jeln artt 1. geftattet. M. und lagen on 25 Fl. an Rh. De Abam 13. Min= hrlinge Anwen erkaufsestattet. eßen. ard. Luduler ein Anna Sohn, Id eine mma. r, HeHaller Müleorg. Groen- BuMarie elden, ner in Ka= Bahl= nann, Bohn, Prat ießen. Schnei a Kaüller, Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - Erscheint oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. jeden Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 80. - der Großherzoglichen des Großherzoglichen Polizei Amtes = Die„ Illuftr. Weltrundschau Bürgermeisterei sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Telephon: Nr. 362. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag den 4. April 1911 des geschäftlich wahrnehmen, das weitgehend identisch ist mit dem ſeinigen; denn er ist mit dem Entgelt seiner Arbeit ausschließlich auf den Reinertrag der Unternehmaugenblicklichen Vorteils willen, seinen Mitarbeitern geung angewiesen. Wenn er dieses Interesse, um genüber, furzsichtig übertrieben geltend macht, so handelt er dem dauernden Interesse der Unternehmung entgegen. Er schädigt dadurch auch sich selbst; denn ihm muß nicht an einem augenblicklichen, sondern an einem dauernden Reinertrage liegen, der aber nur erzielt werden kann, dem kommt es unzweifelhaft nicht selten vor, daß einwenn die Gehilfen Interesse an der Arbeit haben. Trotz zelne Unternehmer so kurzsichtig handeln. Aber noch weit häufiger schädigen die Handarbeiter in furzsichti= gem Egoismus die Unternehmung. Das muß notwendigerweise häufiger geschehen, schon weil die Handarbeitig' offensichtlich und unmittelbar am Gedeihen der Unchen Sinn hat unter solchen Umständen, immer nur von ternehmung beteiligt sind wie der Unternehmer. Weldem„ Egoismus“ der Unternehmer zu sprechen? beuter, für den er fortwährend gehalten wird. deutsche Unternehmer ist feineswegs der furzsichtige AusSchlagworte im Klaffenkampt. Seit einigen Jahren hat sich gegen die Hypersozialpolitik, wie sie von der mit dem Namen„ Kathedero fürwortet wird, eine ständig wachsende Gegenströmung zur Geltung gebracht, die mit vollem Recht auf die Wahrung der Interessen des Unternehmerstandes ge= genüber einer seit 40 Jahren fast ausschließlich betriebenen Arbeitersozialpolitik energisch verlangt. Zu den volkswirtschaftlichen Gelehrten, die sich die Bekämpfung der Uebertreibungen der Weltfremdheiten des Katheder sozialismus zur Lebensaufgabe gestellt haben, gehört auch der Rostocker Professor Richard Ehrenberg. In einer fürzlich erschienenen Broschüre„ Bismard als Leitstern" bewertet er die Massenwirkung von Schlagworter, da sie ihren Lohn vorweg bekommen, nicht derarten in unserem öffentlichen Leben. Wenn wir auch seine Ausführungen rein theoretischer Art in vielem, so namentlich in dem, was er über Schutzzoll, Freihandel, Zwischenhandel 2c. sagt, nicht zustimmen, um so bemerfenswerter bleibt das, was er über die für das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in unserer Zeit üblichen Schlagworte sagt. Professor Ehrenberg behandelt zunächst das Schlagwort vom Arbeitsvertrag. Er wird, so führt er aus, von liberalen Sozialpolitifern mit Vorliebe angewendet, um das ganze Arbeitsverhältnis zu charakterisieren. Unzweifelhaft beruht das Arbeitsverhältnis auf einem Arbeitsvertrage. Aber sobald dieser Vertrag abgeschlossen ist, wird er vollkommen in den Hintergrund gedrängt durch die tausend täglichen Tatsachen der Arbeitsgemeinschaft, die vertragsmäßig gar nicht festgelegt werden können. Wenn überhaupt ein gedeihliches, vernünftiges Zusammenarbeiten möglich sein foll, muß der Arbeitsvertrag" zeitweilig ganz vergessen werden. Umgekehrt nötigt das Schlagwort„ Arbeitsvertrag" beide Teile, sich in jedem Augenblicke dieses Vertrages zu erinnern; das bedeutet, daß der Unternehmer möglichst wenig für den Gehilfen, der Gehilfe möglichst wenig für den Unternehmer, und beide damit auch möglichst wenig für die gemeinsame Unternehmung leisten sollen. Wenn die Unternehmer aber durch Wohlfahrts- Einrichtungen die Arbeitsgemeinschaft zu stärken suchen, so handeln sie einem anderen Schlagworte zuwider, nämlich der Freiheit des Arbeitsvertrages". Sie wollen dadurch die Arbeiter„ fesseln", ihr Selbstbestimmungsrecht" schädigen. Nun machen die Arbeiter von ihrem„ Selbstbestimmungsrecht" jetzt einen so ausgedehnten Gebrauch, daß in sehr vielen Betrieben ein großer Teil der Arbeiter in jedem Jahre wechselt. Dieser maßlose Arbeiterwechsel schädigt nicht nur die Unternehmungen, sondern auch unmittelbar die Arbeiter selbst, denn solche Zugvögel gelangen meist nicht zu höherem Arbeitsverdienste und leiden in ganz besonderem Maße unter Unfällen; die Unfallhäufigkeit steigt und fällt parallel mit dem Arbeiterwechsel. Trotzdem verlangt das Schlag= wort Freiheit des Arbeitsvertrages", daß die Unter= nehmer keine Wohlfahrtseinrichtungen begründen, welche auch dem Zwecke dienen, einen festen Arbeiterstamm zu schaffen. Nur solche Wohlfahrtseinrichtungen sollen gestattet sein, welche lediglich darauf ausgehen, den Arbeitern Wohltaten zu erweisen. Andererseits aber sagt man dann wieder, den Arbeitern sollten keine Wohl= taten erwiesen werden, es sollte ihnen nur ihr Recht“ zuteil werden. Diese„ Gleichberechtigung" der Arbeiter ist ein Schlagwort, das in allen Farben schillert. Man versteht darunter oft allgemein menschliche, soziale, oft direkt wirtschaftliche Gleichberechtigung. Unbestritten ist, daß die Handarbeiter als Menschen das gleiche Recht wie andere Klassen haben auf freundliches Entgegenkommen im Verkehr, auf Bildung, auf ein menschenwürdiges Dasein. Auch die formale, juristische Gleichberechtigung beider Teile beim Abschluß eines Arbeitsvertrages ist unbestritten. Aber die Bedeutung der Leistung eines Handarbeiters ist eine so viel kleinere als die Bedeutung der Unternehmerleistung, und der Handarbeiter hat notwendigerweise soviel einseitigere, engere Anschauungen von den gesamten Existenzbedingungen der Unternehmung, daß eine tatsächliche Gleichberechtigung beider Teile bei Festsetzung der Arbeitsbedingungen leicht zu schwerer Schädigung der Unternehmungen führen wird, und oftmals bereits dazu geführt hat. Vor allem wird ganz übersehen, daß die organisierten Handarbeiter selbst nicht Gleichberechtigung, sondern Herrschaft erstreben, und daß sie diesen Anspruch bereits in weitem Umfange durchgesetzt haben. Welchen Sinn hat unter solchen Umständen das Schlagwort von einer„ Gleichberechtigung der Arbeiter?" Das oft gehörte Schlagwort von dem„ Egoismus der Unternehmer" ist ganz besonders schädlich. Gewiß muß der Unternehmer das Interesse der Unternehmung Der Die herrschenden sozialethischen Anschauungen sprechen tatsächlich die Sprache des Sozialismus und sind auch weitgehend selbst direkt sozialistische Anschauungen. Ihr Gerechtigkeitsideal ist dasjenige des Sozialismus. Es ist nicht das der entgeltenden, sondern das der austeilenden Gerechtigkeit, welche nicht nach der Leistung der Menschen fragt, sondern nach ihren Bedürfnissen. Wie sollen, bei Verwendung dieses Maßstabes, im Daseinstampfe die Tüchtigen vorankommen? Wie soll das deutsche Volk im Daseinskampfe auf dem Weltmarkt siegen? Was den Handarbeitern als hart und unbillig erscheint, wird von unseren Sozialethikern sofort als unsittlich gestempelt. Was ihnen als sittlich erscheint, soll ohne weiteres eine Forderung objektiver Sittlichkeit sein verwandelt werden. Unser subjektives sittliches Empfinund wenn irgendmöglich gleich in Gesetzesparagraphen den, unser Gewissen sagt uns, daß es unsere Pflicht ist, Bedürftigen zu helfen. Aber andererseits ist auch Strenge, ja Härte nicht selten nötig, um Menschen zu leiten. Rein Einzelwesen und kein Volk ist zur Reife gelangt ohne eine harte Schule. Ist es nicht eine ungesunde Rich tung in unserem öffentlichen Leben, welche nur immer darauf bedacht ist, den Handarbeitern neue Rechte zu geben, neue unverdiente Wohltaten zu erweisen, ohne gewirkt haben? Wir werden uns zu erwägen, wie die bisherigen Maßregeln dieser Art der sozialethischen Schlagworte entwöhnen, werden wieder lernen müssen, 3weckmäßigkeit zu folgen. Politik und Moral sind zwei in unserem öffentlichen Leben Erwägungen sozialer voneinander deutlich gesonderte Lebensgebiete. Aus Stadt und Land. Gießen, den 4. April 1911. ben wir wieder einmal zu verzeichnen. Nachdem be- Gießen, 4. April. Einen Wetterumschlag hareits das schönste Frühlingswetter herrschte und viele Damen sich schon im neuesten Sommerhut, vereinzelt so= herrscht seit gestern wieder eine recht empfindliche Kühle. gar schon in lichter Sommergarderobe präsentierten, Im Laufe des Nachmittags schneite es sogar zur Abwechselung. Ja, der böse April, er tut was er will. - Gießen, 4. April. Die Versammlung des B ürgervereins gestern abend in Steins Garten brachte eine sehr rege Aussprache über die Verwendung des alten Kliniksgebäudes als zukünftiges neues Rathaus. Vor mehreren Monaten war es schon einmal in der Stadt bekannt geworden, daß das alte Kliniksgebäude umgebaut, entweder ein Realschulgebäude oder ein städtisches Verwaltungsgebäude geben soll. Das da= malige Gerücht aber verstummte schnell wieder, weil die Bürgerschaft sich ganz energisch dagegen wehrte. Erstens dürfte ein ehemaliges Krankenhaus nicht zu Schulzweden verwendet werden und zweitens ist das alte Kliniksgebäude von dem Zentrum der bebauten und bewohnten Flächen der Stadt viel zu weit entfernt. Mit Recht wollen darum auch jetzt besonders die Bewohner des Nord- und Ostviertels von dem neuen Rathaus an der Liebigstraße nichts wissen. Mehrere Redner, darunter Architekt Nikolaus und Schreinermeister Beil besonders, stellten fest, daß ein neues großes Rathaus, das allerdings notwendig ist, damit alle städtischen Aemter endlich einmal an einer Stelle vereinigt werden, auf dem jetzigen Platz an der Gartenstraße sehr wohl nach und nach, d. h. Flügel an Flügel gereiht, erbaut werden kann. Kaufmann Horst erinnerte daran, daß jetzt die beste Gelegenheit sei, die Frankfurterstraße im Bogen über das alte Kliniksgebäude zu leiten, um damit leicht die so sehr notwendige Ueberführung der Oberhessischen Bahn zu bekommen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Wetzlar, 4. April.( 3mpfgegner= prozeß.) Der Vorsitzende des Münchener Jmpfgegnervereins Prof. Dr. Molenaar- Starnberg hatte die Behauptung des Prof. Dr. Schloß man n- Düsseldorf die Impfung sei ein harmloser Eingriff, der völlig unschädlich sei" für eine schamlose Lüge" erklärt, Sch. auch nur einen kleinen Teil der von impffreundwenn lichen Aerzten über Impfschäden veröffentlichten Literatur kenne, dagegen für eine„ geradezu verbrecherische Jgnoranz", wenn er nichts davon wisse. Das Landgericht Düsseldorf hatte deshalb Prof. M., ohne den Wahr= heitsbeweis zuzulassen, zu 100 Mark Geldstrafe und den Kosten verurteilt. Der Brief an Professor Sch. war in dem von W. Ressel- Dresden herausgegebenen„ Impfgegner" erschienen, weshalb sich der Verfasser und der Redakteur am 23. Februar vor dem Schöffengericht in Dresden zu verantworten hatten. Beide Angeklagte erklärten den Satz des Prof. Sch.„ Man achte nicht auf das törichte Geschwätz halb- und ungebildeter Menschen, welche in der Impfung den Grund für alle möglichen Erkrankungen sehen" für eine unverantwortliche Verleumdung, da sich hervorragende medizinische Autoritäten, Naturforscher und andere berühmte Männer sowie zahlreiche Reichstagsabgeordnete schon vor Jahrzehnten offen als Impfgegner bekannt hätten. Professor M. erklärte, er könne aus der Literatur Millionen von Fällen nachweisen, wo die Impfung als Schutzmittel versagt habe, sowie 340 Schriften impffreundlicher Aerzte über tausende von Fällen, wo die Impfung schwere Erkrankungen und den Tod im Gefolge hatte. So seien in England( ohne Schottland und Jrland) 1875-1908 nach offiziellen Angaben, die sehr weit hinter der Wahrheit zurückblieben, 1327 Kinder totgeimpft worden. Das Gericht lehnte aber den Wahrheitsbeweis ab und verurteilte beide Angeklagte trotz Anerkennung der Wahrung berechtigter Interessen zu je 100 Mark Geldstrafe und den Kosten. wurde Geh. Baurat Dr. Eser ernannt.- Mit den Obliegenheiten des hiesigen Kurdirektors wurde Oberst a. D. Oskar v. Frankenberg und Proschlitz betraut. * Bad Nauheim. Zum Badedirektor * Darmstadt. Der hess. Landesgewerbeverein begeht in diesem Jahre die Feier seines 75jährigen Bestehens. Die Großh. Zentralstelle wird aus diesem Anlaß eine Denkschrift herausgeben. * Villingen. Am Samstag verunglückte der Sägewerksbesitzer Jung dadurch, daß er beim Brenn= holzschneiden von der Kreissäge erfaßt wurde, die ihm 3 Finger der rechten Hand wegschnitt. Immer langsam voran, immer langsam voran!... So hiess es in der guten alten Zeit. Dieses Wort gilt für uns moderne Menschen nicht mehr! Wer heute vorwärts kommen will, für den heisst es, alle Kräfte anspannen, vor allem die Gesundheit, die schneidigste Waffe im Lebenskampfe, allzeit frisch erhalten. Um das zu erreichen, muss man auf eine durchaus gesunde Kost bedacht sein. Dazu gehört, dass man täglich morgens und nachmittags Kathreiners Malzkaffee trinkt. Er ist unschädlich, bekömmlich, wohlschmeckend und billig. „ Der Gehalt macht's! Deutscher Reichstag.. Der Reichstag bertet am Sonnabend die Einnahmen bes Reiches an Zöllen und Stenern. Es lagen dazu mehrere Resolutionen vor, in denen Maßnahmen zum Schuße der heimischen Steinindustrie, ins.besondere der Pflastersteinindustrie gegen die Konkurrenz Schwedens befürwortet werden. Der Abg. Arendt( Rp.) beantragte als Berichterstatter der Budgetkommission, dem Voranschlag der Regierung zuzustimmen. Der Abg. Sped( 3entr.) führte aus, daß der Reichsschatzsekretär bei der Schäzung der Einnahmen große Vorsicht habe walten lassen. Er erklärte unter dem Beifall der Mehrheit, daß seine politischen Freunde es sich fehr überlegen werden, ob sie einem Handelsvertrage mit Schweden zustimmen fönnten, wenn dadurch nicht Vorteile für die deutsche Steinindustrie erreicht würden. Der Abg. Brunstermann( Reichsp.) trat gleichfalls für diese ein. Auch weiterhin wurden fast ausschließlich diese Resolutio= nen behandelt. Es sprachen dafür die Abgg. Burchardt( w. Vgg.), Gracfe- Sachsen( Rfp.), Wallenborn( 3tr.) und Graf Kaniz( fons.). Dagegen der Sozialdemokrat Scheidemann und der Freifinnige Kaempf. Letzterer wollte auch die 30 Millionen Etatsüberschüsse zur Ausmerzung der Zündholzsteuer und des Scheckstempels aus der Finanzreform verwertet wissen. Er stieß aber damit auf den energischen Widerspruch des Schazsekretärs, der dringend darum bat, alle Vermutungen über den Etatsabschluß zu unterlassen und Iteber erst den endgültigen Abschluß abzuwarten. Nach Erledigung des Etats der Zölle und Steuern nahm das Haus den Etat des Reichsschazamts in Angriff. Der Inhalt der stundenlangen Debatten erschöpfte sich in der Erklärung des Schatzsekretärs, daß er eine Novelle zum Zündwarengesetz einbringen werde, in der das Kontingent herabgesetzt wer= den soll. Abg. Conze( natl.) befürwortete die nationallibe= rale Resolution auf weitere Unterstützung der Tabakarbeiter. Diese sei ein Bedürfnis, denn es herrsche wirklich Not bet den Tabafarbeitern. Wenn in einigen Gegenden wieder normale Verhältnisse herrschten, so sei die Not an an= deren Stellen um so größer. Die Resolution wurde ange= nommen, die weitergehende sozialdemokratische dagegen abgelehnt. Nachdem sich zwölf Redner von der Liste hatten streichen lassen, gelang es nach neunstündiger Sizung die ganze Tagesordnung aufzuarbeiten und damit die zweite Lesung des Etats zu erledigen. Bereits am Montag will man in die dritte Lesung eintreten. Rundschau vom Cage. Politisches. Einen offiziösen Kommentar zu der Rede des Reichstanzlers über die Abrüstung gibt die Nordd. Allg. 3tg." Sie unterstreicht in ihrem Wochenrückblick über den Etat des Reichskanzlers den Standpunkt, daß Deutschland dem Schiedsgerichtsgedanken keineswegs ablehnend gegenüberstehe, aber der praktischen Friedenspolitik zu dienen glaube, wenn es nur klar zu übersehende Rechtsverhältnisse der Schiedssprechung unterwirft. Konform mit dieser AnSchauung, heißt es weiter, hat die kaiserliche Regierung den von England vorgeschlagenen Nachrichtenaustausch über die Schiffsbauten akzeptiert. Das bedeutet die Verständigung über eine konkrete Frage, die ganz im Rahmen der von den Regierungen beider Länder verfolgten Pflege offenherziger und vertrauensvoller gegenseitiger Beziehungen liegt. Eine Bindung der beiderseitigen Streitfräfte Itegi darin nicht, es soll nur Ueberraschungen vorgebeugt werden, die Paniken und als deren Folge frampfhaftes Wettrüsten hervorrufen könnten. Mit Befriedigung nimmt die ,, Nordd. Allg. 3tg." davon Kenntnis, daß im Inlande wie im Auslande die Presse in ihrer Mehrheit die Grundgedanken der Rede des Reichskanzlers als zutreffend erkannt und gewürdigt habe. Die Leichenfeier für den ermordeten Oberstleutnant von Schlichting gestaltete sich am Sonnabend nachmittag zu einer der imposantesten Kundgebungen, welche die türtische Hauptstadt jemals gesehen: Der halbstündige Weg vom deutschen Hospital zum Friedhof war von sicher hunderttausend Menschen eingesäumt; die Infanterieregimenter bildeten Spalier und hielten die Ordnung aufrecht; im Auftrage des Sultans nahm dessen Neffe, Prinz Abdul Halim an der Trauerzeremonie teil; fast sämtliche Minister, die gesamte Generalität mit dem Kriegsminister Mahmud Schefket an der Spitze, Deputationen der Kammer und des Senats, Offiziere und Mannschaften aller frem= den Kriegsschiffe und zahlreiche Mitglieder der diplomatischen Missionen erwiesen Schlichting die letzte Ehre. Besonders hervorgehoben muß außer der stimmungsvollen Rede des Pastors, Grafen Luettichau, noch werden, daß zum Schmuck des Sarges auch herrliche Blumenspenden türkischer Frauen beitrugen. Die Leiche wird in den nächsten Tagen nach Deutschland übergeführt werden. Die Petitionskommission des Reichstages beschäftigte sich mit einer Petition des Fachverbandes für die wirt6) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm ck e. Nachdruck verboten. Da flopft jemand! Der Herr Rentmeister öffnet die Tür, und Woltersdorf tritt ein, sich tief verbeugend und um Verzeihung bittend, wenn er störe.„ Komme aber auf Seiner Exzellenz allerhöchsten Befehl", fügte er mit süßem Lächeln hinzu.„ Der Herr Papa hat nämlich Sehnsucht nach seinem Sohn und befürchtet fast schon, weil der Herr. Leutnant so ganz und gar verschwunden wären, ein Unglück. Ich wurde darum auf die Suche geschickt und erriet fofort das Richtige." Hardi machte eine abwehrende Handbewegung, denn der Schwäter war ihm in diesem Augenblick höchst unSympathisch. Auf seine goldene Uhr schauend, fuhr er dann überrascht auf und rief aus: Es ist ja in der Tat gleich zwei! Da muß ich sehr um Entschuldigung bitten, daß ich Sie beim Mittagessen aufgehalten habe. Das ahnte ich nicht! Wie ist die Zeit nur dahingeflogen! Da will ich mich schleunigst empfeh= Ien." Wieder erschien Erna in ihrer kleidsamen, einfachen Küchentracht. Woltersdorf, dessen Erscheinen ihr gerade jekt gewiß nicht angenehm war, obwohl sie ihn sonst gern hier im Hause sah, füßte ihr ehrerbietig die Hand und sagte Ihr ein paar Artigkeiten, wie er deren stets genug auf Lager hatte. Der Leutnant verabschiedete sich aufs herzlichste und eilte aufs Schloß, wo der Papa ihn in der Tat mit wachsender Ungeduld seit zwei Stunden erwartete. , Also bei Rentmeisters warst Du? Junge, verdrehe bloß dem Mädel nicht auch den Kopf!" sprach der alte Herr ernst.„ Die ist zu schade dazu, und ihre Eltern verdienen es nicht, daß man ihnen ihre Heiratspläne verdirbt." Aber Papa!- Wer denkt denn an so etwas?- Ich bin doch nicht mehr der Mensch, der Deine Verachtung verbient wegen seines Leichtsinns. Ich habe Dir mein Wort - Ichaftlichen Interessen des Kunstgewerbes, die beantragt, das Einjährig- Freiwilligen- Institut dahin abzuändern, daß es nicht mehr in stetig steigendem Maße den Zufluß aus besitzenden bürgerlichen Familien zum Handwerk hindert. Die Petition schlägt vor, die Erlangung des EinjährigFreiwilligen- Zeugnisses an das vollendete 15. Lebensjahr zu binden und älteren Schülern die Erlangung dieses Zeugnisses nicht mehr zu gestatten. Dadurch, daß heutzutage fast jeder Bürgersohn sich dieErlangung desEinjährigFreiwilligen- Zeugnisses zum Ziele setzt, um in die sogenannten besseren Berufe eintreten zu können, geht dem Handwerk der Zufluß aus besitzenden bürgerlichen Familien größtenteils verloren und das werk büßt an Qualität ein. Die Masse des sogenannten gebildeten Proletariats sei oft stellenlos, während tüchtige Handwerker immer gesucht werden. Die Kommission war der Ansicht, daß die Vorschläge der Petition, selbst wenn sie zur Durchführung kommen sollten, dem Handwerk kaum nügen werden. Es müsse festgestellt werden, daß sogar viele Handwerksmeister es nicht über sich gewinnen können, ihren Sohn, der das Einjährigen- Zeugnis nicht erworben hat, wieder dem Handwerk zuzuführen. Die Kommission überwies die Petition dem Reichskanzler als Material. HandEin blutiger Kampf in Französisch- Westafrita. Wie aus Ronakry, einem Hafen in Französisch- Guinea( Westafrika), gemeldet wird, sind ein französischer Hauptmann und ein Leutnant, die den Auftrag hatten, den Wali von Gumba festzunehmen, beim Einmarsch in das Dorf des Wali infolge von Verräterei getötet worden. Tirailleure bemächtigten sich des Dorfes und schlugen den Feind in die Flucht. Außer den beiden Offizieren wurden etwa zehn französische Soldaten getötet und sechzehn verwundet. Die Eingeborenen verloren im Kampf um Gumba dreihundert Tote. Unter den Gefallenen befindet sich der Sohn des Wali von Gumba. Der Rücktritt des spanischen Kabinetts ist zur Tatsache geworden. Diesen Erfolg der neuen Ferrer- Debatte in der spanischen Kammer haben die Gegner des früheren Ministeriums Maura sich gewiß nicht träumen lassen, als sie ihre Forderung nach einer Revision des Prozesses mit schweren Angriffen gegen die leitenden Kreise der Armee verquickten. Alle patriotisch gesinnten Spanier stehen unter dem Eindruck dieser Nachricht, die bedeutet, daß das ganze Werk von Canalejas zerstört oder doch vertagt ist. Die Haltung der Spitzen des Heeres, die in der Erklärung des Ministerpräsidenten gegenüber den Angriffen der Republikaner feine ausreichende Genugtuung sahen, war ausschlaggebend für die Entschließung des Kabinetts. Der König soll nach einer Madrider Meldung den Marschall Weyler mit der Kabinettsbildung betrauen, um den unzufriedenen Offizieren volle Genugtuung zu verschaffen. Kleine nadridten. Der Truppentransportdampfer Neckar" des Norddeutschen Lloyd traf am Sonnabend mit 1200 abgelösten Offizieren und Mannschaften von Tsingtau in Wilhelmshaven ein. Viele Angehörige begrüßten die Heimkehrenden. Am 13 d. M. befördert der Dampfer Neckar" den Ablösungstransport für das ostastattsche Kreuzergeschwader nach Ktautschou. Der Militärzweidecker„ Albatros", der von Hannover fommend am Sonnabend nachmittag in Braunschweig gelandet war, ist am Sonntag morgen dort wieder aufge= stiegen. Die beiden Militärflieger Oberleutnant Erler und Leutnant Mackenthun mußten wegen dichten Nebels vormittags 10 Uhr in Miesterhorst bet Stendal landen. Der Flug sollte nachmittags fortgesetzt werden. Ein Freund der Blinden. Der Rentner August Franfen in Pinnich im Rheinland hat sein Gesamtvermögent in Höhe von 143 000 Mark der dortigen Blindenanstalt vermacht. Ein mehrstöckiges Bierdepot in Brüssel stürzte am Sonntag infolge Ueberlastung zusammen. Die Frontmauer barst in Stücke und das ganze Gebäude senkte sich wie cin Kartenhaus. Zahlreiche Fässer mit insgesamt 750 000 Liter Bier wurden zertrümmert. Das Bier floß in Strö men auf die Straße. Von einem Zuge überfahren und getötet wurde vor den Augen des Vaters, eines Lokomotivführers, auf dem Bahnhof Ehringhausen im Sauerlande dessen einaige achtzehnjährige Tochter. Vater und Tochter wollten verreisen und gingen zum Bahnhof. Die Tochter wollte gerade das Gleis überschreiten, als ein Zug heranbrauste und sie vor den Augen des Vaters zermalmte. Die Verzweiflungstat einer Mutter wird aus dem Norden Berlins gemeldet. Die Arbeiterfrau Martin versuchte in ihrer Wohnung sich und ihr Kind durch Leucht= gas zu vergiften. Als sie glaubte, daß ihr Kind tot sei, sah sie von ihrem Vorhaben ab und machte dem zuständigen Polizeirevier von ihrer Tat Mitteilung. Mutter und Kind fonnten gerettet werden. bis heute gehalten und werde es auch fernerhin tun. Nie, nie könnte ich mit Erna Raben ein frivoles Spiel treiben, sie wäre mir offen gesagt zu heilig dazu!" ,, Dann ist es gut, mein Sohn. Diese Erklärung ge= nügt mir." - Aber die Unmutsfalte schwand dennoch nicht von des Generals Stirn. Erst als er seinen Sohn wieder so recht vergnügt plaudern hörte, wurde er allmählich heiterer und trennte sich gegen Abend in bester Laune von seinem Jüngsten. ,, Der Kern ist gut, ein reiner Edelsinn," sagte er hernach zu sich selber.„ Der Junge hat keine Geheimnisse vor seinem Vater, wie die beiden andern sie immer hätten." 2. Kapitel. Hardi und Hans waren täglich zusammen. Am nächsten Samstag reisten sie gemeinsam wieder nach Wedelstein und wurden von der Familie Raben mit großer Freude empfangen. Hardi mußte, wie er Ernas zarte Hand wieder in der seinen fühlte, wie ihm diese wunderbaren Blauaugen wieder mit so blendendem Glanze strahlten, sich laut und gewaltig zurufen: Sei start!" Nachher, als der Vater ihn ebenso herzlich begrüßt hatte, wie vor acht Tagen, trieb es ihn hinaus in den einsamen Park, der hinter dem Schloß lag und sich weithin ausdehnte, bis an den Wedelsteiner See und die uralten Waldungen, an denen zu Hardis Großvaters Zeit noch Wolfsjagden abgehalten wurden und wo jeder Baumriese ihm einst, wie er als wißbegieriger Knabe auch die Sprache der Bäume und der Fantasie verstanden, gar schauerliche Ritter- und Räubergeschichten erzählt. Da fühlte er sich so frei und so wohl. Es wurde ihm so leicht ums Herz. Und das drohende Wort: ,, Sei start!" schien ihm lange nicht mehr so grausam wie vorhin. „ Ja, sei stark!" rief er aus, die nervigen Fäuste ballend, sei start, erkämpfe Dir Dein Glück! überwinde all die fleinlichen Hindernisse." - Und dennoch seufzte er so schwer, wie er wieder durch Aus dem vierten Stock auf die Straße gestürzt ist in Berlin die 12 Jahre alte Tochter eines Kriminalschutzmannes. Das Kind war auf der Stelle tot. Als das Unglück geschah, befanden sich die Eltern gerade in einem anderen Zimmer. Anscheinend hat sich das Kind zu weit aus dem geöffneten Fenster hinausgelehnt und ist dann in die Tiefe gestürzt. Drei Personen durch Blitzschlag getötet. Bei einem Gewitter, das am Sonnabend über die Rheingegend niederging, wurden von mehreren Personen, die in einer Scheune bei Siegburg Zuflucht gesucht hatten, drei vom Bliz erschlagen, zwei andere Personen werden vermißt. Harakiri eines Verurteilten. Ein wegen Diebstahls zu drei Jahren Gefängnis verurteilter Dieb beging in Neapel in öffentlicher Sigung bei Verkündigung der Strafe Harakirt, indem er sich den Leib aufschlitzte. Er wurde schwer verwundet in das Hospital gebracht. Volkswirtschaftliches. niem mit fönn nod zwan aus an d Jacht rauch Aust ren i berli Men Eint und briti nen, Jahte ten au behö droht 6 und Steno otel auch fingi Deut Son füllu gierf der Selbst es f Stat wei Die Zahl der Reichsrentner betrug nach einer neuen amtlichen Zusammenstellung zu Anfang des Jahres 1911 1034 060. Davon kommen auf Invalidenrenten 918 760, auf Krankenrenten 16 965 und auf Altersrenten 98 335. Die Zahl der laufenden Renten hat sich im Jahre 1910 um etwa 20.000 vermehrt. Es entfallen auf Invalidenrenten 25 000, während die Kranken- und Altersrenten erheblich zurückgegangen sind. Beitragserstattungen wurden im Jahre 1910 182 722 festgelegt. Davon tamen auf Heiraten 147 292, auf Unfälle 494 und auf Todesfälle 34 936. Seit dem Jahre 1895 wurden 2 109 632 Bräuten die Beiträge zum Teil wieder erstattet. Neu festgesetzt wurden im Jahre 1910 insgesamt 138 554 Renten, davon 114 679 Invalidenrenten, 12 263 Krantenrenten und 11 612 Altersrenten. Seit dem Jahre 1891 sind insgesamt 2 471 265 Renten festgesetzt worden. Es haben also seitdem 1437 205 Renten wieder aufgehört. Invalidenrenten wurden seit 1891 1862 816 fest= gesetzt, Altersrenten 492 994, Krankenrenten seit 1900 insgesamt 115 455. Aus den Gerichtssälen. Wegen Ermordung der Geliebten zum Tode verurteilt. Der 28jährige Zeugfeldwebel Ernst Müller von der königlichen Pulverfabrik in Hanau, gebürtig aus Jecha bei Son= dershausen, wurde vom Oberkriegsgericht des 18. Armeeforps in Frankfurt a. M. wegen Ermordung der 20 Jahre alten Verkäuferin Anna Iffland in Hanau zum Tode ver= urteilt. Er hatte mit der Iffland ein Liebesverhältnis unterhalten, das diese löste, als sie in Erfahrung gebracht hatte, daß Müller sechs uneheliche Kinder hatte. Müller faßte darauf den Entschluß, die Iffland, die er einem anderen Manne nicht gönnte, zu erschießen. Die Tat führte er im August vorigen Jahres auf offener Straße in Hanau an einem Sonntag mittag aus. Das Kriegsgericht der 21. Division hatte ihn wegen Totschlags zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt, doch legte der Gerichtsherr Berufung ein. Müller selbst versicherte wiederholt in der Verhandlung, daß er die Tat mit Ueberlegung ausgeführt habe. Empfindliche Strafe für einen Kautionsschwindler. Die Straffammer in Kiel verurteilte den Subdirektor Knuth, der in einem Zeitraum von 11½ Jahren in 23 Fällen Stellungssuchende um Kautionen im Gesamtbetrage von 30 000 Mart betrogen hatte, zu sechs Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Der vollkommen ungebildete Angeklagte war bis zum Jahre 1902 Dienstknecht auf dem Lande und hatte seine Opfer zum größten Teil unter den gebildeten Ständen gesucht und gefunden. Verurteilte Banknotenfälscher. Das Oberbayrische Schwurgericht in München verurteilte am Sonnabend den Lithographen Jrl aus München und den Kaufmann Dold aus Stuttgart wegen Banknotenfälschung zu 8 bezw. 12 Jahren Zuchthaus. Irl hatte für Dold gegen eine versprochene Belohnung von 100 000 Mark etwa 1000 falsche Fünfhundert- Mitreisnoten angefertigt und sie an Dold nach Zürich geschickt, der sie dann durch eine Mittelsperson nach Brasilien schaffte. Infolge einer Unter schlagung von Wertsendungen, die solche falschen Noten enthielten, die durch zwei Züricher Postbeamte verübt war, war der Schwindel entdeckt worden. Oermischtes. Die Sorge um Caruso. Unter den Freunden Carusos, der sich gegenwärtig in Neuyork aufhält, wird die Bes fürchtung laut, daß der Stimmbandknoten, von dem Caruso vor anderthalb Jahren operiert wurde, wieder zu muchern beginnt und die Stimmkraft des berühmten Te= nors aufs neu gefährdet. Die Leitung der MetropolitanOper hat die immer noch andauernde Indisposition Carusos offiziell einer starken Erkältung zugeschrieben, aber ein Freund des Sängers behauptet positiv, daß ein Stimmbandleiden wieder aufgetreten ist. Die Aerzte, die über die Möglichkeit einer Wiederkehr des alten Leidens befragt wurden, erklärten, daß solche Fälle keineswegs zu den Ausnahmen zählen, ja einige von ihnen behaupten. daß die operative Entfernung eines Stimmbandknötchens das alte Portal schritt, als riefen ihm die rauhen, truhigen Mauern seines Ahnensizes gar zu entschieden zu: Was ist Glück? Es gibt höhere Güter, die sicherere Fundamente sind als der Traum vom Glück der Liebe!" denke derer, die einst hier gelebt haben!" und diese Gra gend aus Sau furt anfch trau mal ber erfet auch erti Ma Der Info Desh gleid ame wär abzie pert Der Der ficht Ind falle fene fen Ber fügi oder ent mö ein Ber Die eug Har den Ger in Ne pur ere gro den auf pro war ergo pati Ge= und Fur frie Weihnachten stand vor der Tür. Hans und Hardi waren auf Urlaub in die Heimat gereist. Sch Büg baß Hier auf hint geb beff Lan die foeb gine Lie bare bes ,, Bin jezt mit Jda Bolten einig," vertraute der Referendar seinem Freunde glückstrahlend an. meinem Herzen trage ich den bedeutsamen Brief von ihrer Hand. Ach, ich kann es Dir nicht sagen, wie glücklich ich bin. Wie kann nur ein besonnener Mensch so närrisch verliebt sein!- Noch vor wenigen Stunden quälten mich die fürchterlichsten Zweifel. Vom ersten Tage unserer Befanntschaft an hat Jda mich geliebt, wie sie mir in ihrem Brief versichert. Der Assessor Reyter, mein gefürchtetster Nebenbuhler, ist ihr stets unsympathisch gewesen, da sie ihn längst als Schmeichler und Heuchler durchschaut. Hardi, lache mich nur nicht aus!- Du kannst Dir ja nicht denfen, was Liebe heißt, trotz der 99 Liebschaften, von denen Du mir vor einem Jahre schriebst." - ,, Wenn ich lache, Hans, so ist das nur wahre Freude. Du Glücklicher! Ja, ja, alle meine Liebschaften! Aber um eines möchte ich Dich bitten: Erinnere mich nicht mehr an jene tolle Zeit, die ich so gern, so gern aus dem Buche meines Lebens streichen möchte. Wann soll denn die Verlobung gefeiert werden?" - ,, Sicher nicht vor dem Herbst. Ich darf nämlich nicht bei dem alten Herrn um Jdas Hand werben, bevor ich mein Assessorexamen bestanden und Reserveoffizier bin. So wünscht sie es, und ich sehe das, wo ich des Geheimrats Absonderlichkeiten fenne, nur zu gut ein. Nun, im Laufe des Sommers hoffe ich beides zu erreichen." ( Fortsetzung folgt.) eign nem Don gen ger ЧЬ aud hich lene Bebr en, Aus Ichlo rat tit in inalschutz das Unin einem zu weit dann in cinem Ges d niederScheune Blizz er Stahls zu n Neapel fe Hara de schmer er neuen jres 1911 760, auf 335. Die 1910 um enrenten erheblich den im Heiraten 36. Seit Beiträge m Jahre waliden Cen. Geit festgesetzt wieder 816 feft900 inserusteilt. er fönigbet SonArmee20 Jahre Code ver tnis ungebracht Müller nem ant führte Hanau der 21. Zuchtung ein. andlung, ler. Die Knuth, Fällen ge von aus und ete Anuf dem nter den bayrische Sonnn Kaufung zu d gegen wa 1000 sie an ne MitUnter Noten ibt war, Carusos, die Bes em Ca eder zu ten Te politann Caruaber ein Stimm Die über ens be wegs zu haupten, nötchens ruzigen :„ Was FundaGe= Sardi der Reer auf On ihrer dlich ich närrisch ten mich erer Be n ihrem chtetster a fie ihn -Hardi, icht denn denen Freude. ften! ich nicht aus dem oll denn ich nicht evor ich bin. So eimrats n Laufe niemals den Knoten endgültig beseitigt. Caruso wartet mit Ungeduld auf den Augenblid, wieder auftreten zu fönnen, aber wann dies geschehen wird, steht einstweilen noch nicht fest. Das Millionärsheim auf der Jacht. Seit mehr als zwanzig Jahren hat Mr. Bayard Brown, ein Millionär aus Amerifa, auf seiner Jacht, die dicht bei Brightlingsea an der Küste von Essex verankert war, gewohnt. Auf der Jacht wehten die Sterne und Streifen, ihre Schornsteine rauchten ohne Unterlaß, ihre Mannschaft war immer zur Ausfahrt bereit. Nie aber hat sie in all den langen Jahren ihren Ankerplay verlassen. Brown galt als ein Sonberling. Was er in seinem Berufsleben ist, weiß kein Mensch. Er bezahlte alles mit blankem Golde, nur seine Einkommensteuer bezahlte er nicht. Er ließ sich verklagen und machte geltend, daß er Ausländer sei und nicht auf britischem Grund und Boden lebe, sondern auf seiner eigenen, ganz amerikanischen" Jacht. Aber das Gericht entschied, daß er als Bewohner Großbritanniens zu betrach= ten sei, und verurteilte ihn, 200,000 Mart Einkommensteuer zu bezahlen. In Brightlingsea ist man gegen die Steuerbehörde aufs höchste erbittert. Denn nun hat Brown ge= droht, endlich zum ersten Male die Anker lichten zu lassen und abzufahren, was einen riesigen Verlust für den KüStenort bedeuten würde; denn Brown hat dort nicht nur viel Geld ausgegeben, sondern er und seine Jacht bildeten auch eine Sehenswürdigkeit, die viele Fremde nach Brightlingsea 30g. Die erste Passagierfahrt des Luftschiffes„ Ersah Deutschland". Das Luftschiff„ Ersatz Deutschland" hat Sonnabend nachmittag, nachdem es zuvor noch eine Gasfüllung erhalten hatte, seine erste gut verlaufene Passagierfahrt ausgeführt. Veranstaltet wurde die Fahrt von der Deutschen Luftschiffahrtsgesllschaft. Graf Zeppelin selbst führte das Luftschiff. Bei mäßigem Westwind stieg es furz vor drei Uhr empor und flog zunächst über die Stadt hinweg in der Richtung gegen Konstanz zu. Nach zwei weiteren Stunden erschien es wieder über dem See und landete kurz nach 5 Uhr auf der Luftschiffswerft. An dieser ersten Passagierfahrt nahm u. a. die Schwester des Grafen Zeppelin teil. Der Kassenraub des Untersetundaners Leist. Der ju= gendliche Kassendieb Kurt Leist, der, wie wir meldeten, aus dem Kassenschrank seines Vaters im Mannheimer Hauptsteueramt 54 000 Mark stahl und damit nach Frankfurt a. M. flüchtete, wo seine Verhaftung erfolgte, hat sich anscheinend schon wiederholt an dem seinem Vater anvertrauten Geldern vergriffen. Es wurden nämlich schon fünfmal vorher Mantos in Höhe von 10 bis zu 400 Mark in der Kasse des Hauptsteueramts festgestellt, die der Vater nes Leben geöffnet und mich dahin gebracht, wieder ein anständiger und ehrlicher Mann zu werden." Die Gewinnung der Schwämme. Der Beruf des Schwämmesammlers ist ungemein gefahrvoll. Von den durchschnittlich 700 Tauchern, die ihm an der tripolitanischen Küste obliegen, sterben jährlich 60 bis 100, und früher oder später ereilt fast jeden die sogenannte Taucherlähmung. Die Hauptgefahr ist mit dem raschen Aufstieg verknüpft, der ein plößliches Nachlassen des Druckes zur Folge hat; war die durch den Aufstieg verursachte Lähmung nur eine teilweise, so erlangt man durch den Abstieg den Gebrauch der Glteder wieder. Die Taucher arbeiten das halbe Jahr hindurch( April bis Oktober) von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in furchtbarster Gluthitze, und zumeist bei heftigem Wellengang. Im Winter verbringen fie fast ihre ganze Zeit in ihren Wohnungen auf den nahen Inseln. Ein tüchtiger Taucher verdient jährlich 800 bis 2400 Mark. Die gewinnsüchtigen Kapitäne der Sammelschiffe behandeln diese Leute sehr streng, und die Aufsichtsorgane wenden zu ihrer Ausbeutung recht grausame Mittel an. Fällt ein Fang nicht ergiebig genug aus, so muß der Taucher trotz aller Widerrede wieder hinunter und länge= re Zeit unten bleiben. Die heiße Wüstenluft, die sich durch die Reibung in den Luftpumpen noch mehr erhitzt, wird nicht immer vorschriftsmäßig durch Wasser gekühlt, sondern nur zu oft entseßlich heiß hinabgepumpt. Ein Journalist schildert die Tätigkeit eines von ihm beobachteten Schwammtauchers wie folgt:„ Unten angelangt, froch er auf dem Meeresboden herum, wobei er sorgfältig darauf achtete, die schweren Gewichte, die er an den Füßen trug, um nicht kopfüber zu fallen, nicht zu verlieren. Er suchte zwischen den Wundern und Schönheiten des halb= tropischen Seegartens nach Ansammlungen rötlich- brauner Schwämme Hatte er eine solche Gruppe gefunden, so gab er dem Aufseher ein Zeichen, worauf die Stelle in Angriff genommen wurde. Der Taucher warf nun die wertlosen schwarzen männlichen Stüde fort und behielt nur die ab= satzfähigen; die besten fand er auf den Felsen. Zuweilen glitt die schattenhafte Gestalt cines Haies oder eines Seewolfs bedenklich nahe an ihm vorbei. Plötzlich erschien er wieder an der Oberfläche. Das Wasser rann ihm von Helm und Schultern wie einem Amphibium. Mit seiner Tasche voll schwerer, schlammtriesender Schwämme wurde er an Bord gezogen." Die Schwämme werden an Bord haufenweise zusammengeworfen und barfüßige Matrosen stampfen Schlamm und Wasser heraus. Sodann zieht man sie auf Schnüre und läßt sie, nachdem man sie seitwärts zum Nachschleppen aufhängt, zehn Stunden lang schwimmen. Die Befreiung von Muscheln und Parasiten geschieht durch Schlagen mit schweren Stöcken. Hierauf erfolgt ein neuerliches Waschen im Meere, worauf sie in einem mit einer schwachen Orallölung gefüllten Faß gebleicht werden. ersetzen mußte. Offenbar hat der jugendliche Miſſetäter Hinter den Kulissen von Monte Carlo. auch diese Diebstähle ausgeführt und aus diesem Grunde erklärte es sich auch, daß er bei seiner Verhaftung etwa 50 Mart mehr besaß, als er das letztemal gestohlen hatte. Der Vater, Kassierer und Oberbuchhalter Alfred Leist, ist Infolge der Aufregungen ernstlich erkrankt und hat sich beshalb einstweilen vom Dienst suspendieren lassen, zugleich auch seine Versetzung nachgesucht. Die Stadt der Taugenichtse. Das Parlament des amerikanischen Staates Nebraska beschäftigt sich gegen= wärtig mit einem originellen Gesezentwurf, der darauf abzielt, die Gesellschaft von der Last der Fürsorge für die perkommenen Elemente der Bevölkerung zu entledigen. Der ungewöhnliche Plan gipfelt in der Absicht, eine„ Stadt Der Unnüßen" zu gründen, in der unter staatlicher Aufficht alle Landstreicher, alle unheilbaren Trinker und alle Individuen, die der menschlichen Gesellschaft nur zur Last fallen, ein Heim finden sollen. Es handelt sich dabei um fene Leute, die von den Gerichten nicht zu Gefängnisstrafen verurteilt werden können, weil sie fein eigentliches Berbrechen begehen, die aber fortwährend wegen geringfügiger Vergehen mit Polizeistrafen belegt werden müssen oder der öffentlichen Fürsorge anheimfallen. Der Gesetzentwurf schlägt vor, die Stadt oder Kolonie der Unnüzen möglichst fern von allen anderen Ansiedlungen inmitten einer großen Ebene zu begründen, deren Gebiet dann den Bewohnern der Stadt der Unnügen reserviert bleiben soll, Die Arbeit wird unter Staatsaufsicht gestellt, und die Erzeugnisse dieser Gewerbetätigkeit sollen dann nicht in den Handel kommen, sondern vom Staate übernommen wer= ben. Zugleich ermächtigt ein besonderer Paragraph die Gerichte, in geeigneten Fällen Urteile auf ,, Verbannung" in jene Stadt zu erlassen. Selbstmord aus Fürcht vor dem Gericht. Auf dem Neuen Markt in Wien, einem der belebtesten Knotenpunkte der Inneren Stadt, hat sich ein tragischer Vorfall ereignet, der wegen der merkwürdigen Begleitumstände großes Aufsehen und allgemeine Teilnahme erregte. Aus dem fünften Stockwerk eines Hauses stürzte sich eine Frau auf das Straßenpflaster herab und unmittelbar hinter ihr Sprang ein Pudel. Die Selbstmörderin wie ihr Pudel waren auf der Stelle tot. Die angestellten Ermittelungen ergaben, daß die Selbstmörderin die bei dem greisen Privatier Konrad bedienstete Wirtschafterin war, eine brave und ehrliche Person, die lediglich die ganz unbegründete Furcht vor einer gerichtlichen Verhandlung in den Tod getrieben hatte. Sie war von einem im Hause wohnenden Schneider angezeigt worden, weil sie wiederholt ein heißes Bügeleisen auf dem Korridor so geschwungen haben soll, daß daraus Funken fielen. In einem an ihrem Brotherrn hinterlassenen Briefe heißt es:„ Den treuen Karo habe ich mit mir in den Tod genommen. Sie sind zu alt und gebrechlich, um das gute Tier zu pflegen, deshalb ist es besser, er stirbt mit mir." Als an Gerichtsstelle die Sache Langbauer aufgerufen wurde, konnte der Verteidiger nur die Mitteilung machen, daß die Angeklagte ihrem Leben soeben ein Ende gemacht habe. Der gefühlvolle Dieb. Vor zwei Wochen gelang es einem fühnen Einbrecher, sich in das Haus der Familie Liebig zu Neuyork einzuschleichen und außer anderen kostbaren Sachen eine goldene Spange, die einer der Töchter des Hauses, Fräulein Minnie Liebig, gehörte, sich anzueignen. Die Nachforschungen der Polizei führten zu keinem Ergebnis. Da erhielt Fräulein Minnie eines Tages von einem Ungenannten einen Brief. Der Absender enthüllte sich als der Einbrecher, der, nachdem er zunächst wegen jener Missetat um Verzeihung gebeten hatte, der Adresatin anzeigte, daß die Goldspange und die übrigen geraubten Kostbarkeiten auf dem und dem Pfandhause zur Abholung für sie bereit lägen. Der Anonymus erklärte auch den Grund seines reumütigen Betragens. Er hatte nicht mehr ruhig leben können, weil die Augen des bestohlenen Fräuleins, die er auf der an der Goldspange angebrachten Miniatur täglich und stündlich habe sehen müßen, ihn bei Tag und Nacht mit einem unvergleichlichen Ausdrucke höchsten Vorwurfes anschauten: Ihr Blick," so khloß der Brief, hat mir die Augen über mein vergange= Der Kenner von Monte Carlo lächelt gewöhnlich überlegen, wenn er von den märchenhaften Gewinnen liest, öte diesem oder jenem Glückspilz in den Spielfälen zugefallen sein sollen. Die Gäste von Monte Carlo erinnern sich dann auch jener Gestalten, die sie mit leidenhaft verzerrten Zügen am Spieltisch siten sahen, jener Unglücklichen, die erst Hunderte, dann Tausende und schließlich ein ganzes Vermögen verlieren. Man sah sie, wie sie zuletzt totenbleich, den Ausdruck trostloser Verzweiflung mühsam niederfämpfend, vom Spieltisch aufstanden und still davongingen, ohne zu ahnen, daß die Geschichte ihre Tragödie trotz aller Selbstbeherr= schung deutlich in ihren Mienen zu lesen war. Von diesen Opfern der Spielhölle erfährt die Deffentlichkeit fast nie etwas. Woher kommt das? Weil die Beamten von Monte Carlo, so antwortet eine amerikanische Zeitschrift in einem großen Aufsatz über das Spielwesen, die besten und zuverlässigsten Reporter und Preßagenten der Welt sind. Wenn immer ein Spieler vom Glück begünstigt ist und eine gröhere Summe gewinnt, so macht die Kunde davon sofort die Runde durch die Presse aller Länder, wenn immer etne be= kannte oder berühmte Persönlichkeit das Kasino betritt und einige hundert Franks aus dem Kampfe mit dem Spielglück davonträgt, weiß das zwei Tage später die ganze Welt, die aber nie etwas davon erfahren wird, wieviel Menschen als vermögende Leute nach Monte Carlo tamen und als ruinierte Existenzen die Riviera verließen. Als kürzlich der amerikanische Stahlkönig Charles Schwab einen Tisch der Bank sprengte, gingen noch am selben Abend die Telgramme und Kabeltelegramme nach allen Weltrichtungen ab. Ste erzielten eine prompte Antwort: denn am nächsten Tage erhielt der Milliardär, der in einer flüchtigen Laune einige 50 000 Frants riskiert hatte und das Dreifache gewann, aus seinem Heimatlande mehr als 60 Kabeldepeschen, in denen Bekannte und gute Freunde ihn beschworen, seinen Ruf nicht zu gefährden; das Vertrauen in der Geschäftswelt zu ihm könne erschüttert werden, er möge um Gotteswillen nie mehr an den Spieltisch gehen. Und in Amerika machte die Nachricht von der„ Spielerleidenschaft" des Stahlkönigs so großes Aufsehen, daß die Aktionäre des Trusts daran dachten, den„ verlorenen Mann" abzusetzen. Schwab, der mehr aus Laune als aus Leidenschaft hin und wieder auch ins Kasino ging und sogar ge= wann, verläßt sich im Spiele auf sein gutes Glück und behauptet, daß man die Bank jederzeit sprengen fönne, wenn man mehr Geld bei sich habe, als das Kapital des einzelnen Spieltisches betrage. Bekanntlich eröffnet jeder Croupier an jedem einzelnen Tische das Spiel mit einem Kapital von 100 000 Frants, und es ist der Ehrgeiz jeden Spielers, wenigstens einmal die Bank gesprengt und einen Tisch für den Rest der Nacht außer Tätigkeit gesezt zu haben. Der Stahlkönig hatte an dem Tage, da er ins Kasino ging, 142 000 Franks gewonnen, aber sein Glück verblaßt neben dem des britischen Artilleriehauptmanns de Courcey Bower, der zu den weißen Raben zählt, die in Monte Carlo reich geworden sind. Er soll in einer Saison nahe an 5 Millionen Franks gewonnen haben. Der Kapitän hatte sich mit fünf Freunden zusammengetan, die alle am selben Tisch Platz nahmen und auf genau dieselbe Weise spielten. Keiner setzte je mehr als 1000 Franks, aber wenn sie gewonnen hatten, ließen sie die Summe stehen, bis das Maximum erreicht war. Die Teilnehmer nannten das ihr„ System"; jedenfalls waren sie vom Glück begünstigt und haben einmal an einem und demselben Tage nicht weniger als sechs Mal die Bank gesprengt und sechs Spieltische außer Gefecht ge= setzt. Der Kapitän war mit verhältnismäßig geringen Mittelu nach Monte Carlo gekommen, aber bald konnte er wie auch seine Gefährten die Lebensweise ändern und als Millionär auftreten. Natürlich wurden auch seine Gewinne sofort als willkommene Reklame für das Kasino bekanntgemacht, und bald war der britische Hauptmann der Empfän= ger zahlloser Bettelbriefe. Zuguterlegt mußte er sich in Monte Carlo eine Sekretärin engagieren, um seine Korrespondenz zu erledigen. Aber solche Glücksfälle sind natürlich ganz seltene Ausnahmen, und die Skeptiker, die da be= haupten, daß auf ein gewonnenes Vermögen in Monte Carlo zehn oder zwanzigmal soviel ruinierte Gristenzen entfallen, sind jedenfalls nicht zu widerlegen. Drabtnachrichten und neuestes. Trauerfall in der Familie des Reichskanzlers. Berlin, 3. April. Die Schwiegermutter des Reichsfanzlers, Frau von Pfuel, ist in der Nacht zum Sonntag im Hause Königgräherstraße 141, wo fie sich bei demt Gra fen zu Dohna- Schlodien zum Besuch aufhielt, plötzlich an einem Herzschlage im Alter von 64 Jahren gestorben. 1eberfall auf einen Kassenboten. Berlin, 8. April. Vorgestern abend gegen 8 Uhr wurde auf dem Hofe des Grundstücks Friedrichstraße 70a ein Raubanfall gegen den 60 Jahre alten Kassenboten Schmidt ver=" übt. Dort drängte sich ein junger Mensch an den Mann heran und versuchte ihm seine 1000 Mark enthaltende Tasche zu entreißen. Zwischen beiden entspann sich ein Kampf und es gelang durch Hinzukommen anderer Personen, den Burschen zu verhaften. Der militärische Ueberlandflug beendet. Berlin, 3. April. Die beiden Offizierspiloten Erler. und Mackenthum sind gestern abend 7 Uhr 05 Min. auf ihrem Albatros- Flieger in Döberitz glatt gelandet und haben daher den ersten militärischen Rundflug in größerem Stil tros mancher Hindernisse erfolgreich durchgeführt. Ein Anto in eine Schar spielender Kinder gefahren. Berlin, 3. April. Vor den Augen zahlreicher Passanten, die nicht mehr zu helfen vermochten, fuhr gestern eine Automobildroschke in eine Gruppe von Kindern. Mehrere Passanten sprangen hinzu und zogen die vor Schreck besinnungslos gewordenen Kleinen, die stark bluteten, unter dem Kraftwagen hervor. Die Verlegungen der Kinder scheinen nicht lebensgefährlich zu sein. Die Opfer der Explosion auf dem Kreuzer York". Kiel, 3. April. Die Beerdigung der bei der Explofion auf dem Kreuzer York getöteten drei Unteroffiziere fand heute nachmittag 3 Uhr statt. Ein Schumann erschossen. Benthen, 3. April. Ein Schutzmann in Laurahütte bemerkte nachts auf einem Patrouillengang mehrere verdächtige Personen. Als er sich ihnen näherte, schossen fie auf ihn. Er wurde durch fünf Schüsse schwer verletzt und starb alsbald. Verhängnisvolles Spiel mit ungelöschtem Kalk. Oppeln, 3. April. Ein bedauerlicher Unfall creignete sich in Malin. Eine Anzahl Knaben hatten ungelöschten Staff in ein Gefäß getan und mit Wasser übergossen. Der Kalf explodierte und verbrühte drei Kinder schwer. Drei Knaben haben das Augenlicht verloren. Berunglückter Luftschiffer. Böhmis- Leiva 3. April. Ein Sonnabend nachmittag in Bitterfeld aufgeftiegener Ballon wollte negen 18 Uhr im Walde in der Nähe von Weffeln landen. Dabei verfing fich der Ballon in einer Höhe von 25 Metern in einer Fichte Ein preußischer Offizier fprann herab und brach sich das rechte Bein. Er verlor aber nicht die Besinnung, sondern rief den beiden anderen Infaffen au, er sei aut angefommen. Sonntag früh gelang es ihm, das Dorf Weffeln auf den Knieen rutschend zu erreichen. Er wurde nach Reichstadt gebracht und trat die Abreise nach Berlin an. Der Ballon hatte sicb infolge der Entlastung wieder erhoben und war davongeflogen. Ueber fein Schicksal ist noch nichts bekannt. Ein weiteres Telegramm meldet über den Unfall des Offiziers: Prag, 3. April. Der Offizier wollte, nachdem sich der Ballon in einer Fichte verfangen hatte, sich an der Schleppleine langfam herunterlassen. Er rutschte jedoch mit solcher Geschwindigkeit berab, daß er sich Wunden an den Händen zuz. Als er am Ende der Leine angelangt war, fprang er ab, wobei er sich das rechte Bein brach. Kurz darauf wurde er ohnmächtia. Nach drei Stunden weckte ibn die Nachtfälte. Da er den Fuß nicht bewegen fonnte, versuchte er, sich rutschend von der Un glücksstelle fortzufchleppen, er wurde dabei abermals ohn mächtig. Gegen 3 116r früb fam er wieder aut sich und schleppte fich num durch den Wald fort, bis er eine Hütte in dem Dorfe Wesseln erreichte. Hier wurde im Hilfe zuteil. Schweres Schiffsunglück.. Kopenhagen, 3. April. Bei nebeligem Wetter er folgte in der Nacht zum Sonntag an der südlichen Einfahrt des Sundes ein Zusammenstoß zwischen dem Hamburger Dampfer Belfried Bismarck" mit Stückaut nach Malmö bestimmt, und dem Kopenhagener Dampfer Saxo". Leẞterer wurde mitschiffs angerannt und die Steuerbordfeite aufgeriffen. Das Schiff fant binnen wenigen Minuten. Belfried Bismarck" wurde am Bua schwer beschädigt. Gleichwohl aelang es ihm aber, die Boote auszufeben und die 15 Mann Besatzung des " Saro" zu retten. An Bord des Dampfers befand sich auch eine Menagerie, darunter 18 Eisbären, die einen Wert von 80,000 Marf repräsentieren. Sämtliche Tiere sind ertrunken. Allgemeiner Ausstand der französischen Hafenarbeiter. Paris, 3. April. Der nationale Verband der Hafenarbeiter hat heute beschlossen, einen Aufruf zu erlassen, in dem die Hafen- und Dockarbeiter aufgefordert werden, von heute ab in fämtlichen Hafenstädten in den Ansstand zu treten, weil die Reeder die Absicht haben, die Organisation der Hafenarbeiter zu stören. Zur spanischen Ministerfrise. Madrid, 3. April. Der König empfing sofort nach seiner Ankunft aus Melilla Canalejas in Audienz und sprach ihm sein volles Vertrauen aus. Er ermächtigte ihn, die bisher von ihm verfolgte Politik fortzusetzen und in der Zusammensetzung des Kabinetts die Aenderungen, die er für notwendig hält, vorzunehmen. Canalejas nahm den Auftrag an. Er ist bemüht, den Ministerwechsel auf das Portefeuille des Krieges zu beschränken und unterhandelt deswegen mit General Weyler in Barcelona. Es ist möglich, daß der Finanzminister ebenfalls ersetzt wird. Heute sollen die Kortes die Debatten wieder aufnehmen. Nene Sturmszenen stehen in Aussicht. Angriff auf einen Missionar in China. Schanghai, 3. April. Der Amerikaner Murray, ein Mitglied der Mission in Tsinanfu, wurde am 28. März bei Tsinanfu angegriffen und verwundet. Sein Zustand ist nicht bedenklich. Der Angreifer wurde festgenommen. Die Beamten zeigen große Besorgnis. Ausbruch der Beulenpest auf Java. Kalkutta, 3. April. Die Beulenpest ist in Ost- Java ausgebrochen. Hunderte von Eingeborenen sollen der Senche zum Opfer gefallen sein. Bandel und Oerkebr. Saatenstandsbericht der Preisberichtsstelle des Deut schen Landwirtschaftsrats vom 1. April 1911. Nach den bei der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats Ende März eingelaufenen Berichten haben die Saaten unter den Einwirkungen des Winterwetters im allgemeinen. nur wenig gelitten, wohl aber haben, wie dies zu erwar= ten war, Mäuse und Schnecken den Roggen- und Kleejaaten zum Teil erheblichen Schaden zugefügt, so daß es bei diesen Fruchtarten vielfach zu größeren Umpflügungen tommt. Aber auch sonst lauten die Berichte über die Roggensaaten im allgemeinen weniger günstig als über Weizen. Letzterer fam zwar infolge des trockenen Herbstwetters schwach in den Winter und ist auch jetzt noch vielfach im Wachstum zurück, scheint aber, soweit es sich bisher übersehen läßt, durch Fröste oder tierische Schädlinge wenig gelitten zu haben und läßt bei entsprechender Witterung eine günstige Entwicklung erhoffen. Von den Roggensaaten haben namentlich die spät bestellten, die diesmal einen großen Prozentsatz der Gesamtfläche bilden, das wech selvolle Winterwetter gut vertragen, anscheinend auch durch die letzten Märzfröste gelitten, wenigstens wird allgemein über dünnen Stand und ungesundes Aussehen der Rog gensaaten berichtet. Der durch Mäuse- und Schneckenfraß angerichtete Schaden ist so bedeutend, daß stellenweise na= mentlich in Süddeutschland die Hälfte der Saaten umges pflügt werden dürfte. Die Bestellungsarbeiten sind infolge guter Beschaffenheit des Bodens ziemlich weit vorgeschrit ten und dürften bei andauernd günstiger Witterung bald beendet sein. land Ba HANSA PUDDING- POLVER red by Bereitung flas felnen Puddings na Uer eusreichend& Pectantin Das echte HANSA. Paddingpulver liefert eine köstliche und höchst nahrhafte Nachspeise. Zum Backen nimmt man jetzt nur noch das echte Hansa- Backpulver Ueber vollständige Heilung elnes selt 16 Jahren bestehendem skroph. Ekzema's durch Ihre bekannte Rino- Salbe, Rino- Tee, RineSeife kann ich Ihnen berichten. Ich sage nicht zuviel, wenn ich behaupte, daß es gegen Ekzema keine bessere Heilsalbe geben kann, als RinoSalbe. Mit dieser Versicherung empfehle ich mich bestens dankend. M., 6. 4. 09. C. 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