Friz. stph ung ambu raße 100-10 ie Deutschen in Venezuela. tichen in Renezuela.*) اس Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) Erscheint Redaktion: oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 205. Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. Hanau. Die Vertreter des Nationalliberalen Vereins und der Fortschrittlichen Volkspartei für den Reichstagswahlkreis Hanau- Gelnhausen- Orb wollen den nationalliberalen Kandidaten Baurat Wohlfahrt als gemeinsamen liberalen Kandidaten aufstellen. Hessische Landtagswahlen 1911. § Die Nationalliberalen in Offenbach a. M. haben beschlossen, die Kandidatur dem Syndikus der Handelskammer, Dr. Joseph Crazz, anzutragen. § Mainz. Die Fortschrittliche Volkspartei be= schloß in seiner letzten Sitzung einstimmig, bei der nächsten Landtagswahl einen eigenen Kandidaten aufzu= stellen. Aus Stadt und Land. Gießen, 3. Oktober 1911. n Zum theologischen Ehrendoktor wurde von der Universität Christiania aus Anlaß ihres 100jährigen Jubiläums der Professor der hessischen Landesuniversität D. Hermann Gunkel gewählt. n Auf dem Kongreß für Innere Mission, der 3. 3. in Stettin tagt, ist die theologische Fakultät der Universität Gießen durch Dekan Prof. D. Schian vertreten. n Der Lic. Paul Glaue hat einen Ruf als außerordentlicher Professor nach Jena erhalten. n Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch hat sein Amt als erster Vorsitzender der hessischen Anwaltskammer niedergelegt. Er gehörte dem Vorstande 32 Jahre lang an. n Am Sonntag vormittag fand im Gewerbehause die Ueberreichung der Meisterbriefe an Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 3. Oftober 1911. | Gießen. Installateur: Hrch. Pirr- Großen- Linden. Spengler: Heinrich Deis- Nieder- Florstadt. Friseure: E. Stutzenstein- Gießen, Gg. Helfenbein- Lauterbach, Rud. Leim- Alsfeld. Schriftsetzer: Bernh. Munk- Gießen. Buchdrucker: E. Kloos- Nidda. B ä- der: D. Reuter- Gießen, Aug. Noll- Gießen, W. Ulrich- Dorheim, W. Schmidt- Büdingen, E. Nagel- Büdingen. Schornsteinfeger: H. Büttner- Nieder- Weisel. B a dosenbauer: Gg. Martiny- Gießen. Bildhauer: M. Berle- Gießen. Maurer: Joh. Balser' Bettenhausen. 3immerer: K. Müller- Gießen, F. Meuser- Büdingen, Joh. Vogel- Gelnhaar. Schreiner: W. Better- Kloppenheim, Ludwig Schepp- Hausen, L. Hof- Bersrod, K. Müller- Alsfeld, W. Bender- Gießen, W. L. Arnold- Beuern. Steinmetzen: P. MüllerTreis a. d. Lda. Glaser: K. Gaul- Büdingen. Me tzger: H. Buschmann- Ober- Rosbach, K. Christ- Homberg a. d. O., K. Duchardt- Alsfeld, Aug. Lein- Büdingen, Jul. Aulmann- Gießen, Joh. Duchardt- Lauterbach, W. Reiz- Gießen, M. Weghorn- Gießen, Wilhelm MethfesselBüdingen, Ludw. Schmidt- Büdingen, Joh. Schnell= Lauterbach, Aug. Best- Nauheim, Wilhelm Hartmann Stockheim, Christ. Albert- Büdingen. Schlosser: Fr. fer- Grünberg. Schmiede: Hch. Meidt- Lang- Göns, Bourgois- Gießen, Adam Kircher- Gießen, Daniel SchäR. Wittich Nieder- Gemünden, Ludw. Weinmann- HolzFalkenhainer- Alsfeld. hausen v. d. Höhe. Kupferschmiede: Hartmann Nach dieser offiziellen Feier fand im Cafe Ebel ein Festessen statt, das alle Beteiligte noch gemütlich einige Stunden vereinigte. n Bei dem Großh. Staatsministerium wie auch bei dem Reichsbankdirektorium ist die Handelskammer Gießen wegen Umwandlung der Reichsbank nebenstelle in eine Reichsbankstelle vorstellig geworden. bahn hat die Handelskammer Gießen den Wunsch ausn Zum Winterfahrplanentwurf der Bieberta l- gesprochen, daß der ein über den anderen Sonntag um 9 Uhr abends von Gießen nach Bieber zur Beförderung des Fahrpersonals abgehende Zug in den Fahrplan aufgesetzt wird. genommen und die Abfahrtszeit auf etwa 11 Uhr fest In Einem Antrage der Handelskammer entsprechend, Abfahrt des Zuges 532 Fulda- Alsfeld vom 1. hat die Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. die Oktober d. Js. ab auf 11,02 Uhr nachmittags festgesetzt, wodurch der gewünschte Anschluß an den Zug D 87( Fulda an 10,54 Uhr nachmittags) hergestellt wird. n Die Handelskammer Gießen ist von neuem wegen Einlegung eines neuen 3uges auf der Strecke Gießen- Fulda vorstellig geworden. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 PigExtrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. o Heuchelheim. Ein hiesiger Einwohner reiste nach Koblenz und ertränkte sich dort im Rhein. o Aus dem Vogelsberg. Für Verbesserun= gen der Hutweiden sind vom hess. Staate im Rechnungsjahr 1910 insgesamt 18 357.12 Mr. Meliorations= kosten aufgewendet worden. Die Zahl der Gemeinden betrug 9, davon 5 im Kreise Lauterbach und 4 im Kreise Schotten. o Bermuthshain. Die hiesige Bürgermeisterwahl ist einem Fuhrwerksbesitzer aus Salz recht verhängnisvoll geworden. Er hatte an dem Zechgelage nach der Wahl teilgenommen. Auf der Heimfahrt stürzte er zwischen hier und Ober- Moos von seinem beladenen Er Wagen und zog sich erhebliche Verletzungen zu. wurde bewußtlos nach Bermuthshain zurückverbracht. s Darmstadt, 1. Okt. Der weit über Hessens hinaus bekannte Inhaber der hiesigen Hofmöbelfabrik J. Glückert, Kommerzienrat Julius Glückert, ist gestern abend infolge eines auf einer Erholungstour im Süden erlittenen Unfalls gestorben. Der Verewigte stand im 62. Lebensjahre. s Darmstadt. Geheimerat Haas hat in voll= ständiger körperlicher und geistiger Frische die Geschäfte wieder übernommen. s Worms. Die 28 Jahre alte, von ihrem Manne getrennt lebende Ehefrau Peter Schüttler hat sich in ihrer elterlichen Wohnung erschossen. s Neu- Isenburg. Der Tagelöhner Georg Heilbronn wurde wegen Totschlags seiner Ehefrau zu 7 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. ! Aus Rheinhessen. Der Winzer bemächtigt sich an vielen Orten eine große Aufregung, die die Händler die Preise für Portugieser Trauben stark herunterdrücken. Sie treten zahlreich den bereits bestehenden Winzergenossenschaften bei, und in anderen Gemeinden werden neue Genossenschaften gegründet, um die gutgeratenen Trauben nicht zu Schleuderpreisen abgeben zu müssen. An einzelnen Orten ist es wegen des niedrigen Angebots sogar zu Tätlichkeiten zwischen den Bauern und Händlern gekommen. ! Vom Mittelrhein. Das verkaufte Schwein. In einem mittelrheinischen Orte verkaufte die Frau eines Landwirtes an einen Metzger ein Schwein. Der Ehemann der Verkäuferin schrieb da rauf dem Metzgermeister folgende Bestätigung:„ Teile Ihnen hierdurch mit, daß ich mit dem Verkauf meiner Frau einverstanden bin, ich überlasse Ihnen das Schwein für 65 Pfg." Für den Spott brauchte er keine Sorge zu tragen. ! Ober Ingelheim, 27. Sep. In einem befür Oberhessen bestanden in diesem Jahre 64 Hand- genen Sohne nach und nach sämtliche Enten von der n Vor der Meisterprüfungskommission nachbarten Dorfe sind einem Landwirt von seinem eimehr zehnjährigen Bestehen der Kommission haben im werker aus 22 Berufen die Prüfung. Seit dem nun- Straße gestohlen worden. ganzen ihre Prüfung als Meister 623 Handwerker aus den verschiedensten Berufen abgelegt. Nächsten Sonntag vormittag erhalten die Jung- Meister der letzten Prüfung im Gewerbeschulhaus zu Gießen ihren Meisterbrief. - die Prüflinge statt, die sich den letzten Meisterprüfungen unterzogen hatten. Mit diesem feierlichen Schlußaft haben 62 Handwerker sich den Titel„ Meister" für ihren Beruf erworben. Der 1. Vorsitzende der Meisterprüfungskommission für die Provinz Oberhessen, Baumeister Traber, begrüßte die zahlreiche Festversammlung, insbesondere die Vertreter der Regierung und der Handwerkskammer, streifte die Verhältnisse des Handwerks im Mittelalter, betonte den Wert der heutigen Meisterprüfungen und teilte mit, daß die Anforderungen an das Handwerk und damit an die Meister immer größer werden. Dieser Befähigungssteigerung konnte sich auch die Prüfungskommission nicht verschließen und hat an die Prüflinge 3. T. sehr scharfe Bedingungen gestellt; so daß ein Prüfling schon gleich zu Beginn der Prüfungen zurücktrat mit der allerdings lobenswerten Offenheit, daß er für die ihm gestellten Aufgaben sich nicht ge= nügend vorbereitet fühle. Regierungsrat Welcker gab den Jungmeistern das Sprichwort:„ Rast ich, so rost ich" mit auf den Weg. Gewerberat Fald- Mainz, der Vorsitzende der Hess. Handwerkskammer ermahnte die Prüflinge für eine gute Ausbildung der Lehrlinge besorgt zu bleiben und auch selbst durch Weiterbildung im Beruf und Betätigung an öffentlichen Angelegenheiten für das Handwerk zu wirken. Das Handwerk verlangt tüchtige Männer. Kaufmann Röhr überbrachte die Glückwünsche der Handelskammer Gießen und Professor Dr. Krausmüller die des Gewerbevereins Gießen mit der sehr beachtenswerten Ermahnung, daß sich die Jungmeister den in ihren Wohnorten bestehenden ge= werblichen Vereinigungen anschließen sollten. Architekt Huhn, der stellv. Vorsitzende der Prüfungskommission, ermahnte die Prüflinge zu einer geordneten Geschäfts= führung, Stadtv. Petri zur Kollegialität zu ihren anderen Berufsmeistern, dann würde manches anders werden. Baumeister Traber sprach dann kraft seines Amtes 62 Kandidaten, die 25 verschiedenen Berufen angehören und in 31 Orten Oberhessens wohnen, zu geprüften Meistern und die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Huhn und Keßler teilten daran anschließlich niemand diese Gelegenheit, welche uns so leicht nicht end die Meisterbriefe unter Handschlag an folgende Her ren aus: Schuhmacher: Ad. Schütz- Butzbach, Jak. Krausgrill- Niederweisel, Jul. König- Bad- Nauheim, Konrad Razz- Gambach, Ludwig Hill- Gießen. Schneider: Jak. Kurz- Lauterbach, Dönges- Bleichenbach, Heinrich Rausch- Maar. Buchbinder: Gg. Häuser Gießen. Sattler: H. Köhler- Hungen. Ma Ier- u. Weißbinder: Gustav Schmidt- Gießen. Spengler u. Installateure: D. Pfeffer- Grünberd, Ernst AdamF n Gegen das Urteil des Schwurgerichts wird der zum Tode verurteilte Erbe Revision beim Reichsgericht einlegen. gericht einlegen. Beim Verlassen des Sizungssaales machte Erbe seinem Groll gegen seine ehemalige Geliebte Kath. Wolf Luft, der er unflätige und drohende Worte zurief. Die während der Verhandlung bis zuletzt bewahrte Fassung hat Erbe vollständig verloren; er weint und schluchzt wie ein Kind. n Die letzten Aufführungen der Oberammergauer Passionsspiele, die wiederum mit größter Begeisterung aufgenommen und von vielen Hunderttausenden besucht wurden, gaben den Anlaß dazu, über diese herrlichen Darstellungen neue Lichtbildserien zu schaffen. Dieselben werden uns mit Vortrag des Herrn Ingenieur Haal aus Mainz vorgeführt( siehe Inserat) und wird hoffentmehr geboten wird, versäumen. Der ausgezeichnete Dichter und Schriftsteller Rudolf Greinz schreibt kurz: Eine weihevolle Stunde, in der Sie mir Ihr Oberammer= gauer Passion vermittelten, wird mir immerdar unvergeßlich bleiben. In Gießen findet die Aufführung am Mittwoch, den 4. und Donnerstag, den 5. d. Mts. im Saale des Hotel Einhorn statt, und zwar nachmittags 5 Uhr für Schüler und abends 8½ Uhr für Erwachsene. Der Vorverkauf für die Abendvorführungen befindet sich in der Musikalienhandlung Challier. ! Mainz. Dem Schlosserlehrling Heinrich Claßmann von hier ist die für besonders fleißige und tüchtige Handwerkslehrlinge der Staatseisenbahnwerkstätten gestiftete Medaille in Silber verliehen worden. Wichtige Worte an unsere Frauen. Frauen ohne zeitweilige Beschwerden gibt es wenige. Von Kindheit bis zum Alter scheint Leiden ein Teil der Frau zu sein. Vielfach hört man sagen,„ ich bin nicht mehr so stark wie früher und fürchte, daß ich so nie mehr sein werde." Es liegt dies in dem Blutzustande, welcher seine richtige Beschaffenheit nicht hat und da durch das Nervensystem sowie der ganze Störper mangelhaft gespeist wird. Frauen und Mädchen in den Uebergangsjahren untertegen vielen Störungen, welche speziell auf das Blut und die Nerven zurückzuführen sind, und kann Leciferrin nicht hochgenug geschäßt werden. Reciferrin ist ein Prä parat, welches bon anerkannt vorzüglicher Wirkung ift, um das Blut in einen gesunden, kräftigen Zustand zu bersetzen, dessen Cirkulation zu heben, sowie die Nerven zu kräftigen und den ganzen Körper widerstandsfähig zu machen. Vielfach erprobt und von Autoritäten verordnet. Leciferrin( Ovo- Lecithin- Eisen) foftet Mt. 3.- die Flasche. Beim Einkauf achte man genau auf das Wort Reciferrin. In Apotheken erhältlich, ganz sicher von: Universitäts Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. = Was ist Tripolis wert? Um Tripolis, den letzten afrikanischen Besitz der Turket, ist der türkisch- italienische Krieg entbrannt. Wenn wirtschaftliche Interessen auf dem Spiele stan den, wenn das Heimatland die wachsende Zahl der Menschen nicht mehr faßte, die überschüssige Voltskraft einen Abfluß brauchte, dann wurden oft kolonialkriege geführt. Mit keinem dieser wesentlichen Argumente fann Italien seinen Angriffskrieg begründen. Gerade Italten hat noch Raum für viele Menschen, und die wirtschaftlichen Interessen in Tripolis Itegen noch weit in der Zukunft. demokraten geplant. Die Sozialdemokraten wollen noch über die Handhabung des Reichsvereinsgesetzes und die Maßregelung der Eisenbahner in Elsaß- Lothringen Interpellationen an die Reichsregierung richten. Die diesjährige Vertreterversammlung des Reichs= verbandes der Vereine der nationalliberalen Jugend findet am 3., 4. und 5. November in Karlsruhe t. B. statt. Neben den geschäftlichen Erörterungen wird jezt vor Beginn der Reichstagswahlen vor allem die polktische Aussprache im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen. Spanische Verstärkungen für Marokko. Die spantsche Regierung sendet erneut Verstärkungen nach Melilla. Aus Malaga ist am Sonnabend der Dampfer„ Lazarone" mit 500 Soldaten an Bord abgegangen. Auf diesem Dampfer befand sich auch der Herzog Alfons von Orleans, der in einem Infanterieregiment als Leutnant dienen wird. Der türkische Besitz in Nordafrika umfaßt das et gentliche Tripolitanien mit der Hauptstadt Tripolis, das bts in die Sahara sich erstreckende Hinterland Fessan und die alte Cyrenaica. Tripolitanien, dessen Größe etwa der des deutschen Reiches gleicht, wird von ungefähr 700 000 Menschen bewohnt. Einst war Tripolts eine der Kornkammern Roms, bis dann die Araber das Land eroberten und seine Kultur vernichteten. In den Tezten Jahrzehnten hat das Land einen geringen wirtschaftlichen Aufschwung genommen. Doch noch immer tst nur ein winziger Bruchteil des Landes bebaut. Der Bodenkultur ist eine schmale 3one an der Küste, der gebirgige Dichebel mit südländischem Gartenbau und einzelne Dafen im Innern erschlossen. Die Gerstenernte Tripolitantens erreicht in günstigen Jahren 750 000 Hektoliter, der Ertrag an Weizen ist bedeutend geringer und das Olivenöl reicht nicht einmal für den BeBarf des Landes aus. Nach einer vor Jahren vorgenom= menen Schäßung umfaßt die gesamte anbaufähige Fläche etwa 350 000 Quadratkilometer. Aber dieser fulfurfähige Boden kann erst in ferner Zeit unter großen Opfern dem Anbau erschlossen werden. Für den Han= del besitzt Tripolttanten eine nur geringe Bedeutung. Die Stadt Tripolis, die den einzigen guten Hafen thr elgen nennt, ist der Sammelpunkt des gesamten auswärtigen Handels. Einfuhr und Ausfuhr beziffern sich Insgesamt auf ca. 20 Mill. Mart. Der Sahara- oder der Karawanenhandel ist seit Unterdrückung der Stlaperet fast ganz erloschen. Um dieses Wüstenland, zu deffen Pacifizierung ungeheure finanzielle Mittel und große kolonisatorische Fähigkeiten gehören, hat Italien Ben Krieg begonnen. Rundschau vom Cage. Politisches Kleine Nachrichten. Der Kabinettsrat der Kaiserin, Dr. v. Behr- Pinnow, tritt jetzt von seiner Stellung zurück, die er seit 1904 innegehabt hat. Den zahlreichen Wohltätigkeitsanstalten unter dem Protektorat der Kaiserin ist sein hervorragendes Organisationstalent und seine tatkräftige Mitarbeit überall zugute gekommen. Zur Uebersiedlung der kronprinzlichen Familie nach Danzig wird gemeldet: Die Kronprinzessin mit th ren Kindern wird schon am 12. Oktober dort eintref= fen, während die Ankunft des Kronprinzen erst am 15. Oktober erfolgen wird. Die Renovierung der Villa, welche der Kronprinz beziehen wird, ist beendet. Vorgestern sind bereits auf dem Langfuhrer Bahnhof mehrere Möbelwaaen aus Berlin eingetroffen. Der perfönliche Adjutant des Kronprinzen ist mit seiner Familte bereits in Danzig anwesend. Der japanische Major Joshida, der dem InfanterieRegiment Nr. 9 zugeteilt ist, und der seinerzeit auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg der Spionage verdächtigt wurde, erhielt den Bayerischen Militärverdienstorden 3. Klasse. bende einer norweaischen Expedition, die sich im vorigen Jahre zur Jagd nach Spitzbergen begeben hatte, aber im Herbst infolge der ungünstigen Etsverhältnisse von der Rückkehr abgeschnitten und gezwungen worden war, auf Spizbergen zu überwintern. Die aus fünf Mit gliedern bestehende Expedition hatte während des Winfers die furchtbarsten Qualen und Entbehrungen zu er letden gehabt. Drei Mitglieder waren im Februar Hungers gestorben. Die beiden jetzt Geretteten haben sich seit Monaten ohne Lebensmittel befunden und thr Leben zuletzt nur noch dadurch aufrechterhalten, daß sie das Leder ihrer Stiefel und ihre Belzwerkbekleidung kochten und verzehrten. Ste hatten längst alle Hoffnung auf Rettung aufgegeben und befanden sich, als sie von der Besatzung des Schiffdampfers aufgefunden wurden, in äußerster Not und halbtot vor Kälte und Hunger. Verhaftung eines Rechtsanwalts. Der Justizrat und Notar Kayesr in Zabern im Elsaß ist am Freitag nach Unterschlagung von 150 000 M. flüchtig, furz bevor er verhaftet werden sollte. Der neue Bürgermeister von London. Zum Lordmayor und Bürgermeister von London wurde der bereits 87 Jahre alte Direktor des Hospitals St. Thomas, Crosby, gewählt. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, der am Freitag von seinem Gute Hohenfinom nach Berlin zurückgekehrt war, hatte gleich nach seiner Ankunft eine längere Besprechung mit dem Staatssekretär v. KiderlenWächter und prästöterte darauf einer Stzung des Staatsministertums. Auch am Sonnabend vormittag tonferierte der Kanzler erneut mit dem Staatssekretär des Aeußeren. Aus einem Eisenbahnabteil gestoßen. Auf dem Bahnhofe Beusselstraße in Berlin wollte ein Arbeiter ein stark besetztes Abteil besteigen, wurde aber von den Insassen zurückgestoßen und geriet mit dem rechten Bein zwischen Trittbrett und Bahnsteig. In diesem Augenblick fuhr der Zug an, wurde aber sofort zum Halten ge= bracht. Der Mann erlitt lebensgefährliche Verlegungen. Die Giftmörderin von Nenorleans. Zur Verhaftung der des mehrfachen Giftmords beschuldigten, den besten Gesellschaftskretsen angehörenden Anny Crawford in Neuvrlcans wird noch gemeldet, daß die Verhaftete innerhalb 14 Monaten ihren Vater, ihre Mut fer und zwet Geschwister durch Gift getötet hat. Die entfeßliche Tat hat die Mörderin bereits eingestanden. Ueber die Beweggründe sagte sie aus, sie habe ihre Familie deshalb ums Leben gebracht, um in den Besitz des acht Millionen Mark betragenden Vermögens ihrer Eltern zu gelangen Wüste Straßentrawalle fanden Sonnabend abend in Dublin infolge des Bäckerstreiks und der dadurch verursachten Hungersnot unter der armen Bevölkerung statt. Frachtwagen wurden auf den Straßen umgestürzt, und ihr Inhalt wurde unter die hungernden Frauen und Kinder verteilt. Die Lage ist äußerst ernst. Für 50 000 Mart Brillanten geraubt. Bei der Juwelierfirma Friedrich Weiland in Stettin wurde nachts ein schwerer Einbruch verübt. Die Diebe hatten sich in das Haus einschließen lassen und durchbrachen dann vom Keller aus das Gewölbe. Ste raubten Brillanten im Werte von 50 000 Mart. trabl elega wet ber pfleg binet Sale fifer Schoß ten schon Ruhe More fange fich to famte fchoß feine Endl Aum Nach die A die ha beim gibt f Inipe im 3 der S gefteic G aus t. Po Brief: tere S folgen Flasch Achtel fudit, E Sohn Schule und de fchiede mein Ich we etwas Die deutschen Opfer der Aviatik. Die„ B. 3. a. M." gibt eine Liste derjenigen deutschen Flieger, die ein Opfer der Aviatik geworden sind. Die Städtenamen bes zeichnen die Orte, wo die Piloten tödlich verunglückten: 18. 6. 1910: Tod. Robl, Stettin. 28. 8. 10: Ernst Blochmann, Habsheim in Elsaß. 1. 10. 10: Heinrich Haas, Trier. 25. 10. 10: Oberleutnant Willy Mente, Magdeburg. 6. 2. 11: Leutnant Stein, Döberib. April 11: Hans Bockemüller, Johannisthal. 23. 5. 11: Charles Laemmlin, Straßburg. 9. 6. 11: Georg Schendel und setu Passagier Voß, Johannisthal. 6. 9. 11: Oberleutnant Neumann und sein Passagier J. Lecomte, Habsheim. 10. 9. 11: Raymund Eyring, Weil- Stuttgart. 29. 9. 11: Paul Engelhardt. Johannisthal. Bei Sturmwetter im Kanal strandete bei Boulogne der Dampfer König Friedrich August" von der Hamburg- Amerika- Linte. Er wurde gegen den Wellenbre= cher getrieben und liegt noch dort. Der Dampfer hat mehrere hundert Passagiere für Amerika an Bord. Die Marokkoverhandlungen dauern an. In Blättern wie der Bost" wird verlangt, daß Deutschland die Marokkoverhandlungen vertagen solle, weil der Ausbruch des türkisch- tfaltenischen Krieges die politischen Verhältnisse von Grund aus verändert habe. Wie aber die neueren Nachrichten aus Parts zeigen, rechnet man dort noch immer mit dem baldigen Abschluß des eigent= Itchen Marokkovertrages und dasselbe nimmt man in Berlin als gar nicht zweifelhaft an, weil es sich in der Hauptsache nur noch um redaktionelle Festlegungen einzelner Bestimmungen handeln soll, über die man fachlich bereits einig fet. Der inzwischen ausgebrochene Kriegszustand zwischen Italten und der Türket ändere am Fortgang und Abschluß dieser Verhandlungen nichts. Ihr vielfach beklagtes langsames Fortschreiten erkläre sich zum großen Teil durch die Natur der Dinge, über die es gelte, detaillierte Abmachungen zu treffen. Bei der am Freitag in Düffeldorf stattgefundenen Reichstagsstichwahl erhielt Bankdirektor Dr. Friedrich ( Bentr.) 35 894, Partetsekretär Haberland( Soz.) 89 283 Stimmen. Die Sozialdemokratte ist also als Stegerin aus dem Kampfe hervorgegangen. Aus dem Reiche der Technik. Schwerer Fliegerunfall. Der Wiener Aviatiker Ingenieur Sablatnig, der gestern mit dem Passagier Setdel von Wiener Neustadt nach Wien hin- und zurückflog, hatte eine Höhe von 400 Metern erreicht, als der Apparat in Brand geriet. Die Maschine stürzte mit großer Schnelligkeit zur Erde. Der Flteger wurde unversehrt unter den Trümmern hervorgezogen. Sein Pasfagter hatte schwere Verlegungen erlitten und mußte nach dem Krankenhaus gebracht werden. Bluttat eines ehemaligen Schuttrupplers. Der bisherige Schußtruppler, feßige Schreiber auf der katserlichen Werft Danzig, Großnick, kam in der Nacht zum Sonntag mit einem Kameraden in angetrunkenem zustande in eine Liförstube der Altstadt in Danzig, wo mehrere Bürger saßen. Ohne ersichtliche Veranlassung zog Großnick plötzlich einen Revolver und feuerte fünf Schüsse in das Lokal. 3wet Kugeln trafen den Tischler Wobbe in die Brust. Der an einem anderen Tische sitzende Lokomotivführer Bohl erhielt einen Schuß in die Schulter. Wobbe wurde in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht, ebenso der leichter verletzte Lokomotivführer. Der Revolverheld, der vers haftet wurde, soll während seiner Dienstzeit in Südwestafrika an Malaria gelitten haben und die Tat an scheinend unter den Nachwehen der Krankheit ausge führt haben. 2% Kilometer unter der Erde. Die dret ttefften Bohrlöcher der Erde befinden sich in Preußen; alle dret erreichen eine Tiefe von über 2000 Meter. Es sind dies das Bohrloch bet Paruschowitz im Kreise Rybnik mit 2003,3 Meter Tiefe, das von Schubin in der Provinz Posen gelegene, das 2149,4 Meter unter die Erde geht, und das tiefste mit 2239,7 Meter, das bet Czuchow, ebent= falls im Kreise Rybnik gelegen ist. Es wurde von der Königlichen Bohrverwaltung zu Schönebeck a. E. zwecks einer Untersuchung der Lagerungsverhältnisse des Steinkohlengebirges in den Feldern der Berginspektion Knurow angelegt. 7% Türme von der Höhe des Eifelturmes würden, aufeinandergestellt, die gleiche Höhe über der Erde erreichen. Bevorstehende Reichstags- Interpellationen. Wenn der Reichstag Mitte Oktober seine Arbeit wieder aufnimmt, wird er neben dem reichen gefezgebertschen Stoff. den er bewältigen soll, auch eine Reihe von Interpellationen vorfinden. Ueber die Marokkofrage wol len nahezu alle Parteien, von der Rechten bis zur äuBersten Linken, den Reichsfanzler interpellieren. Eine Interpellation über die Lebensmittelteuerung wird sowohl von der bürgerlichen Linken wie von den Sozial5) Aus Eifersucht. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Das größte Geschütz der Welt. Die Befestigungswerke, die den Eingang des Kanals von Panama schüßen sollen, werden das größte Geschütz der Welt aufnehmen. Das Rohr hat danach ein Kaliber von 488 Millimeter, es wiegt 130 Tonnen und vermag ein Geschoß von 1090 Kilogramm auf eine Entfernung von 16 Silometern zu schleudern. Jeder Schuß wird tausend Dollars fosten. Dieses Geschütz ist ein wahres Meisterwerk moderner Technik, da es so subtil gearbettet ist, daß ein einziger Soldat genügt, diesen Koloß zu bedie= nen. Der Guß des Geschützes hat beretts begonnen, die Fertigstellung wird aber erst in zwet Jahren erfolgen. Der Kriminalkommissar wies sogleich auf die Fußspuren hin, die nur von einem Manne herrühren konnten. Er holte ein Zentimetermaß aus der Tasche und stellte durch sonstige Messung fest, daß der Betreffende die Schuhgröße Nr. 44 habe. „ Er lebt also auf ziemlich großem Fuße," versuchte der Assessor zu scherzen. Der Untersuchungsrichter warf thm einen seiner durchdringenden Blicke zu, um thm verstehen zu geben, daß diese Sache sich durchaus nicht zu einem Spaß eigne. ,, und Ste meinen, Herr Kommissar, daß der Täter dann dort an dem Spalier hochgeklettert set?" „ Allerdings." " Schön! Wollen mal sehen!" Der kleine Herr erfaßte eine der graugrünen Letften und begann troß seiner Jahre wie eine Kate emporzuklettern. Aber er hatte sich kaum einen Meter boch gezogen, so brach der Stab, auf dem er stand, und er wäre zur Erde gefallen, wenn ihn der kräftige Kommissar nicht aufgefangen hätte. Vermischtes. Ein zum Tode verurteilter Fremdenlegionär. Der Fremdenleginonär Kartal ist in Paris zum Tode verurteilt worden, da er einem Feldwebel einen Faustschlag ins Gesicht versetzte, als dieser ihn wegen eines Diszip linbruches tadelte. Karkal hatte, nachdem schon Stilgestanden" kommandiert war, mit seinem Nebenmann noch eine lanie Unterhaltung geführt. Darüber stellte thn der Feldwebel zur Rede und ließ ihn für einige Zeit in die Straffompagnie versetzen. Der Fremdenlegionär war darüber so erbost, daß er gegen seinen Vorgesezten handgreiflich vorging. Martyrium einer Forschungsexpedition. An Bord eines Fischdampfers, der gestern von Spitzbergen nach Tromsö zurückgekehrt ist, befinden sich zwet ueberle= hergehen. Sie blieben schließlich an dem Vorgitter des Gartens haften. „ Was ist das, was dort an der Untermauerung des Gitters Itegt?" Gefälschte Banknoten als Trangebühr. Ein eigenartiges Verfahren, gefälschte Banknoten an den Mann zu bringen, hat ein Gaunerpaar in Chicago mit bestem Erfolg in die Verbrecherpraris eingeführt. Vor eintgen Tagen erschten in der Wohnung eines der befannnfesten Chicagoer Geistlichen ein junges Brautpaar, das unter Vorlegung der Heiratslizenz um Vollziehung der Tranung bat. Der Geistliche entsprach auch der Bitte, und traute das Paar in seinem Empfangszimmer, was in Amerifa als eine durchaus legale Prozedur zu gelten hat. Nach der Eheschließung erklärte der frischgebackene Ehemann, daß er dem Geistlichen als Traugebühr 30 Dollars zugedacht habe, daß er aber leider nur eine 50Dollarnote bet sich habe und deshalb bitten müsse, ihm den Schein zu wechseln. Der Geistliche tat das auch berettwillig und gab 20 Dollar heraus, mußte aber bald die Entdeckung machen, daß ihm der Gauner einen oefälschten 50- Dollarschein hingelegt hatte. Durch die eintgeleitete Untersuchung fam es erst heraus, daß das sait bere Pärchen den gleichen Trick vorher schon bet etwa fünf Geistlichen mit gleichem Erfolg zur Anwendung gebracht hatte. Der Boltzist begab sich, in wettem Bogen die Fußspuren vorsichtig umgehend, nach der angegebenen Stelle und hob eine Letter hoch. Aha," sagte Herr von Scharffenstein sichtlich befriedigt, der Mensch hat die Leiter hterher und wieder zurückgeschleppt und dabet der Bequemlichkeit halber jedesmal auf die Erde gestoßen. So sind die viereckigen Stapfen entstanden." „ Sehen Ste," belehrte der Untersuchungsrichter die abrigen, daß es gar nicht möglich war, an diesem alten Spalter emporzuklimmen! Ich wiege nur 112 Pfund, aber selbst bet weniger als 100 Pfund wäre dieses morsche Gestell gebrochen. Es ist aber nicht anzunehmen, daß der Mensch bet dieser Fußgröße ein so geringes Gewicht gehabt hat. Er muß also eine Letter zur Verfgung gehabt haben. Und nun schauen Sie einmal, meine Herren! Hier find ta neben den Fußspuren deutliche viereckige Stapfen, als wenn er beim Gehen etne Latte oder dergleichen in den Fußboden gestoßen bat!" Er ließ seine spürenden Blicke in der Runde ummissar. Bringen Ste die Letter hterher!" befahl der KomEr ergriff die ziemlich leicht gebaute Letter und versuchte, ob die Seitenleisten in die Spuren paßten. Die Leiter ist von dem betreffenden getragen und der Fußboden gar nicht damit berührt worden," erflärte er. " So?" machte der Untersuchungsrichter enttäuscht. " Uubedingt! Wie Sie sehen, Herr Gerichtsrat, mitßten die Spuren sonst rund gewesen sein. Ste sind aber viereckig." „ Das ist allerdings wahr! Die Sache wird dadurch rätselhafter. Dte Spuren sind eben frisch wie die Fußtapfen. Auf irgend eine Weise und zwar zu derselben Zeit müssen sie doch hierhergekommen sein!" Der Assessor zuckte verlegen die Achseln, und Herr von Scharffenstein fuhr fort:„ Gehört diese Letter Hier zum Hause, Herr von Marleben?" ,, Vielleicht von einem eigenartigen Spazierstock?" witzelte der Affeffor wieder lächelnd. „ Darüber wird das Dienstmädchen Auskunft geben können." Sie wurde herbeigeholt und zeigte gleich ihre Verwunderung darüber, wie diese Letter, die sonst hinten im Holzstall zu stehen pflegte, hierher gekommen sein möge. Ich möchte Ste doch bitten, Herr Assessor, die Sache etwas ernster zu nehmen! Bedenken Ste, es handelt sich hier um ein hingeopfertes Menschenleben!" " Ich meinte es aber auch gar nicht scherzhaft", versuchte sich Herr Mallmitz zu verteidigen. „ Ist der Holzstall verschlossen?" " Nur durch einen Holzpflock, der vor die Kramme gelegt ist." " Nun dann konnte sie also leicht hierher gebracht werden." Er eilte wieder, gefolgt von den Herren, in das Haus zurück. " Dann um so schlimmer! Sie müssen sich doch sagen, daß es keinen Spazierstock in viereckiger Form von 5 Bentimeter Dicke gtbt!" Der Kretsphysikus hatte mittlerweile die photographische Aufnahme des Raumes und der beiden Toten beendet, und Fritz stellte zur Abfassung des Protokolls den auf der anderen Seite des Korridors gelegenen Salon zur Verfügung. " Noch eins," sagte der Untersuchungsrichter. Wissen Sie, in was für Geldsorten die Summe im Geldschrank lag, Herr von Marleben?" " Jawohl! Ich habe selbst den Kassierer begleitet, der es hierher gebracht hat. Es waren zwanzigtausend Mark in Gold und zehntausend Mark in Banknoten, von denen nur zwet Tausendmarkscheine waren, das übrige waren Hundertmarkscheine." ,, Das ist aber doch merkwürdig! Ich meine so= viel Geld legt man sich doch nicht in Goldmünzen hin!" ,, Aber es war so! Es schien das eine Art Marotte meines Vaters zu sein. Er empfand eine, ich möchte fagen, findliche Freude bet dem Gedanken, feiner Frau soviel bares Geld zu vererben." Mal n Bier fo Ku B.: habe i Weile S El Artanje gab am verfolg fein N Herr v und so alte M heirate in Ver die Ne Preston der abf im ef Das s wehr Gemal Flinter Boden ren, m die Na amte h Sier Tür schmer in feine lagen t marent ins 11n fammel Anstalt drana Mundi ferrefer Gnade. paar M dem M chert. lebende die Ge von we teren Wohnf A 28 D fett ach Jahre S betreffen nannt n Der Scharffe fort, den Un bamit f beltle Ermord fter F Thres dingt m muß „ Get durchaus eines M Schimpft 23iffenfch möglich, man gen aur Ver Lente a Lanen De Sand. Amerifa Ittät abg Hir Ste T e t M 1 F 推 te tt Fir It It m te It= 18 er te. 08 en ne 30 50% im bes ald eintalts twa ing Serr hier ben Vernten fetn mme racht баз goto Coten folls genen ter. Die ausgleichende Gerechtigkelt. Das Wiener„ Er trablatt" erzählt folgendes nette Geschichtchen: In einem eleganten Hause in einem südwestlichen Bezirke wohnen zmet Sünstler: im Zwischengeschoß ein Schauspieler, in ber ersten Etage ein Hofmusiker. Im 8wischengeschoß pflegt der finderlose Mime bis in den späten Mittag hinein zu schlafen. In der ersten Etage bildet sich ein Talent in aller Stille: die jugendliche Tochter des Mufiters übt nämlich stundenlang Stalen. Im Zwischengeschoß pflegt man oft bis lange nach Mitternacht mit gut= ten Freunden zu pokulieren. In der ersten Etage ist schon nach 10 Uhr abends ein gutes Gewissen das beste Ruhekissen. Im zwischengeschoß war fürzlich bis zum Morgengrauen große Gesellschaft, verschärft durch Gefangsvorträge. In der ersten Etage revanchierte man fich tags darauf durch einige derbe Tänze, die vom ge= famten Dienstpersonal ausgeführt wurden. Im Erdge schoß erzitterten die Wände und der Schauspieler und feine Frau wälzten sich ruhelos in den Kissen herum. Endlich sprang der ergrimmte Mann aus dem Bette, Itef zum Schreibtisch, verfaßte ein Billet und schickte es dem Nachbar im ersten Stock. Es dauerte nicht lange und die Antwort fam zurück.„ Die hat fa Schiller g'schrieben, die hat fa Goethe dicht".... Nun, bittere Beschwerde beim Hausherrn. Der mehrfach verstockte Binspascha albt feinen Bescheid. In seiner Vertretung erscheint der Inspektor und verkündet das Urteil: Der Schauspieler im Zwischengeschoß wurde um dreihundert Kronen der Hofmusiker im ersten Stock um zweihundert Kronen gesteigert! Das nennt man ausgleichende Gerechtigkeit! Schwere Rechenaufgabe. Wie man der„ Voss. 3tg." aus Stettin schreibt, erhielt ein Lehrer in Rummelsburg t. Pomm. voit dem Vater eines Schülers folgenden Brief: Wollen Sie fünftig meinem Sohne, bitte, leichtere Hausaufgaben geben. Dieser Tage hatten Sie ihm folgende Aufgabe gestellt: Wenn drei Achtel Bier 48 Flaschen füllen, wie viele Flaschen werden von fünf Achteln gefüllt? Wir haben den ganzen Abend versucht, das herauszufinden; es war aber unmöglich. Mein Sohn weinte und wollte den nächsten Tag nicht zur Schule gehen. Ich mußte also fünf chtel Bier faufen, und dann haben wir uns viele Flaschen von sehr verschiedener Größe geliehen. Wir haben sie gefit, und mein Sohn hat die Zahl als Antwort aufgeschrieben. Ich weiß nicht. ob sie richtig ist, da wir beim Umgießen etwas Bier verschiittet haben. PS. Bitte, das nächste Mal mit Waffer rechnen zu lassen, da ich nicht mehr Bier kaufen kann." Die böse Schule! Kummer. A.:„ Ich wollte, ich hätte Zahnschmerzen!" B.:„ Warum denn dieser Wunsch?"- A.:„ Ach, ich habe soviel anderen Kummer, daß ich den mal für einé Weile vergessen möchte." Lynchgericht an einem Weiken. Ein neuer Rassenkrieg ist im amerikanischen Staate Arkansas ausgebrochen, und ein blutiger Lynchmord gab am Mittwoch das Signal zu einer wilden Negerverfolgung in der Stadt Dumas. Diesmal war es aber fein Neger, sondern ein weißer Mann, ein alter Herr von 67 Jahren, der die Wut der Menge entfachte und schließlich dem Richter Lynch zum Opfer fiel. Der alte Malpaß hatte in jungen Jahren eine Negerin geheiratet und war zusammen mit seinen Mulattensöhnen fn Verdacht gekommen, heimlich Branntwein an die Neger zu verkaufen. Der Sheriff von Dumas, Preston, und sein Stellvertreter Steil begaben sich zu der abseits der Stadt liegenden Wohnung des Alten, um eine Haussuchung und Verhaftung vorzunehmen. Das Haus blieb geschlossen und ein wildes Ge= mehrfeuer empfing die Beamten, wobet die schwarze Gemahlin des Verdächtigen und ihre Söhne eifrig die Flinten führten. Der Sheriff Preston fant fofort tot aut Boden, Stett suchte feine Mission alleinzut Ende zu füh= ren, wurde aber ebenfalls nt te dergeschossen As die Nachricht in die Stadt fam, eilten sofort nene Beamte herbet und näherten sich vorsichtig dem Hause. Hier war alles still geworden; als man die Tür einschlug, fand man den alten Malpaß schmer verwundet und mit einem Schuffe im Schenker in seinem Blute am Boden Itegen. met seiner Söhne lagen tot daneben. Die Fraut aber und der dritte Sohn maren verschwunden. Man überführte den Gefangenen ins Untersuchungsgefängnis. Am nächsten Morgen verfammelte sich eine mittent de Boltsmasse vor der Anstalt, forderte Einlaß, zertrümmerte dann die Türen, drana in die Relle des Alten und schleppte dent vom Wundfieber befallenen Gefangenen zu dem großen Wasferreservoir. Vergebens flehte der Gefangene um Gnade, ein Strick wurde um seinen Sals gemorfen, ein paar Minuten später nendelte der zuckende Körper über dem Wasser und wurde von Revolverfugeln durchI= chert. Dann begann eine Razzia unter den in der Stadt lebenden Negern, die gezwungen wurden, auf der Stelle die Gegend zu verlassen; bold ritten bewaffnete Trunys von weißen Männern aus der Stadt, um auch im metteren Umkreise die schmarze Bevölkerung aus Wohnstätten zit vertreiben. ihren " Wo ist übrigens das Testament?" „ Auch das ist, wie ich gesehen habe, verschwunden." „ Wer sollte ein Interesse daran haben?" " Das kann ich nicht sagen. Ich befinde mich erst fett acht Tagen wieder in Deutschland und war vier Jahre abwesend in Amerika." ,, Woher wurde das Geld geholt?" „ Von der Hauptkasse der Dresdner Bant." " So melden Sie sofort, Herr Kommissar, daß die betreffenden Papiere gesperrt und die Nummern genannt werden." Der Kommissar ellte zum Telephon, und Herr von Scharffenstein fuhr in seiner bündigen, bestimmten Art fort, dem Assessor das Protokoll zu diktieren. Und nun, Herr von Marleben", sagte er, als er bamit fertig war, muß ich Ihnen noch eine etwas hettle Sache mitteilen. Sie wissen, daß die Leiche der Ermordeten obduziert werden muß. Sie wird in kürze= fter Frist abgeholt werden. Aber auch die Sektion Ihres verstorbenen Herrn Vaters halte ich für unbedingt notwendig. So peinlich es für mich ist, ich muß “ Seten Ste unbesorgt!" ftet Friz ein.„ Ich teile durchaus nicht die Ansicht der Leute, die die Sezierung etnes Abgeschiedenen als etwas Entwethendes oder gar Schimpfliches ansehen. Es wäre im Interesse der Wissenschaft zu wünschen, daß soviel Menschen wie nur möglich, und zwar besonders solche, deren Lebenslauf man genau kennt, thren Körper nach ihrem Ableben zur Verfügung stellen. Manches unschäzbare Material tönnte auf diese Weise zusammengestellt werden. Also laffen Ste nur immerhin die betden Letchen abholen!" tm Tetter, aufend oten, баз e fo= bin!" Carotte möchte Fran Der Untersuchungsrichter drückte ihm ernst dte Hand. Ste sind ein Mann! Man merkt, daß Sie in Amerikas Schule gewesen sind und falsche SentimentaIttät abgestreift haben. Wir werden uns tch muß für Ste wohl fagen, letder!- noch öfter sehen. Für - Folgenschwerer Dammbrum. Eine furchtbare Ueberschwemmungsfatastrophe hat fich am Sonnabend in dem Orte Austin im nordameri tanischen Staate Arkansas ereignet. Es barst ein Mühlendamm und ungeheure Wassermassen wälzten sich in den Ort. Sämtliche 300 Säufer des Ortes wurden bis auf sechs von den Fluten weggeschwemmt. Zweitausend Menschen sind umgekommen. Sie liegen unter den Trümmern begraben. Diese gerieten in Brand, so daß viele der Umgekommenen verbrannt sind. Der Draht meldet uns heute folgende Einzelheiten über die Katastrophe: Aus allen Richtungen sind Hilf= züge nach Austin abgegangen. Der hochgelegene Müh= lendamm an dem Stapelplaß einer Bauholzgesellschaft ist plötzlich geborsten, worauf sich Millionen von Gallonen Wasser, die dort aufgestaut waren, auf den unterhalb des Dammes im Tale gelegenen Ort Austin niederwälzten. Sämtliche Häuser wurden mit den Bewohnerr weggeschwemmt oder zerstört. Die Trümmerhaufen find in Brand geraten. Viele Bewohner retfeten sich auf Hügel, doch wird die Zahl der Umgekommenen auf über 2000 angegeben. Sechzig Leichen, in der Mehrzahl von Frauen und Kindern, sind bereits geborgen. Der Wasserschwall ist über den Ort aus etner Entfernung von nur einer halben englischen Meile Hereingebrochen. Die leßten Nachrichten über die Katastrophe. Nach den letzten Berichten sind bei dem Dammbruch in Austin 400 Personen umgekommen und eine große Anzahl verlegt. Der Ort ist jetzt eine grauenhafte Trümmerstätte. Die Flutwelle hat große Gebäude eine halbe Meile weit fortgerissen. Das nachfolgende Feuer machte eine Rettung unmöglich. Die ganze Nacht hindurch ertönten Hilferufe und Schmerzensschreie der unter den brennenden Trümmern liegenden Verwundeten. Augenzeugen erzählen, daß die Flut= melle sich mit Bligesschnelle und furchtbarem Getöse Heranwälzte, Verwirrung und Entsetzen verbreitend. Steinhäuser stürzten wie Kartenhäuser zusammen. Der Kampf um Tripolis. Die Würfel sind gefallen, der Appell an die Waffen tst erfolgt. Die italienische Regierung hat der Türkei den Krieg erklärt und bereits gestern die Blockade von Tripolis vollzogen. Die italienische Flotte ist vor Tripolis versammelt und vielleicht ist es inzwischen schon zu den ersten Zusammenstößen gekommen. Der Krieg ist da und wann und wo er enden und ob er zu lokalisieren sein wird, steht bei den Göttern. Italien wollte allem Anschein nach den Krieg unter allen Umständen und hat deshalb seine letzte Note in einer Form gehalten, auf die ein Staat, der überhaupt noch Selbstach= tung besitzt, nicht anders als ablehnend antworten fonnte. Dazu ist die Frist von 24 Stunden so kurz bemessen gewesen, daß fede Vermittlung von vornherein ausgeschlossen sein mußte. Man glaubt offenbar in Rom, den Steg sicher in der Tasche zu haben und schenkt sich deshalb jede Rücksicht auf den schwächeren Gegner. Aber vielleicht werden Jtalten schwere Täuschungen be= rettet, denn ein schwacher Gegner ist die Türket keineswegs. Unbestätigte Gerüchte. Nach einer in Paris vorliegenden Athener Meldung soll die griechische Regterung die Mobilisierung threr gesamten Armee angeordnet haben. Von amtlt= cher Stelle wird die Meldung dementiert. In Ham= bura wurde Sonntag früh durch Anschlag die Nachricht verbreitet, daß das österreichtsch- ungarische Generalfon fitlat Mitteilung gemacht habe von einer Mobilisierung in Defterreich- Ungarn. Das österreichisch- ungarische Generalfonfulat hat demgegenüber dem Wolfffchen Telegraphenbureau sofort erklärt, daß diese Nachricht den Tatsachen nicht entspricht, und daß ihm von einer Mobilisierung in Desterreich- Ungarn nicht das Geringste bekannt ist. Die Handelsschiffahrt stockt. Wie von italienischer Seite versichert wird, kreuzen mehrere türkische Torpedoboote auf dem Adriatischen Meere und bedrohen die Dampfer, die die Adria zu durchqueren oder an der Küste von Dalmatien, Mon= tenegro und Epirus entlang zu fahren suchen; die Handelsschiffahrt Stockt. Eine apulische Schiffahrtsgesellschaft hat die italienische Reglerung gebeten, einigen ihrer Schiffe Kriegsschiffe zur Begleitung betzugeben, da sie Kenntnis davon erhalten habe, daß türkische Torpedoboote im tonischen Meer Jagd auf Schiffe italienischer Kaufleute machten. Die Türket min bis zur Erschöpfung kämpfen. Trotz des türkischen Ministerwechsels wird von Regierungssette mitgeteilt, daß in der prinzipiellen Haltung der Türket in der Tripolisaffäre sich nichts geändert hat. Die titrfische Regierung wird in Tripolis um ihr Recht und thr Ansehen bis zur Grichöpfung fämpfen. Man erwartet fedoch, daß die Mächte eingreifen und mettere Angriffe auf die Souveränität der Türkei auch In Trivolis verhindern werden. Die türkische Negterung versichert, daß keine Ge: heute aber: Gott befohlen! Sie sehen etwas erschöpft auts. Salten Sie den Kopf aufrecht! Nehmen Ste das betrübende Schicksal mit jener Ergebenheit hin, die uns dem unabänderlichen Geschehnis gegenüber zukommt, und denken Sie daran, daß wir machen und daß der Verbrecher seiner wohlverdienten Strafe nicht entgehen wird!" Er bat den Kommissar um setne Begleitung tm Automobil, und dieser Iteß die beiden Polizisten zur Bewachung der abgeschlossenen Räume bis zur Abholung der Leichen zurück. Fritz begleitete die vier Herren bis an das Gitterfor. 8 ste eben in den Wagen gestiegen waren, kam ein Tagameter herbeigeeilt, dem eine elegante, schlanke Junge Dame entstieg. Mallmitz verbeugte sich im Rücksitz, während das Gefährt eine Schwenkung machte, und grüßte, seinen Zylinderhut lüftend, auffallend höflich diese Dame, wofür sie mit einem kaum merklichen Nelgen des Kopfes dankte. 8. Kapitel. Kennst Du diesen Herrn, Itebe Feltcta?" fragte Friz, als er an der Seite der dunkelgeleideten Dame langsam den Stetustufen der Seitenveranda zuschritt. „ Ja, flüchtig. Doch das nachher. Weshalb rtefst Du mich so bestimmt hierher? Ist das schon gefürchtete Ereignis eingetreten?" „ Mehr als das! Ich wage faum, es Dir mttzuteilen." ,, Aber ich bitte Dich! Erfahren muß ich es fa doch, also dann lieber so schnell als möglich." Frizz berichtete, während er ste nach den oberen fahr für das türkische Geschwader, welches Betrut ver laffen hat, vorliegt und daß alle Maßnahmen getroffen worden sind, damit dieses Geschwader unbeschädigt t die türkischen Gewässer einlaufen kann. 12 Kohlendampfer find beauftragt, diese Flotte an einer unbekann ten Stelle mit Heizmaterial zu verproviantieren. Die Kriegsbegeisterung in Italien. Dem italienischen Kriegsminister liegen tausende von Gesuchen von Offizieren und Unteroffizieren vor, die an dem tripolitanischen Feldzug tellnehmen möch= ten. Außerdem baten in allen Regimentern, die zur Verstärkung des Erpeditionskorps bestimmt sind, dte Offiziere so zahlreich um Berücksichtigung, daß eine Auswahl durch das Los stattfinden mußte. Bei den Truppen, die zur Teilnahme an der Expedition bestimmt sind, kam es zu enthusiastischen Kundgebungen. Eine Kundgebung für Deutschland in Rom. Sonnabend abend fam es in Rom während einer Musikaufführung zu einer Massenkundgebung für Deutschland. Nach der Aufführung marschierte ein gro ßer Zug nach der deutschen Botschaft und brachte dort unter Rufen„ Es lebe der Kaiser! Es lebe Deutschland" eine herzliche Kundgebung dar. Ein Seegefecht an der Kleinasiatischen Küste. Konstantinovel, 2. Oktober. Der Walt von Janina meldet von gestern: 3met itlienische Banzerschiffe bombardierten aus der Ferne die türkischen Torpedoboote im Hafen von Reschadie, wobei ein Torpedoboot beschädigt wurde. Die italienischen Kriegsschiffe liefen sodann in den Hafen ein, feuerten gegen die Stadt und beschädiaten einige Gebäude leicht. Dann bohrten sie die Torpedoboote in Grund, worauf sie den Hafen verIteßen. Die italienische Flotte lief auch den Hafen von Murto an und nahm dort den Hafenkapitän und dret Barkenführer gefangen. Das Bombardement von Brevesa. Sonntag mittag 2% Uhr wurde Prevesa nach schwe= rem Bombardement eingenommen. Viele Gebäude sind zerstört. Eine große Anzahl Einwohner ist getötet. 1600 Italiener befeßten die Stadt. Türkischerseits sind 10 Bataillone gegen sie abaegangen. Der Kampf hat be= reits begonnen. Zum Kommandanten des Feldzuges in Albanien wurde der aus dem albanischen Aufstand bekannte Dichawid Pascha ernannt. Konstantinopel, 2. Oktober. In Prevesa sind 2 Bataillone türkischer Truppen aus Luros eingetroffen. Ein Zusammenstoß mit den Italienern steht be= vor. Weitere Drahtmeldungen vom Kriegsschauplake. Athen, 2. Oktober. Das türkische Torpedoboot, das am Sonnabend in der Nähe von Prevesa vor den Schiffen des italienischen Geschwaders flüchtete ind auf den Strand lief, ist vollständig verloren. Der Kapitän tst getötet und acht Mann sind ertrunken. Rom, 2. Oftober. Die italienische Regierung erklärte die Blockade der Küste von Tripolis und Kyrenatka von der tunesischen Küste bis zur ägyptischen Grenze. Die erzbereite" französische Kriegsmarine. Paris, 2. Oktober. Bei einer Revision des Vizeadmirals Bellun einige Tage nach der Katastrophe der„ Liberté" auf dem Panzer Patrie" wurde der Befazzung der Befehl erteilt, die zur Unterwasserseßung der Pulverkammer dienenden Vorrichtungen in Betrieb zu setzen. Von 38 Schleusen funktionierten 26 nicht. Der Admiral erklärt in seinem Bericht, wenn ein Brand auf der Patrie" ausgebrochen wäre, wäre eine Katastrophe nicht zu vermeiden gewesen. Die kampffustigen Mazedonier. Sofia, 2. Oktober. Mehrere ehemalige Bandenführer aus Mazedonien organisierten eine FreiwilligenTegion zum Kampfe gegen die Türket. Ste beabsichtigen, morgen dem italienischen Gesandten ihre Dienste anzubieten. Der türkische Appell an die Mächte. Konstantinopel, 2. Oftober. Auf die türkische Zirkularnote an die Großmächte ist bisher keine Antwort eingelaufen. Wie verlautet, wird der Ministerrat die ganze Nacht versammelt bleiben, um die Antwort abzuwarten. Drabinachrichten und Demestes. Die Marokkoverbandlungen vor dem Ministerrat. O Paris, 2. Oktober. Heute vormittag ist der Kabinettsrat zusammengetreten, um sich mit den deutsch- französischen Verhandlungen zu beschäftigen. Ein englischer Dreimaster gestrandet. Om Bliffingen, 2. Oftober. Ein englischer Dretmaster ist in der Nähe von West Capelle gestrandet. Zehn Mann der Befaßung ertranfen. Der Dampfer Kronprinz Friedrich August" wieder flott. Hamburg, 2. Oftober. Der deutsche Dampfer Kronprinz Friedrich August", der gestern bei Boulogne auf Grund gertet, ist heute früh ohne fremde Hilfe wieder flott geworden und kann seine Ausreise nach Neuyork fortsetzen. Zimmern begleitete, ausführlich über das Ereignis dieses Morgens. Miß Molesworth hörte aufmerksam zu, ohne daß sich auf ihrem schönen, regelmäßigen Antlitz ein Zeichen threr starken inneren Erregung kenntlich gemacht hätte, und ließ sich dann auf einen Sessel nieder. „ Schrecklich!" erklärte sie, als er seinen Bericht beendet hatte.„ Aber es hilft nichts, ich muß die Toten fehen." „ Wie?" rief Friz erschrocken. Das ist ja ganz unmöglich!" ,, Es gibt nichts unmögliches. Es ist das einzige Mal, wo ich Deine Angehörigen sehen kann, wegen des Kranheitszustandes Deines Vaters wurde mein Besuch immer wieder aufgeschoben, und dieses einzige Mal sollte ich mir entgehen lassen?" " Du mußt, Itede Felica!" Auf threr marmorweißen Stirn, von der sich die tlefschwarzen Haare scharf abhoben, erschienen zwet fletne senkrechte Fältchen. Ich will es!" erklärte ste etgensinnig. " „ Und ich will es nicht!" versette er fest.„ Es wäre geradezu eine Sünde, wenn ich Dir Gelegenheit geben würde, Dir diesen graustgen Anblick einzuprägen. Für folche Eindrücke ist Deine Seele nicht geschaffen." Ste zog dte schöngeschweiften vollen Lippen schmollend nach vorn," Oh, wir Amerikanerinnen fürch= ten uns nicht vor starken Erregungen. Wir haben stählerne Nerven!" " Mag sein, Itebe Faltcta. Aber ich appelltere an Dein ästethisches Gefühl. Wenn Du das nicht ganz vera leugnen willst, mußt Du Dich intr fügen." ( Fortsetzung folgt.) Zur Aufklärung über die Herſtellung von Palmin) Es besteht vielfach noch die Anficht, Palmin fel ein aus verfchiedenen Fetten zufammengefetztes Kunftprodukt, das irgend welche unbekannten Zufäße oder Beimischungen enthalte. Obwohl schon der überaus reine Ge fchmack des Palmin erkennen läßt, daß diefe Anschauung auf einem Irrtum beruht, erklären wir, um Mißverſtänd niffe zu beseitigen: Palmin ift abfolut reines Pflanzen. fett und beſteht einzig und allein aus dem fehr fettreichen Fleisch der Kokosnuß; es wird daraus durch Preffung und Reinigung gewonnen und weift keinerlei Zufäge irgend eines anderen Stoffes auf( auch kein Waffer), enthält vielmehr 100% reines Fett. $ Palmin ift neuerdings auch weich( Schmalzähnlich) zu haben. H. Schlinck& Cie, A- G Friedberger Fohlen- und Pferde- Markt Dienstag den 24. u. Mittwoch den 25. Oktober 1911 Verlosung am 25. Oktober d. s. von 14 Fohlen, welche auf dem Markt angekauft werden, einigen Pferde- Geschirren, landwirtschaftl. Geräten u. sonstigen nützlichen Gegenständen( im ganzen 200 Gewinne). Lose à 1 Mark sind zu beziehen durch die Herren: J. Hirsch und W. Trapp. Bur Benutzung unserer Pferdeställe wolle man sich rechtzeitig an das Unterzeichnete wenden. Das Pferdemarkt- Komite. Soeben erschien: Gießen Im Saale des ,, Hotel Einhora" Gießen Nur Mittwoch, dea 4. u. Donnerstag, den 5. Oktober. Beide Tage Ab.nds 8½ Uhr Erwachsene nachm. 5 Uhr Schüler 0000000 Lloyd Kursbuch der Schnellzüge im Deutschen u. Internationalen Verkehr. Preis Mk. 1.-. In allen Buchhandlungen vorrätig! Welt- Reise- Verlag G, m. b. H., Berlin W. 35. Orginal Aufnahmen der Oberammergau. Passionsspiele In Glas- u. Blechflaschen Putzin Vertreter für der beste flüssige Metallputz. in ca. 100 farbigen, riesengroßen Projektions- Gemälden mit Darlehensanträge Vortrag durch Hein Ingentene Haal- Mainz. Preise der Plätze: Vorverkauf: Mil., 2. Blak 6.60 Mt., 3. Blaz 0 40 mi. Wisikalten handlung Challier, Num. Platz 1.25 Mt., Abendkasse: Num. Pl. 1.50 Mt., 1. Plaz 1.00 Mr., 2. Plak 0.80 m, 3. Platz 0.50 Mr. Nachm. 5 Uhr: 1. Platz 30 Pfg., 2. Platz 20 Pfg., 3. Platz 10 Pfg. Erwachsene doppelte Preise. Grossh. 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