Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 54. ( 1. Blatt.) - Aus Stadt und Land. Gießen, den 4. März * Gießen. Privatdozent Dr. Küchler von der Landes- Universität hat einen Ruf als ordentl. Professor der romanischen Philologie an die Universität Würzburg erhalten. * Gießen. Einer der ältesten Juristen Hessens, Geheimer Justizrat Theophil Ba ist, hat den Rechtsan waltsstand aufgegeben. Gießen. Vom 3. bis 22. April soll unter Leitung des Gr. Turninspektors in Darmstadt ein Privatkursus zur Unterweisung im Mädchenturnen abgehalten werden. Dieser Kursus ist in erster Linie für Handarbeitslehrerinnen und Leiterinnen von Frauenabteilun= gen in Vereinen bestimmt; doch können auch andere Lehrerinnen zur Beteiligung zugelassen werden. Die Meldungen um Zulassung sind an den Großherzoglichen Turninspektor zu richten. Vergütungen aus Staatsmitteln können den Teilnehmerinnen nicht gewährt werden. * Gießen. Unsere Stadt dürfte in absehbarer Zeit mit einer modernen Feueralarm- Einrichtung versehen werden. Der Vorsitzende der Stadtverordneten- Versammlung teilte in letzter Sitzung mit, demnächst eine Vorlage dem Kollegium zugehen zu lassen. Gießen. Dem Lesehalle verein wurde die Genehmigung um provisorische Ueberlassung eines Torhäuschens am Neuenweger Tor erteilt. Gießen. Der Ausbau der Bismarckstraße von der Stephanstraße bis zum Zusammentreffen der Bisder Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 4 März 1911 stehe, was auch von Herrn Professor Lulen ausdrücklich bestätigt wurde. Gleichzeitig soll aber, wie uns mitgeteilt wird, derselbe Wahlkreisvorstand an verschiedene angesehene Landwirte, darunter auch an Mitglieder des Bundes der Land= wirte im Gießener Wahlkreise, Rundschreiben versandt haben, worin die betreffenden Herren ge= beten werden, ihre Unterschrift herzugeben zu einem Wahlaufruf für Professor Gisevius. Die„ günstigen" Wahlaussichten für Prof. Gisevius müssen doch arg gesunken sein, wenn man zu solchen Mit teln seine Zuflucht nehmen muß. Civis. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geborene. Fbr. 22. Vizefeldwebel Karl Ziegler ein Sohn. " " 24. Kaufmann Georg Friedrich Karl Reichert eine Tochter, Johanna Katharina Anna. " 24. Maler und Lackierer Karl Konrad Rau ein Sohn, Karl Franz Wilhelm. " 25. Fliesenleger Konrad Spies ein Sohn. " " ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Gesetzliche Meisterprüfungen für Handwerker. Die Gesuche um Zulassung zur diesjährigen Meisterprüfung(§ 133 der Gewerbeordnung) sind mit den erforderlichen Unterlagen bis spätestens am 31. März d. J. an den unterzeichneten Northenden einzureichen. Die Prüfungsgebühr von 35 Mark ist an die Handwerksfammer in Darmstadt einzusenden und die Quittung dem Gesuche beizulegen. Die Gießen, am 9. Januar 1911. Meisterprüfungskommission für die Proving Oberhessen. Traber, Vorsitzender. Verdingung. Für die Provinzial- Stechenanstalt Oberhessen zu Gießen soll die Lieferung von ca 450 Ctr. guten Speisekartoffeln 25. Taglöhner Justus Schäfer eine Tochter, Eli- bergeben werden. Die näheren Bedingungen liegen auf sabeth. 26. Fuhrknecht Heinrich Hedderich eine Tochter, Elisabethe Wilhelmine. 26. Kaufmann Ernst August Pfeffer eine Tochter, Marie Wilhelmine Berta. dem Verwaltungbüro an den Wochentagen von 3-5 Uhr nachm. offen, woselbst Angebote mit der Aufschrift„ Lieferung an Startoffeln für die Provinzial- Siechenanstalt Oberhessen" versehen, bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 16. März 1911, vorm. 9 Uhr März 1. Fabrikanten Ludwig Ernst Emmelius eine einzureichen sind. Tochter. Aufgebote. marck- und Goethestraße wird demnächst vorgenommen Fbr. 24. Friedrich Wilhelm Christian Thiem, Friseur in werden. *) Gießen. Warnung! Ein unbekannter Schwindler, etwa 23-25 Jahre alt, mit vollem Gesicht, blonden Haaren und dergleichen Schnurrbärtchen, dunklem Anzug und ebensolchem Ueberzieher, besucht Hinterbliebene kürzlich Verstorbener, stellt sich daselbst als Altersversicherungsbeamter vor und bekundet, daß für die Hinterbliebenen 89 Mt. angewiesen seien. An Schreibgebühren wären 5 Mk. zu bezahlen, die er gleich kassiert. Mehrere Male erreichte er den gewünschten Erfolg mit seinen Angaben. Auch in anderen Städten hat er diese Schwindeleien ausgeübt. Für gewöhnlich trägt er noch ein Attenbündel unterm Arm. * Darmstadt. Für den Wahlkreis Bensheim= Erbach wurde als nationalliberal- bündlerischer Kandidat Fritsch Dilshofen aufgestellt. Wiesbaden. Der erste preußische Regierungspräsident in Wiesbaden, Herr Gustav v. Diest- Daber, ist in Merseburg, wo er als Domdechant lebte, dieser Tage verstorben. " " " " " " Klein- Steinheim, mit Karoline Stein in Langenburg. 24. Karl Fenchel, Maurer in Wanne, mit Elise Horst in Nieder- Ohmen. 27. Johann Daniel Neidig, Chauffeur in Gießen, mit Maria Funk in Dietzenbach. 27. Dr. med. Karl Ohly, Veterinärarzt in Altenstadt, mit Marie Mathilde Fuchs in Offenbach. 28. Hugo Voetsch, Privatier in Freiburg i. Br., mit Mathilde Bott in Gießen. 28. Willy Paetsch, Ingenieur in Gießen, mit Anna Brinkmann in Paderborn. 28. August Adolf Meckel, Schiedsgerichts schreiber in Gießen, mit Marie Henriette Stolz in Laubach( Hessen). März 1. Karl Pfeil, Schreiner, mit Katharine Lingelbach, beide in Gießen. " " ein Frankfurt. Wenige Stunden, nachdem großer Teil der Sachsenhäuser Bürgerschaft Fr. Rum b- Ier für die Stadtverordneten- Nachwahl ihr Vertrauen bekundete, schloß dieser für immer die Augen. Im Alter von 54 Jahren ist Rumbler einem Herzschlage erlegen. Wetzlar, 4. März. In der Vollversammlung der Handelskammer teilte der Syndikus inbezug auf die Fahrplanverbesserung durch Triebwagen mit, daß die Eisenbahndirektion Frankfurt auf Einrichtung von Triebwagenfahrten zwischen Wetzlar und Gießen für den Sommerfahrplan 1911 abgesehen habe. Hoffentlich wird der Wunsch im nächsten Jahre erfüllt. Betreffs der Eisenbahnverbindung Oberlleen- leebachtal Dutenhofen gab der Syndikus bekannt, daß in Gießen Neigung vorhanden sei, den Wünschen des Kreises Wetzlar hinsichtlich der Linienführung bei Einführung in die Staatsbahngleise in Dutenhofen entgegenzukommen. Es habe sich in Gießen ein Komitee gebildet, das beabsichtige, für den Ausbau KleebachtalDutenhofen einzutreten, so daß die Hoffnung, zu einem für beide Teile befriedigenden Ergebnis zu gelangen, gewachsen wäre. Eingelandt. Die Agitation der Nationalliberalen nimmt immer eigenartigere Formen an. Wie oft hat man die Behauptung der Freisinnigen über die Verhandlungen des Prof. Gisevius mit dem Bund der Landwirte bestritten. Noch am letzten Donnerstag huchte Herr Rechtsanwalt Kaufmann diese Feststellungen zu entkräften, aber schon am folgenden Tage bestätigte Landtagsabg. Storell, der hess. Führer des Bundes, die Richtigkeit dieser Behauptungen. Doch noch ein anderes Bild! Am vorigen Montag wandte sich der nationalliberale Abgeordnete Dr. Stresemann in scharfer Weise gegen Bund der Landwirte und erklärte, daß der Gießener nationalliberale Wahlkreisvorstand voll und ganz auf seiner( Stresemann) Seite " " " 1. Reinhard Theodor Reil, Lehrer, mit Anna Helene Elisabeth Jaspers, beide in Oldenburg. 1. Dr. Hugo Hepding, Hilfsbibliothekar u. Privatdozent, mit Anna Luise Quentell, beide in Gießen. 1. Ludwig Uhl, Photograph in Gießen, mit Elisabeth Straszacker in Altona. 1. Georg Ebert, Klaviermacher in Gießen, mit Mathilde Enoch in Winningen. 3. Wilhelm Schwaab, Diplom- Ingenieur in Heidelberg, mit Karoline Habenicht in Gießen. Eheschließungen. Fbr. 25. Heinrich Pfeil, Dachdecker, mit Katharine Fehrer, beide in Gießen. " 25. Wilhelm Domay, Kaufmann in Dutenhofen, mit Luise Müller in Gießen. März 1. Detlef Wilhelm von Thaden, Kaufmann in Ahrensburg, mit Johanna Augusta Frees in Gießen. " 2. Wilhelm Korell, Pfarrer in Dauernheim, mit Luise Zimmermann in Langenselbold. Gestorbene, br. 23. Helene Azbach, geb. Schadeck, 42 Jahre alt. 24. Susanne Hammel, geb. Weidig, 70 Jahre alt, 24. Hugo Hisgen, 3 Monate alt. " " " 24. Katharine Otter, geb. Adolf, 38 Jahre alt. " 24. Heinrich Georg Christoph Repp, Schuhmacher, 57 Jahre alt, 27. Heinrich Henkel, Taglöhner, 78 Jahre alt. " " 27. Julie Busch, Rentnerin, 79 Jahre alt. " 28. Marie Hammel, geb. Nickel, 51 Jahre alt. Bekanntmachung. Betr.: Schweineseuche unter den Schweinen des Moses Keßler, dahier. Unsere Bekanntmachung vom 23. Februar 1911 berichtigen wir dahin, daß nicht im Gehöfte des Moses Reßler, Neuenweg Nr. 33, sondern in dessen Stallungen an der Wißmarer Kreisstraße die Schweineseuche ausgebrochen ist. den Gießen, den 28. Februar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Gießen, den 28. Februar 1911. Verwaltung der Provinzial- Siechenanstalt. Vergebung. - Für die Croßh. Universitäts- Augenklinik Gießen soll für die Zeit vom 1. April 1911 bis Ende März 1912 ebent. einzelne Bedürfnisse auch für eine längere Zeit durch öffentliche Ausschreibung bergeben werden: - 1. die Lieferung von Back-, Fleisch- und Kolonialwaren, usw., Milch, Butter, Eier, Bier, Eis, Verbrauchsgegenständen, Seifen- und Bürften waren, 2. die Abgabe von Knochen, Lumpen und Gespül, 3. die Entleerung der Müllgruben, 4. die Unterhaltung der Gartenanlagen. Die Bedingungen können bei der Verwaltung der Klinik nachmittags bon 3 bis 5 Uhr eingesehen werden. Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Mittwoch den 8. März 1911, vormittags 12 Uhr, bei der Verwaltung einzureichen. Buschlagsfrist 10 Tage. Gießen, 22. Februar 1911. Großh. Direktion der Universitäts- Augenklinik. Holzversteigerung. Donnerstag, 9. d. Mts. wird in hiesigem Gemeindewald folgendes Holz versteigert: 12,56 Fstm. 23 Eichen- Stämme= 16 Rm. Eichen Nugscheit 8 " " Nußknüppel 49 Scheiter " " 58 " " Knüppel 76 Stöcke " " 1700 Gichen- Wellen 3900 Fichten-" f Die Zusammenkunft ist mittags 1 Uhr am Distrikt Hain. Großen- Linden, am 1. März 1911. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden. Leun. Nukholzversteigerung. Dienstag, den 7. März 1. Js, morgens um 10 Uhr anfangend kommt im Grävenwiesbacher Gemeindewald folgendes Holz zur Versteigerung. Diftrift Schießberg: 707 Stück Nadelholzstämme mit 152,79 Festmeter. 963 Nadelholzstangen 1. bis 3. Klasse Distrift Runkelshardt( Windfall) 37 Stück Nadelholzstämme mit 11,38 Festmeter. 66 Nadelholzstangen 1. bis 3. Klaffe. Anfang im Distrikt Schießberg. Bei ungünstiger Witterung findet die Versteigerung eine Stunde später im Gasthaus zum Taunus statt. Die Herren Bürgermeister werden um gefällige Bekanntmachung in ihren Gemeinden ersucht. Gräbenwiesbach, den 28. Februar 1911. Der Bürgermeister Velte. Das Ende einer Fabrt. Das Ende einer Fahrt. Das Ende einer Fahrt. Ein arabifes Begleiter und sagte:„ Wir sind am Ziel, bitte, folgen Sie mir." Dogge, die ihr entgegensprang, und dann wandte sie sich zu ihrem Rusch dich, Sultan!" befahl das junge Mädchen einer riesigen wolledann mannte sie fish au dem jungen Mann und ſaate: mit den Worten: Serr Dubois hat mich bis hierher begleiten weil er dir, lieber Bater, gern vorgestellt sein wollte." schönes Töchterchen liebevoll anfaben, schloß diefe ihren Bericht Deutscher Reichstag. bezeichnet werden kann:„ Den Reichstanzier zu ersuchen, dahin zu wirken, daß den vor 1900 angestellten Oberassistenten und Vorstehern von Postämtern 3. Klasse, soweit sie mindestens drei Jahre im Genuß ihres Höchstge= haltes sind, eine pensionsfähige( oder auch nicht pensionss fähige) Bulage gewährt werde." Eine Reihe neu gefor= derter Beamtenstellen wurde bewilligt. Die Reichstagskommission zur Vorberatung der Reichs: versicherungsordnung hat am Donnerstag den§ 356, der über die Anstellung der Beamten bei den Krankenkassen handelt, entsprechend dem Kompromißantrage der Konser= vativen, des Zentrums und der Nationalliberalen, mit großer Mehrheit angenommen:„ Bei den Krankenkassen werden die Stellen der Beamten durch übereinstimmende Beschlüsse beider Gruppen im Vorstande besetzt. Einigen sich die Gruppen nicht, so wird die Beschlußfassung auf einen anderen Tag anberaumt. Wird auch dann keine Einigung erzielt, so kann die Anstellung beschlossen werden, wenn mehr als zwei Drittel der Anwesenden dafür stimmen. Aber ein solcher Beschluß bedarf der Bestäti= gung durch das Versicherungsamt. Sie darf nur auf Grund bestimmter Tatsachen versagt werden." Es wurde ein neuer§ 356a eingefügt, der unter Umständen dem Versicherungsamt das Recht gibt, Kassenbeamte anzustellen. Am Donnerstag wurde der Militäretat fortberaten. Die Pofition„ Ankauf der Remontepferde" nahm der Abg. Raske( Soz.) zum Anlaß, gegen eine weitere Erhöhung der Nemontenpreise zu protestieren. Er richtete seine Polemik m Grunde gegen die Großagrarier, die nach seiner Metnung die für die Armeepferde aufzuwendenden Mittel in ihre ohnehin vollgefüllten Taschen stecken. Er mußte fich freilich von den verschiedensten Seiten eines Besseren belehren laffen. Selbst der Abg. Gyßling( fortschr. Vp.) warnte vor falscher Sparsamkeit und betonte das hohe Risiko und die geringe Rentabilität der Pferdezucht, weshalb auch die Landespferdezuchtkommission eine Preiserhöhung für unbedingt erforderlich erklärt hat, denn die Produktionskosten werden jetzt kaum gedeckt. Auf Grund ihrer eingehenden Sachkenntnis legten dies die Abgeordneten Rogalla von Bieberstein( f.), Varenhorst und Freiherr von Gamp( Rp.) im einzelnen dar. Letzterer hob besonders die eminent wirtschaftliche Bedeutung der Frage hervor; der schwere ostpreußische Boden erfordert schwere Kalt= blüter, zu deren Zucht man daher immer mehr überzugehen genötigt ist. Die Remontezucht lohnt an sich nicht, zudem finfen die Preise für nicht von den Remontekommiffionen angefaufte Pferde bis fast auf die Hälfte. Die nationale Bedeutung einer Remontezucht für den Kriegsfall wurde u. Der a. auch vom Abg. Becker- Cöln( 3.) gekennzeichnet. Wunsch, von kleineren und mittleren Besitzern zu kaufen, wurde mehrseitig an die Militärverwaltung gerichtet, diese teilte mit, daß über die Notwendigkeit einer Preiserhöhung gegebenenfalls eine Prüfung eintreten solle. Weiterhin wurde über die freisinnige Resolution verhandelt, besonders guten Turnern Bevorzugungen beim Militärdienst, wie Berkürzung der Dienstzeit und besseres Avancement einzuräumen. Der Kriegsminister hob hervor, daß die Staatsverwaltung vom Werte guter turnerischer Ausbildung durchdrungen sei, daß aber Schwierigkeiten, insbesondere hinsichtlich einer Verfürzung der Dienstzeit, entgegenstän= den. Eine Verkürzung der Dienstzeit sei unmöglich. Jeder gute Turner sei nicht ohne weiteres ein guter Soldat, wenn er nicht tüchtiger ist beim Schießen und beim Felddienst als andere Leute. Man könne auch nicht behaupten, daß ein Turner alles leisten kann. Wer solle übrigens entscheiden, ob jemand ein guter Turner ist? Das seien alles große Schwierigkeiten. Ein intelligenter Turner werde sich auch von selbst durchsetzen. Die Freisinnigen änderten auf na= tionalliberalen Vorschlag ihre Resolution dahin, daß ganz allgemein die Militärverwaltung um Sympathien für die guten Turner ersucht wird. Die so abgeänderte Resolution wurde nach weiterer Debatte gegen die Stimmen der Nationalliberalen und der Volkspartei abgelehnt. Schließlich wurde noch über das Kapitel Artillerie und Waffenwesen beraten, wobei auch die Arbeitsverhältnisse in den Militärbetrieben erörtert wurden. Dann wurde die Wetterberatung auf Freitag vertagt. Rundschau vom Cage. Politisches. tot, und der Reisende gab sich auf der ponizel an, wo dann die Aufklärung des Scherzes" erfolgte. Ein Attentat auf den Orientexpreßzug wurde in der Nähe von Konstantinopel verübt. Eine Anzahl Banditen hatten den Versuch gemacht, den Zug durch Aufreißen von Schienen zum Entgleisen zu bringen, was aber noch rechtzeitig entdeckt und verhindert werden konnte. Die Bahnverwaltung verlangt militärische Schuhmaßregeln. Der Neubau des Königlichen Opernhauses in Berlin beschäftigte am Donnerstag die Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses. Die Gesamtkosten dafür werden, für den wahrscheinlichen Fall, daß es auf dem Krollschen Gelände und den hierzu zu erwerbenden Grundstücken In den Zelten und in der großen Querallee erbaut wird, auf etwa 21 Millionen Mart geschäßt, wobei der Bau mit rund 12 Millionen Mark angenommen ist. Zu einer endgültigen Beschlußfassung kam es noch nicht. Ein tragisches Geschick hat den Arbeiter Spiemer in Berlin betroffen. Er hatte gegen weitläufige Verwandte einen Prozeß angestrengt, der schon mehrere Jahre sich hinzog, und in dem am Mittwoch ein neuer Termin anstand. Nach langer Verhandlung wurde der Prozeß zugunsten des Arbeiters entschieden. Bei Verkündung des Urteils geriet der Arbeiter in eine derartige seelische Erregung, daß er einen Herzschlag eritt, der sofort seinen Tod herbeiführte. Auf der Rückfahrt vom Musterungsgeschäft ertranfen in Schwarzenkrug vier Personen. Das Boot schlug auf der Memel beim Abdrücken von auf dem Flusse schwimmenden Eisschollen um. Nur einer der fünf Insassen konnte sich retten. In der gestrigen Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Bielefeld- Herford wurden abgegeben: 484 Stimmen für Malermeister Lieneweg- Werther( fons.), 202 Stimmen für Dr. Conze( natl.), Herford. Ersterer ist somit gewählt. Die Sozialdemokraten und Christlich- Sozialen hatten sich der Stimme enthalten. Im Maskenkostüm verbrannt ist gestern in Osterath bei Düsseldorf auf einem Maskenball eine Tänzerin, deren Kleider in Brand geraten waren. Ehe man die Flammen löschen konnte, hatte die Unglückliche schon ihren Geist auf= gegeben. In Hagen i. W. verbrannte eine 86jährige Witwe, deren Kleider bei einer Petroleumexplosion Feuer gefangen hatten. : befchwert fi ftierung, bie fiftentlofung ben, es fchwet fahren, davo die Unterfu mfahren richte fommen aud The Pflicht ver ritte alsbalb fel in einer ier weiteren 18 Perfoner Gin Flug i in Kürze zur areritanifcher B gapparat, m Fliegen will. G un nterbrochen on Shiffen da aparate verfehe bide Weise von gifermaßen Ehwimmvorrich Uritifer ein lam, bis der 1 Berwegener gramm des„ Ne mebet einen G die über gr fügen. Bereits in Sotelzimmer Bir gaben fich f Bimmer zahlrei lang es ihnen, ben eines Tunn Bai, zu verbe Bat die Stahl Eine Familientragödie wird aus dem westfälischen Grubenorte Castrop gemeldet. Im benachbarten Dorfe Bövinghausen kam der Bergmann Prinz abends angetrunfen nach Hause. Aus geringfügiger Ursache begann er mit seiner Frau, die sich schon zur Ruhe begeben hatte, Streit, brachte der Frau einen Stich in die Brust bei und zerschnitt ihr die Sehnen eines Armes. Die Frau starb kurz darauf. Prinz wurde verhaftet; die Kinder wurden dem Waisenhause zugeführt. Das neue französische Kabinett setzt sich voraussichtlich wie folgt zusammen: Vorsiz und Inneres Monis, Justiz Jeanneney, Aeußeres Cruppi, Krieg Berteaux, Marine Delcassé, Finanzen Caillaux, Unterricht Steeg, öffentliche Arbeiten Charles Dumont, Handel Poirrier, Ackerbau Masse oder Paul Boncour, Kolonien Messimy, Arbeit und soziale Fürsorge Viviani oder Paul Boncour. Ein Postministerium soll neu geschaffen werden; dieses Portefeuille soll Chaumet übernehmen. Monis ist Senator und 65 Jahre alt. Er begann seine politische Laufbahn als Abgeordneter und gehörte bereits dem Senat an, als ihn Waldeck- Rousseau auf den Posten des Justizministers berief. Monis wurde von Briand aufgefordert, in sein zweites, im November 1910 gebildetes Ministerium einzutreten, lehnte aber in letzter Stunde ab. Die Einstellung des Prinzen Joachim von Preußen, des jüngsten Sohnes des Kaiserpaares, in die Lehrkompanie des ersten Garderegiments fand am Donnerstag nachmittag im Beisein des Kaisers im Langen Stall zu Potsdam statt. Um 2 Uhr nahm dort die Leibkompanie des ersten Garderegiments zu beiden Seiten eines Feldaltars Aufstellung. Außer dem Kaiser, der die Einstellung des Prinzen selbst vornahm, waren alle in Berlin weilenden Prinzen erschienen, ferner die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise. Prinz Joachim leistete den Eid auf die Fahne, die vom Obersten v. Kleist gehalten wurde. Nach der Vereidigung hielt der Kaiser eine kurze Ansprache an Offiziere und Mannschaften. Während der Feier war der Lustgarten für das Publikum gesperrt. Aus den Gerichtssälen. Die Tücke des Telephons wäre beinahe einem Göttinger Fabrikanten zum Verhängnis geworden. Um eine dringende Verbindung zu erlangen, rief er das Amt an, im selben Moment hatte aber die amtierende Telephonistin eine Verbindung eines anderen Teilnehmers mit dem Fabrikanten hergestellt, und, um ihn anzurufen, seine Lettung eingeschaltet. Durch den Anruf des Fabrikanten durch den Kurbelwecker hatte daher die Telephonistin einen leich= ten elektrischen Schlag bekommen. Darüber ungehalten, rief sie den Fabrikanten nicht gerade zart an:„ er habe nichts zu wecken; wenn er eine neue Verbindung wünsche, dann soll er doch gefälligst erst den Hörer wieder hinhängen, ehe er wecke." Der Fabrikant fand natürlich diesen Verweis höchst seltsam; als die Telephonistin ihm erregt antwortete, ersuchte er sie dringend, ihm feine langen Reden zu halten, sondern ihm die gewünschte Verbindung zu geben. Nachdem er diese erhalten hatte, und das Gespräch erledigt war, rief die Telephonistin ihn nochmals an und setzte ihn wegen seiner nach ihrer Ansicht ungebührlichen Aeußerungen zur Rede. Der Fabrikant, der immer noch nicht wußte, was die Telephonistin so erregt hatte, verbat sich schließlich deren Reden und hing mit den Worten: Das ist doch wirklich eine ganz unverständige Geschichte" den Hörer an den Hafen. Die Folge dieses Renkontres war, daß die Oberpostdirektion in Braunschweig auf Veranlassung des der Telephonistin vorgesetzten Telegraphendirektors Strafantrag gegen den Fabrikanten stellte, weil er die Telephonistin durch die Worte beleidigt habe: fie folle teine„ dicken" Reden führen“ und„ das ist doch wirklich eine ganz unverschämte Gesellschaft." Der Fabrikant konnte durch einen Zeugen, der in einem Nebenraum das Gespräch mit angehört hatte, nachweisen, daß er nicht diese, sondern die oben mitgeteilten Redewendungen gebraucht hatte, während die Telephonistin beschwor, er habe sich der erwähnten beleidigenden Aeuße= rungen bedient. Da Eid gegen Eid stand, war ein großer Zeugen- und Sachverständigenapparat aufgeboten worden. Nach langer, eingehender Verhandlung kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß die Telephonistin sich geirrt haben müsse, also eins der berüchtigten Telephon- Mißverständnisse vorliegen müsse, und sprach den Fabrikanten fret. Die Kosten zweier Instanzen, Schöffengericht und Straffammer, wurden der Staatskasse auferlegt. Eine antirussische Propaganda hat im fernen Osten eingesetzt. 1200 in Tokio lebende chinesische Studenten haben beim chinesischen Botschafter Protest gegen die Schwäche der Regierung eingelegt, die durch ihre Nachgiebigkeit gegen Rußland die Nation erniedrige. Es wurden 18,000 Yen gesammelt zu einer antirussischen Propaganda in China und Europa. dieg Zur Frage der elsah- lothringischen Verfassungsreform meldete eine Berliner Zeitung, daß mit Bestimmtheit schon in den nächsten Tagen eine Verständigung unter den Bundesregierungen zu erwarten sei, nach der Elsaß- Lothringen drei Bundesratsstimmen für wirtschaftliche Fragen zugestanden werden sollen. Diese Nachricht ist unzutref= fend und non feiner zuständigen Stelle veranlaßt. Ueber den Aufruhr auf Haiti bringt ein in London eingetroffener englischer Dampfer entsetzliche Einzelheiten nach Europa. Auf der Negerinsel fließt das Blut in Strömen. Viele Ortschaften sind niedergebrannt und verwüstet. Das deutsche Konsulat in der Hauptstadt soll noch die einzige Zufluchtsstätte für die europäischen Bewohner der Stadt sein. Der Dampfer mußte den Bewohnern Lebensmittel abgeben, da sie durch die plündernden Neger um ihre ganze Habe gekommen sind. Viele Familien be= finden sich in ernster Not. Der Postetat in der Kommission. Die Budgetkomisfion des Reichstages setzte Donnerstag die Beratung über die beantragten Zulagen für alte Oberpost- und Telegra= pherassistenten( 100 bis 300 M) fort. Nach Mitteilung der Reichspostverwaltung würden sich die Mehraufwendungen belaufen 1911 auf 2,4 Millionen, 1913 auf 24 Millionen, 1914 auf 3 Millionen. Sie steigen dann bis 1922 auf 5% Millionen, dann aber würden sie allmählich wieder sinken, um 1947 ganz fortzufallen. Man überzeugte sich, daß die mitgeteilte Resolution angesichts der finanziellen Konsequenzen und der Rückwirkung auf an dere Beamtenklassen, keine Aussicht auf Erfolg bei den Verbündeten Regierungen haben würde und nahm folgende Resolution an, die als ein gangbarer Mittelweg 6) Das Familiengeheimnis. Noman von L. Walter. Nachdruck verboten. Kleine Nachrichten. Der 130 000 Mark für die Speisung von Schulkindern. Magistrat von Berlin hat für die Mittagspeisung bedürftiger Volksschulkinder 130 000 Mark bewilligt. Von privater Sette waren in den letzten Jahren außerdem noch erhebliche Beiträge für diesen Zweck berett gestellt worden. Zu Fuß um die Erde. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Der Weltreisende Konstantin Weltschikow, der 1903 von Sofia aufbrach, um zu Fuß rund um die Erde zu wandern, traf Mittwoch hier ein. Er hat alle fünf Weltteile durchquert. Dieser Meinung, lieber Karl, bin auch ich; es kommt nur darauf an, ob die Verpflichtung, die Ihnen das Geheimfach auferlegt, der letzte Wille ihres Vaters ist. Ich habe an dem Eterbebette meines guten Herrn gestanden, ich habe ihn nicht verlassen, bis er den letzten Atemzug getan... war er auch kraftlos, litt er auch unsägliche Schmerzen... mir hätte er gewiß eine Andeutung über die so ernste Eache gegeben. Selma tam und ging, fragte oft nach dem Befinden des leidenden Bruders; aber auch sie hat kein Wort geäußert, das meine Aufmerksamkeit erregte." Einen eigenartigen„ Scherz" erlaubten sich mehrere Heidelberger Studenten. Ste provozierten mit einem Reisenden einen Streit, und es kam zu einer Duellforderung mit zweimaligem Kugelwechsel. Das Duell fand statt, die Pistolen waren aber nur mit Plakpatronen geladen. Der sich duellterende Student stellte sich nach dem zweiten Schusse ,, Warten Sie, Karl, es ist das Beste. Tun Sie, als ob nichts vorgefallen und behandeln Sie die Tante wie bisher. Aber schweigen Sie... das Geheimbuch verschließen Sie sorgfältig. Später beraten wir weiter." lag, daß hier eine Fälschung verübt, wollte er die Handschrift des Vaters als echt anerkennen. Die Vermischtes. Der westfälische Banktrach. Der Direktor der verkrachten Niederdeutschen Bank in Dortmund, Bankier Ohm ist, wie dem B. T." aus Dortmund geschrieben wird, in der Untersuchungshaft ernstlich erkrankt. Er leidet an einem starken Influenzaanfall, und es haben sich Erscheinungen einer Kippenfellentzündung mit hochgradigem Fieber bemerkbar gemacht. Die Untersuchungsbehörde wie auch die Staatsanwaltschaft erwägen zurzeit, ob die Unterbringung des Kranken in einer Anstalt nötig ist. Frau Ohm wurde von der Erkrankung ihres Mannes amtlich benachrichtigt. Die lange Untersuchungshaft scheint seine Gesundheit, obschon ihm eine Reihe Vergünstigungen eingeräumt sind, arg in Mitleidenschaft gezogen zu haben. Der Nachmittag brachte zahlreiche Kondolationen und Beileidsbesuche, die Selma empfing. Halling war ein zu geachteter Mann gewesen, als daß seine Freunde sich hätten abhalten lassen, das Trauerhaus zu betreten. Nachricht von dem jähen Unglück hatte sich erst nach dem Begräbnisse verbreitet; man hatte nicht einmal in gröBeren Kreisen gewußt, daß der Kaufherr krank gewesen. Die Bestürzung war eine allgemeine, die Teilnahme eine innige. Erst abends sieben Uhr, als die Comptoirs ge= schlossen waren, konnte Karl sich entfernen, um den Besuch abzustatten, der ihm am Herzen lag. Karl tat, wie Horn gesagt. Der Geschäftsgang ward nicht unterbrochen. In den Mittagsstunden fand der junge Mann Gelegenheit, mit Selma längere Zeit zu sprechen; sie äußerte kein Wort über ihr Verhältnis zu dem vertorbenen Bruder und zeigte überhaupt kein Interesse für den Nachlaß. Auf die wiederholte Frage, ob Halling nicht einen Wunsch cusgedrückt oder eine Bestimmung hinterlassen habe, antwortete sie:„ Ich weiß nichts." Karl teilte dies dem Kassierer mit. Mein junger Freund," sagte Horn,„ ich habe über pie Angelgenheit nachgedacht und gefunden, daß sie sehr geheimnisvoll ist. Beobachten Sie, beobachten Sie! Ein schneller Tod bewirkt oft seltsame Dinge." Die Vernichtung des Geheimbuches hätte den jungen Mann jeder Verpflichtung enthoben; aber sein Ehrgefühl sträubte sich dagegen, er ließ den Gedanken an einen Betrug nicht aufkommen. So lange die Gewißheit nicht vor,, Wohin gehst Du?" fragte Selma, als sie ihn mit Hut und Stock erblickte. „ Ich will mit unserem Rechtsanwalt beraten, der mir sagen soll, was ich bei lebernahme der Firma zu beobachten habe. Es gibt gewisse Formalitäten, die erfüllt werden müssen." ,, Weitläufigkeiten können nicht entstehen, da Du der einzige Erbe bist. Statt des Vaters vertrittst Du die Firma nach allen Richtungen hin...." ,, Gewiß, Tante!" " Du übernimmst alle Rechte und alle Verpflichtungen." ,, Die ich zu leisten schuldig bin." schreckliche Krankheit wütct noch immer fort. Man sagt, es sterben ganze Familien aus. Wäre ich nicht an die Wirtschaft gebunden, die ich unmöglich den Bediensteten überlassen kann, ich würde die Stadt verlassen." en. Gic war Ann Gauerstof hmmer leer. genabt worde geringe Gumme Sie haben fich n foot für 2000 tition getauft, Fahrzeug auf da ginalfen fin Das Abfla New York Her Bericht in Fude tod Todesfälle Lag feit Begin Opfer gefordert Chi esen durchg Don en. Nachri her Quelle zuf sedehnt, und Karl reichte ihr die Hand mit der Bemerkung:„ Ich werde nicht lange ausbleiben." Selma hatte das erste Wort über den Fortgang des Geschäfts gesprochen. Warum wollte sie die Einmischung des Rechtsanwalts nicht? Warum sprach sie von Rechten und Pflichten? Sie mußte doch wohl Forderungen an den Bruder haben, die geltend zu machen sie unterließ, da die Zeit dazu eine ungeeig= nete war. Kar! suchte wirklich den Rechtsanwalt auf, um ihm das Ordnen seiner Angelegenheit zu übertragen. Starke, so hieß der Jurist, hörte mit Entsetzen die Trauerbotschaft. Halling war ihm befreundet gewesen, er hatte oft heitere Stunden mit ihm verlebt. " Und dazu bedarfst Du keines Advokaten, der die Angelegenheit in die Länge zieht, um zu liquidieren. Der selige Friedrich hatte nicht gern mit Rechtsanwälten zu tun." „ Es handelt sich auch nicht um einen Prozeß, liebe Tante, sondern nur um die Erfüllung von Formalitäten, die das Gesetz vorschreibt." ,, Du solltest heute nicht ausgehen, Karl." „ Warum?" " Es ist so unheimlich still in unserem Hause; ich sehne mich nach Unterhaltung.. außerdem ist es nicht geraten, gerade jet: fremde Häuser zu betreten.... die „ Es ist gräßlich!" murmelte der fünfzigjährige Mann, der sich kaum fassen konnte.„ Halling stand noch in der Kraft seines Lebens, er fonnte noch viel Gutes wirken.. Er mußte sich die Augen trocknen. „ Ich werde alles, alles besorgen," versicherte der Advokat. Arbeiten Sie ruhig in Ihrem Comptoir und überlassen Sie mir die nötigen Anmeldungen bei der Behörde." ,, Herr Advokat, eine Frage möchte ich an Sie richten." " Fragen Sie, mein lieber Freund." Hat mein Vater ein Testament gemacht?" Nein." " Sie müssen es wissen, da er sich stets Ihres Rechtsbeistandes bediente und nichts ohne Ihren Rat unternahm." Beimbers der reich des Flu ellem Serald fale gefunden Bulonenpeft zeig mus infizierten S doch wurd is wefteht jedoch Därmere Witter lich macht. We ,, Er hat nie davon gesprochen, auch ist ein Testament nicht nötig, da Sie, der einzige Sohn, der gesetzmäßige Erbe sind. Sie haben mit niemandem zu teilen, nieman dem Abfindungssummen auszuzahlen. Da Sie bereits großjährig sind, wird die Webertragung der Firma auf Ste ohne weiteres stattfinden." ( Forts. folgt.) Rorrespondenten esber Epidemic hem ruffischer Beifalle vorgeto nler Stadt ge he russische Bevi Die Tragödi imstragödie in rifen wird noc Hier ermordet Die Nachbarn ciollagen hatten baie bei die abe murde, befar berwege hörte auf der St baie gefchafft n reichen von G züm Alter vo Das Reiseal entenult. D agen des Mü von Bulg Eugen berid mam Fastna Wein- Müncher jewagen beds, wurde en wollten, m lichfeiten c. Wie ma Ferdinand erg nach Su daß fie nad jewagens, i und gaben d ertennen. cafwagengesell then fich, und Gäfte des vo ine furze 3 fhete ihnen ein en und fein iefarte nicht ute. Beltere und durftig glüdlichen B Heber fortw Unfunft des Lichtenfels f tung, insgeja Ferdinand ten Raum de jonen jagen, In Erlang en einer aufa ben fich den M Diefe offen ringen, indem Butwinten i Baren begri Conten Anbtids gt war und g den. Bittend tet von einen bann der Siten von rechtBahnin ndte hinfan). des ertet Ber hrte. nten f der nden fich bei beren men auf= itme, ngen schen Dorfe Crun mit treit, hnitt rauf. ifen= Göteine att, istin dem Letdurch leichIten, ichts dann , ehe weis rtete, alten, Nach war, Degen z zur was Deren rflich Ha rpoftTeleg gedurch Reden Jämte ugen, hatte, eilten niftin euße roßer Orden. ht zu haben oniffe e Konmer, frachOhm rd, in et an beschwert sich denn auch fortgesetzt über die lange InHaftierung, die Ohm für ungerechtfertigt hält. Mit der aftentloffung Ohms wird es indessen noch gute Weile Baben, es schweben gegen Ohm nicht weniger als 34 Straf nerfahren, davon 7 Depotunterschlagungen, in 3 Fällen die Untersuchung abgeschlossen, so daß diese Anklageunite alsbald zur Verhandlung kommen werden. Das Verfahren richtet sich niemals gegen Ohm allein, sondern tommen auch die übrigen Verhafteten in Frage, die Ihre Pflicht verabsäumt haben sollen. So sind zum Beipiel in einer Sache 10, in einer anderen Sache 14, in iner weiteren 12 und in der größten Sache nicht weniger cls 18 Personen angeklagt. Ein Flug übers Meer. Ein abenteuerlicher Plan soll in Kürze zur Ausführung gelangen. Mr. Twonbly, ein amerikanischer Ingenieur, baut zurzeit einen 75pferdigen Flugapparat, mit dem er den Atlantischen Ozean überfliegen will. Er beabsichtigt allerdings nicht, den Flug ununterbrochen durchzuführen, sondern will eine Anzahl von Schiffen chartern, die er mit Plattformen für Flugapparate versehen lassen will. Er beabsichtigt dann, auf Diese Weise von Dampfer zu Dampfer über den Ozean gewissermaßen zu hüpfen. Der Apparat ist mit einer Echwimmvorrichtung versehen, damit er sich, falls dem Aviatiker ein Unfall zustoßen sollte, über Wasser halten lann, bis der nächste Dampfer herangekommen ist. Berwegener Banteinbruch in Panama. Ein Telegramm des ,, New York Herald" vom 1. März aus Panama meldet einen Einbruch in die Bank der Gebrüder Brandon, die über große Häuser in Neuyork und Panama verfügen. Bereits vor vier Monaten hatten die Einbrecher ein Hotelzimmer gemietet, das an die Banträume stieß. Gie gaben sich für Ingenieure aus und brachten in ihrem Zimmer zahlreiche elektrische Apparate an. Hierdurch gelang es ihnen, ihre wirkliche Tätigkeit, nämlich das Gra ben eines Tunnels bis unter die Hauptstahlkammer der Bank, zu verbergen. Als vorgestern der Kassierer der Bant die Stahltammer öffnen wollte, fand er sie verschlos= Fen. Sie war von innen verriegelt. Die Tür wurde mit einem Sauerstoffgebläse geöffnet, und man fand die StahlTammer leer. Durch ein Loch im Fußboden war sie ausgeraubt worden. Den Dieben ist die verhältnismäßig geringe Summe von 17 000 Dollars in die Hände gefallen. Sie haben sich nach Gelingen des Einbruchs ein Petroleumboot für 2000 Mart, sodann Gewehre, Revolver und Munition getauft, und sind mit dem wohlverproviantierten Fahrzeug auf das offene Meer hinausgefahren. Zwei Polizeipinassen sind ihnen gefolgt. Das Abflauen der Pest. Nach einer Depesche des New York Herald" aus Peking sind nach dem offiziellen Bericht in Fudsjadjan am Mittwoch weder Krankheitsnoch Todesfälle an Pest vorgekommen. Dies ist der erste Zag seit Beginn der Epidemie, an dem die Pest keine Opfer gefordert hat. Dieser Erfolg ist durch die von den Chinesen durchgeführten sanitären Maßnahmen erzielt worden. Nachrichten aus chinesischer, russischer und japanicher Quelle zufolge hat sich die Epidemie jedoch weiter ausgedehnt, und zwar mit einer furchtbaren Schnelligkeit. Besonders der Norben der Mandschurei und die Gebiete westlich des Flusses Liao sind gefährdet. Dr. Aitzato melbet dem Heraldbureau in Peking, daß er in Tschang- Tschun Fälle gefunden habe, die alle Charaktereigenschaften der Bubonenpest zeigten. Mehr als 20 000 gefangene Ratten aus infizierten Häusern in der Mandschurei wurden unterucht, doch wurde keine als Bakterienträgerin festgestellt. Es besteht jedoch die Befürchtung, daß die jetzt eintretende Därmere Witterung eine Infizierung durch Ratten möglih macht. Wenn diese da ist," so sagte Dr. Strong dem Rorrespondenten des Herald, so haben wir statt des Endes der Epidemie erst ihren Anfang." Unter den Chinesen in dem russischen Grenzorte Blagoweschtschenst sind einige Bestfälle vorgekommen. Das Chinesenquartier ist mitten in der Stadt gelegen und bedeutet eine große Gefahr für Die russische Bevölkerung. TicheiFie wie e UnFrau mtlich seine n einhaben. sagt, an die ifteten „ Ich Serfte Wanicht? mußte eltend geeig t auf, Fragen. Crauer hatte Mann, in der ten.. er Adr und wer Be ichten." Rechts " daß den Studenten die Fahrkarten abgenommen und fie selbst in Nürnberg sistiert und einem Verhör unterzogen wurden. Edisons erster Sched. Der berühmte Erfinder und Millionär Edison hat die Zeit nicht vergessen, die er als armer Telegraphist verlebte, und noch hente blizen seine Augen, wenn er erzählt, wie er über Nacht ein wohlhaben der Mann geworden ist. Edisons erste Erfindung war, was nicht allgemein bekannt ist, der„ Ticker", jener mit einem Glasballon bedeckte telegraphische Apparat, aus dessen flapperndem Munde fortwährend ein mit den Börsenberichten, Resultaten der Wettrennen usw. bedruckter endloser Papierstreifen hervorgeht. Ich war damals ein armer Teufel," erzählte Edison selbst,„ aber immer träumte ich von 5000 Dollars, als dem kolossalen Vermögen, das ich einst zu= sammengescharrt haben würde. Mit dem Patent für den Tider" fam ich nach Neuyorf, um es loszuschlagen. Ich bachte 2000 Dollars würde otel sein, aber die heißersehnten 5000 wollten mir nicht aus dem Sinn. Und schließlich nahm ich mir vor, frech zu sein und 5000 zu verlangen; abhandeln fonnten sie ja doch noch. So kam ich zu dem Fabrikanten, dem ich empfohlen war; ich erklärte ihm meine Erfindung, legte das Modell vor, und dann kam die Preisfrage. Als er wissen wollte, wie viel ich verlange, wurde es mir schwarz vor den Augen. Alles drängte in mir, laut 5000 Dollar zu schreten, aber ich fürchtete, der Schreck könnte ihn töten, und ich fragte ihn schließlich stotternd, was er mir geben wolle. Er bestellte mich auf den nächsten Morgen; die Nacht träumte ich von lauter 2000 und 5000 DollarSchecks. Am andern Morgen schlich ich mich sehr schüchtern zu meinem Fabrikanten; 1000 Dollar wären mir in diesem Augenblick schon als eine Riesensumme erschienen. Und mein Fabrikant sah mich gelassen an und sagte dann im kühlsten Geschäftston:„ Wir geben Ihnen 40 000 Dollars, feinen Gent mehr. Ist's Ihnen nicht genug, so nehmen Sie das Ding wieder mit." Ich weiß nur, daß ich mit taumeln= dem Hirn einen Kontraft unterzeichnete, mit einem Sched für 40 000 Dollars auf die Straße fam, während eine Stimme in mir gellend rief: Du bist betrogen, er hat Dir einen wertlosen Schein gegeben Erst, als ich von der Bank die volle Summe ausbezahlt erhielt, begann ich, an mein Glück zu glauben. Die Tragödie einer Bergmannsfamilie. Zu der JrrInstragödie in dem Bergmannsdorfe Spiesen bei Saarbrüden wird noch berichtet, daß die Mörderin, die ihre fünf Finder ermordet hatte, erst dann Selbstmordversuch beging, Is die Nachbarn die Tür zu der Wohnung gewaltsam eincichlagen hatten. Sie brachte sich zwei Schnittwunden am balfe bei die aber nicht tödlich sind. Während die Tat verit wurde, befand sich der Mann auf der Schicht, auf dem peimwege hörte er von der Schreckenstat seiner Frau und rach auf der Straße bewußtlos zusammen, so daß er nach Danse geschafft werden mußte. Die Frau hat schon früher Anzeichen von Geistesgestörtheit gezeigt. Die Kinder stanen im Alter von dret Monaten bis zu sieben Jahren. Das Reiseabenteuer des Bulgarenkönigs. Ueber den Studentenulf, den sich Erlanger Musensöhne im Speisegen des München- Berliner D- Zuges mit Zar Ferdiand von Bulgarien geleistet haben, wird von einem Augenzeugen berichtet:„ Ein recht absonderliches Erlebnis hat= en am Fastnachtsdienstag die Insassen des D- Zuges 46 Berlin- München. In diesem Zuge wird bis Nürnberg ein eisewagen geführt. Hinter Saalfeld, gegen 6½ Uhr bends, wurde den Fahrgästen, die den Speisewagen benusen wollten, mitgeteilt, daß das größere Abteil für eine Fürstlichkeiten reserviert sei, die in Lichtenfels einsteigen urde. Wie man dann erfuhr, handelte es sich um den 3a= Ferdinand von Bulgarien, der auf der Rückreise von Ruburg nach Sofia begriffen war. Die Fahrgäste erklärten ur, daß sie nach den Bahnvorschriften zur Benutzung des isewagens, solange Plazz vorhanden sei, berechtigt wäen, und gaben diese Meinung dem Oberkellner unverblümt erkennen. Schließlich wurde ihnen bedeutet, daß die lafwagengesellschaft das Hausrecht besitze. Die Fahrgäste gten sich, und der Oberkellner ließ sich nicht mehr sehen. Die Gäste des vollbesetzten Abteils des Speisewagens fonnen eine furze Zeitlang noch Speisen bekommen. Dann erffnete ihnen ein zweiter Kellner, daß das Souper für den Baren und sein Gefolge hergerichtet werden müsse und die Speisekarte nicht mehr im vollen Umfang Geltung haben önnte. Weltere ahnungslose Reisende mußten dann hungg und durftig in ihre Abteile zurückkehren, da natürlich e glücklichen Besitzer von Pläßen nicht von diesen wichen nd lieber fortwährend Bier und dergleichen bestellten, um te Ankunft des 3aren und seines Gefolges zu erwarten. Lichtenfels stiegen die bulgarischen Prinzen und BeLeitung, insgesamt zehn Personen, ein, und in Bamberg Bar Ferdinand selbst, so daß von dort aus in dem reserHerten Raum des Speisewagens, der 18 Pläße enthält, elf Personen saßen, die ein Souper von acht Gängen einnahen. In Erlangen stiegen maskierte Studenten ein, von enen einer zufällig als Serbe oder dergleichen verkleidet ar. Diese offenbar schon angeheiterten jungen Leute let= ten fich den Maskenscherz, dem König eine Ovation darbringen, indem sie unter Eljen- und Ziviorufen und unButwinfen in den„ geheiligten Raum" eintraten und en Baren begrüßten. Der König erschrat ob des ungehnten Anblicks; offenbar dachte er nicht daran, daß Fasthtwar und glaubte vielleicht einen Revolutionär zu erder. Wütend eilte der Oberkellner zum Zugführer, beleitet von einem Geheimvolizisten, und das Ergebnis war, unter tament mäßige ieman bereits auf Gle gt.) Ueber gewaltsame Todesarten gab der Berliner Gerichtsarzt Dr. Strauch vor den Hörern des dritten kriminalpolizeilichen Fortbildungskursus interessante Erklärungen. Unter den gewaltsamen Todesarten die am meisten von Lebensmüden angewandt werden, ist besonders das Ge= biet der Erstickung durch Erhängen ebenso interessant wie kompliziert. Jedes lebende Wesen bedarf der Zuführung von Sauerstoff Wenn die Luftröhre zusammengepreßt wird, hört die Zufuhr auf, und der Tod tritt ein. Die Bewußt= losigkeit jedoch, die sofort beim Erhängen erfolgt, ist auf ein ganz anderes Moment zurückzuführen, nämlich auf die sofortige Abklemmung der vier Schlagadern und des damit zusammenhängenden Aufhörens der Zufuhr des Blutes zum Gehirn. Das Erhängen geschteht gewöhnlich mit ei= ner Zuckerschnur, aber auch Handtücher, Halstücher, Taschentücher, Ketten, Hosenträger, Riemen, ja selbst Lampendochte und Leitungsdraht find zu diesem Zwecke benutt worden. Wird jemand noch rechtzeitig abgeschnitten, so ergeben sich bei dem Geretteten ganz eigentümliche Erschetnungen. Der Betreffende ist heiser, und manchmal ist die Stimme auch völlig tonlos. Das eigenartigste ist aber die rückwärtsschreitende Erinnerungslosigkeit. Der wieder zum Bewußtsein Gelangte weiß sich an dte Geschehnisse in den letzten Stunden vor der Tat nicht zu erinnern und ist sich auch nicht klar, auf welche Weise er die Tat vollbracht hat. Wissenschaft, Runst und Literatur. Der berühmte Chemiker der Berliner Universität Prof. J. H. van t'Hoff ist Mittwoch abend an einem Lungenleiden in seiner Wohnung in Steglitz im Alter von 58 Jahren ge= storben. Jakobus Hendrikus van t'Hoff war am 30. August 1852 in Rotterdam geboren, studierte in Delft, Leiden, Bonn, Paris und Utrecht, wurde 1876 Lehrer an der Tierarzneischule in Utrecht, 1877 Lektor und 1878 Professor an der Universität in Amsterdam, 1890 o. Honorarprofessor an der Universität Berlin. Er war der erste Begründer der Stereochemie und einer der hervorragendsten Förderer der neuen physikalischen Chemie. 1901 erhielt er den Nobelpreis für Chemie. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaft in Berlin und korrespondierendes Mitglied der Pariser Akademie. Mit Ostwald gab er die Zeitschrift für physikalische Chemie" heraus. Aus dem Reiche der Technik. Erdbewegung durch Wasser. Das Versetzen von Bergen" ist für die heutige Technik gewiß fein Kunststück mehr, denn für die Bewegung großer Erdmassen stehen uns eine Reihe sehr leistungsfähiger Maschinen zur Verfügung. Originell aber ist die Methode, die man in der Stadt Seattle in den Vereinigten Staaten anwendet, um große Erdmassen rasch und billig zu bewegen, um ein paar Hügel abzutragen, die der Ausdehnung der Stadt hinderlich sind. Die Stadt Seattle erfreut sich nämlich, wie viele amerifantsche Städte, eines äußerst schnellen Wachstums die Einwohnerzahl stieg von 80 000 im Jahre 1900 auf 320 000 im Jahre 1910 und der weiteren Ausdehnung der Stadt sind die sie umgebenden Hügel natürlich sehr im Wege. Man braucht neue Bauplätze, und da man es nicht für praktisch hält, den neueren Teil der Stadt 30-40 Meter höher zu legen, so räumt man die Hügel weg und zwar dadurch, daß man sie durch Wasser ins Meer schwemmt. Im Jahre 1907 hat man, wie der Prometheus berichtet, mit den Arbeiten begonnen, 11 Millionen Kubikmeter Erdreich hat man schon beseitigt und etwa 15 Millionen Kubikmeter sind noch zu bewältigen. Das Wasser wird unter einem Truck von 12.5 Atmosphären durch 0.6 Meter weite, hölzerne, mit Eisen bandagierte Rohrleitungen von den drei verschiedenen, mit Zirkulationspumpen ausgerüsteten Pumpwerken an die Arbeitsstellen geführt und wird hier in mächtigen Strahlen gegen das Erdreich gespritzt. Dieses wird aufgewühlt, fortgewaschen und durch die großen Wassermassen schließlich durch einen besonderen Tunnel ins Meer gespült. Die zurzeit im Betrieb befindlichen Pumpanlagen von über 3000 Pferdekräften können in der Minute zusammen 93 Kubikmeter Wasser unter 12.5 Atmosphären Druck liefern; die Kosten für die Bewegung von einem Kubikmeter Erdreich sollen 1.50 M betragen. So schnell wie die hydraulische arbeitet natürlich keine andere Methode der Erdbewegung. Neu ist die Methode nicht, denn schon selt den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird in Kalifornien und im Ural goldhaltiges Gestein und Erdreich durch Wasserstrahl losgelöst und zur Verarbeitung fortgeschwemmt. Wie Moltke im Feuer stand. Der Gedenktag an den Einzug des deutschen Heeres in Paris ruft, wie der Inf." aus Offizierskreisen geschrieben wird, die Erinnerung daran wach, wie oft der greise Generalfeldmarschall Graf von Moltke im Kriege 70/71 besonders vor Paris sich in die größte Gefahr begab, und mit welch unerschütterlicher Ruhe er im größten Kugelregen seine Beobachtungen anstellte. Besonders eine Episode ſei wiedergegeben, wie sich Moltke durch senen Heldenmut einmal in großer Lebensgefahr befand. Das war am 11. Januar 1871. Der Kampf wurde vor Paris auf beiden Seiten mit größter Hartnäckigkeit und Todesverachtung geführt. Besonders an der Südfront in der Nähe des französischen Forts Jory, wo das 2. bayerische Armeekorps stand, war der Kampf äußerst heftig, und ununterbrochenes Gewehrfeuer ertönte, da die Position der Deutschen derartig war, daß von ihrem äußersten Vorposten aus der Feind vorzüglich beobachtet werden konnte. Die Franzosen wußten das und wollten darum unter allen Umständen eine ruhige Beobachtung ihrer Lage von setten der deutschen Vorposten verhindern. Jeder Schritt, der hier gemacht wor den ist, wurde tatsächlich mit Lebensgefahr erkauft. E8 wurden stets die allergrößten Vorsichtsmaßregeln bei Postenablösungen angewendet. Eines Tages erschien plötzlich in einem alten und ziemlich ramponierten Ueberrod, eine zerdrückte Müße auf dem Kopf, den Feldstecher in der Hand, der greise Feldmarschall zur größten Ueberraschung der Offiziere und Mannschaften. Er hatte mit scharfem Auge erkannt, daß von hier aus der Ausblick sehr günstig war und wollte sich diese gute Gelegenheit nicht entgehen lassen. Als der Feldmarschall Miene machte, weiter über die Schützenkette hinaus vorzugehen, wollten ihn die Offiziere davon abhalten unter Hinweis auf die Gefährlichkeit der Lage. Moltke aber wehrte lächelnd alle Einwände ab und sagte: Wo so viel Soldaten stehen und kämpfen, ohne an ihr kostbares Leben zu denken, da werde ich auch mal eine fleine Sefunde nachschauen können, ohne daß es bald an Hals und Kragen geht." Er wehrte auch gleichzeitig jede Begleitung ab, da er meinte, allein im Kugelregen am sichersten zu sein.„ Denken Sie mal an, so sagte er, wenn wir zehn Mann hoch gehen, dann brauchen sich die Herren Franzosen nur den 10. Teil so anzustrengen, um uns zu sehen und zu treffen, wie wenn ich allein gehe." Mit diesen Worten führte er seinen Plan aus und sprang wie ein junger Soldat von einer gedeckten Stellung zur anderen, um von den Franzosen nicht gesehen zu werden. Eine kurze Strecke, wo Deckung fehlte, lief er so rasch, daß niemand in diesem Krieger einen Mann von fast 71 Jahren vermutet hätte. Trotzdem die Offiziere und Mannschaften sahen, daß der Heerführer auch das Handwerk eines einfachen Schützen und Soldaten vorzüglich verstand, warteten sie doch mit Bittern und Zagen auf seine Wiederkehr. 40 Minuten nach 11 Uhr kam er plöblich hinter einer Deckung hervor, schmunzelte und ging grüßend, ohne ein Wort weiter zu sagen, seines Weges. An seinem Gesicht konnte man aber erkennen, daß er alle seine Absichten erreicht hatte. So zeigte fich Moltke auch in diesen fleinen Zügen als das Muster eines echten Soldaten. Drabtnachrichten und neuestes. Eine monarchische Verschwörung in Portugal? Rio de Janeiro, 3. März. Die Zeitungen veröffentItchen Berichte von einer monarchischen Verschwörung die sich gegen die Regierung in Portugal richten solle. Die Anhänger folgen den Anordnungen eines Komitees, das setnen Sitz in London habe. Ein hiesiges Blatt veröffentlicht den Inhalt vertraulicher Briefe, worin an die Anhänger in Lissabon die Aufforderung gerichtet sein soll, die portugiesischen Minister zu ermorden. Amerika und der Weltfriedensgedanke. Washington, 3. März. Das Repräsentantenhaus hat eine Resolution abgelehnt, nach welcher der amerikanische Delegierte bei der internationalen Friedenskonferenz angewiesen werden sollte, für den Abschluß eines internationalen Abkommens einzutreten, das sich gegen Kriege richten sollte, die zum Zwecke der Erwerbung neuer Gebiete geführt werden. Eine Universität in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M., 3. März. Den Stadtverordneten ist die Universitätsvorlage des Magistrats zugegangen. Ez wird die Errichtung einer Stiftungsuniversität durch Zusammenschluß der städtischen Kliniken und wissenschaftlichen Institute vorgeschlagen. Der Jahresbedarf wird auf rund zwei Millionen Mark angenommen. Die Universität wird feine theologische Fakultät erhalten, sondern nur eine juristische, philosophische und medizinische. Verhaftete Kindesmörderin. Göln, 3. März. Eine Köchin in dem Cölner Vorort Brühl wurde, als sie von einer Ballfestlichkeit heimfehrte, wegen Kindesmords verhaftet. Ihre Herrschaft hatte in ihrer Abwesenheit ihren Koffer öffnen lassen und darin eine Kindesleiche mit einer Schnur um den Hals gefunden. Das Mädchen erklärte, daß sie vor 2½ Jahren heimlich ge= boren und seit dieser Zeit die Leiche des ermordeten Kindes mit sich geführt habe. Schwarze Pocken in Duisburg. Duisburg, 3. März. Eine fünfköpfige Arbeiterfamilie wurde isoliert. Bei dem Ehemann wurden die schwarzen Pocken festgestellt; die übrigen Familienmitglieder wurden nach dem Krankenhaus gebracht. 0 Tödlicher Unfall beim Spielen mit einem Revolver. Weißenfels, 3. März. Dte 26jährige Klavierlehrerin Ilse Benetsch verletzte sich gestern beim Spielen mit einem Revolver durch einen Schuß in den Unterleib so schwer, daß sie bald darauf im Krankenhause starb. Der Prozeß gegen Rektor Bock. Berlin, 3. März. Der ehemalige Rektor Bock wird sich am Sonnabend und an den folgenden Tagen wegen Sittlichkeitsvergehen und Beleidigung vor der ersten Straffammer des Landgerichts Berlin II zu verantworten haben. Wintergewitter und Hagelschlag. Hannover, 3. März, Außerordentlich heftige Gewitter gingen gestern nachmittag über einen Teil der Provinz Hannover und Westfalen sowie über das Herzogtum Braunschweig nieder. Stellenweise begleiteten wolfenbruchartiger Regen und Hagelschlag die Gewitter. Ein erneutes Steigen der Flüsse dürfte die Folge des Unweters sein. München, 3. März. Wie in Westdeutschland herrschte auch hier gestern ein orfanartiger Sturm. Während einer halben Stunde ging ein furchtbares Gewitter nieder. Die Blikschläge waren von außerordentlicher Heftigkeit. Der Regen war wolfenbruchartig. Aus Elberfeld wird ſtarfe: Hagelschag gemeldet. Aus dem Pestgebiet. Petersburg, 3. März. In Kirin, südlich von Char bin hat die Pest wieder großen Umfang angenommen. Die Straßen der Stadt sind mit Leichen übersät. Ein Teil der Leichen ist auf die Abhänge an der Ostseite der Stadt ge= worfen. Die Bewohner der umliegenden Dörfer verweigern die Zufuhr von Lebensmitteln. Die Bevölkerung Hungert und der Mob revoltiert. Der Vizekönig der Mandschurei hat die Bitte des Gouverneurs von Kirin, Truppen zu senden, unter dem Vorwande abgeschlagen, daß die Truppen in der pestverseuchten Stadt den Dienst verweigern würden. Sensationelle Liebestragödie in Italien. Rom, 3. März. In einem hiesigen Hotel hot sich gestern nachmittag der blutige Schlußaft eines Liebesdramas abgespielt, das wegen der Persönlichkeiten der Beteiligten in der Gesellschaft der italienischen Hauptstadt großes Aufsehen hervorruft. Der Leutnant Baron Vinzenz Paterno in Aosta, erstach gestern nachmittag mit einem Dolch die Ehrendame der Königin, Gräfin Trigona in einem Hotel und feuerte auf sich selbst drei Schüsse ab. Die Gräfin war auf der Stelle tot. Baron Paterno fonnte noch lebend, wenn auch schwer verletzt ins Hospital geschafft werden. 3wt= schen dem Kavallerieoffizier und der Gräfin bestand seit langer Zeit ein Liebesverhältnis, auf Grund dessen Graf Trigona, der Gatte der Gräfin, das Ehescheidungsverfahren eingeleitet hatte. Der Gräfin Trigona wurde daraufhin vom Hofmarschallamt bedeutet, ihr Ehrenamt als Hofdame der Königin niederzulegen. Gestern nachmittag hat sich nun die Gräfin nach dem Hofmarschallamt begeben, um ihr Ab-, schiedsgesuch zu überreichen. Kurz darauf traf fie mit Pa-, terno in dem Hotel am Bahnhof zusammen. Kurz darauk spielte sich dann die Tragödie ah. Backende hit SAR BLOK HANSA PUDDING PULVER del sur Bereitung eloes Veinen Puddings one ter ausreichend for 4-6 PERSONEN Das echte HANSA. Puddingpulver liefert eine köstliche und höchst nahrhafte Nachspeise. Zum Backen nimmt man jetzt nur noch das echte Hansa- Backpulver Existenz für Jedermann! Herr oder Dame für den Betrieb meines 99 Kaffee- Ersatz Institut Bolg Ilmenau i Thür. Einj., Fähnr-, Prim.Abitur.-( Ex.) Schnell, sicher Pr. frei. Für Dauerwäsche 1. Einladung zu einer kirchlich- positiven Vortrags- Tagung für orig. Neuheiten suche Ver- das Grossherzogtum Hessen, Kurhessen, Nassau, treter bei Riesenverdienst. die Synoden Braunfels und Wetzlar und FrankWäschef. Eid Nachf. Frankfurta, M. furt a. M. in Giessen am 6. und 7. März 1911. Für Pferdebesizer. 300 lederne Teppichgarten 500 " 700 " per Stück 1.30 Mr. Stallhalfter, per Stück 1.30 Mr. Kopfgestelle m. 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Nachmittags 31 Uhr: Geheimer Kirchenrat Prof. D. Ihmels- Leipzig: ,, Durch religiöses Erleben zur religiösen Gewissheit“. Diskussion. Die Tagung findet im Saalbau( Steins Garten) Kaffee- Gross- Rösterei liebt ein rofiges, jugendfrisch. Ant- statt. Sämtliche Versammlungen sind öffentlich. und Nährmittelwerk. Hypotheken- und Darlehens- Gelder i. jeder Höhe beschafft schnellstens litz und einen reinen, zarten, schö Freie Diskussion. Auch Damen sind willkommen. nen Teint. Alles dies erzeugt: Steckenpferd Lilienmilch Seife b. Bergmann& Co., Radebeul Preis à St. 50 Pf., ferner ist der Lilienmilch- Cream Dada Probst, Giessen ein gutes vorzügl. wirkendes Mittel Steinstrasse, 58 I. Finanzierungs- u. HypothekenGeschäft. Füdporto beifügen. Nehme noch Knaben zur Vor bereitung für alle Schulen in Pension. Zurückgebliebene werden weiter befördert. Näheres brieflich. Sommerlath, Pfarrer, Geismar, bei Frankenberg. Bäckerei. Motorbetrieb unter günstigen Bedingungen z.verpachten durch M. 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