er Kunt En tion, AusTätter Ueberall zu haben. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 82. - Telephon: Nr. 362. Giessen und die Frankfurter Universität. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer Donnerstag den 6. April 1911 Steuerangelegenheiten wurde, besonders in der Zeit der Reklamationen und Steuerveranlagung, von der be= stehenden Einrichtung hinreichend Gebrauch gemacht. An= Neben den erteilten Auskünften erfolgte auch die Zu diesem aktuellen Thema erhalten wir aus Stu- fertigung der erforderlichen Schriftstücke( Gesuche, Eindentenkreisen folgende Zuschrift: aus Die Frage einer Universitätsneugründung in Frank furt scheint von den Gießenern mit allzu großem Zutrauen zu der Anziehungskraft der hessischen Landesuniversität angesehen zu werden. Das zeigt sich dem Verhalten der Stadtverordneten, das beweisen auch die Zuschriften an die Zeitungen. Man meint, durch gute Einrichtungen und nur erste Lehrkräfte die hessische Landesuniversität in Stand setzen zu können, sich weiterhin zu entwickeln trotz der neuen Universität. Dabei übersehen die Gießener aber, daß besonders für die Angehörigen der philosophischen Fakultät in Hessen auf einige Zeit auf Anstellung nicht zu rechnen ist. Ich meine besonders die Lehramts referendare. Infolge der preußischen Bestimmung, feine Lehramtsreferendare, die in Hessen Examen gemacht haben, mehr in PreuBen anzustellen, sehen sich viele Lehramtskandidaten genötigt, während ihrer drei letzten Semester an eine preuBische Universität zu gehen und dort ihr Examen zu machen. Denn dann haben sie viel mehr Aussicht auf baldige Anstellung, als das in Hessen möglich ist, wo ja geradezu Ueberfluß an Lehramts referendaren vorhanden ist. Aus welchem Grunde sollten nun Leute aus Starfenburg oder Rheinhessen, die sich dem höheren Lehr fach widmen wollen, nach Gießen gehen, wo sie doch nicht ihr Examen zu machen gedenken, da sie ja keine Aussicht auf baldige Anstellung haben? Sie werden von Anfang an in Preußen studieren und in den er sten Semestern nach Frankfurt gehen, das ihnen ja am nächsten liegt. Wenn man nun meint, ein Student könne sich in dem Geschäftsgeist einer Großstadt wie Frankfurt nicht heimisch fühlen, er wolle eine Rolle in seiner Universitätsstadt spielen und ziehe deshalb eine kleinere Stadt vor, so paßt das vielleicht auf frühere Zeiten, aber jetzt nicht mehr. Im Gegenteil, heutzutage, wo die akademische Freiheit ganz anders aufgefaßt wird wie früher ( nicht nur von Studenten), sucht der Student Großstädte zum Studium auf, weil ihm diese mehr zu bieten vermögen, sowohl inbezug auf das Studium wie auch auf das Leben. Der„ Bursch" ist nicht mehr der, der er früher war; er ist Lebemann geworden. Dazu kommt noch, daß Frankfurt infolge der gro= zen zur Verfügung stehenden Geldmittel in der Lage sein wird, seine Universität mit den modernsten Ein richtungen zu versehen und ihr ausgezeichnete Lehrkräfte zu geben, wie es in Gießen nie möglich sein wird. GieBen übt schon heute nicht allzu große Anziehungskraft auf die Studenten aus; denn ein so ungebundenes Leben, wie es etwa in Marburg möglich ist, ist hier geradezu unmöglich. Marburg wird großen Schaden durch eine Universität in Frankfurt erleiden; in Gießen wird der Schaden geringer sein, aber immerhin nicht so gering, daß man die Gründung der Frankfurter Universität mit so vertrauensseligen Augen ansehen dürfte, als der Fall ist. Aus Stadt und Land. es Gießen, den 6. April 1911. Gießen, 6. April. Der Wettersturz hält an. Das Thermometer zeigte heute morgen 4 Grad. Die bereits vielfach aus den Knospen hervorgetretenen Pflan zen und Sträucher sind ein Opfer des Frostes geworden, und in Gärten und Feldern hat die Saat gelitten, die infolge der warmen Witterung der vergangenen Woche bereits verschiedentlich weit vorgeschritten war. - eine * Gießen, 6. April. Aus dem Verwaltungsbericht des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen über den Stand der Provinzialverwaltungsangelegen heiten entnehmen wir folgendes: Die Provinz Oberhes sen hat nach der am 1. Dezember 1910 stattgefundenen Bei den Unterhaltungs3ählung 309 211 Einwohner. fosten der Kreisstraßen ist in folgenden Kreisen Ersparnis zu verzeichnen: Alsfeld( rund 1303 Mark), Büdingen( 5091 Mt.), Friedberg( 4859 M.), Gie= Ren( 3706 Mk.), Lauterbach( 1326 Mt.), Schotten ( 3733 Mt.). Bezüglich der Einnahmen und Ausgaben der Provinzialkasse stellt sich der Abschluß folgender maßen: Einnahme 948 279 Mt., Ausgabe 887 259 Mt. - Gießen. Die Rechtsberatungsstelle des Evang. Arbeitervereins erfreute sich auch im zweiten Jahre ihres Bestehens eines regen Zuspruchs. Neben Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherungsangelegenheiten waren es Fragen der Gesindeordnung, des Gewerberechts, Bürgerl. Gesetzbuchs, Zivilprozeß= ordnung, Strafrecht 2c., bei denen die Beratungsstelle ihre Dienste zur Verfügung stellen konnte. Auch in 1 usw.) durch die Beratungsstelle. Leider mußte auch gaben, Berufungen, Errichtung von Privattestamenten daß die Ratsuchenden, besonders in Unfall- und Invaim verflossenen Jahre die Erfahrung gemacht werden, lidenversicherungsangelegenheiten, die Beratungsstelle in der Regel erst aufsuchen, wenn sie mit ihren Ansprüchen rufungsfrist versäumt haben. Ebensoviel wird dadurch in allen Instanzen abgewiesen worden sind, oder die Begesündigt, daß die den Versicherten beim Austritt aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung ausgehändig ten Invalidenkarten achtlos beiseite gelegt werden und erst wieder zum Vorschein kommen, wenn die Ansprüche an die Versicherungsanstalt bereits verloren gegangen find. Obwohl die Sonntags im Vereinslokal( Herberge zur Heimat) stattfindenden Sprechstunden in erster Linie für die Mitglieder und deren Angehörigen bestimmt sind, steht die Beratungsstelle auch minderbemittelten Nichtmitgliedern, besonders auf dem Gebiet der Arbeiterversicherung 2c. unentgeltlich zur Verfügung. * Gießen, 6. April. Wie wir hören, ist die schöne Anregung unserer Landesfürstin, einen allgemei= nen hessischen Blumentag zum Besten der Mutter- und Säuglingsfürsorge zu veranstalten, fast überall im Lande freudig aufgenommen worden. Ueberall haben sich nunmehr die definitiven Komitees der einzelnen Kreise ge= bildet und in allen Städten und in den meisten Landgemeinden bestehen örtliche Ausschüsse oder Kommissioneh zu seiner Durchführung. Naturgemäß muß ja die Durchführung eines solchen allgemeinen Blumentages sich ganz den örtlichen Verhältnissen anpassen und in Stadt und Land deshalb verschieden sein. In den Städ ten ruht der Schwerpunkt der ganzen Veranstaltung in dem allgemeinen Blumenverkauf auf den Straßen. In den kleineren Landorten läßt sich dieser natürlich nicht überall durchführen. Dort werden an vielen Orten gemeinverständliche Vorträge von Aerzten, Geistlichen, Lehrern oder anderen geeigneten Personen über die Mutter- und Säuglingsfürsorge gehalten, bei denen am Eingang gegen ein paar Pfennige Eintrittsgeld Maßliebchen überreicht werden. In anderen Orten sollen populäre Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen abgehalten werden. Wiederum in anderen Orten werden die Schulfinder, festlich gekleidet, mit Kränzchen im Haar und dem Blumenförbchen in der Hand, unter Leitung der Lehrer in den Häusern herumgehen und ein kleines Verschen aufsagen, um jedermann zu einer kleinen Gabe für die Kleinsten der Kleinen zu ermuntern. Es ist eine Freude zu sehen, wie in vielen Orten förmlich ein Wettbewerb von Anregungen entstanden ist und wie keine Gegend unseres Hessenlandes hinter der anderen zurückbleiben will. Alle diejenigen, welche bereit sind, in irgend einer Weise in den Dienst der guten Sache zu treten, werden aufgefordert, sich ohne besondere Aufforderung an das Komitee ihres Kreises( Adresse: Großh. Kreisamt) zu wenden. Jedermann ist willkommen! vom Gießen, 6. April. Der Bezirk Gießen Gabelsbergerscher Stenographen hielt am Sonntag in Nidda seine Frühjahrs- Vertreter- Versammlung ab. Vor Eintritt in die Verhandlungen fand ein Wettschreiben in den Abteilungen von 60 bis 260 Silben statt, wozu Verein Nidda 11 Ehrenpreise gestiftet wurden. Das Wettschreiben hatte 175 Teilnehmer aufzuweisen, wovon 122 Arbeiten mit Preisen bedacht werden konnten, auBerdem gelangten die 11 Ehrenpreise zur Verteilung. Von den 122 Preisen entfielen auf Gießen 49 Preise und 2 Ehrenpreise. Der Bezirk Gießen hat seit letzter 125 Zählung am 1. Juli 1910 eine Zunahme von Mitgliedern aufzuweisen. Die Wettschreibordnung wurde dahingehend abgeändert, daß der Einsatz von 20 Pfg. auf 30 Pfa. erhöht wurde. Der diesjährige Verbandstag( Hessisch- nassauischer( Main- Rheingau) Verband) findet vom 1. bis 3. Juli in Gießen statt. Die Wahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl des Vorsitzenden R. Hasenkrug- Gießen. Als Ort der Frühjahrstagung 1912 wurde Butzbach bestimmt. Nach Beendigung der umfangreichen Tagesordnung hielt Lehrer Thierolf- Offen= bach einen Vortrag über: Die Stenographie in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. in Wetzlar, 6. April. Am Sonntag fand Braunfels die Frühjahrsversammlung des Bezirks Stolze Schrenscher Stenographen in Oberhessen und im Dilltal statt. Beim Wettschreiben errang der hiesige Kurzschriftverein„ Stolze- Schren" zum 3 weiten Male den Bezirkswanderpreis für die beste Gesamtleistung. Wetzlar, 6. April. Die Generalversammlung des Dombauvereins, der nach der Rechnungslegung insgesamt 95 168 Mark zu den Wiederherstellungskosten für ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. den Wetzlarer Dom beigetragen hat, beschloß, den Verein nicht aufzulösen, da er nicht nur im eigenen Interesse, sondern in dem der Allgemeinheit die Ehrenpflicht habe, das ihm anvertraute Juwel deutscher Baukunst auch fernerhin vor neuem Verfall zu bewahren. Außerdem beschloß die Versammlung, wenn die baulichen Verhältnisse es zulassen, auf dem Domturm ein Glockenspiel anzubringen. Biedenkopf. In Erndtebrück wurde der Sägemüller Herling durch ein spitzes Holz, das ihm in den Hals flog, getötet. Darmstadt. Die Abgg. Raab und Genossen beantragten:„ Die Großh. Regierung zu ersuchen, im Artikel 1 des Entwurfs des Finanzgesetzes für das Etatsjahr 1911 eine Aenderung dahin vorzunehmen, daß gemäß Artikel 48, Abs. 3 des Gesetzes, die allgemeine Einkommensteuer betreffend, vom 12. August 1899, die drei untersten Klassen von der Erhebung für das Etatsjahr 1911 befreit bleiben, und der dadurch entstehende Ausfall für die Staatskasse von zirka 900 000 Mt. durch Vorlage einer Novelle zum Vermögenssteuergesetz mit entsprechender Progression der Vermögenssteuer eingebracht werden kann."-In der 98. Sitzung des Plenums der Zweiten Kammer ist das Finanzgesetz für 1911 angenommen worden. Deshalb beantragt der Ausschuß, den Antrag der Abgg. Raab u. Genossen für erledigt zu erklären. Unter Bezugnahme auf die Verhandlungen vom 9. März 1911 in der Zweiten Kammer wegen Aufhebung der Bezirkskasse zu Wöl Ist ein beantragt der Ausschuß: die Vorstellung der Gemeinde Wöllstein gegen die Aufhebung der Bezirkskasse zu Wöllstein für erledigt zu erklären. Offenbach. Der Vogelsberger Höhenklub hielt am Montag abend seine Hauptversammlung ab. Die Mitgliederzahl beträgt 157. Der Verein hat im letzten Jahre durch eine Sammlung für Obermockstadt 3580 Mark aufgebracht und außerdem auch hier an Kindern bedürftiger oberhessischer Landsleute eifrig die Wohltätigfeit gepflegt. * Schotten. Eine sehr rege Holzabfuhr, wie sonst noch nie in den Vorjahren, macht sich eben hier bemerkbar. Das Holz wird aus dem Oberwald zum hiesigen Bahnhof gebracht. Es ist hauptsächlich das sogenannte Essigholz für die chemische Fabrik Friedrichshütte und das kurze Fichtenholz für die Papierfabriken in Aschaffenburg. Auch das lange Holz für Bauholz und Sägewerk wird in größerer Menge versandt. * Bingen a. Rh., 6. April. Am Rheinischen Technikum fanden die Abschlußprüfungen für Ingenieure, Techniker und Werkmeister statt. Von 86 Kandidaten der Ingenieurprüfung bestanden 77, von 78 Kandidaten der Technikerprüfung 71 und von 38 Kandidaten der Werkmeisterprüfung 32. Alle Absolventen fanden bereits vor dem 1. April Stellung, ein Zeichen dafür, daß die Leistungen der Anstalt in der Industrie besonders geschätzt werden. Das neue Sommerhalbjahr beginnt am 20. April. des * Mainz. Die Abgeordnetenversammlung hessischen Anglerbundes, die hier stattfand, begrüßte lebhaft, daß der gesetzgebende Ausschuß der zweiten Kammer im Plenum beantragen will, das alte Volksrecht der freien Angelfischerei in den Altrheinen aufrecht zu er= halten, und sprach die Hoffnung aus, daß die Kammer diesem Antrag zustimmen werde. Die Versammlung beschloß ferner eine Eingabe an die Regierungen der Rheinländer, in der Maßregeln gegen die dem Fischbestand des Stromes schädlichen Verunreinigungen des Stromwassers durch Fabrikabwässer gefordert werden. * Braunschweig. Der wissenschaftliche Verlag von Friedr. Vieweg& Sohn feiert in den Tagen vom 25. bis 27. April dieses Jahres das Fest feines 125jährigen Bestehens. * Heidelber g. Der Stadtverordnete und Arzt Dr. Feller stürzte beim Beschneiden von Rankgewächsen an seinem Hause so unglücklich von der Leiter, daß er bewußtlos liegen blieb und bald darauf starb. - Bei umsichtigen Landwirten bürgert sich mehr und mehr der Brauch ein, wenigstens einen Teil des Herbstbedarfes an Thomasmehl nicht nur früher zu beziehen, sondern auch schon in den Monaten April und Mai auszustreuen. Der Bezug in diesen Monaten bietet viele Vorteile. Erstens werden beispielsweise im April im Durchschnitt 26 Mark pro Doppel= waggon von 10 000 Kg. erspart. Zweitens werden die Herbstbestellarbeiten verbilligt durch Verlegen eines Teiles derselben in eine weniger arbeitsreiche Zeit, und drittens kommt auch in Betracht, daß jetzt die Lieferungen prompt erfolgen. Deutscher Reidstag und Erler, dann muß man sich tatsächlich fragen, wo hier die große Ueberlegenheit der französischen Militäraviatik zu sehen sein soll. Der Gesamtflug der deutschen Offiziere beträgt 650 Alm. Es wurden einzelne Landungen vorgenommen, die auch Hauptmann Belenger bei seinem großen Fluge zu unternehmen gezwungen war. Die Landungen waren auf beiden Seiten auf recht unangenehmem Boden und ohne Vorbereitungen zu vollziehen. Hauptmann Belenger hatte eine kleine Banne aufzuweisen, die er allerdings selbst reparieren konnte. Unsere Fliegeroffiziere kamen dagegen ohne jede Beschädigung des Apparates am Döberizer Flugfelde an. Ferner hat Hauptmann Belenger die Reise allein gemacht, während die 650 Kim. lange Strecke von den zwei Offizieren Mackenthun und Erler zurückgelegt wurde. So sehen die besten Leistungen der beiden Heere aneinander gemessen aus. Am Dienstag sollte der Etat endgiltig verabschiedet werden und die Osterferien sollten beginnen. Schon um zehn ühr fand man sich deshalb zusammen, denn der Verlauf der Montagsizung Iteß nicht darauf schließen, daß man sich eine rasche Förderung der Beratung besonders angelegen sein Abg. laffen würde. Mit dem Militäretat begann man. Brunstermaun( Reichspartei) bat die Heeresverwaltung, die Mannschaften des Beurlaubtenstandes möglichst nicht zur Erntezeit zu Uebungen einzuziehen, auch in Gewährung pon Ernteurlaub möglichst freigiebig zu sein. Er fand eine fehr entgegenkommende Erwiderung von seiten des Vertreters des Kriegsministers. Abg. Kunert( Soz.) wiederholte feine Angriffsrede aus der zweiten Lesung wegen des so= genannten schwarzen Fonds im sächsischen Kontingent, mit benen angeblich schwere Mißbräuche getrieben sein sollen. Nach den Mitteilungen des sächsischen Militärbevollmächtigten stellt sich der Sachverhalt jedoch ganz anders dar. Aber Abg. Kunert blieb unentwegt bei seinen Behauptungen ste= hen und so verging mit dieser Angelegenheit kostbare Zeit. Beim Marineetat wurde die Heizerzulage, gegen deren Kürzung sich auch bürgerliche Abgeordnete aussprachen, durch namentliche Abstimmung wiederhergestellt. Die Staatssekretäre v. Tirpitz und Wermuth hatten vorher dte Ursachen für diese Herabsetzung nochmals dargelegt und ihre Bereitwilligkeit, die Verantwortung zu tragen, erklärt. Beim Etat des Reichsschatzamts gab es einige heitere Szenen; der Abg. Dohrn( frs. Vp.) tronisierte in humoristischer Weise die künstlerische Ausstattung der Denkmünzen und der neuen Hundertmarkscheine. Aus den Ausführungen bes Staatssekretärs und anderer Redner aus dem Hause ersah man jedoch, daß die Meinungen verschieden sind. Die Erhöhung der Veteranenbeihülfe wurde von mehreren Rednern freudig begrüßt. Das Verdienst daran kann übrigens, wie Freiherr von Gamp betonte, nicht eine Partei allein für sich in Anspruch nehmen. Der Kolonialetat wurde ohne Debatte angenommen. Beim Postetat forderte eine Resolution Giesberts( Sentrum), daß die nicht etatsmäßigen Unterbeamten sowie zum Aufrücken in Unterbeamtenstellen bestimmte Arbeiter und Handwerker spätestens nach zehnjähriger Dienstzeit etatsmäßig angestellt werden. Abg. Dröscher( kons.) beantragte die Wiederherstellung der gestrichenen Postrats- und Oberpostdirektorstellen. Die Resolution Giesberts wurde angenommen, die Postrats resolution abgelehnt. Erledigt wur de noch der Etat der Zölle, ebenso der Hauptetat und das Etatsgesetz. Damit war die dritte Lesung des Etats beendet und mit den besten Osterwünschen entließ der Präsident die Abgeordneten. Nächste Sitzung am 2. Mat. Die Militäraviatik in Deutschland und Frankreich. Rundschau vom Cage. Politisches. Die mißliche Geschäftslage des Reichstages ist in den letzten Wochen nicht besser geworden. Zahlreiche Vorlagen liegen, wie bekannt, unvollendet da. Wie die ,, N. G. C." aus parlamentarischen Kreisen hört, werden die verbündeten Regierungen die Osterpause benutzen, um tit den Vertretern der bürgerlichen Parteien unverbinche Besprechungen zu führen, wie die wenigen noch zur Verfügung stehenden Wochen nutzbringend verwendet werden tönnen. Nur so wird es möglich sein, wenigstens einige von den Vorlagen, deren Erledigung das Volk dringend verlangt, zu retten. durch seine Geraöhelt bekannte Stadtrak Matter begleitete seine Hammerschläge mit dem Spruch: Bewahre uns des Kaisers Hand vor Groß- Berlin und Zweckverband." Einen Augenblick war alles starr, dann brach eine gewaltige Heiter, feit aus. Die Kommission zur Reform des Strafrechts ist am Dienstag nachmittag im Reichszustizamt zu ihrer ersten Sigung zusammengetreten. Sie soll bekanntlich auf Grund des im Jahre 1909 veröffentlichten Vorentwurfs eines Strafgesetzbuches einen verbesserten Entwurf ausarbeiten. Den Vorsitz führt anstelle des verhinderten Staatssekre= tärs des Reichsjustizamtes der frühere Ministerialdirektor im preußischen Justizministerium Wirklicher Geheimer Rat Lucas. Eine Revolversteuer beabsichtigt das englische Ministe rium des Innern einzuführen. Die Höhe der Steuer ist auf 20 M für jeden angekauften Revolver bemessen. Die Pistolen sollen so registriert werden, daß sie, wenn sie gefunden werden, einen Anhalt für den Eigentümer geben. Der ungefegliche Besitz eines Revolvers soll mit Gefängnis bestraft werden. Die Differenzen im Mannheimer Hafengebiet haben fetzt zu einer vollständigen Arbeitseinstellung geführt, nachdem die erneut aufgenommenen Verhandlungen mit den Arbeitgebern resultatlos verlaufen sind. Dienstag morgen legten sämtliche Arbeiter, Heizer und Maschinisten, zu sammen etwa 2000 Personen, die Arbeit nieder. Der Betrieb im Hafen ruht vollständig. Ein schreckliches Brandunglück ereignete sich am Dienstag nachmittag in Oberschöneweide bei Berlin. In der Edisonstraße spielten in der Wohnung der Eltern zwei kletne Kinder im Alter von 1 und 4 Jahren mit Streichhölzchen. Es entstand ein Brand. Das 1jährige Kind erstickte, wäh= rend das 4jährige auf den Tod darntederltegt. Die Wünsche der preußischen mittleren Gerichtsbe: amten in der Kommission. Die Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses überwies die Petitionen um Verbesserung der Anstellungsverhältnisse der Kanzleidiätare und Gehilfen der Oberlandes-, Land- und Amtsgerichte sowie der Staatsanwaltschaften sowie die um Erhöhung des Anfangsgehalts der Gerichtsassistenten auf 1800 M und Festsetzung der Gehaltsstufen wie bei den Assistentenklassen der Reichsbehörden der Regierung als Material. Alle übrigen Petitionen von Justizbeamten um Besserstellung bezw. anderweitige Anrechnung ihres Besoldungsdienstalters wurden durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Der unzweifelhafte Erfolg, den der erste große deutsche Militärflug darstellte, regt zu einem Vergleich zwischen der deutschen und französischen Militäraviatik an. Man konnte in allen Pressestimmen bei aller Anerkennung der Leistungen unserer Fliegeroffiziere stets die Bemerfung lesen, daß unsere Militäraviatit allerdings noch weit hinter den Erfolgen der Franzosen zurückbleibe. Diese Anschauung erscheint nach den aus Frankreich herüberkommenden Meldungen allerdings berechtigt. Ein Fachmann, der das französische Flugwesen aus eigener Anschauung kennt, wird aber, wie der„ Inf." von militärischer Seite geschrieben wird, noch manche gelinde Zweifel an der Richtigkeit dieser Ansicht hegen. Wir haben z. B. jüngst gelesen, daß der französische Aviatiker Breguet vor einigen Tagen einen Flug mit 11 Passagieren gemacht habe. Das klingt sehr erstaunlich, verliert aber sofort an Bedeutung, wenn man gesehen hat, daß diese 11 Passagiere tatsächlich Kinder im Alter von 6 bis 8 Jahren waren. Das Gewicht dieser 11 Passagiere" war also nicht größer als das von 3 bis 4 fräftigen erwachsenen Männern. An diesem Beispiel kann man erkennen, wie„ Erfolge" gemacht werden. Die deutsche Militäraviatik hat durch den letzten großen Ueberlandflug bewiesen, daß sie selbst bei den schlechtesten Winden ohne jede Gefährdung von Personen und Flugapparaten große Strecken zurücklegen kann. Der Flugapparat des Leutnants Mackenthun erreichte manchmal eine Geschwindigkeit von 100 Kim. in der Stunde. Die deutschen Fliegeroffiziere haben bisher bewiesen, daß fie ihre Aufgaben, die ihnen gestellt werden, in musterhafter Weise erfüllen. Sie sind noch niemals ohne völlige und glänzende Durchführung ber thnen gestellten Arbeit nach Döberig zurückgekehrt. Aber dieses ist gerade für Kriegszwecke die Hauptforderung, die man an Flieger und Apparat stellen muß. Die hessische Ständekammer nahm das neue Wahlgesetz an, das für Hessen das direkte Wahlrecht mit einem Pluralwahlrecht für Wähler über fünfzig Jahre bringt. Der beste französische Fliegeroffizier ist der Hauptmann Belenger, dessen Leistungen nur durch die Flüge des bekannten Flugapparatkonstrukteurs und Reserveofftziers Blériot überboten werden. Die größte Leistung Be lengers war bisher ein Ueberlandflug von 600 KIm., den er in 7 Stunden durchführte. Hält man dagegen den Jüngsten Ueberlandflug der beiden Leutnants Madenthun 8) Des Rätsels Lösung. Zwei Schülerselbstmorde werden aus Ratibor gemeldet. Der Obertertianer Janetki vom dortigen Realgymnasium hat sich im Schulzimmer erschossen. Der Obertertianer Guder vom Königlichen Gymnasium hat sich im Elternhause erhängt. Beide Schüler waren nicht versetzt worden. Eine Familientragödie hat sich Dienstag nachmittag in Berlin abgespielt. Der 65jährige Kassierer Tamterus erdrosselte seine Frau und erhängte sich darauf. Der Grund zur Tat sind Nahrungssorgen. Aus dem Fenster gesprungen und tödlich verletzt. In einem Haufe der Pestalozzistraße in Charlottenburg sprang dte von ihrem Mann getrennt lebende Frau Elisabeth Schreiber aus dem Fenster ihrer im vierten Stock gelegenen Wohnung in den Hof. Ste erlitt einen Bruch der Halswtrbelsäule und war sofort tot. Im schwedischen Reichstag haben freisinnige Abgeordnete einen Vorschlag zur Verfassungsänderung gestellt, der dahin geht, daß das Recht des Königs, Bürgerliche in den Adelstand zu erheben und Freiherrn- und Grafentitel zu verleihen, aufgehoben werde. Der Verfassungsausschuß des Reichstags hat die Annahme des Vorschlags empfohlen, und die Zweite Kammer des Reichstags hat hierauf den Vorschlag mit überwältigender Mehrheit angenommen. Die Erste Kammer dagegen hat die Verfassungsänderung abgelehnt, und zwar mit einer Mehrheit von 85 gegen 45 Stimmen. Roman von Ludwig Blümce. ( Nachdruck verboten.) Erregt erwiderte Erna auf diesen Scherz:„ Aber das war einmal!- Der Herr Leutnant ist ganz anders geworden! Fragen Sie nur meinen Bruder. Seine Abenteuer waren übrigens allesamt recht harmloser Art, das weiß Hans sehr genau. Gott, ein bischen austoben muß so ein Junker doch auch. Wenn er nur nicht vergißt, was er seinem Stande schuldig ist." Einer eigenartigen Gasvergiftung zum Opfer gefallen ist in Köpenick bei Berlin ein Wäschereibesizer. Er setzte sich ermüdet auf einen in der Küche dicht am Herd stehenden sogenannten Großvaterstuhl", um auszuruhen. Beim Hinsetzen berührte er mit dem Aermel den Gashahn, der sich da= bet halb öffnete, bemerkte dies jedoch nicht und schlief bald fest ein. Am nächsten Morgen fand man den alten Mann tot in der mit Gas gefüllten Küche auf. Die Tat eines Trinkers. Der Arbeiter Milerski in Laurahütte( Oberschlesien), Vater von 8 Kindern, der angetrunken nach Hause kam, forderte von seiner Frau Geld, um weiter trinken zu können. Als ihm die Frau nichts gab, packte er sie und warf sie zum Fenster hinaus. Die Frau erlitt mehrere Rippenbrüche und eine Gehirnerschütterung und dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Der Täter wurde verhaftet. Ueber die Kriegsstimmung in China wird der„ Voss. 3tg." aus Peking gemeldet: Die Kriegsrüstungen der Mandschutruppen werden im Geheimen fortgesetzt. Die Bestellungen von Waffen und Munition sind größer als je. Der Kriegsminister wird in seinem Bestreben, für den Krieg Propaganda zu machen, von den Agitatoren, meist in Europa und Japan ausgebildete Chinesen, eifrig unterstützt. Der neue Streitfall mit Japan, der die Gemüter stark erregt, wird, obgleich ein unverhohlener Haß zwischen Japan und China besteht, dennoch eine günstige Regelung finden, da das Solidaritätsgefühl der gelben Rasse einen Kampf unter sich nicht zulassen wird. Der Ausbruch eines Krieges gegen Rußland set, obgleich die offizielle Regierung ihn verschweigen wolle, nur eine Frage von Wochen oder Monaten. Gnädiges Fräulein haben vollkommen recht, wie immer!" sagte Woltersdorf mit verbindlichem Lächeln. Ich will ganz gewiß nichts schlechtes von einem Abwesenden reden, das liegt nicht in meiner Art. Was des Herrn Leutnants Liebesabenteuer anbetrifft, so dürfte hier wohl niemand genauer über dieselben orientiert sein, als ich selber. Die Schwestern meiner beiden intimsten Freunde in der Residenz haben nämlich leider auch eine Rolle in denselben gespielt. Nun, Ihr Herr Bruder müßte ja davon wissen. Es ist ja vorbei. Sprechen wir von etwas anderem!" Kleine Dadri ten Volkswirtschaftliches. gelungen Rilomete It au e zuwarten Ein Fiebzigjäh mit einer fie zu tre welcher f ftamment römischen liber den derwerti Absicht g Male a fucht ha immer töten in Saft Das ten Städ Wohnha der hier Auf Anr die Wie Großen Wiesbad Jes, Gra unterfud ausgeder nicht ab fen wur 11 Graue Einen Vergleich der Entwicklung der Lebenskosten and Löhne in Deutschland und England, und zwar auf Grund der amtlichen Statistik beider Länder, brachte kürzlich die Agrarpol. Korresp. Es werden die Löhne und Lebensmittelpreise während eines Zeitraumes von 1901-1905 Diese Jahresgruppierung ist gewählt worden, weil mit dem einerseits und 1906-1908 anderseits miteinander verglichen. 1. März 1906 der neue deutsche Zolltarif in Kraft getreten tst, von dem viele bekanntlich fagten, er werde das Arbeiterelend in Deutschland noch steigern. In England sind in dem Zeitraume 1906-1908 im Vergleiche mit den Jahren 1901 bis 1905 die Lebensmittelpreise um 6 Prozent, die Löhne im Bergbau nur um 5,9 Prozent gestlegen. In Deutschland stiegen die Lebensmittelpreise in der genannten Zeit allerdings stärker und zwar um 13,6 Prozent, die Löhne im Bergbau aber stiegen in derselben Zeit um rund 20 Prozent. In England ist also die Lohnsteigerung hinter der Lebensmittelpreissteigerung etwas zurückgeblieben, in Deutschland war die Lohnsteigerung um 6 Prozent stärker als die Erhöhung der Lebensmittelpreise. Nach amtlicher englischer Darstellung brachte sonach der außerordentliche Aufschwung der Industrie von 1906 für die Lebenshaltung des Arbeiters einen kleinen Rückgang mit sich, während in Deutschland die Verstärkung des Schutzzolles eine Erhöhung der Lebenshaltung des Industriearbeiters im Gefolge gehabt hat. Ueber einen heiteren Zwischenfall bei der gestrigen Grundsteinlegung zum Rathause in Spandau berichten dortige Blätter: Der durch seinen gesunden Humor sowie Das schien Frau Raben nun gar nicht so notwendig. Gerade dieses Thema interessierte sie, und darum hätte fte gern Genaueres aus Hardis Liebesleben erfahren. Doch ber ehrenwerte Woltersdorf ließ es bei ein paar sehr dunklen, aber dennoch recht vielsagenden Andeutungen bewenden. Er mochte eben, wie er wiederholt beteuerte, über ben liebsten Nächsten hinter dessen Rüden nichts Böses fagen. 22 Wie ich dieses Geschlecht kenne, ist es in der Tat eines ber untadeligsten. Aber was nüßen Gelübde, wenn die Vergangenheit noch lebt und grausam ihre rächende Hand ausstreckt nach dem reuigen Sünder? Seine Zukunft fann durch die Vergangenheit vernichtet werden, jedenfalls wird dieselbe wie ein dunkler Schatten seine Begleiterin bleiben." Das konnte Herr Raben nur billigen. Der meinte: „ Unser junger Herr hat seinem Vater alles eingestanden und sein Wort darauf gegeben, daß das alte Leben gänz lich abgebrochen sei. Das Wort eines von Eschenholdt aber ist von jeher heiliger als der heiligste Schwur gewesen." ,, Davon bin ich überzeugt," fuhr Woltersdorf fort " Solche philosophischen Worte versteht unsereins nicht," warf Frau Raben ungeduldig ein. Wenn Sie immer nur in Rätseln reden wollen, Herr Woltersdorf, dann müssen sie sich an flügere Leute halten, als wir sind." Erna aber schien den Philosophen nur zu gut verstanden zu haben. Sie war blaß geworden und sah auf einmal recht müde und abgespannt aus. Es war ihr eine Wohltat, daß Woltersdorf sich bald empfahl. Seinen Abschiedsgruß erwiderte sie talt und formen, nicht zutraulich wie sonst. - Am nächsten Vormittag fragte der General Hardi, nachdem er ihn eine Weile stillschweigend beobachtet: „ Fehlt Dir etwas, Junge? Dein Wesen kommt mir verändert vor. Sage mir offen, bist Du in Erna Raben verliebt?" - Wissenschaft, Kunst und Literatur. Telephonieren auf 20 000 kilometer. Aus Neuyork wird berichtet: Mit Hilfe einer Reihe amerikanischer Kapitalisten ist der Prof. Carlos Venbergh in West- Nyack, New- Jersey, gegenwärtig an der Arbeit, ein neues Fernsprechsystem zu entwickeln, das die Möglichkeit bieten wird, telephonische Verständigung auf gewaltige Entfernungen zu erreichen. Einer der Mäzene, Mr. J. R. Junis Hoskins, hat kürzlich den Forscher in seinem Laboratorium aufgesucht und berichtet, daß die Erfindung sich bei den bisherigen Proben über alles Erwarten gut bewährt habe. Dem Gelehrten soll es Habe Kopfschmerzen, Papa, sehr sogar! Verliebt? Ja, leugnen will ich es nicht. Aber- reden wir ein andermal davon." So lautete Hardis eigentümliche AntDann verließ er mit ein paar dürren Entschuldi= gungsworten das Zimmer, um trog Wintersturm und Schneetreiben, das sich während der Nacht eingestellt, im Park spazieren zu gehen. wort. - der alte Mann. ,, Gerade wie er so plötzlich über meine Felder und Waldungen gekommen, ist er auch über mich hereingebrochen. - - Er kann ja so schöne trauliche Stunden dem alten Jahr noch bringen, Weichnachtsglanz sogar, den der Lenz nicht einmal auszustrahlen vermag, aber für mich-? Wie fühle ich mich einsam! Der berühmte Sohn hat keine Zeit für den alten Vater. Die Tochter gar erst, ach, die hat zu viel gesellschaftliche Verpflichtungen, und mein Generalstabshauptmann lächelt nur über des alten Generals veraltete Anschauungen. Er ist weiser als der Sieger in zwanzig blutigen Schlachten und Gefechten, trotzdem er noch kein Pulver gerochen hat. Und nun mein Hardi, Mütterchens Abgott, mein Liebling, der gute, ehrliche leichtsinnige Junge, der pfeift auf Ahnenstolz und Sitte, der verliebt sich ernstlich in ein bürgerliches Mädchen. Nein, nein, ich darf es nicht dulden! Seit zweihundert Jahren hat noch kein Eschenholdt eine Bürgerliche gehetratet. Ich gebe zu, daß überretebener Adelsstolz grausam wirken kann, aber unser Stand soll eben Hervorragendes leisten und muß eine Sonderftellung einnehmen; weichen wir von den ehernen Gesetzen unserer Ahnen ab, so gibt es bald feinen Adel mehr. Ich werde start sein und sollte ich meinen letzten Kampf im Leben damit fämpfen!" Hastig wandte er sich ab von dem traurigen Anblid des Winters, schaute auf zu den Bildern seiner Väter, die da aus den goldenen Rahmen mehr oder weniger wertvoller Gemälde ernst und würdig auf ihn herabblickten, als wollten sie sagen:„ Ja, so und nicht anders mußt Du handeln!" Der General stand mit gerunzelter Stirn an einem der hohen Fenster seines Ahnensaales und schaute mit trüben Blicken hinaus in die Winterlandschaft, die Mutter Natur da in wenigen Stunden gezaubert hatte. ,, Ach, der Winter, der kalte, kalte Winter!" seufzte Des Rentmeisters Kontor befand sich im Erdgeschoß des Schlosses. Es war ein großer, düsterer Raum mit vielen Bücherregalen, Kisten und Kasten und einem eisernen Geldschrank. An einem grünen Tisch saß eifrig bet der Arbeit der alte Raben. Fortsekung folgt.) Unt ratorium den Car teren W Unterne den Tod nach Lag willigt. hilfen be fich auch der dort achtung überschre retten. Carnegi Prämii stellt, da folchen Anstreng die Erwe durch ein terbliebe liberzeug Pflichten Die einer R Jeine Le timmun Frau an feien 2 Eigensch meisten Eigensch Sparsam Güte ti fie find Ordnun mit 17 und Be und zeh Nur 23 Für Ge nur 528 als 52. Frauen Demut Mann Der e8 am fchenauf Der did Magdeb Transpo fem entf oder vie Aber ein Hges D braune werf Im wurde e aber nu weniger wagen ftieg au bers fta lein hoch und tammt a aus Gaul Meußeres Gine der Rei Jahresfr Ortschaft und in gefährlich feiner G Per Beit Dort er Die Einb en, au Dreifache Banton und es And Wi aften. fande Renge Hellt find phone,& ale Bahn hältniffe bald fle ten. fubr tete des nen ter ifte auf ito Sen | un= raft ben hrt, mit Tor зце Be 118 der Tet en. äh= det. um ner ufe in er und In ang eth en birlen ich 10= bindaald ann in ige um ab, rau ung ter and ind die 118 1905 Sen. Sem ten texin ren die In ten die ind ter in fer ther iche ing end ErGe= gelungen sein, Meldungen auf eine Entfernung von 20000 Rilometer abzugeben und die Antwort darauf klar verständItch zu erhalten. Man wird die praktischen Erfolge abzuwarten haben. Vermischtes. Ein Revolveranschlag in der Beierskirche. Ein etwa Rebzigjähriger Mann namens Desanti schoß art Dienstag mit einem Revolver auf eine Gruppe von Priestern, ohne Sie zu treffen. Er verwundete jedoch einen Polizeibeamten, welcher ihn verhaftete. Der Täter ist ein aus Istrien stammender und in Rom ansässiger Desterreicher. Die römischen Blätter veröffentlichen ausführliche Berichte über den Revolveranschlag. Dr Täter, der geistig minderwertig zu sein scheint, erklärt, cr habe ursprünglich die Absicht gehabt, den Papst zu töten. Nachdem er unzählige Male als Gärtner oder sonst unter einem Vorwande ver= sucht habe, in den Vatikan zu gelangen, und ihm dieses immer mißlungen sei, habe er beschlossen, einen Priester zu töten. Er wurde wegen Mordversuchs und Totschlags in Saft genommen. Das älteste Wohnhaus Deutfcglands. In dem uralten Städtchen Winkel im Rheingan befindet sich noch das Wohnhaus des Mainzer Erzbischofs Rabanus Maurus, der hier um das Jahr 850 starh. Es ist das Graue Haus. Auf Anregung eines Kenners der Karolingerzeit, dem auch die Wiederherstellung der alten Palastkapelle Karls des Großen in Nymwegen zu verdanken ist, Dr. Platho in Wiesbaden, hat nun der jetzige Besitzer des Grauen HauJes, Graf Matuschia- Griffenklau, den Bau fachmännisch untersuchen lassen. Zugleich wurden Ausgrabungen in ausgedehntem Maße vorgenommen. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Wie von berufener Seite nachgewiesen wurde, ist das aus der farolingischen Zeit stammende ,, Graue Haus" das älteste Wohnhaus Deutschlands. meisterei in Reinickendorf heimlich herausholten, bis in die Nähe des Ortes und mit der Beute ebenso nach Reinickendorf zurück. Auf diese Weise suchte die Bande fast alle Ortschaften an der Strecke heim. Die Verhafteten wurden zunächst nach Berlin gebracht und vom Polizeipräsidium dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Einen Teil der Einbrüche haben sie bereits eingeräumt. Ein Drama im Zuchthause. Im Zuchthause zu Pittsburg spielte sich fürzlich eine Szene ab, bei der den BuchtHausbeamten die hellen Tränen über die Backen liefen. ,, Bet- Anoy" Toth wurde von seinen Söhnen aus der Anstalt abgeholt, nachdem er zwanzig Jahre dar- unschuldig verbracht hatte. Auf dem Sterbebette in Desterreich hatte der Mann, durch dessen Rachsucht Toth ins Zuchthaus gekommen war, ein Geständnis abgelegt: Im Jahre 1891 war in den Thomsonschen Stahlwerken ein Mann namens Michael Quinn erschlagen worden. Toth wurde nebst fünf anderen Arbettern in Haft genommen, und eine Anzahl Desterreicher wurden ihnen gegenübergestellt, um den Schuldigen zu bezeichnen. Einer dieser Beugen" stolperte, als er in die Stube trat, Toth lachte über thn und erregte so seine Wut. Der Mann zeigte auf Toth als den Mörder, und wie Schafe dem Leithammel folgten die anderen seinem Beispiel. Toth, der noch nicht viel englisch sprechen konnte, wurde nach kurzem Verfahren verurteilt. Im Buchthause sprach er kaum mit irgend femand; aber um so fleißiger betete er, und das trug ihm den Beinamen„ BetAndy" ein. Im Februar erreichte Gouverneur Tener von Pennsylvania die Kunde von dem Geständnis, das Toths Ankläger sterbend abgelegt hatte. Eine Untersuchung ergab, daß Toth damals die Fabrik eine Stunde, bevor der Mord geschah, verlassen hatte, und seine Freilassung wurde verfügt. Er ist jetzt 62 Jahre alt und noch vollkommen rüstig. Von seinen Söhnen umgeben eilte er zu seiner Frau, die er achtundzwanzig Jahre, sett er Europa verlassen hatte, nicht gesehen hat. Unterstügungen aus der Carnegie- Stiftung. Das Kuratorium der unter dem Protektorat des Kaisers stehenden Carnegie- Stiftung für Lebensretter hat fürzlich mehreren Witwen, deren Ehemänner bei dem heldenmütigen Unternehmen der Rettung Dritter aus Lebensgefahr selbst den Tod fanden, einmalige bezw. laufende Beihilfen je nach Lage des Falles und der gesamten Verhältnisse bewilligt. Der Höchstbetrag der gewährten einmaligen Beihilfen beträgt 3000 Mart Unter den Bedachten befindet fich auch die Witwe des Bahnhofsvorstehers in Thyrow, der dort vor kurzem den Tod fand, als er es unter Nichtachtung des eigenen Lebens unternahm, eine die Gleise überschreitende Dame vor einem einfahrenden Zuge zu retten. Gegenüber der weitverbreiteten Ansicht, die Carnegie- Stiftung se: ein allgemeiner Unterstützungs- oder Prämiierungsfonds für Lebensretter, set übrigens festgestellt, daß nach der Absich d Stifters Beihilfen nur in folchen Fällen gegeben werden dien, wo heldenmütige Anstrengungen zur Settung an aus Lebensgefahr die Erwerbsunfähigkeit cser den od des Retters und dadurch eine finanzielle Notlage des Retiers oder seiner Hinterbliebenen herbeigeführt haben un dieser Cachverhalt überzeugend festgestell is. Die Erftung beufsmäkiner Pflichten begründet einer Anspruch ca die Sti tung nicht. wird ten jey, зи che en. lich ich= ber eg ine ich ten enz -? ine Die Se โร in et di, che te, ert et am Des gen lbt Ite Lid Die Iten, Du of it bel Der Stadtrat als Heiratsvermittler. Eine nicht alltägliche Funktion übt jetzt der Stadtrat von Glauchau in Sachsen aus. Ihm war vor kurzem von einem früheren Glau chauer Bürger, der seinerzeit nach Amerika ausgewandert ist und sich dort wacker emporgearbeitet hat, folgende origi= nelle Bitte zugegangen: Ihm sei seine Frau gestorben und da er in seinem Hauswesen eine neue brauche, möchte er Hiermit den Magistrat höflichst gebeten haben, ihm aus der Reihe der unverheirateten Töchter der Stadt eine neue Lebensgefährtin im ungefähren Alter von 40 Jahren zu ver= schaffen. Ob Fräulein oder Witwe, das wäre ihm gleich. Und daß er sich in dieser hochwichtigen Angelegenheit an den hochwohllöblichen Magistrat seiner geliebten Heimatstadt wende, habe seinen Grund darin, daß er schon früher alle wichtigen Angelegenheiten durch die Polizei erledigen ließ. Die Tugenden der Frau im Lichte der Statistik. Mit einer Rundfrage hat sich ein großes Pariser Blatt an seine Lesen gewandt; man wollte durch eine große AbStimmung feststellen, welche zehr Eigenschafter bei der Frau am höchsten schähne und am meisten zu wünschen selen Bis jetzt sin nicht weniger als 60 erstrebenswerte Eigenschaften bei de: Frau entdeckt worden. Aber die meisten Stimmen sind bisher der Reihe nach auf folgende Eigenschafen gefallen: Güte, Ordnungssinn, Hingebung, Sparsamteit, Sanftmut, Klugheit und Freundlichkeit. Die Güte ist also wichtiger als der Ordnungssinn, denn auf fie sind bereits 19 308 Stimmen gefallen, während der Ordnungssinn bisher 18 470 erhielt Die Singebung steht mit 17 904 Stimmen an dritter Celle, Treue, Geduld und Bescheidenheit aber kommer cc an achter, neunter und zehnter. Die Willenskraft steh. gar erst an 24. Stelle. Nur 2326 Stimmen fordern von der Frau auch Eleganz. Für Selbstbewußtsein und Stolz bei der Frau plädieren nur 528 Stimmen und diese Tugend steht damit unter 60 als 52. Lehrreich und zugleich ein Trost für die modernen Frauen bleibt es, daß nur 79 Stimmen von der Frau Demut fordern. Die Unterordnung des Weibes unter den Mann steht damit an allerletzter Stelle. Der wahrhaft menschenfreundliche Magistrat von Glant= chan hat der Herzensbitte des bedrängten Landsmannes sein Ohr nicht verschlossen: In einer Glauchauer Zeitung macht der Stadtschreiber bekannt, daß er Meldungen von Inte= ressentinnen bereitwilligst entgegennehme. Drabtnachrichten und neuestes. Das Kronprinzenpaar in Italien. Brindisi, 5. April. Der Kronprinz und die Kron prinzessin sind um Mitternacht nach Rom abgereist. Rom, 5. April. Die Presse veröffentlicht lange Artifel über den deutschen Kronprinzen und die Kronprinzessind und heißt sie herzlich willkommen. Die Aufstandsbewegung in Albanien. Konstantinopel, 5. April. Während des gestrigen Tages und auch während der Nacht kam es zu Scharmützeln zwischen Truppen und Aufständischen. In den albanischen Ortschaften werden alle Häuser in Brand gesteckt, ob sie Insurgenten gehören oder nicht. Die Konsuln in Stutart ersuchten den Wali, einen Teil der aus Konstantinopel kommenden Truppen in Stutari zu lassen. Ein neuer Zwischenfall an der megikanischen Grenze. Nenyork, 5. April. Der amerikanische Millionär Crichfield wurde in der Nähe von Turpan in Meriko aus einem Hinterhalt beschossen und schwer verletzt. Das Staatsdepartement hat eine Untersuchung eingeleitet. Streit bei der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft. Berlin, 5. April. Gestern früh sind 1000 Transportarbeiter des Werfes Brunnenstraße der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft wegen Lohnstreitigkeiten in den Ausstand getreten. Betriebsstörungen hat der Streik bis jetzt noch nicht zur Folge gehabt. Von einem Löwen getötet. Robespierres Totenmaske. Türzlich wurden einige neue Säle im Museum Carnavalet in Parts eingeweiht, die Erinnerungen an die große Revolution enthalten. Gine der größten Kuriositäten war die Totenmaske Robespierres, die unmittelbar nach seiner Enthauptung abgenommen sein sollte und einen wahrhaft grausigen Eindruck machte. Die Zeitungen schildern die Macht dieses Eindrucks, besonders die„ Humanitee" war von dieser Erinnerung an die große Zeit ganz enthusiasmiert und las aus den Zügen des Revolutionsmannes alle möglichen psychologischen Merkmale heraus. Nun hat ein Herr Llaume aus Antwerpen mitgeteilt, daß diese Maske feineswegs über dem Antlig Robespierres geformt, sondern nach seinen Angaben im Jahre 1878 von dem Berliner Bildhauer Castan für ein belgisches Panoptikum geschaffen worden set! Der Realtsmus war so packend, daß sich sofort eine Legende an das Werk knüpfte, die natürlich von dem Besitzer des Museums nicht zerstört wurde. Später kam der falsche Robespierre, nachdem er 1882 in einer revolutionären Ausstellung in Lille die historische Weihe erhalten, in Besitz von Charles Simons, dessen Witwe den Kopf dem Museum Carnava= let schenkte. Der Konservator des Museums hat nach diesen überraschenden Angaben die Wachsmaske, aus dem Saal entfernt. Der dickste Mann der Welt. Montag nachmittag gab es am Potsdamer Bahnhof in Berlin einen kleinen Menschenauflauf, erstaunte Gesichter, und fröhliches Gelächter. Der dickste Mann der Weli fam mit dem Schnellzug von Magdeburg an. Man hatte einen Gepäckwagen eigens zum Transport des dicksten Mannes" herangeschafft. Und dtesem entstieg er nun. Cin grauer Lodenmantel, in dem dret oder vier Männer zu stecken schienen, ein weicher Hut über einem jugendlichen Gesicht, unter dem sich ein gewalHges Doppelfinn wölbte und unter dem Mantel hervor braune Schuhe; so wälzte sich das seltsame menschliche Bauwerk langsam dahin. In und vor dem Bahnhofsgebäude wurde er mehrmals das Opfer der Photographen, sonst aber nur das Opfer neugieriger Blicke und mehr oder weniger guter Scherzworte. Dann gings auf einem Rollwagen durch die Stadt nach dem Panoptikumi. Der Aufftieg" auf diesen Wagen erfolgte vermittelst einer besonders start gebauten Trittleiter. Mr. Koloffus das ist lein Künstler" name ist erst 26 Jahre alt, aber 178 8tm. hoch und hat das ansehnliche Gewicht von 604 Pfund. Er ftammt aus der Gegend von Magdeburg und ist von Hause aus Kaufmann. Das heißt, er sollte es werden, aber sein Aeußeres war ihm im Wege. Ein Engländer über den Kaiser als„ Urlauber." Berlin, 5. April. Aus Deutsch- Ostafrika wird gemeldet: Der Führer eines Heckraddampfers, der Maschinist Holstein, wurde von einem Löwen angefallen und getötet. Unfall in einem Bergwerk. Effen, 5. April. Auf den rheinischen Anthrazitwerken benutzten sieben Bergleute verbotswidrig den Förderaufzug. Dieser stürzte ab; sämtliche Berglente wurden verletzt, davon drei schwer. Folgenschwere Benzinexplosion. Mertingen( Bayern), 5. April. Gestern nachmittag erfolgte in einem Brauereifeller eine Benzinexplosion, wobei ein Dienstmädchen getötet und die Tochter des Brauereibesizers, sowie ein anderes Dienstmädchen schwer verletzt wurden. Selbstmord eines Defraudanten. Göln, 5. April. Der langjährige Geschäftsführer der Lesegesellschaft verübte Selbstmord. Es wurde festgestellt, daß Unterschlagungen von bedeutendem Umfang vorliegen. Rabiate Abstinenzler. Hammerfest, 5. April. Die hier von den Alkoholgegnern gegen die Weinhändler veranstalteten Erzesse setzten sich fort. Einige von der Polizei verhaftete Personen wurden von der Menge befreit. Als der Polizeichef erschien, wollte man ihn in das Meer werfen. Er mußte sich vor der wütenden Menge in Sicherheit bringen. Das Revolverattentat in der Peterskirche. Rout, 5. April. Zu dem Revolverattentat eines Geistesfranken während des Gottesdienstes in der Peterskirche wird noch gemeldet: Der Täter erklärte, schon seit früher Jugend habe er einen unüberwindlichen Haß gegen die Geistlichen gehabt. Schwere Berwürfnisse in seiner Familie feien auf sie zurückzuführen. Auch seine Heirat hätten sie vereitelt. Infolge Hintertreibung seiner Heirat habe er einige Verwandte, die von den Priestern gegen ihn aufge= stachelt worden seien, ermordet. Er sei deshalb zu 20 Jahren Kerker verurteilt worden, die er abgebüßt habe. Dann sei er in der Welt herumgereist. Im August vorigen Jah= res set er nach Rom gekommen und habe als Maurer ge= arbeitet. Seit einem Monat habe er feine Arbeit gehabt. Aus Verzweiflung habe er sich zu dem Attentat entschlossen. Gewaltige Pulverexplosion. 03 Nensohl( Ungarn), 5. April. In der hiesigen Pulverfabrik explodierten Heute früh 5 Uhr 20 Doppelzentner Pulver. Die Fabrik und ein benachbartes Wohnhaus liegen in Trümmern. Der Eigentümer und zwet Arbeiter wur= ben getötet. Die Ursache der Explosion, die meilenwei Hörbar war, ist unbekannt. Eine Bahn durch den Kaukasus projektiert. Petersburg, 5. April. Die Pariser Gesellschaft Loste & Gte., welche die Lötschbergbahn baute, reichte das Projekt einer den Kaukasus durchbrechenden Eisenbahn ein. Die Bombe als Spielzeug. Konstantinopel, 5. April. In Matrifoe fanden Kinder eine alte Bombe, mit welcher sie spielten. Dabei explodierte die Bombe und tötete drei Kinder. Ein ganzer Stadtteil in Konstantinopel abgebrannt. Konstantinopel, 5. April. Seit gestern abend steht der am Marmarameer gelegene Stadtteil Kadiköi in Flammen. Bisher sind 300 Häuser abgebrannt. Das Feuer wütet fort und dürfte den ganzen Stadtteil niederlegen. Türkischer Boyfott griechischer Waren. Ueber den Kaiser als„ Urlauber" macht, wie der„ Inf." aus London geschrieben wird, ein englischer Diplomat, der schon mehrfach Gast des Kaifers war, gelegentlich der Korfureise in einer englischen Zeitschrift einige interessante Mitteilungen. Wenn man den Kaiser in Berlin in seinen Amtsgeschäften gesehen hat, so erkennt man ihn als„ Urlauber" nicht mehr wieder. Er scheint sein Naturell vollständig gewechselt zu haben. Während er in Berlin jedem ernst und in gemessener Haltung entgegentritt, wird er auf Urlaub der Humoristischste Gesellschafter, der alle Sorgen des Tages abgestreift hat, etn glänzender Unterhalter, ohne Jede Steifheit und Förmlichkeit, gegen jedermann liebenswürdig und bei jedem Wort wißig. Nur in der Stunde, wo er die ihm von einem Kurter überbrachten Akten studiert, ist er unnahbar und für keinen au sprechen. Am besten gelaunt ist der Kaiser nach dem Bericht des englischen Diplomaten auf einer Sommerreise und auf Korfu. Es ist intereffant zu beobachten, was für eine Wirkung ein heiterer Himmel und eine leuchtende Sonne auf den Kaiser aus= üben. Wenn er z. B. beabsichtigt, eine Autofahrt durch Korfu zu unternehmen, dann hört man thn oft sagen: „ Wenns nur mal schönes Wetter würde." Dabet befrägt er des öfteren den Barometer, um zu erfahren, ob der Luftdruck im Steigen begriffen ist und schönes Weter mit sich bringt. Die Chauffeure sind dann gerüstet, um bei dem ersten Sonnenstrahl, der aus der Wolkenwand hervorbricht, die Motore anzukurbeln. Läßt sich nun die heißersehnte Sonne blicken, dann sind die Chauffeure sicher, daß sofort ein Diener den Befehl zur Fahrt bringt. Wenn der Kaiser gerade beim Kartenspiel sitzt, um dadurch die Langeweile des schlechten Wetters zu vertreiben, so wirft er sofort bei Aufflärung des Himmels die Karten zusammen, sein Gesicht wird heiterer, und jung und frisch trifft er in wenigen Minuten die Vorbereitungen zur Fahrt. An dieser Stelle mag erwähnt werden, warum der Kaiser immer im März und April nach Korfu fährt. Im allgemeinen ist nämlich die Jahreszelt auf Korfu Ende April und Anfang Mai schöner Der Katser äußerte sich darüber vor einigen Jahren folgendermaßen: Ich weiß, das es wenige Wochen später in Korfu wärmer ist. Aber erstens habe ich dann meist keine Zeit und zweitens gefällt mir gerade dieser herbe Vorfrühling mit feinen viel kräftigeren Tönen auf Korfu beffer, als der laue und schlaffe Uebergang zum Sommer." Mau fann nicht leugnen, daß diese Jahreszeit in Korfu von ganz eigenartigem Reiz ist, besonders für einen Naturschwärmer von der Art Kaiser Wilhelms. Endlich sei noch ein kleiner Scherz bes Kaisers erzählt. Lord B., der vor zwei Jahren in Korfu während der Anwesenheit des Kaisers war, ist ein großer Sammler von.... Zigaretten berühmter Männer. Er wollte seiner Sammlung natürlich gern eine Zigarette des Kaisers einverleiben. Der Kaiser hörte davon und ließ sich den Lord vorstellen. Beim Weggang gab er dem Lord ein großes Paket mit den Worten:" Da haben Sie etwas sehr Geheimnisvolles! Sagen Sie es aber feinem Menschen." Als der überglückliche Lord draußen das Paket öffnete, fand er darin 4 Kästchen mit je 25 verschiedenen Zigarettenforten, die der Kaiser bevorzugt. Dies war der glücklichste Tag in Leben dieses eigenartigen Sammlers. Eine Verbrechergesellschaft in Haft. An der Strecke der Reinickendorf- Liebenwalder Eisenbahn hauste seit Jahresfrist eine Einbrecherbande, die die Einwohner der Ortschaften und besonders die Gastwirte auf den Bahnhöfen und in deren Nähe beunruhigte. Die Bande war um so gefährlicher, als fie, mit Browningpistolen ausgerüstet, vor feiner Gewalttat zurückschredte. So fam es erst vor einiger Zeit in Schönwalde zu einem nächtlichen Feuergefecht. Dort erwachte der Bahnhofswirt durch ein Geräusch, das te Einbrecher verursachten und griff, um diese zu verscheuhen, zum Revolver. Auf jeden Schuß aber erhielt er eine Dreifache Antwort mit dem Browning. Schließlich kam die Bankower Kriminalpolizei der Gesellschaft auf die Spur, und es gelang ihr auch, die Arbeiter Paul Nother, Paul und Willi Lehmann aus Pankow und Wittenau zu ver= haften. Bei den Verhafteten, von denen einer verheiratet , fanden und beschlagnahmten die Beamten noch eine Menge Diebesbeute, deren Eigentümer noch nicht festge= tellt find: Bigarren, Lebensmittel, Wein, Liköre, Grammo-= phone, Fahrräder und Werkzeuge. Die Verhafteten waren als Bahnarbeiter beschäftigt gewesen und hatten so die Verhältnisse an der ganzen Strecke genau fennen gelernt. Sobald fle nun einen neuen Einbruch ausgefundschaftet hatten. fuhren fie in einer Draisine, die sie aus der Bahnt= Athen, 5. April. Aus Smyrna wird eine Verstär fung des Voyfotts griechischer Waren gemeldet, der sich auch gegen das von der Orientbahn eingeführte Petroleum richtet. Die Muselmanen begehen unter den Augen der Behörden allerlei Ausschreitungen gegen die Griechen. Handel und Gerkebr. Frankfurt, 4. April. Schlachtvichpreise vom 3. April. Preise für 1 Zentner Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgew.) M 50-53,( Schlachtgew.) M 91- 93, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Lebendgew.) M 50-53, ( Schlachtgew.) M 91-93, 6) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 46-49, ( Schlachtgew.) M 83-89, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgem.) M 40-45,( Schlachtgew.) M 74 bis 83. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchstenSchlachtwertes( Lebendgew.) M 45-47( Schlachtgew.) M 75 bis 78. b) vollfleischige jüngere( Lebendgewicht) M 39-43, ( Schlachtgewicht) M 65-71. E. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 44-47,( Schlachtgewicht) M 79-84, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M 43-46,( Schlachtgewicht) M 80-83, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgewicht) M 39-42,( Schlachtgewicht) M 75-81, do. 2. ältere ausge= mästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und bendgewicht) M 35-40.( Schlachtgewicht) M 65-74, d) mä= Big genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) 29-34, ( Schlachtgewicht) M 58-68. e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 24-28,( Schlachtgewicht) M 55 bis 64. D. Kälber: a) Doppelender feinste Mast( Lebendgewicht) 00-00,( Schlachtgewicht M 00-00, 6) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Eaugfälber( Lebendgewicht) M 60-65,( Schlachtgewicht) 100-108, c) mittl. Mast- und gute Saugfälber( Lebendgewicht) M M 54-59,( Schlachtgewicht). M 92-100,$) geringe Saugfälber( Lebendgewicht) M 45-52, ( Schlachigewicht) 76-88. Schafe. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 41-42,( Schlachtgewicht) M 86-88, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht M,( Schlachtgewicht)-- Schweine a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47-49,( Schlachtgewicht) M 60-62, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47 bis 47%,( Schlachtgewicht) M 60-61, c) vollfleischige Schweine voit 100 bis 120 Kilogramm Lebendgewicht( Le= bendgewicht) M 46½- 49,( Schlachtgewicht) M 59-61, 5) vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht). 47-49,( Schlachtgewicht) M 59 bis 61. IVO PUHONNY. Wie diefe Palme das auf der Erde wandelnde Tierreich überragt, fo über. ragen die Pflanzenfette Palmin und Palmona( Pflanzen. Butter Margarine) die tierischen Fette durch ihre Reinheit und Güte. Das beweift am beften der Umstand, daß Palmin und Palmona tierische Fette in der feinen und bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen. Palmin zum Kochen, Braten und Backen. Palmona als Brotaufftrich. Vergebung von Bauarbeiten. Die für den Schulhaus Umbau sowie Erbauung eines Nebengebäudes und Herstellung der Einfriedigung und Hofanlage zu Muschenheim erforderlichen Arbeiten und Lieferungen wie: Erd- u. Maurer-, Zimmer-, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Glaser, Schreiner, Weißbinder, Tapezier-, Pflast erer u. Planierarbeiten, sowie die Eisen-, Röhren, Cementund Basaltgruslieferung sollen im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Amtszimmer Nr. 18 während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift bersehen sind verschlossen und portofret bis spätestens Mittwoch, den 12. April 1911 vormittags 10Uhr auf Großh. Bürgermeisteret Muschenheim einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Gießen, den 5. April 1911. Arbeitsvergebung. Die bei Erneuerung des Fußbodens im Kesselhaus der medizinischen und Frauenklinik zu Gießen erforderlichen Maurerarbeiten( ca 100 qm Klinkerrollschicht. fußboden etc.). werden auf Grund des Ministerialerlaffes bom 16. Juni 1893 hiermit öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Amte, Stephanfiraße 18, eingesehen, Angebotsformulare dorther bezogen werden. Offerten sind bis zum Eröffnungstermin, Samstag, den 8. April, vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gieken, den 25. März 1911. Großh. Hochbauamt. J. V.: Heyer. Collisy& Bingel Möbel- und Dekorations- Geschäft Kaplansgasse 18 Telephon 828 Spezialität: komplette Wohnungs- Einrichtungen. Reichhaltiges Lager in Einzelmöbeln- einfache lack. 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