ft 5 + пб tt. et 2n m m ot e= O Ue ete rd or, 运费 wv. Ses Den pp on 828 yen. e lack. stratzen Polsterler fachrmöbel de e, einträg bekannten Rustin dete KaufDas Realn- Examen. e. 10. Die n- Prüfung. dienanstalt. der Höhere Glänzende kennungsbereit. sdam. so, Preisliste frei Bießen. :: et, 2 Haus Tonal: 2 erschmied, 1 er, 2 Buch r, 1 tüfer, 1,3 Schuh arrenmacher, rburschen, 1 r, 4 Haus , 2 Bureau Buz- und onal: ein stellner. in Gießen. Ο Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter“ Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - - Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 32. Telephon: Nr. 362. Lokal- Dachrichten. Gießen, den 7. Februar. Gießen, 6. Febr. Laut Drahtmeldung ist der Reichsbankdiskont auf 4½ und der Lombardzinsfuß auf 5 Prozent gefallen. Gießen. Der Großherzog hat dem Professor Dr. E. Kaiser hier die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom deutschen Kaiser verliehenen Roten Adlerorden 4. Klasse erteilt. * = Gießen, 5. Febr. Die gut besuchte Vertrauensmänner Versammlung des Bundes der Landwirte, die heute hier im„ Felsenkeller" tagte, beschloß mit allen gegen 5 Stimmen für den Oberlehrer Dr. Werner- Butzbach einzutreten. *) Gießen. Der hiesige Gastwirte verein beschloß, daß Ministerium zu ersuchen, für die hier stattfindenden Märkte den Auftrieb oberhessischen Viehs, das vor dem Markt tierärztlich untersucht ist, zu gestatten. Weiter soll beim Ministerium beantragt werden, Märkte von Fall zu Fall, wie in Preußen und nicht längere Zeit zu sperren. * die Gießen. Der 3. Handwerkertag findet am 13. März in Mainz statt, um den hessisch. Handwerksmeistern Gelegenheit zu geben, sich über wichtige Handwerkerfragen auszusprechen. *) Gießen, 5. Febr. In der am Sonntag von der hiesigen Ortskrankenkasse nach dem Cafe Leib einberufenen Versammlung wurde u. a. beschlossen, einen gemeinnützigen Bauverein zu gründen. Zahlreiche Anwesende zeichneten sich sofort als Mitglieder ein. Die Häuser, für fleine Wohnun gen eingerichtet, sollen nicht über 7000 Mark kosten. Der der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag den 7. Februar 1911 über die Reichsversicherung der Privatangestellten Stellung zu nehmen, wurde abgelehnt. Die Bestrebungen des Lahnkanalvereins, der die Aufnahme der Lahn in den im Schiffahrtsabgabengesetz vorgesehenen Rheinverband bezweckt, soll unterstützt werden. Die Eisenbahnverwaltung soll erneut um die Einschaltung von Triebwagenfahrten auf der Strecke Wetzlar- Gießen zwecks Ergänzung und Verbesserung des bestehenden Fahr= planes gebeten werden. -sch Wetzlar, 7. Febr. Auf dem Schleusenkanal wurde gestern geeist. Ein Mann benutzte das in große viereckige Stücke abgehauene Eis als Floß und bug sierte das„ gefrorene Wasser" mit Hilfe einer langen Stange geschickt nach der Aufladestelle. Hier wurde das Eis zerkleinert und per Wagen weiter befördert. Vor= übergehende Personen schauten der Arbeit interessiert zu. M Wetzlar. Der hiesige Stenographen verein„ Stolze- Schren" hielt kürzlich ein Preisschreiben mit 18 Personen des jetzt abgeschlossenen Anfängerunterrichts ab, das ein recht erfreuliches Resultat zeitigte. Das System ist leicht erlernbar, sodaß alle Vereinskurse innerhalb eines Vierteljahres abgeschlossen werden fonnten. Jedem Interessenten ist die Erlernung Kurzschrift zu empfehlen. * Wetzlar. Nicht allzulange mehr und wir werden im Besitze der neuen Bahnverbindung: ,, Grävenwiesbach- Wetzlar" sein. Im Taunus, 3 Kilometer nördlich von Grävenwiesbach, wird die Bahnlinie durch einen Bergrücken führen. Der dadurch nötige Tunnel wird die Länge von 1300 Metern erhalten. es - Wetzlar, 7. Febr. Die hiesigen Bauhand werker erlassen eine Erklärung, in der sie dankbar die Zusage des Bürgermeisters anerkennen, bei dem Bau der Unteroffizierschule berücksichtigt zu werden. Die Stadtverwaltung wurde aber deshalb gebeten, im Interesse der Stadt und ihrer Bauhandwerker den Stadtbaumeister Krieger bei Ausschreibung und Verdingung der Arbeiten als Sachverständigen hinzuzuwählen, weil den Anschein hatte, daß in den abgeschlossenen Verträgen der Stadt mit der Intendantur und den bauleitenden Architekten von einer besonderen Berücksichtigung der Wetzlarer Bauhandwerker nichts zu bemerken war. Die Handwerker betonen zum Schluß, daß es ihr gutes Recht sei, ihre Wünsche rechtzeitig an maßgebender Stelle vorzubringen und lassen den Vorwurf durchklingen, daß schon viel Geld, welches hiesige Handwerker hätten verdienen können, nach auswärts geflossen sei. ! 2c.! Seit einiger Zeit wird lebhaft darüber geklagt, daß die Fernsprechzeiten auf dem Lande sehr verschieden festgelegt seien und die Mittagspause gerade in jene Stunde falle, in der erfahrungsgemäß der Landwirt nicht auf dem Felde weile, sondern zu Haus zu erreichen sei. Da die Versuche, einen Landwirt telephonisch zu erreichen, somit in den meisten Fällen scheiterten, sei das Telephon auf dem Lande vielfach für einen Anruf aus der Stadt illusorisch geworden. Deutsche Handelstag hat sich seinerzeit dieser Klagen angenommen und beim Reichspostamt beantragt, daß an möglichst vielen Orten keine Mittagspause im Fernsprech verkehr stattfinde und eine solche Pause feineswegs auf die Stunde von 12-1 Uhr gelegt wird. Wie der Staatssekretär des Reichspostamtes dem Deutschen Handelstag daraufhin kürzlich mitteilte, wird es sich ermöglichen lassen, daß fünftig 70,1 v. H. der Vermittlungsstellen und 48,3 v. H. der öffentlichen Fernsprechstellen in Orten ohne eigenes Fernsprechnetz von 12-1 Uhr Dienst abhalten werden. In der Allgemeinheit lasse sich der Wunsch des Handelstages aber nicht erfüllen, denn bei der Festsetzung der Dienststunden für den Fernsprecheraft erledigt. verkehr müsse auch auf die anderen Dienstzweige Rücksicht genommen werden. m' Steinfurth, 6. Febr. Die heutige Jagd verpachtung brachte ein überraschendes Resultat. Die Jagd wurde in zwei Bezirken verpachtet und zu 3555 Mark gegen 1800 Mark früher losgeschlagen. Steigerer waren der Hubertus- Klub Bad- Nauheim und Freiherr Frizz v. Löw zu Steinfurth. -m- Rockenberg, 6. Febr. Der Händler u. Hausierer R. von Rockenberg, welcher im Dezember v. J. von einem Bad- Nauheimer Einwohner M. angeblich überfallen und verprügelt worden sein will, ist am Samstag wegen Verdachts des Meineides verhaftet worden. In Verbindung mit dieser Angelegenheit steht ein Ehedrama, bei dessen gerichtlicher Verhandlung am 19. Januar d. Js. R. vor dem Schöffengericht Bad- Nauheim einen Falscheid geleistet haben soll, durch den der Beklagte M. zu ein paar Tagen Gefängnis verurteilt wurde. -m- Nieder- Mörlen, 6. Febr. Hier ist die älteste Einwohnerin, Frau Witwe Hahn, im 96. Lebensjahre nach ganz kurzer Krankheit gestorben. Noch einige Tage vor ihrem Tode verrichtete sie sämtliche Hausarbeiten. In unserem Ort leben jetzt noch 6 Greise und Greisinnen im Alter zwischen 80 und 90 Jahren. -m Bad Nauheim, 6. Febr. An 13. Kriegs veteranen, mit einem Einkommen von weniger als 1300 Mark, wurden jetzt von der Stadt je 25 Mk. ausgezahlt. Jm Ganzen sind hier noch 49 Veteranen handen. = vor= - Wetzlar, 6. Febr. Die im Rathaussaal stattgefundene Vollversammlung der Handelskammer be= schloß, die Eingabe des Deutschen Drogistenverbandes an den Reichstag betr. Abschwächung des zur Beratung stehenden Geheimmittel- und Kurpfuschergesetzes nicht zu unterstützen. Zu den Einzelheiten des Gesetzentwurfs = -sch- Wetzlar, 7. Febr. Heute feiern der Werkführer G. Koblitz und Frau ihre silberne Hochzeit. Wetzlar. Der„ Union"-Klub hielt im Schüßengarten einen humoristischen Familienabend ab. Die Feier ist in allen ihren Teilen als durchaus gelungen zu be= zeichnen. Das umfangreiche Programm wurde großem Beifall des zahlreich erschienenen Publikums unter Wetzlar. Beim Friseur Beil entstand am Samstag ein 3 immerbrand, der aber von der Feuerwehr in kurzer Zeit erstickt wurde. *) Die Viehmärkte von Marburg und Kirchhain am 16. und 14. Febr. sind wegen der drohenden Seuchengefahr verboten worden. = 0= Vetzberg, 6. Febr. Einen günstigen Abschluß im verflossenen Geschäftsjahre hat der hiesige Konsumverein zu verzeichnen. Der Veeein zählt 70 Mitglieder. == Wehrheim, 5. Febr. Bei einem dem Arbeiter Heinrich Müller gehörigen Dobermannpinscher 1st Tollwutverdacht festgestellt worden. Der Hund hatte seinen Herrn gebissen und wurde von diesem darauf getötet. Ueber die Gemeindebezirke Wehr heim und Westerfeld wurde die Hundesperre auf die Dauer von 3 Monaten verhängt. ? Rodheim a. d. Bieber, 6. Febr. Der Turn= verein Rodheim, gegründet am 15. November 1888, hielt am gestrigen Sonntag nachmittag bei Gastwirt Bender seine Generalversammlung ab. Der Verein, ein Glied des Lahn- Dünsberg- Turnbundes, zählt jetzt 125 Mitglieder. Die erstattete Rechnungsablage ergab gegen das Vorjahr einen günstigen Stand. Die Vorstandswahl nahm geraume Zeit in Anspruch; in erfreulicher Weise konnten die bisherigen Mitglieder desselben fast alle wiedergewählt werden. Da der 1. Vorsitzende als solcher Abstand nahm, wurde an dessen Stelle W. Keller, ein Gründer des Vereins, gewählt. Die Namen der übrigen Vorstandsmitglieder mögen hier folgen: L. Gerlach und A. Hasselbad( 2. und 3. Vorsitzende), K. Dudenhöfer( Schriftführer), L. Paul( Rechner), Wilh. Seipp( 1. Turnwart), W. Lang( 2. Turnwart) und W. Leicht als Schmuckwart. Die Gesangsabteilung gedenkt wieder die Pflege der Turn- und Marschlieder aufzunehmen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Dillenburg. Die Stadtverordneten beschlos= sen die Hundesteuer von 12 auf 20 Mk. zu er= höhen. Der Beschluß tritt am 1. April in Kraft. -i- Nauheim, 5. Febr. Hier ist der Koch 1 11= terricht für die älteren Schulmädchen zur Einführung gelangt. *) Marburg. 3um hiesigen Kreis assistenzarzt wurde Dr. Rap mund- Göttingen ernannt. * Biedenkopf. In unserem Wahlkreis kandidatieren zur Reichstagswahl für die Christlich- Sozialen Lic. Mu'mm, für die Nationalliberalen Reichstagsabgeordneter Vogel, und für die Fortsch. Volkspartei Pfarrer Spies. *) Weilburg. Eine Erhöhung der Einkommensteuer von 130 auf 140 und der Realsteuer von 162 auf 170 Prozent ist im Haushaltungsplan 1911 vorgesehen. * Weilburg. Anstelle des Amtsgerichtsrats Dr. Lohmann wurde Gerichts- Assessor Stempel- Wiesbaden vertretungsweise ans hiesige Amtsgericht versetzt. * Schlitz. Ihre Hochzeit hielt am 1. Februar die Gräfin Marie von Schlik, genannt v. Görtz mit Graf Heinrich von Luxemburg hier ab. * Offenbach. Hier wurde eine 3 weigstelle der Großherzoglichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge ins Leben gerufen. Darmstadt. Jm Schumanntheater war am Freitag abend der Großherzog zur Vorstellung erschienen. Darmstadt. Am Samstag empfing der Großherzog u. a. auch den Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert- Mainz. *) Frankfurt a. M., 5. Febr. Die hiesige Ortsgruppe des christl. Hilfs- und Transportarbeiterverbandes hat eine erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen. Mitgliederzahl und Einnahmen verdoppelten sich nahezu. * Marienberg. Die größte deutsche Betonbrücke hat die neue Bahnlinie Marienberg- Erbach aufzuweisen. Sie ist 300 Meter lang und führt über das Waldtal der großen Nister. * Bebra. Die Eisenbahner beschlossen in einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung, den fortschrittlichen Volksparteiler, Bahnbeamten Fiedler, für die Reichstagswahl aufzustellen. * Wiesbaden, 6. Febr. Der Rollschuh= palast wurde heute Nacht durch Feur zerstört. * Frankfurt. Der Verein zur Förderung des Kleingartenbaues hat eine über 3½ Hektar große Fläche von der hiesigen Stadtkämmerei gepachtet und gedenkt, daselbst 160 neue Kleingärten anzulegen. Koblenz. Am Samstag verschied der GeneralSuperintendent der Rheinprovinz Dr. Um be ck. * Koblenz, 5. Febr. Laut amtlicher Meldung erfolgte heute früh kurz vor 4 Uhr zwischen Müden und Carden ein Felsrutsch, wodurch der Personenzug 400 entgleiste. Der Lokomotivführer wurde leicht verletzt. *) Lampertheim. Gegen die ihm von der Straffammer erkannten 3 Monate Gefängnis hat Bürgermeister Seelinger Berufung eingelegt. Sein Landtagsmandat hat er noch nicht niedergelegt. Gestorbene. Postsekretär Jakob Knor 3- Wetzlar im 61. Lebens- jahre. Ein handgreiflicher Beweis der Billigkeit von Kathreiners Malzlaffee ist das ersparte Geld, das man am Ende des Jahres im Beutel hat, wenn man täglich Kathreiners Malzkaffee trinkt. - Das ist in diesen teuren Beiten von größter Wichtigkeit! Der Gehalt macht's!" Burengeneral Cronje gestorben. Der frithere Burengeneral Piet Cronie ist im Alter von 73 Jahren auf seiner Farm Makemsvles im Distrikt Klerksdorp in Südafrika gestorben. Die hinterlassene Witwe, seine zweite Frau, ist eine Deutsche. Rundschau vom Cage. Politisches. Des Kaisers Mittelmeerreise. Wie der„ Preß- Telegraph" erfährt, wird der Kaiser bereits Ende dieses Monats in Begleitung des Oberhofmarschalls Grafen zu Eulenburg seine Korfureise antreten. Es schweben mit der Bahnverwaltung zurzeit Verhandlungen wegen Einstel lung eines Sonderzuges nach Genua; von dort dürfte der Monarch voraussichtlich auf der„ Hohenzollern" seine Reise fortsetzen. Eine faiserliche Kabinettsorder über die Besichtigungen in der Armee bestimmt, daß diese Besichtigungen nicht gar zu häufig vorgenommen werden sollen und daß den Regiments- und Bataillonsfommandeuren von den höhe: ren Vorgesetzten bei der Handhabung der Besichtigungen fleinerer Verbände nicht zu viel dreingeredet werden solle. Das wesentlichste moralische Moment der neuen Kabinettsorder dürfte auf dem Nachdruck ruhen, mit dem betont wird, daß den Bataillons- und Regimentsführern die Jnitiative nicht durch allzu viel Beschränkungen von oben her gelschwächt werden möge. Mit dem: General Cronje is eine interessante PersönItchkeit de salten Transvaalstates, die zurzeit des letzten Burenkrieges in aller Leute Mund war, aus dem Leben geschieden. Oft wurde er mit Stolz der Löwe von Sü d- afrita" gemannt, obwohl er den Ruhmestitel eines unbesiegbaren Freiheitshelden nicht verdient hat. Schon in früher Jugend ha ter sich unter Leitung seines Vaters, der sich als Kommandant im Burenkriege während der sechziger Jahre große Verdienste erwarb, zu einem tüchtigen Soldaten ausgebildet und frühzeitig die Würde eines Kom= mandanten erlangt. Als sich die Buren im Jahre 1880 ge= gen die Engländer erhoben, brachte er diesen mit seiner Truppe bei Potchefstroom die erste Niederlage bei. Seit den Siegen von Maiuba und Doorn'oop( 1880) war er neben Joubert und General Smit der populärste Truppenführer feines Heimatlandes. Ihm gelang es 1896, den Einfall Jamesons bei Krügersdorp zum Stehen zu bringen, aber sein eigenmächtiger Abschluß der Kapitulation mit dem englischen Oberst Willoughby fand bei seinen Landsleuten vielen Tadel. Nichtsdestoweniger wurde ihm beim Ausbruch des Burenfrieges im Jahre 1899 mit dem Kommando über ein Korps von 6000 Mann eine wichtige Rolle übertragen. Nach mancherlei Erfolgen, und siegreichen Kämpfen am Modderfluß( 28. November) und Magersfontein( 11. Dezember 1899) gegen die Engländer unter Lord Methuen, mußte er fich vor dem General French zurückziehen und bei Paardeberg am 27. Februar 1901 mit 4300 Mann ergeben. An diefer Niederlage der Buren, die ihrer Sache den schwersten Schaden zufügte, trägt Piet Cronje zum größten Teil selbst die Schuld. Cronje selbst mußte mit seiner Frau in die Gefangenschaft nach der Insel Helena gehen, von wo er erst nach dem Friedensschluß in die Heimat zurückkehren konnte. Arm, wie er war, verschmähte er es im Jahre 1904 nicht, das Anerbleten eines amerikanischen Unternehmers anzunehmen und auf der Weltausstellung zu St. Louis mit einer Mietstruppe die Freiheitskämpfe seines Volkes, an denen er selbst Anteil hatte, szenisch darzustellen. Doch blieb der materielle Erfolg aus; denn das Interesse für den Helden von Paardeberg hielt nicht stand. Stark enttäuscht fehrte Cronje mit seiner zweiten Frau, die er als Witwe des deutschen Burengenerals Sterzinger in St. Louis kennen gelernt hatte, auf seine Farm in Transvaal zurück. Dort ist er jetzt, Hochbetagt, gestorben. Von Person war er ein echter Bure, rauh, bäuerisch und derb, aber auch ein Mann von Hefer, puritanischer Frömmigkeit, im Guten und Bösen ein echtes Kind seines südafrikanischen Volksstammes Nachklänge zum Schröder- Prozeß. die Polizisten, die zur Hilfe herbeieilten, wurde von den Kameraden des Mörders ebenfalls geschossen, wobei zwet Polizisten getötet wurden. Zu der Annahme des Zuwachssteuergesetzes durch den Reichstag wird halbamtlich geschrieben: Für die gedeihliche Entfaltung der neuen Abgabe wie überhaupt des ganzen ihm zugrunde liegenden gesetzgeberischen Gedanfens ist von wesentlicher Bedeutung, daß es nunmehr ge= lingt, die Ausführungs- und Veranlagungsbestimmungen den Bedürfnissen des wirtschaftlichen Lebens anzupassen. Hierfür mit allen Mitteln zu sorgen, ist die besondere Pflicht der Reichsverwaltung. Sie rechnet dabei auf die Mitwirkung der Gemeinden, die auf diesem Gebiete be= reits Erfahrungen besitzen. Aber auch die Mitarbeit von Interessenten des Grundstücksmarktes ist erwünscht und unentbehrlich. Es muß das allseitige Bestreben sein, unnötige Weiterungen, besonders auch Prozesse, durch ge= schickte Handhabung aus dem Wege zu räumen. Das Essener Landgericht hat auf Antrag des Verteidi gers im Schröderprozeß, Dr. Niemeyer, bereits die Entfchädigungspflicht des Staates für die im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochenen fünf Bergleute anerkannt, sowohl hinsichtlich der damals erlittenen Untersuchungshaft als der unschuldig verbüßten Zuchthausstrafe. Die Freige= sprochenen werden nunmehr ihrerseits Entschädig= ungsforderungen in bestimmter Höhe stellen. In der Zwischenzeit verstorbenen( Gräfe und Imberg) ha= ben feine Angehörigen, die ihrerseits Entschädigungsansprüche hätten geltend machen können. Die Wie eine Berliner Nachrichtenstelle verbreitet, beabsich= tigt die sozialdemokratische Partei, die soeben freigesproche= nen Bergleute Schröder und Genossen, mit Ausnahme von Meyer, der körperlich gebrochen ist, als Reichstags= kandidaten in Zentrumswahlkreisen des rheinisch- westfälischen Industriebezirks aufzustellen. Ludwig Schröder wird, wie im Jahre 1899, im Wahlkreis Essen kandidieren, der jetzt vom Zentrum vertreten wird. Eisenbahnschaffner beim Minister. Kleine Nachrichten. Der Kaiser und der blinde Straßenhändler. Als der Kaiser am Sonnabend vormittag um zehn Uhr auf seinem gewohnten Spaziergange die Linden passierte, begegnete ihm ein alter blinder Straßenhändler, der von seiner Frau geführt wurde. Der Kaiser winkte die alten Leutchen zu sich heran und ließ ihnen durch seinen Adjutanten ein Geld. geschenk überreichen. Die Ermittelungen über den Zigarrenschmuggel an der deutsch- holländischen Grenze haben ergeben, daß er sett etwa 3½ Jahren betrieben worden ist, und zwar von einer gut organisierten Bande. Die eingeschmuggelten Zigarren Heeresverwaltung und Aviatik. Prinz Heinrich von Preußen besichtigte am Freitag die Anlagen des Militärflugplages in Döberitz, worauf die Unterbringung der Apparate und diese selbst eingehend erläutert wurden. Sodann führten die Offiziere der Fliegerabteilung, die vollzählig zur Stelle waren, einzeln und zu zweien eine Anzahl von Flügen aus, die ausgezeichnet gelangen. Prinz Heinrich äußerte sich außerordentlich anerkennend über die Leistungen. Im kommenden Frühjahr sollen etwa 50 Of= fiziere für die Ausbildung als Piloten abkommandiert werden. wurden nach allen Städten des Niederrheins versandt. In Krefeld wurden in den letzten Tagen allein 135 000 Bigarren beschlagnahmt. Die Untersuchung geht weiter. Die Maul- und Klauenseuche dehnt sich am Niederrhein außerordentlich schnell aus. In letzter Bett wurde sie in zahlreichen Orten der Kreise Kempen, Moers, GladbachLand, und Grevenbroich festgestellt. Jetzt hat sie auch auf den Kreis Erkelenz übergegriffen. Sie brach im städtischen Schlachthofe in Erkelenz aus, sodaß dort infolge behördlicher Anordnung der gesamte Schweinebestand sofort abgeschlachtet wurde. Ein großer Felssturz ereignete sich Sonntag morgen zwischen den Stationen Müden und Carden der Moselbahn. Losgelöste Teile des Gerüstes fielen auf das Bergglets und führten die Entgleisung der Lokomotive eines Personen zuges und Sperrung beider Gleise herbet. Der Lokomotivführer wurde leicht verletzt, die Maschine stark beschädigt. Sozialdemokratische Wahlrechtsversammlungen fanden am Sonntag vormittag in Braunschweig statt. Nach Schluß derselben sammelte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge, die die Straßen unter Hochrufen auf das allgemeine Wahlrecht durchzog. Am Bohlweg, an dem das Schloß liegt, staute sich die Menge, wurde aber bald von berittenen Schuhleuten zerstreut, ohne daß es zu Zusammenstößen kam. Auch vor der Wohnung des Staatsministers Dr. v. Otto sammelte sich die Menge, doch wurde auch hier die Ansammlung von der Polizei schnell auseinander getrieben. Verletzungen sind nicht vorgekommen. Mehrere Schaffner hatten vor einigen Tagen eine längere Audienz bei dem Minister der öffentlichen Arbeiten von Breitenbach, in der sie die Klagen des Fahrpersonals liber die Schmälerung ihrer Nebenbezüge vorbrachten. Bekanntlich sind die Kilometergelder nach Maßgabe des so= genannten Frankfurter Systems in Stundengelder umgewandelt worden. Ministerialdirektor Offenberg gab einen Rückblick über die Entstehung der Nebengebühren und betonte, diese seien lediglich Reisekosten. Es sei höchst angerecht, wenn ein Beamter monatlich gegen 100 Mark, der andere völlig gleichgestellte dagegen nur 20 bis 25 Mark verdiene. Daher sei die gerechtere Art der Verteilung durch Bewährung von Stundengeldern gewählt worden. Dabei habe der Eisenbahnfiskus nicht nur nichts verdient, sondern im Gegenteil weit mehr Ausgaben. Schließ= lich wurde den Schaffnern eine nochmalige wohlwollende Prüfung ihrer Angelegenheit zugesichert, und sie wurden gleichzeitig ersucht, dahin zu wirken, daß ungerechtfertigte Angriffe unterbleiben. Die Stundengeldersätze werden voraussichtlich ab 1. April erhöht werden. Der Familienschmuck der Wallutfeffs. Kriminalroman von Freifran G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 25) Wilde Kaninchen, die sich seit einigen Jahren in nächster Umgebung der Stadt Ulm bemerkbar gemacht, haben sich in einer solchen Weise vermehrt, daß sie zur wahren Plage geworden sind und enormen Schaden anrichten. Jetzt sollen' gemeinsame Vernichtungsmaßregeln getroffen werden. Die Schädlinge sollen mit Schwefelfohlenstoff aus der Welt geschafft werden. 78 nationalliberale Reichstagskandidaten. Wie aus einer Aufstellung der Nat.- Lib. Korr." hervorgeht, hat die nationalliberale Partei für die bevorstehenden Reichstagswahlen bisher 78 Kandidaten aufgestellt. Eine fünfzehnköpfige Diebesbande wurde von der Rixdorfer Kriminalpolizei festgenommen. Es handelt sich durchweg um jugendliche Burschen im Alter von 17 bis 20 Jahren, die zum Teil bei ihren Eltern wohnen, aber arbeitsschen sind und sich herumtrieben. Sie stahlen, was ih nen in die Hände kam, und hatten es besonders auf den' Raub von Fahrrädern abgesehen. Zum Thema Papst und Modernisteneid läßt sich der „ Berl. Lok.- Anz." aus Rom melden: Als der Papst von der Kundgebung der Professoren der theologischen Fakultät in Münster hörte, sagte er zu seiner Umgebung, man sehe daraus, welcher Geist hochmütiger Widersetzlichkeit in deutschen Professorenkreisen zu finden sei. Er werde aber, wie einst Bonifatius, die Art an den deutschen Giftbaum Tegen. „ Es sind Sparen eines Hundes," beruhigte sie Jegor. Aber er wußte es besser. Sein scharfes Jägerauge hatte erkannt, daß ein Wolf hier gewesen sein mußte, und zwar ein ungewöhnlich großer. So tamen die Bestien sogar zu dem stillen Platz, der die Toten barg. Ihre scharfe Witterung führte sie her. brbichen temperam 30 Mart Der Obe natsmitg fein Pläd mitten in fung zuri Biffen ge handelt Hüdsbröt Tegenheit ren im G erwei Verhandl gleitung haltenen Führen H hatte feir Javon od Ein lich die wurde be ger Ghu weil er tiftung f auf einer ter gefan durd Ed nicht von feftfiellen es fich da gebliche Annahme ter, um auch den fich um e werden n Die tatastroph unglüdte die Zahl lererploft 28. Janu legten, in Laufe de ebenso ft lag war Das Gämtlich tommen Monate fchen Re regterha gefterna Die Ini hatte, w darunter Fudsjad daß die jchmolze Leichen etwa 40 dern di fich Ber ift auf gari, au dem Eis Ein Nacht 3 Ein Pe der etwa Feuer, tinopel Nähe ge ein Wei ten Aer Schwer v cauchend Töd eigenen fährige fache ni Johann daß an polizeili es fich über m Stanef Gollan dem V Von einer Maschine enthauptet. Auf dem pommerschen Gute Röglin wollte der Maschinist Schneider eine Repara tur on einer Strohpresse vornehmen. Zu diesem Zweck troch er in die Maschine, welche sich, als der Mann unter den Messern lag, in Bewegung setzte. Der Maschinist wurde enthauptet. Große Kavalleriemanöver werden, wie verlautet, in diesem Jahre in Galizien stattfinden, zu denen auch der deutsche Kaiser Einladung erhalten haben soll. An den Manövern werden auch Maschinengewehrabteilungen, Telegraphenabteilungen, Lenkballons, Aeroplane und Automobile teilnehmen. Die Sonne war inzwischen untergegangen, rasch trat die Dämmerung ein. Noch einen letzten Abschiedsblid warf der Sohn auf die Gräber der Eltern, dann schloß er leise die Tür in dem starken, eisernen Gitter. Trauriges Los. Ein Bettler der in mehreren Orten vergebens um Nahrung gebettelt hatte, fiel vor Entkräftung bei Bündorf in der Nähe von Merseburg in einen Bach.) Man sand ihn und schaffte ihn ins Krankenhaus, wo er starb. Die Parlamentswahlen in Portugal sind jetzt endgültig auf den 2. April festgesetzt worden. Ihr Verlauf und ihr Ausgang werden besser als alle Darlegungen und Versicherungen zeigen, wie weit die republikanische Regierung das Volk hinter sich hat. Wieder fleg der eiserne Schlitten dahin. Es war fast dunkel, aber der Mond stand voll und rund am Himmel. „ Jegor, urt des Himmels willen, was ist das?" rief plötzlich Maria entsetzt. 3ur Linken ließ sich ein tiefer, grollender Ton hören; andere antworteten. Durch das Unterholz kam es ange= stürmt; dürre Aeste knackten, der Schnee stäubte unter eiligen Füßen. Ein dritter Bockenfall wurde in Duisburg fonstatiert. Eine ältere Frau erkrankte und wurde in das Isolierhaus geschafft. Raffinierte Betrügereien hat die Buchhalterin eines Cölner Kaffeeengrosgeschäftes ausgeführt. Sie hat durch gefälschte Schecks die Firma um über 25 000 M geschädigt.. Jetzt sitzt sie hinter Schloß und Riegel. Ein politisches Attentat auf den persischen Finanzminister meldet die„ Deutsche Kabelgramm- Gesellschaft" aus Teheran. Sonnabend nachmittag wurde der Finanzminister Sani ed Dauleh, als er im Wagen vom Parlament zurückkehrte, dicht vor seinem Hause erschossen. Auf " Wie viele sind es?" fragte Wallutjeff. Eine gesunde Gegend. In zwei Gemeinden des fran zösischen Departements Lozere ist vom 1. Januar bis letten Dezember vorigen Jahres fein einziger Todesfall vorgekommen; dagegen hat sich die Zahl der Geburten gegen 1909 sehr vermehrt. Die Bewohner beider Dörfer sind sehr stolz auf den Beweis ihrer gesunden Lebensweise. , 3wei, nun drei Wölfe; ein großer ist voran," stammelte Maria mit vor Angst zitternder Stimme. Vergiftungen durch Kaffee sind in Schottland vorgetommen. Bei einer Abendgesellschaft, die ein Mr. Hutchtson in Dalkeith( Schottland) sechzehn Bekannten gab, ers frankten mehrere Personen nach dem Genuß von Kaffee.' Der Gastgeber und sein Verwandter starben unter gräßlichen Schmerzen. Seine Frau und fein Sohn liegen schwer frank darnieder, ebenso einige der Gäste. Die Personen, die von dem Kaffee nicht getrunken haben, sind gesund geblieben. „ Nimm die Leine, da, ich muß die Hände frei haben!" Die schwachen, bebenden Finger der jungen Frau griffen nach den Zügeln. Trotz seines männlichen Mutes erblaßte der Graf. Er hieb auf das Pferd ein; der Renner stürmte weiter. ,, Sei ruhig- fürchte nichts, ich bin bei Dir," tam es mühsam von den Lippen Wallutjeffs. Er hatte die Gefahr erkannt; er wußte, daß er und sein geliebtes Weib in höchster Not waren. Nicht ein Wolf, nein, mehrere Wölfe verfolgten den Schlitten. Jegor fühlte nach der Waffe und rückte den Totschläger zurecht. Er war entschlossen, sein und Marias Leben teuer zu verkaufen. Wenn es ihnen gelang, das Schloß vor ihren Verfolgern zu er= reichen, so waren sie gerettet. Halb bewußtlos vor Angst lehnte die Gräfin neben ihrem Mann. Jegor hatte sich umgekehrt er gab einen Schuß ab. Ein Wutgeheul antwortete; der Schuß hatte zwar gut getroffen, doch der Riesenwcls nicht erheblich verlegt. Mit erneuter Schnelligkeit setzte das Untier seine Verfolgung fort; die Entfernung zwischen ihm und dem Schitten wurde fleiner und feiner. ,, Laß meinen Arm los!" schrie er, sonst ist's um uns geschehen." Sie gehorchte: scheu blickte sie sich um. Auf einer Eisscholle ins Meer getrieben wurden an der, finnischen Küste 253 Fischer. Es sind sofort einige Rettungsboote abgegangen, doch ist man um das Schicksal der Fischer, sehr besorgt. Der Zügel war den eiskalten Händen Marias entglitten, der Traber verwickelte sich darin und stürzte. Es kam herangeschnauft näher, immer näher. Jegor gab noch zurei Schüsse ab.- - Ein Wolf überschlug sich und blieb liegen. Von einem Eingeborenenaufstand auf der Sundainset Billiton berichten in Amsterdam eingetroffene Depeschen. Danach wurde der Ort Tandiveng- Bandan von Eingeborenen überfallen und niedergebrannt. Der dortige Leiter, der Billitongesellschaft, die Hauptsächlich Zinn produziert," wurde ermordet. Aber es schien, als habe das wilde Geheul auch noch andere herbeigelokt. Von vorn sprang eine langgestreďte einem zottigen Hunde gleichende Gestalt über den Graben auf das sich in den Zügeln vergeblich zum Aufstehen bemühende ferd. Vermischtes. Der hungrige Oberlandesgerichtsrat. Wir lesen in der„ Frankf. 3tg.": Dem Hunger fann niemand gebieten, so dachte am Donnerstag ein Mitglied des dritten Zivil senats des Oberlandesgerichts und begann während des Plädoyers eines Resttsanwaltes an seinem FrühstücksBesinnungslos im Schlitten zusammengebrochen lag Maria Nikolajewna. Der Totschläger ihres Mannes sauste wuchtig auf den Kopf eines Wolfes nieder. Ueber die grausige Szene goß der Mond sein silberhelles Licht. Plötzlich ertönten laute menschliche Stimmen. Mit seiner letzten Kraft gab der Graf noch zwei Schüsse auf seine wil den Verfolger ab. „ Hilfe, Hilfe!" schrie er mit Aufwand seiner ganzen Stimme. Da folgten nod) weitere Schüsse; sie verscheuchten die Wölfe. Drei von ihnen blieben auf dem Schnee liegen. Der treue Kutscher Ossip und ein Stallknecht waren ih rem Herrn entgegengefahren und kamen gerade zur rech ten Zeit. Einige Augenblicke noch, und es wäre zu spät gewesen. Der edle Traber lag verblutend auf dem Wege, ein Wolf hatte ihm die Kehle durchbissen. Noch ein markerschütterndes Stöhnen stieß das edle Tier aus, dann machte die Kugel Ossips seinem Leben ein Ende. Der Kutscher hob zunächst Maria in den großen, zweispänni gen Schlitten, den er mitgebracht hatte. Sie war noch immer bewußtlos.„ Können Sie sich aufrecht halten, Jegor Alexejewitsch?" fragte Ossip.„ Soll ich Sie stützen?" Wallutjeff biß die Zähne aufeinander. Silf mir, Ossip," bat er,„ die Bestie hat mir übel mitgespielt." Der riesige Wolf, den der wuchtige Schlag des Bleifnopfes getroffen hatte, hatte vorher den Arm Wallutjeffs gepackt. Der Graf stieß einen Schmerzensschrei aus; durch den Pelz fühlte er die Zähne der Bestie in sein Fleisch dringen. War denn keine Hilfe nahe. Sollten Maria und er den grausigen Tod finden, sollten sie von den Wölfen zerrissen werden?" Blitzschnell kreuzte ein Gedanke das Hirn Jegors, der Gedanke an die unheilvolle Prophezeiung, die sich an den Familienschmuck knüpfte. Sollte sie sich so schnell erfüllen? Der Stallinecht ergriff die Zügel und fuhr nach Walfowa zurück. Ossip suchte Maria aus ihrer tiefen Ohn= macht zu erwecken. Er hielt sie in den Armen und rieb ihre Stirne mit Schnee; dabei liefen dem alten Diener die Tränen über das bärtige Gesicht. ,, So wache doch auf, meine Herrin," flehte er, es ist doch alles gut, der alte Ossip läßt Dir fein Leid geschehen." Langsam fehrte der jungen Frau das Bewußtsein wieder. Sie sah sich scheu um, dann brach sie in haltloses Weinen aus und schmiegte sich fest an ihren Gatten.„ Du bist verwundet," rief sie, als sie die Schlinge bemerkte, in der Jegor den Arm auf Ossips Geheiß zur Schonung trug. Nicht der Rede wert, nur eine Schramme," entgeg nete Jegor Wallutjeff. ,, Die alte Sage erfüllt sich," stammelte Maria toten. ( Forts. fo) blak. foll u. geschlag nur zur des Ri eltern De in der S in der e Die Ku durch de am Sch gefunden lich. M Lefching Waffe Cin Freitag Diefes n Beit vie len. 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Da kam er bei dem jungen und temperamentvollen Anwalt aber schlecht an; dieser hörte mitten im Plädoyer auf und erklärte, daß eins der Senatsmitglieder während der Verhandlung esse; das sei für fein Plädoyer so störend, daß er eine Pause machen wolle. Der Oberlandesgerichtsrat bemerkte, er habe ,, nur einen Bissen genommen", da von 9 bis 1 Uhr ohne Pause verhandelt worden sei. Der Gerichtshof zog sich zur Berafung zurück und nahm den Anwalt in eine Geldstrafe von 80 Mart wegen Ungebühr vor Gericht. Bei dieser Gelegenheit sei ein Vorkommnis erwähnt, das sich vor Jahren im Straffammersaal ereignet hat. Justizminister Be( e: weilte auf dem Gericht und hörte aufmerksam einer Verhandlung zu. Da zog plötzlich ein Herr seiner Bedas Früh gleitung ein älterer Frankfurter Jurist stüdsbrötchen heraus und verzehrte es hinter der vorgehaltenen Hand mit großem Behagen. Das stundenlange Führer: hatte den Juristen hungrig gemacht. Der Vorfall hatte keine weiteren Folgen. Der Justizminister sah nichts Savon oder wollte vielleicht nichts sehen. Eine mysteriöse Mordgeschichte beschäftigte augenblidlich die Polizei in Hannover lebhaft. Vor einigen Tagen wurde berichtet, daß in dem Vororte Wülfel ein zehnjähriger Schulfrabe den Tod auf den Schienen gesucht habe, weil er die Strafe für eine von ihm begangene Brandtiftung fürchtete. Der Knabe sollte das Schuldbekenntnis auf einen Zettel niedergeschrieben und diesen seiner Mutter gesandt haben. Der Zettel ist vorhanden, aber es ist durch Schriftvergleich bereits festgestellt worden, daß er nicht von dem Knaben geschrieben ist. Ferner hat man feststellen können, daß der Brand der Strohdieme, um die es sich dabei handelt, später stattgefunden hat als der angebliche Selbstmord des Knaben. Es bleibt also nur die Annahme übrig, daß der Knabe ermordet ist und der Täter, um die Tat zu verdecken, den Brand verursacht und auch den Zettel geschrieben hat. Man nimmt an, daß es sich um einen Lustmord handelt und die Nachforschungen werden nach dieser Richtung eifrig betrieben. Die Opfer von Hamborn. Von den bei der Grubentatastrophe auf Zeche Deutscher Kaiser" in Hamborn verunglüdten Bergleuten sind wieder zwei gestorben, so daß die Zahl der Opfer jetzt sechzehn beträgt. Die Schlagwettererplosion auf der Zeche„ Deutscher Kaiser" erfolgte am 28. Januar. Am 29. Januar starben vier der Schwerverletzten, in der Nacht vom 29. zum 30. weitere sechs. Im Laufe des 31. erlagen wieder zwei Mann ihren Wunden, ebenso starben zwei am nächsten Tage. Am letzten Dienslag war die Zahl der Opfer auf dreizehn gestiegen. Das Wüten der Pest. Aus Peking wird gemeldet: Gämtliche ausländischen Gesandtschaften haben sich volltommen isoliert. Die Stadt ist mit Proviant für drei Monate versehen. Der Geschäftsverkehr mit der chinesischen Regierung wird durch einen Vertrauensmann aufrechterhalten. Aus Charbin wird telegraphiert: Der vorgestern an der Pest erkrankte Arzt Dr. Michel ist gestorben. Die Injektion mit Ehrlich- Hata, die er sich selbst gemacht hatte, war ohne Erfolg. Gestern starben vierzig Personen, darunter zwei Europäer, an der Pest. Jm Chinesenviertel Fudsjadian sterben täglich hundertfünfzig Personen, so daß die Einwohnerschaft von 40 000 auf 6000 zusammenge= schmolzen ist. Die chinesischen Behörden haben etwa 2000 Leichen verbrannt. Der Verbrennung harren aber noch etwa 4000. Die Meldungen aus anderen Städten schildern die Lage nicht weniger schrecklich. In Hulan haben sich Berge von Leichen angesammelt, ein Teil von ihnen ist auf dem Eise des Hulan, einem Nebenfluß des Sungari, aufgehäuft worden, offenbar in der Absicht, sie mit dem Eisgang im Frühjahr forttreiben zu lassen. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich in der Nacht zum Sonnabend vor den Toren Konstantinopels. Ein Personenzug stieß mit einem Güterzuge zusammen, der etwa 12 Waggons mit Heu mitführte. Das Heu fing Feuer, so daß alle Waggons verbrannten. In Konstantinopel glaubte man an eine Feuersbrunst bei der in der Nähe gelegenen Pulverfabrik. Schuld an dem Unfall ist ein Weichensteller. Zwei sofort entsandte Hilfszüge brachten Aerzte und Verbandsmaterial. 14 Personen sind sehr schwer verletzt worden. Mehrere Tote wurden unter den cauchenden Trümmern hervorgezogen. Die Tödliche Mihhandlungen eines Kindes durch seine eigenen Eltern. Am Donnerstag abend starb der vierfährige Sohn Johannes der 24 Jahre alten Arbeiterin Johanna Stanek in Berlin. Da der Arzt die Todesursache nicht feststellen konnte und im Totenschein vermerkte, daß an der Leiche Verlegungen sichtbar seien, so wurde eine polizeiliche Besichtigung der Leiche vorgenommen, wobei es sich herausstellte, daß der Körper des Kindes über und über mit alten und neuen Wunden bededt war. Stanek, die mit dem Vater des Kindes, einem Arbeiter Sollanet, in wilder Ehe lebt, gab zu, daß das Kind von dem Vater häufig mißhandelt worden sei. Der Kleine soll u. a. von dem Vater mit dem Kopf auf den Fußboden geschlagen worden sein. Die Mutter will den Knaben nur zuweilen gezüchtigt haben. Während man die Leiche des Kindes dem Schauhause übergab, wurden die Rabeneltern festgenommen. Der Schuß auf eine Taufgesellschaft. In Hohensalza in der Provinz Posen wurde auf eine geschlossene Droschte, in der eine Familie zur Taufe fuhr, ein Schuß abgegeben. Die Kugel schlug durch das Verdeck, drang einem Insassen durch den Paletot, das Jackett und die Weste und prallte am Schulterknochen ab. Sie wurde später im Strumpf gefunden. Die Verlegung ist glüdlicherweise nicht gefährlich. Mehrere halbwüchsige Burschen hatten mit einem Tesching hantiert und der Schuß war losgegangen. Die Waffe wurde einem Kaufmannslehrling abgenommen. Eine Ohrfeigenszene beim Lunch ereignete sich am Freitag in einem vornehmen Berliner Hotel. Das Opfer dieses nicht alltäglichen Refonters wurde der in letzter Beit vielgenannte Sohn eines rheinischen Großindustriellen. Der betreffende Herr war mit seinem Rechtsanwalt seit einiger Zeit in Differenzen geraten. Der Rechtsanwalt fühlte sich beleidigt und verschaffte sich Genugtuung, indem er dem gerade frühstückenden Millionärssohn einen Schlag ins Gesicht versezte. Der Vorfall, der unter den Gästen begreiflicherweise lebhafte Erregung hervorrief, dürfte ein ehrengerichtliches Nachspiel haben. Das Eisenbahnkind. Die Direktion der Petersburg mtt Moskau verbindenden Nikolaibahn, der ältesten der russischen Eisenbahnlinie hat in diesen Tagen den zehnten Geburtstag ihrer Adoptivtochter Ludmilla Nikolajewna mit einer glänzenden Festfeies begangen. Das Geburtstagsfind wurde vor zehn Jahren als neugeborener, in schmutzige Windeln eingepackter Säugling in einem Wagen dritter Klasse aufgefunden. Der Stationsvor Steher, der sich des Findlings angenommen, hotte unverzüglich der Direktion von dem Funde gemeldet, die im Einverständnis mit den Angestellten das Kind zu adoptieren beschloß und es der Familie eines ihrer Oberingenieure in Pflege gab. Alle Angestellten der Gesellschaft vom Schrankenwärter bis zum Direktionschef haben seither regelmäßig ihr Scherflein zu einem Fonds beigesteuert, der als Erziehungs- und Aussteuerkasse der kleinen Ludmilla bestimmt ist. Alljährlich gelangt ein Rechenschaftsbericht über die Verwendung der dem Fonds entnommenen Sum= men zur Veröffentlichung und Verteilung an jeden der Bahnbeamten. Der verbleibende Bestand wird am Jahresschluß dem Aussteuerdepot zugeführt, das zurzeit beHeuschreden und Schnaken als Ballonpassagiere. Im Januarheft des„ Kosmos" schildert Dr. Weinland, wie er und seine Gefährten bei einer am 7. Juli 1908 von Manzell nach dem bayerischen Algäu ausgeführten Ballonfahrt nach dem Zichen der Reißleine auf der oberen Hälfte des langsam sich zur Seite neigenden Ballons zu ihrem nicht geringen Erstaunen Wanderheuschrecken entdeckten, die sich als ihnen die zusammenfallende und Falten bildende Hülle den weiteren Aufenthalt unmöglich machte, durch einen Sprung zur Erde flüchteten. In welcher Höhe die Heuschrecken auf die Ballonhülle, wie ermüdete und hungrige Zugvögel auf ein vorüberziehendes Schiff, sich niedergelassen hatten, war vom Korb aus nicht beobachtet worden ( der Ballon hatte eine Höhe von 4830 Meter erreicht). Die Frage, ob ein Heuschreckenschwarm bei der Schärfe der Kauwerkzeuge dieser Tiere und ihrer unheimlichen Freẞ= Inst gelegentlich einen Ballon beschädigen und so einen UnErwähnensfall herbeiführen kann, mag offen bleiben. wert ist auch die Tatsache, daß bei einer am 19. Juni 1910 von Stuttgart nach Radolfzell unternommenen Nachtfahrt die Teilnehmer, nachdem die schwäbische Alb in der Richtung Reutlingen- Pfullendorf sowie die Donau überflogen wa ren und der Ballon sich dem badischen Bodenseegebiet bet Ueberlingen näherte, gegen 2 Uhr nachts in 1200 Meter Höhe von Schnafen gestochen worden. Das gestörte Kannibalenmahl. Der französische Oberst Moll der vor kurzem in Wadai als tapferer Soldat auf dem Felde der Ehre fiel, konnte auf seinen Urlaubsreisen nach Paris manches wunderliche Erlebnis aus dem schwarzen Erdteil erzählen. Ein Blatt berichtet von einem dieser Abenteuer, das Moll selbst erzählte.„ Eines Tages geriet ich im Kongo mitten unter einen Kannibalenstamm. Der Häuptling war gestorben, die Trauerfeier sollte be= ginnen. Die Frauen des Verschiedenen standen trauernd beisammen, ihr ganzer Körper war mit Maniokmehl dicht bedeckt, sie sahen so weiß aus, wie Fische, die in die Bratpfanne sollen. Man lud mich ein, am Leichenschmause teilzunehmen, und als ich fragte, was es zu essen gebe, wies man gemütlich auf die in Mehl gebadeten Witwen. Nun begriff ich den Ausdruck trostloser Verzweiflung im den Mienen der gepuderten Damen. Ich lehnte sofort die Einladung ab und erklärte, daß ich mich mit aller Kraft dieser Hinopferung der Witwen widersetzen würde. Der Koch konnte das nicht begreifen, ganz verzweifelt lief er umher und wiederholte ein übers andere Mal: Was soll ich nun den Gästen vorsetzen? Ich gab ihm zum Ersatz ebenso viel Ochsen, als er Witwen schlachten wollte, aber die Kannibalen zeigten sich höchst unzufrieden mit dieser Programmänderung, und wirklich sagten eine ganze Reihe von Notabeln ab. Sie wollten am einem so prosaischen Leichenmahl nicht teilnehmen und lehnten es ab, sich wegen einer solchen Bagatelle zu bemühen. Im Vertrauen. Die Nachbarin:... Aber erzählen Ste es ja nicht weiter, daß meine Tochter heimlich verlobt ist nicht einmal ihr Bräutigam weiß es!" Große Männer und der Schlaf. um Als Sir William Ramsay, der Entdecker des Helium, einmal gefragt wurde, wieviel Schlaf er mötig habe, vollständig ausgeruht zu sein, erwiderte er, er begnüge sich in der Regel mit dret bis vier Stunden Schlaf. Diese Antwort des großen Physikers erinnert an das sprichwörtlich gewordene geringe Schlafbedürfnis anderer genialer Männer wie Napoleons und Friedrichs des Großen. Denoch kann die Schlaflosigkeit" nicht als allgemeines Charakteristilim des Genies angesehen werden, ja manche hervorragende Männer haben geradezu, um sich ihre Arbeitsfrische zu erhalten, eine Technik des Schlafens ausgebildet. Goethe zum Beispiel, wenn er auch in der Jugend, wohl vom Geist getrieben, mitten in der Nacht aufsprang, um ein Gedicht aufs Papier zu bringen( lm Mitternacht wohl fang' ich an, spring' aus dem Bette wie ein Toller", beginnt der Ewige Jude"), hatte während des größten Teiles setnes Lebens einen durchaus normalen Schlaf, und mit zunehmenden Alter hielt er die Stunden der Nachtruhe mit fast peinlicher Genauigkeit inne. Von Modernen hat zum Beispiel Bernard Shaw erzählt, er habe jede Nacht sieben bis acht Stunden Schlaf nötig. Schiller pflegte allerdings häufig einen großen Teil der Nacht durchzuarbeiten; dann holte er aber regelmäßig das Versäumte nach, indem er bis lange in den Tag hinein schlief. Aber es hat auch manche Dichter gegeben, die, ohne daß sie allzu spät sich schlafen legten, doch morgens lange im Bett blieben. Getbel hat diese Untugend in einem Gedicht launig verteidigt; gerade wenn er bis tief in den lichten Tag hinein im Bette liege, fämen ihm die hübschesten Einfälle und gelängen ihm die glücklichsten Lieder. Auch Musset und Heine erfanden und arbeiteten im Bett. Dagegen ist von anderen genialen Menschen bekannt, daß sie zwar wenig Bettruhe nötig hatten, aber imſtande waren, jede freie Minute zu einem erfrischenden Schläfchen auszunußen. Dies wird z. B. von Wellington, von Richard Cobden, von Gladstone berichtet. Auch Kaiser Wilhelm I. besaß, wie Hohenlohe- Ingelfingen in seinen Memoiren erzählt, im Gegensatz zu seinem Bruder, Friedrich Wilhelm IV., die beneidenswerte Fähigkeit, wo er sich gerade aufhielt, im Lager, in der Eisenbahn oder zu Hause zu schlafen. In demselben Rufe stand der berühmte englische Staatsmann Pitt; und besonders seine parlamentarischen Gegner wißelten gern über diese Gabe. Eines Tages hielt im englischen Parlament ein Mitglied des Hauses gerade eine unglaublich lange Rede, als ein anderer Abgeordneter, der glaubte, Pitt mache ein Schläf= chen, laut ausrief:„ Der Premierminister ist eingeschlafen!" Aber diesmal hatte er sich getäuscht. Onein", rief Pitt, aber ich wünschte beim Himmel, ich wäre es." Der Bettlerbund von Jerusalem. Von einer eigenartigen Genossenschaft, die von dem tüchtigen Geschäftssinn der heutigen Bewohner von Jerusalem Zeugnis ablegt, weiß ein englisches Blatt Interessantes zu erzählen. Wohl in feiner Stadt der Welt gibt es verhältnismäßig so viele Bettler wie in Jerusalem. Aber diese Armen" der heiligen Stadt lassen sich durchaus nicht herab, etwa auf den Straßen die Mildtätigkeit der Bassantect anzurufen, sie haben ihren Beruf meisterhaft organisiert und arbeiten nur en gros, wobei ihr Arbeitsfeld sich über die ganze Erde erstreckt. Sie haben eine musterhaft organi fierte Genossenschaft gebildet, die mit allen Mitteln und Kunstgriffen das Mitleid quter Herzen hervorzulocken weiß. Der Hauptsitz ist in Jerusalem, wo die Geschäftsführer dieses Verbandes immer neue Tricks ersinnen, die sich ausgezeichnet bezahlt machen, ein ganzes Bureau ist eingerichtet, mit anständig besoldeten Beamten, doppelter Buchführung und einer Reihe von Schreibmaschinen. Ueberall in der Welt unterhält diese Genossenschaft ihre Agenten und Reisenden, die hohe Gehälter beziehen. Die Aufgabe dieser Auslandsvertreter ist es, in allen Großstädten genaue Informationen über die vermögenden Versönlichkeiten zu sammeln, von denen es sich erwarten läßt, daß eine bewegliche Schilderung der Leiden und Nöte der Armen von Jerusalem eine flingende Antwort finden könnte. Alle diese Adressen laufen zu Tausenden in Jerusalem ein und find von genauen Charakteristiken der betreffenden Persön lichkeiten begleitet, so daß bei dem Bettelbrief, der nun ver faßt wird, die Eigentümlichkeiten und Neigungen des Empfängere berücksichtigt werden können und die richtige Saite seines Herzens getroffen wird. Gewöhnlich ist der Bettelbrief dann von einer Erinnerung aus dem heiligen Lande begleitet; meist schickt man getrodnete Blumen mit, die im Garten Gethsemane oder in Bethlehem gepflückt sein sollen. Hin und wider schickt man auch billige Olivenholzarbeiten, die ein Bild von den Sachen geben sollen, die die„ Aermsten der Armen" in Je rusalem mühselig herstellen, um nicht zu verhungern".\ Diese Industrieprodukte kommen gewöhnlich aus Marseille. Trotz aller Warnungen und Aufklärungen blüht das Ge schäft der Bettlergenossenschaft. Ein großer Teil der ausgefandten Briefe wird beantwortet, und nicht selten damit Ste Bitte verknüpft, für den Spender der mitfolgenden milden Gabe an irgend einer biblischen Stätte ein frommes Gebet zu sprechen. Die Zahl der Briefe, die jährlich abgesandt. werden, beziffert sich nach Millionen und es fann feinen merkwürdigeren und interessanteren Anblick geben, als diefe elegant gekleideten Herren, die die Ankunft jedes Schiffes in Jaffa erwarten, um die Post und die Geldsummen in Empfang zu nehmen. Die vornehm aussehenden Herren find Bertreter der Bettlergenossenschaft von Jerusalem. Die Beerdigung Singers fand Sonntag mittag 12 Uhr vom Geschäftshause des„ Vors wärts" in der Lindenstraße in Berlin unter gewaltiger Beteiligung statt. Die Höfe des Vorwärtsgebäudes, die Lindenstraße sowie alle umliegenden Straßen waren von einer ungeheueren Menschenmenge dicht gefüllt. In den Höfen des Vorwärts- Gebäudes war fast die ganze sozialdemokra= tische Reichstagsfraktion sowie eine große Anzahl von Delegierten aus dem Reiche und dem Auslande erschienen.) Der Abgeordnete Bebel war nicht unter den Anwesenden. Sicherem Vernehmen nach gestattete sein Gesundheitszustand nicht sich zu beteiligen. Die Reiche war in einem Parterre zimmer des letzten Hofes des Vorwärtsgebäudes aufge bahrt und mit einer Reihe von Schleifen und Kränzen ge=) schmückt. Es hatten zu diesem Zimmer nur die näheren Verwandten und die Mitglieder des Partetvorstandes Zus tritt. Dem Sarge voran gingen eine Anzahl Banner- und Fahnenträger sowie ein Musikkorps. Hinter dem Sarge gingen die nächsten Angehörigen, der Parteivorstand und die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, die Redaktion des Vorwärts" und die Berliner sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion. Diesen schlossen sich in endloser Reihe die anderen Teilnehmer an. Durch rote Armbinden kenntlich gemachte, von der Partei gestellte Ordner sorgten dafür, Die Beteiligung daß die Ruhe nirgends gestört wurde. fann auf mehr als hunderttausend Personen geschätzt wer den. Die Spitze des Leichenzuges bildeten Mitglieder des 4. Berliner Wahlkreises, den der Verstorbene Jahrzehnte hindurch im Parlament vertreten hat. Der Vorbeimarsch dieses Teiles des Zuges dauerte allein über eine Stunde, der des ganzer Zuges mehrere Stunden. Eine große Anzahl der Zugteilnehmer trug rote Nelken im Knopfloch. Im Zuge selbst wurden außerordentlich viele Kränze ge tragen. Der Verkehr stockte in den Straßen, die der Letchenzug passierte, fast vollständig. Auf dem Friedhofe zu Friedrichsfelde fand noch eine Trauerfeier statt, mobet die Verdienste Singers gewürdigt wurden. Nur einem ganz fleinen Teil der Leidtragenden wurde der Eintritt zum Friedhofe gestattet, da er die gewaltigen Massen nicht aufnehmen konnte. Drahtnachrichten und neuestes. Ermäßigung des Reichsbankdiskonts. Berlin, G. Februar. Der Reichsbankdiskont ist auf 4½, der Lombardziusfuß auf 5%% herabgesetzt worden. Zugzusammenstoß auf einem Berliner Vorortbahnhof. Berlin, 6. Februar. Auf dem Bahnhof Baum schulenweg stießen heute früh zwei Züge zusammen. Sechs Personen wurden schwer, elf leichter verletzt. Eine Lokomotive und vier Wagen entgleisten. Der Materialschaden ist bedeutend. Die Affäre Thyssen. Berlin, 6. Februar. Die Erflärung des Herrn Thys= sen jr., in der er seinen früheren Generalbevollmächtigten Dr. jur. Borchardt für seine jetzige finanzielle Lage ver antwortlich macht, hatte eine Duellforderung zur Folge. Sonnabend morgen sollte sie im Grunewald ausgetragen werden. Im letzten Augenblick wurde Thyssen durch die Kriminalpolizei in Schußhaft genommen. Auf der Flucht verhaftet. Berlin, 6. Februar. Als der Dampfer Zeeland" auf der Fahrt von Amsterdam nach Argentinien in La Coruna an der spanischen Nordküste cinlief, ging der deutsche Konsul mit Polizisten an Bord, um auf Grund eines Steckbriefes den Kassierer Aleris Tonndorf, der mach Unterschlagung von 90 000 Mark als Direktor der Berliner Hotelgesellschaft Kaiserhof geflüchtet war, festzunehmen. Es wurden bei ihm 2000 Francs und hochelegantes Gepäck beschlagnahmt. Da rauf wurde er dem Gefängnis zugeführt, bis die Formalt täten der Auslieferung erledigt sind. Die Pockenfälle in Duisburg. Duisburg, 6. Februar. Anläßlich eines dritten Bockenfalles haben sich mehrere hundert Personen der Schutzimpfung gegen Boden unterzogen. Tödlicher Rodelunfall. Wien, 6. Februar. Beim Bobsleighfahren auf dem Semmering verunglückte infolge der löcherigen Bahn ein Schlitter mit fünf Insassen. Ein Herr und eine Dame wurden getötet und alle übrigen schwer verletzt. Ein Dienstmädchen als Mörderin. o Petersburg, 6. Februar. Ein Dienstmädchen erschlug hier eine 58jährige Frau im Schlaf mit einem Stein.j Dann durchsuchte die Mörderin die ganze Wohnung nach Geld, fand aber nichts, obwohl in einem Geheimfach 10 000 Mark lagen. Die Polizei entdeckte den Mord und verhaf tete die Ferbrecherin. Brand im türkischen Parlamentsgebände. Im Gebäude der Konstantinopel, 6. Februar. Pforte hat in der vergangenen Nacht ein Brand gewütet. Das Feuer war in dem im Hause befindlichen Telegraphens zimmer ausgebrochen und vernichtete die Räume des Staatsrates fowie des Ministeriums des Innern und der Justizverwaltung. Auch die Archive des Staatsrates und des Ministeriums des Innern verbrannten. Die beiden Flügel der Pforte, in denen sich das Mimisterium des Aus wärtigen und die Kanzlei des Großwesierats befinden, sind infolge rechtzeitigen Eingreifens der Feuerwehr von de Brande verschont geblieben. Die Ursache des Brandes s noch nicht festgestellt. Deutsche Bastoren in England. Loudon, 6. februar. Der König empfing gestern im Buckinghampalast den Professor Harnack, den Präsidenten des Berliner Zentralausschusses für innere Mission, Spiecker und die Deputation der in London anwesenden deutschen Pastoren in Audienz. Die Herren überreichten dem Könige ein auf den Besuch der englischen Geistlichen in Deutschland im Jahre 1900 bezügliches Erinnerungs werk. Der König hieß die deutschen Theologen in Eng land roillkommen. Die Audienz, der auch zwei Parlamen! tarier beiwohnten, trug einen privaten Charakter. Zur Arbeiter Bewegung. Wissenschaftliche Selbst- Unterrichts- Werke Methode Rustin mit brief Fernunterricht. Der wissenschaftlich gebildete Mann. Das Gymnasium. Das Realgymnasium. verbunden Die Oberrealschule. DasAbiturientenexamen Die Höh.Mädohenschule. Die Studienanstalt. Die Handelsschule. Einjährig- FreiwilligePrüfung. Der Präparand. Mittelschullehrer- Prüf. Der gebildeteKaufmann. Der Militäranwärter. Der Bankbeamte. Sozialdemokratische 3itatenfälscher. Bei den fortgesetzten frampshaften Versuchen, die christl. Gewerkschaften als willfährige Schutztruppen der bürgerlichen Reaktion" hinzustellen, scheuen die Sozialdemokraten vor keinem Mittel, selbst vor plumpen Fälsch= ungen nicht zurück. Einen Beleg dafür erbringt neuerdings der„ Korrespondent", das Organ des so= zialdemokratischen Buchdruckerverbandes( Nr. 8 1911). In einem mit:„ Das wahre Gesicht der christlichen Gewerkschaften" überschriebenen Artikel, will er den Beweis für die erwähnte abgedroschene Verleumdung u. a. mit einem Zitat aus dem christl. " Holzarbeiter" erbringen. Das Zitat ist jedoch an mehreren Stellen raffiniert gefälscht. So ist in der ersten Zeile das Wort„ Sozialdemokratie" durch:„ Demokratie" ersetzt, um dem Satz einen anderen Sinn, nämlich eine viel breitere Grundlage zu geben. Auf diese Art und Weise ist es natürlich viel leichter,„ Schnapsblock" und christliche Gewerkschaften in Zusammenhang zu bringen. Zu demselben unlauteren Zweck ist auch noch ein anderer Satz in dem betr. Zitat„ korrigiert". Der christliche" Holzarbeiter" hatte auf die" Pflicht der christlichen Arbeiter hingewiesen, sich( natürlich außerhalb der Gewerkschaften) politisch zu betätigen,„ mag das nun in den Reihen der nationalliberalen, konservativen, christl.sozialen, der Zentrumspartei sein, oder sonst wo". Der sozialdemokratische Fälscher hat den Satz dahin abgeändert, daß es am Schluß heißt:...... christlich- sozialen oder Zentrumspartei sein." Die Worte:„ oder sonstwo" sind einfach wegradiert. Welch verwerfliche, skrupellose Rampfesweise! Das sozialdemokratische Buchdru cerorgan verfolgt dabei aber noch einen ganz besonderen 500 ledene Teppichguzten 3wed. Es will nämlich dem„ Gutenbergbund", der dem Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften angeschlossenen Buchdruckerorganisation, Verletzung der 700 politischen Neutralität anhängen und damit Schwierigfeiten in der Tarifgemeinschaft bereiten. Die Redaktion solange Vorrat. Versand per des„ Korrespondent" unterstreicht deshalb noch in einer längeren Nachschrift die Behauptungen des„ ausgezeichneten Artikels" doppelt und dreifach. Auf die Leser müsse es doch wie eine Erleuchtung wirken", wenn sie Das Lyzeum Das Lehrerinn.- Seminar Das Konservatorium. Diese ausgezeichneten 1 Werke bezwecken: 1. den Besuch umfassende gediegen Bildung zu vermitteln; 3. auf Examen wissenschaftl. Lehranstalten vollständig zu ersetzen; 2. eine vorzubereiten. De Zweck wird erreicht: dass der Unterricht wissenschaftlicher Lehranstalten auf das Sorgfältigste nachgeahmt wird; b) dass der Unterricht in so einfacher und stehen muss, c) dass durch dauernde Selbstprüfung, fortgesetzte gründlicher Weise erteilt wird, dass jeder den Lehrstoff verWiederholungen und ständige Uebungen das Erlernte dauernd befestigt wird; d) dass bei dem Fernunterricht auf die Veranlaging jedes Schülers besondere Rücksicht genommen wird. hier die Beweise schwarz auf weiß sähen. Wir glauben auch, daß es wie eine Erleuchtung wirken muß, wenn die Deffentlichkeit die sozialdemokratischen Zeitungsschreiber als freche Fälscher entlarvt sieht. Organisations- Verhältnisse im Baugewerbe. Die Bauarbeiter gelten allgemein als eine der bestorganisierten Berufsgruppen. Dennoch fehlt auch hier noch sehr viel. Nach einer spezialisierten Darstellung der Baugewerkschaft"( Nr. 5 1911) sind von den organisationsfähigen baugewerblichen Arbeitern erst 38,5 Prozent organisiert, nämlich 375 000, während 600 000 noch außerhalb der Organisation stehen. Unter letzteren sind 206 000 Maurer( organisiert 200 000) 280 000 Hülfsarbeiter( organisiert 100 000) 77 000 3immerer( organisiert 40 000), mit den kleineren Berufen, wie Stuffateure und Dachdecker zusammen 600 000 Jndifferente, die bald vor der Entscheidung stehen dürften. Welch gewaltiges Arbeitsfeld liegt hier noch für den Zentralverband christlicher Bauarbeiter offen. Diese Organisation zählt gegenwärtig 36 000 Mitglieder, würde aber um Hunderttausende hinauf= schwellen, wenn alle christlichgesinnten Bauarbeiter ihre Arbeiterpflicht auf wirtschaftlichem Gebiet erfüllen wollten. * Der neue württembergische Eisenbahnerverband kann trotz aller gehässigen Befämpfung seitens seiner Gegner eine günstige Entwickelung konstatieren. In der Residenz Stuttgart allein hat er jetzt eine Mitgliederzahl von 1000 erreicht. In verschiedenen Landesteilen sei ebenfalls ein starker Mitgliederzuwachs zu verzeichnen, wie sein Verbandsorgan „ Das Flügelra de in Nr. 4 mit Genugtuung melden kann. Ein Zeichen, daß die württembergischen Eisenbahner und Schiffahrtsangestellten der jungen Organisation infolge ihrer zielbewußten Standesarbeit in steigendem Maße ihr Vertrauen entgegen bringen. erDeues vom Büchermarkt. „ Hoffmanns Erzählungen". Offenbachs Schwanengesang ist der Inhalt der soeben schienenen neuesten Nummer der populären Musikzeit= schrift„ Musik für Alle". Dieses reifste Werk des Meisters mit seinen herrlichen Melodien bietet eine Fülle der schönsten Szenen. Anfang und Schluß spielt inmitten lustigen studentischen Treibens in Luthers Keller, bei welcher Gelegenheit Hoffmann seine Legende vom Kleinzad vorträgt, begleitet von fröhlichem Studentengesang. Die Handlung wird zwischen den einzelnen Musikstücken ausführlich erzählt, und kann man sich mit dem Inhalt der Oper durch dieses Heft der„ Musik für Alle" vollauf vertraut machen. Das Heft ist wie die übrigen Spezialhefte der„ Musik für Alle" zum Preise von 50 Pfg. in allen Buch- und Musikalienhandlungen, sowie direkt vom Verlage Ullstein u. Co., Berlin SW. 68, Kochstraße 23-24, zu beziehen. Grosse Sammlung von Dank. und Anerkennungsschreiben kostenlos. Kleine Teilzahlungen. Ansichtssendungen bereitwilligst. BONNESS& HACHFELD, POTSDAM. SO. Für Pferdebesitzer. 500 " " per Stück 1.30 Mr Stallhalfter, per Stück 1.30 Mr. Kopfgeftelle m. Gebiz per Stück 1.50 Mt. Nachnahme. 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