: Gießener Zeitung fg. ± 1 f! Es druckerei cher Gießen. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 5. Probenummern Telephon: Nr. 362. der„ Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeitung interessieren dürften. Die Fremdenlegion. Daß Abenteuerlust, die unbedacht und unerfahren in die Ferne schweift und das Fremde bevorzugt, unbezähmbar, daß jugendlicher Leichtsinn, der unbesonnen die Folgen nicht wägt, unverwüstlich ist, bezeugt der ungemindert starte Zuspruch, dessen sich die französische Fremdenlegion von unseren deutschen Landsleuten noch immer zu erfreuen hat. Jahraus jahrein verbreitet die deutsche Presse bewegliche Schilderungen und Klagen über das jammervolle, ja geradezu empörende Schicksal, das ungezählten jungen Deutschen aus Altdeutschland und besonders aus dem Reichslande Elsaß- Lothringen die Fremdenlegion bereitet; und doch scheint noch immer nicht eindringlich und abschreckend genug vor dem Verhängnis gewarnt zu werden, das unfehlbar über alle die, ohne Ausnahme, hereinbricht, die sich durch trügerische Vorspiegelungen, durch Gaukelbilder verführen lassen, in die Reihen der Fremdenlegion zu treten. Um Unerfahrene und Unwissende zu locken und zu verblenden, wird von französischer Seite die Fremden- legion als eine Kerntruppe bezeichnet in Wirklichkeit ist sie ein Schandfleck des französischen Heeres, verrucht bei denen, die sie kennen, verflucht von den Unglückseligen, die ihr angehört haben. Sie ist, wie ihr Name sagt, ein Fremdkörper in der Armee Frankreichs, eine Söldnerschar, in der sich abgesehen von hunderten Deutschen, die ihren besten Teil bilden aus aller Herren Länder verkrachte, verdorbene, verlorene Subjekte zusammenfinden, Bummler und Landstreicher, Lumpengesindel aller Art, unverbesserliche Gauner und geborene Verbrecher, dazu Schiffbrüchige, die in der Fremdenlegion den Rettungsanker zu finden hoffen, um in ihr sicherem Verderben anheimzufallen. - „ Moderne Landsknechte" hat man die Fremdenlegionäre genannt; aber damit stellt man sie in eine Beleuchtung, die ihr Wesen nicht kennzeichnet. Die alten deutschen Landsknechte, die vor Jahrhunderten in fremdem Solde standen, führten ein menschenwürdiges, sogar ruhm- und ehrenvolles Leben im Vergleich mit den Soldaten der Legion Etrangere, die in Wahrheit nicht einmal den Namen Knechte beanspruchen können, weil sie nichts anderes als Sklaven sind, die ein unsagbar armseliges, hartes, schier trostloses Dasein fristen, Stlaven, die an die Fahnen förmlich gefesselt werden müssen, um ihre Flucht zu verhüten. Seit Menschenaltern pflegt die„ grande nation" den seltsamen Ruhm, inmitten der„, modernen Zivilisation", an deren Spitze sie angeblich marschiert, eine Sklaventruppe aus fremden Menschen zu züchten, die dazu bestimmt ist, in dem afrikanischen und asiatischen Koloniallande Grenzwacht zu halten und gegen Wilde Krieg zu führen. Alle Berichte von Deutschen, die in der Fremdenlegion gedient haben, bestätigen die unvergleichlich schmachvolle und grausame Behandlung, die in ihr„ Soldaten" des 19. und Jahrhunderts zuteil wird, und sie stimmen darin überein, daß der militärische Dienst eine ununterbrochene Kette darstellt von Mühsal und Strapazen, von Ent= behrung und Elend an Leib und Seele. Des Dichters Wort„ Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang" haben noch alle Deutschen erfahren, die der Fremdenlegion ange= hört haben und den Namen Deutsche noch verdienen. Die meisten von ihnen aber haben entweder mit einer Tat der Verzweifelung die unselige Stunde gebüßt, die sie dem Los der Fremdenlegion überantwortet hat, oder sie haben ihr junges Leben in der Wüste der Sahara oder in Tonkin opfern müssen, im Kampfe mit dem mörderischen Klima oder mit wilden Horden. Und obendrein sind diese Opfer nicht zum Vorteil des eigenen Landes, sondern im Dienste eines fremden, feindlich gesinnten Staates gebracht worden! Ruhm und Ehre aber sind nimmer unter den Fahnen der Fremdenlegion zu holen. 20. uns Es ist keine Uebertreibung, wenn die haarsträubenEnthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag den 6. Januar 1911 den Zustände, die in der Fremdenlegion herrschen, mehr| als einmal in der Bauptung zusammengefaßt worden sind: das Leben in der Fremdenlegion gleicht dem in der Hölle, über der wie über der Eingangspforte zu Dantes Hölle die Worte stehen:„ Laßt jede Hoffnung hinter euch, die ihr hier eintretet!" Und diese Hölle der eingerichtet, daß die unglückseligen Deutschen, die dortFremdenlegion haben die Franzosen wohlweislich hin verschlagen werden, von ihrem Mutterlande keine Hilfe, keine Rettung zu erwarten haben. Um so mehr bleiben nach wie vor alle, die irgend berufen sind, deutsches Blut vor Gefahr und Unheil zu schützen, verpflichtet, immer wieder vor der Fremdenlegion zu nen, so lange bis so leicht kein Deutscher mehr, der für sein Heimatland noch irgend Wert hat, der Versuchung unterliegt, Waffendienst in der Fremdenlegion zu suchen, so lange bis die Vorstellung von dieser als von einer Stätte des Abschaums und des Abscheus, des Schreckens und des Grausens überall in Deutschland Fleisch und Blut geworden ist. Vom Liberalismus in Hessen. warDer nationalliberale Darmst. Tägl. Anz. bringt im Hinblick auf die Sitzung des Landesausschusses, die am nächsten Sonntag in Darmstadt abgehalten wird, einen Artikel aus jungliberaler Feder, der sich mit Aussichten des geeinigten hessischen Liberalismus bei den bevor= ſtehenden Reichstagswahlen beschäftigt. Das Blatt schließt seine Ausführungen folgendermaßen:„ Wenn wir jetzt zusammenfassend sagen, daß der geeinigte hessische Liberalismus in acht aussichtsvolle Stichwahlen gelangt Hessen hat neun Wahlkreise und wenn wir hinzufügen, daß nach unserer Berechnung und vorausge= setzt, daß die Heff. Lib. Wochenschrift recht berichtete, unter diesen acht Stichwahlkandidaten die nationalliberale Partei 7 stellen darf, so vermögen wir nicht anzunehmen, daß die Landesausschußsitzung zu einem Reſultat gelangt, das eine Verſtändigungsaktion zwischen den liberalen Parteien, die von der liberalen Wähler schaft sehnlichst erwartet wird, unmöglich macht." Aus der Heimat. Gießen, den 6. Januar. * Der Großherzog empfing am 4. Januar u. a. den Professor Klingelhöffer, den Professor Dr. Fink, den Professor Dr. Bauer, den Professor Dr. Ed von Gießen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Sonnenaufgang 8.17 Uhr, Sonnenuntergang 4.9 Uhr, am 31. Januar aber Sonnenaufgang bereits 7.52 Uhr und Sonnenuntergang erst 4.54 Uhr. * Darmstadt. Der Großherzog hat den stellvertretenden Bevollmächtigten zum Bundesrat, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda, bis auf weiteres mit der Führung der Geschäfte der Gesandtschaft am Kgl. Preuß. Hofe beauftragt und den vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Oberregierungsrat Dr. Ernst Weber, bis auf weiteres zum stellvertretenden Bevollmächtigten zum Bundesrat bestellt. * Darmstadt. Die feierliche Beisetzung von Professor R. Trümpert fand unter außerordentlicher Teilnahme statt. Der Kriegerverein mit einem Trompeterforps ging dem Trauerzug voraus. Zahlreiche Vereine, Schulen 2c. hatten Deputationen geschickt. Pfarrer Rückert hielt die Grabrede. Der Vorsitzende des Darmstädter Kriegervereins, dessen Mitglied der Verstorbene 22 Jahre war, legte unter eindrucksvollen Worten den ersten Kranz nieder, auch die evangelische Gemeinde Rödelheim widmete eine Kranzspende. Bad Nauheim. Dr. Streder ist wegen einer nervösen Herzerkrankung für einige Wochen vom Schuldienst beurlaubt. Seine Vorlesungen werden für diese Zeit gieichfalls ausfallen. Die Kinder des Restaurateurs Luz spielten mit einem Zigarrenabschneider. Das zweijährige Bübchen steckte den Zeigefinger in den Abschneider, worauf der vierjährige Bruder darauf schlug. Das vordere Glied des Fingers wurde abgeschnitten. * Langen. Für die Obstzüchter unserer Gegend wardas Jahr 1910 ein vorzügliches Erntejahr. In Langen und den sieben umliegenden Gemarkungen wurden nämlich geerntet und meistens auch verkauft 45 758 3tr. Aepfel, 1184 Zentner Birnen und 100 Zentner Steinobst. Der Gesamterlös dürfte sich auf beiläufig 250 000 bis 300 000 Mk. beziffern. * Wetzlar. Stadt und Kreis Wetzlar sollen in möglichster Bälde mit elektrischem Licht und Kraft versorgt werden. Für die Anlage, die auf Rechnung der Buderus'schen Eisenwerke errichtet wird, ist die Vergebung der Maschinenlieferung bereits orgenommen worden. * Alsfeld. Eine Polizeiverordnung über den Besuch von Wirtshäusern und öffentlichen Tanzbelustigungen durch jugendliche Personen hat das Kreisamt erlassen. Hiernach ist Personen unter 16 Jahren der Besuch von Wirtshäusern und öffentlichen Tanzbelustigungen ohne Begleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter, wie Vormünder und Pflegeeltern, untersagt. * Nieder- Eschbach. Jm 83. Lebensjahr starb hier der Landwirt und Postagent Joh. Wilh. SeiGenossenschaftswesens und Mitglied des Bundes der Landwirte, dessen Wahlkreisvorsitzender, und zuletzt auch Ehrenwahikreisvorsitzender, er für den Reichstagswahlfreis Friedberg- Büdingen gewesen ist. * Die Verkehrseinnahmen aus dem Personen- und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: für die Preußisch- Hessische Eisenboldt 1., ein eifriger Förderer des landwirtschaftlichen bahngemeinschaft: a) im Monat Oftober 1910 Mt. 183 320 000 oder gegen das Vorjahr mehr 13 944 000 Mt. gleich 8,23 Proz., b) in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 1 216 446 000 Mt. oder gegen das Vorjahr mehr 77 396 000 Mt. gleich 6,79 Proz. Der Finanz ausschuß der 3 weiten Kammer wird heute nur eine kurze Sitzung abhalten und sich alsdann am Mittag in corpore nach Mainz begeben, um daselbst das neue Justizgebäude, das Verwaltungsgebäude für die Großh. Weinbaudomäne und das kurfürstliche Schloß, für dessen Wiederherstellung für dies Jahr ein Staatszuschuß von 38 750 Mark ver= langt wird, einer Besichtigung zu unterziehen. * Vermächtnis. Aus Va ch a wird gemeldet: Der kürzlich in Gießen verstorbene Ehrenbürger unserer Stadt, Kommerzienrat Heyligenstaedt, hat seiner Vaterstadt Vacha ein Kapital von 30000 Mark vermacht, dessen Zinsen alljährlich an bedürftige, strebsame Handwerker cur Verteilung kommen sollen. Freie Landeskirchliche Vereinig= ung. Am Montag nachmittag fand in Frankfurt a.M. die diesjährige Generalversammlung der Freien Landesfirchlichen Vereinigung für das Großherzogtum Hessen statt. In der geschlossenen Mitgliederversammlung wurden der Jahresbericht verlesen und die Rechnung abgelegt. Sodann wurde mitgeteilt, daß das bisherige Organ der Freien Landeskirchlichen Vereinigung, die ,, Neuen Evangelischen Blätter", mit der Dezembernummer sein Erscheinen eingestellt hat. Fortan soll gemeinsam mit der Kirchlich- liberalen Vereinigung für Baden eine Zeitung in Wochen- und Monatsausgabe erscheinen, die den Titel führt:„ Süddeutsche Blätter für Kirche und freies Christentum". In der öffentlichen Versammlung sprach Pfarrer D. E. Foerster- Frankfurt a. M. über„ Lehrordnung und Lehrfreihei, der Prediger nach evangelischen Grundsätzen". In der Diskussion fanden die Ausführungen der Redner Zustimmung. * Die Tagesdauer nimmt im Januar bereits wieder um mehr als eine Stunde zu. Am 1. Januar * Gladenba ch. In der Nähe unseres Ortes wurde ein Müllerbursche vom Zuge der Marburg- Herborner Bahn überfahren und entsetzlich verstümmelt. Der junge Mann stammt aus Reiskirchen. Weilburg. Die ordentliche Hauptversammlung des„ Lahnkanal- Vereins" E. V. findet am Sonntag, 8. Januar, in Limburg in der Turnhalle statt. * Aus dem Kreise Marburg. In Münchhausen brannten in der Sylvesternacht die Gebäulichkeiten des Landwirtes Berghöfer nieder. Es wird Brandstiftung vermutet. * Marburg. Die Bevölkerung unseres Kreises ist von 53 779 im Jahre 1905 auf 57 641 gestiegen, 28 503 ( 26 874) männliche und 29 138( 27 574) weibliche Personen. Auf die Stadt Marburg entfallen 21 869( 20 136) Einwohner. Bemerkenswert ist, daß fast sämtliche Landorte an Einwohnerzahl zugenommen haben. * Kassel. Der neue großstädtische Viehhof wurde eröffnet, gleichzeitig die neubegründete Viehmarktsbank mit 500 000 Mt. Kapital auf genossenschaftl. Grundlage. Gestorben: Adolf 3 urbu ch, Mitinhaber der Firma Wilhelm Zurbuch, Gießen. Ludwig Roth, Bergwerks direktor, 66 Jahre alt, Wiesbaden- Wetzlar. Holzverkäufe und Versteigerungen. Gr. Oberförsterei Nieder- Ohmen: Freitag, den 13. Januar. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Birkenstock zu Ober- Grubenbach, Post Nieder- Ohmen. Kgl. Oberförsterei Vöh I: Montag 9. Jan. von vormittags 10 Uhr ab in der Gastwirtschaft von Baumann in Schmittlotheim. Ausstellung gegen die Schundliteratur. Im Gebäude des Deutschen Reichstages ist am Dienstag eine Ausstellung gegen die Schundliteratur eröffnet worden, die interessante Einblicke in gewisse Literaturfabriken eröffnet. Die Ausstellung ist von der Deutschen Dichter- Gedächtnis- Stiftung in Hamburg in Gemeinschaft mit der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge zusammengestellt. Ein Material übelster Art breitet sich da aus, vom Hintertreppen- und Kolportageroman alten Stils bis zu den neuesten schreiendbunt illustrierten Detektivgeschichten, die in ungeheuren Mengen ins Volf, vornehmlich unter die Jugend geworfen werden, nur zehn oder zwanzig Pfennig kosten, und wie Gift auf das Seelenleben der Massen, auf die empfänglichen Herzen der Kinder wirken. Der wirtschaftliche Kampf nimmt immer neue Formen an, er zieht auch immer energischer den Mittelstand in seinen Bereich. Das Neueste auf diesem Gebiet ist ein Boykott, den die Berliner Möbelhändler gegen solche dortig: Tischlermeister durchführen wollen, die ihre Erzeugnisse direkt an das Publikum absetzen; sie verlangen, daß die Meister sich dazu ausschließlich der Vermittlung der Händler bedienen. Hinter der Angelegenheit steht, wie die ,, Berl. Volfsztg." meldet, der Verband der Möbel- und Dekorationsgeschäfte Deutschlands, der beschlossen hat, ,, nicht mehr mit Fabrikanten zu arbeiten, die seinen Mitgliedern Konkurrenz machen." In der Ausstellung bekommt man, wenngleich sie bei weitem noch keine vollständige Kollektion der gesamten Schundliteratur darbietet, einen Begriff von der Verbreitung, die im letzten Jahrfünft besonders die Detektiv- und Verbrechergeschichten erlangt haben. Da ist vor allem eine lückenlose Sammlung der sogenannten Nick- Carter- Hefte, die es bisher auf 250 Nummern gebracht haben. Das sind aber, so bedenklich auch die breite und ausführliche Schilderung von Mord und Totschlag und anderen Uebeltaten sein mag, noch nicht die schlimmsten Erzeugnisse der literarischen Giftmischer. Ungleich gefährlicher noch sind jene Sammlungen, bei denen die Schilderung der blutrünstigen Scheußlichkeiten nackter Selbstzweck ist, wie z. B. in der Serie„ Rund um die Welt", Erlebnisse und Schickſale merkwürdiger Menschen. Auf dem Titelbild sieht man da gräuliche Folterszenen, Gespenstergeschichten, Massenmorde und ähnliche, von der brutalen Spekulation auf niedrige, perverse Instinkte berechnete Bilder. Diese, bei weitem nicht vollständige Aufzählung gibt einen Begriff von der Unmenge verderblichen Lesestoffs, der Woche für Woche ins Volf geworfen wird. Seine Verbreitung lernt man fennen, wenn man sieht, welche Mengen bunter Hefte von einem Lehrer in einer einzigen Klasse einer Berliner Fortbildungsschule gesammelt worden sind. Einen anderen Stoß derartiger Lektüre hat ein Jugendgerichtshelfer der Hirsch- Dunkerschen Gewerkvereine von seinen Pfleglingen eingesammelt; wieder ein anderer Tisch ist mit Heften beladen, die ein Helfer des freiwilligen Er= ziehungsbeirats im Nordosten Berlins von Kindern erhalten hat, die beim Scheine der Fensterbeleuchtung seines Geschäfts auf der Straße lasen. Allen diesen Kindern wurden als Ersatz gute Jugendschriften eingehändigt. Auch der alte Kolportageroman blüht noch, wie nur je zuvor, wenngleich er in den behandelten Stoffen auch mit der Zeit geht. Die Folgen des Modernisteneides. Dem„ Frankfurter Generalanzeiger" wird aus Wien gemeldet: Der Modernisteneid wird, wie es scheint, auch über den Rahmen der fatholischen Kirche hinausgehende Folgen nach sich ziehen. Die Professoren der philosophischen Fakultät sind der Ansicht, daß sich die Theologieprofessoren durch Ablegung des Modernistereides außerhalb des Rahmens der Wissenschaft gestellt haben, und sie haben sich daher entschlossen, in Zufunft tein Mitglied der katholischen Fakultät mehr zum Rektor zu wählen. Die Aufhebung der sozialistischen Jugendorganisationen durch die Bundesregierungen soll, wie die Kieler Neuesten Nachrichten melden, von Preußen im Bundesrat beantragt werden. Als Grund wird andauernde Verletzung des Vereinsgesetzes angegeben. Man macht einen Unterschied zwischen der Hintertreppenliteratur des vergangenen Jahrhunderts und der Schundliteratur unserer Tage. Ob die eine oder die andere verderbnisreicher war oder ist, mag hier dahingestellt bleiben, jedenfalls ist die heutige teurer. Der halbwüchsige -Bursche, der das ausgelesene Heft seinem Kollegen oder seinem unausbleiblichen Liebchen zum Austausch gibt, zahlt für das Elaborat 20 Pfennig. Ein untrüglicher Beweis dafür, daß sich unsere wirtschaftlichen Verhältnisse ungemein gehoben haben, denn die bisher erschienene Nick- Carter- Serte kostet den Jungen allein 50 Mart, eine Summe, die er doch übrig haben muß. Dafür könnte er sich eine sehr gute Büchersammlung anlegen. Eine gemeinsame juristische Prüfungsordnung, die für alle deutschen Bundesstaaten Geltung haben soll, wird nach einer Meldung der„ Tägl. Rdsch." im Reichsjustizamt zurzeit ausgearbeitet. Die Denkschrift soll sich namentlich eingehend met dem zunehmenden Andrang zum juristischen Studium beschäftigen. Bedeutende Unterschlagungen sind in der Spar- und Leihkasse zu Geesthacht bei Hamburg entdeckt worden. Der Vorsitzende Schweigmann wurde wegen Veruntreuungen die sich auf rund 190 000 M belaufen sollen, verhaftet. Viele flcine Leute sind geschädigt. Die Beisezung des Majors Dominik fand Mittwoch mittag in Schöneberg bei Berlin statt. Der Sarg wurde von Soldaten des 12. Infanterieregiments in Frankfurt a. D., bei dem der Verstorbene als Fahnenjunker gestanden hatte, zu Grabe getragen. In der Trauerversammlung befanden sich auch Staatssekretär von Lindequist, Staatssekre tär Dernburg und der Kommandeur der Schuttruppe Oberst von Glasenapp. Der Kaiser und Prinz Eitel Friedrich hatten an der Gruft Kränze niederlegen lassen. Das russisch- deutsche Abkommen ist nach einer Pariser Meldung im Wortlaut schon den Regierungen der beteiligten Großmächte unterbreitet worden. Das Einverneh= men habe also schon eine bestimmte Form angenommen und sei über das Stadium der eigentlichen Verhandlungen hinaus gelangt. Das Abkommen berühre im übrigen in feiner Weise die orientalischen Angelegenheiten. Deutschland und Rußland behalten im Orient ihre volle Aktionsfreiheit. Die Pariser Meldung fügt hinzu, daß das deutschrussische Abkommen über Persien genau dem deutsch- französischen Abkommen über Marokko vom 9. Februar 1909 nachgeahmt sei, und daß es die Bedeutung der russisch- französischen Allianz ebenso wenig beeinträchtigen könne wie dieses das deutsch- französische. Neben der Schundiiteratur ist ausgestellt. was die Deutsche Dichter- Gedächtnis- Stiftung und die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung an guten Büchern verbreitet haben. Auch die zahlreichen sonstigen Volksbüchereien, die für einen ganz niedrigen Preis gute Bücher bieten, sind mit ihren Sammlungen vertreten. 50 Millionen Mark gibt das deutsche Volk fährlich für Schundliteratur in allen ihren weigen aus. Allerdings hat auch die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung seit 10 Jahren bereits 11118 Bücher ausgegeben; ihre Wander-, Jugend- und Schitterhibliotheken erfreuen sich von Jahr zu Jahr steigender Verbreitung, ebenso die ausgezeichneten Bücher der Dentichen Dichter- Gedächtnisstiftung. Aber es ist noch außerordentlich viel zu tun, wenn die immer mehr anwachsende Hochflut der Verbrecherhefte wirksam zurückgedrängt werden soll. Rundschau vom Cage. Politises. Die große Veteranenspende des Prinzregenten von Bayern im Betrag von 100 000 Mark wird voraussichtlich an etwa 4000 Mann zur Verteilung kommen, von denen jeder 25 M erhält. Jm ganzen sind in Bayern 50 000 Teilnehmer an den Feldzügen 1848( gegen Dänemark), 1866 und 1870/71, sowie an den außereuropäischen Expe= ditionen vorhanden. Eine Erdgasquelle ist unweit Dirschau bei dem Dorfe Horsterbusch entdeckt worden. In der Nähe des Dorfes finden Bohrungen stat. Als ein Bohrloch 12 Meter tief getrieben war, entströmte ihm Gas von üblem Geruch. Die Arbeiter entzündeten das Gas und sofort schoß eine Feuersäule von beträchtlicher Höhe empor, die sich noch nicht löschen ließ. da der Druck zu stark war. Eine gefährliche Masernepidemie ist in Bochum ausgebrochen. Besonders unter den jüngeren Kindern ist die Sterblichkeit außerordentlich groß. Gestern mußten zehn Kinderleichen in einem Massengrab begesetzt werden. Burfche nahm u Augenbl und ver Den baten. bensaus befchenti bald dre Kaferne Blattes befragt wordene dem deu medaille betomme 3um aff dem Bro nad fich Sat. J da ihm Franfen Sammlu Regierun Bubilligt Ein mitgetei Gatten, Geinefta angetret Kornhän in Paris verbrach Ein peinlicher Vorfall wird aus Lille in Frankreich ge= meldet. Gestern stieß ein Straßenbahnwagen mit einem Leichenwagen zusammen, der die Leiche eines Kindes zum Friedhof befördern wollte. Durch den heftigen Zusammenstoß wurde der Sarg weit aus dem Wagen geschleudert und zerbrach, sodaß die Leiche in den Rinnstein rollte. Die Empörung der Zeugen dieses peinlichen Zwischenfalls war ungeheuer. Auf der Reise nach Ostasien. Der Dampfer„ Neckar" mit der 1240 Mann starken Ablösung für die Garnison in Tsingtau hat gestern mittag von Wilhelmshaven aus die Reise nach Ostasien angetreten. Ueber die Gründung einer amerikanischen Nationalbant nach dem Muster der Deutschen Reichsbank hielt Direktor von Gwinner von der Deutschen Bank bei einem Bankett, das die amerikanische Handelskammer in Berlin veranstaltete, eine bedeutsame Rede. Er behauptete, daß die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten so lange unsicher und unstabil bleiben würde, als die Ame= rilaner nicht ein großes nationales Noteninstitut begründeten. Der Redner empfahl den Amerikanern, die Institution der Deutschen Reichsbant nachzuahmen. Die Wertverluste bei der letzten Panik in Neuyork hätten die ungeheure Summe von 20 Millionen Mark erreicht. Unser unmodernes Münzwesen trage an dieser Unsicherheit der Lage Schuld. Die Amerikaner müßten jedoch bei der Organitation einer derartigen Notenbank sehr vorsichtig sein, damit nicht skrupellose Politiker die Kontrolle über die Bank erlangten. Die Rede machte auf die amerikanischen Geschäftsleute großen Eindruck. Eine Konferenz der preußischen Oberpräsidenten findet heute im Ministerium des Innern in Berlin statt. Die Beratungen werden Verwaltungsfragen und interne Angelegenheiten der Provinzialregierungen betreffen. Der Kaiser hat zugesagt, zu dem nach Schluß der Verhandlun= gen anberaumten Diner zu erscheinen. Auch der ReichsKanzler wird voraussichtlich den Veranstaltungen beiwohnen. 1) Die schwarze Roszika. Ungarische Dorfgeschichte von Adolf Starf. Nachdruck verboten. ઈનું બ Kleine nachrichten. Aus den Gerichtssälen. Ein eigenartiger Fall von Freiheitsberaubung wurde vor der Straffammer in Krefeld verhandelt. Ein Lehrer und ein Chinese wollten sich in der Nacht zum 29. August v. J. auf der Heimkehr von einem Ausfluge durch den Dachdecker Mangart bei Kaiserswerth über den Rhein setzen sassen. Mangart legte bei einer kleinen Insel an. Dte beiden Fahrgäste stiegen in der Annahme, fie feien am fenseitigen Ufer angelangt, aus und bezahlten die Ueberfahrt, worauf Mangart mit seinem Kahn schleunigst davonfuhr. Als sie ihren Irrtum bemerkten, riefen sie ihn zurück, doch fümmerte er sich nicht darum, so daß die beiden die ganze Nacht auf der Insel zubringen mußten. Der Fährmann wurde wegen Freiheitsberaubung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Die Kronprinzessin als Patin. Bei der elften Tochter des Wildhändlers Heider in Dels hat die Kronprinzessin Batenstelle angenommen und für den kleinen Täufling ein Geldgeschenk von 50 M überweisen lassen. Die schwarze Roszika war das schönste Mädchen im Dorfe. Wenn fie in dem schmucken Sonntagsgewand, die dunklen Flechten lang herabhängend, zwischen den Häusern einherschritt, blieben selbst die Greise stehen und blickten ihr wohlgefällig nach. Seit dem legten Kirchenfeste hatte sie auch einen erklärten Bräutigam: den Janko, der auf dem Gutshofe als Pferdehirt angestellt war. Die andern Mädchen spotteten über dies Paar Habenichtse, die zujammen nicht so viel besaßen, um auch nur den notdürftigsten Hausrat anzuschaffen. Aber heimlich beneideten sie doch die beiden, welche unstreitig das schönste Brautpaar welt und breit im Lande waren. Acht Jungen. Dem Postschaffner Martin Galla in Oppeln ist der achte Junge geboren worden. Nachdem bei dem siebenten der Kaiser Pate gewesen, ist nunmehr der Kronprinz um die Patenschaft bei dem achten Knaben- der die Namen Friedrich Wilhelm erhielt- gebeten worden. Ein Jahr verging und noch eins. Die rothaarige Gisela des Dorfrichters, die schielende Ilka des Müllers, sogar bie budlige Großbauerntochter, alles Altersgenossinnen Roszifas, hatten schon geheiratet; fie selbst aber war noch ledig. Selbst der bedürfnislose Bußtabewohner fann mit leeren Händen keinen Hausstand gründen. Eine folgenschwere Medizinverwechselung wird aus Allenstein gemeldet. In der Kronenapotheke verabfolgte der Provisor Lukas für die Tochter eines höheren Beamten anstatt Calomelpulver Morphium. Das Kind nahm das Morphium ein und starb an der Dosis. Gegen den Provisor wurde das Strafverfahren eingeleitet. Ein Hauptmann als Duellgegner. Der praktische Arzt Dr. med. Coester in Diez hate den Hauptmann der Landwehr Frohwein in Offenburg in Baden zu einem Duell herausgefordert. Frohwein nahm jedoch die Forderung nicht an, sondern erstattete Anzeige. Dr. Coester wurde ge= stern von der Straffammer wegen Herausforderung zum Zweikampf zu fünf Tagen Festungshaft verurteilt. Wo wird in Deutschland am meisten gespart? Antwort auf diese Frage gibt eine soeben veröffentlichte amtliche Statistik. Danach ist in Deutschland die Summe von 231 M das Mittel der Einlegerguthaben der Bevölkerung; in dem kleinen Fürstentum Reuß i. L. wird aber erheblich mehr gespart, denn hier sind durchschnittlich 713 M angelegt. Auch das Fürstentum Schaumburg- Lippe scheint sehr spar= same Bewohner zu haben, kommen dort doch 711 M auf den Kopf. Jeden Sonntag nachmittag trafen sich die beiden Liebenden draußen vor dem Dorfe, am Rande der weiten, weiten Ebene. Auf den Tanzboden gingen sie schon lange nicht. Sie sparten selbst diese wenigen Kreuzer, welche der Bursche hätte opfern müssen für Wein und für die aufspielenden Bigeuner. Aber so sehr sie auch rechneten und rechneten, fie tamen immer zu demselben Resultat: die Beit, in der sie so viel verdient haben würden, um heiraten zu können, lag noch in weiter, weiter Ferne. Der Winter fam und machte den Busammenkünften ein Ende. Der Gutshof war ziemlich weit entfernt, und Janko konnte nur selten abkommen. Am Sonntag vor Weihnachten war es. Der Bauer, bei dem Roszika diente, saß mit seinem Gesinde beim spärlichen Licht eines Kienwans um den mächtigen Kachelofen. Da stürzte plöglich, Vermischtes. Wegen einer Neujahrskarte wahnsinnig geworden. Von einem tragischen Geschick ist der in Charlottenburg wohnhafte 22jährige Buchhalter Georg J. betroffen worden. Der junge Mann, der in einem größeren Berliner Geschäft eine Vertrauensstellung bekleidete, erhielt am Morgen des Neujahrstages eine offene„ Scherzkarte", über die er in hochgradige Erregung geriet Tag und Nacht dachte er darüber nach, wer wohl der Absender sein könne. Seine Aufregung steigerte sich dabei immer mehr. Als L. sich gestern abend mit mehreren Bekannten in der Wohnung eines Freundes befand und das Gespräch auf die Karte tam, erlitt der junge Mann plötzlich einen Tobsuchtsanfall und konnte nur mit großer Mühe überwältigt werden. L. wurde mittels Droschke nach seiner Wohnung ge= bracht, wo sich sein Zustand sehr verschlechterte. Zwei hinzugerufene Aerzte stellten bei dem Bedauernswerten Jrrsinn fest und veranlaßten seine Ueberführung nach einer Heilanstalt. am ganzen Körper vor Furcht schlotternd und reines Wortes fähig, ein junger Biegenhirt ins Bimmer. Es dauerte geraume Zeif, ehe er fein Erlebnis erzählen konnte. Er hatte am Nachmittage feine Schwester besucht, die in einem andern Dorf diente. Der Rückweg führte durch einen fleinen Wald. Es war schon fast dunkel, als er diesen durchqueren mußte. Da war plößlich aus dem Dickicht ein braunes, riesenhaftes Ungeheuer auf ihn losgeschossen. Er hatte sich noch durch Flucht gerettet, aber freilich nur, weil sein armer Hund, der instinktiv auf den Bären losfuhr, inzwischen zerrissen und verzehrt wurde. Die Schreckensbotschaft verfehlte nicht, sofort die Bauern zu alarmieren. Am Dorfeingange, gegen den Wald zu, wurden mächtige Feuer angezündet, Wächter daneben postiert, die einander alle Stunden ablösten. Von jetzt an verging fein Tag, wo nicht irgendeine Nachricht über die blutigen Taten der Bestie eingelaufen wäre. Aunächtlich brach sie in die Hürden ein, würgte Schafe, Biegen und Rinder, ohne sich durch den Lärm und die Schüsse der Wächter vertreiben zu lassen. Am Mittwoch morgens fand man in der Nähe seiner Hürde die blutigen Überreste des Schäfers Mitos, und drei Tage später zerriß die Bestie, wenige Schritte vom Dorfe entfernt, einen alten polnischen Hausierer, der sich auf dem Wege verspätet hatte. Die Bewohner der leßten Häuser hatten das Schreckensgeschrei des Unglücklichen gehört, ohne ihn retten zu können. Jugendliche Erpresser. Die Aachener Polizei verhaftete vor einigen Tagen zwei jugendliche Erpresser im Alter non 15 bezw. 18 Jahren. Unter dem Vorwand, ein Paket eines Delikatessengeschäftes abgeben zu müssen, sprachen die beiden Burschen bei einer Dame in der Jakobstraße vor und forderten mit vorgehaltenem Revolver die Herausgabe von Geld. Durch die Hilferufe der Ueberfallenen wurden die Erpresser verscheucht. Anderntags wurde die Dame schriftlich aufgefordert, 2000 Mark an einem be= stimmten Ort niederzulegen, widrigenfalls ihr Haus in die Luft gesprengt würde. Die Dame ging zum Schein auf das Verlangen ein und schickte ihr Dienstmädchen mit einem Brief an die bezeichnete Stelle, wo ein jugendlicher Eine panische Angst ergriff die ganze Gegend. Rein Mensch wagte sich mehr in der Dämmerung vor das Haus. Die Männer hatten bei Nacht stets die geladene Flinte neben sich liegen, und der Feuerbrand auf dem Herde erlosch nie, um gegebenenfalls stets zur Abwehr bereit zu sein. Man zitterte davor, daß das Raubtier, welches nun schon Menschenblut gekostet hatte, in die Häuser einbrechen würde, wie dies schon früher geschehen war. Eine gegen Ende der Woche veranstaltete Treibjagd, an der alle Gutsherren der Umgebung und die Gendarmen der Komitatstadt beteiligt waren, verlief ergebnislos. Das Tier war wie vom Erdboden verschwunden. Aber schon in der folgenden Nacht brach es wie zum Hohne in den Gutshof ein und richtete unter den Schafherden ein fürchterliches Blutbad an. Am Sonntag morgen nach der Predigt verlas der Pfarrer von der Kanzel einen Erlaß des Vizegespans, laut welchem demjenigen, der den Bären erlegte, eine Belohnung Don 200 Gulden versprochen wurde. Als Janko am ersten Weihnachtstag wieder im Dorf erschien, um seine Braut zu besuchen, trug er eine alte Flinte über dem Rücken, zum Schuß auf dem Heimweg, wie er Roszika erzählte. Aber dem Mädchen fiel sein eigentümliches Wesen auf. Beim Abschied füßte er ste noch länger und heißer als sonst, und ehe er sich aus ihren Armen riß, entschlüpfte ihm der Ausspruch:„ Wenn wir die 200 Gulden hätten, dann wäre alle Not zu Ende, dann könnten wir heiraten." Diese Worte gingen Roszifa im Kopf herum, als sie die Treppe zur Dienstbotenkammer emporstieg, und nach und nach erriet sie ihren Sinn. Jest wußte sie auch, warum Janko die Flinte mitgenommen hatte. Eine wahnsinnige Angst erfaßte sie. Dhne lange zu überlegen, eilte sie in den Hof hinaus, fletterte mit Hilfe eines aufgeschichteten Holzstoßes über die Mauer, denn die Tore waren schon verschlossen, und verfolgte die Spuren Jankos, welche sich deutlich in dem frisch gefallenen Schnee ausgeprägt hatten. An Furcht dachte sie nicht; doch instinktiv hatte sie die schwere, scharf geschliffene Art mitgenommen, welche auf dem Holzstoß lag, und stüßte fich auf fie, als sie den sanften Abhang empor eilte. Der Mond schien hell, und sein Licht wurde von der weißen Schneedecke zurückgeworfen, so daß der Weg weithin beleuchtet war. Als das Mädchen etwa eine halbe Stunde fo fort gerannt war, ertönte in ihrer nächsten Nähe ein fürchterliches Brummen, dem unmittelbar darauf der laute Anall eines Schusses folgte. ( Schluß folgt.) die Bou befter G zurüd, Vorgebe haben u wollen, aber w Deren a ängstigte in der zugeftof lung. denen, Unglüd Da emp bas Ab morgen mitteilt gen fei, Brutali nach ihr Chetyra nung zu sich in lizeibea tien, d Abend man M Mannes in den tauchte verlaut Ra in lekt Stadtve men da werden. pfung d Sie hier nete W die Ka an Bor fangen tenjang am Na läßt sie die auf heuren vertilge nichtun Daß ab häufig dern( nomme men, d durch m die Me Eulen dieser ten, de Quittu 23 wird g Stadt pfehlun Schlags ren laj Vorübe bei den denn, w befagen hunde! 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Der letthin vom deutschen Kaiser mit einer Ordensauszeichnung bedachte und mit fünftausend Franken beschenkte französische Marineinfanterist, der sich vor nun bald drei Jahren in Peking beim Brande der Waldersee= Kaserne auszeichnete, ist von einem Berichterstatter eines Blattes in Toulon aufgesucht und über seine Eindrücke befragt worden, Der Mann war mit den ihm zuteil ge= wordenen Auszeichnungen natürlich sehr zufrieden; außer dem deutschen Orden hat er auch die französische Militärmedaille erhalten und hofft noch die Zivilanstellung zu bekommen, um die er die Marinebehörden gebeten hat. Zum aktiven Dienste ist er nicht mehr fähig, da er bei dem Brande in China eine schwere, dauernde Invalidität nach sich ziehende Verletzung eines Beines davongetragen hat. In materieller Hinsicht ist reichlich für ihn gesorgt, da ihm außer der kaiserlichen Spende ein paar tausend Granten als Ergebnis einer in Tientsin veranstalteten Sammlung zugeflossen sind, während ihm die französische Regierung eine Jahresinvalidenpension von 690 Franken zubilligte. Eine böse Neujahrsbescherung bereitete, wie aus Paris mitgeteilt wird, eine Madame Boutron aus Nantes ihrem Gatten, der mit ihr zu den Neujahrsfestlichkeiten nach der Geinestadt gerist war. Diese von ihm in froher Laune angetretene Vergnügungsfahrt endete für den braven Kornhändler Felix Boutron recht betrüblich. Am Freitag in Paris eingetroffen, stiegen die Eheleute im Hotel ab und verbrachten den Tag mit amüsanten Streifereien durch die Boulevards und in guten Restaurants. In denkbar bester Stimmung kehrte man gegen Abend in das Logis zurüd, um Toilette zum Theater zu machen. Unter dem Vorgeben, feine weißen Glaceehandschuhe mitgenommen zu haben und nun schnell ein Paar in der Nähe kaufen zu wollen, entfernte sich Madame noch einmal., Vergebens aber wartete der Gatte eine Viertelstunde nach der an= beren auf ihre Wiederkehr. Der Abend verging, dem geängstigten Manne kamen die schlimmsten Besorgnisse; und in der Befürchtung, der Ausbleibenden könne ein Unfall zugestoßen sein, machte er schließlich der Polizei Mitteilung. Man fahndete jedoch vergeblich nach der Verschwundenen, und unter den Opfern der vielfach vorgekommenen Unglücksfälle war Madame Boutron auch nicht zu finden. Da empfing der Polizeikommissar des Viertels, zu dem bas Absteigequartier der Eheleute gehört, am Silvestermorgen ein Schreiben, in welchem die gesuchte junge Frau mitteilte, daß sie mit einem Freunde ins Ausland gegangen sei, um nie wieder zu ihrem Ehemanne, den sie der Brutalität beschuldigte, zurückzukehren. Alles Forschen nach ihr würde erfolglos sein. Der so schmählich verlassene Chetyrann, der von der Gesinnung seiner Gattin keine Ahnung zu haben schien, geriet in eine fürchterliche Wut, die sich in tausend Beleidigungen gegen den unschuldigen Polizeibeamten Luft machte. So schlimm waren die Jnjurien, daß man den Tobenden verhaften mußte. Gegen Abend jedoch wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt, da man Mitleid mit dem wirklich ehrlichen Schmerz des Mannes hatte. Ob der Verlassene mit seinem Kummer in den Strudel des ausgelassenen Silvestertreibens untertauchte oder sofort die traurige Heimfahrt antrat, darüber verlautet nichts. Rattenplage. In vielen Gegenden Englands hat man in letzter Zeit unter der Rattenplage gelitten. Manche Stadtverwaltungen haben verhältnismäßig große Summen dafür auswerfen müssen, um ihrer wieder Herr zu werden. In den modernen Großstädten ist die Bekäm= pfung der Ratten außerordentlich schwierig geworden, weil sie hier in den großen Kanalisationsanlagen sehr geeignete Wohnstätten finden. Die Arbeiter und Beamten, die die Kanalisationskanäle zu befahren haben, haben daher an Bord ihrer Boote regelmäßig Hunde, die im Rattenfangen und Rattentöten geübt sind. Solch ein kleiner Rattenfänger faßt jede Ratte, die in seine Nähe kommt, hinten am Naden, schlägt sie sich ein paar mal um die Ohren und läßt sie als Leiche fallen. Indessen kann man die ungeheuren Menger von Ratten nicht mit Rattenfängern allein vertilgen, auch alle möglichen Gifte und sonstigen Vernichtungsmittel haben dagegen angewandt werden müssen. Daß aber solche Feldzüge gegen die Ratten jetzt besonders häufig sind und vielfach nicht nur in den Großstädten, sondern( namentlich in England) auch auf dem Lande unterdiesen Diebstahl ein und brachte die Schuldlosigkeit Buchführs in diesem Falle an den Tag. Gutt selbst hatte da= für gesorgt, daß der Verdacht auf Buchführ fallen mußte, ohne zu wissen, daß dieser ebenfalls ein Hoteldieb war. Als Hotelgast hatte er auch Buchführs Zimmer und Koffer durchsucht, einige Schriftstücke herausgenommen und einen Teil davon in andern Zimmern zerstreut. Als der Diebstahl entdeckt und besprochen wurde, trieb sein schlechtes Gewissen den Buchführ sofort von dannen. Der wirkliche Dieb dagegen, der stärkere Nerven hatte, blieb ganz ruhig wohnen und sah sich mit an, wie der vermeintliche Dieb verfolgt wurde. Das größte Delreservoir der Welt. Zwei massive Delreservoire, die die größten der Welt sein werden, sollen in Kalifornien errichtet werden. Jedes von ihnen wird eine Million Doppelzentner Petroleum fassen. Die Baukosten der Reservoire belaufen sich auf 2 Millionen Mark und das zu ihrem Füllen verwandte Oel wird ihnen durch Röhren meilenweit zugeleitet werden. Wenn die Reservoire ge= füllt sind, wird das Petroleum durch sein eigenes Schwergewicht nach der Pumpstation fließen, von wo es direkt in die großen Tankdampfer gepumpt wird. Hygienischer Schutz in unseren Eisenbahnwagen. Auf eine Erfindung von nicht zu unterschätzender hygienischer Bedeutung ist ein Bankier aus Düsseldorf verfallen. Er hat eine einfache, geschmackvolle Vorrichtung erdacht, welche oberhalb des Polsters in den Coupees erster und zweiter Klasse der Eisenbahnwagen angebracht werden soll. In diefer Vorrichtung ist ein abrollbarer zirka 50 Zentimeter breiter Schußstreifen aus japanischem Kreidepapter so angeordnet, daß der Fahrgast stets einen neuen Streifen herauszuziehen vermag, welcher als Unterlage für Kopf und Nacken dient. Dem Erfinder ist darum zu tun gewesen, in Eisenbahnwagen einen Schutz gegen Unsauberkeit und Ansteckung zu schaffen, was angesichts der häufig vorkommenden Kopf- und Haarkrankheiten recht erwünscht ist. Es hat sich bereits eine G. m. b. H. gebildet, die mit den verschiedenen Eisenbahnverwaltungen des In- und Auslandes über die Einführung des hygienischen Kopf- und Nackenschutzes in den Eisenbahnwagen verhandelt. Die Entmündigung der Frau v. Schönebeck- Weber. Frau von Schönebeck- Weber ist, wie wir bereits mitteilten, durch Beschluß des Königlichen Amtsgerichts Charlottenburg wegen Geistesschwäche entmündigt worden. Die Kosten des Verfahrens fallen der Entmündigten zur Last. In der Begründung wird gesagt, es habe eine Vernehmung der Entmündigten unter Zuziehung des Dr. WeilSchlachtensee und des Gerichtsarztes Dr. Mary in Berlin stattgefunden. Dr. Weil hat eine Geistesschwäche und Getsteskrankheit der Frau Weber für ausgeschlossen erachtet und sein Gutachten damit begründet, daß sie im Gespräche mit ihm immer klar und orientiert gewesen, in ihrem Verhalten durchaus dezent, niemals auffallend und stets von dem Bestreben erfüllt gewesen set, fede Andeutung von Sensation zu vermeiden. Dieses Gutachten berücksichtigte aber in feiner Weise das Vorleben der Entmündigten und außerdem könne es deshalb nicht überzeugend wirken, wetl die Tatsachen, auf die es sich gründe, nicht im Einklang ständen mit den angestellten Ermittlungen. Die Zeugin Zeulner habe bekundet, daß sich Frau Weber durchaus nicht immer dezent benommen habe. Sie habe sich z. B. nicht nur in Gegenwart thres Mannes, sondern auch ihres Schwagers, Taillen anprobieren lassen. Einmal habe sie in Gegenwart thres Schwagers nur einen Kimono angehabt. Der Gerichtsarzt Dr. Marx sei zu dem Resultat gekommen, daß die Entmündigte als geistesschwach bezeichnet werden müsse. In einem ausführlichen Bericht habe er die gesamte Lebensführung der Frau Weber als Grundlage für seine Ansicht bezeichnet. Auch Medizinal= rat Dr. Leppmann sei zu demselben Ergebnis gekommen. Nach diesem Sachverständigen set die Entmündigte eine Frau, die vollkommen von geistigen Affekten soweit abhängig set, daß sie auf jede manchmal nur geringe Unbehaglichkeit mit Verlust ihrer Besonnenheit, mit Selbstbeschädigungsgelüften und Bewußtseinsstörung reagierte. Das Maß ihres Trieblebens ging weit über das Gewöhnliche hinaus, es fet hemmungslos. Auf Grund dieser Gutachten, die in Uebereinstimmung mit denen der Professoren Puppe und Meyer in Königsberg stehen, und auf Grund der Beobachtungen bei Vernehmung der Entmündigten, wird in dem Beschluß eine geistige Schwäche der Frau Weber festgestellt. Die Entmündigte set nicht in der Lage, thre eigenen Angelegenhetten zu besorgen. Sie fet zu jeder selbständigen Entschließung unfähig. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß sie in dem Prüfungstermin auf die Frage, was sie nun zu tun gedenke, geantwortet habe, fie wolle Schreibmaschine lernen, um ihrem Manne im Geschäft zu helfen. Trotzdem sie ih= rem Bruder in einem Briefe mitgeteilt habe, daß sie in refuniärer Beziehung threm Manne nicht vollkommen traue, habe sie ihm kurz darauf eine Unterschrift über 19 000 Mark gegeben. nommen werden müssen, hängt mit einer Tatsache zusam Der Moabiter Prozeß vor dem Abschluß. men, die uns zu denken geben sollte. Ganz offenbar ist die außerordentliche Zunahme der Ratten nämlich erst dadurch möglich geworden, daß ihre natürlichen Feinde durch die Menschen allmählich vernichtet worden sind: nämlich Eulen und Falten. Man hat eben durch die Ausrottung dieser Vögel, die doch auch ihre Aufgabe zu erfüllen hatten, den Kreislauf der Natur gestört und hat nun die Quittung dafür an anderer Stelle zu bezahlen. Wenn man nicht chinesisch versteht.. Der Voss. 3tg." wird geschrieben: Der Kaufmann X. in der benachbarten Stadt M., der u. a. auch Tee feilhält, hatte zu dessen Empfehlung die sauberen chinesischen Schriftzeichen des Umschlags für den Aushang vor seinem Laden elegant kopieren lassen. Ein„, Schriftgelehrter", der diese Aufschrift im Vorübergehen las, brach in lautes Lachen aus und trat bei dem Ladenbesitzer mit der Frage ein:„ Wissen Sie denn, was die bunten Hieroglyphen an Ihrem Schaufenster besagen? Dreimal gebrühter Tee für die verft. Christenhunde!" Eine Diebeskomödie. Einen„ netten Streich" hat ein Hoteldieb einem anderen gespielt, ohne zu wissen, daß auch dieser von seiner Zunft war. Am 27. Oktober wurde vom Berliner Landgericht ein bekannter Hoteldieb, ein Schauspieler Heinrich Buchführ, der alle größeren Badeorte unsicher gemacht hatte, zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm setzte man auch einen Diebstahl auf die Rechnung, der am 1. Mai v J. in Ludwigsburg in einem Hotel verübt wurde. Bei dem Diebstahl büßte eine Generalin viel ba= res Geld und wertvolle Schmucksachen ein. Man nahm die Täterschaft Buchführs, der als Hoteldieb bekannt war, um so cher an, als er in demselben Hotel wie die Generalin gewohnt hatte, dort unter Hinterlassung eines Koffers verschwunden war, und sogar Papiere aus seinem Besitz in anderen Zimmern zurückgelassen hatte. Der Verhaftete gab alles zu, was man ihm sonst zur Last legte. Nur den Diebstahl in Ludwigsburg bestritt er. Erst jetzt ist durch eine andere Verhaftung Herausgekommen, daß Buchführ recht hatte. In Offenbach wurde auf frischer Tat ein Hoteldieb festgenommen, der sich Kaufmann Christiansen Seys aus Chicago nannte, vom Erkennungsdienst aber als ein Kaufmann Karl Andreas Guit entlarvt wurde. Bei ihm fand man einige Zettel, die früher Buchführ besessen hatte. So kam man auch auf den Diebstahl in Ludwigsburg zurück. Ins Gebet genommen, räumte Guiß wie andere so auch Das Plädoyer des Staatsanwalts. Im Moabiter Krawallprozeß begann am Mittwoch der Erste Staatsanwalt Steinbrecht sein Plädoyer. Er weist zunächst einige Mißverständnisse zurück und erklärt: Es ist der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, sie habe behauptet, die sozialdemokratische Parteileitung, der Vorwärts" und die Leitung der organisierten Arbeiterschaft hätten die Moabiter Krawalle selbst angezettelt, gewollt, herbeigeführt, geleitet und begünstigt. Kein Wort von alledem ist in der Anklage gesagt. Aeußerlich haben diese unwahren Behauptungen eine gewisse Unterstützung darin gefunden, daß zur Bekämpfung dieser angeblichen Behaupt= ung von der Verteidigung eine große Anzahl Zeugen ge= laden worden ist, darunter Vorstandsmitglieder der sozialdemokratischen Partei, die Redakteure des Vorwärts" und Sekretäre der organisierten Arbeiter, die als Zeugen da= rüber gehört wurden, daß die genannten Stellen die Moabiter Unruhen weder gewollt noch herbeigeführt haben. Selbstverständlich mußte diese Beweisführung im Sinne der Verteidigung ausfallen, weil für diese Behauptung eben feine Beweise zu erbringen waren. Natürlich haben diese Behauptungen große Aufregung in der sozialdemokratischen Presse hervorgerufen, und nachher war der Jubel groß über den Zusammenbruch dieser gar nicht erhobenen Anflage. Diese ganz ungerechtfertigten Vorwürfe find leider nicht nur in sozialdemokratischen Blättern gegen die Anklage erhoben worden, sondern sie sind auch in manche bürgerlichen Blätter übergegangen und in bürgerlichen Wochen- und Monatsschriften gegen die Anflage ins Feld geführt wor= den. Die Anklage hat niemals behauptet, und konnte deshalb niemals unter Beweis stellen, daß die sozialdemokra= tische Partei die Moabiter Unruhen irgendwie begünstigt hat. Damit fällt auch der Vorwurf in sich zusammen, daß Sie Staatsanwaltschaft diesen Prozeß tendenziös beeinflußt und die Politik in den Gerichtssaal hineingetragen hätte. Wahr ist vielmehr lediglich folgendes: Unter den Verhafteten befand sich keine Person, die man zu dem sv= genannten Janhagel rechnen könnte, fein Arbeitsloser, fein Zuhälter, keine Dirne. Es waren werftätige Arbeiter, Frauen aus dem Arbeiterstande, die sich vielfach mitten aus der Arbeit heraus zu schweren Gewalttätigkeiten hatten hinreißen lassen. Hierzu kam eine zweite Tatsache, nämlich, daß sich vom Anfang bis zum Schluß ein ganz außergewöhnlicher Haß gegen die Arbeitswilligen und die Polizei zeigte, obwohl dazu nicht die geringste Veranlassung vorlag. Aus dieser auffallenden Tatsache hat die Staatsans waltschaft den Schluß gezogen, daß dieser zutage getretene Haß auf die jahrelange systematische sozialdemokratische Verhetzung zurückzuführen sei. Auf die Anklage selbst eingehend, beleuchtete der Staatsanwalt hierauf in furzen Zügen die einzelnen Phasen der Exzesse und verweilt länger bei den Vorgängen in der Rostocker Straße vor dem Pilzschen Restaurant, wo ein arbeitswilliger Kutscher wie ein erbeuteter Kriegsgefangener in das Lokal geschleppt worden war. Es zeigt sich auch an diesem Falle, daß die Streifenden in feiner Weise von Arbeitswilligen aufgereizt waren, und daß die Exzesse nicht von einem Mob oder Janhagel, sondern von werktätigen Arbeitern unter Aufsicht eines Verbandsleiters ausgeführt waren. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß vie= le Fälle von folossalem Terrorismus vorgekommen sind, wie z. B. ein Hausbesitzer aus Angst vor Nachteilen dem Polizeimajor Klein einen schon zur Verfügung gestellten Raum zur Aufnahme von Schußleuten wieder entzog, wie ein Gastwirt, der einem bedrohten Schußmann Zuflucht ge währte, selbst bedroht wurde, wie der Pastor Schwebel beleidigt wurde usw. Die verhängnisvolle Handlung am 26. September mußte notwendigerweise bei den Schuhleuten eine nachhaltige Erbitterung hervorrufen, drei von ihren Kameraden waren angegriffen, der eine schwer verletzt wor= den, der andere konnte nur durch einen operativen Eingriff vor dem Tode bewahrt werden. Die übrigen Schußleute, die hiervon erfuhren und vielleicht auch noch übertriebene Gerüchte hörten, glaubten nun, ihr Leben sei durch die Menge gefährdet, und gerieten in große Erbitterung. Die Aufrührer hatten die vereinzelt gehenden Schutzleute mit beispielloser Roheit verfolgt. Sie waren die Angreifer und nicht die Schußleute. Daß die Schuhleute, die weitere Angriffe erwarten mußten, mit ihren Waffen schärfer vorgingen, ist menschlich erklärlich. Die Verlegungen der Schußleute sind auch der beste Beweis dafür. Der Staatsanwalt geht sodann auf die einzelnen Fälle der Anklage ein und beantragt gegen acht der Angeklagten Gefängnis= strafen von 1 Jahr 6 Monaten bis herab zu 4 Monaten Ge= fängnis. Hier unterbricht der Staatsanwalt sein Plädoyer und die weiteren Verhandlungen wurden auf Donnerstag vormittag vertagt. Drabtnachrichten und Deuestes. Kaiser Franz Josefs Befinden gut. Wien, 5. Januar. Auch die letzte Nacht verbrachte der Kaiser in ruhigem Schlummer. Husten und Schnupfen lafsen merklich nach. Aus Nahrungssorgen in den Tod. Effen, 5. Januar. Im Schellenberger Walde bet Essen wurden die Leichen eines 71jährigen Arbeiters und seiner Frau gefunden. Die alten Leute waren obdachlos und hatten mit Nahrungssorgen zu kämpfen. Sie gingen in den Wald und vergifteten sich. Kampf mit Zigeunern. Trier, 5. Januar. Im hiesigen Gefängnis meldeten sich gestern vier Zigeuner zum Antritt einer mehrtägigen Gefängnisstrafe. Als der Aufseher mit Rücksicht darauf, daß sie betrunken waren, sie zum Warten veranlaßte, warfen sie sich auf den Beamten und mißhandelten ihn, sodaß dieser von der Waffe Gebrauch machte und auf die Zigeuner schoß. Requirierte Polizei hatte einen harten Kampf mit den Erzedenten zu bestehen. Schließlich wurden sie gefesselt. Verwegener Saccharinschmuggel. Passan, 5. Januar. In Herzogenreuth im Bayerischen Walde fielen einem Gendarmen die dicken Waden eines Handwerksburschen auf. Er untersuchte ihn und es ergak sich, daß der ganze Mann mit Saccharin ausgestopft war Der Schmuggel mit Saccharin wird an der Bayerisch- böh mischen Grenze nach wie vor betrieben. Brand eines Flugmaschinenschuppens. Breslau, 5. Januar. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr brach in einem der fünf Flugmaschinenschuppen auf dem Wilhelmsruher Fluggelände Feuer aus, das sich durch die Explosion des dort in Flaschen lagernden Benzins mit ra sender Schnelligkeit verbreitete und die Schuppen sowie zwei Flugmaschinen vernichtete. Man nimmt Brandstiftung an. Raufereien unter den Wiener Arbeitslosen. Wien, 5. Januar. Wegen des hier eingetretenen starfen Schneefalls sollten gestern eine große Anzahl von Arbeitslosen zum Schneeschaufeln angestellt werden. Der Andrang war so groß, daß es zwischen den Arbeitslosen zu Raufereien kam, denen erst durch Requirierung von Polizeimannschaften ein Ende gemacht werden konnte. Ruchloses Dynamitattentat. Budapest, 5. Januar. In Ansebes wurde von ruchlosen Händen in einen leer stehenden Hotelomnibus eine Dynamitpatrone gelegt, welche kurz vor der Abfahrt des Omnibusses nach der Bahnstation explodierte. Das Gefährt wurde vollständig in Stücke gerissen. Der Kutscher, der in der Nähe des Wagens stand, wurde schwer verlegt. Einige Nachbarhäuser wurden stark beschädigt. Von den Passagie ren hatte jedoch glücklicherweise noch niemand in dem Wagen Platz genommen. Die Täter, die es vermutlich auf eine Beraubung der Passagiere abgesehen hatten, sind noch unbekannt. Das Erdbeben in Zentralasien. Petersburg, 5. Januar. Nach einer amtlichen Meldung wurden durch das gestrige Erdbeben in Wiernyi einige Gebäude und die Kaserne zerstört, wobei ein Soldat getötet wurde. Bisher sind in der Stadt 40 Leichen geborgen wor= den. Petersburg, 5. Januar. Nach dem ersten wellenartigen von Osten nach Westen gehenden Beben stürzte die Bevölkerung teils halb nackt in wahnsinniger Angst auf die stockfinstere Straße, wo sie durch einen Steinregen empfangen wurde. Die Unglücklichen suchten in rasendem Lauf das Freie zu gewinnen, um sich vor den einstürzenden Häusern zu retten. Die Lage ist in den meisten Städten dadurch besonders schwierig, daß alle Defen beim Erdbeben umgeworfen wurden, so daß die Wohnungen nicht geheizt werden können. Dabei herrscht eine Kälte von 10 Grad. Das Erfrieren vieler Tausender wird befürchtet. Allen bisher einlaufenden Depeschen fehlen Einzelheiten. Das Beben dauert fort und macht den Aufenthalt in festen Baulichkeiten lebensgefährlich. Da alle Verbindungen fehlen, find manche Ortschaften von der Außenwelt ganz abgeschnitten. Man nimmt an, daß ganze Ansiedelungen durch das Erdbeben gänzlich zerstört worden sind. Bergarbeiterstreik in Belgien. Brüssel, 5. Januar. In dem Kohlengebiet von Lüttich, wo auf einigen Zechen gestreift wird, ist es gestern zu Ausschreitungen gekommen. In einem Bezirk bei Lüttich wurden gestern nachmittag Gendarmen von streifenden BergEs wurden von beiden Seiten arbeitern angegriffen. Schüsse abgegeben und 5 Personen verwundet. Es besteht die Befürchtung, daß der Ausstand auch auf die benachbar= ten großen Bezirke übergreifen wird, was für die belgische Kohlenindustrie geradezu verhängnisvoll wäre. Eine neue Sensation in der Seinestadt. Paris, 5. Januar. Ein Pariser Juwelier hat gegen den Sohn eines vor mehreren Jahren verstorbenen angesehenen Staatsmannes Klage erhoben wegen Verkaufs eines Perlenschmuckes im Werte von 150 000 Francs, für den zum Teil Wechsel in Zahlung gegeben worden waren, die am Fälligkeitstermin aber nicht eingelöst worden sind. Französische Marine- Aeroplanstationen. Paris, 5. Januar. Der Marineminister hat angeordnet, daß in Toulon und in Cherbourg eine Station für Flottenaeroplane eingerichtet und ein 800 Quadratmeter aroßer Aufstiegsplatz aefchaffen werden soll. Bekanntmachung. Es sind folgende Stiftungszinsen zu vergeben: 1. 12 Gaben von je 20 Mt. an hiesige Arme aus der Hofgerichtsrat v. Krug- Stiftung, 2. 8 Gaben von je 20 Mt. an hiesige Arme aus der Friedrich Lony- Stiftung. Dampf- Färberei Cmischehe Wäscherei A AVAYA Dekatur- u. BettfedernReinigungsanstalt www Gegr. 1857 bon - Meldungen nimmt das Armenamt, Afterweg 9, bis J. C. Wallenfels, Giessen 20. Januar entgegen. Gießen, den 4. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Betr.: Abfuhr des Haustehrichts. Die mangelhafte Aufstellung der Kehrichtgefäße, insbesondere aber die Verwendung ungeeigneter Kehrichtbehälter( wie Holzkisten, Eimer und Kästen ohne Deckel), hat in vielen Fällen eine Verunreinigung des Straßengeländes zur Folge. Ferner muß es als Mißstand bezeichnet werden, wenn stundenlang nach stattgehabter Leerung die Gefäße auf den Bürgersteigen stehen bleiben und den Verkehr hemmen. Wir haben die Schutzmannschaft angewiesen, diesem Uebelstand ihre verschärfte Aufmerksamkeit zuzuwenden und alle Verstöße gegen die Bestimmungen des Artikel 111 und 112 des Polizeistrafgesetzbuchs und§ 366 9 und 10 R. St. G., die das Herausstellen der Gefäße auf die Straße 2c. und die Verunreinigung von Ortsstraßen und öffentlichen Plätzen unter Strafe stellen, zur Anzeige zu bringen. Wir machen darauf aufmerksam, daß eine ordnungsgemäße und reinliche Art der Aufbewahrung des Hauskehrichts durch die Verwendung der mit Deckel versehenen Kehrichtgefäße, wie sie von verschiedenen Firmen zur Zeit in den Handel gebracht werden, sehr gefördert wird. Diese runden Kehrichteimer mit Tragbügel und daran befestigtem Deckel verhindern das Herausscharren und Verschleppen des Kehrichts durch Hunde, erleichtern die Entleerung der Behälter bei der Abfuhr und sind, wenn sie, wie vorgeschrieben, innerhalb des Hoftores oder der Türe aufgestellt sind und nach der Leerung alsbald entfernt werden, für das Straßenbild nicht mißständig. Die einschlägigen Bestimmungen des Regulativs betreffend Reinhaltung der Straßen und öffentlichen Plätze bringen wir ferner nachstehend in Erinnerung: Abfuhr des Haustehrichts. Kirchenplatz 21. Laden: Nene Bäue 17. Freitag, den 6. Jannar, abends 8 Uhr in der neuen Aula der Universität Vortrag von Fräulein Dr. Alice Salomon aus Berlin über ,, Mutterschut Versetzungshalber Paterre- Eintrittsgeld: für die vorderen Plätze 1 Mr., für die hinteren Pläge 50 Pfg. wohnung 5 Zimmer, Balkon, Badeeinrichtung, Bleichplatz ger. Trockenboden per 1. oder 15. April an ruhige Leute zu vermieten. Nähere Auskunft Kaiser. Allee 35 II. ( für Mitglieder der Ortskrankenkasse frei). Der Vorstand des Gesamtfrauenvereins: Frau Prof. Höhlbaum. Bekanntmachung. Die Lieferung: 1. der Kleider und Wäsche für stadtarme Pflegefinder und Zwangszöglinge, 2. der Schuhe nach Maß und der Anfertigung der Schuhreparaturen, 3. des fertigen Schuhwerks und 4. des Brotes für Stadtarme für die Zeit vom 1. April 1911 bis 31. März 1912 ist zu vergeben. Angebote sind bis spätestens 31. Januar 1911 beim Städtischen Armenamt, Asterweg 9, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können und die Angebotsformulare erhältlich sind, einzureichen. Gießen, den 4. Januar 1911. Die Armendeputation der Stadt Gießen. Keller. Stempel aller Art für Behörden, Vereine, Geschäftsleute und Private besorgt rasch und preiswert die Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer 1. Der städtische Abfuhrdienst erstreckt sich lediglich Seltersweg 83 auf die Beseitigung des Hauskehrichts und der häuslichen Abfälle; Kehrichtkasten und Gefäße, welche Bauschutt, Steine, gewerbliche Abfälle und dergleichen enthalten, werden seitens der Kehrmannschaft weder entleert, noch wird deren Inhalt abgefahren. 2. Ebensowenig ist die Kehrmannschaft verpflichtet, Kehrichtkasten oder Gefäße zu entleeren, welche den nachstehenden Bestimmungen, insbesondere denjenigen be= züglich des Fassungsraumes, nicht entsprechen. 3. Gefäße zum Sammeln des Hauskehrichts und der häuslichen Abfälle müssen solide und dicht hergestellt und mit je zwei Handhaben versehen sein; dieselben dürfen das Maß von 60 Cbdm. Inhalt keinesfalls überschreiten. Das Muster eines Kehrichtkastens in Holz von 50:40:30 3entimeter Größe kann auf dem Tiefbauamt eingesehen werden. Gießen, den 2. Januar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Warnung vor unlauteren Darlehens= Vermittler n. Wir haben schon wiederholt vor dem unlauteren Geschäftsgebahren gewisser Darlehensvermittler gewarnt, die in Zeitungen sich zur Vermittelung oder Beschaffung von Darlehen unter anscheinend günstigen Bedingungen erbieten, denen es aber vielfach weniger um die Beschaff= ung der Darlehen zu tun ist, als um die Erzielung von Gewinn dadurch, daß sie entweder die Behandlung der Darlehensgesuche von der Vorauszahlung eines die wirklichen Auslagen übersteigenden Kostenvorsch u s- ses für Einholung einer Auskunft über die Kreditwürdigkeit des Nachsuchenden 2c. abhängig machen, oder auf Grund von zur Irreführung geeigneten Zeitungsannoncen und Prospekten den Darlehensuchenden eine sogenannte Geldoffertenlist e, d. i. ein umfangreiches Verzeichnis von Darlehensvermittlern und Darlehensgebern, gegen Bezahlung einer Gebühr, die meist durch Nachnahme erhoben wird, übersenden. Wie berechtigt diese Warnung ist, beweist die Tatsache, daß fortwährend Verurteilungen derartiger Personen wegen Betrugs zu empfindlichen Strafen bekannt werden. Da auch hiesige Einwohner durch das unlautere Geschäftsgebahren derartiger Personen zu Schaden gekommen sind, können wir unsere Mahnung zur Vorsicht gegenüber unbekannten, Darlehensvermittlern nur wiederholen. Gießen, 2. Januar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. ( Haus Brüder Schmidt). Persil lässt Spitzen, Gardinen, Batist, Waschseide, Slickereien etc., überhaupt alle zarten Stoffe beim Waschen wieder wie neu werden! Denkbar gründlichste Reinigung bei grösster Schonung und Erhaltung des Gewebes. Ueberall erhältlich! Alleinige Fabrikanten: Henkel& Co., Düsseldorf, auch der seit 34 Jahren weltbekannten Henkel's Bleich- Soda. ,, Ei, Frauchen, schmeckt der Kaffee aber heute famos!" - - ,, So? Na, da will ich Dir etwas verraten. Weil Du so nervös warst, habe ich angefangen, Kathreiners Malzkaffee zuzusetzen, erst in kleinen Portionen, dann immer mehr und was Du jetzt trinkst und so riesig lobst, das ist reiner Kathreiners Malzkaffee, ohne jeden andren Zusatz. Nun siehst Du selbst, wie fein Kathreiners Malzkaffee schmeckt, von dem Du früher glaubtest, Du könntest ihn nicht trinken. Probieren geht über Studieren!" „ Der Gehalt macht's!" Der Vorstand der Ortsgruppe des Allg. Deutschen Frauenvereins: Frau Helene Glane. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es tönnen eingestellt werden: 2 Schuhmacher, 1 Fahrbursche, 2 Dienstmädchen, eine Behrlinge: 1 Glaser, 1 Koch, 1 Kellner. Zeitungsträgerin, 2 Laufmädchen. Schant- und Gastwirtschaftspersonal: 5 Küchenmädchen, 3 Hausmädchen, 3 Zimmermädchen. Es suchen Arbeit: 1 Schmied, 1 Steindrucker, 2 Buchbinder, 5 Schlosser, 1 Schuhmacher, 1 Feuerschmied, 1 Zimmermann, ein Schneider, 2 Sattler, 1 Tapezierer, 1 Installateur, dret Bauschreiner, 1 Heizer, 3 Anstreicher und Weißbinder, 3 Fuhrknechte und Fahrburschen, 16 Taglöhner, 7 Hausburschen, 9 Butz- und Lauffrauen, 3 Waschfrauen, ein Handlungsgehilfe, 1 Schreiber. Gaft und Schankwirtschaftspersonal: sechs Kellner, 8 Lohn und Aushilfskellner, 1 Küchenchef. Kuverte mit Aufdruck big Giessener Verlagsdruckerei billigst Klein& Fischer. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 8. Januar, 1. Sonntag nach Epiphanias, Missionsfest. Kollekte für die Heidenmission. - Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vorm. 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfr. Schwabe. Nachm. 2½ Úhr: Kinderkirche für die Matthäus- GePfarrer D. Schlosser. meinde. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Montag, den 9. Januar, abends 8 Uhr: sammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. pier Abe aub jebe liege Selt nid N Cagl Prob An fürlich rüd. inne erfreul der bi абзите Wachs durch so reid Offenh gerade deutsch pfe ge dieser Radika VerIdeol Gerad legten fter fehrt, cher T Das den m J gar glei Scheiter man den parla Mini der A Schen Mini der M lehnen lajjen. lunger Dienstag, den 10. Januar, nachm. 4 Uhr im Matthäussaal: Frauenmissionsverein. Vortrag des Herrn Missionar Gutekunst aus Kamerun, wozu alle Missions= freunde eingeladen werden. Mittwoch, den 11. Januar, abends 8 Uhr: Ver= einigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Marfusgemeinde. Donnerstag, den 12. Januar, abends 8 Uhr im Matthäussaal: Bibelstunde.( Bilder aus der Apostelgeschichte.) Pfarrassistent Schorlemmer. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Professor D. Eck. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 7 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde und Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Johonnesgemeinde. Montag, den 9. Jan., abends 8 Uhr: Versammlung des Frauenvereins der Johannesgemeinde. Mittwoch, den 11. Jan., abends 8 Uhr: Bibelstunde im Lukassaal. Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den 13. Jan., nachm. 4 Uhr: Versammlung des Frauenmissionsvereins der Lukasgemeinde. Abends 5½ Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Batholische Gemeinde Samstag, den 7. Januar. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 8. Januar. Fest der Erscheinung des Herrn. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. um 7 Ühr: Die erste hl. Messe. Vorm. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 5% Uhr: Christenlehre; darauf Festandacht mit Segen. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Klein& Fischer. Verantwortlich: Für den redaktionellen Teil: O. Fischer, für Reklame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen. ben si und b getrete Jadhen gen in auch wieder nehme Entwi land ein S Barte werde Der L hauses daß Spruch To di Konje in der fein irische Oberha