cht durch Limburg naben jur Schulen in sion verben weiter brieflich. th, Pfarre Frantenie erei. er günstigen pachtend Limburg abchen, Kne en, Allein Stupen 3. Profp.g Sefeld( gri.g blatt" bellig nruf 292. 8 19 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: ltegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. - Nr. 54.( 2. Blatt.) Nur 50 Pfennig kostet 1 Probeabonnement. Neue Leser der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer erhalten unser Blatt, sowie auf Wunsch einen bereits erschienenen Roman in Broschürenform umsonst geliefert. Der Verlag. des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 4. März 1911 sind, um auf Arbeitgeber oder Obrigkeit einen Druck auszuüben. Jeder Zusammenschluß, um auf anderen Wege als dem der Arbeitseinstellung, 3. B. durch Vertretung ihrer Forderungen in der Presse oder durch Deputationen u. dgl., zum Ziele zu kommen, steht den Landarbeitern frei. Es handelt sich also bei dem vielgenannten„ Koalitionsverbot" der Landarbeiter lediglich um ein Streifverbot, welches noch dazu nach dem Kreise der betrof fenen Personen und, wie wir weiter unten noch sehen werden, auch in seinem räumlichen Gültigkeitsbereich wesentlich eingeschränkt ist. Ebenso ist die Strafandrohung gegen Aufwiegler nur in beschränktem Umfange wirksam. Denn es ist nach dem Wortlaut des Gesetzes die Aufforderung zur Ar( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. 0 die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Retlametcil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. stellt. Wenn trotzdem auch hier bisher noch keine gröBeren Streiks der Landarbeiter vorgekommen sind, so beweist dies, daß die natürlichen Vorbedingungen bisher für solche Bestrebungen der Landarbeiter gefehlt ha= ben, und man kann daraus auch wohl für das übrige Preußen den Rückschluß ziehen, daß das Fehlen größerer Agrarstreiks bei uns nicht etwa nur der Wirkung des Gesetzes von 1854 zugute zu halten ist. Vielmehr wird man aus der genauen Betrachtung der einschlägigen Gesetzbestimmungen erkennen, daß sich unsere Landwirt= schaft bei der ziemlich lückenhaften Fassung dieser Bestimmungen feineswegs allzu fest auf den Schutz des Gesetzes von 1854 gegen Arbeiterkoalition und Arbeiterstreiks verlassen darf, falls einmal die allgemeinen VorDie Koalitionsfreiheit der Landarbeiter! beitseinstellung selbst nicht strafbar, sondern nur die bedingungen hierfür sich ändern sollten." ( Nachdruck verboten.) Ueber die rechtlichen Bestimmungen über die Koaliams tion der Landarbeiter in Preuüen schreibt Dr. A s m is: Paragraph 3 des preußischen Gesetzes betreffend die Verletzungen der Dienstpflichten des Gesindes und der ländlichen Arbeiter vom 24. April 1854 bestimmt: Ons- Uhr lässigste Welt! ustrierte er Wand- u a, Gold- u , Ketten, llanten rsonen -gegen ats en ufschla 00 -Kuverle nf) schon für 2,75 en bet Klein ersweg 83. ts33. ne 00000 il. in Gif „ Gesinde, Dienstleute oder Handarbeiter der§ 2a, b, c, d bezeichneten Art, welche die Arbeitgeber oder die Obrigkeit zu gewissen Handlungen oder zugeständnissen dadurch zu bestimmen suchen, daß sie die Einstellung der Arbeit oder die Verhinderung derselben bei einzelnen oder mehreren Arbeitgebern verabreden, oder zu einer solchen Verabredung andere auffordern, haben Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre verwirkt." Die Rechtsgültigkeit dieser landesgesetzlichen Bestimmung steht außer Zweifel; sie ist auch durch§ 24 Abs. 3 des Reichsvereinsgesetzes vom 19. April 1908(„ Unberührt bleiben.... die Vorschriften des Landesrechts inbezug auf Verabredungen ländlicher Arbeiter u. Dienstboten zur Einstellung oder Verhinderung der Arbeit") ausdrücklich aufrecht erhalten worden. Der Kreis der durch das Gesetz von 1854 betroffenen Personen ist im wesentlichen beschränkt auf Gesinde, InstLeute, herrschaftliche Dienstleute, Tagelöhner, Einlieger, Katenleute u. dergl., sowie auf solche Handarbeiter, die sich zu bestimmten Land- oder forstwirtschaftlichen Ar= beiten, z. B. Ernte-, Meliorations-, Holzarbeiten, verbungen haben(§ 2 des Gesetzes). Ob auch die ausländischen Wanderarbeiter hierunter fallen, ist mindestens 3 weifelhaft; die herrschende Auffassung verneint es. Ueber die Tatbestandsmerkmale des Vergehens ist folgendes zu sagen: es sind nur solche Arbeitseinstellungen oder Arbeitsverhinderungen verboten, welche verabredet Winter ade Jm Zick- Zack - " Im dunklen Erdteil" Närrisches. Der Winter hat das Spiel verloren, Wir treiben ihn aus Tür und Toren. So hat der Dichter Anastasius Grün recht despektierlich in einem Frühlingsfestspiel geschrieben. Obgleich der Frühling falendermäßig noch nicht auf dem Programm ht, fönnen wir diese Worte heute schon ruhig unterheiben. Der Winter zeigt sich in unseren( Regionen von Jahr zu Jahr immer mehr als ein altersschwacher Greis, a bald wieder verschwindet ohne eigentlich recht dagefen zu sein. Sollte er uns trotz alledem noch mit ein Par falten Tagen beglücken, so würden das nur kleine idzugsplänkeleien bedeuten, die vielleicht nur eine verrene Position verschleiern könnten. es Der Anfang der Woche stand unter dem Zeichen eines Dahren Hundewetters. Der Sturm brauste, und egnete Aufforderung zur Verabredung der Arbeitseinstellung, Diesen vortrefflichen Ausführungen von Dr. Asmis wie auch vom Kammergericht in einem Urteil vom 13. ist noch hinzuzufügen, daß das Koalitionsverbot auuer Februar 1895 ausdrücklich festgestellt worden ist. Außer in den drei Provinzen Schleswig- Holstein, Hannover dem sind nach diesem Gesetze nur die Landarbeiter und Hessen- Nassau auch in den Bundesstaaten Bay= selber wegen einer derartigen Aufforderung strafbar, ern, Württemberg, Baden, Hessen, Einicht dagegen Angehörige anderer Berufe, z. B. poli- saß Lothringen und einigen anderen kleineren tische Agitatoren, Redakteure u. dgl. Gegen deren Tä- Bundesstaaten nicht besteht. Ferner gilt es ni r- tigkeit würde nach erfolgter Arbeitseinstellung auf Grund gens, auch in Preußen nicht für die ausländes§ 48 des Strafgesetzbuches( Anstiftung) oder wegen dischen Wanderarbeiter. Dr. Asmis hat also durchaus Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze(§ 110 Recht, daß die natürlichen VorbedingunSt. G. B.) eingeschritten werden können. Demgegenüber gen" für Streiks in der Landwirtschaft fehlen. Ferner hat z. B. das Anhaltinische Gesetz vom 16. April 1899 muß festgestellt werden, daß es in ganz Deutschland. im§ 6, welcher im übrigen dem obigen§ 3 des preu- also auch in ganz Preußen gestattet tst, die Landßischen Gesetzes von 1854 ähnelt, folgende Fassung ge- arbeiter, Knechte, Dienstmädchen 2c. in Verbände, die wählt:„ die Anstifter unterliegen der gleichen Strafe, ohne das Streikmittel die wirtschaftliche Lage verbesauch wenn sie feine landwirtschaftlichen Arbeiter sind." sern wollen, zu organisieren. Es ist nirgends in Hinsichtlich der Strafe sei hervorgehoben, daß„ Gefäng: Deutschland den Landarbeitern und Dienstboten verbonisstrafe bis zu einem Jahr" verwirkt ist, daß also nur ten, der sozialdemokratischen Partei beizutreten. Die ErGefängnisstrafe, unter Ausschluß der Geldstrafe, in Fragefahrung hat aber gelehrt, daß ein Organisieren des Gesindes und der relativ geringen Zahl der kommen kann. Landarbeiter in der bäuerlichen Landwirtschaft, oder gar ein Streik in der bäuerlichen Landwirtschaft praktisch unmöglich ist. Die Angst der Konservativen vor der Koalitionsfreiheit der Landarbeiter ist zum mindestens töricht, wenn sie nicht gar aus polit. Agitationsbedürfnis propagiert wird. In den Bundesstaaten und preußischen Provinzen, wo die Koalitionsfreiheit der Landarbeiter besteht, sind sogenannte Erntestreiks noch nicht vorgekommen. Und in den östlichen preußischen Provinzen gibt es kaum noch eine genügende Zahl einheimischer Landarbeiter und die Russen, Kroaten und andere Ausländer sind unorganisiert. Trotzdem sind bei diesen Ausländern Kontraktbrüche u. Gutsstreike an der Tagesordnung. Dort hilft also zur Genehmigung unterbreitet werden. Um die schöne Fernsicht zu erweitern, soll ein 75% Meter hoher hölzerner Aussichtsturm mit Wasserleitung, Klosett und elektrischem Licht angelegt werden. Als Signalflagge wird der abgelegte, aber noch gut erhaltene Rock, der mich beim Vortrag im römischen Kaiser umhüllte, dienen. Die Hälfte des Reingewinnes soll dem rückschrittlichen Qualverein zur Verfügung gestellt werden, dessen AgiEintatoren davon Kilometergelder, Reisespesen, kalte packungen, Duschen 2c. erhalten sollen. Um nicht einsam durchs Leben wandeln zu müssen, suche ich zu gleicher Zeit eine Lebensgefährtin, am liebsten aus dem ungepflasterten Schleusenviertel." Durch ein dröhnendes Gepolter wurde ich in meinem Lesen unterbrochen. Ein Mann mit nackten Riesenfüßen, der auf dem Rücken ein Plakat mit der Aufschrift„ gustaf nagel" trug, war vor Schreck oder Freude ich konnte es nicht genau feststellen- unter den Tisch gefallen, und die Feuerwehr mußte erst alarmiert werden, um den„ Geknickten" wieder zur Besinnung zu bringen. Sie mühte sich jedoch vergeblich ab. Ein Dutzend Kornschnäpse Marke„ FürchteEs nichts" hatten aber gleich den erwünschten Erfolg. fonnte nun weiter beraten werden. Die Carona stimmte einstimmig dem Plane zu mit dem Vorbehalte, daß Nagel seine Patienten 7½ Kilometer von der Stadt in der Lahn baden lasse und die Badezeiten wöchentlich 1 mal in den hinterländischen Blättern veröffentliche. Das Gesetz von 1854 hat Gültigkeit nur für den damaligen Umfang des preußischen Staates mit Ausnahme der Hohenzollernschen Lande. In die seitdem erworbenen Landesteile ist es, abgesehen von dem früher zur Landgrafschaft Hessen- Homburg gehörigen Oberamt Meisenheim und der ehemals bayerischen Enklave Kaulsdorf( Verordnungen vom 13. und 22. Mai 1867) nicht eingeführt worden. Das oben näher umgrenzte Streifverbot der Landarbeiter hat also vor allem feine Gültigkeit in den Provinzen Schleswig- Hol stein, Hannover und Hessen- Nassau. Hier stehen den Koalitionen der Landarbeiter keinerlei ge= setzliche Schranken entgegen, nicht einmal die, welche die Gewerbeordnung in den Paragraphen 152 u. 153 dem Zusammenschluß der Industriearbeiter entgegenletzten Mittel. Ist die erste Person, die ich zu Gesicht bekomme ein Weiblein, so werde ich eine weitere Durch forschung dieses konsistenten Breies in Erwägung ziehen. Das Schicksal hat gesprochen! Kaum bin ich mit meiner Gedankenreihe zu Ende, da stapft ein Männlein um die Ecke, die Hose in den Stiefeln und sieht mitleidig auf meinen beschmutzten Anzug. Also rückwärts kühner Wanderer! Ich begab mich zur Generalreinigung nach Hause und nahm mir vor, in der nächsten Zeit meinen Beitritt zum Turnverein„ Gut Sprung" zu bewirken, um mir Gelegenheit zu verschaffen, meine mit der Zeit etwas steif gewordenen Gliedmaßen zu Rekordsprüngen zu trainieren. Meinem Hofschuster schickte ich aber gleich einen Eilbrief, mir schleunigst ein Paar wasserdichte Stiefel mit 1,10 Meter Schaftlänge anzufertigen. „ Strippen", sodaß in den Straßen, namentlich in dem noch ungepflasterten Viertel am Schleusenkanal, in chaotischer Zustand herrschte. Ich geriet am Diensin dieses verheißungsvolle„ Paradies". Was habe da erleben müssen! Um die gegenüberliegende Straenfeite zu gewinnen ich glaubte, die Passage sei t etwas angenehmer machte ich ein paar Ge1tsprünge über die Wassertümpel. Das letzte Mal ang ich jedoch zu kurz, brauner Gischt spritzte hoch und befleckerte meine Hosenbeine. Sollte ich unter een Umständen weiterwandern? Ich fragte meine Betenknöpfe. Sie haben nein gesagt. Ich zählte die bere Fensterreihe der Hensoldtschen optischen Anstalt. paben ebenfalls nein gesagt. Darauf griff ich zum Jch ging nun in die Stadt, um mir den Faschingstrubel anzusehen. Es soll ja nicht mehr so sein wie früher, aber es herrschte ein ganz guter Betrieb; auch die Schuhmannschaft ließ sich häufiger blicken als sonst. Es gab aber wenig für sie zu tun. Die mehr oder weniger humorvoll kostümierten Leute begnügten sich meist mit Konfettiwerfen und Scherzen verschiedener Qualität, ohne allzu handgreiflich zu werden. Und wer genug hatte, ging in die Kneipen, deren Inhaber sich wie„ närrisch" über das gute Geschäft freuten. Ich segelte ebenfalls hinein. Man begrüßte mich mit„ närrischer" Begeisterung und fragte nach den neuesten Lokalereignissen. Ich 30g mein Notizbuch hervor und las unter tosendem Beifall folgende Nachricht vor:„ Jch, gustaf nagel, beabsich= tige in der Nähe der Minneburg ein Licht, Luft- und Sonnenbad zu errichten, da mir die Stadt Wetzlar und seine herrliche Umgebung so vorzüglich gefallen hat. Die Zeichnungen sind bereits von einem Frankfurter Architekten angefertigt und werden demnächst der Baupolizei Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den „ Pseudonagel" und unsern allseitig beliebten Fürsten von Klein- Limpopo sowie unseren hochzuverehrenden Reichstagsnebenkandidaten Heinrich Jakob Schwabbelinsky von Schwachsolms, wurde die närrische Versammlung geschlossen. == das Koalitionsverbot rein garnichts. Also der Streit um die Koalitionsfreiheit der Landarbeiter ist lediglich ein politischer Agitati ons Popan 3, mit dem die einen die Landwirte ins Bockshorn jagen; und die andern die Landarbeiter vor ihrem Parteikarren spannen wollen. Unsere westdeutschen bäuerlichen Landwirte sollten von dieser, für sie höchst nebensächlichen Angelegenheit, keinerlei politische Entscheidungen abhängig machen. Die Zoll und anderen Wirtschaftsfragen sind für sie außerordentlich viel wichtiger. Soziales. Das Spiel beginnt. Die„ freien" Gewerkschaften, getreu ihrem Charakter als Vorschulen und Zutreiber der Sozialdemokratie, beginnen diesmal schon früh mit der Propaganda für die bevorstehenden Reichstagswahlen. In ihrer Presse wird schon Alarm geblasen. Der„ Grundstein“, das Organ des sozialdemokratischen Bauarbeiterverbandes, fordert in Nr. 6 die Mitglieder auf, die Kandidaten der Sozialdemokratie und nur sie zu wählen: „ Wir brauchen Euch heute wohl nicht erst des langen und breiten auseinanderzusetzen, welche Partei die Interessen der Arbeiter vertritt; denn Ihr wißt, daß Ihr eine energische und konsequente Vertretung der Arbeiterinteressen nur von der Sozialdemokratie zu erwarten habt." Denselben Artikel brachten noch andere„ freie" Gewerkschaftsblätter, ein Beweis, daß System drin liegt. Die Sozialdemokratische„ Metallarbeiter- Zeitung" Nr. 5 reitet eine schneidige Attacke gegen den„ schwarz- blauen Block", der von der„ empörten Volksseele" hinweggefegt werden müsse. Der Artikel, der ebensogut in der„ Leipziger Volkszeitung" wie in der angeblich neutralen"„ Metallarbeiter- Zeitung" stehen könnte, schließt mit der Aufforderung: ,, Werfen wir in den kommenden Tagen des Kampfes das volle Gewicht unseres( gewerkschaftlichen) Zweimillionenanhanges in die Wagschale und vereinigen wir unsern Einfluß mit der politischen( lies: sozialdemokratischen. D. V.) Arbeiterbewegung zum Sturze aller Volksfeinde." „ Schaffen wir Kampfesstimmung und Opferwilligkeit keit für die schweren Tage, die vor uns liegen, und tragen wir mit bei zum Siege der Kultur über junkerliche und pfäffische Rückwärtserei", ruft die„ freie"„ HolzarbeiDie politischen ter- Zeitung"( Nr. 7) ihren Lesern zu. Auftraggeber und Zensoren im sozialdemokratischen La- sind verflossen, der Sohn heiratete und verschrieb dem Ehegespons„ sein" Vermögen. Und das bekannte Lied: Es wird nichts gezahlt, Klage, der Exekutor erscheint, und die alten Leutchen werden aus ihrem Heim exmitiert. Die Gemeinde sorgt für Unterkunft und leibliche Speise, dieweil sich der Sohn als Komiker bei patriotischen Traurig, sehr traurig, aber leider Festen zeigt. wahr! * Homburg. Hier konstituierte sich ein Haus- u. Grundbesitzerverein mit 102 Mitgliedern. Frankfurt a. M. Der von hier aus angeregte Gedanke, zum Besten der alten Krieger anläßlich der vierzigsten Wiederkehr des Frankfurter Friedensschlusses einen Kornblumentag zu veranstalten, hat in weiten Kreisen Anklang gefunden; aber es hat sich herausgestellt, daß seine Durchführung für ganz Deutschland an einem und demselben Tage nicht möglich ist. Der Frank furter Kreiskriegerverband will deshalb zunächst für die alten Krieger von Frankfurt eine solche Sammlung verVeraltete Katarrbe auszurotten ist eine oft recht schwierige Sache. Jeder, der schon einmal mit einem solchen hartnäckigen Katarrh zu käm pfen hatte, kann davon ein Lied singen. Mit den gewöhnlichen Hausmittelchen, wie Hustenbonbons und Mineralpastillen ist da nicht viel anzufangen. Bei einem einfachen, kleinen Erkältungshusten, der sowieso schon nach einigen Tagen von selbst zu verschwinden pflegt, anstalten und sie mit einer großzügigen Feier des Frank mögen derartige harmlose Mittel ja ganz gut sein. Aber, furter Friedens verbinden. Es ist geplant, am 10. Mai tagsüber Kornblumen und Ansichtskarten zu verkaufen; am Abend soll sich ein großer Festzug durch die Stadt bewegen und in der Festhalle, die ja Räume für viele Taulende bietet, soll dann die eigentliche Friedensfeier abgehalten werden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 5. März, Jnvocavit. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- GePfarrassistent Schorlemmer. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. meinde. Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- u. Marfusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 7. März, nachmittags um 4 Uhr: Versammlung des Frauen- Missionsvereins. Mittwoch, den 8. März, abends 6 Uhr: 2. Pas sionsandacht. Pfarrer D. Schlosser. Mittwoch, den 8. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Markusgemeinde. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Professor D. Eck. - die Beseitigung eines chronisch gewordenen, alten, immer wiederkehrenden Hustens, der bei dazu Disponier ten gar oft den Keim der Lungenschwindsucht in sich trägt, wenn er nicht schon als Symptom dieſes Leidens aufgefaßt werden muß erfordert eine ganz andere Aufmerksamkeit und muß mit wesentlich ganz anderen Mitteln behandelt werden, die den Feind sozusagen im Innern seines Lagers aufsuchen und ihn dann„ von innen heraus" vertreiben. - Als eines der besten Mittel 3nr Beseitigung derartig chronisch gewordener Katarrhe mit ihren Folgezuständen( alter Husten, Verschleimung, Asthma, Bronchialfatarrh, Lungenspitzenka tarrh u. s. w.) galt den berühmten Aerzten des Altertums und gilt noch heute im ganzen Orient der sogenannte Arabische oder Utubalsam, der naturreine Harzsaft eines in den Küstenländern des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes. Dieser Arabische Balsam war bis zur Entdeckung Amerikas die einzige Droge, der man den Namen„ Balsam" gab und beziehen sich daher alle älteren Literaturstellen in wissenschaftlichen medizinischen Werken, bei denen von„ Balsam" die Rede ist, ebenso wie die zahlreichen Hinweise der Bibel auf den Heilwert des„ Ballams", nur auf ihn. Schon das Wort„ Balsam" zeigt uns die Wertschätzung, in der das Mittel bei den Alten stand: das Wort„ Balsam" stammt aus dem Alt- Hebräischen und heißt soviel wie„ König der Dele". Erst später kamen aus dem neuentdeckten Amerika weitere Balsame, wie der Perubalsam, der Tolubalsam 2c. nach Europa und noch später belegte man nisse mit diesem Namen, der aber eigentlich nur Arabischen Balsam zusteht. ger können mit der„ Neutralität“ ihrer gewerkschaftlichen Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. sogar eine Anzahl künstlerischer, balsamähnlicher ErzeugVasallen tatsächlich zufrieden sein. * Aus Stadt und Land. Gießen, deu 4. März 1911. Rauenthal( Rheingau). Eltern sollten sich nicht ,, a us ziehen", d. h. ihr Vermögen nicht vor dem Tode ihren Kindern überantworten und sich in ein Abhängigkeitsverhältnis zu ihnen begeben. Zwei hiesige alte Leutchen haben vor Jahren ihr gesamtes Vermögen ihrem leibeigenen Kinde übergeben mit der Auflage des Aushalts und der Zahlung einer ganz geringen Leibrente von 20 Mark pro Monat. Einige Jahre Rekonvaleszenz nach erschöpfenden Krankheiten, sowie nach schwerem Blutverlust. Pfarrer Bechtolsheimer. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 7 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde und Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. Freitag, den 10. März, nachm. 4 Uhr: Versamm lung des Frauenmissionsvereins der Lukasgemeinde; abends 5½ Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Nächstkünftigen Sonntag, den 12. März, findet im Abendgottesdienst Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde statt; Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nächstkünftigen Sonntag wird die alljährliche Kollekte für die kirchliche Bewegung der evangelischen Deutschen im Auslande erhoben werden. Katholische Gemeinde Samstag, den 4. März. dem Daß sich dieser echte, Arabische Balsam bisher noch nicht in unserem Heilschatz eingebürgert hat, lag an seiner großen Seltenheit und dem dadurch hervorgerufenen, ganz ungeheuer hohen Preise, der Jahrhunderte hindurch den Preis des ungemünzten Goldes um das Dop pelte überstieg. Die Schwierigkeiten, die seiner Beschaff ung im Wege standen, gelten indessen heute als behoben und heute kann das von den alten Aerzten so sehr empfohlene Mittel schon zu einem Preise in den Handel gebracht werden, der seine Anwendung auch Minderbemittelten ermöglicht. Seit wir den Arabischen Balsam in den Handel ge bracht haben, hatten zahlreiche Patienten Gelegenheit, denselben zu versuchen und berichten heute schon Hun derte von Briefen 2c., die ganz unverlangt bei uns eingelaufen sind, von den gehabten guten Erfolgen. Die Wirkungen des Arabischen oder Utubalsams, von dem Nach schwerer erschöpfender Krank- Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge- wenige Tropfen pro Tag genügen, sind in furzem fol heit ist die Sorge des behandelden Arztes vornehmlich darauf gerichtet, die Körperkräfte zu heben, um so den Kranken widerstandsfähiger zn machen. Es ist der medizinischen Wissenschaft in dem Leciferrin ein Mittel zugeführt worden, dah die Körperkräfte außerordentlich schnell hebt und den Appetit befördert. Daher wird Leciferrin jetzt mit Vorliebe angewandt um die Körperkräfte zu heben, das Blut zu ergänzen, neue Lebensluft zu schaffen und das Nervensystem zu erfrischen. Preis der großen Mt. 3; Flasche Leciferrin enthält Ovo- Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxybhydrat an 8uder ge bunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0. Rest destilliectes Wasser. legenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 5. März. 1. Fasten- Sonntag. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Borm. um 7 Uhr: Die erste hl. Meſſe. vorm. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Paſſions pflegt einzutreten. Außerdem wirkt der Utubalsam ma Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Andacht. Dienstag und Freitag abends um 6½ Uhr ist Fa= ſtenandacht. Ausfallendes Haar. Seine Ursachen und Verhütung. Die erschreckend zunehmende Zahl kahler Männer, der man in Cafes und Restaurants begegnet, die große Nachfrage nach Perficken und Böpfen bei Frauen, wovon sich viele noch diesseits der Bierziger befinden, hat einen berühmten Fachmann dazn bewogen, ein mal eine gründliche Untersuchung der Kablköpfigkeit, ihrer Ursachen und ihrer eventuellen Heilmöglichkeit anzustellen. Das Resultat feirer Forschungen ergab, daß fast jeder Fall von ausfallendem Haar der Schuppenbildung zuzuschreiben ist; er widmete daher seine weiteren Studien außschließlich den Mitteln und wegen, wie man die Bildung der Kopfschuppen auf gründliche Weise vertreibe. Nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen und Enttäuchungen fand er schließlich ein Präparat, das bei einfachem Einreiben in die Kopfhaut die Schuppenbildung oft schon nach zwei bis drei Anwendungen vollständig beseitigt; es wirkt zugleich fräftigende: Der Balsam macht den Auswurf flüssig und ver mindert ihn. Infolgedessen hört schon nach verhältnis mäßig kurzer Zeit der Hustenreiz und damit auch der Husten auf. Infolge der Entfernung, der in dem Auswurf enthaltenen Zerfallprodukte tritt da, wo Fieber vor handen war, eine Abnahme des Fiebers ein. Aus dem selben Grunde vermindern sich auch die Nachtschweiße, die mit der Zeit ganz aufhören. Ein gesunder Nachtschlaf und damit eine Besserung des Allgemeinbefindens genstärkend und appetitanregend und bedingt dadurch eine größere Nahrungszufuhr und hierdurch wieder eine Gewichtszunahme. Der Patient bekommt durch das Ver schwinden der katarrhalischen Erscheinungen und durch die Besserung seines Allgemeinbefindens wieder neuen Lebensmut und größere Lust und Ausdauer zur Arbeit. Wer auch noch so viel andere Mittel ohne Erfolg be reits benutzt hat, der möge trotzdem in seinem eigenen interesse einmal einen kleinen Versuch mit Utubalsam machen. Er wird diesen Versuch so leicht nicht bereuen. Wir versenden kostenlos und tranko eine Probe des Balsams an Jeden, der uns darum ersucht. Den Herren Aerzten stellen wir zu Versuchszweden ein größeres Quantum des Balsams kostenfrei zur Ver In Apotheken erhältlich, ganz gend auf die Haarwurzeln ein, regt den Haarwuchs an und scheint fügung. sicher vou: Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frank furt a. Main. ftch auch öfters b.t ergrautem Haar als dienlich zur Wiederherstellung von dessen natürlider Farbe erwiesen zu haben. Das Rezept zu diesem bemerkenswerten, sonst aber ganz unschädlichen Präparat if folgendes: 85 gr Bay- Rum, 30 gr Livola Apotheker oder Drogiften zuſammenſtellen laffen. Wenn parfümiert de Composée, 1 gr krist. Menthol. Wian fann es sich von jedem gewünscht, süne man noch einen halben Teelöffel voll feinen Parfüms hirzu. Man reibe die Flüssigkeit abends und morgens leicht aber ic die Kopfhaut ein, so daß sie in alle Boren dringt. Morgenländische Drogen- Import: Gesellschaft Berlin W. 15. Nummer 5. Illustrierte 1. März 1911. The Empfehlenswerte Geschäfts- Firmen: Otto Pickert Giessen, Gravierungen Biermarken Vereinsabzeichen jeglicher Art. Frankfurterstrasse 27 Georg Appel, Gießen Telefon 131 Seltersweg 56 Zentralheizungen und gesundheitstechnische Anlagen Bade-, Klosett-, Lüftungs-, Entstaubungs-, elektrische und Trocken- Anlagen. Fabrik- Lager von Beleuchtungs- Körpern für Elektrisch-, Gas-, Petroleum- u. Spiritus- Licht Reparaturen werden prompt und billigst ausgeführt. Auskünfte, Prospekte und Ingenieurbesuche kostenlos! Stempel aller Art für Behörden, Geschäfte und Private aus Gummi und Metall, sowie Stempelkissen und Stempelfarben fertigt in feinster Ausführung zu billigsten Preisen Email- und Messingschilder Klischee's und Galvanos. Giessener Stempel- u. Farben- Fabrik, Jos. Kreuter, Giessen Telephon Nr. 2087. Frankfurterstrasse 129. Telephon Nr. 2037. L. Lang, Möbelhandlung, Giessen Bahnhofstrasse 22. 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Der Große Kurfürst gründete an der Westküste Afrikas die erste deutsche Kolonie, die sich aber leider nie entwickelte und später als mißglückter Kolonialversuch an die Holländer verfauft wurde. Der größte Teil der ersten Europamüden wandte sich nach Nord- und Südamerika, wo sie die Wildnis urbar machten, den Boden bewirtschafteten und in den Städten sich dem Handel und Gewerbe widmeten. Ein kleines Häuflein - diese unerschrockenen Männer mit ihren Frauen und Kindern gewesen sein, als sie nun endlich nach monatelanger Reise wieder festen Boden unter ihren Füßen fühlten? Diese ersten deutschen Ansiedler ließen sich in Südaustralien im Norden von Adelaide nieder. Seitdem ist die Zahl der Deutschen in Australien auf über 200000 gestiegen. Obwohl nun die Deutschen in Australien sich an Zahl mit ihren Brüdern in Nord- und Südamerika nicht messen können, so Provianttransport für ein Goldgrubenlager. unternehmender Deutscher folgte nun nicht dem breiten Strome der Auswanderer nach Amerika, sondern schiffte sich im Jahre 1831 auf einem Segelschiff nach Australien ein. Es waren Hannoveraner und Mecklenburger, die ihre alte Heimat verließen und die weite, 12000 Meilen lange Reise nach dem anderen Ende der Welt antraten. Inzwischen hat der Norddeutsche Lloyd mehr als jede andere Schiffahrtslinie dazu beigetragen, den fernen Erdteil der übrigen Welt näher zu bringen. Nach 3 Monaten betraten die Auswanderer bei Adelaide australischen Boden. Wie froh und glücklich müssen wohl ist doch immer das Verhältnis ihrer Anzahl zu der der gesamten Bevölkerung, die ja nur vier Millionen beträgt, ein beträchtliches. Deutsche findet man heute in Australien überall. Auf den Goldfeldern von Kalgoorlie und Koolgardie in Weſtauſtralien und auf den Schaf stationen von Queensland, in den großen Städten an der Küste und im Busch, Hunderte von Meilen von der nächsten Wohnstätte entfernt, überall habe ich meine Landsleute angetroffen. Größere Niederlassungen haben sie nur, von den Städten abgesehen, in Südaustralien und in Queensland gebildet. In Südaustralien leben sie in Distrikten für sich, von dem englischaustralischen Element ziemlich abgeschlossen. Ich war erstaunt, als ich die deutschen Niederlassungen in Südaustralien zum erstenmal besuchte. Schon auf viele Meilen, ehe ich dieselben erreichte, konnte man sehen, daß hier eine deutsche Bauernhand den Pflug geführt, daß deutscher Sinn und Fleiß für Ordnung und System herrschte. Der Boden war der fruchtbarste im Lande, der Weizen stand t: Gefelli ein. Aus Nachtschwe efunder a en und durch das rch wieder edingt dab Utubaljam emeinbefint wieder Giessener Zeitung, Giessen. man u 3planoG Deutsche in lustralien. или флаб шар ләшә ләт фила lang ang ting 3. ng and ида can uǝlavaipa adana aa aa ajog vai qun ne избират лад изды и фиш әҙрәјәб ФБ изни иә. әләф що 9 voll und dicht, und das Vieh auf den eingehegten Weiden ruhte wohlgenährt in dem hohen, saftigen Mitchell Gras. Bisher waren wir in stetiger Gefahr, den Hals zu brechen, auf unglaublichen Wegen gereist, jetzt ritten wir auf einem breiten, festen Fahrweg, der sich mit mancher deutschen Chaussee gut vergleichen könnte. Von dem nächsten Hügel aus sahen wir ein Bild, das mich unwillkürlich in die alte Heimat zurückversetzte; ich wollte zuerst nicht glauben, daß ich mich in Australien, 12000 Meilen von Deutschland entfernt, befände. Aus einem Kranze der schönsten Obstgärten, die alle in rosa- weißem Blütenschmucke standen, lugten die roten Dächer der deutschen Farmhäuser hervor, bläulicher Rauch stieg schläfrig aus den Schornsteinen hinauf in die heiße, zitternde Mittagsluft. Die Tauben schliefen auf den Dächern, und ab und zu krähte ein Hahn, sonst lag tiefe Stille über diesem idyllischen Ort. Als wir das Dorf betraten, sahen wir auf der breiten, wohlgepflegten Dorfstraße keinen Menschen. Die Häuser waren alle schneeweiß gemalt, aus Fachwerk gebaut und mit kleinen Fenstern versehen; daneben und bis weit hinter die Häuser zogen sich wohlgepflegte Gärten. Manche Häuser hatten Strohdächer, und andere verrieten durch die Bauart ihrer Giebel mit den gekreuzten Pferdeköpfen, daß ihre Bewohner Westfalen waren. Hinter den blankgeputzten Scheiben eines Hauses bemerkten wir zwei flachsköpfige Kinder, die neugierig ihre Stumpfnasen an den Scheiben plattdrückten und uns nachschauten. Vom Dorfe durch einen raschfließenden Bach getrennt, den man auf einer schwankenden Holzbrücke überschritt, erhob sich auf einem Hügel die Dorftirche. Wie ich später vernahm, braucht sich der Pfarrer hier niemals über zu schwachen Kirchenbesuch Ingenieure geworden. In Australien braucht niemand zu hungern, der Arbeit nicht scheut, und jede Arbeit wird gut bezahlt. Sweatshops, deren es so viele in New York gibt, eriſtieren nicht. Die Regierung bewacht auch nur ähnliche Blutsaugersysteme mit argwöhnischem Auge und hat einen Minimum- Lohnsatz für alle Branchen und überhaupt für jede Art von Arbeitsleistung festgesetzt. Der Deutsche, der irgendein Handwerk gründlich versteht, mag er nun Schneider oder Schuster, Zimmermann oder Schmied, Bäcker, Schlosser, Maurer oder Tischler sein, findet in Australien sicher sein gutes Fortkommen, wenn er fleißig ist. Die Regierung läßt Riesenwerke ausführen, die vielen Tausenden auf Jahre hinaus Beschäftigung sichern. Neue Eisenbahnen mit einer Schienenlänge von 2400 Meilen werden gebaut, große Wasserwerke und Hafenbauten sind im Entstehen begriffen, dabei herrscht überall in Australien Mangel an Arbeitskräften. Da die weiße Bevölkerung von nur vier Millionen Menschen unmöglich alle Arbeitskräfte stellen kann, die ein Erdteil von der Größe Australiens zur Ausbeutung seiner Mineralschäße und zur Kultivierung der Hunderttausenden von Quadratmeilen, die noch der ErschlieBunz harren, benötigt, so muß eben diesem Mangel durch Einwanderung abgeholfen werden. Australien hat, wie schon erwähnt, bei einem Flächeninhalt von mehr als drei Millionen Quadratmeilen eine Bevölkerung von nur vier Millionen Köpfen. An Bodenschätzen steht das Land keinem anderen nach. Der Kohlenreichtum ist ein so großer, daß die Kohle her noch in großen Mengen abgebaut werden wird, nach dem die Bergwerke Englands längst erschöpft sind. An Holz leidet dieser Erdteil ebenfalls keinen Mangel. Der Waldbestand hat eine Ausdehnung von 185 Millionen Acres, und man findet hier die verschiedensten Hölzer vom kostbaren Mahagoni und der Jarrah, das dem Feuer länger widersteht als Stahl und Eisen, bis zu den vielen Abarten des Eukalyptus. Ein australischer Riesenbaum. der Männer zu beklagen. Die Leute sind hier alle protestantisch, die Väter hatten die Heimat religiöser Gründe wegen verlassen, und die Söhne haben den religiösen Sinn bewahrt. Das Dorfwirtshaus mit der Dorflinde fehlte auch nicht, und wie im alten Deutschland tanzt, trinkt und ist Jung und Alt am Sonntagabend im Kruge, während drei Musikanten ihre Weiseft ertönen lassen. Die Kinder spielen unterdessen unter der Linde und lassen sich von Großmutter Geschichten aus der alten Heimat erzählen. Auf dem Lande beschäftigt sich der Deutsche meistens mit Ackerbau, Milchwirtschaft und Viehzucht. Auch der Weinbau ist ausschließlich in deutschen Händen, und der südaustralische Wein ist vorzüglich.. In den Städten findet man den Deutschen in allen Handwerken und Gewerben beschäftigt. Andere wieder sind Kaufleute, Ärzte, Pfarrer, Lehrer und Das Klima von Australien kann nicht übertroffen werden und ähnelt im Winter dem von Kalifornien. Die Sterblichkeitsziffer ist eine verhältnismäßig niedrige. Die dort lebenden Deutschen, obwohl Untertanen einer fremden Macht, haben keineswegs die Fühlung mit der alten Heimat verloren. Im Gegenteil, sie sind vor allem stolz darauf, daß sie Deutsche sind, und abgesehen von mehreren guten deutschen Zeitungen, die es sich angelegen sein lassen, deutsche Sitte und deutsche Art unter den Deutschen zu erhalten, arbeitet jeder an seinem Teile, das Deutschtum zu heben und angesehen zu machen. Der Einfluß der Deutschen ist deshalb auch nicht zu verkennen. Im Innern des Landes sind die Ein Chinesische Prüfungshäuser. Internationale Weltblitze. Chinesische Prüfungshäuser. 7 China ſteht jetzt vor großen Veränderungen. Das Volk verlangt die seit langem versprochene Einführung einer Verfassung, und die modern angehauchte chinesische akademische und militärische Jugend besteht auf der Europäisierung der und anderer uralter chinesischer Einrichtungen. Unser Bilo zeigt nur eine der alten chinesischen Institutionen. Die Eramina spielen in der Laufbahn des gebildeten Chinesen eine wich ige Rolle. Drei Hauptprüfungen müssen abgelegt werden: Die erste( Magister-) Prüfung wird in den Kreisstädten abgelegt, die zweite( Dottor-) Prüfung in der Provinzstaot und die dritte und letzte in Peking. Bei der Prüfung ist jeder Examinant in einer besonderen Zelle untergebracht. So besitzt z. B. Canton eine ganze Examensstadt für die Unterbringung der Examinatoren und Prüflinge. In einer langen Allee ziehen sich zur Seite von schmalen Gassen etwa 16000 aus Ziegeln gebaute, weißgetünchte Prüfungszellen hin, von denen jede nichts als einige übereinander gelegte Bretter enthält, die als Sitz und Tisch für den Examinanten dienen. Der Zweck dieses Abschlusses der Prüflinge in besonderen Zellen ist natürlich der, ihnen bei den schriftlichen Arbeiten das ,, Mogeln" unmöglich zu machen. So pflegen bei den alle drei Jahre in Canton abgehaltenen Examina 10000 bis 12000 Prüflinge zusammenzukommen und kaum 150 das Examen zu bestehen. Und dabei sind zum Teil recht bejahrte Herren unter den Examinanten. Die Pest im fernen Osten. in grausiger Gast hat seinen Einzug in verschiedenen Gegenden des fernen Ostens gehalten. Elnaufhaltsam dringt der furcht. bare Würgengel in Gestalt der Pest dort vor und fordert täglich neue Opfer. Besonders die nördlichen Teile der Mandschurei scheinen von der so gefürchteten und verhängnisvollen Krantheit durchseucht zu sein. Angeblich soll die Plage, die schon früher mit dem Namen„ der schwarze Tod" bekannt war, durch Bären oder andere Tiere aus der Nachbarschaft von Wladiwostok eingeschleppt worden sein, in Wirklichkeit ist sie jedoch auf die Unsauberkeit der chinesischen und foreanischen Kulis zurückzuführen, die im letzten Sommer in den nördlich von Wladivostok gelegenen Ortschaften beschäftigt gewesen und im Herbst nach der„ Beherrscherin des Ostens" zurückgekehrt sind. Im Sommer verdingen sich nämlich die koreanischen und chinesischen Kulis in den ostsibirischen Städten und Ortschaften, um dann mit dem verdienten Gelde den Winter sorgenlos in der Heimat verbringen zu können. Die ersten Nachrichten von dem Ausbruch der Pest gelangten bereits im Oktober vorigen Jahres nach Wladivostof und man hat jedenfalls versäumt, dort rechtzeitig die nötigen energischen Schritte zur Unterdrückung der Seuche zu tun. Unser Bild zeigt uns den ganz in smaragdgrüner Farbe gehaltenen Bahnhof von Charbin, auf dessen Perron bekanntlich Fürst Jto ermordet wurde. Charbin gilt eigentlich als Zentrum des furchtbaren Pestherdes. Eine fleine Negeransiedlung auf St. Thomas. Bahnhof in Gharbin. Umsteigestelle des Transsibirier" nach Peking. Ein schwarzer Konflikt. Daum haben sich die revolutionären Wellen in Meriko und Ka Nicaragu etwas gelegt und schon gärt es an anderen Stellen in den mittelamerikanischen Regionen. Diesmal sind es Honduras, sowie auch die schwarzen Republiken Haiti und San Derningo, die wegen einer Grenzfrage in Differenzen geraten sind. Wie immer bei diesen internen mittelamerikanischen Agelegenheiten wird auch diesmal viel Pulver und Blei vergossen, um der fleinen Bewegung den nötigen ,, Knalleffekt" zu verleihen. Haiti hat von jeher in dem Ruf gestanden, ab und zu ein kleines Revolutiönchen oder einen Streit mit seinen Nachbarn haben zu müssen. Die erhitzten schwarzen Gemüter beruhigen sich in der Regel jedoch schnell wieder, sobald einige internationale" Geschütze in Sicht fommen. In Haiti regiert zur Zeit der Negerpräsident Simon. Die Insel ist nach Kuba die größte unter den Großen Antillen und hat zirka 1 Millionen Einwohner, die sich fast durchweg aus einheimischen Negern zusammensetzen. Die Hauptstadt ist Port au Prince, auf dessen Reede im Dezember 1897 zwei deutsche Kriegsschiffe erschienen, um einer rechtmäßigen Forderung mit Erfolg etwas Nachdruck zu verleihen. Im Mai 1902 vernichtete das deutsche Kanonenboot„ Panther" die nur aus dem Schiffe Grête à Pierrol bestehende haittanische Flotte" im Hafen von Genaives. Unser Bild stellt eine typische haitianische Negersiedlung dar. qun sesi3qbjB sestristys 31BABYZBUB_AAZ a bunagi - 8G Qu padjaзa шзs a b g aǝlnygssunnat эфир anu( prv vai buna G 1916 at the age og s nб an aqal que me guaбung pa пе Qurua филя EG v a vjбun Inv sva p ? sju apa แง ตุ้ง ๆ a apa ша ш адризо G Q DQ Qun pa Qun 10a 6 Ein arabisches Pferdere en in Tunesien. Ich gesellte mich diesen rauhen, aber gutmütigen Kriegern zu und war bald von einer Gruppe der schwarzen und braunen Burschen umgeben. Jussuf hatte ihnen bereits verraten, was ich ihm schon in den ersten Minuten unseres Beisammenseins mitteilen mußte: daß ich ein Deutscher sei! Wie Kinder, die vor einer Schaubude stehen und sich gegenseitig auf irgendeinen erotischen Gast aufmerksam machen, so stießen fie sich grinsend und mit vor Interesse funkelnden Augen gegenseitig in die Seiten, und wer es noch nicht wußte, den riefen sie herbei: Un Allemand, un allemand!" Bald war ich von einem dichten Schwarm Uniformen umgeben Unter den mehr oder weniger naiven Fragen, die an mich gerichtet wurden, war auch diejenige, wo Deutschland liege und wie weit es dorthin wäre". Der Korporal der Mannschaft erklärte mit wichtiger Miene, daß er mit einer Auskunft dienen tönne: Deutschland liege gleich hinter Ägypten! Achtungsvoll nahmen seine Mannschaften diese geographische Fixierung hin, und freudeftrahlend ob seiner wissenschaftlichen Leistung schaute er mich erwartungsvoll an, wie um eine Bestätigung aus meinem Munde zu erhalten. Lust, um wie im Meteoritenschauer herabzupraffeln. Die Pferde verschwanden hinter einer Hügelwelle, um gleich hinter derselben wieder zum Vorschein zu kommen. Jetzt waren sie in der elliptischen Strecke wieder zu unserer Rechten und ritten zum Ziele, das der Standort des Kommandanten bezeichnete. Der Sieger wurde mit geradezu höllischem Geschrei empfangen man denke sich das Gebrüll von mehr als vierhundert Araberfehlen! Dann ging das Geschnatter los; das Für und Wider, das Wenn und Aber wurde ebenso hizzia und eifrig erwogen, wie bei den Deutschen nach einer beendeten Skatpartie. Wieder fiel das Zeichen und eine zweite Gruppe stürmte vorwärts. Dies wiederholte sich ungefähr zehnmal. Eine Episode in diesem Rennen wird mir unvergeßlich bleiben. Es war bei einer der letzten Runden. Acht Reiter stoben an uns vorbei: fast ganz zuletzt ritt auf einem Grauschimmel ein etwa zwölf bis vier. zehnjähriger Araber. junge. Die Gruppe verschwand, erschien wieder und nun entwickelte sich etwas die Gemüter Aufregendes: Als die Ersten hatten sich zwei Rappen vorgearbeitet, die haarscharf Korf an Kopf daherrasten. Die beiden Reiter, die wie die and in mit luren Folzinüteln bencffnet waren, schlugen unbarmherzig auf ihre Tiere, besonders auf den Kopf des gegnerischen Tieres ein, um dieses zurückzuschrecken. Doch es half nichts. Hart nebeneinander flogen die Tiere mit sichtlich großer Anstrengung dem Ziele immer näher. Atemlos schaute alles den vor ohnmächtiger Wut schäumenden Reitern entgegen, da sie waren vielleicht noch zehn Pferdelängen vom Ziel entfernt schoß, in des Wortes wahrster Bedeutung, der Grauschimmel mit dem Araberjungen wie ein Pfeil an den beiden Rappen vorbei, um unter dem geradezu rasenden Betfallsbrüllen und Waffenschwingen der Eingeborenen, dem Rappen um einige Meter voraus, als Erster am Ziel anzulangen. Die ganze braune Verwandtschaft herzte und küßte den Bengel ab. Das Rennen war aus, und es wurde der überaus malerisch sich gestaltende Heimmarsch angetreten. Ein Lunch am Wüstenrand. Die Soldaten machten sich nun daran, Platz für das Rennen zu schaffen und verteilten sich auf die ganze Strecke, um einen Kordon zu bilden. Endlich erschienen zwei Wagen, die die erwarteten Ehrengäste brachten. Der Kommandant gab das Zeichen, worauf zwanzig Meter rechts von ihm eine Gruppe von acht arabischen Reitern davonstürmte! Als sie bei uns anTamen, waren sie schon im vollsten Gange und, ich muß gestehen, was ich hier sah, stellte europäische Rennen, denen ich beigewohnt hatte, völlig in Schatten Die Pferde flogen förmlich über den Boden. Wie ich sie so mit vorgeworfenen Beinen laufen sah, hatten sie, zumal aus der Entfernung gesehen, Ähnlichkeit mit laufenden Raßen, so geschmeidig und mit dem Bauche nabe der Erde rasten die Tiere dahin. Die trockene Erde donnerte unter ihren unbeschlagenen Sufen, Steine flogen hoch in die Deutsche in Australien. Die Tasmania Gold Mine bei Beaconsfield. besten Viehzüchter, Weinbauer und Farmer Deutsche. In den großen Städten Sydney, Melbourne, Adelaide, Brisbane, Perth, Fremantle und Auckland sieht man die deutsche Flagge von vielen bedeutenden Geschäftshäusern wehen, die, in scharfer Konkurrenz mit englischen Firmen, hier draußen deutsches Kapital und Energie ver= treten. Auch das Deutsche Reich hat die Flagge ganz in der Nähe Austra= liens gehißt, denn ein großer Teil von Neu- Guinea, dieser reichen Insel, wo Gold im Innern der Ausbeutung harrt und Perlen auf dem Meeres-grund liegen, ferner die Mariannenund Samoainseln sind in deutschem Besitz. Dabei versteht den Wert des Deutschen als Kolonisten niemand besser zu würdigen, als die australische Regierung. Dem Ankömmling, der sich als Farmer oder ViehJagdlager in der Nähe der Graale Berge. Die australischen Jagdgründe sind reich an Kängeruhs, Opossums, weißen Adlern, Wildenten, Gänsen, schwarzen Schwänen, Kranichen, Fijareihern usw. züchter niederlassen will, wird das denkbar größte Entgegenkommen gezeigt. Das Land erhält er teils frei, teils auf Abzahlung. Reichen seine Mittel nicht, sich ein Haus zu bauen, und will er sein Land mit Stachelzaundraht zum Schutze gegen die Kaninchenpest und die wilden Hunde einzäunen, so schießt die Regierung ihm Geld vor, und die Rückzahlung wird ihm so bequem und leicht gemacht, daß er viele Jahre daran bezahlen kann. C. M. Tunesische Droschke. YYYY YYY MYYYYY RG Landes der ron erhalter * Geheim waltsit * Leitung vatkurs arbeits ten we gen in Lehrer Meldu Turnin teln fö Zeit * right verordn demnä १ * die Ge Torhä der G mardwerden * Gch w 4 Das Ende einer Fahrt. Das Ende einer Fahrt. s war Winter und schneite. Ein junger Mann von vielleicht fünfundzwanzig Jahren ging nervös von einer Straßenecke zur anderen und suchte eine Droschke. Unausgesetzt fuhren Wagen vorbei, aber alle waten besetzt. Endlich bemerkte er ein freies Gefährt, winkte dem Kutscher, der auch sofort anhielt, machte den Wagenschlag auf und sprang hinein; im selben Augenblick bestieg eine junge Dame von der anderen Seite die Droschke. Pardon, gnädige Frau," sagte der junge Mann,„ der Wagen war frei, als ich ihn für mich beanspruchte.".„ Bitte sehr, mein Serr," antwortete die junge Dame, ich habe ihn genommen."„ Ich habe den Rutscher angerufen."„ Und ich habe ihm gewinkt."„ Ich habe es äußerst eilig schiebbare Sachen zu erledigen."" Geradeso wie ich, mein Serr! Besorgungen, die sich nicht verzögern lassen." " " D unaufDie Dame hatte sich inzwischen gesetzt; der junge Mann setzte sich neben sie. Der Streit ging weiter. Reiner wollte dem andern weichen. Der Kutscher wurde ungeduldig. Gnädige Frau," nahr: da der Herr wieder das Wort, ich erlaube mir einen Vorschlag: wir wollen den Wagen zusammen nehmen." ,, Wie können Sie so etwas denken!" ,, Aber warum denn nicht?"„ Es wäre doch im höchsten Maße unschicklich ich kenne Sie ja gar nicht."- Aber ja so.... hier, bitte.. Und der junge Mann reichte der jungen Dame seine Visitenfarte; darauf stand: Alexander Dubois, Referendar. Während die junge Dame das Kärtchen noch unschlüssig in der Hand hielt, sagte der Herr:„ Sie können sich wirklich unbesorgt für einige Zeit meine Nähe gefallen lassen" Nun denn, ich nehme also Ihren Vorschlag an," entgegnete sie. ,, Bitte, bestimmen Sie zuerst, nachher komme ich an die Reihe. Welche Adresse soll ich dem Kutscher für Sie geben?"- Boulevard Straßburg." " Kutscher, Boulevard Straßburg! Das trifft sich sehr gut, ich habe ganz in der Nähe einen Besuch zu machen." Die junge Dame antwortete nicht. Der Herr sah seine Gefährtin heimlich etwas genauer an; die Dame war sehr hübsch, brünett, recht distinguiert, mit einem leichten Anflug von Melancholie auf den jugendlichen Zügen. Der Wagen hielt; die junge Frau stieg aus, betrat einen Laden und kam bald darauf mit einigen Päckchen zurück. Wenn Sie gestatten, bestimme ich nun die nächste Fahrt."" ,, lnsere Verabredung lautete ja so." Der Herr rief dem Kutscher eine Adresse zu, und weiter ging die Fahrt. Ich werde Sie nicht lange warten laffen, gnädige Frau." Fräulein...." O, bitte tausendmal um Verzeihung, gnädiges Fräulein!" rief der junge Mann, „ jetzt begreife ich, daß mein Vorschlag Jhnen unpassend erschien; aber wenn Sie es wünschen, steige ich jetzt noch aus."-„ Das ist nicht notwendig, da wir nun einmal zusammen angefangen haben, tönnen wir ja auch die Fahrt gemeinsam fortsetzen." " Verbindlichsten Dant! Sie leisten mir wirklich einen sehr großen Dienst; bei dem Schneetreiben sind die Fuhrwerke so knapp, und ich muß durchaus meine Besuche machen."-" Für mich handelt es sich nur um Besorgungen; meine Eltern leben sehr zurückgezogen, wir unterhalten gar keinen Verkehr durch förmliche Besuche."„ nd daran tun Sie sehr recht!" rief der junge Mann; ,, was ist das für eine Unsitte! Man kommt mit dem ut in der Sand, spricht einige allgemeine Redensarten, erkundigt sich nach dem gegenseitigen Befinden, ohne auf die Antworten zu hören, verbeugt sich, geht wieder und hat eine Menge tostbare Zeit verloren."" Ja, es ist doch nun aber einmal nicht anders." Der Wagen hielt.„ Ich werde meinen Besuch so rasch wie möglich beenden."" ,, Lassen Sie sich bitte nur Zeit." Sie ist wirklich ganz reizend, dachte der junge Mann bei sich. Nach faum zehn Minuten war er schon wieder am Wagenschlag, und weiter ging die Fahrt. Je öster der junge Referendar seine Begleiterin ansah, je hübscher fand er sie. Er brachte sie zum Eprechen, plauderte von Büchern, vom Theater und anderen Dingen; das junge Mädchen war in allem bewandert; ohne Arroganz, aber auch ohne Pedanterie plauderte sie, und ihr Urteil war ein sehr richtiges; sie gestand auch, daß sie die Musik sehr liebe und selbst musiziere. Alle ihre Ansichten waren genau die des jungen Alex Dubois; die Zeit verging ihm nur zu rasch, und er sah mit Bedauern dem Moment entgegen, wo sie sich trennen mußten. Wie es zwischen den beiden Parteien vereinbart worden war, bestimmten sie umschichtig die Fahrten; das junge Mädchen fand nun die Sache auch komisch, und bisweilen glitt ein helles Lächeln über ihr Gesicht, das aber immer sehr rasch wieder dem melancholischen Ausdruck Platz machte. Der junge Mann sann und sann, wie er wohl den Moment der Trennung noch hinausschieben und wie er es anstellen könne, um seine hübsche Begleiterin wiederzusehen. Endlich sagte er:" Gnädiges Fräulein, ich bin dem Zufall unendlich dantbar, der mir gestattet hat, meine Besuchsfahrten " 1 neben einer so reizenden Nachbarin zu machen; meistens bin ich nicht gerade das, was man ein Glückskind nennt, und da gerade Sie mir zu Anfang des Jahres begegneten, so will ich darin eine gute Vorbedeutung für mich erblicken."- Möge es das für Sie sein," antwortete das junge Mädchen ernsthaft- ,, Sie würden das Maß ihrer Güte noch erhöhen, wenn Sie mir gestatten wollten, Ihnen in Ihrem Elternhaus meinen Dank auszusprechen" " Unterziehen Sie sich bitte dieser Mühe nicht; wir haben uns gegen. seitig einen Dienst geleistet, es kann also von Dank gar nicht die Rede sein." Dann soll ich Sie nicht wiedersehen?" sagte der junge Mann niedergeschlagen. Das kann Sie doch nicht über. raschen."„ Ich bedaure es, bedaure es aufrichtigst, jetzt wo ich Sie kenne." ,, Sie kennen mich ja taum!" Wo ich mit Ihnen habe plandern können und Ihre entzückende...." Mein Herr, Sie vergessen, was Sie zu Anfang Ihrer Fahrt versprochen haben."-" Ich habe Ihnen versprochen, mich durchaus respekt. voll zu benehmen, und ich werde das auch tun; aber Sie werden mir doch wohl gestatten, Sie hübsch und distinguiert zu finden." -Aber, das sind ja lauter Schmeicheleien!" Gestatten Sie mir ein Wiedersehen in Gegenwart Ihrer Eltern!"„ Meine Eltern nehmen keine Besuche an"-" Wenn Ihnen mein Wunsch unangenehm ist, stehe ich natürlich davon ab." " Das junge Mädchen antwortete nicht. Ich bin ganz un. abhängig," fing der junge Mann wieder an, nicht unvermögend .... ich lebe mit meiner Mutter, die gerne möchte, daß ich mich verheirate... mein Wunsch wäre, daß meine Mutter Sie kennen lerne." ,, Um Gottes willen, das ist ja ein förmlicher Antrag! Unsere zufällige Begegnung wird ja ganz verhängnis. voll."„ Warum verhängnisvoll? Könnte es denn nicht wie im Lustspiel enden und ich mein Gluck gefunden haben? ,, Lassen wir das Thema sallen."-„ Es hängt von Ihnen ab." , Vielleicht nicht so ganz, wie Sie denken."" Sind Jhre Eltern denn so fürchterlich?"-„ Se sind die personifizierte Güte, aber ich bitte Sie nochmals, geben Sie Ihren Plan auf." Die Stimme des jungen Mädchens zitterte. ,, Verzeihen Sie mir, wenn ich so mit Ihnen spreche, ich weiß wohl, daß es gegen alle Gepflogenheiten verstößt," nahm Alex Dubois dennoch wieder das Wort... ,, mein Wunsch, Sie wiederzusehen, ist so aufrichtig, daß ich Ihnen das alles sagen mußte. Wenn Sie einwilligen sollten, meine Frau zu werden, glaube ich mit Bestimmtheit sagen zu können, daß Sie es nicht bereuen werden, und daß Sie an meiner Seite das Glück finden würden." „ Sie werden die heutige Begegnung vergessen."-" Niemals! .. Aber ich mißfalle Jynen! mein Antrag erscheint Ihnen lächerlich!"" Im Gegenteil. Er ehrt mich sehr; ich muß Ihnen aber sagen, daß ich mich nicht wie andere, nach eigenem Willen, verveiraten kann; von seiten meiner Familie wird eine Bedingung gestellt, die erfüllt werden muß."-" Welche? Ich sage vorher zu allem ja." ,, Nein, tun Sie das nicht, Sie würden es bedauern." ,, Kann der Mann, der Sie als sein Weib heimführt, irgend etwas bedauern? Stellen Sie mich auf die Probe!"-" Gut denn, es sei," sagte das junge Mädchen plötzlich mit resolutem Ton, und sah ihm gerade ins Gesicht: " Mein Vater will, daß ihm sein Schwiegersohn im Beruf folge." " Wenn es weiter nichts ist," sagte der junge Mann, ich zweifle keinen Augenblick, daß der Beruf Ihres Herrn Vaters achtbar ist." Achtbar, ja; mein Vater ist... Beamter."„ Ich habe keinen Widerwillen gegen das Beamtentum." „ Er ge. hört zur Verwaltung und hat eine sehr wichtige Stellung." " Gut! Wie Sie gesehen haben, bin ich angehender Jurist; genügt das?"- Vollkommen."" Ich schwankte, welcher Rechts. tätigkeit ich mich widmen sollte, nun ist die Frage für mich gelöst“-„ Es ist nun einmal eine alte Familientradition," fing das junge Mädchen wieder an, wenn fein Sohn da ist, der dem Vater folgen kann, so muß es der Schwiegersohn tun; mein Vater geht davon unter teiner Bedingung ab."-" Es kann doch nicht an Bewerbern fehlen," sagte der junge Mann und ver suchte galant die Hand seiner Begleiterin zu küssen.-„ Sie sind der erste"-" Und ich hoffe auch der letzte zu sein," entgegnete Alex Dubois und sab das junge Mädchen mit so bewundernden Blicken an, daß sie verwirrt die Augen senkte. Die Zukunft wird es zeigen," sagte sie leise und fuhr dann fort:„ Meine Besorgungen sind fertig."" Ich habe auch keine Besuche weiter auf dem Programm. Es ist also abgemacht: Sie erlauben mir, daß ich Sie bis an Ihre Wohnung begleite, um mich Ihrem Herrn Vater vorzustellen?". ,, Lassen Sie von Ihrem Vorhoben ab," flehte sie nochmals." Jetzt noc)?... Nein! das kann ich nicht!"-„ Nun dann tomme, was da kommen muß... Sie haben es nicht anders gewollt... Meine Eltern wohnen in Auteuil." Gie nannte dem Kutscher die Adresse. Die Droschke hielt vor einer schmucken, kleinen Villa; wütendes Hundegebell wurde vernehmbar; ein Mädchen öffnete die Gittertur. Das Ende einer Fahrt.. - Ein arabisches Pferderennen in Tunesien. „ Kusch dich, Sultan!" befahl das junge Mädchen einer riesigen Dogge, die ihr entgegensprang, und dann wandte sie sich zu ihrem Begleiter und sagte:„ Wir sind am Ziel, bitte, folgen Sie mir." Gemeinsam betraten sie ein hübsches geräumiges Zimmer zu ebener Erde; darin saßen ein älterer Serr und eine ältere Dame, er lesend, sie mit einer Handarbeit, am Kaminfeuer; beide sahen aus wie wohlhabende Leute aus gutem Bürgerstand. Die Tochter begrüßte die Eltern und erzählte in wenigen Worten, wie sich die Begegnung zugetragen, und während die alten Leute ihr 5 schönes Töchterchen liebevoll ansahen, schloß diese ihren Bericht mit den Worten:" Serr Dubois hat mich bis hierher begleiten wollen, weil er dir, lieber Vater, gern vorgestellt sein wollte." Und dann wandte sie sich zu dem jungen Mann und sagte: ,, Herr Dubois, mein Vater." Und sie nannte den Namen einen bekannten Namen.. Der junge Mann fuhr entsetzt zusammen und mit der Sand umkrampfte er die Stuhllehne, um sich aufrecht zu er halten. Vor ihm stand der Scharfrichter! - Ein arabisches Pferderennen in Tunesien. Mir tamen von Tunis und näherten uns nach achtstündiger Bahnfahrt durch Steppengegenden weitausgedehnten Raftuswäldern, aus denen uns Millionen von gelben Blüten entgegenleuchteten Plötzlich tauchten am dunstigen Horizont auch die Zinnnen, Ruppeln und Minaretts von Kairouan auf und bald hatte ich dort in einem sauberen Hotel Unterkunft gefunden. Schon auf dem Wege vom Bahnhof nach dem Hotel hatte mir der kleine arabische Lohndiener verraten, daß am Nachmittage in der Umgegend ein arabisches Pferderennen stattfinden würde, und mir angeraten, wegen der weiten Entfernung dorthin einen Wagen zu nehmen. Wir suchten deshalb den Stand der Lohnfutscher auf. Der„ Wagen" war hochgebaut und gedeckt. Der Kutscher, ein alter Araber, saß auf dem Bock. Mein junger Begleiter schwang sich mir schnell nach. Da noch im letzten Augenblick, machte mich mein Führer auf die am Boden des Wagens klaffende breite Spalte auf merksam, durch die ich wie in einer Theaterversenkung sangund flanglos verschwunden wäre. Dann ging's los mit Rattern und Knattern. Daß wir die Stadt und mit ihr den letzten Ausläufer von Kultur hinter uns hatten, merkte ich sofort; denn der Wagen sprang und schnellte auf einem aller Beschreibung spottenden Terrain weiter, über dessen Höcker, Sprünge und Löcher die beiden Pferde ihn im schlank n Trabe hinwegrissen. Bei dieser schauerlich schönen Fahrt konnte ich natürlich die Landschaft so gut wie teiner Beachtung würdigen. Jeden Augenblick glaubte ich mein und des Wagens Ende gekommen; letzterer ächzte, quietschte und krachte,- doch er hielt stand. Plößlich hörte diese Höllenfahrt auf und es ging leicht und weich wie auf Asphalt dahin. Ich atmete tief auf, doch horch, was war das, pitsch, patsch? Seiliger Bimbam, der Kerl fuhr durch dicken Schlamm und durch Wassertümpel, von denen ich dank der genügend weiten Öffnung im Wagenboden, reichlich bemessene Spritzer zu spüren bekam. Schließlich fuhren wir noch ich wunderte mich bereits über nichts mehr durch die schnell strömende kaffeebraune Flut eines etwa zehn Meter breiten Baches. Zum Glück reichte das Wasser nicht bis zum Der Ritt zum Start. Wagenboden hinauf. So schnell wie wir ins Wasser hineingekommen waren, ging's am jenseitigen Abhang wieder hinauf, und wir trabten endlich auf hartgebrannter, furzgrafiger Steppe ein Weilchen bergauf und ab. Dann hielt der Wagen, wir waren an Ort und Stelle. Auf der welligen Steppe waren ungefähr vier- bis fünfhundert berittene Beduinen, Araber und Neger versammelt, die in malerischen Gruppen zusammenstehend, eifrig gestitulierten und in ihrer eigenartigen Gutturalsprache lebhaft schwagten. Ein großer Teil war mit langen arabischen Flinten aus. gerüstet. Viele trugen auch die sonderbaren Strohhüte, die, oft mehr als einen Meter im Durchmesser, oben in eine Spize auslaufen und mit bunten Troddeln und roten Lederfleckchen verziert sind. Prächtig nehmen sich die schön benähten bis an die Knie reichenden roten oder braunen Reiterstiefel und die bunten, bestickten Gewänder aus. Die Gestalt hüllt der malerisch weiße Saïf ein, von dem ein Zipfel in Form einer funstvoll gewickelten Kappe den Kopf bedeckt. Ein um diese Kappe geschlungener Schal gibt ihr noch mehr Festigkeit. Die Pferde, meiſt prachtvoll aufgezäumt, sind selten mehr als mittelgroß, fast immer gut genährt und typisch durch ihren feinen Kopf und die feurigen Augen. Doch, so verwachsen auch der Araber mit dem Pferde ist, so kann die Behandlung der Tiere seitens ihrer Herren während des Reitens nicht human genannt werden. Es gab wenige Tiere, die nicht aufgerissene Mäuler und blutige Weichen aufwiesen. Die Rennstrecke bildete eine durch Pfähle und Stricke abgegrenzte Ellipse von ungefähr zwei Kilometer Umfang. Außerhalb dieser Ellipse sollten die Pferde ihre Tour machen. In der Nähe einer roh zusammengezimmerten Tribüne, auf der jedoch die Zuschauer fehlten, standen plaudernd in zwang. losen Gruppen ungefähr hundert französische zur Aufrechterhaltung der Ordnung kommandierte Tirailleurs. Die Soldaten, ohne Ausnahme Araber und Neger, waren schön gewachsen, nervige Gestalten und steckten in der kleidsamen, sauberen Sommeruniform. Die Bewaffnung bestand in Gewehren mit aufgepflanztem Bajonett. 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