ung rg 1 aus -Feu elstopf lang, III. AL., Boh 50 rm rügel bolz; idjbolj Steins Forst tecftci Ke icht. ule. lige ad. -Prüf man Srter. nte. rium. Besuch ; 2. eine Examen r Untergfältigste cher und toff vertgesetzte dauernd Wie Vernen wird. st. kostenlos. M. SO druckerei, cer. ter 1 Kunft hen daktion, te Aus-Blätter offen. in Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 29. Telephon: Nr. 362. Lokal- Nachrichten. Gießen, den 3. Februar. des Großherzoglichen Polizei Amfes der Großherzoglichen Bürgermeisterei Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesanti ang: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Weisenau. Das hier in Diensten stehende 17mundschaftsgericht die Mitteilung, daß ihm eine verstorbene Tante in Amerika 120 000 Mart vermacht habe. !! Radmühl, 31. Jan. Scheuer und Stallung des Landwirts Möller hier wurden gestern nacht von einem Feuer einger chert. Freitag den 3. Februar 1911 Ausschuß gewählt, der sich folgendermaßen zusammen= setzt: Bürgermeister v. Zengen- Wetzlar, Handelskammer- jährige Waisenkind Kath. H. erhielt durch das Vor= Syndikus Dr. Meschke- Wetzlar, Bürgermeister Kern *) Von der Post. Im Interesse möglichst früh Naunheim, Bürgermeister Huttel- Hohensolms, Pfarrer zeitiger Jnangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Aus- Kemper- Hohensolms, Bürgermeister Köhler- Gladenbach, Rentner und Kreis deputierter Adolf Theis- Gladenbach, bau der Fernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechanschlüsse spätestens Bürgermeister Fischbach- Holzhausen, Bürgermeister KloosNiederweidbach, Bürgermeister Happel- Bellnhausen, Bürbis 1. März den Kaiserlichen Telegraphenanstalten vorliegen. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolge germeister Grünewald- Biedenkopf, Stadtv. Banß- Biedendessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwend- fopf, Bürgermeister Schmitt- Battenberg, Bürgermeister ungen( 3. B. durch besondere Entsendung einer Bau- Arnold- Berghofen, Gastwirt Aßmann- Engelbach. Ferner wurde die Bildung eines Fonds beschlossen, zu dem die folonne 2c.) herzustellen sind, werden in dem laufenden pro Kopf 5 Pfg. Bauabschnitt nur dann ausgeführt, wenn die Antrag- interessierten Gemeinden Beiträge -bewilligen sollen. steller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mark leisten oder wenn diese Mehrkosten den Betrag von 50 Mark übersteigen, den wirklich aufgewen de, en Kostenbetrag erstatten. *) Hessens Bevölkerungszahl. Laut Mitteilungen der Großh. Zentralstelle für Landesstatistik zeigte die Volkszählung vom 1. Dezember 1910 folgen des vorläufige Ergebnis: Provinz Startenburg: Kreis Darmstadt 137 771, Bensheim 65 806, Dieburg 62 629, Erbach 48 416, Gr.Gerau 62 928, Heppenheim 81 926 und Offenbach mit 161 592, zusammen 590 468 Einwohner; Provinz Ober- hessen: Kreis Gießen 93 938, Alsfeld 37 907, Büdingen 40 836, Friedberg 79 063, Lauterbach 29 725, Schotten 27 742, zusammen 309 211 Einwohner; Provinz Rheinhessen: Kreis Mainz 158 683, Alzen 40 950, Bingen 42 647, Oppenheim 46 971, Worms 93 119, zusammen 382 430 Einwohner. Das Gesamtergebnis für das Großherzogtum Hessen beläuft sich demzufolge auf 1 282 109 Einwohner. * Gießen, 1. Febr. Das Pianoforte- Geschäft von Wilhelm Rudolph konnte heute sein 60jähriges Geschäftsjubiläum feiern. Gießen. Pfarrer Korell, der jetzt für unseren Wahlkreis zur Ersatzwahl kandidiert, ist für die Hauptwahl im Herbst auch Reichstagskandidat im Wahlkreise Alzen- Bingen. * Großen Linden. Unser Ort und dessen Umgebung soll ein örtliches Fernsprechnetz erhalten. !! Lollar. Eine Geflügelausstellung für den Landwirtschaftskammerbezirk Altenbuseck- Lollar findet am 11. und 12. d. Mts. hier statt. Burkhardsfelden. Das Projekt eines Elektrizitätswerkes ist hier in Erörterung gekommen. Man gedenkt, das reichlich überschüssige Wasser, welches unsere Quellen liefern, als die Kraftquelle lür das projektierte Werk zu benutzen. * Wenigs, Für 12 600 Mark wurde die hiesige Molkerei im Zwangswege verkauft. Wetzlar, 3. Febr. Der Minister des Innern hat an die Stadtverwaltungen folgenden Erlaß gerichtet: Einer Anregung aus Handelskreisen entsprechend, ersuche ich, die Standesbeamten gefälligst anzuweisen, jede berufsmäßig faufmännisch tätige Person, die sich ihnen gegenüber als„ Kaufmann" bezeichnet, unter dieser Bezeichnung in die Standesregister einzutragen, und von dem Verlangen einer Spezialbezeichnung wie Buchhalter, Kassierer 2c. abzusehen. es - Wetzlar, 3. Febr. Schneller als man dachte, ist das Frostwetter wieder umgeschlagen. Der Himmel machte gestern am Lichtmeßtag ein trübes Gesicht, und ein feiner Sprühregen näßte die Erde. Wenn nach der alten Bauernregel geht:„ Lichtmessen dunkel, wird der Bauer ein Junker", dann muß die Ernte des kommenden Jahres eine gute werden. Hoffen wir das beste! * Wetzlar, 1. Febr. Infolge des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche wurde der Mannheimer Viehmarkt gesperrt. Wetzlar. Durch Reichsgerichtsen scheidung ist das Briefgeheimnis der Postbeamten vedeutend erweitert worden. Die Amtspflicht der Postbeamten er- Für die Beseitigung der herrschenden Fleisch not wird von interessierter Seite folder beachtenswerter Vorschlag gemacht: An der Viehproduktion ist im deutschen Reiche der Großgrundbesitz mit 15 Prozent, der mittlere und kleine Bauernstand mit 85 Prozent beteiligt. Es ergibt sich demnach von selbst, daß eine Vermehrung des mittieren und fleinen Bauernstandes auch eine Erhöhung der Viehproduktion zur Folge hat. Die Vermehrung der kleinen und mittleren bäuerlichen Betriebe wird bekanntlich in großzügiger Weise angebahnt durch die Tätigkeit der Königlichen Ansiedelungskommission im Osten der preußischen Monarchie. Nach dem letzten Jahresbericht der Ansiedel ungskommission waren es schon über 17 000 Familien mit einer Kopfzahl von über 100 000 Familien- Angehörigen. Zum größten Teile sind es Besitzer von mehr als 50 Morgen und einem Rindviehbestand von wenig stens 12 Stück und der gleichen Anzahl Schweinen. Wenn es gelingt, in einigen Jahren noch weitere 17 000 Familien anzusiedeln, so wird man schon ein erheb= liches Nachlassen der Fleischnot verspüren können. Darum sollten diejenigen, welche so sehr über die Fleisch- streckt sich danach nicht nur auf das Verschweigen des not jammern, einmal darüber nachdenken, ob in ihrer Verwandtschaft oder Freundschaft sich nicht Landleute befinden, welche es in der alten Heimat nie zu einer auskömmlichen bäuerlichen Existenz bringen, die aber bei ihrer vorauszusetzenden Tüchtigkeit mit leichter Mühe im Osten zu einem Bauernbesitz kommen, welcher einen erheblichen Viehbestand aufweisen kann. Und wie viele Tropfen sich zum Meere vereinen, so werden viele derartige Existenzen die deutsche Viehzucht derartig heben können, daß die Fleischnot für immer aus deutschen Landen verbannt wird. Ueber die Ansiedelungsbedingungen erteilt die Königl. Ansiedelungskommission in Posen bereitwilligst kostenlose Auskunft, ebenso Vertrauensmänner in den westlichen Provinzen. Für unsere Provinz Hessen- Nassau, Oberhessen und Waldeck ist der Vertrauensmann der Kgl. Ansiedelungskommission, Herr W. Schaumburg, Kassel, Schönfelderstraße 7, zu jeder Auskunft gern bereit. deren b= Gießen, 2. Febr. Jm großen Saal des Lofales„ Steins Garten" fand am vergangenen Sonntag das 37. Stiftungsfest des Kriegervereins statt. Der Vorsitzende Gabriel begrüßte die äußerst zahlreich Erschienenen. Weitere Ansprachen hielten: Ehrenvorsitzender Meyer, Oberstleutnant v. Knobels= dorff, Bezirksvorsteher a ab und Beigeordneter Prologe, theatralische Kommerzienrat Emmelius. Aufführungen, Liedervorträge und musikalische Darbietungen wechselten in bunter Folge. Mit einem Tanzvergnügen schlöß die Festlichkeit. Gießen, 2. Febr. Die Maul- und Klauenseuche nimmt größeren Umfang an. Von 18 auswärtigen Ortschaften sind neue Ausbrüche gemeldet worden. -m- Gießen, 2. Febr. Am Dienstag fand hier eine Sitzung der drei Eisenbahnkomitees statt. Aus den bestehenden Einzelkomitees wurde ein engerer schriftlichen Inhalts von Postsachen, sondern auch auf die Adressen aller durch die Post beförderten Sendungen. Ein Postbeamter ist also nicht berechtigt, irgend einer Berson mitzuteilen, ob und wann an irgend jemand ein Brief, eine Geldsendung oder ein Paket angekommen ist. Ferner ist er nicht berechtigt, mitzuteilen, wie die Wohnung des Empfängers irgend einer Postsendung lautet. == Dutenhofen, 3. Febr. Der Bahnbeamte Sonneborn ist zum 1. März nach Schönbach versetzt. -b Frankenbach. Die hiesige Jagd wurde von den Herren Justizrat Grünewald- Gießen und Fabrikant Rinn- Heuchelheim gemeinsam gepachtet. von == Leun, 3. Febr. Der hiesige Gemeinderat hat fürzlich einen Antrag auf selbstschuldnerische Bürg= schaftsübernahme angenommen. Auf Grund dieses Beschlusses erhält ein hiesiger Einwohner von der Landesversicherungsanstalt in Düsseldorf ein hypothekarisches Darlehen von 60 Prozent auf sein neuerbautes Haus nebst Stallung und Scheune im Betrage 7000 Mark zu 3½ Prozent Verzinsung und 1½ Proz. Amortisation. Es ist dies im Kreise Wetzlar der erste Fall, daß einem Versicherten ein so billiges Darlehen von der Landesversicherungsanstalt gegeben wird. Natürlich wäre dies nicht möglich gewesen, wenn die Geeine So tann meinde nicht dahinter stände.. ohne umsichtice Ort behörde auch kleinen Leuten große Barmittel die Gelegenheit geboten werden, sich ein eigenes Heim zu schaffen, und daß dadurch die Sekhaftigkeit gefördert wird, liegt klar auf der Hand.- Zur Nachahmung empfohlen! -b Herbstein. Die seitherigen Pächter unserer Jogd, Freiherren Riedesel zu Eisenbach pachteten die Jagd für 2005 Mark wieder, das ist gegen das Vorjahr ein Mehr von 460 Mark. - Dillenburg. Bei der letzten Volkszählung betrug die Bevölkerung des Dillkreises 51 366( 1905: 47 354). Der Kreis hat also eine Zunahme von 4012 Personen zu verzeichnen. Die Zahl der weiblichen Personen beträgt 25 253( 23 434), der männlichen 26 133( 23 920). :: Nassau. Am 1. Mai wird die Bahnlinie Marienberg- Erbach dem Verkehr übergeben werden. Wiesbaden. Auf Antrag der hiesigen Handwerkskammer hat der Regierungspräsident zum Schutz des Gesellentitels eine weitere Verfügung erlassen. Die Quittungskarten- Ausgabestellen sollen bei der Ausstellung oder dem Umtausch von Quittungskarten großjähriger Personen nur dann diese als Gesellen in den betr. Karten bezeichnen, wenn durch Vorlage des Gesellenbriefes oder anderweit in zuverlässiger Weise der Nachweis darüber erbracht ist, daß die fraglichen Personen in Wirklichkeit Gesellen sind. b- Ober Ingelheim. Infolge schlechten StraBenpflasters kam das Pferd eines Landwirtes so unglücklich zum Stürzen, daß es verendete. Der Landwirt strengte eine Schadenersatzklage an und hatte damit in allen Instanzen Erfolg. b Frankfurt. Mit der Führung des 1. Kurh. Inf. Regiments Nr. 81 wurde Oberstleutnant von Trabich- Waechter beauftragt. Landtagserfaßwahl für Hungen. = b Hungen, 2. Febr. Die für den hiesigen Bezirk heute stattgehabte LandtagsersakwahI zeigte als Resultat die einstimmige Wahl des Landwirts W. Fenchel. Derselbe zieht bekanntlich anstelle des verstorbenen Abg. Köhler in den Landtag ein. Herr Fenchel gehört der deutsch- sozialen Partei an; er wird sich der wirtsch. Vereinigung( Bauernbund) anschließen. Eingelandt. um Der freisinnige Kandidat des Wahlkreises Gießen, Pfarrer Korell, sprach am Mittwoch abend im„ Cafe Leib". Nach seinen Ausführungen sei der Freisinn die alleinseligmachende Partei für alle Stände, also auch für die Arbeiter. Ein Blick auf die Bühne genügte, festzustellen, daß hier der Kapitalismus nur vertreten war. Von diesem Gesichtspunkt aus nahm sich die Rede von der Gleichberechtigung aller Stände drollig aus. Schlecht schnitt die Landwirtschaft, insbesondere der Bund der Landwirte ab. Man hatte das Gefühl, wenn der Redner auf dem Lande so losgeht, daß er Mit den hier auf Stimmen nicht zu rechnen braucht. Nationalliberalen wurde immerhin glimpflich verfahren, obschon Dr. Osann einige Hiebe abbekam. Die Sozialdemokratie wurde am Schlusse der Rede nur nebenbei bemerkt, anscheinend wegen der Stichwahltaktik. Mit dem Zentrum ging der Referent scharf ins Gericht, er ließ kein gutes Haar an ihnen. Unsere Gießener Katholiken werden am Wahltage die Antwort nicht schuldig bleiben. Am Ausgange der Rede suchte Pfarrer Korell- manche Härte, insbesondere gegen die Landwirt= schaft wieder gut zu machen. Holzverkäufe u. Versteigerung. Bürgermeisterei Braunfels: Mittwoch, 8. Febr., vorm. 10 Uhr, im Saale der Wirtschaft zur Schmelz" auf der Oberndorferhütte. Kaufliebhaber wollen sich das Holz in den Distr. 3 Alte Fichten, 7 Jungfer, 1. Kirschenhau, 10 guter Graben, 11 u. 12 Schottenmitte, 13 alte Stöcke und 14 Attenbach ansehen. Gemeindewaldungen Oberbiel und Niederbiel: Samstag, den 4. Febr., vorm. 10 Uhr. Zusammenkunft Distr. Raukeshöll, Niederbiel. ,, Fleischteuerung ohne Ende!" Dieses Thema, eine brennende Tagesfrage, wird in der Flug schrift behandelt, welche der heutigen Gesamtauflage unseres Blattes beiliegt und neben ihrem allgemein interessanten Inhalte auch eine originelle Preisaufgabe bietet. Wer sie richttg lößt, hat Aussicht, kostenlos eine größere Auswahl der anerkannt vorzüglichen Fabrikate der Kakao- Compagnie Theodor Reichardt, Hamburg- Wandsbek, zu erwerben. Uebrigens sind die Reichardtschen Marken im Ein zelverkauf in Gießen nur erhältlich in der Reichardt= Ausgabestelle: Frau Emma Sellheim, Bismarckstraße 38. = Deutscher Reichstag. Die Wertzuwachssteuer in dritter Lesung angenommen. Nachdem in der Dienstagsibung noch die Entscheidung Aber bie bis dahin abgelehnte, von den Konservativen neubeantragte Steuerfreiheit der Landesfürsten und Landesfürstinnen von der Reichswertzuwachssteuer gefallen war, ging die Weiterberatung am Mittwoch glatt vonstatten. Die dritte Lesung wurde zu Ende geführt, indem bei den weiteren Einzelvorschriften noch einige Abänderungen gemäß dem Kompromißantrage der bürgerlichen Parteien beschlos= sen, weitergehende Abschwächungen aber abgelehnt wurden. Die Verteilung des Steuerertrages bleibt wie in zweiter Lesung beschloffen war. Es gehen 50% ans Reich, 40% an die Gemeinden und 10% an die Bundesstaaten. Als letzten Paragraphen beantragten die Sozialdemokraten noch einen §. 58, wonach mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes das Bündwarensteuergesetz außer Kraft tritt. Der Antrag wurde abgelehnt. In namentlicher Abstimmung wurde damn das Zuwachssteuergesetz mit 199 gegen 98 Stimmen bei 20 Enthaltungen angenommen. Dagegen stimmten geschlossen die Sozialdemokraten, die Mehrheit der Volkspartei und Dr. Arendt( Reichsp.). Die Polen enthielten sich der Stimme. Damit ist das Zuwachssteuergesetz endgültig verabschiedet. 11ge Volkspartei lehnten ihn ab, da ber das Reich ftnanziell zu der Kronprinzenreise nicht herangezogen worden sei und ein solcher Wunsch des Reichstags finanzrechtliche Folgen haben könnte. Die Kronprinzessin wird in Kairo ihren Gemahl, der Mitte Februar von Kalfutta dort eintreffen wird, erwarten. Das kronprinzliche Paar wird dann gemeinsam die Heimreise antreten. Der Kronprinz hat, wie die„ Nationalzeitung" erfährt, die Eindrüde seiner Ostastenreise in einem Tagebuche auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers aufgezeichnet. Be sonderen Wert soll der Kaiser darauf gelegt haben, daß der Kronprinz seine wissenschaftlichen Erfahrungen schildere. Ueber eine parlamentarische Regierung in Deutschland äußerte sich der bekannte Berliner Historiker Professor Hans Delbrüd in einem Vortrage über„ Parteien und Parteiregierung", den er vor Berliner Studenten hielt, folgendermaßen:„ Wenn wir eine Parlamentsregierung hätten, so glaube ich taum, daß ein brauchbares Ministerium dabei herauskommen würde. Man wird mir Frankreich entgegenhalten, das heute von Börsenmaklern und morgen von jemand anders regiert wird. Der Unterschied ist eben der, daß die Franzosen 1870 besiegt worden sind, und daß wir gesiegt haben. Die eigentliche politische Macht ist bei uns das Offizierkorps, über das man fein parlamentarisches Regiment setzen fann. Ein solches Regiment ist aber auch wegen der Anzahl der Parteien unmöglich." Dann wurde in Fortsetzung der Debatte von Montag weiter über die Petitionen auf Aufhebung des Impfzwan= ges verhandelt. Während von Rednern verschiedener Parteten dieser Wunsch oder wenigstens die Einführung der Gewissensflaufel nach englischem Muster( Erlaß der Impfung bei Erklärung, daß man sie mit seinem Gewissen nicht. vereinbaren tönne), ferner auch die Entschädigungspflicht bet Gesundheitsschädigungen infolge der pfung befürwortet wurde, gab die Regierung feine abschließende Erflärung ab, wandte sich dagegen sehr nachdrücklich gegen den Vorwurf, daß die Anwendung eines 3wanges zur Impfung durch die Polizeiorgane zu dem Geiste und dem Wortlaut des Impfgesetzes in Widerspruch stehe. Die Zwangsbefugnis folge vielmehr aus der Formulierung und ganz unzweideutig jedenfalls aus der Entstehungsgeschichte des Gesetzes. Irgend ein Beschlns kam nicht zustande.. Die nächste Sibung wurde erst für Montag anberaumt. Man wird sich dann über das Gerichtsverfassungsgesetz in zweiter Lesung unterhalten, auch die Interpellatton über die Ueberschwemmung des deutschen Geldmarktes mit ausländischen Aktien wurde auf die Tagesordnung gestellt. bei Nordhausen geborene Schreiner Christoph August Knabe, der seit 1867 in Zweibrüden( Rheinpfalz) anfäffig ist. Da seine Verwandten aber nichts mehr von ihm gehört hatten, ließen sie ihn vor 15 Jahren für tot erklären. Bu fälligerweise fam dieser Tage ein Zweibrückener nach Wolframshausen und lernte dort Verwandte Knabes fennen, durch die dann die Identität des angeblich Verschollenen festgestellt wurde. Der Aeroplan im Dienste der Reklame. Eine große Pariser Firma hat den Flieger Amant zu einm Fluge von Paris nach Lüttich engagiert. Der Flugbegleiter soll ums terwegs Reklamezettel auswerfen, was fedenfalls nicht zur Verschönerung der durchflogenen Landschaft bettragen wird. Ein reicher Säugling ist dem Bahnhofsvorsteher der fleinen spanischen Station Erustes in kostbaren Windeln in cinem Korbe gebettet von einem unbekannten Absender zugestellt worden. In einem in den Windeln versteckten Kouvert befanden sich 70 000 Mart in Papiergeld. Da der Bahnhofsvorsteher Junggeselle ist, stürmen ihm die Famt= Iten von Erustes das Haus, die den„ reichen Säugling" in Pflege nehmen wollen. Bemerkenswerte Ausführungen zum Modernisteneid machte bei der Etatsdebatte im württembergischen Land= tage der Kultusminister von Fleischhauer. Er betonte zunächst, daß nicht nur der Staat, sondern auch die tatholische Kirche ein großes Interesse daran habe, daß den Geistlichen die Fühlung mit dem geistigen Leben der Gegenwart nicht verloren gehe. Gegen den Zwangseid selbst habe die Regierung nichts tun können. Sollte aber für den Vollzug dieser Verfügung der weltliche Arm des Staates in Anspruch genommen werden, so behalte sich die Regierung alles weitere vor. Das Schreiben des Papstes an den Erzbischof von Cöln sei geeignet, die an sich schon gespannte Lage in bedauerlicher Weise zu verschärfen. Diese Verschärfung der Gegensätze, wie sie auf verschie= denen Gebieten zutage trete, dränge von selbst auf eine flare Auseinandersetzung im Sinne einer Trennung von Staat und Kirche. Ueber die Annahme des Wertzuwachssteuergesetzes hat sich der Abg. Weber, der während der langen Beratungen der Führer der nationalliberalen Fraktion in der Wertzuwachssteuerfrage gewesen ist, einem Mitarbeiter der „ Nationalzeitung" wie folgt geäußert:„ Nach langen, eingehenden Beratungen, die fast ein Jahr in Anspruch ge= nommen haben, ist das Wertzuwachssteuergesetz mit großer Majorität angenommen worden. Es ist dies der erste Schritt der direkten Heranziehung des Besizes durch ein Reichsgefeß, und als solcher daher vom Standpunkt des Liberalismus aus durchaus zu begrüßen. Wenn auch nicht zu vertennen ist, daß mit dem Gefeße zum ersten Male ein Schritt gemacht ist auf ein im allgemeinen moch nicht bekanntes Gebiet, so kann doch festgestellt werden, daß es vielfachen Bemühungen gelungen ist, die schwersten Härten der ursprüngItchen Vorlage zu beseitigen, so daß es insbesondere auch in der Zeit des Ueberganges, wenn auch vielfach einschnetdend in weitere Interessensphären, doch aller Voraussicht nach nicht ruinöß wirken wird. Das Erträgnis des Gesebes dürfte im Beharrungszustande ein ansteigendes sein, sofern nicht andere Umstände den deutschen Grundstücksmarkt beeinträchtigen, und vorausgesetzt vor allen Dingen, daß es gelingt, letzteren einen besseren Realkredit, speziell für zweite Hypotheken, zu beschaffen, als dies bisher der Zall war." Rundschau vom Cage Politisches. Im Schneesturm steden geblieben ist bei der russischen Station Schinertrta im Gouvernement Podolst ein Güterzug von 20 Wagen. Die Feuerung der Maschine wurde eingestellt, da der Kessel zu platzen drohte. Das Zugpersonal ist teilweise umgekommen. Zwet Bahnbedienstete sind erfroren, dret Schaffnern sind Hände und Füße abgefroren, sodaß ihre Amputation nötig wurde. Romantische Hochzeit eines Greises. Auf dem Sterbebette wurde der 82jährige Privatier Bartinger in Polling ( Oberbayern) mit seiner Haushälterin getraut. Der Verstorbene vermachte ihr sein bedeutendes Vermögen. Volksschullehrer als Schöffen. Zur 2. Beratung der Strafprozeßordnung haben die Abgg. Kreth und Dr. Hahn ( tons) im Reichstage den Antrag gestellt, die Volksschullehrer zu dem Amte eines Schöffen und Geschworenen zuzulassen. Die Strafprozeßkommission hatte, wie erinnerItch, beschlossen, sie zu diesen Aemtern nicht zuzulassen, weil regierungsseitig verschiedene Bedenken geäußert worden waren. Nach dem Beschlusse der Kommission sollen Volksschullehre nur als Schöffen bei den Jugendgerichten fungieren dürfen. Eine besondere Huldigung für den Kaiser plant das Cölner Handwerk gelegentlich des Kaiserbesuches Ende Mai, und zwar im Hinblick auf die unter seiner Regierung zustandegekommenen Handwerkergesetze und die Berufung eines Handwerkers, des Klempnermeisters Plate cus Hannover, in das Herrenhaus. Das gesamte Kölner Handwerk wird eine silberne Plakette prägen Tassen, die, neben dem Namenszuge des Kaisers, Wahrzeichen von Cöln und des Handwerks tragen wird. Eine besondere Deputation soll dem Kaiser die Plakette als Dank des Handwerks für seine Fürsorge überreichen. Aufregende Szenen spielten sich gestern in dem Hospital für ansteckende Kinderkrankheiten in Ealing in England ab. In einem Flügel, in dem zwanzig kleine Patienten an den Majern darniederlagen, war Feuer ausgebrochen. Als die Kinder den Feuerschein gewahrtem, bedurfte es der ganzen Autorität der Wärterinnen, um sie zu beruhigen., Als die Feuerwehr anlangte, war der brennende Flügel bereits geräumt. Verbrecherischer Anschlag eines Schülers auf seinen Lehrer. In Beverungen an der Weser war ein dreizehnjähriger Schüler von einem Lehrer gezüchtigt worden. Um fich zu rächen, kaufte der Knabe einen Revolver, ging in die Wohnung des Lehrers und gab auf diesen einen Schuß ab, ohne jedoch zu treffent. Der fugendliche Revolverheld wurde verhaftet. Das Geld für die Waffe hatte er seinem Vater gestohlen. Als der Vater von der Tat seines Sohnes hörte, wurde er vom Schlaganfall betroffen und starb bald darauf. In der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses wurde am Mittwoch inbezug auf Erkrankungen durch Genuß von Margarine von konservativer Seite hervorgehoben, daß viele Erkrankungen im ganzen Lande durch die von einer Firma in Altona gelieferte Margarine verursacht worden seien. Von der Regierung wurde erklärt, daß in Berlin vier Personen erkrankt selen, und daß das Untersuchungsamt für Nahrungsmittel sofort Untersuchungen angestellt habe, aus denen sich ergeben habe, daß von der erwähnten Fabrik ein früher zur Seifenfabrikation benutztes Fett verwandt worden sei. Dieses Fett sei nicht genügend erprobt und habe die Erkran= fungen verursacht. Es schwebten wegen der Erkrankungsfälle Untersuchungen wegen fahrlässiger Nahrungsmittelfälschung. Die Unterbrechung der Kronprinzenreise wurde auch in der gestrigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstags furz erörtert und dabei angeregt, der Kronprinz möge die deutschen Kolonien im Osten vor seiner Heimreise befuchen. Staatssekretär Tirpitz sprach sich zustimmend aus; wahrscheinlich sei ein Plan schon für spätere Zeit in Ausficht genommen. Nationalliberale und Reichspartei schlos= sen sich dem Wunsche an, Sozialdemokratie und FortschrittDer Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 22) Aus Furcht vor Strafe stürzte sich gestern ble 15 Jahre alte Tochter eines Darmhändlers aus Lichtenberg bet Berlin aus der im zweiten Stock des Hauses gelegenen Wohnung auf den Hof hinab. Das junge Mädchen sollte von seiner Mutter bestraft werden; in einem Augenblick des Alleinseins öffnete es das Fenster und sprang auf den Hof, wo es mit schweren inneren Verletzungen liegen blieb. Beim Transport nach dem Krankenhaus starb das Mädchen. Der russische Frontwechsel gab dem französischen Kriegsminister General Brun Anlaß, in einem Interview zu erklären, daß die russisch- französische Allianz tatsächlich nicht mehr existiere, da die russische Armee die Front gewechselt habe. Es wäre nicht richtig, sich darüber Jllu= sionen zu machen; das russische Heer habe künftig nicht mehr die Mission, die Westgrenze zu verteidigen, sein eventueller Gegner sei sicherlich nicht Deutschland. Eine Zuversicht erfüllte Jegor, daß es dem Scharfsinn bes Detektiven gelingen würde, seine schwierige Aufgabe glänzend zu lösen. In den wenigen Tagen, die der junge vornehme Russe noch in Luzern blieb, verkehrte er viel mit Häuserling, der ihm einige Kriminalfälle erzählte, bei denen sein Neffe den schönsten Erfolg erzielt hatte. Am Tage vor seiner Abreise besuchte der Graf noch einmal das Grab Andrei's, des treuen Dieners, der für die Familie der Wallutjeffs den Tod erlitten hatte. Jegor legte einen schönen Kranz auf dem Hügel nieder und betete lange und inbrünstig für die Seelenruhe des Toten. Später sollte ein Marmorkreuz seinen Namen tragen; ein Steinmetz hatte bereits den Auftrag erhalten. Häuserling versprach, für die Pflege des Grabes zu sorgen, unter dessen Rasen der Russe schlief, fern von der Heimat, aber steis nah dem dankbaren Gedenken seines Herrn und seiner jungen Gemahlin. Kleine Nachrichten. Der Reichspostverkehr nach China und nach Kiantschon über@ibirien ist wegen der Bestepidemie in China eingestellt worden. Nun sitzt Jegor Wallutjeff im Zuge. Er hat sich von Häuserling, der ihn zum Bahnhof begleitete, herzlich verabschiedet. Ein 12jähriger Brandstifter und Selbstmörder. In der Nacht zum Mittwoch gegen 12 Uhr brannte in Wülfel bet Hannover ein in der Feldmark aufgebauter Strohdiemen nieder. Su gleicher Zeit wurde auf dem Staatsbahnglets der 12 Jahre alte Sohn einer in Wülfel ansässigem Familie überfahren. Auf einem bei der Leiche befindlichen Zettel bezichtigte sich der Knabe der Brandstiftung. Die Zarenfamilie begibt sich im August nach der Krim. Das im Bau begriffene neue Schloß in Livadia, das über hundert Zimmer enthalten wird und an dem 3200 Arbetter beschäftigt sind, wird bis dahin fertig gestellt sein. Nach vor 15 Jahren erfolgter Todeserklärung lebend aufgefunden wurde der im Jahre 1842 in Wolframshausen Als bei Zürich der lange Tunnel kommt, denkt der Graf mit Grausen an den schrecklichen Mord Andreis. Vielleicht wurde hier die abscheuliche Tat verübt. Wallutjeff Schaudert. Seine starke Hand ballt sich, er möchte den Mörder fassen ihn der strafenden Gerechtigkeit ausliefern. Aus den Gerichtssälen. rermeifter Beuge wird fter war R fter, die der ten hatte. Heiratsfaut folle daß Ordnung. del. Er wa außerdem f Italien legten Räub italien; bor Lehte Nacht hofe Potenz von 12 Bem bunden und Batete aus feinen Geffe Darmerie if Von ei Aus Straßb tigteit hat then getötet milie unter die Mutter, Tochter. Gi die Brust ge fen, fo geto Laidenmeffe ne Nedere eine unglüd Der schnell des Mädchen Krantenwag teits tot. Auswan enbund der delung und Gut und B jur Aufgabe ben, vorzügl Dienststellun lonialen Fr chaft freie 2 jährigem Ko hen Famili fürwortung Monatslohn legten Jahr Zum Meineidsprozeß gegen Schröder und Genossen. Das Bild von dem verstorbenen Gendarmen Münter, dem Hauptbelastungszeugen, das die Gerichtsverhandlung in Effen ergibt, ist ein sehr unerfreuliches. Von Kollegen wie von Fernstehenden wird er in einer Weise gezeichnet, die den Gedanken geradezu aufzwingt, er habe mit seinen damaligen Aussagen ein frivoles Spiel getrieben. So schilberte ihn sein früherer Oberwachtmeister, zu dessen Beritt in Herne er gehörte: Im allgemeinen wollte man nichts von ihm wissen, er benahm sich wie ein Löwe unter einer Herde Schafe. Man glaubte ihm nichts. Er konnte gemacht haben, was er wollte, nach seinen Berichten hatte er immer recht. Es kamen auch Anzeigen über dienstliche Ueberschreitungen, aber er wußte alles so zu drehen, daß die Sache für ihn günstig war. Da sich die Anzeigen wiederholten, kam ich schließlich zu der Ansicht, daß doch die Anzeigenden recht hatten. Er hetzte die Kameraden auf und fühlte sich hocherhoben. Er renommierte mit seinen früheren Stellun= gen und mit seiner Garde- du- Corps- Vergangenheit. In der gestrigen Situng erklärte der Verteidiger der Angeklagten Rechtsanwalt Niemeyer: Es sind mir eine große Zahl Briefe zugegangen, in denen mir weitere Fälle der angeb= lichen Verleitung zum Meineid durch Münter mitgeteilt werden, ja auch von falschen Eiden, die Münter geschworen haben soll. Ich will in dieser Richtung jetzt noch keinen Antrag stellen, sondern warte die Stellung der Staatsanwaltschaft ab. Ein Brief ist aber jetzt schon von Beden= tung. In ihm befindet sich die Mitteilung, daß Münter, als er sich einmal in vertrautem Kreise glaubte. zugegeben hat, er habe damals Schröder einen Stoß ins Genick gege= ben, daß er gemug hatte. Ich benenne hierfür den Tapezie= Morgen mußt Du Dich besser in der Gewalt haben; uns steht ein ernster, trauriger Tag bevor. Alle unsere Nachbarn werden zur Beerdigung unserer teuren Mutter kommen. Vergiß nicht, daß Du die Gräfin Wallutjeff bist, die sie würdig empfangen muß." fangen; sie sind zu bewegt, um Worte zu finden, sie fühlen nur, daß sie sich innig lieben und in Freud und Leid einander angehören. „ Geduld," denkt der Graf,„ Gott ist gerecht, der Uebeltäter wird seiner Strafe nicht entgehen." Trotz der vorgerückten Stunde erzählte Jegor seiner Frau alles, was sich zugetragen hatte. Maria hörte aufmerksam zu, aber dazwischen ruhten ihre Blicke ängstlich auf einem großen Delbilde gerade ihr gegenüber. Es stellte die Urahne Jegor's vor, jene Ljuba Gawrilowna Wallutjeff, die den Schmuck von der Kaiserin Katharina erhalten, mit der sie eine Jugendfreundschaft verbunden hatte. Nach vielen Reisetagen traf Graf Wallutjeff abends in Walkowa ein. In der düsteren Halle des großen Schlos= Jes tritt ihm eine schwarze Frauengestalt in wallenden Crepeschleiern entgegen. Es ist Maria, die schon einen Tag früher eingetroffen war. Ihr Gatte ist freudig überrascht, sie zu sehen. Lange halten sie sich sprachlos um,, O, warum mußte die Zarin jene düstere Prophezeiung an ihr Geschenk knüpfen? Würden die Worte der hohen Frau sich abermals erfüllen? Sollte dem Urenkel und seinem Hause Gefahr drohen?" So dachte Maria voll Sorge und sie schmiegte sich fester an des Gatten Brust. ,, Wie Du zitterst, mein Seelchen," sagte Jegor besorgt. ,, Hast Du Dich auf Deiner langen Reise erkältet?" - ,, Nein, lache mich nicht aus, ich ich fürchte mich," gab Maria zurück.„ Eben war es mir, als habe Ljuba Gawrilowna ein böses Gesicht gemacht, o, gewiß ist es eine schlimme Vorbedeutung." In diesem Augenblick drang ein klagendes Geheul aus dem Walde zum Schloß herüber. ,, Was ist das?" fragte Maria erschreckt ,,, ist es der böse Geist, der im Walde hausen soll? Wie unheimlich ist hier alles." Aber beruhige Dich doch, mein Täubchen," schalt Wallutjeff ,,, es sind die Wölfe. Der Kutscher sagte mir, daß sie dieses Jahr sehr dreist geworden seien und ihr Unwesen selbst in der Nähe des Schlosses trieben. Ehe wir abreisen, will ich ihnen eins auf den Pela brennen." „ Ich will es, Dir zu Liebe, mein teurer Jegor," versprach Maria. ,, Tue es nicht," bat Maria zitternd ,,, es könnte Dir ein Unglüd zustoßen. Ich ich ertrüge es nicht." Sie gingen zur Ruhe. Aber als der Graf schon fest schlief, wachte sie noch lange; ihre erregten Nerven ließen sie nicht die Wohltat des traumlosen Schlummers finden. Schlich es nicht unheimlich im Schloß umher? Seltsam knadende Geräusche drangen an das gespannt lauschende Ohr der jungen Frau; das Rauschen einer schweren Brokatschleppe schien an der Tür inne zu halten. Ljuba Gawrilowna hatte solche golddurchwirkte Roben als Palastdame ihrer kaiserlichen Gönerin getragen. Bebend zog Maria die Decke höher, aber das unheimliche Geheul der Wölfe ließ sie von neuem aufhorchen So lag sie fast die ganze Nacht hindurch wach in den seidenen Kissen, das Herz voll banger Vorahnung. Erst gegen Morgen schlief sie ein. Aber auch dann quälten sie Träume, die sich mit der Wirklichkeit verschmolzen und sie immer wieder aus kurzem Halbschlummer aufweckten. Müde und zerschlagen erhob sie sich von ihrem Lager. ,, Wie nervös Du geworden bist!" sagte Jegor besorgt, ,, ich hoffe, es ist nur die Ermüdung infolge der Reise. Mit Besorgnis ruhte ihres Mannes Auge auf ihrem blassen Gesicht. Im Alter von 15 Jahren hatte Maria Nikolajewna das Nervenfieber gehabt. Sie schwebte damals in höchster Lebensgefahr. Lange Zeit befand ste sich in einem völlig apathischen, schwermütigen Zustand, der die Aerzte besorgt machte. Sie sagten Lisaweta, daß das Nervensystem ihrer Tochter sehr zart sei, und daß jede Aufregung ihr schaden könne. Die Jugendkraft siegte je= doch über die Krankheit; Maria erholte sich langsam. Sie verbrachte mit ihrer alten Gouvernante ein Jahr fern von Moskau, wo ihre Eltern damals noch lebten. der stärkenden Bergluft der Alpen schwand jede Spur von Krankheit. ( Forts. folat.) In Süden des inter Leitur lendet er je heim aus p bungen find Kolonialges Was vo der Kieler Zeuge vern iemals ein Kenntnis d iußerte der it der Zeit leistet habe. Lod) nie ein Der fal wird, hat e mit dem ver ern große G mor, Tolstoi ihn nur tot Tode verurt witte, daß i Ein för Tiden Staat fcierlichen 2 fündigt und bem Bolte 3 al verfallen Gefährte, Ser Raroffe auszubieten penden Bru einer der g den die Wa lich fahren Darin zur d) das fa Eine G e's Londo verstorbene den Chema b die Tot Der Manu haltsamteit llgemeines Fetragenden im Laufe i 12000 Mar Draper veri habt, immer und feien a Leinen Bern Frantung de einen Berdi sight weiter Mügte ihm, mangel flag plöglich tra cut Pennnip tag für Ar Baunen erja ffneten Spe baben verfüg Ein Du Bingitbeweg ung einem einen neuen Dite Gnbom wegung ang ihlachten u gen. Nur n Augenblid Schutz. De bee abtam 0 Hit. Ort en, en Lam chwab Be on Ms ur d. er in er en r= de r= nd It, e= tg t al 16 Ent 11. er It. e= It m 18 18 m RES re Y's h- id It 6. 18 er et en 18 te el # 1. It in Die Die 0= ilitt ts er dit er et= he 11, ent ich 11= Der ent hl b ilt en en 11= er, ent Je= ic= 115 ch= m= ift, er= eft gen ent. וב hr at= rime ria Sife nze oll ber Feit M= on cem ria dafte nd, Дав ede je Sie ern In rermeister Krause aus Charlottenburg als Zeugen. Dieser| Beuge wird Freitag geladen. Zeuge Bureauvorsteher Köfter war Revisor der Kaffe der Gendarmeriebrigade Münster, die der damalige Rechnungsführer Münter zu verwal ten hatte. Bei einer unerwarteten Revision fehlten zwei Heiratsfautionen zu je 300 Mart. Ich fagte Münter, er solle das Geld beschaffen. Die Kasse war später auch in Ordnung. Münter führte einen leichtsinnigen Lebenswandel. Er war immer unheimlich mit seinem stechenden Blick, außerdem fehlte ihm wohl auch der sittliche Halt. Vermischtes. Italienische Banditen. Kürzlich wurde der Tod des letzten Räubers auf Sardinien gemeldet. Anders in Süditalien; dort blüht das Banditenunwesen nach wie vor. Letzte Nacht wurde der Postwagen, der von dem Bahnhofe Potenza nach der Stadt fährt, auf dem kurzen Wege von 12 Bewaffneten überfallen. Der Kutscher wurde ge= bunden und gefnebelt. Dann wurden die Wertbriefe und Batete ausgeräumt. Hierauf wurde der Kutscher von seinen Fesseln befreit und mußte weiter fahren. Die Gendarmerie ist den Banditen auf der Spur. Von einem Studenten durch Unvorsichtigkeit erstochen. Aus Straßburg wird geschrieben: Durd) große Unvorsichtigkeit hat gestern abend ein Student ein junges Mädchhen getötet. In der Wohnung einer befreundeten Familie unterhielt er sich mit der Tochter. Plöglich hörte die Mutter, die im Wohnzimmer war, einen Schrei der Tochter. Sie sprang herbei und sah, daß ihre Tochter in die Brust gestochen war. Der Stich soll, wie die zwei sagten, so getommen sein, daß, während der Student sein Taschenmesser in der Hand hielt, er und das Mädchen in eine Neckerei geraten waren, in deren Verlauf es durch eine unglüdliche Bewegung zu dem Stich gekommen war. Der schnell herbeigerufene Arzt ordnete die Ueberführung des Mädchens nach dem Spital an. Bei der Ankunft des Krankenwagens im Spital war das Mädchen jedoch bereits tot. Auswanderung nach Deutsch- Südwestafrika. Der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, der sich die Besiedelung und Deutschwerdung unserer mit großen Opfern an Gut und Blut erworbenen Kolonie Deutsch- Südwestafrika zur Aufgabe gemacht hat, vermittelt tüchtigen jungen Mädchen, vorzüglich solchen, die vom Lande stammen, häusliche Dienststellungen. Die Mädchen erhalten auf Antrag des kolonialen Frauenbundes von der Deutschen Kolonialgesellschaft freie Ausreise in der 3. Schiffsklasse, und nach zweijährigem Kontrakt die freie Rückreise; sie werden nur solchen Familien vermittelt, die mit ihrem Gesuche eine Befürwortung des Kaiserlichen Gouvernements einreichen. Der Monatslohn beträgt in der Regel 50 Mart. Im Herbst des lekten Jahres hat der Frauenbund in Keetmanshoop, im Süden des Schutzgebietes, ein Heimatshaus eröffnet, das unter Leitung einer tüchtigen Oberin steht. Dorthin ent sendet er jetzt einen Teil seiner Bewerberinnen, die vom Heim aus passende Stellungen im Lande finden. Bewerbungen sind zu richten an den Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, Berlin W 9, Botsdamerstraße 134. Was vorkommen kann! In einer der letzten Sigungen der Kieler Straffammer wurde ein fast Achtzigjähriger als Zeuge vernommen. Dabei stellte sich heraus, daß er noch niemals einer Gerichtsverhandlung beigewohnt und keine Kenntnis davon hatte, was ein Eid bedeute. Daraufhin äußerte der Vorsitzende, der Zeuge werde doch gelegentlich in der Zeitung gelesen haben, daß jemand einen Eid geleistet habe. Der Alte erwiderte, er habe in seinem Leben noch nie eine Zeitung gelesen! Der falsche Tolstoi. Wie aus Petersburg gemeldet wird, hat ein abenteuerlustiger Bauer seine Aehnlichkeit mit dem verstorbenen Tolstoi dazu benutzt, von den Beuern große Geldsummen zu erschwindeln. Er redete ihnen vor, Tolstoi sei gar nicht gestorben, die Zeitungen hätten ihn nur tot gesagt, um ihn, der von den Gerichten zum Tode verurteilt worden sei, zu retten. Er sei Tolstoi und bitte, daß ihm Jaßnaja Poljana erhalten bleibe. Ein föniglicher Wagenpark zum Verkauf. Die herrlichen Staatsfarossen, in denen die Könige Portugals bei fcierlichen Anlässen, von prunkvollen Vorreitern ange= fündigt und von einer glänzenden Suite umgeben, sich dem Volke zeigten, sollen nun einem sehr prosaischen Schicksal verfallen. Die jezige Regierung hat beschlossen, diese Gefährte, die zum Teil sehr alt sind und Wunderwerke der Karosseriekunst darstellen, öffentlich zum Verkaufe auszubieten. Der Park dieser von Gold und Glas glänzenden Prunkwagen steht jetzt zum letztenmale vereint in einer der großen Stallungen des Palastes. Bald werden die Wagen in alle Winde zerstreut sein. Wahrscheinlich fahren dann die amerikanischen Dollarprinzessinnen darin zur Hochzeit. Die portugiesischen Könige werden sich das kaum haben träumen lassen. Eine Sparkünstlerin. Als der Totenschaurichter eines Londoner Vororts die Todesursache einer plötzlich verstorbenen Frau Anni Draper feststellen sollte, fragte er den Ehemann, den Angestellten einer Omnibusgesellschaft, ob die Tote gelegentlich dem Alkohol zugesprochen habe. Der Manu verneinte und führte als Beweis für die Enthaltsamkeit seiner Lebensgefährtin eine Tatsache an, die allgemeines Erstaunen erregte. Von dem etwa 130 Mf. betragenden Monatsgehalt ihres Gatten hatte die Frau über im Laufe ihrer 28jährigen Ehe ein Kapital von 12 000 Mark zusammengespart. Dabei hätten sie wie Draper versicherte stets gut und reichlich zu essen ge= habt, immer pünktlich ihre Miete und Steuern gezahlt Von seinem und seien anständig angezogen gegangen. Fleinen Vermögen hatte der Mann übrigens bis zur Erfrankung der Frau teine Ahnung. Er übergab ihr stets seinen Verdienst bis auf wenige Mark und kümmerte sich nicht weiter darum, was seine Anni damit tat. Es genügte ihm, daß sie ihn gut versorgte und nie über Geldmangel flagte. Als nun vor wenigen Tagen die Frau plötzlich frank wurde, begab er sich nach ihrer Weisung zur Pennysparbank, um von ihren Ersparnissen einen Betrag für Arzt und Medizin abzuheben. Zu seinem Erstaunen ersah Draper aus dem erst im Bankbureau_ge= öffneten Sparbuch, daß seine Frau über ein großes Guthaben verfügte. Die Zinsen waren nie abgehoben worden. Ein Opfer religiösen Wahnsinns. Die sogenannte Pfingstbewegung, die die hinterpommersche Landbevölkerung einem religiösen Wahnsinn in die Arme treibt, hat einen neuen Fall gezeitigt. In dem bei Köslin gelegenen Drte Sydow überfiel ein Mann, der sich der Pfingstbewegung angeschlossen hatte, seine Ehefrau, um sie zu schlachten und dem Gott der Sette als Opfer darzubringen. Nur nach hartem Kampfe konnte die Frau im letzten Augenblick entfliehen und suchte bei der Kösliner Polizei Schutz. Der Ehemann aber, der nicht von seiner Wahnidee abkam, daß er ein Opfer brinden müsse, begab sich in den Stall und begnügte sich mit einem Kalb, das er] schlachtete und opferte. Die Polizei hat inzwischen die rötigen Schritte in die Wege geleitet und sich an die Aufsichtsbehörden gewandt, damit diese endlich ernsthafte Schritte gegen das Umsichgreifen der Gefte treffe. Ein falscher Huttanus. In große Verlegenheit wurde ein in Neuwied eingetroffener Fremder durch einen Neuwieder Bürger gebracht, der ihn mit den Worten:„ Guten Morgen, Herr Huttanus!" am Bahnhof anredete. Huttanus nennt sich bekanntlich jener Bonner Telegraphenassistent, der nach Unterschlagung von 130 000 Mart flüchtete und auf dessen Ergreifung 1000 Mart Belohnung ausgesetzt sind. Diese Begrüßungsworte wurden von einem jungen Manne gehört, der alsbald die Polizei verständigte, worauf drei Polizisten dem Verdächtigen nachspürten, die Ausgänge eines Restaurants, in das der tatsächlich Huttanus ähnlich se hende Fremde eingefehrt war, besetzten und ihn schließlich festnahmen. Glüdlicherweise besaß der Herr einen Bekannten in Neuwied, der ihn sofort legitimierte, so daß seine Freilassung sofort erfolgte. Fürst Hendel von Donnersmard und sein Vertrauensmann. Man schreibt der„ Tgl. Rosch.": Großes Aufsehen macht in Schlesien der Konflikt, der zwischen dem Fürsten Hendel v Donnersmard und dem früheren Regierungsrat Glazel, seinem Vertrauensmann, in dessen Händen die oberste Leitung der fürstlichen Vermögensverwaltung lag. ausgebrochen ist und bereits das Gericht beschäftigt. Glazels Einfluß war sehr bedeutend, und zwar umsomehr, als er im guten, streichelte und liebtofte ihn unter em Kinn, dann wandte fie Mittel an, auf die ander eheinänner sehr deutlich zu reagieren pflegen, fie lie Boie Suppe aubrennen, streute Salz in feinen Kaffee, und als das nichts nupte, legte sie Reißnägel auf seinen Stuhl. Aber auch dann re dete der Mann nicht, sondern ließ höchstens durch eine Kopfbewegung erkennen, daß ihm die Bemühungen seiner Fran doch nicht ganz entgangen wären. Die Aussagen der Frau erschienen den Richtern übertrieben, aber sie brachte eine Reihe von Zeugen vor, die bestätigten, daß er der sparsamste Mensch in der Welt mit seinen Worten sei". Da fahen die Richter ein, daß die Frau recht hatte, und gaben ihrem Klageantrag statt. Dieser schönen Geschichte fügt die englische Zeitschrift, in der wir sie lesen, eine andere hinzu, in der ein Phonograph als Hauptzeuge in einem Ehescheidungsprozeß auftritt. Mrs. Hollum in Newark wollte geschieden werden, weil ihr Mann ihr untreu geworden war. Ihr Gatte hatte, so behauptete fie, einen leidenschaftlichen Gefühlserguß an eine junge Dame in einen Phonographen gesprochen, der danu vor die Tür der angebeteten gesetzt wurde, um ihr die nicht unwillkommenen Liebesschwüre immer wieder herzusagen. Der Gatte und die junge Dame, die das Ziel seiner Sehnsucht sein sollte, stellten entrüstet jede Schuld in Abrede, aber Mrs. Hollum hatte den Phonographen ind die Walze in ihren Besitz gebracht und stellte ihn nun vor den Richtern auf: die Worte, die nun dem ehernen Munde ertströmten, waren so beweiskräftig, daß die Anflägerin ohne weiteres ihren Prozeß gewann. fehr bald in die Verwaltung zahlreicher Geſellſchaften ge Schwere Dynamiterplosion in Neunort. wählt wurde, an denen der Fürst interessiert war. Er galt allgemein als die rechte Hand des Fürsten, der ihm großes Vertrauen schenkte. Wie nun die Kattowißer Zeitung" berichtet, trat Herr Glaẞel sehr scharf auf, und zwar auch gegenüber alten fürstlichen Beamten. Darüber hätten sich diese beim Fürsten beschwert und der Fürst zu ihren Gunsten interveniert. Da soll der frühere. Regierungsrat auch dem Fürsten scharf geantwortet und solche Intervention zurückgewiesen haben. Daraus sei der Konflikt entstanden, in dessen Verlauf jener seine Entlassung erklärte. Der Fürst habe ihn halten wollen, aber nichts erreicht. Herr Glazel sei nun ersucht worden, freiwillig die Aufsichtsratsstellen in den fürstlichen Gesellschaften niederzulegen; das habe er abgelehnt, worauf rasch hintereinander bei den betreffenden Gesellschaften außerordentliche Generalver= sammlungen einberufen worden seien, um Herrn Glatzels Absetzung auszusprechen. In unterrichteten Kreisen glaubt man, daß weitere Auseinandersetzungen aus diesem Kon= flikt entstehen werden. Erlebnisse eines Hamburgers in der französischen Frem dentegion. Im November 1908 verließ ein junger Tischlergeselle K., der als Knabe vom Hamburger Waisenhaus nach Neeze bei Lüneburg gekommen war, seinen Lehrort. Er wandte sich nach Paris und im Handumdrehen war er für die französische Fremdenlegion angeworben. Zwölf Tage später befand er sich bereits im Innern Afrikas. Da ihm das Leben der Fremdenlegion aber gar nicht behagte, beschloß er schon nach sechs Wochen zu desertieren, nachdem er noch ein paar Wochen vorher einer mißglückten Massendesertion deutscher und österreichischer Fremdenle= gtonäre aus seinem Regiment teilnahmslos gegenübergestanden hatte. Zusammen mit einem Kameraden entfernte er sich am 3. Januar 1909 aus feiner Garnison. Nach dreitägiger Wanderung durch unbekannte und unwirtliche Gebiete Algiers, bet der sie empfindlich unter Hunger und Kälte zu leiden hatten, stellten sie sich wieder der Behörde. Während K. wegen Verkaufs feiner Kleidung mit ½ Jahr Festung davonfam, erhielt sein Kamerad zwei Jahre Festung. Nach verbüßter Strafe wurde er in ein anderes Regiment eingereiht. Aber auch hier ließ ihm die Sehnsucht nach der deutschen Heimat keine Ruhe. Er machte einen zweiten Fluchtversuch, der, wenn auch unter großen Schwierigkeiten glückte. Sein Verschwinden war nämlich bald entdeckt und die Verfolgung aufgenommen worden, an der sich auch die Eingeborenen gern beteiligen, da ihnen von den Behörden für die Ergreifung eines Deserteurs Prämien zugesichert sind. In diesem Falle nüßte das glücklicherweise nichts. K. kamt schließlich an einen Fluß; er ent= ledigte sich seiner Kleidung, band sie sich auf den Rücken und durchschwamm den Fluß. Vor seinen Verfolgern, die am User standen, tauchte er unter. Sie sandten ihm zwar noch einige Schüsse nach, die ihn aber nicht trafen. So kam er endlich auf spanisches Gebiet und durch Vermittelung eines deutschen Konsuls nach Deutschland zurück. Jezt genügt er seiner Militärpflicht in Flensburg- Im allgemeinen ist der Hamburger noch glimpflich weggekommen, den meisten ergeht es in der französischen Fremdenlegion schlimmer. Immer wieder muß es jedem Deutschen zur Pflicht gemacht werden, junge Leute vor dem Eintritte in die Idemdenlegion zu warnen. Ein Deutscher muß sich doch wahrlich selbst für viel zu gut halten, als daß er sich an die framzösischen Soldatenschinder verkauft, ganz abgesehen davon, daß es, patriotisch genommen, eine Nichtswürdigkeit ist. In der Verlegenheit. Dem Herrn Nat hat der Arzt streng das Biertrinken untersagt. Trotzdem kann er es nicht unterlassen ab und zu einen Seitensprung zu machen; er schickt dann sein Faktotum, den alten Friedrich, dem natürlich strengstes Stillschweigen gegenüber der Gemahlin des Vorgesetzten zur Pflicht gemacht worden ist, heimlich zu dem nahegelegenen Hirsch". Eines Tages wird der Vertraute aber doch von der Frau Rätin, die ihren Mann besuchen will, auf dem Korridor erwischt und gestellt:„ Was haben Sie denn da unter dem Mantel, Friedrich?" fragt sie mißtrauisch. Friedrich: Dös, dös is a' Amtsgeheimnis, Frau Rätin!" Wissenschaft. Kunst und Literatur. Die Rekonstruktion eines römischen Prachtschiffes. Die diesjährige Jubiläumsausstellung in Rom wird neben anderen„ Clous" auch die Rekonstruktion eines großen römitschen Prachtschiffes bringen. Auf einem 13 000 Quadratmeter großen Wasserbecken wird das 100 Meter Iomge und 25 Meter breite Schiff schwimmen, das auf den verschiedenen Decks eine Arena für Sport und Tanz, ein griechischrömisches Theater und schließlich in einem Tempel der Venus und Roma- ein großes Restaurant beherbergen wird. The Ausführung wird in Holz, Eisen und Zement geplant. Nach Schluß der Ausstellung soll das Schiff nach Monte Carlo gebracht werden. Weshalb man sich scheiden läßt. Weil ihr Gatte so schweigsam war, reichte eine Mrs. Blickensdorf in Neujersey in den Vereinigten Staaten die Scheidungsklage gegen ihn ein. Zunächst erschien den Richtern die Begründung sehr merkwürdig, aber die genauere Aussage zeigte, daß die Frau in der Tat einige Gründe zur Beschwerde hatte. Seit seiner Hochzeit hatte der Mann jahrelang kaum ein Sterbenswörtchen dem Gehege seiner Zähne entfliehen lassen." Im Sommer." so flagte die Frau, fißt er den lieben langen Tag im Hofe, so still und schweigsam, als wäre er eine Holzfigur; und im Winter sett er sich dicht an den Ofen, brennt Holz und Kohlen, die ich herzutrage, sagt dazu aber kein Wort. Vor seiner Verheiratung konnte mein Gatte fließend prechen, wenn er auch niemals das war, was man einen geborenen Redner nennen könnte." Die unglückliche Frau hatte alles mögliche versucht, ih= ren Gatten zum Reden zu bringen; erit versuchte sie es Biele Tote und Verwundete. Aus Nenyort meldet der Draht: Als gestern eine größere Menge. Dynamit an der Wafserseite von Jersey aus einem Güterwagen in ein Boot itm geladen wurde, erfolgte eine furchtbare Explosion, welche erdbebengleich das Finanzviertel und das Wolkenkratzerviertel Neuyorks erschütterte und in weitester Umgebung Gebäude crzittern machte. Die Baulichkeiten auf der Einwanderungsinsel wurden beschädigt. Die größte Panik entstand in der unteren Stadt. Minuten lang stockte der Geschäftsverkehr an der Börse und in den Banken. Tausende von Fensterscheiben wurden durch den Luftdruck zerstört. Die Zahl der Toten wird bisher auf 25 angegeben, die Zahl der Verletzten geht in die Hunderte. Verschiedene Personen wurden in den Hudson geschleudert. Der Schauplatz der Explosion bietet ein Bild großer Verwüstung. Durch die Explosion im Hafen wurden zahlreiche Personen in den Fährbooten verletzt. Das Boot, in welches das Dynamit verladen wurde, und ein anderes wurden zerstört. Aus den Wolfenfratern stürzten die Menschen auf die Straßen, welche bald unpassierbar wurden. Es sind die wildesten Gerüchte im Umlauf. Die Krankenhäuser in Jersey City sollen überfüllt fein. Ueber die Ursachen der Explosion wird gemeldet: 0 Renyork, 2. Februar. Die Leute, die mit dem Ausladen des Drnamits beschäftigt waren, ließen die 50 Pfund schweren Kisten eine schiefe Ebene hinabgleiten, zu deren Seite andere Arbeiter aufgestellt waren. um die Kisten zu führen und dadurch ein gefährliches Abrutschen zu verhüten. Wahrscheinlich hat einer der Leute die Gewalt über eine der herabrutschenden Kisten verloren. Neuere Telegramme melden: 6 Neuyork, 2. Februar. Die Gewalt der Explosion war entsetzlich. Der Schlepper, auf dem das Dynamit lagerte, mit elf Mann Besabung wurde in Atome zerrissen, so daß nicht die geringste Spur geblieben ist. 14 Arbeiter, die gerade frühstückten flogen in weitem Bogen in den Fluß und sind alle ertrunken. Auch viele andere ins Wasser geschleuderte Personen famen in den Fluten um. Alle Boote und Bahnzüge nahe der Explosionsstelle wurden gewaltig erschüttert. Alle Scheiben sind zertrümmert, sv daß der Glasschaden allein auf eine Viertel Million geschätzt wird. Durch Glassplitter wurden viele Personen verletzt. Die Gesamtzahl der Verletzten beträgt über tan: send. Unter den Einwanderern auf Ellis Island brach eine Panik aus, da sie glaubten, die ganze Insel gehe unter. Frankfurt a. M., 2. Februar. Der Franff. 3tg.' wird über die Erplosion aus Neuvorf noch gemeldet: Die Explosion ist die furchtbarste, die sich je in diesem Landes teile ereignet hat. Die Totenliste weist jetzt über 30 auf Die Verletten zählen nach Tausenden. Außer dem Schlep per Catherine" wurden ein Leichter und acht Mann auf demselben in Stücke zerrissen, andere kleinere Boote zer: trümmert und die Insassen getötet. Viele Lebende und Tote trieben auf dem Hudson. Nach der Katastrophe sak man zwischen den meilenweit verstrenten Schiffstrümmern zwei Maststücke, das war alles, was von der„ Catherine übrig geblieben war. Ein kleiner Schlepper flog buchstäblich aus dem Wasser. Alle größeren Uhren in der ganzen Nachbarschaft blieben stehen. Zur Zeit der Explosion strömten aus den Fabriken zum Mittagessen die Arbeiter Viele Frauen wurden von panikartigem Schrecken erfaßt; viele stürzten, und verletzten sich. Einem Manne, der ge rade rasiert wurde, durchschnitt der Barbier beim Sturze den Hals. Die wildesten Gerüchte liefen anfangs in Neuyork um. Alle Geschäfte an der Börse und in den Banker wurden zeitweise suspendiert. Hunderte von Frauen wurden ohnmächtig. Die Hospitäler der Neuvorfer Unterstadt sind sämtlich überfüllt. Die Liste der Opfer wächst stündlich. Drabtnachrichten und neuestes. Lebensmüde. Berlin, 2. Februar. In einer Pension in Wilmers. dorf vergiftete sich gestern abend der 50jährige Apotheker Bittor Dorn mit Zyanfali. Dorn soll die Tat wegen mißlicher Vermögensverhältnisse begangen haben. 0 Leipzig. 2. Februar. Seit gestern ma mittag wird der Kreisgerichtsrat Eberhard Weller vermißt. Man nimmt an, daß er seinen Tod in der Pleiße gefunden hat. da man feinen Mantel am Ufer des Flusses auffand. Der Vermiste hat gestern noch an drei Verhandlungen teilgenom men, in denen er Referate erstattete. Eine ganze Familie von Näubern ermordet. Petersburg, 2. Februar. In Kraßnojarsk wurde die aus acht Personen bestehende Bauernfamilie Kondratjeiw von Räubern ermordet. Die gesamte von den Räubern erbentete Barschaft betrug 60 Pfennig. Die Bekämpfung der Vest. C Paris. 2. Februar. Nach hier eingetroffenen Meldungen aus Gharbin werden die Leichen der an der Best verstorbenen Bersonen in eine zwei Meilen von der Stadt entfernte große Grube geworfen, mit Petroleum übergossen und dann verbrannt. Sinrmwetter an der spanischen Küste. Madrid, 2. Februar. Heftige Unwetter wüten an der Mittelmeerküste. Zahlreiche Fischerboote sind untergegangen, webei über 20 Personen umfamen. Politischer Mord in Versien. Teheran, 2. Februar. Gestern wurden auf den Gouver neur von Ispahau und seinen Neffen von dem früheren Polizeichef, einem russischen Untertan, mehrere Schüsse abgegeben. Der Gouverneur und fein Neffe wurden getötet. Der Mörder floh in die russische Gesandtschaft. Dem Vernehmen nach hat die russische Regierung beschlossen, den Flüchtling nicht der persischen Regierung auszuliefern. Der getötete Gouverneur war früher Handelsminister und ist erit fürzlich auf den Ispahener Posten gestellt worden. Holzversteigerung. Montag den 6. Februar I. J. fommt im Staufenberger Gemeindewald, Distrikt Eichwald und Birfen, folgendes Holz zur Versteigerung: 25 Eichenstämme, 30 bis 46 Ctm. Durchm.= 25,50 Fstm. Schnittholz. - 14 Eichenstämme, 17 bis 29 Ctm. Durchm.= 4,28 Fsim. Wagnerholz. - 4 Buchenftämme, 36 bis 56 Stm. Durchm. 5,09 Fftm. Schnittholz. 27 Rm. Eichenknüppel, 2 Meter lang. 162 Rm. Buchen, 102 Rm. Eichenscheit. 96 Nm. Bnchen- und Eichenknüppel, 66 Rm Kiefern- und Fichtenknüppel. 1890 Buchen, 2450 Echen- Wellen. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr am Se lenberg am Fußpfad von Treis nach Sichertshausen bet Holznummer 175. Staufenberg, den 31. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. Haupt- und Inkasso- Vertretung für Giessen und Umgebung. Unser langjähriger verdienter Vertreter Herr Jean Boeck in Giessen beabsichtigt wegen vorgeschrittenen Alters unsere Vertretung abzugeben. Wir suchen daher als Nachfolger einen rührigen Herrn, der gewillt ist, sich persönlich intensiv der Akquisition zu widmen. Gefl. ausführliche Anerbieten erbeten an die Direktion der Karlsruher Lebensversicherung a. G. Versicherungsbestand Ende 1911: 706 Millionen Mk. 2 tüchtige 11 Lauterbacher Wagen Schreinergesellen sofort gesucht. Heinrich Brühmann, und 1 Schlitten 1 n. 2 spännig zu verkaufen bet Nuk- und Brennholzversteigerung Bau- und Möbelſchreinerei eiur. Mühlich, Wagnermeiſter der Gräflichen Oberförsterei Arusburg bei Lich. Mittwoch den 8. Februar 1911 werden aus Corbach i. Waldeck, Violinenstraße. PrivatDiftrift Gr. Seife 27, Stolnhäuserkopf 30, 31, 34, eu. Mittags- u. 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