ne 53% U abgeor nberg. ordnete 10. chuss. gung er Diskretion gen 8sel: Waud tungen, Jun ten Genre a lieben. den Katalog losen Besuc Entwürfe ete m. b. H. iahof) abri ser- Wilhelm Passage. shaus r.129. rgültigen 7. chster bis dungen. el chäft ephon 829 htungen. Tache lack .Matratze alter Polster greeller fac Istermöbel auen nwolle Sockengame Shine! wollen wollen sind zeige genannt renfeld. upplag und Herm. Sh Ziegele Telefon 84. manschloss Verlagsin Flig mil in Gl Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amil. Bekanntmachungen - vierteljährlich 1,50 Mf., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 55. Telephon: Nr. 362. Freisinnige Ueberbebungen. " Im Wahlkreise Wiesbaden hat dieser Tage eine größere freisinnige Versammlung stattgefunden. Diese Versammlung „ gab der Meinung Ausdruck, daß für den zweiten nassauischen Wahlkreis unter allen Umständen ein frei sinniger Kandidat zu fordern ist, weil ein national liberaler keine Aussicht auf Erfolg hat. Der gegen wärtige nationalliberale Kandidat Kommerzienrat Bartling sei gänzlich unannehmbar." Der Freisinn dekretiert und so geschieht es. Die Nationalliberalen haben den Mund zu halten und Wiesbaden gehorsamst dem Freisinn zu überlassen. Und da bei stand bei der letzten Wahl der Fortschritt an allerletzter Stelle. Difficile satiram non scribere! - Aber so komisch diese Ueberhebung auch wirken mag, die Sache hat doch auch ihre ernste Seite. Der Fall ist typisch; unter der Parole des„ geeinten Liberalismus“ versucht man überall, Riemen aus der nationalliberalen Haut zu schneiden. Imaginäre 3iffern, die sich bei genauerer Betrachtung in ihr Gegenteil verkehren, müssen dazu herhalten, der befreundeten Partei möglichst viel abzujagen. Gelingt dies nicht, so wendet man die Politit von Erpressern an und stellt in gänzlich aussichtslosen Kreisen gegen Nationalliberale Zählfandidaten auf ob auch im Sinne des„ geeinten Liberalismus"? Dabei muß dann weiterhin die Stellung unserer Kandidaten innerhalb der eigenen Partei herhalten. Man macht die Unterstützung davon abhängig, daß er möglichst dem Freisinn nahestehe. Was würde sich wohl für ein Gezeter in der linksliberalen Presse erheben, wenn wir beispielsweise die Unterstützung des Abgeordneten Naumann ablehnen würden, weil dieser uns zu weit links steht? Wir können genau so gut unsere Unterstützung nur von der Aufstellung gemäßigt freisinniger Kandidaten abhängig machen. " An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen." Der Freisinn führt die„ Einigung des Liberalismus" andauernd im Munde, in seinen Taten aber bildet er vielfach selbst das größte Hindernis dieser Einigung." Nun in Wetzlar- Altenkirchen hat die" Politik von Erpressern" anscheinend Erfolg. Uns kann's recht sein. Reichstagswahlvorbereitungen. Am gestrigen Sonntag waren alle 4 Parteien, alle 4 Kandidaten mit ihren Getreuen auf den Beinen, um die Massen zu bearbeiten. Am lebhaftesten war es natürlich in Gießen selbst. Nachdem am Samstag abend der freisinnige Rektor Kopsch im„ Cafe Leib" eine Lanze für Pfarrer Korell gebrochen, dort vor mäßig besetztem Saale der Volkspartei das Wort geredet hatte, haben gestern Nachmittag im selben Saale die Sozialdemokraten den Ausführungen ihres Führers Dr. David zugejubelt. Die Versammlung war schnell zu Ende und ein großer Teil der dort versammelt Gewesenen eilte noch zur Versamm lung der Wirtschaftlichen Vereinigung in Steins Garten. Dort sprach Amtsgerichtsrat Latt= mann nach einer Ansprache Liebermann von Sonnenbergs. Der Saal war überfüllt, so daß noch im kleinen Nebensaal und auf dem Korridor sehr. viele Wähler stehen mußten. Die Ausführungen Lattmanns haben manches Neue über die Entstehung und den Wert der Reichsfinanzreform gebracht. Für Viele waren die Worte des Referenten tatsächlich eine A u s- klärung und sind auch dieses Mal dadurch wieder neue Anhänger der Wirtschaftlichen Vereinigung zugeführt worden. Nicht der Freisinn, nicht die So= zialdemokratie kann dem Bürger- und Mittelstand helfen, einzig und allein eine positive Arbeit der eigenen Berufs- und Standes freunde, die in der Wirtschaftlichen Vereinigung bei emsiger Arbeit im Reichstag beieinander sitzen, die mit ihrem Wollen und können trotz ihrer noch kleinen Zahl im Bundesrat gern gehört werden. Aus Stadt und Cand Gießen, den 6. März Gießen. Vom Großherzog empfangen wurden u. a. der Landgerichtspräsident GüngerichGießen, der Kommerzienrat CI oo s- Nidda, der Geh. Kommerzienrat S. Heichelheim- Gießen. Gießen. An die Zweite Kammer der Landstände wurde vom Arbeitsausschuß für die Erhaltung des Gießener Liebig- Laboratoriums eine Vorstellung gerichtet. Darin wird um Bewilligung eines Betrages der Kosten des Unternehmens gebeten. * Gießen. Der Provinzialausschuß hat die von der Provinzialdirektion ausgearbeitete Vorlage genehmigt, nach der die Provinz aus einem vom Staat in Wölfersheim zu erbauenden Kraftwerk elektrische Energie beziehen wird und damit ungefähr die Hälfte des Großherzoglichen Polizei Amtes = der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. Behörden Oberhessens ( Haus Brüder Schmidt.) Montag den 6. März 1911 der Provinz Oberhessen mit Licht und Kraft versehen kann. Ueber die Vorlage wird der Provinzialtag in seiner für den 27. März in Aussicht genommenen Sitz ung zu befinden haben. Das Versorgungsgebiet reicht in nördlicher Richtung bis Lich, Grünberg und Laubach, in westlicher und südlicher Richtung sind seine Grenzen die Landesgrenzen, in östlicher Richtung ist es begrenzt durch den Kamm des hohen Vogelsbergs. Das Projekt wird für den Fall seiner Genehmigung nach dem 1. April ausgeführt. Gießen. In der Freitag stattgefundenen Jah= resversammlung des neugegründeten Oberh. Vereins für trag über die Schwierigkeiten, mit denen die Basler die Basler Mission hielt Inspektor Dipper einen VorMission in Asien und Afrika zu kämpfen hat, die Erfolge, die ihr blühen undüber die Aufgaben, die ihrer harren. Dem neuen Verein gehören 47 Kirchspiele an. Der Mindestbeitrag für eine Gemeinde beträgt nur 2 Mark. * Gießen. Im Siechenhaus wurde den alten einsamen Insassen durch zwei Lichtbilderabende unter Mitwirkung des Streichchores des Wartburgvereins eine Freude bereitet. Die Bilder zeigten das gelobte Land und Szenen aus Jesu Leben. * handlungen des Schwurgerichts für das Gießen. Heute Montag begonnen die VerKlage gegen Christoph Homba ch- Großen- Buseck we1. Vierteljahr 1911. Erster Verhandlungspunkt ist die gen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Morgen Dienstag wird gegen Heinrich Ruppentha I= steht die Klage gegen Veronika BrezigheimerKöddingen wegen Meineids verhandelt.- Am Mittwoch Großheubach wegen Mordversuch an. aussichtlich stattfindender Verhandlungspunkt wurde die Als letzter vor= Klage gegen Anna Gottwald- Metzingen wegen Meineids für Samstag angesetzt. - Rödgen. Der langjährige Beigeordnete Hch. Indertal 2. ist am Freitag ge storben. Der Verstor= bene war auch Ortsgerichts- und Kirchenvorsteher. * Friedberg. Die Bahnhofs- Neubau- Arbeiten wurden in Angriff genommen. Gegenwärtig wird ein Baugleis nach der großen Unterführung gelegt, da die Verbindungsstraße am zufünftigen Bahnhofe vorbei nach Fauerbach als erste Arbeit hergestellt werden soll. * Osthofen. Wieder auf freiem Fuße befindet sich der vielgenannte ehemalige Sanitätsrat Dr. Rolly aus Osthofen. Der Rest seiner Strafzeit wurde ihm erlassen. er= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 min breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kontmt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahry. die junge Turnerschar brachte dem ergrauten Nestor ein fräftiges„ Gut Heil" aus. Turnverein Wieseck gedenkt im Jahre 1912 sein 50jähriges Jubelfest zu feiern, aus welchem Anlaß dem Verein für das nächste Jahr das Bundesfest zugesprochen wird. Bundesvorsitzender Daubert wünschte dem jungen Turnbunde ein ferneres Blühen und Gedeihen und mit einem dreifachen„ Gut Heil“ wurde der Turntag geschlossen. == Wißmar, 5. März. Mit dem neuen Schuljahr tritt ein Wechsel im hiesigen Lehrerpersonal ein. Lehrer Mergental ist auf seinen Wunsch nach Niederwetter( Kurhessen) versetzt und an seine Stelle tritt Lehrer Richard Kuhl- Nisterberg, ein geborener Kinzenbacher. ungsgeschäft für den Bezirk Rodheim ist auf den 28. u. :!: Rodheim a. d. B. Das diesjährige Muster29. März im„ Benderschen Saal" hierselbst festgesetzt. Dem Bezirk gehören die Gemeinden Bieber, Crumbach, Fellingshausen, Frankenbach, Hermannstein, Königsberg, Naunheim, Rodheim und Waldgirmes an. vorgesehene& a sel- und Schweinemarkt( sog. -m- Butzbach, 6. März. Der am 9. März hier Prämienmarkt) ist verboten worden, da sowohl durch das auf den Markt gebrachte Klauenvieh, als auch durch den starken Verkehr von Landwirten, Züchtern, Händschleppung zu befürchten ist. Der Tag des Marktes wird lern aus allen Gegenden die Gefahr der Seuchen- Einneu bestimmt. Spiesheim, 1. März. Eine angenehme Ueberraschung wurde dem Landwirt Philipp Diefenthäler von hier beim Fällen einer uralten Esche zuteil. Als er den Boden um die starken Wurzeln des Baumes herum aushob, rollten 40 Stück große goldene und silberne Münzen vor seine Füße. Sie stammen aus den Jahren 1515 Krieges an diese Stelle. bis 1565 und kamen jedenfalls während des 30jährigen Holzverkäufe u. Versteigerung. Gemeindewald Grävenwies ba ch: Dienstag, 7. März, vorm. 10 Uhr: Distr. Schießberg und Runkelshardt. Gemeindewald Edingen: Dienstag, 7. März, vorm. 10 Uhr. Gemeindewald Waldgirmes: Dienstag, 7. März, vormittags 10 Uhr. Gemeindewald Breitscheid: Mittwoch, 8. März, vorm. 11 Uhr. Der Verkauf findet im Saale des Gastwirts Schuhmann statt. Rekonvaleszenz Wetzlar, 6. März. Nach der von dem Königlich Preußischen Landes- Dekonomie- Kollegium gegebenen Anregungen ist die Aufnahme von Stüdgutsendungen von Saatkartoffeln in den Saatguttarif folgt. Die dadurch bedingte Frachtermäßigung tritt vom nach erschöpfenden Krankheiten, sowie nach schwerem Blutverlust. Nach schwerer erschöpfender Krankdoch für 20 Kilogramm nach den Säßen des Spezial- heit ist die Sorge des behandelden Arztes 15. März an in Kraft. Es erfolgt also künftig die Frachtberechnung für Stückgutsendungen von Saatkartoffeln nach dem halben wirklichen Gewicht, mindestens jedoch für 20 Kilogramm nach den Sätzen des Spezialtarifs für bestimmte Stückgüter. == Wezlar, 6. März. Heute feiert das Poſtſchaff ner Meister's che Ehepaar seine silberne Hochzeit. == Cleeberg, 6. März. Dem Landwirt Konrad Reineck ist ein Rind am Milzbrand eingegangen. Steindorf, 5. März. Vom Schöffengericht in vornehmlich darauf gerichtet, die Körperkräfte zu heben, um so den Kranken widerstandsfähiger zu machen. Es ist der medizinischen Wissenschaft in dem Leciferrin ein Mittel zugeführt worden, geworden war. Trotzdem wurden die Tiere abgetrieben. daß die Körperkräfte außerordentlich dem schnell hebt und den Appetit befördert. Wetzlar wurden der Schäfer H. und der Bergmann U. wegen Betruges zu 5 Mt. Geldstrafe verurteilt. Sie hat ten einen Schafhandel gemacht, der aber nicht perfekt == Münchholzhausen, 5. März. Aus dem Gemeindewald hatten der Erdarbeiter W. und der Bergmann U. Nuzholz entwendet. W. erhielt 2 Tage, U. 1 Tag Gefängnis. -5= Launsba ch, 5. März. Aeußerst zahlreich waren Turner und Turnfreunde aus dem Lah n= Düns sodaß der Saal von Gastwirt Rinn bis auf den letzten grüßte in gewohnter Weise alle Erschienenen und gab berg- Turnerbund zum 6. Turntag herbeigeeilt, Plazz besetzt war. Vorsitzender Daubert- Wieseck beDaher wird Leciferrin jekt mit Vorliebe angewandt um die Körperkräfte zu heben, das Blut zu ergänzen, neue Lebensluft zu schaffen und das Nervensystem zu erfrischen. Preis der großen Flasche 3; Mt. Beciferrin enthält Ovo- Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxydhydrat an 8uder ge bunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0. Rest destilliertes Wasser. vorerst den Jahresbericht. Neu aufgenommen wurden die Turnvereine Annered, Burkardsfelden, Reiskirchen und Roth, sodaß jetzt der Bund aus 26 Vereinen mit 1950 Mitglieder angewachsen ist. Der Kassenbericht ergab gleichfalls einen günstigen Abschluß mit einem Bestand von 164,05 Mt. Turnverein A z blach hat für den ersten Sonntag im Juli das Bundesfest übernommen, während die Bundesfahrt nach Da u- bringen und der Herbstturngang nach Gro- sicher vou: Ben Bused geplant sind. Die Vorstandswahl gab keine wesentliche Veränderung, Bürgermstr. Schmidtgab teine wesentliche Veränderung, Bürgermſtr. Schmidt Lollar wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, er= In Apotheken erhältlich, ganz Universitäts- Apotheke Gießen da Bäckermeister Bender- Rodheim von einer Wiederwahl und Engel- Apotheke in FrankHausen überreichte der Vorsitzende ein Ehrendiplom und furt a. Main. Abstand genommen. Dem altbewährten Mitglied Schlag Deutscher Reichstag. Die Weiterberatung des Militäretats bei den Militärwerkstätten nahm am Freitag mehr den Charakter einer Auseinandersetzung zwischen einzelnen Abgeordneten, insbesondere Arbeiterführern an, bei der die Rücksichten auf die Geschäftslage und den eigentlichen Zweck der Einzelberatung des Etats recht sehr aus den Augen verloren wurden und mehrfach Redner von seiten des Präsidiums auf das Thema hingewiesen werden mußten. Vorübergehend drohte sogar die Besprechung infolge einer voraufgegangenen Bemerkung des Abg. Potthoff( fortschr. Vp.), das Zentrum sei staatsfeindlicher als die Sozialdemofratie, in eine parteipolitische Auseinandersetzung über das voraussichtliche Ergebnis der bevorstehenden Reichstagswahlen zwischen der Linken und dem Zentrum auszuarten, denn der Abg. Mommsen nahm die Bemerkung setnes Parteifreundes auf, freilich mit einiger Vorsicht, so daß man nicht recht erkennen fonnte, ob er persönlich der gleichen Auffassung huldigt. Jm ganzen läßt sich über die Debatte, in der Vertreter der großen Arbeiterorganisati= onen mit Rednern abwechselten, die Wahlkreisinteressen zu vertreten hatten, nichts neues berichten. Das Problem der Koalitionsfreiheit staatlicher Arbeiter, die Lohn- und Aufrückungsverhältnisse, die Beschaffung von Arbeiterwohnungen und ähnliche Fragen wurden eingehend in ge wohnter Weise besprochen. Generalmajor Wandel gab namens der Heeresverwaltung Aufschluß. Eine Resolu tion des Zentrums, die einen Ausbau der Pensions- und der Witwen- und Waisenkasse fordert, wurde angenommen, ebenso eine Resolution der Budgetkommission, daß bei Waffen- und Munitionslieferungen die billiger liefernde Privatindustrie mehr herangezogen werden solle. Nach furzer weiterer Debatte wurde die Beratung auf Diens tag vertagt. Rundschau vom Cage. Politisches. Ueber Kaiser Wilhelm und den Sturz Delcassés berichtet der„ Hamburgische Korrespondent": Am 17. Juni 1906 befand sich in Berlin der französische General de la Croix als Leiter der Deputation, die zur Hochzeit des Kronprinzen vom Präsidenten Fallieres nach Berlin entsandt worden war. In Döberitz bei einer Parade, zeigte Kaiser Wilhelm dem General das Telegramm, in welchem der Rücktritt Delcassés gemeldet wurde. General de la Croix soll darauf zum Kaiser gesagt haben:„ Ich beglückwünsche Eure Majestät, ich beglückwünsche Frankreich, ich beglückwünsche ganz Europa." Vereinfachung des gregorianischen Kalenders zu beteilis gen. Die schweizerischen Handelskreise drängen darauf, daß der Bundesrat die Sache beschleunige und gemäß den Beschlüssen des Londoner internationalen Handelskammerfongresses vom Juni 1910 in die Hand nehme. Deutsche Schiffsingenieure für die Türkei. Die der türkischen Regierung verkauften Dampfer des Norddeutschen Lloyd, Oldenburg",„ Darmstadt“ und„ Roland" sind fürzlich in Konstantinopel eingetroffen. Der türkische Marineminister äußerte sich bei der Besichtigung der Schiffe äußerst befriedigt über ihren Zustand, und drückte den Wunsch aus, zum Einererzieren der türkischen Besagung einige Kapitäne des Norddeutschen Lloyd engagieren zu dürfen. Der Norddeutsche Lloyd stimmte zu. Infolgedessen sind ein Kapitän, ein erster Offizier und zwei Maschinisten, vorläufig auf ein halbes Jahr in türtische Dienste getreten. Der Layerische Zentrumsführer Prälat Dr. v. Daller ist nach längerem Leiden Freitag mittag in Freising geflorben. von Dalier, im bayerischen Volksmund kurzweg Papa Daller" genannt, war mit seinen sechsundsiebzig Jahren der Senior der Zentrumsfraktion des bayerischen Landtags und, was sein parlamentarisches Dienstalter an( Tangte, zugleich auch der Nestor des Abgeordnetenhauses. Er gehörte der Kammer der Abgeordneten mehr als vierzig Jahre ununterbrochen an. Um die Durchführung des Reichszuwachssteuergefetes tunlichst zu erleichtern, beabsichtigt nach der„ Neuen Pol. Korr." die Reichsfinanzverwaltung, amtliche Mitteilungen über die Zuwachssteuer in zwanglosen Heften zu veröffentlichen, in denen fortlaufend Entscheidungen und Erörterungen der bei der Anwendung hervorgetretenen Zweifelsfragen bekannt gegeben werden sollen. Diese Mitteilungen sollen von der Reichsdruckerei verlegt werden und zu einem mäßigen Preise durch die Postanstalten zu beziehen sein. Der ungarische Parlamentsausschuß bewilligte das Heeresbudget und die außerordentlichen Heereskredite. Im Laufe der Debatte erklärte Feldmarschall- Leutnant Soffmann, die Rückständigkeit des Heeres habe einen Grad erreicht, der, wenn er noch länger andauere, die Monarchie aus dem Wettbewerb mit anderen Staaten aus= schließen könnte. Ein neuer Rogeraufstand? Der„ Nationalzeitung" wird aus Moskau gemeldet: Wie man hiesigen Zeitungen aus Charbin telegraphiert, steht China am Vorabend eines allgemeinen Voreraufstandes. Die Bewegung richte sich nicht allein gegen die Dynastie. Die Vertretungen der auswärtigen Mächte haben besondere Schutzmaßregeln für ihre Staatsangehörigen verlangt. Bei der Beratung des Postetats in der Budgetkommission des Reichstags hat die Sozialdemokratie einen Antrag auf Erhöhung der Gehälter für die Unterbeamten eingereicht. Der Schazsekretär erklärte im Laufe der Beratung: Die verbündeten Regierungen seien fest entschlos= sen, für die nächste Zeit Aenderungen an der Besoldungsordnung nicht vorzunehmen. Eine Zentrumsresolution auf Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses an einzelnen Orten wurde angenommen. Der Schatzsekretär erinnerte daran, daß der Reichsanzeiger" bereits die Mitteilung gebracht habe, daß der Bundesrat die Grundsätze beschlos= sen habe, nach denen eine anderweite Klassifizierung der einzelnen Orte erfolgen solle. Das Reichsschazamt bearbeite jetzt die zahlreichen Petitionen nach diesen Grundsätzen. Kleine Nachrichten. Die Pest in der Mandschurei ist weiter im Rückgang begriffen. In Schantung ist die Lage infolge zu spät ergrif= fener Maßnahmen noch bedrohlich. Peking und Tientsin find pestfret. In Charbin wurde gestern zum ersten Male feine Pesterkrankung festgestellt. Die Festlegung des Osterfestes. Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, bei den Großstaaten Informationen einzuziehen, ob sie bereit wären, sich an einer diplomatischen Konferenz zur Festlegung des Osterfestes und zur 7) Das Familiengeheimnis. Roman von L. Walter. ( Nachdruck verboten.) Die Hebammen in ganz Bayern sind übereingekommen, den Vätern in Bayern, denen am 12. März, dem 90. Geburtstage des Prinzregenten Luitpold ein Knabe geboren wird, zu empfehlen, diefen, dem Prinzregenten zu Ehren, den Namen Luitpold zu geben. Für 80 000 M Wertsachen sind gestern in der Wohnung eines Schankwirts in Alt- Berlin ermittelt worden, wo sie ein vielbestrafter Verbrecher, der angebliche Viehhändler Stamberger, untergebracht hatte. Die Sachen stammen zum größten Teil aus einem Einbruchsdiebstahl, der vor eini= ger Zeit bei einem Edelsteinhändler in der Grünstraße verübt worden war. Absturz eines Omnibusses. Bei Röttgen in der Nähe von Bonn stürzte ein Omnibus infolge des Scheuens des Pferdes eine zehn Meter tiefe Böschung hinab. Der Kutscher wurde getötet. Zum Glück war der Omnibus unbesetzt. tors in seinem Sommeraufenthaltsort in blaz verfügte. Er war ursprünglich gegen eine Raution von 10 000 Mart auf freiem Fuß belassen worden, seine Verhaftung wurde aber verfügt, da man Grund zu der Annahme zu haben glaubte, daß er danach trachtete, über die österreichische Grenze zu entfltehen. Zur Anklage stand eine ganze Reihe von Fällen, in denen, wie behauptet wird, an Mädchen im Alter von dreizehn bis fünfzehn Jahren schwere Verfehlungen vorgekommen sein sollen. Bock sitzt seit dem 30. Juli v. J. in Untersuchungshaft. Die Sache hat sich dadurch verzögert, daß Bock, wie bekannt, in der Haft schwer erkrankt war und sich einer Operation hatte unterziehen müssen. Bock ist 49 Jahre alt, verheiratet und Vater eines sechzehnjährigen Sohnes und zweier Töchter. Die Verhandlung, die drei Sizungstage in Anspruch nehmen dürfte, wird unter vollem Ausschluß der Deffentlichkeit stattfinden. Wir werden das Urteil mitteilen. Der Revolver im Klassenzimmer. Als während der Frühstückspause im Gymnasium zu Beuthen( D.- Schl.) ein Tertianer den Mechanismus einer mitgebrachten Browningpistole erklären wollte, ging plößlich ein Schuß los und traf den 16jährigen Sohn des Oberbürgermeisters Brüning, der schwer verletzt wurde. Auf eigenartige Weise Selbstmord verübt hat die vierzigjährige Emilie Petit im kleinen Juradorfe Charneren. In der Nacht holte sie eine Leiter und trug sie zur nahegelegenen elektrischen Zentrale. dort stieg sie auf das Dach und warf sich gegen die Drähte der elektrischen Leitung. Der durch Brandwunden entstellte Leichnam fiel vom Dache herunter und wurde am Morgen aufgefunden. Vermischtes. In Sachen des Mordes an der Witwe Hoffmann in Berlin ist der in demselben Hause wohnende Privatfran fenpfleger Griehl festgenommen worden, der, wie erst jetzt ein Hausbewohner befundete, zu der Zeit, wo der Mörder die Wohnung der Frau Hoffmann verlassen haben muß, die Hintertreppe herunterkam und, wie die Kriminalpolizei annimmt, das Haus unbemerkt verlassen wollte, aber wetl die Haustür verschlossen war, die Vordertreppe wieder hinaufgehen mußte. Frau Hoffmann pflegte, bevor sie auf Reisen ging, Grieht die Aufsicht ihrer Wohnung zu übertragen, und wird so viel Vertrauen zu ihm gehabt haben, daß ihm auf sein Klopfen ohne weiteres geöffnet wurde. Ermordet aufgefunden wurde am Freitag im Essener Stadtwalde der 20 Jahre alte Techniker Reid aus Rüttenscheid. Der Tod ist durch einen Schlag mit einem schweren Gegenstand an die rechte Schläfe herbeigeführt worden. Ein Geldbetrag von 50 bis 60 M, Taschenuhr und Ringe fehlen. Zwischen dem Täter und seinem Opfer hat ein erbitterter Kampf stattgefunden. Aus den Gerichtssälen. Eine Erbschaft von vier Millionen Mark fiel, so wird aus London berichtet, zwet alten Leuten zu, die seit kurzem in den Genuß der staatlichen Alterspension gelangt sind. Es sind dies zwei in den dürftigsten Verhältnissen lebende Greise, von denen der eine in Blaby bei Leicester, und der andere in Leicester wohnt. Die Erbschaft ist die richtige traditionelle Hinterlassenschaft eines amerikanischen Erbonkels. Vor mehr als 30 Jahren war nämlich ein Onkel der beiden Alten nach Amerika ausgewandert und hatte sich in Salt Lake City unter den Mormonen niedergelassen. Es vergingen Jahrzehnte, und nichts wurde von dem Europamüden gehört. Er galt als verschollen. Inzwischen hatte aber der Auswanderer seine Zeit in der besten Weise verwertet, und durch Viehhandel und außerordentlich glückliche Spekulationen ein großes Vermögen erworben. Die Ueberraschung der beiden Greise läßt sich lebhaft denken, als sie jetzt erfuhren, daß sie plötzlich zu Millionären geworden seien. Sie hätten an alles andere eher, als an eine Mormonen- Millionen- Erbschaft gedacht. Das Verfahren gegen Rektor Bock. Reftor Bock, der vielgenannte ehemalige Leiter der 40. Berliner Gemeindeschule hat sich jetzt wegen Sittlichkeitsverbrechens und Beleidigung vor der 1. Straffammer des Landgerichts Berlin II zu veranworten. Mit ihm ist der Lehrer Anton Knösel angeklagt. Der Angeklagte Bock, über dessen Verhalten seinen Schülerinnen gegenüber schon seit längerer Zeit allerlei Gerüchte verbreitet waren, war schon anfangs vorigen Jahres einmal von der Kriminalpolizet verhaftet worden, weil von einer Schülerin Beschuldigungen gegen ihn erhoben worden waren. Bock wurde aber nach vter Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt, weil das Mädchen die Beschuldigungen widerrufen hatte. Die Kriminalpolizei stellte jedoch weitere Ermittlungen an, und es kamen über das Verhalten des Rektors Bock und auch des Mitange= klagten zu den Schülerinnen so absonderliche Dinge zutage, daß die Staatsanwaltschaft die Verhaftung des RekDie Unterredung war zu Ende. Der junge Mann erreichte bald das nahe Tor, verfolgte einen mit Akazien besetzten Fußweg und schritt rasch einer Häusergruppe zu, die von lebendigen Hecken umgeben war. Die Häuser, vier an der Zahl, bestanden alle nur aus einem Erdgeschosse. Sie bildeten eine Reihe, hinter der sich Gärten und Felder ausdehnten. Der Fußweg führte an den Türen vorüber. Der Auguſtabend war wunderbar schön; in voller Majestät schwebte der Mond am Himmel, goldenes Licht auf die Stadt herabsendend, in der Angst, Schrecken und Trauer herrschten. Die Häuser aber lagen so friedlich, so still, als ob der böse. Geist, der die Straßen der Stadt durchzog, sie vergessen hätte oder keine Gewalt über sie habe. In den Linden flüsterte ganz leise der Abendwind und an den Obstbäumen unterschied man die reifenden Früchte, deren Last die Zweige herabbog. Hier und dort schimmerte Licht aus den Fenstern, die der frischen Abendluft geöffnet waren. Man hörte die Worte der Bewohner, die sich unterhielten. Karl achtete nicht darauf, er ging an den ersten drei Häusern vorüber; an dem vierten, dem letzten, blieb er stehen. Die Türe und die Läden der Fenster waren geschlossen. Es schien, als ob das freundliche Häuschen nicht bewohnt fet. Kein Laut, kein Geräusch regte sich in dem Innern. Was ist das?" dachte Karl bestürzt. Er trat zu der Tür, deren gelbes Messingschloß hell erglänzte und erfaßte den Griff der Glocke. Ihm fehlte der Mut, ein Zeichen zu geben, das ihm vielleicht eine Schreckliche Gewißheit verschaffte. Die Geliebte wohnte hier mit der Mutter. Die schöne und brave Auguste, an der sein Herz in schwärmerischer Leidenschaft hing. Frau Bauer war die Witwe eines Lehrers, der vor drei Jahren gestorben. Das Häuschen und der Garten war ihr eige= nes Besitztum; ein kleiner Witwengehalt machte es ihr möglich, mit dem einzigen Kinde in stiller Abgeschieden= heit sorglos zu leben. Giftige Spinnen als Landylage. Von einer sonder baren Landplage wird aus Uruguay berichtet. An verschie denen Punkten der Republik sind massenhaft kleine schwarze, äußerst giftige Spinnen aufgetaucht. Ihr Biß soll, wenn nicht sofort ärztlicher Beistand geleistet wird, unfehlbar in wenigen Minuten den Tod bringen. Zahlreiche Personen sollen den Spinnenbtssen bereits erlegen sein. Mitglieder ber verurteilt Die Folge Diner Beitung Stadten wird Clemente auft fwiegeln. Weshalb gefchid i dies auf& melen au helfe Her Mandschu ngefangen, au Waffen, wenn& Bremblinge m ringlinge, fo Hommen, wirt Wirem heimatli Fremdlinge ha agten fie al mil. Die Göt Noch immer Grünenthaler Scheine. Der soeben erschtenene Rechenschaftsbericht der Reichsbank hat sich wiederum wie seit einigen Jahren, mit den Veruntreuungen des früheren Oberfaktors der Reichsdruckeret, Grünenthal beschäf tigt. Wie noch bekannt sein dürfte, hat Grünenthal, der die Anfertigung der Tausendmarkscheine in der Reichsdruckeret zu überwachen hatte, viele Hunderttausende von Mark in folchen Scheinen für sich angefertigt. Diese„ Grünenthaler" waren feine eigentlichen Fälschungen im Sinne des Wortes, sondern Grünenthal nahm die in seiner Verwahrung befindlichen Scheine, die bis zum Aufdruck der Nummern fertiggestellt waren, und versah sie eigenhändig mit Nummern. Die so in den Verkehr gekommenen Scheine waren demnach durchaus echt, und nur durch das Anhalten der Scheine und die Kontrolle dre Nummern konnten nach und nach die„ Grünenthaler" festgestellt werden. Nachdem schon 1909 für 258 000 M dieser Scheine entdeckt wurden, teilte die Reichsbank mit, daß im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder für 220 000 M Tausendmarkscheine mit doppelten Num mern angehalten wurden. Im Jahre 1908 waren es 316 000, 1907 344 000 und 1906 740 000 M, die Grünenthal für sich angefertigt hatte. Zu einem Prozeß kam es seinerzeit nicht, da Grünenthal sich im Untersuchungsgefängnis erhängte. In den Waldes tiefsten Gründen hauste eine Einbrecherbande, die jetzt aus der Untersuchungshaft der 1. Straffammer des Landgerichts Berlin vorgeführt wurde. Im Sommer v. J. wurde der Norden von Groß- Berlin von einer Einbrecherbande heimgesucht, die nachts auf Raubzüge ausging. So wurden u. a. bei einem Ingenieur zu Frohnau Kupfer- und Messinghähne im Werte von 500 Mark gestohlen. Einige Tage darauf wurden bei einem Kaufmann 40 Flaschen Wein und bei einem Restaurateur 30 Flaschen Liför gestohlen. Schließlich gelang es zwei Genbarmen eine Spur zu entdecken, die zu der Festnahme der Diebesbande führte. Ein Mitglied der Bande gestand, daß sich die Diebe in einer Schonung an der Tegeler Grenze eine regelrechte Räuberhöhle eingerichtet hätten. Als sich darauf Gendarmen dem Diebesversteck näherten, bemerkten sie dort einen der Angeklagten, der mit dem geladenen Revolver in der Hand schlief. Er wurde, ehe er von der Waffe Gebrauch machen konnte, überrumpelt und gefesselt. Die Karl lauschte an dem Fenster: Nichts regte sich. In diesem Zimmer stand das Klavier, das Auguste meisterhaft Ipielte. Wie oft hatte er in diesem traulichen Gemache auf die Lieder gelauscht, die die Geliebte zwar nicht kunstvoll, aber glockenzein und innig vortrug. Er wußte auch, daß das junge Mädchen sich um diese Zeit durch Musik zu unterhalten pflegte, dann hatte er sie sonst oft durch den plöglichen Eintritt überrascht und ihr leicht die Wange gefüßt, ehe er den Abendgruß ausgesprochen. Die Mutter, die im Sopha saß, hatte stets der Szene lächelnd zugesehen, und sich an dem Glück der beiden erfreut. So war es noch vor vier Wochen gewesen. Wie anders war es heute! Der junge Mann fühlte eine Herzbeklemmung, die ihm fast die Besinnung raubte. „ Ich muß Gewißheit haben!" flüsterte er. Nun stand er wieder an der Tür. Seine Hand zitterte, als er an dem Griffe zog. Die Glocke tönte laut in dem Innern, aber kein Geräusch, teine Stimme antwor= tete. Er wiederholte noch zweimal das Läuten, das man in allen Räumen des Hauses hören mußte; aber es blieb still wie zuvor. " „ Es ist ein Unglück geschehen!" dachte bestürzt der arme Karl.„ O, mein Gott, wird denn das Schicksal nicht müde, mich zu verfolgen? Den Vater hat das Grab schon verschlungen, soll ich denn auch noch die Geliebte verlieren!" Das verödete Haus fam ihm wie ein Sarg vor, der den Inbegriff all seines Glückes barg. Die Bewohnerinnen die keinen Umgang mit den Nachbarn hatten konnten sie nicht plöklich, ohne daß ihnen Hilfe geworden, ven dem Würgengel hingerafft sein? Wer hatte sich denn um die Einsamen gefümmert, die oft tagelang keinen Besuch empfingen und wochenlang nicht zur Stadt kamen? Karl verfiel auf die gräßlichsten Vermutungen. er der erste sein, der den Jammer entdeckte? Sollte Er ging zu dem Nachbarhause und trat an das offene Fenster. Die Bewohner, arme Gärtnersleute, hatten soeben das Abendessen vollendet. Fünf oder sechs Kinder verließen tumultartig den Tisch, auf dem eine große Zimmerlampe brannte. „ Guten Abend!" grüßte Karl mit vor Angst erstickter Stimme. Die Frau, eine rüstige Bäuerin, trat zu dem Fenster. Was wollen Sie denn?" fragte sie überrascht. " " Ich möchte mir Auskunft von Ihnen erbitten." Worüber denn?" " " Das Haus der Witwe Bauer ist verschlossen, ich habe die Glocke mehr als einmal gezogen, aber niemand öffnete. Wissen Sie, ob Frau Bauer ausgegangen ist?" ,, Nein, nein! Wir haben den ganzen Tag im Felde zu tun, gehen morgens aus und kommen abends heim. Frau Bauer und ihre Tochter leben so still, daß wir sie die ganze Woche nicht sehen. Wir wissen nicht, ob sie au Hause oder ausgegangen sind. Aber ich kann mir nicht denken. " " Was?" fragte Karl hastig. ,, Daß Frau Bauer so spät noch in der Stadt sein sollin eigenen H lange nicht au hurei tit. Nie man nicht höre ler Energie ridhen in die tw. Die Göt erbakten Gur Mandschurei a ben die Göt Jahre gefchwi ausharren und perden fie die Der Bart Siedenen Ber 1orfen gewefe serkwürdigste Latsache, daß od an die g erigen Herri Sarte als we fetrachteten. Sart wachfen Fund einer Inge her, ala fe. Wenn sie nur nicht frank ist. He, ihr Kinder," rief die Gärtnerin,„ hat eins von euch Frau Bauer gesehen?" ,, Nein," war die Antwort. ,, Da weiß ich keinen Rat, lieber Herr." Karl dankte und ging nach dem Hause zurück. Der Gärtner, der ängstlich geworden war, gesellte sich zu ihm. Er flopfte an einen Fensterladen und zog heftig die Gloce. Alle Bemühungen blieben erfolglos. , Was beginnen wir?" fragte der junge Mann, dem vor Ängst das Herz zerspringen wollte. ( Fortsetzung folgt.) wagten, fic in den erhöhnt. Da tug, war der Das Glüc 8 eitrag zur er den Pet 8 riefmarkenfa dte Marken, felt. Sein md immer w haffen, wieviel leren. Giner br schließlich Daltige Summ inigen Mond Ingebot, und æ damit zu Sönste Illuft Swor er den Doppelte ach endlich rbelte unter auch diese Se Belt." Der unge Brfi. Stg." g les Vorzuges Seitungen un wegen Schmn ler hat Dntel Hes Frau Ro Borrente gen holde, nach E Blade zu halt Amerifaner r night, denn, so hod die Män ls nun Frau heten Zobelpe Lid an ihrem e, wurde sie er, der ob des erfennen, Bie unser edite Sohn Maijer in die Potsdam un von Int en zum Leu ber 1877, als ie des 1. 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Die Ruffer een schon angefangen, zu fliehen, und würden das Land ganz verlaffen, wenn die Chinesen die Pest gegen die verhaßten Fremdlinge weiter tragen würden. Diese verhaßten Eindringlinge, so predigen die Agitatoren, sind ins Land ge= lommen, wirtschaften da und verbieten den Chinesen, auf threm heimatlichen Boden sich frei zu bewegen, und sogar, im eigenen Hause inmitten der Familie zu sterben. Die Fremdlinge haben die chinesischen Götter beschmaht. Ste e- trachten fie als Spielzeug und schmücken ihre Häuser da= mit. Die Götter befehlen jedem Chinesen, sein Leben so lange nicht zu schonen, als ein Fremdling in der Mandschurei ist. Niemand solle sich impfen lassen, die Aerzte solle man nicht hören, Militär und Polizei nicht fürchten. Mit aller Energie soll man die Pest verbreiten, indem man Bestleichen in die Häuser leat oder die Kleider von Kranten usw. Die Götter wollen feinen Krieg, aber sie wollen die verhaßten Europäer züchtigen und sie veranlassen, die Mandschurei zu verlassen. Als Werkzeug zur Züchtigung baben die Götter die Chinesen gewählt, well sie so lange Jahre geschwiegen und sich gebeugt haben. Nur wenn sie ausharren und den Japanern und Europäern nicht helfen, werden sie die Herren werden." Der Bart in England. Die Barttracht ist in den verschiedenen Perioden wohl mehr der Veränderung unterworfen gewesen als irgend eine andere Gewohnheit. Das merkwürdigste in der Geschichte der englischen Bärte ist öte Tatsache, daß in William Rufus' Zeiten alte Leute, die sich noch an die glattrasierten Gefichter, die zur Zeit des vorherigen Herrschers Mode waren, erinnerten, die langen Bärte als weibliche Verweichlichung der modernen Zeiten betrachteten. Und der Grund, weshalb die Leute sich den Bart wachsen ließen, war, daß cin stoppelipes Ninn deit Mund einer Schönen verletzte. Es ist noch gar nicht so lange her, als es nur vier Leute in Birmingham gab, die es wagten, sich einen Bart stehen zu lassen. Als sie zuerst sich in den Straßen zeigten, wurden sie von allen Seiten verhöhnt. Das erste Parlamentsmitglied, das einen Bart trug, war der Vertreter von Birmingham, Frederick Munz. Das Glück des Sammlers. Einen fast tragikomischen Beitrag zur Psychologie des Sammlers liefert ein Fall, über den Petersburger Blätter berichten. Der berühmte Briefmarkensammler Stemmer in Petersburg besaß acht alte Marken, die er für die einzigen Exemplare dieser Art hielt. Sein Stolz auf diesen Besitz kannte keine Grenzen. und immer wieder mußte er seine Sammlerkollegen fühlen lassen, wieviel wertvoller seine Sammlung sei als alle an= deren. Einer seiner Freunde, der Fürst Trubeßkoi, verlor schließlich die Geduld, und bot durch Inserate eine ge= waltige Summe für die acht Exemplare jener Marke. Nach einigen Monaten bekam er von einem Händler auch ein Angebot, und kaufte die Serie für rund 26 000 Mart. Als er damit zu Stemmer eilte, war dieser wie vernichtet; die schönste Illusion seines Lebens war zerstört. Weinend be= schwor er den Fürsten, ihm die Marken zu überlassen, bot das Doppelte der Summe, und als er sie für 52 000 Mark auch endlich erhielt, schleuderte er sie in den Kamin und jubelte unter Tränen: Nun kann sich niemand rühmen, auch diese Serie zu besitzen, ich bin der Einzige auf der Welt." Der ungelante Onkel Sam. Kus Neuyork wird der Frtf. Stg." geschrieben: Dieser Tage konnte sich eine Dame des Vorzuges rithmen, thren Namen in den Spalten der Beitungen unter großen Ueberschriften zu lesen. Es war dies Frau Roberta Hill, welche als erfte weibliche Person wegen Schmuggelns zu Gefängnis verastellt wurde. Bisher hat Onkel Sam, in dessen Bereich hic Damen ja große Vorrechte genießen, stets nur mit Gelsstrafen versucht, die holde, nach Europa reisende Weiblichkeit auf dem schmalen Pfade zu halten, den der Zolltarif für die heimkehrenden Amerikaner vorgeschrieben hat. Aber Geldbußen wirkten nicht, denn, so meinte der Bundesanwalt, solche müssen ja doch die Männer tragen; die Väter oder die Gatten. Und als nun Frau Roberta mit einem auf 6000 Dollars bewerteten Zobelpelz, den sie unter einem anderen Kleidungsstück an ihrem Körper verborgen hatte, an Land gehen wollte, wurde sie von den Zöllnern gepackt und von einem Richter, der ob des Antrags des Bundesanwalts, auf Gefängnis aut erkennen, beinahe weinte, zu 60 Stunden Haft verurteilt. Wie unser Kaiser Leutnant wurde. Prinz Joachim, der sechste Sohn unseres Kaiserpaares, ist am 2. März vom Kaiser in die Leibkompanie des 1. Garderegiments zu Fuß in Potsdam als Leutnant eingeführt worden. Es wird nun von Interesse sein, wie unser Kaiser vor jetzt 34 Jahren zum Leutnant ernannt wurde. Es war am 9. Dezem ber 1877, als der damalige Prinz Wilhelm zur Leibkompanie des 1. Garderegiments zu Fuß kam. Die Einführung des Prinzen erfolgte durch den alten Kaiser in dem historischen Langen Stall". Der alte Kaiser hielt damals, wte üblich, an die Offiziere und Soldaten und an den Prinzen Wilhelm eine Ansprache, die mit den Worten schloß:„ Nun geh' hin und tue Deine Pflicht, wie es sich für einen preußischen Soldaten geziemt." Prinz Wilhelm wurde linker Flügelmann bei der 6. Kompanie. Sein Hauptmann und Kompaniechef war der Hauptmann v. Petersdorff, der als besonders gründlicher und energischer Offizier bekannt war. Die Kompanie, bei der Prinz Wilhelm stand, war 152 Mann start.. Prinz Wilhelm zeigte sich zur größten Ueberraschung der Mannschaften, die in ihm einen sehr bequemen Vorgesetzten zu haben glaubten, sehr bald seines gestrengen Herrn Hauptmanns, der energisch und gerecht war, würdig. Am ersten Morgen schon nahm er gründliche Besichtigungen der Mannschaftsstuben vor und feiner legte solchen Wert auf die exakte Durchführung des Dienstes wie gerade Prinz Wilhelm. So begann die militärische Laufbahn unseres jezigen Kaisers, der schon damals die militärischen Eigenschaf ten an den Tag legte, die ihn noch heute auszeichnen, und derentwegen er allen Soldaten als ein Muster soldatischer Pflichttreue gilt. erſtidter Feniter. ht. itten." ich habe döffnete im Felde nds heim. i wir fie ob sie zu mir night Jein foll der," rief gefehen?" rüd. Der i zu thme die Glode Mann, bem Neujahrgeschenke während der Belagerung von Paris. Georg Cain, der bekannte Schilderer Alt- Pariser Lebens, veröffentlicht im„ Temps" Erinnerungen an den Pariser Winter der Kriegsjahre 1870/71. Von besonderem Interesse ist eine Aufzählung der Neujahrgeschenke, die seine Mutter während der Belagerung erhielt. Er und sein Bruder, damals noch junge Bürschlein, brachten ihr am Neujahrsmorgen ein ziemlich großes Stüd Schweizerkäse, für das fie ihre ganzen, nicht unbeträchtlichen Ersparnisse hatten anlegen müssen. Dann kamen die Geschenke der Freunde des Hauses: Gemüsesträuße, in welchen Möhren und Rüben dte Rosen ersetzten und Selleriefüße das„ Grün" bildeten; ein mit den französischen Farben geschmücktes Tönnchen mit geselscuer Butter; zwei Liter Linsen in einem herrlichen geschnitten offer, der aber ganz sicher weniger kostete als bte Pinien; wet Gefäßchen mit Marmeladen; ein Blumenfohltopf; ein Pfund Bärenwürstchen; ein Stück von„ Castor", dem damals geopferten Elefanten des zoologischen Gartens; ein halber holländischer Käse; dret TreibhausLumen das Geschenk eines weltfremden Professors der Nafurwiffen chaften; und schließlich eine Gans, das Geschenk nes retchen Gönners, der, wie die Familie Catn später exfuhr, für den Vogel 145 Fr. bezahlt hatte. Was der Anblick eines Krönungszuges fostet. Die Seelen der Londoner Hausbefizer schwelgen in phantastischen Träumen, die Krönungstage rüden näher und damit die Hoffnung, aus der patriotischen Opferwilligkeit der Neugier Kapital zu schlagen. In den Straßen, die der Krönungszug pafsieren soll, find die Mietsforderungen ins Märchenhafte gestiegen; in diesen Tagen, so berichtet eine eine englische Wochenschrift, hat ein glücklicher Hausbesitzer sein Heim für den Krönungstag etnem reichen Amerikaner für nicht weniger als 20 000 Mart vermietet. 20 000 Mark für einen Tag! Die Kollegen dieses glücklichen Vermieters werden durch diesen Abschluß keineswegs in Bescheidenheit bestärkt. In der Tat werden für die Häuser am Großvenor Square für die kommende Saison ganz unerhörte Mieten gefordert, und wer den Sommer in einem bequemen Hause in dieser Gegend verbringen will, muß mit Mietspreisen von 50 bis 100 000 Mark rechnen. In Belgravia fann man für die Sommermonate fein kleines Haus 23 000, tein größeres unter 30 000 Mark mieten. Aber es eint, daß die Londoner Hausbefizer in ihrer patriotischen Begeisterung die Opferwilligkeit der Bürger überschäßen. Die Agenten schütteln den Kopf und erklären, daß fast tetne Mietsabschlüsse mehr zustande kommen, sie scheitern an den exorbitanten Forderungen. Diese Märchenmieten," so versichern die Fachleute, werden nur den Erfolg haben, daß die Gäste entweder die Hotels aufsuchen oder überhaupt nicht nach London kommen." Immerhin hat man bei der Krönung der Königin Viktoria und auch bei der Krönung König Eduards einzelne Siße oder Fenster zu ansehnlichen Preisen vermieten fönnen; die Neugierigen zahlten 400 bis 10 000 Mark für die Gelegenheit, die prunkvolle Zeremonie sehen zu können. unter Angenehme Beschäftigung. A.:„... Was tut denn unser Freund Maier, seit er die große Erbschaft gemacht hat?" B.:„ Er setzt Fett an." Galgenhumor. Verschuldeter Lebemann:„ Das Leben tst furchtbar komisch! Je schlechter es mir geht, um so besser leb' ich." Aus dem Reiche der Technit. Eisenbahnen in Mont Blanc- Höhe. Die höchste Eisenbahnlinie der Welt besitzt nach einer Zusammenstellung, die sich in der Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen findet, die Antofagasta- und Bolivische Eisenbahngesellschaft. Von Autofagasta steigt die Hauptlinie dieser Bahn stetig auf eine Länge von 360 Kilometer und er= reicht dadurch bei Ascotin eine Höhe von 3965 Meter. Auf viele Meilen läuft die Bahn in einer Seehöhe von 3660 Meter hin. Die ganze Strecke von Antofagasta an der Küste von Chile bis Oruro in Bolivien ist 942 Kilometer lang; obgleich sie eine Spurweite von nur 76 3entimeter hat, verkehren doch auf ihr sogar Schlafwagen. Diese Hauptlinie ist aber noch nicht die höchste Strecke des Netzes. Von thr zweigt bei Ollague eine Bahn nach Collahuasi ab, deren Gleise eine Höhe von 4820 Meter über dem Meeresspiegel erreichen. Durch eine andere Zweigbahn von Rio Mulato nach Potosi, eine Meterspurbahn, die im Bau begriffen ist, wird auch die letztgenannte Bahn voraussichtItch noch übertroffen werden. Man erwartet, daß hier die Höhe von 4880 Meter erreicht oder gar noch überschritten werden wird. Die nächsthöchste Bahn zu sein, darf wohl die Oroya- Eisenbahn für sich in Anspruch nehmen. Dann folgt die Peruanische Südbahn, die bei Portez del Cruzera eine Höhe von 4473 Meter erreicht. Auf der ArgentinischChilenischen Transandenbahn beträgt die größte erreichte Höhe 3200 Meter, immerhin noch eine recht außergewöhn= liche Höhenlage für eine Eisenbahn. Die mächtigste Frau der Welt. Wenn es wahr ist, daß das Geld die Welt regiert, so muß notwendigerweise der reichste Mann auf dieser Erde die größte Macht besitzen. Und reicher ist, wie man weiß, von allen Lebenden niemand als Mr. John D. Rode= feller. Hieraus ergibt sich die zwingende Folgerung, daß die Frau, deren Willen Mr. Rockefeller sich beugt, von allen ihres Geschlechts die mächtigste ist. Ja, sie ist eigentlich das mächtigste aller menschlichen Wesen. Man würde sich nun täuschen, wenn man glauben wollte, daß Mrs. Rockefeller, die Lebensgefährtin des Milliardärs, diesen Ruhmestitel für sich in Anspruch nehmen darf. Es scheint vielmehr, daß sie nur einen geringen Einfluß auf ihren Gatten hat. Nein, die Frau, auf deren Urteil Mr. Rockefeller soviel Wert legt, daß er ihm oft das seinige unterordnet, ist seine Privatsekretärin. Sie heißt Miß Adam und man rühmt ihr nach, daß sie nicht nur außergewöhnlich klug und geschäftserfahren ist, sondern auch einen Charakter von fast männlicher Entschlossenheit und eine unbeugsame Energie be= fizzt. Die riesige Korrespondenz ihres Herrn geht durch ganz ihre Hände. An jedem Morgen sieht sie die nach hunderten zählenden Briefe durch und wählt nach freiem Ermessen diejenigen aus, die nach ihrer Ansicht wert sind, von Mr. Rockefeller selbst gelesen zu werden. Es ist nur ein verschwindend kleines Häuflein, das dieser Ehre für würdig gehalten wird. Die übrigen werden in zwei Kategorien geteilt, in die Kategorie der Briefe, die Miß Adam nach ihrem Gutdünken beantwortet, und die Kategorie derer, auf die überHaupt keine Antwort erfolgt, und das sind die zahlreichsten. Mr. Rockefeller läßt seine Sekretärin nach ihrem uneingeschränkten Belieben entscheiden, da er unbedingtes Vertrauen in ihren Verstand und ihre Zuverlässigkeit setzt. Manchmal kommt es indessen vor, daß es seinen Freunden oder Bekannten gelingt, ihn bei zufälliger Begegnung, einem gelegentlichen Gespräche für irgend ein Unternehmen zu interessieren, und daß er ihnen seine Mitwirkung zu sagt, ohne Miß Adam gehört zu haben. Aber er tut keinen wirklich bindenden Schritt, bevor er sie gefragt hat, und wenn sie der Ansicht ist, daß die Joee, für die man ihn ge= winnen wollte, nichts taugt, so sagt sie es ihm mit der größten Offenheit und erreicht fast immer, daß er seine Zusage zurückzieht. Woraus man wieder einmal ersieht, daß eine fluge Frau, wenn sie es nur richtig anfängt, mit jedem Manne fertig wird. Das höchste deutsche Kloster im Winter. Die meisten Klöster auf deutschem Boden liegen behaglich in der Ebene, wenige nur auf Bergeshöhen. Die höchste Lage hat ein Franziskanerkloster- es erhebt sich auf dem Kreuzberg beim unterfränkischen Städtchen Bischofsheim in der Rhön. Der Kreuzberg ist mit 932 Meter der zweithöchste Gipfel der Rhön. Von oben erschließt sich ein prachtvolles Panorama, das einen stattlichen Teil Mitteldeutschlands umfaßt. Im Sommer genießt das Auge die lachende Pracht fruchtreicher Fluren, aber im Winter die erschütternde Großartigkeit der grausamen Dede.. Freilich, leicht ist der Aufstieg in der falten Jahreszeit nicht, denn die Rhön, und besonders ihr vom Kreuzberg beherrschter Teil, ist rauh und unwirtlich; die Klosterleute, die 72 Meter unterhalb des Gipfels in ihrem Bau hausen, fönnen ein Lied von ben winterlichen Drangsalen singen. Der Boreas braust und heult und klagt, eisige Nebel wallen und weben. Schnee= stürme pettschen gegen die Mauern, knarrender Frost zau= bert Eiszapfen aufs Dach, das Thermometer sinkt tiefer und tiefer unter Null- bis auf 10, 15 und 20 Grad- und die armdicken Eiszapfen am Dach verlängern sich zu anderthalb und zwei Meter. Für die Gewalt, mit welcher der Sturmwind einherfegt, ist es bezeichnend, daß ein gewaltiges, 23 Meter hohes Kreuz, das schon seit mittelalterlicher Zeit den Gipfel frönt, im Laufe der letzten hundert Jahre wiederholt geknidt worden ist. Am furchtbarsten war oer Orran am 16. Oktober 1882: er brach das Kreuz, als ob es nicht aus mächtigen Baumstämmen, sondern aus Latten gezim mert sei. Der Schnee erreicht eine solche Höhe, daß die sechs oder acht Fratres einen großen Teil des Winters von den Bewohnern unten im Tal vollständig abgeschlossen sind, denn selbst der Verkehr auf Schneeschuhen, von denen man im Winter 1901 zum ersten Mal Gebrauch machte, läßt sich nicht immer durchführen. Eine Schneelage von 1,20 bis 1,50 Meter gehört nicht zu den Seltenheiten; es hat schon Winter gegeben, da die weiße Mauer bis zum ersten Stockwerk des Klosterbaues anwuchs. Auch kommt es vor, daß im Januar und Februar Gewitter losbrechen und in den Schnee und das Eis strömende Regenfluten senden. So führen die Klosterbrüder vom November bis zum April ein hartes, weltabgeschiedenes Leben. Nach den Andachtsübungen in der von einem Turme gekrönten Kirche beschäftigen sie sich mit häuslichen Arbeiten, an denen es nicht fehlt, denn zur Beherbergung und Bewirtung der Pilger und Touristen, die von Anfang Mai bis zum Herbst in großer Zahl eintreffen, muß alles wohlvorbereitet sein Im geräumigen Refektorium mit seinen Brunnen, Del gemälden, Singvögeln und Pflanzen, und in den Gast- un Fremdenzimmern ist es urgemütlich. Wer Muße hat, besichtigt die sehr interessante Sammlung der in der Rhön vorkommenden Gesteinsarten oder durchblättert die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden versereichen Fremdenbücher. Die Schlafzimmer für die Gäste und die Zellen der Mönche liegen oben im ersten Stockwerk. Aus der großen Küche können hundert Personen gespeist werden. Ihr Bier brauen die Fratres im eigenen Brauhause. Kegelbahn, Blumen- und Gemüsegarten mit lauschigen Plätzchen fehlen nicht. Und im Hintergrunde wölbt sich der Buchenwald, im Winter halb vergraben im Schnee, aber im Sommer ein prächtiger Dom. Wenn der Sturm nicht tost, dringt in die Einsamkeit und das Schweigen zeitweise nur der Klang des Klosterglöckleins. So steht der Bau in Sturm und Wetter schon seit den achtziger Jahren des 17. Jahrhun derts. Als Filialisten der am schönen Main Hausenden Dettelsbacher Franziskaner halten die Klosterleute auf dem Kreuzberg das Andenken an den heiligen Kilian wach, der nach der Eage mit seinen Begleitern im Jahre 668 eine auf dem Gipfel des Berges stehende Bildsäule der Diana um gestürzt und den heidnischen Franken das Evangelium gepredigt haben soll. Am 8. Jult, dem St. Kilianstage, ziehen Tausende zum Gipfel hinauf, um dem Heiligen ihre Ver ehrung darzubringen ein geräuschvolles, festliches Leben und Treiben, das zur Dede des Winters im schroffsten Ge gensate steht. Drabtnachrichten und neuestes. Eine neue Stiftung des bayerischen Prinzregenten. München, 4. März. Der Prinzregent hat 100 000 Mark zu einer Stiftung für Pensionen an tüchtige und bedürftige Künstler gespendet. Rumänische Offiziere auf dem deutschen Militärflugplatz. Berlin, 4. März. Die von der rumänischen Regierung zum Studium des deutschen Flugzeuges entsandte Militärkommission, bestehend aus drei Stabsoffizieren, stattete ge stern nachmittag dem Flugplatz Johannistal einen Besuch ab. Portugiesische Verschwörer. Lissabon, 4. März. Zu der in Brasilien entdeckten Verschwörung portugiesischer Monarchisten, an der auch der frithere Marineminister Branco beteiligt ist, wird noch gemel det: Durch gestern beim Ministerium eingelaufene Privatbriefe wird die Meldung von der in Rio de Janeiro ent deckten Verschwörung der Monarchisten bestätigt. Das Hauptglied des Komplottes scheint der kürzlich aus Portugal ausgewiesene Erminister Branco zu sein. Minister Machado gab offiziell bekannt, daß er die Untersuchung der Sachlage der brasilianischen Polizei übergeben habe. Die drohenden Unruhen in China. Petersburg, 4. März. Nach Wladiwostoker Meldungen wird dort täglich der Ausbruch eines Boreraufstandes erwartet. Die dort erscheinenden Blätter empfeh len ihren Regierungen, rechtzeitig Hab und Gut ihrer Landsleute zu schützen und dazu Militär aufzubieten. In Mukden und Umgebung wird eine starke Agitation gegen die Europäer betrieben. Massenproflamationen fordern da= zu auf, die Europäer zu vertreiben, indem man ihnen Bestkranke in die Wohnungen legt. Große Chungusenbanden tauchen auf, ebenso zahlreiche Flüchtige aus dem Pestgebiet Die englische Regierung will für Südchina Militär auf bieten. Spanien und der Vatikan. Madrid, 4. März. Das Verhältnis Spaniens zum Va tikan hat durch die scharfe Sprache der letzten vatikanischen Note, wie vorauszusehen war, eine bedeutende Verschlechterung erfahren. Die Antwort der spanischen Regierung weist die Forderungen des Papstes entschieden zurück. Die Regierung erklärt energisch, Spanien beanspruche das Recht, ohne äußere Einmischung Gesetze zu geben. Der König hieß die Vorlage des Vereinsgesetzes gut und sie wird noch im Laufe des Monats im Parlament eingebracht werden. Wahlausschreitungen in Rumänien. Bukarest, 4. März. Anläßlich der Parlamentswahlen fanden in Bezeu blutige Straßenerzesse statt, in deren Verlauf drei Personen durch Revolverschüsse getötet wurden. Eine konservative Versammlung, in der der Unterrichtsminister sprach, wurde von der Opposition gesprengt, so daß die Polizei den Saal räumen mußte. Auf der Straße fam es dann zu blutigen Schlägereien. Der Bürgermeister von Bezeu und zwei andere Personen wurden dabei durch Schüsse getötet. Polizei und Militär zu Fuß und zu Pferde mußte die Demonstranten mit der blanken Waffe auseinandertreiben und die Ruhe wieder herstellen. Schwerer Unfall auf einem Flugplak. Madrid, 4. März. Bei den Schauflügen eines französischen Aviatikers streifte dessen Apparat das Publikum, wobei eine Person getötet, vier schwer und drei leicht verletzt wurden. Der Aviatiker blieb unverlegt.. Madrid, 4. März. Das Unglück auf dem hiesigen Flugplatz trug sich folgendermaßen zu: Als der Flieger zwet oder drei Meter sich vom Erdboden erhoben hatte, riß die Menge in dem Glauben, daß der Abflug bereits bewerkstelligt sei, die Schranken um und drängte in die Bahn. Plöblich senkte sich das Flugzeug wieder herab und geriet in die Menge, wobei durch die Flügel der Schraube einer Frau der Kopf fast abgerissen wurde. Zwei Militärperso= nen, ein Priester und ein hoher Beamter wurden am Kopf schwer verletzt. Sensationeller Freispruch. Paris, 4. März. Der 15jährige Guillemett, der kürzlich den Liebhaber seiner Mutter erschlagen hatte, weil dieser die Mutter grausam mißhandelte, ist von dem Schwurgericht in Versaille freigesprochen worden. Ein deutscher Deserteur. o Paris, 4. März. Auf dem Boulevard Sewastopol wurde gestern nachmittag der deutsche Deserteur Karl Rider vom 28. Infanterieregiment, gebürtig aus Crefeld, verhaf tet. Er hatte auf dem genannten Boulevard einem daher kommenden Manne Uhr und Kette entrissen. Bald darauf versuchte er einen Gemüsegärtner zu berauben. Radfah= rende Polizisten holten ihn ein und nahmen ihn fest. Ein Pestfall in Odessa. Odessa, 4. März. In einem Vorort der Stadt ist ein Fall von Pest festgestellt worden. Der enttäuschte Nordpolfahrer. Washington, 4. März. Der Senat hat den Antrag, Peary wegen seiner Verdienste um die Entdeckung des Nordpols zum Konteradmiral zu ernennen, abgelehnt IVO PUHONNY * Ein Sprung in's Ungewisses ift jeder Verfuch, die bewährten Marken Palmin Palmona fett) und ( Pflanzen- Butter- Margarine) durch unbe kannte, billige Fette zu erfetzen. Palmin und Palmona werden feit vielen Jahren täglich in Millionen Haushaltungen verwendet; fie find alfo erprobt und bewährt, fonft würden fie nicht den ausgezeichneten Ruf genießen, den fie von der feinften bis zur einfachsten Küche besitzen. Darin legt eine Garantie, die bei unbekannten Marken nicht geboten wird. Natholzversteigerung. BPL Mill Opera Spielt wie eine MilitärKapelle Singt u.lacht u. amüsiert alle! Umsonst zujed Apparat 610neueste tucke! Raten Zahlung Hein Preisauf Vertreter Schlag gesucht! Otto Jacob Frieden str.g Berlin 85. Hypotheken- und Darlehens- Gelder t. feder Höhe beschafft schnellstens Probst, Giessen Steinstrasse, 58 I. Finanzierungs- u. HypothekenGeschäft. Rückporto beifügen. Dienstag, den 7. März 1. Js, morgens um 10 Uhr Institut Boltz anfangend kommt im Grävenwiesbacher Gemeindewald folgendes Holz zur Versteigerung. Distrift Schießberg: 707 Stück Nadelholzstämme mit 152,79 Festmeter. 963 Nadelholzstangen 1. bis 3. Klasse Diftrift Runkelshardt( Windfall) 37 Stück Nadelholzstämme mit 11,38 Festmeter. 66 Nadelholzstangen 1. bis 3. Klasse. Anfang im Distrikt Schießberg. Bei ungünstiger Witterung findet die Versteigerung eine Stunde später im Gasthaus zum Taunus statt. Die Herren Bürgermeister werden um gefällige Bekanntmachung in ihren Gemeinden ersucht. Grävenwiesbach, den 28. Februar 1911. Der Bürgermeister Velte. Holzversteigerung. Donnerstag, 9. d. Mts. wird in hiesigem Gemeindewald folgendes Holz versteigert: 23 Eichen- Stämme= 12,56 Fftm. - 16 Rm. Etchen Nutzscheit 8 " " Nuzknüppel 49 Scheiter " " 58 Knüppel " " 76 Stöcke " Ilmenau i. Thür. Einj., Fähnr.-, Prim.Abitur.-( Ex.) Schnell, sicher. Pr. frei. Für Dauerwäsche Ul. orig. Neuheiten suche Vertreter bei Riesenverdienst. Wäschef. Eid Nachi. Frankfurt a.M. Flechten näss. and trockene Schuppenflechte skroph. 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Am Ga Wirtschaftli Mainzlar Raab in rens in und Sta recht gefd Leid haben seh ihres Fü Redner Sammlun unfeine junge Le wahlbered fender di Manchen Für Heringe und Rollmöpfe bitte Töpfe mitzubringen. Der Verkauf beginnt morgens 9 Uhr und dauert bis nachmittags 3 Uhr. Bitte zum Einkauf möglichst die Vormittagsstunden zu benutzen da nicht länger als bis zu der festgesezten Zeit verkauft wird. Louis Kretzer, Lüdenscheid. Einladung zu einer kirchlich- positiven Vortrags- Tagung für das Grossherzogtum Hessen, Kurhessen, Nassau, die Synoden Braunfels und Wetzlar und Frankfurt a M. in Giessen am 6. und 7. März 1911. PROGRAMM. Montag, den 6. März 1911. Abends 84 Uhr: Konsistorialrat Prof. D. WaltherRostock: ,, Hat sich Jesus in die Menschheit eingerechnet oder sich ihr gegenübergestellt?" Diskussion. Dienstag, den 7. März 1911. Vormittags 10 Uhr: Andacht: Konsistorialrat BaltzerFrankfurt; - 6 ung der und die Geh. J der un neugew G schaft Samst gesetz. genomi sollen. handel soll be desmel chen u ordnun Aussid Okarben. Eröffnungsansprache: Pfr. BernbeckGeheimer Konsistorialrat D. bauver fommt Seeberg- Berlin: ,, Autorität und Freiheit". in Ka Gießen, Seltersweg 83. Diskussion. malbr Nachmittags 1/2 Uhr: Gemeinsames Mittagweiche bleibe essen. Nachmittags 3 Uhr: Geheimer Kirchenrat Prof. D. Ihmels- Leipzig: ,, Durch religiöses Erleben zur religiösen Gewissheit". Diskussion. Die Tagung findet im Saalbau( Steins Garten) statt. Sämtliche Versammlungen sind öffentlich. Freie Diskussion. Auch Damen sind willkommen. legen im Publ für word daß also Ma fenb Für das Komitee: Gie Bernbeck, Pir., Okarben. aus allei ang Voc Vereinsbedarfsartikel. bejd Preisliste frei & ren Anf nich We Stat im hob die lich Gü me ma Fr fig in 1700 Eichen- Wellen 3900 Fichten" Die Zusammenkunft ist mittags 1 Uhr am Distrikt Hain. Großen Linden, am 1. März 1911. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden. Leun. Hoher Nebenverdienst! 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Pro Jahr Mt. 750.halbi. Mt. 400.-. Beste Referenzen. Drud der Gießener Berlags druderei, Alein& Fischer. Verantwortlich für die Redaktion i. V.: Albin Klein, für Reklame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gichen. - in ein