P r e e 1= I= t, ch 11. e= r= 8- me a. Je= eit nd lle en en 10 eise oh kerei Ke cht. le, ige Prüf and ter e. um. Besuch eine xamen Unteraltigste er und off veresetzte Lauernd je Verwird. ostenlos, 1. So eßen. 3. # Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint - jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 2. Probenummern. Telephon: Nr. 362. der„ Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeitung interessieren dürften. Die Fabriklebrlinge in Hessen. Ueber die handwerksmäßige Ausbildung von Lehrlingen in Fabriken sowie in Werkstätten, welche Beſtandteile fabrikmäßiger Betriebe sind, hat die Großh. Hess. Zentralstelle für die Landesstatistik im Auftrage des Mi-| nisteriums auf Grund von Berichten der Hessischen Gewerbeinspektionen Mitteilungen gemacht, die bemerkenswert sind. Die Zahl der Fabriken mit Lehrlingen und die Anzahl der Lehrlinge ist im Wachsen begriffen, ebenso hat sich das Streben der Fabrikindustrie, sich beim Bezuge ihrer qualifizierten Arbeitskräfte vom Handwerke immer unabhängiger zu machen, weiter verstärkt. Die Lehrlinge in der Fabrik und im Handwerk sind grundverschieden von einander, nach ihrer Ausbildung und nach dem Ziel, dem sie mit ihrem Lehrgang zu= streben. Die Fabrikausbildung bietet reichere Hilfsmittel an Maschinen und Werkzeugen und die Zerlegung des Arbeitsprozesses, wodurch ein ungezwungener Austausch des Personals zwischen Fabrik und Handwerk unmöglich ist; das Ziel des Fabriklehrlings wird wohl nie die Stellung eines selbständigen Handwerkers sein. Es kommt daher auch selten vor, daß Fabriklehrlinge in Handwerksbetriebe übergehen. Die Fabrik bietet dem Lehrling auch baren Verdienst, Stetigkeit der Arbeit. Die Fabriklehre wird oft für besser gehalten, da eben bessere Hilfsmittel zur Verfügung seien und auf die Ausbildung der Lehrlinge größere Sorgfalt verwendet werde. Der anleitende Werkmeister oder Arbeiter sei im allgemeinen dem gewöhnlichen Handwerksmeister auch an technischen Kenntnissen überlegen, endlich kämen in Fabriken die vielen nebensächlichen, zum Teil häuslichen Verrichtungen in Wegfall, welche die Ausbildung im Hand= werksbetrieb verzögern. Die festgelegte Arbeitszeit und größere persönliche Freiheit in der Fabrik spielen bei der Wahl ebenfalls eine Rolle. Da aber nicht in allen Fabriken besondere Werkstätten für die Lehrlingsausbildung vorhanden sind, so bleiben, wie der Bericht zugibt, die praktischen Kenntnisse der Lehrlinge mitunter lückenhaft und unvollkommen. Der Besuch der Fachschule und Handwerkerschule wird von den Arbeitgebern in vielen Fällen den Lehrlingen empfohlen und es gibt Fabrikbesitzer, welche die von den Gewerbevereinen geleiteten Handwerkerschulen durch Beiträge unterstützen. Jm allgemeinen geschieht die Ausbildung von Lehrlingen in Fabriken nach zwei Grundsätzen; entweder sollen die Lehrlinge das betreffende Gewerbe möglichst vollständig handwerksmäßig erlernen, um tüchtige Leute in dem betreffenden Fach zu werden, oder sie werden nur 26) Der Schuldschein. Eine Bauern- Geschichte aus dem Taunus ( Nachdruck verboten. ,, Christian, liewer Bub, sag ihm doch aa gut Wort! Du siehst jo, was der arm Mann aushält!" Wenn noch ein Funke von Groll in dem Herzen Christians gegen den Besucher glimmte, die liebe Stimme der Mutter löschte ihn aus. Langsam trat der junge Mann zu Ferber, faßte seine Hand und sagte in feierlich ernstem Ton: ,, Hankunrad Ferber, wir wolle en Strich drunner mache, loẞt alles begrawe un vergesse sein! Unser Herrgott werd Eich verzeihe, was Ihr an uns getan habt; wir wolle aach nit mehr dran denke!" und Von Rührung überwältigt, erhob sich der Bauer und drückte, keiner Sprache mächtig, abwechselnd die Hände von Mutter und Sohn. Endlich ermannte er sich flüsterte:„ Ich dank Dir, Christian, ich dank Dir, Lis= beth! Ihr gebt eme alte franke Mann sei Ruh wieder, unser Hergott lohnt's Eich! Gute Nacht, ich muß haam. Mei Leit wisse nit wo ich bin." Schwerfällig tastete er mit dem Stock am Boden hin und strebte der Tür zu. Auf einen Wink seiner Mutter der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag den 3. Januar 1911 in einem Betriebszweig oder bei einer Teilarbeit ausgebildet, um recht bald im Verdienst den Erwachsenen gleich zu kommen und der betreffenden Fabrik als flotte Teilarbeiter nützlich zu sein. Die Zahl der ausschließ= lichen Fabriklehrlinge ist jedoch kleiner, als man wohl allgemein annimmt, sie wird für Hessen auf 3300 angegeben, in etwa 500 Fabriken. Es werden also in den meisten Fabriken Lehrlinge überhaupt nicht herangebildet; die jungen Leute, die nach ihrem Austritt aus der Schule in die Fabriken gehen, sind in der Regel als jugendliche Arbeiter aufzufassen; im Durchschnitt sind etwa 14 Prozent der gesamten Arbeiterschoft Lehrlinge. Die größte Anzahl von Lehrlingen befindet sich in Maschinenfabriken, dann kommen die Möbelfabriken, es folgen die Industrie der Metallbearbeitung, die Buchdrucker und die Steinmetzen. Mit der Größe und dem Umsange des Betriebs steigt die Zahl der verschiedenen Werkstätten, worunter die Schlosserwerkstätte fast irgends fehlt. Von allen der Gewerbeaufsicht in Hessen unterstehenden Betrieben befassen sich etwa 18 Prozent mit der Lehrlingsausbildung. Aus der Heimat. Gießen, 3. Januar. * Aus dem Militär- Wochenblatt. Ob e- nauer, Buxmann, Kriegsgerichtsräte bei der Gr. Hess.( 25.) bezw. 33. Division, zu dem Generalkommando des 2. Armeekorps bezw. zur Großh. Hess.( 25.) Division versetzt. * Erledigt: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu De= ckenbach. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden. * Die hess. Beamtenentlassungen. Der Verein hess. Baubeamten tagte in Frankfurt, zwecks Besprechung über die Entlassung einer Anzahl Mitglieder. Es wurde eine Kommission gebildet, welche eine Resolution der großh. Regierung überreichen soll. * Zur liberalen Einigung in Hessen wird geschrieben:„ Der hess. Landesausschuß der nationalliberalen Partei ist auf den 8. Januar nach Darmstadt einberufen worden, um über diefkommenden Reichstagswahlen zu beraten. Bei dieser Gelegenheit wird wohl auch die Frage erwogen werden, ob die Nationalliberalen ihrerseits nochmals an die Fortschrittliche Volkspartei zum Zweck eines Zusammengehens bei den Reichstagswahlen herantreten sollen, nachdem die von freisinniger Seite eingeleiteten Einigungsverhandlungen keinen Erfolg gehabt haben." * Gasvergiftung. Aus einem in der Steinstraße geplatzten Basrohr drang Gas in ein Haus ein. Dadurch wurde bei mehreren Personen Gasvergiftung hervorgerufen. Die im Hause wohnende Familie Belz mußte in die Klinik gebracht werden. Frau und Kinder sind außer Gefahr, während der Zustand des Ehemannes noch Besorgnis einflößt. Die übrigen Bewohner des Hauses kamen unbeschädigt davon. * Vorsicht beim Verfeuern der Christbäume. Es ist bis jetzt noch alle Jahre vorgekommen, daß Leute den abgeputzten" Christbaum sozusagen auf einmal in den Ofen gesteckt haben. Die Bäumchen brennen sofort lichterloh, dadurch aber entwickeln sich durch die Verbrennung des in den halb vertrockneten Zweigen steckenden Harzes schnell Gase, die oft zur Sprengung des Ofens geführt haben. Man lege die Zweige nur vorsichtig an, nicht mehr als etwa zum Feueranmachen faßte Christian den gebrechlichen Mann unter die Arme und sagte: „ Ich geh mit Eich, Hankunrad, daß Ihr mir auf dem glatte Weg nit fallt. Hängt Eich fest an meim Arm! So! Jetzt fimmt der Tritt, baẞt uff!" So traten sie hinaus in die kalte Winternacht. Die bleiche Sichel des Mondes goß ihr mildes Licht über das ruhende Dörflein, über die wie Silber schimmernden Berge; sie umwob die auf dem Felsen thronende Ruine sie der Burg Obersachsen mit zaubrischem Schein, daß sich wie ein Märchenschloß von dem sternenbesäten Nachthimmel abhob. Einige erleuchtete Fensterchen in den Nachbarhäusern warfen ihren rötlichen Schimmer auf die glitzernde Schneefläche und feierlich drangen die Harmonien der Orgel von dem Kirchlein herüber, in welchem der Weihnachtsgottesdienst abgehalten wurde. Jetzt erstarben die rauschenden Akkorde in zarten Windungen und jubelnd wie die Verheißung fünftigen Friedens setzte der Chorgesang der Gemeinde ein:„ Ehre sei Gott in der Höhe, der Herr ist geboren!" = Schweigend verfolgten die beiden Männer ihren Weg. Der Zauber der Mondnacht, die feierliche Weihnachts stimmung hielt ihre Seelen umfangen, und bannten die Worte auf ihren Lippen. An dem Krautnerschen Hause | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. nötig wäre. Denn sonst riskiert man eine recht unangenehme„ Nachbescherung". Darmstadt. In der Neujahrsnacht ist der in weitesten Kreisen bekannte älteste Oberlehrer am hiesigen Neuen Gymnasium, Professor Robert Trümpert, an einem Herzschlag im 62. Lebensjahre plötzlich gestorben. = Bad Nauheim. Die Mannschaft einer an unserem Bahnhof beschäftigten Arbeiter- Kolonne übergab einem aus Holland stammenden Arbeiter den Betrag von 100 Mark, um dafür Lebensmittel 2c. für die Festwoche zu kaufen. Der Bursche ging mit dem Gelde durch. * Offenbach. In den Gemarkungen der meinden Rumpenheim, Bieber und auch auf Offenbacher Gebiet blühte in letzter Zeit die Wilddieberei. Es ist nunmehr gelungen, die Wilderer, sechs Gelegenheitsarbeiter und einen Offenbacher Metzgermeister, auf frischer Tat zu ertappen. * Ge= Hanau. Das Zentrum beschloß für den Wahlfreis Hanau- Gelnhausen- Orb bei den bevorstehenden Reichstagswahlen einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Lampertheim. Eine 31jährige Frau Sandhofen legte auf eine aufgesprungene Krampfader ein Zweimarkstück, um den Blutfluß zu stillen, und band dann die Wunde zu. Es trat Blutvergiftung ein, die den Tod der Frau herbeiführte. * Mainz. Die Stadtverordnetensitzung beschloß die Erbauung eines Gebäudes für die Stadtbibliothek. Als Bauplatz ist die Rheinallee, als Bausumme der Betrag von Million vorgesehen. * Worms. In der Silvesternacht wollte der 19jährige Schreinergeselle Michael Stopp von hier in einer Wirtschaft der Speyererstraße einen Revolver abfeuern. Die Waffe versagte jedoch und als er nach der Ursache sehen wollte, ging der Schuß los. Die Kugel traf den Bedauernswerten ins Gehirn. Er war sofort tot. * Garbenheim. Als dritter Lehrer wurde einstimmig Herr Krauß, bisher in Ahrdt( Bürgermeisterei Hohensolms) gewählt. Die Zahl unserer Schulkinder ist in jüngster Zeit auf 171 gestiegen. Biedenkopf. In der Grube Wernsberger Erbstollen im Siegerland kam der Bergmann Wilhelm Stricker aus Mudersbach vorgestern dadurch ums Leben, daß er aus dem Fahrkorb stürzte. * Bingen. Für die Unterhaltung des Rheinstromes wendet Preußen jährlich 1 130 000 Mt. auf, Hef= sen 180 000 Mt., Holland 900 000 Mt. Die Unter= haltung der Häfen 2c. kostet Preußen 5 Millionen Mark, Hessen 260 000 Mt., Holland 9000 Mark, Bayern 1 200 000 Mark. Gestorben: - Frau Pfarrer Magdalene Weih! Witwe, geb. Leistert, 88 Jahre alt, Gießen, Steinstraße 30.- Beerdigung 4. Januar, 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus. Professor Rudolph Tümpert, 62 Jahre alt, DarmstadtFulda- Gießen- Rödelheim. Frau Julie Rachfahl geb. Conrad, Professors Gattin, 37 Jahre alt, Kiel. Holzverkäufe und Versteigerungen. Oberförsterei Dillenburg. Donnerstag, den 5. Jan., vormittags 10 Uhr bei Gastwirt Zimmer zu Manderbach. Nähere Auskunft erteilt Hegemeister Funke zu Manderbach. angekommen, öffnete Christian die Tortür und wollte sich von seinem Begleiter verabschieden, als dieser seinen Arm fest packend, ihm leise in bittendem Tone zuraunte: No, Christian, willst Du nit meim Lenche guten Owend sage, es buzzt grad des Bäumche?" " Da erinnerte sich Christian der harten Worte, welche er damals am„ roten Kreuz" der jungen Frau entgegengeschleudert hatte. Wie tief hatte er schon seine Heftigkeit bereut, denn nach reiflicher Ueberlegung erschien ihm das Anerbieten Magdalens doch nicht so kränkend für ihn, wie er dies in der ersten Waltung aufgefaßt hatte, besonders wenn er erwog, daß die junge Frau so weit ging, ihr Eigentum zu opfern, nur um die Ehre ihres Vaters vor einem Flecken zu bewahren. Er empfand, daß nur ein durchaus edler Charakter zu einer solchen Handlungsweise fähig sein konnte und hatte schon öf= ters dem Gedanken Raum gegeben, bei erster Gelegenheit Magdalen um Verzeihung für seine heftigen Worte zu bitten, ohne natürlich von ihrem selbstlosen Anerbieten Gebrauch zu machen. Jetzt wäre die Gelegenheit ge= kommen gewesen,- der Vater selbst lud ihn zum Nähertreten ein, forderte ihn auf, der ehemaligen Geliebten entgegen zu treten. Aber würde das charakterfeste, stolze ( Forts. folgt.) Weib ihn nicht zurückweisen? tracht Die Neujahrsfeier am Kaiserhofe ist in der üblichen Form verlaufen. Kurz vor 8 Uhr wurden auf dem Königlichen Schloß zu Berlin die Kaiserstandarte, die Königsstandarte und die Kurbrandenburgische Flagge gehißt. Um 8 1hr blies das Trompeterkorps der Garde= Kürassiere von der Galerie der Schloßkuppel den Choral " Nun danket alle Gott", und unmittelbar darauf begann das Große Wecken, das die Spielleute der Zweiten Garde- Infanterie- Brigade und die Hoboisten des 4. Garderegiments ausführten. Viele Tausende hatten sich eingefunden und begleiteten zum Teil die Musik, zum Teil blieben sie in der Umgebung des Schlosses versammelt. Der Kaiser und die Kaiserin verlie= ßen das Neue Palais in Potsdam im Automobil um 8½ Uhr und trafen um 9½ Uhr vormittags im Königlichen Schlosse zu Berlin ein. Das Publikum begrüßte beide Majestäten herzlich. Die Anfahrt der Prinzen und Prinzessin= nen, der Fürstlichkeiten, Generäle, Staatswürdenträger und Hofchargen, sowie der Anmarsch der Galawache der Gardesdu- Corps und des 2. Zuges der Leibgendarmerie( der Leibgarde der Kaiserin) boten ein wechselvolles Bild. Der Kaiser empfing um 9% Uhr die Generalobersten Graf v. Schlieffen, v. Bock und Polach, Frhr. v. d. Golz, von Plessen und von Lindequist. Hierauf nahmen die Majestäten die Glückwünsche des Königlichen Hauses und darauf diejenigen des Hofstaates entgegen. Um 10 Uhr begann in der Schloßkapelle der feierliche Gottesdienst. Es hatten sich versammelt die Mitglieder des hohen Adels, der Reichskanzlers, die Bevollmächtigten zum Bundesrat, die Generalität und die Admiralität, die Generalfelomarschälle, darunter Graf Haeseler und v. Hahnke, und die neuernannten Generalfeldmarschälle Der Neujahrsempfang der Generäle beim Kaiser. Die Ergebnisse der französischen Erbschaftssteuer für das Jahr 1909 werden soeben veröffentlicht. Danach wurden in Frankreich in dem genannten Jahre rund 393,000 Erbschaften im Gesamtbetrage von 5,740 Millionen Frcs. versteuert. Die erhobene Steuersumme betrug 270 Millionen Francs. Ueber den Verlauf des Neujahrsempfanges der kommandierenden Generäle beim Kaiser wird der Inf." fol= gendes geschrieben: Die Gratulationscour der kommandierenden Generale ist durch die streng geheim gehaltene Besprechung aller militärischen Fragen zwischen dem obersten Kriegsherrn und seinen hervorragendsten Offizieren für das Heer von außerordentlicher Bedeutung und wird da= rum nicht nur von der militärischen Welt mit großer Spannung verfolgt. Ueber den Inhalt der Besprechungen lassen sich naturgemäß keinerlei Mitteilungen machen, aber eine Schilderung des äußeren Vorganges wird von Interesse sein. Zuerst ist zu bemerken, daß die allgemeine Bezeich= nung Glückwunsch der kommandierenden Generäle" nicht völlig zutrifft, da nicht nur die 23 fommandierenden Generäle des deutschen Heeres bei diesem Neujahrsempfang zugegen sind, sondern auch alle anderen Offiziere, die einen gleichen oder höheren Rang haben. Außerdem sind zu dem Neujahrsempfang noch die im gleichen oder höheren Rang stehenden Offiziere der Flotte befohlen. Der Gesamtem= pfang aller Offiziere erfolgt im Königlichen Schlosse zu Berlin durch den Kaiser selbst. Früher wurde beim Empfange durch den rangältesten General an den Kaiser eine Ansprache gehalten, in der militärische Fragen behandelt wurden. In den letzten Jahren war es stets der Generalfeldmarschall Graf von Moltke, der diese Ansprache an den Kaiser hielt. Mit dem Tode des Generalfeldmarschalls ist aber diese Einrichtung abgekommen, und an ihre Stelle ist eine intimere Aussprache zwischen dem Kaiser und seinen Generälen getreten, da der Kaiser den einzigen Tag im Jahre, an dem alle hohen Offiziere um ihn versammelt sind, dazu benußen will, um genauere mündliche Mitteilungen über den Stand und die Leistungen der Armee und Marine zu erhalten. Die Ansprache des rangältesten Generals fiel darum auf persönlichen Wunsch, des Kaisers fort. Die Zusammenkunft dauert im allgemeinen eine Stunde. Nach dem Empfange nehmen alle Offiziere im Gefolge des Monarchen an der großen Parole" im Zeughause teil. Dann werden sie zur kaiserlichen Tafel gezogen, an der außer den Generäien no chdie Prinzen des königlichen Hauses und einige Minister teilnehmen. Graf v. Schlieffen, von Bock und Polach und Frhr. v. d. Goltz, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Komman= deure der Leibregimenter, die aktiven und inaktiven Staatsminister, die Staatssekretäre, die Präsidien des Reichstages und beider Häuser des Landtages, die Wirklichen Geheimen Räte und die Räte erster Klasse. Die Hofgeistlichkeit stand am Altar. Unter Vorantritt der Pagen und der Herren des großen Vortritts nahten die Majestäten und die Prinzen und Prinzessinnen. Der Kaiser, in Generalsuniform mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens und der Kette des Hausordens von Hohenzollern, führte die Kaiserin, die das gleiche Ordensband über einer dunkel- lilafarbenen Nobe trug. Es folgten die übrigen Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses und die in Berlin anwesenden Fürstlichkeiten. Nach Gemeindegesang und Liturgie, die der Bläserbund begleitete, predigte Oberhofprediger D. Dryander über den vom Kaiser gewählten Text 2. Mose 13 u. 14: „ Und Mose sprach zum Volfe: Fürchtet Euch nicht, stehet fest und seht zu, was für ein Heil der Herr heute an Euch tun wird." Der Gottesdienst schloß mit dem Niederländischen Dankgebet. Dann setzte der Bläserchor mit dem„ Wilhelmus von Nassauen" ein, und in feierlichem Zuge begaben sich die Majestäten nach dem Weißen Saat zur Entgegennahme der Gratulations- Defilierconr. Die Schloßgardekompanie präsentierte die Leibbatterte des 1. Garde- Feldartillerieregiments schoß im Lustgarten Salut. Kaiser und Kaiserin traten vor die Stufen des Thrones, neben dessen beiden Thronseffeln die Leibpagen Wache hielten. Die Prinzen stellten sich rechts, die Prinzessinnen links neben den Thronhimmel. Unter Leitung des Oberstfämmerers Fürsten zu Solms- Baruth begann die Cour nach den Klängen der Musik. Kaiser und Kaiserin gaben dem Reichskanzler die Hand, der Kaiser auch den Vertretern der Parlamente. Für den Reichstag sprachen der Präsident Graf v. Schwerin- Löwiß und Vizepräsident Schultz die Glückwünsche aus. Für das Herrenhaus in Ver= tretung des Präsidenten der Fürst von Haßfeld, Herzog zu Trachenberg, für das Abgeordnetenhaus Exzellenz v. Kröcher und Dr. Krause. Nach der Cour empfing der Kaiser im Marincfaal die Botschafter, die in Galakarossen eingefahren waren, dann in der Roten Sammetkammer das Staatsministerium, im Rittersaal die kommandierenden Generale und Admirale. Die Kaiserin empfing im Königinnenzimmer die Botschafter und im Pfeilersaal die Fürstinnen. Um 12% Uhr begab sich der Kaiser, gefolgt von den Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm, Oskar und Joa= chim und dem militärischen Gefolge. nach dem Zeughaus, Rundschau vom Cage. Politisches. Kleine Nachrichten. Die Beisetzung des verstorbenen Majors Dominik findet am 4. Januar 1911 um 1 Uhr nachmittags, auf dem Alten Zwölf- Apostel- Kirchhof in Schöneberg bei Berlin mit militärischen Ehren statt. Die Leiche ist am Sonnabend in Hamburg an Land gebracht worden. Der Kaiser hat am Neujahrstage die Generalobersten Graf von Schlieffen, von Bock und Polach und von der Goltz zu Generalfeldmarschällen ernannt und den Generalobersten von Lindequist und von Plessen den Rang eines Generalfeldmarschalls verliehen. Ein dreister Raub wurde in Bonn verübt, wo ein 23jähriger Bursche seine Wirtin beobachtet hatte, wie sie eine große Geldsumme in die Tasche steckte. Er warf der Frau gemahlenen Pfeffer in die Augen und versuchte sie zu fnebeln. Auf das Hilfegeschret der Ueberfallenen floh der Räuber, fonnte aber alsbald verhaftet werden. Der Kampf um den Zopf wird weiter geführt. Aus Peking wird berichtet: Ein kaiserliches Edikt lehnt ent= schieden das Gesuch des Reichsausschusses um Beseitigung des Zopfes und Abänderung des Kleiderschnittes ab. Ein schweres Unglück ereignete sich in Hamborn t. W. bei einem Umzuge. Der 3jährige Sohn und das 1½ jährige Töchterchen eines Bergmanns spielten zwischen den herumstehenden Möbeln, als diese plötzlich umstürzten und die Kinder unter sich begruben. Auf das Geschrei des Knaben eilten die Eltern herbei. Der Knabe konnte unversehrt unter den Möbeln hervorgezogen werden, das kleine Mädchen war bereits tot. Der neue Vorsitzende des Deutschen Kriegerbundes, Generaloberst von Lindequist, dem jetzt vom Kaiser der Rang eines Generalfeldmarschalls verliehen worden ist, ist am 10. Dezember 1838 geboren, steht also im 73. Lebensjahre. Er hat die erste Garde- Infanteriebrigade, dann die 21. Division, darauf das 13.( württembergische) und später das 18. Korps befehligt. Neujahr 1902 wurde General v. Lindequist mit dem Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet und im Mai 1904 zum Generalinspekteur der dritten Armeeinspektion( Hannover) ernannt. Nachdem er am 2. März 1907 sein goldenes Dienstjubiläum gefeiert hatte, wurde er im Herbst desselben Jahres in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt. vom Publikum stürmisch begrüßt. Vor dem Zeughaus stand eine Ehrenkompanie vom 2. Garderegiment zu Fuß mit Fahne und Musik, die direkten Vorgesetzten am rechten Flügel. Im Zeughaus wurde die feierliche Nagelung und Weihe der Standarte des Jägerregiments zu Pferde Nr. 6 ( Erfurt) vorgenommen. Während der Weihe im Lichthof wurde abermals Salut geschossen. Nach der Ausgabe der Parole, die wie immer Königsberg- Berlin" lautete, nahm der Kaiser die Rapporte der Leibregimenter und militärische Meldungen entgegen. Um 1½ 1hr ließ der Kaiser vor dem Zeughaus die Ehrenkompanie und die Salutbatterie defilieren. Nachmittags fuhr der Kaiser bei den Botschaf= tert vor. Das Bild vom Königsstuhl. 1) Skizze von Else Krafft. Nachdruck verboten. Von einem abfahrenden Zuge überfahren wurde auf der Station Reinbach bei Köln ein zwanzigjähriges Mädchen. Es wollte auf den fahrenden Zug springen und geriet dabei unter die Räder, wobei es vollständig zermalmt wurde. In einem Anfall von Wahnsinn durchschnitt die Gattin des Bahnbediensteten Ranftel in Linz ihrem sechs Wochen alten Kinde mit einem Rasiermesser den Hals, brachte ihrem vierjährigen Töchterchen lebensgefährliche Verletzungen bet und schnitt sich dann selbst die Kehle durch. Der Gesetzentwurf über arbeitsscheue Unterhaltungspflichtige ist, wie der„ Inf." mitgeteilt wird, in dem zuständigen Ministerium nunmehr fertiggestellt worden. Er wird eine der ersten Vorlagen sein, die den Landtag in seiner nächsten Tagung beschäftigen werden. Da es sich um keinen umfangreichen Entwurf handeit, kann erwartet werden, daß das Parlament ihn in nicht langer Zeit verabschieden wird. Man hätte es Rose Marie von Diefenbach, die über das Beichenbrett gebeugt, bunte Blumen auf die weiße Papierfläche malte, nimmer angesehen, daß sie die Stärkste der Familie war, so schmal und blaß war ihr feingeschnittenes Gefichtchen; daß sie nach jenem Schicksals. schlage, als der älteste Sohn als junger Leutnant seinen Schulden durch den Tod entflohen, die Eltern empor gehalten, die kleinen Geschwister geführt und getröstet hatte. - Von einer neben dem Bette stehenden brennenden Kerze ergriffen und schwer verbrannt wurde in Düsseldorf das achtjährige Söhnchen eines Fabrikarbeiters, als es abends schlafen gebracht werden sollte. Das Kind starb alsbald unter gräßlichen Schmerzen. Der Papst richtete, wie die„ Köln. Volksztg." erfährt, an die katholischen Patriarchen des orientalischen Ritus, anknüpfend an den Artikel des Prinzen Max von Sachsen, ein Schreiben, worin er seine Ansicht über die Art und Weise einer Vereinigung beider Kirchen darlegt. Die französische Nachricht, Prinz May sei von polnischer Seite als Kandidat für den Erzbischofsitz in Posen in Betracht ge= zogen worden, wird von dem Blatte als unsinnig gekennzeichnet. Als das letzte Vermögen schwand, als der Oberst alles und jedes dem reinen Andenken seines Sohnes opferte, gab die älteste Tochter ihrer Jugend beste Jahre für die Ihren hin. Aus der kleinen Garnisonstadt nach Berlin verseßt, begann ein neues Leben für die einstmals so perwöhnte Familie: Das glänzende Elend, dessen trauriges Walten hinter Schloß und Riegel sein Dasein fristete. Der Bursche, das Mädchen, sie waren in litauischer Treue und Anhänglichkeit ihrer Herrschaft gefolgt. Und auch sie bildeten im stummen Einverständnis mit der schwer. geprüften Offiziers familie echte, rechte Hüter der Schwelle. Darüber hinaus ging Frau Sorge nie, darüber hinaus glänzte der alte Name und Stolz derer von Diefenbach in unveränderter Frische. Liebestragödie in der Neujahrsnacht. In der Neujahrsnachtnacht vergiftete sich in Charlottenburg eine Frau mit 3yankali, ein bei ihr wohnender Mann stürzte sich aus dem Fenster. Beide sind tot. Die Beweggründe und näheren Umstände sind noch nicht aufgeklärt. fen, bi gerer er die rung b Steige daß er 3300 2 Di Ichaft verfchi naer wegen und un zeiger liner ge ftat Wegen lungen Hambu garine Altona ausged die Sur geftellt, tes Fet ganische Ein vielseitiger Räuber und Mörder ist der berüchtigte italienische Brigant Salomone, der sich vor den Geschwore= nen zu Perugia demnächst wegen dreifachen Mordes zu rechtfertigen haben wird. Er hat im Kerker zu Catania ein neues Drama geschrieben, dessen Titel„ Brigantentum und Mafia" lautet. Rußland und Deutschland in Persien. Es wird in Petersburger Meldungen bestätigt, daß zwischen Rußland und Deutschland auf der Grundlage der Kaiserbegegnung in Potsdam Verhandlungen gepflogen werden wegen der schriftlichen Festlegung der beiderseitigen Interessen in Persien. den ton Fettes Ein Köln ge hofen 8 Kroater Berlauf Täter e Radfah hatten. tattet, gefühnt Bahnstr nenwirt Behörde buben d Ein len Jah Schung demfelb einigen linte S notwend zunehme Gelassen nicht ve Kranten ften und Gra Niedersc tampfes her als schied g Wahlau benwöch büßen so v. Balle maligen nen Ma Haft an tierten er= Trostschr niht län legraphi lung un veranla Korrespo gestattet. Geit Ein Kindesmörder hat sich in Bremen selbst der Poltzei gestellt. Der Arbeiter Locker, der mit einer aus Desterreich stammenden Arbeiterin ein Verhältnis unterhielt, aus dem ein sechs Jahre altes Mädchen und ein drei Jahre alter Knabe hervorgegangen sind, griff nach einer Eifersuchtsszene mit seiner Geliebten zu einem Beil und zerschmetterte dem Knaben durch mehrere Beilhiebe den Schädel. Dann lief er auf die Straße und stellte sich einem Polizeibeamten. Ueber die Lage in Lissabon teilt die Berliner portugiesische Gesandtschaft mit, daß die dortige Aufstandsbe= wegung feinen Anlaß zu Gewalttätigkeiten gegeben habe. Die Disziplin in Heer und Marine sei tadellos, und innerhalb der Republik beständen keine Verschwörungen. Rose Marie malte. Tage, wochenlang zauberten ihre Hände all die fleinen, gefälligen Bildchen auf Seide, Leinewand oder Papier, die das Publikum liebte und bezahlte. Der große Papier- und Kunsthändler war ein fluger, verschwiegener Mann. D, wie gut konnte er all die vielen, rührend fleißigen Frauenhändchen gebrauchen, von denen die linke nicht wissen durfte, was die rechte tut. Billig, geschmackvoll und produktiv, - ja, das paren fie. Frau von Diefenbach stopfte. Der Badfisch Lenchen hatte eine kleine Weile der Schwester Arbeit zugeschaut, dann aus dem Fenster gesehen. Und nun prallte sie plözlich vom Glase zurück und wandte sich hastig gegen Mutter und Schwester. Die Gräfin, Mama, die Gräfin Bandow kommt zu uns", flüsterte fie atemlos. Da,-- eben hält ihr Wagen vor der Tür." Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ein deutsches Musikmuseum in Weimar. Ein Konsor tium einflußreicher Personen, an deren Spiße eine bekannte Persönlichkeit aus einer der größten deutschen MusikverTagsanstalten steht, geht mit dem Gedanken um, das Liszt= Museum in Weimar in ein deutsches Musikmuseum umzuwandeln. Zu diesm Zwecke sollen alle Andenken an die großen Tondichter gesammelt und mit dem Liszt- Museum vereinigt werden. Man hat auch bereits Verhandlungen angeknüpft, um die in Eisenach in der Reutervilla untergebrachten Wagnererinnerungen für diesen Zweck zu werben. Die kleine Frau Oberst sprang ganz verstört in die Höhe. Die Stopfarbeit flog auf den Teppich, die Hände öffneten bereits die Knöpfe des grauen Morgenkleides, und im nächsten Augenblic war Frau Oberst von Diefenbach im Schlafzimmer verschwunden. Anders Rose Marie. Ste sah kaum an dem dunklen Kleide herunter, über das die braune Leinenschürze gebunden war. Ruhig schob ste das Beichenbrett zurück, legte die Schürze ab und horchte einen Augenblick auf das Gehen der Türen und die devoten Worte des Burschen draußen, der den Besuch in den Salon geführt. Ms er in das Wohnzimmer trat, riß ihm Lenchen förmlich die Karte aus der Hand. Gräfin Bandow", las fie triumphierend.„ Stehst du, Rose Marie... richtig geraten!" Vermischtes. Das Reklameluftschiff„ P. 6". Bei Eintritt der Dunkelheit unternahm am Sonnabend das Reklameluftschiff P. 6" die erste Fahrt über Berlin. Es freuzte die verschiedenen Stadtteile, besonders die Friedrichstadt. Von der Gondel, an deren Rande viele elektrische Lampen ange= bracht waren, wurden die unteren Flächen des Fahrzeuges mit einem Scheinwerfer beleuchtet, die die Worte„ Prosit Neujahr!" in gewaltigen Buchstaben deutlich zeigten. Das Schiff fuhr in mäßiger Höhe und erregte ungeheueres Aufsehen. Die Bandschleifen an den Böpfen fester knüpfend, einen Tintenflecks auf der Schulbluse in eine Falte hineinschiebend, hängte fie fich aufgeregt in den Arm der Schwester. Ich geh mit-- ach, ich möchte doch so schrecklich gern mal mit der Gräfin sprechen, Rose Marie", bat fie atemlos. Die sah einen Augenblic schweigend in das holde Gefichtchen. Komm", sagte sie dann freundlich. Die Gräfin war ungewohnt herzlich und liebenswürdig. Rose Marie fühlte es mit Befremden. Ein Stück häßlichen Konkurrenzneides wird aus der bayerischen Stadt Deggendorf gemeldet. Der Magistrat vergab pro 1911 die Einnehmerstelle für den Pflasterzoll. Der bisherige Einnehmer ist ohnehin nicht mit Glücksgütern gesegnet, doch fand er einen Konkurrenten, der pro Jahr um 500 Mart mehr bot. Der Magistrat hat in AnbeAls die Mutter im schwarzen Kleide, ein Spißen häubchen über den weißen Haaren, das 8immer betrat, tam ihr die Gräfin sogar mit ausgestreckten Händen bis zur Tür entgegen. Meine liebe Frau Oberst, man fieht Sie wirklich gar av felten. Da muß ich schon selber " Tommen und Ihrer und Ihrer Fräulein Töchter Gegen wart in der Gesellschaft erbitten." Benchen wippte por Vergnügen mit ihrem Stuhle und zog den furzen Rock länger herab. Unser Frauenverein beabsichtigt, wie Sie, meine Damen, wohl schon erfahren haben mögen, in nächster Woche einen Basar zu veranstalten", fuhr die Gräfin mit gewinnendem Lächeln fort. Bum Besten der kleinen, unbeaufsichtigten Kinder armer, auf Tagesarbeit außer Hause weilender Frauen." Rose Marie richtete sich unwillkürlich stolzer in die Höhe, als sie das ängstlich erblaßte Antlik der Mutter bemerkte. Ste wußte nun, warum die in der ersten Ge sellschaft tonangebende Gräfin sich zu diesem plößlichen Besuch herabgelassen hatte. Um unser schönes Unternehmen in den weitesten Kreisen gefördert zu sehen, haben wir dieses Mal von einem hohen Eintrittspreise abgesehen und das Billett auf bret Mark berechnet." Die Gräfin lachte fröhlich bei den legten Worten auf. Wie mit so kleinen Mitteln große Erfolge erstehen tönnen, sehen Sie schon daraus, meine Damen, daß bereits die meisten Karten von liebenswürdigen Förderinnen des Wohltuns umgefeßt find." - Frau Oberst von Diefenbach neigte gehorsam zu stimmend das Haupt. Selbstverständlich reflektieren auch wir auf einige Billetts", sagte sie bastig. Rose Marie erhob sich. Wenn Sie uns noch zwei Karten überlassen können, gnädigste Gräfin" Die Dame sah mit halbgeschlossenen Augenlidern in das ernste Mädchengesicht. Dann schüttelte fie den Kopf. ( Fortsetzung folgt.) nem Fe das erne besser, de wortet, legte Ta Antwort bruma, Vielmeh v. Chr. genannt 15. Mär neuen Caefar Ein im Herz neues M Fächern In 25 G licher Re nen und heitspfle fleinen 2 Stadt ge Schenfun und priv Stellt heu Erfolge d neuen M anschauli die Einr Abteilung Wohnung Der Hebe richtungen ber Sygi Schulen, Zubertul usw. Sm Den Bor ist, und Studien. 3wif Der Rhät Engadine Eine der handelt fi Inn Taufe rechten G Brilde ha tern unbi Erbaut w Für 00 CS. 0= m it in 3 te Au e= er ESSES CELE t= ng 38. ge SECRET ie en rt d= er 1. a= De. in en m Det ze ag 08 11= 8- mit 18 Je= te re= zu ia im liz er= US alte ent コ ite er= t= die im en ge= er iff er: Der ge= Jes fit Das uf der Der oll. güpro be: le er it Ber Sie tet Se Jent ten org auf Sen Gen be ett zen ett, in pf. tracht oer Verhaltnisse des jezigen Einnehmers beschlos= sen, diesem die Stelle zu belassen. Darauf bot der neue Steigerer um 1000 Mark mehr und drohte dem Magistrat, falls er die Stelle nicht erhalte, daß er sich bei der Kgl. Regierung beschweren werde. Jetzt hat der Magistrat dem neuen Steigerer den Zuschlag erteilt, doch nur mit der Klausel, daß er den von ihm gebotenen Pflasterzoll in Höhe von 3300 Mart pro Jahr sofort als Kaution stelle. Die Margarinevergiftungen. Bei der Staatsanwalt= schaft in Altona war, wie gemeldet, von einem Vertreter verschiedener Margarinefabriken gegen die Firma„ Altonaer Margarinewerke Mohr und Co." in Altona Anzeige wegen Nahrungsmittelverfälschung, fahrlässiger Tötung und unlauteren Wettbewerbs erstattet worden. Dem Anzeiger ist jetzt von der Staatsanwaltschaft durch das Berliner Polizeipräsidium mitgeteilt worden, daß dem Antrage stattgegeben und ein Verfahren eingeleitet worden ist. Wegen unlauteren Wettbewerbs sollen weitere Ermittlungen angestellt werden. Jm hygienischen Institut in Hamburg sind mit zahlreichen Margarineproben der Margarine Bada, Luisa und Frischer Mohr aus der Fabrik der Altonaer Margarinewerke Mohr u. Co., Altona- Ottensen, ausgedehnte Versuche an Hunden angestellt worden, wonach die Hunde erkrankten. Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß in der Margarine ein„ Cordamonöl" genanntes Fett zur Verwendung gekommen ist. Da sowohl anorganische Gifte wie auch Pflanzengifte nicht ermittelt werden konnten, so muß die Giftigkeit die Konstruktion des Fettes verursacht haben. Eine Schreckenstat kroatischer Mordbuben. Wie aus Köln gemeldet wird, kam es bei dem bergischen Orte Kalthofen zwischen mehreren mit Bahnarbeiten beschäftigten Kroaten nach einem Zechgelage zu Streitigkeiten, in deren Verlauf einem Arbeiter der Leib aufgeschlitzt wurde. Die Täter ergriffen die Flucht und raubten unterwegs einen Radfahrer aus, nachdem sie ihn mit dem Tode bedroht hatten. Unterdessen hatte einer der Kroaten Anzeige erstattet, daß die geflüchteten Täter früher einen bisher ungefühnten vierfachen Mord verübt und an einer anderen Bahnstrecke, wo sie früher gearbeitet hatten, den Kantinenwirt mit Frau und zwei Kindern ermordet hätten. Die Behörde ist eifrigst bemüht, die Spur der flüchtigen Mordbuben aufzudecken. Ein Opfer der Wissenschaft. Mr. Harnack, der seit vielen Jahren im„ London Hospital" der X- Strahlenforschung nachgeht, befindet sich gegenwärtig als Patient in demselben Hospital, ein Opfer seiner Forschungen. Vor einigen Tagen wurde dem bedauernswerten Forscher die linke Hand abgenommen und nunmehr wird es auch für notwendig erachtet, die Amputation des rechten Armes vorzunehmen. Mr. Harnack fügt sich aber mit philosophischer Gelassenheit in sein Schicksal, er hegt keinen Gram und ist nicht verbittert, im Gegenteil, er bemüht sich, die anderen Kranken auf seiner Abteilung durch gütige Worte zu trösten und sie mit ihrem Schicksal zu versöhnen. Graf Ballestrem auf der Festung Glogan. Wie der Niederschl. Anz. erzählt, wurde beim Beginn des Kulturtampfes im September 1873 Graf Ballestrem, der kurz vorher als Rittmeister der Breslauer Kürassiere seinen Abschied genomment hatte, wegen Mitunterzeichnung eines Wahlaufrufs der schlesischen Zentrumspartei zu einer siebenwöchigen Festungshaft verurteilt, die er in Glogau verbüßen sollte. Am 7. September trat der Rittmeister a. D. v. Ballestrem in der Hornburg, jenem alten, vor dem ehemaligen Breslauer Tor gelegenen Gefängnis, das in seinen Mauern u. a. auch Fritz Reuter beherbergt hatte, seine Haft an, die bis zum 8. November währte. Dem Inhaftierten gingen aber von seinen Parteigenossen so viele Trostschreiben und Telegramme zu, daß die Regierung nicht länger ruhig zusehen wollte. So inhibierte sie die telegraphische Adresse einer oberschlesischen Volksversamm= lung und schließlich sah sich die Glogauer Kommandantur veranlaßt, ihn in strenge Haft zu nehmen. Die gesamte Korrespondenz wurde überwacht, Besuche wurden nicht mehr gestattet. Seit wann ist der 1. Januar Neujahrstag? In seinem Festkalender fragt Ovid:„ O Janus! Sage, warum das erneute Jahr mit Frösten sich anhebt? Wär' es nicht besser, der Lenz machte des Jahres Beginn?" Janus antwortet, die bruma, die Sonnenwende, sei eigentlich der letzte Tag des alten und der erste des neuen Jahres. Diese Antwort ist teils unflar, teis falsch, denn man hat die bruma, den fürzesten Tag, nie auf den 1. Januar verlegt. Vielmehr ist der Grund in folgendem zu suchen. Von 153 v. Chr. an pflegten die Konsuln, nach denen ja die Jahre genannt wurden, ihr Amt lieber am 1. Januar, als am 15. März anzutreten. So wurde dieser Tag der erste des neuen Jahres, obgleich dies offiziell erst 46 v. Chr. von Caesar bestimmt wird. Ein Hygienemuseum in Paris. In einigen Tagen wird im Herzen von Paris auf dem Boulevard Sebastopol ein neues Museum seine Pforten öffnen, das den verschiedenen Fächern der modernen Hygienewissenschaft gewidmet ist. In 25 Sälen und Galerien entfaltet sich ein außerordentlicher Reichtum von Gegenständen, die nach Karten, Plänen und Modellen die Fortschritte der modernen Gesundheitspflege vorführen. Die reiche Sammlung hat sich aus fleinen Anfängen entwickelt, die zunächst nur der von der Stadt gepflegten Hygiene galten. Sie wurde dann durch Schenkungen der verschiedenen öffentlichen Verwaltungen und privaten Unternehmen außerordentlich bereichert und stellt heute einen ziemlich lückenlosen Ueberblick über die Erfolge der Gesundheitspflege dar. Die erste Abteilung des neuen Museums ist der städtischen Hygiene gewidmet, veranschaulicht die Straßenreinigung, die Wasserversorgung, die Einrichtung von Rieselfeldern usw. In der zweiten Abteilung ist das gesamte Material für die Hygiene der Wohnung gesammelt; besonders reichhaltig gestaltet sich der Ueberblick über die verschiedenen Desinfektionsvor richtungen. Drei weitere Abteilungen beschäftigen sich mit der Hygiene in den öffentlichen Anstalten, ospitälern, Schulen, Kasernen, mit der sozialen Hygiene, Kampf gegen Tuberkulose und Alkoholismus, mit Hygiene der Nahrung usw. Im Anschluß an die Sammlung des Museums wer den Vorträge stattfinden, für die ein besonderer Raum da ist, und eine reichhaltige Bibliothek erleichtert weitere Studien. Es Zwischen Himmel und Erde. Die Bauunternehmung Der Rhätischen Bahn hat jezt, auf der im Bau befindlichen Engadiner Linie Bevers- Shuls, oberhalb Zernez, b. Brail, eine der größten hängenden Brücken fertiggestellt. handelt sich um eine Materialbrücke, die von der links am Inn laufenden Landstraße über den Fluß nach der auf der rechten Seite befindlichen Trace der Bahn führt. Diese Brüde hat die ganz beträchtliche Spannung von 160 Metern und über dem Wasserspiegel eine Höhe von 80 Metern. Erbaut wurde fie, wie der Bund" berichtet, von dem durch " seine fühnen Gerüstbauten beim Filisurer Viadukt und im Sittertobel bei St. Gallen auf der Linie der BodenseeToggenburg- Bahn bekannt gewordenen Unternehmer Coray, einem Bündner. Die Herstellung des Bauwerks war äußerst schwierig und gefahrvoll. Nachdem man an beiden Ausgangspunkten der Brüde Gerüstköpfe errichtet hatte, wurden diese durch vier starke Seile miteinander verbun= den. Nun handelte es sich um die Anbringung der eisernen Hängestäbe an den über die grause Tiefe schwankenden Seilen. Da fein Arbeiter sich dazu bereit finden wollte, so vollbrachte der Unternehmer diese Arbeit selbst, indem er, nur mit einem Knie an das schwankende Seil ge= flammert, um beide Hände frei zu haben, über dem Abgrund schwebend die eisernen Hängestäbe an den Tauen befestigte. Danach wurden diese mit hölzernen Querbalken verbunden und so rückte er Stüd für Stück vor, bis die ganze Spannung von 160 Metern auf diese Weise überbrüdt war. Choleraunruhen in Italien. In Tarent herrscht unter der Bevölkerung große Erregung, weil seit dem Bestehen der Choleragefahr der Austernverkauf verboten ist, von dem die Fischer Tarents leben. Als am Sonnabend ein Sanitätswagen ein Kind, das unter Choleraverdacht ge= storben war, auf den Friedhof schaffen wollte, sammelte sich auf das furchtbare Geschrei der Angehörigen eine große Menschenmenge an. Se bedrohte die Sanitätspolizei, und es fielen mehrere Schüsse, die einen Bürger und einen Karabinier verwundeten. Gestern wiederholten sich die Tumulte noch heftiger. Die Menge zog vor das Rathaus, riß das Stadtwappen herab, durchstürmte unter Rufen: ,, Nieder mit der Stadtverwaltug!", Scheiben und Laternen zerstörend, die Straßen bis zur Kaserne des 29. Regiments. Hier ererzierten einige Abteilungen mit geladenem Gewehr. Die Soldaten wurden mit Steinen beworfen, worauf der führende Offizier erst in die Luft und dann auf die Menge zu feuern befahl, die nun entsetzt auseinanderstob. Auf dem Plaze blieben drei Männer und ein Kind tot zurück. Unverfroren.( Vor Gericht.) Richter:„ Das ist doch infam, daß Sie Ihrem Chef gleich am nächsten Tage mit der Kasse durchgingen!"- Angeklagter:„ Na, ich hatte aber doch ausdrücklich annonciert: Kassierer sucht Posten. Geht auch nach auswärts." Das Haustöchterchen. Dame:„ Meine Tochter hat so viel wirtschaftlichen Sinn! Gestern hat sie den ganzen Tag in ihren Kleidern die Löcher gestopft, die sie sich beim Zigarettenrauchen hineingebrannt hat!" Eine Carnegie- Stiftung für Lebensretter. Andrew Carnegie, dessen Stiftungen für Friedenshelden bereits in den Vereinigten Staaten, England und Frankreich segensreich wirken, hat jetzt auch für Deutschland eine solche Stiftung mit einem Kapital von 1% Mill. Dollars begründet. Kaiser Wilhelm hat zur Ehrung Car negies der Etiftung den Namen„ Carnegie- Stiftung" für Lebensretter" beigelegt, und das Protektorat über sie übernommen. Der Zweck der Stiftung ist die Linderung der finanziellen Notstände, die sich aus heldenmütigen Anstrengungen zur Rettung von Menschenleben im Gebiete des Deutschen Reiches und seiner Gewässer ergeben, sei es für die Lebensretter selbst durch deren vorübergehende oder dauernde Erwerbsunfähigkeit, set es, im Falle des Todes derselben, für ihre Hinterbliebenen. In erster Linie sind dabei diejenigen Unglücksfälle ins Auge gefaßt, welche sich bei Ausübung friedlicher Be= rufe, z. B. derjenigen der Bergleute, Seeleute, Aerzte Krankenpfleger, Feuerwehrleute, Eisenbahn- und Polizeis beamten ereignen. Unter„ Lebensrettern" werden auch dies jenigen Lente verstanden, deren heldenmütige Anstrengs ungen zur Rettung von Menschenleben von Erfolg nicht gekrönt worden sind. Zur Verwaltung der Stiftung hat derkatser ein Kuratorium eingesetzt, dessen Vorsitz zunächst demChef des Geheimen Zivilkabinetts übertragen ist. Dem aus min destens 12 Kuratoren bestehenden Kuratorium gehöri satungsgemäß der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin und je ein Vertreter des Bergfachs, des Eisenbahuwesens des Seewesens, der Aerzteschaft und der Industrie an. Die von dem Kuratorium zu bewilligenden Beihilfen sind einmalige oder fortlaufende. Letztere sollen für Lebensretter auf die Dauer ihrer völligen oder teilweisen Erwerbsunfähigkeit und für Hinterbliebene von Lebensrettern und zwar für Witwen bis zur eventuellen Wiederverheiratung und für Kinder bis längstens zur Erreichung eines zur selbständigen Ernährung befähigten Alters gewährt werden Für besonders befähigte Kinder können zu ihrer Erziehung für einen gehobenen Beruf in Bezug auf die Höhe und Dauer der Unterstüßung außergewöhnliche Aufwendungen gemacht werden. Den Hinterbliebenen können gleichgeachtet werden andere nähere Verwandte, welche mit dem Verstorbenen einen Haushalt gebildet und in ihm den Ernährer verloren haben Die Zahlungen sollen in der Regel monatlich bewirkt werden. Sämtliche Bewilligungen aus der Stiftung erfolgen unter Voraussetzung der Würdigkeit und Bedürftigkeit der Empfänger, die fortlaufenden dementsprechend mit dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs, wenn diese Voraussetzungen nicht mehr zutreffen. Die Stiftung tritt mit dm Tage ihrer landesherrlichen Genehmigung in Kraft. Anräge auf Berücksichtigung aus der Siftung sind an das Kuratorium derselben Berlin, WilHelmstraße 64 zu ritchen. Die neue Stiftung ist, wie ein Berliner Blatt zu melden weiß, in erster Linie auf die Initiative des amerikanischen Botschafters in Berlin Dr. Hill zurückzuführen. Vor einigen Monaten machte Dr. Hill im Verlaufe eines Privatgesprächs dem Kaiser Mitteilung, daß Carnegie nicht ab= geneigt wäre, auch in Deutschland eine solche Stiftung ins Leben zu rufen. Der Kaiser war hocherfreut und ließ Carnegie durch Dr. Hill mitteilen, daß er gern der Protektor der Stiftung sein wolle. Dies ist die vterte deutsche Stif tung Carnegies. Zuerst stiftete er eine namhafte Summe für das Institut Robert Kochs, dann kamen nacheinander die Treptower Sternwarte, das Museum für Naturkunde an die Reihe und jetzt ist nun diese größte Stif= tung Carnegies ins Leben gerufen worden. Sie wird in Deutschland offiziell die Lebensrettungsstiftung" genannt werden. In anderen Ländern heißt sie die Heroenstiftung. Carnegie hat den Kaiser nur einmal gesprochen und zwa bei der Kieler Woche von 1906. Bei dieser Gelegenheit wird auch erzählt, wie es kam, daß Carnegie bei der Hundert jah, jeier der Berliner Universität nicht zugegen war. Au irgend eine geheimnisvolle Art war die Einladung an Cars negie verloren gegangen. Man suchte sie lange Zeit vergeb lich und entschloß sich, ihm eine neue zu senden Diese ge langte erst so spät an ihre Adresse, daß Carnegie ihr nicht mehr Folge leisten konnte. 3wei nene Opfer der Aviatik. Die traurige Ziffer der Totenliste der Aviatik ist am Jahresschlusse noch vermehrt worden. In Amerika sind abermals zwei Flieger abgestürzt und dabei zu Tode geFommen. Damit hat sich die Zahl der im Jahre 1910 tödlich verunglückten Aviatiker auf 31 erhöht. Der Draht meldet über die Unfälle: Neuyork, 1. Januar. Der spanische Flieger John Moifant stürzte gestern in New Orleans aus einer Höhe von etwa dreihundert Meter mit seinem Aeroplan ab und wur de tödlich verletzt. Seine Maschine ging völlig in Trümmer. Los Angeles, 1. Januar. Der Aviatiker Horsey, der kürzlich den Höhenrekord von 11 474 Fuß aufgestellt hat, machte gestern den Versuch, diesen Rekord zu verbessern. Beim Abstieg geriet er in einen Luftwirbel, sein Wrightscher Zweidecker überschlug sich zweimal, und angesichts einer großen Zuschauermenge fiel Horsey aus fünfhundert Fuß Höhe zur Erde. Er wurde tot unter dem Motor des Aeroplans hervorgezogen. Drabtnachrichten und neuestes. Kaiser Franz Josef leicht erkrankt. Wien, 2. Januar. Wie offiziell mitgeteilt wird, leidet Kaiser Franz Josef an einem leichten Schnupfen, der jedoch ohne Bedeutung, weder von Husten noch auch von den allergeringsten Fiebererscheinungen begleitet ist. Der Kaiser ist aus diesem Grunde gestern in Schönbrunn geblieben. Nach den Aussagen des Leibarztes Dr. Kerzl kann von einer Erfrankung des Kaisers faum gesprochen werden. Bei dem hohen Alter des Herrschers sei es aber begreiflich, daß man bereits bei den gewöhnlichen Erscheinungen des Schnupfens selbst wenn sie ohne Komplikation auftreten, alle Aufmerksamkeit anwenden müsse, um ein Uebergreifen auf die Bronchien zu verhüten. Ueber das Allgemeinbefinden des Kaisers wird in Hoffreisen versichert, daß der Kaiser bei bester Laune sei und sich nur in der letzten Zeit etwas ermüdet gefühlt habe. Darauf ist es auch zurückzuführen, daß der Erzherzog Thronfolger immer häufiger mit der Stellvertre tung des Kaisers bei repräsentativen Pflichten betraut wurde. Unfall der Königin von Italien. Rom, 2. Januar. Bei der gestrigen Gratulationscour trug die Königin von Italien den linken Arm in der Binde. Ste erzählte den Vertretern des Senats und der Kammer, sie hätte die Kinder nicht ohne Kuß ins neue Jahr gehen lasses wollen und sei deshalb zu ihnen gegangen und dabei auf der Treppe so unglücklich gestürzt, daß ihr ganzes Körpergewicht auf den linken Arm fiel. Der Arm set stark gequetscht worden. Der Leibarzt habe den Arm geschient, so daß es ihr jetzt besser gehe. Ausschreitungen in der Neujahrsnacht. Frankfurt a. M., 2. Januar. In der Neujahrsnacht wurden auf die Blockstation Hellerhof mehrere scharfe Schüsse abgegeben. Eine Kugel ging dicht an dem den Apparat bedienenden Beamten vorbei und prallte an dem Weichenstellapparat ab. Worms, 2. Januar. In der Silvesternacht wollte der 19jährige Schreinergeselle Michael Kopp von hier in einer Wirtschaft der Speyererstraße einen Revolver abfeuern. Die Waffe versagte jedoch und als er nach der Ursache sehen wollte, ging der Schuß los. Die Kugel traf den Bedauernswerten ins Gehirn. Er war sofort tot. Bielefeld 2. Januar. In der Silvesternacht wurden bei Schlägereien zwei Personen erstochen, mehrere schwer verletzt. Beim Hantieren mit einem Tesching erlitt gestern abend ein Arbeiter eine tödliche Verwundung. Düsseldorf, 2. Januar. In der Silvesternacht erstach der Dekorationsmaler Franz Kluges den Dekorateur Henkes. nach einem Wirtshausstreit. Fünf Kinder in einer Familie gestorben. Guben, 2. Januar. In der Zeit vor und nach Weihnachten find den Grubenschmied Bieleschen Eheleuten in Heinrichsfeld, Kreis Spremberg, sämtliche fünf Kinder an Masern und Scharlach gestorben. Verhaftung eines frechen Erpressers. Berlin, 2. Januar. Wegen einer ungewöhnlich dreisten Erpressung wurde ein 18jähriger Hausdiener festgenommen, der an eine betagte Hausbesißerin seit drei Wochen fortge= setzt Briefe schrieb, in denen er von ihr 5000 Mark verlangte, andernfalls es ihr ergehen werde, wie der Witwe Hoffmann in der Blumenthalstraße. Er verlangte schließ= lich, die Adressatin solle die geforderte Summe in ihrer Wohnung bereit halten. Er werde einen Jungen schicken, um sie abzuholen. Es kam auch ein Junge, dem ein Brief mit wertlosen Dingen übergeben wurde. Als dieser das Haus verließ, trat ihm ein Radfahrer entgegen, riß ihm den Brief aus der Hand und jagte davon. Ein Kriminalbeamter schleuderte ihm einen Stock zwischen die Radspeichen, brachte ihn zu Fall und verhaftete ihn nach heftigem Widerstand. Vermißter Ballon. Berlin 2. Januar. Große Besorgnis herrscht über den Verbleib des Ballons Hildebrand vom Berliner Verein für Luftschiffahrt, der am Donnerstag voriger Woche von der Schmargendorfer Gasanstalt aus aufgestiegen ist. Führer des Ballons ist Rechtsanwalt Dr. Kohrs- Berlin. Außerdem befand sich ein Passagier in der Gondel. Dr. Kohrs hatte die Absicht, 48 Stunden in der Luft zu bleiben. Die vom Berliner Verein für Luftschiffahrt angestellten Nachforschungen haben bisher keine Aufklärung über den Verbleib des Ballons gegeben. Der Ballon hatte die Richtung nach der Ostsee eingeschlagen. Tod eines Reichstagsabgeordneten. Immenstadt( Allgäu), 2. Januar. Der Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis Schwaben 6, ImmenstadtLindau, Alois Schmidt( 3entrum) ist in der vergangenen Nacht gestorben. Schmidt war Privatier und gehörte dem Reichstage seit 1893 an. Beim Schlittschuhlaufen ertrunken. Hallerndorf( Bayern), 2. Januar. Gestern nachmit tag sind drei Knaben beim Schlittschuhlaufen eingebrochen und ertrunken. Abenteuer russischer Matrosen in Toulon. Toulou, 2 Januar. Gestern abend näherten sich drei Matrosen des russischen Kriegsschiffes Slava dem, Feuerwerksarsenal. Als sie der Aufforderung des Wachtpostens, sich zu entfernen, nicht nachkamen, gab der Posten- Feuer und tötete einen der drei Matrosen. Die Erderschütterungen in Griechenland. Athen, 2. Januar. Der Minister des Innern besuchte gestern die von den Erderschütterungen heimgesuchten Gegenden. In Leschena sind fast alle Häuser unbewohnbar geworden. Die meisten Einwohner sind nach Patras und Pyrgos geflüchtet. Fortgesett treten neue Erderschütterungen auf. Es regnet und Hagelt. Handel und Verkebr. Frankfurt, 31. Dezember Viehmarktpreise vom 29. Dezember. Preise für ein 3entner Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgewicht) M( Schlachtgewicht) M b) feinste Mast( Vollmilchmast) und beste Saugkälber( Lebendgewicht) M 58-62,( Schlachtgewicht) M 96-103, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgewicht) M 52-57, ( Schlachtgewicht) M 88-97, d) geringere Saugfälber( Lebendgewicht) M 46-51,( Schlachtgewicht) M 80-86. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 36-37,( Schlachtgewicht) M 76-78, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) M 30-32,( Schlachtgewicht) M 73-75, c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Merzschafe)( Lebendgewicht) M d) Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebendgewicht) M( Schlachtgewicht) MSchweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht( Lebendgewicht) M-,( Schlachtgewicht) M-, 6) vollfleischige Schweine über 2½ 3entner Lebendgewicht( Lebendgewicht) 53,( Schlachtgewicht) M 66%, c) vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 55-55%,( Schlachtgewicht) M 69-70, 6) vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 53-55%,( Schlachtgewicht) M 68-70, e) fleischige Schweine ( Lebendgewicht) M 52-54,( Schlachtgewicht) M 67-69. -Pianos BALDUR- Flügel Harmonium- Lager mit Patent- Mechanik ( System wie bei Flügel.):: Uebertreffen alle anderen durch eine leichtere wohlgefälligere Spielart und Ausdrucksfähigkeit im Spiel. besitzen, trotz kleinen Formats eine ausserordentliche Klangfülle, verbunden mit edelster Tonschönheit. 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