htung! on morgens des, Hotel traße ftatt: el, Blumen müfen und Capfelfinca durch( 250 öln. Subput Ceklame, e Aus Ausstat sondern te, be barkeit, und die ung auf Grund, e beste bcrême meisten Jen wird. erung. .Mai Ifd. Je, sollen im ftabt rsweg 11 babie d. Soulgeld ge änte: 1 Klavier, fett, 2 Schreibt, en u. b. a. ber ( 244) Pfandmeister. beiterinnen ( 252) linit, Gießer, ernichtung derich( 246) lber Marte nichaft." Da .1 3tr. pro Preis M. 7,50 n frachtfrei allen DW. Haupt Friedberg i ches' Bingen ektrotechnik, Brückenbau. kurse. dige Heilung en bestehenden durch Ihre be Rino- Tee, Rime en berichten. Ich wenn ich behaupte, ema keine bessere kann, als Rineer Versicherung bestens dankend C. St. e wird mit Erfolg Flechten und vandt und ist a 5 und Mk. 2.25 vorrätig; aber malpackung well Schubert& Co., -Dresden. se man zurück s! ahrräder abilität u. Elegan - Gesellschaft seren Vertretern Oberhessen) essen.)( 19 e in Gießen. Gießener Beitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 m.- Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Nr. 105. - - Telephon: Nr. 362. Dem Kronprinzen! Morgen betritt Kronprinz Wilhelm die Schwelle eines neuen Lebensjahres. Innige Glück- und Segenswünsche aus allen Gauen unseres deutschen Vaterlandes begrüßen an diesem Festtage den künftigen Erben der Kaiserkrone. Es gehört zur Eigenart des monarchischen Lebens auf deutschem Boden, daß die Festtage der Herrscherhäuser vom Volte wie Familienfeste begangen werden. Aus dem Herzen kommt der Anteil, den das deutsche Volk an den Geschicken des Hohenzollernhauses und besonders auch an der Entwicklung seines Kronprinzen nimmt. Mit ihren angestammten Fürsten und deren Familien fühlen sich die Deutschen wie kein deres Volk der Erde in unverbrüchlicher wechselseitiger Treue verbunden. Unser Volk in seiner weit überwiegenden Mehrheit weiß noch immer, welch unvergleich lich hohes Besitztum ihm in den Hohenzollern und seinen Fürstengeschlechtern verliehen bleibt, und darum empfindet es Familienglück auf dem Throne wie eigenstes persönliches Glück. an= der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 5. Mai 1911. gesordnung abgesetzt wurden. Gleich zu Anfang entspannen sich zwei interessante Debatten. Es wurde Protest erhoben gegen die Beschuldigung, die Handelskammer hätte in Verkehrsfragen ihre Pflicht nicht getan. Man erinnerte an die Zugverbindung nach Westfalen, welche man auf Betreiben der Handelskammer erhalten habe. Auch den beiden projektierten Bahnen durch das Bieber und Kleebachtal hätte man stets das größte Interesse entgegengebracht. Von Seiten der Stadt hätte man ebenfalls die Bahnangelegenheit nach Kräften gefördert, und es sei nicht zu verstehen, wie man sowohl die Handelskammer als auch der Stadt den Vorwurf machen könne, diese für Gießen so wichtige Fragen stiefmütterlich behandelt zu haben. Durch die vom Bürgerverein am 28. April im Hotel Einhorn gefaßte Resolution, welche der Versammlung mitgeteilt wurde, kam man auf die Gründung der Universität in Frankfurt zu sprechen. Einige Stadtväter waren der Ansicht, daß die Frankfurter Universität der Gießener großen Schaden bringen würde. Dagegen wurde von anderer Seite betont, daß man eine so wichtige Sache nicht von kleinlichen Gesichtspunkten aus betrachten solle. Jede Vermehrung der Bildungsstätten sei mit Freuden zu begrüBen, und man solle weiter nicht vergessen, daß Konkurrenz auch hinsichtlich der Bildungsstätten von Vorteil sei. Als sog. Arbeitsuniversität hätte Gießen einen Ruf, und Studenten, denen es um ein ernsthaf= tes Studium zu tun sei, würden nach wie vor die hievon der Stadt Gießen und ebenfalls von dem hessischen Staate etwas getan werden, daß die altberühmte Universität auch nach Errichtung einer weiteren Universität in ihrer nächsten Nähe ihre Anziehungskraft bewahre. Mehr als zuvor ist Kronprinz Wilhelm im verflossenen Lebensjahre in die Oeffentlichkeit getreten. Durch die Art, wie dies geschehen ist, hat sich sein Anspruch auf die herzliche Teilnahme und Anhänglichkeit des Voltes noch fester begründet, zumal es gleich ihm seine Gemahlin, die Kronprinzessin Cecilie, verstanden hat, die Herzen allerwärts zu erobern. Wie sich unser Kronprinz bisher betätigt hat, das bezeugt durchaus die kernge- fige Universität aussuchen. Selbstverständlich müsse auch sunde Tüchtigkeit seiner Persönlichkeit und gibt Bürg= schaften einer verheißungsvollen Zukunft. Mit gutem Recht war es als ein erfreuliches Zeichen gedeutet wor den, daß den ersten Schritten, die der Kronprinz nach Abschluß seiner Erziehung in die Deffentlichkeit getan hatte, zögernde, vorsichtige Zurückhaltung zu eigen schien, wie sie der Natur schlichter Bescheidenheit und ruhiger, maßhaltender Besonnenheit entspringt. Der älteste Kaisersohn hat inzwischen erkennen lassen, daß er ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellengesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. luste aus, die der Landwirtschaftsminister ablehnte. Der Antrag Hammer auf Verschärfung der Bestimmungen gegen die Wanderlager ist nach kurzer Debatte, in welcher sich auch der Regierungsvertreter für eine solche aussprach, angenommen. Der Antrag Hammer auf Besteuerung der Konsumvereine wurde ebenfalls an eine Kommission verwiesen. Der Hessische Richterverein hält seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung Samstag, den 27. Mai, vormittags 11 Uhr, in Mainz im Kasino Hof zum Gutenberg statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. ein Referat des Landgerichtsrat Schudt über„ Die Vorbildung der Juristen" mit anschließender Diskussion. -b Die Internationale Hygiene Ausstellung in Dresden( 6. Mai bis Ende Oktober) wird in ihrer wissenschaftlichen Abteilung eine Sondergruppe Alkoholismus aufweisen. In 11 Unterabteilungen will diese Gruppe die Alkoholfrage auf Grund wissenschaftlicher Forschungen und Erhebungen in den verschiedenen Kulturländern mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands durch graphische Tabellen, Wandfarten, Literaturwerke, Bilder, Präparate, Modelle 20. zur Anschauung bringen. Um allen Besuchern eine rasche Orientierung in der Gruppe Alkoholismus und das Verständnis der wissenschaftlichen Darstellungen zu ermög= lichen, hat die Gruppenleitung für die ganze Dauer der Ausstellung zwei mit der Alkoholfrage vertraute Führer, die täglich mehrere Führungsvorträge halten wer= den, angestellt. Ueberdies wird ein reich illustrierter Spezialkatalog Alkoholismus und Volksgesundheit", herausgegeben von der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, Berlin W. 15, das Studium der Gruppe und die nachherige Verarbeitung des Geschauten erleichtern. Der Rhein- Main- Gastwirte- Ver= band hielt am Mittwoch in Pfungstadt seinen 28. Delegiertentag ab. Eine Anzahl Anträge der Vereine G i e- ßen, Mainz und Darmstadt, welche die Boykottierung auf seinem Werdegange zu charaktervoller Selbständig Samstag( Sonntag) 6.( 7.)- Mai nicht von Streiks betroffener Wirtschaften, die Festsetzfeit heranreift. So legte er mit erfrischender Entschiedenheit und Offenheit im vorigen Jahre als er im August an die Lehrer der Königsberger Universität eine Ansprache richtete, ein edles Bekenntnis echter deutscher Gesinnung mit den denkwürdigen Worten ab.„ Wir( die deutsche Jugend) sehnen uns nach Betonung unseres deutschnationalen Volkstums im Gegensaze zu den internationalisierenden Bestrebungen, welche unsere ge= sunde völkische Eigenart zu verwischen drohen." Wer sich also zum deutschen Volkstum bekennt, gibt Gewähr, daß er die Voraussetzungen mitbringt, um die Aufgaben, die ihm dereinst als Träger des deutschen Kaisertums ge= stellt sein werden, in rechtem Geiste zu erfüllen. in Die große Reise des letzten Jahres wird ferner dazu beigetragen haben, das Urteil und die Erfahrung des fünftigen Kaisers und Königs auf dem unerschütterlichen Grunde deutschen Sinnes und Strebens zu weiten, zu klären, zu vertiefen. Was der Kronprinz draußen fremden Ländern geschaut, gelernt und geprüft hat, dient der Vorbereitung für seinen verantwortungsschweren Beruf auf der höchsten Höhe menschlichen Wirkens. Insbesondere gilt dies von den Besuchen des Kronprinzenpaares in Rom und in Wien. Alle Berichte stimmten darin überein, daß es dem deutschen Kronprinzen und seiner Gemahlin gelungen ist, in den Hauptstädten der beiden uns verbündeten Dreibundstaaten von Herzen kommende Anerkennung zu erwerben und so unserem Reiche Freundschaft und Bundesgenossenschaft aufs neue zu sichern. Sonnenhaftes Glück strahlt und leuchtet über dem Leben unseres Kronprinzen. So ungetrübt, so rein und hell ist kaum jemals das Kronprinzentum eines früheren Hohenzollernfürsten verlaufen. Möge unseres Kronprinzen Laufbahn auch ferner reich gesegnet bleiben! Reichstagswahlvorbereitungen. Die konservative Vereinigung für den Regierungsbezirk Wiesbaden stellte am Mittwoch in Wiesbaden für den 2. nassauischen Wahlkreis den Regierungspräsidenten Dr. von Meister auf. Man hofft, daß durch die Zugehörigkeit des Kandidaten zur Reichspartei, wie durch seine ganze Persönlichkeit den Zusam menschluß aller monarchisch- nationalen Wähler zuführen und so den Sieg des Bürgertums zu sichern. v. Meister hat die Kandidatur angenommen. Aus Stadt und Land. herbeiGießen, den 5. Mai 1911. ** Die gestern abgehaltene Stadtverordne ten Versammlung hatte 28 Verhandlungsgegenstände zu besprechen, von denen aber vier von der TaHessisch. Blumentag! 66666 ung eines Prozentgehaltes seitens der Bierbrauereien, die Führung des Weinbuches, die Interessenvertretung der Gastwirte, den Flaschenbierhandel, Rostgebereien 2c. betreffen, wurden genehmigt. Die Vorstandswahl gab die einstimmige Wiederwahl der seitherigen Mit******** glieder. Als Ort der nächsten Delegiertenversammlung wurde hierauf Erbach i. Odw. bestimmt. Es werden nun eine Anzahl kleinere Punkte erledigt. Längere Zeit wird über das Baugesuch des Herrn Horn, Marktstraße 4, debattiert. Schließlich wird in namentlicher Abstimmung die Dispens mit 16 gegen 14 Stimmen erteilt. - - Ferner genehmigt man die Weiterbelassung des Gebäudes Ecke Frankfurter- und Liebigstraße für Zwecke der Ohrenklinik bis zum 1. April 1914, mit dem zu satze, daß eine nochmalige Fristverlängerung ausgeschlos= sen sei. Die Mittel zur Beschaffung von Einrichtungen im Schlachthaus zur Brauchbarmachung bedingt tauglichen Fleisches werden bewilligt. Weiter erfüllt man den Wunsch der Luftschiffer, Luftballons aus der städtischen Gasanstalt mit Gas füllen zu dürfen. Die Kosten, welche durch die Anlage entstehen, wurden vom Gaswerk mit 1025 Mt. berechnet. Die Summe übernimmt die Stadt. Für das Kubikmeter Gas sind 9 Pfennig zu zahlen. Die Stadt stellt aber die Bedingung, daß in der Zeit vom 25. November bis 25. Dezember, wo die Stadt selbst viel Gas braucht, kein Gas abgegeben wird. Der Vertrag wegen Versicherung der Straßenbahnwagen soll gekündigt werden. Für einen Wagen stellt sich die Prämie jährlich auf 50 Mark, und da 16 Wagen in Betrieb gestellt werden, so müßte ein Betrag von 800 Mt. pro Jahr gezahlt werden. Da aber bei Kollisionen mit anderen Wagen Schäden unter 100 Mark die Stadt selbst zu zahlen hat und die Fahrer gut eingefahren sind, so hat die Stadt infolgedessen noch keinen Pfennig an Versicherung erhalten. Aus die sen Erwägungen heraus beschließt man die Kündigung der Versicherung.- Jn zirka 14 Tagen wir das Frei bad eröffnet, und es werden für die Frauen folgende Badezeiten festgesetzt: Montag, Mittwoch und Freitag von 2-5 Uhr nachmittags. Die letzten Punkte, Erlaubnis zu Gastwirtschaftsbetrieben 2c., werden ohne Debatte genehmigt. * - Sonderfahrt nach dem Bodensee. Die Ortsgruppe Mainz des Deutschen Luftflottenvereins veranstaltet vom 25. bis 28. Juni cr. einen Ausflug nach dem Bodensee, unter Einschluß des Besuchs der Zeppelin- Luftschiffwerft, Friedrichshafen. Das Ausführungsgesetz zum Viehseuchengesetz wurde vom Abgeordnetenhause nach längerer Debatte einer Kommission überwiesen. Sämtliche Redner sprachen sich für eine stärkere Heranziehung des Staates zu den Entschädigungskosten für Viehver er= Gießen. Oberlehrer Professor Dr. Friedrich Kraft ist mit Wirkung vom 1. April 1911 an auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen. = 0= Gießen, 5. Mai. Zu dem in heutigem Inseratenteil enthaltenen offiziellen Programm für den Blumentag wird noch folgendes bemerkt: Für die Zwecke des Blumenverkaufs sind 3 Bezirksstellen er= richtet, und zwar für den 1. Bezirk Asterweg 9, für den 2. Bezirk das Torhäuschen am Stadttheater, für den 3. Bezirk das Bahnhofsgebäude. An diesen Stellen kön nen die Verkäuferinnen ihre Bestände an Blumen 2c. ergänzen sowie Wechselgeld erhalten. Die Verkäuferinnen, die die eingehenden Beträge in geschlossenen Büchsen sammeln, sind an einer rotweißen Armbinde mit der Aufschrift„ Hessischer Blumentag" kenntlich. Nur diejenigen, die das offizielle Abzeichen tragen, sind zum Verkauf berechtigt. Um den Verkäuferinnen das Geld= wechseln zu ersparen, wird gebeten, sich im Voraus mit Nickelmünzen zu versehen. Die Bank für Handel und Industrie sowie die Mitteldeutsche Kreditbank halten einen reichlichen Vorrat von Nickelmünzen zum Wechseln bereit. Ebenso haben die genannten Banken das Zählgeschäft freundlichst übernommen. Es ist dabei die Einrichtung getroffen, daß jederzeit festgestellt werden kann, wieviel jede einzelne Dame vereinnahmt hat. Für die Konzerte und Tanzvergnügen in Garten und auf der Liebigshöhe wird ein Eintrittsgeld von 30 Pfg. für die Person erhoben. Selbstverständlich fließt der Reinertrag den Zwecken des Blumentags zu. Steins * Wetzlar. Gestern ist der bekannte Rentner Jean Kessel im Alter von 59 Jahren gestorben. Er war Gründer des nach seinem Namen bekannten Hotels. * Marburg, 4. Mai. In Gemünden ist durch einen hiesigen Kriminalbeamten ein des Raubmordversuchs an dem Techniker Mauß dringend verdächtiger Mann festgenommen worden. Bei einer in der Wohnung der Braut des Verhafteten vorgenommenen Haussuchung fand sich ein Revolver, den der Verdächtige ohne Wissen des Mädchens dort aufbewahrte. In der Trommel des Revolvers befanden sich zwei abgeschossene Patronen. * Darmstadt. Am 8. Mai, vormittags 1012 Uhr, findet hier im Rathaussaale die Ersatzwahl eines Landtagsabgeordneten für den Stadtwahlbezirk Darmstadt an Stelle des Oberbürgermeisters Dr. Glässing, der sein Amt niederlegte, statt. Deutscher Reichstag. 8u Beginn der Mittwochssißung wurde zunächst dem Bräsidenten die Ermächtigung erteilt, dem Kronprinzen zu Jeinem Geburtstage die Glückwünsche des Reichstages daraubringen. Dann wurde die Beratung des Gesezentwurfs betreffend die Aufhebung des Hilfskaffengesetzes daß die französische Expedition über den Charakter einer Rettungsaktion hinausgehen sollte. Die deutsche Regierung würde ein längeres Verbleiben der französischen Truppen in Fez, als es zum Ausruhen und zur Vorbereitung des Rücktransportes der in Fez wohnhaft gewesenen Franzosen unumgänglich erforderlich wäre, als Bruch der Akte von Algeciras betrachten und die sich daraus ergebenden Konsequenzen ziehen. Deutschland würde sich dann ebenfalls durch diese Atte nicht mehr gebunden erachten und die volle Freiheit seines Handelns vorbehalten. Dem Vorschlag gegenüber, eine neue Konferenz zur Revision der Algecirasatte einzuberufen, würde es sich aller Wahrscheinlichkeit nach ablehnend verhalten, da durch eine französische Handlungsweise, die die Algecirasatte verletzt, die Wertlosigkeit solcher Vereinbarungen klar zutage treten würde. Deutschland werde auch noch genau mit sich zu Rate gehen, bevor es sich entschließen wird, der Verlängerung des Mandats, das Frankreich und Spanien be= züglich der Ausübung der Polizeigewalt in den marof= kanischen Häfen durch die Algecirasakte übertragen wurde, zuzustimmen. Die Geltungsdauer dieses internationalen Mandats erlischt Ende dieses Jahres, und die Vorgänge der letzten Zeit sind für Deutschland gerade nicht ermutigend gewesen, eine solch bevorzugte Stellung Frankreichs wieder zu legitimieren. von 1876 fortgesetzt. Sie war am Schluß der Dienstagsfibung durch Staatssekretär Delbrück eingeleitet, der zur Begründung der Vorlage ausführte, daß die in der Praxis autage getretenen allgemein anerkannten Mißstände es ge= raten erscheinen ließen, die freien Hilfskassen überhaupt aufzuheben. Da sie bisher zugelassen werden mußten, wenn thre Statuten gewissen Normativbestimmungen genügten, set der Aufsichtsbehörde keine Handhabe gegen die Schwindeltassen geboten; so sei es vorgekommen, daß die Behörde eine Kaffe habe zulassen müssen, dann aber öffentlich vor dem Beitritt gewarnt habe. Wie am Dienstag der Abg. Trimborn( 3.), so erkannten die Redner der übrigen bürgerlichen Parteien Graf Westarp( dk.), Neumann- Hofer ( f. Vp.), Weber( ntl.) und Behrens( w. Vgg.) den Entwurf als geeignete Grundlage für eine Beratung in der Kommission an. Nur der Abg. Stadthagen( Soz.) stellte die Vorlage als Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter hin.- Ste ging an die Reichsversicherungsordnungskommission. Die Diskussion verlief bis auf einen kleinen Zwischenfall sehr ruhig. Während der Rede des nationalliberalen Abg. Weber erscholl von der äußersten Linken der Ruf„ Gemeinheit". Als Herr Weber seine Ausführungen beendet hatte, fragte der Vizepräsident Spahn, von wem der Ruf ausgegangen set. Abg. Emmel( Soz.) meldete sich, was dem Abg. Bebel nicht paßte. Dieser rief seinem Genossen er= regt zu:„ Ste haben hier nicht zu antworten, wir sind hier nicht in der Schule!" Vizepräsident Spahn aber erDann tellte dem Abg. Emmel einen Ordnungsruf.- wurden eine große Zahl von Berichten der Petitionskommission erledigt und hierauf die Beschwerde über die Petition der Impfgegner, um Aufhebung des Impfzwanges Neueinteilung der Reichstagswahlkreise? Kapiteln. Bis zum Pfingstfest find fizungsfreie Tage nicht vorgesehen. Von sozialdemokratischer Seite hört man, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ihrerseits den in ihrer Presse lebhaft erörterten Gedanken der Obstruktion aufgegeben hat und sich der Beratung anpassen wird, unter der Bedingung, daß man ihr zu jedem Paragraphen einen Redner bewilligt. Die kürzlich veröffentlichte Uebersicht über die Reichseinnahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren für die Zeit vom 1. April 1910 bis Ende März 1911 hat in einem Teil der Presse zu allerlei Erörterungen Anlaß gegeben. Die „ Nordd. Allg. 3tg." nimmt jetzt dazu Stellung und erklärt, es sei in diesen Erörterungen nicht genügend berücksichtigt worden, daß die veröffentlichte Uebersicht nur einen Monatsabschluß darstellt wie alle anderen, während das ge naue Ergebnis des ganzen Rechnungsjahres erst in eini gen Wochen zur Veröffentlichung gelangen kann. Mit Bestimmtheit aber lasse sich schon jetzt feststellen, daß auch die neuen Zölle und Steuern in ihrer Gesamtheit die Schätzung des Etats von 1910 überstiegen haben. Die Ergebnisse der letzten Volkszählung liegen nun endgültig vor. Sie zeigen, daß einzelne Wahlkreise an Bevölkerung riesig gewachsen sind. Das gilt besonders von dem Wahlkreis Teltow Beeskow Charlottenburg, der 1 300 000 Einwohner und 335 000 Wahlberechtig= te besitzt, die nur einen einzigen Abgeordneten zu wählen haben. Im Wahlgesetz heißt es nun:§ 5. In jedem Bundesstaat wird auf durchschnittlich 100 000 Seelen der= jenigen Bevölkerungszahl, welche den Wahlen zum verfassungsgebenden Reichstag zu Grunde gelegen hat, ein Abgeordneter gewählt... Eine Vermehrung der Zahl der Abgeordneten infolge der steigenden Bevölkerung wird durch das Gesetz bestimmt." Der Wahlkreis Teltow- Beesfow- Charlottenburg zählt nun also bereits 13 X 100 000 Seelen. Dazu kommt, daß infolge der zahlreichen Zweigwahlkreise im Durchschnitt auf einen Wahlkreis nur 33 629 Wähler kommen. Der Fall ist aber nicht vereinzelt. Auch Berlin IV zählt bei 550 000 Einwohnern 145 000 Wähler; ähnlich liegen die Dinge in Berlin IV, wo bei 800 000 Einwohnern 212 000 Wähler sind. Die gleichen Riesenzahlen weist der Wahlkreis Bo chit m- Gelsenkirchen auf, der 150 000 Wähler zählt, ebenso der Kreis DortmundHörde mit 110 000 Wählern. Dazu kommen noch Duisburg Mülheim mit 115 000 Wählern, München 2 mit 120 000 Wählern, Leipzig- Land mit 114 000 Wählern usw. Gegenüber dieser Sachlage wird nun in linksliberalen Kreisen erwogen, die Regierung erneut aufzufordern, noch vor den Neuwahlen in eine Reform der Wahlfreiseinteilung einzutreten. Da der Wahltermin nun weiter hinausgeschoben zu sein scheint, würde reichlich Zeit für die Neueinteilung vorhanden sein. die am 1. Februar begonnen war, fortgesetzt. Der Abg. Fleischer( 3.) erklärte, im Volke sei man tief erregt, über die ablehnende Haltung der Regierung zu den Petitionen. Er selbst sei Leidtragender. Eins seiner Kinder sei nach der Impfung schwer erkrankt, obgleich der Arzt es vorher ausdrücklich als ganz gesund erklärt hatte. Der Jmpfawang sei geradezu eine Gewissenstortur. Abg. Pfeiffer ( 3.) erhob entschiedenen Protest gegen die Ausführungen des Geheimrats Kirchner, der die Impfgegner eines verbrecherischen Treibens beschuldigt habe. Die Impfschäden an Leben und Gesundheit seien nicht zu bestreiten. Eine Reihe deutscher Familien lebe in der Schweiz, um die Kin= der vor der Impfung zu schüßen. Abg. Graf Oppersdorf ( 3.) war anderer Ansicht wie seine Fraktionsgenossen. Der Behauptung, das Impfen helfe nicht, stehe die medizinische Wissenschaft entgegen. Einig seien aber alle in dem Wunsche nach Einberufung einer Pockenkonferenz. Abg. Sachse ( Soz.) sprach wie die beiden ersten Zentrumsredner als Impfgegner. Geheimer Obermedizinalrat Kirchner verteidigte seine Haltung und erklärte: Glauben Sie, daß, wenn es ein anderes Mittel gegen die Pocken gäbe, wir den Impfzwang aufrecht erhalten würden? Alle Angriffe der Impfgegner gegen mich werden mich nicht beirren, nicht weil ich als Arzt voreingenommen wäre, sondern weil ich tief durchdrungen bin von der Notwendigkeit, zum Wohle des deutschen Volkes die Impfung aufrecht zu erhalten. Abg. Faßbender( 3.) empfahl zur Klärung der Frage die Einsetzung einer Kommission von Impffreunden und Impfgegnern. Abg. Mugdan( f. Vp.) sprach gegen alle Anträge auf Aenderung des Impfgefeßes und gegen einen Antrag Müller- Meiningen( fr. Vp.), der die Einsetzung einer Pockenkommission vorschlägt. Damit schloß die Aussprache. Sämtliche Anträge wurden abgelehnt. Das Haus ging dann über die übrigen Petitionen zur Tagesordnung über. Nächste Sigung Donnerstag. Eine scharfe Sprache Deutschlands in der Marokkofrage. Die Wiener Allgem. 3tg.", die rege Beziehungen zum Ministerium des Aeußeren unterhält und oft geradezu als das offiziöse Organ Aehrenthals bezeichnet wird, bringt einen aufsehenerregenden Artikel über Deutschlands Stellung zur französischen Marokkopolitik. Der Aufsatz ist aus Berlin datiert und mit dem Vermerk versehen, daß er nicht von dem ständigen Korrespondenten des Blattes herrührt. Es heißt in ihm: Die Entwicklung der marokkanischen Angelegenheit wird hier( also in Berlin) als nicht des Ernstes entbehrend betrachtet und die Lage als schwierig bezeichnet. Dem Vormarsch der französischen Nation nach Fez wird kein Hindernis in den Weg gelegt, solange diese Aktion der französtschen Truppen sich darauf beschränken sollte, alle die in Fez befindlichen Franzosen aus der Gefahr, massakriert zu werden, zu retten, obwohl nach hiesiger( Berliner) Ansicht die aus Frankreich stammenden Nachrichten über die Gefährdung der Europäer in Fez sehr übertrieben sind. Dagegen wird Deutschland entschieden und kräftig Einspruch erheben, wenn es sich herausstellen sollte, 31) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm de. ( Nachdruck verboten.) Nachdem der General wieder auf Schloß Wedelstein angelangt war, sah er vom Park aus Erna mit ihrem Va= ter den gewöhnlichen Spaziergang machen. Rundschau vom Cage. Politisches. Zur Bekämpfung der Konsumvereine nahm die Cöls ner Handelskammer einstimmig eine Entschließung an, in welcher gefordert wird, daß die Konsumvereine in steuerpolitischer Hinsicht den gewerblichen Unternehmungen gleichgestellt werden. Den kommunalen und staatlichen Behörden soll verboten werden, den Konsumvereinen Sondervergünstigungen zu gewähren, den Beamten jede Tätigfeit in Konsumvereinen untersagt werden. Die Errichtung neuer Konsumvereine ist von dem Nachweis des Bedürfnisses abhängig zu machen. Verhandlungen über eine liberale Einigung in Nassau sind zwischen den Parteivorständen der nationalliberalen Partei und der Fortschrittlichen Volkspartei zurzeit dahin im Gange, daß der nationalliberale Kandidat für den zweiten nassauischen Wahlkreis Wiesbaden- Rheingau, Kommerzienrat Bartling, im Wahlkreise Limburg- Runkel, der zurzeit von dem Nationalliberalen Buchsieb vertreten wird, kandidieren soll. Deutschland fordert den Schuh seiner Staatsangehörigen in Merito. Der amerikanische Botschafter und ein Mitglied der deutschen Gesandschaft begaben sich in das Auswärtige Amt in Meriko und forderten Beschützung der Amerikaner und Deutschen in Cuernavaca, das durch einen Angriff der Aufständischen bedroht wird. Das Kriegsministerium befahl Abrücken von Verstärkungen nach Cuer: navaca einschließlich eines Bataillons Infanterie und ei: ner Kompanie Artillerie mit Maschinengewehren. Das Kaiserpaar in Genua. Die Kaiserjacht Hohenzollern mit dem Kaiser, der Kaiserin und Prinzessin Vittoria Luise an Bord ist Mittwoch nachmittag um 2 Uhr in den Hafen von Genua eingelaufen. Die„ Hohenzollern" legte am Friedrich- Wilhelm- Kai an, wo die Spitzen der Behörden, der deutsche Botschafter v. Jagow, die gesamte deutsche Kolonie und die deutsche Schule das Kaiserpaar erwarteten. Der Landungsplatz war mit Blumengewinden und Flaggen in den deutschen und italienischen Farben geschmückt. Die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise verließen bald darauf die„ Hohenzollern" und unternahmen eine Automobilfahrt in die Stadt und Umgebung, während der Kaiser mit dem Botschafter v. Jagow an Bord der Jacht blieb. Nach zweistündigem Aufenthalt in der Stadt war die Kaiserin mit der Prinzessin nach der Hohenzollern zurückgekehrt. Um 5,15 Uhr verließen das Kaiserpaar und die Prinzessin die Jacht unter dem Salut der Geschütze und dem Hurrarufen der Besatzung. Die Truppen präsentierten das Gewehr und die Kinder der deutschen Schule streuten Blumen auf den Weg der Kaiserin. Um 5,20 Uhr erfolgte unter den Hochrufen der Menge die Abfahrt nach Karlsruhe. In dem Tunnel San Benigno, den der kaiserliche Sonderzug durchfahren muß, entgleiste Mittwoch mittag der Güterzug. Die Aufräumungsarbeiten werden beschleunigt, um eine Verzögerung der Abreise des Kaisers zu vermeiden. ,, Willst ihnen einen guten Abend wünschen!" dachte er und ging ihnen durch die hintere Pforte entgegen. ,, Aber Fräulein Erna, sind Sie frant? Sie sehen ja schrecklich blaß aus!" sagte er nach kurzer Begrüßung. Sie antwortete nicht gleich, doch ihr Vater konnte sich nicht beherrschen, mit sarkastischem Lächeln zu erwidern: Ja, frank, wie jedes liebende Mädchen, dem Zweifel das Herz zernagen!" ,, Aber, mein lieber Herr Raben, lassen Sie doch endlich diesen seindseligen Ton! Ich weiß, daß ich der schuldige Teil bin. Wie soll ich es denn nur gut machen? Ich will ja alles tun!" „ Exzellenz, bitte um Verzeihung! Es ist ja nicht so gemeint! Der Papa ist nur so furchtbar nervös geworden durch das Geschwätz der Leute," rief Erna aus, während ein lichtes Rot ihre bleichen Wangen färbte. Es sollte ganz gewiß keine Respektwidrigkeit in meiner Bemerkung liegen," sagte Raben nun auch in etwas verändertem Ton. ,, Exzellenz leiden unter dem Urteil der Welt sicher nicht minder als ich." ,, Na, dann wollen wir uns doch trösten und wie Freunde, die das gemeinsame Unglück vereint, zu einan= der reden. Doch ich liebe keine Phrasen!- Wollte gern etwas Neues erzählen, das uns sehr nahe angeht." Der dritte internationale Friedenstongreß wurde am Mittwoch in Washington eröffnet. Präsident Taft und die anderen Redner betonten das große Friedenswerk, das der amerikanisch- englische Friedensvertrag für die Zukunft enthalte. Taft erklärte, dieser Bertrag solle auch dazu die= nen, das Mißtrauen gegen die Vereinigten Staaten bei den anderen amerikanischen Nationen zu beheben. Der Seniorentonvent des Reichstages hat am Mittwoch beschlossen, die Reichsversicherungsordnung am Freitag auf die Tagesordnung zu setzen. Eine Geschäftsordnungsdebatte soll nicht stattfinden. Es wird nach Paragraphen beraten, nicht, wie bisher behauptet wurde, nach Er berichtete, was er in der Stadt erfahren. Erna interessierte das alles ungemein. Der Rentmeister aber schien so abgestumpft, daß er des Generals hastiger Erzählung gar nicht zu folgen vermochte. Wie dieser dann aber auch des Hundertmarkscheins so ganz nebenbei erwähnte, da wurde Herr Raben plötzlich lebendig ,, Den Schein? Gott im Himmel, daß ich an den Schein gar nicht mehr gedacht habe! Der lag ja mit in dem Päckchen, das gestohlen wurde. Exzellenz übergaben es mir ja kurz vor dem Diebstahl. Vielleicht führte der Hundertmarkschein uns auf die richtige Fährte!" So kam es lebhaft über seine Lippen. Kleine Nachrichten. Ueber die Erkrankung der belgischen Königin wird heute aus Brüssel gemeldet: Die unerwartete Rückkehr der Königin bestätigt die ungünstigen Gerüchte über ihren Gesundheitszustand. Es steht fest, daß sie in Aegypten keine Genesung gefunden habe, so daß jetzt eine ernste Besorgnis wohl begründet erscheint. Die Königin leidet an einer mit Fieber verbundenen Mittelohrentzündung. „ Herr Raben, alter Freund, jetzt müssen wir dahinter tommen. Da gibt uns der Himmel ja einen Fingerzeig!" rief der General aus.„ Wie gut, daß ich mir die Nummer notiert habe. Schade, schade, daß keiner von uns beiden früher an den Schein gedacht hat." Bleb And fiebe mit mind Italiener wiefen. Vom Brzozowi für die e und stürz der. Ein ner Bru Schwere Ein einem S fand dort der in Be Swilling Kinder fi Ein mittag in Es wurd fchäftsfüh verstorber Meineids gunften Ball Ve als fie r zuschiebe deshalb da sowo einer So thre Buf fie beide Ballin al an, daß gewesen Fride, er heit zu ge habe, dam wahrt w fizenden g gefagt, we beten habe mehr gesta belastet ha Geständnis er alles fa fammen m zeitig jah menfinfen es war die fitzenden du und seine sprechend, Worte: bemächtigte wurde zu renen woll wandlung Der fekt die K erben der gen Pius wie erinn Auf Sinterlass dem fie de betragende Die größte bisher erreichte Zuggeschwindigkeit. der neuerdings elektrisch betriebenen Staatsbahnstrecke Dessau- Bitterfeld erreichte ein D- 3ug, der mit einer der neuen A. E. G.- Lokomotiven gefahren wurde, eine Geschwindigkeit von 131 Kilometern in der Stunde. Bisher betrug die größte Geschwindigkeit eines D- 3uges etwa 125 Kilometer. ,, Ach, Exzellenz, meine Gedanken sind so kurz seit jenem Abend. Nun heißt es, flug zu Werke zu gehen, damit der Dieb, der bestimmt nichts Besonderes an dem Hunderter gemerkt hat, feinen Verdacht schöpft." Die älteste Bewohnerin Deutschlands, Frau Josefa Eder in Spiesberg im bayerischen Walde ist im Alter von etwa 116 Jahren gestorben. Die Greisin, die sich nicht mehr genau an ihren Geburtstag erinnern konnte, ist fast bis an ihr Lebensende arbeitsfähig gewesen. Seit ihre Existenz vor einigen Jahren öffentlich bekannt geworden ist, wurde fie alljährlich von hunderten von Touristen aufgesucht. 102 000 Mark für einen Lutherbrief. Bei der Auktion der Autographensammlung des verstorbenen Dr. Geibel in Leipzig erzielte der Lutherbrief an Kaiser Karl V., den er nach dem Wormser Reichstag schrieb, bei einem Anfangsgebot von 5000 M innerhalb fünf Minuten den Preis von 102 000 M. Den Zuschlag bei der nervenaufregenden Preissteigerung erhielt ein Italiener, der den Brief für den Amerikaner Pierpont Morgan kaufte. Ach, hätte der alte Kriegsmann diesen Rat befolgt! Aber gerade heute sollte er, wie er nachher oft genug zugestanden, die größte Dummheit in seinem ganzen Leben begehen. Um einen scharfsinnigen Helfer bei seinem Werk zu haben, weihte er den Spitzbuben selber, Woltersdorf, in alles ein. Es entging ihm nicht, daß des gewiegten Verbrechers Antlitz plötzlich aschfahl wurde, aber es regte sich in ihm dennoch keine Spur von Verdacht gegen diesen vorzüglichen Menschen, der ihm geradezu unentbehrlich geworden und den er seine rechte Hand nannte. Und der Inspektor hatte auch sehr bald seine volle Fassung wieder gewonnen. Kugellanzen für die Kavallerie. In letzter Zeit sind sämtliche Kavallerieregimenter des preußischen Heeres mit Kugellanzen versuchsweise ausgestattet worden. Es sind das Lanzen, die etwa 10 Zentimeter oberhalb der Spize mit einer fugelartigen Verdickung versehen sind, um das Eindringen der Lanze in den Körper zu verhindern. Natürlich werde ich alles versuchen, Euer Exzellenz bei der Jagd nach dem Diebe behilflich zu sein," sagte er. ,, Wäre der Schein nur nicht, was ich befürchten muß, in Der langen Zeit bereits durch sehr viele Hände gegangen! Aber vielleicht ist der Zufall uns hold." Mit der Hand über seine Stirne und das kurzgeschorene Haar fahrend, als dächte er angestrengt über ein Mittel zur Erreichung dieses Zieles nach, überlegte er, was er zu seiner eigenen Sicherheit unternehmen müßte. Ach, hätte er eine Ahnung davon aehabt, daß der General die Nummer des Scheins notiert, daß derselbe besondere Merkmale besaß, ganz gewiß würde er ihn nicht so herzlos aus der Hand gegeben haben. Aber wer könnte denselben von ihm be kommen haben?- ,, Salt, ich weiß es!" sprach er zu sich sel ber. ,, Der Gastwirt Schirmer tus dem Dorf, dem ich am Tage nach dem Vorfall dreihundert Mark lieh, hat zweifellos auch den Schein gekriegt. Und von ihm wird er in des Kaufmanns Nathans Hände gelangt sein, denn dem mußte er ja dringend eine größere Summe auszahlen. Hm, wenn nun noch jemand außer dem General die Strichelung gesehen hätte?- Ach was, werde mich schon aus der Affäre ziehen!" -- ,, Also, Exzellenz, erhielten den Schein heute im ,, Blauen Stern! Der Wirt hat ihn in der Nachbarschaft aufgetrieben, nicht wahr?" fragte Woltersdorf jett. „ Ganz recht. Ich glaube, mein Tausendmarkschein murde in dem Manufakturwarengeschäft von Berger, das den Hotel gegenüberliegt, gewechselt." Nach kurzer Beratung war ein Plan gefaßt. Woltersdorf wollte bereits morgen nach der Stadt fahren, um die Spürjagd zu beginnen. Um fein Aufsehen zu erregen, fuhr der Inspektor nicht mit dem ersten Zuge, sondern gegen Mittag per Wagen' nach der Stadt, angeblich, um Geschäfte zu erledigen. Ganz wie zufällig fragte er im ,, Blauen Stern", wo er sich ein Glas Bier hatte geben lassen, ob man viel kleines Geld hätte, er möchte einen Tausendmarkschein wechseln. Da lächelte Herr Heine verschmitt und erwiderte:. " Herr Woltersdorf, tun Sie nur nicht so harmlos! Weiß Schon!" Der Inspektor fuhr von seinem Stuhl auf, erblaßte und stieß hervor:„ Sie wissen was wissen Sie?" ,, Nun, daß unter dem Geld, das ich gestern Seiner Erzellenz eingewechselt, einer von den gestohlenen Hunder ter war und daß heute eine eifrige Suche begonnen hat." ( Fortsetzung folgt.) Verhältni an und flo Teffaments der Weise Intestater Summe her zur Erbau Schweinfu 40 000 folgt berei Trago fich in Jü die von il teriter No um fich B die zehnj hof in J Kohlen nem Bal nem Gü Wagen Räder gi halb der Kind wou hoffnungs Der 2 Daten Na Adventiste nädigkeit bat zu hei terlassen, erregt. 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Mit Be Ten, daß auf esamtheit die aben. ahm die Col ießung an, in ine in steuer ternehmungen id staatlichen vereinen Son en jede Tätig Die Errichtung des Bedür ung in Raffa ionalliberalen zurzeit dahin für den zwei ingau, Rom g- Runkel, der ertreten wird, Staatsange Safter und ein sich in des Seschützung der s durch einen Das Kriegsmi en nach Cuer terie und ei ehren. ej wurde am ent Taft und denswert, das r die Zukunft auch dazu die Staaten bei eben. gint wird hen Rückkehr der Ser ihren Ge egypten feine rnste Besorg eidet an einer ng. digkeit. Auf aatsbahnstrede mit einer der de, eine Ge unde. Bisher uges etwa 15 Frau Joseja im Alter vor sich nicht mehr ist fast bis an ihre Eristen den ist, wurde t aufgesucht. i der Auktion Dr. Geibel in arl V., den er en Preis von nem Anfang enaufregenden Den Brief für zter Zeit find en Heeres mit en. Es find alb der Spite find, um das hindern. erkmale bejak aus der Hand von ihm be her zu fich fel Dorf, dem is Mark lieh, hat von ihm wit ngt sein, denn me auszahlen General di erde mich schon ein heute in Nachbarschaft sdorf jett fendmarkicheir n Berger, das aßt. Wolters fahren, um die Infpettor ni ag per Wages rledigen. Gan wo er fich ein I fleines Geld wechseln. nd erwiderte armlos! Weiß auf, erblafte ern Geiner Gr Jen Gie?" Tenen Sunder begonnen hat." Sieben Mädchenhändler festgenommen. In Marseille And sieben Individuen verhaftet worden, die einen Handel mit minderjährigen Mädchen trieben; es sind zumeist junge Italiener. Die Gesellschaft wurde den Gerichten überwiesen. Vom Mast der elektrischen Leitung erschlagen. In Brzozowitz bei Beuthen fiel beim Auswechseln der Masten für die elektrische Leitung ein schwerer eiserner Mast um und stürzte in eine Schar auf der Straße spielender Ninder. Ein elfjähriger Knabe wurde sofort getötet, sein fletner Bruder erlitt lebensgefährliche, zwei andere Knaben schwere Verlegungen. Ein schredlicher Fund wurde am Mittwoch morgen in einem Hause der Huttenstraße in Berlin gemacht. Man fand dort die Leichen zweier etwa drei Monate alter Kinder in Bettungspapier eingewickelt. Es handelt sich um ein Zwillingspaar. Von der Mutter fehlt jede Spur. Die Kinder sind erwürgt worden. Aus den Gerichtssälen. Ein hochdramatischer Vorfall spielte sich am Mittwoch mittag im großen Saale des Berliner Schwurgerichts ab. Es wurde eine Anklage wegen Meineides gegen den Geschäftsführer Emil Wulff verhandelt. Dieser war bei dem verstorbenen Kaufmann Martin Ball angestellt. In dem Meineidsverfahren handelte es sich darum, daß Wulff zugunsten des Kaufmanns Ballin, mit dem der verstorbene Ball Vestechungen im Handel versuchte, diese Straftaten, als sie ruchbar wurden, auf seine Buchhalterin Fricke ab= zuschieben versuchte. Diese bestritt sie energisch und stand deshalb in Gefahr, wegen Meineids verhaftet zu werden, da sowohl der Angeklagte Wulff, als auch die Inhaberin einer Konditorei Frau Nagel, bei der die Fricke und Ballin thre Zusammenkünfte gehabt haben sollten, bestätigten, daß fie beide gesehen hätten. In der Verhandlung gab nun Ballin als Zeuge und ebenso auch Frau Fricke unter Eid an, daß sie nie zusammen in der Nagelschen Konditorei gewesen seien. Darauf erklärte der Verteidiger der Frau Fride, er bitte den Vorsitzenden, dem Angeklagten Gelegen= heit zu geben, einzugestehen, daß er alles zu Unrecht gesagt habe, damit Frau Nagel vor Vollendung des Meineides bewahrt werde. Unter wohlwollendem Zureden des Vor sitzenden gestand Frau Nagel, daß sie alles zu Unrecht ausgesagt, weil der verstorbene Ball sie durch Wulff darum ge= beten habe. Sie brach dann ohnmächtig zusammen. Nunmehr gestand auch Wulff unter größter Erregung ein, daß er alles falsch geschworen und zu Unrecht die Zeugin Fride belastet habe. Er bäte sie um Entschuldigung. Nach dem Geständnis brach der Angeklagte gleichfalls schluchzend zusammen mit den Worten:„ Meine armen Kinder!" Gleichzeitig sah man im Zuhörerraum eine Frau in sich zusam= mensinken und in konvulsivisches Schluchzen ausbrechen; es war die Frau des Angeklagten. Mit Erlaubnis des Vorsitzenden durfte sie sich zu dem Angeklagten begeben. Wulff und seine Frau hielten sich dann, sich gegenseitig Trost zusprechend, eng umschlungen. Wulff hatte immer nur die Worte: Frau, jetzt bin ich wieder rein." Der Anwesenden bemächtigte sich bei dieser Szene tiefste Erregung. Wulff wurde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Geschworenen wollen das Gnadengesuch des Verurteilten auf Umwandlung der Strafe in eine Gefängnisstrafe unterstüßen. Vermischtes. Der Papst als Erbe. Beim Landgericht Würzburg ist Jetzt die Klage erledigt worden, die seinerzeit 21 Intestaterben der Privatiere Elisabeth Endreß von Würzburg gegen Pius X. angestrengt hatten. Im Frühjahr 1910 war, wie erinnerlich, die Privatiere Endreß in Würzburg mit Hinterlassung eines notariellen Testaments gestorben, in dem sie den Papst zum Universalerben ihres 80 000 Mark betragenden Vermögens einsetzte. Ihre in den ärmlichsten Verhältnissen lebenden Verwandten fochten das Testament an und klagten gegen Pius X. Dieser ließ jetzt durch den Teffamentsvollstrecker den Rechtsstreit durch Vergleich in der Weise beenden, daß er sich bereit erklärte, an die 21 Intestaterben die Hälfte der Erbschaft als AbfindungsSumme herauszuzahlen. Die anderen. 40 000 Mark sollen zur Erbauung einer katholischen Kirche in Oberndorf bei Schweinfurt verwendet werden. Die Ausbezahlung der 40 000 Mark Abfindungssumme an die Intestaterben er= folgt bereits dieser Tage. Tragödie eines Kindes. Eine traurige Geschichte hat sich in Jüterbog abgespielt. Dort lebt eine Frau Krause, die von ihrem Mann verlassen worden ist und sich in bitterster Not befindet. Sie hatte nicht einmal so viel Geld, um sich Brennmaterial zu kaufen. In dieser Not beschloß die zehnjährige Tochter der Frau Krause, auf den Bahnhof in Jüterbog zu gehen und dort einige herabgefallene Kohlen zu stehlen. Plötzlich sah sich das Mädchen von einem Bahnbeamten beobachtet und versteckte sich hinter einem Güterwagen. In diesem Augenblick setzte sich der Wagen in Bewegung und überfuhr das Mädchen. Die Räder gingen dem Kind über die Beine, die beide unterhalb der Knie abgetrennt wurden. Das bedauernswerte Kind wurde in das Krankenhaus transportiert, wo es Hoffnungslos darniederliegt. Der Adventist Naumann gehorsam. Der Fall des Soldaten Naumann, der als strenger Anhänger der Sefte der Adventisten vom siebenten Tage mit unglaublicher Hartnädigkeit sein Prinzip verfolgte, den Sonnabend als Sabbat zu heiligen und an diesem Tage jegliche Arbeit zu unterlassen, hat seinerzeit großes und berechtigtes Aufsehen erregt. Das Kriegsgericht in Berlin hatteNaumann, wie mitgeteilt, wegen Gehorsamsverweigerung an den Sonnabenden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, er wurde dann nach Spandau gebracht und hier im Gefängnis häuften sich seine Straftaten so, daß er schließlich eine GesamtStrafe von fünf Jahren und sechs Monaten erhielt. Naumann erklärte vor dem Oberkriegsgericht, er sei als christlich vereidigter Soldat nicht verpflichtet, Gottes Gebot zu schänden und am Sabbat zu arbeiten. Jetzt scheint er hierin anderen Sinnes geworden zu sein. Eine teilnahmsvolle Berliner Dame sandte ihm einen Ostergruß. Naumann bedankte sich dafür und schrieb der Dame: Ich bin anderer Meinung geworden und arbeite seit fünf Wochen Sonnabends. Eine Sprachlehrerin unter dem Verdacht der Spionage. Die in Cöln lebende französische Sprachlehrerin Thirion, eine geborene Pariserin, wurde unter dem Verdacht der Spionage verhaftet. Sie hatte in Cöln Kunden aus den feinsten Kreisen. Fräulein Thirion soll eine entfernte Verwandte des französischen Ministerpräsidenten Monis sein. Wie verlautet, hat sie sich durch einen Offizier einen Mobilmachungsplan zu verschaffen verstanden. Sie beStreitet dies aber mit der Begründung, sie habe den Offizier heiraten, ihn aber vorher jedoch auf die Probe stellen wollen. Denn wenn ein Offizier in solchen Dingen festbleibe, so sei er ein echter Charakter. König Leopolds Nachlaß. Die Brüsseler„ Chronique" will aus bester Quelle erfahren haben, daß man im NachTaß des verstorbenen Königs Leopold wiederum erhebliche Werte entdeckt hat, von denen bis jetzt kein Mensch etwas gewußt haben soll. Einer der Testamentsvollstrecker, der frühere Vertraute des Königs Leopold, Goffinet, habe dieser Tage erklärt, daß er in den Coburger Gründungen des verstorbenen Königs Werte von beträchtlicher Höhe aufgefunden habe. Diese Werte sollen nicht nur aus Staatspapieren sondern auch aus Liegenschaften sich zusammensetzen. Die Prinzessin Luise von Belgien hat nun auf Grund dieser Erklärungen eines der Testamentsvollstrecer die Testamentsvollstreder und den belgischen Staat vor das Zivilgericht zitiert, um feststellen zu können, ob die aufgefundenen neuen Werte zum Nachlaß des Königs, auf den die Kinder des Königs Leopold Anspruch haben, oder dem Staate gehören. Friedhöfe als Vogelheime. Eine nachahmenswerte Bekanntmachung erläßt der Landrat von Münsterberg Dr. Kirchner. Er führt darin aus, wie bei der zuneh= menden Erschwerung der Lebensverhältnisse für die Vogelwelt verhältnismäßig rasch und leicht ein großes Netz von Vogelschutzgehölzen über das ganze Land gleichmäßig sich verteilen würde, wenn auf jedem Friedhof Vogelschutz getrieben würde. Hier finden die Vögel vor allem Ruhe. Unbeaufsichtigte Kinder stören ebensowenig die Stille wie umherstreifende Hunde. In der Regel finden sich ältere Bäume und niedere Gebüsche vor oder lassen sich leicht anlegen. Fast regelmäßig findet man hier alte Exemplare von immergrünen Pflanzen, Lebens-, Burbäumen und Efeu, die den Vögeln eine Stätte für Frühbrut gewähren. Auch Wasser ist vorhanden, und es wäre leicht, im Sommer für Vogeltränken zu sorgen. Die Friedhöfe stellen somit allerorten kleine Vogelschuhgehölze dar. Der Landrat ersucht daher die Geistlichen, Amts- und Gemeindevorsteher seines Kreises, sich für die Sache zu interessieren und die Anregung zu verwirklichen. Der„ Gepäckschein" als Verräter. Ein Zufall hat der Neuyorker Polizei den Anführer einer Bande internationaler Diebe in die Hände gespielt. Einer der bekanntesten Neuvorfer Juweliere, Mr. Jacobs, holte am 30. April seine Frau und Tochter, die aus Europa zurückkehrten, vom Landungsplatz ab. Unbemerkt entfiel ihm ein unscheinbarer Zettel, auf dem die Adresse einer Frau Drummond verzeichnet war, die im Februar d. J. das Opfer eines aufsehenerregenden Diebstahls geworden war. An Bord des Dampfers Amerika" war sie ihrer sämtlichen Schmucksachen, die auf über 500 000 M geschätzt wurden, be= raubt worden, ohne daß es gelungen wäre, der Täter habhaft zu werden. Den Behörden, denen der Zettel in die Hände fiel, erklärte Jacobs, daß das ihm entfallene Papier ein harmloser„ Gepäckschein" sei, der sich auf die Effekten seiner Angehörigen bezöge. Die Polizei glaubt jedoch, in Jacobs den Anführer einer internationalen Diebesbande, die auch in europäischen Ländern ihr Unwesen treibt, gefaßt zu haben. Die Bande soll nach den bisherigen Ermit telungen Beute im Werte von 20 000 000 M gemacht haben. In Berlin und Paris war man auf diese Bande bereits aufmerksam geworden. Ein verhängnisvoller Irrtum der Wissenschaft. Ein Justizirrtum, den die Wissenschaft verschuldet hat, ist jetzt wieder gutgemacht und einer fast vernichteten Existenz wieder zu ihrem Rechte verholfen worden. An den Küsten Neu- Seelands sind in der letzten Zeit Neuaufnahmen ge= macht worden und hierbei wurde festgestellt, daß auf allen Karten die an der Nordspitze dieser Inselgruppe vor dem Kap Reinga lagernden Drei Königsinseln" zwei Meilen zu weit füdlich verzeichnet sind. Jahrelang waren hier die schwersten Schiffsunfälle vorgekommen, so auch am 19. November 1902 der Dampfer Elingamite" mit Mann und Maus untergegangen. Nur wenige Personen blieben am Leben, und der gleichfalls gerettete Kapitän Altwood wurde zur Verantwortung gezogen und verurteilt. Vergebens hat er damals seine Unschuld beteuert und erklärt, mit aller Vorsicht zu Werke gegangen zu sein. Die Karten bewiesen das Gegenteil. Seine Verurteilung schnitt jäh seine Laufbahn ab. Jetzt aber, nachdem die Neuvermessungen seine Schuldlosigkeit ergeben haben, ist er wieder in Dienst gestellt worden und hat eine entsprechende Entschädigung erhalten. Ein Druckfehler, der ein Menschenleben kostete. In Paris ist dieser Tage ein seltsamer Prozeß entschieden wor= den: Am 16. September vorigen Jahres kam der Kunsttischler Tournieur in angetrunkenem Zustande nach Hause und bat seine Frau, ihm aus der Apotheke irgend etwas zu besorgen, das gegen seinen unangenehmen Zustand helfe. Sie schlug ihr Hausapothekenbuch auf und fand darin ein Rezept, das aus 100 Gramm Wasser, 15 Gramm Pfefferminztinktur und 15 Gramm Ammoniak zusammengesetzt werden sollte. Dieses Getränke nahm ihr Mann zu sich und war sofort völlig nüchtern, aber noch am selben Tage tot. Seine Witwe verklagte nun den Verfasser ihres Hausapothekenbuches, das die zweite Auflage eines älteren Wertes war. Die erste Ausgabe hatte ganz richtig 15 Tropfen Ammoniak angegeben, in der neuen aber hatte sich ein Druckfehler eingeschlichen, durch den aus Tropfen Gramm geworden waren. Das Gericht entschied, daß der Verfasser die Korrekturen nicht mit genügender Sorgfalt gelesen habe und verurteilte ihn zu drei Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 80 M, während der Apotheker, weil er ohne ärztliches Rezept eine Arznei verkauft hatte, zu einem Monat Gefängnis und der gleichen Geldstrafe verurteilt wurde. Beide aber wurden ferner dazu verurteilt, der Witwe erstens einen Schadenersatz von 800 Mart, zweitens eine lebenslängliche Rente von 240 Marf und drittens je= dem ihrer Kinder bis zur Großjährigkeit eine ebenso hohe Rente zu zahlen. Der kleinste Papagei der Welt. Die britische Expedition, die gegenwärtig das unbekannte Massiv der Schneeberge im Herzen von Neu- Guinea erforscht, hat dem Naturhistorischen Museum von South Kensington bereits 14 000 Vogelbälge und 300 Säugetierfelle, darunter eine Anzahl Stücke von hohem Wert, zusenden können. Besondere Aufmerksamkeit erregt ein ausgewachsener Papagei mit dunfelgrünem. Gefieder, dessen Länge von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende nur 75 Millimeter beträgt, so daß man hier die kleinste bisher bekannte Papageienart vor sich hat. Außerdem werden zwei neue Paradiesvogelarten hervorgehoben, deren Gefieder von einer ganz außerordentlichen Farbenpracht ist. Napoleon I. auf dem Sterbelager. Am 5. Mai kehrt Napoleons I. Todestag zum 90. Male wieder. Etwa acht Tage vor seinem Ende diftierte der schwerkranke Kaiser dem Grafen Montholon folgende Zeilen in die Feder die dieser nach seinem Ableben an Sir Hudson Lowe, den Gouverneur von St. Helena, schreiben sollte:„ Herr Gouverneur, Kaiser Napoleon ist am. infolge einer langen schweren Krankheit gestorben. Ich habe die Ehre, Sie davon in Kenntnis zu setzen. Er hat mich ermächtigt, Ihnen, wenn Sie es wünschen, seine lezten Wünsche mitzuteilen. Ich bitte Sie, mich wissen zu lassen, welcher Art die von ihrer Regierung vorgeschriebenen Dispositionen für die Ueberführung des Leichnams nach Europa und diejenigen sind, die sich auf die Personen seines Gefolges beziehen." Am Abend des 2. Mai 1821 versuchte der Gefangene von St. Helena seinem Kammerdiener Marchand noch einige testamentarische Bestimmungen zugunsten seinesSohnes und. der Prinzessin Pauline in die Feder zu diktieren, aber jetzt versagten ihm schon die Worte; es war, als ob er sich im Halbdunkel des erlöschenden Le= bens mit seinen Gedanken nicht mehr zurechtfinden könnte. In der Nacht zum 3. Mat erhob er sich plötzlich mit krampf haften Zuckungen von seinem Lager, um aus dem Bett au springen; das in seinem Innern brennende Feuer war ihm zur unerträglichen Qual geworden. Nur mit Mühe vermochte Montholon ihn in die liegende Stellung zurüc zudrücken. Der folgende Tag und die folgende Nacht verliefen ziemlich ruhig; in der Nacht zum 5. Mai trat jedoch eine Krisis ein, in der Napoleon mit so unwiderstehlicher Wucht aus dem Bette sprang, daß er den General, der ihn daran zu hindern suchte, mit sich auf den Fußboden niederriß. Mit dieser letzten außerordentlichen Anstrengung aber hatte sich die Lebenskraft des Sterbenden erschöpft, wenige Stunden später begann schon das Todesröcheln, und von jenem Augenblick an war nach den Beobachtungen Montholons von einem Todeskampf nichts mehr zu spüren. Ruhig lag er auf dem Rücken da, mit der rechten Hand außerhalb des Bettes, ohne irgend welche Schmerzen zu verraten, mit dem Ausdruck tiefen Nachdenkens, die Lippen zusammengepreßt. Behn Minuten vor sechs Uhr abends am 5. Mai 1821 fam in Frieden das Ende für den, der die Welt mit Waffenlärm und dem Ruhm seines unsterblichen Namens erfüllt hatte. Während Napoleon im Sterben lag, brauste ein gewaltiger Sturm über die einsame Ozeaninsel hin, als ob die entfesselten Elemente ihm den Sterbegesang singen wollten. Drabtnachrichten und neuestes. Verschlimmerung der Lage in Meriko. Neuyork, 4. Mai. Wie aus Washington gemeldet wird, ist man in amerikanischen Regierungskreisen nicht sehr zuversichtlich über den Ausgang der Friedensverhandlungen. Die Zustände in der Stadt Meriko sind beunruhigender als bisher. Es herrscht eine ununterbrochene Massenflucht von Ausländern. Wer nicht flieht, bewaffnet sich. Die Insurgenten stehen auf zwei Seiten in der nächsten Nähe der Stadt. In Cuernavaca fühlen sich die Ausländer einigermaßen sicher, nachdem auf die Vorstellungen des deutschen Geschäftsträgers 500 Soldaten dorthin geworfen worden sind. Ein Insurgentenangriff wird aber doch jeden Augenblick erwartet; auch soll die Besatzung nicht zuverlässig sein. Hunderte von Ausländern befinden sich in Mazatlan ohne eine Möglichkeit zur Flucht, da Kanonenboote von der Seeseite und die Insurgenten auf der Landseite feden Ausweg gesperrt halten. Ueberdies ist die Drahtverbindung abgeschnitten. Die Zustände in verschiedenen anderen Staaten sind ebenfalls bedrohlich. Der Abgeordnete Stadthagen erkrankt. Berlin, 4. Mai. Der sozialdemokratische Abgeordnete Stadthagen ist während der Mittwochsitzung des Reichstages schwer erkrankt. Ein altes Bruchleiden trat mit solcher Heftigkeit wieder auf, daß er noch im Reichstage die Hilfe des Abg. Mugdan in Anspruch nehmen mußte, der mit dem Abg. Struve sich um den Kranken bemühte. Es stellte sich bald herans, daß eine genaue Untersuchung und eventuelle längere Behandlung erforderlich sei. Infolgedessen brachte Dr. Struve den Patienten in einem Wagen in ein KrankenБаиз. Zwei Selbstmörderinnen. Berlin, 4. Mai. Im Spreekanal bei Treptow wurden, wie gemeldet, vor einigen Tagen zwei weibliche Leichen geländet, die schon längere Zeit im Wasser gelegen haben. Jetzt ist festgestellt, daß es sich um die Telephonistinnen Martha Litsche und Martha Kaiser handelt, die bei einer hiesigen Seidenfirma angestellt waren. Den Mädchen war zum 1. Mai ihre Stellung gekündigt worden. Ste hatten sich das so zu Herzen genommen, daß sie gemeinsam den Tod in der Spree suchten. Tod eines bekannten Hamburger Reeders. 0 Hamburg. 4. Mai. Der Seniorchef der bekannten Reederfirma C. Wörmann, Adolf Wörmann, der seit einiger Zeit leidend war und gestern abend einen schweren Schlaganfall erlitten hatte, ist heute früh gestorben. Glanzfahrt eines Parsevalballons. Bitterfeld, 4. Mai. Das Luftschiff P. L. 1 des kaiserlichen Aeroklubs vollführte gestern abend eine ausgezeichnet verlaufene Fahrt nach Leipzig und zurück. Die Fahrt dauerte nur eine Stunde 55 Minuten. Kurz vor der Ballonhalle in Bitterfeld trat ein Motordefekt ein, wodurch das Luftschiff abgetrieben wurde. 3wischen Dessau und der Domäne Wehlau landete das Luftschiff bei starkem Winde glatt. Es wurde entleert und demontiert und darauf nach Bitterfeld zurücktransportiert. Spionageprozeß vor dem Reichsgericht. Leipzig, 4. Mai. Vor dem vereinigten 2. und 3. Straffenat des Reichsgerichts begann heute der Spionageprozeß gegen den ehemaligen Angestellten des polnischen Theaters in Posen Sigismund 3bierski. Er wird des nersuchten Verrats militärischer Geheimnisse beschuldigt. Die Gölner Spionageaffäre. Göln, 4. Mai. Die unter dem Verdacht der Spionage verhaftete Sprachlehrerin Thirion befindet sich bereits seit drei Wochen in Haft. Sie wird als große Schönheit ge= schildert, die einen Weseler Offizier in ihre Netze zu locken suchte, um von ihm den Mobilmachungsplan zu erlangen. Ein Richter vom Reichsgericht weilt seit einiger Zeit in Cöln, um die Untersuchung zu leiten und das umfangreiche Material zu sichten. Traurige Folgen einer Maifeier. Guben, 4. Mai. Die Beteiligung an der Maifeier trug einem Bauarbeiter Vorwürfe seiner Mutter ein. Darauf ließ dieser sich von einem Zuge überfahren. Das Urteil im Prozeß Marlitt. Rostock, 4. Mai. In dem Prozeß Marlitt und Genossen wurde Marlitt wegen Betruges und Vergehens gegen die Konkursordnung zu einer Gesamtstrafe von fünf Monaten und drei Tagen Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde als durch die Untersuchungshaft verbüßt erklärt. Zwei Mitangeklagte wurden freigesprochen. Verurteilte D- Zugdiebe. Cölu, 4. Mai. Eine exemplarische Strafe verhängte die hiesige Straffammer über drei internationale Schnellzugsdiebe, Mitglieder jener Bande, die seit Jahren speziell die internationalen Züge Paris- Berlin unsicher machten. In einem Falle hatten sie die Koffer reicher Russinnen mit beträchtlichem Inhalt gestohlen. Von den Dieben erhielten zwei je 4 Jahre Zuchthaus, einer 2½ Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Folgen der Schundliteratur. O Raiserslautern, 4. Mai. Ein 16jähriger Bursche und ein gleichaltriges Mädchen hatten sich, angeregt durch die Schundliteratur, im Waldesdickicht bei Kaiserslautern eine regelrechte Räuberhöhle eingerichtet, zu deren Einrichtung fie ihre ersten Einbruchsdiebstähle in einem Möbellager machten. Ebenso wurden Wäsche, Kleider und Nahrungsmittel beschafft. Das Mädchen begleitete seinen Genossen in Männerkleidern und stand Wache. Acht Tage lang führten die beiden ihr Räuberleben, dann wurden sie bei der Heimkehr von einem Raubzuge abgefaßt. Folgenschwere Pulvererplosion. Lissabon, 4. Mai. Bei der Explosion eines Pulvermagazins in Caparica bei Lissabon sind viele Personen verletzt und mehrere auch getötet worden. Das Familienleben eines Petroleumkönigs. Baku, 4. Mai. Aufsehen erregt das Verschwinden zweier Söhne des Petroleumfönigs Tagiew. Die beiden Knaben, die im Alter von 12 und 14 Jahren stehen, vers ließen das Vaterhaus, weil sie angeblich schlecht behandelt wurden. Das Vermögen Tagiews, der ein Armenter ift, wird auf 50 Millionen Mark geschätzt. Hellischer Blumentag. Programm. Weckruf: 8 Uhr vormittags. Blumenverkauf sowie Verkauf von Postkarten u. Beitungen: Von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends auf sämtlichen Straßen und Pläßen der Stadt sowie auf dem Bahnhof. Die Blumenverkäuferinnen tragen als offizielles Abzeichen rot weiße Armbinden mit der Aufschrift „ Hessischer Blumentag". Promenadekonzerte durch die Regimentskapelle: Von 11-12 Uhr auf dem Kreuzplay. 12-1 Uhr am Liebigdenkmal auf der Ostanlage. Festkonzerte mit anschließendem Tanz von 5-8 Uhr nachmittags und zwar ausgeführt: a. in Steins Garten vom Orchesterverein unter Mitwirkung des " Bauer'schen Gesangvereins" b. auf der Liebigshöhe durch die Regimentsmusik unter Mitwirkung des Gesangvereins„ Liederkranz". Für die Konzerte mit anschließendem Tanz wird zugunsten des Blumentags ein Eintrittsgeld von 30 Pfg. für die Person erhoben. An die Einwohnerschaft Gießens ergeht die Bitte, durch Beflaggen der Häuser und durch Kauf von Blumen, Postkarten usw. sich an dem Werk der Nächstenliebe zu beteiligen, an die Geschäftsinhaber die besondere Bitte, durch eine, dem Charakter des Tages entsprechende Dekorationen der Läden und Schaufenster zur Berschönerung des Straßenbildes beizutragen. ( 105) Vergebung von Straßenbauarbeiten. Der Hauptausschuß. Die zur Verbreiterung der Zufuhrstraße auf dem Bahnhof Obbernhofen- Bellersheim erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen durch schriftliche Angebote vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten( Regierungsgebäude Zimmer Nc. 23) zur Einsicht offen. Die Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben werden Lustige find mit entsprechender Aufschrift versehen, postfret bis Dienstag, den 16. d. Mts., vormittags 10 Uhr ebendaselbst einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Freie Wahl unter den Bewerber bleibt vorbehalten. Gießen, den 3. Mai 1911. ( 247) Der Großh. Kreisbaninspektor des Kreises Gießen. J. V: Knöll. ( 248) 20 tücht. Maurer u. Handlanger I. Heinz, Baugeschäft, Wehlar. sofort gesucht. Wissenschaftliche Blatter Die Lustigen Blätter Persil Millionenfach verbreitet im In- und Auslande und überall beliebt ist Persil, das selbsttätige Waschmittel von unerreichter Waschund Bleichkraft. Ein Versuch führt zu dauerndem Gebrauch. Erhältlich nur in Original. Paketen. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch dr weltberühmten Henkel's Bleich- Soda 2 Gartenarbeiterinnen sofort gesucht. ( 252) Psychiatrische Klinik, Gießen. die unter der Redaktion von Rudolf Presber, Alex. Moszkowski, Dr. Paul Krämer und Gustav Hochstetter und unter Mitwirkung hervorragender Künstler, wie Ernst Hellemann, F. Jüttner, W. A. Wellner, Br. Gestwickl, de Bayros, H. Zille usw. im 25. 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