Sen = rsil chGießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint - jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: Itegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. eine es! Nr. 30. a er alten er, Zim beiten, so dem Ar dafelbft Angebots ogen wer Bießen. an wissep He Rustin icht h. 4. La 7. Geoeschichte. ehre. 12. 4. Buchlosophie. eschichte. 1.21. Pä aphie. 24. Anthropo nz. Erfolge Cis u. franko. Jam.So !! gefch.) Einrichtung en anderen Ten nicht no verden. Wo de Anerken Dill). Sitter und Kunn 3-0 und robe 7.41 inchen Redaktion, effante Ausorfer- Blätter frel! in Gießen. ( 1. Blatt) Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 4. Februar 1911 jenigen Grundeigentümer, deren Grundstücke durch die Zur Reichstagsersatzwabl für Gieffen. eingelegte Mutung berührt werden, zu benachrichtigen. - * Darmstadt, 2. Febr. Der Infanterist Werner aus Hanau hat sich heute erschossen. Er war beim hiesigen Bezirkskommandeur und hat sich Unregelmäßigkeiten zuschulden kommen lassen. famen Darmstadt. Jm Jahre 1910 waren insgesamt 138 Gerichtsassessoren vorhanden, davon nur zwei zur Anstellung. Die Wartezeit von der Staatsprüfung bis zur Anstellung beträgt über 9 Jahre. e Gießen. Die Wirtschaftliche Vereinigung ist sofort nach Aufstellung ihres Reichstagskandidaten in die Arbeit eingetreten. Herr Oberlehrer Dr. Werner hat bereits in mehreren Versammlungen, die sehr stark besucht waren, unter stürmischem Beifall gesprochen. In jeder Versammlung wurde ein jubelnd aufgenommenes Hoch auf den Redner ausgebracht. Das Wahlbureau der Wirtschaftlichen Vereinigung befindet sich im Eisenbahn- Hotel( Besitzer A. Hopfeld), direkt am Bahnhof Dieburg. Unser Kreis hat für die KreiswahGießen. Eigener Fernsprecher ist dort eingerichtet. len eine Neueinteilung erfahren; der Kreis hat Gießen, 4. Febr. Eine Vertrauensmänner- Ver-| nicht wie bisher 18, sondern 21 Kreistagsabgeordnete sammlung des Bundes der Landwirte findet morgen zu wählen. Sonntag hier statt. Diese Versammlung nimmt zur bevorstehenden Reichstagswahl Stellung. Als -li- Gießen, 4. Febr. Die Nationalliberalen hatten für gestern abend nach„ Steins Garten" eine öffentliche Wählerversammlung einberufen. Redner traten die Herren Reichstagsabgeordneter Dr. Ofann und Reichstagskandidat Professor Gise= vius auf. Schon vor Beginn der Versammlung war der geräumige Saal und der Nebensaal überfüllt. Lokal- Dachrichten. Wetzlar, den 4. Februar Königl. Preuß. Klassen- Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse der 224. Lotterie muß mit Vorlegung der Lose 1. Klasse spätestens bis zum 6. Februar d. Js., 6 Uhr abends, geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur 2. Klasse gegen Rück gabe der Gewinnlose 1. Klasse bis zum vorerwähnten Termin eingefordert sein. * Gießen, 4. Febr.„ Hahn in Ruh!" heißt jetzt das Motto für unsere Jägerwelt. Die Jagd saison ist mit 1. Februar bekanntlich wieder einmal vorüber. Sehr ergiebig war, wie mehrere Gegenden melden, die Hasenjagd. = b= Gießen, 4. Febr. Die alljährlich hier gastierende Leipziger Sänger- Gesellschaft W. Eyle wird am kommenden Freitag in Steins Garten" ein Gastspiel veranstalten. Der gute Ruf, welcher dieser Gesellschaft vorausgeht, wird in einer uns vorliegenden auswärtigen Zeitung nicht nur bestätigt, sondern wörtlich heißt es da, daß die Gesellschaft durch Aufnahme neuer Mitglieder entschieden gewonnen habe. !! Gießen, 3. Febr. Am nächsten Dienstag fin det hier eine Besprechung der Ortsvorsteher der interessierten Gemeinden über das Bahnprojekt Kleebachtal statt. * Gießen, 4. Febr. Ende Januar wurde im Hangelsteiner Wald, Gemarkung Wieseck, ein graugrünes Lodenstofftapes aufgefunden. Da anzunehmen ist, daß das Kleidungsstück aus einem Diebstahl herrührt, so wird der Eigentümer gebeten, sich bei der Staatsanwaltschaft zu melden. *) Wetzlar. Der Entwurf des städtischen H a u s- haltsplanes für die Zeit vom 1. April 1911 bis 31. März 1912 liegt von heute bis einschließlich nächsten Samstag auf Zimmer Nr. 8 der Bürgermeisterei zu je dermanns Einsicht offen. * Frankfurt, 2. Febr. Hiesige und auswärtige Gemeindemitglieder vermachten dem neuen israelitischen Krankenhaus eine Stiftung von über einer Million Mark. * " ( Gießener Tageblatt). Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Naum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. 28. Schuhmacher Adam Döbus ein Sohn, Arthur Ernst. " 29. Fabrikanten Julius Nattmann eine Tochter. " 29. Friseur Emil Arno Feigenspan eine Tochter, Elfriede Helene. 29. Hilfsweichensteller Christoph Schlamp eine Toch" " " ter, Johanna Luise. , 30. Fabrikanten Rudolf Löwenstein ein Sohn, Werner. 30. Schuhmacher Johannes Schlund ein Sohn. Fbr. 1. Werkzeugschleifer Karl Keil eine Tochter, Elsa Eleonore Elisabeth. " 2. Kandidaten der Tierheilkunde Johann Friedrich Theodor Hölscher eine Tochter, Adele Christine Pauline Maria. Aufgebote. Jan. 30. Ernst Krause, Kaufmann, mit Elisabethe Lange, beide in Gießen. " 30. Wilhelm Domay, Kaufmann in Dutenhofen, mit Luise Müller in Gießen. Fbr. 1. Ferdinand Bär, Kaufmann in Gießen, mit Pauline saak in Frankfurt a. M. " Frankfurt a. M. Die hiesige Eisenbahnver= waltung entschloß sich, einen neuen D- Zug FrankfurtBerlin und umgekehrt einzulegen, der die Strecke in 7½ Stunden durchfährt. Nach Vollendung des Tunnels zur Umgehung von Elm und nach einer späteren Umgehung von Bebra wird die Fahrzeit auf 6% Stunden verkürzt. Der Zug hält nur in Offenbach. Ferner ist die Einlegung eines sogenannten Bäderzuges mit 3. Klasse ge= plant. Dieser Zug soll über Kassel gehen und direkte Verbindung nach Nauheim- Homburg- Wiesbaden haben. Er wird in Berlin um 10 Uhr vorm. abgehen. Fbr. Neeb- Feier in Lich. eine den 2. Ludwig Hauß, Former, mit Katharine Malfemus, beide in Gieüen. Eheschließungen. Jan. 28. Ludwig Völk, Knecht, mit Marie Büttner, beide in Gießen. " 28. Jakob Stephany, Pianist, mit Margarete Stephan, beide in Gießen. 3. Dr. Max Levy, Rechtsanwalt in Hamburg, mit Johanna Grünewald in Gießen. Gestorbene. -h Frankfurt. Die„ Frankfurter Lie= dertafel", der älteste hiesige Männergesangverein und dertafel", der älteste hiesige Männergesangverein und Jan. 27. Wilhelm Becker, Dienstknecht, 62 Jahre alt. einer der ältesten im Reiche, wird am Sonntag, 12. Februar in Lich zu Ehren seines langjährigen Dirigenten und Ehrenmitgliedes, des Komponisten Heinrich Ne e b, eines Sohnes der Stadt Lich, an dessen Geburtshause eine Gedenktafel anbringen und abends um 8 Uhr im Hotel Stein ein Festkonzert veranstalten. Anläßlich dieser Feier sei an dieser Stelle ein kurzer Ueberblick über die segensreiche Tätigkeit Heinrich Neeb's gegeben. Nachdem der erste Dirigent Bechfeld nach kurzer Zeit sein Amt niederlegte, folgte ihm Heinrich Neeb. In ihm hatte die Liedertafel einen Dirigen ten gefunden, der durch sein musikali= ich es Empfinden und seine impulsive Schaffungskraft den Chor bald zu den größten Leistungen anzuspornen ver= stand. Im Jahre 1854 legte Neeb den Dirigentenstab nieder und wurde zum Ehrenmitglied der Liedertafel ernannt. Bei seinem Tode, der am 17. Januar 1878 erfolgte, nahm die Liedertafel mit der gesamten Frankfurter Sän= gerschaft an dem imposanten Leichenbegängnis teil. Neeb vermachte sein Vermögen einer Neeb- Stiftung und verfügte dabei, daß auch die Frankfurter Liedertafel in der Verwaltung dieser Stiftung vertreten sein solle. Der Verlauf der Feier ist folgender: vormittags 19 Uhr Empfang am Bahnhof durch die Licher Sangesfreunde und Verbringen der Fahne nach dem Kon3ertlokal„ Hotel Stein". Dortselbst vormittags um Uhr Aufstellung und Abmarsch nach dem Geburtshause Neeb's. Am Geburtshause Chor der Liedertafel: 11 *) Erda. Die über das Gehöft des Christian Schmidt infolge Schweineseuche verhängte Gehöft- Schutzgeist alles Schönen" von Mozart, GedächtSperre ist aufgehoben worden. == Marburg, 1. Febr. Ein Bild gesunder Entwickelung geben die Abschlüsse unserer städtischen Etats. Der Hauptetat schließt im Voranschlag in Einnahme u. Ausgabe mit 1 387 400 Mt. ab, der außerordentliche Etats ist auf 361 930,94 Mark festgesetzt. () Offenbach, 3. Febr. Die hiesige Zahlstelle des Christlichen Metallarbeiterverbandes hatte im abgelaufenen Berichtsjahr einen Zuwachs von 75 Mitgliedern. Das Vermögen der Lokalkasse beträgt 1891,45 Mark, das bedeutet einen Zuwachs von 477,30 Mark gegen das Vorjahr. * Darmstadt. Der Großherzog wird am 10. Februar der 3. Herrensitzung des Karnevalvereins in der Stadthalle beiwohnen. Darmstadt, 3. Febr. Das Gr. Ministerium des Innern hat die bei Beratung des Gesetzentwurfs über die Städteordnung in der Zweiten Kammer gegebene Zusage, Anweisung wegen Benachrichtigung der Grundeigentümer von schwebenden Mutungsverfahren in Bergbausachen zu erteilen, dieser Tage erfüllt. Die Bergbehörde hat den Auftrag erhalten, zu dem in Artikel 20 des Berggesetzes bestimmten Zeitpunkt von einer jeden eingelegten Mutung dem Kreisamt, der Oberförsterei u. der Bürgermeisterei, in deren Bezirken das zu verleihende Feld liegt, unter Bezeichnung des Umfangs Kenntnis zu geben. Die Bürgermeistereien haben hiervon dienisrede des 1. Vorsitzenden Frizz Kampfrad, An= bringen der Gedenktafel und Uebergabe derselben an die Stadt. Hierauf Schluß chor. Abends 8 Uhr: Beginn des Festkonzertes im Hotel Stein unter freundl. Mitwirkung von Fräulein Minny Leopold( Sopran). Nach dem Konzert findet ein Kommers mit den Licher Sangesbrüdern statt. * Hana u. Sämtlichen Kindern, die ohne Frühstück zur Schule kommen, wird laut Beschluß der Stadtverordneten ein solches auf städtische Kosten gewährt. Kassel. Das hess. Wander- Tuberkulose- Museum wurde von insgesamt 11 000 Personen besucht. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geborene. Jan. 21. Friseur Emil Koch eine Tochter, Mathilde Johanna Elisabeth. " " " " " 22. Agenten Heinrich Eduard Köth ein Sohn. 24. Schneider Heinrich Klee ein Sohn, August. 25. Mineralwasserfabrikanten Joseph Schneider ein Sohn, Robert Heinrich. 25. Hoboist und Sergeant Max Blau ein Sohn, Ernst Ludwig. 27. Tapezierermeister Christian Arnold eine Tochter, Katharine Christine Elisabeth. " 27. Johann Entirch, 4 Monate alt. " 28. Henriette Guntrum, geb. Best, 65 Jahre alt. " 30. Katharine Claar, geb. Kolb, 77 Jahre alt. " 30. Elisabeth Größer, 31 Jahre alt. Fbr. 1. Katharine Schwarz, geb. Vill, 85 Jahre alt. 1. Karoline Katharine Emilie Rink, 1 Woche alt. " " 1. Katharine Weitzel, 59 Jahre alt. " 2. Lina Fischer, 19 Jahre alt. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 3. Februar 1911. Der Kaufmann Hermann Lublinsky in Gießen hat gegen die Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs keine Bilanz gezogen, wie sich dies bei dem Ausbruche des Konkurses über sein Vermögen herausstellte. Die Straffammer verurteilte ihn wegen Konkursvergehens zu einer Geldstrafe von 10 Mark. Der Schlosser Heinrich Böger von Nieder- Oh= men, der wegen Körperverlegung und Ruhestörung vom Schöffengericht zu 30 und 10 Mark Geldstrafe verurteilt war, hat das Urteil angefochten, ist aber zum der Berufungstermin nicht erschienen, weshalb es bei Verurteilung sein Bewenden behielt. Das Schöffengericht Friedberg hatte den Milchverkäufer Hermann Berg von Assenheim wegen Unter= schlagung von 130 Mark zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Er zog im Termin seine Berufung zurück, sodaß es bei dem Urteil blieb. Die verwitwete Sophie Höcher aus Hosenfeld hatte mit einem Hausburschen in Bad- Nauheim · ein Verhältnis. Um den Anschein bei ihm zu erwecken, als habe sie Vermögen, zeigte sie ihm ein von ihr gefälschtes Schriftstück, wonach sie 1200 Mark erheben sollte; ferner fälschte sie eine Ladung, nach der sie eine Frau wegen Verleumdung vorlud. Sie ist eine beschränkte Person, so daß nicht anzunehmen ist, daß sie sich bewußt war, eine Urkundenfälschung zu begehen, auch ist es fraglich, ob es sich um Urkunden handelte. Es mußte deshalb Freisprechung erfolgen. * Epilepsie. In der Presse mehren sich in letzter Zeit die Mitteilungen über wichtige Erfindungen cuf dem Gebiete der praktischen Heilkunde. Noch ist die Bewegung nicht zur Ruhe gekommen, die die Erfindung sich des Blutserums hervorgerufen hat und schon hat sigten Gebietes der Epilepsiebehandlung bemächtigt.- ärztlicher Erfindungsgeist des bisher ziemlich vernachlisDas Hauptverdienst gebührt nach dieser Richtung dem namhaften Spezialarzt Dr. Alexander Szabo, dem es nach langjährigen Forschungen gelungen ist, sein Heilverfahren derart zu vervollkommnen, daß er mit Hilfe desselben bei schwerer Epilepsie ungeahnte Heilerfolge erzielt. Nähere Auskunft auf Anfragen von Patienten oder deren Angehörigen erteilt die Ordinationsanstalt( Budapest, 5., Große Kronengasse 18). König Georg als Kläger. Ein Londoner Sensationsprozeß. Ein außerordentlicher Prozeß fand am Mittwoch vor bem Obersten Lord der Justiz in London statt. Als Kläger trat der reglerende König von England auf, nicht als Staatsoberhaupt sondern als Privatmann, Beklagter ist ein gewiffer Edward Mylius. Den Klagegrund bilden verleumdertsche Ausstreuungen, die Mylius in einem in Paris erscheinenden Blättchen namens Liberator" veröffentficht hat. Seit Jahren hat in England das Gerücht fursiert und ist in manchen Kretsen geglaubt worden, daß König Georg als Prinz eine morgamatische Heirat gefchloffen habe; daß seine Frau, von der er nie geschieden set, zur Zeit seiner Verheiratung mit der Prinzessin Mary yon Teck am Leben war und er daher mit der Königin in Migamie lebe. Nach seiner Thronbesteigung im vorigen Jahre ist diese Geschichte wieder viel herumerzählt worden, und bereits damals wurde von dem Hofe nahestehenden Personen, vermutlich mit Genehmigung des Königs, dem Märchen nachdrücklich widersprochen. Der„ Liberator" erscheint in Paris in unregelmäßigen Zwischenräumen. Seine Aufgabe tst die Verbreitung res publikanischer Ideen und die Bekämpfung der Monarchte. In diesem Blatte erschienen Ende vorigen Jahres mehrere Artikel von Mylius. In dem ersten, dessen Ueberschrift lautete: Geheiligte Bigamie", wird mit aller Bestimmt heit behauptet, der Mann, der fetz König von England set, habe 1890 auf Malta eine Tochter eines britischen Admtrale Seymour rechtmäßig geheiratet und von ihr Nachtommenschaft. Als er durch den Tod seines älteren Brus ders der Thronerbe wurde, habe er seine Frau im Stich gelassen. Diesen und einen ähnlichen Artikel hat der Verfasser Mylius dann in England auch zirkuliert und unter anderem an die Mauer eines Postamtes geheftet. Rundschau vom Cage. Politisches. Vorbereitungen für die Mittelmeerreise des Kaisers. Wie in Kiel verlautet, werden die Kaiserjacht„ Hohenzollern" und ihre Begleitschiffe im Laufe dieses Monats die Ausreise nach Venedig für die Mittelmeerreise des Kaisers antreten. Die gemeldete Ablehnung der Besteuerung der Bundesfürsten durch die Reichswertzuwachssteuer, die die dritte Lesung des Gesezentwurfes im Reichstag brachte, ist, wie der„ Frantf. Generalanz." erfährt, ohne besonderen Wert. Die Bundesfürsten lehnen entschieden ab, sich einem vom Reichstag ausgeübten Zwang zu fügen. Es schweben jedoch, nachdem der König von Preußen seine Bereiiwilligkeit zur freiwilligen Zahlung der Wertzumachssteuer erklärt hat, tatsächlich Verhandlungen, um eine freiwillige Verzichtleistung sämtlicher Bundesfürsten auf das Steuerprivileg in aller Bälde durchzuführen. Bedingungslose Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß der Reichstag ablehnt, einen 3wang auszuüben und daß er die Verfassungsrechte der Bundesfürsten nicht angreift. Mylius wurde im Dezember verhaftet und da er ble thm cuferlegte Kaution von 20 000 Pfund nicht stellen konnte, bis zur Verhandlung in Haft behalten. Vor Beginn der Berhandlung forderte der Angeklagte, daß der König persönlich vor Gericht erscheine, was der Lord- Oberrichter abwies. Mylius veteidigte sich selbst. Für den König erschienen die Kronanwälte, namens deren General Isaacs dte Anklage begründete. Er hob ausdrücklich hervor, daß fetnerfci republikanische Aeußerungen oder sonstige politische Angriffe des Mylius zur Klage stünden, sondern nur der behauptete Sachverhalt. Man habe die Anklage nicht wegen hochverräterischer Ausstreuungen, sondern wegen gewöhn licher Berleumdung erhoben. Der König fordere bloß sein Recht als Mann, Gatte und Vater, wie jeder Bürger. An Mylius' Behauptungen set nicht der Schatten etner Wahrhelt. Dabei habe der König den Nachteil, micht wie andere Kläger. als Zeuge erscheinen und durch seinen Eid den Angeklagten zur Verurteilung bringen zu können. Nach dem Gesetz sei dies dem König unmöglich, selbst wenn er es wolle. Es müsse deshalb der Beweis erbracht werden, daß der behauptete Sachverhalt unwahr sei. Der Oberpräsident von Westfalen, Freiherr von der Rece, wird demnächst sein Abschiedsgesuch aus Gesundheitsrücksichten einreichen. Freiherr von der Rede ist Seit dem 2. September 1899 Oberpräsident von Westfalen. Vorher war er bekanntlich vier Jahre lang preußischer Minister des Innern. übergegangen ist, die Selbstverwaltung einzufuyren, ist der Danziger Stadtrat Houtermans gewählt worden. Bei der Bestattung Singers, die am Sonntag mittag vom Hause der Verlagsanstalt Vorwärts" in Berlin aus erfolgen soll, rechnet man auf eine Beteiligung von zirka 50 000 Personen. Die Ordnung im Zuge wird durch von der Partei gestellte Ordner aufrecht erhalten. Ein Mieterschutzverein, der durch Aufstellen schwarzer Listen, durch gemeinsame Regelung der Vertragsbedingungen usw. den Hausbesizern gegenüber die Interessen der Mieter wahrnehmen will, hat sich in Worms gebildet. Unstimmigkeiten im Seniorentonvent des preußischen Abgeordnetenhauses werden von Berliner Blättern mitgeteilt. Danach ist es dem Abgeordneten Hobrecht, dem Borsitzenden des Seniorenkonvents, in letzter Zeit unmöglich gewesen, eine Sitzung dieser in der Geschäftsordnung nicht vorgesehenen, aber durch den parlamentarischen Brauch eingeführten Körperschaft zustande zu bringen, da die Konservativen ihrer Ankündigung gemäß infolge der legten Zusammenstöße der Sozialdemokraten mit dem Präsidenten den Sizungen fernbleiben, solange ihr ein Sozialdemokrat angehört. Als Zeugen wurden darauf Admiral Seymour, der frühere Kommandeur der britischen Mittelmeerflotte, dessen jetzt verheiratete Tochter Frau Napier sowie Seymours Sühne vernommen. Es wurde festgestellt, daß Admiral Seymour das Kommando in Malta erst übernahm, als der König bereits die Königin geheiratet hatte, nämlich im Jahre 1893. Ein Beamter der Admiralität wies aus den Logbücher der Schiffe, auf denen der König diente, nach, daß dieser zwischen 1888 und 1901 nie in Malta war. Ferner erschien: der Kronanwalt von Malta und beeidete, daß er sämtliche auf Malta geführten Trauregister von 1886 bis aum C. Juli 1893, an welchem das Königspaar heiratete, durchsucht habe, ohne den Namen des Königs oder den einer Mik Seymour zu finden. Der Angeklagte machte zu seiner Entlastung keinerlei fachliche Angaben, sondern forderte nur heftig das Erschetnen des Königs. Er sprach dem Gericht die Kompetenz ab und setzte sich dann unter Protest nieder. Die Jury fand that cinstimmig schuldig und er wurde zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Kolonialreise des Kronprinzen. Eingestellte Brauereibetriebe in Bayern. Die dem reichsten Manne in Bayern, Freiherr von Cramer- Klett, gehörige Klosterbrauerei Wessobrunn in Oberbayern hat, weil sie den Bierpreis nicht erhöhen wollte, den Betrieb eingestellt. Ebenso hat Graf Freysing in Moß schon vor einiger Zeit den Betrieb eingestellt. Das größte Unterseeboot der Welt, das französische Boot Mariotte", mit einer Wasserverdrängung von 1100 Tonnen, ist am Donnerstag in Cherbourg vom Stapel geTaufen. Keine Deffnung der belgischen Grenze. Eine erneute Eingabe mehrerer niederrheinischer Städte und Korporationen auf Deffnung der belgischen Grenze für Einfuhr von beschränkten Mengen lebenden Schlachtviehes ist, wie aus Cöln gemeldet wird, vom preußischen Landwirtschaftsminister abermals abschlägig beschieden worden unter der Berufung auf seine früher im Reichstage abgegebe= nen Erklärungen. In interessierten Kreisen will man sich nunmehr mit einer Immediateingabe an den Kaiser wenden./ Dariété dann m raus gen fabero" Pforten durch Ge meln zu Größe ei weiter n ebenso v Blasche. Abend w nur von nehmer, und entz Ruin. Berlin Schulden fiens ein Konkurs Strafan Statten. Neu negie ha Schentun Carnegie Schottische Truft ve Pläne fi für Frau Millione Geldes fo Maj Cine felt Staate 2 worden. höher als fes Verb bis zu fi jeder Fli er fidh an legen Gie folgendes orte von es follen nittlung beshaupt In große Aufregung wurden in vergangener Nacht die Reisenden des D- Zuges Berlin- Bromberg versetzt. Ein Reisender wurde plößlich irrsinnig, fobte und schrie, entledigte sich sämtlicher Kleidung und rannte nackt auf dem Seitengange des stark besetzten Wagens hin und her. Als der Zug in Bromberg eintraf, wurde der Unglückliche aus dem Wagen entfernt und in das Krankenhaus gebracht. Der Mann ist ein russischer Rechtsanwalt. Eine Konferenz über wichtige militärische Eisenbahnfragen hat am Dienstag nach der Germania im Berliner Generalstabsgebäude stattgefunden. Die sog. Linienkommandanten, verschiedene Generalstabsoffiziere aus dem Reiche und die Präsidenten der Eisenbahndirektionen waren hierzu eingetroffen. Ueber die Einzelheiten der Verhandlungen with Schweigen beobachtet. Eine überraschende Entdeckung machten Möbelträger in Steglitz bei Berlin. Eine in der Schloßstraße dort wohnende Rentiere zieht nach Leipzig um. Als nun am Mittwoch die Möbelträger ein Sofa auf der Straße auseinandernahmen, um es besser verpacken zu können, fielen dret Tausendmarkscheine heraus. Die Besizerin hatte das Geld vor Jahren im Sofa versteckt und es inzwischen vergesfen! Die chrlichen Möbelträger erhielten eine anständige Belohnung. Der bayerische Bauernbund in Franken, der einst mit großen Hoffnungen ins Leben gerufen wurde, hat sich vollständig aufgelösi. Ein Teil des Bundes ist dem Deutschen Bauernbunde beigetreten und bildet eine Abteilung Bayern. Ein anderer Teil hat in einer Generalversammlung in Kissingen den Anschluß an den Bund der Landwirte beschlossen. Auf Grund der Mitteilungen des Staatssekretärs des Reichsmarineamts in der Kommission wird der Korrespondenz Deer und Politik" aus Hoffretsen versichert, daß man mit ziemlicher Bestimmtheit auf eine Reise des Kronprinzen In die deutschen Kolonien wird rechnen können. Die Reise ist fibrigens schon früher an maßgebender Stelle erörtert worden, bevor die näheren Bestimmungen über die Kronprinacnreise nach Ostasien getroffen wurden. Es hat sich aber herausgestellt, daß neben den Schwierigkeiten der Zeiteinteilung auch noch andere Bedenken dem Plane vor der Hand entgegenstehen. Selbstverständlich ist über den Termin, sowie über nähere Einzelheiten der Reise noch nicht das geringste festgesetzt, zumal der Kronprinz noch unterwegs ist. Es ist nur zu sagen, daß sowohl der Kaiser wie auch derkronprinz von jeher einer Reise des Kronprinzen in die Kolonien geneigt waren, und daß dieser Plan jetzt nach vorzeitigem Abbruch der Asienreise cifriger erwogen wird und seiner Verwirklichung näher geführt worden ist. Man wird annehmen dürfen, daß entgegen anderen Meldungen eine Wiederholung der Ostasienreise unterbleibt. Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 23) Ein schweres Brandunglück ereignete sich Donnerstag früh in der Rauchstraße im Berliner Tiergarten. In der dort belegenen Villa eines Rentters brach durch Unvor= sichtigkeit ein Brand aus, bei dem der Rentier lebensgefährliche Brandwunden davontrug, sodaß er nach dem Kran fenhaus geschafft werden mußte. Vier junge Mädchen, die infolge starter Verqualmung die Treppe nicht mehr passieren fonnten, flüchteten auf das Dach eines Wintergartens und wurden von hier ans durch die Feuerwehr über Leitern in Sicherheit gebracht. Opfer des Eissports. In Wartenburg( Bez. Magdeburg) ertrank ein 14jähriges Schulmädchen bei der Rettung seiner im Eise eingebrochenen Schwester. In Eldelstedt bei Hamburg brachen zwei Brüder beim Schlittschuhlaufen ein und ertranken. Der deutsche Konsul Freudenberg in Colombo, der Hauptstadt Ceylons, ist, wie von dort gemeldet wird, ge= storben. Konsul Freudenberg hat vor wenigen Wochen erst den deutschen Kronprinzen in Colombo empfangen. Freudenberg ist seit 1873 in Colombo. Anfänglich befaßte er sich nur mit dem Kaffeeexport nach Europa; jetzt hat das Haus Freudenberg& Co. auch eigene Fabrikanlagen zur Herstellung von Cocosöl und Knochenmehl. Das deutsche Vizekonsulat in Colombo wird von einem Sohne des Verstorbenen verwaltet; er dürfte nunmehr der Nachfolger seines Vaters werden. Die glückliche Ehe mit Jegor Wallutjeff ver= Scheuchte vollends alle Schatten, die sich einst über das Gemüt des jungen Mädchens gelegt hatten, und seit der Geburt ihres Knaben meinte Marie oft, daß es kein glücklicheres Los auf Erden geben könne, als das ihrige. Der Plan zu einem großen Nanb in der Mostaner Kirche zur Erscheinung der heiligen Jungfrau, die enorme Reichtümer besitzt, wurde den Behörden verraten. Die Diebe wurden bei der Arbeit überrascht. Einer von ihnen wurde im Altarraum verhaftet. Die Opfer des Erdbebens auf den Philippinen. Nach neueren Angaben beträgt die Zahl der bei dem jüngsten vulkanischen Ausbruch auf den Philippinen und der damit verbundenen Springwelle ums Leben gekommenen Perfonen etwa 600. Eine neue Russenanleihe in Frankreich? Die„ Petersburger Telegraphenagentur" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß das Gerücht, an der Pariser Börse stehe die Emission einer russischen Eisenbahnanleihe im Betrage von 1200 Millionen& rancs bevor, jeder Begründung entbehrt. Die russische Regierung beabsichtigt nicht, Kreditoperatio= nen vorzunehmen, und bedarf nicht einer solchen. Ebenso steht für die nächste Zeit keine Staatsanleihe zu Eisenbahnzwecken bevor. Kleine Nachrichten. Zum Bürgermeister in Windhuk, dem Regierungssitz unserer südwestafrikanischen Kolonie, das kürzlich dazu Die Trauerfeier verlief mit all dem Pomp, der bei solchen Gelegenheiten durch die Etikette vorgeschrieben war. Ein zahlreiches Trauergefolge füllte die Schloßfirche, in deren Mitte der Metallfarg, welcher Anastasias Sterbliche Hülle barg, von Herrlichen Treibhausblumen umgeben, stand. Die Bauern der beiden gräflichen Güter versammelten sich vor dem Schloß. Die Dorfältesten hatten um die Ehre gebeten, ihre gütige Herrin zur letzten Ruhestätte tragen zu dürfen, denn Anastasia Pawlowna war allgemein beliebt gewesen. Sie sorgte- als sie noch unter den Lebenden weilte, für ihre Untergebenen, nahm sich der Armen an und besuchte sie, sobald sie in Walkowa weilte, was jeden Sommer geschah; denn die Ruhe des einsamen, waldumrauschten Stammsizes der Familie tat der alten Dame unendlich wohl nach dem anstrengenden geselligen Leben in der Zarenstadt. Nur die letzten Jahre mußte Gräfin Anastasia aus Gesundheitsrücksichten die ausländischen Bäder und Luftkurorte besuchen; sie blieb ihrem geliebten Wallowa fern. Und nun kehrte sie sür immer zurück, um ihr Grab neben dem des ihr im Tode vorangegangenen Gatten zu finden. Aus den Gerichtssälen. Eine Gerichtsentscheidung über den Impfzwang. Das preußische Oberverwaltungsgericht hatte zu der für viele Eltern überaus wichtigen Frage Stellung zu nehmen. ob Eltern verpflichtet sind, ihre Kinder impfen zu laffen. Der Kaufmann T. war in Strafe genommen worden, weil er seine Tochter nicht hatte impfen lassen; in letzter Instanz war er aber freigesprochen worden. Alsdann erhielt er die polizeiliche Aufforderung, sein Kind impfen zu lassen, andernfalls würde die Polizeibehörde die Impfung auf Kosten des T. ausführen lassen. Nach fruchtloser Beschwerde erhob T. Klage und betonte, ein Jmpfzwang bestehe nicht; der Zwang in dem Entwurf des Impfgesches sei durch den Reichstag beseitigt worden. Das Oberverwaltungsgericht wies jedoch die von T. erhobene Klage ab und führte u. a. aus, es habe unzweifelhaft in der Absicht des Gesetzgebers gelegen, einen Imp fawang einzuführen. Die Polizeibehörde könne die Impfung auf Kosten des Vaters durch einen Arzt vornehmen lassen, wenn der Vater nicht dafür sorge, daß sein Kind geimpft werde. Abweichend von anderen Oberlandesgerichten nimmt ferner das Kammergericht an, daß ein Vater nicht nur einmal, sondern wiederHolt verurteilt werden könne, falls er sein Kind impfen lasse. Nur in dem Falle branchen Eltern ihre Kinder nicht impfen zu lassen, wenn damit im einzelnen Falle eine Gefahr für Leben und Gesundheit verbunden sei. Auch besteht ein Impszwang nur für Kinder, nicht aber für er= wachsene Bersonen. Die treue Jrinja war mit dem Grafen in Wallowa eingetroffen; sie sollte dem persönlichen Dienste Maria's beigegeben werden, denn so hatte die Verstorbene es oft geäußert. In aufrichtigem Schmerze stand das der Familie treu ergebene Fräulein unter den Leidtragenden. Das Erbbegräbnis lag etwa vier Werst von dem Schlosse entfernt, mitten im dichten Walde. Hier ruhten viele Generationen des alten russischen Magnatengeschlechts, das seinen Adel auf Iwan des Graufamen Regierung zurückführte. War nicht der Mörder Andreis indirekt auch der Mörder der Mutter Jegors gewesen? Ohne jenes grausige Verbrechen hätte sie wohl noch leben können. Der Sohn dachte es, und mehr als je wünschte er, daß Clairons Bemühungen, den Raubmörder zu entdecken und der gerechten Strafe zu überliefern, von Erfolg gekrönt sein möchten. Die sterbliche Hülle der Gräfin Anastasia Pawlowna war nun der Mutter Erde wiedergegeben; die Nachbarn und Freunde verabschiedeten sich von Jegor und Maria. Die junge Frau hatte sich tapfer gehalten. Jetzt aber, wo sie allein ist, und die festen Mauern des Schlosses ste umfangen, bricht sie kraft- und mutlos zusammen; sie weint herzbiechend und flammert sich an ihren Mann. Du mußt schlafen," sagt der Graf,„ ich werde Dir ein Schlafpulver eingeben." Sie ist so müde und nervös, daß sie willenlos gehorcht. Vermischtes. nicht Mit 150 000 Mart Schulden verschwunden. Das nächtliche Berlin ist um eine bedeutende Attraktion ärmer ge= worden. Ein findiger Unternehmer aus Wien hatte, um einem„ dringenden Bedürfnisse" abzuhelfen, das alte Bald decken die langen Wimpern die dunkelblauen Augen. Jegor sitt neben dem Bett. Krampfhaft hält sein junges Weib seine Hand umflammert, als ob sie sich fürchtete. Einige Male versuchte er, sich zu entfernen, aber jedes Mal erwachte Maria. Get' nicht fort," flehte sie halb im Schlaf. Und er bleibt; er hält treue Wacht, bis seine Frau wirklich fest und tief schläft. nach Beute. In mehr als einen Stall der entfernt liegenden Bauerngehöfte brachen sie ein, und sogar ein klei= nes Kind versuchten sie zu erwürgen. Zum Glück verscheuchte der Vater die Bestien noch rechtzeitig. Jegor Wallutjeff hat dies erfahren, und sein Jägerherz regt sich mächtig. Er muß noch ungefähr eine Woche auf dem Gut Wallowa bleiben, um mit seinen Verwaltern noch manches zu ordnen. Der Graf will auf die Wolfsjagd. gehen; sein sicherer Schuß hat noch selten gefehlt, er hofft, einige Wölfe zu erlegen. Eine große, dunkle Gestalt läuft da soeben über den Platz vor dem Schloß. Sie ist zu groß für einen Hund; grünliche Augen funkeln aus dem Kopf. Einige Sekunden bleibt das Untier stehen; es ist ein riesengroßer Wolf. Des Grafen Hand zuat nach der doppelläufigen Flinte, die an der Wand hängt; aber er sagt sich, daß er den Schlaf seiner Frau nicht stören darf, und gerade an dem heutigen Trauertage widerstrebt es ihm, seiner Jagdleidenschaft nachzugeben. Der Graf tritt an das Fenster seines nebenanliegenden Schreibzimmers und blidt hinaus. Es ist eine mondhelle Nacht. Wie gespenstische Schatten ragen die das Schloß umgebenden hohen Bäume empor. Und plötzlich ertönt wieder das unheimliche Geheul der Wölfe aus dem Walde herüber. Der Schnee, der in den letzten Tagen gefallen ist, hat die Erde an manchen Stellen fußhoch) bedeckt. Die wilden Raubtiere hungern: Sie suchen gieria „ Na warte," murmelte er leise,„ ich kriege Dich schon noch." Er meint damit den Wolf, der sich leise davonschleicht. Die Bestie muß wohl nichts gefunden haben, was geeignet gewesen wäre, ihren Hunger zu stillen. Ihr wildes Geheul erklingt nach einer Weile schauerlich aus dem Walde. Weiter und weiter dringt es herüber, bis es in der Ferne erstirbt. „ Jeger!" ruft Maria ängstlich. Er eilt zu ihr und beruhigt sie, dann legt auch er sich zur Ruhe. nun gege den. Di weigerte lei Geld, umjonst taffe un legen. Rot fier und ten von nen un drohend ter diese Am liebsten wäre die Gräfin schon am Tage nach der Beerdigung zurückgereist; aber Mallutjeff bat ste, noch zu bleiben, bis er die dringendsten Geschäfte geordnet hatte. Alle Tage bekamen die Eltern eine Depesche aus Petersburg von Lisaweta Borissowna; der kleine Aleret war gesund und munter. Durch diese guten Nachrichten beruhigt, blich Maria in Walkowa; die Stille des Waldes tat ihren Nerven gut. ( Forts. folgt.) 7 der Pic Rothschi anbot, d Der Bri und Ch wohnhei tete. 2 jus an d bis heu drohung mir das ficht dan nend la zwischen meine T terschied Ein Jein. England glüdlich Mad frag gen lang nada a allergrö truft im laufend reefles Butgehe wahl u benen t anderen werfer nada. Seltenhe einer& Tanzpar men ver Das Fitf. 3t Teftamen ter Aler Erlös di tauf anf wird im Wann u Werten dings ni tende Am Tehten 11a, geid Chabit Die Gra ihrer To Jeit 1881 in ihren weigert fich aber anfertige Gräfin Hände Tochter nady Ko veröffent Werte d Man to erquidli , ist der mittag lin aus On zirfa rch von hwarzer beding essen der te dem er- Klett, n hat, ieb eineiniger nzösische on 1100 apel ge acht die Ein , entles uf dem r. Als che aus cht. Der elträger rt woh m Mitt Beinan en dret 8 Geld vergesständige nerstag In der Unvor bensge Kran hen, die paffiegartens ber LeiMagdeRettung tedt bei fen ein ostaner enorme Die n ihnen 1. Nach Jüngsten Er damit En Per g. 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Dazu war die Weinkarte auf die Größe einer doppelten Visitenkarte reduziert: Gab es doch weiter nichts als vier Sorten deutschen Seft zu 10 unb ebenso viele Sorten echten Champagner zu 20 Mark die Flasche. Trotzdem war ein enormer Andrang, Abend für Abend war das Haus ausverkauft. Aber die Freude war nur von furzer Dauer. Die Polizei verbot dem Unternehmer, das Lokal nach 11 Uhr abends offen zu halten und entzog ihm auch die Singtonzession. Das führte zum Ruin. Jetzt sind der Unternehmer und seine Frau aus Berlin rerschwunden unter Hinterlassung von 150 000 M Schulden. Von den Gläubigern wurde beschlossen, wenigftens eine Kaution zu hinterlegen, um die Eröffnung des Konkurses zu ermöglichen, und gegen den Unternehmer Strafanzeige wegen betrügerischen Bankerotts zu er= statten. Neue Millionen- Stiftung Carnegies. Andrew Carnegie hat den Carnegie- Dunfermline- Trust eine neue Schenkung von fünf Millonen Mark gemacht. Diese von Carnegie ins Leben gerufene Körperschaft ist nach seiner Der schottischen Geburtsstadt Dunfermline benannt. Trust verwaltet Bäder, Turnhallen, Bibliotheken, arbeitet Pläne für Erziehungsreform aus und gründet Institute für Frauen. Carnegie, der dem Trust bereits früher zehn Millionen gegeben hat, war mit der Verwaltung dieses Geldes so zufrieden, daß er weitere 5 Millionen schenkte. Maßregeln gegen die Tollfühnheit der Aviatiker. Eine seltsame Gesetzesvorlage ist dem nordamerikanischen Staate Missouri von einem Abgeordneten unterbreitet worden. Es soll demnach Aviatikern verboten werden, höher als 1000 Fuß zu fliegen, und jedes Uebertreten dieses Verbotes soll als versuchter Selbstmord mit Strafen bis zu fünf Jahren Zuchthaus belegt werden. Auch soll jeder Flieger, ehe er aufsteigt, als Bürgschaft dafür, daß er sich an diese Bestimmungen hält, 10 000 Dollar hinterIegen. Sie hat es nicht nötig! Der„ Schwarzw. Bote" erzählt Folgendes Geschichtchen: Einer Frau aus einem Nachbarorte von Kenzingen fiel eine Erbschaft aus Amerika Es sollen etwa 11 000 Mart sein zu. Durch die Vermittlung des deutschen Konsuls war das Geld der Lanbeshauptkasse in Karlsruhe überwiesen worden und sollte nun gegen Quittung der glücklichen Erbin ausbezahlt werden. Die Sache hatte aber einen Haken. Die Frau ver= weigerte die Unterschrift mit der Begründung:„ Ich bruch kei Geld, d' Hühner lege wieder!" Alle Ueberredung war umsonst und so lagert das Geld noch in der Landeshauptkasse und wartet geduldig, bis die Hühner nicht mehr legen. Rothschilds Resignation. Der bekannte Pariser Banfier und Millionär Rothschild wurde täglich mit Hunderten von Droh- und Bettelbriefen überschwemmt, in denen unter allen Vorwänden Geld von ihm erbeten oder brohend gefordert wurde. Eines Tages befand sich unter dieser unerquicklichen Post auch ein Schreiben, das aus der Picardie stammte und in dem irgend ein Schlaufopf Rothschild für einige Tausend Francs ein Lebenselixir anbot, dessen Geheimnis allein dem Schreiber bekannt sei. Der Brief atmete ein solches Gefühl der Ueberzeugtheit und Ehrlichkeit, daß Rothschild diesmal von seiner Ge= wohnheit abwich und das Angebot eigenhändig beantwortete. Verehrter Herr", so schrieb der philosophische Krösus an den Mann, der ihm das Leben verlängern wollte, ,, bis heute hat man von mir fast immer nur unter Androhung des Todes Geld verlangt. Sie sind der erste, der mir das Leben bieter. Ich bin Ihnen für diese gute Absicht dankbar, aber meine Antwort muß trotzdem ableh= nend lauten Gestatten Sie mir, Ihnen mitzuteilen, zwischen denen, die meine Tage verkürzen und denen, die meine Tage verlängern wollen, mache ich gar keinen Unterschied Ein Dorado für heiratsfähige Mädchen muß Kanada Jein. Obwohl in der letzten Zeit Scharen von jungen Engländerinnen nach der Kolonie ausgewandert und dort glücklich in den Hafen der Ehe eingelaufen sind, ist die Nachfrage nach Bräuten doch noch immer sehr stark. Morgen langt in England ein Mr. Thomas Howell aus Kanada an, der das Geschäft der Heiratsvermittlung im allergrößten Stile betreibt, und von einem Bräutigamtrust im großen Nordwesten mit der„ Einfuhr" von fünflausend betraut ist. Es handelt sich dabei um ein ganz reefles Unternehmen, das offenbar von der Regierung gutgeheißen wird. Die jungen Damen werden die Auswahl unter 50 000 heiratsfähigen Junggesellen haben, von benen vielleicht 30 000 ihre eigenen Farmen besitzen. Die anderen sind Angestellte auf diesen Farmen oder Handwerfer in den flcinen Städten des Nordwestens von Kanada. Unverheiratete, junge Damen sind dort eine große Seltenheit. Sobald eine ledige junge Frauensperson auf einer Farm anlangt, werden große Gesellschaften und Tanzpartien zu ihren Ehren auf allen benachbarten Farmen veranstaltet. Das Erbe Tolstois. Aus St. Petersburg wird der Frtf. 3tg. geschrieben: Bekanntlich hat Tolstoi in seinem Testamente das Recht auf alle seine Werke seiner Tochter Alexandra vermacht mit der Bedingung, daß sie vom Erlös dieser Werke das Gut Jasnaja Poljana für die darauf ansässigen Bauern austaufe. Der Wert des Gutes wird im allgemeinen auf etwa 3-400 000 Rubel geschätzt. von Tolstois Wann und ob überhaupt der Reinertrag Werken diese Eumme erreichen wird, läßt sich jetzt allerdings nicht feststellen. Nun hat aber Tolstoi eine bedeutende Anzahl seiner noch ungedrukten Manuskripte in den letzten Jahren seiner Frau, der Gräfin Sophie Andrejewna, geschenkt, darunter das Manuskript der Erzählung Chadi Murat", von der man sich sehr viel verspricht. Die Gräfin Sophie erklärt jetzt, daß sie zwar das Recht ihrer Tochter auf alle Werke ihres verstorbenen Mannes seit 1881 nicht bestreite, die Manuskripte Tolstois, die sich in ihren Händen befinden, aber ihr Eigentum seien, und weigert sich daher, diese Manuskripte auszuliefern, erklärt sich aber bereit. Kopien von allen diesen Manuskripten anfertigen zu lassen und ihrer Tochter zu geben. Die Gräfin fürchtet, daß sonst die Manuskripte in unberufene Hände geraten und für sie verloren gehen könnten. Die Tochter dagegen weigert sich, die Werke ihres Vaters bloß nach Kopien ohne genaue Durchsicht der Manuskripte zu veröffentlichen, und erklärt, daß mit dem Recht auf die Werke des Vaters ihr auch die Manuskripte gehörten. Man kommt zu feiner Einigung. Die Folge dieses unerquidlichen Streites zwischen Mutter und Tochter ist die daz die Herausgabe sämtlicher noch ungedruckter Werke Tolstois, auf die das russische Volt mit Spannung wartet, sich immer länger hinzieht und der Zeitpunkt, wann diese Werke erscheinen werden, immer noch nicht bestimmt werden kann. Ein Denkmal für die Märtyrer der Flugkunst. In Frankreich wird in Kürze ein stattliches Denkmal entstehen, das die Namen der kühnen Flieger, die im Dienste des Fortschrittes ihr Leben geopfert haben, verewigen und der Nachwelt die Erinnerung an die Märtyrer der Flugkunst mach erhalten soll. Im Vordergrund des Denkmals steht ein realistisches Motiv: man sieht am Boden einen abge= stürzten Flieger, begraben unter den Trümmern seines Apparates, der bestimmt war, ihn zum Ruhme hinaufzu= führen. Dahinter steht eine geflügelte Gestalt, den Oberförper leicht zurückgebeugt, die Arme wie klagend gegen den Himmel erhoben, der Schmerz der Menschheit über die Ungerechtigkeit des Schicksals. Auf der Rückseite des Denkmals, wo die Namen der im Kampfe um die Eroberung der Lüfte Gefallenen eingemeißelt werden, sitzt eine trauernde Idealgestalt, von Schleiern umhüllt. Menschenfresserei in Südkamerun. Die deutsche Strafexpedition, die vor einigen Monaten gegen den Stamm der Südmaka ausgeschickt worden ist, hat, wie von folonialer Seite mitgeteilt wird, sehr intereffante Beobachtungen gemacht, die jetzt bekannt werden. Bei den Maka ist heute die Menschenfresseret noch vollständig im Schwange. Dies ist um so bedauerlicher, als der Stamm im allgemeinen ziemlich bedeutende Intelligenz zeigt, und sein kulturelles Niveau bei einigen Anstregun= gen leicht gehoben werden könnte. Ihre mördlichen Stammesbrüder wurden im Jahre 1907 unterworfen und mußten strafmeise für den Eisenbahnbau Arbeiter stellen, diese Leute haben sich damals im höchsten Maße verwendbar gezeigt. Die Südmafa standen bisher mit Europäern oder mit bereits zivilisierten Stämmen nur in geringem Verfehr. Das Menschenfleisch bildet sogar ihre Hauptnahrung und zum Unterschiede von anderen Stämmen verschonen sie auch ihre eigenen Toten nicht, sondern verzehren sie ohne Scheu. Die Menschenfresseret ist bei ihnen nicht eine ge= legentliche, wie etwa bei anderen Stämmen sondern wird systematisch betrieben. Von anderen Stämmen werden Perfonen eingekauft, in Sklaverei gehalten und gemästet, und hierauf geschlachtet und verspeist. Nur den wohlhabenden Mitgliedern des Stammes bietet sich immer die Möglichkeit, über frisches Menschenfleisch zu verfügen, die ärmeren müssen sich damit begnügen, das Fleisch erschlagener Feinde zu verwenden. Der Person, welche genügend Fett angesetzt hat, um zum Schlachten reif zu sein, wird an dem Tage, am dem sie fällig wird, verkündet, daß sie nun sterben müsse. Der Betreffende wird nun gleich einem Stück Vieh gefesselt, aus seinen Gewahrsam geschleppt, und ohne viele Umstände zu einem Schlachtblock geführt, wo er durch einen Beilschlag in den Nacken getötet wird. Borzugsweise wird dann als besonder Delikatesse das Hirn und die Augen genossen, die fetten Fleischteile röstet man am offenen Feuer. Die minderschmackhaften" Partien unterzieht man einer Art Räucherprozeß. Diese wüsten Gebräuche bei den Makas sind nur erklärlich durch den Umstand, daß ihr Land an Fleisch äußerst arm ist, und sich weder Wild noch Fische vorfinden. Aus diesem Grunde kam die Menschenfresseret bet ihnen wieder, machdem sie vor etwa 20 Jahren schon starf im Abnehmen begriffen war, in Blüte. Die Strafexpedition, die gegen den Stamm ins Werk gesetzt wurde, hat aber ihre Wirkung nicht verfehlt, und jeder Fall von Menschenfresseret, der zur Kenntnis der Kolonialbehörden gelangt, wird unbarmherzig mit dem Tode bestraft. Ein Der schwarze Cod in Charbin. Entsegliche Einzelheiten über das Wilten der Pest. Der Sonderberichterstatter des New York Herald in Charbin drahtet über die Pest: Am 31. Januar spielte sich in Charbin das entsetzlichste Schauspiel ab, das sich denken läßt: Man begann mit der Massenverbrennung der Pestleichen und fährt jetzt damit fort. Die Särge wurden in vier tiefen Schächten aufgestapelt. Die zuletzt gefundenen Leichen, die man feine Zeit gefunden hatte einzusargen, wurden freuz und quer darüber geworfen, dann Petroleum in wahren Fluten über sie ergossen und das Ganze ange= zündet. Die Verbrennungsorte werden durch Truppen bewacht Obwohl sich jetzt so ziemlich alle Welt der furchtbaren Ansteckungsgefahr bewußt ist, fehlt es doch in keiner Weise an Kulis. die für ein paar Stopcfen bereit wären, Kadaver und Särge an Ort und Stelle zu tragen. Sie tun es ohne die geringsten sanitären Vorsichtsmaßregeln. Die Unruhen, deren Ausbruch man von seiten der chinefischen Bevölkerung befürchtete, haben sich nicht ereignet, denn das Volk ist durch die Furcht vor dem Tode gebändigt. Die Hangersnot wächst mit jedem Tage, denn die niedere chinesische Bevölkerung, deren einzige Existenzmöglichkeit darin bestand, in der Russenstadt zu arbeiten, ist nun wegen der Ansteckungsgefahr ausgeschlossen. Weiterhin telegraphiert ein Doktor Graham Ashland von der englischen Mission in Pefing, der nach Charbin gefommen ist, dem Blatte:„ Die Heftigkeit der Seuche übertrifft jede Vorstellung. Zahlreiche Leute kommen und gehen, besorgen ihre Geschäfte und sagen, sie befänden sich in bester Gesundheit. Blötzlich steigt ihre Körpertemperatur auf 40 Grad, nnd in zwei oder drei Stunden sind sie tot. Man fonstatiert eine mittlere Sterblichkeit von hundert: fünfzig Menschen am Tage, wovon vierzig bis sechzig auf die Isolierbaracen entfallen. Die übrigen werden als Leichen in den Straßen aufgelesen, wo sie wie vom Blizz getroffen plötzlich umfallen." Auch in Mukden nehmen die Todesfälle, wie in letter Stunde gemeldet wird, täglich zu. In dem bei Charbin gelegenen Dorf Tschincha ist die ge= samte Bewohnerschaft an der Best gestorben. Das hungrige Vich brüllt in den Ställen. Niemand wagt, das Dorf zu betreten. Aus Pefing wird gemeldet: Die Chinesen sträuben sich hartnäckig gegen die Verbrennung der Toten. Jeder Chinese muß in seiner Heimaterde ruhen. Infolgedessen werden große Leichendepots eingerichtet, die die Bestleichen aufnehmen, um sie späterhin den Angehörigen ausliefern zu können. Diese Depots sind weitere Herde der Seuche. Plünderer und Marodeure haben sich eingestellt. Die Toten der Straße werden beraubt die ausgestorbenen Häuser geplündert und die Zöpfe der Vestopfer abgeschnit= ten, um mit ihnen Handel zu treiben. Der Pestherd in Fudsjadjan. Petersburger Meldungen aus Fudsiadjan, dem Hauptherde der Pest, melden: Tausend chinesische Soldaten wurden aus Mufden nach Fudsjadjan beordert, um die Stadt durch einen Kordon abzuschließen. Ohne chinesischen Verfehrsschein wird niemand durchgelassen. Ueber 3500.bergehoch ausgetürmte Pestleichen wurden am Donnerstag auf einem mit Petroleum getränkten Holzstoße zu Asche ver wandelt, dennoch liegen Hunderte von Leichen auf den Fel: Seru umher, von Hunden und Raben umkreist. Die Leichen werden von den Trägern brutal behandelt und an den Zöpfen geschleift. Daneben werden anläßlich des achttägigen chinesischen Neujahrsfestes Tänze aufgeführt und Fren= Senfeuer abgebrannt von Leuten, die selbst schon dem Tode geweiht sind. Die Dörfer in der Umgebung von Fudsiadjan sind gänzlich ausgestorben. Die chinesischen Aerzte greifen nirgends ein. Ein Westfall in Neapel? Aus Paris wird gemeldet: Die eben hier eingetroffe ne Meldung, daß in Neapel ein Pestfall zu verzeichnen sei, hat hier lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Die Bestätigung der Nachricht bleibt abzuwarten. Drabtnachrichten und neuestes. Staatliche Wohnungsfürsorge. Berlin, 3. Februar. Dem Abgeordnetenhaus ist ein Ge febentwurf betr. Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der im Staatsbe trieben beschäftigten Arbeiter und der gering besoldeten Staatsbeamten zugegangen. Die Regierung stellt hierzu 12 Millionen zur Verfügung. Gasexplosion in einem Krankenhause. Weimar, 3. Februar. Im städtischen Krankenhaus erfolgte, als eine Krankenwärterin mit einem Licht eint Simmer betrat, eine heftige Explosion. Die Wärterin wur de aus dem Zimmer geschleudert und schwer verletzt. Durch einen Zufall war die Gasleitung an dem Sterilisierungs apparat offen geblieben, so daß das ausströmende Gas sich an dem Licht entzündete. Freiwillig gestellt. Breslau, 3. Februar. Am 2. Oktober v. J. wurde der Amtsrichter Siebe aus Gleiwit in seinem Jagdrevier er schoffen aufgefunden. Nach dem Ergebnis der Untersuchung nahm man an, daß er von Wilderern getötet worden war. Jetzt hat sich der Täter in Breslau der Polizei gestellt. Es tst ein seit der Tat flüchtiger Artist, ein Kunstschütze namens Dittrich. Er sagte aus, er sei von Siebe beim Wilderern betroffen und von ihm zuerst beschossen worden. Darauf habe er ebenfalls geschossen und Siebe getötet. Auf die Ergreifung des Täters waren 3000 Mart Belohnung ausgefett. Sensationeller Freispruch. Trier, S. Februar. Der 18jährige Bergarbeiter Baer aus Ruemelingen, der im November v. J. den Liebhaber seiner Mutter totgeschossen hatte, wurde vom Zuchtpolizeigericht in Luremburg freigesprochen. Ein bankerotter russischer Fürst. Petersburg, 3. Februar. Großes Aufsehen erregt hier der finanzielle Zusammenbruch des Fürsten Galizin, der von seinem Vater immense Besitzungen im Permer) Gouvernement geerbt hatte. Er machte aber so viele Schul den, daß auch dieses kolossale Vermögen nicht ausreichte, unt seine Verpflichtungen zu decken. Wie verlautet, foll gegen den Fürsten ein Verfahren wegen betrügerischen Banke-). rotts eingeleitet werden. Acht Personen im Aeroplan. Paris, 3. Februar. Bleriots Militäraeroplan- Eindecker unternahm gestern in Beau zum ersten Male einen Flug und zwar mit sieben Passagieren außer dem Führer. Der Flug dauerte fünf Minuten, die Geschwindigkeit betrug etwa 70 Kilometer per Stunde das Gesamtgewicht des Apparats bei dieser Fahrt 520 Kilogramm. Untergang eines svanischen Dampfers. Madrid, 3. Februar. Wie der Liberal aus Sagunto meldet, ist der Kohlendampfer Lepanto gefunken, wobei 22 Mann den Tod gefunden hätten. Zwei andere Dampfer sollen schwere Beschädigungen erlitten haben. Madrid, 3. Februar. Nach einer dem Imparcial zugegangenen Meldung handelt es sich bei dem in der Nähe von Sagunto untergegangenen Schiff um den spanischen Dampfer Apanto. Die ganze Mannschaft soll ertrunken sein. Das Meer hat bereits sechs Leichen an den Strand geworfen. Die Lage der beiden anderen Schiffe soll gefähr lich sein. Bei Schießübungen verunglückt. Rom, 3. Februar. Bei Schießübungen der Torpedoschule in dem italienischen Kriegshafen Spezia platte ein Torpedo. 3 Unteroffiziere wurden getötet, 10 Schüler verwundet. Großfeuer auf einer englischen Werft. London, 3. Februar. Gestern abend brach auf der Werft einer Schiffsbaugesellschaft in Cowes ein gefährlicher Brand aus. Man befürchtet, daß die Modell- und Maschtnenräume zerstört sind. 3wet Torpedobootszerstörer fonnten noch rechtzeitig aus dem Bereich der Flammen entfernt werden. Schneestürme in Kanada. London, 3. Februar. Wie aus Ottawa gemeldet wird. haben schwere Etürme und starte Schneefälle in vielen Teis len Kanadas die Züge aufgehalten und den Verkehr lahm= gelegt. In Montreal und in Ottawa mußte die Straßenbahn den Betrieb einstellen. Die merikanische Regierung in schwerer Bedrängnis. Renporf. 3. Februar. Wie aus El Bafo gemeldet wird, hat die Polizei von Juarez in Mexiko die Pulvervor räte der Regierung in die Luft gesprenat, um zu verhin dern, daß sie in die Hände der Aufständischen fallen, die sich auf dem Vormarsch gegen die Stadt befinden. Berliner Getreide- und Schlachtviehmarlibericht. Unter dem Einfluß des Auslandes gaben in Berlin die Weizenpreise etwas nach. erheblicherer Verflanung wirfte jedoch andauernder Erport nach Frantreich entgegen. Schlesischer Weizen wurde viel gehandelt, aber in letter Zeit ist das Angebot darin vorsichtiger geworden. Roggen war entschieden fefter gehalten. Die meist nur geringe Ver sorgung der Mühlen bewirkt, daß die Nachfrage ziemlich rege ist. Dagegen ist das Inland mit Offerten auf Abladung recht vorsichtig. Die Nachfrage nach gutem Auslandsroggen hat sich auch sonst gesteigert und es sind darin verschiedene Abschlüsse gemacht worden, obwohl die russischen Forderungen nicht nachgiebig waren. Der Wertunterschied zwischen Weizen und Roggen hat sich nicht unerheblich in dieser Mcche verringert. Das Hafergeschäft leidet unter der Abneigung der Verbraucher, die geforderten Preise zu zahlen; die Händler halten sich daher von Einkäufen bet der Landwirtschaft zurück. Dagegen trat eine sehr bedentende Nachfrage nach russischer Futtergerste hervor, der Verbrauch ist bedeutend gewachsen. Mais war wieder sehr still. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 204,25 M, Roggen 157,75 M, Safer 155,50 M. Mais 134,50 M. Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. J. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höch stens 6 Jahre alt 74 bis 79 M. 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 69 bis 75 M, c) mäßig genährie, junge und gut genährte ältere 68 bis 74 M, d) gering genährte jeden Alters bis M. II. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 74 bis 77 M, b) vollfleischige jüngere 68 bis 75 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 66 bis 68 M, d) gering genährte M. III. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausge mästete Färsen höchsten Schlachtwertes. bis M, b) vollfleischig, onsgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höch stens 7 Jahre alt, 63 bis 70 M. c) ältere ausgemäftete und weniger aut entwickelte iüngere Kühe 61 bis 69 M, d) mäßig nenährte arsen und ühe 50 bis 63 M, e) gering genährte Kühe und Börsen bis 50 M, f) gering genährtes Jungvieh ( resser) 56 bis 66 M. IV. Kälber: a) Dopellender feiner Mast 104 bis 133 M, b) feinste Mastkälber 100 bis 107 M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 94 bis 98 M, d) ge= ringere Mast und gute Saugfälber 84 bis 96 M, e) geringe Sangfälber 67 bis 85 M. V. Schafe: a) Mastlämmer und junge Masthammel 72 bis 80 M, b) ältere Masthammel, geringere Mast lämmer und gut genährte jüngere Schafe 67 bis 7: M. c mäßig genährte Sammel und Schafe( Märzschafe) 57 bis 70 M. VI. Schweine: a) Fettschweine über 3 Bentner Lebendgewicht bis 60 M. b) vollfleischige der feines ren Rassen und deren Kreuzungen über 2% Zentner Le bendgewicht 58 bis 60 M, c) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis 2½ Bentner Lebendgewicht 57 bis 59 M, 5) fleischige Schweine 55 bis 58.M, e) gering entwidelte Schweine 43 bis 55 M, f) Sauen 55 bis 50 Mark. Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 2. Februar 1911. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Oppenrod. In der Zeit vom Mittwoch, den 8. bis einschließlich Dienstag, den 14. Februar d. Js. liegen auf dem Amtszimmer Großherzoglicher Bürgermeisterei Oppenrod das Hauptgeldausgleichungsverzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Oppenrod schriftlich einzureichen und zu begründen. Friedberg, den 28. Jan. 1911. Der Großherzogliche Feldbereinigungskomissar. Kirnberger, Gr. Kreisamtmann. Neubau der Irrenanstalt bei Gießen. Auf Grund des Ministertalerlasses vom 16. Juni 1893 werden die nachstehenden Tapezierarbeiten in 2 Losen getrennt zur Vergebung ausgeschrieben. 208 I ca. 540 Stück Tapeten einschl. Border II 400 " " ausschl. Lieferung" derfelben. aufzuziehen PrivatGiessen, Steins Garten. Mittags- u. Abendtisch Freitag, den 16. Februar Nur ein Humorist. Abend Wilh. 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