1. d zert Plate tritt frei. ( 23/8) er ng Vergütung. liche Kennt an die Ge[ 23/11 er erhaus, [ 23/12 unter Blattes. cone anda. e Küche € 35. hlen. erei ichen[ 245/ en. 20 Mk. 30" 40" 50" 50 11 50 1 40 " 1 325 undschaft. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oiertelfährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 156. - Telephon: Nr. 362. Hessischer Landtag. Die Erste Kammer hielt gestern von 10 Uhr ab zunächst eine vertrauliche Beratung über die Ge meinde steuerreform. In der um ½ 12 Uhr beginnenden öffentlichen Sitzung wurden die Regie= rungsvorschläge mit wenig Aenderungen an= genommen. Nur bei Artikel 18( Warenhaussteuer) beschloß die Erste Kammer, auf ihrem früheren Beschluß zu beharren. Zum Schluß sprach der Vorsitzende des Finanzausschusses, Graf Erbach- Fürstenau, noch sein Bedauern darüber aus, daß es dem Ausschuß nicht mög lich gewesen sei, weitere Erleichterungsbestimmungen, namentlich hinsichtlich der Gewerbesteuer, in das Gesetz hineinzubringen, wie es der Wunsch der Gesetzgeber gewesen sei. Nach Annahme der Abänderungen über die Gemeindesteuervorlage stimmte die Kammer auch dem Initiativantrag Dr. Weber und Brauer in der ihm von der Regierung gegebenen Fassung zu. Der Antrag behandelt die Ablösung der Steuerfreiheit einzelner steuerfreier Gemarkungen. Die 3 weite Kammer stimmte in der gestrigen Sitzung zunächst dem Gesetzentwurf über den Arbeiterschutz und die Unfallverhütung bei Bauten zu. Minister von Hombergk gab dabei die Erklärung ab, daß die Regierung eventuell die Anstellung von Hilfskontrolleuren aus dem Arbeiterstand veranlassen werde. Die Regierungsvorlage betreffend den Verkauf des Borheimer Hofes wird debattelos nach dem Ausschußantrag abgelehnt. Die Vorlage betr. die Ausübung der Stockholzbe= rechtigung wird angenommen. Darauf erklärte das Haus eine Reihe von Vorstellungen und Anträgen für erledigt und beschließt, den Antrag Dr. Csann u. Gen. betr. die Neuorganisation der Baubehörde der Verein fachungskommission zuzuweisen. Die Wahl des Justizrates Grünewald- Gießen wird für giltig flärt. = er= Es folgt dann eine Debatte über den Antrag Ulrich, Reh und Molthan betr. die Revision des Eisenbahngemeinschaftsvertrages. Nach furzen Erklärungen der Antragsteller wird zur Abstimmung geschritten. Die Anträge Ulrich und Reh werden mit großer Mehrheit abgelehnt und der Kompromiẞantrag des Ausschusses, der im wesentlichen dem Antrag Molthan entspricht, einstimmig angenommen. Die Neuwahlen für den Hessischen Landtag werden voraussichtlich Anfang November stattfinden. Die Kreisämter des Großherzogtums sind soeben vom Ministerium des Innern angewiesen worden, die Feststellung der neuen Wählerlisten für die kommenden Neuwahlen die bekanntlich die Hälfte der Kammermandate und je einen neuen Abgeordneten für die fünf größten Städte, sowie drei neue Abgeordnete für drei weitere ländliche Wahlkreise umfassen werden bei den Bürgermeistereien zu veranlassen. Den Bürgermeistern wird nach der Verfügung des Ministeriums zur Pflicht gemacht, die Listen mit größter Gewissenhaftigkeit aufzustellen und vor der Eintragung der Namen aller neuen Wähler genau zu prüfen, ob die Voraussetzungen für Prinz Heinrich- Fabrt. Braunfels, 5. Juli. Die grauen, runden Türme des efeuumsponnenen und in stiller Waldabgeschiedenheit liegenden Schlosses des alten Grafen- und Fürstengeschlechts zu Solms= Braunfels sahen heute ein Leben von so eigenartigem Reiz, wie sie es wohl noch nie erblickt haben. Herrlicher Sommersonnenschein blitzte durch die schattigen Alleen, und lustig flatterten die bunten Fahnen zu Ehren der Gäste, die aus allen Teilen des deutschen Reiches und jenseits des Kanals gekommen sind, um im friedlichen Wettbewerb ihre Kräfte zu messen, im Morgenwinde. 9 Morgens 7 Uhr. Noch sind die holprigen, engen Straßen leer. Aber bald wird es lebendig, per Rad und Auto kommen sie herbei, die Schaulustigen; Wetzlar und Gießen stellen das größte Kontingent. Kurz nach Uhr donnert der erste Wagen heran; doch das Tempo ist nur mäßig, da die zahlreichen und gefährlichen Serpentinen, die zum Schlosse emporführen, größte Vorsicht gebieten. Namentlich die letzte haarscharfe Kurve, die außerdem noch von einer größeren Menschenmenge dicht besetzt ist, stellt große Anforderungen an das Können der Fahrer: das Steuer mußte förmlich nach rechts herumgerissen werden, um nicht in die Menge hineinzu fuhrwerken. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer Donnerstag, den 6. Juli 1911. die Berechtigung zur Teilnahme an der Wahl nach den Vorschriften des neuen Wahlgesetzes auch vorhanden sind. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 6. Juli. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Buchhaltung der Ministerien des Innern und der Justiz ernannt. *) Alsfeld, 6. Juli. Die nationalliberale Partei will als Kandidaten für die nächste Reichstagswahl den Direktor der landw. Winterschule, Heck, aufstellen. == Schotten, 6. Juli. Zwei gute Freunde gerieten in Streit, in dessen Verlauf der eine dem anderen einen Pflasterstein an den Kopf warf und sehr schwer verletzte. *) Marburg, 5. Juli. Ein eigenartiger studentischer Umzug, der anscheinend das Athletenfest, von dem wir gestern berichteten, illustrieren sollte, durchzog ge= * Eine Veränderung in dem Personal der Kreisbauinspektionen der Streise Gießen, Alsfeld und Lauterbach wird am 1. Oktober d. Js. eintreten. Der Kreisbauinspektor Hechler in Lauterbach wird an Stelle des in den Ruhestand tretenden Baurats Diehm nach Gießen und der Kreisbautern nachmittag unter dem tosenden Beifall der Menge inspektor Fischer in Alsfeld nach Lauterbach versetzt. Mit Versehung der Stelle des Kreisbauinspektors in Alsfeld ist der Vorsteher des dortigen Hochbauamtes, Baurat Berth, in Aussicht genommen. Eine Neubesetzung der letzteren Stelle wird vorläufig nicht eintreten, da wohl das Eingehen dieses Hochbauamtes mit der beabsichtigten Neuorganisation im Bauwesen zu erwar ten ist. Die Funktionen des Hochbauamtes werden künftig durch die betreffenden Kreisbauinspektoren mitversehen. * Der Fall Soxhlet nennt sich eine umfangreiche Denkschrift, in der Geheimrat Wagner- Darmstadt, der Vorstand der Großh. Landw. Versuchsstation, sich und den Bund der Landwirte sowie das Kalisyndikat Das gegen die Vorwürfe Soxhlets zu schützen sucht. Buch hat zu einem großen Teil fachtechnischen Inhalt und ist in der Hofbuchhandlung von Joh. Waitz- Darmstadt erschienen. *) Der Plan über die Herstellung unter= irdischer Telegraphenlinien in Gießen liegt bei dem Kaiserlichen Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. * Marktverbot. Nachdem die Maul- und Klauenseuche im Kreise Gießen ausgebrochen ist und besonders in Holzheim den Viehbestand vernichtet, hat die Behörde sämtliche Schweinemärkte in der Stadt Gießen bis auf weiteres verboten. Flugtage in Herborn. Der Aviatiker Oswald Kahnt ist für die Tage des 7. bis einschließl. 10. ds. Mts. gewonnen worden. Am Abend des 10. werden mehrere Schauflüge stattfinden. Wie man hört, will K. auch von Herborn nach Wetzlar fliegen. -a- Bad Nauheim, 6. Juli. Das amerikanische Unabhängigkeitsfest, das alljährlich hier gefeiert wird, Dollzog sich in diesem Jahre in einem glanzvolleren Rahmen. Die ganze amerikanische Kolonie versammelte sich in dem prächtig ausgeschmückten Saal des Konzerthauses, der für das am abend stattfindende Blumen fest reich mit lebenden und künstlichen Blumen dekoriert war. Mit großen Jubel wurde das Erscheinen des Ex- Präsidenten Diaz von Mexiko begrüßt. Auch der frühere ungarische Minister Franz v. Kossuth nahm am Feste teil. *) Friedberg, 6. Juli. Der Finanzaspirant Werner Tönges wurde zum Ministerialrevisor bei der Die Fahrtteilnehmer wurden von den Zuschauern lebhaft begrüßt. Prinz Heinrich hatte sich, wie viele andere Fahrer auch, beim Kilometerstein 51,3 verfahren; statt rechts nach Braunfels abzubiegen, war er geradeaus nach Weilburg weiter gefahren, und so kam es, daß der graue Benzwagen des Prinzen, der die Startnummer 1 trug, erst um 9.45 Uhr eintraf. Da der hohe Fahrer nicht vermummt war, auch keine Autobrille trug, so wurde er sofort von dem Publikum erkannt und mit lauten Hurrarufen empfangen; von verschiedenen Seiten wurden Blumen in den Wagen geworfen. In dem prachtvollen alten Rittersaal fand die Frühstückstafel statt, zu der auch der Landrat des Kreises, Dr. Sartorius= Wetzlar geladen war. Nach ungefähr einstündigem Aufenthalte wurde die Weiterfahrt durch den lieblichen Mühlengrund fortgesetzt. Auf dem Schloßhose war vorher noch eine photographische Aufnahme von den gerade anwesenden Prinz- Heinrich- Fahrern gemacht worden. Besonderes Interesse erweckten auch die englischen Wagen, die vielfach durch ihre eigenartige Form auffielen. An der Fahrt nahmen u. a. teil: The Duke of Connaught, der bei der jüngst stattgefundenen englischen Königsfrönung eine Hauptrolle spielte, und Sir Arthur Conan Doyle, der Schöpfer der weltbekannten Detektivfigur„ Sherlok Holmes". Daß der berühmte Autor auch sein. couragierter Sportsmann ist, dürfte vielen neu die Straßen der Stadt. Eröffnet wurde der Zug von einer urkomisch zusammengesetzten Dilettantenkapelle. Die übrigen Zugteilnehmer, deren einzelne Gruppen Schilder mit Dorfnamen vorangetragen wurden, hatten sämtlich verbundene Köpfe und Gliedmaßen. Auf der Ketzerbach veranstalteten die Zugteilnehmer ein Meisterschaftsringen. * Offenbach, 4. Juli. Durch Offenlassen der Schranken wurde gestern nachmittag beim Bahnübergang bei Mühlheim durch den von Berlin kommenden Schnellzug das Pferd eines durch einen Jungen gelenkten Bauernfuhrwerks getötet. == Darmstadt, 5. Juli. Im Kaisersaale fand gestern abend eine von der Fortschrittlichen Volkspartei einberufene Versammlung statt, in der im Gegensatz zu den Ausführungen Prof. Biermers Gießen der Stadtverordnete Hennrich für eine Revision der hess.- preußischen Eisenbahngemeinschaft eintrat. Auch Landtagsabgeordneter Reh sprach sich für die Revision aus und erläuterte seinen in der Kammer gestellten Antrag, der dahin geht, daß die Regierung feststellen wolle, ob und in welcher Höhe die hessischen Linien seither über das ursprüngliche Teilungsverhältnis hinaus Transporte geleistet haben, für welche der Staat nicht die entsprechenden Bezüge erhalten habe, und ferner, daß und in welcher Höhe Aufwendungen für Neu- und Umbauten, sowie für Fahrzeuge usw. zur Bewältigung dieser Transporte von Hessen geleistet worden sind. Den beiden Reden folgte lebhafter Beifall. Den Verhandlungen wohnten Vertreter aller Parteien bei; auch ein Vertreter der Eisenbahndirektion Mainz war anwesend. * Koblenz, 5. Juli. Die Straffammer verhängte eine empfindliche Strafe über einen 18 Jahre alten Schreinerlehrling aus Essen, der mit einem anderen an einer gefährlichen Stelle der Hunsrückbahn 2 schwere Steine auf die Schienen gewälzt hatte. Ein herankommender Personenzug konnte eben noch rechtzeitig zum Salten gebracht werden, so daß ein Unglück verhütet wurde. Die Straffammer verurteilte den Lehrling mit vier Jahren Gefängnis. Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit seines Tuns zu * Nierstein, 4. Juli. Eine Herde von zehn Gänsen und zwei Enten wackelte gestern lustig auf dem Bahngleis in der Nähe der hiesigen Station einher, als plötzlich ein Schnellzug dahergebraust kam. Die Tiere vermochten sich nicht mehr zu retten. Sie wurden alle überfahren und auf der Stelle getötet. | Auf den Kühlern hatten die englischen Wagen neben phantasiereichen Verzierungen vielfach abenteuerliche Gestalten angebracht. Am meisten war der Teddybär vertreten, der hin und wieder in die Gestalt eines Teddyaffen ausartete. Der schon erwähnte Doyle hatte nicht etwa den bekannten„ Hund von Baskerville" als Fahrtbegleiter mitgenommen, sondern einen ausgestopften Papagei und ein Glückshufeisen aus bunten Blumen. Ziel des heutigen Tages war Köln. Am Freitag werden die Wagen in Bremerhaven verladen und mit dem Dampfer„ Großer Kurfürst" nach England transportiert. Montag, den 10. Juli, wird die Fahrt in England fortgesetzt; Donnerstag, den 20. Juli, ist Fest- Bankett und Preisverteilung in London. Möge die diesjährige Prinz Heinrich- Fahrt, die kein internationaler Wettbewerb ist, sondern eine freundschaftliche Geselligkeitsfahrt, alle die Erfolge bringen, die der hohe Stifter des wertvollen Ehrenpreises und die Veranstalter von ihr erhoffen! -d= * Die Ankunft in Köln. Um 2 Uhr 35 Minuten passierte als erster Wagen der Wagen der Fahrtleitung und als zweiter der Wagen des Prinzen Heinrich die Ziellinie. Es folgt nunmehr Wagen auf Wagen. Bis 74 Uhr hatten 60 Wagen in Konkurrenz die Ziellinie passiert. in Gießen. Kreuzer„ Berlin" geht nach Agadir. " 1 In ber amtlichen Note, in der die Entsendung des Banther" nach Agadir mitgeteilt wurde, stand bereits in Hinweis, daß dieses zur westafrikanischen Station gehörige Kanonenboot nur zunächst mit dem Schuß ber deutschen Reichsangehörigen betraut worden set Das ließ darauf schließen, daß das fleine Kanonenboot bald durch ein anderes Kriegsschiff ersetzt werden würde, zumal der„ Panther" auf der Heimreise begriffen war, um in Wilhelmshaven nach zehnjährigem Aufenthalt im Auslande einer Grundreparatur unterzogen zu wer ben. In Bestätigung dessen hat sich die Regierung jezt entschlossen, den flemen Kreuzer Berlin" anstelle bes Panther" mit dem Schutz der deutschen Reichsangehörigen in Agadir zu betrauen. Daß zuvor der„ Partther" zu dieser Aufgabe herangezogen wurde, läßt er. tennen, daß es sich mit Rücksicht auf die in Submaroffo brohenden Unruhen empfahl, möglichst schnell die deutsche Flagge zu zeigen, und ohne Rücksicht auf die auvor getroffenen Anordnungen, das am ehesten zu er Bolitische retchende Schiff nach Agadir zit beordern. Momente dürfen also bet diesem Austausch der beiden Schiffe nicht in Betracht kommen. Der flétne Kreuzer Berlin" hat ganz moderne Telefunkenapparate an Bord, wird also besser als der alte Banther" in ber Lage sein, den Nachrichtendienst nach der Heimat schnell und sicher zu vermitteln. Der Kreuzer„ Berlin" schon unterwegs. Der Kreuzer, Berlin" ist schon vergangenen Sonnabend von Niel abgegangen und dürfte bereits am Dienstag bet Agadir eingetroffen sein. Der Kreuzer Berlin" ist 1903 vom Stapel gelaufen und hat, wie bie Streuzer gleichen Typs, Hamburg"," Bremen", Lübed"," München"," Leipzig" und" Danzig" einen Berbrang von 3250 Tonnen bei einer Länge von 120 Metern. Seine Armierung besteht aus zehn 10,5 Bentt meter- Geschitzen, vier Maschinengewehren und zwei Torpedolancterrohren. Seine Geschwindigkeit beträgt 22 bis 23 Anoten. Der Kreuzer steht unter dem Befehl des Fregattenkapitans Löhlein und hat eine Besatzung von 286 Mann. Agadir und das Ausland. Ueber die Haltung der österreichischen Re gierung zur Entsendung des Panthers" nach Aga bir fagt die Wiener Neue Frete Presse": Frankreic und Deutschland müssen zu einer Berständigung gelan gen, die nicht schwer zu finden sein wird, wenn man fich in Paris entschließt, mit der gefährlichen Tatsachenpolitit Delcassés endlich zu brechen. Die österreichischungarische Monarchie wird somit, wie sie in Algeciras getan hat, alles aufbieten, diese Verständigung zu er leichtern und dem allgemeinen Frieden müßlich zu sein, Die Berechtigung der deutschen Poltttt fann nicht ernsthaft bezweifelt werden. Es muß gelingen, in friedlicher Berücksichtigung der gegenseitigen ntereffen zu einer flaren Ordnung der Dinge zu ge langen. Die österreichisch- ungarische Monarchie wird eine solche Einigung nach Kräften unterstützen und trotz der selbstverständlichen Bundestreue die Gegensätze abauschwächen suchen. Dem Beriner Lokalanzeiger" wird aus Parts gemeldet: Nach einer aus Tanger hier eingetroffenen Brivatmeldung gilt die Entfendung eines französtschen und eines englischen Kreuzers nach der atlantischen Küste als bevorstehend. Die Bewegung der beiden Schiffe soll sich bis Agadir erstrecken. Die Schiffe sollen mit dem deutschen Kreuzer den üblichen Salut austauschen. Ueberhaupt wollen Frankreich und England alles vermeiden, was der beiderseitigen Entfendung von Kriegsschiffen einen anderen Charakter geben fönnte, als den eines dem deutschen analogen Borgehens. Bei ihren bevorstehenden Entschließungen Jassen sich Frankreich und England, so behauptet man in Tangerer diplomatischen Streifen. hauptsächlich von der Erwägung leiten, die Küstenbevölkerung müsse rasch barber aufgeklärt werden. daß Deutschland nicht über Macht die maroffanische Bormacht zur See geworden fet. Wir möchten diese Nachricht nur mit einem starfen Fragezeichen wiedergeben. Die Folge könnte nämIlch fein, daß Deutschland dann unter der gleichen Motivierung ein Schiff nach Gasablanca sebite, und das gäbe dann eine Zufpigung der Situation, die man wohl auch in Frankreich und in England zu vermeiden wünscht. ,, Das Englische am deutschen Kaiserhofe". Unter diefer Ueberschrift ist türzlich die Erzählung verbreitet worden, die englische Sprache werde vom Deutschen Kaiser in auffälliger Weise bevor= 81tgt, fie fet die Sprache der Kinderstube seiner Söhne und feiner Töchter gewefen und bet Hofe werde tit Berlin mit Vorliebe Englisch gesprochen. Demgegen fiber wird der Täglichen Rundschaut geschrieben: Der Kaiser spricht eine ganze Anzahl von Sprachen. Daß er sich im Französischen so gewandt wie ein Parifer ausdrückt, haben alle Franzosen bezeugt, die sich 7) Jugendfreundschaft. Noman von G. v. SchItppenbach. ( Nachdruck verboten.) Strandhof barg viele Kunstschätze und Gemälde, bunte elektrische Lampen erhellten die hohen, Iuguriös eingerichteten Zimmer. Der Reichtum und der feine Geschmack bildeten ein harmonisches Ganzes. thm nähern durften, von Jules Simon, dem gestrengen Atademifer, bis zu Herrn Meunter, dem millionenreichen Schokoladefabrikanten und Jachtbefizer. Englisch hat der Kaiser von flein auf gelernt. Seine Mutter, die Kaiferin Friedrich, hielt, wie man weiß, die englische Kultur, die ihres Heimatlandes, für eine der deutschen überlegene. Doch darf man nicht vergesfen, daß die Kaiserin Friedrich eine vollkommen deutsche Erziehung erhalten hatte. Ihre Mutter, die Königin Bittoria, die ja nur deutsches Blut in thren Adern und einen deutschen Gemahl hatte, sprach im Familienfreiſe ftets Deutsch. Man warf ihr vor, daß ihr Englisch etnen deutschen Akzent habe. Wenn Thekla dieses alles sab, wenn sie an thr etgenes enges armes Heim dachte, dann war der Gegenfatz ein greller, aber feine unedle Neigung des Netdes erfüllte das Herz Frau Grotenbachs. " Ich bin doch retcher," dachte fie, ich habe noch den Gatten und so viele liebe Kinder." Es ist fein Geheimnis, daß der jetzige Kaiser sich bereits als junger Prinz gegen jegliche UeberIchäzung fremdländischer Art auf Kosten der deutfchen auflehnte. Gerade in dieser Hinsicht trat ein Gegensatz zu seiner Mutter hervor, aber, wenn man um eine Generation weiter zurückgreift, auch zu seiner Großmutter, der Kaijerin Augusta, der weimarischen Prinzessin, die sich bei höfifchen Gelegenheiten viel lieber des Französischen als des Deutschen bediente. Wil helm II. ist ferner im Rufftschen gut bewandert und auch des Italienischen nicht unfundig. Aber wer, heutzutage, beschränkt sich auf die Sprache feines Vaterlanbes? Bu Frau und Kindern, zu seiner Umgebung. des Alltags, mit einem Worte spricht der Kaiser Deutsch, nur Deutsch, und, wenn ein wenig aus der Schule geplaudert werden soll, mit berlinerischer Betonung und, in froher Stunde, mit Anwendung lusttger, berlinischer Redewendungen. Die Kaiserin gar, als holsteinische Prinzessin, ist deutsch vom Schettel bis zur Sohle. Die Kinderstube war ihr Reich. Deutsche waren die Lehrer, Erzieher, Gouvernanten ihrer Kinder. Die Jugendfreundinnen batten lange Gespräche, nach und nach erfuhr Frau Haideck einiges über die Sorgen Theklas, obgleich sie noch viel fitr sich behielt. Der Wunsch, belfend einzugreifen, befestigte sich immer mehr im Herzen der Reichen, nur wußte sie noch nicht, wie sie es am besten anstellen sollte; man verletzt den Armen so leicht. " Mutter, fann ich Dich sprechen?" fragte Karla etnes Tages und steckte den hübschen Kopf durch die Samtportiere zum Schreibzimmer Frau Haidecks. „ Gewiß, Kindchen, was willst Du?" Karla ellte auf die Mutter zu und warf die Arme um fie. " Ich will Dich um etwas bitten." " Sprich Dich aus, wenn es in meiner Macht steht, so soll Dein Anliegen Gehör finden," ermutigte Frau Haideckt ihr Töchterchen. Karlas Augen leuchteten. Ich möchte, daß Evchen immer hier bleibt!" rief sie. Frau Haideck lächelte; war es doch ihr eigener Gedanke gewesen, sie wollte mit ihrer Freundin sprechen, aber es war eine sehr zarte Sache, man mußte sie rich ttg anfangen. Lange schon wünschte Frau Haided eine Damit kann die Legende vom Englischen als deutscher Hofsprache abgetan sein. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser weilt noch immer in Kiel, und bis zum Dienstag war der Termin der Abreise nach Norwegen nicht festgesetzt. Die Angabe, daß das schlechte Wetter im Norden ihn von der Abreise zurückhalte, wird in Berlin unverhohlen mit der Erwartung aufgenommen, daß dieses„ schlechte Wetter" in Norwegen voraussichtItch andauern werde, bis die Rücäußerung Frankreichs zur deutschen Marokkoaktion eingetroffen ist und der weitere Verlauf der Dinge sich übersehen läßt. Vor Fallières Rückkehr aus Holland, die Ende dieser Woche erfolgen soll, wird das aber nicht der Fall sein. Emden und Borkum Kriegshäfen? Wie die Magd. 8tg. erfahren hat, bringt der kommende Reichsetat die Ausgestaltung von Emden und Borkum zu Seebefestig= ungen. Die Umgestaltung zu befestigten Kriegshäfen fet somit nur eine Frage der nächsten Jahre. Noch eine Reichstagserfahwahl. Der Reichstagsabgeordnete Postsekretär Hamecher, Mitglied der Benfrumsfraktion, ist zum 1. August als Oberpostsekretär nach Gütersloh versetzt worden. Nach Artikel 21 der Reichsverfassung verltert ein Mitglied des Reichstages, wenn es im Reichs- oder Staatsdienste in ein Amt mit höherem Range oder höherem Gehalte eintritt, sein Mandat. Die Voraussetzung des Artikels 21 dürfte auf den vorliegenden Fall zutreffen. Hamecher ist 1907 in Cöln- Land mit 27 910 Zentrumsstimmen gegen 17 310 sozialdemokratische und 7830 Itberale Stimmen gewählt worden. Ihren Austritt aus dem Hansabunde haben eine Anzahl Industrieller in Bochum vollzogen, unter ihnen befinden sich: der Generaldirektor des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation, Geh. Kommerztenrat Baare, der Vorsitzende des Zementsyndtfates, Rosenstein, ferner der Syndikus der Bochumer Handelskammer, Wiebe. Von der Gründung einer neuen Ortsgruppe Bochum wird Abstand genommen werden. Die ausgetretenen Herren werden sich vielmehr der in Essen unter Leitung des Geheimrats Kirdorf ins Leben gerufenen Bezirksgruppe anschließen. Auch der Syndikus der Altonaer Handelskammer, Luebbers, hat sein Amt als Geschäftsführer des Zweigvereins Altona im Hansabunde niedergelegt und seinen Austritt aus dem Bunde erklärt. Die Generalversamminng der Landwirtschaftlichen Zentraldarlehnskasse für Deutschland, die am Dienstag in Erfurt unter außergewöhnlich starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche stattfand, nahm mit allen Stimmen gegen die der Vertreter von Posen eine Resolutton an, die die Maßnahmen des Aufsichtsrats zur Gefundung der Finanzen der Zentraldarlehnskasse gutgleichalterige Gefährtin für ihr Kind, aber würde die glückliche Mutter in die Trennung einwilligen? " Soll ich Dir etwas anvertrauen, wirst Du schwetgen, Karla?" " Ich verspreche es Dir, Mutter," lautete die feterliche Antwort. " Ich hatte schon selbst daran gedacht, Dir in Evchen eine Gespielin zu geben und werde mit Frau Grotenbach darüber sprechen." Jubelnd flog Karla ihrer Mutter in die Arme. " Freue Dich noch nicht allzusehr, wir wissen noch nicht, ob Evas Eltern einwilligen werden!" „ D! die tum es, es sind viele Kinder zu Hause und denke Dir, alle zusammen haben nur fünf enge Stuben und feine Pferde und Wagen und Evchen bekommt oft die alten Kleider von Lina." Das verwöhnte Kind konnte sich nicht genug über das wundern, was Klara und Eva ihr erzählt hatten. In den nächsten Tagen fam viel Besuch aus Stralfund und der Umgegend, das gastliche Haus füllte sich. Sum Unglück erkrankte die Hansdame in Strandhof, ein Fräulein Müller. " Tante Anna," sagte Lina in ihrer entschiedenen Art,„ Ich möchte die Wirtschaft übernehmen." heißt. Die Lösung des Vertrages mit der Prengentasse fand die Zustimmung der Versammlung. Die zweite Heffische Kammer hat die sozialdemokra tischen Anträge auf Schaffung einer nationalen Ein heitsschule, die für alle Schüler obligatorisch sein soll, nach mehrstündiger Beratung abgelehnt. Die Neus wahlen zum hessischen Landtag werden nach einem Ausschreiben des Staatsministeriums, wie die„ Darmstäd ter Zeitung" meldet, voraussichtlich auf Freitag den 3. November anberaumt werden. Präsident Fallières in Amsterdam. Präsident Fals Itères ist Dienstag nachmittag 3 Uhr an Bord eines französischen Kriegsschiffes in Amsterdam eingetroffen, In dem Landungspavillon wurde er von der Königin, dem Prinzen Heinrich, den Ertzen der Behörden und den Mitgliedern der französischen Gesandtschaft begrüßt. Die Fahrt durch die beflaggten Straßen nach dem Schloß wurde im offenen Wagen ausgeführt. Dieses Anerbteten wurde dankend angenommen, Lina ergriff mit kundiger Hand die Zügel des umfangreichen Haubalts, fie stand in der großen weißen Schürze am Herde, die Mägde beaufsichtigend, an alles denkend, sich schnell in die freiwillig übernommenen Pflichten zurechtfindend. Der portugiesische Verfassungsentwurf sieht drek Gewalten vor, die gesetzgebende, die ausführende und die richterliche. Die Erste Kammer wird durch direkte Wahl auf drei Jahre gewählt und Nationalrat heißen. Die Zweite, der Rat der Vertreter der Gemeinden, wird zur Hälfte alle drei Jahre zu erneuern sein. Bei Kammern werden vereinigt den Kongreß bilden. Der Präsident der Republik wird von beiden Kammern auf vier Jahre gewählt. Er ernennt und beruft die Minister ab, die durch Botschaften auf alle Fragen ants worten müssen, die aus dem Parlament an sie gerichtet werden. Der Präsident und die Minister sind verant wortlich und können vor einen Gerichtshof der Republik gezogen werden. Alle konstitutionellen Garantien fitr die Entrichtung der Steuern, den Zusammentritt der Kammern, die Wahlen und die individuellen Rechte sind In der Verfassung festgelegt. Es ging wie am Schnürchen und es war für Lina eine Freude, die reich besetzten Vorratskammern unter threr Aufsicht zu haben, in der großen, blitzsauberen Küche schalten und walten zu dürfen, die Linnen und Silberschätze des reichen Hauses herauszugeben und das Decken der langen Tafeln zu beaufsichtigen. Das Kleine Nachrichten. Die Prinz Heinrich- Fahrt nahm Mittwoch früh vom Kurgarten in Homburg aus ihren Anfang und geht am ersten Tage bis Göln. Der zweite Tag bringt die Fahrer bis Münster t. W. und die letzte Strecke auf deutschem Boden führt von Münster nach Bremerhaven. Dort erfolgt die Ueberfahrt per Schiff nach England, und von Southampton beginnt eine Fahrt durch Eng land und Schottland, die zehn Tage umfassen wird. Feriensonderzüge. Die Eisenbahnverwaltung in Berlin hat durch Einrichtung einer großen Zahl von Sonderzügen dafür gesorgt, daß sich auch die weniger Bemittelten eine Reise gönnen fönnen. Insgesamt werden 325 Feriensonderzige abgelassen werden. Eine Stiftung zur Bekämpfung der Tuberkulose. Der Rentner Leopold Rischard aus dem luxemburgischen Wiltz hat der Luremburger Liga gegen Tuberkulose zum Bau eines Sanatoriums 250 000 Mart vermacht. Die Mitglieder der türkischen Studienkommission trafen am Dienstag vormittag, wie aus Duisburg ge meldet wird, furz vor 10 Uhr mit einem Dampfer, aus Düsseldorf fommend, auf den Kruppschen Werken bet Rheinhausen ein und besichtigten eingebend die dortt gen Anlagen. Nachmittags fand eine Besichtigung der Säfen statt. Die ansständigen Safenarbeiter verursachten aestern in Manchester große Unruhen dadurch, daß sie die Beförderung der Waren auf die Märkte zu verhindern suchten. Es tam zu ernsten Zusammenstößen mit der Bolizet, die sich geamungen fah, militärische Hilfe herbeizuholen, um die Ruhe wieder herzustellen. E3 wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Bu ffandalölen Vorgängen fam es gestern auf dem Festplatze des Rheinischen Sängerbundes in Göln, wo zahlreiche Beltinhaber gegen die Herren der Festleitung vorgingen und sie mit Steinen bewarfen. so daß die Polizei einschreiten mußte. Alsdann zerstörten die Er zedenten die Einfriedigung des Festplatzes, worauf PoItzisten die Ein- und Ausgänge besetzten und weitere Ausschreitungen verhinderten. Nach dem Genuß von Spelfeels erkrankt. n Neuenahr starb gestern der Bearinder und Aufsichtsratsvorsitzende der Ankerwerfe ftiengesellschaft, Rent ner Hugo Hengstenberg aus Bielefeld. Er ertranfte vor acht Tagen mit fiinfzehn anderen urgästen nach dem Genuß von Sveifecis. Einer der Erfrantten starb sofort; mehrere find jetzt noch frant. Ein Großfener mittet in dem Schwarzwaldstädtchen Engen. Das enter, das in einer Scheune ausgebrochen war. hatte sich bei dem herrschenden Ostmind schnell verbreitet und bereits 15 Säufer zerstört. Do es sehr heiß und trocken ist. und der Brand in der Altstadt mittet. so besteht die Gefahr. daß ganze Straßenzüge ein Raub. der Tommen werden. Seine rant erschlagen hat in der Sillerheide bet Recklinghausen der 58 Jahre alte Tabatarbetter Romanec. Man fand die Frau mit einer furchtbaren Kopfwunde tot in einem wenig benutten Zimmer der Schmücken derselben mit Blumen überließ Lina gern den jüngeren Mädchen. " Lina ist die Prosa, aber eine sehr wohltuende," hatte Frau Grotenbach threr Freundin geschrieben, daran dachte Frau Haided jetzt oft. Frisch und blühend erschten die neue Hausdame zu den Mahlzeiten in th= ren einfachen hellen Sommerkleidern, die sie selbst nähte; sie war froh, ihrer freundlichen Wirtin hilfreich fein zu können. " Ich möchte Lina ebenfalls hier behalten," dachte Frau Haideck, aber wird Thefla mir beide Töchter abtreten?" Grotenbachs waren schon vier Wochen in Rügen; da überraschte sie eines Morgens Alfred, der, mit der russischen Familie aus der Schweiz tommend, cinige Tage mit ihnen in Saßnitz bleiben wollte. Das war ein Jubel! Ein ganzes Jahr hatten sie ihren Aeltesten nicht gesehen. Er umarmte sie lachend der Reihe nach, feine Mutter füßte er besonders innig. " Du flebst ganz rosig aus, Mutti," sagte der junge Arat glücklich, dann wandte er sich an Frau Haideck und dankte ihr warm, daß sie so gütig gegen die Seinen gewesen war. Es ist mir selbst die größte Freude, so liebe Gäste in Strandhof willkommen zu heißen; ich hoffe, Sie bletben lange in Saßniz und sind oft hier," entgegnete Frau Haided herzlich. „ Leider reisen wir bald weiter, gnädigste Frau." " D, nennen Sie mich auch Tante Anna, wie alle Ihre Geschwister." Alfred füßte dankend ihre Hand, die sie ihm entgegenstreckte. " Das ist ein prächtiger Mensch," dachte Frau Hatdeck bei näherer Bekanntschaft mit Alfred Grotenbach, ,, und wie schön ist sein Verhältnis zur Mutter!" ( Fortsetzung folot.) ett fid ger ten ter na bör bie Ja gen bea gef tr fati 000 Tize apr Roc non nen bor Fill Ber Dr biel Nu gro 600 Be 100 Ne der fie lah bis Tite der ma dar nen 410 西 gen ma nad lun be eugentaffe Idemotras Ten Ein fein soll, Die Neus nem Aus Darmstäd g den 3. Dent Fals Ord eines getroffent Königin, rden und begript m Schloß teht dret ende und direkte t heißen. meinden, int. Bet elt. Der mern auf die Mis gen anta gerichtet verant Republit tten fitr tritt der echte sind Frith vom geht am ringt die rede auf terhaven. England, rch Eng vird. tung in Bahl von weniger nsgesamt It. Serkulose. urgischen berkulose vermacht. mmiffion burg ges ofer, aus rfen bet te dortta Jung der Sten gedaß ste zu ver= tenstößen iche Hilfe len. Es auf dem Jöln, wo eftlettung daß die t die Gr rauf Po5 wettere nft. 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Durch Verwechslung zweier Flaschen ist in einem Berliner photographischen Atelier ein schwerer Unfall herbeigeführt worden. Aus Versehen ergriff ein Arbetter statt einer Bierflasche eine andere, die eine giftige Lösung enthielt, und trant daraus. Er brach sofort zusammen und starb nach wenigen Minuten. Die schwarzen Boden in Stendal. In Stendal tst fett ein fünfter Fall von Erkrankung an schwarzen Pocken festgestellt worden. Acht Frauenmorde hat in Atlanta( Nordamerika) ein unbekannter Mann verübt. Sämtliche Morde sind in der gleichen Weise ausgeführt worden: Stets an etnem Sonnabend schlich sich der Mörder hinter sein Opfer, ergriff es bet den Haaren und durchschnitt ihm mit einem Rastermesser die Schlagader. Volkswirtschaftliches. Das Ergebnis der Wohltätigkeitsanstalten für die Angehörigen der Reichspost wird jetzt vom Reichspostamt den Verkehrsanstalten vom letzten Jahre mitgeteilt. Die Post unterstützungsfasse verausgable im Rechnungsjahr 1910 an Erziehungsgeldern 170 496M, an fortlaufenden Unterstübungen 225 932 M., an Ruhenehältern für Postillione 40 908 M. usw. Ihre gesamten Ausgaben betrugen 724 799 M. Im einzelnen erhielten 8455 Hinterbliebene von Unterbeamten 459 231, 738 Unterbeamte 47 720 M., 309 Postillione 49 387 M., 530 Hinterbliebene von Postillionen 44 085 M., 11 Beamte 1180 M. usw. Das Vermögen der Kasse beträgt jetzt 990 150 M. Die Katser- Wilhelm- Stiftung für die Angehörigen der Reichspost- und Telegraphenverwaltung verfügt jetzt über ein Vermögen von 702 850 Mart. Sie verteilte an 72 Söhne und 1 Tochter 13 150 Mark, an Netfestipendien 3600 M. Lebensversicherungen von Unterbeamten mit einem Zuschuß von 17 Prozent der Prämte aus der Reichstasse bestehen tett 11 653 über 16 463 010 M. Versicherungen ohne Prämienzuschuß 41 661 über 120 851 799 M. Der Sterbekas= senverein für Reichspostbeamte hatte Ende 1910 ein Vermögen von 1 159 879 M. und 8012 Mitglieder mit 6 516 000 M. Versicherungssumme. Die 41 Postspar- und Darlehnsvereine haben 219 418 Mitglieder mit einem Guthaben von 65 577 837 M. Die Post trantentaf= sen haben 50 573 Mitglieder und 1325 021 M. Gins nahmen. Aus den Gerichtssälen. Die Wertzuwachsstener trägt der Verkäufer. In etnem reichtsgerichtlichen Urteil vom 26. Juni tst die vor einiger Bett von dem Landgericht Berlin und dem preußischen Kammergericht entgegengesetzt beurteilte Streitfrage, zu wessen Lasten die Wertzuwachssteuer bei einem getätigten Verkauf fällt, endgültig dahin entschieden worden, daß die Wertzuwachssteuer vom Verfäufer zu tragen ist. Wegen Beleidigung des Wandervogelbundes hatte sich vor der Straffammer des Landgerichts in Göttingen der Rittergutsbesizer Wilhelm Jansen aus Berlin, früher in Friemen im Kreise Eschwege, zu verantwor= ten. Jansen ist Mitbegründer des Wandervogel" und war im Jungwandervogel Vorsitzender des Eltern- und Freundesrats. Nachdem sich jedoch herausgestellt hatte, daß Jansen homosexuell veranlagt war, mußte er fämtliche Aemter niederlegen und aus dem Verein austreten. Darüber erbittert, versandte Jansen an die Eltern- und Freundesräte, an die Führerschaften und an verschiedene Schuldirektoren ein Rundschreiben, in dem er behauptete, im Wandervogel, auch in der Führerschaft, befänden sich zahlreiche homosexuell veranlagte Männer. Settens des Kultusministeriums wurde nun dem jetzigen Bundesleiter, Professor Henkel- Göttingen, nahegelegt, gegen Jansen Strafantrag wegen Beleidtgung zu stellen, wenn der Wandervogel" einer behördlichen Auflösung entgehen wolle. Daraufhin stellte die Bundesleitung des Wandervogels Strafantrag, und Jansen hatte sich vor der Göttinger Straffammer we= gen Beleidigung zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte in der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführten Verhandlung drei Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf 300 Mark Geldstrafe und Publt= fationsbefugnis in dem Verbandsorgan„ Alt- Wandervogel". Vermischtes. Er öffnete 35 000 Mark unterschlagen. Die Frankfurter PoItzet verhaftete einen 18 Jahre alten Schneider Jezyrny, der am 1. Junt in Begleitung des Banklehrlings Kochannowskt aus Posen durchgegangen war. Kochannowski hatte 35 000 Mart unterschlagen, die er in et= nem Geldbriefe zur Post bringen sollte. vorsichtig das Kuvert, nahm die Banknoten heraus und füllte den Brief wieder mit Papierschnißeln. Die zwet Verbrecher fuhren erst nach Berlin, dann nach Leipzig, Dresden, Cassel und kamen dann nach Frankfurt. Hier hielten sie sich etwa 14 Tage auf und gaben sich als Russen aus. Ste frequentierten alle Bars und machten große Ausgaben. In einer Bahr verzehrten sie allein 6000 Mark. Kochannowskt ist am Sonntag abend in Begleitung einer Bardame nach Straßburg abgereist, wo er gestern früh verhaftet wurde. In seinem Besize wurden noch 14 000 Mark vorgefunden. Die Gluthike in Amerika. Nach einem Bericht des Nenyorker Wetterbureaus ist seit dem Jahre 1881 feine derartige Higwelle über Neuyork dahingegangen, wie sie jetzt das gesamte Leben in der Hudson- Metropole Tahmlegt. Die Temperatur war, wie berichtet, gestern bis auf 40.5 Grad Celsius in den Straßen der Stadt ge= sttegen. Nicht weniger als sechzehn Opfer hatte gestern der Hizschlag allein in der Stadt Neuyork gefordert, während Tausende infolge der gewaltigen Hize frank darnieder Itegen. Auf den Polizei- und Sanitätsstatio= nen werden die ohnmächtig Gewordenen oder die vom Stzschlag Getroffenen in Massen etngeliefert. Der Geschäftsgang ist gestört. Nur die unbedingt notwendigen Geschäfte werden erledigt; es wird nur gekauft, was gerade sein muß. Wer es ermöglichen kann, fährt nach Coney Island, wo das nahe Meer ein wenig Kühlung bringt. In den ärmeren Stadtteilen werden tagsüber Stühle, Decken und Matten in den Schatten der einen Häuferreihe der Straßen gebracht, und auf ihnen Ein Wahnsinniger als Flugpassagier. sigen und liegen Tausende von Menschen, die den Staub und Straßenlärm der erdrückenden Schwile im Innern der Wohnungen vorziehen. Nachts schlafen viele auf der Straße, und die Polizei läßt sie gewähren. - Der Kampf gegen die langen Hntnadeln. Nunmehr hat auch die fgl. Eisenbahndirektion Altona gegen die übermäßig langen Hutnadeln der Damenwelt Front gemacht. Im neuesten„ Amtsblatt" ist eine Verfügung enthalten, wonach die Fahrbeamten berechtigt sind, Da= men mit langen Hutnadeln, deren Spizen ohne Schutzhülsen sind, ohne weiteres von der Fahrt auszuschlie= ßen. Entweder sollen die betreffenden Damen die Hutnadeln entfernen oder falls sie dies nicht wollen von der Mitfahrt ausgeschlossen werden. Carusos Stimme vor Gericht. Caruso hat gegen den hervorragendsten italtentschen Laryngologen, Profeffor de la Vedova aus Matland, eine Klage ange= strengt, well dieser, der ihn zweimal bei Erkrankung des Kehlkopfes behandelt hat, in einer Mailänder Zet= tung erklärte, daß die Stimmkraft Carusos schwer beeinträchtigt gewesen set. Der Sänger verlangt eine Million Schadenersatz, da durch diese Veröffentlichung ein ungünstiger Eindruck auf die Impresarios entstanden set, mit denen er neue Abschlüsse vorbereitete. Er erklärt, der Arzt habe sich rächen wollen, well Caruso fich geweigert habe, 50 000 Frank für eine leichte Ope= ration an der Kehle zu zahlen. Vedova habe sich nach langen Verhandlungen dazu verstanden, diese Summe auf 20 000 Frank zu ermäßigen. Eine Gesundbeterin für„ unglücklich Liebende" treibt gegenwärtig im Westen Berlins thr Unwesen. Ste knüpft auf der Straße Bekanntschaften mit jungen Dienstmädchen an, behauptet, daß das Mädchen schlecht aussehe und unbedingt Liebeskummer haben müsse. Nur sie allein set mit Hilfe des 7. Buches Moses, das thr durch Erbschaft überkommen ist, tmstande, die Liebende von ihrem Kummer zu befreien. Sie verlangt dann, daß ihr Opfer ihr die gesamten Schmucksachen und alle Ersparnisse für einige Zeit ausfolge. Sie müs= se mit dem Gelde eine Wallfahrt antreten und am Bier die Gold- und Silbersachen des Mädchens an dem Altar einer Heiligen, deren Namen sie verschweigt, niederlegen. Obwohl dieser Schwindel ungemein plump ist, hat die Gaunerin doch ein Dußend junger Mädchen um thre Ersparnisse gebracht. Eins erstattete schließlich Anzeige bei der Schöneberger Kriminalpolizet, die nun weitere Recherchen anstellt. Bisher ist es nicht gelun= gen, der„ Gesundbeterin" habhaft zu werden. Die„ Nachbarfeste" in Bocholt. Aus Bocholt( Westfalen) wird der Frff. 3tg." geschrieben: Zurzeit sind hier wieder die„ Sünt Jansfeiern", dte sogenannten Nachbarfeste, an der Tagesordnung. Einem alten Brauch entsprechend, sind die Anwohner der meisten Straßen zu sogenannten„ Nachbarschaften" vereinigt, metst 20 bis 50 Familen umfassend, die gemeinsame Interessen vertreten und sich im Bedarfsfalle gegenseitig Hilfe leisten. Die Nachbarfeste nun haben den Zweck, dte Bekanntschaft der Nachbarn zu vermitteln, was bet gemeinschaftlichem Kaffee, bet einem Faß Bier und, wo die Räumlichkeiten dies gestatten, bet einem Tänzchen stattfindet. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch ein " Kranzherr" und eine Kranzfrau" gewählt und ein gemeinsamer Umzug durch die Nachbarschaft gemacht. Dabet gibt es häufig komische Aufzitge; so wurde kürzItch bei einem Nachbarfefte im nahen Bergsken die Kranzfrau hoch zu Roß durch die Nachbarschaft geführt, was nicht wenig Aufsehen erregte. Einen lehrreichen Ueberblick über den Bierver: brauch der verschiedenen Völker gibt eine Statistik, die in einer französischen Zeitschrift veröffentlicht wird. Danach fällt der Ruhm", die größten Biertrinker der Welt zu sein, uns Deutschen zu, produzieren wir doch jährlich rund 73 Millionen Hektoliter Bier, von denen trotz der Ausfuhr doch der weitaus größte Teil im Lande verbraucht wird. Auf jeden Deutschen entfallen damit jährlich 137,3 Liter. An zweiter Stelle stehen die Amerikaner mit einer Bierproduktion von 63% Millionen Hektolttern, so daß auf den Kopf der Bevölkerung 75,6 Liter im Jahre entfallen. England steht mit 54 Millionen Hektolitern und 127,3 Lttern für den Kopf der Bevölkerung an dritter Stelle, Desterreich folgt mit 19 Millionen Hektolitern, wobet 64,3 Ltter auf jeden Desterreicher kommen. An fünfter Stelle steht Frankreich in dieser Statistik mit seiner Bierproduktion von 14 Millionen Hektolitern vor Italien, das mit nur 250 000 Hektolitern in der Bierindustrie der Welt ohne Bedeutung ist. Das Ladenfräulein mit dem Lasso. Eine mutige Tat hat Fräulein Jane Litmar, ein junges Mädchen von 18 Jahren, in Neuyork ausgeführt. Sie stand allein in dem Eisenwarengeschäft thres Bruders, als sie einen großen Kerl hereintreten sah, der auf seiner Schulter einen Sack aus grober Leinwand trug. Der Mann, über einen Kopf größer als das Fräulein, schütt= tete den Inhalt seines Sackes, Zinkgerät, Bleirohre, Hammer, Zangen und allerhand anderes Werkzeug, auf den Boden des Ladens aus." Wollen Sie mir das abfaufen?" fragte er.„ Wir kaufen nichts, wir verkaufen nur", erwiderte das junge Mädchen. Dabei warf ste einen Blick auf die Sachen, und es war ihr, als er= kenne sie einen Teil davon wieder. Dieses Werkzeug da", sagte sie ,,, tst zum großen Teil uns gestohlen. Diese Zangen, diese Hammer stammen aus unserem Laden." Aufgebracht erhob der Mann heftigen Widerspruch, und, indem er alsbald die auf dem Boden verstreuten Sachen wieder einzusammeln begann, brummte er mit drohender Miene allerlei vor sich hin. Schließlich aber hatte er sich doch beruhigt, hob den Sack auf seine Schulter und wandte sich dem Ausgang zu. Während er aber am Boden beschäftigt war, hatte Fräulein Litmar heimlich einen Knäuel dicke Schnur ergriffen, die zum Verpacken der Ware diente, und daraus eine laufende Schlinge ge= macht. In dem Augenblick, wo der Mann zur Tür hinaustreten wollte, schleuderte sie mit sicherer Hand diesen Lasso nach seinem Kopfe, und als es um seinen Hals lag, zog sie es so fest, daß er hinstürzte und fast erwürgt wurde und band die Schnur an einem Fuße des schweren Ladentisches fest. Dann rtef fie telephonisch die Polizei herbet. Als diese kam, war der Mann beinahe erstickt, sodaß er zunächst einem Arzte anvertraut werden mußte. Das Fräulein aber war froh, endlich den gefährlichen Gast los zu sein; der Ruhm ihrer kalten Entschlossenheit ist jetzt über ganz Neuyork vers breitet. Aus Bukarest wird der Inf." geschrieben: Bek den Schauflügen des rumänischen Fliegers Tardescn in der Nähe von Jassy ereignete sich, wie die dortigen Blätter berichten, ein schreckensvoller Vorgang, der nur durch die unglaubliche saltblütigkeit und eiserne Ruhe des Flugzeuglenkers einen glücklichen Ausgang nahm. Tardescu war am vorigen Donnerstag nachmittags 4 Uhr vor einer großen Zuschauermenge aufgestiegen und hatte in seinem Flugapparat einen Arzt, Dr Delle, als Passagier mitgenommen. Der Arzt ist ein in der Gegend angesehener Mann, der bisher als durchaus geistig gesund galt. Der Flieger stieg unter dem Jubel des Volkes auf seinem Bleriot- Eindecker mit großer Geschwindigkeit in die Luft und hatte ungefähr eine Höhe von 400 bis 500 Metern erreicht, als man plötzlich wahr= nahm, daß er anscheinend ohne jede Ursache den Abstieg wieder vornahm. Als der Flugapparat ungefähr auf 60 bis 80 Meter heruntergekommen war, meriten alle, daß sich in dem Apparat anscheinend ungewöhnliche Vorgänge abspielten. Besonders der Passagier Delle zeigte eine Unruhe, die der Sicherheit des Flugapparates gefährlich werden konnte. Nur Tardescu schien wie aus Marmor an seinem Steuer zu sitzen, ohne fich um die Bewegungen seines Passagiers zu fümmern. Mit vieler Mühe gelang es ihm endlich zu landen, als die Spannung des Publikums aufs Höchste gestiegen war, da man inzwischen schon einige Sekunden vorher die lautschreiende Stimme Delles, die das Sausen des Propellers übertönte, vernommen hatte. Als der Flug= apparat gelandet war, wußte immer noch niemand, worum es sich handelte, da Tardescu anscheinend halb ohnmächtig und unfähig war, ein Wort von sich zit geben, während Delle mit den Händen gestikulierte und zusammenhanglose Worte sprach. Man ahnte beretts das Furchtbare, als Tardescu die wenigen Worte sagte: " Führt ihn fort!" Der Passagier wurde sofort in sicheres Gewahrsam genommen. Nach einigen Minuten hatte sich Lardescu so weit erholt, daß er eine Schilderung der Vorgänge geben konnte. Als er sich mit setnem Passagier auf ungefähr 200 Meter erhoben hatte, begann der Passagier plößlich sehr aufgeregt zu werden und erklärte, daß er den Drang in sich fühle, aus dem Flugapparat zu springen. Er bat den Flugzeuglenter flehentlichst, sofort wieder niederzugehen, da er Schwinbelgefühle habe. Der Flieger versuchte, seinen Passagier zu beruhigen. Es gelang ihm aber nicht, sondern er merkte bald, daß er einen Wahnsinnigen vor sich habe, der tatsächlich imstande set, aus dem Flugapparat zu springen. Ja, der Passagier machte sogar Anstalten, mit einem Messer nach ihm zu werfen, Der Flieger entschloß sich also, herunterzugehen und teilte dies dem Passagier durch das Sprachrohr mit. Bei dem Passagier schien aber inzwischen heller Wahnsinn ausgebrochen zu sein, er führte irre Reden und brüllte unaufhörlich. Es war ein furchtbarer Kampf tit den Litften um Leben und Tod, da der Flieger alles aufbot, seinen Passagier zu beruhigen. Es verflossen noch einige schreckliche Minuten, bis es ihm endlich glückte, zu landen. Er hatte aber seine Kräfte während dieser ner= venaufreibenden Minuten völlig erschöpft und konnte an dem Tage nicht mehr daran denken, seinen Aufstieg noch einmal zu wiederholen. Drabtnachrichten und Deuestes. Antritt der Nordlandreise des Kaisers. Kiel, 5. Jult. Die Hohenzollern mit dem Katfer an Bord hat heute morgen 4 Uhr die Fahrt nach Norwegen angetreten. Vom Dentschen Rundflug. Nordhausen, 5. Jult. Heute erfolgte der Start auf der Strecke Cassel- Nordhausen, wo die Ueberharzflüge stattfinden sollen. Vollmöller ist um 6,15 ubr auf dem hiesigen Flugfeld gelandet, Püchner um 6,30 Uhr. Wincziers traf etwas später ein, da er eine Zwi schenlandung in Bleicherode vornehmen mußte. Der Flieger Hanuschke hat sich von Münden ab verflogen und ist um 7,22 Uhr bet Hörter gelandet. Auf der Suche nach Richter. Berlin, 5. Jult. Zur Angelegenheit des ent= führten Ingenieurs Richter wird dem Lokalanzeiger" aus Saloniki gemeldet, daß aus der bisher von den türkischen Behörden geführten Untersuchung hervorgehe, daß Richter noch im Olympnebiete meile. Es haben sich Anhaltspunkte für die Entdeckung der richtigen Spur gefunden und man hofft, in drei bis vier Tagen Fühlung mit den Räubern nehmen zu können. Mobilmachana in Montenegro. Wien, 5. Juli. Wie die„ Neue Freie Presse" aus Gettinje meldet, hat die Regierung dem Doyen des diplomatischen Korps und dem russischen Gesandten mitgeteilt, daß Montenegro durch die Mobilisterung seitens der Türket gezwungen werde, ebenfalls mobil zu machen. Der Befehl zur Mobilmachung ist bereits an einige Grenzgarnisonen abgegangen. Die Size in Amerika. Renyork, 5. Juli. Die Hiße erreichte gestern mit 105 Grad Fahrenheit ihren Höhepunkt. Während der letzten 24 Stunden ereigneten sich in Neuport 19, im ganzen Osten mehr als 300 Todesfälle infolge der Hize. Die Zahl der Erkrankungen ist nicht fontrollierbar. Die Zustände in den ärmeren Vierteln, wo die Bevölkerung größtenteils auf Feuerleitern und Dächern die Nächte verbringt, sind erbärmlich. Die Wetgerung der Behörden, die öffentlichen Parts in der Nacht offer zu halten, begegnet großem unwillen. Am gestrigen Nationalfeiertage verzeichnete man die stärkste femals registrierte Frequenz auf sämtlichen Bahnen, Booten und Fehren. Mindestens eine Million Men= schen verließen die Stadt, obgleich in der ganzen Um gebung gleichfalls die höchste Temperatur anhielt. Das Wetterbureaut in Washinaton meldet feinerlei Aussicht auf Aenderung. Die Selbstmorde nehmen infolge der Size starf zu. Handel und Verkehr. Caffel, 4. Jult. Schlachtviehpreise. A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben, ungejocht. Schlachtgewicht 87 bis 90 M. 6) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 84-86 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 85-86 M., b) vollfleischige junge 79-83 M. E. Färfen und Kühe: a) vollfletschige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 83-85 M., b) vollfleischige ausgemästete ühe höch= ften Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 81-82.A., c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 78-80 M., d) mäßig genährte ühe und Färsen 70-75 M. 2. Rälber: a) Doppellender feinster Mast Lebendgewicht 8, 5) fetiste Mastfälber , c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 54 bis 57 8, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 51 bis 53, e) geringere Saugfälber 48-50 8. 3. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere MastHammel Schlachtgewicht 88-90 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 85 M 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Allogramm Schlachtgewicht- M., b) vollfleischige von 120-150 Allogr. 57-58 M., c) vollfleischige von 100 bis 120 Kilogr. 56-57 M., D) vollfleischige von 80-100 Kilogr. 54-55 M Auf 1. Auguft wird ein aufgewedter kaufm. Lehrling gesucht, mit sauberer Handschrift. Cofortige Vergütung. Demselben ist Gelegenheit Geboten, sich gründliche Stenntniffe anzueignen. Gefl. Off. u. R E. 830 an die Ge schäftsstelle ds. Blattes. [ 23/11 Bu sofort gesucht unmöbliertes Zimmer möglichst parterre. 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