ocken eine aus recht chen. Diefen ürftet Baar dann gelegt andelt Je aus 5 ein aus doch en, die hlechts foziale Kurfen. ch, daß kann, richten Danken. rt uns muß, egt die finden icht die fenden chloffen neues daran, nn foll ndung, leider meine haben nießen Tage meiften rch der nd ihre er eine t, auch Schritt ab enz im au in n auch us zu monijch hzieht thens" aber reudig getan 10. „ Ein lichen wiffen Lichten フル Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau" Itegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 79. - Telephon: Nr. 362. Unebrliche Politik. Beim Postetat hatten sich die Kommissionen mit der Regierung dahin verständigt, daß an dem Besoldungsgesetz in den nächsten Jahren nichts geändert werden solle und nur einzelne Härten ausgeglichen werden sollten. Trotzdem brachten die Sozialdemokraten, um Stimmenfang zu treiben, folgende Resolution ein, obgleich jeder die Aussichtslosigkeit fannte: des Großherzoglichen Polizei Amtes der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. " Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichsfanzler zu ersuchen, eine Revision des Beamtenbesoldungsgesetzes in dem Sinne vorzubereiten, daß eine angemessene Erhöhung der durchaus unzulänglichen Bezüge der Po st= Un= terbeamten eintritt." Bekanntlich hatten bei der Besoldungsordnung auch die Nationalliberalen einen gegen den einstimmigen Beschluß der Kommission gefaßten, aussichtslosen Antrag zum Besten der Beamten gestellt, der in dritter Lesung von den Nationalliberalen selbst und den Sozialdemofraten preisgegeben wurde. Es stimmten dann alle Parteien, auch die Sozialdemokraten, mit Ausnahme der Polen, für die Besoldungsordnung. Die Nationalliberalen, Freisinnigen und Sozialdemokraten bewilligten natürlich keinen Pfennig zur Durchführung der Besoldungsordnung. Nur der jetzigen Mehrheit verdanken die Beamten 118 Millionen Mark Zulage! Ebenso wie damals stimmten auch diesmal die Mehrheitsparteien gegen die sozialdemokratische Resolution, die nur die politisch nicht reifen Beamten täuschen soll. Die Beamten in ihrer überwiegenden Mehrheit haben allerdings diese „ Mache" durchschaut und sich ihren Vers daraus gemacht. Sie erhalten natürlich keinen Pfennig mehr dadurch, sondern es soll ihnen nur Sand in die Augen gestreut werden, auch will man falsche Hoffnungen bei ihnen erwecken, die zur Unzufriedenheit führen. Daß das nationalliberale„ Siegener Volksblatt" in echt demagogischer Manier auch hier Beamtenfang zu treiben versucht, ist nicht verwunderlich. Ehrlicherweise müßte es den wahren Sachverhalt angeben und sagen, woher die Mittel genommen werden sollen; ferner hätte es mitteilen müssen, daß auch die Nationalliberalen und Freisinnigen in der Kommission zugegeben haben, daß Reichstag nach kurzer Zeit nicht wieder die Besoldungsordnung ändern könne. Es ist doch auch bekannt, daß gerade bei den Nichtbeamten, welche das Geld aufbringen müssen, schon hinreichend Unzufriedenheit wegen der Besoldungsordnung vorhanden ist und man gerade deswegen vielfach auf die Finanzreform schimpft. Aus Stadt und Cand. der Gießen, den 3. April 1911. Reichskonferenz der Versicherungsangestellten. Man schreibt uns: Die letztjährigen Vorgänge in der Bewegung der Versicherungsangestellfen und besonders die sich mehrenden Kämpfe um Verbesserung ihrer Anstellungsbedingungen erfordern, daß Biese Branche des Büroberufs durch gewählte Vertreter zu den beruflichen Verhältnissen und Bestrebungen Stelfung nimmt. 3u diesem Zwecke beruft der Verband der Büroangestellten eine Konferenz der deutschen Versicherungsangestellten, die am Ostermontag, vormittags 9½ Uhr im Gewerkschaftshaus in Berlin SO., Engelufer 15, zusammentritt. Gießen, 3. April. Freitag nachmittag weilte das Großherzogspaar mehrere Stunden in unserer Stadt, ohne daß die Bevölkerung davon wußte. Die hohen ' Herrschaften waren per Automobil, von Darmstadt kommend, in Steins Garten- Etablissement eingefahren, in dem sie gemeinsam mit dem Architekten Hans MeyerGießen die Räumlichkeiten besichtigten und danach ihre Anweisung gaben wegen der zu treffenden Einrichtungen zum großherzoglichen Verkaufstag, der Mitte Juni hier stattfinden soll. * Gießen, 3. April. Infolge der Reorganisation der Gendarmerie wurde der Oberwachtmeister PlochGießen mit Wirkung vom 1. April in den Ruhestand versetzt und ihm anläßlich dieses Ausscheidens von dem Großherzog der Titel„ Leutnant" verliehen. Gießen, 3. April. Der Bürgerverein hält heute abend 8½ Uhr in Steins Garten eine öf= fentliche Versammlung ab. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung( s. Inserat) ist ein zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwünscht. * Gießen, 30. März. Der Hess. Landesausschuß des Deutschen Flottenvereins behält für seine diesjährige Fahrt das in früheren Jahren bewährte Programm bei: Hamburg- Kiel; dazwischen Besuch Helgolands. Je zweitägiges Verweilen vermeidet Ueberanstrengung, so daß auch weniger rüstige Damen und Herren mit Genuß teilnehmen können. Auch Nichtmitglieder sind willfommen, aber frühzeitige Anmeldung ist Bedingung. Behörden Oberhessens ( Haus Brüder Schmidt.) Montag den 3. April 1911 Dauer 15.- 22. Juli, Preis 110 Mt. Beteiligung an einer fünftägigen Anschlußfahrt nach Dänemark wird ermöglicht. Programme sind von den Flottenvereinsgeschäftsstellen und von dem Hess. Landesausschuß, Darmstadt, Waldstraße 4 zu erhalten. Im Großherzogtum Hessen wird nur diese Fahrt vom Flottenverein verananstaltet, nur sie gewährt die daraus erwachsenden Vorteile. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. lag, wie man ihn für 1 Pfennig zu kaufen bekommt. Da es sich darum handelte, ob man den fraglichen Körper unter die Rubrik„ Schußwaffen und ihnen ähnliche Feuerwerkskörper" zu rechnen habe, wurde beschlossen, das Feuerwerk im Gerichtssaale abzubrennen. Sei es nun aber, daß der Schwärmer es nicht mit der Würde des Gerichts vereinbaren zu können glaubte, sich hier zu ' produzieren, sei es, daß ihm die niedliche Angeklagte leid tat, und er sie nicht belasten wollte, furz, er sprang auf die Erde herunter und weigerte sich zur größten Heiterkeit aller Anwesenden auf das entschiedenste, zu explodieren. Nun blieb selbst dem Amtsanwalt nichts anderes übrig, als auf Freisprechung zu plädieren, und auch das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß zwieinem Feuerwerkskörper zu 1 Pfg. und einer lebensgefährlichen Waffe doch wohl ein Unterschied sei. -sch- Wetzlar, 3. April. Der Verband zur För derung der Leibesübungen im Kreise Wetzlar hielt ge= stern im Hotel Kessel seine Frühjahrshauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Prof. Hippenstiel, eröffnete die Sigung mit einem herzlichen Willkommensgruß. Darauf erstattete er den Jahresbericht. Der Verband zählt gegenwärtig 25 Vereine mit 2000 Mitgliedern. Die Ein- schen nahme betrug 495,90 Mt., die Ausgabe 256,24 Mart, mithin Bestand 239,66 Mt. Die Vorstandswahl ergab, daß sämtliche Vorstandsmitglieder wieder gewählt wurden; neu hinzugewählt wurde Jockel- Braunfels. Weiterhin wurde beschlossen, sich in diesem Jahre am„ Ochsenfest" zu beteiligen. Mit einem warmen Appell, auch tatkräftig für die Jugendpflege einzutreten, wurde die interessante Versammlung gegen 7 Uhr geschlossen. Wetzlar, 3. April. Der diesjährige Frühling fiebt die Ueberraschungen. Erst war es bitter kalt und seit einigen Tagen herrscht fast Sommertemperatur. Am Samstag nachmittag zog sogar ein Gewitter über die Stadt. Heute ist bereits wieder eine merkliche Abfühlung eingetreten. == Horhausen( Kr. Altenkirchen). Kürzlich wurde im katholischen Pfarrhause ein Einbruchsdiebstahl verübt. Der Dillenburger Polizeihund" Jack" wurde nach hier geholt und auf die Fährte gesetzt. Er nahm dreimal dieselbe Spur nach dem eine Stunde Wegs entfernten Güllesheim auf und verbellte dort am äußersten Ende des Dorfes ein Haus. Nachdem die Tür geöffnet, holte" Jack" sofort einen Schuh aus der Stube. Nach einigem Sträuben wurde der Eigentümer des Schuhs verhaftet, nachdem der Hund ihn fortwährend verbellt hatte. Fast das ganze Dorf geleitete den Verhafteten, der hartnäckig leugnete, zu dem Tatort. Dort bequemte er sich zu einem Geständnis und nannte noch vier Komplizen. In der Wohnung des Verhafteten wurde ein Teil der gestohlenen Gegenstände gefunden. Die Verhaftung der vier Genossen wurde noch in der Nacht angeordnet. * Lollar, 3. April. Am 5. April findet die Beigeordnetenstichwahl zwischen dem Gemeinderat Gerlach und dem Schreinermeister Geißler 7. statt. * Wiesbaden, 1. April. Heute besteht Der Landkreis Wiesbaden 25 Jahre. Zur Feier dieses Tages findet im Kurhaus ein Festessen statt. Homburg v. d. 5., 1. April. Königin Olga und Prinz Andreas von Griechenland, die gegenwärtig in Wiesbaden weilen, besuchten gestern die Landgräfin son Hessen. Am abend kehrten sie nach W. zurück. == Auerbach a. d. B., 30. März. Der in weiten Kreisen bekannte Frhr. von Wangenheim ist hier gestern gestorben. Ilvesheim. Der hiesige Gänsehirt streikte weil ihm der Gemeinderat seinen Gehalt nicht erhöhte. Zu seinem Leidwesen fand sich aber ein Streifbrecher. Kein Geringerer als der Feuerwehrkomman= dant bewarb sich um den Posten und erhielt ihn zugeschlagen, weil er 30 Mark weniger forderte als sein Vorgänger. der war Frankfurt a. M. Ein Bäckerhausbursche hatte bei seinem Meister zahlreiche Unterschlagungen begangen. Der Geschädigte wollte den Unehrlichen in Anbetracht seiner Jugend nicht gleich„ brummen“ lassen, sondern vereinbarte, daß er bei einem wöchentlichen Lohnabzug von 5 Mark bis zur Deckung der unterschlagenen Beträge weiter arbeiten solle. Damit hatte Meister den Bock zum Gärtner gemacht, denn der Bursche veruntreute mit jedem Tag mehr und bald, die doppelte Summe der anfänglich unterschlagenen Beträge erreicht. Nun übergab man den unverbesserlichen Burschen dem Gericht, das ihn zu zwei Monaten Gefängnis verurteilte. Jetzt eilte der Bursche an das Gewerbegericht und klagte seinen Meister auf Zahlung von 10 Mark zurückbehaltener Kaution und weiteren 23 Mark rückständigen Arbeitslohn ein, mit der Behauptung, er habe mehr gezahlt als die Fehlbeträge seien. Natürlich wurde der unverschämte Kläger unter Auferlegung der Kosten abgewiesen. 14* Offenba ch. Eine lustige Gerichtssitzung verursachte die Anklage gegen ein junges Mädchen, daß im Geschäft ihres Bruders Feuerwerkskörper an einen fährigen Knaben verkauft hatte. In begreiflicher Aufregung trat es vor die Schranken( es hat noch nie mit dem Gericht Bekanntschaft gemacht), wo auf dem Richtertische das„ Corpus delicti", ein fleiner Schwärmer, Königstein i. T. Kürzlich rissen bei Königstein einige Güterwagen am Zuge los und entgleisten. Ein 60 Jahre alter Landwirt fuhr mit seinem Wagen gerade über die Schienen, als die Wagen daherkamen, es gelang ihm aber, durch rasches Antreiben seiner Pferde dem Tod auf den Schienen zu entgehen. Der Schrecken hatte dem alten Mann indessen derart zugefetzt, daß er sich sofort ins Bett legen mußte, und nun ist er nachträglich an der Aufregung gestorben. ** Lauter, 3. April. Infolge des Baues der staatlichen Quellwasserleitung in Lauter wurde mehre= ren Wassermühlen des Lautertälchens das Triebwasser ganz oder zum Teil entzogen. Obwohl dies bereits im Juli 1906 stattfand, also vor dem erst am 15. Juli 1908 erfolgten Infrafttreten der Novelle zum Bachgesetz, der Staat also nach der damaligen Rechtslage nicht verpflichtet gewesen wäre, die betroffenen Müller zu entschädigen, so hat er das in dankenswerter Weise aus Billigkeitsgründen doch getan und alle Geschädigten haben sich damals mit den im Herbst 1907 mit ihnen vereinbarten Entschädigungsbeträgen zufrieden gegeben. Nachträglich jedoch wendet sich Frau Karle mit dem Gefuch um höhere Entschädigung an den Landtag; ihr Schwiegersohn Ziegenhain verlangt als Bächter dieser Mühle ebenfalls eine Entschädigung. Begründet hat Frau Karle ihr Gesuch mit dem Hinweis darauf, daß der Nachbarmüller Mahr bei genau gleicher Wasserkraft 6250 Mark, also 1750 Mark mehr wie sie, erhalten habe und daß ihre Einwilligung zu dieser viel zu geringen Entschädigung durch die Drohung erzwungen worden sei, sie werde andernfalls gar nichts erhalten. Der Ausschuß beantragt: der Witwe Karle die gleiche Entschädigung zu gewähren, wie sie der Müller Mahr erhalten hat. Gau Algesheim, 31. März. Die größte Spargelplantage in Hessen besitzt zurzeit der Gutsbesitzer R. Avenarius. Er ließ in der Gemarkung Nieder- Ingelheim ein Gelände von 30 000 Quadratmeter Bodenfläche( gleich 12 hessische Morgen) neu mit Spargeln anlegen. = Berlin. Das deutsche Organisations- Komitee für den europätschen Rundflug hat in einer am Donnerstag, den 30. März, in Berlin abgehaltenen Sizung seinen Austritt aus der Organisation dieser Veranstaltung beschlossen. Die Veranlassung hierzu war der unberechtigte Rücktritt des Journal" Paris, von dem mit dem Verlag Ullstein& Co. geschlossenen Vertrage und der Beschluß des Pariser Blattes, Deutschland nicht, wie beabsichtigt, in den europäischen Rundflug einzuheziehen. Da der Verlag Ullstein& Co. seine Preisstiftung von 100 000 Mt. indes weiter aufrecht erhält und für die Förderung der nationalen Aviatik verwandt wissen will, sind von den Mitgliedern des Deutschen OrganisationsKomitees alsbald neue Beratungen eingeleitet worden, um eine neue Ausschreibung für den 100 000 MarkPreis aufzustellen. - Citerarisches. In dem soeben erschienenen Offiziellen Ho= tel- Adreßbuch des Reichsverbandes Deutscher Gastwirtsverbände ist ein Handbuch für den gesamten Reiseverkehr geschaffen worden, wie es bisher wohl kein Land in dieser Art aufweisen kann. Der stattliche Band in gefälliger moderner Aufmachung ist kein schematisches Verzeichnis von Hoteladressen. Das Werk enthält die Beschreibung von tausenden deutscher Orte in aller Ausführlichkeit, und zwar je nach der Bedeutung, den der einzelne Platz im Reise- und Touristenverkehr einnimmt. Wer sich über einen deutschen Ort, der in touristischer oder kommerzieller Hinsicht nur irgendwie eine Bedeut ung hat, heute zuverlässig informieren will, wird nach dem hübschen Band des Offiziellen Hotel Adreßbuches greifen. Dasselbe liegt fast in jedem größeren Ort in Hotels, in den meisten Reisebureaux, Geschäftsstellen der Verkehrsvereine und vielen Stadt- und Gemeinde- Verwaltungen zur fostenlosen Benutzung auf. = Deutscher Reichstag. Am Freitag wurde die Spezialberatung des Etats für ben Reichskanzler zunächst durch eine lange Rede des sozialdemokratischen Abg. Frank- Mannheim fortgesetzt. Redner frittsterte öte Haltung des Reichskanzlers in der Abriftungsfrage und behandelte dann in längeren Ausführun= gen die innere Politik, dabei betonend, daß seine Partet mit der Fortschrittspartei kein Bündnis auf Leben und Tod geschlossen, aber sie wolle mit ihr in allem Ernst die Reaftion bekämpfen. Dann folgten sehr temperamentvolle Ausführungen des konservativen Grafen von 2estarp, die er felbst als eine Kampfrede" bezeichnete, zu der er sich aber durch die Ausführungen des Abg. Bassermann und Wiemer In der Donnerstagstzung für berechtigt hielt. Er kennzeichnete die Stellung der Konservativen in der elsaß- lothringtchen Verfassungsfrage und wies die Behauptung, daß es fich bei der Rede des Abg. von Heydebrand tin Abgeordne tenhause um einen persönlichen Vorstoß gegen den RetchTanzler gehandelt habe, zurück. Dann entwarf er noch einmal ein Bild von dem Entstehen und der Wirkung der Finanzreform, indem er ihr diejenige von 1906 gegenüberstellte, bei der die Nationalliberalen mitgewirkt haben: Damals ein Soll von 180 Millionen, ein wirklich erreichtes Resultat von 110 Millionen, diesmal schon im zwetten Fts nanzjahr Eingänge in Höhe von 84 Prozent des erwarteten Betrages. Begreiflicherweise wurde die Stimmung bet diefer Auseinandersetzung recht lebhaft. Für die Reichspartei sprach Abg. Fürst von Hazfeldt. In der auswärtigen Politif werde man nur dann Erfolg haben, wenn man sich auf einen realen Standpunkt stellt. Von einer Einfreisungspolitik set keine Rede. Seine Partet hätte gewünscht, daß die Finanzreform in anderer Weise zustande gekommen wäre. Der Fehler wäre der. das man der liberalen Parfeien ermöglichte, den Kopf wieder aus der Schlinge zu ziehen. Wenn man sage, die Finanzreform set so schlecht gewesen, daß man sie nicht hätte mitmachen sollen, so widerspreche das doch den Tatsachen. Die nationalliberale Partet habe sich doch erst später zur Erbschaftssteuer bekannt als die Reichspartet. Die gute Folge der Finanzreform für die Industrie, der langsame, aber stetige Aufschwung der Industrie, sei auch von Handelskammern bestätigt worden, und die Spareinlagen mit 15-16 Milliarden seien ein deutlicher Beweis, daß die neue Wirtschaftspolitik auch dent deutschen Arbeiter vorteilhaft ist. Der Abg. Fuhrmann( ntl.) suchte sodann nachzuweisen, daß dic Nationalliberalen von Tonservativer Seite herausgefordert seien, Reden zu halten, wie die des Abg. Bassermann. Er erkannte an, daß die Finanzen sich gebessert haben, leugnete aber. daß die Reform ein Erfolg sei. Er polemisierte unter Rechtfertigung der Haltung der Nationalliberalen bei den FinanzreformverHandlungen scharf gegen die Rechte und schloß die Möglichfeit eines Zusammengehens der Nationalliberalen mit den Sozialdemokraten wegen ihrer unüberwindlichen Abneig ung gegen das Zentrum im Westen nicht aus. Hiernach sprach der Abg. Röside( kons.) noch einmal gegen die Abgg. Bassermann und Fuhrmann, von denen der erstere, wie der Redner erklärte, eine Wahlrede, letzterer eine Leichenrede gehalten habe. Nach dem süddeutschen Demokraten Hanßmann wurde die Debatte geschlossen. Das Gehalt des Kanzlers, der nicht mehr das Wort erbeten hatte, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Polen bewilligt. Bet den Abstimmungen über die Resolutionen wurden die fortschrittlichen Anträge über Schiedsgericht und Abrüstung angenommen, der weitergehende sozialdemokratische Antrag wurde abgelehnt. Es folgte der Etat des Auswärtigen Amtes, an den fich ebenfalls eine lange Debatte knüpfte. Herr von Kiderlen- Wächter wurde vom Zentrumsredner Pfeiffer nach dem Stande der deutschen Handelsinteressen in Finnland gefragt. Abg. David( Soz.) wandte sich gegen die Vergewaltigung dieses Landes durch das russische Reich, Görcke ( natl.) trat für die deutschen Interessen im Auslande, namentlich in Ostasien ein, der Staatssekretär von Kiderlen teilte mit, daß das Reichsangehörigkeitsgesetz fertiggestellt set. Ueber die Entschädigungsansprüche, die auf Grund von Verlusten im südafrikanischen Kriege angemeldet worden sind, ist eine Einigung mit England immer noch nicht erztelt ein Beispiel, wie das Schiedsgerichtssystem, nicht durch Deutschlands Schuld, versagt. Die Debatte drehte fich noch eine Weile um allerlei minderwichtige Dinge, bis der Etat des Auswärtigen schließlich erledigt wurde. Zu den Debatten um die Abrüstung. 31 den Debatten um die Abrüstung wird, wie uns von militärischer Seite geschrieben wird, eine Uebersicht über die fionaren der europäischen Heere und Flotten von Interesse sein. In erster Reihe ist die Kriegsstärke Deutschlands nach dem Stande vom 1. Januar 1911 zu betrachten. Die gesamte Kriegsarmee setzt sich aus der Feldarmee mit Reserveformationen, der Landwehr und dem Landsturm zusammen. Die Feldarmee mit Reserveformationen beträgt rund 1 750 000 Mann. Die Landwehr ift auf 1700 000 Mann zu schätzen und der Landsturm auf 550 000 bis 600 000 Mann, sodaß die gesamte deutsche Kriegsmacht rund 4 Millionen Mann beträgt. Die Zusammensetzung des Feldheeres ist folgende: Es besteht aus 28 Armeekops, oder 48 Infanterie divisionen, 11 Kavallertedt5) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümck e. Nachdruck verboten. Vater und Sohn sind allein. Hardi steht zu sehr unter dem Eindruck dessen, das eben sein Herz bewegte, als daß er nicht lebhaft davon hätte sprechen mögen. „ Eint reizendes Geschöpfchen ist sie, Papa. Ich bin ganz entzückt von der Erna Raben," kam es über seine Lippen, während sie mit großen Schritten dem Schlosse zustrebten. In seinem Eifer sah er nicht, daß auf des Vaters Stirn plötzlich eine Unmutsfalte entstanden war. Es ftel thm auch nicht auf, daß derselbe dieses Thema gar so furz abbrach, um in sehr ernster, feierlicher Tonart auf aller! ci Familienangelegenheiten zu sprechen zu kommen. Man hattte das uralte Portal des grauen Schlosses erreicht. Da prangte in verwittertem Gestein das Wappen derer von Eschenhold. Die mächtigen Ulmen winkten Hardi mit ihren entlcubten Zweigen einen traurigen Willfommengruß zu und plötzlich war aller Frohsinn geschwunden. Kalt und öde schien ihm das alte Gemäuer, der Tag des Begräbnisses stand wieder vor seiner Seele. So dunkel und still war es drinnen in den mit solider Eleganz ausgestatteten Räumen. Hardi durchrieselte es falt und plötzlich sah er des Vaters bekümmertes Gesicht, in das die Sorge, troz Glanz und Reichtum, gar manche tiefe Furche gegraben. ,, Ja, ja, seit Mütterchen nicht mehr hier schaltet und waltet, ist es falt und unfreundlich im Schloß geworden," Sprach der General mit einem tiefen Seufzer. Jm Speisezimmer war ein einfaches Mahl zugerichtet, an dem außer Vater und Sohn noch der Inspektor Woltersdorf teilnahm, der dem General nicht nur als tüchtiger Beamter, sondern auch als angenehmer Gesellschafter ans Herz gewachsen war und darum mancherlei Vorrechte ge= noß, um die ihn viele beneideten. vifionen und ungefähr 25 Reservedivisionen. Genauer bestimmt wird die Feldarmee durch folgende Berechnung: Sie besteht aus 962 Bataillonen Infanterie und Jäger, 828 Batterien, 528 Schwadronen, 16 Maschinengewehrabteilungen, 12 Maschinengewehrkompanien mit 888 Maschinengewehren, 95 Pionierkompanien und rund 5000 Geschützen. Demgegenüber hat Frankreich 19 Armeekorps mit 40 Infanteriedivisionen aufzuweisen. Diese Zahl wird noch vermehrt durch zwei Armeekorps aus Nordafrika und der Kolonialarmee mit insgesamt 6 Infanteriedivisionen. An Reservedivisionen, von denen in Frankreich 36 vorhanden sind, übertrifft es Deutschland bedeutend. Genauer betrach= tet ergibt sich, daß das französische Heer eine Kriegsstärke von 1090 Bataillonen, 823 Batterien und 580 Schwadronen Kavallerie aufweist. An Geschüßen verfügt es über eine Anzahl von 3500 Stück. Es ist also in mancher Beziehung der Bahl nach stärker als das deutsche Heer. Natürlich ste= hen diese Zahlen in Frankreich nur auf dem Papier, da nicht genügend Leute vorhanden sind, um alle Formationen vollzählig zu machen. In Oesterreich beträgt die Summe der Streitkräfte 680 Bataillone, 350 Schwadronen und rund 1850 Geschütze. Für Rußland sind folgende Zahlen maßgebend, wenn utan die Kriegsstärke in Betracht zicht: Das Heer setzt sich dann aus 1960 Bataillonen Infanterie, 1530 Schwadronen, 1. und 2. Linie Kavallerie und aus 772 Batterien Artillerie zusammen. Endlich ist noch zu erwähnen, daß die Kriegsstärke der Türkei jetzt rund 1750 000 Mann beträgt, Ru= mänten 350 000 Mann, Serbien 400 000 Mann. Als lette Kriegsstärke sei die der Großmacht Italien ge= nannt. Die Gesamtorganisation des Heeres besteht aus 12 Armeekorps und 25 Divisionen. Seine Kriegsstärke beträgt 1 450 000 Mann. Aus diesen Zahlen, die immer nur den ungefähren Stand umfassen, geht zur Genüge hervor, daß die Kriegsrüstung auf allen Gebieten noch in einem solchen Umfange betrieben wird, daß von einer Abrüstung nicht viel zu cr= warten ist. Bei diesem Niesenumfang der Rüstungen läßt sich vor allen Dingen nicht die Art und Weise bestimmen, wie die Abrüstung vor sich gehen soll. Rundschau vom Cage. Politisches. Kaiser Wilhelm und der türkische Sultan. Nach einer Meldung der Frff. 3tg. aus Konstantinopel dankte Kaiser Wilhelm dem Sultan für sein Kondolenztelegramm an= läßlich des Todes des Oberstleutnants Schlichting. Der Kaiser hob in seinem Telegramm besonders hervor, daß Der Heimgang dieses tüchtigen Offiziers ihm sehr nahe gegangen sei. Die Ankunft des Kronprinzenpaares auf Korfu erfolgte Freitag nachmittag. Der Kaiser und die Kaiserin sowie Prinzessin Vittoria Luise hatten sich sich mit kleinem Gefolge vom Achilleion zum Hafen und an Bord der„ Hohenzollern" begeben, um das Kronprinzenpaar zu empfangen. Der Dampfer„ Prinzregent Luitpold" lief um 3 Uhr 15 Min. ein. Der Kronprinz und die Kronprinzessin standen auf Deck des Dampfers, der Kaiser auf der Kommandobrücke, die Kaiserin und die Prinzessin auf dem Promenadendeck der Hohenzollern". Die Herrschaften winften einander zu. Das Kaiserpaar empfing dann mit der Prinzessin die tronprinzlichen Herrschaften am Fallreep mit Ruß und Umarmung. Nach 4 Uhr begaben sich die Herrschaften gemeinsam an Land und fuhren im Automobil zum Achilleion, wo der Tee eingenommen wurde und abends Tafel stattfand. Ueber die letzten Dispositionen für die Kronprinzenreisen wird der Inf." mitgeteilt: Der Kronprinz wird mit der Kronprinzessin bis zum 3. April in Korfu als Gäste des Kaisers auf dem Achilleion weilen. Anschließend hieran erfolgt die Fahrt nach Rom anläßlich der Jubiläumsfeierlichkeiten Italiens; der Aufenthalt dort soll vom 5. bis 8. April währen. Von Rom aus begibt sich das Kronprinzenpaar zum Besuche des Kaisers Franz Josef nach Wien, wo es am 9. April eintrifft. Hier ist Aufenthalt für einen vollen Tag zunächst vorgesehen. Man wird also damit rechnen können, daß die kronprinzlichen Herrschaften am 10. oder 11. April in Potsdam wieder eintreffen werden. Die französische Presse über die Kanzlerrede. Die Rede des deutschen Kanzlere über Abrüstung und Sujieds: gericht hat in Paris einen sehr tiefen Eindruck gemacht und wird allerseits viel besprochen, wobei die Nationalisten hervorheben, Frankreich wisse nun, woran es sich zu halten habe. Die Rede sei geeignet, gewisse Träume englischer und französischer Schwärmer zu zerstören, die Frankreichs Wehrkraft lahmzulegen drohten. Im allge= meinen glaubte man hier niemals an eine deutsche Rüstungsbeschränkung, ist dem Kanzler aber für seine gestrige Offenheit dankbar und ermahnt die Regierung, die nötigen Folgerungen daraus zu ziehen und Frankreichs Wehrmacht intakt zu lassen. Hardi konnte freilich diesem gar zu unterwürfigen, furchtbar zungengewandten Herrn nicht viel Geschmad abgewinnen. Es schien ihm auch, als könnte ihm derselbe nicht fest und frei ins Auge schauen. Daß der Vater gerade in diesem Mann wieder etwas besonderes sah, war ihm völlig unverständlich, und unwillkürlich ftel ihm ein, daß Bruder Kuno, der Herr Gesandte, bereits vor drei Jahren behauptete, der Papa wäre für seine fündundsechzig Jahre schon recht altersschwach. Es möchte das vielleicht auf die Kopfwunde, die er bei Mars la Tour erhalten, zurückzuführen sein. - - Am nächsten Tage galt Hardens erster Besuch der Familie Raben. Da sah er Erna wieder. Errötend empfing sie ihn und führte ihn in die gute Stube. DieEltern waren noch nicht aus der Kirche ück, darum hatte sie die Ver= pflichtung, ihn ein Viertelstündchen allein zu unterhalten. Selige Minuten dünkten Hardi das, sein Herz pochte so wild, so ungestümt wie nie zuvor, und übermächtig kam die Liebe über ihn, die Liebe, die er bisher nur geahnt, aber nicht gekannt. ,, Den verliebten Leutnant" hatten sie ihn in der Residenz genannt, den schönen Leutnant mit dem Schmetterlingsherzen", und was war es sonst noch alles gewesen. Und dabei hatte er niemals ein weibliches Wesen richtig geliebt; ein Spiel nur war es gewesen, eine leichte Liebeständelei. ,, Bin ich denn ganz und gar verwandelt?" Was soll daraus werden?" mußte er sich sagen. ,, Wie kann nur ein so zartes, süßes Wesen eine solche Macht ausüben." Ach, es war gut, daß die Viertelstunde so schnell ver= strich, daß die biederen Rabens aus der Kirche heimkehrten. Bei seinem lebhaften Temperament hätte Hardi sonst zweifellos bald ein Wort zu viel gesprochen. Jn Ernas Sinn aber jubelte es:„ Er ist doch nicht im Strudel der Welt verloren gegangen! Er ist noch der alte liebe Junge mit den ehrlichen Augen und dem unverdorbenen Sinn."- Ach, stände ich doch nicht so tief unter Die dänische Regierung beabsichtigt, die Arbeitsvermittlung, die bisher von einigen Gemeinden ausgeübt wurde, zu verstaatlichen und zwar sollen in allen Städten des Landes über 7000 Einwohner kommunale Büros für fostenlose Arbeitsvermittlung eingerichtet werden. Das Personal wird teils von der Gemeinde, teils vom Staate bezahlt werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird dem nächsten Reichstage vorgelegt werden, der ohne Zweifel dem Gesetze zustimmen wird. Der Bürgerkrieg in Megito. Nach Gerüchten sollen in den Kämpfen, die seit Montag in der Nachbarschaft von Ures( Mexiko) zwischen den merikanischen Regierungstruppen und den Aushändischen stattfinden, auf beiden Seiten etwa tausend Mann gefallen sein. Kleine Daten. Das abnorm warme Sä zweter, das seit einigen Tagen über Mitteleuropa herricht, ochte Holland gestern den wärmsten Märztag seit dem Jahre 1849. In Rotterdam stteg das Thermometer bis auf 21.7 Grad Celsius. Ein furchtbares Gewitter, das von 10 bis 1 Uhr nachts anhielt, ging am Freitag über Monsheim( Kr. Worms) und Umgebung nieder, von einem schweren Hagelschlag begleitet. In den Weinbergen wurde durch die gewaltigen Wassermassen großer Schaden angerichtet; große Löcher wurden in den Boden gerissen und die Weinstöcke stellenweise eine Viertelstunde weit fortgeführt. In den Straßen liegt der Schlamm fast einen halben Meter hoch. Oberpfarrer Hugo Greiner( Pseudonym: Friedrich von der Höhe), der Dichter vieler oft gespielter Volkstücke, ist in Halle a. S. im 47. Lebensjahre gestorben. Ein wenig erfreuliches Ergebnis hatte in Jena die Prüfung der Referendare zum Assessor. Sieben junge Rechtsgelehrte hatten sich gemeldet, aber nur ein einziger erlangte die ersehnte Würde. Zwei wurden auf Grund threr unzureichenden schriftlichen Arbeiten zur mündlichen Prüfung überhaupt nicht zugelassen und vier fielen bet der mündlichen Prüfung durch. Ein solches Ergebnis im Assessorexamen ist in Jena noch nicht zu verzeichnen gewesen. Sechzehn Grabdenkmäler total zerstört wurden auf dem israelitischen Friedhofe in Cöln. Man glaubt an einen Racheakt. Vor längerer Zeit sind Grabschändungen auch auf dem evangelischen Kirchhofe verübt worden. Die jüdische Gemeinde hat für die Ermittlung der Täter eine hohe Belohnung ausgesetzt. Eine tschechische Rüpelei wird den„ L. N. N." aus Reichenberg in Böhmen mitgeteilt. Bei einem Großfeuer in dem tschechischen Orte Plav durchschnitten die Tschechen der aus dem Orte Schumburg zur Hilfe herbeigeeilten deutschen Feuerwehr die Schläuche und bewarfen die Feuerwehrleute mit Steinen, sodaß die Feuerwehr schließlich flüchten mußte. Einen entsetzlichen Verbrennungstod erlitt Freitag früh die 44jährige Ingenieursfrau Herold zu Eichwalde bei BerItn. Sie wollte in der Küche Feuer machen; dabei gerieten ihre Kleider in Brand. Da der Ehemann abwesend war und das neunjährige Töchterchen keine Hülfe zu bringen vermochte, hatte die Unglückliche beim Eintreffen der Nachbarn bereits so schwere Brandwunden an der Brust erIttten, daß sie nach wenigen Minuten starb. Von einem Einbrecher erschossen wurde in Laurahütte in Oberschlesien der Schußmann Kettler. Der Täter, ein langgesuchter Verbrecher, der sett Monaten den oberschle= fischen Industriebezirk unsicher machte, entkam. Vom fünften Stockwerk des Rathauses abgestürzt ist in Weidau in Sachsen am Freitag die Frau etnes Schuhmannes, die mit dem Pußen der Fensterscheiben beschäftigt war. Ste blieb auf dem mit Steinplatten belegten Fußwege mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Oermischtes. Die ominöse Aufschrift. Dem Inhaber eines bürgerlichen Restaurants im Norden Berlins ist in einer der legten Nächte ein loser Streich gespielt worden, der den Stammgästen des Lokals und den Sraßenpassanten noch heute ausreichenden Grund zum lachen gibt. An den Schaufenstern des Lokals steht angeschrieben:„ Echte Biere". Als aber der Wirt dieser Tage einmal sein Geschäft öffnete, brachte er in den Auschschriften nicht mehr ,, echte Biere" zum Verkauf, sondern schlechto miere". Une nithe Hände hatten in der Nacht das„ echte" in„ schlechte" verwandelt. Feinde der Frauengelehrsamkeit in Griechenland. In der Athener Universität fanden am Donnerstag bei Eröffnung der Vorlesung der Privatdozentin für Medizin Fräulein Panagiotatu, die über epidemische Krankheiten liest, wüste Szenen statt. Eine Anzahl berufsmäßiger Radaumacher unterbrach mit den Rufen den Vortrag: „ Hinaus mit dir, geh lieber in die Waschküche oder in die Kinderstube!" Als vernünftige Elemente hiergegen auftraten, entspann sich eine richtige Prügelei, wobei einige Bänke zerbrochen wurden. Mehrere der Vorlesung beiihm, wäre er von bürgerlicher Geburt, welch ein Glück tönnte das sein!" mußte sie seufzend hinzufügen. Herr Raben, der Rentmeister und langjährige treue Berater des Generals, zählte etwa sechzig Jahre. Er war von mittelgroßer, gedrungener Gestalt, hatte kurz gescho= renes, schneeweißes Haar, ein glattrasiertes, volles Gesicht, aus dem ein paar kleine Augen durch scharfe, blanke Brillengläser ungemein gutmütig in die Welt schauten. An diesem Manne war alles forrekt, äußerlich schon in Kleidung und Benehmen, innerlich aber im Denken und Empfinden erst recht. Mit unverhohlener Freude, aber nicht ohne den ges bührenden Respekt begrüßte er Hardi und hörte glückstrahlend, was der ihm über seinen Referendar berichtete. - woh nift fall in e ben Nah Die Best Jeit lebe zu nad Sch Bro nit leb un Fe Get bas wir Dor men Sel fan Ge zah ant wir Bu teil zug hei feb ter er Sie Frau Raben, eine schöne Frau mit grauem Scheitel, ausdrucksvollen Augen, bleichem, verhärmtem Gesicht und einem eigentümlichen nervösen Zucken um den Mund, bemühte sich, das, was ihr Gatte empfand und da er fein Mann von vielen Worten nicht recht auszusprechen vermochte, statt seiner beredt zum Ausdruck zu bringen. Rief Erna die Pflicht nunmehr auch von Zeit zu Zeit in die Küche, wo die bratende Martinsgans ihve Anwesenheit energisch verlangte, so fühlte Hardi sich in dem trauten Heim dieser guten Leute dennoch so behaglich, daß er rücksichtslos genug war, die übliche bürgerliche Mittagsstunde zu vergessen. Und Rabens nah men ihm das, trotz des duftenden Gänsebratens, nicht übel. Die Hausfrau füllte ihm vielmehr immer von neuem sein Glas mit ihrem wohlgelungenen Johannisbeerwein und stellte immer neue Fragen an ihn betreffs der Familie Bolten, mit der verwandt zu werden, sie das Höchste auf Erden dünkte.- Und Erna steckte wieder und wieder ihr blondes Köpfchen zur Tür herein, um die Mutter irgend etwas ihr jedenfalls im Augenblick recht wichtig Scheinendes zu fragen. Ihre Wangen glühten, und ihre Blauaugen glänzten, wie wenn ihr eine ganz besondere Freude widerfahren wäre. ( Forts. folgt.) wei gem ebe und nid er Ro gra elr be Er bie ter ftur wal da unt die Tel Har rut wa un St Και fcht nab den für no de fte Di 我 試 Ite aff etr be бе fe bo de fid ber Au etf ber nu ger fie wu get wie Sch gen tro fich den fte Tea fon Br Ba far hol wer Den bet Sau an bte nte te Bu Bet oft peitsver: usgeübt Städten iros für 1. Das Staate rf wird e 3wei: sollen aft von erungs beiden en Ta ern den otterdam nachts ns) und egleitet. 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Ein Waldmensch. In Lobenstein hauste seit Jahren in einer Höhle ein sogenannter Waldmensch, der niemals den Wald verließ und niemals unter Menschen tam. Seine Nahrung wurde ihm von Kindern aus Lobenstein gebracht, die alle vierzehn Tage zu ihm tamen. Bei ihrem letzten Besuch fanden sie den Einsiedler als Leiche. Er lag schon Seit mehr als acht Tagen tot in seiner Höhle. Sein Waldleben scheint seine Lebensdauer übrigens nicht verlängert zu haben, denn er ist nur 56 Jahre alt geworden. Dreitausend Schüler in Feuersgefahr. Donnerstag nachmittag brach in einer von annähernd dreitausend Schülern besuchten höheren Lehranstalt in Neuyork ein Brand aus. Der Umsicht der Lehrer gelang es, eine Panit zu vermeiden, so daß keinerlei Verluste an Menschenleben zu beklagen waren. Sie führten sämtliche Schüler unter dem Vorwande, daß es sich um eine der häufigen Feuergefahrsübungen handle, in voller Ordnung aus dem Gebäude. Erst auf der Straße merkten die Schüler, daß das Gebäude wirklich in Flammen stand. Wie man seine Schulden los wird. Aus Budapest wird gemeldet: Der Abgeordnee Zoltan Ugron hatte am Donnerstag seinen Bekannten in zahlreichen Telegrammen mitgeteilt, daß er durch einen Sprung in die Donau Selbstmord begehen würde. Man begab sich auf die Suche, fand ihn aber frisch und wohlbehalten in einem Hotel. Gegen das Versprechen, daß man alle seine Schulden be= zahlen werde, gab er sein Ehrenwort, daß er sich kein Leid antun werde. Die Rache des Galeerensträflings. Aus San Remo wird gemeldet: Ein gewisser Palmeri war als junger Bursche wegen Mordes zu 30 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Nachdem er 22 Jahre in der Strafanstalt zugebracht hntte, reichte er ein Gesuch ein, aus Gesundheitsrücksichten entlassen zu werden. Das Gesuch wurde fedoch abschlägig beschieden. Nachdem Palermi noch mehrere Jahre in einer Jrrenanstalt interniert war, tehrte er endlich dieser Tage in seine Heimat San Remo zurück. Hier tötete er gestern seine Schwägerin aus Rache darüber, weil diese vor 24 Jahren gegen ihn ungünstige Aussagen gemacht hatte. Dann suchte er einen Gendarmen auf, der ebenfalls damals als Belastungszeuge aufgetreten war, und erschoß auch diesen. Einen driten Zeugen fand er nicht zu Hause und tötete dessen Gattin. Hierauf begab er sich nach dem Kirchhof, wo er sich eine Kugel in den Kopf schoß. Die ängstlichen Telegraphisten. Die französische Telegraphenverwaltung begegnet in den Reihen threr Beamten einem gewiffen Widerstand gegen die Teilnahme an dem bevorstehenden internationalen Turiner Wettbewerb zur Erprobung der Schnelligkeit der Depeschenübermittelung. Es besteht nämlich unter diesen Beamten die Besorgnis, daß die bei diesem Anlaß zu erwartenden Höchstleistungen spä= ter als Maßstab der von den einzelnen zu fordernden Letftungen genommen werden könnten. Die Telegraphenverwaltung bemüht sich indessen, die Besorgnis zu zerstreuen, da es sich bet diesem Wettbewerb doch nur um Leistungen unter ganz speziellen Voraussetzungen handeln kann. Telephon in Konstantinopel. Auch in Konstantinopel, die einzige große Stadt in Europa, die bis jetzt noch kein Telephon befitzt, wird nun damit versehen werden. Abdul Samid war bekanntlich ein derartiger Feind aller Neuerungen und hatte vor allem eine so große Angst vor allem, was irgendwie mit Elektrizität in Verbindung stand, daß unter feiner Regierung weder Telephon noch elektrische Straßenbahnen, noch Autoomnibusse in der türkischen Hauptstadt zu finden waren. Der erste Autoomnibus erschten auf den Straßen am Tage nach seiner Gefangennahme. Jetzt wird also auch das Telephon eingeführt wer= den. Die Kammer hat am letzten Dienstag die Konzession für die Errichtung eines Telephondienstes für Konstanttnopel und Umgebung erteilt. Eine tragikomische Geschichte spielte sich dieser Tage in der Dölauer Hetde bet Halle a. S. ab. in junger in Sans wonnenver Schriftsteller hatte eine Braut, in die er sterblich verliebt war. Das junge Mädchen trug sich nun fett einiger Bett mit Selbstmordgedanken, die ihr der junge Dichter vergeblich zu vertreiben suchte. Als sein Zureden und Flehen nichts half, griff er zu einer List, um seiner GeHlebten die Lust am Leben zurückzugeben. Er erklärte sich also bereit, mit ihr in den Tod zu gehen. Er kaufte sich einen Revolver, lud ihn mit einigen Plazpatronen, und beide begaben sich an einem Vormittage nach der Dölauer Heide. Unter den wehmütig rauschenden Wipfeln der Kte= fern las er noch sein letztes Gedicht„ Abschied vom Leben" vor. Dann gab er seiner Braut den Revolver und for derte sie auf, ihn zuerst zu töten und aus einiger Entfer nung auf ihn zu feuern. Der„ lebensmüde Poet lehnte fich an den Stamm einer Kiefer und verbarg sein Gesicht in den Händen. Ein Schuß donnerte durch den Wald und ber junge Mann stürzte zusammen. Mit einem lauten Aufschrei warf seine Geltebte die Feuerwaffe weg unb eilte davon. Schleunigst erhob sich der„ Tote"; er schnitt der Davoneilenden den Weg ab, indem er durch eine Schonung Itef. Als er plößlich wieder vor seiner Braut stand, gertet sie erst recht in Angst. Wie eine Wahnsinnige machte fie Kehrt, lief noch einige Schritte, stürzte dann aber bewußtlos nteder. Inzwischen war ein Waldwärter hinzutgekommen, der das Paar nachdem sich das junge Mädchen wieder erholt hatte verhaftete. Die Folge war, daß der Schriftsteller vom Schöffengericht wegen unerlaubten Tragens einer Waffe und wegen Unfugs zu je 10 Mark Geldftrafe verurteilt wurde. Der Papierverbrauch der Welt. Im Jahre 1904 belief fich die gesamte Papierproduktion der Welt auf 4% Milliarden Kilogramm; dret Jahre später hatte sie sich verdoppelt; fte wächst noch unaufhörlich. Der größte Teil dieses Papieres wird gegenwärtig aus Holz hergestellt. Es sind insbe= sondere die Nadelhölzer, die das Material Itefern. Die Produktion des Jahres 1908 verbrauchte etwa 7 300 000 Bäume, was die Zerstörung eines Waldes von 600 000 Heftar bedeutet. Schweden allein hat die Hälfte dieser EntHolzungstätigkeit zu ertragen, so daß dort in stebzig Jahren wenn es so weitergeht, alle Wälder verschwunden sein wer= den. Um der drohenden Entholzung der Erde entgegenzuar beiten, hat man verschiedene Vorschläge zum Ersatz des Bolzpapieres gemacht. Aber das Lumpenpapier genügt Jaum, um einzelne Sorten von Buchpapier, das Löschpapier und das Zigarettenpapier herzustellen. Man hat ferner Patente darauf genommen, altes, vom Teer gereinigtes Tauwerk zu benußen, ferner Bambus, Maulbeerbäume, Stechginster und Zuckerrohr. Frankreich denkt daran, sich die gewaltigen Spartgrasfelder setner afrikanischen Kolonten nußbar zu machen, und man hat auch vorgeschlagen, wieder Papyrus zu verwenden, der im Kongolande und im Sudan in Massen gedeiht. Chinesische Straßennamen. Die Straßenbezeichnungen Befings muten den Europäer, der sie zum erstenmal hört, oft recht originell an. So heißt eine Straße z. B. die Straße der glücklichen Spaßen", denn gerade in ihr sollen Mch diese beschwingten Gassenbuben besonders lustig tummeln. Eine andere führt den friedevollen Namen„ Die Straße der ewigen Ruhe". Zufälligerweise ist gerade sie die verkehrsreichste und lärmendste von ganz Peking. Das Wort„ Gehorsam" als Straßenbezeichnung wirkt recht eigentümlich. Außer einer„ Der steinerne Tiger" benann= ten Verkehrsader besitzt die chinesische Hauptstandt auch eine " Barbarenstraße", so benannt zu Ehren der Europäer. Sackgassen nennt man im Reiche der Mitte„ tote" StraBen; das Gegenteil davon sind lebende". Auch Pekings Tore tragen für unsere Begriffe drollige Bezeichnungen. So heißt z. B. eines von ihnen„ Das Tor der standhaften Unschuld". - - Der Klub der Hosenrodträgerinnen. Halle ist eine der wenigen Städte, in denen das erste Erscheinen des Hosenrockes ohne Aufruhr und Standal ablief. Das Neueste ist aber, daß sich in Halle ein Klub der Hosenrockträgerinnen gebildet hat, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für die neue Frauentracht Propaganda zu machen, da sie nach ihrer Meinung in ästhetischer und hygienischer Hinsicht der bisherigen vorzuziehen sei. Dem Klub gehören bereits elf Damen an, die sich jeden Nachmittag in einem größeren Familiencafee treffen. An Zuschauern fehlt es natürlich nicht. Doch ist noch nicht das Geringste vorgefallen. Für Ostern hat der Klub der Hosenrockträgerinnen einen Ausflug auf das Land in Aussicht genommen, bei dem er aber wohl Sicherheitsmaßregeln wird treffen müssen. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Der 100. Geburtstag Bunsens. Selten geschieht es, daß unter den Gelehrten der Name eines Chemikers populär wird; denn die Chemie ist den meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Unter den Chemikern ist nur ein Name allgemein bekannt: derjenige Justus von Liebigs, und zwar nicht durch die Haupttaten seines wissenschaftlichen Wirkens, sondern durch eine in wissenschaftlicher Hinsicht nebensächliche, dagegen praktisch wichtige Leistung: die Darstellung des bekannten Fleischertraktes. Neben ihm ist der Name eines anderen Chemifers in vieler Munde: derjenige Rob. Wilh. Bunsens, der am 31. März seinen 100. Geburtstag hatte. In jedem Labora torium, in technischen Werkstätten usw. bedient man sich des Bunsenschen Brenners, dessen Konstruktion auch bei den im Haushalte gebräuchlichen Gaskochern zur Anwendung gelangt; sie besteht in der Mischung des Gases mit Luft, bevor sie die Entzündungsstelle erreicht, so daß das Gas auch im Innern der Flamme der Verbrennung unterliegt, was zur Folge hat, daß die Flamme heißer und nichtleuchtend ist, also nicht rußt. Auch bei Bunsen liegt seine eigentliche Bedeutung nicht in dieser kleinen, wenn auch praktisch nicht unwichtigen Erfindung, ebensowenig wie in der Konstruktion des nach ihm benannten galvanischen Elements, sondern in seiner äußerst vielseitigen rein wissenschaftlichen Tätigkeit. Seine bedeutendste Leistung ist die ihm in Gemeinschaft mit Kirchhoff im Jahre 1860 gelungene Entdeckung der Spektralanalyse, die es ermöglicht, auf Grund der Flammenfärbung durch Metalldämpfe die in einem Stoff enthaltenen metallischen Elemente festzustellen. Mit Hilfe der Spektralanalyse konnte auch die physische Beschaffenheit der selbstleuchtenden Himmelsförper Sonne und Fixsterne- ermittelt werden, und sie führte ferner zur Entdeckung zweier chemischer Elemente: des Rubidiums und des Cäsiums, die durch Bunsen stattfand.. Bunsen war am 31. März 1811 in Göttingen geboren, studierte seit 1828 in Göttingen, Paris, Berlin und Wien, ließ sich 1833 als Privatdozent in Göttingen nieder, wurde 1836 Professor der Chemie in Cassel, 1838 in Marburg, 1851 in Breslau, 1852 in Heidelberg, trat 1889 in den Ruhestand und starb am 16. August 1899 hochbetagt in Heidelberg. Wissenschaft und Technik gedenken seiner als eines hervorragenden Förderers der Naturerkenntnis. - Die Militärflieger in Hannover gelandet. burg, dann nach Rathenow und zurück bei schwerem Winde usw. Schon seit mehreren Wochen trug sich der junge Offizier mit dem Gedanken, eine mehrtägige Luftreise zu unternehmen, deren Plan er ausgearbeitet hatte. Katastrophe auf dem Kreuzer ,, Nori". Drei Mann durch eine Explosion getötet. Auf dem in der kaiserlichen Werft in Kiel liegenden Kreuzer or t" erfolgte Freitag nachmittag gegen 4% 11hr bei Uebernahme von Spiritus eine Explosion. Ein Obermaschinistenmaat und zwei Maschinistenmaate wurden getötet. Verwundet wurden ein Maschinistenmaat, zwet Heizer und ein Werftarbeiter. Die Flotte im Hafen hat auf Halbstock geflaggt. Das Unglück ereignete sich im Hauptmaschinenraumt. Man war dort mit dem Füllen der Tanks mit Spiritus beschäftigt. Dabei entwickelten sich Gase, die explodierten. Es entstand eine furchtbare Detonation, so daß das ganze Schiff erzitterte. Eine Scheidewand im Schiffe wurde zertrümmert und drei Unteroffiziere unter den Trümmern be= aben. Sie waren auf der Stelle tot. Der Maschinenraum geriet in Brand. Der Kieler Feuerwehr und der Werftfeuerwehr gelang es jedoch, die Maschinen unter Wasser zu setzen und das Fener zu löschen. Die Namen der Toten sind Obermaschinistenmaat Genske, Maschinistenmaat Eid und Maschinistenmaat Poethe. Die Namen der drei Verwundeten sind: Maschinistenmaat Jansen, Oberheizer Hanowsky und Heizer Czeky. Die Verunglückten wurden sofort nach dem Marinelazarett übergeführt. Drabtnachrichten und Deuestes. Große Aussperrung in der bayerischen Textilindustrie. Hof, 1. April. Eine stark besuchte Textilarbeiter versammlung beschloß gestern abend, am Montag die Arbeit nicht wieder aufzunehmen. Infolgedessen werden vom 8. April ab 5000 Tertilarbeiter ausgesperrt. Neue heftige Kämpfe in Merifo. Frankfurt a. M., 1. April. Der Frff. 3tg." wird aus Neuyork gemeldet: Die tausend Tote im Gefecht bet Ures werden für übertrieben gehalten. Der Kampf war jedenfalls sehr heftig. Der Korrespondent des„ Herald" erklärt, daß die Insurgenten gestegt hätten, entgegen der von der Regierung verbreiteten gegenteiligen Nachricht. E8 verlautet, gutbewaffnete Yaqui- Judianer seien vollzählig zu den Insurgenten übergegangen. Ein weiterer heftiger Kampf, in dessen Verlauf die Insurgenten 300 und die Regierungstruppen 200 Mann verloren, haben südwestlich um Santa Barbara stattgefunden, das die Insurgenten nahmen und die Truppen vergeblich wieder zu nehmen versuchten. Es werde noch gekämpft und von beiden Seiten schicke man noch Verstärkungen. Von seiten der Insurgenten wird erklärt, die Aussichten auf Frieden seien wieder recht schwach. In Washington erwartet man, daß Präsident Diaz ehestens Amerika verlassen werde. Sein Privatsekretär bereite schon die Abreise nach Deutschland vor. Eine Ausstellung für Reise- und Fremdenverkehr. Berlin, 1. April. Heute vormittag 11 Uhr wurde dte internationale Ausstellung für Reise- und Fremdenver fehr in den Ausstellungshallen im Zoologschen Garten feierlich eröffnet. Zum Tode von Schlichtings. Berlin, 1. April. Die Witwe des in Konstantinopel ermordeten Oberstleutnants v. Schlichting wandte sich an den türkischen Botschafter mit der Bitte, den Sultan zu er suchen, daß er den Mörder ihres Gatten begnadige. Die heutige vorläufige Beisetzung v. Schlichtings auf dem protestantischen Friedhof in Konstantinopel wird zu einer großen Kundgebung der türkischen Armee werden, deren Führer es nicht unterlassen wollen, dem Verstorbenen die höchsten militärischen Ehren zu erweisen. Schwere Gasvergiftung. Kreuznach, 1. April. Der Glasermeister Hermann Göhler ist gestern abend in der St. Nikolauskirche, als er die Dampfheizung abstellen wollte, durch ausströmendes Gas bewußtlos zusammengebrochen. Als er so lange weg blieb, ging seine Frau mit seiner Tochter fort, um nach ihm zu sehen. Auch sie ereilte das gleiche Schicksal. Kurz darauf ein, bekam aber keine Antwort. Darauf holte sie Hilfe. Einige beherzte Männer drangen in den Raum suff ten sie dret Rewatifen in die Kirche. Der Mann war bereits tot, während es den Aerzten gelang, die Frau und die Tochter ins Leben zurückzurufen. gelandet. tam die älteste Tochter und rief in den Heizungsraum hinDie Freitag früh auf ihrem großen Ueberlandflug in Verden mit ihrem Albatros- Doppeldecker aufgestiegenen wieger veutnant Madenthun und Oberleutnant Erler sind Freitag abend um 6 1hr 37 Minuten vor dem Flugschuppen auf der Vahrenwalder Heide in Hannover glatt gelandet. Die Leistung der beiden Milttärflieger ist außerordentlich gut, wenn man bedenkt, mit welch widrigen Windverhältnissen die beiden Offiziere während des ganzen Tages zu kämpfen hatten. Bet bestem Wetter begann am Freitagmorgen der Flug in Verden. Kaum war der Doppeldecker aber eine halbe Stunde in der Luft, als ein heftiger Wind einsetzte, der den Zweidecker hin und her warf. Die Flieger waren nach halbstündiger Fahrt zu einer Zwischenlandung bei Eystrup gezwungen, der eine zweite Landung bei Langendamm und gegen Mittag die dritte Zwischenlandung bei Scheffinghausen folgte. Kurz vor Mittag hatte der Wind noch mehr an Heftigkeit zugenommen. Die Flieger hatten eben ihren Flug von Langendamm bet Ntenburg fortgesetzt, als der Zweidecker von einer starken Böe erfaßt und in der Nähe von Schef= finghausen mit großer Heftigkeit in eine sumpfige Mulde gedrückt wurde. Aus dieser Mulde den Apparat herauszubringen, erwies sich trotz mehrfacher Versuche als unmöglich, und die Flieger mußten den Flug nach Hannover bis zum Abend verschieben. Um 5,52 Uhr konnte endlich, nachdem der Wind stark abgeflaut war, die Weiterfahrt angetreten werden. Um den Doppeldecker nicht zu beschweren, bestieg Lt. Mackenthun allein den Apparat, brachte ihn aus der Mulde heraus und nahm vor Neustadt seinen im Auto vorausgeeilten Kameraden, Oberlt. Erler, in dem Zweidecker auf. Dann ging es in ruhigem, ſchö= nem Fluge nach Hannover, wo auf der Vahrenwalder Heide, von einem zahlreichen Publikum jubelnd begrüßt, um 6 Uhr 37 Minuten der Apparat mit den beiden Offizieren glatt zur Erde niederging. Der Zweidecker wurde für die Nacht in einem Flugschuppen eingestellt und von einem Militärfommando bewacht. Bei günstigem Wetter hoffen die beiden Militärflieger Sonnabend nachmittag ihren Ueberlandflug fortsetzen zu können, sie wollen versuchen, über Braunschweig nach Stendal zu kommen. Die beiden kühnen Flieger haben ihren großen Ueberlandflug, der vom Döberizer Flugplatz angetreten wurde und über Wandsbek und Bremen nach Hannover führte, bisher ohne jeden ernsten Unfall ausgeführt. leber die Persönlichkeit der beiden Flieger dürften folgende Angaben von Interesse sein: Oberleutnant Erler hat bei Kapitänleutnant Engelhardt in Johannisthal das Fliegen auf Wright- Dop= peldecker gelernt. Er hatte viel Pech, stürzte wiederholt bei seinen Uebungsflügen, und als er am 14. Februar das Pilotenzeugnis erwerben wollte, strandete er mit seinem Zweidecker auf dem Hügel vor dem Schuppenplaße. Seit vier Wochen ist Oberleutnant Erler auf dem Militär- Flugplate Döberitz tätig, wo er im Steuern der Farman- und Albatros- Zweidecker unterwiesen wurde. Leutnant Mackenthun ist einer der ersten deutschen Offiziere, die von dem Fluglehrer Brunnhuber in Döberitz im Fliegen ausgebildet worden sind, und gilt al der schneidigste und fähigste Offizierpilot unserer Armee. Durch mehrere gröBere Ueberlandflüge hat er seinen Namen in weiteren Kreisen bekannt gemacht. So flog er einmal nach MagdeDer Dichter Martin Greif †. 0 Kufstein, 1. April. Der Dichter Martin Greif ist heute früh hier gestorben. Er lebte bisher in München, wo er eine fruchtbare dichterische Tätigkeit entfaltete. 1839 in Speyer geboren, hat er ein Alter von 72 Jahren erreicht. Wegen Ausschreitungen bestrafte Soldaten. Trier, 1. April. Ein Sergeant und sieben Mann vom Infanterieregiment Nr. 69 verübten, als sie von der letzten Kaisers Geburtstagsfeier zurückkehrten, auf der Straße Lärm und wurden deshalb von dem Wächter eines Hauses mit Wasser beschüttet. Der Sergeant befahl hierauf den Soldaten, das Haus zu stürmen. Die Soldaten drangen in das Haus ein, verletzten mehrere Personen und richteten Sachschaden an. Das Kriegsgericht verurteilte den Sergeanten zu 3 Monaten, einen Musketier zu 7 Wochen, einen zu 3 Wochen und vier zu 10 Tagen Gefängnis. Einer wurde freigesprochen. Die Bevölkerungszahl Wiens. Wien, 1. April. Nach dem offiziellen Ergebnis der letz ten Volkszählung beträgt die Gesamtbevölkerung Wiens 2 039 803 Personen, davon 98 400 Tschechen. Im Jahre 1900 betrug die Gesamtbevölkerung 1674 000 mit 102 970 Tsche chen. Vom elektrischen Strom getötet. Lissabon, 1. April. Drei Arbeiter, die das Leitungskabel der elektrischen Straßenbahn ausbesserten, wurden vom elektrischen Strom getroffen. Einer wurde sofort getötet, die beiden anderen lebensgefährlich verletzt. Randel und Gerkebr. Frankfurt, 30. März. Viehmarktpreise vom 30. März. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, feinste Mast ( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) M 00-00, 6) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 57-61,( Schlachtgewicht) M 95-102, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 52-56,( Schlachtgewicht) M 88-95, d) ge- rin= gere Saugfälber( Lebendgewicht) M 82-85. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mast lämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 41,( Schlachtgewicht) M 85-86, 6) ältere Masthämmel, geringere Mastlämmer und gut ge= nährte junge Schafe( Lebendgewicht) M 34-35,( Schlachtgewicht M 82-84, c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Märzschafe)( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) M00-00, 5) Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebend. gewicht) M( Schlachtgewicht) M 00. B. Weidemastschafe: Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Klgr Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47% bis 50,( Schlachtgewicht) M 62-64, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Igr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 46-48%,( Schlachtgewicht) M 59-62, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Klgr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47-49,( Schlachtgewicht) M 59-61, d) vollfleischige Schweine von 120-150 gr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-50,( Schlachtgewicht) M 60-62. IVO PUHONNY Ein Sprung in's Ungervisses ift jeder Verfuch, die bewährten Marken Palmina Palmona ( Pflanzen- Butter- Margarine) durch unbekannte, billige Fette zu erfetzen. Palmin und Palmona werden feit vielen Jahren täglich in Millionen Haushaltungen verwendet; fie find alfo erprobt und bewährt, fonft würden fie nicht den ausgezeichneten Ruf genießen, den fie von der feinſten bis zur einfachsten Küche befitzen. Darin liegt eine Garantie, die bei unbekannten Marken nicht geboten wird Bürgerverein Giessen. Montag den 3. 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Metzgermeister und Wirt Gustav Adolf Müller eine Tochter, Elisabeth Johanna. " 23. Universitäts- Professor Dr. Johannes Haller " 25. Kutscher Gregorius Linde ein Sohn, Georg. Aufgebote. März 24. Ludwig Hofmann 2., Bahnarbeiter in GroBen- Bused, mit Marie Rohrer in Gießen. " " " " " " " " " 25. Karl Philipp Müller, Kutscher in Alten- Buseck, mit Luise Kroh in Gießen. 27. Theodor Robert Petry, Schreiner, mit Marie Emilie Saßmann, beide in Herborn. 27f Friedrich Steiner, Sandformer in Sechshelden, mit Luise Sommer in Bischoffen. 27. Johann Heinrich Friedrich Balßer, Gärtner in Friedberg i. Hessen, mit Lina Elisabeth Katharina Mosbach in Gießen. 27. Joseph Euteneuer, Vizefeldwebel und Zahl= meister- Aspirant, mit Wilhelmine Eidmann, beide in Gießen. 28. Eugen Wittich, Bäcker, mit Augusta Bohn, beide in Offenbach a. M. 30. Heinrich Schättler, Technischer Eisenbahn- Prattikant in Kassel, mit Luise Schiffnie in Gießen. 30. Wilhelm Giesler, Schlosser, mit Helene Schneider, geb. Herrmann, beide in Gießen. 30. Andreas Görner, Fuhrmann, mit Maria Ka= tharina Käs, beide in Mainz. Eheschließungen. März 29. Joseph Jurinek, Kellner, mit Anna Müller, beide in Gießen. Gestorbene. Frankfurt a. m.( 163) Hebamme, Jostein im Taunus. März 30. Luise Kissel, geb. Blaß, 39 Jahre alt. Drud der Gießener Verlagsdruderei, Klein& Fischer. Verantwortlich: Robert Roller, Gießen. -