S e 5 ir e m 2 تم , en. tei e J. RF ch da Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich olertehjährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 218. - Erscheint Redaktion: ( 1. Blatt) Die Reichstagswahlen 1912. Als Tag für die nächsten Reichstagswahlen ist nach einer Mitteilung des Reichskanzlers an den Reichstagspräsidenten der 12. Januar 1912 in Aussicht genommen. Der Wahlfeldzug der politischen Parteien beginnt nunmehr. Damit das wirtschaftspolitische Programm des Hansa- Bundes und die in seinen Richtlinien niedergelegten Forderungen zugunsten von Handel, Gewerbe und Industrie nicht in den Hintergrund gedrängt werden, trifft auch der Hansabund Maßnahmen, durch Versammlungen, Flugblätter u. a. m. in noch grö Berem Umfange als bisher Aufklärung zu verbreiten und das deutsche gewerbliche Bürgertum an seine Pflicht zu erinnern, seine wirtschaftspolitischen Interessen selbst zu betonen und zu verfechten. Jn mehreren Rundschreiben sind die Zweigorganisationen und Ortsgruppen des Hansabundes aufgefordert worden, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen und für die Verbreitung und Berücksichtigung der Hansa- Bund- Ge= danken Sorge zu tragen. Aus Stadt und Land. Gießen, 2. November 1911. *) Am Wahltage, Freitag, den 3. November, werden sämtliche Telegraphenanstalten in denjenigen Wahlkreisen, in denen Neuwahlen stattfinden, sowie alle Telegraphen und Fernsprechvermittlungsanstalten, die bei der Weiterbeförderung usw. der Telegramme oder Herstellung der Gesprächsverbindungen für die vorgenannten Anstalten in Frage kommen, so lange dienstbereit sein, als die Benutzung des Telegraphen und Fernsprechers aus Anlaß der Wahlen zu erwarten ist. Eine Polizeiverordnung verbietet das Fahren und Reiten über den Kanzleiberg, Brandplatz und die Marktlaubenstraße an den Wochenmarkttagen von 8 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags. *) 3weds 3 usammenfassung des ganzen hessischen Weinbaues in einen Verein, wird voraussichtlich anfangs Dezember in Bensheim seitens des„ Weinbau- Vereins der Provinz Rheinhessen" ( Sitz Oppenheim) eine Interessentenversammlung statt finden. Hierbei werden über die Art der Angliederung, Vergrößerung des Ausschusses, Satzungsänderungen 2c. die geeigneten Beschlüsse gefaßt werden. * Der 4. November ist der letzte Termin für die Anmeldung zum Bezug von Kartoffeln. Geringere Mengen müssen dagegen bei den Händlern abgeholt werden. * Vom 1. November ab bis 29. Februar n. Js. gilt für den Personenzug 534a folgender Fahrplan: ab Grünberg 5.34 vorm., Göbelnrod 5.39 5.40, Saaſen 5.45 5.46, Reiskirchen 5.52 5.54, Großen Bused 6.00 6.03, Rödgen 6.08 6.09, Gießen an 6.19. Der Zug fährt ausnahmsweise am 22. Novbr. d. J., sonst nur Werktags. An den Montagen und auf Feiertage folgenden Tagen fährt der Zug von Mücke ab 5.26 vormittags. - * Nicht nur Schnee, sondern auch Laub behindert den Betrieb der Straßenbahn, wie nicht unbedeutende Verkehrsstörungen in der Licherstraße beweisen. n Den studentischen Unterrichtstursen für Arbeiter und Unterbeamte wurde folgender Arbeitsplan zugrunde gelegt: Montag: Französisch( Unterstufe Saal 13), Rechnen( Oberstufe Saal 2); Dienstag: Rechnen( Unterſt. S. 13); Mittwoch: Deutsch( Oberst. S. 13), Buchführung( Einfache S. 2); Donnerstag: Französisch( Oberst. S. 13), Stenographie S. 2); Frei tag: Deutsch( Unterst. S. 2), Englisch( Saal 13). Der Unterricht findet im Universitätsgebäude, Ludwigstraße 23, statt, während des Unterrichts werden noch Anmeldungen entgegengenommen. n Der Fabrikant Gg. Throm von hier, dessen Anteilschein des Lehrerheims auf der Herbstversammlung zur Rückzahlung ausgelost worden war, hat den Betrag dem Lehrerheim als Geschenk überwiesen. r Der Nationalverein für das liberale Deutschland veranstaltet am 4. u. 5., sowie am 11. und 12. Nov. einen politischen Unterrichtskursus in Gießen, bei dem die Hauptprobleme der nächsten Reichstagtwahlen behandelt werden sollen. Nähere Auskunft sowie Programme sind zu beziehen durch Professor Ur st a d t- GieBen, Geheimrat Prof. Bierman n- Gießen, Parteisefretär Jakob s- Wetzlar und durch die Frankfurter Geschäftsstelle des Nationalvereins, Frankfurt a. M., Hochstraße 6. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 2. November 1911. o Wiesed. Am Dienstag fand hier eine national liberale Wählerversammlung statt, zu der der nationalliberale Kandidat, Fabrikant Adolf Klingspor und Prof. Lulen erschienen waren. o Großen Bused. Der Ortsverein Gießen und Umgegend vom Verbande deutscher Post- und Telegra= phenarbeiter und Handwerker( Sitz Bochum) hielt letzten Sonntag hier seine außerordentliche Hauptversamm lung ab, auf der von den Anwesenden folgende Entschließung einstimmig angenommen wurde: 1. Eine durch greifende Teuerungszulage, 2. Umwandlung der Tagelöhne in Wochenlöhne, 3. Erhöhung der Zulagen bei Beschäftigung außerhalb des Amtsortes. o Reiskirchen. Auch unser Ort beabsichtigt, sich an das oberhessische Elektrizitätswerk anzuschließen. am o Friedberg. Musikdirektor Schmidt feiert 4. November sein 50jähriges Jubiläum als Musiklehrer am hiesigen Schullehrer- Seminar. o Friedberg. Dem Gewerbeverein hatte ein Bürger ein Kapital von 50 000 Mt. gegen geringen Zinsfuß zu dem Bau einer Gewerbeschule übergeben. Nach seinem Tode geht das Kapital an den Verein als Legat über. Das Gebäude steht jetzt unter Dach, und die Schule siedelt zum 1. April nächsten Jahres über. s Offenbach. Das Disziplinarverfahren gegen den Volksschullehrer Peter, der für das hiesige sozialdemokratische Organ Musikrezensionen geschrieben hatte, endete mit einem Freispruch. Es wurde Peter jedoch nahegelegt, seine Mitarbeit bei dem Blatt einzustellen. Dagegen erhielt er 10 Mark Geldstrafe, weil er eine Schülerin zu Botengängen während der Schulzeit verwendet hatte. s Darmstadt. Bei der Wahl der Arbeitnehmerbeisitzer für das Gewerbegericht Darmstadt für die Jahre 1912 bis 1914 wurden an gültigen Stimmzetteln abgegeben: für die Liste 1, Freie Gewerkschaften: 1864, für Liste 2, Christlich- nationale Arbeiter: 131. Es entfallen auf die Liste 1 17 Beisitzer und auf die Liste 21 Beisitzer. Nach den Wählerlisten waren wahlberechtigt 7816 Arbeiter, gewählt haben 1996( 25,53 Proz.) Für die von den Arbeitgebern aufgestellte Liste den in der gestrigen Wahl 196 Stimmzettel abgegeben. wur= s Viernheim. Hier ist die Dampfsägerei von Gebrüder Brechtel niedergebrannt. Es herrschte großer Wassermangel. Der Schaden soll über 100 000 Mt. betragen. ! Mainz. Der Badeanstaltsbesitzer Franz Joseph Schell hat am 13. Mai 1911 wiederum einen Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm vom Großherzog wiederholt die Rettungs medaille zugleich mit einer die Jahreszahl 1911 tragenden Spange verliehen worden. ! Bingen. Gegen die Errichtung einer festen Rheinbrücke zwischen den Städten Bingen und Rüdesheim wird von Mainz aus eine Agitation eingeleitet, weil durch diese Brücke der Verkehr vom hessischen auf das preußische Gebiet abgelenkt werde. ):( Ehringshausen. Der Lehrer H. Hahn von hier hat die Lehrerstelle der evangelischen Schule zu Bermoll erhalten. ):( Vom hohen Westerwald. Am 30. Ottober fiel auf unseren Höhen der erste Schnee in diesem Winter, der ja falendergemäß noch weit entfernt liegt. In den vorhergehenden Nächten sank das Thermometer bedeutend unter Null. ):( Herborn. Der Gasthof„ Herborner Hof" ging zum Preise von 62 000 Mark in den Besitz des Gastwirts S. Fischer über. ):( Marburg. Die Raiffeisenvereine des Kreises Marburg hielten letzten Dienstag hier ihren Unterverbandstag ab. Aus dem Jahresbericht entnehmen wir, daß dem Unterverband 24 Vereine mit fast 2200 Mitgliedern angehören. Das Verbandsvermögen beträgt 63 000 Mt. und der Umsatz ist auf 4 337 000 Mt. gestiegen. Die gemeinsamen Einlagen erreichen die Höhe von 2 400 000 Mk., die gemeinsamen Ausgaben an Mt. 200 000. 3ur Sprache kam u. a. die Frage des Anschlusses des Kreises Marbueg an eine elektrische Ueberlandzentrale, wofür neben der ge= planten Ueberland- Zentrale in Gießen, die der Edertalsperre und des hiesigen Elektrizitätswerkes in Betracht zu ziehen seien. ):( Frankfurt. Wegen Wechselfälschung hat die Staatsanwaltschaft gegen den am 27. Januar 1872 in Fulda geborenen Spediteur Johann Clauß ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. - die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder Bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichfelt. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | einen Steckbrief erlassen. Die Fälschungen belaufen sich auf etwa 160 000 Mark. Clauß war Geschäftsführer einer Bockenheimer Speditionsfirma. Die Leiche des seit längerer Zeit vermißten Oberprima= ners Benno Lind wurde gestern nachmittag an der Oberräder Schleuse aus dem Main geländet. ):( Wiesbaden. Die Regierung hat den Velten u. Guilleaume Lahmeyerwerken A.-G. Frankfurt a. M., die Konzession zur Erbauung einer elettri= genbad- Eltville erteilt. Mit den Vorarbeiten wird binschen Rundbahn Wiesbaden- Chausseehaus- Schlan nen kurzem begonnen werden. Bekanntmachung. Betr.: Die Anstellung von Kreisstraßenwarten; hier die frei gewordene Wärterstelle in Großen Bused. Die Stelle eines Kreisstraßenwarts mit dem Sitz in Großen- Buseck ist alsbald neu zu besetzen. Bewerber belieben ihre Meldungen bei dem Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen bis zum 15. November d. Js. einzureichen. Alter und seitherige Beschäftigung sind unter Beifügung von Zeugnissen anzugeben. Militäranwärter erhalten den Vorzug. Gießen, den 25. Oftober 1911. Der Kreis- Ausschuß des Kreises Gießen. J. V.: Dr. Merck. Polizeiverordnung. Betreffend: Verkehr auf den Wochenmärkten in Gießen. Zum Schuße des Publikums gegen Unfälle beftimmen wir auf Grund des Art. 56 Abs. 2 Ziffer 2 der Städteberordnung zunächst auf die Dauer von 4 Wochen folgendes: § 1. Während der Marktzeiten am Dienstag, Donnerstag und Samstag von 8 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags dürfen Führwerke, die nicht den Wochenmarkt besuchen, und Reiter den Kanzleiberg, Braudplak u. die Marktlaubenstraße nicht passeren. § 2. 109 Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmung werden mit Geldstrafe bis 90 Mark bestraft. Gießen, den 31. Oftober 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Die Volksversorgung mit Milch leidet zur Zeit in weiten Landesteilen unter einer Futternot, die eine Viehverminderung und weitere Fleischteuerung nach sich ziehen muß. Durch Zusatz von stark entöltem Reichardt- Kakao wird die Nährkraft der Milch erhöht und ihr Geschmack unstreitig ein delikaterer. Reisharos Kakao enthält zudem selbst reichlich ebensobiele Fleisch und Blut bildende Nährstoffe wie die Trockensubstanz der Vollmilch. Demzufolge tann er, wo sich die Milchkalamität zum Milchmangel steigert, auch mit Wasser zubereitet Milch wertvoll ersetzen. Verkauf in allen Preislagen zu Fabrifpreisen an Private in Gießen: Frau Emma Sellheim, Bismarkstraße 38. Was foften die Reichstagswahlen? Eine interessante Berechnung. Der Kampf um die Retchstagsmandate hat jezt nach dem Bekanntwerden des Wahltermins zum Reichstage auf der ganzen Linie begonnen. Und wenn man von jedem Kampfe sagt, daß er Geld und noch einmal Geld und zum dritten Mal Geld foftet, so gilt das in fast noch erhöhtem Sinne auch für den Kampf, der von den einzelnen Parteien um die Anzahl ihrer Mandate im Reichstage gekämpft wird. Es werden Ver sammlungen abgehallen, Druckschriften und Flugblätter verteilt, Redner ausgesandt, Wahlhilfen bezahlt usw. daß Deutschland einen großen Erfolg davon getragen habe, zumal da Marokko für Frankreich erst noch erobert werden müsse. Die Mißstimmung wird durch die Aussicht eines ernsten Konfliktes mit Spanien noch gesteigert, da nunmehr feststeht, daß Spanien Larrasch und Eltsar nicht freiwillig räumen wird. Was tosten aber alle diese Hilfsmittel? Zur Berechnung der gesamten Unkosten, die natürlich nur schäzungsweise angegeben werden können, da ste te nach der Heftigkeit des Wahlkampfes verschieden sind, muß man zuerst die Anzahl der Kandidaten feststellen. Nach Schäßungen von parlamentarischer Seite darf man annehmen, daß sämtliche Parteien zusammen rund 1000 Kandidaten aufgestellt haben, da in den meisten Wahlkreisen mindestens die Kandidaten dreter Parteten um das Mandat kämpfen. Die Sozialdemofraten, die Wert darauf legen, die Stimmen ihrer Anhänger zu zählen, haben sogar in den aussichtslosesten Wahlkretsen Kandidaten aufgestellt, die den anderen Parteien Konkurrenz machen sollen. Die Kosten, welche den Sozialdemokraten durch die ReichstagswahTen entstehen, sind darum auch weit höher als die der anderen Parteten. Bet den vorigen Wahlen zum Reichstage sollen die Sozialdemokraten 3½ Millionen Mart für die Wahlen aufgewendet haben. Man erzählt fernerhin in Reichstagskreisen, daß der Hansabund etnen Wahlfonds von 1 bis 2 Millionen Mark zur Verfügung hat. Der Hansabund erkennt zwar diese Höhe nicht an, wird aber zugeben müssen, das es sich Rechnet nur um geringe Unterschiede handeln kann. man noch die Unkosten dazu, welche den übrigen Parteten und dem Zentrum aus dem Wahlkampfe erwachsen, dann fann man mit voller Berechtigung fagen, daß der gesamte Wahlkampf mit allen Agitationen bte runde Summe von zehn Millionen Mark verschlingt. Rundschau oom Cage. Politisches. Die Beratung des Angestellten- Pensionsgesekes wurde am Dienstag nach zweitägiger Pause in der Die Höhe Reichsversicherungsfommission fortgesetzt. der Beiträge wurde nach den Vorschlägen der RegteDie Monats= rungsvorlage unverändert genehmigt. betträge betragen in den neun Gehaltsklassen 1,60 bts 26,60 Mark. Der Zeitpunkt für die erstmalige Vorlage einer versicherungstechnischen Bilanz wird, um ein sicheres Bild zu bekommen, um zwet Jahre hinausgeschoben. Damit wird auch der Zeitpunkt für die neulich angenommene Zentrumsresolution über Einführung einer Kinderzuschußrente um zwet Jahre vertagt. Die meisten Reichstagsabgeordneten, welche die Wahlkämpfe aus etgener Anschauung kennen, sind sich darüber einig, daß diese Summe durchaus nicht als zu hoch, sondern höchstens als zu niedrig angesehen were den darf. Interessant ist die Tatsache, daß die Wahlkoften der Konservativen und des Zentrums erfahrungsgemäß im Verhältnis zu der beträchtlichen Anzahl threr Reichstagsmitglieder bisher die geringsten waren. Besonders das Zentrum, das bekanntlich über einen runden Stamm von 100 Reichstagsmitgliedern verfitate, und demgemäß eigentlich mit rund dem vierten Tell der gesamten Wahlfosten an den Reichstagswahlen beteiligt sein müßte, bleibt weit hinter dieser gegebenen Summe zurück. Wenn man also jetzt die Frage aufwirft: Was tostet ein Retchstagsabgeordneter? so wird man sie leicht nach dieser Berechnung beantworten können. Die Kommission zur Reform des Strafrechtes hat aus Anlaß der Beratungen über die strafrechtliche Behandlung der Jugendlichen eine bedeutsame Neuerung zur Einführung gebracht, indem sie zu ihren Beratungen dieser Frage einen Psychiater und einen Pä= dagogen zuzog, die in allen in Betracht kommenden Fällen über ihre Erfahrungen auf diesem Gebiete gehört wurden. Der arbeitsmide Reichstag. In Abgeordnetenfrei fen macht sich das Bestreben geltend, dte Arbeit des Retchstages nicht erst Ende November, sondern frü= her zu beschließen. Da der Wahltermin auf den 12. Januar festgeseßt ist, in die Zwischenzeit aber noch das Weihnachts- und das Neutahrafest fallen, so merde die ohnehin knappe Zeit, die für die Agitation zur Verfügung steht, noch erheblich gekürzt. Mit Rücksicht darauf wünschen zahlreiche Abgeordnete sich so früh wie möglich in ihre Wahlkreise zu begeben. Man rechnet deshalb damit, daß der Schluß der Session bereits am 20. November stattfinden wird. Von der Gesamtanzahl von 1000 aufgestellten Kandidaten bletben nur 397 Abgeordnete übrig. Jeder Kandidat kostet 10 000 Mart, natürlich in runden Rahlen ausgerechnet. Ein Retchstagsabgeordneter fostet also rund 2% mal so viel, D. h. 25 000 art. Diefe Bahl tann aber nur als Durchschnitt angesehen werden, 1 denn während ein Sozialdemokrat z. B. in der letzten Legislaturperiode faft 80 000 Mart tostete, wird man die Unkosten für einen konservativen oder Zentrumsabgeordneten höchstens mit 7-10 000 Mart veranschlaIgen dürfen. Aus dieser Berechnung geht hervor, daß die Reichstagswahlen verhältnismäßig große Geldumfäße verursachen. 110 Die Einberufung des preußischen Landtages soll nach einer neueren Meldung nicht für den 9., sondern erst für den 16. Januar geplant sein. Der 16. Januar ist nach der Verfassung der änkerfte Termin. Dret andere wurden lebensgefährlich und zwet leichter verlegt. wurde getötet. Ein schweres Bannnglück hat sich in Frankreich er eignet. In der Gemeinde Mertot stürzte Dienstag nachmittag eine im Bau befindliche Malzfabrik ein und begrub viele Arbeiter unter den Trümmern. Die Ret tungsarbeiten förderten bis Mitternacht fünf Tote und acht Verletzte zutage. Die Zahl der unter den Trum mern Liegenden soll sich auf 50 belaufen. Ein Fuhrwerk vom Eisenbahnzuge zermalmt. Auf der Bahnstrecke Carnap- Bottrop in Westfalen wurde etn Der Kutscher Fuhrwerk vom Eisenbahnzug erfaßt. und zwei Pferde wurden sofort getötet. Das Unglück ist dadurch entstanden, daß der Kutscher den Bahnkörper widerrechtlich befahren hatte. Die österreichische Kabinettsfrisis hat zit einer Gesamtdemission des Kabinetts Gautsch geführt. Man zweifelt in politischen Kreisen nicht. daß die Demission angenommen wird. Als Ursache für das Fallenlassen Gautschs durch die Krone gilt vor allem feine letzte Rede, in welcher er die Deutschen schroff behandelte. Man nimmt an, daß die zurücksetzung der Deutschen durch Gautsch tr maßgebenden Kreisen nicht gebilligt wird. Nachfolger von Gautsch als Ministerpräsident wird, wie verlautei, der derzettige Unterrichtsminister Graf Stürght, der unter Zuztehung der Tschechen ein reines Beamtenministerium als Uebergang zu bilden versuchen werde. Nur noch einige Tage Geduld. agattin sie Die Unterzeichnung des Marottoabfom= mens hat sich wider Erwarten noch hinausgezögert. An amtlicher Stelle legt man aber Wert auf die eftstellung, daß es sich babet feineswegs um fachliche Differenzen handele. Wann die Unterzeichnung jetzt erfolgt, ist unbestimmt. Ste ist sicher für die nächsten Lage zu erwarten, doch kann sie sich unter Umständen, Ada morgen und übermorgen in Frankreich Feiertage find, bis zum Freitag hinauszögern, worauf dann am Sonnabend oder spätestens Montag die amtliche Veröffentlichung erfolgen dürfte. Auch in Frankreich rechnet man mit diesem Termine. Präsident Fallteres hat infolgedessen bereits das Dekret unterzeichnet, durch das die beiden Kammern auf den 7. November einberufen werden. Der Kazenjammer in Frankreich. Nachdem die Umrisse des neuen Marokkovertrages in Baris bekannt geworden sind, herrscht dort eintoe Enttäuschung über die wirtschaftlichen Vorteile, die Deutschland neben den Kongotompensationen noch eingeräumt werden. Die allgemeine Meinung geht dahin, 16) Aus Eifersucht. Aus den Gerichtssälen. Wert nahm bare Brie Schn verl fchte Er Ropfi rend wurd Stunt word gebet aufau dem mit Dien ange da in Jagd cin er de Bufch Näch und der 7000 verla men ja da unter ift. 9 Orts er die Vorfa Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank vor Gericht. Vor dem Dortmunder Landgericht begann am Montag die Verhandlung gegen Julius Ohm, den Dts rektor der im Sommer vorigen Jahres unter so fatastrophalen Begleiterscheinungen verkrachten Niederdeutschen Bant. Die Anklage in diesem ersten Prozeß gegen ihn lautet auf Depotunterschlagung in etwa 10 Fallen. Außer Ohm haben sich zu verantworten der Bankdirektor Schmidt und der Prokurist Beuner. Ohm und Beuner befinden sich in Untersuchungshaft, während Schmidt wegen seines leidenden Zustandes er ist hochgradig zuckerkrank- auf fretem Fuße ist. Dieser Krankheit wegen sind täglich nur vier Verhandlungsstunden vorgesehen. Die Verhandlung nahm ihren Anfang mit der Feststellung der Personalien der Angeklagten. Die Lebensmitteltenerung beschäftist zurzeit auch den französischen Ministerrat. Die Regierung unterzeichnete einen Gefeßentwurf dahingehend, Maßregeln gegen den Notstand zu treffen sowie gegen die Steigerung der Wohnungsmiete. Der Ministerrat erklärte sich bereit, den Gemeinden zu gestatten, gegen den Notstand zu kämpfen durch Gründung von Gesellschaf ten zur Beschaffung von Brot und Fleisch. Auch wird den Gemeinden gestattet, Arbetterwohnungen zu bauen und zu vermieten. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) „ Das sind das sind. Der Untersuchungsrichter rechnete vor sich hin." Das sind fährlich dreihundertsechzig Mart. Sie haben also in den fünf Jahren beinahe die ganze Summe zurückgezahlt, ohne um einen Schritt vorwärts dabet zu kommen. Wie finden Sie das, Herr Grulich?“ Kleine Nachrichten. Der banerische Brinzregent hat aus Anlaß seines Namensfestes aus der ihm zum 90. Geburtstag überreichten Landesjubiläumsspende an eine große Anzahl von Wohltätigkeitsanstalten zum Zwecke der Jugendfürsorge Zuwendungen im Gesamtbetrage von etwa 150 000 Mart gelangen lassen. Vermischtes. 3um filbernen Regierungsjubiläum des Kaifers. Katser Wilhelm 2. begeht am 15. Juni 1913 sein 25tähriges Regierungsjubiläum. In weiten Kreisen wird bereits der Gedanke erwogen, dieses Jubiläum in würdiger Weise zu fetern. Die deutsche Industrie bereitet, wie dem„ Deutschen Reichsarchiv" geschrieben wird, eine wertvolle Widmung vor. In einem groß und vornehm angelegten Wert von reicher künstlerischer Ausstattung wird ein Ueberblick gegeben werden über die Entwick lung der deutschen Industrie unter der Regierung Katser Wilhelms 2. Dieses Jubiläumswerk dürfte seinem ganzen Inhalt nach von hoher kulturgeschichtlicher Bedeutung sein und an der Hand eines umfangreichen Materials den großen Anteil feststellen, den Kaiser Wilhelm 2. an der Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens hat. Das Luftschiff Schfitte- Lanz ftteg am Dienstag in Mannheim nachmittags auf und landete nach einstün= dtger Fahrt glatt vor der Halle. Führer war Hauptmann v. Müffer; Prof. Schütte nahm an der Fahrt tett. Ein sonderbares Teftament. Die jüngst verstorbene Bürgerin Frau Dr. Leonhardt hatte an die Stadt Mülheim an der Ruhr zur Verwalterin des Vermögens ihres Onkels Hans Thyffen eingesetzt und der Stadt fährlich 100 000 Mart für Wohlfahrtszwecke zugewendef. Da es in dem Testament heißt, daß staatsgefähr= Itche Elemente, Ultramontane und Sozialdemokraten" von jeder Unterstübung ausgefchloffen sind, hat sich der fatholtschen Bevölkerung große Aufregung bemächtigt. In einer am Sonntag abgehaltenen Protestversammlung wurde darauf hingewiesen, daß die Mülheimer Stadtverordnetensißung, der die katholischen Stadtverordneten ferngeblieben waren, die Zuwendung ange= nommen habe. anstatt fte abzulehnen. Die Versamm lung erhob dagegen Proteft, daß das Zentrum gleich den Sozialdemokraten als staatsgefährlich" bezeichnet werde. Die Vaterlandsltebe und die Königstreue der Mülheimer Katholiken fet unbestrettbar. Zur Erhöhung der Tragfähigkeit des Luftschiffes. 2. 3. 9, das von der preußischen Heeresverwaltung abgenommen worden ist, soll noch eine Gaszelle eingebaut werden. Die Länge des Luftkreuzers wird da= durch von 132 auf 140 Meter erhöht merden. „ Ja das sind so Geschäfte, werter Herr." " Ach was Geschäfte!" schnauzte thn Herr v. Scharffenstein stirnrunzelnd an.„ Das nenne ich kein Geschäft, das ist wucherische Ausbeutung, verstehen Sie mich? Das find ja achtzehn Prozent! Und Sie haben in den amet Jahren auch schon über f: ebenhundert Mart verfchuckt. Wir werden uns diese Art von Geschästen einmal näher ansehen maffen. Und das nennen Ste immer in den Grenzen des Gesetzes bletben? Jy danke schön!" „ Herr Untersuchungsrichter, ich befinde mich ster, ru als Zeuge in dem Fall Marlehen vernommen zu we. den." Zwölf Tabakfirmen in Hambura. Altona und Ot tensen, die dem westfälischen Fabrikantenverein nicht angehören, haben beschlossen, sich mit den bestretkten 16 Firmen foltdartsch zu erklären und ihre Arbetter mit Ablauf dieser Woche auszusperren. Damit ruht dann dte Arbeit in der gesamten Tabakindustrie der niederelbtschen Städte. Den gleichen Beschuß haben die Bre= mer Fabrikanten gefaßt. Der Beamte au thu verblüfft an. Solche Dreistigteit war thm in seiner Braxis noch nicht vorgekommen. und tobet hatte dieser Mensch recht! Es lteß sich nichts bagegen einwenden, und erfragte etwas weniger barsch: „ Sia also dann kurz: Wie tam es, daß Sie nach zweijährigem vergeblichen Warten mit einem Male das Geld erhielten?" Auf der Zeche Könia Ludwig bet Recklinghausen in Westfalen gerteten sechs Arbeiter in das Getriebe. Etner Ganz einfach, weil Herr Dokior Waldow endlich Bet Kasse war." „ Das gerade niht. Aber" " Ich merke schon, te haben immer noch ein Aber. Ste werden Ihr Opfer, wie das in solchen verzweifelten Kallen von gewissen Herren genmacht wird. auf verichtedene Weise in die Enge getrieben haben. Es gibt ja da eine ganze Reihe von verzwickten Mitteln. Und da hat er sich nun das Geld verschafft. Wissen Ste, wie das zuging, daß es gerade zu der betut Regierungsrat Marleben abhanden gekommenen Summe gehört?" Run, so einfach ist die Sache doch nicht! Wie Ste bereits dem Herrn Kommissar von Bardekow mitgeteilt haben, sind Sie in der letztenzett etwas schärfer in Ihrer Forderung geworden. Was metaten Sie damit? Haben Sie mit einem öffentlichen Skandal gedroh!?* Großer Erdgasbrand in Ungarn. In den ErdgasQuellen bet kis- Sarmas in Siebenbürgen ist ein gro ßer Brand ausgebrochen, der felt 36 Stunden unvermindert fortdauert. Auf dem großen Territorium stetgen Feuersäulen von vielen hundert Metern Höhe gen Himmel. Abgesehen von der schweren Verlegung des Hüters der Gasquellen und seiner Frau sind sonstige Bersonen nicht zu Schaden gekommen. Die Regterung hat tontere zur Rettungsaktion hingeschickt. Die Brandfläche hat bereits ein Gebiet von ungefähr sechzig preußischen Morgen Ausdehnung genommen. Ueberall haben sich in der Erde kleine Krater gebildet, welchen das brennende Gas in bisher dreißig Feuerfäulen mit folossaler, alles ringsum vernichtender Gewalt ent= strömt. Das aufgebotene Militär kann sich dem Brandherd wegen der riesigen Sitze nicht nähern. Die Erplofton des Gafes ist mit gewaltigem Erdbeben und mächtigem unterirdischem Rollen verbunden. Grulich hob mit unschuldiger Mtene setne beiden Arme hoch und ließ sie dann schlaff gegen die Setten setnes Körpers fallen. Mir hat Frau v. Marleben nichts daven gesagt. Ste wor im Gegenteil ziemlich schroff zu rr." „ Wie? Ste hanen mit ihr gesprochen?" Ste haben es gewagt?" schrie Doktor Waldow aufspringend. Ruhe! Schweigen Ste, bis Ste gefragt werden!" gebot Herr von Scharffenstein. Das ist ja ein ganz neues Moment, das Ste da herein bringen, Herr Grulich. Sie haben sich also in betreff der Schild des Doktors an Frau von Marlebent gewandt. Wie fomen Ste dazu und was bezweckten Ste damit?" Bisher Die Hochstapeleien des Berliner Gerichtsschreibers Müller nehmen ungeheure Dimensionen an. fonnte feftaeftellt merden, daß Müller anfanas Januar etwa 3 Mintonen Mark an seine Kunden hätte zurückzahlen müssen, darunter Summen in Höhe von 500 000 und 600 000 M. Bei der gestrigen Haussuchung wurden noch 3000 M. befchlagnahmt. Wetter konnte feftgestellt werden, daß Müller fetne Hochstapeleten schon felt mehreren Jahren betrieben hat. Eine ImmatrifuIationsbescheinigung, die er sich erschwindelte, diente ihm dazu, Anschluß an studentische Verbindungen zu finden. Die Sache Itegt wieder sehr einfach", erklärte Grulich mit größter Gemütsruhe." Ich wußte von den fritheren Beziehungen des Doktors zu Fräulein Rank ,, Woher hatten Ste Kunde davon?" Aber Herr von Scharffenstein stampfte mit dem Fuße auf und schlug mit der Hand so heftig auf die Akten, daß es wie ein kleiner Kanonenschuß krachte und das Tintenfaß in die Höhe sprang. " Nun, man hat so setne Quellen. Unsereins kann doch nicht so in den Tag hineinleben, man muß sich auch etwas um die Menschen, mit denen man Geschäfte macht, bekümmern. Na, und da ging ich dann schließlich zu der Frau Regterungsrat, stellte thr die Sache vor und bat ste, Herrn Doktor Waldow zu veranlassen, daß er mich doch endlich befriedigt. Ich rechnete auf den Einfluß, den fie wohl immer auf ihn haben würde" ,, Teufel!" zischte der Doktor emport und drohte mit der erhobenen Faust. " Niemand hat hier was zu reden, wenn nicht die Rethe an thm ist, oder ich muß andere Maßregeln ergreifen!" drohte er außer sich. Er gewann aber sofort fetne Selbstbeherrschung wieder und setzte mit seiner gewöhnlichen Stimme hinzu:„ Wann waren Sie bet Frau von Marleben?" Der Agent zog gemächlich sein Nottzbuch hervor. und blätterte darin.„ Es war gerade sechs Wochen vor tenem Verbrechen." „ Und wann mahnten Ste den Herrn Doktor?" ,, Ungefähr jede Woche einmal." " Wie benahm sich der Herr Doktor dabet zu Ih nen?" „ Er war grob wie Bohnenstroh." " „ Also von der Einwirkung, die Ste erhofft hatten, war nichts zu merken?" " Durchaus nicht! Bis ich dann zu meiner eigenen Ueberraschung am Tage nach jener Tat plötzlich das Geld auf einmal erhielt." Herr von Scharffenstein klopfte mit einem der übermäßig langen Bleistifte, die auf seinem Schreibtisch lagen, nervös auf die grin überzogene Tischplatte und sah mit seinen stechenden Augen abwechselnd bald den Doktor und bald den Agenten an. Das dauerte so einige Minuten. Dann nickte er befriedigt mehrere Male wie jemand, der zufrieden mit dem Ergebnis seines Nachdenkens ist und sagte: „ Es ist gut, Herr Grulich. Ich danke Ihnen. Ste können gehen." lagt. ferin am der Tote laffen chive v. J. Kaife tunge der Schul Kom bäud Berl verit fich t heran und Mart rauf ten mitte nehm wehr feine Offia ganz Feu bis Sta Kor ne Dam metr schm Bufa Hau Fra helm Bu fe diefe Sroll inf bon Befi wie gen bring gema fomn But be Doch Man mäß fich rung fchlag berzt Don noch શ miffare Deran werden miffen. F betom. Ser gnigtes mir je Elar wie Unterfu Ja weiß. fimmt Grulich warf sich in die Brust. Uebrigens, Herr Untersuchungsrichter, auf den etwa auf mein Konto ente fallenden Teil der Belohnung verzichte ich-" während perlaffen Sobren Der Elelme wirtt. nicht m bewahr Diefes Wochen " 5= Te 18 T= " er gt. er Is 3. D ch et er 82 01 et ent es ge ng Ote ch こ elen ntid= nd ers her ar id= 000 efthort Fit hm Dett. Dem Altund dte era fort geGrau Tvor vor atten, Wertsachen wurden noch in erheblicher Menge beschlagnahmt. Ein großer Reisekorb enthielt noch fieben fostbare Delgemälde. Dazit kommen eine umfangreiche Briefmartensammlung, felne Retsesachen, Stidereten, Schmucksachen, Goldwaren usw. Enrico Caruso hat am Montag Berlin als Patient verlaffen. Bet dem ihm zu Ehren veranstalteten Abschiedsfrühstück brach der Künstler stöhnend zusammen. von einem heftigen Ausbruch neuralgischer Er war Kopfschmerzen übermannt worden, von denen er während seiner ganzen Anwesenheit in Berlin gepeinigt wurde. Der erkrankte Künstler erholte sich erst zwet Stunden später, nachdem ärztliche Hilfe thm zutell geworden war. Seine Freunde hatten Caruso dringend gebeten, sein Berliner Gastspiel zu verschieben oder ganz aufzugeben. Aber er war dazu nicht zu bewegen, froßdem fich die Anfälle sters vor Beginn der Vorstellung mit besonderer Heftigkett bemerkbar machten. Dienstag hat der Stitnstler seine Reise nach Neuyork angetreten. Am Ein praktisch denkender Gemeindevorsteher. Wurde da in einem Dorfe nicht weit von Halle die GemeindeJagd verpachtet. Bet der Ausbtetung beteiligte sich auch ein größerer Besitzer, der bis zu 3000 Mark mitging. Da er ber Bestbietende war, nahm man an, daß er den Zuschlag erhalten würde. Es kam aber anders. Der Nächstbestbietende, ein Landwirt, erhielt den Zuschlag, und zwar motivierte der Ortsschulze dies mit folgender Begründung: Der Befiber ist zur Steuer mit nur 7000 Mart Einkommen veranlagt. Wie kann man nun verlangen, daß man jemand bet einem solchen Einkommen um 3000 Mart fürzen soll; der Betreffende hätte ja dann nur noch 4000 Mart übrig, mit welcher Summe unter den heutigen Verhältnissen schwer auszukommen ift. Troy aller Einreden von anderer Seite blieb der Ortsschulze fest: er tönne es nicht verantworten, wenn er die Hand dazu biete, daß jemand Not letden solle. Der Borfall wird in der betreffenden Gegend vielfach be= lacht. Ehrung eines verftorbenen Soldaten durch die Kats ferin. Mit einer schlichten Feier wurde ein Gedenkstein am Grabe des Gefreiten Ussat von der 2. Kompante der Potsdamer Unteroffizterschule, den die Kaiserin dem Toten auf dem neuen Friedhofe in Potsdam hat seben lassen, enthüllt. Usiat war vor einem Jahre im Dienste schwer verunglückt und nach 11 Monaten im Oktober v. J. gestorben. Durch Hofprediger Schmidt wurde dte Kaiserin von dem Vorfall unterrichtet, und beschloß, dem fungen Soldaten einen Gedenkstein setzen zu lassen. Zu ber Feter hatten fich der Kommandeur der Unteroffizierschule sowie viele Offiziere und eine Abordnung der Komvante des Verstorbenen eingefunden. Ein frecher Ranb ist Dienstag morgen vor dem Gebäude der Darmstädter Bank auf dem Schinkelplatz in Berlin an einem Kassenboten der Darmstädter Bank verübt worden. Zwet unbekannte Männer drängten fich vor dem Gebäude der Bank an den Kassenboten heran; der eine griff in die innere Rocktasche des Boten und raubte thm eine Brieftasche, in der sich über 1300 Mark Bargeld und außerdem ein Scheck befanden. Darauf ergriffen dte betden Räuber die Flucht. Sie konnten nicht eingeholt werden und sind bis jetzt nicht ermittelt. Die Feuerwehr der Frauen. Daß einzelne unternehmungslustige Frauen sich in den Dienst der Feuerwehr gestellt und ihre Anstellung durchgesetzt haben, ist feine Seltenhett; in Petersburg ist eine Dame sogar Offizier der Feuerwehr, und in Amerika gibt es eine ganze Reihe weiblicher Feuerwehrleute. Eine ganze Feuerwehrkompante von Frauen fannte man jedoch bisher in Europa nicht. Die waderen Frauen des Städtchens Vannes in der Bretagne haben, wie eine Korrespondenz wiffen will, diese schmerzlich empfundene Litcke" nun ausgefüllt und haben eine regelrechte Damenfeuerwehr gegründet, auf welche Stadt und Gemeinde nicht wenig stolz sind. Sonntags treten die schmuck uniformierten Damen zu Feuerwehrübungen zusammen, und die Bürger von Vannes sfrömen in Haufen zu dem Ererzierplay, um thre Töchter und Frauen unter sehr fleidsamen blankgeputzten Messinghelmen mit Pumpe, Schlauch, Feuerleiter und Art üben zu sehen. Wenn man einen großen Sansschlüffel hat. Unter dieser Ueberschrift erzählt ein thüringisches Blatt eine Srollige Geschichte: Junge Leute kehrten jüngst gegen fünf Uhr morgens von einem Sommerse heim. Einer von ihnen war ein„ möblierter" junger Mann und im Besibe eines der großen, ach so großen Hausschlüssels, wie sie in Sondershausen, wo der Vorfall sich zugetragen hat, so vielfach noch vorzufinden sind. Die Unterbringung dieses Instruments hatte thm schon oft Sorge gemacht, und schließlich war er auf den Gedanken ge= fommen, den Riesenschlüssel hinten an der Hosenschnalle zut befestigen, wo er ungestört ein sicheres Dasein führte. Doch mit des Geschickes Mächten.... Als der junge Mann vor seine Haustür tommt, will er fie naturgemäß aufschließen. Nach kurzem Besinnen erinnert er fich mit verständnisinnigem Lächeln des Aufbewahrungsortes feines Schlüssels.„ uff!" und mit„ kühnem " Hm. Na, also gut! Ste können gehen." " Und was die zweitausend Mark betrifft, dte da beschlagnahmt sind", fügte der Agent großspurig hinzu,„ so verzichte ich auch darauf-" " Das ist eine Sache für sich", unterbrach thn Herr von Scharffenstein mit grimmigem Lachen.„ Das wird noch besonders geregelt werden. Adteu!" Als Grulich hinaus war, winkte er die beiden Kommiffare, die bis jetzt respektvoll zugehört hatten, zu sich heran und sagte leise zu thnen: Diesen Ehrenmann werden wir in ganz besondere Beobachtung nehmen muffen." " Ist beretts vorgesehen!" erklärte Herr von Bardekow. Herr von Scharffenstein machte jetzt ein sehr vergnügtes Gesicht, als er sich an den Doktor wandte. Und nun, Herr Doktor, zu Ihnen! Wissen Ste, daß mir jeßt die ganze Geschichte mit den zwettausend Mark Har wie Sonnenschein ist?" „ Ste können nur Vermutungen aussprechen, Herr Untersuchungsrichter." " Ich möchte mit Ihnen wetten, daß ich es genau weiß. Denn ob nun metne Darstellung des Vorganges ftimmt oder nicht, das werde ich an Ihrem Verhalten während meiner Worte merken, darauf können Sie sich verlassen. Nicht umsonst führe ich sett beinahe dreißig Jahren solche Untersuchungen!" enen das tberblaund den inige wie NachSte Berr ents Der Doktor sah thn scheu von der Seite an. Dieser letne Herr hatte unzweifelhaft etwas Dämonisches an fich, das mit eigentümlicher Macht auf seine Umgebung wirkt. Aber nein, es war unmöglich, alles konnte er nicht wiffen. Das Geheimnis, das er in seinem Busen bewahrte, war ja für ihn selbst auch nur Vermutung! Dieses Furchtbare, unheimliche, das er nun in all diesen Wochen mit sich berumtrug, das seine Seele mit ZentGriff" versucht er ihn von der Befestigung zu lösen. Ist es nun schon in gewöhnlichem Zustande oft nicht leicht, die Hosenschnalle zu lösen, um wie viel schwerer muß es dann sein, wenn man bis früh um fünf Uhr Kom mers gefeiert hat! Kurz und gut, die Lösung des Schlütffels aus seinen Banden gelang nicht, und in feinem Rausche zoa der Unglückswurm feine Hose aus, schloß dann mit dem daran hängenden Schlüssel die Türe auf, begab sich in sein Zimmer- frach lag er selig im Bette. Wer aber beschreibt am andern Morgen des Hauswirts Schrecken, als er die Haustür aufschließen will: sie ist weit geöffnet, und am Schlüssel, der in dem Schlosse steckt, hängt die Hose des jungen Mieters.! Ob dem ein Unglück widerfahren? Schnell stürzt der besorgte Hauswirt hinauf doch da lag sein Mieter im Er Hefften Schlummer und schnarchte vor sich hin. träumte wahrscheinlich von großen, schweren Hausschlüsseln, die er durchsägen mußte. Doppelfeter. Fran( zum neu eintretenden Mädalso chen): Sie sind fest gerade mein hundertstes. ein Jubiläumsmädchen!" Dienstmädchen:" Das ist doch merkwürdig- das ist nämlich auch mein hundertster Play!" Das Opfer eines Hochstaplers. Einer der gefährlichsten internationalen Hochstapler, der unter Anwendung von betäubenden Giften etne jungen Dame Bargeld und Schmucksachen im Werte von ca. 24 000 Mart abgenommen hatte, wurde am Montag aus der Untersuchungshaft dem Strafrichter vorgeführt. Wegen Betruges, Unterschlagung und Diebstahls hatte die 3. Straffammer des Berliner Landgerichts 1 unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lteber gegen den angeblichen Juwelenhändler David Gorenstein zu verhandeln. Die aus guter Familie stam= mende Selma M. war viele Jahre in der Familie eines russischen Millionärs Fränkel als Gouvernante tättg gewesen. Sie hatte sich im Verlauf von acht Jahren etn größeres Kapital zusammengespart, außerdem waren thr außer einem Berlenkollier zahlretche sehr wertvolle Brillantschmucksachen und andere wertvolle Sachen zum Geschenk gemacht worden. Anfang November 1909 gab fie thre Stellung auf, um zu ihren in der Schwetz lebenden Verwandten zurückzukehren. Auf irgend eine Weise mußte der jetzige Angeklagte von der Reise der Jungen Dame Kenntnis erlangt haben, denn er ließ diese schon von Warschau aus nicht aus den Augen. Durch Vermittlung der Wartefrau des Abteils erster Klaffe machte er die Bekanntschaft des Fräuleins M. Er nannte sich„ Dorry von Hastings" und gab sich als retcher Amerikaner aus San Franzisko aus, der nur deshalb nach Europa gekommen set, um sich hier eine Frau zu suchen. Kurz bevor der Zug Berlin erreicht hatte, bot ihr der„ Amerikaner" schon geschnittenen Kuchen und ein Glas Wein an, das sie ohne Argwohn annahm. Wie sich ergab, war der Wein mit einem Betäubungsmittel versetzt, das die Eigenschaft hatte, einen Zustand der völligen Willenlosigkeit herbeizuführen. In Berlin verschleppte der Angeklagte die N. in ein Hotel, wo er ihr etwa 110 Rubel in Papier und Gold und ein Perlentollier abnahm. Am nächsten Tage brachte er dann den Koffer der N., der für 18 000 Mart Schmudfachen enthielt, an sich und ebenso thr auf einer schwet zerischen Bant deponiertes Vermögen von 5500 Mart. Wie sich später ergab, war der Angeklagte an demselben Tage mit seiner Beute nach Warschau abgedampft. Er wurde später auf Grund eines Steckbriefes in Bremen verhaftet, nachdem er in der Zwischenzeit mehrere ähnliche Verbrechen verübt hatte. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 8 Jahren. Das Gericht ging jedoch mit Rücksicht auf die überaus raffinierte und niederträchtige Art und Weise, in der der Angeklagte sich seinen Opfern genähert hatte, noch über diesen Antrag hinaus. Es set Pflicht, einen derartig gemeingefährlichen Verbrecher so lange wie möglich unschädlich zu machen. Das Urfett lautete auf 10 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Sind die Türken Sieger? Während in Konstantinopel Stegesjubel herrscht, mag in Rom angesichts der letzten Meldungen aus Tripolls eine etwas gedrückte Stimmung sein. Denn an einem tatsächlichen Steg der Türfen vor Tripolis ist nicht zu zweifeln, wenn auch seine Folgen nicht so weittragend find, wie orientalische Phantaste fie fich ausmalt. Von halbamtlicher italienischer Sette wird auch bereits den türkischen Berichten von sehr großen Verlusten der Italiener in den jüngsten Gefechten vor Tripolis entgegengetreten. Die Stegesmeldungen der net. Bisher ist feine Bestätigung der ernsten NachTürken werden als absolut falsch und sinnlos bezeich= richten über die gefährdete Stellung der Italtener in Tripolis eingetroffen. Dagegen verlautet in Konstantinopel mit Bestimmtheit, die Türken hätten etnen neuen Angriff auf die noch im Befit der ItaItener befindlichen Außenforts von Tripolis unternommen. Die Italiener wurden ans ihren Stellungen nerlast bedrückte und thn fast zum Wahnsinn getrieben hatte! Und da saß nun vor ihm dieser tm Justizpalast ergraute Mann und freute sich offenbar darüber, daß der Fall so schön klar vor thm lag. Unmöglich! Wahrscheinlich trrte er. Wahrscheinlich? Nicht sicher! Ja, ficher mußte dieser Mann trren, uns es würde gewiß trgend eine banale Geschichte dabet herauskommen. Aber was auch kommen sollte, er wollte, wenn er geendet hatte, ruhig aufstehen und sagen:„ Ste haben recht, Herr Untersuchungsrichter, so ist es gewesen!" Und dann würde man ihn entlaffen und die ganze Sache wäre erledigt. Und er raffte sich zusammen und sagte mit fester Stimme: „ Ich habe volles Vertrauen zu Ihrer Erfahrung und zu Ihrem Scharfsinn, Herr Rat. Und da ste so tlar sehen, so tst metn wetteres Verweilen hier wohl nicht mehr nötig, und ich bin entlassen?" Der Untersuchungsrichter verzog setne schmalen Lippen zu einem schwachen Lächeln und drohte mit dem Finger. „ Et, et, Herr Doktor! Ste denken wohl, ich könnte dte Sache jetzt übers Ante brechen? Nein, so schnell geht das doch nicht! Ich habe Ihnen fa auseinandergesetzt, daß wir erst hören wollen, was Sie zu meiner Darstellung sagen werden." Doktor Waldow machte eine verbindliche Verbeugung. " Hm. Ich muß Sie vorher bitten, mich in meinem Gedankengang nicht zu unterbrechen. Das wirkt immer störend auf mich und zerreißt mir den Faden meiner Schlüsse." Der Doktor verbeugte sich wiederum schweigend. „ Schön. Sehen Sie, Herr Doktor, es gibt fa Menschen, denen nichts nahe geht. Diese Menschen plätschern im Meere des Lebens umher wie ein Seehund, an dessen fettigem Fell auch nicht ein Tropfen des thn umgeben| verdrängt und hatten große Berlufte. Die Italiener sollen mehrere hundert Tote und etwa 1000 Verwun dete verloren haben. Die Türken erbeuteten sechs Mas schinengewehre. In Tripolis mache sich unter den Ita lienern Mutlosigkeit und Verwirrung geltend. Die Meldung, die Italiener hätten bereits fapituliert, itst vorläufig unbestätigt, aber die türkische Regierung ist von großem Optimismus erfüllt. Man muß nun abwarten, was an den türkischen Meldungen Wahres ist. In Paris hält man es als sicher, daß Italten einen Angriff aur See auf Saloniki, Smyrna und Beyrut plant, falls die Großmächte nicht rasch vermittelnd eingreifen. Dem Vormarsch in Tripolis stellen sich derarttae Schwierigketten entgegen, daß Italien viele Monate zur Besetzung brauchen würde. Vom Erscheinen der italienischen Kriegsflotte vor den genannten türkischen Häfen erwar= tet es ein Einlenken der Pforte und einen schnellen Friedensschluß. Auf die Türkei scheint das angebliche italienische Vorhaben aber keinen Eindruck zu machen. Der„ Tant." bezeichnet dte italienische Absicht, den Krieg auf die italienischen Inseln auszudehnen, als vergebliche Mühe; sie werde höchstens den Italienern felbst Schaden bringen. Das Blatt sagt, die Türkel verlache diese Absicht und freue sich höchstens in der Hoffnung, daß Italten wirklich einen solchen Fehler begehen werde. Ein zwischen den Inseln operierendes Geschwader wird dauernden Gefahren durch fürftiche Torpedoboote ausgesetzt sein. Außerdem mißte Italiens Seemacht durch die im Archipel stationierten Schiffe auf längere Zeit geschwächt werden. Dentschland soll vermitteln. Nach einer Meldung der Frants. Atg." aus Konstantinopel haben die Botschafter Englands und Frankreichs die Pforte verständigt, die Bemühungen ihrer Regierungen in Rom, die Bedingungen zu erfahren, auf deren Basis man zu etwaigen Friedensverhandlungen schreiten könnte, feien fruchtlos geblieben. Der italienische Minister des Aeußern hat erklärt, daß für Italten nur eine Intervention Deutschlands in Frage fommen fönne. Ein amtlicher türkischer Siegesbericht. Das türkische Kriegsministerium veröffentlicht fol gendes Telegramm des Kommandanten von Tripolis: In der Nacht vom 26. Oktober unternahmen Truppen und Freiwillige einen allgemeinen Sturm gegen die Stellungen der Italtener, wobet sie die Verteidigungslinie der Italiener an einzelnen Punkten durchbrachen. Ein Teil der Angreifer drang durch den Palmenhain bis in die Stadt. Unser rechter Flügel durchbrach nach längerem heftigen Angriff alle Verteidigungslinien des Feindes. Dem gegen einige Befoonnoen gerichteten Sturmangriff fonnte der Feind nicht standhalten, er räumte die Forts und floh. Die Truppen besetzten die Forts. Der Feind eröffnete aus seiner Stellung hinter der Verteidigungslinie das Feuer mit Schnellfeuergeschüßen und Mitrailleusen. Trotzdem brachten die ottomanischen Truppen nur durch Gewehrfeuer die Festungen zu Fall, au f denen dann die ottomanische Flagge gehißt wurde. Die Verluste des Feindes find unbekannt. Die Türken hatten etwa 40-50 Tote und hundert Verwundete. Konstantinopel, 1. November. Einem vom türfischen Oberfommandierenden Nefchat Bei eingetroffe= nen Telegramm aus Tripolts zufolge behaupteten die Italiener die von den Türken genommenen Forts bis zum 28. Oftober, wo sie fte räumen mußten. Der Kriegsminister richtete an die Korpskommandanten ein Telegramm, worin er die heldenhaften Angriffe der Türken und Araber rühmt. Die Jtaltener haben sich in das Innere der Stadt zurückgezogen, die Kämpfe dauern fort. Drahtnachrichten und Deuestes. Ein schwedischer Dreimaster an der Elbmündung gestrandet. Cuxhaven, 1. November. Heute nacht ist bel schwerem Weststurm der schwedische Dreimaster Hammonia an der Elbmündung gestrandet und total wrad geworden. Die Mannschaft wurde gerettet. Ein Fall von Lungenpest in England. London, 1. November. In das Hospital von Shotlen in der Grafschaft Suffolk wurde bet elnem Seemann Lungenpest festgestellt. Es sind alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Hungersnot in Rußland. Petersburg, 1. November. Vom Gebiet des Kuban- Fluffes im Kautasus wird gemeldet, daß in den Dörfern eine entfeßliche Hungersnot herrscht. Die Bauern haben nicht die geringsten Lebensmittel mehr und sind dem Hungertode nahe. Vielfach haben sie sich das Abendmahl reichen lassen. Ein neues Opfer der Aviatik. Neuyork, 1. November. Der Flieger Professor Montgomery ist bet Flugversuchen mit etrem Gleitaeroplan eigener Konstruktion bet Santa Clara in Ka lifornien abgestürzt. Er erlitt tödliche Verletzungen. den Elementes haften bleibt. Was sie auch treffen mag, thr Geist bleibt sich immer gleich, feine tieferen Eindrücke graben sie in sich ein. Das sind entweder die Gleichgültigen, die alles falt läßt, oder die Leichtfertigen, die überhaupt keiner tieferen Erfahrung fähig sind, oder die Leute mit der ehernen Stirn und den stählernen Nerven, an denen die stärksten Geschosse des Schicksals wie Gummibe abprallen. Zu diesen dret Sorten Menschen ge= hören Sie nicht! Ste sind ein Mann mit starter, gemitt voller Begabung, der nie sicher davor ist, daß thm sein Gefühl nicht einen Stretch spielt. Mit einem Wort, ein Gemisch von Sanguinifer und einem Melancholiker." Worauf mag er nur hinauswollen? dachte Doktor Waldow. ,, Ste sehen mich fragend an? Gedulden Sie sich nur etnen Augenblick, ich komme gleich zur Hauptsache. Ihre Veranlagung zum Gemütsmenschen wird mir durch Ihr Verhalten als Student bewiesen. Sehen Ste, ein anderer, weniger strupulöser funger Mann hätte sich nicht zwei Jahre lang mit einer solchen Sache herumgeschleppt, er hätte der Geschichte, sobald er seine ganze Lage durchschaut hätte, was fa bei Ihnen ziemlich bald der Fall war, mit fester Hand ein Ende gemacht. Ste aber, in Ihrer Güte, fühlten sich moraltsch verpflichtet, auch gegen Ihr inneres Empfinden fener Dame treu zu bleiben, menigstens für so lange, bis das Verhältnis selbst für Ihre Langmut unerträglich wurde. Das war der erste Aft Ihres Lebensdramas, der zweite wird durch die Schuld dargestellt, die Ste auf sich hatten lassen müssen, und die Ste nun immer wieder an Ihren Frrtum und an Ihre Verirrung erinnerte. Das war gut! Dadurch waren Sie für immer von fener für Ste unwürdigen Liebe geheilt. Da aber kam der dritte Akt. Fräulein Rank tauchte als stolze Frau eines hochangesehenen Mannes wieder vor Ihnen auf." ( Fortsetzung folgt.) TYO PUNONNY Ein neuer Jahrgang und wieder ein starkes Machstum! 1903-4-5-6-78 191 Genau wie diefe Palme gewachsen ist, ift der Konfum in Palmin( Pflanzenfett) und Palmona ( Pflanzen Butter- Margarine) in den letzten fieben Jahren geftiegen. Diefe Tatsache ist der befte Beweis dafür, daß unfere Produkte einem wirklichen Bedürfnis entsprechen. Es wird bald keinen deutschen Haushalt mehr geben, in dem Palmin und Palmona nicht zu finden find. Niemand follte daher verfäumen, einen Verſuch damit zu machen. H. Schlinck& Cie. A.-G. Alle Bevölkerungsschichten baben Anspruch darauf, ihren Bedarf an Nahrungsund Genußmitteln, in geschmackvoll, modern und hygienisch ausgestatteten Geschäften zu kaufen. Alle Bevölkerungsschichten haben Anspruch auf eine saubere, gegen mögliche Verunreinigung und ungünstige Einflüsse schüßende Ver: packung ihrer Nahrungs- und Genußmittel. Alle Bevölkerungsschichten müssen es sich zum Grundsage machen, ihren Badarf in Nahrungs- und Gen ßmitteln nur in Spesialgeschäften zu entnehmen. Es ist falsch, wenn manche Le te glo iben, sie müßten in modern und uygens eingerichteten Ge schäften die elegan re Einrichtung, die geschmackvollere Ausjattung und te zweck mäßigere Verpadung mitbezahlen! Wahr dazegen ist, das unsere Spezialgefäfte billia eerlaufen, well die zen ralisierte fad männische Leitung und Fabrifation Ersparnisse gestatten, die dem Käufer in Preis und Qualit tät unmittelbar zu gute kommen. daß unsere Spezialgeschäfte Wahr dagegen ist, liefern, weil sie überwiegend Ergut zeugnisse eigener Fabrikation, de= ren Wert durch das Renommee unserer Firma verbürgt ist, in den Handel bringen und weil der direlle Absatz dieser Erzeugnisse die Lieferung nur befter Qualität zur Pflicht der Selbsterhaltung macht. Wahr dagegen ist, daß unsere Spezialgeschäft reell arbeitet, weil sie durch Origt na Fabrifpackungen den Käufern die gewünschte Qualität und Quantität verbürgen. Schon unser Geschäftsprinzip: durch eigene Filialen direkt mit den Verbrauchern zu arbeiten und jedem Geschmack und Geldbeutel gerecht zu werden, gewährleistet eine für alle Käufer gleich vorteilhafte Bedienung. Ein Versuch überzeugt! 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