erke icht chule, villige and. er- Pro ufman, wärter, amte. Rorium, en Besuch en; 2. eine af Exame der Unter orgfältigste facher und rstofi ver ortgesetzte dauer fie Ver men wird n koste igst. AM. SO Friedberg 1. Mai. urde be f. 22.20 Mt. 21.40 Mf. 21.20 der all mäßig Can zable der Mar ehielt aud feste Hal 50 je nad e billiger Safer, den aft faue rwert nod t. Die be falls ru erlohnt die bayerische mi. M- 1. 15- u. Mar em Pfar Natthäus nſam. wabe. esgemeind Id. uni. e. ner. tas- und J ei dem P fasgemeind heimer. 8 Uhr: Hag wird hl. Beidh union. gt. Militarg gen. Thl. Beid munion. Militärgotte e in Glegen C Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" ltegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. . Nr. 129. - Telephon: Nr. 362. Reichstags Abschied und Wiederkebr. dem der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 3. Juni 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen= gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Dir 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Reichstages, und andererseits hat das Parallelogramm zielen lassen. Ober- Regierungsrat Graef, als neu recht ungünstig auf die Arbeitsfähigkeit ver= des dem sich nicht ein beiderseitiges Einvernehmen hätte ereinDer Verlauf des letzten Sessionsabschnittes hat ge- Vorlage von entscheidender Bedeutung gegen die kon der politischen Kräfte dadurch, daß im Reichstage eine tretender Staatskommissar, dankte für die Begrüßung zeigt, daß der wiederholt totgesagte Reichstag immer servative Partei durchgesetzt wurde, während sich gleichund sprach die Hoffnung aus, daß auch zwischen ihm noch ganz lebensfähig war. Sind doch neben und der Kammer sich das Verhältnis in ebenso günstideutsch- schwedischen Handelsvertrag, dem Handelsabkom- bestattungsgesetz das Zentrum in die Opposition zeitig im preußischen Abgeordnetenhause bei dem Feuer- ger Weise gestalten möge, wie es bei seinem Vorgänger men mit Japan, dem Herbstdiätengesetz und den Vor- setzt sah, eine solche Verschiebung erfahren, daß man sich der Fall gewesen sei. lagen dritten Ranges zwei umfassende und bedeutsame vorsichtigerweise aller Prophezeiungen darüber enthalten Gesetzgebungswerke zustande gebracht worden, nämlich soll, was uns im Herbst an parlamentarischen Früchdie elfaẞ- lothringische Verfassungsreten und vielleicht an politischen Ueberraschungen beschieform und die Reichsversicherungs- Drd den sein wird. nung. Bei beiden hat es nicht an scharfer Opposition gefehlt, die freilich von sehr verschiedenen Seiten fam, bei der ersteren von der äußersten Rechten, bei der letzteren von der äußersten Linken. Wenn man beide Gesetzgebungswerke von der Parteien Haß und Gunst entwirrt, so ist man wohl zu der Hoffnung berechtigt, daß die Gewährung der weitgehenden Autonomie an die Reichslande den Verschmelzungsprozeß mit dem Reiche fördern wird, ebenso wie der weitere Ausbau der sozialen Versicherung trotz aller Verheizungsversuche in letzter Linie doch sozial versöhnend wirken muß. Ob die Dinge in der Herbsttagung ebenso verhält nismäßig glatt verlaufen, ob im Herbst eine ebenso reiche Ernte in die parlamentarische Scheuer gebracht werden wird, wie es jetzt im Sommer der Fall war, steht dahin. An Arbeitsstoff gebricht es dem Parlament jedenfalls nicht, denn das Programm ist sehr groß. Die Beratungen sollen mit der ersten Lesung des endlich dem Reichstage zugegangenen Privatbeamtenversicherungsgesetzes beginnen, und des weiteren gedenkt man nach dem hoffnungsvollen Plane des Seniorenkonvents, die zweite und dritte Lesung der Strafprozeßordnung, des Hausarbeitsgesetzes, der Vorlage betr. Errichtung eines Kolontal- und Konsulargerichtshofes, sowie die dritten Lejungen der Novelle zum Strafgesetzbuche und des Arbeitskammergesetzes zu erledigen. Außerdem befinden sich in den Kommissionen noch das Schiffahrtsabgabengesetz, das Kurpfuschereigesetz, die Vorlagen betreffend Aufhebung des Hilfskaſſengesetzes sowie betreffend Aenderung des Gerichtskostengesetzes und endlich die Fernsprechgebührenordnung. Was die Versicherung der Privatangestellten betrifft, so besteht bei allen Parteien der dringliche und hoffentlich auch in Erfüllung gehende Wunsch, dies hochwichtige Werk sozialer Fürsorge noch in dieser Ses sion unter Dach und Fach zu bringen. Die Novelle zum Strafgesetzbuch dürfte, nachdem die Beseitigung der sogenannten lex Wagner als sicher gelten kann, in der dritten Lesung keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mehr bereiten. Desto schlechter sieht es mit der Strafprozeßreform aus, die bisher noch keinerlei Einigung zwischen Reichstag und Regierung über die heißumstrit tene Frage der Organisation der Strafgerichte in Aussicht steht. Was das Arbeitskammergesetz betrifft, so wäre diese Vorlage, da die verbündeten Regierungen weder der Einbeziehung der Eisenbahnarbeiter noch der Wählbarkeit der Arbeitersekretäre in die Kammer zustimmen wollen, nur durch ein völliges, kaum wahrscheinliches Einschwenken der Reichstagsmehrheit zu retten, und auch inbezug auf das Heimarbeitsgesetz bestehen noch scharfe, die unausgeglichene Differenzen. Prüft man endlich Aussichten der noch in der Kommission befindlichen Vorlagen, so können das Kurpfuschereigesetz und die FernSprechgebührenordnung schon jetzt auf die Verlustliste gestellt werden, während die Regierung nicht ohne Grund auf eine Mehrheit für das Schiffahrtsabgabengesetz rech nen zu können glaubt. Aber im übrigen, was sind Hoffnungen und Entwürfe, besonders Gesetzentwürfe, angesichts der Tatsache, daß die Herbstsession, wenn auch die Neuwahlen nicht vor dem Januar nächsten Jahres stattfinden dürften, doch bereits völlig im Zeichen der Wahlagitation stehen wird! Diese wirken nach alter parlamentarischer ErFahren Sie SUPERIOR RAD musterhaft in Bauu Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislage! Fordern Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Waffen, Uhren, Musikwaren, sowie sonstige o Radfahrer- Bedarfsartikel gratis u. franko. HANS HARTMANN A: G.EISENACH 5 GROSSTES FAHRRADHAUS MITTEL- U.SÜDDEUTSCHIA Aus Stadt und Land. Pfingsten. Gießen, den 3. Juni. des Pfingsten, das liebliche Fest ist gekommen, und jubalsamische Düfte, leuchtendes Blau, Fluten von belebelnd klingen die Glocken von Turm zu Turm. Linde, bendem Licht, in denen sich die neu erwachte Erde wongehen: das ist Pfingsten! Der Höhepunkt der Natur, nig badet, um in verjüngter Pracht daraus hervorzuausgegossen zu werden scheinen. Die Erde ist jetzt ein das Fest, in dem Ströme von Leben über unsere Erde großer Tempel, in dem alles, was da atmet, dem Geiſte der Schöpferkraft, der Lebensfreude lobsingt, und die Weihrauchdüfte, die den Altar umwallen, sind die Wolken von Wohlgerüchen, die den Tausenden von Blüten entsteigen und Wald und Flur in eine Art von Festatmoſphäre einhüllen. Darum will auch das Menschenherz sich losringen von den Sorgen und Nöten des Alltages, sich emporschwingen über seinen Staub, seine bedrückenden Dünste in reinere Regionen, in die irdischen Zwiespaltes ewige Dissonanz nicht hinaufreicht. wußt das Pfingstfest als den Rest eines altgermanischen Und speziell wir Deutschen, die wir bewußt oder unbeFrühlingsfestes anerkennen, indem wir, gleich unsern heidnischen Vorfahren, Haus und Stube mit grünen Maien schmücken, halten es auch als Fest der neu erwachten und nunmehr köstlich geschmückten Lenznatur besonders hoch. Bittend schaut man zum Himmel auf, daß er nicht etwa das fröhliche Fest des Jahres, das Vermählungsfest der Menschheit mit der hochzeitig gesenbahn und Fuhrwerksbesitzer haben ja zu solch einem schmückten Natur, durch trübe Stimmung verderbe. Eihohen Festtage besondere Vorkehrungen getroffen, den immensen Hochzeitszug aus all den verschiedenen Städten in das junge Grün zu befördern, und Küche und Keller sind gefüllt worden, um die hungrigen Gäste zu erquicken. Wenn also wirklich der Himmel seinen Segen gibt, so werden wir das schöne Fest freudig genießen können. Fröhliche Feiertage! Der Landeslehrerverein für das Großherzogtum Hessen hält in der Pfingstwoche seine Vertreter und Hauptversammlung in Auerbach an der Bergstraße ab. Eine wichtige Tagesordnung steht zur Beratung. Zur Verstaatlichung der Volks= schule haben viele Bezirksvereine Anträge gestellt. Eine interessante Debatte erwartet man auch über den D ar m- städter Ordensantrag, der zahlreiche Anhänger und Gegner gefunden hat. Weiter steht ein Antrag auf Errichtung einer Krankenunterstützungskaſſe für Leh rer auf der Tagesordnung. Der Verein, welcher auf sein 42. Vereinsjahr zurückblickt, zählt jetzt 3506 Mitglieder. -hk- Der Vorstand der Hessischen Handwerkskammer hielt am Montag, den 29. Mai, eine Vorstandssitung ab, die sich mit der Vorbereitung der am 16. Juni stattfindenden Plenarizung zu befassen hatte. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vorsitzende, Gewerberat FalkMainz, dem scheidenden langjährigen Staatskommissar, Geh. Ober- Regierungsrat Dr. Wagner, herzliche AbSchiedsworte. Darauf begrüßte der Vorsitzende den neu eintretenden Staatskommissar, Ober- Regierungsrat Graef. Geh. Ober- Regierungsrat Dr. Wagner sprach seinen aufrichtigen und wärmsten Dank aus. Die Wünsche und Anträge, die die Handwerkskammer zu vertreten habe, seien naturgemäß nicht immer die gleichen wie die allgemeinen Interessen des Staates und wenn er in Wahrung der letzteren gemeinsam mit dem Vorstand der Kammer etwa vorhandene Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt habe, so erfülle es ihn mit besonderer Genug tuung, daß er sich keines Falles erinnern könne in seiner fast 9jährigen gemeinsamen Arbeit mit der Kammer, bei Die Studienfahrt deutscher Studenten dentenschaft Darmstadt, Abteilung für große Studiennach Italien. Das Exkursionsamt der Freien Stufahrten, veranstaltet zu Beginn der großen Ferien eine Studienfahrt nach Italien und dem Mittelmeer. Reise beginnt bei genügender Beteiligung in den einzelnen Hochschulstädten. Als Treffpunkt ist Luzern in Aussicht genommen; dort sollen sich die einzelnen Gruppen vereinigen, um nun gemeinsam in 8 Tagen Mailand, die Ausstellung in Turin und Genua zu besichtigen. Der zweite Teil der Reise erstreckt sich auf einen Besuch von Florenz und Rom. Für diejenigen, die die Venedig und dem Gardasee vorgesehen. Beide Gruppen Augusthize in Mittelitalien fürchten, ist eine Fahrt nach vereinigen sich nach 10 Tagen in Genua, um von dort Antwerpen in 11 Tagen nach Hamburg führt. An die die Rückreise anzutreten, die über Algier, Gibraltar und ser Fahrt können sich die Studierenden und Dozenten aller deutschen Hochschulen beteiligen. Es ist die Möglichkeit gegeben, nur einen von den 3 Teilen der Reise * mitzumachen. Der sehr geringe Preis, es sind zirka 350 Verpflegung, Quartier) veranschlagt, ermöglichen es auch Mark für die vierwöchentliche Reise als Kosten( Fahrt, nicht allzusehr mit Glücksgütern gesegneten Studenten sich an der Fahrt zu beteiligen. Alle Anfragen werden ohne Verbindlichkeit vom obengenannten Amt erledigt. Heimlicher Warenhandel. Der sogenannte heimliche oder unangemeldete Warenhandel sist schon seit langem Gegenstand ernster Klagen der DetailEingaben an die gesetzgebenden Körperschaften eine Aenlisten. Zur Behebung dieses Mißstandes fordern sie in derung der Gewerbeordnung dahin, daß jede Warenvermittelung in größerem Maßstabe anmeldepflichtig ist und daß derjenige, der Waren vermittelt' auch dies äußerlich und für jedermann erkenntlich zum Ausdruck bringen muß. Die Handelskammer erklärt ihre Zustimmung zu diesen Bestrebungen. =)(= Gießen, 3. Juni. Während im vergangenen Semester ein Ausschuß der Gesamtstudentenschaft nicht zustande kam, ist in diesem Semester ein solcher wieder zusammengetreten. Den Vorsitz im Gesamt- und engeren Ausschuß führt cand. phil. Poepperling( Philologisch- Historische Verbindung). In der ersten Sizung wurde beschlossen, während der Anwesenheit des Großherzogspaares in Gießen am 12. Juni einen Fackelzug zu veranstalten. * Buzzbach, 3. Juni. Der hessische Fechtverein „ Waisenschutz" hält hier am 18. Juni sein Landes- Verbandsfest ab. * Frankfurt, 3. Juni. Fünf ehemalige Schüler der Liebig- Realschule standen vor der Strafkammer unter der Beschuldigung, das Laboratorium der Anstalt erbrochen und wertvolle physikalische Apparate gestohlen zu haben. Die Angeklagten, die infolge ihrer Tat kurz vor Ablegung des Einjährig- Freiwilligen- Examens von der Anstalt entlassen worden sind, gaben an, daß sie zum wissenschaftlichen Gebrauche die Apparate entwendet hätten. Sie haben sie allerdings zum Teil an Trödler verkauft. 3wei wurden freigesprochen, einer wurde zu einem Verweis, die beiden anderen zu drei und zehn Tagen Gefängnis verurteilt. Sie sollen jedoch der bedingten Begnadigung empfohlen werden. Darmstadt, 3. Juni. Der hessische Au tomobilklub hat den Plan gefaßt, für diejenigen armen Kinder, die wegen körperlicher Gebrechen nur selten oder gar nicht in unsere schöne Umgebung gelangen können, mittelst der Automobile seiner Mitglieder Automobilausflüge zu veranstalten, um auch ihnen die Freude an der herrlichen Natur und den erquickenden Waldaufenthalt zu ermöglichen. Es wird beabsichtigt, bei jedem dieser Ausflüge etwa 40-50 Kinder erst in langsamer Fahrt durch die Stadt und dann in die bewaldete Umgebung zu führen, und sie schließlich in einem schön gelegenen Lokal mit Kaffee und Kuchen zu bewirten, ihnen vielleicht auch durch Ueberreichung kleiner Geschenke ein bleibendes Erinnerungszeichen an diese Fahrten zu widmen. Die Bürgermeisterei hat sich bereits dankbar zustimmend zu dieser Anregung geäußert, und so dürfte der schöne Gedanke, auch den ärmsten unter den Armen eine wirkliche Freude zu bereiten, schon in nächster Zeit praktisch zur Ausführung gelangen. Ilagader Die Krists im französischen Kabinett. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so ist auch dem Kabinett Monts feine lange Lebensdauer beschieden. Das kann man freilich jedem französischen Kabinett prophezeien und wird in 99 von 100 Fällen recht behalten. Indessen erscheint die Lage des Kabinetts Monis doch noch weit unsicherer, als es bei den französischen Kabinetten die geheiligte UeberIteferung vorschreibt. Denn nicht nur von außen, durch wechselnde parlamentarische Parteigruppierungen, droht dem Kabinett Gefahr, es birgt offenbar auch in sich selbst den Keim zu seinem Verderben. Trotz aller offiziösen Dementis scheinen tatsächlich zwischen Delcassee und Eruppi fchwere Meinungsverschiedenheiten zu herrschen. Dabei mag dahingestellt bleiben, ob als Motiv für Delcassees Unzufriedenheit mit der Cruppischen Marokkopolitik seine Furcht vor der Aufreckung früher begangener Fehler anzusehen ist. Bei der großen Rolle, die die Marokkofrage noch in der künftigen Politik Frankreichs spielen wird, könnten jedenfalls Meinungsverschiedenheiten in diesem Punkt dem Kabinett leicht verhängnisvoll werden. Der„ Staatsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Kreuzes und Sterns der Komture des königlichen Hausordens der Hohenzollern an den Staatsminister von Breitenbach, ferner die Ernennung des Mitgliedes des königlichen statistischen Landesamts in Berlin Oberregierungsrat Evert zum Präsidenten dieser Behörde. Ueber eins scheint man sich allerdings einig zu sein: Marokko soll mit einem französischen Protektorat nach dem Muster von Tunis beglückt werden. Wie weit die maßgebenden Persönlichkeiten in Marokko mit diesem Plan einverstanden sind, wird die Zukunft lehren. El Mokri, der noch immer in Paris weilt, hat ja allerdings den Gedanken weit von sich gewiesen; Mulay Hafid scheint sich indessen schon so halb und halb damit angefreundet zu haben. Einstweilen ist er durch das Eingreifen der französischen Truppen in die angenehme Lage versetzt worden, sein Mütchen an den Rebellen zu kühlen. Haben die Franzosen an den Greueln, die von den Sultanstruppen verübt wurden, nicht aktiv teilgenommen, so erfolgen sie doch unmittelbar un= ter ihren Augen. Es bleibt den Franzosen überlassen, diese moralische Beihilfe zu den Mordbrennereien mit ihrer angeblichen Kulturmission in Einklang zu bringen. Auch nach einer anderen Richtung hin hat das Eingreifen der Franzosen dem Sultan größere Bewegungsfreiheit gegeben: Er konnte sich seines Großwesirs El Glaui entledigen, der ihm nachgerade über den Kopf gewachsen war und der durch die rücksichtslose Eintreibung von Steuern, die zum größten Teil in seine eigene Tasche flossen, am meisten zu dem Aufstande beigetragen hat. Diese beiden Herrschertaten: Der Massenmord seiner Untertanen und die Absetzung ElGlauts mögen in Sen Augen Mulay Hafids immerhin solchen Wert haben, daß er dafür die französische Schutzherrschaft gern in Kauf nimmt. Deutsches und englisches Finanzwesen. Der Bundesrat hat in seiner letzten Sizung folgenden vom Reichstage angenommenen Gesetzentwürfen zugestimmt: 1. betr. die Gewährung einer außerordentlichen Entschädigung an die Reichstagsmitglieder, 2. wegen Aenderung des Zündwarengesetzes, 3. betr. den Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und Schwe den, 4. betr. die vorläufige Regelung der Handelsbeziehungen zu Japan, 5. betr. die Beseitigung von Tierkadavern, 6. der Reichsversicherungsordnung und dem Einführungsgesetz. Moderne Vorschriften über Begnadigungs- und Strafaufschubsachen. Das bayrische Staatsministerium der Justiz hat jetzt moderne Vorschriften über das Verfahren der Justizbehörden in Begnadigungs- und Strafaufschubsachen veröffentlicht. Bei der Behandlung der Gnadengesuche wird als leitender Grundsatz aufgestellt, daß ste gründlich, aber schleunig behandelt werden müssen. Es wird auch darauf hingewirkt, daß das Schreibwerk erheblich reduziert wird. Bemerkenswert ist vor allem die Vorschrift, wonach der Gefängnisvorstand in besonders dringenden Fällen die Strafvollstreckung vorläufig auf furze Zeit unterbrechen kann. Auch der Staatsanwaltschaft ist die einfachste Erledigung der Gesuche um Strafaufschub vorgeschrieben. Die Ergebnisse des Finanzabschlusses für das Jahr 1910 in Deutschland und England haben unverkennbar in manchen Einzelheiten eine gewisse Aehnlichkeit miteinander. Dies trifft auch auf die Etatsüberschüsse zu. Der britische Schatzsekretär hat den Ueberschuß des Jahres 1910 auf 170 Millionen Mark angegeben. Hierhei ist jedoch zu berücksichtigen, daß als Folge der innerpolitischen Schwierigkeiten des Jahres 1909, welche aus dem Widerstreit der beiden Häuser des Parlaments entstanden waren, erhebliche Steuerbeträge, die bereits dem Jahre 1909 zukamen, erft 1910 eingegangen sind. Auf diese Weise hat das Jahr 1910 Steuereinnahmen zu verzeichnen, die ihm eigentlich nicht zukommen. Der Etatsüberschuß von 170 Millionen tst also als der Ueberschuß der Jahre 1909 und 1910 aufzufaffen. In Deutschland hatte das Jahr 1909 gegenüber dem Etatsvoranschlag einen Ueberschuß von 118 Millionen gebracht. Der lteberschuß für 1910 läßt sich zwar zurzeit in genauen Zahlen noch nicht angeben, weil der Finalabschluß der Reichshauptkasse erst am 15. Juni vorliegt. Aber aus den bereits vorhandenen Ergebnissen der Einnahmen aus den Zöllen, den Steuern, der Reichspost- und Telegraphen- Verwaltung und den Eisenbahnen kann man wohl mit Sicherheit darauf rechnen, daß das Ergebnis der Jahre 1909 und 1910 zusammen den englischen Finanzüberschuß von 170 Millionen mindestens erreicht, wenn nicht sogar erheblich überschreitet. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Verstaatlichung des Eichwesens. Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, wird für Preußen die Verstaatlichung des Eichwesens am 1. April 1912 in Kraft treten, zu welchem Termin die Aufhebung der städtischen Eichämter erfolgen soll. Für die Eichämter kommt die Anstellung staatlicher Eichmeister, die für kleinere Bezirke in Frage kommen, in Betracht. Die bedeutenderen Aemter sollen mit höheren Beamten als Vorstände besetzt werden. Auch bei den übrigen Bundesstaaten ist gemäß§ 18 des Gesetzes vom 30. Mai 1908 die Verstaatlichung vorgeschrieben. Kleine Nachrichten. Kaiser Franz Josephs Ankunft in Wien. Der Katser traf gestern nachmittag 6 Uhr auf dem Staatsbahnhof ein. Ihm wurden von der auf dem Bahnhofsvorplatz versam melten Menge begeisterte Kundgebungen dargebracht. Der Kaiser bestieg den Wagen und begab sich nach Schloß Schönbrunn. Auf dem ganzen Wege bereitete ihm die Bevölke rung Ovationen. Der Generaldirektor der Hamburg- Amerika- Linie, Bals lin, feierte gestern sein silbernes Jubiläum. Glückwunsch. telegramme hatten u. a. der Großherzog von Oldenburg und der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg gesandt. Der Hamburger Senat beschloß, einen am Hafen noch herzustel lenden Kai ihm zu Ehren Ballin- Kai zu nennen. Die Technische Hochschule in Charlottenburg verlieh ihm die Würde eines Ehrendoktors. Reiches Vermächtnis. Der am 3. Mat zu Berlin vera storbene Rentier Albert Hauswaldt hat der Stadt Magde burg eine Reihe wertvoller Vermächtnisse hinterlassen. Seis ne antife Sammlung im Werte von etwa 150 000 M erhält das Magdeburger Kaiser- Friedrich- Museum und außerdem 50 000 Mzur Erwerbung antifer Gegenstände. 75 000 Merhalten verschämte Arme evangelischer Konfession. Eine internationale Uebersicht der Sparkassenstatistik veröffentlicht die Statistische Korrespondenz". Aus ihr ergibt sich für Deutschland und Preußen ziffernmäßig eine recht vorteilhafte Stellung. In Deutschland kamen im Jahre 1908 auf je 100 Einwohner 31,28, in Preußen 30,22, im Jahre 1909 31,04 Sparkassenbücher. Das ist ungefähr die Stufe, von der sich gegen Deutschland nach den neuesten Nachrichten Australien und Frankreich und namentlich Belgien mehr oder weniger merklich nach oben, Großbritannien und die Niederlande etwas nach unten entfernen. Wesentlich höher steht die Schweiz mit 55,23, Dänemark mit 54,49, Norwegen mit 38,59 und Schweden mit 37,96 Büchern, während Desterreich und Italien, namentlich aber die Vereinigten Staaten, Ungarn und Rußland weit zu= rückbleiben. Besonders günstig erscheint das Ergebnis für die Bevölkerung Frankreichs. Was die Höhe der Einlagen betrifft, so standen die Vereinigten Staaten mit 15,60 Milliarden Mark an der Spike, dicht gefolgt von Deutschland mit 14,55 Milliarden Mark, während alle andern Staaten unter 5 Milliarden blieben. Der Dant des Kaisers. Wie in einem Teil der geStrigen Ausgabe bereits drahtlich gemeldet wurde, hat der Kaiser dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg aus Anlaß des Zustandekommens des Gesetzes über die Verfassung von Elsaß- Lothringen und der Reichsversicherungsordnung sein Bildnis mit einem huldvollen Handschreiben übersandt. Auch die Mitarbeiter des Kanzlers sind nicht leer ausgegangen. So erhielt der Staatssekretär des Innern Staatsminister Dr. Delbrück das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Brillanten. Weiter wurde u. a. verliehen dem Direktor im Reichsamt des Innern Caspar der Wilhelmsorden und dem Direktor im Reichsamt des Innern Dr. Lewald der Stern zum Kronenorden 2. Klasse. 21) 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von Piltencron. ( Nachdruck verboten.) Wie ein scharfer Stachel bohrte sich dieser Gedanke in Ihr Herz und Hirn, so daß sie darüber alles andere vergaß. Die Hände im Schoß gefaltet, starrte sie aus dem Fenster in die Ferne hinaus. Die Tränen waren versiegt, und nur von Zeit zu Zeit murmelte sie tonlos- ,, wenns Frühjahr tummt und de Kuckuck schrit". Die älteste Frau Englands gestorben. Im Alter von 105 Jahren ist Trau Elisabeth Bristow gestorben. Bet ihrem 104. Geburtstag hat ihr König Georg ein Blumenbufett und Glückwünsche gesandt. Vor zwei Jahren war sie in ähnlicher Weise von König Eduard 7. zu ihrem 103. Gea burtstag beglückwünscht worden. Bei einem Einbruch in die Düsseldorfer städtische Leses halle fielen den Dieben für 16 400 Mark Wertpapiere und 80 Marf bares Geld in die Hände. Bet der Verhaftung der Diebe wurde nur das Bargeld vorgefunden. Die Wert papiere waren verbrannt worden. Dreißigmal Vater. In der Ortschaft Saint Usuge in Frankreich ist ein Bauer namens Bossot zum 30. Male Bater geworden. Bossot war dreimal verheiratet und ist in seinen drei Ghen der Vater von 17 Knaben und 13 Mädchen geworden. Von den Kindern leben noch 22. Ein Wiederaufflackern der Pest in Südchina wird aus Neuyorf gemeldet. Die chinesische Behörde hat sofort um fassende Maßnahmen gegen eine Ausbreitung der Seuche getroffen. Die Gesamtzahl der als pestkrank oder pestverdächtig isolierten Personen beläuft sich auf 68. Eine Kopfsteuer für Südwestafrika. Wie dem ,, Tägl. Korr." von gut unterrichteter Seite geschrieben wird, beabsichtigt der Gouverneur von Südwestafrika die Eingeborenen einer Kopfsteuer zu unterwerfen. Es sollen alle arbeitsfähigen, erwachsenen Eingeborenen beiderlei Geschlechts pro Monat eine halbe Mark Steuer entrichten. Bei Zahlungsunfähigkeit muß die Steuer in Gestalt von Arbeitsleistungen beglichen werden; es fommen 30 Arbeitstage der jährlichen Steuerverpflichtung gleich. Von der Steuer befreit werden alle im Dienste der Regierung stehenden Eingeborenen sein, außerdem die noch in ihren Stammstzen hausenden Hottentotten und Ovambos. Den einzelnen Gemeinden und Bezirksausschüssen soll die Ermächtigung erteilt werden, die Steuer im Bedarfsfalle zu erhöhen. Die erzielten Summen sollen ausschließlich zum Wohl der Eingeborenen Verwendung finden. Die Maßnahme der Regierung ist sehr zu begrüßen, weil dann der Kulturarbeit beinahe 4% Millionen zur Verfügung stehen. Da klopfte es an ihre Türe- einmal zweimal sie hörte es nicht, bemerkte auch nicht, daß die Tür aufging und der Vetter eintrat. „ Traurig, Käthchen, hast Du Heimweh?" fragt er. Seine Stimme klang so weich und freundlich, dabei war er nahe an sie herangetreten und hatte ihre Hand genommen, die er streichelte. Das überwältigte das Mädchen.„ Ju, ju!" schluchzte Rie auf. Da sezte er sich zu ihr, und während er ihre Linke in feinen beiden Händen festhielt, sagte er ihr, wie lieb er sie habe, so lieb, daß er sie nicht mehr fortlassen könne, daß fte nicht mehr Heimweh haben dürfe, denn ihre Heimat sei nun in seinem Herzen, in seinem Hause. 8 Millionen Mart Unwetterschaden. Wie die„ Tauberzeitung" von maßgebender Seite erfährt, beläuft sich der durch die Unwetterkatastrophe im badischen Taubergebiet verursachte Schaden auf rund 8 Mill. M. Zwei Frauen verbrannt. Bei einem in vergangener Nacht entstandenen Brande in Merzfeld in Mecklenburg, dem vier Wohnhäuser zum Opfer fielen, kamen zwet Frauen in den Flammen ums Leben. Ein Liebesdrama auf offener Straße. In Barmen ers schoß gestern morgen auf offener Straße der 46fährige Maurer Grewalowsky seine Geliebte, die 58jährige Ehefrau Schneider, mit der er seit Jahren ein Liebesverhältnis un terhalten hatte. Nach der Tat erschoß er sich selbst. Die marokkanischen Wirren. General Moynier erhielt den Befehl, Fez sobald als tunlichst mit dem Gros seiner Truppen zu verlassen und nur eine Schuttruppe von mehreren hundert Mann zurückzulassen. Die Gesamtstärke der französischen Maroffotruppen beziffert sich derzeit auf 42 000 Mann. Der marokkanische Großwesir El Glaui, dessen Willkürherrschaft an dem Tiefstande schuld sein soll, ist vom Sultan abgesetzt und zur Herausgabe der von den Stämmen erpreßten Gelder verurteilt worden. Mit großen Augen, in denen noch die Tränen standen, hatte Kathi ihm zugehört; wie er aber fortfuhr„ Du sollst hier die Herrin werden als mein liebes Weibchen," da unterbrach sie ihn. Red nit so! Du brukst a Mädel zur Fru, die Geld hätt, das häst immer seggt, und ich bin arm wie a Kirchenmus!" Er war ihr näher gerüdt, legte den Arm um sie und zaunte ihr zärtlich zu:„ Das ist mir alles gleich! Ich bin fa nicht arm und brauche schließlich nicht ums Geld heiraten. Keine andere gefällt mir wie das Käthchen, und leine andere soll mein Weibchen werden." - Den eigenen Sohn erschlagen. Der als ruhig und rechtschaffen bekannte Landwirt Hopfensperger in Erzolding in Bayern hat seinen siebzehnjährigen Sohn, der den Eltern und Geschwistern oft mit Totschlagen und Hausanzünden gedroht hatte, nach einem abends voraufgegangenen 3anke am andern Morgen im Bett mit einem Beil totgeschlagen. Der unglückliche Vater stellte sich selbst der Polizet. ste war ganz benommen von den gewaltigen und wechselnden Eindrücken, die sie bestürmten. Und ehe sies wußte, wies geschah, hatte er sie wieder und wieder gefüßt. Sie ließ es willenlos geschehen, denn " Sprich doch ein Wort, Käthchen, willst Du meine süße, fleine Frau werden?" drängte er und sah ihr tief in die Braunaugen, die ihn so hilflos und so verwirrt ansahen. abrte. Wiss Gin R Großstädten blidlich die wendigkeit feums herau den Reichst Fortichritts möglichst vo Shulausftat 150 Personen bei einer Explosion getötet. Aus Washington wird gemeldet: Das Staatsdepartement erhielt ein Telegramm, wonach bei der furchtbaren Explosion des Regierungsarsenals zu Managua in Nikaragua gestern nachmittag 150 Personen getötet wurden. Man glaubt, daß es sich um ein gegen die Regierung gerichtetes Verbrechen handelt. Einzelheiten über die Katastrophe fehlen noch. Ein blutiges Eifersuchtsdrama hat sich in München abgespielt. Die Frau eines Portiers pflegte den Sohn einer Nachbarin, einen Maler, auf den der Portier eifersüchtig war. Es kam in der Wohnung zu einem Streit, in dem der Maler die Portiersfrau vor den Augen ihres Mannes erschießen wollte. Der Portier sprang dazwischen und wurde von zwei Kugeln getroffen, von einer in die Schläfe, von der anderen in den Hale. Dann jagte sich der Maler selbst eine Kunel in den Kopf. Beide wurden noch lebend in die Klinik eingeliefert. „ Ja," antwortete sie leise. Wie im Traume hatte sie gesprochen, dann aber war es, als ob sie gewaltsam den Bann abschüttele, der sie gefangen hielt, und mit klarer Stimme sekte sie hinzu:„ Tu Dirs noch inmal überlege, ob Du wirklich an so armes Mädel wie ich bin, zu Din Fru habe wüllst." „ Ja, und tausendmal ja," erklärte er ,,, Dich will ich und feire andere." Die Ermordung einer russischen Krankenschwester. barmherzige Schwester am Petersburger Obuhoff- Hospital Katharina Kondiroff wurde aus Eifersucht von ihrem Liebhaber erstochen. Die Ermordete hatte schon seit sieben Jahren mit dem Täter ein Liebesverhältnis, dem fünf Kinder entsprossen waren, unterhalten. Jemersch, Du mußt das arme Dorfmädel doch unbändig lieb habe, daß Du gar nit nachs Geld frage tust," sagte. sie ,,, habe nimmer nit an so was denkt." Ihrem wunden Herzen, das sich von Hans verschmäht fühlte, tat diese uneigennützige Liebe, die sie, die schlichte, vermögenslose Dörflerin zur Frau Gastwirtin erheben wollte, unendlich wohl. Sie duldete es ohne Widerstreben, daß er ihren Kopf an seine Brust zog und ihr neben den zärtlichsten Liebesversicherungen lachende Zukunftsbilder vormalte. „ Schöne Verlobungsringe werde ich uns gleich besorgen," versicherte er ihr;„ eine goldene Halskette muß mein Käthchen auch haben, und wenn sie noch irgendeinen Wunsch hat, dann soll sie ihn mir gleich sagen!" Aus den Gerichtssälen. Lernmitteln allen den T reiche gehöre Der Fe Wiffenfchafte führt, dte te men waren. Wegen fahrlässiger Tötung seines zehnjährigen Stiefsohnes wurde der Tagelöhner Georg Knodt aus Mörfelden von der Straffammer zu Darmstadt unter Zubilligung mildernder Umstände zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte seine eigenen Kinder gut behandelt, während er diesem schwächlichen Knaben nur geringe Nahrung gab und ihn in barbarischer Weise mißhandelte und züchtigte, sodaß das Schläfenbein gelockert wurde und ein Loch in der HirnSie richtete sich auf.„ Ju, ich hätt a Wunsch. Die Hort, Julius, die Hort soll sin, wannst Frühjahr kummt und de Kuckuck schrit!" ,, Abgemacht," jubelte er, so solls sein. Das Bräutchen hat gleich die Hochzeit bestimmt, also, wenn der Schnee schmilzt und es Frühling wird." Wanns Frühjahr kummt und de Kuckuck schrit," wiederholte sie gedankenverloren, und dabei ging ein leises Zittern durch ihre Glieder. VII. gemeinsame und Roger. nichts näher einer gewöh Entfernung Phonographe durch den P ren fie unm Cin G bem ,, New tanischen G Ich schwöre willig verni auf den Fuß boden des G lichen Gebäu Frau Amrum traute ihren Augen nicht, als Schwe-) ster Röschen in höchst eigener Person zu thr kam und ihr von der Liebe und Verlobung ihrer beiden Kinder erzählte. Das Jawort wollte sie sich holen, und das bescheidene Jettchen fam sich ganz merkwürdig vor, von der älteren Schwes ster in so warmer Weise um ihre Zustimmung gebeten zu werden. Die Rolle einer Gewährenden war ihr fremd, hatte aber etwas sehr Beglückendes für sie. Trotzdem hätte sie entschieden Widerspruch dagegen erhoben, wenn nicht in Kathis Brief, den die Tante ihr mitgebracht, so wiederholt gestanden hätte: will; ich ver fein Gebäude Speisenrefte beren öffentli jedem Mensch beschützen; i wenn es sich außerdem ein tes zu werden lanisch. Das Aber ticht der Konf um Fall Rich in Saloniti et Dampfer allein ,, Mutterle, gib Din Kind Din Segen. Es is an afmatt Sach, daß Julius min Brutmann is. Du wirst nix darwider habe, und Dich frün, daß Din Tochter so an brave Mann friege tät, der nie nit nachs Geld frage tut. Wanns Frühjahr fümmt, soll die Hort sin, die Tanet wird Dir allens vertellen. Kumm bald, min Mutterle, und fief Dich hier um, was Din Dochter all friegen tät. Jns Dorf funnst vertelle von min grotes Glüd. Din Kathi." Frau Amrum hatte nun freilich bei sich gedacht, daß ihr Mädel besser aufs Dorf passe als in die Stadt. Der Hans Ruland, wenn sie beide ein paar Jahre älter wären, hatte ihr dabei als ein braver, zuverlässiger Schwiegersohn vorgeschwebt. Wenn nun aber die Sache so tam, und die Schwester, die doch was vom Stadtleben verstand, partu für die Heirat war und meinte, daß die Kathi da just am rechten Flecke sei, obgleich sie nicht mal eine Aussteuer mit bringen könnte, so überzeugte sich Schwester Jette schnell von der Richtigkeit dieser Auffassung. Sie stimmte der Tochter bei, die die Heirat„ a grotes Glüd" nannte ,,, von dem sie im Dorf vertellen sullt." Onkel Leberecht hatte Bedenken, als Kathi ihm iht Verlöbnis mitteilte. ( Fortsetzung folat.) Touristen zum gebiet ist dera hönheit gemie night einladend war bis tief hi hloffener Mar des Olymps fa thm eine flein auch der damal Trok angeblich hift zum Ziele egte aber allein und gelangte au mal scheint Rid Der Bericht sch Righter taum et Jm Motor Graek, der dur quer durch Afri erinnerlich, den queren. Bei Dom Gambest Sraek jetzt, wie Tnafla- See erre Rongoftromes 3 Der Neuyo meldet: Nach A fin der Badewa eit Weihnachte g auf Giftipu an fand Brie Bufolge fie Grun haben schein omens Anna, Diefer ist bishe congeflagt worde Automobil ohne Italten. Gine. Neger Riefen Machnou Schöne, die fich Diner Bublifum Fu anderen ho lante und wo tattliche Größe Entsprechend ihr Then Mahlzeite wohnlich 2 Biu Afund Gemüse u mit 3 Dutzend G Benthalts in Berl Berzählte, fich ein Douger ihrer anje mögen in die G Partie. Der Glüdst teitags, wenn te der elf gol erblin Lebe beigejezt sind, u en Sternen hat des Beritorbene Hem Fürstenstut Desmal, wenn Etern anbring nach und ng un aber der T burde jedesmal benen bei der Ehließlich blieb mußte bann au Stern in feinem alte Herr nach Lochenen Gluds bird auch iein er Statle nhof ein veriam acht. De of Schön Bevölts nie, Bal idmuni burg un St. Da herzustel men. Die ihm die erlin ver t Magde affen. Sel M erhält außerdem 000 Met Alter von Bei ih Lumenb 1 war fie 103. G che Lefe piere und ftung der Ote Werb Ujuge in 30. Male und ist in Mädchen wird aus ofort um er Seude r pestver „ Tauber fich der bergebiet rgangener dlenburg en zwel armen e ige Mau Ehefrau Siltnis un t. und recht olding in en Eltern Sanzünden en Bante geschlagen. zet. Aus Wa rhielt ein des Re ern nach bt, daß es Verbrechen en noch. inchen ab Sohn einer eifersüchtig t, in dem Mannes schen und te Schläfe der Maler och lebend ter. Die Off- Hospital frem Sieb ieben Jah inf Kinder gen Stief Mörfelden igung mil verurteilt vährend er ig gab und tigte, fodaj der Hirn als Schwe m und ih er erzählte idene Jett Pren Game gebeten ju thr fremd gdem hätte wenn nig , so wieder Es is an Du with Din Todter nachs Geld Te Sort fin bald, min Dochter all min grotes Rathi" gedacht, da Stadt Da Filter wären Schwiegers fo tam, und ftand, part siteuer mit ba juft am Jette nell ftimmte der annte, por hi ihm th schlagader entstand, welches den Tod des Knaben herbetfahrte. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ein Reichsschulmuseum. Nachdem in verschiedenen Großstädten Schulmuseen errichtet worden sind, die augenblicklich die Zahl 48 erreichen. hat sich immer mehr die Notwendigkeit der Schaffung eines dentschen Reichsschulmufeums herausgestellt. In diesem Sinne ist eine Eingabe an den Reichstag ergangen, in der im Interesse eines steten Fortschritts in Unterrichts- und Erziehungswesen eine möglichst vollständige Sammlung der früheren und jetzigen Schulausstattungen und Schuleinrichtungen, von Lehr- und Lernmitteln, Beschäftigungsmitteln, Schülerleistungen und allen den Dingen, die zum innern und äußeren Schulbereiche gehören, zu schaffen empfohlen wird. Der Fernphonograph. In der Pariser Akademie der Wissenschaften hat jüngst Arsonval Phonogramme vorgeführt, die telephonisch aus großen Entfernungen aufgenom men waren. Die Einrichtung des Aufnahmeapparates ist gemeinsame Erfindung der dret Erfinder Lioret, Ducretet und Roger. Ueber die Einrichtung des Apparates ist bisher nichts näheres bekannt, wohl aber über seine Leistung; mit einer gewöhnlichen Telephonleitung wird aus beliebiger Entfernung Sprache, Gesang, Musil oder was sonst dem Phonographen zugeführt, und die Wie jabe der Töne durch den Phonograph soll genau so der ich sein, als wä ren fie unmittelbar aufgenommen. Vermischtes Ein Schwur der amerikanischen Schulkinder. Nach bem Newyork American" mußten die Schüler der ameritanischen Schulen vor kurzem folgenden Schwur leisten: Ich schwöre, daß ich keinen Baum und feine Blume mutwillig vernichten will; ich verspreche feierlich, daß ich nicht auf den Fußboden der Straßenbahnwagen, auf den Fußboden des Schulzimmers oder irgendeines anderen öffentlichen Gebäudes und auch nicht auf den Bürgersteig spuden will; ich verpflichte mich endlich, feinen Gartenzaun und fein Gebäude zu beschädigen; i wil niemals Pavier oder Speisenreste auf der Straße, in Roanlagen oder an an deren öffentlichen Orten wegwerfen; ich will immer und jedem Menschen gegenüber höflich sein; ich will die Vögel beschützen; ich will das Eigentum anderer achten, wie wenn es sich um mein Eigentum handelte; ich verspreche außerdem ein treuer und rechtschaffener Bürger des Staates zu werden." Das klingt denn doch etwas zu ameriManisch. Das Abenteuer Richters am Olymp. In einem Bericht der Konstantinopeler deutschen Zeitung aus Saloniki zum Fall Richter wird mitgeteilt, daß Richter am 22. Mat in Saloniki eintraf und am 24. Mai mit einem kleinen Dampfer allein nach Stola- Katarinis fuhr, da sich andere Touristen zum Anschluß nicht fonden. Das ganze Olym= gebiet ist derart verschrieer, do e tre seiner NaturSchönheit gemieden wird. Außerdem war das Wetter gar nicht einladend, es hatte stark geschneit, und der Olymp war bis tief hinunter in Schnee gehüllt. Richter, ein entschlossener Mann, unternahm bekanntlich die Besteigung des Olymps schon vor zwei Jahren. Damals hatte sich fhm eine kleine Gesellschaft angeschlossen, unter anderen auch der damalige deutse Konsul Oman von der Lehe. Trok angeblich gute Führer fam die Gesellschaft jedoch nicht zum Ziele, man blieb samt Führern zurück. Richter Jetzte aber allein in unerschrockener Weise den Aufstieg fort und gelangte auch glücklich nach Thessalien herunter. Diesmal scheint Richter eine andere Rout gewählt zu haben. Der Bericht schitekt mit der Bemerkun, daß die Räuber Richter kaum etwas zuletde tur dürler Oberleutnant Im Motorboot" que durch Chrifa. Graetz, der durd seine Berichte über die Automobilfahrt quer durch Afril bekannt ist, versucht gegenwärtig, wie erinnerlich, den schwarzen Erdteil im Motorboot zu durchqueren. Bei seinem schwierigen Unternehmen, das ihn nom Sambesi zum Kongo führen soll, hat Oberleutnant Graez jetzt, wie er aus Fort Johnston telegraphiert, den Nyassa- See erreicht Vor dert will er die Zuflüsse des Rongostromes zu erreichen suchen. Furchtbares Unwetter in London. Ueber London ging Mittwoch abend nach einem sehr schwülen Tage ein Gewitter von außerordentlicher Heftigkeit nieder. Jm ganzen sollen steben Personen vom Blize getötet und etwa ebenso viele mehr oder weniger schwer verletzt worden sein. Auf dem Heimwege von Epsom traf der Blitz eine Gruppe von Menschen und tötete zwei. In einem Wagen wurde ein Knabe vom Blize erschlagen, auf seinem Pferde ein reitender Polizist und ihm zur Seite ein Konstabler. Ein Frau und ein Arbeiter sind das sechste und siebente Opfer. In zwei Kirchtürmen schlug der Blizz ein, ohne indessen nennenswerten Schaden zu tun. Im Lande, nördlich und westlich von London, schlug der Blizz in viele Häuser ein und zündete in mehreren Fällen. Zugleich kam der Regen in Strömen vom Himmel herab und setzte die Landstraßen unter Wasser, so daß viele hunderte von Automobilen und anderen Fuhrwerken, die auf der Heimkehr von Epsom begriffen waren, unterwegs liegen blieben. In tief gelegenen Stadtteilen überschwemmte der Regen bie Keller und trieb viele Familien aus ihren Wohnungen. Theater und Restaurants, die sonst am Derbytage überfüllt zu sein pflegen, waren leer, denn die glücklichen Gewinner hatten London entweder überhaupt nicht erreicht, oder waren bis auf die Haut durchnäßt. Die Zeitungen stellten gestern morgen fest, daß man in Lonbon seit einem Jahrzehnt fein Gewitter von solcher Heftigfeit mehr erlebt hat. Der Findling mit dem Tausendfrancsschein. In einem Walde bei San Vito in Italten fanden Holzfäller unter Gestrüpp ein in seine Linnen gewickeltes neugeborenes Kind. Am Halfe des Kindes hing eine Börse mit einer 1000- Franconote, auf deren Rand mit verstellter Schrift die Worte geschrieben waren: Pflegt das Kind sorgsam, Ihr werdet reichen Lohn haben." Man hatte kurz vorher dret Frauen, die im Automobil herangekommen waren, in der Nähe der Fundstelle gesehen. Berühmte griechische Räuber. Der Raub im Olymp", dem der deutsche Ingenieur Ednard Richter von dem optischen Institut Beiß in Jena zum Opfer gefallen ist, lenkt die allgemeine Aufmerkſamkett auf das romcntische Räuberleben, das sich in den Bergen Griecherlands allen Ableugnungen der griechischen Regierung zum Troß erhalten hat und die Reisenden belästigt. Die griechischen Räuber sind von einer Kühnheit, die ihnen nicht selten Weltruhm" verschafft hat. Ste übertreffen darin sogar noch die russischen Räuber, die sich schon im Hinblick auf ihre Unterstützung von amtlichen Stellen manches leisten können. Der bekannteste der griechischen Räuber ist der berüchtigte Närber Athanas, der Held so vieler schauriger Knabengeschichten und bunter Jahrmarktsbilder. Er hat es fertig gebracht, den Berliner Großkaufmann Israel au entführen und ein Lösegeld zu erlangen. Ihm steht an Kühnheit der Näuber Kapadaikos gleich, der im Jahre 1874 der Schrecken der griechischen Berge war. Er war bekannt lich ein akademisch gebildeter Arzt. Auf seine verbreche= rische Laufbahn ist er durch ein Berbrechen gedrängt worben, das an seiner Braut verübt und von der Behörde nicht verfolgt worden ist. Er nahm an dem hochstehenden Verbrecher eine blutige Rache und flüchtete dann in die Berge, wo er sich zum Hauptmann der Räuberbanden machte. Er war der Schrecken aller Wohlhabenden und besonders aller Beamten. Dagegen war er ein Freund aller Armen und Unterdrückten und wurde von ihnen als Nationalheld gefetert. In den achtziger Jahren und am Anfang der neunziger Jahre war der Abgott aller griechischen Räuber der ehemalige Leutnant Wulkow, der noch heute in manchen Volksgedichten gefeiert wird. Er war nicht nur tapfer und tollkühn, sondern ritterlich und von ungewöhnlicher Schönheit. Die Frauen verehrten ihn darum auch über alle Maßen und leisteten ihm Beihilfe. Wenn er verfolgt wurde, dann wußte er genau, daß er von den Frauen der Dörfer, durch die sein Weg führte, unterstützt wurde. Diefer Wnifom hat es tatsächlich fertig gebracht, ein verbrecherisches Gewerbe vollkommen zu organisieren und mit militärischen Dienstgraden auszuzeichnen. Ein von den Räubern gefangener General, ein Vorgesetzter des früheren Leutnants Wuikom, wußte darüber Wunderdinge zu berichten. Die Behörden wissen ganz gut, daß Räuber vorhanden sind, fa, sie sind sogar darüber unterrichtet, wer sich diesem würdtgen Berufe verschrieben hat. Trotzdem aber können sie dadie Räuber selbst zu Führern durch die Berge zu werben. In diesem Falle sind die Reisenden wenigstens sicher. Die Wolkenbruchkatastrophe in Baden. Der Neuyorker Frauenmord. Aus Neuyort wird gegegen nichts tun als meldet: Nach Ausspruch der Aerzte ist die, wie berichtet, in der Badewanne als Leiche aufgefundene Frau Scheib seit Weihnachten tot gewesen. Die Untersuchung mit bezug auf Giftspuren an der Leiche fiel bisher fruchtlos aus. Man fand Briefe in der Wohnung der Ermordeten, denen zufolge sie Grund zur Eifersucht gegen ihren Gatten gehabt zu haben scheint. Die Polizei fahndet nach einer Frau namens Anna, welche ein Verhältnis mit Scheib hatte. Dieser ist bisher noch nicht der Ermordung seiner Gattin angeklagt worden, sondern wird nur aus dem Grunde, ein Automobil ohne Lizenz gefahren zu haben, in Haft behalten. Eine Negerriesin. Ein weibliches Gegenstück zu dem Riesen Machnow bildet die Negerin Abomah. Die schwarze Schöne, die sich im Juni im Passage- Panoptikum dem Berliner Publikum vorstellen wird, zeichnet sich im Gegensat zu anderen hohen Persönlichkeiten" ihrer Art, durch eine chlanke und wohl proportionierte Figur aus; sie hat die tattliche Größe von 2,32 Metern und wiegt 350 Pfund. Entsprechend ihrer Größe ist auch das Quantum ihrer tägichen Mahlzeiten ein riesiges"; zu Mittag nimmt sie gewöhnlich 2 Pfund Fleisch, eine gleiche Portion Fisch, 8 Pfund Gemüse und 2 Hühner zu sich, während sie sich abends mit 3 Dutzend Eiern begnügt. Der Hauptzweck ihres Aufenthalts in Berlin ist, wie sie mit einem lieblichen Lächeln erzählte, sich einen Gatten zu suchen. Da die Riesin außer ihrer ansehnlichen Figur auch ein respektables Vermögen in die Ehe bringt, ist sie jedenfalls eine nicht üble Partie. Der Glüdsburger Stern. Am Abend des heutigen freitags, wenn in der alten Domkirche zu Roeskilde die terbli en Ueberreste des Prinzen Hans von Glücksburg beigesezt sind, wird in der Schloßkirche zu Glücksburg der liste der elf goldenen Sterne schwarz übermalt. Mit dieen Sternen hat es die folgende Bewandtnis. Der Vater des Verstorbenen, Herzog Friedrich von Glücksbur, iek jedesmal, wenn seine Gattin ihm ein Kind schenkt: cr dem Fürstenstuhle in der Schloßkirche einen vergon Stern anbringen. Die Zahl dieser Sterne vermehrte ich nach und nach und schließlich strahlten deren elf. Wie nuz aber der Tod diese stattliche Schar zu lichten begann, purde jedesmal der Stern, der den betreffenden Verstorbenen bei der Geburt begrüßt hatte, schwarz übermalt. Schließlich blieben nur noch zwei übrig; der Christians IX. mußte dann auch übermalt werden, und so blieb Hansens. Stern in seinem Glanze allein. So manches Mal hat der alte Herr nachdenklich im Anblicke des nun fast ganz erboschenen Glücksburger Sternenhimmels gestanden. Nun bind auch sein Stern erlöschen. Von der schwerer Gewitterkatastrophen der letzten Tage wurde cm shwesten das Taubergebiet getroffen. Ueber die geri dezu verheerende, folgenschwere Wirfung des Unwetters wurde bereits berichtet; die letzten Meldungen lassen erst genau erkennen, wie schrecklich die entfesselten Naturgewalten gewütet. So wird aus Heidelberg berichtet: Der Wolkenbruch wütete am Montag abend am heftigsten über Grünefeld, Hausen und Paimar. Das Unwetter brach ganz plöblich gegen 9 Uhr abends los, als es schon ziemlich dunkel rar und sich viele Leute bereits in den Betten befanden. Der sonst so stille kleine Dorfbach war nach wenigen Minuten zu einem wilden reißenden Strome geworden, der alles, was ihm im Wege war, in einer Ausbreitung von 200 Meter mit sich riß. Die am Bach entlang führende Straße und die links und rechts von ihm stehenden Häuser wurden buchstäblich unterwühlt, die Brücke fortgeriffen; außerdem wurden sechs Häuser und eine Scheune fortgeschwemmt und dem Erdboden gleichgemacht. Die Familie des Schuhmachers Hemm, Vater, Mutter und sechs Kinder, sind ertrunken; das Haus brach wte ein Kartenhaus in dem enfesselten Element zusammen. Ebenso wurde das Haus des Eierhändlers Michael Häußler sowie Häußler selbst, dessen 30jährige Tochter und ein an Besuch aus Amerika meilendes fleines Mädchen mit fortgeschwemmt. An eine Rettung von Vieh war nicht zu denfen. In der Eile flüchteten sich die Leute auf den Dachboden, nachdem das Wasser in wenigen Minuten Zimmer und Ställe gefüll: hatte. Im ganzen sind in Paimar 200 Stück Rindvieh, drei Pferde und viele Schweine ertrunken. Leider sind die meisten Dorfbewohner nicht versichert. Von 46 Gebäulichkeiten wurden nur drei vom Unwetter verschont, alle übrigen müssen, sowelt sie nicht weggeschwemmt wurden, eingerissen werden. Die unglücklichen Opfer von Taimar wurden von dem Wasser fortgeschwemmt, bis fte bei Grfinsfeldhausen und Grünsfeld an Bäumen hängend im Schlamm aufgefunden wurden. Bis um 3 Uhr nachmittags des nächsten Tages lagen die Toten in einer Scheune und im Rathaus. Die Sanitätsfolonne Tauberbischofsheim, die mit 40 Mann erschienen war, brachte später die Toten nach dem verwüsteten Paimar zurück. Ganze Weinberge rutschten zu Tal. Die Bäume lie= gen zu Tausenden entwurzelt umher. Die schöne Saat, die Heuernte find gänzlich vernichtet. In Grünsfeld hat das Unwetter das ganze Unterdorf heimgesucht un total verwüstet. Das größte Unglück betraf den Besitzer der Volkerts- Mühle. Die Mühle, die im direkten Anlauf des Waffers stand, wurde zur Hälfte weggerissen. Der Besitzer Volkert fam mit einem Mahlburschen vms Lehen. Beide hatten Mehl nach dem Spetcher getragen. In der Schnelligkeit von fünf Minuten war das Wasser so gewaltig angewachsen, daß den belden Unglücklichen der Rückweg abgeschnitten war. Volkerts Frau, vie: Kinder und eine Dienstmagd wurden von der Feuerwehr auf langen Leitern, die über den reißenden Strom gelegt wurden, gerettet. Ferner ist in Grünsfeld eine 73jährige Privatiere ertrunken; die Frau, die ein Ver mögen von etwa 100 000 Mark besaß, wollte eine Ziege retten, wobei sie vom Tode ereilt wurde. Ferner wurde der 40 Jahre alte Londwirt Strebel getötet. Auch wird der 14jährige Andreas Dürr vermißt, dessen Leiche im Schlamm stecken dürfte. Die Truppen taten bei den Aufräumungs arbeiten und der Bergung der Leichen ihre volle Schuldig feit. Auf eine Länge von zwei Kilometern ist der Bahn förper unterwühlt worden. Ein nen ausgeschachtetes Gleis wurde vollständig blokaelegt, sodaß die Schienen in der Luft schweben. In Gerlachsheim sind ebenfalls große Beschädigungen vorgekommen. Man schätzt dort den Verlust an Vieh auf annähernd hundert Stück. Der angerichtete Schaden dürfte insgesamt eine Million betragen. Drabtnachrichten und neuestes. Kopenhagen, 2. Juni. Prinz Adalbert von Preus Prinz Adalbert von Preußen in Kopenhagen. ßen, der als Vertreter des Kaisers an der Beisetzungsfeter für den Prinzen Johann von Holstein- SonderburgGlücksburg teilnimmt, ist heute vormittag hier eingetroffen und am Bahnhof vom Kronprinzen von Dänemark empfangen worden. Liebesdrama in einer Berlinez Laubenkolonic. Berliv. 2. Junt. In dem Laubengelände einer KoIonie im Süden der Stadt spielte sich gestern eine Tragödie zweier Liebenden ab. Eine 17jährige Verkäuferin wurde mit einem Schuß in der linken Schläfe im Blut schwim mend gefunden. Ein 18jähriger Schlosser. der sich eine nicht tödliche Schußwunde in den Kopf beigebracht hatte, gab an, das Mädchen und er selbst hätten wegen unüberwindlicher Ehehindernisse beschlossen, gemeinsam zu sterben. Hinrichtung eines vierfachen Mörders. Halberstadt 2. Junt. Der Invalide August Becker aus Jlsenburg, der wegen Ermordung seiner Frau, seiner Schwiegertochter und zweier Enkelfinder viermal zum Tode verurteilt worden war, ist heute früh durch den Magdeburger Scharfrichter hier hingerichtet worden. Gerettet. Tric, 2. Juni. Der Feuerwehr ist es im Laufe des gestrigen Nachmittags gelungen, die übrigen vier in dem Tunnel der im Bau beartffenen Bahnstrecke BitburgFrrel durch Gafe betäubten Arbeiter zu retten. Sie wur den nach langen Bemühungen ins Leben zurückgerufen. Schülerselbstmord. Wien, 2. Juni. Ein achtjähriger Schüler stürzte sich in Gegenwart des Lehrers und der Mitschüler, weil der Lehrer seine Aufgabe bemängelte, aus dem Fenster des Schulzimmers im zweiten Stock in den Hof hinab und blick schwer verletzt liegen. Ein politischer Massenmord. Neuyork, 2. Junt. Wie aus Managua gemeldet wird, sind 117 Leichen aus den Trümmern des Forts LaIoma geborgen worden. Amtlich wird gemeldet, daß die Explosion auf einen politischen Anschlag zurückzuführen ist. Viele Anhänger des früheren Präsidenten Estrada wurden verhaftet. Ueber die Hauptstadt ist der Belagerungszustand verhängt. Berliner Getreide: und Schlachtviehmarkt. Die Preisbewegung am Berliner Markte war in der am 31. Mai beendeten Berichtswoche vollständig von der Beurteilung der Ernteaussichten abhängig. Naturgemäß spielte hterbet das Ausland eine wichtige Rolle. Klagen über anhaltende Trockenheit aus Rußland hatten daher anfangs ein Anziehen besonders der Weizenpreise zur Folge, die aber wieder von einer Abschwächung abgelöst wurde, s sich in unserm für die Versorgung Europas mit Getreide so wichtigen östlichen Nachbarlande ergiebige Regenfälle etn gestellt hatten. Schließlich aber trat hier wieder eine große Festigkeit hervor, da die in Deutschland herrschende sehr trockene Witterung bei östlichen Winden ernste Besorgnisse für die Saaten erweckt hat. Die sehr guten Ernteaussichten der nordamerikanischen Freistaaten, Kanadas und Rußlands machen es aber unwahrscheinlich, daß am Weltmarite eine beträchtliche Preissteigerung sich durchsetzen könnte. In Roggen machte Rußland willigere Angebote, und dies ver hinderte eine fräftige Aufwärtsbewegung. Jedenfalls wai man hier aber am Schlusse der Berichtswoche wegen Vers schlechterung der heimisden Aussichten durch die Dürre sehr fest gestimmt. Auch für Hafer wird die Witterung als recht schädlich angesehen. Die Tendenz für dieses Futtergetreide wurde daraufhin gleichfalls sehr fest. während vorher nachgiebige russische Forderungen einen Druck ausgeübt hatten. Mais blieb ruhig. Gerste gewan im Verlaufe der Woche an Festigkeit. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Juli wie folgt: Weizen 206,25 M, Roggen 167,50 M Safer 165 25 M, Mais 139,00 M. Pretse des städtischen Schlachtviehmark= tes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, 83 bis 86 M, 6) junge, fleischige, nicht aus gemästete und ältere ausgemästete 76 bis 82 M, c) mäßig ge nährte junge und gut genährte ältere 72 bis 77 M. 2. Buls len: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 78 bis 82 M b) vollfleischige jüngere 76 bis 80 M, c) mäßig genährte jün gere und gut genährte ältere 72 bis 77 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 70 bis 77 M, c) ältere ausgemästele und weniger gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 67 bis 71 Mb) gering genährte Kühe und Färsen bis 67 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 104 bis 133 M. b) feinste Mast( Bollmast) 106 bis 110 M, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber 92 bis 100 M, 8) Mast- und gute Saugfälber 81 bis 90 M, e) geringe Saugfälber 62 bis 82 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 84 bis 86 M, b) ältere Masthammel, jüngere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 74 bis 82 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 68 bis 77 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Rentner Lebendgewicht M, 6) vollfleischige 240 bis 300 Vfund 53 bis 55 M, c) vollfleischige 200 bis 240 Pfund 5 bis 56 M, d) fleischige Schweine 160 bis 200 Pfund 52 bis 56 M, e) vollfleischige unter 160 Pfund 50 bis 53 M, f) Sauen 46 bis 48 M. Frankfurt, 1. Juni. Viehmarktpreise vom 1. Juni Preise für 1 3entrer Kälber: a) Doppellender, feinste Mast ( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M 6) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugkälber( Lebendgem.) M 60 bis 65,( Schlachtgem.) M 100-108, c) mittlere Mast- und beite Saugfälber( Lebendgem.) M 55-59,( Schlachtgem.) M 93 bis 100, 5) geringere Saugfälber( Lebendgew.) M 50-54,( Sch!. Gew.) M 85-92. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M( Schlachtgem.) M 88-89, b) ältere Masthämmel, geringere Maſtlämmer und gut genährte junge Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgem) M-. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 48 bis 50,( Schlachtgew.) M 62-65 6) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgem.) M 48-50,( Schlachtgem.) M 62-64, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilo gramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M 48-50,( Schlachtgew.) M 62-64, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgew.) M48-49,( Schlachtgew.) M 60-61. Geschäfts- Eröffnung. Einem verehrl. Publikum mache ich hierdurch die erg. Anzeige, dass ich das Restaurant Windhof käuflich erworben habe. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, die verehrl. Besucher des ,, Windhofes" in Zukunft in jeder Weise zufrieden zu stellen durch Verabreichung von nur erstklassigen Getränken und Speisen. Zum Ausschank kommt das rühmlichst bekannte Bier aus der Gräfl. Görtz'schen Brauerei zu Schlitz in Oberhessen: 3/10 hell zu 10 Pfg. 3/10 dunkel 12 Pig. 95 Indem ich die verehrl. Einwohner Giessens und Umgegend zu recht zahlreichem Besuche einlade zeichne Hochachtend Otto Kohlheyer langjähriger Bahnhofsrestaurateur Vergebung. in Hungen. Für die Klinik für psychische und nervöse Krankhei ten in Gießen soll die Lieferung von Bett- Leib und Tischwäsche auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen von 4 bis 6 Uhr Nachmittags in dem Verwaltungsbüro zur Einsicht offen. Angebote find verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin: Mittwoch, den 21. Juni 12 Uhr Mittags in dem vorerwähnten Büro abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 5. Juli 1911. Gießen, den 2. Juni 1911. 19/ 4a Großherzogliche Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. 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Für alle nun, die die Riviera nicht in längerem Aufenthalte mit all seinen Umständlichkeiten, sondern nur als Touristen besuchen wollen, seien die folgenden Zeilen geschrieben, die eine kurze Skizze meiner Außer- Saisonreise" enthalten. von Wien durchs Pustertal Die Fahrt ging über Verona MailandTurin nach Genua, dann die Küste entlang bis Marseille, hinauf nach Lyon und über Genf- Zürich nach Wien zurück. Nach genußreicher Fahrt durch die Alpen und kurzem Aufenthalte in Verona rastete ich einen Tag in Turin, einer Stadt, die, etwas abseits für den Strom der deutschen Italienfahrer gelegen, gerade auf dieser Reise gut werden fann und einen Besuch durch Schönheiten der Kunst und Natur aufs reichlichste lohnt. In drei Stunden bringt uns dann der„ diretissimo" nach Genua, wo man wenigstens zwei Tage verbringen muß. Einen für die Stadt, den Hafen, den Campo santo und Castellaccio( Righi), den andern für einen Ausflug nach Nervi an der Levante und zur Villa Pallavicini in Pegli; entfaltet doch letztere in ihrem ungeheuren Parke alle Wunder des südlichen fast tropischen Pflanzenwuchses. Jetzt weiter nach San Remo. Am Nachmittage eine Fahrt auf der Via della Circonvallazione und ein Gang durch die Stadt. Am sechsten Tage nach Bordighera, wo man bei dreistündigem Aufenthalt Zeit genug hat, per Achse die berühmten Palmenkulturen und Religiöser Festzug in der Umgegend von Marseille. an den Madonnagarten mit den ehrwürdigen Scheffelpalmen zu besuchen. Nun weiter nach Mentone, dessen Promenaden und malerische Stadtteile man noch demselben Abend genießen kann. Mentone ist auch als Standquartier für Monte Carlo zu empfehlen. Verläßt man Mentone um 8 Uhr morgens mit der Straßenbahn, so fann man bis zu der um 10 Uhr erfolgenden Eröffnung der Spielfäle erst die Stadt Monte Carlo besichtigen; denn ich weiß, lieber Leser, daß du eilen wirst, Punkt 10 Uhr dein überflüssiges Geld rasch und schmerzlos im Roulettespiel zu verlieren. Den Mittag verbringen wir in Condamine. Am Nach mittag besuchen wir Monaco mit dem alten Schloß und dem neuen ozeanographischen Institut gegen 4 Uhr bringt uns die Zahnradbahn nach La Turbie hinauf. Abends sind wir, eventuell per Bahn, in Mentone zurück. Der nächste Morgen wird durch einen Ausflug nach dem Kap Martin u. Berufsa ellen len in jeb afes. Berfon Ry. 343 po un paB Jagua Eine Touristenfahrt an die Riviera und nach Barcelona. gvu day a pas de pa pog -1 pvz q -1 и tig จง ค зафләјә избифрш pang unu pvu แจง ubja13 a3q дәрә apai uǝ vq Jugo рәллә Badeort immer mehr in Aufschwung kommt. Wir haben übrigens die Gegend durchquert, die durch den Winzeraufausgefüllt, und nachmittags fahren wir nach Cannes. Der neunte Tag sieht uns vormittags in Nizza und nachmittags in Grasse mit seinen Parfümerien, so daß wir die Rund- stand 1907 in weiteren Kreisen bekannt wurde. Der Reichtour Cannes- Nizza- Grasse- Cannes, wofür es eigene Billetts gibt, in nur einem Tag ausgeführt und dabei doch ganz bequem ein schönes Stück Land gesehen haben. Andern Tags besichtige man Cannes, das herrliche Bäder besitzt, sowie die beiden Inselchen St. Margue= rite und St. Ho= norat und genieße den Sonnenuntergang vom Aus= sichtspunkt der Californie. Hier bietet sich wohl die schönste Rundsicht an der ganzen Riviera. Wenn die Sonne Meer und Land mit ihrem Golde verklärt, beschleichen einen wehmütige Gefühle, daß man diese Schönheit nur einige Augenblicke genießen kann. Über Toulon geht's nun nach Marseille, der„ Königin des tum an Wein kann schon aus der Art seines Transportes ersehen werden. Denn wie etwa in Bayern die Bierwaggons auf den Reisenden anheimelnd wirken, so hier die WeinDie Musik kommt!( In den Straßen von Barcelona.) Mittelmeeres". Die herrliche Lage, das bunte Leben, gewissermaßen an der Schwelle des Drients, der vornehme Lurus der Rue Cannebière, alles fesselt und interessiert und läßt zwei Tage wie im Fluge vergehen. Nicht zu unterlassen ist ein Besuch des Kirchleins Notre Dame de la Garde und, wenn es das Meer erlaubt, eine Fahrt zum Château d'If.- Damit sind wir am Ende der eigentlichen Riviera angelangt. Ich unternehme noch einen Ausflug nach Barcelona. Am besten ist, den einen Weg von Marseille per Schiff direkt, den andern zu Land über Tarascon- NîmesCette Port Bon nach Barcelona zu nehmen. Ob den Hinoder Rückweg, wird im wesentdes Von waggons. Cette geht's mit der französischen Südbahn über Montpellier nach Port Bon, der spanischen Grenzstation. Nach der Zollabfertigung und Lösung einer Zuschlagskarte für die I. Klasse besteigt man den„ Tren de lujo" nach Barceloña. Zuerst an der überaus pittoresken Küste entlang, durch die östlichsten Ausläufer der Pyrenäen hindurch, dann durch die fruchtbare, wohlgepflegte katalonische Ebene, vorbei an Waldungen von Korkeichen, fahren wir abends im Hauptbahnhof von Barcelona ein. Beginnen wir am nächsten Morgen unsere Wanderung an der Plaza de Cataluna, dem Zentrum der Stadt. Wir durchwandern zunächst die Rambla, den platanengeschmückten Hauptstraßenzug, bis zur Calle S. Fernando, wo die elegantesten Läden sich befinden. Besonders reizvoll sind die Arbeiten aus Toledo, Figuren und Ornamente aus Gold eingelegt in orydierten Stahl, die zu den mannigfachsten Gegenständen verarbeitet werden, wie Vasen, Schalen, Schirmgriffe, Bleistifte, Messerhefte usw. Wir besuchen weiterhin die reizende palmenbestandene Plaza Real und die unweit gelegene Kathedrale. Die Riesenhaftigkeit des in mystisches Dunkel ge= hüllten Raumes, kontrastierend mit dem hellen Sonnenglanz des säulengeschmückten, malerischen Vorhofes, wird ihre Wirkung nicht verfehlen. Uns wieder in die Rambla wendend, grüßt uns schon von weitem das Standbild des Kolumbus, ein Denkmal würdig des großen Mannes, den es trägt. Der lebhafte Hafen, an dem wir nunmehr angelangt sind, gibt uns ein anschauliches Bild von dem Aufblühen und lebhaften Handelsleben der Stadt. Dem Pasev de Colon folgend, besichtigen wir den großen Stadtpark, wo nicht nur manch lauschiges Plätzchen inmitten der südlichen Flora uns zu flüchtiger Ruhe ladet, sondern der Ländliches Jdyll in Barcelona. lichen vom Abfahrtstage Schiffes und von der Witterung abhängen. Die Überfahrt erfordert ungefähr 17, die Bahnfahrt 14 Stunden. Nehmen wir aber hinwärts die Bahn. Wir besteigen den Frühschnellzug. Etwas unangenehm ist allerdings der oftmalige Wagenwechsel, der sich indes bei der reichlichen Zeitbemessung weniger fühlbar macht. In Tarascon, dem durch Daudets Romane berühmten Städtchen der Provence, haben wir genügend Zeit zur Besichtigung der am anderen Rhôneufer gelegenen Ortschaft und benutzen dann den von Paris kommenden Schnellzug bis Cette, einer lebhaften Handelsstadt, die auch als LOR Chinesen in„ Aufruhr". Internationale Weltbuhe. Internationale Weltblizze. " John Chinaman" oder kurzweg" John", wie der Chinese in den Vereinigten Staaten genannt ist, erobert sich als Arbeiter so langsam die ganze Welt. Man kann heute hinkommen, wohin man will: überall trifft man Chinesen. Die Mongolen sind jedoch als eine gefährliche Konkurrenz zu betrachten, da sie sozusagen für ein Butterbrot zu arbeiten pflegen. Eine Handvoll Reis in seiner eigenen Heimat, und der Kuli ist zufriedengestellt. Diesem Lebensprinzip bleibt der chinesische Arbeiter auch im Auslande treu. Die Mehrzahl der ausgewanderten Chinesen werden in Singapore, in den Vereinigten Staaten und in Meriko angetroffen. Besonders Onkel Sams Land ist von ihnen überschwemmt. In New York, Boston, Philadelphia, San Franzisko, Portland( Oregon) usw. haben die Chinesen ihre eigene„ Chinatown", wo sie, sehr zum Neide des amerikanischen Arbeiters, wachsen, blühen und gedeihen. Selbstverständlich bilden diese Chinesenviertel immer eine Attraktion für die Fremden. Sobald aber eine Gesellschaft Touristen einen der chinesischen Läden betritt, um Einkäufe zu machen, sammelt sich sofort eine Schar der schlitzäugigen Bewohner des Viertels vor dem betreffenden Hause und beobachtet nun, wie unser Bild zeigt, von außen die Vorgänge in dem Laden. HING CHUNG CO. Vor einem chinesischen Laden im Philadelphiaer Chinesenviertel. Auf einer Hazienda in der Nähe der amerikanisch- merikanischen Grenze. die günstige Gelegenheit erfaßt, um einen Tag„ blau" zu machen und ihren Dolce far niente zu beweisen. Am Bund in Schanghai. Oben haben wir unseren Lesern den Chinesen im Auslande vorgeführt. Das nebenstehende Bild zeigt ein heimisches chinesisches Idyll", das man jeden Tag am Bund" im „ Paris des Ostens"- Schanghai- beobachten kann. Der " Bund", an dem sich die europäischen Geschäftshäuser und Klubs erheben, zieht sich am Jangtsekiang entlang, von dem bei Schanghai mehrere Kanäle abzweigen. Auf diesen kursiert gewöhnlich eine große Anzahl von„ Sampans", die in China unsere Ruderboote ersetzen. In den belebteren Gegenden sieht man immer eine kleine Flottille verankert, deren Besitzer auf Kundschaft warten. Den Verkehr zwischen Deutschland und Schanghai vermitteln bekanntlich die Dampfer des„ Norddeutschen Lloyd", die jetzt auch Tsingtau anlaufen. So lernt man auf der Reise mit einem der Lloyddampfer nach dem fernen Osten die Anlaufhäfen Rotterdam, Amsterdam, Southampton, Gibraltar, Algier, Genua, Neapel, Port Said, Suez, Aden, Kolombo, Penang, Singapore, Hongkong usw. kennen. Der Krieg in Meriko. Die Merikaner, wollen nicht zur Ruhe tommen. Fast tagtäglich werden kleinere Schlachten oder Gefechte zwischen den Bundestruppen und den Insurgenten geführt, die mit dem Siege der einen oder andern Partei enden. Die Scharmützel finden zuweilen sogar unmittelbar an der amerikanischen Grenze vor den Augen der stets sensationslüsternen Yankees statt. Unser Bild zeigt eine Sazienda im Kriegszustande. Regierungstruppen halten das Privateigentum besetzt und haben es in ein kleines Feldlager verwandelt. Für die an nnd für sich nicht sehr arbeitsamen merikanischen Landarbeiter haben Patriotismus durch ein beschauliches An der Sampan- Haltestelle am Bund in Schanghai. NIH заадала за излиш gos" sǝaulang aaqo uvuvшgy ugos" agnan" u uslug godsuva I แจ qvg G gana usд pang ишот snv uopce na u 2061 quv nbpang qu бинафшадэш лоши лоз . bi noa gaiv- 3.15-- aja gvg of the 33G v qun v??! 26 ш дифои ма бvдg иә тифри qun Eine Touristenfahrt an die Riviera und nach Barcelona. Jagdlager in Ceylon. Auf der Jago mir nichts genutzt, da es nichts zu spüren gab und die guten Leute außerdem bei Nacht sowieso nicht in die Nähe eines Elefanten gegangen wären. In gerader Richtung ging es zunächst auf jene große Wasserlache zu. Ein nicht gerade bequemer Weg, da der Boden, solange er weich war, von Büffel und Elefantenfüßen aufgewühlt und nun in diesem Zustande erhärtet war. Bis wir die Wasserstelle erreichten, war es fast ganz dunkel geworden, und ich fuhr unwillkürlich nicht übel zusammen, als plötzlich durch die lautlose Stille der Nacht ein wildes Plätschern ertönte offenbar hatte die Elefanten. herde gerade das Wasser erreicht und mehrere der Tiere sich begierig nach Erfrischung in das schlammige Wasser geworfen. Den Atem verhaltend lauschte ich, ob sich der Lärm in der Richtung auf uns fortsetzen, die Elefanten also das Wasser kreuzen würden. Das Rauschen und Gurgeln des Wassers, das die Elefanten mit dem Rüssel aufsogen und aussprigten, tönte aber immer von derselben Stelle. Vorsichtig zu Boden gebückt, schlich ich mich daher näher und hatte schließlich den Rand des Wassers Nach getaner Arbeit ist gut ruhen. Des wilden Elefanten. erreicht, ohne daß einer der Elefanten nach dieser Seite gekommen wäre. Angestrengt musterte ich nun durch die Dunkelheit die mächtigen im Dunkel verschwimmenden Gestalten der Elefanten, deren Silhouetten ich deutlich gegen den Nacht. himmel sehen konnte, sobald ich den Kopf nahe der Erde hielt. Mehrmals wechselte ich meinen Posten, um alle Tiere sehen zu können, aber nur um zu konstatieren, daß der gesuchte Elefant nicht darunter sei. Schon überlegte ich, ob ich mich zurückziehen oder noch warten solle, als die Elefanten den ersteren Entschluß unterstützten, indem sie langsam quer durch das Wasser weiterzogen, und zwar gerade in der Richtung auf mich zu. Es schien höchst geraten, ihnen Platz zu machen, obwohl die Tiere mich offenbar gar nicht gesehen hatten und an einen Angriff nicht dachten. Seitwärts eilend, war ich balt aus ihrer Rich tung und eilte nun zu einer anderen kleinen Wasserlache, wo sich um diese Zeit viele Wildschweine einzufinden pflegten, um wenigstens eins von diesen zu erwischen. Wir näherten uns unter Wind, als ich plötzlich undeutlich vor uns am Rand des Wassers eine dunkle Masse sah, die absolut nicht die Form eines Gesträuches hatte. Wieder schlich ich mich näher es waren zwei Elefanten, ein größerer und ein kleinerer die gesuchten. Sorg. fältig rüdte ich das leuchtende, phosphorgefüllte Korn der Büchse zurecht, legte die Sicherung herum und ging vorwärts mein alter Ruli mit der Reservebüchse treulich hinter mir. Zwanzig Meter zehn Meter noch weniger, dann kniete ich nieder, um einen sicheren Schuß zu haben. Der größere Elefant steht mit dem Kopf zu mir ein zu unsicherer Schuß in der - Beim Abkochen im Jagdlager. Der Autor auf seiner Jagdbeute. Dunkelheit. Da dreht er sich zur Seite ein scharfer Knall, ein zweiter und in mächtigen Säßen renne ichy etwa zehn Meter zur Seite, um sofort wieder niederzuknien, erkennt doch der Elefant am Blize des Schusses den Standort seines Feindes und stürzt sich natürlich beim Angriff auf jenen Punkt. Mit dem Schuß hörte ich ein tiefes, grunzendes Schnauben. Im nächsten Augenblick waren die Elefanten im unmittelbar nahen Busch werk verschwunden. Ein sich entfernen. des Rauschen drang aus dem Gebüsch sollten beide Schüsse schlecht gesessen haben? Dal nach einigen Minuten gespannter Erwartung ein lautes Krachen und Rauschen. Man hörte deutlich), wie ein schwerer Körper das Dickicht niederbrach- der Elefant war zusammengebrochen. Eine Viertelstunde warteten wir nach Jägerbrauch. Währenddem hatte mein Kuli aus dürrem Reisig Fackeln gebunden, und bei deren Schein schlichen wir dann von Baum zu Baum bis zu jener Stelle da lag der Elefant, ein prachtvolles Exemplar, dessen fast weiße Ohren und Rüssel sein hohes Alter verrieten. Der eine der beiden Schüsse war etwas zu hoch gegangen, der zweite dagegen gerade unter dem Vorderfuß, der tödlichen Stelle des Elefanten, eingedrungen. Irgendwelches Präparieren war natürlich vor dem Morgen nicht möglich, ich kehrte daher zum camp zurück. Plaza Real in Barcelona. auch in der großen Fontäne ein überaus prächtiges Werk bildnerischer Kunst besitzt. Unweit vom Parke lenkt der große Triumphbogen, der an die Ausstellung von 1888 erinnert, die Aufmerksamkeit auf sich, ebenso das Museumsgebäude und der. Justizpalast. Wir fahren nun mit der elektrischen Straßenbahn über den Pasev de Gracia, wo manch Gebäude in eigenartiger Bauart den Wohlstand der Bevölkerung verkündet, ins Villenviertel zur unteren Station der Drahtseilbahn auf den Monte Tibidabo. Entzückend sind die vielen Villen, die, ins üppige Grün der Hügellandschaft gebettet, blendend weiß und vielfach in maurischem Stile gebaut, uns das Cottage einer afrikanischen Großstadt Tunesiens oder Algeriens vorzaubern. In lautloser Fahrt emporschwebend gelangen wir, am meteorologischen Observatorium vorbei, auf die höchste Kuppe des Verges, dem Glanzpunkte des an Schönheiten wahrlich nicht armen Barcelona. Schon sinkt die Matrosenappell in Toulon. Sonne den Bergen im fernen Westen zu, mit ihrem Schimmer alles verklärend. Da liegt zu Füßen die in regem Leben pulsierende Stadt inmitten der gartengleichen Ebene: da dehnt sich, oft bis zu den Inseln der Balearen sichtbar, das in unendliche Ferne verschwimmende, ewige Meer, so blau, als wäre es der azurene Simmel selbst, dem träumerisch südländische Bäume entgegenrauschen, während drüben der Mont Serrat, der heilige Berg des Gral, mit seinem Zackengrat in die Lüfte ragt und die schneeigen Traumgipfel der Pyrenäen einen Gruß aus Bergeshöhen uns herübersenden. Der Abend sieht uns wieder in der Stadt, und, will's das Glück, so können wir abends noch einem kleinen Stiergefechte beiwohnen, wobei es allerdings angezeigt ist, durch jene Stadtteile per Wagen zu fahren. Ist der Anblick auch nicht gerade erhebend, so hat man doch ein originelles, echt spanisches Stück Volksleben gesehen. Interessant ist auch ein Abendbummel durch die prächtig erleuchtete Calle S. Fernando oder Rambla. Nach Madrid ist Barcelona die schönste Stadt in Spanien. Die innere Stadt ist mit Ausnahme einiger Stadtviertel ziemlich regelmäßig gebaut, hat Häuser mit vier bis sechs Stockwerken mit zahlreichen Balkons, gut gepflasterte Straßen und Gasund elektrische Beleuchtung. Die 1725 unter dem Marquis Mina angelegte Vorstadt Barceloneta wird größtenteils von Schiffswerkleuten, Matrosen und Fischern bewohnt. Wer noch einen Tag zur Verfügung hat, kann noch den Ausflug auf den Mont Serrat machen, es ist wohl einer der schönsten Punkte im schönen Spanien. Wir aber besteigen anderen Tages einen nach Marseille bestimmten Dampfer; lange grüßt uns noch das Gebirge um Barcelona, dann versinkt es auch unter dem Horizont und mit ihm all das Schöne, das uns dieses paradiesische Fleckchen Erde geboten, hinab ins Reich der Erinnerung. Be dierteljähr Abgeholt ausgabefte liegt alle 1 Mittage Selterswe nicht ver Verlag Nr. 1 Vie Reichstages 3 fährt fort: Was ist n form, wie sie jez geworden Statthalters i den. Soll es aus vom Kai das die poli Oder das Wa feine wesentlic als sie dasselb land, in Ba hat, und das hen Sinne w L- i- n- c- o- l- n S- y- n- d- i- c- a- t- e. Der Zusammenbruch. Der Zusammenbruch. Skizze aus dem amerikanischen Tagesleben von A. Kovacs. Mühselig buchstabierend ließ Stefan Molnar seinen Finger langsam über das Zeitungsblatt hingleiten. Er murmelte die einzelnen Buchstaben leiſe vor sich her und gliederte sie aneinander. Nun war er mit dem Satze zu Ende. Ein dumpfer Aufschrei entrang sich seinem Munde. So war es denn wahr, was die Kameraden in der Zuckerfabrik scheu sich zugeraunt, was die Leute an den Straßenecken mit wüstem Geschrei besprochen hatten. ,, Lincoln- Syndicate zusammengebrochen!" stand mit brutaler Kürze, in riesigen Lettern, auf der ersten Seite des Abendblattes. Stefan Molnar sprang vom Stuhle auf und raste wie ein Raubtier im Käfig durch das spärlich möblierte Zimmer. Seine Augen glühten, die Zähne bissen sich voll ohnmächtiger Wut in die Lippen und die bebenden Hände zerzausten sein struppiges Saar. Dann langte er nach der Zeitung und zerfetzte das unschuldige Papier. Er fluchte, er betete. " Jesus Maria!" schrie er,„ Jesus Maria! Mein Geld! Verloren, alles verloren!" Er warf sich vor das Muttergottesbild zu Säupten des Bettes, sinnlose Reden stammelnd. Er preßte die Fäuste an die Schläfen und schluchzte und weinte und immer wieder rief er verzweifelt: Mein Geld! Jesus Maria, mein Geld!"- Zur Tür herein trat eine blasse, dürftig gekleidete Frau. Wie ein gereizter Löwe stürzte Stefan Molnar auf sie zu und feuchte: Juliska, unser Geld, alles verloren!" Sie sah ihm verständnislos in das entstellte Gesicht. Da packte er sie mit brutaler Gewalt an den Schultern und rüttelte sie mit zorniger Roheit. Juliska, hör, wir haben alles verloren, unser Geld ist weg, gestohlen, geraubt, die Bank ist gesperrt, von der Polizei geschlossen ah!" " Pista!" kreischte das Weib entsetzt. Seine Finger umtlammerten ihren Sals, weißer Schaum stand vor seinem Munde. ,, Du, Juliska, Sere, du hast den Lumpen ins Haus gebracht! Du hast mich überredet, unsere Ersparnisse dem Agenten zu geben. Du trägst die Schuld du! Jesus Maria, mein Geld, mein Geld!" Er schlug ihr ins Gesicht. Mühsam befreite sich die Frau aus seinen Armen. " Teufel!" zischte sie und ihre Augen sprühten dunkle Flammen.„ Teufel, du lügst! Du hast es ihm gegeben! Du, du! Unter der Matratze hab ich unsern Schatz verwahrt, monateund jahrelang. Du, Elender, hast das Geld genommen und es zur Bank gebracht! Du, weil dir's zu wenig war, weil du mehr wolltest in deinem unersättlichen Geiz. Du bist der Schuldige-" „ Nein, du!" Und wieder wollte er in seiner tollen Raserei nach ihr schlagen. Sie riß ihre Jacke auf und zog aus dem Busen einige fettige, schmutzige Scheine. " Da, da!" schrie sie und warf ihm die Papiere vor die Füße.„ Sier sind deine Aktien! Gott, Gott! Pista, wo ist unser Geld, bring mir mein Geld!" Laut weinend fiel sie in einen Stuhl und begrub das Gesicht in den Händen. Er hob die Scheine vom Boden, glättete sie sorgsam und blickte mit gierigen Augen in die schön lithographierten Papiere. „ Die Attien! Unser Geld verloren! Es kann, es darf nicht sein!" stöhnte er. Mit trampfender Hand ergriff er die Papiere, dann seinen Hut, der am Tische lag. " Jesus, Maria und Josef! Es darf nicht sein!" murmelte er immer wieder vor sich hin und eilte nach der Türe, ins Freie.Nun war er draußen und die kalte Herbstluft umfächelte seine heiße Stirne Er irrte erst ziellos durch die Straßen, dann blieb er bei einer Laterne stehen, zog die Scheine aus der Tasche und mühte sich in dem flimmernden Gaslichte die Schrift zu erkennen. Er zählte: ,, 50-100-200-300-500- ah! Fünfhundert Dollars! Nein, nein, es kann nicht sein!" Er eilte weiter. Fünfhundert! Die Ziffer tanzte vor seinen Augen, ihr Wortklang tönte in seinen Ohren. Bei jedem Pulsschlage, jedem Schritte rief es höhnisch- kichernd: " Fünfhundert, fünfhundert!" Fünf Jahre war er in Amerika. Während dieser Zeit hatten er und sein Weib unablässig gearbeitet, gesorgt und gespart. Unter unsäglichen Mühen und Entbehrungen haben sie sich das kleine Kapital erworben. An jedem einzelnen Dollarstücke klebte der Schweiß harter Arbeit, hing ein Teilchen ihrer Gesundheit. Er war in den pennsylvanischen Gruben beschäftigt und hat tagelang die Sonne nicht, kein Fleckchen des blauen Himmels gesehen. Statt stärkender, frischer Landluft atmete er stickigen Kohlendunst. Durch drei Jahre steht er Tage und Nächte in der Siedehitze der Zuckerraffinerie und lernte Söllenquaien schon auf Erden tragen. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend stichelt Julista, sein Weib, in der Kürschnerei an übelriechenden Tierfellen. Sie gönnen sich kaum Nahrung; sie sinken des Nachts auf ihr Lager und können vor Ermudung den Schlaf nicht finden. Er hustet und seine Wangen flammen in hektischer Röte; sie leidet seit langer Zeit an einem Magenübel. Beide haben keine Bedürfnisse und versagen sich jedwede Erholung. Wie die Lasttiere leben sie; frühmorgens zur Arbeit, spät abends zur Ruhe. Und das durch fünf lange Jahre, Tag um Tag. So haben sie fünfhundert Dollars gespart. Da ist ein Agent ins Haus gekommen, ein Bekannter aus der alten Seimat. Ein feiner Herr wars, vor dem Stefan Molnar drüben, in Ungarn, tiefe Bücklinge machte, wenn er ihn zufällig traf. Mit leutseliger Freundlichkeit hatte sich der Herr nach den Verhält. nissen des armen Arbeiters erkundigt. Er kniff Juliska mit vornehmer Herablassung in die Backen und trant mit Pista Bier. Dann erwähnte er ganz zufällig, er wäre der Vertreter eines Finanz Institutes. Der Zweck desselben sei, es auch dem weniger Bemittelten zu ermöglichen, durch Börsen- Spekulationen mühelos reich zu werden. Reich werden! Das war Stefans und Juliskas Lebenstraum. Das war das gaukelnde Phantom, das ihnen vorschwebte, wenn sie tagsüber bei der Arbeit standen und nachts der Schlaf die müden Lider floh. Reich werden! Denn Reichtum ist Glück, ist Ansehen und Macht. Stefan Molnar und seine Frau drängten ihr sauer erworbenes Geld dem Agenten förmlich auf. Sie erhielten dafür Aktien und arbeiteten und plagten sich weiter, im Hoffen und Harren auf das erträumte Glück.- Dieses Geld, es durfte nicht verloren sein. Jeder Cent war ehrlich erworben. Höchstens sich selber hatten Molnar und sein Weib bestohlen, wenn sie von ihrem kargen Verdienste Erspartes zur Seite legten. Jeder Cent erzählte von körperlicher Anstrengung, von Entbehrung und Leid. Fast ohne daß er's wußte, fand sich Stefan Molnar plötzlich vor dem Geschäftslokale der„ Bank". Die Fenster des Gebäudes waren geschlossen, Polizisten hielten die Türen besetzt, ein endloser Menschenstrom wogte trot der späten Abendstunde in der Gasse auf und nieder. Er blieb sichen. Thränen rannen über seine Wangen und die bleichen Lippen murmelten gewohnheitsmäßig: „ Fünfhundert Dollars. Jesus Maria, mein Geld, mein Geld!" Es fiel ihm die Stunde ein, da er den ersten Dollar als erspartes Gut zur Seite legte. Wie er mit seiner Juliska glücklich und froh war, als sich ihr Schatz allwöchentlich vergrößerte! Die herrlichen Zukunftspläne, die sie geträumt, als Dollar sich an Dollar reihte! Sie hatten beide vor Freude geweint, als das erste Hundert voll war. Und gezankt hatten sie, in lustigem Eifer, über die künftige Verwendung des Geldes. Sie wollte ein kleines Geschäft irgendwo im Staate New Jersey, in einer Sommerfrische, und er sprach von einem Häuschen in der Heimat, einem niedlichen Bauerngut, mit Feld und Vieh. Sie waren so glücklich damals. Dann sind sie stiller geworden, ruhiger und eifriger. Das Reichwerden ging so schwer, so langsam So haben sie in blindem Vertrauen ihr Alles auf eine Karte gesetzt... Und nun war alles dahin; ihr Mühen und Sorgen, ihr Wünschen und Träumen, vorbei, vorbei. Umsonst die Qual der Jahre, ihr Kümmern und Entbehren. Ein Nichts ihre Zuversicht, ihr freudig Erwarten. Über sie weg tollte die Jagd nach dem Glück. Sie sind am Wegrain zusammengebrochen. Und neben ihnen steht die Armut und sieht ihnen mit höhnischem Grinsen ins bleiche Gesicht. " Jesus, Maria und Josef, unser Geld, unser Schatz!" Stefan Molnar schlug die Hände vor die Augen und weinte bitterlich. Die Umstehenden blickten ihn mitleidig an. Ein junger Laffe aber musterte ihn mit schadenfrohem Blick und meinte lachend: „ Der dumme Kerl! Geschieht ihm recht!" Und er lachte, lachte wie besessen. Da löste sich Stefan Molnar aus seiner Betäubung. Mit wildem Schrei sprang er dem Spötter an die Kehle und würgte ihn. Doch als herbeigeeilte Polizisten ihn bewältigten und verhafteten, folgte er ihnen ruhig zum Stationshause. Und hinter ihnen her zog brüllend und schwayzend ein höhnender Mob D en Zauber Oluf Saw Tagh bed wilden Elefanten Auf der Jagd des wilden Elefanten. 5 H. Heiland. des Elelescho" nennt Schillings in seinem Wer. an einer Stelle zeigte sich eine Fährte, die von einem stärkeren über das Wild und die Jagd Südafrikas jenes eigenartige Tier herrührte, sie war von anderen Spuren so verwischt und unwiderstehliche Gefühl, das den Tropenjäger immer und zertreten, daß sich nichts Genaueres feststellen ließ, vor allem immer wieder hinaustreibt in die Wildnis auf die Fährte nicht, ob der große Elefant mit der Herde zur Tränke geseines gefährlichen und deshalb so verlockenden Wildes. kommen sei, oder allein. Wohl jeder der jemals als Jäger den Urwald, die Steppe oder das Dschungel durchstreift, unterliegt diesem Einfluß, und nur zu oft wird der Trieb übermächtig und treibt ihn allen Hindernissen zum Trotz wieder hinaus in die Wildnis, hinaus in Gefahr. Vermag schon die Jagd auf kleines ungefährliches europäisches Wild unsere heimischen Jäger in Jagdleidenschaft zu erregen, wieviel mehr dann der Kampf gegen Rhinozeros und Tiger, Bär und Büffel. Es ist ein müßiger Streit, welche der Großwildarten die gefährlichste, welche von der Jägerwelt am höchsten geschätzt sei. Nach meiner Meinung ist und bleibt die wunderbarste und reizvollste aller Jagden, die auf den Elefanten. Welch imposanter Anblick ist es, dieses gewaltige Wild beim friedlichen Asen zu überraschen oder es in wilder Flucht krachend und prasselnd durch das Dickicht brechen zu sehen. Vor allem aber welcher Anblick, wenn sich der Gigant des Urwaldes in stillem, lautlosem Grimm auf seinen winzigen menschlichen Gegner stürzt. Wieder einmal befand ich mich auf Ceylon mit meinen altvertrauten Leuter tief im Dschungel. Eifric den Spuren der Elefanten und Büffel folgend, war ich bis an einen kleinen nun zur Zeit der sommer. lichen Sitze zum größten Teil ausgetrockneten See gekommen. Die wenigen noch vorhandenen Wasserlachen mußten unbedingt allnächtlich eine größere Anzahl von Wild allerart anlocken, und außerdem würde sich dasselbe Wild auch tagsüber nicht allzuweit von dem unter der Glut der Tropenſonne von Mensch und Tier gleich begehrten Naß entfernen. Infolgedessen versprach diese Gegend eine erfolgreiche Jagd. Bald war das einfache Jagdlager, das„ camp", errichtet, und ich konnte mich inmitten des dichten Urwaldes, der mit niederem Gestrüpp wechselnd die Ufer des halbvertrockneten Sees umkränzte, Unter diesen Umständen war es das sicherste, den nächsten Morgen abzuwarten, ob sich dann eine bessere Fährte fände. Da ohnehin die Dunkelheit nahte, kehrte ich zum camp zurück. Am anderen Morgen ging es mit der Dämmerung auf. Das shota hasari, das einfache indische Frühstück, nahm nur wenige Minuten in Anspruch; dann ging es hinaus in das morgenfrische Dschungel, zu der Stelle, wo ich gestern die Spur gefunden hatte. Begleitet von einem„ dadeanpenana", dem eingeborenen Spürer, und zwei Trägern, die mit verschiedenen Kameras, Proviant und Wasservorrat beladen waren, hatte ich bald jene Stelle erreicht und siehe da- wiederum fanden sich dieselben Spuren als am vorigen Tage, aber vollständig frisch, die Elefanten schienen sehr spät in der Nacht am Wasser gewesen zu sein. Soviel wir aber auch suchten, die große Fährte war nicht unter denen der Herde zu finden, offenbar gehörte der große Elefant nicht z ihr. Wir setzten daher unsere Untersuchung rings um die kleine und Wasserfläche fort bald stießen wir auf eine zweite Elefantenfährte, die nur von zwei Tieren herrührte. Die eine der Fährten zeigte eine respektable Größe, sie wurde gemessen und ergab eine Schulierhöhe des Elefanten von etwa acht Fuß, also für einen indischen Elefanten ein gutes Maß. Das Ende eines Kolosses von Ceylon. zu Hause fühlen. Von den Bewohnern eines kleinen Dorfes, das einige Meilen entfernt an der Straße lag, hatte ich er fahren, daß sich an jenem kleinen See ein alter Elefant auf halte, der ihnen sehr schädlich sei. Er pflege in die wenigen Reisfelder einzubrechen, die sich dort in der Nähe des Sees befanden und nicht allein den Reis in großen Mengen zu äsen, sondern auch die kleinen Dämme zu zerstampfen, welche die Felder in kleine Abschnitte einteilen und es ermöglichen, den Boden stets ein bis zwei Handhoch mit Wasser bedeckt zu halten. Die Eingeborenen behaupteten, daß der Elefant meist allein, aber auch schon mit anderen zusammen gesehen worden sei. Über die Größe des Tieres waren von den guten Leuten natürlich keine, nur einigermaßen verläßliche Angaben zu er halten, denn mit der Überschwenglichkeit des Orientalen wurden wie gewöhnlich aus einem Fuß Söhe mindestens drei gemacht. Immerhin schien es, daß der betreffende Elefant ein begehrenswertes Wild sei. Sobald das Lager in Ordnung, brach ich am späten Nachmittag auf, um die Umgebung des Sees auf frische Elefantenfährten zu untersuchen. Ich fand, daß daran kein Mangel, eine, anscheinend sogar zwei verschiedene Herden- kamen offenbar fast allnächtlich hierher, um zu trinken und zu baden, obwohl das Baden bei dem niedrigen Wasserstand nur ein übergießen des Rückens mit Hilfe des Rüssels sein konnte. Die Fährten waren nicht sonderlich groß und zeigten, daß die Herde fast durchweg aus kleinen Tieren bestand. Nur Ohne einen Moment zu verlieren, setzte ich meinen Spürer, der den heimischen Jagdhund vertreten muß, auf die Fährte, und ich selbst hielt natürlich gleichfalls meine Augen nicht müßig, denn wenn auch in jedem Lande, die Eingeborenen, die mit dessen Boden und Vegetationsformen besser vertraut sind als jeder europäische Jäger, besser spüren, so konnte mein Mann doch sehr leicht eine Spur übersehen, und die Suche dadurch ergebnislos werden. Etwa eine halbe Stunde lang konnten wir die Fährte bequem verfolgen, denn an vielen Stellen, wo die Fährte auf den Boden versagte, ließen sich Schmutzstellen an den Blättern des Gestrüpps feststellen. Einer oder beide Elefanten hatten sich offenbar in dem flachen Wasser niedergelegt und dabei den ganzen Körper mit grauem Schlamm bedeckt. Nach und nach hörten diese Spuren aber auf, da der Schlamm teils getrocknet, teils von den Zweigen abgestreift war. Dann kamen wir an eine weite grasige Fläche, deren kaum fingerhohes Gras vollständig von Wild abgeäst, und deren Boden von der Sonne steinhart gebrannt war, und hier war jedes Verfolgen der Fährte unmöglich. Wir wendeten daher um und kehrten zum camp zurück.„ Es ist alle Tage Jagdtag, aber nicht alle Tage Fangtag", sagt ein altes Jägersprichwort. Mit der einen erfolglosen Verfolgung wollte ich aber die Jagd auf den großen Elefanten noch nicht aufgeben und beschloß nun, mein Heil bei Abend oder bei Nacht zu versuchen. Eine Elefantenjagd bei Nacht ist allerdings eine eigene Sache: entweder man schießt von einem Baum oder überhaupt auf große Entfernung, dann ist sie Alasjägerei; oder man geht so weit an den Elefanten heran, daß man trotz der Dunkel. heit ein gutes Abkommen hat, dann ist die Sache kizlig. Erstens weil der Elefant entschieden bei Nacht angriffsluftiger ist, und zweitens weil er bei Tage schlechter, bei Nacht besser sieht als der Mensch. Der Nachmittag verging mit der Erlegung und dem Präparieren eines großen Krokodils. Dann machte ich mich mit einem alten Kuli auf den Weg. Einer der Spürer hätte flußte Oberschic ihen Schichten terspluralitimm über den unr hätten sicherlich wären sie zun zugute gekomm fluß steht als Oder endlich tich begründe Welt gestützten den fie tatsäch Es bleibt Lothringischen nicht. 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