CHT rrhein. ikör! ekamp. en 70 Pfg. 90 H 75 " 1: erte( geBrannZechenssen tr. 51. gs- Ges. Tolksvers.) ungsfähig werbunden nheit, sich unter J. G, Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 83. - - Telephon: Nr. 362. Organisation. Organisation das ist ein Losungswort unserer Zeit. In den großen geistigen und wirtschaftlichen Kämpfen kommt der Einzelne, kommen auch die vielen als Einzelne nicht zur Geltung. Der wirtschaftliche und geistig Starke fann es wohl, gestützt auf großes Kapital oder hervorragende Intelligenz und Charakterstärke, in der Sonderstellung aushalten und Einfluß gewinnen. Aber für den Durchschnitt gilt der Sazz, daß nur der Anschluß an eine feste Organisation Macht und Einfluß verbürgt. von So sehen wir auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, in allen Ständen und Volksschichten das Bestreben nach organisatorischen Zusammenschluß. Jn hohem Maße erscheint dies auch geradezu als eine Notwendigteit. Das alte Rom ging daran zu Grunde, daß es an sozial gesunden Organisationen fehlte. Neben ein paar Latifundienbesitzern stand die unorganisierte Masse der Proletarier und Sklaven. Die Masse war kein widerstandsfähiges Gebilde; sie war ein Hause zusammenhangsloser Atome. Als der Sturm der äußeren Bedrängnis hineinfuhr, stob die Masse auseinander. Rom brach trotz seiner Legionen unter dem Ansturm außen zusammen. Jm ausgehenden Mittelalter sehen wir das Umgekehrte. Da gab es starke Organisationen, auch in den mittleren, bürgerlichen Schichten. Aber die forporativ zusammengeschlossenen Stände und Volks= schichten standen sich feindlich gegenüber. Jeder Stand suchte seine egoistischen Wirtschaftsinteressen mit brutaler Ausschließlichkeit zu verfechten. Der Zusammenschluß führte zum feindlichen Sichabschließen gegen andere. Es fehlte der Geist der großen nationalen Zusammengehörigkeit. So mußten die Korporationen und Stände in wildem Interessenkampf aufeinanderstoßen. Und in diesem Kampf, dem wilden egoistischen Interessenkampf, verzehrte sich die Gesamtkraft der Nation. Es fehlte der Nation die starke einheitliche Stoßkraft nach außen. Was lehrt uns diese geschichtliche Gegenüberstellung? Organisationen sind nötig; aber sie müssen vom rechten Geist durchdrungen sein und dürfen nicht einen exklusiven Wirtschaftseigennutz und Standesstolz fördern. Sonst wird aus einem an sich segensvollen Gebilde eine Gefahr für die Gesamtheit. - - Leider zeigt die Gefahr, daß alle wirtschaftlichen und sozialen Organisationen, namentlich da, wo sie sich stark fühlen, das Bestreben zeigen, ihre eigenen Interessen an Stelle der Allgemeinheit zu setzen und statt der Gleichberechtigung die Allein- Berechtigung wenn auch nicht in Worten so doch in der Tat zu fordern. Neben dieser Gefahr zeigt sich noch eine andere Schattenseite der an sich so berechtigten Organisationspraxis. Es ist die Gefährdung der Persönlichkeit inbezug auf Wollen und Urteilen. Die Selbständigkeit, der Charakter, wird bedroht. Das ist nicht nur so beim„ sozialdemokratischen Terrorismus", sondern in milderen Formen zeigt sich die Unfreiheit des Einzelnen auch bei Organisationen auf geistiger Grundlage und zum Zweck der Pflege idealer Interessen. Diese Kehrseite heben wir hervor, natürlich nicht, um gegen den Organisationsgedanken an sich etwas zu sagen; im Gegenteil, wir betonen aus voller Ueberzeug= ung die Notwendigkeit gesunder starker Organisationen; aber wir möchten erinnern, daß man das Organisations= prinzip auch auf firchlichem Boden nicht einseitig überspannen soll, und daß in der organisierten Gemeinschaft doch nicht die sittliche Freiheit der Persönlichkeit und das Wohl des Ganzen leiden darf. - Reichstagswahlvorbereitungen. na= * Offenbach a. M. Die christlich- und deutschsoziale Parteileitung hat beschlossen, bei der nächsten Reichstagswahl im Wahlkreis Darmstadt- Groß- Gerau von einer eigenen Kandidatur abzusehen und den tionalliberalen Kandidaten Rechtsanwalt Dr. Osann zu unterstützen. Die Gründe zu diesem Entschluß liegen in der Befürchtung, Dr. Osann könnte im ersten Wahlgang unterliegen, sodaß man sich vor die Notwendigkeit ge= stellt sähe, bei einer dann wahrscheinlich in Aussicht stehenden Stichwahl zwischen Fortschrittlichen und Sozialdemokraten sich für eine dieser Parteien entscheiden zu müssen. * Kassel. Für den Wahlkreis Hersfeld- HünfeldRothenburg, wo zwei Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspartei genannt waren, hat die Provinzialleitung der Fortschrittlichen Volkspartei jetzt den Bahnhofsvorsteher Fiedler in Bebra als fortschrittlichen Kandidaten aufgestellt. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag den 7. April 1911 Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. April 1911. - Von der Po st. Bis auf weiteres werden weder Anwärter für den höheren, noch solche für den mittleren Dienst der Reichs- Postverwaltung angenom= men, weil der Bedarf zurzeit gedeckt ist. Dagegen sollen in Zukunft in den nachgeordneten Beamtenstellen der kleineren Postämter weibliche Personen als Gehilfinnen oder Schreibhilfen beschäftigt werden. Die Bewerberinnen müssen 16 Jahre alt, gesund und unbescholten sein und eine angemessene Schulbildung mindestens gute Volksschulbildung haben. Es sollen möglichst ortsangesessene Personen eingestellt werden, oder solche, die Familienanschluß am Beschäftigungsorte haben. - - Saatenstandsbericht vom 1. April. Nach den bei der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats Ende März eingelaufenen Berichten haben die Saaten unter den Einwirkungen des ziemlich wechselvollen Winterwetters im allgemeinen nur wenig gelitten, wohl aber haben, wie dies zu erwarten war, Mäuse und Schnecken den Roggen- und Kleesaaten zum sen Fruchtarten vielfach die Notwendigkeit größerer UmTeil erheblichen Schaden zugefügt, so daß sich bei diepflügungen herausstellt. Infolge des trockenen Herbstwetters und der wegen des massenhaften Auftretens von Mäusen vielfach spät erfolgten Bestellung waren die Saaten ziemlich schwach in den Winter gekommen. In den Wintermonaten behielt das Wetter indes überwiegend milden Charakter, und während der zeitweise, aber immer nur kurz auftretenden strengen Fröste waren die Saaten ausreichend geschützt. Jedenfalls haben sie unter Mangel an Schnee nirgends gelitten, wohl aber stellenweise dadurch, daß der Schnee auf ungefrorenen Boden kam und, wo er zu lange liegen blieb, die Bildung von Schimmel begünstigte. Im übrigen sind aber eigentliche Winterschäden, wie eingangs erwähnt, nur in vereinzelten Fällen zu verzeichnen, wenigstens geht aus dem bei der Preisberichtstelle eingelaufenen Berich ten hervor, daß notwendige Umpflügungen nur selten auf Auswinterungen, vielmehr in der Hauptsache auf den Einfluß tierischer Schädlinge zurückzuführen sind. Einen wie großen Umfang der durch Mäuse und Schneden angerichtete Schaden vielfach erreicht hat, geht daraus hervor, daß in manchen Gegenden, namentlich in West- und Süddeutschland, die Roggensaaten bis zu 50 Prozent umgepflügt werden mußten. Günstiger lauteten die Berichte im allgemeinen über die Weizensaaten, die in der Entwickelung Ende März zwar noch etwas zurück waren, durch Fröste oder tierische Schädlinge indes nicht sonderlich gelitten zu haben scheinen, so daß Umpflügungen nur in Ausnahmefällen und auch dann nur in bescheidenem Umfange erforderlich sein dürften. Jm allgemeinen war der Stand der Weizensaaten, wenn auch stellenweise etwas schwach, so doch derart, daß bei entsprechender Witterung eine günstige Entwickelung zu erhoffen ist. Von den Roggensaaten haben namentlich die spät bestellten, die diesmal einen großen Teil Gesamtfläche bilden, den Winter weniger gut überstanden und anscheinend auch durch die Märzfröste gelitten; nahezu aus allen Landesteilen wird berichtet, daß die Roggensaaten sich etwas dünn gestellt und nach dem Witterungsrückschlag um den 20. v. Mts. eine ungesunde Färbung angenommen haben. Kräftige Roggen saaten sah man meist nur auf zeitig bestellten Feldern, aber gerade diese sind durch Mäuse und Schnecken vielfach arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Wenn die Roggenfelder sonach im allgemeinen kein sonderlich günstiges Bild boten, so hofft man doch, daß bei vorteilhaftem Frühlingswetter mancher Schaden ausheilen wird und Umpflügungen im Norden und Osten des Reiches zu vermeiden sein werden. Die Bestellung, die auf leichten Böden ziemlich frühzeitig in Angriff genommen werden konnte, war zur Zeit der Berichterstattung überall im Gange und nimmt bei günstiger Witterung einen normalen Verlauf. der * Gießen, 7. April. Zur Erleichterung des Lösens von Fahrkarten ist in der Vorhalle des hiesigen Bahnhofs seit kurzem ein dritter Fahrkartenautomat aufgestellt, der gegen Einwurf von drei 10 Pfennigstücken Fahrkarten 4. Klasse nach Reiskirchen und Wetzlar selbsttätig verkauft. In unmittelbarer Nähe befinden sich wie seither die beiden Automaten für Bahnsteigkarten zu 10 Pfg. und für Fahrkarten 4. Klasse nach Garbenteich, Großen- Buseck, Langgöns und Lollar zum Preise von 20 Pfg. * Gießen, 7. April. Die Kreislehrerkonferenz des Kreises Gießen vereinigte etwa 300 Volksschullehrer und Lehrerinnen in Steins Garten. Es war die erste Kreiskonferenz unter dem neuen Kreisschulinspektor Professor Dr. Alles. Er machte Mitteilungen über die Verein= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pig.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. fachung des schriftlichen Verkehrs zwischen Lehrern und Behörden und über den Beschluß der Kreisschulkommission, nach welchem für die Oberklassen der Fortbildungsschule Zeugnisse eingeführt werden sollen. Lehrer BertGießen sprach über„ Die Fortbildungsschule für Mädchen". Seine Hauptforderung, die Einführung der allgemeinen obligatorischen Mädchenfortbildungsschule, fand einmütige Zustimmung. Ueber„ Die französische Fremdenlegion" hielt Lehrer Keil- Klein- Linden einen Vortrag. Er fordert Vereine, Volksbibliotheken, Fortbildungsschu= len und Volksschulen zur Aufklärung der deutschen Jugend als einem echt nationalen Werk auf. -p- Oberndorf, 5. April. Am Sonntag nach= mittag ging ein schweres Gewitter mit starkem Hagel und wolkenbruchartigem Regen nieder. Die Straßen glichen einem See. Der Blitz schlug an zwei Stellen ein, in die neue Schule und in einen Kirschbaum. - Herborn( Dill), 6. April. Auf dem heute abgehaltenen 3. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 201 Stück Rindvieh und 281 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen 1. Qualität 88 bis 92 Mt., 2. Qualität 86 bis 88 Mt., Kühe und Rinder 1. Qual. 84 bis 86 Mt., 2. Qualität 80 bis 82 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkte kosteten Ferkel 50 bis 65 Mt., Läufer 70 bis 90 Mt. und Einlegschweine 95 bis 125 Mt. das Paar. Der nächste Markt findet am 24. d. Mts. statt. == Lollar, 7. April. Bei der Beigeordnetenstichwahl wurde Gemeinderat und Gastwirt Karl Ger= I a ch mit 207 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat Geißler erhielt 93 Stimmen. * Frankfurt.( Milchkrieg.) Als Ersatz der heimischen Milch wird nun dänische Milch täglich eintreffen und zwar vorläufig ein Waggon, der acht bis neuntausend Liter enthält. Die Milch wird in Kannen, die fünfzig Liter enthalten, transportiert. Es ist nicht ausgeschlossen, daß bei späterem größerem Bezug der Transport in Tankwagen erfolgt. Die Milch war auf Veranlassung des Milchhändlervereins und der beteilig= ten Großfirmen von dem Chemiker des Vereins und dem bekannten Gerichtschemiker Dr. Popp untersucht worden. Dabei war festgestellt worden, daß der Fettgehalt denjenigen, den die Milch der hiesigen Gegend zu enthalten pflegt, übersteigt, und was von besonderem Wert ist, daß der Säuregrad ein geringerer ist. Daraus ist zu schließen, daß die Milch auch eine wärmere Witterung verträgt und sobald nicht sauer wird. für -e Bad Orb, 6. April. Schon seit Jahren wird für das 18. Armeekorps ein Artillerie- Schießplatz gesucht. In Aussicht genommen ist auch das Gelände des dem Bade Orb benachbarten Weilers Villbach. Der Weiler Villbach liegt von Bad- Orb in der Luftlinie 5 Kilometer entfernt. Wird es zur Anlage eines Schießplayes kommen, so ist der erfreulichen Entwickelung, die das Bad Orb in den letzten Jahren hatte, Einhalt geboten, ja es wird von interessierten Kreisen nicht mit Unrecht befürchtet, daß das Bad durch Anlage eines Schießplazes vernichtet wird. Seit einer Reihe von Jahren hat das Bad eine Hauptanziehungskraft Herzkranke, die natürlich den Donner der schweren Geschütze nicht vertragen würden. Auch wäre eine Abholzung in den Staatsforsten um Orb und damit eine Benachteiligung der klimatischen Verhältnisse zu befürchten. Jm letzten Jahrzehnt sind Millionen hier angelegt worden. Abgesehen von der Neugründung des Bades vor 11 Jahren, das einen Kostenaufwand von 2 Millionen erforderte, sind eine Reihe von Neugründungen und Kurunternehmen jeder Art erfolgt, die an der Entwicke lung des Bades Orb im höchsten Grade beteiligt sind. Sinkt die Besuchsziffer, so ist der Untergang einer Reihe von Unternehmungen besiegelt. Das Baugewerbe, die ganze Geschäftswelt von Bad- Orb ist an der ungestörten Weiterentwickelung des Bades Orb beteiligt und würde eventuell mit Prozeßklagen an den Militärfiskus herantreten. Fahren Sie SUPERIOR RAD musterhaft in Bau u. Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislage! Fordern Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Waffen, Uhren, Musikwaren, sowie sonstigec Radfahrer- Bedarfsartikel gratis u.franko. HANS HARTMANN A: G.EISENACH 5 AG GROSSTES FAHRRADHAUS MITTEL- U.SÜDDEUTSCHLANDS. Stellung und Einkommen. Im Aprilheft der Deutschen Revue" behandelte Generalfeldmarschall Freiherr von der Golß zum Teil auf Grund eigener Erfahrungen das sehr schwierige Problem, wie die Inhaber der höheren Kommandostellen in der Armee ihr heute noch nach einer Kabinettsordre von 1814 bemessenes Gehalt mit den Ansprüchen der dienstlichen Repräsentation in Einklang bringen müssen. Zunächst bemerkt der Verfasser, daß alle Lieferanten, Dienstboten usw. in einem kommandierenden General einen unermeßlich retchen Mann sehe.. Wenn solche Herrschaften nicht einmal bezahlen wollen, wer soll es dann tun? so etwa sagen diese Lente, und ein angemessener Preisaufschlag erscheint ihnen durchaus begründet. Freiherr von der Goltz stellt folgenden Haushalts= plan für einen kommandierenden General auf, der ein Bruttoeinkommen von 30 000 Mark hat: Von diesem Gehalt von 30 000 Mark gehen nun aber sogleich 720 Mark Bureaugeld und rund 1200 Mark Steuern ab; dann kommen die Witwenkasse, die Lebensversicherung und die anderen Versicherungen; es folgen die Abzüge und Beiträge aller Art für Wohltätigkeits- und gemeinnützige Zwecke. Sie sind meist nicht unerheblich.„ Kurz, ich glaube nicht fehlzugreifen, wenn ich den für Haus, Wirtschaft und Familie übrigbleibenden Nettobetrag auf höchstens 2000 Mart im Monat, also rund 24 000 Marf im Jahre, berechne. In den meisten Fällen wird weniger herauskommen. Da= von soll nun zunächst, außer den rein persönlichen Bedürfnissen, eine Equipage unterhalten werden, zu der nichts vorhanden ist als das Futter und der Stall, das heißt nur ein geringer Teil des Ganzen. Die Anschaffung von Pfer= den, Wagen, Geschirren, Decken. Stallgerät und deren Unterhaltung nimmt einen stettlichen Betrag in Anspruch. Für die Reitpferde ist eine besondere Stabsordonnanz da. Umsonst hat man sie aber auch nicht; der als Unteroffizier kann der Mann außerhalb seiner Truppe nicht von seiner Löhnung leben. Er muß eine Zulage haben, die nach dem üblichen Satz beim kommandierenden General 30 Mark monatlich beträgt. Selbst Unteroffiziere und Ordonnanzen haben heute mit den teuren Preisen zu rechnen. Der Kutscher für das Juhrwerk muß gemietet werden. Er kostet in Berlin und anderen großen Städten jetzt 120 bis 150 Mark monatlich( der meinige erhält 135 Mark und 36 Mark Wohnungsgeld monatlich, da ein zuverlässiger Mann billtger in Berlin W. nicht zu haben war), in kleineren vielleicht 80 oder 100 Mart. Ein Stallbursche kommt bei sechs bis acht Pferden gleichfalls noch hinzu. Selten wird im Stalle sehr gespart; denn wer soll bezahlen, wenn solche Herrschaften nicht einmal zahlen wollen". So geht es in allen Dingen: mit Beschlag, Sattelzeug, Stallgerät. Im Generalkommando sind ein oder zwei Ordonnanzen tätig. Aber sie müssen ernährt werden, und zwar reichlich: denn wenn der Soldat es nicht einmal im Hause seine fom= mandierenden Generals gut hat, wo sollte es dann ge= schehen? Auch sie erhalten eine monatliche Zulage aus Privatmitteln. Ein Sohn, älterer Leutnant, steht bei der Garde und ist verheiratet. Er erhält 2500 Mart jährliche Zulage nicht glänzend für einen Hausstand aus den„ besten Kreisen" in Berlin oder Potsdam, aber doch immer genug für den, der es von seinem Gehalte abgeben soll. Der zweite Sohn ist zur Linie gegangen, aber ein kommandierender General darf sein Kind doch nicht zu knapp halten; er muß ihn mindestens mit 1200 bis 1800 Mark fürs Jahr bedenken. Manchmal kommt ein dritter und vierter, oder es kommen ein paar verheiratete Töchter mit gleichen Rechten dazu, und es fallen bereits von der noch verbleibenden Jahreseinnahme rund 6000 bis 8000 Mark für die außer dem Hause lebenden Kinder fort, so daß nur noch 16 000 bts 18 000 Mart übrig bleiben. Es folgen die zärtlichen Verwandten", an denen es nirgends fehlt. In einem langen Dienstleben fettet man Herz und Gemüt auch an eine Reihe von Mitarbeitern und Untergebenen, von denen gelegent= lich der eine oder andere vom Schicksal verfolgt wird, und den man aus Dankbarkeit für geleistete Dienste nicht im Stiche lassen darf. Da bleiben nur noch selbst wenn man die anderen gewährten außerordentlichen Unterstützungen nicht rechnet im günstigsten Falle 15 000 oder 17 000 Mark, von denen der gesamte Haus- und Hofhalt bestritten werden soll. Daß das nicht leicht ist, bedarf keiner weitläufigen Auseinandersetzung. Doch nun kommt die Geselligkeit an dte Reihe. Der kommandierende General beispielsweise ist verpflichtet, als die höchste Militärperson einer Provinz von mehreren Millionen Einwohnern zu repräsentieren. Dazu soll ja auch die Dienstzulage bestimmt sein. Er gibt entweder zwei große Bälle mit fißendem Souper" oder einen solchen Ball und ein paar zwanglose Tanzfeste. Dann folgt eine Reihe von kleinen und großen Diners, gelegentlich auch ein Sommer, ein Gartenfest oder die Einladung zu einem Ausfluge. An 1200 bis 1500 Personen, natürlich wenn man die öfter im Hause verkehrenden mehrfach zählt, werden wohl im Laufe des Jahres bewirtet werden. Nun verlangen wir auch hierbei Einfachheit. Aber so einfach es auch hergehen mag, wird man Speise und Trank nebst Mufif, vermehrter Bedienung, Einladungs- und Tanzkarten, Kotillongegenständen usw. für die Person nicht unter 5 Mark berechnen dürfen. Da müssen die jüngeren tanzen9) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümt ck e. ( Nachdruck verboten.) Da Raben in allem übertrieben ordnungsliebend und gewissenhaft, so fehlte es ihm nie an Beschäftigung. Ueberrascht schaute er von seinen Büchern auf, wie plötzlich der General zu dieser ungewöhnlichen Abendstunde in das Zimmer trat. ,, Bleiben Sie sitzen, Herr Raben," sprach derselbe, sich bemühend, seinem faltigen, strengen Gesicht einen Zug von Freundlichkeit aufzuzwingen. Ich möchte etwas mit Ihnen besprechen, das mich mit größter Sorge erfüllt. Vor einiger Zeit teilten Sie mir sehr erfreut mit, daß Herr Woltersdorf Absichten auf Ihre Tochter Erna hätte. Wie steht es damit? Hat er bereits das Jawort?" Raben schaute seinen Herrn sehr erstaunt durch die runden Brillengläser und erwiderte zögernd:„ Exzellenz, der Herr Woltersdorf ist zu zartfühlend, als daß er gar so ungestüm auf das von ihm so heiß ersehnte Ziel lossteuerte. Er darf wohl bestimmt hoffen, daß meine Tochter ihm keinen Korb geben wird, aber er will dennoch, daß Erna ihn erst genauer kennen lernt. Er ist täglich in meinem Hause und wir denken, daß demnächst die Verlobung gefeiert werden wird." Der General schritt, die Hände auf dem Rücken, mit gesenktem Kopf ein paarmal um den grünen Tisch herum. Hm, sollte mich aufrichtig freuen!" sprach er dann, stehen bleibend:„ Nun tommt, was mir Sorge bereitet: Haben Sie etwas davon gemerkt, daß mein Sohn Hardi sich für Ihre Tochter interessiert?" „ Exzellenz- das- das halte ich für ausgeschlossen! Der Herr Leutnant und meine Kinder waren früher treue Spielgefährten, er ist meines Sohnes guter Freund und wir haben ihn alle sehr gern, aber-" ,, Nun gut, Herr Raben, es ist leider so! Hardi ist ehrlich genug, mir gegenüber das nicht zu bestreiten. Er den Herren schon in den entfernteren Nebengemächern die Sorte Speranza- Laßt sie dranken, ehe ihr eintretet" rauchen und mit dünner Bowle zufrieden sein, die ja auch am besten bekommt. Nun ziehe man diesen Betrag von 6000 bis 7000 Mark noch weiter vom Gehalte ab und was bleibt?" Einen Ausweg aus diesen unlösbaren Widersprüchen sieht Freiherr von der Golz in drei Möglichkeiten: in einer Erhöhung der Gehälter entsprechend dem seit 1814 gesunfenen Geldiert, wofür aber der Reichstag unter feinen Umständen zu haben sein werde, oder in einer radikalen Einschränkung der Repräsentationspflichten, die jedoch auch ihre Bedenken habe oder aber darin, daß nur reiche Leute solche Stellen erhielten, was aber zu einer verhängnisvollen Optimaten herrschaft führen müsse und alle Begab= ten, aber Unbemittelten von vornherein von solchen Stellen ausschließe. So sieht der Verfasser eine Erleichterung dieser Schwierigkeiten in einer notwendigen Erhöhung der Gehälter in bescheidenem Umfange und in der Einfachheit in Aeußerlicheiten, vor allem in der sogenannten Reprä sentation. Rundschau vom Cage. Politisches. Ueber den Einzug des deutschen Kronprinzenpaares in Rom am Mittwoch mittag heißt es in einer Privatmeldung der Franks. 3tg.": Der Bahnhof bot ein glänzendes Bild. Erschienen war der ganze Hofstaat, die deutsche Diplomatie, die Generalität, auch das Fürstenpaar Bülow, die Minister, alle in großer Uniform. Die Kron= prinzessin füßte und umarmte die Königin, der Kronprinz den König. Der Kronprinz war in Gardetürassieruniform, die Prinzessin in lichtblauer Frühlingstoilette. Beim festlichen Einzug in die Stadt herrschte großer Jubel auf seiten des Volkes und der Deutschen in den Hotels; Hochund Hurrarufe wechselten mit Evvivas und Tücherschwenfen. Die Häuser waren beflaggt. Die Frauen hielten sich zurück, bis sie die Kronprinzessin auf ihr Aeußeres geprüft hatten; als die Prüfung gut ausfiel, applaudierten sie. Die amerikanische Kirche ließ ihr Glockenspiel ertönen. Nachher durchbrach die Menge die Kordons, stürmte zum Schloßplatz und klatschte, schrie und rief Hoch!, bis die Gäste auf dem Balkon erschienen, vor allen zuerst die Kronprinzessin. Noch einmal erzwang das Volk das Erscheinen des Prinzenpaares, des Königs und der Königin, und wieder wurde besonders die Kronprinzessin mit freundlichen Zurufen gegrüßt. Keine Herbsttagung des Reichstages? Dem ,, Liegniger Tageblatt" wird aus Berlin gemeldet, die vom Seniorenkonvent beschlossene Herbsttagung des Reichstages werde nicht zur Ausführung kommen. Die verbündeten Regierungen hätten in der letzten Bundesratssitzung sich mit einem Vorschlag des Reichskanzlers einverstanden erflärt, wonach die Reichstagswahlen für den Spätherbst 1911 vorgesehen sind. Diese Meldung des„ Liegniger Tageblatts" muß mit Vorbehalt aufgenommen werden, denn in dem Bericht des„ Reichsanzeigers" über die letzte Bundesratssitzung, die am 30. März stattfand, war davon mit feinem Wort die Rede. Für den Religionsunterricht in ländlichen Fortbildungsschulen. Zu dem preußischen Gesehentwurf betreffend die Verpflichtung zum Besuche der ländlichen Fortbildungsschulen ist ein konservativer Antrag eingegangen, der die Einführung des Religionsunterrichtes in den ländlichen Fortbildungsschulen in einer dem reiferen Alter und den Bedürfnissen der ländlichen Bevölkerung entsprechenden Weise fordert. Lord Roberts Verteidigungspläne bilden jetzt wieder den Gegenstand öffentlicher Diskussion in England, nach= dem das Oberhaus nach zweitägiger Debatte mit großer Mehrheit dessen Resolution angenommen hat, angesichts der veränderten strategischen Bedingungen Europas, die ernste Besorgnis über die ungenügende militärische Verteidigung Englands auszusprechen. Lord Roberts er= ilärte mit seiner großen Autorität, daß ein Feind, also Deutschland, nicht bloß, wie das Kriegs- und Marineministerium annehmen, mit 70 000, sondern mit 150 000 Mann eine Invasion vornehmen könne, und übte dann eine scharfe Kritik an der Territorialarmee, die sowohl an Zahl wie an Ausbildung hinter den Erwartungen zurückbliebe. Der Kriegsminister Haldane verteidigte seine Schöpfung der neuen Freiwilligenarmee mit Nachdruck. Indessen war auch seine Rede nicht ganz frei von Resignation. Was er zur Verteidigung des jezigen Systems anführte, kam darauf hinaus, daß es das einzige unter den englischen Verhältnissen mögliche set. Die von Lord Roberts verlangte stehende Armee mit einjähriger Dienstpflicht sei nicht unter vierzig Millionen Pfund jährlich zu ist in Ihre Tochter verliebt, und, wenn mich meine noch immer sehr scharfen Augen nicht täuschen, dann ist das Fräulein auch ihm mehr zugetan, als alte Freundschaft gebietet. Nun habe ich die große Bitte an Sie:„ Tun Sie das Ihrige, daß kein Unglück über mein Haus kommt, daß mir nicht des Lebens letzte Freude noch vergällt werde! So sehr ich Sie nun und die Ihrigen als freuzbrave Leute auch schätze, eine Verbindung meines Sohnes mit einer Bürgerlichen dulde ich nun und nimmermehr! Hardi würde totunglücklich werden und Ihre Tochter, Sie selber, wir alle würden es mit ihm werden. Warnen Sie dieselbe also, reden Sie ihr ins Gewissen, stellen Sie ihr das heillose grell vor Augen, was unbedingt heraufbeschworen würde, wenn sie etwa ihrem törichten Herzen nachgäbe. Sorgen Sie dafür, daß Herr Woltersdorf ener= gischer vorgeht." Es war dem ehrlichen, alten Raben ganz unheimlich zumute geworden bei diesen in schrecklich erregtem Tone hervorgestoßenen Worten, die er bei seiner langsamen Dentweise keineswegs sofort zu fassen vermochte. ,, Meine Tochter. unsere Erna- sollte hinter unserem Rücken-? nein, nein, das ist unmöglich!" stotterte er schließlich, verlegen die Brille von der Nase reißend und mit dem schneeweißen Taschentuch bearbeitend, als wäre sie in den Schmutz gefallen. Aber der General fuhr fort und hielt eine lange Rede über die Bedeutung des Adels, über die Berechtigung eines gewissen Adelsstolzes und über vieles mehr noch, das zu begreifen dem guten Raben so in der Geschwindigkeit nicht recht möglich war. Jedenfalls versprach er, seinem Herrn ganz zu Willen zu sein und in dieser Sache alles zu tun, was in seinen Kräsen stände. Erna war ganz allein zu Hause. Die Mutter und Hans besuchten an diesem Abend eine bekannte Familie schaffen. Auf solchem Wege würde man aber zum Bante rott tommen. Außerdem bestritt Haldane, daß es möglich sei, die Offiziere für ein so großes Seer zu finden. Der Kriegsminister selbst scheint eine große stehende Armée hier in manchen Punkten für wünschenswert zu halten, setzte aber hinzu:„ Man kann nicht alles bekommen, was man möchte." Die wahrscheinliche Folge der Diskussion dürfte sein, einmal, daß die Agitation für die allgemeine Wehrpflicht große Dimensionen annimmt, und zum andern, daß die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer unüberwindlichen Flotte sich aufs neue vertieft. Entdeckung einer Verschwörung in Indien. Bei einer am Mittwoch von der Polizei bei einem reichen Landbes sitzer in Kalkutta namens Anada Mohan Roy abgehal tenen Haussuchung wurden fünf Revolver und eine Quans tität verschiedener Sprengstoffe gefunden. Außer Ron sind noch drei andere Inder verhaftet worden. Wie es heißt, soll ein ganzes Verschwörernest entdeckt worden sein. In der Nähe von Dinapur entgleiste infolge böswilliger Entfernung einer Eisenbahnschiene ein Personenzug, wobet ein Inder getötet und 3 Europäer schwer verletzt wurden. Kleine Nachrichten. Die Aufschiebung der Hinrichtung des Rennfahrers Breuer hat der Verteidiger des Verurteilten in einem Jm= mediatgesuch an den Kaiser nach Korfu erbeten. Der Kaiser wird mit Rücksicht auf die ganze Sachlage gebeten, dem Urteil seinerseits die Zustimmung zu versagen, da auf Grund neuer zahlreicher Beweismomente das Wiederaufnahmeverfahren beantragt wird. Es sind aus den Kreisen, die dem angeblich Ermordeten nahestehen, neuerdings Beweise angeboten worden, die wahrscheinlich machen, daß jener durch Selbstmord geendet hat. Breuer hatte es abgelehnt, ein Gnadengesuch zu unterzeichnen. Ein Dachdeckergeselle als fünftiger Tenor. Ein 25 Jahre alter Dachdeckergeselle namens Neu, der über einen sehr schönen Tenor verfügen soll, sang vor einigen Tagen in Wiesbaden vor dem Generalintendanten Grafen Hülfen. der den jungen Mann auf Kosten der Generalintendantur für die Königliche per ausbilden lassen will. Eine Hundertzweijährige. In Meißen starb die Witwe des Nadlermeisters Bullrich im Alter von 102 Jahren am Herzschlag. Sie ist in ihrem Leben nie frank gewesen, sondern hat sich bis an ihr jetzt erfolgtes Ableben bes neidenswerter förperlicher Frische erfreut. Eine ganze Familie vermißt. Seit Sonnabend wird die in Rirdorf bei Berlin wohnende Kaufmannsfamilie Wagner, bestehend aus Mann, Frau und einem 10jährigen Sohn, vermißt. Nach hinterlassenen Briefen ist anzunehmen, daß die Famlie einen gemeinsamen Selbstmord ausgeführt hat. Es wird nach ihr geforscht. Festnahme einer Kindesmörderin. Die Düsseldorfer Kriminalpolizei verhaftete die Ehefrau Rau, die uneheliche Kinder gegen einmalige Abfindung annahm, dann aber auf verbrecherische Weise umkommen ließ. Bisher hat die Verbrecherin neun Fälle eingestanden. Beim Veilchensuchen ertrunken. Bei Lauffen a. N. fiel ein fünfjähriger Knabe beim Veilchensuchen in die Zaber, einem kleinen Nebenfluß des Neckars. Sein achtjähriger Bruder suchte thn herauszuziehen, fiel aber dabei selbst mit hinein. Beide konnten nur als Leichen geländet werden. Ein drittes Kind, das die Rettung versuchte, ein Mädchen, fonnte mit knapper Not noch gerettet werden. Effigsaure Tonerde als Mundwasser. Der 16jährige Sohn des Pastors in Waldau hatte, wie man aus Halle a. S. meldet, zum Mundspülen essigsaure Tonerde benutzt, die ihm als Mundwasser verkauft worden war. Nach wochenlangem, qualvollem Leiden infolge Verbrennens des Schlundes ist der junge Mann jetzt gestorben. Einen eigenartigen Selbstmord hat ein Rentner in Altena i. W. verübt, der seit Oktober 1910 vermißt wurde. Jetzt ist seine Leiche in dem Garten seines eigenen Grundstückes gefunden worden. Er hatte in eine tiefe Grube, die er selber gegraben, eine große Kiste gestellt, diese mit Erde bedeckt, so daß sie nicht leicht bemerkt werden konnte, war dann hineingefrochen und hatte sich erschossen. Aus dem Reiche der Technik. ,, Künstliches Gold" für Panzerschiffe. Der italienische Marineoffizier Graf Charles Peloggio hat, wie der Korrespondenz Heer und Politif" aus Marinefreisen geschrieben wird, vor kurzer Zeit eine Erfindung gemacht, die vielleicht für unsere Kriegsschiffe von großer Bedeutung werden wird. Er hat nämlich ein neues Metall erfunden, das er„ Radioro" nennt, und das sowohl durch seine Farbe als auch durch seine Eigenschaften von der Fabrik, die es erzeugt, mit dem Beinamen fünstliches Gold" belegt wurde. Das neue Metall Radioro" hat nämlich genau die Farbe des Goldes und ist den atmosphärischen Einflüssen gegenüber ebenso unempfindlich, wie das echte Gold. Es hat auch mit diesem edlen Metall das Verhalten zu Säuren gemeinsam. Die wichtigste Eigenschaft, welche das künstliche Gold aufweist, ist aber seine hervorragende Härte. Es wurden in den letzten Wochen von der italienischen Regierung in dem im Dorf. Sehnsüchtig wartete sie auf die Heimkehr des Vaters. Wo blieb der nur? Pünktlich 10 Minuten nach 7 Uhr pflegte er immer hier zu sein. Und heute war es fast acht Uhr. Länger litt es sie nicht in der Stube, wo das einfache Abendessen längst auf dem Tische stand. Sie warf ein Tuch um die Schultern und huschte durch die Dunkelheit behende dem Schloß zu. Wie sie von draußen des Generals laute, dröhnende Stimme, die übrigens der Hardischen ähnlichen war, vernahm, da wagte sie sich nicht in das Kontor, kehrte vielmehr beruhigt zurück. Es müßte etwas Besonderes sein, darum konnte der Vater eben nicht kommen. Sie griff nach einer Handarbeit und ließ ihren Gedanken freies Spiel. Natürlich spielte Hardi wieder in denselben die Hauptrolle.- Ach, Hardi, wie sie den verehrte! So recht ein Held, wie es in dieser armen Zeit nur noch wenige gäbe, schien er ihr. Sein Mut, sein Schneid, seine ehrliche Soldatenart, alles entzückte sie. Und daß gerade er sie so auszeichnete, sie, das einfache Mädchen, das beglückte sie und hatte in ihr junges Herz den ersten süßen Traum der Liebe gezaubert. - Noch wagte sie nicht, daran zu glauben, daß ein Traum zur Wahrheit werden könnte, noch genügte ihr das selige Bewußtsein:„ Du bist ihm nicht gleichgiltig!" Endlich kam der Vater. Aber wie sah er aus heute! So müde, so blaß und so abgespannt hatte Erna ihn nicht gesehn, seit die Nachricht von des jetzt verschollenen Bruders Unglück gekommen war. „ Mein Kind, es ist gut, daß wir heute abend allein sind," sagte er, seinen Teller energisch fortschiebend, nachdem er sich schwer in den Lehnstuhl hatte sinken lassen. " Ich habe keinen Appetit. Du hast hoffentlich schon ge= gessen?" ( Fortsetzung folgt.) Re Bie Gra gem Me ders wir zer Ben daß Aud alle mit fast fft etn 23 ftell geg e8 da der da mü len das Pr he G we e8 1101 che leb bi vo 28 M lä da 10 b 10 te Je un ta te de fe ศ 97 t Bantes möglich en. Der Armee halten, nen, was Distuffion Igemeine um ans eit einer Bei einer Landbes abgehal e Quan Ron find s heißt, ein. 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Ueber seine große Festigkeit wird mitgeteilt, daß es viel härter als Krupp'scher Panzerstahl set, und daß es in den übrigen Eigenschaften jeden Vergleich mit echtem Stahl aushalte. Es kommt hinzu, daß die Fabrikation dieses Goldes äußerst billig set und auch darin die Herstellung des Stahles übertreffe. Aus allen diesen Gründen dürfte es in erfolgreichen Wettbewerb mit dem Stahl bet Bauten von Kriegsschiffen, von Maschinen, Geschützen und Panzern treten. Eine Verrostung ist bei diesem neuen Metall ausgeschlossen. Es hat nur einen Nachteil, nämlich die hellgelbe glänzende Farbe. Während diese Eigenschaft des neuen Metalls für die Herstellung von Hausgeräten, Schmucksachen und Einrichtungsgegenständen einen sehr wesentlichen Vorzug bedeutet, ist es zur Bekleidung der Kriegsschiffe nicht zu verwenden, da es bisher eine Färbung noch nicht zugelassen hat. Trotzdem scheint aber das neue Metall soviel Vorzüge zu haben, daß man mit seiner Verwendung wird sehr stark rechnen müssen. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ein Bakteriengarten. Einen zoologischen Garten, des( en Tierbestand nur aus lebenden Bakterien besteht, wird das Naturwissenschaftliche Museum in Neuyork erhalten. Als Vorbild dient dabei die Batteriensammlung, die der Prager Professor Kral im Besitz hat und die bisher als die reichste Bakteriensammlung gilt. Die Sammlung soll von zwei erfahrenen Bakteriologen geleitet werden und nicht nur als Schausammlung dienen, sondern es sollen auch in großem Maßstabe Beobachtungen vorgenommen und außerdem alle vorhandenen Bakterien in sol-cher Menge gezüchtet werden, daß jederzeit an Privatgelehrte und wissenschaftliche Institute Bakterien zum Etubium abgegeben werden können. Ein seltener Fund aus der Urzeit wurde in der Nähe von Chemnitz gemacht. Etwa eineinhalb Meter tief fand man zinen 22 Meter langen Baumstamm, an dem noch Reste von Wurzeln und Aesten bemerkbar waren. Telle versteinerter Bäume werden in dortiger Gegend oft gefunden; die umfangreichste dieser Versteinerungen war jedoch nur zwölf Meter lang. Der gegenwärtig ausgerabene Stamm ist der längste der bisher in Deutschland gefundenen. Vermischtes. Ein Wettersturz von 20 Grad im Tagesmittel ist seit Sonntag eingetreten. In den letzten zwei Nächten fiel das Quecksilber bis auf 6 Grad Celsius unter Null! Ein so starter Frühjahrsfrost trat in Deutschland zum letztenmal 1905 ein, damals gegen Mitte April. Trotzdem brachte jenes Jahr einen sehr warmen Sommer. Wir wollen hoffen, daß das auch diesmal der Fall sein wird und nicht etwa auf den viel zu milden, sonnenlosen und regnerischen Winter ein naßfalter Sommer folgt. Zurzeit leidet übrigens ganz Mitteleuropa unter dem Wettersturz, unter Frost und Schneefall. Natürlich hat die seit Montag anhaltende und sich steigernde Kälte den Pflanzen teilweise argen Schaden zugefügt. Die Schmuckfachen des Königs Manuel. Die provtJorische Regierung der portugiesischen Republik hat beschlos fen, dem Ersuchen König Manuels und seiner Mutter, der Königin Amelia, zu entsprechen und die ihnen persönlich gehörenden Diamanten und sonstigen Wertgegenstände, die bei der Flucht am 5. Oktober v. J. im Stich gelassen worden waren, nach England zu senden. Die königlichen Effeften werden unter der Obhut des früheren Leibarztes König Manuels nach Wood Norton gebracht werden. Raubüberfall auf eine Schloßherrin. Im Kreise Nimptsch in Schlesien wurde ein Aufsehen erregendes Attentat auf die junge Gräfin Stillfried geb. Strachwitz verübt. Unweit ihres Schlosses Silbih unternahm die Gräfin am Nachmittag einen Spaziergang auf der Chaussee nach Groß- Aniegnik; dort begegnete ihr ein Mann, der über sie herfiel, um sie zu berauben. Zwischen ihr und ihrem Angreifer entspann sich ein harter Kampf, es gelang aber der Gräfin, sich den Händen des Mannes zu enireißen, der dann verschwand. Nach dem Attentäter wurde sofort die ganze Gegend abgesucht, und es gelang, ihn in der Person eines Arbeiters zu ermitteln. Vierzehn auf ein Bahnbillett. Eine Dame aus dem fanadischen Orte Highland, Frau Frank Scott, ist vor furzem auf ein Bahnbillett mit dreizehn Kindern nach Musfogee in Oklahama gereist. Dem entsetzten und lebhaft protestierenden Schaffner wies sie nach, und zwar aus der vorsorglich mitgenommenen Familienbibel, daß die dreizehn ihre eigenen Kinder und keines über 4% Jahre alt war. Sie ist zehn Jahre verheiratet und hat 19 Kinder gehabt, darunter fünfmal Drillinge und zweimal 3wil linge. Die zwei ersten Drillingspaare sind gestorben, von den überlebenden Kindern sind drei 4%, zwei 3½, drei 2%, dret 1½ und zwei 6 Monate alt. Aus Ratibor richt abfuhr, trotzdem der Stationsvorsteher schon mehrere Male das Zeichen zur Abfahrt gegeben hatte. Die Reifenden erkundigten sich nach der Ursache der Verzögerung und erfuhren zu ihrent nicht geringen Erstaunen, daß der Zugführer sich soeben in den cifrigsten Unterhandlungen mit einem Gerichtsvollzieher befände, der die Lokomotive im Auftrage der großen Eisenfirma Wilson 1. Co.- Dakotha pfänden wollte, da dieser Firma eine Forderung von einigen tausend Dollars an die Eisenbahngesellschaft zustand und sie bereits einen ausgeklagten Rechtstitel darüber in den Händen hatte. Der Zugführer aber wollte die Pfändung nicht zulassen und versuchte der Gerichtsvollzieher durch eifrige Reden zu überzeugen, daß so etwas unerhört sei, da vor allen Dingen einmal der Expreßzug abgehen müsse. Der Gerichtsvollzieher bestand aber auf seiner Absicht und legte unter dem Freudengeschret aller Passagiere ein großes Siegel an die Lokomotive an. Der Stationsvorsteher machte dem Streit ein Ende, indem er erklärte, daß er den Gerichtssiegel zwar an der Lofemotive lassen wollte, daß er aber den Zug unter allen Umständen abfahren lasse, und sei es selbst mit einer versiegelten Lokomotive. Auf seinen Wint sette fich nun das fauchende Ungetüm in Bewegung. Der Gläubiger der Eisenbahn, der verdutzt dastand und von tronischen Zurufen des Publikums begrüßt wurde. machte natürlich keinerlei Anstalten, den Zug aufzuhalten, aber er legte Beschwerde beim Gericht ein, die indessen abgewiesen wurde. Die Schülerselbstmorde in Ratibor. wird zu den bereits gemeldeten Selbstmorden zweier Tertianer dortiger Schulen berichtet: In der Wohnung seiner Eltern hat sich der siebzehnjährige Obertertianer des Königlichen Gymnasiums Guder, Sohn des Direktors der Ratiborer Zuckerfabrik, erhängt. Der Vater selbst kam hinzu und löste den Knaben los; alle Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos. Guder war nicht versetzt worden. Der achtzehnjährige Obertertianer Janiecki, Sohn des Brauereibuchhalters auf Schloß Ratibor, hat sich in der Klasse selbst nach Bekanntgabe der Versetzungen erschossen. Er hatte mit den Schulkameraden nach Empfang der Zensuren das Klassenzimmer verlassen, ging aber nicht wie die anderen Schüler nach Hause, sondern begab sich In den Hof und kehrte von hier aus nochmals in das Klassenzimmer zurück, in dem sich niemand mehr befand. Mit einem kleinen Taschenterzerol, wie es leider vielfach als Spielzeug benutzt wird, schoß er sich eine Kugel in die rechte Schläfe und brach sofort bewußtlos zusammen. Alle im Schulhause anwesenden Lehrer eilten sofort nach dem Klassenzimmer und bemühten sich um den offenbar schwerverletzten Knaben, und man holte den Vater und einen in der Nähe wohnenden Arzt. Dieser stellte fest, daß die Verlegung tödlich sei und ordnete die Ueberführung in das Städtische Krankenhaus an. Der junge Mann starb aber schon auf dem Transport nach dem Krankenwagen. Darf eine Lokomotive gepfändet werden? Eine interessante Gerichtsverhandlung fand vor einigen Tagen in Neuport statt, in der die Frage erörtert wurde, ob eine Eisenbahnlokomotive, die für den Verkehr notwendig ist, furz vor Abgang des Zuges gepfändet werden darf. In Amerika befinden sich die Bahnen bekanntlich in privaten Händen. Vor einigen Wochen wurden die Reisenden eines Expreßzuges dadurch beunruhigt, daß der Zug, der zur Abfahrt bereit stand und mit Reisenden voll besetzt war. Der motivierte Hausball. Besuch:" Was, schon wieder ein Hausball bei Ihnen, Herr Müller? Wozu geben Sie so viel Gesellschaften? Ihre Töchter sind doch schon verheiratet?" Müller: Gewiß aber meine Schwiegermutter ist Witwe geworden." - Hase und Fuchs.( Eine Fabel.) Zu einem weidwunden Hafen tam Reinecke, der Fuchs.„ Meine innere Stimme sagt mir, daß ich dir beistehen soll in deiner letzten Stunde," Heuchelte der Schlaue. Deine innere Stimme ist das Knurren deines Magens," hauchte das sterbende Wild. Albanestiche Blutrache. Der Mord des albanesischen Soldaten an dem Oberstleutnant von Schlichting hat wieder einmal bewiesen, daß bel den Albanesen Jatagan und Pistole noch immer eine große Rolle spielen. Auch heute noch werden in Albanten, diesem Lande blutiger Fehden und Meuchelmorde, Menschen auf den Straßen oder dem Bafar einfach niedergeschoffen. Die Veranlassungen dieser Taten sind häufig sehr fleinlicher Natur. Ein Streit beim Kartenspiel oder beim Anrempeln im Basar genügen oft, daß ein Mann auf ſet= nen Freund feuert und ihn totschteßt. Aber damit endigt die Geschichte nicht, denn jedes Mitglied der Familie des Ermordeten ist durch Ehre und Pflicht gebunden, den Mörder aufzusuchen und niederzuschießen, wo er ihn auch im mer finden mag. Kann er den wirklichen Mörder nicht finden, so muß er dessen Bruder oder nächsten Verwandten umbringen, und hat er auf diese Weise den Mord gefühnt und dem Geiste des Erschlagenen Ruhe verschafft. so geht das Recht der Blutrache auf die Familie des ursprünglichen Mörders liber. Eine furchtbare blutige Fehde zwischen zwei Familien von Gebirgsbewohnern entsprang daraus, daß ein Schwein des einen das Getreide etnes Nachbars abgefressen hatte, als das Korn eben in Aehren geschossen war. Der Beschä digte erschoß das Schwein und der Eigentümer des Schweines erschoß augenblicklich den Mann, der sein Tier getötet hatte. Viele Fehden entstehen daraus, daß ein junges Mädchen ohne die Einwilligung ihrer Eltern entführt wurde, denn irgend eine Beleidigung eines Frauenzimmers wird sogleich mit dem Tode bestraft. Ein hintergan= gener Ehegatte muß den Schimpf, der seiner Familie und ihm selbst angetan worden ist, durch Tötung des Beleidtgers rächen, wenn er nicht lebenslang ein entehrter und schmachbedeckter Mann bleiben will. ,, Vor kurzem ging tch," erzählt ein genauer Kenner albanesischer Verhältnisse, einmal durch eine Straße im Türkenquartier von Skutari, als ich einen Kopf und einen Flintenlauf um die Ecke einer Nebengasse unmittelbar vor mir herumschauen sah. Als ich zur Stelle kam, sah ich einen jungen Muselmann aus der Stadt ruhig auf einem großen Steine sitzen. In der Straße, in der ich eben ging, war der Eingang zum Hause seines Feindes, und der junge Mann hatte schon seit Wochen jeden Tag mehrere Stunden lang jene Haustür belauert. So oft er Schritte sich nähern hörte, schaute er um die Ecke, wie er getan hatte, als ich herankam; gewöhnlich aber fißt er auf dem Stein, von wo aus er gerade die Haustür sehen kann. Seine Familie steht in Fehde mit dem Besizer dieses Hauses, und das letzte Opfer, das in dieser Blutrache fiel, war sein Bruder, der erschossen wurde, als er eben nach seinem Laden im Basar ging. Der damalige Bluträcher ist ein hochgewach= sener, hübscher Mann von ungefähr 23 Jahren und wird geduldig warten, bis sein Feind oder dessen Sohn aus fenen großen Toren tritt, und wird dann seinen Bruder rächen. Der Feind ist ihm Blut schuldig, und so wird niemand auf ihn schießen, bevor er noch nicht geschossen hat." Die Luft unserer Wohnungen. Alle Bestrebungen zur Reinigung und Verbesserung der Luft sind, abgesehen von ihrem bisher geringen Erfolg, unnüß, wenn nicht dafür Sorge getragen wird, daß die Außenluft in geeigneter Weise auch in das Innere der Wohnungen eingelassen wird. Mit Ausnahme von öffentlichen Gebäuden und von Räumen, die sonst zur Ansammlung einer größeren Zahl von Menschen bestimmt sind, fehlt in der Regel jede Lüftungsvorrichtung. Es wird zwar immer gesagt, daß durch das Mauerwerk ein genügender Luftaustausch sich vollzieht, aber die Tatsachen sprechen gegen die Richtigkeit dieser Behauptung. Ein englischer Arzt weist darauf hin, daß in der Riesenstadt Neuyork infolge der Maßnahmen zweier Hygienifer die Sterblichkeit an Lungenentzündung und einigen anderen Krankhetten allein dadurch herabgesetzt werden konnte, daß die Krankenbetten entweder ganz ins Freie oder in die Nähe der geöffneten Fenster gestellt wurden. Die Fachleute sind auf Grund dieser und anderer Erfahrungen zu dem Schluß gekommen, daß alle bisher vorgeschlagenen Mittel zur Ventilation beiseite gelassen werden sollten und daß man sich an die einfachste Lüftung, nämlich an das Oeffnen der Fenster halten müßte. Leider wird diese Empfehlung in threm Wert dadurch fragwürdig, daß die meisten Leute, wenigstens bei uns, in einem ganz entseßlichen Grad gegen Zug empfindlich sind. Es ist gar fein 3weifel, daß diese Empfindlichkeit zum großen Teil auf Einbildung beruht, und man sollte, so lange es noch Zeit dazu ist, die Kinder und sich selbst dazu erziehen, etwas mehr Zug vertragen zu können. Man braucht nur an die Matrosen mit ihren tief ausgeschnittenen Joppen zu denken, um eine eindrückliche Vorstellung davon zu gewinnen, was die Gewöhnung in dieser Hinsicht zur Abhärtung gerade auch der bei den meisten Menschen anfälligsten Organe des Haljes bewirken fann. in der Menge und Art der Luftfeuchtigkeit. Die Feuchtig feit ist in der Luft in einer eigentümlichen Weise enthalten, nämlich in einer gewiffen Lösung von Wasserdampf. Bei den Untersuchungen über die Bedeutung des Feuchtigkeitsgrades der Luft für die Gesundheit des Menschen ist bisher die Frage, ob diese Feuchtigkeit ebenso wirkt wie der Wasserdampf selbst, noch nicht hinreichend beachtet worden. Wahrscheinlich bestehen hier große Unterschiede. Dampf dehnt sich unter der Hitze aus, während die Luft bei einer Steigerung der Temperatur ihre Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme erhöht. Auch ehe diese Rätsel ihre Lösung gefunden haben, fann man annehmen, daß der Feuchtigkeitsgrad der Außenluft oder der sogenannten frischen Luft ſtests für den Menschen geeigneter sein wird, als der Feuchtigkeitsgehalt der Stubenluft, und schon aus diesem Grunde sollte man bei der offensichtlichen Bedeutung der von der Feuchtigkeit ausgehenden Einflüsse ein häufiges und ausgiebiges Deffnen der Fenster unter allen Umständen durchführen. Worin die Verschlechterung der Innenluft der Wohnungen hauptsächlich zu suchen ist, läßt sich gar nicht so leicht entscheiden. Keinesfalls beruht der Unterschied zwischen guter und schlechter Luft lediglich oder auch nur hauptsäch= lich in einem Mißverhältnis des Gehalts an Sauerstoff und Kohlensäure. Auch die Annahme, daß durch die Anwesenheit von Menschen in einem Raum eine Art Menschengift in die Luft überginge, ist in das Gebiet der Einbildung zu verweisen. Wahrscheinlich liegt das wichtiaste Moment Drabtnachrichten und neuestes. Das deutsche Kronprinzenpaar in Rom. Rom, 6. April. Das Kronprinzenpaar machte gestern nachmittag um 4 Uhr einen Besuch bei der Königin- Mutter, dann fuhr die Kronprinzessin von Königsfürassieren esfortiert, in das deutsche Hospital, während der Kronprinz an den Königsgräbern im Pantheon Kränze niederlegte. Von dort begab er sich, von der Menge mit lebhaftem Betfall begrüßt, zur Botschaft, wo er die Spitzen der deutschen Kolonie empfing. Vor der Botschaft bereiteten ihm und nachher der Kronprinzessin, die später zur Botschaft fam, die Kinder der deutschen Schule eine Ovation. Nachdem das Kronprinzenpaar bei dem Botschafter v. Jagow den Tee eingenommen hatte, fuhr es zur Villa Malta zum Befuche des Fürsten Bülow. Abends veranstaltete der König einen Familienabend. Gedenkstein für Kaiser Wilhelm. Gölu, 6. April. Gelegentlich der in Gegenwart des Kaiserpaares am 24. Mai erfolgenden Einweihung der Gölner Hohenzollernbrücke wird in dem rheinischen Badeorte Honnef ein Gedenkstein zur Erinnerung an den häufigen Aufenthalt Kaiser Wilhelms während seiner Studienzeit im dortigen Hause des Anthropologen Professor Schaffhausen errichtet werden. Politische Umtriebe in China. Cölu, 6. April. In Frankreich sind nach einer Meldung der Köln. 8tg." sensationelle Gerüchte über Umtriebe am chinesischen Hofe in Umlauf, die auf den Sturz des jungen Kaisers hinzielen. Die Verschwörung sei indessen vorzeitig verraten worden, worauf einer der kaiserlichen Prinzen einen Selbstmordversuch begangen habe. Türkisch- griechischer Grenzzwischenfall. Athen, 6. April. Eine türkische Patrouille griff gestern an der Grenze einen griechischen Posten an, der das Feuer erwiderte. Drei türkische Soldaten wurden getötet. Die Patrouille befand sich auf griechischem Boden. Die portugiesischen Parlamentswahlen. Lissabon, 6. April. Der Ministerrat hat die Parlamentswahlen auf den 28. Mat festgesetzt und das Wahlgesetz dahin abgeändert, daß die gemeinen Soldaten. Unteroffiziere und Zivilpersonen, die des Lesens kundig sind, eine Stimme erhalten. Die Ueberführung der Leiche v. Schlichtings in die Heimat. Konstantinopel, 6. April. Die Leiche des Oberstleutnants von Schlichting ist heute früh an Bord des Dampfers Samos der Levante- Linie gebracht worden, um nach Deutschland überführt zu werden. Die Leiche eines vermißten Referendars gelandet. Bonn, 6. April. Bei Unkel am Rhein wurde die Leiche des seit sechs Wochen vermißten Referendars v. Happe aus Koblenz gelandet. Die Taschen des Anzuges waren mit Steinen gefüllt. Man nimmt an, daß der Tote einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Ränberhauptmann Stratmanns Helfershelfer. Essen, 6. April. Die Kriminalpolizei ermittelte wiederum 9 Personen, die sich der Hehlerei und der Begünstigung des Räubers Stratmann schuldig gemacht haben. Es sitzen Jett 18 Helfershelfer des gefährlichen Ein- und Ausbrechers hinter Schloß und Riegel. Auch konnte wieder ein großer Teil von gestohlenen Sachen beschlagnahmt und den Eigentümern ausgehändigt werden. Liebesdrama in einem Hotel. Hamburg, 6. April. In einem hiesigen Hotel haben sich der 21jährige Chemiker Emmrich aus Breslau und ein etwa 19jähriges Mädchen, dessen Persönlichkeit noch nicht festgestellt ist, mit 3yankali vergiftet. Die Tat geschah, weil sich der Vater des jungen Mannes der Verbindung widersetzte. Der Tod im Grabenschat. Forbach, 6. April. Auf dem Schacht Wendel bei Kleinrosseln wurden drei Bergarbeiter durch niedergehendes Gestein erschlagen. Furchtbare Hungersnot. Petersburg, 6. April. Im ganzen Rayon von Jakutsk ist eine furchtbare Hungersnot ausgebrochen. Der Preis für Brot beträgt beretts 10 Rubel per Pud. Das Vieh geht wegen Mangel an Futtermitteln zu Grunde. Die neue französische Uniform. Paris, 6. April. Die Kommission für die Umgestaltung der Heeresuniform hat ihre Arbeiten beendet. Das Tuch wird für Offiziere und Mannschaften von hellaraugrüner Farbe sein. Der Helm besteht aus Stoff und ähnelt bem Feuerwehrhelm. Kriegsminister Berteaux will schon für die nächsten Herbstmanöver einige Truppenteile mit der neuen Uniform ausrüsten. Furchtbares Lawinenunglück. Paris, 6. April. Bei Modane an der französischitalienischen Grenze wurden 12 Häuser eines Weilers voit einer Lawine verschüttet. Es gelang, die Lehrerin des Ortes auszugraben, doch war sie beinahe bis zum Tode erschöpft. Fünf Mitglieder einer Familie wurden tot aus dem Schnee herausgeschaufelt. Pulverexplosion in einem spanischen Arsenal? Cadiz, 6. April. Im Arsenal der benachbarten Ortschaft San Fernando soll eine Pulverexplosion stattgefunden haben. Einzelheiten fehlen. Trench und Brandon in Festungshaft. CLondon, 6. April. Die Blätter veröffentlichen einen Brief, den der Vorsitzende der internationalen Friedensliga von den beiden wegen Spionage in Deutschland auf Festungshaft befindlichen Offizieren Trench und Brandon erhalten hat, worin sie sich sehr befriedigt über die Art der Internierung äußern. Die letzten Opfer der Neuyorker Brandkatastrophe. Neuyork, 6. April. Die gestrige Beerdigung der sieben nicht identifizierten Opfer der Brandkatastrophe gestaltete sich zu einer gewaltigen Kundgebung der Arbeiterbevölke= rung. Hundert Arbeiterunionen hatten ihre Mitglieder mittags aus den Fabriken abgerufen, sodaß im Kleiderfabrikationsbezirk fein Rad in Bewegung war. Der Trauerzug, dessen Teilnehmer verschiedentlich auf 70 000 bis 100 000 geschätzt wurden, bewegte sich in zwei Abteilungen, eine von der oberen, die andere von der unteren Stadt nach dem Washington- Plat. Stundenlang standen die schweigenden Massen, die auf den Zug warteten, im strömenden Regen. Erschütternde Szenen spielten sich ab, als der Zug in die Nähe der Unglücksstätte fam. Viele aus dem Brande Gerettete Hatten Hysterische Anfälle, sodaß die Hilfe der Am bulanzärzte oft nötig war. Lachender Kacken ges gesch HANSA Backpulver für alle Rezepte Verlang. Sie nur Marke Hansa Es ist Ihr eigener Vorteil, nur Marke HANSA zu verlangen und alles andere zurückzuweisen. 4-5 tücht ge Weißbinder und 1 Stuffateur sofort gesucht. Heinr. Steul, Wehlar. Eine Im Konkurrenz- Kampf Ist ein wirkungsvoll abgefasstes Inserat am richtigen Platze. Derartige Vorschläge hat für Sie kostenFür Stotternde! Putzin Da bet meinen letzten Sprechstunden in Gießen wegen zu großen Andranges nicht alle Besucher befriedigt werden konnten, so habe ich mich entschlossen am Mon tag, den 10. d. Mts. von 11-1 und von 2-7 Uhr im ,, Hotel Buschmann" in Gießen nochmals Sprechstunde abzuhalten. 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De Zweck wird erreicht: a) dass der Unterricht wissenschaftlicher Lehranstalten auf das Sorgfältigste nachgeahmt wird; b) dass der Unterricht in så einfacher und gründlicher Weise erteilt wird, dass jeder den Lehrstoff verstehen muss, c) dass durch dauernde Selbstprüfung, fortgesetzte Wiederholungen und ständige Uebungen das Erlernte dauernd befestig wird; d) dass bei dem Fernunterricht auf die Veranlagung jedes Schülers besondere Rücksicht genommen wird. Grosse Sammlung von Dank. und Anerkennungsschreiben kostenlos. Kleine Teilzahlungen. Ansichtssendungen bereitwilligst. BONNESS& HACHFELD, POTSDAM. SO Hessischer Blumentag zum Besten der Mutter u. Säuglingsfürsorge. Wenn die Frühlingssonne die Natur zu neuem Leben ruft und auf den Wiesen die Maßliebchen und andere Feühlingsblumen blühen, denken wir gern an die aufblühenden Menschlein, deren Kraft und Gesundheit die kommende Generation bedeuten. Wir sind glücklich über das werdende Leben und die lachenden Kinder. Aber nicht alle schauen fröhlich ins Leben. Tausende von Kindern müssen kaum zum Leben erblüht wieder scheiden. Wir wissen, daß es oft die kräftigsten Kinder sind, die verloren gehen, denn die Ernährungskrankheiten, denen die Mehrzahl der im ersten Lebensjahre sterbenden Kinder erliegt, treffen wahllos Gesunde und Schwächliche. - Dieselben Umstände, die den Tod herbeiführen, legen in tausenden von Kindern den Keim späterer Krankheit, sodaß sie herangewachsen- der Allgemeinheit zur Last fallen, der sie durch eine wohlbedachte Fürsorge als wertvolle Glieder der Volksgemeinschaft hätten er= halten werden können. So erscheint diese Fürsorge als eine Pflicht der Allgemeinheit und als das Gebot sachlicher Erwägungen, denn die Vernachlässigung der frühesten Jugend schadet nicht allein dem Stolz und der Selbstachtung eines Volkes, sondern belastet auch die Gemeinden, den Staat und die Versicherungsträger. Schäden zu verhüten ist leich= ter, als sie zu heilen. Diese Gedanken haben in Hessen zur Organisation der Mutter- und Säuglingsfürsorge geführt, die in allen Kreisen des Landes in Angriff genommen worden ist. Ihr soll der Ertrag des Blumentages dienen, den unsere Landesfürstin zum Besten der Mütter und Kinder in den Städten und den Landgemeinden des Hef= senlandes veranstalten will. Der Gedanke ist in allen Teilen des Landes freu= dig aufgenommen worden; alle Kreise des Volkes stellen sich gern in den Dienst der Sache, die einigt, um im schönen Sinne des Wortes zu helfen, d. h. nicht eine Wohltat vermitteln, sondern durch die Kenntnisse, die sie verbreitet, mit dazu beitragen will, daß man sich selbst helfen kann. Stettiner Germania Lebens Versicherungs- Aktien: Gesellschaft. Neue Anträge 1910: 80,700,000 Marf Kapital. Versicherungsbefand Ende Februar 1911: 862,000,000 Mart Kapital. @icherheitsfonds Ende 1910: 382,200,000 Mart. Unverfallbarkeit Unanfechtbarkeit Weltpolice lebe fchug 1910: Mehr a's 10 Millionen Mark. Hiervon den Versicherten 9,6 Millionen Mt. oder und 95,6%% 8.8 Ueberschusses als Gewinnant ile überwiesen. Gesa äftszweige: Lebens, Juvaliditäts, Aussteuer-, Militärdienst, Leibicnten, Unfall- und Haftpflicht Versicherungen. Pospekte und jede weitere Auskunft kostenfrei durch die Hauptagentur Gießen: F. Helm, Löberftraße 6. F. F. Kunsthonlg brutto za. 10 Pfd. Emaille- Eimer. F. F. Kaiser- Spelse- Syrup Garant. reiner Blenenhonig brutto za. 10 Pfd. Blech- Eimer..... 6.18 F.F.Rübensaft 10 Pfd. Blech- Elmer 2- Harzkäse hochfein, 100 Stück- Kiste# 2.50 Preise ab hier unfrankiert. Gefäße frei, Versand gegen Nachnahme oder Voreinsendung. Bei Bestellung von M 30.- an 5% Extra- Rabatt. E. Henkelmann Magdeburg 449 Drud der Gießener Verlagsdruderei, Klein& Fischer.- Verantwortlich: Robert Roller, Gießen. Postfach 164 So fordern denn die unten genannten provisorischen Komitees, die nach Bildung des definitiven Komitees zurücktreten werden, das ganze Land auf, sich an dem Blumentag im Monat Mai zu beteiligen und mitzuhelfen. 0 2 a C jeln an gen. eine jam meh Par den. ben wer Kin chen Bes Lob fom fahr stell ten ter Die im hab wü fich der Ueb bild ung daf Ju bur gef Schu ten bild derr Met auf ichu das auch icher lich über das statt gend ergre ficher G Die e bis forpe tel i pilid ihull an iche viele unge