t e 50 f appe de ereins: Serein Serrn Obe hlreiche B find spi Zimmer Brigkeit zur Vorstand. zin 11. Serrn Obe hlreiche Be 16 spätesten r Nr. 15 zum Verei Borstände. brik r- Wilhelmssage. aus 129. ültigen ster bis ngen. uen, nwolle nwollen Sternwollen ste cernwollen Sternwolle , weil an bertroffen! sch gratis! a- Bahrenfeld 90 kamp II rm8: BRECHT gs Withsin H. Niederrhein terlikör 71 Boonekamp and di Jan. 1911 wellchpreife Bieken 84-92 g 76-80 80-96 " ife in Gießer ot 2 kg 62 brot 2kg 54 in Gießen. Gießener Beifung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 4. - Telephon: Nr. 362. Zur Entlassung der hess. Bauaspiranten schreibt uns der Verband der mittleren Baubeamten in Hessen: Am Neujahrstag tagten die mittleren hessischen Baubeamten in einer außerordentlichen, sehr zahlreich besuch ten Hauptversammlung in Frankfurt a. M., um zu der neuerdings von der hessischen Regierung verfügten Entlassung sämtlicher noch im Dienst befindlichen Staatsdienstanwärter Stellung zu nehmen. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 5. Januar 1911 Aus der Heimat. Gießen ,, den 5. Januar. Das hess. Volksschulwesen erfordert im Jahr 1911 einen Gesamtaufwand des Staates von 2 781 510 Mart, 68 400 Mt. mehr als im Vorjahre. Im Jahre 1908 gab es in Hessen 982 Volksschulen, davon 414 in der Provinz Oberhessen, 369 in der Provinz Starkenburg und 199 in der Provinz Rheinhessen. An Lehrkräften waren tätig: 2973 Lehrer und 467 LehWie bekannt, sind im vorigen Jahre durch die fast rerinnen. Die Schulen wurden besucht von 96 907 vollständig lahm gelegte staatliche Bautätigkeit in Hessen Knaben u. 98 485 Mädchen, zusammen 195 392 Kinder. zirka 40 Bauaspiranten aus staatlicher Verwendung entlassen worden. Nun erhielten in diesen Tagen, durch Beförderung von Kranten auf der eine allgemeine Verfügung Großh. Ministeriums an die Eisenbahn. Der preußische Eisenbahnminister hat staatlichen Bauämter, sämtliche noch im Dienst befind- angeordnet, daß fünftig für die Beförderung eines Kranlichen 38 Bauaspiranten wenn auch in weniger scharfen auf der Eisenbahn sechs Fahrkarten zweiter Klasse fen Form als im vorigen Jahre zu lösen sind, wozu noch ein Extrazuschlag von 7 Pfg. pro Achse und Kilometer für die Zeit kommt, während welcher der Wagen vor und nach dem Transport des Kranken zu seinem Bestimmungsort leer läuft. - - - ihre Kündigung. Die in der Presse und auch vom ganzen hessischen Volk einstimmig verurteilte Regierungsmaßnahme ist umso bedauerlicher und härter, daß sie Staatsdienstanwärter mit 6-13 Jahren Dienstzeit und im Alter von 31-47 Jahren trifft. Es wurde allgemein die Ansicht kund, daß eine gleiche harte Maßnahme noch nie eine hessische Be amtengruppe betroffen hat und ein derartig harter Fall noch in keinem anderen Bundesstaat zu verzeichnen war. Die von der Regierung veröffentlichte, objektiv einseitige Erklärung in der„ Darmstädter Zeitung" vom 22. Dezember 1910, worin man den Bauaspiranten vorhält, daß diese schon vor Jahren vielleicht schon etwa vor 6-10 und noch mehr Jahren? einsehen mußten, daß die staatliche Bautätigkeit einmal ganz aufhören würde und sie dieserhalb auf Anstellung im Staatsdienste nicht zu rechnen hätten, erregte allgemeinen Unwillen. Wie bitter ist jetzt bei den Betroffenen die Enttäuschung, durch alle Staatsdienstanwärter 10 und noch mehr Jahre für einen fast sündhaft niedren Ge= halt dem Staat seine besten Jahre und Kräfte geopfert zu haben und hiernach noch entlassen zu werden. Was nüzen alle schönen und fürsorgenden Worte der Regier ung, wenn ihnen die Tat fehlt. Wie kann man stehen, daß die Regierung nicht die Macht und das Recht hat, in die Selbstverwaltungsbestimmungen der Kreise wenn nötig durch Gesetzesänderung einzugreifen und die gekündigten Staatsdienstanwärter im Kreis= dienste, anstelle des hier sehr zahlreich vorhandenen, viel jüngeren und ungeprüften Personals, zu verwenden? Es wurde allgemein der Ansicht Ausdruck verliehen, daß die Kündigungsverfügung hätte unterbleiben müssen, und, daß der Regierung vornehmste Aufgabe die wesen wäre, bei den Kreisverwaltungen, den Kulturinspektionen, der Kgl. Preußischen und Großh. Hessischen Eisenbahnverwaltung 2c. vorstellig zu werden und die Beamten in andere Dienstzweige zu überweisen, anstatt sie ihrem Schicksal und sich selbst zu überlassen. Die Versammlung ist einstimmig der Hoffnung, daß die Kündigungsverfügung vom 2. Dezember 1910 zurückgezogen wird und die überflüssigen Beamten der Bauabteilung in geeigneter Weise anderweitig verwendet werden. Zum Schlusse wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen und der Vorstand der Vereinigung mittlerer Baubeamten beauftragt, diese Großh. Ministerium und der Kammer der Landstände zu unterbreiten: - - ver= ge= ,, Die am 1. Januar 1911 zu Frankfurt a. M. tagende zahlreich besuchte außerordentliche Hauptver= sammlung der Vereinigung der mittleren Baubeamten Hessens erblickt in der angekündigten Entlassung der seit 6-13 Jahren im Staatsdienst beschäftigten Bauaspiranten, zu einer Zeit anhaltenden wirtschaft lichen Tiefstandes und während gleichzeitiger Weiterbeschäftigung von 43 ungeprüften Technikern in staatlichen Baubetrieben und Baubetrieben der Kreisver waltungen, eine unberechenbare Schädigung der von der Kündigung Betroffenen sowohl, als auch des gesamten mittleren Baubeamtenstandes. Die Versammlung hofft, daß die Großh. Regierung ernstlich bestrebt ist, Schaden hier abzuwenden und, daß Maßnahmen getroffen werden, die aufgekündigten Staatsdienstanwärter in staatlichen Betrieben sowohl als auch in den unter der Oberaufsicht des Staates stehenden und mit staatlichen Mitteln unterstützten Baubetrieben der Kreise, unterzubringen und nach und nach dekretmäßig anzustellen. Sie richtet an die Großh. Regierung und an die Hohen Kammern der Landstände wiederholt und dringlich die Bitte, eine Aenderung des Kunststraßengesetzes von 1896 dahingehend herbeizuführen, daß die Kreisstraßenmeisterstellen verstaatlicht werden, damit die Anstellung aller mittleren Baubeamten nach einheitlichen Grundsätzen geregelt werden kann und ältere Anwärter dieser Stellen nicht übergangen werden." * Der Finanz ausschuß der 3 weiten Rammer trat unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Osann zusammen, um zunächst in eine allgemeine Be prechung der Finanzlage mit Rücksicht auf das neue Staatsbudget einzutreten. Es wurde allseitig der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß eine Besserung in allen Gebieten zu konstatieren ist, so daß man mit Vertrauen auf eine günstige Weiterentwicklung die Beratung des vorliegenden neuen Staatsvoranschlages herantreten kann. Da durch den Tod des Abgcordneten Reinhart eine Neueinteilung der Referate notwendig ist, wurde diese vorgenommen. an -0- Paketeinsammlung durch die Post. fendende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abEs ist noch nicht genügend bekannt, daß die Post abzuholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten:„ Paket abhonächsten Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger len bei( Name und Wohnung)" unfrantiert in den mitzugeben, und die Sendung wird bei der nächsten Pafetbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. von dem Hause des Absenders abgeholt. Das Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung steht. * Darmstadt. Die Besetzung des durch den Tod des Frhrn. v. Gagern freigewordenen Gesandten= postens in Berlin wird, wenn man den hier umlaufenden Kombinationen Glauben schenken darf, eine Umbildung des hessischen Ministeriums zur Folge haben. Es heißt, daß als Nachfolger v. Gagerns in erster Linie der Minister des Innern v. Hombergf zu Vach in betracht komme. An seiner Stelle würde Finanzminister Br a un wieder das Ministerium des Innern übernehmen. Nach einer anderen Lesart soll Finanzminister Braun, der sich augenblicklich zur Erholung auf Urlaub befindet, selbst nach Berlin gehen. Für den so oder so freiwerdenden Finanzministerposten wird neben dem wegen seiner finanzpolitischen Qualifikation prädestinierten Geh. Rat Dr. Becker, der Oberbürgermeister einer rheinhessischen Stadt genannt. ? Krofdorf. Durch die erfolgte Zusammenlegung der Feldmark Krofdorf- Gleiberg, insgesamt 2000 Hektar, konnte bereits in dem abgelaufenen Jahr eine rege Bautätigkeit hier einsetzen. Für das neue Jahr sind u. a. auch öffentliche Gebäude, eine Kgl. Försterwohnung und eine Schule, in Aussicht genommen. Durch Geländeaustausch zwischen Fiskus und Gemeinde hat letztere an der Straße nach dem Kgl. Forst eine Parzelle von 25 Aar abgetreten zur Erbauung eines Forsthauses. Zwischen Krofdorf- Gleiberg wird für beide Orte eine gemeinsame Schule, einstweilen zu drei Klassen, errichtet. Krofdorf zählt 5 Klassen aber nur 4 Lehrer, dazu gilt auch Gleiberg schon seit Jahren als die stärkste einklassige Schule des Bezirks. (* Lauterbach. Im vergangenen Sommer wurde in Altenschlirf eine der Kirchenglocken durch eine neue ersetzt. Diese stürzte nun kürzlich in den Turm herab und wurde stark beschädigt. Sprendlingen b. Langen. Ein junger Bursche war in der Neujahrsnacht damit beschäftigt, in einer Wirtschaft einen Feuerwerkskörper anzuzünden, als plötzlich die Polizei eintrat. Er steckte den bereits brennenden„ Frosch" in die Tasche, in der er noch mehrere der= artige Körper hatte. Jm Nu explodierten dieselben und rissen dem bedauernswerten Menschen die eine Seite auf. Braunfels. Der Zar hat dem Kriegsveteranen Friedrich He ß, der 44 Jahre in fürstlichen Diensten stand und am 1. Oktober in den Ruhestand trat, * ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. zu Weihnachten ein Andenken zugehen lassen. Heß hatte bei dem Zarenbesuch im Herbst im Schloß die Wache. Frankfurt a. M. Zum Zwecke der Hebung des Frankfurter Fruchtmarktes wurde beschlossen, wöchentlich einen zweiten großen Fruchtmarkt abzuhalten, und zwar regelmäßig Mittwochs. Gelnhausen. Die Stadt verkaufte den Schöfferpark um 150 000 Mt. an die„ Neue Badegesellschaft zu Gelnhausen". Gelnhausen. Der Dienstag nachmittag die Station Meerholz durchlaufende Frankfurt- Berliner D- Zug Nr. 5 überfuhr bei Meerholz ein mit Holzstämmen beladenes Fuhrwerk. Der Fuhrmann wurde verletzt, 1 Pferd getötet, der Wagen zertrümmert. Der Zug blieb intakt. * Braubach. Die hiesigen Gastwirte sind nun ebenfalls mit dem Wein aufgeschlagen, und zwar um 20 Pfg. pro Liter. Grävenwiesbach. Jm hiesigen Gemeindewald wurde ein Baumriese, die sogn.„ Meineidsbuche" gefällt, die eine Holznutzung von 20 Rm. Scheit-, 4 Rm. Knüppelholz und 200 Wellen lieferte. * Mainz. Am Samstag besuchte eine hiesige Dame, geziert mit dem modernen großen Hut, an dem sich ebenso lange Hutnadeln befanden, ein Warenhaus. Im dichten Gedränge wendete die Dame ihren Kopf, wobei eine andere Frau durch die langen Hutnadeln 2 mächtige Risse im Gesicht erhielt. Das Blut rann der Verletzten in Strömen vom Gesicht herab. Die Fahrlässig= keit der Dame, deren Namen festgestellt wurde, dürfte sie teuer zu stehen kommen. * Wöllstein. Beim Sammeln der SauerwurmPuppen stellte sich heraus, daß die meisten tot sind. Hoffentlich ist das ein gutes Zeichen für die Abnahme der Plage. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 3. Januar 1911. Das Schöffengericht hatte den Uhrmacher Heinrich Gondner von Hungen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu 6 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er einen Jungen von Villingen, der sein Kind auf der Straße angefahren hatte, mißhandelt und dessen Rad demoliert hat. Der Angeklagte bestritt die Mißhandlung, wie auch die Sachbeschädigung und focht das Urteil an. Die Sache stellte sich bedeutend roher heraus als Schöffengericht, so daß auf eine höhere Strafe erkannt worden wäre, wenn die Staatsanwaltschaft auch Berufung eingelegt hätte. am ver= Der Taglöhner Georg Flauße und seine Ehefrau sind früher wegen Entführung angeklagt. Die Frau war mit einem Schreiner zu Ulrich st ein verheiratet. Nach der Scheidung heiratete sie nach Saarbrücken. Die Kinder wurden dem Manne zugesprochen, der sie in schiedenen Familien unterbrachte. Im letzten Herbst kamen die Angeklagten nach Wohnfeld in die Schule, wo es ihnen unter Täuschung des Lehrers gelang, das 12jährige Mädchen mitzunehmen. Sie kleideten es und brachten es trotz Sträubens bis zur Bahnstation Mücke, wo ihnen das Kind durch einen Gendarmen abgenommen wurde. Die Frau bekam 10 und der Mann 5 Tage Gefängnis. um In der Bollerschen Metzgerei in Gießen stahl der Taglöhner Georg Wienhold aus Grünberg ein Paar Stiefel, die er verkaufte. Er ist rückfällig. Urteil: Monate Gefängnis, abzüglich 5 Wochen Untersuchungshaft. 3 Beim Schächten hingen die Megger Salli Stern aus Geiß- Nidda und Markus Grünebaum aus Nidda ein Kalb an den Hinterfüßen auf, statt die Vor= richtung zu gebrauchen. Sie erhielten Strafbefehle über je 4 Mark, deren Einspruch am Schöffengericht verworfen wurde. Auf Berufung des Grünebaum wurde des= sen Strafe auf 1 Mark ermäßigt. Die Privatklage des Kaufmanns Wilhelm Homberger in Gießen gegen Friz Drullmann in Wetzlar, die sich wegen der Preise bei der Hundeausstellung veruneinigt und sich gegenseitig verklagt hatten, wurde zurückgenommen, da beide Teile ihre Ausdrücke widerriefen. Am Schöffengericht sind beide für straffrei erklärt worden. Gestorben. Georg Friedrich, Gießen, Steinstraße 75.- Beerdig= ung 5. Januar, 3 Uhr. Theodore Güth Witwe geb. Jsterling, 69 Jahre alt, Gießen, Ludwigsplatz 3.- Beerdigung 6. Jan., 3 Uhr. Kein Frauenüberschuß im Heiratsalter. Die Heiratsanssichten der deutschen Mädchen. Nach der vorletzten Volkszählung( 1905) übertrifft die Zahl der weiblichen Einwohner Deutschlands die der männ= lichen um 871 916. Die Frage ist aber, ob man nach dieser Ziffer die Heiratsaussichten der weiblichen Bevölkerung be= rechnen darf. In Schmollers Jahrbuch" vertritt der Hamburger Statistiker R. C. May die Ansicht, man dürfe Frauen und Männer nicht mechanisch gegenüberstellen, sondern es müsse zuerst das Heiratsalter, das für beide Geschlechter in Frage kommt, an der Hand der Reichsstatistik ermittelt wer= den. Diese Ermittlungen ergaben nun, daß man den Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren die Männer im Alter von 21 bis mindestens 40 Jahren und höchstens noch ben Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren die Männer im Alter von 21 bis mindestens 45 Jahren gegenüberzustellen hat. Hierbei stellt sich heraus, daß die Frauen vom 30. Lebensjahre an überwiegend jüngere Männer heiraten. Die Heiratsaussichten der deutschen Frauen im allgemei= nen feten deswegen wesentlich schlechter, weil die Frau von 30 Jahren in der deutschen Frau anscheinend eine sehr ge= fährliche Vertreterin findet. Denn die Frauen, die sich in bem als interessant" gekennzeichneten Alter befinden, ranben den jüngeren Frauen anscheinend eine Menge sogenannter guter Partien, da gar so viele jüngere Männer von älteren Frauen geheiratet werden. Die Untersuchung hat schließlich ergeben, daß im Heiratsalter überhaupt kein Frauenüberschuß vorhanden ist, und daß die Männer erst für diejenigen Jahrgänge der weiblichen Bevölkerung rar werden, in denen die Heirat noch zu den Seltenheiten gehört. Also nicht im Heiratsalter liegt der Ueberschuß der Frauen, sondern erst nach demfelben. Und für diese Jahre beträgt der Gesamtüberschuß ber weiblichen Bevölkerung im ganzen gerechnet nicht eine Million; diese Million bezieht sich einzig und allein auf die ledigen Frauen. Rechnet man aber alle Frauen zusammen, so ergibt sich ein Ueberschuß von 2½ Millionen. fommen 930 433, also nahezu die vielbesprochene Million, auf ben ledigen Stand, weiter sind 1 573 095 verwitwete und ge= schiedene Frauen darunter. Im Heiratsalter sind aber nur 284 000 überschüssige Frauen vorhanden. Diesem UeberSchusse stehen Männer höheren Alters gegenüber, während im Heiratsalter bis zum 30. Lebensjahre der Frau und zum 40. Lebensjahre des Mannes ein Frauenüberschuß überhaupt nicht vorhanden ist. Davon Interessant ist der Schluß, den der Statistiker aus seinen Beobachtungen und Berechnungen zieht. Er sagt, daß die Mütter selbst schuld daran sind, wenn der Frauenüberschuß noch immer ein so großer ist. Es werden nämlich mehr Knaben als Mädchen geboren. Es hat sich erwiesen, daß die Aufziehung der Knaben ungleich schwieriger ist, und daß die Rebenskräfte der männlichen Säuglinge geringer sind als bie der weiblichen. Wenn also alle Mütter ihre Söhne selbst nähren wollten, so würde der Frauenüberschuß sich im Baufe der kommenden Jahrzehnte von selbst verringern. Unser guter Freund England. Phantasien über die Aufteilung Chinas. Rundschau vom Cage. Politisches. Das Schicksal des Enteignungsgesetzes. Es steht nunmehr fest, so hört die„ N. G. C." aus zuverlässiger Quelle, daß das Enteignungsgesetz nicht zur Anwendung gelangen wird. Die Entscheidung ist jetzt von der maßgebendsten Stelle nach sorgfältiger Erwägung des Für und des Wider getroffen worden. Eine amtliche Erhebung über die gegenwärtigen Zündholzpreise hat der Staatssekretär des Reichsschazamtes veranstaltet. Es ergibt sich daraus, daß der Großhandelspreis in neuester Zeit ganz erheblich gefallen ist. Früher betrug er zeitweise ohne Steuer mehr als 90 M für die Kiste( zu tausend Paketen, zu zehn Schachteln, zu 60 Hölzern), jetzt ist er bis auf etwa 60 bis 65 M gesunken. Der Detailhandel ist dem Sinken der Preise noch nicht völlig gefolgt. Indessen werden, namentlich in den Warenhäusern, jezt vielfach für das Paket 25 statt früher 30, in einzelnen Warenhäusern für vier Pakete 95 h gefordert. Die große Bewegung im deutschen Baugewerbe vom Frühsommer des vergangenen Jahres ist bekanntlich durch einen Vertragsschluß zwischen den streitenden Parteien beendigt worden. In diesem Vertrage ist, wie wir gelegentlich schon mitteilten, zur Entscheidung grundsätzlicher Streitigkeiten ein Zentralschiedsgericht für das Baugewerbe eingesetzt worden. Dieses tritt am Donnerstag den 5. Januar im Reichstagsgebäude sa Berlin zu seiner ersten Sizung zusammen. Es besteht aus vier Arbeitgebern, vier Arbeitern und drei Unparteiischen, die mangels Einigung unter den Parteien auf deren Ersuchen vom Staatssekretär des Innern ernannt worden sind. Die Londoner„ Daily Mail" richtet neue Verdächtigungen gegen Deutschland, indem sie von einer„ deutschussisch- japanischen Verschwörung zur Aufteilung" fabelt. Wenn in China die Sturmglocke der Revolution läutet, führt das Blatt aus, werde es sich zeigen, daß Deutschland, Nußland und Japan ein geheimes Bündnis abgeschlossen hätten, um das Reich der Mitte untereinander aufzuteilen. Dies Gerücht, erklärt die" Daily Mail", hat Glauben bei vielen Leuten gefunden. Das Blatt versucht den Ursprung des Gerüchts auf die Zusammenkunft zwischen Kaiser und Bar in Potsdam zurückzuführen, greift dann aber noch weiter zurück auf fene Bett, als der amerikanische Staatssekre= tär nor durch seinen unwillkommenen Vorschlag, die hinesischen Bahnen zu„ internationalisieren", eine Verständigung zwischen Rußland und Japan beschleunigte. Hier setzt das Gerücht ein mit der Behauptung, daß damals schon Deutschland als dritter in diesem Bunde aufgenom= men wurde, dessen Endzweck die Aufteilung Chinas im_ge= gebenen Momente sei. Natürlich alles Erfindung, versichert die Daily Mail immer wieder übere frig. gibt sich dann aber doch die Mühe, in einer spaltenlangen Ausführung nachzu= weisen, wie durch dies Abkommen Japan und Rußland sich als Werkzeuge für Deutschlands schwarze Pläne hergeben würden, das dann ungestört gegen Frankreich und England vorgehen könne. Dieses seltsame Gemisch von Lüge und Drohung wird Sann in einem Leitartikel weiter besprochen. Dabei wird auch der Versuch gemacht, Deutschland mit den Vereinigten Staaten zu verheßen; denn ein engerer Anschluß Englands an die Union scheint in London augenblicklich sehr vorteilhaft, und zum Schluß folgt die Drohung:„ Und wenn die Stunde kommt, da China sich gegen die Mandschudynastie erheben wird, und da nach diesem Gerücht Deutschland sich einen Platz im Reiche der Mitte nehmen will, so wird Deutschland Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Ja= pan. Frankreich und Rußland vereint finden in der Verteidigung der Unverletzlichkeit des chinesischen Reiches!" Es ist ja alles Erfindung, aber deswegen droht die Daily Mail doch:„ Gott gnade dir, Deutschland!" Das Bild vom Königsstuhl. Skizze von Else Krafft. ( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) Nomtek Melanie war alle Augenblide verschwunden. Sie hatte an der kleinen, blonden Oberstentochter eine Reißige Wertreterin gefunden, die geduldig am Bücher und Bilbertische der Käufer harrte und in argloser Kindlichkeit bie Pflicht noch vor das Vergnügen stellte. Vor allem nichts wechseln, nichts herausgeben", hieß bie Barole der Komtesse. In der Mitte des Tisches prangte der Schwester Bild. Ganz in der Frühe heute morgen hatte Rose Marie fie beim Arm genommen. Zur zweiten Beratung der Novelle zum Strafgesetzbuch ist von sozialdemokratischer Seite der Antrag gestellt wor= den, in allen Fällen, wo Betteln aus Not erfolgt ist, Straflosigkeit einzuführen. Diesem Antrage dürfte seitens der Es wird anerRegierung nicht stattgegeben werden. kannt, daß die Regelung der Strafbarkeit des Bettelns verbesserungsbedürftig sei, es ist auch beabsichtigt, bei der allgemeinen Revision des Strafgesetzbuches diese Frage im Zusammenhang mit verwandten Fragen, wie z. B. Diebstahl oder Mündraub aus Not, zu regeln. Im Zusam= menhang mit diesen Fragen ist alsdann auch die weitere grundsätzliche Frage zu lösen, ob und in welchem Umfange den Gerichten ein allgemeines Strafmilderungsrecht einzuräumen sei. Wenn du's fannst, Lenchen,-- gib's nicht für geringen Preis hin. Sag das Doppelte des Angefeßten, wenn man dich fragt. Soll's nun einmal fort, was mir bas Liebste war, so sollen auch viele, viele arme Kinder badurch beglückt werden." Gerade, als die Komtesse wieder einmal in dem Gewühl verschwunden war und gegen sehr hohe Preise winzig fleine Blumensträuße den vorübergehenden Herren ins Anopfloch steckte, dachte Lenchen an der Schwester Bitte. Ueber die Lösung der Aerztefrage in der Reichsversicherungsordnung ist in der Reichstagskommission eine Verständigung erzielt worden, der auch die Regierung zustimmen dürfte. Die Verständigung beruht darauf, daß die in der Vorlage vorgesehenen Vertragsausschüsse als solche überhaupt in Fortfall kommen sollen. Lediglich ihre Funktion, als Einigungsamt zu wirken, soll erhalten bleiben. Eine Erinnerung an die Reichstagsauflösung von 1906. Der„ Hamburgische Korrespondent" erklärt in der Lage zu sein, die Blättermeldung als unwahr zu bezeichnen, daß Graf Ballestrem am 13. Dezember 1906 den Fürsten Bülow im Reichstag vor Beginn der Sitzung gefragt habe, ob es wahr sei, daß der Reichstag aufgelöst werden solle, falls die Regierungsvorlage abgelehnt würde und daß Fürst Bülow ihm erwidert habe, er denke nicht an eine Auflösung, es sei kein Wort davon wahr. Kleine Nachrichten. Die Carnegieftiftung für Lebensretter. Der„ Reichs anzeiger" veröffentlicht eire königliche Order, wonach der von Andrew Carnegie mit einem Krita! von 1½ Millionen Dollars unter dem Namen„ Carn çiftisiung für Lebensretter" in Berlin begründ ten den Stiftung die landesherrliche Genehmigung( it d. Ein großes Berliner projekt ut ett eine grundsäbliche Zustimmtung gefun. Die er Ver= fehrsdeputation stimmte gestern em Vertragsent, rf zwis schen der Stadtgemeinde Berlin und der A. EG über den Bau einer elektrischen Hoch- und Untergrun bahn vom Ge sundbrunnen Eis Rirdorf zu. Der Entwurf wird der Ma gistrat unverzüglich zur Beschlußfassung zugehen. Ueber 32 Millionen Mark für Armenpflege wurden Berlin im Etatsjahre 1909/10 verausgabt. Davon curden 6 Millionen Mark durch Einnahmen gedeckt. Es mußte so. mit ein Zuschuß von 26% Millionen Marf geleistet verden. Dieser Zuschuß hat sich in den letzten fünf Jahren, in denen die Bevölkerung nur um 24 000 Seelen zugenommen hot, um 7 Millionen Mark erhöht. Die provisorische Regierung in Portugal hat mit Beginn des neuen Jahres drei Gesetze erlassen. Das erste will für Arbeiterschutz in Fabriken und Handwerksbetrieben sorgen, das zweite erniedrigt die indirekten Steuern auf wichtige Lebensmittel und verspricht weitere Ermäßigungen am 1. Juli. Das dritte endlich gibt der Königin= witwe Maria Pia eine monatliche Rente von 25 ReisContos, bis das Parlament endgültig über die Ansprüche und finanziellen Rechte des Königshauses entschieden hat. Fortgesetzt treffen Privatberichte über den ungünstigen Etand der Verhältnisse in Portugal in Paris ein. Die Möglichkeit der Wiederherstellung der Monarchie gilt allerdings vorläufig für sehr gering. Wahrscheinlicher ist, daß im republikanischen Lager die Radikalen zur Macht ge= langen werden. Lotie von Tresch, die ihre Lose bereits ausverkauft hatte, bot jest Süßigkeiten feil und erzählte der Schulfreundin lachend, daß sie für jedes Pralinee, welches fie selber angebissen, das Dreifache bezahlt bekomme. Lenchen fühlte ihr Herz ängstlich flopfen. Irgend etwas in threm Innern empörte sich über dieses Gebaren. Da, schon wieder ein Käufer. Diesmal fein blutjunger Leutnant oder Primaner. Groß, fräftig, Stirn und Wangen wie von herber Bandluft gebräunt. Er stand und hielt Rose Maries Bild in der Hand. - Bitternde Lichtwellen ergossen sich über das blonde Mädchenbaunt im Boote. Gerade se, als müßte es fich Ein schwerer Wettersturz ist in den Vereinigten Staaten eingetreten. In Neuvork herrscht eine ungewöhnliche Wärme, die von dichtem Nebel begleitet ist. Gleichzeitig herrscht im Westen große Kälte. Schwere Schneestürme haben empfindliche Verkehrsstörungen zur Folge. Schneefall und Kälte werden übrigens auch aus Frankreich und Ita= lien gemeldet. Zur Beleuchtung der Zustände auf den französischen Eisenbahnen teilt eine badische Firma der Frff. 3tg. mit, daß fie am 11. Oktober zwei Korbflaschen mit Kirschwasser nach Paris gesandt, und erst am 23. Dezember die Nachricht erhalten habe, daß der Adressat die Annahme der Sendung verweigere. Das hat zusammen 72 Tage gedauert. Die Türkei rüstet. Wie die türkischen Blätter melden, hat das türkische Marineministerium bei englischen Werf= ten 10 Kanonenboote bestellt, von denen 8 für den Persischen Golf und für die albanesische Küste bestimmt sind. Demnächst soll auch die Ausschreibung einer Offerte für den Bau von 30 kleineren Kanonenbooten erfolgen, die der Ueberwachung der Küste des Roten Meeres dienen. im nächsten Augenblick umwenden und dem Bejmauer en strahlend glückliches Antlig zeigen. Die Ulanenuniforn blizte auf, der lachende Mund darüber, das dunkle, lockigi Haar des jungen Offiziers-- Ein paarmal strich der Fremde mit dem Finge darüber hin. Ein verträumter Bug um die Lippen, eir füßselig Erinnern. Und nun sah er hastig empor uni gerade in Lenchens blaue, neugierige Augen. Fast erschreck glitt sein Blick über das hübsche, sonderbar vertraute Ge fichtchen. hervor. Wie, wie heißen Sie?" stieß er fast raul Sie antwortete wie unter einem Banne. Wer hat das Bild gemalt?" Benchen hob stolz das Köpfchen. Rose Marie, meine Schwester. Es ist abe schrecklich teuer", fezte sie troẞig hinzu. Ein nicht alltäglicher Streif ist im Münchener Schlachthof ausgebrochen. Infolge der neu in Kraft getretenen Schlacht- und Viehhofordnung lehnten sich die Viehhofkommissäre gegen die nun obligatorisch gewordene Ausstellung eines Verkaufsscheines auf. Sämtliche Kommissäre haben diese Ausstellung verweigert und Streifposten ausgestellt, die die Nichteingeweihten unterrichten sollten. Die Direk tion des Schlachthofes geht gegen diesen Streik ganz energisch vor. Der Fremde lächelte. Rose Marie", wiederholte ei leise, zärtlich. Immer wieder sah er auf das Bild. Hier - hier faß er selbst am Ruder unter dem Königsstuhl hier trug er noch den bunten Rock in erster, sorgloses Jugend, und neben ihm im Boote sein blondes Lieb, das auf ihn warten wollte, warten. Ein Bierstreit ist in dem Städtchen Neuses im Frankenwalde ausgebrochen. Die Einwohnerschaft hat sich bei hoher Geldstrafe verpflichtet, im neuen Jahr kein Bier zu trinken, bis die Wirte den Preis für den Liter von 24 wieder auf 20 Pfennige herabsetzen. Wenn die guten Bürger das nur aushalten! Ein Offiziersdrama hat sich in der Neujahrsnacht in Deutsch- Eylau abgespielt. Als sich der Leutnant Krüger nach seiner Wohnung begab, geriet er mit mehreren Zivilpersonen in Streit, die ihn mißhandelten, ihm seinen Degen entrissen und zerbrachen. Erst die Dazwischenkunft anderer Bersonen befreite ihn aus seiner peinlichen Lage. Dieser Vorfall ließ in dem jungen Offizier den Entschluß reifen, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Er schoß sich eine Revolverkugel in den Kopf. Acht Hundertmarkscheine im Ofen verbrannt. In Os nabrück hat die Frau eines Bahnbeamten, der sein Vierteljahrsgehalt in acht Hundertmarkscheinen auf einen Tisch gelegt hatte, die Scheine mit Neujahrs- Briefkouverts in den Ofen gesteckt und versehentlich verbrannt. Es war niemals gekommen, wie sie beide es erträumt Das Schicksal selbst hatte ihm durch einen einzigen leicht finnigen, im Jugendübermut vollbrachten Streich den Ab schied von der geliebten Uniform gegeben, ihn jahrelang ergrimmt und einsiedlerisch auf des Vaters weltfremdei Scholle festgehalten und seine siegreiche Jugend mit genommen. Sie, die er lieb gehabt, das verwöhnte, stolze Soldatenkind, wie bald, ach, wie bald mocht sie wohl den Verbannten, Ausgestoßenen vergessen haben Er stand in Träume versunken und rührte sich nicht Lenchen wurde ungeduldig. In ihrer findlichen Offenheit begann sie das Bild anzupreisen. Erzählte der Schwester Gebot, erklärte den teuren Preis und schmückte das liebe, blonde Haupt daheim mit einem wahren Glorienschein selbstloser Liebe und Opfermilliafeit Aus Furcht vor langem Krankenlager hat sich in Habinghorst( Westfalen) eine siebzigjährige Witwe im Emscherfluß ertränkt. r geftern Gestän Einbrü pon ze Veran 14jähri fyftema verfuch men, t haftet Da mal in icon w men. mehrer unter einem Geld, merffai gab die 18 Jah feftnah Untersu ift ein der vor natswe Enfel drohung Sald fe Ei Wegen Verunt renung von zwei Millionen Rubel ist der Chef der Wladiwostoker Festungsingenieure nach einer Meldung aus Petersburg verhaftet worden. Der Fall erregt großes Aufsehen. Mit einem Bierglas seiner Frau den Schädel zertrüm mert hat ein Arbeiter in Charlottenburg. Hausbewohner veranlaßten die Verhaftung des Mannes, der die Tat im Rausche begangen hat. Die Verletzte wurde ins Kranken= haus geschafft. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Die deutsche antarktische Expedition. Unter dem Vorsitz des Prinzen Heinrich hat sich gestern in Berlin der Arbeitsausschuß der deutschen antarktischen Expedition des Oberleutnants Filchner konstituiert. Prinz Heinrich führte aus, es, sei eine Freude, noch Männer zu finden, die bereit seien, für eine Idee ihre Haut zu Markte zu tragen oder Opfer zu bringen. Die Persönlichkeit des Führers und der Expeditionsteilnehmer bürge für ihren Erfolg. Gerhart Hauptmann wird im Laufe dieser Woche in Berlin eintreffen, um die letzten Proben zu seiner Tragikomödie„ Die Ratten" persönlich zu überwachen, deren Uraufführung am 13. Januar im Lessingtheater stattfinden soll. Der Dichter hat hier, der„ Voff. 3tg." zufolge, das zuletzt von ihm bevorzugte Gebiet des Märens und der Legende verlassen, um sich, sich seiner naturalistischen Anfänge erinnernd, wieder der näheren Wirklichkeit zuzuwenden. Das neue Stück spielt in einem Berliner Milieu auf einem Dachboden, in dem sich ein verkrachter Theaterdirektor mit seinem Fundus untergebracht hat, mit richtigen Ratten und bildlich gemeinten, die an seinem Leben nagen. Ein Bittern tam über den starken Mann, ein Jube und Jauchzen plöblich, als er so den Worten des Back fischchens lauschte. -- Rose Marie,- sie war frei, Rose Marie hatte ihn nicht verdammt, nicht vergessen, nur das eine hörte und fühlte er aus allem Trubel ringsumher. Troß des hohen Preises gab Lenchen nur trübselig das Bild zum Verkauf hin. Etwas wie Schuldbewußtsein regte sich nun doch in ihr, als sie des blassen, traurigen Gesichts der Schwester gedachte. Der Fremde, der schon ein paar Schritte durch den Saal gegangen war, fehrte plößlich wieder um. Einen ganzen Büschel rote Rosen in der Hand, die er hastig vor dem erstaunten Backfisch niederlegte. Wollen Sie die Ihrem Fräulein Schwester geben, ja, wollen Sie das? Und von dem Bootsmann grüßen, dem Flüchtling, dem Verdammten, ja, ver geifen Sie das nicht? Er,- er wird das alte Bild wiederbringen,- wiederbringen",--septe er haltlos Hinzu. Lenchen fah ihm nach, bis sein dunkler Rod in dem bunten Gewühl verschwunden war. Dann faltete fie erschauernd die Hände. Das hatte ja geradeso ausgesehen, als ob der fremde Mann geweint hätte.- Heute hat das Bild einen Ehrenplaß auf dem Gute Bornstädt. Frau Rose Marie steht oft glücklich davor und läßt ihren braunlockigen Buben nach dem lustig tanzenden Boote greifen, auf dem der Papa die Ruder führt. Wie sie dann lächeln miteinander,== Mutter und Kind! Ende.= ner po Neujah Sause unterhi bei Lad bann zurüdte mer na ging zu fie in d per plö man au ergab, haben Gift, a des Br mord g Twiggs nun zu süchtige 3yanta bavon einen F De Berlin die Kr macht F anderen res faft Schmud nes Vi die Kri Kreisen fanden stammte Friedri Straße. jo gela Stamm Reinho hold", „ Pröpte Reinho Teil n betrieb nahmen nen Kr Erlös De burger das felt an dem auszufe über sei weis do Voraus wünscht hingew Als de diefe, m wirt be hätte ti Nid schon ei aber for Erh die Che ſen." Adi rüftet a darauf welche denden Sof Lei den Ho Ausnah Staatsm Offizier Irrtüm den Er es ist Damen der hoh poffeftli bürgerli find alle alt. 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Die Knaben, die sich im Alter von zehn bis vierzehn Jahren befinden, hatten sich auf Veranlassung eines aus der Schule bereits entlassenen 14jährigen Burschen zu einer Bande zusammengetan und systematisch die Lauben ausgeplündert. Bei einem gestern versuchten Diebstahl wurde einer der Burschen festgenommen, während die anderen aus der Schule heraus verhaftet wurden. Das schändliche Treiben der Erpresser steht wieder einmal in Berlin in voller Blüte. Die Kriminalpolizei hat schon wieder zwei Verhaftungen von Erpressern vorgenom men. Ein Pensionatsinhaber in der Kochstraße erhielt mehrere Briefe, in denen er schließlich aufgefordert wurde, unter dem Zeichen L. M. eine bestimmte Summe nach einem angegebenen Postamt zu schicken. Sende er kein Geld, so werde die Sittenpolizei auf sein Pensionat aufmerksam gemacht werden. Der geängstigte Mann übergab die Briefe der Kriminalpolizei, die sehr bald einen 18 Jahre alten Gürtler als den Erpresser ermittelte und festnahm. Er legte ein Geständnis ab und wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Der zweite Erpresser ist ein Zimmervermieter, bei dem ein Student wohnte, der von einem Onkel regelmäßig einen beträchtlichen Monatswechsel erhielt. Der Erpresser verlangte von dem Onkel brieflich eine bestimmte Summe unter gewissen Androhungen. Auch in diesem Falle konnte der Erpresser bald festgenommen werden. - Eine seltsame Liebestragödie beschäftigt die Bewohner von Cumberland in den Vereinigten Staaten. Am Neujahrsabend weilte der Kaufmann Charles Twigg im Sause seier Braut Fräulein Grace Elosser. Das Paar unterhielt sich im Eßzimmer mit der Brautmutter, und bei Lachen und Scherz vergingen die Nachmittagsstunden, dann wurde Frau Elosser kurze Zeit abberufen. Als sie zurückkehrte und im inzwischen dunkel gewordenen Zimmer nach den beiden rief, erhielt sie keine Antwort. Sie ging zum Sofa, tastete nach ihrer Tochter und berührte sie in dem Glauben, jene scherze, aber leblos fiel der Körper plötzlich zu Boden. Als Licht angezündet wurde, fand man auch den Bräutigam tot. Die ärztliche Untersuchung- ergab, daß Twiggs und seine Braut Zyankali genommen haben mußten. Bei den beiden war aber kein weiteres Gift, auch wurde weder im Hause der Braut, noch in dem des Bräutigams solches gefunden, wie auch zum Selbstmord gar kein Grund vorlag. Dagegen wurde im Munde Twiggs noch ein Stück Kaugummi gefunden. Man neigt nun zur Annahme, daß es sich um ein Geschenk einer Eifersüchtigen handelt, und daß es der Kaugummi war, der 3jankali enthielt. Vielleicht hat das junge Mädchen auch bavon genommen, vielleicht ist die Üebertragung durch einen Kuß erfolgt. Der Schrecken der Geschäftsleute am Halleschen Tor in Berlin war eine siebenköpfige Einbrecherbande, von der die Kriminalpolizei jetzt fünf Mitglieder unschädlich ge= macht hat. Die Bande erbrach in der Lindenstraße und in anderen Straßenzügen in der Umgebung des Halleschen Tores fast jede Nacht Schaufenster und erbeutete besonders Schmucksachen, Pelze und Federn. Trotz der Belebtheit jenes Viertels blieben die Einbrecher unentdeckt, bis ihnen die Kriminalpolizei durch ständige Beobachtungen in den Kreisen der Halbwelt auf die Spur tam. Die Beamten fanden bei Mädchen Sachen, die aus jenen Einbrüchen Stammten. Die Spur führte zurück nach einem Cafe in der Friedrichstraße und einer Schankwirtschaft in der LindenStraße. Diese beiden wurden jezt ständig beobachtet, und so gelang es, das ganze Treiben aufzudecken. Zu den Stammgästen der beiden Lokale gehörten ein gewisser Reinhold Röske mit dem Spitznamen„ Studenten- Reinhold", ein früherer Kaufmann Franz Harms, genannt ,, Pröpfenfranz", und ein Händler Max Kröbel, der in seinen Kreisen als„ Brillantenmar" bekannt ist. ,, StudentenReinhold" war der Führer der Einbrecherbande, die zum Teil noch aus unbestraften Leuten bestand. Fünf Mann betrieben die ,, praktische Arbeit", Harms und Kröbel übernahmen die Beute und setzten sie in der Halbwelt ab. Den Erlös pflegte die Bande in dem Cafe zu verjubeln. Der Mieter mit dem Hundertmarkschein. Ein Hamburger Hausbesitzer hatte beim letzten Wohnungswechsel das seltene Glück, daß sich sofort ein Mieter einstellte, der an dem zu mietenden neuen Quartier nicht das geringste auszusehen hatte. Einem etwaigen Zweifel des Hauswirts über seine finanzielle ,, Bonität" begegnete er mit dem Hinweis darauf, daß er gewohnt sei, die Miete monatlich im Voraus zu bezahlen. Unter diesen Umständen beglückwünschte sich der Hauswirt und begann auf einen lässig hingeworfenen Hundertmarkschein den Rest herauszugeben. Als der Mann zwei Zehnmarkstücke blizen sah, ergriff er diese, murmelte etwas und verschwand. Der verdugte Hauswirt besah sich jetzt seinen Hundertmarkschein, was er früher hätte tun sollen, und fand sich im Besize einer„ Blüte", Nicht so arg." Ist's wahr, daß Ihr neuer Kassierer schon eine kleine Operette komponiert hat?" aber sonst ist's ganz' n ehrlicher Mensch." Gewiß Schlimm und schlimmer. Ich reiche gegen meine Frau die Ehescheidungsklage ein sie hat mich böswillig verlas= sen." Du Glücklicher! Die meinige bleibt böswillig." Hoffähigkeit. Aus den Erinnerungen eines Hofmannes. Alljährlich wenn die Zeit herankommt, daß man sich rüstet auf die Saison, wird die Frage laut, wer Anspruch darauf hat, zu den Hoffestlichkeiten eingeladen zu werden, welche Schritte zu tun sind, um in die Liste der Einzuladenden zu gelangen. Nun ist die Frage für den Berliner Hof leicht zu beantworten. Die Damen müssen, um zu den Hoffesten eingeladen zu werden, adlig sein, mit der Ausnahme, daß die Gemahlinnen und Töchter bürgerlicher Staatsminister und der ihnen an Rang gleichstehenden Offiziere gleichfalls den Vorzug genießen, hoffähig zu sein. Irrtümlich ist die Meinung, daß die Damen, deren Männer den Erzellenztitel erhalten, dadurch hoffähig werden, und es ist mehr wie einmal vorgekommen, daß bürgerlichen Damen die peinliche Eröffnung gemacht werden mußte, daß der hohe Rang ihres Gemahls ihnen den Zutritt zu den Hoffestlichkeiten nicht gewähre. Was die Herren betrifft, so sind alle Offiziere, ob adlig oder bürgerlich, hoffähig, die bürgerlichen Beamten erst von einer bestimmten Rangstufe an. Ganz anders streng als am Berliner Hofe sind die Vorschriften über Hoffähigkeit am kaiserlichen Hofe zu Wien. Um dort hoffähig zu sein, muß man die Geheimratsoder Kämmererwürde haben, und das ist der Grund, weshalb fast sämtliche männliche Mitglieder der standesherrlichen Homilien in Desterreich Kämmerer sind, während in den den oeutschen Staaten die Prinzen und Grafen aus mediatisierten Häusern es verschmähen, sich zu KammerHerrn ernennen zu lassen. In Wien ging oder geht es bei Hofe nur nach dem Alter der Geheimrats- oder Kämmerer= Würde. Neben den strengen Bedingungen, an die man in Wien die Hoffähigkeit knüpft, erscheinen die Anforderungen, die zur Zeit des Herzogs Ernst II. von Koburg an die Personen gerichtet wurden, die zu Hofbällen eingeladen wurden, mehr als liberal Hier galt fein Stand, fein Name, fönnte man sagen Hoffähig war jedes junge Mädchen, das ein hübsches Gesicht hatte Man behauptet, daß Töchter herzoglicher Lakaien, wenn sie gut aussahen, auf den Hofbällen willkommene Tänzerinnen waren Und man erzählte mir einst, daß am Tage nach einem Hofballe eine Anzahl junger Offiziere aus benachbarten Garnisonen sich auf dem Gothaer Bahnhof zusammenfand, um heimzureisen. Am Büfett lie= Ben sie sich ein Glas Bier geben, und da kam ihnen das Büfett- Fräulein so merkwürdig bekannt vor. Ich weiß nicht, mein Fräulein," lagte der eine, wo wir uns schon gesehen haben, aber gesehen habe ich Sie schon."..." Allerdings," erwiderte das junge Mädchen, gestern abend auf dem Hofballe habe ich mit dem Herrn Leutnant getanzt!" Daß heute an dem Koburg- Gothaischen Hofe andere Grundsätze über die Hoffähigkeit gelten, bedarf keiner weiteren Erwähnung. Der großherzogliche Hof in Weimar war unter dem Großherzog Alexander und der Großherzogin Sophie sehr exklusiv und auf einem vornehmen Fuße geführt, aber Fremden gegenüber, wie auch hervorragenden Künstlern und Gelehrten, sehr entgegenkommend und liebenswürdig. Manche thüringischen Höfe haben zumteil noch strenge Vorschriften über die Hoffähigkeit, während andere wieder bürgerliche Beamte und hervoragende Industrielle, Kaufleute, vorausgesetzt, daß sie Chefs einer Fabrik oder eines Handelshauses sind, mit Gemahlinnen und Töchtern zu ihren Festen zulassen. Der fönigliche Hof in Dresden hat immer für be= sonders, vornehm gegolten, sich aber, wenigstens unter den beiden letzten Königen, den Fremden, besonders Engländern und Amerikanern nachsichtiger gezeigt als den eigenen Landesfindern. Daß endlich die beiden mecklenburgischen Höfe an der alten Ordnung, die keinen Bürgerlichen über die Schwelle läßt, unerbittlich festhalten, wird niemand überraschen. Ging man doch bis zum Tode des Großherzogs Friedrich Wilhelm in Strelit so weit, daß in der Kirche die Andächtigen beim Eintritt vom Küster befragt wurden, ob sie adlig oder bürgerlich seien, und je nach der Antwort auf die eine oder andere Seite gewiesen wurden. Dasselbe fand bei Konzerten im Park statt, wo verschiedene Alleen für den Adel und für die Bürgerlichen bestimmt waren. Ja, sogar im Tode wurde ein Unterschied gemacht, im Geläute der Glocken, und wenn man ein Sterbegeläut hörte, wußte man gleich, ob es einem Adligen oder einem Bürgerlichen galt. Dem Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg und seiner trefflichen ersten Gemahlin, der Herzogin Elisabeth, ge= borenen Prinzessin von Sachsen- Weimar, mögen die gesellschaftlichen Zustände in Braunschweig zunächst etwas sonderbar erschienen sein, da sie die Sitten und Gebräuche der Höfe zu Schwerin und Weimar gewohnt waren. Nun war es aber unmöglich, Schweriner oder Weimarsche Ansprüche an die Leute zu erheben, die man in Braunschweig bei Hofe sehen wollte. Die Herrschaften fanden sich also in die gegebenen Verhältnisse und begnügten sich damit, etwas höhere Ansprüche an den Anzug der bet Hofe erscheinenden Personen zu stellen. So wurde den Damen verboten, in weißen Lederschuhen zu erscheinen, ste durften nur in weißen Atlasschuhen kommen. Den Herren aber, die keine Untform hatten, wurde befohlen, Escarpins, Schuhe und Strümpfe und das sogenannte französische Hofkleid mit Degen anzulegen. Der schwarze Frack war vollständig verpönt. Das gab bei den ersten Hofbällen viele Enttäuschungen, da Familien, deren Väter feine Uniform hatten, zu Hause bleiben mußten, was den tanzlustigen Töchtern ein schmerzliches Opfer bedeutete. Nun ist es immerhin etwas eigentümlich, daß am Königlichen Hofe zu Berlin die Her= ren, denen keine Uniform zusteht, im Frack und weißer Binde erscheinen können und ihnen auch das Recht zusteht, im französischen Hofkleide zu kommen, daß aber in Braunschweig dieses Recht zur Pflicht geworden ist. Indes läßt sich nicht viel dagegen sagen. Jeder Hof hat das Recht, für seine Besucher nach Belieben Vorschriften zu erlassen, und wer sich ihnen nicht fügen will, der bleibt eben fort! Die Londoner Polizei im Kampf mit Anarchisten. Jr dem Londoner Vororte Houndsdith, wo kürzlich, wie gemeldet, bei einem Kampfe mit russischen Verbrechern eine Anzahl Polizisten getötet wurden, ist es gestern wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen den zahlreichen dort Hausenden Verbrechern und Polizeimannschaften ge= tommen. 700 Polizeibeamte versuchten mit unterstützung von Truppen, in das Haus, in dem man die beiden Mörder der kürzlich getöteten Polizisten vermutete, einzudringen. Die Nachforschungen der Polizei nach den Mördern dauerten schon mehrere Wochen. Die Polizei umstellte nach und nach das Gebäude, wobei viele Revolverschüsse zwischen den Polizeibeamten und dort wohnenden Ausländern gewechselt wurden. Im Verlaufe des Kampfes erhielt ein Schuhmann einen Schuß in die Brust. Die Kugel gleicht den von den Mördern gebrauchten. Eine Abteilung der schottischen Garde kam schließlich der Polizei zu Hilfe. Das Gebäude fing schließlich an zu brennen. Nachdem die Flommen das ganze Haus ergriffen hatten, stiegen die Belagerten aufs Dach, von wo sie auf die Soldaten und die Polizeibeamten schossen. Es wurden verschiedene Explosionen gehört. Gegen 2 Uhr nachmittags stürzte das Dach ein. Im Augenblick, als das Dach des brennenden Hauses mit den darauf geflüchteten Verbrechern zusammenstürzte, erschütterten mehrere heftige Explosionen die anliegenden Straßen. Man nimmt an, daß diese Explosionen von einem Bombenlager herrühren, das in dem Hause verborgen war. Auf dem zusammenstürzenden Dach sah man noch einige Momente dunkle Gestalten verzweifelt umherlaufen. Dann schoß eine ungeheure Rauch- und Feuersäule hoch empor und die Gestalten verschwanden mit den Trümmern in der Tiefe. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sämtliche Verbrecher in den Flammen umgekommen sind. Das Innere des Hauses gleicht einem Trümmerhaufen. Eine ungeheure Menschenmenge belagerte die ganze Umgegend. Um 3 Uhr nachmittags trafen drei Geschütze der reitenden Artillerie auf dem Kampfplah ein. Die Feuerwehrleute drangen in das abgebrannte Gebäude ein, wo sie mehrere Leichen gefunden haben sollen. Nach den letzten Berichten über die gestrige Straßenschlacht hot die Polizei in dem in Brand geschossenen Hause nur zwei Leichen aufgefunden, die von vielen Projektilen durchbohrt und gänzlich verbrannt waren. Die Polizei glaubt, daß der Brand durch die Schüsse entstanden ist, die die Gasleitung durchbohrten, also nicht durch die Verbrecher angelegt wurde. Ein Polizeiinspektor wurde durch einen Schuß in die Hüfte schwer verwundet. Das Haus, in dem die beiden Leichen liegen. wird von der Polizei bernacht Schließlich, meldet uns der Vraht now: London, 4. Januar. Allmählich beginnt sich die Aufregung über die erstaunliche Affäre im Osten Londons zu legen und nun erscheint allen das Erstaunlichste daran, daß zwei verzweifelte Verbrecher von der gemeinsten Sorte die Themse- Stadt fast ebenso erschüttern konnten, als wenn eine feindliche Armee plötzlich in ihrer Mitte erschienen wäre. Es gilt jetzt für sicher, daß die beiden gefundenen Toten die einzigen Gegner von 1000 Mann Polizeitruppen, zwei Abteilungen schottischer Gardetruppen mit einem Mayimgeschütz und einer Abteilung Feldartillerie mit 3 Geschützen sowie von einem zahlreichen Feuerwehraufgebot mit Dampfspritzen waren, welche große Wehrmacht von dem Minister des Innern und einem Stab von Offizieren befehligt wurde, um einen halben Tag lang Belagerungsdienst zu üben. Drabtnachrichten und neuestes. Ein Pockenfall in Berlin. Berlin, 4. Januar. In einer deutsch- russischen Arbeis terfamilie erkrankte der dreiviertel Jahr alte Sohn unter verdächtigen Umständen. Der hinzugerufene Arzt ließ fo= wohl das Kind wie die Eltern nach dem Krankenhause schaf= fen, da begründeter Verdacht vorlag, daß das Kind an schwarzen Pocken erfranft sei. Die bakteriologische Untersuchung ergab, daß tatsächlich ein Fall von schwarzen Pocken vorliegt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat der Knabe den Krankheitsfeim aus Rußland mitgebracht. Mordversuch aus Mitleid. Hamburg, 4. Januar. Vor dem hiesigen Landges richt standen gestern der 21jährige Kaufmannslehrling Ottomar Kothe aus Kottbus und sein 27jähriger Bruder Dr. chem. Walter Kothe, der Assistent an einem chemischen Laboratorium in Großlichterfelde ist, unter der Anklage, den Versuch gemacht zu haben, ihren Bruder Karl, der infolge eines Selbstmordversuches erblindet war durch Gift aus der Welt zu schaffen, um den Unglücklichen von seinem Leiden zu erlösen. Das Gericht verurteilte beide Angeklagte gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zu je 5 Monaten Gefängnis. Kampf eines Pastors mit Einbrechern. Düsseldorf, 4. Januar. In das evangelische Pastorat am Clever Platz drangen in der letzten Nacht Diebe ein. Der Pastor erwachte und schoß auf die Verbrecher. Diese erwiderten die Schüsse und flüchteten dann. Einer von ihnen wurde später von einem Kriminalbeamten verhaftet. Ein anderer verlegte einen Beamten, der ihn festnehmen wollte, durch mehrere Schüsse und entkam dann. Schwerer Rodelunfall. 0 Saarbrücken, 4. Januar. Beim Rodeln auf einem an der Straße gelegenen Platze fuhren zwei Knaben im Alter von 8 und 9 Jahren direkt in ein Fuhrwerk hinein und wurden schwer verletzt. Drei Mädchen ertrunken. Forbach( Elsaß), 4. Januar. Gestern abend sind in Altrip beim Schlittschuhlaufen drei Mädchen ertrunken. Die Leichen konnten erst nach vielem Suchen geborgen werden. Furchtbarer Betriebsunfall. Nürnberg, 4. Januar. Ein furchtbarer Betriebsunfall hat sich in der Tuchfabrik im nahen Weißenburg ereignet. Die Arbeiter Winkler und Schlupf waren an den Transmissionen mit dem Auflegen eines Niemens beschäftigt, als die Transmission plötzlich in Bewegung gesetzt wurde. Winkler wurde mehrere Male herumgeschleudert, sein Körper durchschlug eine Holzwand und fiel dann gräßlich verstümmelt leblos ab. Er hinterläßt eine Witwe und zehn Kinder. Schlupf kam mit leichten Verlegungen davon. Erdbeben im asiatischen Rußland. Petersburg, 4. Januar. In Taschken wurde heute früh 4 Uhr ein heftiges Erdbeben verspürt. In Wjernyi sind einige Gebäude zerstört worden. In Kopal sind ebenfalls mehrere Erdstöße verspürt worden, die große Risse im Erdboden hervorgerufen haben. Brand eines Personenwagens. Warschau, 4. Januar. In der vorletzten Nacht geriet ein Personenwagen dritter Klasse auf der Niemenbahn zwischen Grodnow und Suwalki in Brand. Der Wagen wurde gänzlich eingeäschert. Einige verkohlte Leichen sind unter den Trümmern gefunden worden. Zehn Personen haben schwere Brandwunden erlitten. Warschau, 4. Januar. Die Nachricht vom Brande eines Personenwagens auf der Niemen- Bahn bestätigt sich. Der Brand ist durch unvorsichtiges Umgehen der Passagiere mit Benzin entstanden. Räuberromantik in Wild- West. Neuyork, 4. Januar. Der Southern Pacific- Bug wurde in der Nähe von Ogden von zwei Banditen angehalten. Sie erschossen den Negerkellner und nahmen den zahlreichen Pas= sagieren ihre ganze Barschaft und sämtliche Wertsachen ab. Handel und Verkehr. Frankfurt, 3. Januar. Viehmarktpreise vom 2. Januat Preise für 1 Zentner: 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt( Rebendgewicht) M 52-57,( Schlachtgewicht) M 95-98, b) junge fleischige, nicht ausgemästcte und ältere ausgemästete( e- bendgewicht) M 46-51,( Schlachtgew.) M 83-93, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgem.) M 43-53, ( Schlachtgew.) M 79-83, 5) gering genährte jeden Alters ( Lebendgew.) M-,( Schlachtgew.) M-, 2. Bullen: a) vollfletschige, ausgewachsene, höchst. Schlachtwertes( Lebendgew.) M 46-49,( Schlachtgew.) M 76-81, b) vollfleischige jüngere ( Lebendgew.) M 41-45,( Schlachtgew.) M 68-75, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere( Lebendgem.) M 00-00,( Schlachtgew.) M 00-00, d) gering genährte( Lebendgew.) M 00-00,( Schlachtgem.) M 00-00, 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 42-46, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgem.) M 40-45,( Schlachtgewicht) M 74-81, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Lebendgem.) M 33-40, ( Schlachtgew.) M 63-77, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgem.) M 24-31,( Schlachtgem.) M 48-62, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgem.) M 21-23, ( Schlachtgew.) M 48-52, 4. Gering genährtes Jungvieh ( Fresser)( Lebendgew.) M-,( Schlachtgem.) M - Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgem.) M-,( Schlachtgew.) M -, b) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugkälber( Lebendgew.) M 58-61,( Schlachtgew.) M 96 bis 102, c) mittlere Mast- und gute Saugkälber( Lebendgew.) M 52-56,( Schlachtgew.) M 88-95, d) gering. Saug= fälber( Lebendgew.) M 50-51,( Schlachtgem.) M 85-86. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgem.) M 37-88,( Schlachtgew.) M 78.-, 6) ältere Masthämmel und gut gen. Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew. M c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Merzschafe)( Lebendgew.) M--( Schlachtgew.) M 8) Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) M Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht( Lebendgew.) M-,( Schlachtgew.) Mb) vollfleischige Schweine über 2½ Zentner Lebendgew. Lebendgem. M 00-00,( Schlachtgew.) M-, c) vollfleischige Schweine über 2 3tr. Lebendgew.( Lebendgew.) M 53%-56,( Schlachtgew.) M 68-70, d) vollfleischige Schweine bis zu 2 3tr. Lebendgew.( Lebendgew.) M 54-55,( Schlachtgew.) M 68-70, e) fleischige Schweine( Lebendgew.) M 51 bis 58,( Schlachtgew.) M 65%-68, f) Sauen( Lebendgew.) M 50.( Schlachtgew.) M 62. 11 Bekanntmachung. Betr. Abfuhr des Hauske hrichts. Die mangelhafte Aufstellung der Kehrichtgefäße, insbesondere aber die Verwendung ungeeigneter Kehrichtbehälter( wie Holzkisten, Eimer und Kästen ohne Deckel), hat in vielen Fällen eine Verunreinigung des Straßengeländes zur Folge. Ferner muß es als Mißstand bezeichnet werden, wenn stundenlang nach stattgehabter Leerung die Gefäße auf den Bürgersteigen stehen bleiben und den Verkehr hemmen. Wir haben die Schutzmannschaft angewiesen, dieſem Uebelstand ihre verschärfte Aufmerksamkeit zuzuwenden und alle Verstöße gegen die Bestimmungen des Artikel 111 und 112 des Polizeistrafgesetzbuchs und§ 366 9 und 10 R. St. G., die das Herausstellen der Gefäße auf die Straße 2c. und die Verunreinigung von Ortsstraßen und öffentlichen Plätzen unter Strafe stellen, zur Anzeige zu bringen. Wir machen darauf aufmerksam, daß eine ordnungsgemäße und reinliche Art der Aufbewahrung des Hauskehrichts durch die Verwendung der mit Deckel versehenen Kehrichtgefäße, wie sie von verschiedenen Firmen zur Zeit in den Handel gebracht werden, sehr gefördert wird. Diese runden Kehrichteimer mit Tragbügel und daran befestigtem Deckel verhindern das Herausscharren und Verschleppen des Kehrichts durch Hunde, erleichtern die Entleerung der Behälter bei der Abfuhr und sind, wenn sie, wie vorgeschrieben, innerhalb des Hoftores oder der Türe aufgestellt sind und nach der Leerung alsbald entfernt werden, für das Straßenbild nicht mißständig. Die einschlägigen Bestimmungen des Regulativs betreffend Reinhaltung der Straßen und öffentlichen Plätze bringen wir ferner nachstehend in Erinnerung: Abfuhr des Hauskehrichts. 1. Der städtische Abfuhrdienst erstreckt sich lediglich auf die Beseitigung des Hauskehrichts und der häuslichen Abfälle; Kehrichtkasten und Gefäße, welche Bauschutt, Steine, gewerbliche Abfälle und dergleichen enthalten, werden seitens der Kehrmannschaft weder entleert, noch wird deren Inhalt abgefahren. 2. Ebensowenig ist die Kehrmannschaft verpflichtet, Kehrichtkasten oder Gefäße zu entleeren, welche den nachstehenden Bestimmungen, insbesondere denjenigen bezüglich des Fassungsraumes, nicht entsprechen. 3. Gefäße zum Sammeln des Hauskehrichts und der häuslichen Abfälle müssen solide und dicht hergestellt und mit je zwei Handhaben versehen sein; dieselben dürfen das Maß von 60 Cbdm. Inhalt keinesfalls überschreiten. Das Muster eines Kehrichtkastens in Holz von 50:40:30 3entimeter Größe kann auf dem Tiefbauamt eingesehen werden. Gießen, den 2. Januar 1911. Großh. Polizeiamt. MACHT DAS LEDER GESCHMEIDIG! Gebhardt. GIBT WASSERDICHTEN HOCHGLANZ! Holzversteigerung im Gießener Stadtwald ( Forst wartei Gleßen III, Forstwait Geisel). Montag, den 9. Januar 1911, vormittags 92 Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Abteilungen Saumeide, Langeschlag, Stoppel berg und Klingelfluß versteigert: 1580 Fichter Derbstangen mit 173,91 fm 1446 Fichten Reisstangen mit 12,18 m. 1325 Fichten- Bohnenstangen mit Eichenknüpp Iholj 1,23 fm 1 rm Eichenscheitholz, 18 " Fichten" 19 Kiefern " 2 " 47 " Kiefern: " 71,5 " Fichten=" Lärchen" " " 2 62,4 85,2 Fich en Lärchen: " " " 1,4, Fichtenfrüppelreisig Riefernstodhol; 400 Welen Eichenieisig 680 Kiefern, 300 Fichten: Die Zusammenkunft ist auf dem " " " a ten Steinbacherweg an der zweiten Schneise. Gießen, den 2 Januar 1911. Bürgermeisterei J. V.: Keller. Gesucht auf sofort kräftiges Hausmädchen wegen Erkrankung des vorigen Dr. Fritz Rörig, Bad Wildungen. Ueber vollständige Heilung eines seit 16 Jahren bestehendem skroph. 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