit der Stadt Gießen pflegen werde. Eine weitere Debatte entstand über den Ausschuß antrag auf Beitritt zum Abänderungsbeschluß der Ersten Kammer über die Landgemeindeordnung. Der Ausschußantrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Dann wurde noch über die Rückäußerung der Ersten Kammer hinsichtlich der Errichtung, einer Brikettfabrik mit elektrischer Zentrale in Oberhessen beraten. Auf Antrag des Referenten erfolgte einstimmiger Beifritt zum Beschluß der Ersten Kammer. Landtagswahlvorbereitungen. * Ferien für Volks- und höhere Schu I e n. Wie uns von geschätzter Seite mitgeteilt wird, hat die Notiz in Nr. 153 unserer Zeitung, daß der Kreisschulkommission Darmstadt von der obersten Schulbe hörde eine Verfügung zugegangen ist, daß die Ferien für Volks- und höhere Schulen gleiche Dauer erhalten, nur für Darmstädter Verhältnisse Gültigkeit. == Hungen, 7. Juli. Bei den Meliorationsarbeiten in der hiesigen Gemarkung stießen die Arbeiter in der Tiefe von einem Meter auf Mauerre st e. Eine Besichtigung an Ort und Stelle ergab, daß man es mit römischen Gebäuderesten zu tun hatte. Die Erde war durchsetzt mit Scherben von den verschiedensten römischen Gefäßen, darunter Oberteile von sehr starkwandigen Am liegt südöstlich von dem früher aufgedeckten Kastel Langsdorf. Auch westlich von Lang- Göns wurde eine germanische Siedelung aus der späten La Tenezeit etwa 200 v. Chr. festgestellt. Zahlreiche Gefäßscherben sowie Stelett- Teile wurden dem Boden entnommen. *) Mainz, 6. Juli. In einer gestern hier stattgefundenen Vertrauensmännerversammlung der Zenfrumspartei der Landtagswahlkreise Nieder- Olm- Gon- phoren, von Faltenbechern und Schalen. Die Fundstelle senheim und Kostheim- Bodenheim wurden die bisherigen Landtagsabgeordneten Kommerzienrat Molthan und Justizrat Dr. Zuckmayer einstimmig als Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl aufgestellt. * Alzey, 5. Juli. Für den Landtagswahlkreis Wörrstadt wurde von den Sozialdemokraten Stadtverordneter Gruber aufgestellt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Juli. * Aus dem Militärwochenblatt. Oblt. Sander im Inf.- Rgt. Kaiser Wilhelm wurde ven dem Kommando zur Dienstleistung bei der Landesaufnahme enthoben. -m- Nieder- Mörlen, 6. Juli. Raub mord. Als gestern abend nach Feierabend der Vorarbeiter Gg. Walter von der Ziegelbrennerei in Bad- Nauheim nach Hause kam, fand er seine Frau durch ein Taschentuch erdrosselt in der Wohnung vor. 350 Mark, welche in der Kommode lagen, fehlen. Der Tat verdächtig sind zwei Handwerksburschen, welche sich längere Zeit in der Nähe der Mordstelle aufhielten. Die Nauheimer Polizei verfolgte durch einen Polizeihund die Spuren der beiden und stellte fest, daß die mutmaßlichen Mörder durch den Frauenwald nach dem Johannisberg- Restauwieder nach der Heimat zurückkehren, dienen außer den fahrplanmäßigen folgende Sonderzüge: In der Richtung nach Gießen mit Anschluß nach Grebenhain: Schlitz ab 10.10, in Gießen 1.07 nachts. In der Richtung nach Fulda: Schlitz ab 10.25 nachts. Seitens der Eisenbahnverwaltung sind Nachtzüge in Aussicht gestellt, falls die vorgesehenen Extrazüge zur Rückbeförderung nicht ge= nügen. Eingesandt. Kaufmännische Fachschule und Lehrherrn. Wir Kaufleute sind bei den jetzt stattfindenden Inventur- Ausverkäufen in einer sehr unangenehmen Lage. Die Arbeit drängt an allen Ecken und Enden, und in dieser lebhaften Geschäftszeit müssen wir unsere Lehrlinge an den meisten Wochentagen in der Zeit von 2 bis 5 Uhr nachmittags in die Fachschule schicken, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, daß die betreffenden Schüler ausgewiesen werden. Es soll hier keineswegs die Notwendigkeit einer gründlichen Schulbildung, die durch die Fachschule eine Vertiefung und Erweiterung erfahren soll, abgeleugnet werden, aber ich meine doch, in Ausnahmefällen, wie sie z. B. die Inven= fur- Ausverkäufe darstellen, müßte eine Ausnahme gemacht werden. Wenn für die Zeit der Inventur- Ausverkäufe die Lehrlinge auch nicht ganz vom Fachschulunterricht dispensiert werden sollen, so könnte man wohl ermöglichen, wenn der Unterricht in die frühen Morgenstunden, etwa von 7-9 Uhr eventuell von 7-8 Uhr gelegt würde, wo noch wenig Käufer erscheinen. In vielen Städten, seien sie groß oder klein, ist diese Unterrichtszeit in den frühen Morgenstunden( 7-8) eingeführt, und was dort möglich ist, ließe sich auch hier in Gießen ohne große Schwierigkeit erreichen. Auch eine andere Frage soll nicht unerörtert bleiben. Bei den Inventur- Ausverkäufen haben die Lehrlinge eine äußerst günstige Gelegenheit, sich praktisch zu betätigen und sich so für den späteren Beruf praffische Kenntnisse anzueignen. Wird aber der Lehrling, sei es nur zweimal in der Woche drei volle Stunden, seinem eigentlichen Berufe entzogen, so stellt das ganz abgesehen von der großen materiellen Schädigung des Lehrherrn eine Schädigung seiner beruflichen Vorbildung dar, die nicht durch die besten theoretischen Erörterungen in der Fachschule ausgeglichen werden kann. Es wäre zu wünschen, wenn sich auch von seiten der Fachschulkommission zu dieser brennenden Frage W. D. geäußert würde. Die friegerische Strömung in Montenegro. Troß der vollkommenen Uebereinstimung" Defter retch- Ungarns, Italiens und Rußlands, den Ausbruch eines trieges auf der Balfanhalbinsel zu verhindern, mobilisieren die Montenegriner einen Teil ihres Heeres und bedrohen die Türkei mit der Kriegserklärung. Da das fleine neugebadene Königtum unmöglich damit rechnen tann, daß es die mit einem starten Heere ausgerüstete Türkei besiegt, so legt man es offenbar in dem Felfennest Cetinje darauf an, eine möglichst große Verwirrung zu schaffen, um hernach im Truben fischen zu fönnen. Die Wiederaufrollung der faum beseitigten Orientfrage entspräche dem Wunsche ber Montenegriner und anderer Bölferschaften, die vor einigen Jahren nicht auf ihre Kosten gekommen sind. Wenn augenblicklich ein Einvernehmen unter den zunächst interessierten Großmächten herrscht, den Frieben aufrecht zu erhalten, so ist das Balfanproblem doch immerhin derart gefährlich, daß nicht im voraus zu fagen ist, was nach den ersten Kämpfen herausspringt. Sollte das Deutsche Reich im Westen verwickelt werden, so wäre bte Lage für das uns verbündete Desterreich nicht gleich günstig wie zurzeit der bosnischen Krisis, weil es damals auf den Betstand der schimmernden Wehr" vertrauen fonnte. Die österreichische Politik ist deshalb auch mit aller Macht bestrebt, einem Kriege vorzubeugen. Man wirft von Wien aus auf die Türfet ein, daß es in dem Rassenstreite Entgegenkommen übt, aber allem Anschein nach ist es den Albaniern und Montenegrinern gar nicht um Frieden zu tun, da sie alles Heil im Kriege suchen. Die Spannung wächst dadurch erheblich, daß die aufständischen Malissoren und Mirditen, die die Fahne der Autonomie entrollt haben, durch die Mobilisierung der Montenegriner in ihrem Widerstande gegen die Türkei ermutigt werden. Der Unmut der Osmanen hat allmählich einen Grad erreicht, der ein ernstes Vorgehen gegen das hetzende Bauntönigtum erwarten läßt. Sie sind der Ansicht, daß ihre bisherigen Mißerfolge bei Niederwerfung der aufständischen Stämme auf das Konto Montenegros zu setzen ist, und das läßt sich auch faum bestreiten. Die Gesamtzahl der Truppen, die Montenegro ins Feld stellen fann, beläuft sich auf etwa 36 000 Mann Infanterie und 1200 Mann Artillerie. An Ka nonen besitzt Montenegro 48 Gebirgs-, 36 Feld- und 44 Belagerungsgeschitze, sowie 20 Mitrailleusen. Wenn diefes Heer auch flein ist, so pocht man auf den Kleinfrieg in den Bergen und Schluchten, in dem die Türfen bisher allerdings wenig Glitch hatten. Die russische Drobnote an die Türket hat den friegslustigen Montenegrinern den Rücken gestärft, und deshalb sind sie entschlossen, den Kampf zu risfieren. Durch die Einmischung Rußlands, das gern den slawischen Einfluß auf dem Westbalfan erweitert sehen möchte, sind die Wirren zu einer europäischen Angelegenheit geworden. Griechenland meldet erneut Anfpritche auf Epirus an. Italien hat sein Augenmerk auf Albanien gerichtet. Desterreich- ingarn beruft sich auf sein Schußrecht über die katholischen Albaner. Sof= fentlich hält das Einvernehmen zwischen den drei Großmächten vor, sonst gibt es unruhige Sundstage, die ohnehin schon hinreichend mit der Agadir- Frage belastet find. Die Stimmung in der Türkei. In türkischen Armeekreisen herrscht große Erbitterung gegen Montenegro. Man befürwortet ein attiveres Vorgehen gegen Montenegro und ist gegen zu große Bugeständnisse an die Aufständischen. Diese sollen fest entschlossen sein, auf allen ihren Forderungen zu beharren. Ueber die Absichten Deutschlands in Marokko aerbricht sich die Pariser Presse den Kopf. Man will von einer mit den 2bfichten der deutschen Regierung wohl vertrauten Persönlichkeit erfahren haben, Deutschland wolle der französischen Regierung bedeuten, daß es sich nicht länger durch Beteuerungen aut m besten halten Iaffe, als wenn Frankreich die Algecirasatte noch respettiere, während es in Wahrheit bereits Marotto als Schutzgebiet behandle. Diesem Beispiel fet auch Spanien gefolgt. Sprechen Sie mir nicht von der Alge= ctrasatte," babe der Staatssekretär Riderlen- Wächfer bet der Kissinger Begegnung zu Gambon gesagt, fie eriffiert nicht mehr für Frankreich. Wir wollen uns nicht in Agadir festsetzen, allein wir wollen direkt mit Frankreich in Unterhandlungen über die nötigen Kompenfationen treten. So liegen die Dinge, und wenn man unterhandelt, muß diese Frage in Berlin, und zwar durch ein bindiges Abkommen entschieden werden. Dann werden wir in Marokko Frankreich fretes Feld zur Verständigung mit Spanien laffen." Die Verantwortung für diese angeblichen Worte des deutschen Staatssekretärs muß dem Pariser Blatt überlassen bleiben, das durchblicken läßt, daß seine Information direkt von dem französischen Botschafter stamme. 8) Jugendfreundschaft. ( Nachdruck verboten.) Roman von G. v. Schlippenbach. Ja, die beiden batten sich immer etwas zu sagen, Tange gingen fie in dem schattigen Lindengang auf und nieder; die vor Mutterstolz strahlenden Augen Theklas weilten auf dem männlich schönen Gesicht thres ältesten Sohnes.- Ich bin so froh über mein erstes selbstverdientes Geld," sagte der junge Arat, brauchst Du nicht etwas, ich meine, fitr Dich persönlich, ich möchte Dir gern etwas schenken." „ Nein, mein guter Junge, ich habe wirklich gar nichts nötig," versicherte Frau Grotenbach gerührt. " Jedenfalls stehe ich jetzt auf eigenen Füßen," rief Alfred, Du sollst sehen, Mutting, ich werde bald eine Masse Geld verdienen und dann sollt Ihr Lieben es besser haben." Er recte seine kraftvolle Gestalt und seine Augen blitzten. Obgleich Karla noch in dem findlichen Alter stand, das einem Dreiundzwanzigjährigen recht unreif erscheint, konnte Alfred nicht umbin, das hübsche Mädchen allerliebst zu finden. Er neckte sie und behandelte ste bald als Backfisch, bald als erwachsene Dame mit etwas spöttischer Ritterlichkeit. Unter den Gästen war auch ein schönes Mädchen, die Tochter eines Generals aus Stralsund. Alfred Grotenbach fand Gefallen an ihr und machte ihr etwas den Hof. Das schon ziemlich ält= Itche Mädchen fühlte sich geschmeichelt, Karla aber ärgerte sich und war oft schnippisch gegen den jungen Arzt. " Welch ein unangenehmer Mensch ist doch Dein Bruder," sagte Karla zu Evchen. Alfred stand in der Nähe und hörte es; er trat vor. " Warum mißfällt er Dir?" fragte Eva empfindlich. „ Er ist einaebildet und" Nach dem„ Matin" hat gestern Ministerpräsident Gaillaug den französischen Botschafter in Berlin, Jules Gambon, sowie eine größere Bahl einflußreicher dentscher Persönlichkeiten in Barts, die dort eine amtliche oder halbamtliche Mission haben, empfangen und ihnen au verstehen gegeben, die französische Regierung set bereit, mit Deutschland in Unterhandlungen über die maroffanische Frage einzutreten. Nur möge Deutschland seine Wünsche und Absichten bekannt geben. Rundschau vom Cage. Politisdies. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Riderlen- Wächter war, wie Ende voriger Woche gemeldet wurde, auf zehn Tage nach Stuttgart und Heidelberg abgereist. Der Staatssekretär bat jedoch, offenbar mit Rücksicht auf die maroffanische Angelegenheit, diese Urlaubsreise abgebrochen und ist, wie das„ B. T." erfährt, gestern nach Berlin zurückgekehrt. Bekanntlich wird auch in dieser Woche die Rückkehr des franzöſischen Botschafters Gambon nach Berlin erwartet. - Dem amerikanischen Botschafter in Berlin, Dr. Sill, ist, wie verlautet, sein offizielles Rückberufungsschreiben aus Washington noch nicht zugestellt worden. Es taucht nun in Verbindung damit in der amerikanischen Kolonie Berlins die Ansicht auf, der Kaiser habe -während der Kieler Woche den Präsidenten Taft telegraphisch ersucht, den Beschluß über die Rückberufung des Botschafters in nochmalige Erwägung zu ziehen. Jedenfalls ist es Tatsache, daß Präsident Taft David Hill am 1. d. M. telegraphisch ersucht hat, vorläufig bis Anfang August noch auf seinem Posten zu verbleiben. Die Reichsversicherungsordnung liegt dem Kaiser zur Unterschrift vor. Man kann daher annehmen, daß die Verkündung des Gesetzes in allernächster Zeit erfolgen wird. Mit dem Tage der Verkündung treten zutnächst nur die Bestimmungen über die Angestellten der Krankenkassen in Betracht. Im Einführungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung sind hierzu Bestimmungen aufgenommen, die einen Schutz der nicht sozialdemokra Hschen Angestellten bei den Krankenkassen bezwecken. Hat ein Angestellter in der Zeit zwischen dem 30. Mat 1911 und dem Infrafttreten des Gesetzes seine Kündigung oder Entlassung erhalten, so muß, wenn er bis zum 14. Tage nach dem Infrafttreten des Gesetzes beantragt, der Rassenvorstand erneut über die Kündigung oder Entlassung beschließen; die frühere Kündigung wird, falls sie nicht endgültig bestätigt wird, unwirksam. Ein Gesetz über den Bostscheckverkehr wird dem neugewählten Reichstage im Frühjahr 1912 zugehen. Durch dieses Gesetz soll der Postscheckverkehr, der bisher nur auf einer Verordnung beruht, durch Gesetz geregelt werden. Empfohlen wird u. a. eine Vereinfachung der Gebührenordnung, eine Vermehrung der Bostscheckämter zur schnelleren Abwicklung des Verkehrs, eine Erhöhung des Höchstbetrages der Schecks, die jetzt nur bis 10 000 Mark zulässig sind, und Erleich= terung im Verkehr durch Reichsbankgiro. Zur Frage der Revision des preußisch- hessischen Eisenbahnvertrages nahm die zweite Hessische Kammer am Mittwoch einstimmig den Antrag an, die Regierung zu ersuchen, beim Zusammentritt des nächsten Landtags zur Klärung der seit Jahren über die Revifion des Gemeinschaftsvertrages in der Oeffentlichkeit behandelten Fragen dem Landtag vorzulegen 1) eine genaue Uebersicht über die auf den hessischen Linien der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft seit dem Bestehen des Vertrages eingetretenen Betriebssteigerungen und die damit bedingte Werterhöhung, 2) eine genaue Uebersicht über die seit dem Bestehen des Vertrages notwendig gewordenen Kapitalsaufwendungen Hessens, sowie über die in der nächsten Zukunft noch in Aussicht stehenden Aufwendungen. Keine Erfaßwahl im Reichstagswahlkreise GölnLand. Nach einer Mitteilung der Kölnischen Volkszettung" wird für den Wahlkreis Cöln- Land keine Reichstagserfahwahl stattfinden, da der Reichstagsabgeordnete Hamecher noch nicht zum Oberpostsekretär befördert, sondern nur mit der Verwaltung einer Oberpostsefretärstelle betraut worden ist. Erst mit dem 1. Februar 1912 werde voraussichtlich die Beförderung zum Oberpostsekretär erfolgen, wo die Legislaturperiode des Reichstages zu Ende tst. Ein englisch- französischer Geheimvertrag? BekanntItch hat die französische Regierung in dem am 8. April 1904 mit England abgeschlossenen Vertrag erklärt, daß fte nicht die Absicht habe, den politischen Zustand MaJetzt trat Grotenbach auf die Sprecherin zu. „ Ersparen Ste sich ein weiteres Urteil," sagte er furz, die Ansicht einer so jungen Dame fällt noch nicht ins Gewicht." - Er ging davon, Karlas Augen blitzten, sie sagte sich: „ Gut, daß er morgen abreist." - „ Thekla," sagte Frau Haideck eines Tages,„ tch möchte ein ernstes Wort mit Dir sprechen!" " Das klingt ganz feierlich," gab Frau Grotenbach lächelnd zurück. " Ich habe eine große Bitte an Dich, aber ich weiß nicht, wie ich die rechten Worte finde, um sie Dir vorautragen." " Ich bin sehr gespannt, liebe Anna." Willst Du mir Eva hier lassen, damit ich sie mit Karla erziehe?" Frau Grotenbach war so erstaunt, daß sie schwieg. Ich brauche Dir wohl nicht zu sagen, daß ich für Eva eine zweite Mutter sein will. Ihr musikalisches Talent mitßte ausgebildet werden; im Winter ziehe ich nach Berlin, es war immer mein Plan gewesen, Karlas Erziehung dort zu vollenden. Evchen paßt vortrefflich alt Karla; die beiden haben sich lieb gewonnen. Wenn Dein Mann herkommt, so berate Dich mit ihm und dann entscheide." Lange schwieg Frau Grotenbach, dann sagte sie: " Ich sehe Deine Gründe ein; die Sache ist aber zu ernst, ste muß überlegt werden, Edgars Meinung soll den Ausschlag geben. Wenn wir unser Evchen jemand gern anvertrauen, bist Du es, liebe Anna." An dem Abend stand Frau Grotenbach an dem Lager ihrer Tochter, die bereits fest schlief; der Mutter Blick ruhte liebevoll auf dem Antlitz der jungen Schläferin, thre Lippen bewegten sich in heißem Gebet: „ Mein geliebtes Kind," so lautete dieses stumme rokkos zu ändern. Die Wiener Neue Frete Preffe" meldet nun, in politischen Kreisen set bekannt gewor den, daß Frankreich fich in einem geheimen Abkommen England gegenüber verpflichtet habe, nicht zuzugeben, daß irgendeine fremde Macht einen Hafen an der ozea= nischen Küste Maroffos erwerbe. Die Erköniginwitwe von Portugal, Maria Pia, die Großmutter König Manuels, die sich im Schloffe Stupinigi bei Turin als Gast der Königin Margherita befand, ist nach schwerer Krankheit Mittwoch nachmittag gestorben. In dem offiziellen Krankheitsbericht der verstorbenen Königin Maria Pia heißt es, daß die Kö nigin am Sonntag an einer heftigen mit Fieber verbundenen Leberkolik erkrankt set, wozu später eine Störung der Nierenfunktion getreten ist.- Maria Pia, geborene Prinzessin von Savonen, ist 81 Jahre alt geworden. Sie ist die jüngste Schwester des verstorbenen Königs Humbert von Jtalten. Im Jahre 1862 hetratete sie König Ludwig von Portugal, der 1889 starb. Kleine Nachrichten. Die Familie. des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg ist durch den Tod der jungen Frau Clementine von Flemming, oeb. von Pfuel, in Budom in der Mark in Trauer versetzt worden. Frau von Flemming, eine Schwester der Gattin des Reichskanzlers, starb an den Folgen des Wochenbettes. Das ehrengerichtliche Verfahren gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Liebknecht, das be= fanntlich auf Wunsch des preußischen Abgeordnetenhau ses eingestellt worden war, wird nach Ablauf der Gerichtsferien wieder aufgenommen werden. Das Verfahren geht bekanntlich von der Berliner Anwaltskammer aus und wird begründet durch Aeußerungen des Abgeordneten Liebknecht über den Hochverrat. Die Prinz Heinrich- Fahrt war auf ihrer ersten Etappe von Homburg bis Cöln vom prächtigsten Wetter begünstigt. Prinz Heinrich traf als erster um 3.15 in Göln ein. Ihm folgte der Herzog von Connaught. Der Start zur zweiten Etappe nach Münster erfolgte heute früh zwischen 7 und 8 Uhr. Jathos Amt sofort erloschen. Pfarrer Jatho hat, wie dem„ B. T." aus Göln gemeldet wird, vor eint gen Tagen noch an der Situng der Gölner Kreissynode teilnhmen wollen: Das Coblenzer Konsistorium indessen, wie der Oberkirchenrat in Berlin, erklärten auf telegraphische Anfrage sein Amt fitr erloschen. Jatho fönnte infolgedessen an der Synode nicht feilnehmen. Glückliches München. Der Rechnungsabschluß der Stadt München für das Jabr 1910 schließt mit einem Reingewinn von 533 987 Mart. Münchens Reinvermögen beträgt nahezu 227 Millionen Mark und hat sich im letzten Jahr um 22 Millioner Mart vermehrt. Das Luftschiff Parseval 6 soll dauernd im rheinischen Industriegebiet stationiert werden. Das Luftschiff trifft nächste Woche von Hamburg in Essen ein und unternimmt von dort aus Passagierfahrten. Reiches Vermächtnis für die Armen Dresdens. Der verstorbene Fabrikbefizer Kommerzienrat Jedicke in Dresden vermachte der Stadtgemeinde etwa 250 000 Mark, deren Zinsen würdigen, über 60 Jahre alten Armen zufließen sollen. Verhafteter Defraudant. Der Leipziger Ratserpedient Lipfert. der vor einigen Tagen mit 29 000 Mart einfassierter Gelder flüchtig wurde, ist gestern in Wien verhaftet worden. Es wurden noch 20 000 Mark in seinem Besig vorgefunden. Ein Lehrling als Scheckschwindler. Gestern wurde in einem Gölner Vergnügungsparf ein Lehrling festgenommen, der für eine Berliner Tuchfirma auf dem Postichecamt 4500 Marf einlöste, die er unterschlug. 2850 Marf wurden bei ihm noch vorgefunden. Eine blutige Ehelragödie spielte sich gestern vormittag auf offener Straße in Mannheim ab. Der Arbeiter Dittler traf dort seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in Gesellschaft eines anderen Arbeiters, mit dem die Frau schon längere Zeit ein Verhältnis unterhält. Es entstand ein Wortwechsel, in dessen Verlauf Dittler sein Messer zog und es seiner Frau in die Brust stteß. Die Frau titrate sofort tot zusammen, der Täter wurde verhaftet. Sieben britische Torpedobootszerstörer sind mit schweren Beschädigungen in Portland angekommen. Sie hatten bei schwerer See Versuchsfahrten unternommen und dabei Geschwindigkeiten von 28 Knoten erreicht. Infolge der Erschütterung durch die mit voller Kraft arbeitenden Maschinen hatten zahlreiche Vernietungen nachgegeben, so daß Wasser in die Boote drang. Opfer der Ginthike in Amerika. Infolge der auBerordentlichen Hitze der beiden letzten Tage waren in Montreal 183 Todesfälle zu verzeichnen. Unter den Gestorbenen befinden sich 146 Kinder. Diese Zahl ist ohne Beispiel. Die Size dauert fort. Mehrere Fabriken, besonders die Eisenwerfe in Pittsburg, sind geFlehen, möchte der himmlische Vater Dich auf allen Deinen Wegen behüten und segnen." Thekla beugte sich über Evchen und füßte sie; eine Träne fiel auf die Stirn des jungen Mädchens, sie schlug die Augen auf. " Mutting," lispelte sie und schlang den Arm um Frau Grotenbachs Nacken. Im Nebenzimmer rief ein schwaches Stimmchen; Irma saß im Bett und verlangte nach der Mutter; lauschend hielt sie den Kopf vorgestreckt. " Warum schläfst Du nicht, Jrmchen?" fragte Frau Grotenbach. Ich höre die Sterne miteinander reden, das Fenster ist offen, nicht wahr? Es ist so still und feterlich draußen, die Engel fliegen hin und her." ,, Und was sagen sie Dir, Liebling?" " Ste sagen mir, daß ich sehen werde," versetzte das Kind letse. ,, Wie bald werde ich Dich hingeben müssen," dachte die Mutter und ihre Seele rang mit Gott:„ Herr, laß diesen Kelch an mir vorübergehen- aber nicht wie ich will, sondern wie Du willst." Zwei Tage später kam Herr Grotenbach an. " Da seid Ihr ja alle," sagte er mit der letsen, müden Stimme, die sorgenvollen Lebenstämpfern oft eigen ist. " Ihr seht ja prächtig aus." Er dankte Frau Haided in warmen Worten. " Dies ist wohl Ihr Töchterchen, nicht wahr?" " Ja, Eva und sie sind unzertrennlich." Evchen darf nie mehr fort!" rief Karla. Die Jugendfreundinnen sahen sich an, nun nahte die Entscheidung. Ihre älteste Tochter hat sich meines Haushalts angenommen," sagte Frau Haided, es geht alles so glatt unter ihre Leitung." „ Lina soll auch bei uns bleiben," warf Karla etn. ( Fortsetzung folgt.) Ip cete Preffe nnt gemors Abkommen zuzugeben, der ozea rta Pla, dte chloffe Stu ghertta bes nachmittag bericht der aß die Kö Fieber ver päter ette Maria Pia, hre alt ge erstorbenen 1862 het 1889 starb. Bethmann Clementine der Mart ming, eine rb an den Den soziala - das be= dnetenhau if der GeDas Verwaltsfamungen des cat. rer ersten ften Wetr um 3.15 Sonnaught. er erfolgte Jatho hat, vor eini r KretssyOnsistorium -erflärten erloschen. nicht feilschluß der mit einem Reinverf und hat vermehrt. im rheiniDas LuftEssen ein rten. Dresdens. at Jedicke va 250 000 ahre alten Natserpe000 Mark tin Wien art in ſeiern wurde rling festauf dem nterschlug. ent. sternt vorDer Arnt lebende iters, mit nis untern Verlauf die Brust , der Täsind mit gekommen. unternomnoten ermit voller Je VernieDote drang. 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Die Schiffsfähnriche und Seekadetten des zurzeit in Kiel vor Anker liegenden nordamerikanischen Ges schwaders trafen gestern abend in Berlin ein. Die Ankunft trug einen rein privaten Charakter. Die Offiziere waren bereits mittags voraus gereist. Die Befucher werden die Stadt gruppenweise in Augenschein nehmen und Sonnabend mittag die Stadt wieder verlaffen. Eine Räuberbande nahm in der Nähe des Dorfes Gorsyt in Transfautasien sieben Gymnasiasten gefangen Der Aufenthalt der Räuber, die Lösegeld verlangen, ist noch nicht ermittelt. Volkswirtschaftliches. Die Bentral- Anskunftsstelle für Auswanderer in Berlin W 35, Am Kalsbad 10, hat im zwetten Viertelfahr 1911( 1. April bis 30. Junt) in 4195 Fällen fostenlose Auskunft an Auswanderungslustige erteilt und zwar in 3823 Fällen schriftliche und in 872 Fällen mindItche. Beantwortet wurden insgesamt 5526 Anfragen über die verschiedenen Auswanderungs- Gebiete. Davon bezogen sich 2623 auf die Deutschen Kolonien, und zwar auf Deutsch- Südwestafrika 1033, Deutsch- Ostafrika 452, Kamerun 61, Togo 23, Samoa 73, Deutsch- Neuguinea 42, die Karolinen, Balau und Martanen 7, tautschou 71, auf die afrikanischen Kolonien im allgemeinen 174 usw. unter den fremden Auswanderungs- Gebieten steht Argentinien mit 508 Anfragen an der Spize. Es gibt kaum ein Gebiet der Erde, über das nicht Anfragen eingelaufen und beantwortet wären. Von den 2583 Anfragenden, die thr Alter angaben, waren 295 weniger als 20 Jahre, 1693 zwischen 20 und 30, 448 zwischen 30 und 40, 126 zwischen 40 und 50 und 26 über 50. Jahre alt, und von den 3227 Fragestellern, die Angaben über ihren Personenstand machten, waren 2473 ledig, 732 verheiratet und 22 verwitwet. Nach dem Berufe waren unter den Anfragenden am stärksten Ste Kaufleute, Handwerker und Landwirte vertreten. Von den Anfragenden bezeichneten sich 351 als mittellos, während über 1100 zumteil über recht erhebliche Sum men verfügten; z. B. 45 über 10 000 M, 19 ber 15 000 Mark, 27 über 20 000 M, 14 fiber 25 000 M., 12 über 30 000 M., 13 über 50 000 M, 4 über 80 000 M, 9 über 100 000 M. usw. bis zu 500 000 M. hinauf. Aus den Gerichtssälen. In dem Prozeß wegen des Franenmordes am Humboldthafen in Berlin wurden sämtliche Angeklagte freigesprochen. Bestrafte Rabeneltern. Vor dem Landgericht in Leipzig hatten sich der Stallschweizer Blaubach aus Gretthain und dessen Ehefrau wegen lebensgefährdender Mißhandlungen, die das Ehepaar fortgesetzt an th= rem dret Jahre alten, außerehelich geborenen Knaben veritbt hat, zu verantworten. Die dem Knaben zugefligte Behandlung ist nach den Ausführungen des ärztItchen Sachverständigen unbedingt als eine das Leben gefährdende anzusehen, denn zu der Zeit, als er den Angeklagten entzogen worden set, set das sind bereits ein halber Todesfandidat gewesen. Der Staatsanwalt bob in seinem Plaidoyer hervor, daß man anfänglich im Bwetfel gewefent fet, ob nicht Anklage wegen verfuchten Mordes zu erheben gewesen wäre. Das Gericht verurteilte schließlich den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverlegung zu vier Jahren sechs Monaten Gefängnis und die Frau des Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis. Beiden wurde die zubilltgung mildernder Umstände vom Gericht versagt. Die Gefahren des reinen Indizienbeweises enthüllte eine Verhandlung vor dem Leipziger Schwurgericht, die sich gegen die frühere Bäckersfrau Kögel aus Winnenden richtete. Das Ehepaar vermißte im Jahre 1906 einen Geldbeutel und beschuldigte eine Tischlersfraut, diesen gestohlen zu haben. Später fand aber die Bäckersfrau den Geldbetrag unter einem Bett und erinnerte sich, das Geld selbst dorthin gelegt zu haben. Sie genterte sich aber, thren Irrtum einzugestehen und das Verfahren gegen die Tischlersfrau nahm feinen Fortgang. Die Frau wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Bäckersfrait bekam darüber Gewissensbisse, daß sie an die Behörde schrieb, die das Wiederaufnahmeverfahren gegen die unschuldig verurteilte Tischlersfrau anordnete. Gegen die Frau Kögel wurde ein Strafverfahren wegen Meineids eingeleitet, den sie in der Verhandlung gegen die Tischlersfrau ge= letstet hatte. Das Urteil des Gerichtshofes lautete auf acht Monate Gefängnis. Vermischtes. Der Chef der Marinestation in Lebensgefahr. Wie erst jetzt bekannt wird, befand sich Admiral Graf v. Baudissin, der Chef der Marinestation der Nordsee, am Sonntag in großer Lebensgefahr. Der Admiral befand sich an Bord der Jacht„ Komet". Kurz vor dem Start wurde er von dem Segelbaum über Bord ge= schlagen. Bet dem heftigen Winde ging die See sehr hoch, so daß der Admiral in größter Gefahr schwebte. Ihm sprangen sofort ein Offtzter und etn Matrose nach, dte indessen bet dem hohen Wellengange an den Verun= glückten nicht herankommen konnten. Zum Glück war der Unfall von einer Lübecker Barkasse aus gesehen wor= den. Dieser gelang es, alle drei zu retten. Ste wurden ant Bord der„ Hohenzollern" abgesezt. Nachdem sie dort mit trockenen Kleidern versehen worden waren, begaben sie sich wieder an Bord threr Jacht. Der Katser scherzte beim Bierabend im Kurhause mit dem Admiral über dessen Kopfsprung in See. Dem Admiral hatte der Unfall nichts gefchadet; er hielt wacker bis zum Schluß bet dem Bierabend aus und lachte selbst am etfrtgsten über den Zwischenfall. Verwendung der württembergischen Jubiläums= spende. Der König hat dem württembergischen Staatsanzeiger zufolge im Einvernehmen mit der Königin über die aus Anlaß der silbernen Hochzeit des hohen Paares gemachte Spende( 540 000) folgendes verfügt: Es werden verwendet zur Bekämpfung der Tuberkulose 100 000 M., für Jugendfürsorge 280 000 M, für die notletdenden Weingärtner 50 000 M, für Kranken- und Wöchnerinnenpflege auf dem Lande 30 000 M., für die Zufluchtsstätten Württembergs 10 000 M, fitr den tsraeIttischen Unterstüßungsfonds Württembergs 10 000 M Alle Summen werden durch die Zentrallettuna den Wohltätigkeitsvereinen und Anstalten zukommen, welche auch die für die Verwendung der 280 000 fitr Jugendfürsorge erlassenen Bestimmungen bekannt gibt. Ein Kriminalbeamter im Kampf mit Lehrern und Studenten. In der letzten Nacht gerieten vor einem Cafee in Königsberg t. Pr. Lehrer und Studenten in Streit, der bald in Tätlichketten ausartete. Ein hinzutommender Kriminalkommissar versuchte die Kämpfenden zu trennen, nachdem er sich als Kriminalbeamter Iegitimiert hatte. Man hielt ihn aber für einen Schwindler und die Wut beider Parteien wandte sich nun gegen thn. Man drang mit Stöcken auf ihn ein, so daß der Beamte sich schließlich in der Notwehr gezwungen sah, von dem Dienstrevolver Gebrauch zu machen. Er schoß wiederholt auf seine Angreifer und verwundete dabet zwei der Beteiligten; der eine erhielt eine Kugel in den Unterleib, der andere etne ins Bein. 170 Millionen Mark für die Berliner Kanalisation. Mit der Eröffnung eines Notauslasses am Zirkus Busch tst der Ausbau dieses gewaltigen Unternehmens wie= der ein bedeutendes Stück vorwärts gekommen. Der Bau des Notauslasses hat rund 5 400 000 Mart ge= tostet. Er stellt natürlich nur einen verhältnismäßig Kleinen Bruchteil des riesigen unterirdischen Kanalisa= tonsnetzes dar. Die Kanaltsationsarbeiten begannen tm Jahre 1878, als Berlin erst 860 000 Einwohner hatte, die sich auf 14 200 Häuser mit 176 000 Wohnungen verteilten. Seit diesem Zeitraum hat der Ausbau der Kanalisation rund 170 Millionen Mark verschlungen. Die Kosten der Kanalisation ohne die mit ihr in engem Busammenhang stehenden und für sie notwendigen Riefelfelder betragen rund 98 000 000 Mart. Ankauf, Aptierung und Drainage der Rieselfelder einschl. der auf thnen errichteten Bauten, kosten rund 72 Millionen Mart. Die Länge der bisher in der Stadt angelegten Kanäle beläuft sich auf 187,605 Meter, die der TonrohrIettungen auf 875 487 Meter; das tst also eine Gesamtlänge von 1063 092 Meter oder 142 deutsche Metlen. Hierzu kommen noch die nach den Rteselfeldern führenden Druckrohrleitungen, von denen 192 725 Meter ferttg und 25 880 Meter im Bau sind. Englische Soldatenspieleret. In London nahm ge= stern der König eine eigenartige Parade ab und zwar über 35 000 Boys Scouts, die sogenannten Pfadfinder, die etwa den deutschen Jugendwehren entsprechen. Ste wurden von ihrem General, dem Generalleutnant Ba= den- Powell, dem Steger von Mafeking, angeführt. Die Jungens hatten sich auf dem Paradeplatz in einem riefigen Quadrat aufgestellt. Als der König erschien, steckten sie thre Hütte auf die langen Pfadfinderstöcke, hoben ste hoch in die Luft und schrten gellend„ Hurra", ein Anblick, der so komisch war, daß sowohl der König wie die Königin und die anderen Prinzen sich auf das KöstItchste amüsterten. Von einem Signalforb aus wurden Signale als Kommando aufgehtßt, als der König mit dem Herzog von Connaught, Lord Roberts, Baden- Powell und brittschen und indischen Offizieren vorbetritt. Die Jungens zeigten alsdann, was sie gelernt hatten. Alle Abteilungen, die der„ Bären"," Füchse"," Tiger", „ Adler" und dergleichen schrten threit besonderen Schlachtruf. Zum Schluß marschierten diejenigen Boys Scouts, die bereits ein Menschenleben gerettet hatten, sowohl die Boys Scouts aus den überseetschen Provin= zen noch einmal besonders vor dem König vorbei. Bis auf den Trauring ansgefleddert. Ett böses Ende nahm eine Bierreise, die vorgestern abend ein Schuhmacher aus Rixdorf in Berlin machte. Der Mann hatte des Guten etwas zu viel getan, und als er spät nachts heimkehrte, fand er zwar sein Haus noch, nicht aber seine Wohnung mehr. Er kletterte bis zum Dachgeschoß hinauf, wo er sich vergebens mühte, die Bodentür mit dem Schlüssel zu seiner Wohnung zu öffnen. Völlig erschöpft, setzte er sich schließlich auf die Treppe und schlief ein. Als er nach zweistündiger Ruhe gegen 3 Uhr erwachte, entdeckte er zu seinem nicht geringen Schrecken, daß ihm ein Fledderer zwet schwarze Portemonnates mit etwa 220 Mart, die silberne Remontoiruhr mit Kette und den Trauring weggenommen hatte. Diesen hatte M. auf der Bierreise in der Westentasche gehabt. Der Dank des Entsprungenen. Ein Gemütsmensch scheint der Ingenteur Petersen aus Kopenhagen zu sein, der kürzlich auf Ersuchen der däntschen Behörden wegen Betrugs in Altona verhaftet wurde, bald darauf aber aus dem dortigen Polizeigefängnis entwichen ist. Er schickte jetzt dem Gefängnisbeamten eine Ansichtsfarte aus Schottland, auf der er sich für die gute und freundliche Behandlung während seiner Haft in Altona bedankte und hinzufügte, daß es ihm dort zu langweilig gewesen set; um sich zu beschäftigen, habe er aus einem Stück Draht sich in der Zelle einen Dietrich angefertigt, mit dem er die Schlösser geöffnet und dann das Wette gesucht habe. Er würde es sehr bedauern, wenn die Beamten wegen seiner Flucht Unannehmlichkeiten ge= habt hätten! Ein französischer Deserteur als blinder Passagier. Auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. wurde gestern ein Soldat des französischen neunten Dragonerregiments in Luneville verhaftet, der im ersten von Baris kommenden Zuge unter einer Bank von Nancy bis Frankfurt a. M. gereist war. Der Mann, der seine Uniform trug, war bei seiner Ankunft in Frankfurt völlig mittellos und hatte viel Hunger und Durst. Zunächst wurde er von Bahnbeamten mit Speise und Trank versehen, und dann ging es über die Poltzetwache nach dem Untersuchungsgefängnis, wo der Dragoner wegen Betruges, Obdach- und Mittellosigkeit ein paar Tage abzustzen haben wird. Der Deserteur ist gelernter Kellner, der außer Französisch auch Englisch spricht. Eine echt amerikanische Diebesgeschichte. Bei einem Volksfest tn Sayre in Oklahoma war ein Taschendieb erwischt worden. Auf der Flucht so wird über Chtcago telegraphtert- gewahrte er vor sich einen Ballon, der im Begriff war, sich zu erheben. Der Dieb sprang in den Korb und zwang den Aeronauten mit vorgehaltenem Revolver, den Flug fortzusehen. Erst 50 Meilen entfernt, nachdem die teranische Grenze erreicht worden war, gestattete er dem Luftschiffer zu landen. Kaum berührte der Korb den Boden, als der Dieb heraussprang und davonltef. Auch ein Grund..... Der Kaufmann Schacherl hat seine frühere Buchhalterin geheiratet?"-„ Ja, sie Lat ihm in seine Bücher eine solche Unordnung gebracht, daß er sich nicht mehr auskennt und da hat er fte aeDer Flug über die Heide. Der ständige Begletter Lindpaintners, Leutnan Haller, schreibt der B. 3. a. M." über den gefährlichen und von einem Motordefekt heimgesuchten Flug Line burg Hannover eine interessante Skizze. Ein trüber regenschwerer Morgen, so heißt es darin, brach an, als wir um 4 Uhr als erste den Flugplatz Lüneburg ver ließen. Der Regen, der uns anfangs in schweren Tropfen entgegenpeitschte, und die Wolkenbänke, die jedes Orien tieren auf weitere Entfernungen unmöglich machten, stimmten uns recht kleinmittig. Wir hatten wieder, statt den Schienensträngen der Bahn zu folgen, die Luftlinie gewählt, und diese führte uns bald von Lüneburg fiber die endlose, wegearme Heide, in der eine Notlandung zum mindesten die Bertrümmerung des Apparates zur Folge hat. Weithin eine traurige eintönige Fläche, auf der die Wälder faum hervortreten, durch zogen von sandigen, verfahrenen Karrenwegen, die sich an Tümpeln und Mooren vorbet durch die Heide schlängeln. Auf uns hat das Stück Land deprimierend gewirkt, und ich bin fest überzeugt, daß Lindpaintners Erschöpfung teilweise diesem Natureindruck zuzuschreiben ist. Freilich hatten auch die stürmische Fahrt und der Kampf mit den Winden ihr gut Teil Schuld daran. Heftiger Gegenwind mit Regenböen, die uns infolge der großen Eigengeschwindigkeit wie teselhagel ins Gesicht schlugen, wechselten mit stürmischen Windböen, die das Flugzeug wild hin und her warfen. Mit etnem plötzlichen Ruck hob der Wind den Apparat, um ihn darauf in einer Sekunde wieder fünf bis zehn Meter so heftig nach unten zu werfen, daß wir von den Sitzen gehoben wurden. Der Motor arbeitet noch glänzend: Trotzdem fönnen seine 70 Pferdestärken dem Apparat feine Stabilität verleihen der wechselnde Winddruck ist zu heftig. Der Regen, der längst durch die Kleiderhüllen gedrungen, beschlägt die Brillen und verwischt mir die Karte, in die ich mit roter Tinte Luftlinie und Kilometermarken eingetragen hatte. Die Schwierigkett der Orientierung, die ohnedies über der Heide sehr groß war, steigert sich bedeutend. Zusammengekauert und erschöpft fizzt Lindpaintner am Steuer: Mtr geht es sehr schlecht, ich kann nicht mehr, ich muß landen", ruft er zurück. Ich setze mein Sprachrohr an und rede ihm eifrig zu, alle Kräfte noch einmal zusammenzunehmen, wir hätten ja nur noch 40 Kilometer; auch könnten wir jetzt nicht landen, da die Heide unter uns läge, wir müßten weiter. In meiner Tasche finde ich einen klumpen erweichter Schokolade; ich gebe sie ihm vor, er nimmt sie auch, schittelt aber immer noch auf mein Zureden den Kopf. Doch sehe ich, wie der Apparat steigt und den nächsten Wald überfliegt; es geht seinem Führer also doch wieder bes= ser. Schon liegt Celle links vor uns und nur noch 35 Kilometer trennen uns von Hannover. Das Wetter hat sich etwas gebessert, wenn auch über den Wäldern noch heftige Böen den Apparat wie eine Barke auf stitrmt= schem See auf und nieder werfen. Da plöblich geht es mit rapider Geschwindigkeit abwärts ein Zylinder hat ausgesetzt und fäht schteßt der Apparat aus 300 Meter Höhe herab; unheimlich pfeift es in den Spanndrähten, und die Geschwindigkeit nach abwärts nimmt zu mit dem Schwächerwerden der Motorarbeit. Der Zufall bringt uns über eine ebene Wiese, auf der in einer scharfen Kurve Lindpaintner durch eiserne Ruhe und erprobtes Können den Apparat in glatter Landung aussetzt. Wießenbruch, 4,5 kilometer westlich Celle! Bald war die Nachricht unserer Landung in Celle verbreitet, und in dichten Scharen strömte Militär und Bürgerschaft vor die Stadt hinaus. Die Schulen wurden geschlossen und bald umstand unseren Apparat ein dichter Jugendkreis, der dankbar für den durch unsere Landung erlangten schulfreien Tag immer wieder in begeisterte Rufe ausbrach. Wir selbst waren weniger entzückt von unserer Notlandung, fanden aber in der unbeschreiblich herzlichen Gastfreundschaft des Pächters von Wießenbruch einen Trost in unserem Leid. Nach einem fürstlichen Frühstück verwahrte tch Lindpaintner sorgsam im Fremdenzimmer und nab telephonische Wetsungen an unseren bewährten Mechaniker, der aus Lüneburg Ersatz für das geborstene Auspuffventil brachte. Um 10 Uhr 30 Minuten starteten wir unter dem Jubel einer vielhundertköpfigen Menge, um auch das letzte Viertel der Etappe noch hinter uns zu bringen. Leider hatte sich der Himmel wieder verfinstert und schon nach wenigen Minuten fuhren wir in einen hef ttgen Regen hinein, der uns die lesten zwanzig kellometer sehr fauer machte. zumal ihn mieder tückliche Windstöße begleiteten. Tief unten im Moos lag Vollmöllers„ Taube" mit Motordefeft; einige Stunden vorher hatte sie unseren Landungsplatz überflogen; jetzt glich sie einem toen Falter, der in einen Ameisenhaufen gefallen ist so viele Leute hatten sich bereits um den Apparat versammelt. Noch fünfzehn Kilometer! Durch den Regenschleier blinkt ein weißer Streifen in der Ferne- das müssen die Zelte des Flugplatzes von Hannover sein. Bald tommen wir in die Nähe und um.11 Uhr 15 Minuten landen wir nach einer eleganten Surve glatt vor den Tribünen, vom Bublifum lebhaft begrüßt. Drabtnachrichten und Deuestes. Auf der Suche nach Richter. Saloniki, 6. Juli. Um einen schnelleren Nachrichtendienst nach dem entführten Ingenieur Richter zu ermöglichen, werden hundert Kavalleristen nach dem Olympgebiet abgehen. Ausschreitungen streifender Seelente. Amsterdam, 6. Jult. Als sich in der vergangenen Nacht ein Bootsmann, begleitet von Schußleufen, nach dem Hafen begeben wollte, fam es zu schweren Ausschreitungen, wobet Militär einschretten mußte. Sogar aus den Häusern wurde geschossen. Gegen fünf Uhr morgens war die Ruhe wieder hergestellt. Truppen bewachen den Stadtteil. Acht Personen wurden verlegt. Straßenkämpfe in Lissabon? London, 6. Jult. Wie die Blätter melden, soll es in Lissabon gestern zu einem Kampf zwischen Militär, einem Teil der Bevölkerung und von monarchistischen Agitatoren angestifteten Seeleuten gekommen sein. Die Truppen hätten schließlich die Oberhand behalten. Paris, 6. Juli. Mehreren Blättern wird zu den Vorgängen in Lissabon gemeldet, dort herrsche eine Panit. Die portugiesische Regierung habe die Nachricht erhalten, daß die Führer der Monarchisten 2½ Millionen zur Förderung der royalistischen Sache erhalten haben. Furchtbare Ehetragödie. Prag, 6. Jult. Eine furchtbare Ehetragödte hat sich in Weinberge t. B. abgespielt. Dort erschoß auf offener Straße der Buchbinder Lutas seine Frau, einen Mann und eine andere Frau. Stein's Garten.. Giessen Bes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. BergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch in und außer Abonnement. Elektr. Licht. Fremdenpension - Lab im Hause. Telephon Nr. 5. Café Amend täglich Künstler- Konzert ( von Montag den 3. bis 10. Juli) unter Mitwirkung d. Opernsängers Adolph Plate vom Opernhaus in Frankfurt a. M. Anfang 8 Uhr. Eintritt frei. ( 23/8) Hotel- Rest. Zur Billtalhöhe", Königstein i. T. 500 m hoch, mitten im Hochwald. Pension v. Mk. 4.50 an; gute bürgerliche Küche, Diners von 12-2 Uhr. Bad im Hause.[ 22/1 Telephon 103. M. Schmitt. Schmitten im schönen Tanund. Gast- u. 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