Rechtsanwal und am La Hörnshei wäre i fonservati ner Richtun egenüber de reise so habe Daß wir einem Mam igen Stör Dar gegenüb n Wahltam s persönlic Wir ad O wir werk feiner Par nur die aber audi en jeden Berjammlung ederholen, rn Redefreibe gnern aus Der Vaterlan Redeblüte ir mit Dan Wahlhumoni wie Tätigkeit chtbringend lausfall zeig genannten Sc gönnen 11. nd, Proving ovrinz. ehme liche eten. kocht leicht. ühmten Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint - jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 31. Telephon: Nr. 362. Hessischer Landtag. Darmstadt, 4. Februar. Die Erste Kammer der Stände hat ihre Plenarsitzungen über die Wahlrechtsvorlage wieder aufgenommen. Der Ausschußreferent, Geh. Justizrat Dr. Schmidt, begründete zunächst die Abänderungsvorschlä ge des Ausschusses und wies auf die geringen Aenderungen hin, die der Ausschuß vorgenommen habe, in der Hoffnung, darüber mit der Zweiten Kammer einer Verständigung zu fommen. Staatsminister Ewald führte aus, daß sich der Ausschuß der Ersten Kammer in dankenswerter Weise zurückhaltung auferlegt habe, wodurch die Hoffnung gerechtfertigt sei, daß jedesmal eine Verständigung zwischen beiden Kammern erzielt werden würde. zu Nach weiterer kurzer Debatte wurde die erste der drei Vorlagen, betreffend die Verfassungsartikel 67 und 75, nach dem Ausschußantrage angenommen. Bei dem zweiten Gesetzentwurf, betreffend die Landstände, hatte sich der Ausschuß im wesentlichen auf die Wiederherstellung der Regierungsvorlage beschränkt. Nach furzer Begründung durch den Ausschußreferenten wurde auch dieser Gesetzentwurf nach kurzer Debatte angenommen und ebenso der dritte Entwurf, betreffend Wahlfreiseinteilung. Die Herrschaft der Sozialdemokratie in der Krankenversicherung. Die„ Kyffhäuser- Korrespondenz" veröffentlicht darüber folgendes: Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg hat am 10. Dezember des Jahres 1910 in seiner großen innerpolitischen Rede, in der er die bürgerlichen Parteien zum festen Zusammenschluß gegen die Sozialdemokratie aufforderte, an sie die Bitte gerichtet, auch angesichts der Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderers des Großherzoglichen Polizei Amfes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 4. Februar 1911 Kein Wunder, daß in vielen Krankenkassen die schwersten Mißstände auf finanziellem Gebiete herrschen, und daß Nachrichten über Unterschlagungen von sozialdemo= Blätter gehen. In einer Anzahl Verträge ist den Bekratischen Krankenkassenbeamten oft durch die bürgerlichen amten ihre dauernde Anstellung vertraglich sogar für den Fall verbürgt, daß ihnen bei einer gerichtlichen Bestrafung rechtskräftig die bürgerlichen Ehrenrechte ab= erkannt würden. Die schlimmsten Mißstände treten naturgemäß gerade dort hervor, wo die Sozialdemokraten am uneingeschränktesten herrschen. Selbstverständ= lich werden alle Aufträge von den krantentassen ohne Rücksicht auf den Preis Parteidruckereien überwiesen und ferner die sozialdemokratischen Gewerkschaftshäuser durch Abhaltung der Kran= tentassen Versammlungen in ihren Räumen unterstützt. Nicht genug damit, werden sogar, wie die Aufsichtsbehörde festgestellt hat, die Kassenräume selbst zu Parteizwecken benutzt und die Kassenbeamten zu Arbeiten für Parteizwecke während der Dienststunden in umfangreichen Maße herangezogen oder gar beurlaubt. M Es ist dringend nötig, die öffentliche Meinung über die Bedeutung, die die Krankenkassen unter den gegenwärtigen Verhältnissen für die Ausbreitung des sozialdemokratischen Geistes haben, aufzuklären, um diesem Mißbrauche ein Ende zu machen, der Tausende und Abertausende mit dem brutalſten Terrorismus, dessen die Sozialdemokratie fähig ist, unter das sozialdemokra= tische Joch beugt. Lokal- Nachrichten. Gießen, den 6. Februar. Gießen. Landtagsabgeordneter Dr. Gut= fleisch hat, wie man aus Darmstadt meldet, infolge Krankheit sein Amt als Mitglied des Finanzausbevorstehenden Verabschiedung der Reichs- Versicherungs- schusses der Zweiten Kammer niedergelegt. ordnung die Regierung in ihrem Kampfe gegen die Sozialdemokratie zu unterstützen und„ unsere sozialen Einrichtungen dagegen zu sichern, daß sie zu einem Werkzeuge sozialdemokratischer Machtpolitik werden." Diese Mahnung ist ganz besonders dringend angesichts der geringen Neigung, die die bürgerlichen Parteien bekunden, der von der Regierung vorgeschlagenen Halbierung der Krankenkassenbeiträge zuzustimmen. Bekanntlich werden gegenwärtig zwei Drittel der Krankenkassenbeiträge von den Arbeitnehmern und ein Drittel von den Unternehmern getragen. Da nun das Stimmrecht im Verhältnis zu den Beiträgen abgestuft ist, haben infolge= dessen die Sozialdemokraten in den Krankenkassen Führung an sich gerissen und mißbrauchen Krankenkassen fast durchgehends in unglaublichster Weise zu parteipolitischen Zwecken. Dieser ausschließlichen Herrschaft der Sozialdemokratie in den Krankenkassen würde ein Ende bereitet werden, wenn die Unternehmer statt des bisherigen Drittels die Hälfte der Krankenkassenbeiträge zahlten und infolgedessen dieselbe Stimmenzahl wie die Arbeiter besäßen. die die Trotzdem diese Aenderung für die Arbeiter eine große finanzielle Erleichterung bedeutet, indem sie weniger bezahlen sollen, als bisher, wehren sich die Sozialdemofraten dagegen mit aller Hartnäckigkeit, weil sie am be= sten wissen, was ihnen die Krankenkassen im Klassen tampfe(!) wert sind. Der praktische Arzt Dr. Wilh. Möller in Kirchseeon bei München hat sich ein großes Verdienst dadurch erworben, daß er die Herrschaft der Sozialdemokratie in der Krankenversicherung in einem umfangreichen, im Verlage des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie in Berlin erschienenen Buche dargestellt hat. Das Buch bringt schier unerschöpflichen Stoff dafür, daß die Krankenkassen vollständig eine sozialdemokratische Do= mäne geworden sind. Machtlosigkeit der Arbeitgeber ist die bezeichnende Erscheinung der herrschenden zwei Drittel Mehrheit der Arbeiter. Auf die Aerzte wird in parteipolitischer Hinsicht ein außerordentlicher Druck ausgeübt. Niemand kümmert sich um ihre wis senschaftliche Befähigung, sofern sie nur in ihrem Bewerbungsschreiben nachweisen können, daß sie politisch und gewerkschaftlich organisiert sind und daß in ihren Wartezimmern die Büsten von Bebel und Liebknecht stehen. Noch schlimmer ist die Vettern- und Günstlingswirtschaft bei den Kassenbeamten, für deren Anstellung fast ausschließlich die Agitationstätigkeit der Bewerber im Dienste der sozialdemokratischen Partei maßgebend ist. Selbst vielfach bestrafte Leute sind, noch dazu auf Lebensdauer, angestellt worden, schon um den Aufsichtsbehörden die Möglichkeit zu nehmen, derartige, völlig ungeeignete Menschen aus den sicheren Stellungen wieder herauszubringen. Das von ihm bearbeitete Kapitel„ Justizministerium im Staatshaushaltsetat" ist einstweilen von Dr. Osann übernommen worden. *) Gießen. Am vergangenen Samstag waren es 40 Jahre, daß Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch hier als Anwalt am damals bestehenden Hofgericht zum 1. Male tätig war. Gießen ist dem Jubilar, der in Lorch geboren ist, die zweite Heimat geworden. -to- Gießen. Der Plan über die Errichtung einer unterirdischen Telegraphenlinie in der Marburgerstraße zu Gießen liegt bei dem Kaiserlichen Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. = *) Gießen. Am 28. Februar wird die Annahme von Anmeldungen für die Abteilung„ Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Hilfsmittel" der großen landwirtschaftlichen Wanderausstellung, die vom 22. bis 27. Juni d. Js. in Kassel stattfinden wird, ge= schlossen. 3 u gelassen werden alle landwirtschaft- lichen Wirtschafts- und Felderzeugnisse, Hilfsmittel aller Art, welche in landwirtschaftlichen Betrieben und Nebenbetrieben Verwendung finden können, sowie wissensch. Darstellungen, die sich auf die Landeskultur, das Vereins-, Genossenschafts- und Versicherungswesen beziehen, ferner die einschlägigen Fachzeitungen und Literatur, überhaupt alle Gegenstände, die der Eigenart einer landwirtschaftlichen Fachausstellung entsprechen. Für Samen, Flachs, Weidenkultur, frisches Gemüse, frisches Obst, Obstweine, Obst- und Traubenbranntweine, dere Obsterzeugnisse( eingemachte und getrocknete Früchte, Marmeladen, Säfte und Sirupe), Milch, Butter, Käse, lebende Bienen, Bienenerzeugnisse und Bienenwohnun gen sind Preisausschreiben erlassen. Für diese sind erhebliche Geldbeträge und eine große Anzahl Preismünzen zur Verfügung gestellt worden. Auch ist eine Ausstellung von deutschen Weinen verbunden mit einer Rosthalle in Aussicht genommen worden. Weitere Kosthallen werden eingerichtet für Apfel-, Schaum- und Beerenweine, für alkoholfreie Obstgetränke und für Mol ereierzeugnisse. Die Standgelder sind in mäßigen Grenzen gehalten. Anmeldepapiere versendet kostenfrei die Hauptstelle der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Berlin SW. 11, Dessauerstraße 14. an= *) Friedberg. Die Handwerksleute sind mieder in unserem Schlosse seit einigen Tagen tätig. Oberhofmarschall von Ungern- Sternberg gibt die Anleitungen dazu, sodaß man auf die Wiederkehr der Zarin hier bestimmt rechnet. Wetzlar, 5. Febr. Der Regierungspräsident hat eine Polizeiverordnung erlassen, wonach Gefäße zur Aufbewahrung größerer Mengen von Mineralölen( mehr als 2 Kilogramm) aus verzinntem, verzinktem oder verbleitem Blech hergestellt sein müssen. Die Oeffnungen sind durch sicher mit dem Gefäß verbundene, feinma( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. schige haltbare Drahtnetze gegen das Hindurchschlagen von Flammen zu sichern. = m= Wetzlar. Der Kaufmann H. veranstaltete wegen Umbau des Geschäfts einen Räumungsausverkauf, bei dem auch Ware verkauft sein soll, die während des Ausverkaufs zu diesem Zweck erst beschafft worden sei. Er wurde deshalb wegen unlauteren Wettbewerbs unter Anklage gestellt. Da seine Angaben nicht widerlegt werden konnten, erkannte die Straffammer auf Freisprechung. == Wetzlar, 5. Febr. Vor den Schöffen. Wegen ruhe störenden Lärms erhielten zwei Former aus Lollar 3 Mark Polizeistrafe, die auf ihre Berufung auf 1 Mark festgesetzt wird. Der hiesige Fuhrmann B. hatte einem Landwirt beim Vorbeifahren mit der Peitsche über den Kopf geschlagen. Er er-hielt mit Rücksicht auf die Vorstrafen 1 Woche Gefängnis. Es erhielt ferner wegen gefährlicher Körperverletzung der Arbeiter St.- Frickhofen 6 Monate Gefängnis, wegen Diebstahls der Knecht Sch.- Hartehausen 4 Wochen Gefängnis, wegen gefährlicher Körperverletzung der hiesige Arbeiter Schr. 2 Monate Gefängnis, wegen Bedrohung der Arbeiter W.- Bischoffen 3 Wochen und seine Ehefrau wegen Bettelns 4 Wochen Haft. Eine nette Blütenlese! = 0= Wezlar. Jm Januar 1911 hatte die Kreisarbeitsvermittelungsstelle und Herberge zur Heimat 424 Durchreisende, wovon 151 mittellos waren. Arbeit= suchende waren 41 vorhanden, angemeldete offene Stellen nur 33, vermittelt wurden 17 Stellen. -f Wetzlar. Jm Schützengarten feierte der Wirteverein Wetzlar und Umgegend sein 18. Stiftungsfest, welches durch seine interessante Ausgestaltung einen für alle Beteiligten befriedigten Verlauf nahm. -h Hochelheim, 6. Febr. Die Bilanz des hiesigen Spar- und Darlehenskassenvereins G. m. b. H. für 1180,78. Die Zahl der Genossen beträgt 32. das Geschäftsjahr 1910 beziffert den Gewinn auf Mark - Braunfels, 5. Febr. Die deutsche Strecke der diesjährigen Prinz- Heinrich- Tourenfahrt führt auch durch unseren Ort. Im Schlosse findet beim Fürsten eine Frühstückstafel statt. * Darmstadt. Der Fürsorge für nichtver= sicherte Lungenkranke soll jetzt eine größere Aufmerksamkeit zugewendet werden. Ein Vergleich der Zuwendungen für die Nichtversicherten mit den Ausga= ben für versicherte Lungenkranke im Großherzogtum zeigt mit großer Deutlichkeit, daß gerade für die Nichtversicherten noch viel getan werden muß. Darum sollte niemand, der diesen sozialhygienischen Aufgaben Verständnis entgegenbringt, versäumen, dem Heilstättenverein beizutreten. *) Bensheim. Als nationalliberaler Reichstagskandidat wird der Branntweinbrenner Scio r- Erbach genannt, andererseits kommt aber auch Schloßhauptmann a. D. Major Ba u r- Linden- fels in Frage. - Darmstadt, 5. Febr. Der Vorstand des Verbandes der Detaillistenvereine im Großherzogtum Hessen hielt fürzlich eine Sigung ab, in welcher hauptsächlich die Frage der Gemeinde steuerreform noch= mals eingehend erörtert wurde, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Erste Kammer den Wünschen der Detaillisten Verständnis entgegenbringe und die von 3weiten Kammer im Interesse des Detaillistenstandes angenommene Sondersteuer nicht zu Falle bringe. Mainz- Momba ch. Dieser Tage stach der Rentner A. Kirschner von hier den ersten Spargel. der * Worms. Ein Mieterschutzverein, der hier gegründet wurde, machte sich zur Aufgabe, durch Aufstellung schwarzer Listen, gemeinsame Regelung der Verwaltungsbedingungen 2c. die Mieter- Interessen ge= genüber den Hausbesitzern zu wahren. Briefkasten. wir S. in Gießen. Sie wundern sich darüber. Das ist falsch. Wir nehmen von jeder Partei sachlich abgefaßte Artikel auf, wenn solche uns eingeschickt werden. Aber das ist es ja eben, die einzelnen anderen Parteien Die lassen nichts von sich in unserer Zeitung hören. Freisinnigen und die Nationalliberalen haben jedes ihr Leibblatt und wer will es uns verdenken, wenn die Artikel der Christlich- und der Deutsch- Sozialen veröffentlichen. Oder würden Sie, wenn ein Antisemit bei Ihnen Einkäufe machen will, nicht auch an diesen verkaufen. Das ist unser Geschäft, und das ist Ihr Geschäft, oder wollen Sie uns den Schaden, der uns entsteht, wenn wir Ihrem Gefallen nach die Artikel der Wirtschaftlichen Vereinigung nicht aufnehmen, ersetzen. Wir bezweifeln es sehr. Eine Forderung unserer Zeit. Staatsmänner über staatsbürgerliche Erziehung. Die neue Zeitschrift für den Geschichtsunterricht und Naatsbürgerliche Erziehung Vergangenheit und Gegenwart"( Verlag von B. G. Teubner, Leipzig) bringt in ihrem ersten Heft interessante Aeußerungen praktischer Staatsmänner über die Aufgabe des Geschichtsunterrichts und der staatsbürgerlichen Erziehung, die auch für weitere Kreise von Interesse sind. So schreibt für st Bülow: „ Als ich vor einigen Jahren in einem Gespräch mit dem verewigten Ministerialdirektor im Kultusministerium Dr. Althoff die Aeußerung fallen ließ, daß die politische Schulung in Deutschland noch manches zu wünschen übrig lasse, erwiderte mir der hervorragende Mann in der ihm eigenen drastischen Art:„ Wir sind das erste Volk in der Philosophie, der Musik, der Lyrik. Niemand übertrifft uns an TapferTeit vor dem Feinde. In Wissenschaft und Technik, in Hamdel und Industrie haben wir gewaltige Fortschritte gemacht. Da man nicht alles zu gleicher Zeit leisten und sein kann, dürfen Ew. Durchlaucht sich auch nicht wundern, wenn wir politische Esel sind." Er fügt hinzu:„ Ich möchte nicht so weit gehen wie Dr.Althoff. Daß aber unsere politische Schulung noch Lücken aufweist und politische Erziehung uns in mehr als ciner Richtung not tut, dürfte für jeden nachdenk Aus der Kenntnis lichen Deutschen unbestreitbar sein. unserer Vergangenheit die praktischen Folgerungen für die Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten zu ziehen, sollte vor allem die Aufgabe eines fruchtbringenden Geschichtsunterrichts sein." beren Entwicklung in Kunst und Wissenschaft, Handel und Industrie die Achtung und Bewunderung der Welt erwecken, und begrüßt den Kronprinzen ferner als Verwandten des Königs Georg und als Urenkel der Königin Vittoria, deren Andenken in Indien nicht erlösen werde. Der Kronprinz dankte für den warmen Empfang und erklärte, seine Reise nach Indien werde bei ihm unvergeßliche Eindrücke hinterlassen. Er werde bestrebt sein, das bei seinen Landsleuten vorhandene Interesse für die Geschichte und die Kultur Indiens zu heben und selbst die Entwickelung des Landes stets mit größtem Interesse verfolgen. Generalfeldmarschall Frhr. v. d. Golz betont mit Recht:„ Wir sind zu sehr gewöhnt, die Wandlungen im GeSchicke der Staaten und Völker als die Schuld oder das VerDienst einzelner anzusehen. Freilich sind große Taten niemals von der Masse des Volkes, sondern stets von bedeutenden Männern vollbracht worden, aber sie hatten doch eine Vorgeschichte, die das Vollbringen erst möglich machte und an der die Allgemeinheit ein gewisses Verdienst hat. Schärfer noch tritt es bei unglücklichen Katastrophen hervor, daß die Schuld den an hervorragender Stelle handelnden Personen aufgebürdet wird, während doch meist das ganze Ge= schlecht der Zeit an den gleichen Fehlern gelitten hat und sich derselben Verirrungen zeihen sollte. Dies aus dem inneren Zusammenhange der geschichtlichen Vorgänge zu lernen und die staatsbürgerlichen Pflichten zu erkennen, ist ihm die Aufgabe." Graf Posadowsky- Wehner endlich sagt:„ Geschichte ist nicht nur eine Aufeinanderfolge von Tatsachen und Zahlen, sondern meistens die logische Entwicklung wirtschaftlicher, politischer, sittlicher und religiöser Verhältnisse. Diese innere Triebfraft äußerer Ereignisse nachzuweisen, Ist die kritisch- erziehliche Aufgabe des Geschichtsunterrichts." i Gesamtergebuiffe der Reichsarbeiterversicherung. Der Kronprinz dürfte die Rückreise von Kalkutta bis Colombo, ebenso wie die Hinreise, an Bord des Kreuzers „ Gneisenau" machen. Colombo war bekanntlich der Ausgangspunkt der offiziellen Reise, während der Kronprinz bis Colombo mit seiner Gemahlin an Bord eines Reichspostdampfers reiste. Voraussichtlich wird er auch von Colombo ab die Rückreise auf einem Reichspostdampfer machen. Rundschau vom Cage. Politisches. Die amtliche Abstimmungsliste über die Reichswert: zuwachssteuer stellt nach der Köln. Volksztg." folgendes fest: Es stimmten: Konservative 44 mit Ja, 7 mit Nein, 1 enthalten; Zentrum 56 mit Ja, 17 mit Nein, 3 enthalten; Nationalliberale 41 mit Ja; Reichspartei 14 mit Ja, 1 mit Nein, 1 enthalten; Wirtschaftliche Vereinigung jämtliche 17 mit Ja; Fortschrittliche Volkspartei 19 mit Ja, 20 mit Rein; Reformpartei 3 mit Ja; Sozialdemokraten 41 mit Nein. Die Polen, die mit 14 Stimmen anwesend waren, enthielten sich sämtlich der Abstimmung. Von den feiner Fraktion angehörenden Abgeordneten stimmten 5 mit Ja und 3 mit Nein. der Entrevue abgegebenen Erklärungen vollkommen auf dem Laufenden erhalten. Der Minister erklärte weiter, er habe über das, mas sich aus diesen Mitteilungen möglicherweise ergebe, keine Erklärung abzugeben, könne aber nersichern, daß Frankreich vom Gesichtspunkt der Interessen des Landes und des Friedens nichts zu bedauern haben werde. Wie Rußland Schiffe baut. In einer Veröffentlichung des russischen Reichsverteidigungkomitees wird das Marineministerium schwerer Nachlässigkeiten angeklagt. Für den Bau von Torpedobooten ist in den Jahren 1908/09 eine Summe von 6 665 000 Fr. ausgeworfen gewesen. Torpedoboote sind aber nicht einmal auf Kiel gelegt wor den und das Geld ist weg. 9 Mill. Fr. waren für drei Unterseeboote der Schwarzen Meerflotte bewilligt. Ein Boot ist gebaut; 5 300 000 Franken sind für ,, unbekannte Zwecke" verwendet worden. Das Komitee stellt die Frage, ob das Marineministerium Rußlands Stellung im Schwarzen Meer als so gesichert betrachtet, daß keinerlei Flottenverstärkungen und Bauten moderner Fahrzeuge mehr vorgenommen zu werden brauchen. Was Herr von Jagow gesagt haben soll. Der Berliner Polizeipräsident von Jagow, der bekanntlich mit den Sozialdemokraten der Reichshauptstadt nicht gerade auf dem besten Juße steht, soll dieser Tage seiner Gesinnung ihnen gegenüber in recht drastischer Weise Ausdruck_ge= geben haben. Das„ B. T." meldete darüber:„ Eine Berliner Korrespondenz verbreitete die Mitteilung, der Polizeipräsident von Jagow habe sozialdemokratischen Abgeordneten, die zu ihm kamen, um seine Genehmigung für den Trauerzug bei der Beerdigung Paul Singers nachzusuchen, geantwortet:„ Mein Entgegenkommen würde sich noch steigern, wenn alle Sozialdemokraten sich in Friedrichsfelde begraben lassen wollten." In Kreisen, in denen man informiert sein muß, ist von einer solchen Aeußerung Die des Polizeipräsidenten dagegen nichts bekannt." Korrespondenz ist also auf einen Scherz hereingefallen, der angesichts des ernsten Ereignisses, an das er anknüpft, nicht gerade sehr geschmackvoll erscheint. Im übrigen wird berichtet, Herr von Jagow habe der sozialdemokratischen Deputation in entgegenkommendster Weise ihre Wünsche be= willigt. Bei einer durchschnittlichen Gesamtbevölkerung vom 68 879 000 Personen waren im Deutschen Reiche im Jahre 1909 auf Grund des Krankenversicherungsgesetzes rund 13 385 000 Personen versichert., davon 9 928 000 männliche und 3 457 000 weibliche. Es waren 23 449 Strantentassen tätig. Die Gesamtzahl der gegen Unfall verficherten Personen betrug nach Abzug der auf rund 8,5 Mill. zu schätzenden in der Gewerbe-, Bau- und Seeunfallversicherung und in der Unfallversicherung für Land- und Forstwirtschaft doppelt Versicherten rund 23 767 000 Perfonen, 14 854 000 Männer und 8913 000 Frauen. Träger der Unfallversicherung waren 66 gewerbliche und 48 landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften und 545 staatliche, Provinzial- und kommunale Aufsichtsbehörden. Die Ju= valtdenversicherung umfaßte rund 15 444 000 Perfonen, 10 707 000 Männer und 4737 000 Frauen. Als Träger dieses Versicherungszweiges bestanden 31 Versicherungsanstalten und 10 zugelassene Kasseneinrichtungen. Die ordentlichen Einnahmen beliefen sich auf 891 598 000 Marf, die Beiträge der Arbeitgeber machten 413 497 000 Warf aus, die der Versicherten 342 076 000 Mart. Der Zuschuß des Reiches betrug 51,5 Millionen. Die ordentlichen Ausgaben erreichten die Höhe von 598 924 000 Mark ohne die Rücklagen zur Vermögensbildung. Die Summe der Entschä= digungsleistungen ist für die Krankenversicherung, einschließlich der Knappschaftskassen, auf 338 972 000 Mart, für die Unfallversicherung auf 162 266 000 Mark, für die In= validenversicherung auf 189 029 000 Mark berechnet. Der Kronpring in Kalkutta. Der deutsche Kronprinz ist Freitag nachmittag in Kalfutta eingetroffen, wo festlicher Empfang stattfand. Unter Salutschüssen schritt der Kronprinz die von englischer Infanterie und eingeborenen Freiwilligen vor der Station Haura ausgestellte Chrenkompanie ab und fuhr dann, zur Rechten des Vizekönigs sizzend, zu Wagen nach dem Palais. Eine große Menschenmenge begrüßte den Kronprinzen mit lebhaften Hurrarufen. Vor dem Palats standen ebenfalls Ehrentruppen. Der Kronprinz nahm die Vorstellung zahlreicher Geladener entgegen und empfing den Magistrat von Kalkutta, der eine Begrüßungsadresse überreichte. Adresse heißt den Kronprinzen willkommen Repräsentanten einer Nation, deren Patriotismus und Die als Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) .( 24) - Aus dem Reiche der Mitte. In Peking sollen dyna= stische Umtriebe entdeckt worden sein. Anscheinend soll versucht werden, einen älteren direkten Nachkommen des Kaisers Taokwang auf den Thron zu erheben. Die Angelegenheit wird in Peking geheimgehalten. Ein großer deutscher Privatangestelltentag ist auf den 19. Februar nach Berlin einberufen worden. Er soll zu dem Gesetzentwurf einer Privatangestelltenversicherung, der jetzt dem Bundesrate vorliegt, Stellung nehmen. Da das vorgeschlagene Gesetz die Privatangestellten aller Berufe einschließt, so ist eine starke Beteiligung zu erwarten. Frühere Veranstaltungen dieser Art, die im Laufe der ziemlich weit zurückreichenden Vorbereitungen dieses Gesetzes stattfanden, waren die Privatangestelltentage zu Leipzig am 13. Mai 1906 und zu Frankfurt a. M. am 17. November 1907. ,, Weißt Du, mein Jegor, daß ich am liebsten ganz in Walkowa leben möchte," sagte sie eines Tages.„ Sier habe ich mehr von Dir, als in Petersburg, wo Dich Dein Dienst und die geselligen Verpflichtungen oft allzusehr in Anspruch nehmen." „ Ich bin mit Leib und Seele Soldat, mein Seelchen," entgegnete der Graf, es würde mir schwer fallen, meine militärische Laufbahn aufzugeben, in der ich es zu etwas zu bringen hoffe. Wir sind beide noch zu jung, um uns hier zu vergraben; das bleibt uns vorbehalten nach zehn oder fünfzehn Jahren." Kleine Nachrichten. Den jüngsten Meldungen über die Pest zufolge ist die Seuche längs der Schantung- Eisenbahn aufgetreten. Die Bersonenbeförderung zweiter und dritter Klasse zwischen Tsingtau und Tsinanfu ist auf Veranlassung der chinest schen und der deutschen Behörden eingestellt worden. Eine Influenzaepidemie wütet in Mannheim. Es sind 10 000 Personen von der tückischen Krankheit befallen. Bei dem naßfalten Wetter nehmen die Erkrankungen wetter zu. der in geimpf der 3e des K Medizi Göhne dergein enthalt ben mi fein h Impfu Ei Münche jand id gendes romane 100 Se dentent ausgab Pfenni Heffes Mart, valider solcher bund d Buchhä lints e der Ko oder di fleinen her, ei für ein noch gi Unterh Anjaa Zeugt unser terjchie Und is Ei Kaufm einem Pienni nigitüd wollte. für das gelegen nannte chen G Pfenni auf die und za geld ei mular U gendes merver am N ein fl das 3 Mädch schen dem 3 richtlic brecher Genus Toten noch n abend die 16 Der Selbstmord eines Gymnasialdirektors erregt in Jüterbog großes Aufsehen. Der Direktor namens Höfer war lange in Ems tätig gewesen und als Direktor an die neue Schillerschule in Jüterbog berufen worden. Bevor er diese Stelle zu Neujahr antrat, wurde er plößlich keurlaubt zur Klarstellung von peinlichen Vorkommnissen, die bei seinem Weggehen von Ems ruchbar geworden waren. Er sollte sich in eine Nervenheilanstalt begeben, zog es aber vor, sich zu erschießen. Zum Strafverfahren wegen Verfälschung von Nahrungs- und Genußmitteln hat der preußische Justizminister eine Verfügung an die Strafverfolgungsbehörden erlassen. Die Zunahme der Nahrungsmittelverfälschungen werde durch die Kriminalstatistik bestätigt. Je mehr die Fäl= scher die Fortschritte der Wissenschaft mißbrauchen, um die Arten und Mittel der Verfälschung zu vermehren, um so nachdrücklicher müsse diesem gemeingefährlichen Treiben entgegengetreten werden. Es soll deshalb stets möglichst schnell eingeschritten und auf eine strenge Bestrafung hingewirkt werden. ,, Vielleicht hast Du recht, aber Petersburg ist mir nie lieb gewesen," versetzte Maria Nikolajewna.„ Das dortige Leben reibt die Menschen frühzeitig auf, und ich fürchte, meine Nerven halten es nicht mehr lange aus." ,, Vorläufig verbietet unsere Trauer uns ja auch die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben," meinte Wallutjeff ,,, und im Frühling wollen wir dann nach Jalta und in die Krim reisen." ,, Ach! wenn bis dahin doch schon der Schmuck gefunden wäre," seufzte Maria. Einen schrecklichen Tod fand ein junger Fabritarbeiter zu Lichtenberg bei Berlin, der in einer Metallwarenfabrik beschäftigt war. Er wollte seinem Meister eine Mitteilung machen und begab sich dazu in den Maschinenraum. Hter hängte er sich unachtsam mit dem rechten Arm in den Treibriemen, der von der Welle herabhing. Im nächsten Augenblick wurde er hochgezogen, mehrmals um die Welle herumgeschlagen und zermalmt. Frankreich und Rußland sind zu enge Verbündete, so sagte der französische Minister des Auswärtigen in der jüngsten Sizung des Senats, als daß Rußland Frankreich nicht vor der Potsdamer Entrevue über das, was es in Potsdam zu sagen gedenke, Mitteilungen gemacht haben sollte. Wir sind in der Tat genau unterrichtet worden. Rußland teilte uns mit, es würde bei dieser Entrevue von Versien und den Bahnen in der Türkei und Persien die Rede sein. Es könnten im Verlauf der Entrevue von dem Vertreter Rußlands auch andere Fragen aufgeworfen wer= den. Rußland hat uns Tag für Tag über alle während Clairon muß bald in Amerifa angelangt sein. Ich hoffe, bei unserer Rückkehr einen Brief von ihm zu erhalten," versezte Wallutjeff. Heute will ich mit den Verwaltern auf die Wolfsjagd gehen; übermorgen verlassen wir Walkowa." ,, Wie? Du willst auf die Wolfsjagd!" rief Maria entsetzt.„ Ach bitte, bitte, tue es nicht!" Und sie hing fich an ihres Mannes Arm. Warum nicht?" fragte Jegor verwundert. Es könnte Dich ein Unglück treffen," flüsterte die funge Frau, sich scheu umblickend. " Wie findisch Du bist!" schalt der Graf halb ärgerEine Rächerin ihrer Ehre. In Burbach im Rheinland benutzte der Geselle eines Pferdemetgers die Abwesenheit seines Meisters, um dessen Frau zu belästigen. Die Beleidigte flüchtete, ergriff den Revolver ihres Mannes und streckte den Gesellen durch einen Schuß in die Brust nieder. lich und betroffen über den fast beängstigend furchtsamen Blid Miaria's. Ein gewaltiger Schneesturm führte gestern in München schwere Verkehrsstörungen herbei. Der Straßenbahnver= fehr lag zeitweilig ganz still. Ein Knabe kam auf dem Schnee zu Fall und wurde von einem Fuhrwerk überfahren und auf der Stelle getötet. Sie aber ließ nicht nach, bis Wallutjeff sich schweren Herzens ihren immer dringender ausgesprochenen Bitten fügte. Er liebte die Jagd, das edle Waidwerk, dem alle seine Ahnen gehuldigt hatten, aber er liebte seine zarte, ängstliche Frau noch viel mehr. Deshalb versprach er, dem eigenen Wunsche zu entsagen und nur die Verwalter in Begleitung des Försters in den Wald zu schicken. Ein jugendlicher Defraudant, der 18jährige Willi Schnell aus Hamburg, wurde in Quedlinburg festgenom men. Auf dem Transport zur Wache erschoß er sich. Die Jagd war bei Einbruch der Dämmerung beendet. Zwei junge Wölfe waren getötet worden; man brachte sie in die Halle, um sie den Herrschaften zu zeigen. Ein Scherz- Duell mit blutigem Ansgang. In der rufftschen Stadt Samara fingen der Adelsmarschall Graf Tolstot und der Edelmann Averdanow in einem Vergnügungslokal aus Scherz cin Säbelduell an, das bald in einen ernsten Zweikampf ausartete. Beide wurden schwer verwundet ins Hospital geschafft. Ihr Zustand ist hoffnungslos. „ Leider sind uns zwei viel größere entschlüpft," er= zählte der Förster dem Grafen, aber wir friegen sie schon noch." Aus den Gerichtssälen. Freispruch im Essener Meineidsprozeß. Im Meineidsprozeß gegen Schröder und Genossen wurde am Freitag die Beweisaufnahme geschlossen. Es begannen alsdann sofort die Plaidoyers. Der Erste Staatsanwalt Dr. Eger beantragte die Freisprechung der Angeklagten. Nach ganz turzer Beratung sprachen die Geschworenen gemäß dem Antrag des Staatsanwalts sämtliche Angeklagten frei. Die Kosten des Verfahrens sowie die notwendigen Auslagen wurden der Gerichtskasse auferlegt. Der Angeklagte Meyer brach bei Verkündigung des Urteils zusammen, die übrigen Angeklagten nahmen das Urteil mit sichtlicher Freude auf. Der Zufall wollte es, daß am Freitag gerade der Jahrestag jener verhängnisvollen Versammlung vom 3. Februar 1895 gewesen ist. Mit einer mit Grauen gemischten Neugier betrachtete Maria die beiden Raubtiere. Ihr fielen die Märchen ihrer alten Wärterin ein; der Wolf spielte fast immer eine böse Rolle in diesen Erzählungen. ,, Wie gut, daß Du nicht mit zur Jagd gingst," sagte die junge Frau, die Tiere sehen schrecklich aus." Das ist noch gar nichts, gnädiges Mütterchen," sagte ein alter Bauer, der auch mit in die Halle getreten war. „ Diese Bestien sind erst zwei Jahre alt und noch lange nicht ausgewachsen. Es gibt Wölfe, die fast doppelt so groß sind und ein Schaf auffressen können. Ich glaube, der alte Jsegrimm, der hier herumstreicht, ist einer der schlimmsten." Vermischtes. Sind die Kinder des Kaisers geimpft? Von seiten der Impfgegner, die jetzt wieder im Reichstage gegen unser Impfgesek Sturm laufen, wird immer und immer wieAm Tage vor der Abreise wollte Jegor Alexejewitsch noch einmal mit seiner Frau zum Grabe seiner Mutter fahren. Die Bahn war vorzüglich. Wallutjeff bestellte einen fleinen Schlitten mit einem Traber, einem jener Orlower Rassepferde, wie sie nur in Rußland gezüchtet werden, und deren Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit unerreicht bleibt. „ Soll ich den Herrn Grafen begleiten?" fragte der alte Kutscher Ossip, der schon bei dem Großvater Jegors gedient hatte. ,, Nein, es ist nicht nötig." Verzeihung," sagte der graubärtige Greis,„ aber die Wölfe." Du glaubst wohl, ich fürchte mich vor ihnen?" lachte Wallutjeff.„ Ich bin doch kein kleiner Junge mehr, mein alter Ossip." Jegor steckte aber doch aus Vorsicht einen großkalibrigen, sechsläufigen Revolver und einen wuchtigen Totschläger mit schwerem Bleiknopf zu sich. In warme Pelze gehüllt, fuhr das junge Paar durch den Wald. Es war ein windstiller Tag und es fror wenig. Der Reif, der in der Nacht gefallen war, hüllte die Bäume wie in weiße, zarte Schleier ein; pfeilgeschwind jagte der kleine Schlit= ten über die glatte Bahn. Jegor zog die große, warme Bärendecke sergsam über Marias Knie. Er selbst war in einen Belz gehüllt, der zwar warm hielt, aber jede Bewegung hinderte und erschwerte. ,, Welch köstliche Fahrt," sagte die Gräfin Wallutjeff, und sie atmete mit Behagen die frische Winterluft ein. Wie viel schöner ist es doch, hier durch den prächtigen Forst zu fahren, als durch die Straßen Petersburgs, wo man jede Minute grüßen muß." Du entwidelst ja ganz menschenscheue Ideen," bemerkte Jegor mit leichtem Tadel in der Stimme ,,, es wird mir wohl nichts übrig bleiben, als nach Walkowa zu ziehen." Als sie das Erbbegräbnis erreichten, stiegen sie aus. Das Pferd wurde angebunden. In stiller Andacht stan= den die Gatten nebeneinander an den Gräbern ihrer Lieben. Wohl verpackt hatte Maria in einer Schachtel. einen Strauß feltener Treibhausblumen mitgebracht. Sie beugte sich nieter und legte dieses Zeichen findlicher Verehrung auf die Gruft ihrer Schwiegereltern. Aber entsetzt stieß die Gräfin einen Schrei aus; ihre Hand deutete auf große Fußtapfen, die in dem lockeren Schnee sichtbar ( Forts. folgt.) waren. fen wo Baging falls ei feiner fie ver fonnte Alle A größer andere gestellt insbej ausgez C Cöln majahi fächlid Gefell den für m Sem plake Sonver Halle, Verfü brud den bi ments ungün Marich baierg teilwei Süften bereits unter Don w nijons melbet legung maken Ei amerif Amt e eines mit all Mung Higer chens Sperli wenn and m pratti Des M Jahre bett 9 aber en auf weiter, mög e aber tereffen haben lichung Ma Für 1908/09 ewefen. t wor ir drei Ein tannte Frage, inerlei hrzeuge g im dyna nd foll en des ie Anist die 11. Die wischen chines Es sind n. Bei iter zu. regt in Höfer an die Bevor beuren, die waren. es aber arbeiter enfabrik tteilung . Hier TreibAugenherumeinland efenheit Die Be es und nieder. München Sahnver Auf dem erfahren Willi tgenom er ruft Tolstot ngslokal ernsten mdet ins eineidsFreitag Dann soDr. Eger ach ganz äß dem Frei. 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Jeder deutsche Arzt würde auch den Aufenthalt unseres Kronprinzen in podengefährdeten Gegenden mit Besorgnis begleiten, wenn er nicht das Bewußtsein hätte, daß der Thronfolger durch vorausgegangene Impfung vor diesen Gefahren geschützt sei. - Ein nachahmenswerter Anschauungsunterricht. In der Münchener Altstadt, so schreibt jemand im„ Kunstwart", fand ich im Schaufenster einer fleinen Buchhandlung fol gendes Plakat: Nur dumme Menschen lesen solche Schundromane. Das Geld ist direkt auf die Straße geworfen. 100 Hefte zu 10 Pfennig 10 Mark. Was schafft sich ein denkender Mensch für 10 Mark an? Eine gute Klassikerausgabe 6 Mart, ein Band Dichtergedächtnisstiftung 55 Pfennig, zwei Wiesbadener Volksbücher 25 Pfennig, vier Hesses Boltsbücher 80 Pfennig, ein Fremdwörterbuch 1 Mark, ein Krankenversicherungsgesetz 80 Pfennig, eine Invalidenversicherung 60 Pfennig. 10 Mart." Das Prinzip solcher Gegenüberstellung( nicht diese Liste) hat der Dürerbund durch sein Heb mich auf!" verbreitet. Aber unser Buchhändler macht es anschaulich. Unter dem Plakat liegt links ein dices, verschnürtes, ziemlich schmieriges Paket, der Kolportageschund:„ Der Scharfrichter von Magdeburg oder die Opfer des Schafotts". Rechts stehen auf einem fleinen Bücherbrett, sauber gebunden, die bezeichneten Bücher, eine verlockende fleine Hausbibliothek. Man kann für eine andere Auswahl sprechen, durch die der Betrag noch günstiger für die Belehrung, Geschmackserziehung und Unterhaltung ausgenützt würde; aber ist dieser praktische Anschauungsunterricht nicht hoher Anerkennung wert? Zeugt es nicht von ausgezeichneter Menschenkenntnis, wie unser Buchhändler seinem Schaufensterpublikum den Unterschied zwischen Wert und Ünwert vor Augen führt? Und ist ein solches Beispiel nicht nachahmenswert? Eine Bostanweisung über einen Pfennig erhielt ein Kaufmann in Steglitz bei Berlin. Er hatte dieser Tage einem jungen Mädchen einen Anmeldeschein, der einen Pfennig kostet, verkauft. Das Mädchen gab ein 50 Pfennigstüd in Zahlung, das der Kaufmann nicht wechseln wollte. Andererseits wollte er natürlich seinen Pfennig für das Formular haben. Das Mädchen erklärte nun, gelegentlich den Pfennig mit heranbringen zu wollen, nannte seinen Namen und entfernte sich. Aus irgendwel= chen Gründen wollte das Mädchen dem Kaufmann den Pfennig aber nicht persönlich überbringen, es ging daher auf die Post, kaufte eine Postanweisung für 10 Pfennig und zahlte den schuldigen Pfennig nebst 5 Pfennig Bestellgeld ein. Auf diese Weise kostet dem Mädchen das Formular 16 Pfennige. Ueber einen mysteriösen Todesfall wird aus Kiel folgendes berichtet: Jm Hause Blodsberg 9 hörte eine Zimmervermieterin nachts aus einem Zimmer, das sie erst am Nachmittage an zwei Marinemaaten vermietet hatte, ein flägliches Wimmern. Als es ihr endlich gelang, in das Zimmer einzudringen, fand sie im Bette ein junges Mädchen, das inzwischen gestorben war. Leere Seftflaschen und andere Umstände deuteten darauf hin, daß in dem Zimmer ein Gelage stattgefunden hatte. Durch ge= richtliche Obduktion soll festgestellt werden, ob ein Verbrechen vorliegt, oder ob das Mädchen infolge zu großen Genusses von Alkohol gestorben ist. Die Persönlichkeit der Toten konnte noch nicht festgestellt und die beiden Maaten noch nicht ermittelt werden. Bei einer heroischen Rettungstat ertrant Donnerstag abend auf dem Mühlenteiche von Podgorz( Westpreußen) die 16jährige Czeslawa Baginski. Beim Schlittschuhlaufen waren mehrere Kinder, darunter 6 Geschwister der Baginski, eingebrochen. Das junge Mädchen, das ebenfalls eingebrochen war, konnte schwimmen und rettete drei seiner Brüder. Dann verließen sie jedoch die Kräfte und sie versant vor den Augen der umstehenden Menschen, fonnte auch erst nach einer Stunde aufgefunden werden. Alle Wiederbelebungsversuche waren vergeblich. Mehrere größere Knaben vermochten sich selbst zu retten. Ob die anderen Kinder alle gerettet sind, konnte noch nicht fest= gestellt werden. Bei den Rettungsversuchen haben sich insbesondere zwei evangelische barmherzige Schwestern ausgezeichnet. Ein neues flugtechnisches Unternehmen hat sich in Cöln gebildet. Es will in den nächsten Tagen mit Flugmaschinen häufig Flüge unternehmen lassen, die Hauptsächlich der Ausbildung von Schülern dienen sollen. Die Gesellschaft wird auch Passagierflüge unternehmen und den Bau weiterer Flugmaschinen betreiben, die besonders für militärische und Sportzwecke hergerichtet und in diesem Frühjahr dem Kriegsministerium auf dem Uebungsplaze in Döberitz vorgeführt werden sollen. Die Garnisonverwaltung hat dem neuen Unternehmen eine große Halle, die Stadtverwaltung einen großen Flugplatz zur Verfügung gestellt. Ein Gewaltmarsch der Tiroler Kaiserjäger. In Innsbrud herrscht große Aufregung über einen Gewaltmarsch, den die 12. Kompagnie des 1. Tiroler Kaiserjäger- Regiments und eine Maschinengewehrabteilung trotz der höchst ungünstigen Schneeverhältnisse unternommen haben. Der Marsch führte über den 2000 Meter hohen Kamm der Stubaiergruppe, Salsi" genannt. Die Soldaten brachen teilweise Schritt für Schritt in dem Schnee bis über die Hüften ein. Als der Zug auf dem Joche anlangte, waren bereits 10 Soldaten beinahe total erfroren und mußten unter riesigen Schwierigkeiten zu Tal geschafft werden, von wo aus sie von der Rettungsabteilung nach dem Garnisonsspital überführt werden mußten. Am nächsten Tage meldeten sich weitere 22 Soldaten wegen schwerer Verlegungen frant. Mehreren Soldaten müssen die Gliedmaßen amputiert werden. Ein Tier, das die Vereinigten Staaten fürchten. Dem amerikanischen Kongreß ist jüngst von dem biologischen Amt ein dringender Antrag zugegangen, die Einführung eines fleinen zu den Schleichkaken gehörenden Raubtieres mit allen Mitteln zu bekämpfen. Es handelt sich um den Mungo, ein in Südasien heimisches, als Giftschlangenvertilger bekanntes Tier, das etwa die Größe eines Frettchens hat. Seit den traurigen Erfahrungen mit dem Sperling sind die Vereinigten Staaten flug geworden, wenn es sich um die Einführung neuer Tiere handelt, and mit dem Ausschluß des Mungos scheinen sie durchaus praktisch zu verfahren. Erfahrungen mit der Einführung bes Mungos liegen aus Jamaika und Hawai vor. Jahre 1872 wurden in Jamaika neun Mungos in Freiheit gesetzt, heute gibt es dort eine Riesenmenge davon, aber statt dessen sind nicht nur alle Schlangen vernichtet Im worden, sondern auch alle fleineren Vögel, und von Hawai, wo das blutdürftige Raubtier 1882 eingeführt wurde, lauten die Berichte ebenso ungünstig. Herzogin und Rentier. Ein Reiseabenteuer der Herzogin von Anhalt beschäftigte das Gericht in Darmstadt, wo sich der Rentier Rudolf Krause aus Bensheim wegen Rebertretung zu verantworten hatte. Im Sommer vorigen Jahres fuhr die Herzogin in threm Salonwagen von Süddeutschland nach ihrer Heimat Dessau zurück. Der Wagen war einem fahrplanmäßigen D- 3uge Basel- Frankfurt an gehängt. Auf der Station Bensheim an der Bergstraße stieg der Angeklagte Krause mi teinem Billett zweiter Klasse zu und zwar öffnete er angesichts des furzen Aufenthaltes selbständig die Tür zu dem Salonwagen, den er für einen D- Wagen hielt. Der Aufforderung des Stationsbeamten, den Wagen zu verlassen, entsprach er nicht, auch der Zugschaffner und ein Bedienter der Herzogin versuchten vergeblich, ihn zu entfernen, und ebenso unterließ er es, auch auf der folgenden Station Darmstadt einen anderen Wagen zu besteigen. Inzwischen war die Herzogin auf den Zwischenfall aufmerksam geworden und lud in liebenswür diger Weise den aufgeregten Reisenden ein, in ihrem Abteil Platz zu nehmen. In Frankfurt am Main wurde dann Krause auf telegraphische Requisition aus dem Salonwagen entfernt und eine Anklage wegen Uebertretung gegen ihn erhoben, die zunächst vor dem Schöffengericht Bensheim zur Verhandlung gelangte. Hier wurde er freigesprochen, wogegen die Staatsanwaltschaft Berufung einlegte. Nach längerer Verhandlung sprach ihn jedoch auch die Straffammer fret mit der Brgründung, daß er durch das Abfahrtssignal des nur eine Minute in Bensheim haltenden Zuges verwirct worden set und man es auf der Station Darmstadt mit Rücksicht auf die im Gespräch mit dem Angeklagten befindliche Herzogin unterlassen habe, ihn nochmals ausdrücklich zum Verlassen des Abteils aufzufordern. Erde- Effer in Kamerun. Die Aerzte Külz und Zeller berichten im Archiv für Schiffs- und Tropenhygiene über ihre interessanten Untersuchungen, die sie über das Erdverzehren bei der Kameruner Bevölkerung angestellt haben. Eine Reihe von Eingeborenen nimmt die betreffende Erde bei vollem Wohlbefinden von Zeit z uzeit als ein Gewürz zu sich. Andere verzehren sie gewohnheitsmäßig. In diesen Fällen fann von einem direkten Krankheitssymptom gesprochen werden. Etwas ähnliches dürfte wohl in der sogenannten Ledsucht der Rinder vorliegen, welcher als tiefere Ursache die Armut der Futterkräuter an Mimeralsalzen zugrunde liegt. Die zum Essen benützten Kameruner Erden enthalten Kalk, Phosphorsäure und Eisen und kommen so der Armut an Salt und anderen Mineralsalzen der vegetabilischen Nahrungsmittel der Eingeborenen zu Hilfe. Die Doppelfenster. Die in Wien erscheinende Musfete" erzählt folgende wahre Geschichte": Sekretär Grubinger schrieb an das Dekonomat:" Ich ersuche um Ersetzung einer zerbrochenen Scheibe am inneren Fenster meines Bureaus." Es kam die Antwort: Laut Instruktion CLVIII,§ 78, Punft 81, Absatz 13, dürfen nur äußere Fensterscheiben auf ärarische Kosten ersetzt werden, da nur bei diesen ein Elementarschaden angenommen werden fann. Innere Fensterscheiben sind ausschließlich auf Kosten des Schuldtragenden zu ersetzen." Da rief Sekretär Grubinger den Amtsdiener und sagte lakonisch: Hängen S' die Fenfrer um!" Nene Sitten im türkischen Offizierkorps. Die große Umwälzung im ottomanischen Reiche hat ihren sichtbarsten Erfolg in der Neugestaltung des Heeres gehabt. Vor allem bemüht man sich, in dem Offizierkorps den Korpsgeist zu hegen und zu pflegen, der früher mit allen Mitteln unterdrückt wurde. Die Offiziere sollen die Ueberzeugung gewinnen, daß mit dem Tragen der schmucken Uniform es nicht getan set, sondern daß der Rock seinem Träger auch Pflichten auferlegt. Früher konnte man Auftritte beobachten, die bei aller Anerkennung der demokratsichen Grundsätze des Islams doch Kopfschütetin hervorrufen mußten, besonders ftel auf, daß die Offiziere mit Vorliebe Wirtschaften niederster Stufe besuchten. Das alte Regime sah darin nur ein erwünschtes Mittel, die Moral des Offizierkorps niederzuhalten, die junge Türket will aber Wandel schaffen. Zunächst wurden, wo es möglich war, in den Garnisonen Offizierklubs begründet und derart eingerichtet, daß jeder Offizier dort in anständiger Umgebung und bei mäßigen Preisen seine Erholung finden konnte. Dazu dienten auch Lesezimmer, in denen alle bedeutenden inländischen und auch ausländische Zeitungen aufliegen. In Uestüb z. B. sollen sich die Offiziere nun, wie man der Köln. 3tg." schreibt, von den niederen Wirtschaften fernhalten, da sie Gelegenheit haben, den Offizierklub zu besuchen. Der Korpskommandeur General Dschawid Pascha Hat strenge Anordnungen erlassen, und in der letzten Zeit sind auch einige belustigende Vorfälle zu verzeichnen gewesen. So kommen ein paar junge Offiziere in eine dieser Kneipen, richten sich dort häuslich ein und wollen sich dem eff" hingeben, der ruhigen Beschaulichkeit, die der Orientale über alles liebt, als plötzlich ein Offizier der Militärgendarmerie eintritt und einem der Leutnants ein Kärtchen überreicht. Der Leutnant liest, verfärbt sich, flüstert seinen Kameraden etnige Wort zu, und die Gesellschaft zahlt und verschwindet. Auf dem Kärtchen stehen nur wenige Zeilen:„ Für einen Offizier in Uniform schickt es sich nicht, wirtschaften der Art zu besuchen, wo Sie sich jetzt befinden." Heiteres. Gelungen.„ Bet Ihnen soll es ja umgehn ,.... was könnt das nur für ein Geist sein?"" Das fann nur einer sein, der mal bei eimer Sekundärbahn Lokomotivführer war,.... der Kerl kommt immer erst um halb awei Uhr." Verdächtiger Protest.„ Betrunken soll ich diese Nacht ge= wesen sein? Keine Idee; ich habe sogar im Hausgang noch die Handschuhe angezogen, weil die Treppe so schmutzig war!" Zeitgemäß. Jest trag' ich mir a paar Schundromane heim. Wenn s' die bei der Haussuchung finden, frieg ich wenigstens mildernde Umständ'." Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ein bedeutsamer Fortschritt in der drahtlosen Telegraphie. Prinz Heinrich von Preußen besichtigte am Don-nerstag die der Aktiengesellschaft C. Lorenz gehörige radioelektrische Station in Eberswalde. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm von dem Privatdozenten an der Technischen Hochschule in Darmstadt Dr. ing. Rudolf Goldschmidt seine neueste Erfindung vorgeführt, die die Verwendung von Kabeln überflüssig machen und den transozeanischen Nachrichtendienst in neue Bahnen lenken soll. Es handelt sich also um eine förmliche Umwälzung auf dem Gebiete der drahtlosen Telegraphie. Das Wesen der Goldschmidtschen Erfindung, deren Patent von der Firma C. Lorenz in Eberswalde bereits erworben worden ist. besteht darin, daß die bisher ziemlich beschränkte Reichweite der elektrischen Wellen durch die Erfindung fast ins Unbeschränkte geſtetgert werden kann, weil zur Erzeugung der Wellen nicht mehr elektrische Lichtbogen, sondern große Dynamomaschinen verwendet werden, und der in diesen erzeugte starte Strom durch besondere Apparate direkt in elektrische Wellen umgewandelt wird. Diese Erfindung vermehrt die Tragweite der Wellen derart, daß man theoretisch davon sprechen fönnte, eine drahtlose Verständigung über die ganze Erde hinweg von einer Station aus durchzuführen. Dr. Günter Saalfeld, der bekannte Germanist, Mitbegründer des Deutschen Sprachvereins und eines seiner befanntesten Vorstandsmitglieder, ist am Donnerstag in Friedenau bel Berlin gestorben. Hermann Sudermann hat, dem„ B. T." zufolge, ein neues Bübnenwert vollendet. deien Titel noch nicht feststeht. Vom Flickschuster zum Präfekten so fiberschreibt der Ostastatische Lloyd folgendes chinesisches Kulturbild: Vor etwa zehn Jahren wohnie in dem Orte Pitsewo, der unweit Port Arthurs liegt, ein Schuhmacher namene Tschang aus Schantung. Als er fah, daß er dort nicht vorankommen konnte, fehrte er mit seinem Weibe und zwei Kindern nach seiner Heimatprovinz zurück und ließ sich am Südtor der Kreisstadt Fuschan nieder. Dort wurde jede Woche Markt abgehalten. Anstatt seine Kunden zu bedie nen, nahm der Schuster selbst am Markttreiben teil, huldigte dem Glücksspiel und rauchte Opium. Da unter diesen Um ständen Tschang immer mehr verwahrloste, sagten sich seine Kunden und Freunde von ihm los; dazu saß er bis über die Ohren in Schulden. Bald nagte die Familie Tschang am Hungertuch. In seiner Not beschloß der selbstsüchtige Vater, seine Frau mit den beiden Kindern, einem Knaben und einem Mädchen, zu verkaufen; ein Schweinemetzger sollte den Verkauf vermitteln. In dem nahen Dorf Tichthienstun fand sich in der Tat ein Liebhaber" für die Frau und die beiden Kinder. Mit der Summe, die ihm der Verfauf eingebracht hatte, zahlte der Schuster Tschang seine Schulden und verschwand bald aus Fuschan. Eine Reihe von Jahren verging, ohne daß man von dem Schuster ein Lebenszeichen erhielt. Da fam eines Tages in Tschifu ein Präfekt aus Luanfu an, der einen Troß von Karren und Bedienten mit sich führte. Am Morgen nach der Ankunft schickte der Präfekt seinen Sekretär nach der Kreisstadt Fuschan mit der Anweisung, ihm den in der südlichen Vorstadt wohnenden Schweinemetzger vorauführen. Dieser erschien noch an demselben Tage vor dem Präfekten; letzterer gab sich als den früheren Flickschuster Tichang zu erkennen und bat den Metzger, der seinerzeit den Verkauf von Frau und Kindern vermittelt hatte, ihm die Verkauften zurückzubringen. Denn, so führte der frühere Schuster und jetzige Präfekt aus, die Frau ist mir in frühester Jugend angetraut worden; als ich in Not geriet, - mußte ich sie mit ihren Kindern verkaufen; nachdem ich nun reich geworden und zu Ehren gelangt bin, will ich sie nicht in threm Glend sitzen lassen, sondern wir wollen unser Leben weiterführen. Der Schweinemetzger spielte nun wieder den Vermittler, und dank seinre Beredsamkeit gelang es ihm, die Schustersfrau von ihrem zweiten Manne„ Io8 zusprechen. Wenige Tage später reiste der Präfekt mit seiner Familie nach Peking. Wie der frühere Schuster zu dem Range eines Präfetten gelangt ist. verschweigt leider die Geschichte. Sehr wahr. scheinlich ist er auf irgend eine Weise zu Geld gekommen und hat sich sein Amt gekauft. Solche Laufbahnen, wie die des Schusters, werden im goldenen China bald zu den Un möglichkeiten gehören. Drabtnachrichten und neuestes. Der neue Gouverneur von Kiantschou. Berlin, 4. Februar. Zum Nachfolger des Admirals Truppel als Gouverneur für Kiautschou ist nach dem Lok.-, Anz." der Kapitän zur See Meyer- Waldeck in Aussicht ge= nommen. Seine mehrjährige Tätigkeit als Chef des Stabes in Tsingtau sowie die Erfahrungen, die er als Stell vertreter des Gouverneurs während dessen Beurlaubung nach Europa in den letzten Jahren sammeln konnte, lassen ihn wohl für den Posten besonders geeignet erscheinen. Die Bevölkerungszahl Preußens. Berlin, 4. Februar. Nach dem vorläufigen Ergeb nis der Volkszählung ist die Bevölkerungszahl Preußens von 37 239 535 auf 40 157 573 gestiegen. Die Zunahme be trägt also 2864 038= 7,68%. Eigenartiger Unfall im Berliner Wintergarten. Berlin, 4. Februar. Gestern war bei der Vorstellung im Wintergarten als zweite Nummer des Programms ein Taucherkunststück vorgesehen. Während der Vorführung der ersten Nummer platte das Wasserbassin und das Wasser ergoß sich über die Bühne, überschwemmte die Musikkapelle und floß auch in den Zuschauerraum. Die Scheiben hatten den Druck von 7500 Litern Wasser micht ausgehalten. Aus der rechten Scheibe war ein Stück herausgebrochen. Die Equilibristin Rose stand schon für ihre Nummer angekleidet auf der Bühne, als das Bassin platte. Ein scharfer Glassplitter traf sie am Bein und verlebte sie. Im Or-. chester wurde ein Musifer getroffen. Die Vorstellung mußte abgebrochen werden. An der Kasse kam es zu tumultuartschen Szenen, da die Besucher ihr Geld zurückverlangten. Eine Erholungsreise des Fürsten Eulenburg? Hannov.- Münden, 4. Februar. Fürst Eulenburg soll im Sanatorium des Dr. Lauenstein in Hedemünden zu längerem Kuraufenthalt eingetroffen sein. 0 Darmstadt, 4. Februar. Beabsichtigte Reise des Zarenpaares nach Deutschland. Wie bestimmt verlautet ,, wird das Barenpaar anfangs Mal in Friedberg eintreffen. Zur Zeit werden im Schloffe bauliche Veränderungen vorgenommen. Oberhofmarschall Freiherr von Ungern- Sternberg weilte am Montag in Friedberg, um entsprechende, Vorbereitungen zu treffen. Pockenfälle in Duisburg. Duisburg, 4. Februar. Der praktische Arzt Müller, der den vor einigen Tagen an schwarzen Boden verstorbenen Arbeiter Neyermann behandelt hatte, ist ebenfalls an schwarzen Pocken erfranft. Der Arzt hatte eine ausgezeich nete Praxis, die er bis zum letzten Augenblick ausgeübt hat. Dr. Müller und seine ganze Familie wurden sofort ins Isolierhaus geschafft. Schwerer Einbruchsdiebstahl. Düsseldorf, 4. Februar. In der Samengroßhandlung von Peter Hümbs find Diebe in der vergangenen Nacht eingebrochen und haben einen 9 Zentner schweren Geldschrank gestohlen, in dem sich für 90 000 M Sypothekenbriefe, 10 000 M in Schuldverschreibungen und 4000 Min bar befanden, ferner 6 Sparkassenbücher, verschiedene goldene Uhren und sonstige Wertsachen. Von den Dieben fehlt bisher jede Spur. Auf dem Eise eingebrochen und ertrunken. Breslau, 4. Februar. In Herrnstadt vergnügten sich eine Anzahl Kinder auf dem Eise, als plöblich die Eisdecke nachgab und sämtliche Kinder in den Fluten versanten. Der sechsjährige Sohn eines Acerbürgers und die 10jährige Tochter eines Landwirtes ertranfen. Die übrigen Kinder konnten gerettet werden. Im Dampfkessel verbrüht. Brüssel, 4. Februar. Ein furchtbares Unglück ereignete sich gestern in Mons. Drei Arbeiter waren bei den Gruben zu Dour damit beschäftigt, den Kesselstein aus einem Kessel herauszuhauen, als plötzlich aus unbekannter Ursache sich die Wasserhähne öffneten und das kochende Wasser einströmte. Die Hilferufe wurden bei dem Getöse der Werkstätten überhört. Die Arbeiter wurden nur dadurch auf die Katastrophe aufmerksam, daß die Hammerschläge im Kessel aufgehört hatten, worauf man die gräßlich verbrühten Lente aus dem Kessel herausholte. Einer von ihnen war bereits tot, die anderen gaben noch schwache Lebenszeichen von sich. Schwere Margarinevergiftung. Bern, 4. Februar. In Dittingen, Kanton Bern, ist nach dem Genuß von Margarine eine Familte schwer erfranft. Ein Knabe und ein Mädchen sind bereits unter großen Schmerzen gestorben. Vier andere Kinder Itegen im Spital. Nach Aussage des Arztes besteht keine Hoffnung, daß sie gerettet werden können. Zur Arbeiter- Bewegung. Sozialdemokratie und Krankenkassen. Einen lehrreichen Beitrag zu diesem vielerörterten Kapitel haben die Sozialdemokraten in der Ortskranken= tasse Offenbach a. M. geliefert. Seit 1900 hatte ein verdienter und für das Amt sehr geeigneter Mann, namens Jakob Streb, den Geschäftsführerposten inne. Er verstand es, die Stasse in wirklich gemeinnütziger Weise und zur Zufriedenheit der Mitglieder zu verwalten, sodaß er bei jeder Wiederwahl, zuletzt noch Anfang 1908, einstimmig wiedergewählt wurde. Das gute Verhältnis innerhalb der Ortskrankenkasse änderte sich jedoch in dem Augenblick, als der Geschäftsführer Strebim April 1908 aus der sozialdemokratischen Partei aus= trat und den bisher innegehabten Vorsitz im sozialdemokratischen Gewerkschaftskartell niederlegte. Von diesem Moment an war er in den Augen seiner bis= herigen Genossen auch nicht mehr fähig, die Geschäfte der Ortskrankenkasse zu führen. Durch eine systemati= sche Wühlarbeit, durch offene und versteckte Angriffe von sozialdemokratischer Seite wurde er buchstäblich hinaus geekelt und legte am 1. Dezember 1910 seinen Posten ,, freiwillig" nieder. An seine Stelle kam ein früherer Parteibudiker und Flaschenbierhändler, dessen Fähigkeiten im Verwaltungsdienst zunächst nur in der waschechten roten Farbe bestehen. Nun sage noch einer, daß die unschuldsvolle Sozialdemokratie jemals Parteipolitik in die Selbstverwaltung der Krankenkassen hineintrage! Die Folgen des sozialdemokratischen Klüngels in Offenbach zeigen sich jetzt darin, daß bisher zur Ortskrankenfasse gehörige größere Betriebe ausscheiden und eigene Betriebskrankenkassen gründen, wodurch die Leistungs fähigkeit der Ortskasse erheblich beeinträchtigt wird. Den Schaden haben somit nur die Mitglieder zu tragen, die sich dafür bei den sozialdemokratischen Fanatikern danken können. Deues vom Büchermarkt. be= - Laßt Sonne herein". Heitere Geschichten Lignit- Flamm- Nusskohlen 00006 " bon 30 3tr. an fret vors Haus geliefert pro 3tr. 70 Pfg. Einzelne Zentner frei in das Haus 9.0 " Einzelne Zentner( Proben) frei in das Haus, 75 " Ferner empfehlen zu billigsten Tagespreisen: Ruhranthrazitkohlen, Nuskohlen, Bestmelierte( ge- O mischte Kohlen), Anthrazit- Eiformbrikets und Braunkohlenbrikets, sowie alle Sorten Gaskoks und Zechen( Hütten)-Koks, Brennholz. Gebrüder Kahl Telephon 87 Jedweder Art An- und Verkauf Geschäfts- od. 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Js. liegen auf dem Amts= zimmer Großherzoglicher Bürgermeisterei Oppenrod das Hauptgeldausgleichungsverzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Oppenrod schriftlich einzureichen und zu begründen. Friedberg, den 28. Jan. 1911. Der Großherzogliche Feldbereinigungskomissar. Kirnberger, Gr. Kreisamtmann. DarmstadterMöbelfabrik Sesellschaft mit beschrankter Haftung Kaiser- WilhelmFrankfurt a.M. Darmstadt Passage. Filiale: Fabrik u. Hauptausstellungshaus Darmstadt- Heidelbergerstr.129. Ständige Ausstellung von 300 mustergültigen Wohnungseinrichtungen von einfachster bis elegantester Ausführung man verlange Preisliste m. Abbildungen. Drud der Gießener Berlagsbruderet, Klein& Fischer. sofort gesucht. Heinrich Brühmann, Bau- und Möbelschreinerei Corbach i. Waldeck, Violinenstraße. PrivatMittags- u. Abendtisch von jungem Mann gesucht. 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Lose à 1 Mk. sind zu beziehen durch die Herren J. Hirsch u. Wilh. Trapp in Friedberg. Das Pferdemarkt Komitee. 00000008000000 Collisy& Bingel Möbel- und Dekorations- Geschäft Kaplansgasse 18 B vierteljäh Abgehol ausgabeft jeden W liegen wa Seltersw nidit ve Her Nr. Gie Reichsbanfo 5% Prozen Gie Dr. E. Ka zum Trager Roten Adle Gief ensmän der Lan tagte, befchl Oberlehrer *) Gie befchloß, da findenden vor dem Weiter foll Märkte von längere Zei Gie am 13. M werksmeister Handwerker *) Gi der hiesiger berufenen gemein Bahlreiche der ein. gen ein Telephon 828 Marf f ! 2c.! Ge daß die F fehr verschi rade in jer Landwirt Spezialität: komplette Wohnungs- Einrichtungen. Reichhaltiges Lager in Einzelmöbeln- einfache lack. Möbel, Personalbetten, Polstermöbelu.Matratzen Uebernehmen, Aufarbeiten und Modernisieren alter Polstermöbel und Dekorationen unter Zusicherung streng reeller fachmännischer Bedienung. Spezial- Werkstätte für feinere Polstermöbel und Dekoration. 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Es suchen Arbett: 1 Glaser, 1 Schneider, 1 Bäcker, 1 Feuerschmied, 1 Schmied, 6 Schlosser, Installateure, 1 Former, 2 Buchbinder, 2 Sattler u. Tapezterer, 3 Schreiner, 1 Küfer, 1 Zimmermann, 3 Anstreicher und Weißbinder, 3 Schuhmacher, 2 Hetzer und Maschinisten, 1 Bigarrenmacher, 1 Obstbaumwärter, 4 Fuhrknechte und Fahrburschen, 1 Friseur, 1 Schweinemeister, 14 Taglöhner, 4 Hausburschen, 2 Schreiber, 1 Kassierer u. Schreiber, 2 Bureaudiener, 1 Krankeuhausdiener, 1 Stüße, 6 Puz- und Lauffrauen, 1 Waschfrauen, 3 Büglerinnen.. Gaft und Schantwirtschaftspersonal: ein Küchenchef, 3 Kellner, 4 Bohn- und Aushilfskellner. für Reflame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen. zu erreichen phonisch 3 terten, sei einen Anr Deutsche S genommen möglichst verfehr sta die Stun Staatsjetre delstag da lidhen laffe ftellen und in Orten Dienst abl der Wuns bei der F verfehr m licht geno m' G verpachtu Jagd w Mart geg waren de Frik v. S -m- R fierer R. von einer überfallen Gamstag Den. 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