Cagung f n, Nassan nd Frank März 1911 11. Walther Mensch hr gegen 11. at Baltzer Bernbeck orialrat D Freiheir es Mittag Kirchenr religöses wissheit eins Garten öffentlich willkomme Okarben. Oberhessen toffeln en liegen au bon 3-5 uffchrift, Stechenanfil termin orm. 9 enanstalt WASSERDICHTE HOCHGLAN Defte Bmitte elt! OH KONKURREN Verlagod & Fischer. Halb offen Tamil. in Gl Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vierteljährlich 1,50 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh. Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 53. - Telephon: Nr. 362. Oberlehrer Dr. Werner's Kandidaten- Rede in Giessen - der Großherzoglichen Bürgermeisterei ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Ne flameteil des Großherzoglichen Polizei- Amtes 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer am gestrigen Abend im Saale des„ Cafe Leib" muß in jeder Beziehung sachlich genannt werden. Die großen vaterländischen Aufgaben jeder politischen Partei nur bei der Sozialdemokratie kennt man solche bekanntlich nicht sollten alle kleinen Parteiinteressen verdrängen. Dr. Werner stellte an Hand verschiedener statistischen Aufzeichnungen fest und führte ganz besonders solche bekannter Sozialdemokraten an, daß die letzte Reichsfinanzreform nicht zum Schaden des Deutschen Reiches gewesen ist. Nachdem die vaterländischen Heffnungen und Wünsche des deutschen Volkes von 1848 und 1870-71 sich in so glänzender Weise erfüllt und wozu der Liberalismus anerkannterweise sein gut Teil mit beigetragen habe, hätte derselbe Liberalismus sich dann auch mehr den sozialen und Wirtschaftsfragen zuwenden sollen. Da habe er, wenn das Vaterland in einer ft bedenklichen Lage gewesen ist, versagt. Auch bei Durchführung der Arbeitergesetze ist er nicht am Platze ge= wesen. Bei den heutigen Verhältnissen des deutschen Reiches ist eine Schutzzoll- und eine Kolonialpolitik unbedingt notwendig. Wir brauchen ein schlagfertiges Heer und eine gute Marine, damit uns der Frieden auch weiter erhalten bleibt, damit unsere Arbeiter, unsere Handwerker Lohn und Brot, sowie die Landwirtschaft gute Absatzgebiete haben. Wenn durch die letzte Reichsfinanzreform so vieles teurer geworden ist, dann ist das in der Hauptsache den Produzenten mit zuzuschreiben, die auf die Steuer nochmals ihren verdoppelten Gewinn draufschlagen. Die jahrzehntelange Sozialpolitik hat für die Arbeiter Gesetze geschaffen, welche in keinem anderen Lande der Erde überragt werden; der Große, der Reiche hilft sich schon selbst, aber der kleine Handwerker, der Mittelstand, ist heute derjenige, dem es am schlechtesten geht. Der Mittelstand leidet unermeßlich unter der Last der Steuern, ihm will die Wirtschaftliche Vereinigung, der er angehöre, Schutz angedeihen lassen. Von den zahlreich anwesenden Anhängern der Wirtschaftlichen Vereinigung wurde den Ausführungen Dr. Werners begeistert zugestimmt. Viele der anwesenden Gegner, die vom Freisinn und der Sozialdemokratie, natürlich haben durch ihre oft unnoblen Zwischenrufe wieder bewiesen, daß bei vielen Wählern noch die politische Reife fehlt. Der nächste Redner Stadtverordneter Rippel- Hagen hat diesen Leuten in seinen einleitenden Worten зит Korreferat auch den gebührenden Verweis gegeben. Was Dr. Werner von der praktischen Arbeit der Wirtschaftl. Vereinigung, um seine 1½ stündige Rede nicht noch umfangreicher zu gestalten, unerwähnt gelassen hat, wußte Stadtv. Rippel mit Tatsachen noch so glänzend zu ergänzen, daß selbst viele Gegner zu verschiedenen seinen Worten ihm zuwinkten, darunter auch der sozialdemokratische Herr Krumm! - - - das Die Widerlegungen des Herrn Krumm in der Diskussion waren deshalb auch so lückenhaft und selbst der sozialdemokratische Redakteur Kaul- Offenbach hat zu dem Kern der Werner'schen Rede das ist Schaffung der Arbeitergesetze, Notwendigkeit der Schutzzoll- und Kolonialpolitik, Schutz dem Mittelstand Stichhaltige Gegengründe nicht anführen können. In der Deffentlichkeit, in Versammlungen und beson= ders in der freisinnigen Presse, darunter natürlich auch in der hiesigen„ Guten Abend- Zeitung" hat man dem Dr. Werner im gegenwärtigen Wahlkampf eine unreelle Kampfesweise vorgeworfen. Der dritte Diskussionsredner, ein Herr Baer( Israelit) hat gestern abend aber bewiesen, daß leider viele Männer politisch noch nicht reif sind. Wir leben in einem Staate, wo ein jeder seine eigene politische Meinung haben kann, Niemand hat das Recht den Andersdenkenden persönlich zu beleidigen. Dr. Werner ist von zahlreichen ehrenwerten Männern der deutsch- und christlich- sozialen Partei mit Ueberlegung und Liebe zu ihm als Kandidat proklamiert worden, weil Dr. Werner ein tatsächlich befähigter Politiker ist, und da hat Niemand, auch ein Herr Baer nicht das Recht zu sagen:... Dr. Werner fönne nicht froh sein, das Erbe eines Bickenbachs anzutreten, er möge dieses Bild in seinem Studierzimmer aufhängen aber nicht in die Nähe des Schulmannes Pestalozzi. In welcher Gesellschaft er sich befinde, zeigen die Namen Hammerstein, Alwardt, Pückler, Dr. Böckel, Th. Reuter, Rippel und Hofprediger Stöcker, der es mit dem Eide nicht sehr genau genommen habe. Der Abg. Raab habe im Reichstag vorige Woche eine Schundrede gehalten und Dr. Werner sei vor dem ganzen deutFreitag den 3. März 1911 schen Volke schon beschmutzt, bevor er in den Reichstag einziehe. " Fast die ganze Versammlung war natürlich über diese Gemeinheit auf's Höchste empört und hat die sen politischen Fanatiker sofort mit„ Pfui- Rufen" niedergeschriehen. Gemeinheit muß es genannt und kann es nicht anders bezeichnet werden, denn diese dem Herrn Dr. Werner widerfahrene persönliche Beleidigung ist auch eine ebensolche persönliche Beleidigung für die Vertrauensleute Dr. Werners wie für die Anhänger der christlich- und deutsch- sozialen Partei überhaupt. Wer einigermaßen den politischen wie persönlichen Anstand gesichert sehen möchte, der sorge dafür, daß der Fall Baer" sich nicht wiederholt. Herr Krumm erklärte sofort, daß der Vorstand eine große Geduld gegen diesen Redner bewiesen habe, und daß er sich nicht von diesen Leuten diskretieren lasse, die dieser Ausführung zustimmten. Der umsichtigen Versammlungsleitung durch Oberbibliothekar Dr. Heuser und der Ruhe der Herren Referenten und dem geschickten Schlußwort des Herrn Rippel war es zu danken, daß nach diesem unfeinen Auftreten dieses Herrn Baer die Versammlung mit einem Hoch auf das Vaterland geschlossen wurde. Oberlehrer Dr. Werner kann aber mit Ruhe dem 10. März entgegensehen. Die gestrige Versammlung hat ihm auch hier in Gießen viele neue Anhänger gebracht. * Reichstagswahlvorbereitungen. Eine zweite Wählerversammlung für die Kandidatur Dr. Werner findet am kommenden Sonntag, den 5. März, in Gießen und zwar nachmittags 3 Uhr in Steins Garten" statt. Nach einer Ansprache des Reichstagsabgeordneten Liebermann v. Sonnenberg wird Reichs tagsabgeordneter Amtsgerichtsrat Lattmann einen Vortrag halten. Bei den Vorträgen der bekannten Parlamentarier ist sicher ein starker Besuch in Gie Ben selbst und vom Lande her zu erwarten, sodaß ein frühzeitiges Erscheinen der Wähler am Plaze ist. Lauterbach. Der von den Nationalliberalen im Wahlkreis Alsfeld- Lauterbach aufgestellte Landwirt Haberkorn, der, obwohl Mitglied des Bundes der Landwirte, von den bündlerischen Vertrauensmännern zuerst in Alsfeld und letzthin auch in Schotten und Lauterbach abgelehnt wurde, hat seine Kandidatur zurückgezogen. Die Bündler beschlossen die Unterstützung des seitherigen Abg. Bindewald( Wirtsch. Vereinigung). *) Für Wiesbaden hat die christlich- soziale Partei Herrn General Klingen der als Kandidaten für die nächste Reichstagswahl aufgestellt. Derselbe hat die Kandidatur angenommen. * Kassel. Die deutsch- soziale Partei stellte den seitherigen Abgeordneten für Kassel- Melsungen, Amtsge= richtsrat att mann, für diesen Kreis wieder als Kandidat auf. Der Bund der Landwirte hat die Unterstützung der Lattmannschen Kandidatur beschlossen, ebenfalls der Vorstand der Konservativen. Der Verein selbst allerdings hat sich seither noch nicht darüber schlüssig gemacht. Die Nationalliberalen haben als Reichstagskandidaten den Landtagsabg. Dr. Schröder aufgestellt, sie erhielten die Zusicherung der Unterstützung durch die Fortschrittliche Volkspartei. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. März * Gießen. Der Großherzog hat den Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen Ludwig Lang zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht mit Wirkung vom 6. März 1911 und den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Startenburg Jakob Hofmann zum Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen mit Wirkung vom 16. März 1911 ernannt. * Gießen. Das Museum des Oberh. Geschichtsvereins hat durch Waffen aus den Bauernaufständen, einer Reiterrüstung aus dem 30jährigen Krieg, einem größeren Aquarell( Maskenball 1836 im Gasthaus Zum Einhorn") mit zahlreichen Anspielungen auf Personen und Tages ereignisse, besonders auf die Beendig ung der Lahnkanalisation bis Weilburg( Karikatur), wertvolle Bereicherungen erfahren. Die Totentisten der fränkischen Reihengräber von Leihgestern sind im Saal 1 aufgestellt. Die Särge geben dem Beschauer ein Bild der damaligen reichen Bestattungsweise. * Gießen. Kommenden Dienstag, nachmittags 4 Uhr, findet in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten eine Versammlung oberhessischer VertrauensExtrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. männer des Hilfsvereins für Geistestranke Hessens statt. Professor Sommer wird über„ Die Zusammenhänge von Säuglings-, Krüppel- und Jdiotenfürsorge", und Professor Dannemann über„ Die neue Irrenanstalt bei GieBen" sprechen. Gäste haben unter vorheriger Anmeldung bei der Verwaltung der Klinik Zutritt. - Gießen, 3. März. Der Verband Deutscher Beamtenvereine wird einen nächsten Verbandstag vom 8. bis 12. Juni d. Js. in Dresden abhalten. -e- Auf Veranlassung der kirchlich- positiven Vereinig= ung wird zu Anfang nächster Woche wieder, wie in früheren Jahren, in Gießen durch hervorragende Univ.Professoren eine Reihe von Vorträgen gehalten werden, an die sich jedesmal freie Diskussion anschließen wird. Montag, den 6. März, abends 8 Uhr, behandelt Konsistorialrat Prof. D. Walther aus Rostock das Thema:„ Hat sich Jesus in die Menschheit eingerechnet oder sich ihr gegenübergestellt?" Dienstag vormittags 10 Uhr spricht Geh. Konsistoriatrat Prof. D. Seeberg aus Berlin über„ Autorität und Freiheit" und an demselben Tage nachmittags 3½ Uhr Geh. Kirchenrat Prof. D. Jh mels aus Leipzig über das Thema: ,, Durch religiöses Erleben zur religiösen Gewtßheit". Die Vorträge, zu denen auch Damen Zutritt haben, finden im Saalbau( Steins Garten) statt und sind öffentlich und unentgeltlich. * Wiesbaden. Die Handwerkskammer bewilligte 2000 Mark zu den Kosten der Errichtung eines Handwerkersekretariats. Darmstadt. Geh. Oberbergrat Karl Braun, vortragender Rat im Ministerium der Finanzen, verschied Dienstag abend an Herzschlag. -e= Mainz. Für den 3. Hess. Handwerkerta g, der Montag, den 13. März 1911, vormittags 11 Uhr im großen Saale des Konzerthauses der Mainzer Liedertafel zu Mainz beginnt, ist folgende Tagesordnung festgestellt: 1. Mitteilungen, 2. Das Verdingungswesen Arbeiterschutz und Unfallverhütung. 3. Die Verleihung von Privilegien an Gewerbeschulen. 4. Das Meisterprüfungswesen. 5. Fürsorge für die gewerbliche Jugend. 6. Anträge. Die Anmeldungen hierzu haben die Zahl von 400 bereits erreicht, sodaß auf einen starken Besuch der Tagung gerechnet werden kann. * Nieder- Ohmen. Die im Domanialwald der Oberförsterei Nieder- Ohmen zu Grünberg am Donnerstag abgehaltene Holzversteigerung brachte folgende Preise: Für Brennholz pro Rm. in Mark: Buche Sch. 6,98, n. 5,74; Eiche Sch. 3,55, n. 3,18; Kiefer Kn. 3,-; Fichte Sch. 3,20, Kn. 2,50; Hainbuche Sch. 4,54, Kn. 4,26. Wetzlar, 3. März. Gestern hatten wir das erste Märzgewitter zu verzeichnen. Der Regen rann in Strömen, der Wind, der sich manchmal bis zum Orkan steigerte, pfiff ein schauriges Lied, und gegen 5 Uhr vernahm man verschiedene Male das dumpfe Grollen des Donners. * Gladenbach. Das hiesige Schieferbergwerk werk hat seinen vor Jahren eingestellten Betrieb wieder aufgenommen und gibt dadurch 40-50 Arbeitern wieder lohnende Beschäftigung in der Heimat. * Biedenkopf. Der vom Zentralvorstand der Gewerkvereine Nassau an die Spitze seiner gewerblichen Fortbildungsschulen berufene Gewerbeinspektor Kern weilte vorige Woche im hiesigen Kreise, um die Ge= werbeschulen, jetzt 9 an der Zahl, zu besichtigen. Im Regierungsbezirk Wiesbaden bestehen zirka 50 Gewerbeschulen zur Weiterbildung der Jugend und ist der Besuch durch Ortsstatut geregelt. Der Zeichenunterricht wird meistens von Fachleuten erteilt. * Frankfurt, 2. März. Eine bemerkenswerte Illustration zu dem vorgestrigen Narrentreiben bildete die Tatsache, daß vier Frankfurter an diesem Tage ihrem Leben selbst ein Ziel gesetzt haben. In der Altstadt arteten die Fastnachtsscherze so aus, daß einige Personen zu Boden geworfen und getreten wurden, sodaß sie gefährliche innere Verletzungen erlitten. * Mengeringhausen. Die Vorschriften über den Viehverkehr an der Grenze werden gegenwärtig mit besonderer Strenge gehandhabt, um der Seuchengefahr wirksam zu begegnen. Neuerdings geht die Behörde mit empfindlichen Freiheitsstrafen vor. So wurde ein Gutsbesitzer und Ortsrichter in Sachsen wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesetzer hatte in mehreren Fällen len Rindvich eingeführt, ohne es vom Bezirksarzt untersuchen zu lassen neben 20 Mt. Geldstrafe zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Weiter erhielt ein Gemeindevorstand 5 Tage Gefängnis, weil er es unterlassen hatte, von dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in seinem Orte der Behörde rechtzeitig Anzeige zu erstatten. Deutscher Reichstag. paares in Potsdam stattgefunden. Der Kaiser richtete anläßlich der Feier an das Regiment eine Ansprache. Für die Beteranenfürsorge sind bekanntlich durch das Zuwachssteuergesetz 5 Millionen Mart mehr bereitgestellt. Unter Berücksichtigung der Abgänge ist es auf diese Weise möglich, 60 000 Veteranen mehr zu unterstützen als bisher. Die zu diesem Zwecke zu e assenden Bestimmungen haben daher die Aufgabe, die gesamte Summe dieser Zahl den Kriegsteilnehmern ohne Einschränkung zukommen zu lassen. Um das zu erreichen, sollen die Begriffe„ Unterstüzungsbedürftigkeit“ und„ Erwerbsunfähigkeit" wesentlich weiter ausgelegt werden als bisher. Unterstützungsbedürftigkeit wird dann immer als vorhanden anzusehen sein, wenn der Kriegsteilnehmer infolge von Alter, Krankheit oder Gebred; lichkeit nicht mehr imstande ist, durch eine seinen Kräften und Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Beratung des Bekleidungswesens im Heere zeigte den Reichstag am Mittwoch wieder als Freund der Kleinen. Den Heimarbeitern, den Handwerksgenossenschaften und Handwerkerinnugen wollen mehrere Resolutionen Arbei= ten zuwenden, und der Lohgerber und Gerbervereine ge= dachten die Abgg. Pauli- Cochem( 3.) undVogel( ntl.). In der letzten Frage war der Abg. Wehl anderer Meinung; er wollte die Verwertung der neuesten industriellen Methoden der Lederbereitung, die Heeresverwaltung brauche eine leiftungsfähige Industrie für den Krieg; die Gerbervereinig= ungen könnten da noch nicht das notwendige Material Ite= fern. Die Militärverwaltung teilte durch ihren Kommissar mit, daß keine Ursache vorliege, das mit Lohe gegerbte Leder abzuschaffen, wofern nicht der Nachweis erbracht würde, daß die Militärverwaltung anders wirtschaftlicher und besser fortkäme. Abg. Albrecht( Soz.) kritisierte die Verhältnisse bei den Bekleidungsämtern. Dazu muß man wissen, daß die gegenwärtige Einrichtung der Bekleidungsämter auf die Anregung des Reichstages zurückgeht. Abg. Gans Edler zu Putliz( kons.) gestand ein, daß Handwerkerintereffe und Geldfrage zuweilen kollidierten. Die Bekleidungsämter seten teurer geworden als man erwartet habe; daher sei ein langsamer Ausbau zu empfehlen, eine finanzielle Notwendigkeit, der sich auch Sommer( fortschr. Vp.) trotz aller Liebe zum Handwerk nicht verschloß. Der Vertreter der Militärverwaltung erklärte, daß die Lieferungen fletner Handwerker durchaus befriedigend ausgefallen seten und sagte weitere Berücksichtigung des Handwerks entspre= chend den vorhandenen Mitteln zu. Sommer sprach noch den Wunsch aus, daß an Stelle der leitenden Offiziere der Bekleidungsämter kaufmännisch geschulte Kräfte treten möchten. Abg. Duffuer( 3.) kam auf die Lederfrage zurück und gab dem Einloheverfahren den Vorzug vor neueren schnelleren Gerbmethoden. Er hat sich ein Bekleidungsamt angesehen und der Kriegsminister v. Heeringen versprach, auch in Zukunft den Abgeordneten Gelegenheit dazu zu geben. Den Wunsch Sommers nach kaufmännischen Leitern der Bekleidungsämter hielt er aber nicht für erfüllbar; ebenso erklärte er im Anschluß an Straßburger Vorgänge, daß für die sozialdemokratischen Arbeiter kein Platz in den Bekleidungsämtern sei. Aehnliches hatte schon vorher der württembergische Militärbevollmächtigte im Zusammenhang mit dem Bekleidungsamt in Ludwigsburg gesagt. mehrstündiger Verhandlung verließ man die Bekleidungsämter, nicht ohne die Handwerferresolutionen angenommen zu haben. Die Beratung wird am Donnerstag fortgesetzt. Der Reichstag und die Postassistenten. Nach Der Gesezentwurf über die fakultative Feuerbestattung in Preußen ist dem Abgeordnetenhause zugegangen. Er bestimmt, daß die Feuerbestattung nur in landespolizeilich genehmigten Anlagen erfolgen darf, und zwar nur, wenn der Verstorbene die Feuerbestattung selbst angeordnet hat und seitens der Ortspolizeibehörde keine Bedenken gegen die Feuerbestattung bestehen, wenn insbesondere der Verdacht, daß der Tod durch eine strafbare Handlung herbeigeführt worden ist, nicht vorliegt. Die Budgetfommission des Reichstages setzte die Beratung des Bostetats am Mittwoch fort. Die Forderung von 800 neuen etatsmäßigen Stellen für Assistenten wurde angenommen, dazu aber einstimmig folgende, von Vertretern aller Parteien unterzeichnete Resolution: Den Reichskanzler zu ersuchen, zu veranlassen, daß 1. von der Einberufung von Anwärtern für den mittleren und höhe= ren Postdienst bis auf weiteres Abstand genommen und das Bedürfnis für die Vermehrung von Beamtenkräften durch die Einstellung von Unterbeamten und gehobenen Unterbeamten befriedigt wird; 2. daß demnämn dem Reichstage eine Denkschrift vorgelegt wird über die anderweitige Organisation der Beamten der Reichspoſtterwaltung unter konsequenter Festhaltung des Grundfazes, daß Arbeiten, für die eine geringere Qualifikation ausreichend ist, Beamten mit niedrigerem Rang und Gehalt übertragen werden, unter Schonung der Interessen der vorhandenen Beamten." Ein Rekordjahr der preußischen Eisenbahnverwaltung. Nach Mitteilungen, die der Minister der öffentlichen Arbeiten v. Breitenbach in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses gemacht hat, darf man annehmen, daß das Jahr 1910 in Bezug auf den Reinüberschuß, der zu erwarten ist, einen neuen Rekord aufstellen wird. Bisher hat das Jahr 1905 den höchsten Reinüberschuß gebracht, nämlich 257 Millionen Mark. Und dieser Betrag wird mit aller Wahrscheinlichkeit im verflossenen Jahre noch überschritten werden Der Reinüberschuß ist in den letzten Jahren sehr erheblichen Schwankungen unterworfen gewesen. So fiel er von 241 Millionen im Jahre 1903 auf 226 Millionen im Jahre 1904, um dann im nächsten Jahre mit 257 Millionen seinen bisher höchsten Stand zu erreichen. Reichsschatzsekretär Wermuth warnte davor, für die nächsten Jahre zahlreiche neue Etatsstellen in Aussicht zu stellen. Der Ueberschuß der Post, 1905 noch ziemlich hoch, set allmählich auf den Nullpunkt gesunken und wenn die Erträgnisse sich nun allmählich wieder steigerten, dürfe man deshalb nicht gleich wieder an neue Beamte denken. fich eine großere Anzahl Schlachtenbilder aus dem danischen und dem deutsch- französischen Krieg. Diese Schlachtenbilder sind jetzt in das Zeughaus überführt worden, wo eine besondere Halle eingerichtet wurde, um das Andenken an die großen Kriege des 19. Jahrhunderts zu ehren. Die Sozialdemokraten des vierten Berliner Reichs: tagswahlkreises stellten anstelle des verstorbenen Abgeordneten Ginger für den Reichstag den Vorsitzenden der Wahlkreisorganisation, Krankenkassenrendant Otto Büchner auf. Der Kreis ist sicherer Besitz der Sozialdemokra ten, die dort im Jahre 1907 mit rund 82 000 gegen 15 750 freisinnige, 6600 konservative und 2700 Zentrumsstimmen siegten. Es wurde weiterhin über eine von den Refernten beantragte Resolution verhandelt, worin die Verbündeten Regierungen ersucht werden, bis zur dritten Lesung des Reichshaushaltsetats ihr Einverständnis dahin zu erklären, daß den Oberpost- und Telegraphenassisten ten, sowie den Vorstehern der Postämter 3. Klasse, soweit dieselben vor dem 1. Januar 1900 in den Reichspost- und Telegraphenverwaltungsdienst eingetreten find, eine persönliche, pensionsfähige 3ulage von 100 M nach 15 Jahren gewährt werde, welche sich nach 18 Jahren auf 200 M und nach 21 Jahren auf 300 M erhöht. Der Reichsschatzsekretär ebenso wie die Reichspostverwaltung Tegten ihren ablehnenden Standpunkt dar. Die Mehrkosten würden sich auf 2,5, steigend auf 5,5 Millionen belaufen. Eine Schädigung und Rechtsansprüche dieser Beamtenkategorien lägen nicht vor. Die Verhandlung hierüber wird Tonnerstag fortgesetzt. Rundschau vom Tage. Politisches. Das legte Lebenszeichen vom Zirkus Renz. Das Amtsgericht Berlin- Mitte gibt bekannt, daß die Liquidation über die G. m. 6. H. Zirkus Renz beendet und die Firma erloschen ist. Damit sind die letzten Spuren einer großen zirzensischen Vergangenheit getilgt. Danny Gürtler, der„ König der Reklame", der sich seit einiger Zeit in einer Nervenheilanstatt in Heidelberg befindet, ist, nachdem er in den ersten Wochen gegen seine Unterbringung protestiert hatte, nun schwer erkrankt. Er leidet an schweren Tobsuchtsanfällen und darf selbst seine nächsten Angehörigen nicht mehr empfangen. nit blanter Folgen des Le Feftitellunge Lealstagen, Spe eblichen Aus Polizeibeam elegt, so daß ert en wurde d bpital eingeli Sheiligteiten d Riten, fanden in einzelnen the rheblichen Aus trade Ohligs- G ter 20 Mann f er verlegt, en Orte Sau freiem Feld age Rörper m Riperteile mar Mit, wie der frij ermordete ährigen Kellne Der Hausbursche der Kellner in Die Gasflamme von Neuengamme soll in den nächsten Tagen, wie aus Hamburg gemeldet wird, wieder angezündet werden. Der Druck des Gases ist noch immer so gewaltig, daß man fürchtet, der Verschluß der Gasquelle werde über kurz oder lang dem Druck des abgesperrten Gases weichen. Ein heftiger Rassenkampf ist im Fort Worth im amerttanischen Staate Teras ausgebrochen, weil die Neger einen ausschließlich für Farbige bestimmten Kientopp" eröffnet haben. Ein Haufen von etwa tausend Weißen zertrümmerte das Theater und veranstaltete eine Jagd auf sämtliche Neger, die sich auf der Straße befanden. Viele Neger wurden grausam verprügelt, einer wurde erschossen. Mehrere Negerhäuser wurden zertrümmert und in Brand gesteckt. Einer Wurstvergiftung sind in München zwei Frauen zum Opfer gefallen. Mittwoch früh wurde die junge Frau des Rentners Zimmermann in ihrer Villa an der Böcklin= straße im Bett tot aufgefunden. Das 17jährige Dienstmädchen, das in Abwesnheit des Hausherrn mit Frau Zimmermann im gleichen Zimmer geschlafen hatte, lag dem Tode nahe röchelnd am Boden. Die ärztliche Untersuchung ergab Wurstvergiftung. Beim Einsturze eines Treppenhauses bei einem Neubau in Wilmersdorf bet Berlin wurden ein Steinträger getötet und zwei Maurer schwer verletzt. Ein Kanonier vom Pferde erschlagen. Als die Pferde der 6. Batterie des in Güstrow in Mecklenburg liegenden Holsteinischen Feldartillerieregiments Nr. 24 von Bedienungsmannschaften in die Reitbahn geführt werden sollten, schlug ein Pferd aus und traf einen hinter ihm gehenden Kanonter derart vor die Brust, daß er nach wenigen Augenblicken starb. Während des Gottesdienstes ohumächtig geworden. Durch Ausströmen von Gas wurden in der evangelischen Kirche in Pinne im Kreise Samter( Posen) beim Gottesdienst mehrere Personen ohnmächtig. Als der Geistliche die Schlußliturgie vorgelesen hatte und die Anwesenden sich von ihren Plähen erhoben, brachen gegen 20 Personen be= wußtlos zusammen und mußten sofort hinausgeschafft werden. Ein merkwürdiger Unfall ereignete sich gestern im Mailänder Hospital. Eine Plattform, auf der eine Anzahl Kranker wartete, die in den Garten gebracht werden sollten, gab plötzlich nach, und die Kranken stürzten aus einer Höhe von vier Metern ab. Zwölf von ihnen wurden vernonenfest, barunter mehrere swer. Für die nächsten Reichstagswahlen hat die Sozialdemokratie ihre Vorbereitungen bereits insofern vollendet, als die Kandidaten in allen 397 Wahlkreisen aufgestellt sind. Molkenbuhr und andere, die jetzt die Sache in Händen haben, gelten keineswegs als Utopiſten trokdem regnet man in diesem Kreise auf 41% Stimmen, dementsprechend im ersten Wahlgange auf 60 bis 65, in der Stichwahl auf 35 Size. Die Opferfreudigfeit ist in dieser Partei immer groß gewesen, jetzt fließen die Mittel besonders stark. Der Parteivorstand ist schon heute in der Lage, über 3½ Millionen Wahlgelder zu verfügen. Keine Partei hat so viele freiwillige Hilfskräfte als gerade die Sozialdemokratie( man braucht nur auf die 80 000 Radfahrer zu verweisen.) Bis zu den Reichstagswahlen sollen jede größeren Lohnbewegungen vermieden werden, einerseits um die Mitläufer nicht stuzzig zu machen, anderseits um die Gelder zu schonen. Die Einstellung des jüngsten Sohnes des Kaisers, des Prinzen Joachim von Preußen, in das 1. Garderegiment zu Fuß, hat heute nachmittag in Anwesenheit des Kaiser5) Das Familiengeheimnis. Roman von 2. Walter. Nachdruck verboten. Karl nahm den Bestand des Vorhandenen auf, der Jeinen Erwartungen nicht entsprach.„ Der Vater," dachte der junge Mann ,,, war zu klug, als daß er große Kapitalien hier zinslos aufbewahren sollte, das Geld steckt in rentablen Unternehmungen." Das Programm des neuen französischen Kabinetts. Als Ergebnis der Besprechungen zwischen Senator Monis und den Versönlichkeiten, die in das neue Kabinett eintreten sollen, läßt sich verzeichnen, daß die neue Regierung die Politik der Verweltlichung der Schule fortsetzen wird, jedoch unter strenger Vermeidung jeder Art von Verfolgung. Sie wird unter Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit für die soziale Verbrüderung zu wirken suchen, bei den Eisenbahngesellschaften für die Wiederanstellung der entlassenen Beamten sich verwenden, dagegen an dem Gesezentwurf über die Unterdrückung der Sabotage festhalter Indes sollen die Bestimmungen des Entwurfs, die den Eisenbahnangestellten das Recht des Ausstandes nehmen, gestrichen werden. Außerdem wird Die Mappe enthielt Eisenbahnaktien und Staatsobligationen, aber leider auch nicht von dem Werte, den man bei dem reichen Halling voraussetzen durfte. Karl zog nun die Bücher hervor. Der Bestand stimmte genau mit den eingetragenen Posten. Nun öffnete er das Geheimbuch. Der zuletzt eingetragene Saz erregte seine Aufmerksamkeit. Er las:„ Die schreckliche Krankheit hat mich ergriffen, sie tann mich töten; ich halte es für meine Pflicht, hiermit zu bekennen, daß meine Schwester Selma zu fünfundsiebzigtausend Talern an meiner Firma beteiligt ist, die sie einst bar bei mir deponierte. Sollte ich sterben, so wird mein Sohn und Erbe für Rückzahlung sorgen. Es ist dies eine Ehrensache für ihn, da meine Schwester feinen Depositenschein besitzt, auf dessen Grund sie Ansprüche erheben kann. Ich schreibe unter heftigen Schmerzen diese Erklärung nieder. Schenkt mir Gott das Leben, so werde ich selbst diese Angelegenheit ordnen. Friedrich Halling." die Regierung die Einführung der Einkommensteuer weiter betreiben. Dem früheren Minister des Auswärtigen Delcassé ist in dem neuen Kabinett das Marineministerium übertragen worden. Kleine Nadridten. In der Nationalgalerie in Berlin ist eine große Veränderung vorgenommen worden. Im Erdgeschoß befand Lesen Sie, lieber Horn!" Nachdem vun der Alte die Zeilen gelesen, sah er ganz erstaunt. Dann las er sie noch einmal mit halblauter Stimme. Karl betrachtete erstaunt die Zeilen, die er, obwohl Sie flüchtig und verzerrt geschrieben, doch für die Züge eines Vaters halten mußte. Der Schmerz hatte die Hand bes Kranken zittern gemacht, es ließ sich dies nicht verkennen. Auch war von der Ehrlichkeit Hallings zu erwarien, daß er aus Besorgnis vor dem raschen Tode diese Erklärung abgab, die seine einzige Schwester sicherstellte. Der junge Mann rieb sich die Stirn. Daß die Firma so schwer belastet sei, hatte er nicht für möglich gehalten. Er ging und holte den Kassierer. Von ihren Dienstmädchen überfallen wurde in Salima bei Budapest die schwer krante Beamtenfrau Gauß in Abwesenheit ihres Gatten. Die beiden Mädchen betäubten die Kranke mit Chloroform und raubten die Wohnung völlig aus, worauf sie flüchteten. ,, Sorn, Sie haben das volle Vertrauen besessen... hat er je über diesen Punkt ein Wort geäußert?" In einem Anfall geistiger Umnachtung hat in dem Orte Spießen bei Saarbrücken die Ehefrau des Bergmanns Fritsch drei ihrer Kinder erdrosselt, dem vierten die Kehle durchgeschnitten und das fünfte, jüngste, mit Lysol vergiftet Darnach schnitt sie sich selbst den Hals durch. Die Frau lebt noch, während die fünf Kinder tot sind. ,, Nein!" versicherte der alte Mann.„ Gehen Sie die Notizen in dem Geheimbuche durch, Herr Halling; der peinlich gewissenhafte Mann hat gewiß die Summe eingetragen, als sie ihm abgeliefert ward." Man suchte, fand aber nicht die geringste Andeutung. ,, Seltsam, Seltsam!" murmelte Horn. So lange ich hier diene, ist mir nie ein Zufluß von fünfundsiebzigtausend Talern bekannt geworden." Volkswirtschaftliches. von Das Wachstum der Völker. Einen lehrreichen Ueberblic über die Zunahme in den Bevölkerungsziffern der Großmächte gewährt ein soeben in London erschienenes Blaubuch, das die Ergebnisse der letzten Volkszählungen mit denen des Jahres 1909 vergleicht. Die größte Bevölkerungszunahme hat Rußland zu verzeichnen; während man noch im Jahre 1900 insgesamt 135 590 000 Seelen zählte, ergab die neue Volkszählung des Jahres 1910 nicht weniger als 160 095 000 Bewohner des russischen Reiches. Frankreich hat in den letzten zehn Jahren eine nur sehr geringe Steigerung verzeichnen können, die Bevölkerungsziffer ist rund 38 900 000 auf 39 276 000 gestiegen. Bei den übrigen Staaten ergibt der Vergleich der Zahlen des Jahres 1900 mit denen des Jahres 1910 folgendes Bild: Spanten stieg von 18 607 674 auf 19 945 000, Italien von 32 346 000 34 270 000, Desterreich- Ungarn von 45 405 267 auf 49 163 000, Vereinigte Staaten von 76 303 387 auf 88 566 000, Japan von 44 831 000 auf 49 905 000, Großbritannien von 41 155 000 auf 45 006 000. Für Deutschland lauten die Zahlen 56 367 178 auf 63 879 000. So läßt sich bei allen Völkern ein stetes Wachsen der Zahlen beobachten, bei denen Rußland, die Vereinigten Staaten, Deutschland, Japan und Desterreich an der Spitze marschieren. Der verstorbene Halling war Buchhalter bei dem früheren Chef der Handlung gewesen, hatte die einzige Tochter desselben geheiratet und das blühende Geschäft übernommen, um es unter seiner Firma fortzusetzen. Die Familie meines Vaters hatte nie Vermögen", sagte Karl. Horn schüttelte start das graue Haupt. gerammen hatte offrete mit eine jas wohnende nit einem Küche bermeister über r mit der Bör den Wertsachen iber gab ihn de Mit einer wilt hat ein Befcling, um i tuds in Erinne fatte zur Folg hie erlittenen nute. Der R jen feiner E Lorboner, Poli teuerte, nicht g sjet ein ungl Eine Walf Welfisch, der fi ambertreibt un beabsichtigen d Girem von ihr ool werden fo Bo te aufgetau mer. Hundert ber Stranopro längere Zeit tauchte und m Wlfisch ist a Dänische gen Wetter w ger, bestehend hirausgefahren Stigkeit ein guter Gile v mit insgesamt immer stärker we en, den Sc bas. Meer hir gußer Gefahr. Die Entw in dem letzten algemeinen w Hinter der F Wie durch eine 1 Februar 19 über 220 Apparaten find probiert worde fa tlichteit no Cuen vollen G 126 Flug auf Eftemen aus Karl erzählte nun, wie er zu dem Schrankschlüssel gekommen; er schilderte Selmas Angst und fragte dann: Halten Sie die Schrift für die meines Vaters?" Der Kassierer betrachtete aufmerksam die Züge. Ich weiß nicht," murmelte er ,,, was ich daraus machen soll. Eine zitternde Hand hat die Zeilen geschrieben, die entfernte Aehnlichkeit mit den Zügen ihres Vaters tragen... das Geheimbuch hat wohl verwahrt in dem schweren Eisenschrank gelegen... den Schlüssel hat Herr Salling bei sich getragen, er legte ihn nie von sich... der Krankenwörter hat ihn dem Rode entnommen, den Selma und jeder andere Mensch nicht anzugreifen gewagt ... Wie haben Sie den Schrank gefunden?" ,, Regelmäßig und fest verschlossen. Ich hatte Mühe, ihn zu öffnen." „ Ich weiß wohl; alles was vorhanden, stammt von Ihrer seligen Mutter. Halling hat nichts mitgebracht, als seine Kenntnisse und seine rastlose Tätigkeit. Tante Selma fann unmöglich reich sein, während ihr Bruder arm gewesen ist. Hat er sie doch zu sich genommen, damit sie nicht um Lohn bei anderen Leuten dienen sollte. Sezen wir nun auch den Fall, Ihr Vater habe auf eine delikate Weise die Zukunft seiner Schwester sichern wollen, so würde er dies gewiß nicht auf Unkosten seines einzigen Schnes getan haben, dessen Existenz in Frage gestellt wird, wenn dem Geschäfte eine so bedeutende Summe abgeht. Fünfundsiebzigtausend Taler! Nein, es ist nicht möglich! Ich begreife den Zusammenhang der Dinge nicht. Hätte Ihnen der Vater zur Pflicht gemacht, Selma nicht zu verlassen, so ließe sich dies durch die Milde seines Charakters rechtfertigen; aber daß er Sie ruiniert, um die Schwester reich zu machen... " ,, Wunderbar!" murmelte Horn. Stimmt die Kasse?" Bis auf den letzten Taler." Wenn es einem Diebe oder Betrüger gelungen wäre, den Schrank zu öffnen, so würde er diese Notiz nicht in das Geheimbach gemacht, sondern einfach das Geld und die Wertpapiere gestohlen haben. Es ist das ein fürzerer Weg, reich zu werden. Ich finde keinen Schlüssel zu diesem Rätsel." , Was beginne ich?" Der Kassierer zuckte mit den Achseln. ,, Horn, raten Sie mir!" rief bittend der junge Mann. „ Sie beginnen unter sehr schweren Verhältnissen, mein armer Freund!" „ Soll ich mit Selma Rücksprache nehmen?" ,, Nein!" " Sie darf das Kapital nicht zurückziehen." Schweigen Sie," flüsterte Horn;„ schweigen Sie vor der Hand!" Aber der letzte Wille meines guten Vaters muß mir heilig sein." ( Fortsetzung folgt.) ibustrie hint Gatiren Mariwürdigte Ben Rang . Ihre E it zwischen inte ein Liebden" izielles Bo In Groll d Cuem Bilde ta" auf irge Buren nach Binzen, die th den Groß Der beide O Die Mün uden; die S her Friedric tam. Er mu m und lieg e nichts wer Die gewi Thüringer W Filt Revision. os ein. 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In mehreren Fällen wurben Polizeibeamte von Mastierten attackiert und schwer valegt, so daß Verstärkung requiriert werden mußte, die mit blanker Waffe vorging. Eine große Anzahl Exze= benten wurde durch Hieb- und Stichwunden verlegt ins Sofpital eingeliefert. Auch andere Personen, die bei den Streitigkeiten durch Stichwunden schwere Verlegungen er= Auch Hitten, fanden Aufnahme in den Krankenhäusern. in einzelnen rheinischen Orten tam es am Schlußtage zu erheblichen Ausschreitungen. So wurde auf der Bahnftrede Ohligs- Solingen ein Straßenbahnschaffner von einer 20 Mann starken Bande überfallen und durch Stiche In Sower verlegt, so daß sein Zustand bedenklich ist. bem Orte Hau bei Kleve wurde ein 50jähriger Landwirt auf freiem Felde im Mastenkostüm tot aufgefunden. Der ganze Körper wies schwere Brandwunden auf. Einzelne Körperteile waren bereits verkohlt. Es ist noch unaufge= Mittwoch lärt, wie der Mann zu Tode gekommen ist. früh ermordete der 17jährige Hausbursche Feyper den 23ährigen Kellner Gihring, der im Hotel Disch tätig war. Der Hausbursche, der effenbar Kenntnis davon hatte, daß Der Kellner in den Karnevalstagen viel Trinkgeld eingenommen hatte, hat die Tat sorgfältig vorbereitet. Er ffnete mit einem Dietrich die Tür des in einem Privathaus wohnenden Kellners und überfiel den Schlafenden mit einem Küchenmesser. Ein im Hause wohnender SchneiDermeister überraschte den Mörder in dem Moment, als er mit der Börse des Ermordeten, die 83 M enthielt, und den Wertsachen entfliehen wollte. Er hielt ihn fest und übergab ihn der Polizei. Mit einer glühenden eisernen 3ange in die Nase gegwidt hat ein in Londor ansässiger Kupferschmied seinen Lehrling, um ihm den rechtzeitigen Gebrauch des Taschentuchs in Erinnerung zu bringen. Seine unmenschliche Tat hatte zur Folge, daß der arme Junge mit Rücksicht auf die erlittenen Brandwunden ärztliche Hilfe aufsuchen mußte. Der Kupferschmied hatte sich selbstverständlich we= gen seiner bestialischen Erziehungsmethode vor einem Londoner Polizeigerichtshofe zu verantworten, wo er beteuerte, nicht gewußt zu haben, daß die Zange heiß war; es sei ein unglückseliger Zufall gewesen. Eine Walfischjagd in der Lübecker Bucht. Auf einen Walsisch, der sich seit einiger Zeit in der Lübecker Bucht umhertreibt und dessen Länge auf 20 Meter geschätzt wird, beabsichtigen dortige Fischer eine Jagd zu veranstalten. Einem von ihnen hätte das Riesentier leicht verhängnisvoll werden können. Es war plötzlich nahe vor seinem Boote aufgetaucht und dann unter ihm hinweggeschwommen. Hunderte von Menschen konnten dieser Tage von Der Strandpromenade in Niendorf an der Ostsee den Wal längere Zeit aus nächster Nähe beobachten, wie er auftauchte und mächtige Wasserstrahlen ausstieß. Ein zweiter Walfisch ist an der pommerschen Küste gesehen worden. Dänische Fischer in Lebensgefahr. Bei Klarem, ruhigem Wetter war gestern die ganze Fischerflottille von Skagen, bestehend aus etwa 125 Motorbooten, auf das Meer hinausgefahren. Gegen mittag brach plöglich mit großer Heftigkeit ein Sturm aus, worauf die Fischerflottille in größter Eile versuchte, den Hafen zu erreichen. 25 Booten mit insgesamt 90 Mann Besatzung ist es indessen bei dem imme: stärker werdenden Sturm nicht mehr möglich ge= wesen, den Hafen zu erreichen. Die Boote wurden auf das Meer hinausgetrieben, die Insassen befinden sich in großer Gefahr. Die Entwidelung der deutschen Flugzeugindustrie hat in dem letzten Jahre einen Aufschwung genommen, der im allgemeinen wohl ziemlich unbekannt sein dürfte, der aber hinter der Flugzeugindustrie keiner Nation zurücksteht. Wie durch eine Statistik festgestellt wurde, gab es bis zum 1 Februar 1911 in Deutschland 295 Konstrukteure, die sich über 220 deutsche Städte verteilen. Von diesen 295 Apparaten sind bisher 126 gebaut und zum Teil schon ausprobiert worden. Ein großer Teil davon ist in der Def= fentlichkeit noch nicht bekannt geworden, oder hat bisher einen vollen Erfolg noch nicht erlangt. Die Tatsache aber, daß 126 Flugapparate bereits tatsächlich in verschiedenen Systemen ausprobiert sind, zeigt, daß die deutsche Flugindustrie hinter feiner anderen zurücksteht. Satiren auf Geldstüden. Unter den numismatischen Merkwürdigkeiten nchmen die„ satirische Taler" einen Hohen Rang ein, umsomehr, als sie auch ziemlich selten find. Ihre Entstehung verdanken sie einer verdeckten PoJemit zwischen Herrschern verflossener Jahrhunderte. Vermeinte ein Fürst damals Grund zu haben, seinem„, Vetter Liebden" zu zärnen, und verbot die Staatsraison ein offizielles Vorgehen gegen ihn, so wußte der Beleidigte seinem Groll dadurch Luft zu machen, daß er Münzen mit einem Bilde prägte, das seinen liebwerten Herrn Vetter" auf irgend eine Weise lächerlich machte. Solcher Art varen nach der Internationalen Sammlerzeitung die Münzen, die Kaiserin Elisabeth von Rußland auf Friedrich den Großen prägen ließ, den sie mit ihrem Haß beehrte. Die Münzen zeigten den großen König als polnischen Juden; die Kortzieherlöckchen seiner Perüde hingen ihm iber beide Ohren herunter und sein Dreispiz saß verquer. Aber Friedrich vergalt seiner Gegnerin Gleiches mit Gleihem. Er wußte sich mehrere dieser Münzen zu verschaffen und ließ auf ihrer Rückseite eine Inschrift anbringen, die nichts weniger als schmeichelhaft für die Zarin lautete. Die gewissenhafte Höflichkeit. In einem Dorfe im Thüringer Wald ist der Herr Schulrat angekommen und hält Revision. Und die bringt dem Herrn Lehrer gar kein Lob ein. Vor allem hat der Schulgewaltige eines als techt mangelhaft empfunden, das ist die Höflichkeit der dörflichen Schüler, und er ermahnt den Herrn Lehrer, auf die Pflege dieser löblichen Eigenschaft mehr denn je Gewicht zu legen. So gezieme es sich beispielsweise, daß die Kinder den Antworten auf seine Fragen stets die Worte Herr Schulrat" beifügten. Der Lehrer versprach, hier Wandel zu schaffen, und schon bei der nächsten Revision fonnte der Herr Schulrat fonstatieren, daß seine Mahnung Früchte getragen hatte. Schon in der ersten Prüfungsstunde, beim Religionsunterricht, passierten dadurch einige lustige Frage- und Antwortspiele. Bei der Erzählung vom Sündenfall fragte der Gestrenge: Mit welchen Strafworten wandte sich Gott an Adam?" Antwort: ,, Die Erde sei verflucht um deinetwillen, Herr Schulrat!" Zweite Frage: Was sprach Gott zur Schlange?" Antwort: Auf deinem Bauche sollst du kriechen Herr Schulrat!" Da wandte sich der Herr Schulrat an einen anderen Schüler und fragte diesen nach dem Schlusse der Strafrede. Und da ward ihm folgende Anwort:„ Du sollst Staub fressen dein Leben lang, Herr Schulrat!" Va empfahl sich der Herr Schulrat schleunigst, vor so viel Höflichkeit bangte thm. aus Wie ein Ochs eine goldene Uhr fand. Aus Mürzzuschlag wird dem Wiener Extrablatt folgende seltsame Geschichte berichtet: Zu der Christbaumfeier in Raren, die der alpine Verein ,, Reißthaler" in Wien veranstaltete, war auch das Vereinsmitglied Herr Oskar Voith Wien gekommen. Nach der Feier vergnügte sich Herr Voith mit Sfilaufen, wobei er seine wertvolle goldene Uhr verlor und trotz eifrigen Suchens nicht mehr finden konnte. Jetzt, nach zwei Monaten, da der Föhn den Schnee zum Schmelzen gebracht hatte, führte der Bauer Peter Holzer mit einem Paar Ochsen Dünger auf jene Wiese, wo Voith damals sich auf den Stieren getummelt hatte. Als er nun die Ochsen heimführte, bemerkte er, daß ein Ochse auf ei nem Fuße hinfte. Er hob den Fuß des Ochsen auf und fand zwischen den Klauen die Uhr des Skifahrers vollständig unversehrt vor. Die Uhr, auf die der Ochse getreten war, war zwischen die Klauen eingeklemmt wor= den. Der Verlustträger, dem die Uhr übermittelt wurde, war nicht wenig überrascht, als er von der so seltsamen Auffindung seines Chronometers vernahm, und übermittelte dem redlichen Besitzer des„ Finders" eine angemessene Belohnung. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Die chemische Analyse des Menschen. Diese Analyse hat jüngst ein englischer Chemiker ausgeführt. Er hat feft= gestellt, daß der Mensch aus 13 Grundstoffen besteht, von denen fünf gasförmig und acht fest sind. Der Hauptbestand= teil ist Sauerstoff im Zustande äußerster Komprimierung. Ein Normalmensch von 74 Kilo Gewicht enthält 44 kilo Sauerstoff, welche unter gewöhnlichen Verhältnissen einen Raum von 28 Raummetern einnehmen würden. Ferner birgt besagter Mensch 7 Kilo Wasserstoff, die im freien Zustande einen Raum von 80 Raummetern füllen würden. Die drei übrigen Gase sind Stickstoff( 1,72 Kilo), Chlor( 0,8 kilo) und Fluor( 0,1 kilo). An festen Stoffen enthält der Normalmensch 22 Kilo Kohle 800 Gramm Phosphor, 100 Gr. Schwefel, 1750 Gr. Kalzium, 80 Gr. Potassium, 70 Gr. Sodium, 50 Gr. Magnesium und 45 Gr. Eisen. Der höchste Berg von Nordamerika. Ein Ingenieur, der von der kanadischen Regierung zur Vornahme von Grenzbestimmungen in den hohen Norden Kanadas, in der Nähe von Alaska, entsandt wurde, hat dort einen Berg entdeckt, der sich als die höchste Erhebung des ganzen nordame= rikanischen Kontinents erwies. Er ist 7445 Meter hoch und überragt damit den Mc- Kinley- Berg um 600 Meter. Ein neues Mittel zur Entdeckung neuer Sterne. Professor Turner, der Astronom der Universität Cambridge, hat in einer Zuschrift an die Times einen Vorschlag ge= macht, der die Suche nach neuen Sternen weniger mühsam und kostspielig als bisher machen könnte. Er meint, man solle die Photographie einer bestimmten Himmelsgegend nach ihrer erstmaligen Aufnahme wieder in demselben ernrohr auf die greime Stelle richten. Dann würde das Licht der dauernd vorhandenen Sterne sich mit den Lichtpunkten auf der Platte genau decken und also kein weiteres Bild hervorbringen. Ein neuer Stern aber würde sich alsbald durch einen neuen Lichtpunkt verraten. Professor Turner gibt zu, daß die Jagd auf neue Sterne auch mit diesem Hilfsmittel noch eine äußerst schwierige Arbeit sein würde, wenn man eine vollständige Beaufsichtigung des Himmels ausführen wollte. Immerhin würde die Wahrscheinlichkeit wachsen, einen neuen Stern unmittelbar nach seinem Erscheinen zu entdecken. Aus dem Reiche der Technit. Wagenabkoppeln in voller Fahrt. Eine praktische Einrichtung, die es ermöglicht, lange aufenthaltslose Eisenbahnfahrten auszuführen, und die doch den Reisenden in Stand sebt, an wichtigen Stationen zwischen den Endpunkten auszusteigen, lernte ein Mitarbeiter der Frff. 3tg. vor einigen Tagen in England kennen. Ich wollte, so schreibt er dem genannten Blatte von Birmingham nach Orford fahren und benützte dazu den Schnellzug Birmingham- London. In Birmingham wies man mir einen Platz in dem letzten Wagen des Schnellzuges an, und dieser Wagen, der auch einen besonderen Raum zur Aufnahme des großen Gepäcks hatte, wurde durch eine mechanische Vorrichtung während der vellen Fahrt kurz vor Orford, wo dieser durchgehende Schnellzug nicht hielt, losgekoppelt. Der Wagen lief, dank seiner Eigengeschwindigkeit, weiter und wurde gerade im Bahnhof von Orford zum Stehen gebracht. Als ich dort mein Abteil verließ, war der vordere Teil des Zuges schon längst in der Ferne verschwunden. Die Einrichtung scheint uns weniger praktisch als gefährlich zu sein. Fürstensaison an der Riviera. Der Karneval von Nizza, der sich diesmal durch einen besonderen Reichtum an neuen Ideen auszeichnete, ist vorüber und die offizielle Niviera- Saison nähert sich ihrem Ende. Die Snobs, die ihr Leben nicht nach ihrem eigenen Geschmack. sondern nach den ungeschriebenen Gesetzen der Eitelkeit einrichten, rüsten sich zur Abreise. Vernünftige Menschen finden, daß es jetzt, nach einem verhältnismäßig strengen Winter, erst angenehm und behaglich an der ,, Azurtüste" zu werden beginnt. Und hierzu gehören die Fürstlichkeiten, denen man ja an der Riviera zu begegnen gewohnt ist, die sich aber diesmal noch zahlreicher eingestellt haben als sonst. Was sie lockt, ist nicht nur die Pracht der Landschaft, die Schönheit des Meeres, die Wärme der Sonne, sie können hier auch mehr als in ihrer Heimat Menschen fehen und unter Menschen sein. Kein Schwarm von Neugierigen folgt ihren Schritten auf der Straße, fie fißen in den Restaurants unbelästigt unter den anderen Gästen, und im Theater find fie nicht vom Anstarren Dußender von Ferngläsern bedroht. Die älteste und ehrwürdigste Gestalt unter diesen fürstlichen Besuchern der Riviera ist auch in diesem Jahre die Kaiserin Eugenie, die Witwe Napoleons III., die bald das 85. Jahr ihres Lebens erreicht haben wird. Es ist erstaunlich, welche körperliche Elastizität sie sich in diesem, das biblische Maß weit übersteigenden Alter bewahrt hat. Obwohl fie zu den Entthronten gehört, versäumt fein Fürst und keine Fürstin regierenden Hauses, ihr in der Villa Cyrnos einen Besuch abzustatten. Im Alter am nächsten stand ihr König Oskar II. von Schweden, als Sohn einer Beauharnais ein naher Verwandter der Bonaparte, aber ihn hat der Tod fortgenommen und seine hohe, alle überragende Erscheinung, die jedermann in Nizza vertraut war, ist ver= schwunden. Statt dessen hat sich in diesem Winter König Wilhelm II. von Württemberg eingefunden, den freilich die wenigsten erkennen. Die Gesundheit des Königs, der in diesen Tagen 63 Jahre alt wird, hatte zu wünschen übrig gelassen, aber der Aufenthalt ist ihm so gut bekommen, daß er ihn noch über das anfangs gesezte Ziel auszudehnen beschlossen hat, Herzog Georg II. von Sachsen- Meningen, nächst dem bayerischen Prinzregenten der Senior unter den deutschen Staatsoberhäuptern, fehlt auch diesmal nicht und ist außer von seiner Gemahlin, der Freifrau von Heldenburg, von seiner Enkelin, der Prinzessin Adelheid, einer jüngeren Schwester der Großherzogin von Weimar, begleitet. Sein ältester Sohn, der Erbprinz Bernhard, hat ja seit einigen Jahren an der Riviera Heimatrecht, indem er eine eigene villa erwarb. Er ist nicht unmittelbar, der Nachbar der Großherzogin Anastasia von Mecklenburg- Schwerin, der Mutter der deutschen Kronprinzessin Cecilie. Zu diesen ständigen oder doch auf längere Zeit seßhaft gewordenen fürstlichen Rivieragästen tommt noch die Schar der fürstlichen Globetrotter, der russischen Großfürsten namentlich, die dann und wann von Paris aus einen Abstecher nach dem Süden und allen seinen Reizen unternehmen. Nicht der Prätendenten zu vergessen, unter denen das Haus Bourbon der Zahl seiner Mitglieder nach obenansteht. Residiert doch in Cannes auch der Graf von Caserta, der in den Augen seiner freilich sehr geringen Anhänger der rechtmäßige König von Neapel ist und sich mit einem richtigen fleinen Hofstaate umgibt. Drabinachrichten und neuestes. Die eljak- lothringische Verfassungsfrage. Berlin, 2. März. Die Antworten der Bundesregle rungen auf die Frage des Reichskanzlers, ob den Wünschen des Reichstags entsprechend weitere Zugeständnisse bezüglich der Verfassungsreform für Elsaß- Lothringen gemacht wer den könnten, sind noch nicht vollzählig eingetroffen. Es ist aber zu erwarten, daß binnen kurzem eine Einigung unter den Bundesregierungen erzielt werden wird in der Richtung, daß drei Bundesratsstimmen Elsaß- Lothringen für wirtschaftliche Fragen zugestanden werden. Eine städtische Bierstener in Leipzig. Leipzig, 2. März. Die Stadtverordneten stimmten nach stundenlanger, sehr erregter Debatte mit 38 gegen 31 Stimmen der Erhebung einer städtischen Biersteuer von 65 Pfennig pro Hektoliter zu. Die bis auf den letzten Platz gefüllte Galerie nahm diesen Beschluß mit großem Lärm und lauten Pfuirufen entgegen. Blüten vom Kampfe um das Franenwahlrecht in England. London, 2. März. Zwei männliche Anhänger der Suffragettes wurden gestern bei einem Versuch, in den Garten Hinter der Amtswohnung des Premierministers überzuflettern, verhaftet. Sie hatten die Absicht, einen Stein in den Saal zu werfen, wo das Kabinett gerade zu einer Beratung versammelt war. Der eine der lächerlichen Attentäter wurde vom Polizeirichter gegen das Versprechen, fünftigen guten Betragens entlassen, der andere, der nichts versprechen wollte, zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Bedrohliche Lage in Marokko. O Paris, 2. März. Aus Fez wird gemeldet, daß sich bet Scherardar einige Stämme gegen den Sultan Mulen Hafid aufgelehnt haben. Die europäischen Konsuln haben angesichts der drohenden Lage die in Fez wohnenden Europäer aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Beilegung des Streifs in Weißenfels. Weißenfels, 2. März. Die Schiedskommission des Deutschen Schuhfabrikantenverbandes beschloß gestern zur Beilegung des Streiks die sofortige Einführung der 9% stündigen Arbeitszeit bezw. der 57stündigen Wochenarbeitszeit mit Lohnausgleich für die Zeitarbeiter und eine 25prozentige Erhöhung der Ueberstundenarbeit. Die Fabrifanten stimmten dem Vorschlage zu und der Gewerkverein der deutschen Fabrikarbeiter, der etwa 1000 Mitglieder umfaßt, beschloß gestern abend, diesen Vorschlag anzunehmen und am Montag die Arbeit wieder zu beginnen. Der Zentralverband der deutschen Schuhfabrikarbetter hat bazit noch nicht Stellung genommen. Folgen der Karnevalsfreuden. Boun, 2. März. Bei Zülpich wurden zwei italienische Bahnarbeiter ermordet aufgefunden. Der Täter, gleichfalls ein Italiener, stellte sich selbst. Nach einer zweiten Meldung will der Täter seine beiden Landsleute, mit denen er an einer Karnevalsfestlichkeit teilgenommen hatte, in der Notwehr gegen einen plötzlichen Raubanfall getötet haben. Vom Zuge getötet. o Remscheid, 2. März. Ein tragisches Geschick hat die Tochter eines rheinischen Fabrikanten betroffen. Die 19jährige Milli Koch wollte in Rittershausen einen Maskenball besuchen. Vor Ungeduld, mit ihrem Bräutigam zusammenzutreffen, der sie auf dem Bahnhof abholen wollte, sprang fie aus dem Abteil, als der Zug, der noch kein Einfahrtssignal hatte, vor der Station hielt. Im selben Augenblick brauste der Gölner D- Zug heran, der das Mädchen erfaßte und vor den Augen mehrerer mitreisenden Freundinnen zermalmte. Der Berliner Messerstecher verhaftet. Berlin, 2. März. Hier wurde ein Maler Nichard Bennewiß aus Magdeburg unter dem Verdacht verhaftet, jener geheimnisvolle Attentäter zu sein, der vor zwei Jahren wiederholt Messerattentate auf Frauen und Mädchen verübte. Die Photographie des Bennewitz wurde einer damals angefallenen, inzwischen nach Liegnitz verzogenen Butmacherin gezeigt, die in dem Abgebildeten mit aller Be stimmtheit den damaligen Täter wieder erkannte. Tödlicher Unglücksfall in einer Fechtschule. Paris, 2. März. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der Fechtschule von Nantes in dem dortigen Fechterzirfel. Ein Amateur nahm bei dem Fechtmeister Carrico Unterricht. Plöhlich brach die Spitze des Degens des Amateurs ab und durchbohrte die Lunge des Fechtmeisters. Diefer brach auf der Stelle tot zusammen. Von einer Lawine überraschte Kirchenbesucher. Junsbrud, 2. März. Im Paznautal ging eine StaubIawine nieder, als sich 200 Personen zur Kirche begeben wollten. Ein Bauer wurde mitgerissen, seine Leiche ist noch nicht gefunden. Handel und Verkebr. -- Gaffel, 28. Februar. Schlachtviehpreise. A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts, die noch M, 6) nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren Schlachtgewicht 80-84 M, c) junge fleischige nicht ausgemä stete und ältere ausgemästete Schlachtgewicht 75-79 M, d) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere Schlachtgewicht 68-74 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes Schlachtgewicht 78-80 M, 6) vollfleischige junge Schlachtgewicht 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Schlachtgewicht 72-73 M. E. Färsen: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes Schlachtgewicht 80-82 M, und Kühe: b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Schlachtgewicht 75-78 M, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen Schlachtgewicht 68-70 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen Schlachtgewicht 64-66 M, e) gering genährte Kühe und Fürsen Schlachtgewicht 55-60 M. 2. Kälber. a) Doppellender feinster Mast Lebendgewicht M, 6) feinfte Mastfälber Lebendgewicht M, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber Lebendgewicht-M, d) geringere Mast- und gule Saugfälber Lebendgewicht 50-52 M, e) geringere Saugfälber Lebendgewicht 45-48 M. 3. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und füngere Masthammel Schlachtgewicht 78-80 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte funge Schafe, Schlachtgewicht 75 M. 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Kilogramm Schlachtgewicht 00-00 M, 6) vollfleischige von 120 bis 150 Kilogramm Schlachtgewicht 63-64 M, c) vollfleischige von 100-120 Kilogramm Schlachtgewicht 61-62 M, d) vollfleischige von 80-100 Kilogramm Schlachtgewicht 58-59 M, e) vollfleischige unter 80 Silogramm Schlachtgewicht 58 M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber, Schlachtgewicht 55-56 M. = Cassel, 28. Februar. Weizen( 100 Kilogramm) 19.00 bis 10.60 M, Roggen( 100kilogramm) 15.70-16.10 M, Hafer( 100 Kilogramm) 15.50 bis 17.00 M. Wählerversammlung für die Kandidatur Dr Werner Einladung Freibank, Gießen Anstreichergeschäft zu einer kirchlich- positiven Vortrags- Tagung für das Grossherzogtum Hessen, Kurhessen, Nassau, die Synoden Braunfels und Wetzlar und Frankfurt a. M. in Giessen am 6. und 7. März 1911. unter PROGRAMM. Montag, den 6. März 1911. Heute Faselochsenfleisch 45 Pfg. Lehrling günst. Bedingung gesucht. E. Schmidt. Friseur Wehlar, Bahnhofstr. Lehrling am Sonntag 5. März, nachmtitags 3 Uhr Abends 8 Uhr: Konsistorialrat Prof. D. Walther- für das Maler-& Anftreicherin Steins Garten Tagesordnung: 1. Ansprache des Reichstagsabgeordneten Liebermann v. Sonnenberg. 2. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Amtsgerichtsrat Cattmann. Freie Aussprache. Der Wahlausschuss. FAHNEN Vereinsbedarfsartikel. Mündener Fahnenfabrik HANN. MÜNDEN. Königl. und Fürstl. Hoffahnenfabrik. Grösste Fahnenfabrik Deutschlands. Man abonniert jederzeit auf das fchönste und billigste Familien- Witblatt Meggendorfer- Blätter München Zeitschrift für Humor und Kunst Vierteljährlich 3 Nummern nur M. 3.Abonnement bel allen Buchhandlungen und Poftanstalten. 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Freie Diskussion. Auch Damen sind willkommen. Für das Komitee: Bernbeck, Pir, Okarben. Nukholzversteigerung. Dienstag, den 7. März 1. Je, morgens um 10 Uhr anfangend kommt im Gräbenwiesbacher Gemeindewald folgendes Holz zur Versteigerung. Distrift Schießberg: 707 Stück Nadelholzstämme mit 152,79 Festmeter. 963 Nadelholzstangen 1. bis 3. Klasse Distrift Runkelshardt( Windfall) 37 Stück Nadelholzstämme mit 11,38 Festmeter. 66 Nadelholzstangen 1. bis 3. Klasse. Anfang im Distrikt Schießberg. Bei ungünstiger Witterung findet die Versteigerung eine Stunde später im Gasthaus zum Taunus statt. Die Herren Bürgermeister werden um gefällige Bekanntmachung in ihren Gemeinden ersucht. Gräbenwiesbach, den 28. Februar 1911. Der Bürgermeister Velte. Stempel aller Art für Behörden, Vereine, Geschäftsleute und Private besorgt rasch und preiswert die Gießener Verlagsdruckerei Frik Schulte Maler und Anstreichermstr. Holthausen in Plattenberg t. 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