ür unseren cifs 6 um Der Verkehr d- Nauheim diesen Verkg erhöht. [ 29 26 Er sich, VellohenIver erle" hes so schöne . Achten Sie genau auf den und SchutzAllein. Fabr.: Göppingen. Louis 1904. Ismedaille g 1906 zin üssiger putz rikanien: kt- Ges, Leipzig 15,30,50 PF.u.1M erhältlich. chentl. Gehal e Prob., obut it geringer Mühe nann durch Vere rfill. Spezialt desheiten und Verlangen Sie inft per farle üffeldorf 98. tige Etter Die Blätter aktion von Rudolf C. Moszkowski, er und Gastar I unter Mitwirkung Künstler, wie Ernst ner, W. A. Wellner, Bayros, H. Zille usw. erscheinen, sind der amüsantesten nds. Sie pfleges e Schilderung des tstädtischen Lebens d und werfen sat er auf Politik und schichte. onnements al 2.50 MK. mer 25 Pl uchhandlungen. stigen Blätter SW. 68. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pig. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - Erscheint Redaktion: sierteljährlich 1,20 tf., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.. Nr. 192. - Telephon: Nr. 362. Sedan! Nun trennen uns bereits mehr als 40 Jahre von Sedan, von dem leuchtenden Sonnenschein und der hehren Siegesbotschaft, die dem Wort des Dichters Wahrheit verliehen haben:„ Vaterland! in tausend Jahren kam dir solch ein Frühling faum!" Neue Geschlechter sind seitdem herangewachsen, denen Sedan kein Erlebnis mehr ist, die damals nicht mitgekämpft, nicht miterlebt, die nicht unmittelbar die unversiegliche Weihe der wehrhaften waffenfrohen Stimmung der Sedanzeit empfangen und für das ganze Leben behalten haben. Die frischen, lebendigen Farben schwinden, die Woge der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 2. September 1911. | Lutherspiel Festtage hehrster Art beschert hat, von denen man dort noch heute mit Begeisterung redet. Anfang Oktober veranstaltet er dasselbe Festspiel in Siegen. Möge dieser furze Hinweis heute genügen, um auf die festlichen Tage vorzubereiten. -) Gießen, 1. Sept. Der langjährige Leiter des Kreisbauamtes Gießen, Baurat Die h m, verläßt am 1. Oktober seinen bisherigen Posten. An seine Stelle tritt Regierungsbaumeister He ch ler- Lauterbach. -e Friedberg, 1. Sept. Am Freitag fand zwiArtilleriebrigade statt. Geschossen wurde von Norden schen Butzbach und Ostheim das Scharfschießen der 23. nach Süden in der Richtung auf Obermörlen und Lan( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellens gesuche und Familienanzeigen 10 fs.- Die 90 mm breite geile im Reflameteil 50 fg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei leberschreitung des Bahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Betreibung oder bel Konkurs in Wegfall. Playvorschriften ohne Berbindlichkeit. Berlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. taunus zwischen Homburg und Königstein für den digen Ausführung gebracht werden und zwar in der Verkehr nach Frankfurt erschließen soll, dürfte zur balForm der Einschienenbahn. Der Landrat des Obertaunuskreises, Herr v. Marx, hat mit dem bekannten Verleger und Förderer der Einschienenbahn- Jdee August Scherl ein Abkommen getroffen, wonach sich dieBankinstitute die Gründung einer Taunusbahn A.-G. zu ser bereit erklärte, gemeinsam mit einem der vornehmsten übernehmen und den Bau und Betrieb der Bahn zu übernehmen, die für den Kreis finanziell außerordent lich günstig sind. Jm September wird die Angelegen. heit bereits den Kreistag beschäftigen. der Erinnerung beginnt schwächer zu werden. Es scheint, genheim auf einen dort isolierten Berg. Viele Zuschauer preis auf 29 Pfg. pro Liter erhöht. Bisher kostete das daß wir matt und müde werden. Es droht die Gefahr, daß wir uns des selbstbewußten Kriegsmutes, der rauhen, starken Kriegsluft entwöhnen, in der allein Großtaten der Weltgeschichte gedeihen. Darum tut es gut, die Gedanken an den Sedanruhm zu pflegen, an die wundergleiche Sedanherrlichkeit zu wecken und zu schirmen. die Freuen wir uns heute auch an dem, was dort vollzogen wurde, als ob wir es noch einmal lebten!" Besiegt und zerschlagen das tapfere Heer und der Kaiser, der Kaiser gefangen!" Gefangen der Kaiser der Franzosen und samt ihm ein ganzes sieggewohntes Heer, das sich für unüberwindlich gehalten hatte. Die Kaiserfrone, die der Erbe Napoleons des Ersten getragen, lag im Staube vor dem Sohne der Königin Luise, die vor hundert Jahren gebrochenen Herzens, aber doch in der Hoffnung auf einstige Vergeltung heimgegangen ist. Halten wir fest an Sedan! Bleiben wir treu den gottergebenen Helden des Sedantages, werden wir stark wie diese in der Pflichterfüllung an Mut und Tapferkeit, stark in der Hingebung für das Vaterland, stark in der Zucht der Waffen und in der Zucht des Herzens und des Geistes:" Allezeit treubereit für des Reiches Herrlichkeit." Aus Stadt und Cand. = P= Gießen, den 2. September 1911. * Vom Manöver des 18. Armeekorps. Die Brigadeübungen haben nunmehr begonnen und zwar die der 49. Infanterie- Brigade unter Generalmajor von Branconi bei Mensfelden südöstlich von Diez. Das nun auch auf drei Brataillone gebrachte Infanterie- Regiment Nr. 168 nimmt von jetzt ab, neben dem Leibgarde- Infanterie- Regiment Nr. 115 und dem Inf.- Rgt. Kaiser Wilhelm Nr. 116 an den Uebungen der Brigade teil. Die 50. Inf.- Brigade( Inf.- Rgt. Nr. 117 und 118) halten diese Uebungen unter Generalmajor Franke bei Wiesbaden ab. Die beiden Infanterie- Brigaden( 41. u. 42.) der 21. Division führen diese Gefechtsübungen ebenfalls im Unterlahnkreise in der Gegend von Limburg unter ihren neuen Kommandeuren, den Generalmajoren Riedel( zuletzt Kom. des Inf.- Rgts. Nr. 168) bezw. v. Diringshofen, aus. hatten sich eingefunden, insbesondere bei Butzbach auf der Anhöhe westlich von Friedberg in der Nähe des Hofes Haselheck. Während des Feuerns gerieten plötz= lich drei Zivilpersonen mitten unter die einschlagenden Geschosse, wo sie verzweifelt hin und her rannten. Infolge des Rauches und des Staubes, verursacht durch die einschlagenden Geschosse, konnte man nicht mehr sehen, das interessanteste, das jemals hier beobachtet wurde, was aus ihnen geworden ist. Das Schießen selbst war weil außer den beiden Feldartillerie- Regimentern 27 und 63 auch das Fußartillerie- Regiment, Brandenburgisches Nr. 3, aus Mainz daran teilnahm. -5= Alsfeld, 1. Sept. An der Bahnstrecke Alsfeld- Fulda sind im Laufe des Sommers ganze Strekken der jungen Anpflanzungen( Weißdorn- und Fichtenhecken) durch den Funkenauswurf der Maschinen nichtet worden. ver= *) Lauterbach, 31. Aug. Hier wurde ein Kind von Wespen derart gestochen, daß eine starke Geschwulst entstand und das Kind nach einigen Tagen starb. =)(= Schotten, 1. Sept. Die Zweigvereine des Vogelsberger Höhenflubs rüsten sich zum Herbstausflug nach Schotten, mit dem das 30jährige Stiftungsfest verbunden ist. Die Anmeldungen sind sehr zahlreich eingelaufen, so daß der morgige Sonntag in Schotten ein Stelldichein von Vertretern fast aller Zweigvereine des V. H. Cl. sein wird. * - Dillenburg, 1. Sept. Bei der kürzlich stattgefundenen Entlassungsprüfung am hiesigen Seminar erhielten 31 3öglinge das Reifezeugnis. * Weilburg, 31. Aug. Kunstmaler Ohlsen fing in der Weil oberhalb des Wehres einen Hecht, der das stattliche Gewicht von 15 Pfund hatte. Es dürfte gewiß eine Seltenheit sein, in der kleinen Weil so große Fische zu finden. =) Limburg, 31. Aug. Gestern morgen starb plötzlich infolge einer Blutvergiftung, hervorgerufen durch einen Furunkel auf der Hand, der einzige Sohn des Justizrats Rintelen hierselbst. Die Teilnahme dem Mißgeschick der Familie ist allgemein. an -e- Diez, 1. Sept. Die hessische Division( 25), welche zur Zeit in der Umgegend von Diez und Lim3um Notstand in der Landwirt burg ihre Regiments- und Brigade- Uebungen abhält, schaft. Der Minister des Innern v. Hombergk begab hat soeben auch für die größeren Feldübungen einen sich nach Gießen, um von dort aus mit dem Provin Flugapparat zur Ausprobierung für den Kundzialdirektor Dr. Usinger und einigen anderen Sachschafterdienst zugeteilt erhalten. Dem Aeroplan ist als verständigen im Automobil eine Landesbesichtigung zu unternehmen. Es soll an Ort und Stelle, soweit wie möglich in ganz Oberhessen die vorhandene Not in der Landwirtschaft geprüft und festgestellt werden, damit dann beraten werden kann, in welcher Weise den Not beständen abgeholfen werden kann. der Preußische Klassenlotterie. Die Erneuerungslose sowie die Freilose zur 3. Klasse der 225. Kgl. Preuß. Klassenlotterie sind unter Vorlegung entsprechenden Lose bis zum 4. September dieses Jahres, abends, bei Verlust des Anrechtes einzulösen. Die Ziehung der 3. Klasse dieser Lotterie wird am 8. September d. Js. ihren Anfang nehmen. *) Luther in Wetzlar! Unter dieser Losung werden die Tage vom 21. bis 29. Oktober stehen, und nicht nur in der Stadt Wetzlar, sondern im ganzen Kreise und über seine Grenzen hinaus wird diese Losung evangelische Herzen höher schlagen lassen. Eine stattliche Anzahl von Herren und Damen hat sich zusammengetan, um hier in Wetzlar in einer Reihe von Vorstellungen Dr. Hans Herrig's machtvolles„ Lutherfestspiel" zur Aufführung zu bringen. In all seinem Suchen und Zweifeln, in all seinen Kämpfen und Siegen wird er uns vorgeführt durch Herrn M. Halter aus Hannover, der unter dem Lutherdarsteller unserer Zeit an erster Stelle steht und vor 2 Jahren in Saarbrücken, im vergangenen Jahre in Köln Zehntausenden durch sein Station und Flugfeld der bei Altendiez gelegene große Exerzierplatz zugewiesen worden. *) Usingen, 1. Sept. Infolge des Wassermangels sind vom 21. Pionier- Bataillon Abteilungen abkommandiert, die im hiesigen Manövergelände Brunnen graben. Die in verschiedenen Dörfern des Kreises schon festgesetzten Einquartierungen wurden wegen Wasser= mangels abgesagt. - Das Abbrennen von Sedansfeuern ist wegen der herrschenden Trockenheit und der damit verbundenen hohen Feuezagefahr von verschiede nen Ortspolizeibehörden untersagt worden. * Frankfurt, 30. Aug. Der bedeutende Auftrieb, besonders von Rindern, darunter Jungrinder in großer Anzahl, der auf dem letzten Monatshauptvieh= markt in Frankfurt a. M. zu verzeichnen war- brachte doch die Notierung am 28. August 1776 Rinder, eine Anzahl, die bis jetzt kaum dagewesen- beweist, daß die Landwirte ihren Rindviehbestand infolge der Futternot trotz der Maßnahmen, die behördlicherseits unternommen werden und wurden, ihr zu steuern, nicht zu halten vermögen. Infolge der großen Zufuhr fielen am fraglichen Markttage gegen den Markt am 21. August die Preise für Rinder um 2 Mark pro Zentner, ebenso die für Kälber und Schafe. * Frankfurt, 31. Aug. Der langgehegte Plan einer neuen Taunusbahn, die den reizvollen OberBezdorf. Die Milchhändler haben den MilchProzent in die Höhe gegangen. Liter Milch 24 Pfg. Der Preis für Heu ist um 50 Marienberg( Westerwald), 1. Sept. Heute wurde die 6,12 Kilometer lange vollspurige Verbin dungsbahn( Nebenbahn) Marienberg- Langenbach Erbach ( Westerwald) dem öffentlichen Verkehr übergeben. Geschäftliches. Dünn gefät, stark gedüngt, reichen Erntesegen bringt. Selten hat sich ein Ratschlag wohl so gut bewährt wie der vorstehende gerade im vergangenen, so außerordentlich trofenen Sommer. Auf mangelhaft gedüngten Feldern war dies Jahr geradezu eine Mißernte zu verzeichnen. Dagegen hatte bei kräftiger Düngung die Trockenheit besonders dem Wintergetreide nur wenig geschadet. Literarisches. Wege zum Erfolg von Hans Glo y. Lehrmeister- Bibliothek Nr. 160. Verlag von Hachmeister& Thal, Leipzig. Preis 20 Pfg., postfrei 25 Pfg.- Die meisten verstehen unter Erfolg nur den Besitz möglichst großer Reichtümer. Sie übersehen, daß man Erfolg nur um des Glückes Willen erstrebt. Glück aber ist ein Zustand des Gemütes und nicht des Geldbeutels. Trotzdem sind materielle Güter ein wichtiges Mittel zum Zweck; denn mit unseren Seelenkräften können wir weder unseren Schneider, noch unseren Bäcker bezahlen, und ohne Geld bleiben unsere idealsten Absichten immer nur Absichten. Geld zu besitzen oder besitzen zu wollen, gereicht darum niemand zur Schande. So ungefähr lehrt der Verfasser obiger Schrift. Sie sollen den Weg zum materiellen Erfolg bahnen und gleichzeitig das Pflänzchen Innenleben hegen und pflegen. Der Verfasser hat einen scharfen Blick für die Wirklichkeit. Briefkasten. R. S. 75. Das Sprichwort:„ Eisern Vieh stirbt nie" bezieht sich auf den Pachtvertrag. Uebernimmt ein Gutspächter das Inventar zum Schäßungswerte mit der Berpflichtung, es bei Beendigung der Pacht zum Schäzungswerte zurückzugewähren, so trägt er die Gefahr des zufälligen Unterganges und zufälliger Verschlechterung des Inventars; wird z. B. ein dazu gehörendes Pferd durch Blitz getötet, muß der Pächter dasselbe ersetzen. Das in dieser Weise übernommene Inventar nennt man ,, eisernes Inventar", das zum Inventar gehörende Vieh eisernes Vieh". Da das Vieh dem Verpächter nicht durch Zufall verloren gehen kann, sagt ein Rechtssprichwort:„ Eisern Vieh stirbt nie". Leciferrin. In jedem Haushalte unentbehrlich! Wenn blutarm, nervenschwach, energielos, abgespannt, wenn die Berdauung und Ernährung darniederliegt, ift Leciferrin das zuverlässigste Mittel, um die Lebensträfte wieder zu heben, das Nervensystem zu stärken und das Blut zu bereichern. Personen, die durch Ueberanstrengung heruntergekommen sind und schwere und erschöpfende Krantheiten durchgemacht haben, finden in Leciferrin das richtige und zuverlässigste Präparat, um die Körperkräfte und Lebensenergie wieder herzustellen. Leciferrin ist das Kräftigungsmittel par excellence und bon Medizinern hochgeschäßt. Leciferrin peitscht nicht die Nerben auf, sondern fräftigt diese in ganz herborragender Weise durch seine glückliche Combination von Lecithin und Eisen, was auch von bedeutenden Aerzten anerkannt ist. Beim Einkauf verlange man ausdrücklich„ Leciferrin." Preis Mt. 3.-, in Apotheken zu haben, oder von: Universitäts- Apotheke Gießen, und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. Die Marottopause ist zu Ende. Gambons gebundene Marfchroute. Nach etwa zweiwöchiger Abwesenheit ist nunmehr Herr Cambon auf seinen Berliner Boffen zurückgekehrt, um die Verhandlungen mit Herrn von Riderlen- Wäch ter wieder aufzunehmen. Wenn man den Aeußerun gen der Pariser Bresse trauen darf, so ist Gambon mit gebundener Marschroute zurückgekommen. Für die neuen Verhandlungen find feste Grundlagen aufgestellt worden, was allerdings nicht ausschließt, daß man davon noch etwas abweichen wird. Das politische Barometer, das während des ersten Teils des Verhandlungspause auf" Sturm" stand und dann plößlich auf " Schön Wetter" emporschnellte, ist in den letzten Tagen wieder gefallen, und steht zurzett auf VeränderItch". Die Hoffnung, daß die Verhandlungen nunmehr rasch vorwärtsschreiten und damit das Sangen und Bangen in schwebender Bein" endlich ein Ende finden werde, scheint sich jedenfalls nicht erfüllen zu wollen. Selbst wenn man in Berlin geneigt sein sollte, das Bariser Ultimatum", wie Pariser Blätter die Herrn Gambon mitgegebenen Instruktionen zu nennen belie ben, im Prinzip gutzubeißen, müßte doch noch die genaue Festsetzung des Wortlauts der neuen Vereinba rung längere Zeit in Anspruch nehmen. Durch den Algecirasvertrag wie auch durch das Abkommen von 1909 ist man in Baris und in Berlin vorsichtig geworden. Frankreich bringt darauf, daß das Bugeständnis der freten Hand" flipp und flar in dem Vertrage ausgesprochen werde, damit fünftig Meinungsverschiedenhelfen darüber ausgeschlossen wären. Deutschland dagegen fordert, daß die von Frankreich in den früheren Berträgen anerkannte wirtschaftliche Gleichberechtigung Deutschlands fürderhin nicht nur auf dem Papier stehe. Es wird sehr schwer halten, hier geeignete Rautelen zu finden und so braucht man fich nicht zu wundern, wenn sich schon über diesen Buntt, über den man sich anscheinend im Prinzip einig ist, die Verhandlungen länger hinziehen. Noch schwieriger ist die Frage einer Gebiets= entschädigung Deutsch lands, über die noch nicht einmal eine prinzipielle Einigung erzielt zu sein scheint. Was Frankreich hier als ultimatum" bietet, ist bisher von deutscher Seite noch nicht als genügend anerkannt worden. Trotzdem braucht man die franzö fische Drohung. die Verhandlungen sofort abzubrechen, falls Deutschland nicht mit dem Gebotenen zufrieden fein sollte, feineswegs besonders ernst zu nehmen. Man wird auch in diesem Fall weiter verhandeln. Denn der Abbruch der Verhandlungen würde zwar zunächst noch nicht den Krieg bedeuten, wohl aber würde er für Frankreich die unangenehme Folge haben, daß es auch fernerhin von den Fesseln der Algecirasatte eingeengt bliebe. Rundschau vom Cage Politisches. Die Entschließung des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller zu dem Antrag Thüringens auf Bornahme einer Generalaussperrung aller beutscher Metallarbetter ist am Mittwoch, nach einer Meldung aus Berlin, auf nächste Woche vertagt worden, um zunächst den endgültigen Ausgang der fächsisch- thüringischen Einigungsverhandlungen abzuwarten. Der Gesamtverband deutscher MetallindustrielIer ist zur tatkräftigen Unterstützung der Provinzverbände im Kampf gegen die als undurchführbar anzusehenden Arbeiterforderungen einstimmig entschlossen. Der gefaßte Beschluß hat folgenden Wortlaut: Der Sultan der Türkei Ritter des Schwarzen Adler: ordens. Der deutsche Geschäftsträger in Konstantinopel, Botschaftsrat von Miquel, überreichte gestern nachmittag dem Sultan in feierlicher Audienz die Insignien des Noten und des Schwarzen Adlerordens. Belgien trifft für alle Fälle Vorbereitungen. Obwohl keinerlet ungünstige Meldungen über den Stand der Maroffofrage in Brüffel eingetroffen sind, beschloß der belgische Generalstab doch eine Reihe militärischer Maßnahmen, behufs Verhinderung des Durchmarsches einer fremden Armee durch Belgien. Die Regierung ordnete die schleunige Neubewaffnung der Maassorts und Verstärkung der Festungstruppen an. Alle beurlaubten Offiziere find engewiesen, die Einberufungsorder zu erwarten. Auf der ganzen Maaslinie herrscht lebhafte militärische Bewegung. Zum Empfang des türkischen Thronfolgers in Berlin, hatten sich der Reichskanzler, Staatssekretär von Seiderlen- Wächter, die Generale, die Herren der türkischen Botschaft, der türkische Generalfonful und der PoItzeipräsident von Berlin auf dem Bahnhofe eingefunden. Der Kaiser erschien in der Uniform eines Generalfeldmarschalls mit türkischen Ordensband. Eine Ehrenfompanie vom dritten Garderegiment zu Fuß erwies bei der Ankunft die Honneurs. Der Kaiser gelettete den Thronfolger nach dem Königlichen Schloß, wo der Prinz Wohnung nahm. Bald nach seiner Anfunft stattete der Thronfolger dem Reichskanzler und dann dem Staatssekretär von Riderlen- Wächter Besuche ab. Der Kaiser hat dem türkischen Botschafter das GroßTreuz des Noten Adlerordens verliehen. Abends war beim Kaiserpaar im Elisabethsaal des Königlichen Schloffes Tafel, an der die hier zur Parade bereits eingetroffenen Fürstlichkeiten mit dem Gefolge teilnahmen. Italiens Forderungen für den Bruch der Algecirasatte. Noch einer Meldung der" Frff. 3tg." aus Nom wird talten von Frankreich als Entschädigung für den Bruch der Algecirasatte außer Handelsfreiheit in Tripolis auch Teile des von französischen Truppen besetzten Hinterlandes von Tripolis fordern. Dem Prinzregenten von Bayern geht es wetterhin schlecht. Das diesjährige Oftoberfest wird infolge der schweren Erkrankung nicht, wie bisher stets üblich, durch den Prinzregenten eröffnet werden können. Die rheumatische Anschwellung hat jetzt den ganzen Arm erartffen und nötigt den Pattenten, ibit in einer Schlinge aut tragen. Auch die Schmerzen find größer geworden. Der Prinzregen! ist gezwungen, in Hohenschwangau zu verbleiben. Einführung der Volksschule in China. Die chinefische Regierung hat in Pefing eine nationale Unterrichtskonferenz einberufen, um über die Einführung von Volksschulen nach europäischem Muster zu beraten. Folgende Hauptbeschlüsse wurden gefaßt: Der Unterricht tst obligatorisch für alle Kinder im Alter von 6-14 Jahren. Die Gemeindebehörden haben fünf bis acht Zehntel threr Einnahmen für den Elementarunterricht zu verwenden. Und zuleßt: Die Einrichtungen des Unterrichts sollen fortan als die wichtigste Aufgabe der Lokalbehörden betrachtet werden. In Eine nationalliberale Maroffoversammlung. Eine vom Leipziger nationalliberalen Verein einberufene Bürgerversammlung. in der der Oberbürgermeister Selz aus Bückebura einen Vortrag über Marokko und unsere Kolonialpolitik hielt, beschloß, an den Reichstag eine Kundgebung abzusenden, worin die bestimmte Er wartung ausgesprochen wird, daß das deutsche Reich fein Abkommen mit Frankreich treffen werde, ohne daß für die Ausdehnung des französischen Einflusses in Maroffo Kompenfationen in Marokko selbst zugestanden werden. 8) Wefferwolken. Roman von M. v. But ch. ( Nachdruck verboten.) Kleine Nachrichten. Die nächstjährigen Kaisermanöver sollen, wie das Torgauer Kreisblatt meldet, in der Torgauer Gegend stattfinden. Nach deren Abschluß wird der Kaiser zur Erinnerung an die Schlacht bet Torgau ein Denkmal Friedrichs des Großen auf den Stüptizer Höhen einweihen. 4. Kapitel. Heiß brannte die Sommersonne über der Erde. Der frohe Lenz war dabin, der Flieder verblüht und auch die Rosen im Verwellen. In Dresden war es mit Beging der Sommerglut erheblich einsamer und stiller geworden. Das Telephon im Eisenbahnwagen. Wie die„ Nationalzeitung von gutunterrichteter Seite erfährt, beab= ficht die preußisch- hessische Staatseisenbahnverwaltung Versuche mit Telephoneinrichtungen in Eisenbahnwa= gen anzustellen. Die Herrschaften batten meist ihre Landhäuser bezogen. Diese lagen außerhalb der Stadt an der Elbe, stromauf nach Loschwitz und Pillnitz zu oder in den freundlichen Weingärten der Lößnitz. Im Handgemenge mit der Frau ststrate der Kahn um. Das Ehepaar und fein Kind ertrant. Eine fechstöpfige Familie vom Blik erschlagen. Während eines beftigen Gewitters, das über dem ungarischen Orte Radowitz niederging, stand die ganze aus sechs Personen bestehende Familie eines Gutsbe= fizzers unter dem Vorbau des Hauses und sah dem Schauspiel der ununterbrochen niedergehenden Blize zu. Blöglich fuhr ein Doppelblizz in die Gruppe und tötete alle sechs Personen. Der Verband der unteren Post- und Telegraphen beamten hat sich mit einem Gesuch an das Reichspostamt gewandt wegen Einrichtung von ständigen Ausschüssen für die unteren Post- und Telegraphenbeamten. Herzog Friedrich Adolf zu Mecklenburg ist gestern mit dem Reichspostdampfer König“ von feiner zwetten Forschungsreise durch Afrika zurückgefehrt. Die reiche wissenschaftliche Ausbaute der Erpedition befin det sich auf verschiedenen Woermann- Dampfern, die demnächst erwartet werden. Auch die Majestäten batten ihr Schloß in Dresden verlassen und bewohnten das dicht an der Elbe geIegene reizende Luftschloß Pillnig. Dorthin mar auch auf Wunsch seines föniglichen Herrn Graf Brühl übergesiedelt, dem ein Kavalierhaus zur Verfitgung gestellt wurde. Der Begründer des Tierparks von Stellingen, Karl Hagenbeck, ist an einer Darmentzündung erfrantt. Der Kaiser erfundigte sich nach dem Befinden des Erkrankten und fandte tesem eine Flasche edlen Weins. Aus den Gerichtssälen. Bon Dem wie Babed vo ben fft, g Batte eine elt 24 St fortgegang bat jeman und gewa ftb die auf m burichen, wa 50 S Begbiegu Sigaretter Ble to n bight binte Zum Tode verurteilt und nochmals vor der Straf: fammer. Der merkwürdige Fall, daß gegen einen rechtskräftig zum Tode Verurteilten noch eine Anflage wegen Diebstabls erhoben wird, hat sich bei dem Landgericht III in Berlin zugetragen. Im Sommer vorigen Jahres wurden in den am Döberizer Truppenübungsplay gelegenen Ortschaften Ferbib, Buckow- Carpzow it. a. eine Reihe von nächtlichen Einbrüchen verübt, bet denen ausschließlich nur lebendes Vich gestoblen wurde. Außerdem ergab es sich, daß größere Poften gewilderten Rehwildes und Hasen nicht nur in der dortigen Gegend verkauft, sondern auch nach Berlin transportiert wur den. Die Beobachtungen führten zu der Feststellung, daß als Täter it. a. auch der mit Zuchthaus vorbestrafte Arbeiter Wilhelm Bunde in Frage fam. Bunde ist int= awischen am 12. Mai d. J. von dem Schwurgericht we gen des Mordes an einem Gefreiten, der ihn beim Wildern erwischt hatte, zum Tode verurteilt worden. Die gegen das Todesurteil eingelegte Revision ist vom Reichsgericht verworfen worden, so daß das Urteil rechtsfräftig ist. Nunmehr hat die Staatsanwaltschaft noch eine Anklage wegen Diebstahls im Rückfalle gegen Bunde erhoben. Zu dem Ende September stattfin denden Termin wird also ein dem Scharfrichterbeil längst verfallener Mann der Strafkammer vorgeführt werden. Die Reblane soll auf dem berühmten Schloßberg der Gemarkung Johannisberg plötzlich in großem Umfange aufgetreten sein. Der neneste Berliner Bankfrach. Der Inhaber der zusammengebrochenen Berliner Banffirma Ramdor des Möllensees als Leiche aufgefunden worden. Nach & Co., Bantier Wiechert, ist gestern nachmittag am user den bisherigen Feststellungen hat Wiechert ungefähr 200 000 Mart an Depots unterschlagen. Unter Spionageverdacht verhaftet wurden in Straßbura zwei sich zurzeit in den Vogesen aufhaltende fran= zösische Studenten. Sie hatten von den Bewegungen manövrierender Artillerie photographische Aufnahmen gemacht. 18 Arbeiter verschüttet. Nach einer Meldung aus Wien explodierte in einem Granitsteinbruch des Göttweig vorzeitig eine Mine, die mit 2% Kilo Dynamit gefüllt war. Durch herabstürzende Steinmassen wurben 18 Arbeiter verschüttet. Vier von ihnen sind beretts gestorben, die anderen mehr oder minder schwer verlegt. Das Brühlsche Palats in Dresden stand verein famt. Die Gräfin, die ein Bad in Böhmen gebrauchen und dann eine ihrer verbetrateten Töchter besuchen wollte, war mit einem wahren Troffe von Lakaten, Kut fchern und Jungfern abgereist. Beate begleitete ste nicht. Die junge Komtesse fitblte sich so matt und elend, daß der Arzt selbst von der langen Reise dringend abgeraten batte. Aber da man den Aufenthalt in Dresden nicht zutträglich fitr sie hielt, war sie nach Lößniz ge= gangen, wo der Graf ein kleines Besitztum hatte. Es war ein einfach eingerichtetes Ileines Haus, das auf einer Anhöhe lag und das„ Teehäuschen" bieß, weil die Herrschaften bet etwaigen Besuchen in der Lößnitz dort den Tee einzunehmen pflegten. Dorthin hatte man das junge Mädchen in Begleitung zweter Dienerinnen, die fitr das körperliche Wohl threr Herrin zu sorgen hatten, für einige Wochen einquartiert. In der Stille des Nach einem Ehestreit floh in dem Dorfe Stöpten bet Memel eine Bauersfrau mit ihrem Kinde in einem Kahn über den Gilgefluß. Der Mann verfolgte sie schwimmend und erreichte den Kahn mitten im Fluß. Vermischtes. Eine tragikomische Lotterieaffäre hat sich in Retchenhall und München abgespielt. Eine Kellnerin in Reichenhall hatte ein Los der für ein Kellnerinnenheim veranstalteten Lotterie einem Kellner verkauft, der als Gast bei ihr im Lofal weilte, und ihm den Kaufpreis von 1 Marf gestundet. Der Kellner, der erst nach der Biehung zahlen wollte, erzählte anderwärts, daß er den Haupttreffer mit 30 000 Mart gemacht habe, worauf die Kellnerin feine Bezahlung, sondern ihr Glitclos" wieder zurückhaben wollte. Ein Münchener Rechtsanwalt erwirkte die Sperrung des Loses. Hierbei stellte sich heraus, daß der Kellner das Glid forrigiert" und durch Aenderung einer einzigen Zahl die Niete aunt Haupttreffer gemacht hatte. Bitternd gestand er seine Dummheit ein, für die er schon genug gebilßt hat. Denn seine Proberei hatte ihm eine ganze Flut von Bettelbriefen eingetragen, so daß er seine Stellung aufgeben mußte. Die Kellnerin aber will schier verzwetfeln über den verlorenen Haupttreffer, der gar keiner war, und sie bekommt noch nicht einmal ihre Mart für das falsche große Los wieder. Häuschens fühlte Beate sich wohler als seit langer Zeit. Ste erholte sich sichtlich. Die zarten Wangen gewannen Farbe und Fille, die Augen Glanz, und thre Gemütsstimmung wurde durch ihr körperliches Befinden günstig beeinflußt. Graf Brühl war ein für das Wohl seiner Tochter zärtlich besorgter Vater. Verschiedentlich hatte er Beate besucht. Meistens hatte er sich dabei einer Lustjacht bedient, mit der er auf der Elbe von Pillnitz nach Kötzschenbroda fuhr. Von Kötzschenbroda bis hinauf zu der Anhöhe, wo das Teehäuschen Tag, war für den Fußgänger ein Weg von einer halben Stunde. Heute hatte Beate in aller Frühe durch einen Boten die Nachricht erhalten, Se. Exzellenz der Herr Minister werde am frühen Nachmittage mit einem Gaste etn treffen, und er bäte die Tochter, für einen leichten Jm biß au sorgen. Der Bote hatte fiber dem Sattel seines Rosses Körbe hängen, die allerlei gute Sachen enthielten, so daß es den Dienerinnen leicht war, für den gewünschten Imbiß zu sorgen. einen furd Ropf d len Schlag fen wollte ein und laut um S den zweit ridbenen, od liber Ropffeite ongetrage lih in die einiger da Ein p Die Deuz Das Jubiläum des preußischen Nichtbeils. In diefen Tagen waren genan hundert Jahre seit der Einführung des Henferbeils in Preußen vergangen. Bis in den Sommer 1811 hinein wurden Mörder und Räu ber in Preußen nach mittelalterlichem Brauch mit dem Schwert vom Leben zum Tode befördert, während int Frankreich bereits seit dem April 1792 und in den Rheinbundstaaten feit 1806 die Sinrichtungen ausschließlich mit der Guillotine vollzogen wurden. Mitte August 1811 fand in Breslau die Enthauptung eines Mörders durch das Schwert statt, bei welcher der Henfer fich äußerst ungeschickt benahm. Er mußte mehrere Streiche führen, bis es ihm endlich gelang, das Haupt des Verurteilten vom Rumpf zu trennen. Hals und Ricken feines Opfers waren durch die mißlungenen Schwerthiebe des Henfers völlig zerfetzt. Der Verlauf dieser Hinrichtung erreate eine solche Empörung im Publikum, daß die vreußische Regierung fich zur fofor tigen Erjebung des Richtschwerts durch das Richtbeil entschloß. Für den größten Teil von Preußen ist das Beil bekanntlich heute noch das Sinrichtungsmittel, während die preußischen Provinzen und deutschen Staaten, die vor hundert Jahren in näherem Verhältnis aut Frankreich standen, die Guillotine beibehalten habent. Beate vernahm freudestrahlend diese Botschaft. Der Besuch des Vaters, der ein wenig Abwechselung in die Eintönigkeit des Landaufenthaltes brachte, war willkommen. Aber es war doch nicht allein der angekün digte Besuch, der ihre Augen so hell aufleuchten Iteß. Ausdrücklich hatte der Graf bestellen lassen, er witrde einen Gast mitbringen. Und diese Aussicht war es, die die Rosen auf Beates Wangen zauberte. Denn der Gast, wer anders war es, denn Baron Malzahn? Man Hatte seinen Namen zwar nie genannt, allein Beate fühlte es instinktiv, es war niemand anderes denn Bodo von Malzahr.... Wir branchen Säuglinge." Die stetige Abnahme der Geburten in den Familien der amerikanischen Dollargewaltigen, die das Erscheinen eines Babys nachgerade zu einem vielbesprochenen Sensationsereignis macht, treibt die armen amerikanischen Millionäre bereits auf die Kindersuche. Und die Nachfrage der adop tionslustigen Reichen nach Babys ist bereits so aroß, daß sie das Angebot weit übersteigt. So haben in Basadena in Kalifornien die neunzehn Kleinen, die im Säuglingsheim verpflegt wurden, im Handumdrehen Unterkunft in reichen Familien gefunden, die sie an Kindesstatt angenommen haben. In dem hübschen, belltapezierten Simmer- es war das größte, daß das Haus enthielt, und diente der fungen Gräfin als Salon stand am frühen Nachmittag ein ausgesuchter Jmbiß sierlich geordnet auf dem Tische. Beate hatte einen großen Strauß selbstgepflückter Blumen in das Zimmer gestellt, alles festlich und schön gemacht und das beste Gewand angelegt, das sie be saß, alles dem Gaste zu Ehren. Und nun stand fle am Fenster und blickte erwartungsvoll ins Freie. Die Ankunft der Gäste verzögerte sich, wie sie sich mit Seufzen gestand. Viertelstunde auf Viertelstunde verrann. Dann ging fie schließlich aus der Tür. Der Fußpfad, der zu der Höhe des Häuschens hinaufführte, lag still und verlassen da. Von welcher Seite würden die Herren erscheinen? Würden sie mit dem Schiffe kommen, oder hatten sie einen Wagen benutzt? Träumerisch schaute Beate den sonnenbeschienenen Fußpfad hinab. In der Ferne flang Bienengesumm. Hin und wieder rührte sich ein Lüftchen, und dann rauschten die Zweige der Buchen. Im Haselnußge sträuch fletterte ein Eichhörnchen, schwang sich dann auf eine Birke und äugelte mit blanken Augen hinab. Sie sah ihm zu. Als sie dann aber eine unwillkürliche Bewegung machte, bekam es einen Schred und sprang auf einen Tannewipfel, wo es verschwand. Nun flatterte etwas Dunkles am Boden. Es war eine Amfel, die durch das Gesträuch huschte. Noch wartete Beate vergeblich auf das Geräusch von Fußtritten. Von der Enttäuschung bekan sie schließlich blaffe Wangen. Wie hatte sie sich auf den Besuch gefreut und nun war alles umsonst gewesen! merer un bann Wür ringetroffe Dienstpflic und es fp In Rom r bat fid feine alte ngnis ve maten Feft Wie n The Suter liner Mod gelegenheit maßgebend ein Verbo bruch tun Doch halt, da tam jemand. Ste hörte Schritte, und hinter den Boumstämmen fab fie etwas Buntes schimmern. Richtig, das war der Rock eines Kavalters, und nun tauchte dessen Träger auf. Das war nicht die Kleine, behäbige, unterſetzte Gestalt Sr. Exzellenz, das Baron Maltzahn. Schon von weitem Iüftete er den Hut. " Verzeihung, meine Gnädigste, wir haben warten laffen!" rief er. war er einen ande Goldipang Neuport, und es fab Bierfa in London bam. Vi weniger W ben, näml Jahren, de thr 27jähri thre Verw baben. Di fallen. J feinem To war in Gd Haushalt. Pratti Ueber baufes Kw Berlin, der Berdacht v reren Mill der B. L Die J Martin Ga ordentlich Die beiden verheiratete Bedürfn verstanden aufzumache riefige Bur der größte teilt war. Firma, die fleinen Ru ten in der S fulationen ten fie ein gegründet, Friedbe einer für von ihnen Benn die len Blatte in die Bro begliglich n papieres 1 Beate bie Hand Lippen 30 „ Ja, und, den mein Vate „ Erzen ben in lebi habt. Ich fen gewar jagen, ich möglicherm werden. N Und Fin. Mein forgt, wärer Bußte Malbahn. „ Nein, lagen, daß lofort auf e Man be Bait einen man wieder genießen. S ichließli In der Nähe auch, allein ten diefes Besonders e Er ahn mit Absicht lette- Br toar flar, d Preußischen an feffeln, ti Kahn mm. erschlagen. r dem unDie ganze es Gutsbe d sah dem Blize zu. und tötete der Strafs gen einen he Antlage dem Lander vorigen enübungsSarpzow u. veriibt, bet Yen wurde. ewilderten en Gegend ttert wur ellung, daß orbestrafte nde ist inJericht we thn beim t worden. on ist vom as Urteil nwaltschaft idfalle ge= er stattfinfrichterbeil vorgeführt in Netnerin in innenheim ft, der als Kaufpreis t nach der Daß er den , worauf Glitcklog Rechtsanrbet stellte atert" und tete zunt er feine bißt hat. Flut von Mung aufverzwetgar keiner Mark für 3. In die der Einigen. Bis und Räumit dem ährend in in den gen ausen. Mitte ung eines der Hene mehrere das Haupt Hals und klungenen r Verlauf rung im zur foforRichtbeil en ist das ngsmittel, chen Staahältnis zu en haben. Abnahme schen Dol ys nachgensereignis ionäre beder adoparoß, daß Pasadena Säuglings Unterkunft esstatt angepflicter und schön as sie bestand ste Frete. Die mit Seufverrann. Schens hin Icher Sette mit dem n benutzt? eschtenenen engefumm. und dann afelmußge dann auf jinab. Sie irliche Besprang auf . Es war Noch warFußtritten affe Want und nun e Schritte, Buntes Kavalters, r nicht die ellenz, das tem liftete en warten Bon dem jüngsten Ueberfall auf dem Brocken, bet dem, wie berichtet, der Apotheker Friz Kastropp aus Lübeck von zwei jungen Leuten schwer verwundet wor den ist, gibt der Ueberfallene folgende Schilderung: Er hatte eine achttägige Urlaubsreise angetreten und sei erst fett 24 Stunden im Harz gewesen. Im Brockenhotel ha be er übernachtet und sei gegen 8 Uhr vom Hotel fortgegangen, die Chauffee nach Schierte zu. Plößlich bot Jemand hinter mir" Guten Tag". Ich sah mich um und gewahrte zwet junge, etwa zwanzigjährige Leute, die auf mich den Eindruck machten, als feien es Hausburschen, die thre Sonntagssachen anhatten. Als ich etwa 50 Schritte weiter gegangen war, sah ich bei einer Wegbiegung, wie die beiden Burschen sich gegenseitig Bigaretten anzündeten und aufeinander einsprachen. fe ich weiter ging, hörte ich plößlich scharfe Schritte dicht hinter mir, ich wandte mich um und schon erhielt ich einen furchtbaren Schlag mit einem Snippel über den Kopf. Ich stürzte zu Boden und bekam noch einen zweiten Schlag über den Kopf. Als ich mich wieder aufraffen wollte, schlugen die Angreifer noch weiter auf mich ein und zerschluoen mir die linke Hand. Ich rief dann laut um Hilfe, infolgedessen flüchtete einer der Burschen, den zweiten schlug ich wiederholt mit meinem schweren eichenen, mit eiserner 3winge beschlagenen Touristenstock über den Kopf, sodaß er entweder an der linken Kopffeite eine Wunde oder eine sehr starte Beule da vongetragen hat. Auch dieser Räuber flüchtete schließ= lich in die Büsche, jedenfalls hat er die Klingelsignale einiger daherkommender Radfahrer gehört." Ein päpstlicher Prälat in deutscher Festungshaft. Die Deuter Kommandantur teilt mit: Der Geheimtämmerer und Hausprälat des Papstes Monsignore Johann Würth ist zur Verbüßung einer Festungshaft hier eingetroffen. Er hatte sich als junger Mann feiner Dienstpflicht entzogen, im Ausland Theologie studiert und es später zu seiner angesehenen Stellung gebracht. In Rom war er ein eifriger Förderer des Deutschtums. Er hat sich vor kurzem freiwillig in Trier gestellt, um seine alte Schuld zu fühnen. Vom Kriegsgericht zu Gefängnis verurteilt, wurde er vom Kaiser zu dret Monaten Festungshaft begnadigt. Wie man Jagows Hut- Erlaß umgeht. Der Jagowsche Huterlaß hat u. a. Veranlassung gegeben, die Berliner Modehäuser über ihre Stellungnahme zu der Angelegenheit zu befragen. Uebereinstimmend sollen die maßgebenden Firmen die Ansicht geäußert haben, daß ein Verbot des Huttragens dem Geschäft feinen Abbruch tun könne. Man wird dann eben statt des Hutes einen anderen Kopfpuz tragen, also Reihergarnituren, Goldspangen, Edelstein- und Berldlademe u. a. m. In Neuyork, London und Paris täte man dies schon lange, und es sähe sehr schön aus." Bierfache Giftmörderin? Großes Aufsehen erregt in London die Verhaftung eines Fräulein Edith Bingham. Vier Mitglieder ihrer Familie sind innerhalb weniger Monate unter verdächtigen Umständen gestorben, nämlich zwei Schwestern im Alter von etwa 40 Jahren, der 73jährige Vater und am 15. August d. J. thr 27jähriger Bruder. Edith Bingham wird angeflagt, thre Verwandten durch Gift aus der Welt geschafft zu haben. Diese war mit ihrer Familie vollkommen zerfallen. Ihr Vater hatte in den letzten Monaten vor seinem Tode kein Wort mehr mit ihr gewechselt. Ste war in Schulden geraten und führte einen liederlichen Haushalt. Praktiken einer Berliner Kleinbank. Ueber den eigenartigen Geschäftsbetrieb des Bankhauses Swiet& Gans in der Charlottenburgerstraße zu Berlin, deren Inhaber, wie wir berichteten, unter dem Verdacht von Depotunterschlagungen in Höhe von meh= reren Millionen Mart festgenommen wurden, erfährt der„ B. L.-A." noch folgende Einzelheiten: Die Inhaber des Bankgeschäftes Paul Kwiet und Reisender des Bankhauses und veranlaßte den Reflektanten zum Abschluß von Prämiengeschäften, die größtenteils auungunsten der Stäufer ausfielen. Verdienten die Kunden wirklich einmal etwas, so wurden ihnen neue Papiere aufgeredet, an denen sie den vorher gehabten Nußen verloren, und die Firma Kwiet& Gans brauchte niemals die Differeng bar auszuzahlen. Ihr Hauptgeschäft aber machte die Firma burch Annahme von Depots, und es war die Aufgabe der Reisenden, die Kunden zur Hergabe von offenen Depofiten zu bewegen. Die Zahl der Depositengläubiger beläuft sich auf etwa 500. Als die Verhafteten im Jahre 1902 thr Bankgeschäft eröffneten, besaßen sie zusammen nur 10 000 Mart. Trotzdem waren sie schon nach acht Tagen imstande, sich jeder einen Kraftwagen für 15-20 000 Mart zu kaufen. Es war noch fein Jahr verflossen, als die beiden Banfiers schon sehr glänzend auftraten, neue Wohnungen fich einrichteten usw. Frau Gans gab für ihre Wohnungseinrichtung, die fie erst im April v. J. wieder erneuerte, 60 000 Mart aus. Für ihre Kleidung brauchte die Dame jährlich etwa 15 000 Mart. Die Opfer der beiden Bankiers büßen zum Teil sehr bedeutende Sum= men ein; u. a. verliert ein Breslauer Ingenieur allein 102 000 Mart. Die Beträge gehen bei den mittleren und kleinen Leuten bis auf 5000 Mark und weniger herunter. Richter nach der Befreiuna. Wie gemeldet, haben die Angehörigen Richters am Montag das erste dirette Lebenszeichen von dem Wieder gefundenen erhalten. Richters Angehörige sind natürlich erfreut über dieses Lebenszeichen. Ein Kaufmann, der Montag abend aus Serfidsche angekommen ist und Ingenieur Nichter bei seinem dortigen Aufenthalt gesehen hat, teilte folgendes mit: Ingenieur Richter befindet sich den Umständen nach aanz wohl und geistig frisch. Nur erscheint er ermüdet und unruhig. Der Schuldirektor Siegmund ist Richter mit dessen Sachen und Korrespondenz entgegengereift. Am Mittwoch abend ist Richter gesund in Saloniti eingetroffen. Richter erklärte dem türkischen Geschäftsträger in Elassona, sein Aufenthaltsort set thm unbekannt gewesen, er glaube aber, er habe sich in Griechenland befunden. Bettweilig tamen verkleidete Personen zu ihm, die griechisch sprachen, aber gar nicht das Aussehen von Räubern hatten. Richter gab an, er würde diese Leute leicht wiedererkennen. Während seiner dreimonatigen Gefangenschaft babe er, in seinem Gefängnis versteckt, einmal Hurra iufen gehört. Jemand habe in gewisser Entfernung das Wort Germanus ausgesprochen, worauf Richter schon mit Rufen erwidern wollte, von den Räubern aber zum Schweigen gezwungen wurde. Richter glaubt, es feien griechische Gendarmen gewesen. Ingenieur Richter befindet sich noch in etnem Zustand großer Erregung und ist von Angst erfunt. Er hat sich aus eigenem Antriebe zwei Tage in Elafsona aufgehalten. Die für ihn eingelaufenen Briefe und Telegramme wurden ihm während der Quarantäne in Ostrowa ausgehändigt. Richter schten sehr erfreut, als er wieder Deutsche um sich fab. Die türkischen Behörden hatten ihn sehr entgegenkommend behandelt, und ein Leutnant hatte thn bts Salonikt begleitet. Richter wird sich in Saloniti einige Tage aufhalten, um sich zu fräftigen und dann die Heimreise anzutreten. Er klagt, daß ihn die Räuber schlecht behandelt hätten. Ste waren fest entschlossen, thn zit töten, wenn das Lösegeld nicht eingetroffen wäre. Er Ittt Tage der Qual über sein unsicheres Schicksal. Es war ihm wie ein Traum, als er vernahm, daß er befrett set. Ueber die Gegend, in welcher er versteckt gewesen set, will Richter genau ortenttert fetn Martin Gans hatten vor neun Jahren mit einem außer- Ueberschwemmunostatastrophe in China. ordentlich geringen Kapital ein Bankgeschäft gegründet. Die beiden in der Mitte der dreißiger Jahre flehenden verheirateten Inhaber, die für ihre persönlichen Bedürfnisse jährlich 70-80 000 Mart verbrauchten, verstanden es, thr Unternehmen in großartiger Weise aufzumachen. Sie hatten in der Charlottenburgerstr. 55 riesige Bureauräume im zweiten Stock inne, von denen der größte Teil allein der Propaganda- Abteilung zugeteilt war. Eine Anzahl Reisender stand in Diensten der Firma, die ihr Geschäft folgendermaßen betrieb: Um die fleinen Kunden in der Provinz, die von Börsengeschäf= ten in der Regel wenig verstehen und sich bei ihren Spetulationen vom Bankier beraten lassen, zu födern, hat= ten sie ein Börsenwinkelblättchen„ Die Börsenwacht" gegründet, in dem sie nach dem Muster von Friedbergs Ratgebers auf dem Kapitalmarkt in einer für uneingeweihte unauffälligen Weise für die von ihnen vertriebenen Papiere Propaganda machten. Wenn die Kunden dann durch die Lektüre des genann= ten Blattes, die in einer ziemlich hohen Auflage gratis in die Provinz versandt wurde, sich an Kmiet& Gans bezüglich näherer Auskunft über die Bonität des Wertpapieres wandte, erschien schon nach wenigen Tagen ein Beate war ihm entgegengegangen und hatte thm die Hand gereicht, die er für einen Moment an seine Lippen zog. " Ja, Ste haben mich warten lassen," lächelte ste, und, den Fußpfad hinabschauend, fragte sie, wo tst mein Vater? Kommt er nicht mit?" „ Exzellenz wollten sich später einfinden, ste ha= ben in letzter Stunde durch Se. Majestät Abhaltung gehabt. Ich habe wohl eine Stunde auf den Herrn Grafen gewartet, dann Iteß er mir durch einen Diener sagen, ich möchte vorausreiten, Ste, Komtesse, könnten möglicherweise durch das lange Ausbleiben beunruhigt werden. Nun, und da bin ich." „ Und herzlich willkommen!" rief die junge Gräfin. Mein Vater hatte ganz recht, ich hätte mich ge= sorgt, wären die Herren so ohne weiteres ausgeblieben." Wußten Ste, daß ich kam?" erkundigte sich Malbahn. ,, Nein, eigentlich nicht, mein Vater ließ mir nur sagen, daß ein Gast thn begleiten würde, aber ich schloß sofort auf Ste." Man begab sich ins Teehäuschen. Beate bot dem Gast einen Imbiß an, allein, da dieser dankte, ging man wieder ins Frete, den schönen Sommerabend zu genießen. Man schlenderte ein wenig umher und setzte sich schließlich auf ein Bänkchen von Birkenholz, das In der Nähe des Hauses angebracht war. Man plauderte auch, allein schließlich fing doch den beiden jungen Leuten dieses Tete- a- tete an, ein wenig peinlich zu werden. Besonders empfand dies Malzahn. Er ahnte, daß Graf Brühl dieses Betsammensetn mit Absicht herbeigeführt habe; er glaubte nicht an fetne Brühls- Abhaltung durch den König. Es war klar, daß der Herr Minister mit aller Macht den preußischen Gesandten durch zarte Bande an sein Haus zu feffeln, thn durch Liebesgedanken gewissermaßen von 50 000 Menschen umgekommen. Etne furchtbare Ueberschwemmungskatastrophe hat sich in China ereignet. Große Strecken Landes sind von den Fluten verwüstet worden, und eine gewaltige Anzahl Menschen sind ertrunken. Der Draht meldet uns über die Katastrophe: Beting, 1. September. Die Provinzen Hunan, Suve, Kiangti und Mukden find von ungeheueren Ueberschwemmungen heimgesucht worden. Der ange= richtete Schaden beträgt viele Millionen. Gegen 50 000 Menschen sind ertrunken. Drabtnachrichten und Deuestes. Die Parade auf dem Tempelhofer Felde. Berlin, 1. September. Heute vormittag fand auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin die große Barade über das Gardekorps statt. Das Wetter war prächtig. Die Truppen hatten immer in zwei Treffen Aufstellung genommen. Der Katser, der die Uniform des 1. Garderegiments zu Fuß trug, traf gegen 8 Uhr ein, der Arbeit abzulenken suchte. Und wieder sagte sich Malzahn, daß es in den diplomatischen Gehetmarchiven etwas gab, das ihm verborgen bleiben sollte. Aus diesen Grübeleten entriß ihn die junge Gräfin. Beate fragte nämlich:„ Werden Sie den ganzen Sommer in Dresden bleiben? Sich nicht ein bißchen Erholung gönnen?" fich. Malzahn blickte auf. Sein strenges Gesicht erhellte „ Erholung, Gnädigste?" fragte er, fetne fraftvolle Gestalt höher reckend, die, glücklicherweise, brauche ich nicht. Sollten es jedoch Zeit und Verhältnisse gestatten, würde ich gern um Urlaub einkommen, den ich in der Hetmat zubringen würde, um Verwandte und Freunde wiederzusehen. Unseretner ist zu sehr gebunden, und am politischen Himmel stehen Wolken, die mit allerhand Zündstoff gefüllt sind." ,, Wo ist eigentlich Ihre Heimat?" erkundigte sich Beate interesstert. „ Ich bin in Potsdam geboren," entgegnete Malzahn,„ also betrachte ich die Havelstadt als meine eigentliche Hetmat. Mein Vater hatte als preußischer Kriegs- und Domänenrat seinen Wohnsiz allerdings in Berlin, allein da der König in Potsdam residterte, tam es, daß meine Eltern für die Sommermonate thren Haushalt nach Botsdam verlegten. Die schönsten Erinnerungen meiner Kinderzett fnitpfen sich an die herrItchen, schattigen Gärten dort und an die blaue Havel, in der wir kinder nach Herzenslust schwammen oder auf fleinen Booten ruderten. - Ach, und wie herrlich war es, wenn wir später als Heranwachsende Knaben dem König unserem Könige, Komtesse begegneten, wenn wir den Hut schwenken und ihn begrüßen durften! Noch teszt ist es mir oft, als sähe ich ihn vor mir, als fühlte ich seine großen, blauen, herrlichen Augen auf mir ruhen, und als verdie Kaiserin folgte in einem Sechsspanner. Dte Prhe zeffin Eitel Friedrich trug Dragoneruniform, Prinzes fin Bittoria Luise Husarenuniform. Auf dem rechten Flügel stand der Kronprinz mit sämtlichen anwesenden faiserlichen Prinzen sowie den in Berlin weilenden Fürstlichkeiten. Der Katser schritt zunächst die Front ab, gefolgt von den fürstlichen Damen und Herren, da runter der türkische Thronfolger, und einer ungeheuren Suite. Es fand darauf ein Vorbeimarsch statt. Der Kaiser führte das 1. Garderegiment zu Fuß, gefolgt von zehn Rittern des Schwarzen Adlerordens. Die Gardefürafftere führte der Großherzog von Mecklen burg- Strelig. Der türkische Thronfolger folgte dem Vorbeimarsch stehend im Wagen augenscheinlich mit großem Interesse. Während des Parademarsches erfchien das Flugzeug Taube" über dem Paradefelde. Um 10 Uhr war der Vorbeimarsch beendet, worauf der Katser die Fahnenkompanie in die Stadt führte. Durch eine Geschoß- Explosion getötet. Warschau, 1. September. In Rembertow find bei Schießübungen der Artillerie durch die Explosion eines Geschosses zwei Personen getötet und zwel LandTeute schwer verletzt worden. Verzweiflungstat einer Mutter. Grenoble, 1. September. Heute frith stitrate sich die aus Marseille hier angekommene Frau Ginet, die von ihrem Manne verlassen worden war, mit ihren vier Kindern in den Fluß. Ein vierjähriger Knabe, der schwimmend das Ufer erreichen konnte, rettete sich. Die übrigen ertranfen. Tod infolge eines Stoßes gegen die Stuhllehne. Gotha, 1. September. Die Frau eines Eimvohners in Wölfis war, um einen Gegenstand von einem Regal zu holen, auf einen Stuhl getreten. Dieser schlug plöblich um und die Lehne traf die Frau derartig gegen den Unterleib, daß sie nach wenigen Stunden infolge der inneren Verlegungen starb. Berliner Getreide und Schlachtvichmarkt. Die Hauptrolle spielte in der am 30. August zu Ende gegangenen Berichtswoche am Berliner Getreidemarkt das Geschäft in Roggen. Die inländische Ernte in dieser Kornfrucht hat alle wünschenswerten Vorzüge: schöne Farbe, schweres Gewicht, prachtvolles Korn und ungewohnte Trockenheit. Infolgedessen hat mit Hilfe des Einfuhrscheinsystems die Ausfuhr deutschen Roggens einen großen Umfang angenommen. Wegen seiner guten Beschaffenheit eignet sich der diesjährige Roggen auch zur Lagerung, und zu diesem Zwecke wurden gleichfalls bereits größere Mengen wegen des bedeutenden Aufgeldes für spätere Lieferung dem Markte entzogen. Die stärksten Anregungen boten aber wieder die schlechten Aussichten für die Kartoffelernte und den Ertrag an Futterfräutern, weil man mit einem außergewöhn= Itchen Verbrauch von Roggen zur Ernährung der Bevölkerung und zur Verwendung als Vichfutter rechnen muß. Roggen stieg loko von 170 auf zirka 176 Mart, blieb aber damit noch erheblich hinter den Berliner Lieferungspreisen zurück. Weizen wurde durch Roggen mit aufwärts gezogen. In dieser Frucht fehlte der Export, und der Auslandsmarkt bietet teine Anregung. Hafer ist wegen der unbefriedigenden Ernte und der drohenden Futternot recht erheblich, Mats in minderem Maße gestiegen. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im September wie folgt: Weizen 207,75 M., Roggen 179,50 M, Hafer 176,50 M., Mats 163,50 M Preise des städtischen Schlachtvtch= Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungefocht 76 bis 83 M, b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 69-76 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte- ältere 50 bis 64 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 72 bis 77 M, 6) vollfleischige jüngere 68 bis 75 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 62 bis 68 M.. 3. Färsen und ühe: a) vollfleischige, ausgemästete ärsen höchsten Schlachtwertes bis M., b) vollfleischige, ausgemästete ühe höchsten Schlachtmertes, bis zu 7 Jahren 61-67 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere ühe und Färsen 55-60 M, 5) mäßig genährte Kühe und Färfen 51-55 M., e) gering genährte ühe und Färsen bis 53 M, f) aering ge= nährtes Jungvieh( Fresser) 55-66 M. 4. Sälber: a) Doppellender feinster Mast 100-129 L, 6) feinste Mastfälber 83-92 M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 77-83 M., b) geringere Maft- und gute Sauafälber 70 bts 72... e) geringe Saugfälber 53-64 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 74-80 M, b) ältere Masthammel, geringere, Masflämmer und gut genährte junge Schafe 64-72 M. c) mäßig genährte Hammel und Schafe 53-68 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendaewicht 62 M. b) vollfleischige Schweine 240 bis 300 23f5. 60-62 M. c) vollfleischige 200 bis 240 fd. 60-61 M. d) vollfleischige Schweine 160 bis 200 3fd. 75-60 e) voflfleischige Schweine unter 160 Pfd. 53-57 M., f) Sauen 54-55 M - nähme ich seine Stimme, als er mir eines Tages es war kurz bevor ich die Universität beziehen sollte," schaltete Malzahn ein, ,, nach einer fleinen Unterhaltung allerlet goldene Ermahnungen gab und schließItch sagte:„ Werde ein tüchtiger Mann, mein Junge, so einer, den ich gebrauchen und auf den einst sein Vaterland mit Bewunderung bliden fann." Ach und wie stolz bin ich, daß er mich gebrauchen und ich ihm einem dienen kann! Einem Manne, wie ihm, Großen, dienen, ist Wohltat, Komtesse, glauben Ste mir!" - Beate blickte in Malzahns leuchtende Augen. " Ste sprechen ja ganz verzückt," meinte sie. " Das passiert mir immer, sobald ich an ihn denke." ,, So bitte, erzählen Sie mir noch mehr von ihm." „ Ste sollten thn kennen lernen, ich glaube, Ste würden sich auch für ihn begeistern," rief der junge Mann. " Ich glaube nicht," meinte ste ruhig, denn, um offen zu sein, ich habe eine gewisse Abneigung gegen thn. Diese Abneigung ist freilich rein persönlich, und die Ursache ist meine Kränklichkeit." " Was," stotterte Malzahn, Ihre Kränklichkett?" „ Ja," sagte ste, während etn trauriges Lächeln über thr Gesicht huschte, es tst so. Damals, es ist freilich schon lange her," schaltete fte etn, faft elf Jahre, es war im Jahre 1745, als ghr angebeteter König, ehe er den sogenannten Frieden von Dresden schloß, unsere Stadt zur Kapitulation zwang und hier als Steger einzog. Also damals lag ich als fletnes Mädchen trant zu Bett. In der ganzen Stadt, in unserem Hause Herrschte ein Wirrwarr, der gar nicht zu beschrethen war. ( Fortsetzung folgt.) занийом Bom 1. 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So und ähnlich klingt es von hunderttausend Lippen, wenn die Julisonne mit sengender Kraft vom Himmel brennt und die noch vorhandenen Droschken= gäule noch melancholischer als sonst ihre Denkerstirn zu Boden senken. Selbst der passionierteste Großstädter, der sich ein Dasein ohne Straßengewühl und stündliche Sensationen kaum vorstellen kann, em= pfindet jetzt etwas wie Feindselig= feit gegen sein Lebenselement guter Freund von mir noch im Zweifel sein, wo er das findet, und mich mit dem Anfang des schönen alten Volksliedes befragen:„ Wo sol ich mich hin keren, ich tumbes Brüderlein?", so rate ich ihm:„ An die Nordsee, mein Lieber! Ein kleiner, gemütlicher Küstenbummel durch die Nordseebäder, und du wirst Wunder erleben." An der Segelbuhne von Borfum. und träumt über der Berufsarbeit von dunklen Wäldern und rauschenden Wogen. Freilich kann nicht jeder seinen Wünschen so nachgeben, wie er gern möchte, und er muß schon froh sein, wenn es ihm gelingt, sich auf 8-14 Tage freizumachen. Aber auch in dieser kurzen Zeit kann man ganz erstaunlich viel neue, frische Kräfte sammeln und herrliche Eindrücke empfangen. Man darf nur nicht die Unklugheit begehen( und ganz besonders nicht in vorgerückten Lebensjahren), seinem Korpus übermäßige Anstrengungen zuzumuten. Mäßige Bewegung, reine Luft, kurze Bäder und schöne Natureindrücke, das ist das beste Rezept für die Auffrischung gepeinigter Großstädtenerven. Und sollte ein Da doch mein Freund ein vernünftiger Mensch ist, was ich bei meinen Freunden als selbstverständlich voraussetze, padt er sein Köfferchen, deponiert allen Kum mer und alle Sorgen bei der Bank und fährt zunächst nach Bremen, der ersten und durchaus liebenswürdigen Etappe jeder rechtschaffenen Nordseereise. Der„ Bremer Ratskeller" bat es in sich, und unte dem Patronat des steinernen Rolands ist gut zechen. Jedenfalls bereitet man sich mit einem Schoppen Apostelwein für die Seereise besser vor, als mit allerlei Apothekertränklein, wie es die Überängstlichen tun. Man sollte wenigstens einen halben Tag in Bremen verweilen und sich in die Betrachtung der wundervollen alten Baudenkmäler sowie der ebenfalls sehr bemerkenswerten Monumentalbauten der Neuzeit zu denen das groß- - artige Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyd gehört vertiefen. Nach diesem vielversprechenden Vorspiel empfängt uns in Bremerhaven die See mit ihrem töſtlichen, herben Hauch, ihrer ewigen Melodie des Wogens und Brandens. Wir versäumen selbstverständlich umelden.[ 21/12 a. M.. Tel Amt II evi, Liebigstr. 58 Besuche sind eschaffung. rhandlung oder rch Vergleiche, liskret aussergsstockung bju javn Javave a pu uvш a p que- a quvaj sajajo aaq aques 2 nicht, uns die gewaltigen Hafenanlagen anzusehen, die zum größten Teil im Zeichen des Lloyd stehen und wo in Werkstätten und Docks, an den Schleusen und an den Kais die wundervolle Musit des Weltvertehrs ertönt, das dumpfe Fauchen der Dampferschlote, das Rasseln der Anfer tetten, das Knarren der kolossalen Krane, die mit An der Nordsee. In den Dünen an der Nordsee. freiheit und träf. tiger Wellenschlag sind die natürlichen Vorzüge Norderneys, dazu gesellt sich in den modernenHotels jeder erdenkliche „ Komfort der Neuzeit" wie die stereotype Phrase lautet und in den Kuretablissements, auf den Promenaden, Tennisplätzen usw. jegliche Gelegenheit sich mit Grazie und Geschmack ausleben" zu können. Nur Lasten von 150000 kg jonglieren, als ob es Gummi- mancher Lebenstünstler vermißt unter diesen Annehmlichkeiten bälle wären. mit Bedauern so ein nettes kleines Spielhöllchen à la Monte Wir vertrauen uns nun einem der schmucken, komfortablen Carlo, aber die deutschen Regierungen haben nun einmal ein Dampfer an, die den Nordseebäderdienst des Norddeutschen Lloyd versehen, und lassen uns von ihm in einigen Stunden nach Norderney bringen. Es ist eine höchst angenehme interessante Fahrt; sie führt durch das schnell immer breiter werdende Mündungsbecken der Unterweser bis zum „ Leuchtturm auf dem Sobenwege", der auf 120 Pfählen und einer darauf ausgebreiteten Betonschicht ruht, und weiter in die Nähe des berühmten Rotesandleuchtturms, dessen Bau 1883-85 unter den schwierigsten Umständen stattfand. Nun geht es an den ostfriesischen Inseln vorbei, die platt wie Eierkuchen auf dem seichten Wattenmeer liegen: Wangeroog, Spiekeroog, Langeoogund Baltrum. Linser Dampfer schneidet" sie, wie einladend ihr Weiß und Grün und ibre freundlichen Häuschen auch winken mögen, und eilt dem vornehmen Norderney entgegen. Dieses Epitheton„ vornehm" foll Teine lasterhafte Überhebung zum Ausdruck bringen, sondern nur die Tatsache kennzeichnen, daß Nordernev unter den ostfriesischen Bädern eine erstklassige Stellung einnimmt und sich durch sein elegantes gesellschaftliches Treiben und seine fast städtische Lebhaftigkeit von den kleineren, - vielleicht nicht ganz unbegründetes Vorurteil dagegen. Wer den gesellschaftlichen Trubel nicht liebt, schlägt sich wie jener Kanadier seitwärts in die Büsche und sucht eine einsame Stelle der Dünen auf, um zwischen Sand und Zitterhalmen in horizontaler Lage über die tiefsten Fragen der Menschheit oder wenigstens über die Frage, in welchem Restaurant es den besten Summer geben mag, nachzudenken. Noch besser und ungestörter können wir unseren Träumereien nachhängen, wenn wir unser Wigwam auf einer der Inseln aufschlagen, die wir vorher so schnöde„ geschnitten" haben, vielleicht auf Langeoog mit seinen einsamen Dünen Ein Stat am Strande. mebr idyllischen Bädern der vorher genannten Inseln unter scheidet. Ein gleichmäßiges Klima, feiner Sand, Staub. oder gar auf Baltrum, das so klein ist, daß man„ bald rum" ist. Daher auch der Name... Aber lange halten wir uns nicht auf, denn die westliche Nachbarinsel von Norderney wünscht keineswegs ignoriert zu werden, und noch mehr würde uns das Borkum, die größte der ostfriesischen Inseln, übelnehmen. Schlank und schmal von Gestalt, wie eine ganz auf der Höhe der Zeit stehende Dame, und früher häufig von Sturmfluten bedrängt, erfreut sich Juist als Seebad neuerdings so großer Beliebtheit, daß es hinsichtlich der Frequenz nur von Norderney und Borkum übertroffen wird. Am Strande der Ostsee. Aus dem amerikanischen Biebzüchterleben. Landschaft bildet. Ja, er ist schön, dieser schattige Wald der Stubnitz, mit seinen knorrigen, seltsam verschlungenen Buchenstämmen und den einzelnen Eichen. Schön vor allem durch die häufigen Ausblicke auf das weite Meer und die vielgestaltigen Kreidefelsen und den bald sandigen, bald von unzähligen Steinen bedeckten Strand! Und wer einmal den Weg von dem sich von einem Fischerdorfe zum Modebad emporgeSaßnit schwungenen nach Stubbentammer gegangen ist und für die Herrlichkeit ringsum offene Augen und ein offenes Herz gehabt hat, der vergißt diese Wanderung in seinem Leben nicht mehr. Sechs Stunden später etwa, nachdem der Reisende in Berlin im D- 3uge Platz genommen, fann er bereits auf dem weltberühmten ferwaldwege lustwandeln, der von Saßnitz nach Stubbenkammer führt. In tiefem Waldesschatten dahinschreitend, vergißt er in der wohltuenden Stille um ihn her gar bald den Großstadtlärm, und seine Lungen beeilen sich, den in Berlin eingesogenen Benzinrauch der Töff Töffs gegen die würzige Waldesluft einzutauschen. 00000 7 Rügen ist reich an hübschen Badeorten. Da ist das im Norden von Kiefernwaldungen und im Westen und Südwesten von alten Buchenwaldungen umgebene Bing, aber auch Putbus, Sellin, Babe, Breege, Glowe, Göhren, Lauterbach- Reuendorf, Lohme, Neutemp und Thiessow Strandidyll. erfreuen sich großer Beliebtheit. Bergessen wir nicht die west- westpreußischen Strand. pläge. Suerst das See- Buenretiro der Danziger, das eng von prachtvollen Laub und Nadelholzwaldungen umgebene Zoppot. Weiter intereffieren nur Cranz bei Königsberg, Memel, Neuhaus, Neufubr, Rauchen, Schrurgast, Reblbach, Sela, Oliva. S'Glettkau, Westerplatte. Zurück nach dem Westen suchen wir noch die oldenburgischen Bäder Niendorf, Klein- Timmendorf, Schar. beug und Safffrug, nicht zu vergessen das" freie" Seebad Travemünde, auf und beschließen unsere Küstenfahrt mit einem Besuch der schleswigholsteinischen Ostseebäder Glücksburg, Gravenstein und Heiligenhafen. JUUUUUUUUU Aus dem amerikanischen Viehzüchterleben. Wie im Westen der Vereinigten Staaten die Viehzuchter ihre Herden zusammentreiben. as un laoquan- p saba que esnan pnv ubun uǝbungaus pneu -an gun ha un bunqjvaluate " U XIGZQvIG uzplayg и рјал 11 избр un uoa quv qve a gun be we can be a sve n e and we up plus de qun ümu - ßunpla a b c m us as a pupas v a sa a squar WURS ( plquvz gul 6v1p 33jq302 34 1177 -nouv об это изолир นว 61] va sun pu Am Strande der Ostsee. Am Strande der Ostsee. Streifzüge durch bekannte Ostseebäder.( Zu den Bildern auf Seite 4 und 5.) Die Zahl der Ostseebäder ist von Jahr zu Jahr gewachsen. In schneller Entwicklung sind aus weltverlorenen Fischerdörfern Badeorte geworden, deren Namen im Deutschen Reiche sowie im Auslande einen guten Klang haben. Bei der Länge der deutschen Ostseeküste ist es aber begreiflich, daß die Naturschönheiten ihrer Seebäder mannigfaltig und ihre klimatischen Verschiedenheiten groß sind. Oft nicht näher zu bestimmende Ursachen, die bei der Entwicklung der Orte mitwirkten, haben in dem einen die größte Eleganz modernen Badelebens entstehen lassen, in dem andern dagegen zwanglos geselligen Verkehr gefördert und wieder andere für den ruhige Erholung suchenden Kranken geeignet gemacht. Aber eines haben alle Ostseebäder gemeinsam: die Seeluft und das Seebad, die beiden Heilmittel, die besonders dem überarbeiteten und nervösen Städter so oft zu großem Segen gereichen. Sobald die schöne Jahreszeit herankommt, beginnt sich in den Ostseebädern ein reges Leben zu entfalten. Die Vorbereitungen für den Empfang der Sommergäste nehmen ihren Anfang. Die Stettiner Dampfschiffs- Gesellschaft J. F. Braeunlich stellt ihre eleganten Schnelldampfer in Dienst, und die Räumlichkeiten in den Privathäusern und in den großen und kleinen Sotels, in denen während der vorher gehenden Monate ein idyllisches Stilleben" geherrscht hat, er. wachen aus ihrem Winterschlaf und werfen sich in ihr Sommerkleid. Frische Gardinen machen sich an den Fenstern bemerkbar, und plötzlich erscheint auch der bekannte und mehr oder weniger fünstlerisch ausgeführte Zettel, der dem Erholung suchenden Fremden verkündet, daß Familien oder einzelne Personen hier ein behagliches Unterkommen finden können. Aber aller Anfang ist schwer! Das gilt auch von den Bewohnern der Ostseebäder. Denn ehe die Be hausung in Empfangsbereitschaft gesetzt und die nötigen Drums und Drans ihre Erledigung gefunden haben, ist gar mancher Schweißtropfen geflossen. Und dann die Ungewißheit: Wird das Wetter auch schön sein, und werden die" Berliner" in recht stattlicher Zahl kommen? Denn unter diese Kategorie werden in den Ostseebädern alle Sommergäste gezählt, und in den mecklenburgischen Seebädern kann man oft die Frage hören: Jochen, wo sin dien Berliners her? Ut Samborch! Un dien? At Leipzig! Zu den Ostseebädern, die sich in den letzten Jahren eines regen Besuches zu erfreuen hatten, gehören auch die mecklen burgischen Badeorte. War es doch auch an der mecklen burgischen Küste, an der das erste deutsche Seebad Heiligendamm-von den Mecklenburgern kurzweg " Damm" genannt, entstand. Im Jahre 1893 konnte Heiligendamm auf sein hundert jähriges Bestehen zurückblicken. Es war der Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg, der im Jahre 1793 dieses Seebad schuf. Der Großherzog gab damals seinem Leibmedikus Vogel den Auftrag, wegen Anlegung eines öffentlichen Seebades bei Doberan die nötigen Untersuchungen anzustellen und zugleich einen Plan zur bequemen und zweckmäßigen Einrichtung desselben zu überreichen". Das war im Frühling des Jahres 1793, und schon im August war die Anlage fertig. Doch, Deutschlands ältestes Seebad" machte in seinen Kinderjahren einen ganz anderen Eindruck als heute. Auf den Wogen der Brandung schaukelten zwei ziemlich schwerfällige Badeschiffe", von denen man den Sprung oder die Kletterei auf einer schwankenden Stiege hinab in die grünliche Flut wagen mußte. Nach vier Jahren begann man am Strande mit dem Bau von Hütten, aus denen dann das zuerst allerdings wohl spärliche Säuflein der„ badenden Gäste" in die Wellen stieg.- Damals gab es natürlich auch noch keine Bahnverbindung zwischen Doberan und Heiligendamm. Wer baden wollte, der kam im Wagen, zu Pferde oder auch auf Schusters Rappen nach dem ,, Seebad Doberan" und kehrte bald wieder nach dem landeinwärts gelegenen Flecken zurück. Seute gewährt Seiligendamm einen idyllischen Anblick. Ist es doch ganz Badeort ohne Dorf oder Stadt. Auf dem Kurplaze liegt das alte Kurhaus mit seinen Kolonnaden. Weiter östlich zieht sich dann eine Reihe hübscher Villen hin, die sich mit den ihnen vorgelagerten Rasenplägen und dem saftigen Waldesgrün im Hintergrund äußerst romantisch ausnehmen. Inmitten eines herrlichen Buchenwaldes befinden sich die großherzoglichen Privatbesiße, die Villa " Krone" und die reizende Marien- Cottage, sowie weiterhin in entzückender Lage die zierliche Alexandrinen- Cottage, in der die verstorbene Schwester Kaiser Wilhelms I., die Großherzogin Alexandrine von Mecklenburg den Sommer zu verbringen pflegte. Die ursprüngliche Schönheit von Heiligendamm ist auch heute noch geblieben und kommt besonders in seiner prachtvollen Umgebung zum Ausdruck. Die meilenweiten Buchenwaldungen, die selbst bei Sturm einen vollkommenen Windschutz bieten, stehen in ihrer Art einzig da, als sie nebst mehreren tiefklaren und unbeweglichen Seen- den sogenannten Spiegelseen eine Reihe der kuriosesten Baumgestaltungen enthalten, die einem Teil des Waldes zu der Bezeichnung ,, Gespensterwald" verholfen haben. Von Heiligendamm gelangt man in kürzester Zeit nach dem Städtchen Doberan, das mit dem Seebade in innigem Zusammenhang steht. Östlich von Heiligendamm liegen noch andere mecklen burgische Seebäder: Brunshaupten, Arendsee und AltGaarz. Letzteres hat sich bis heute seinen stillen und ländlichen Charakter bewahrt, während Arendsee und Brunshaupten, besonders das erstere, sich bereits ganz„, up to date" entwickelt haben. Von sämtlichen mecklenburgischen Seebädern ist wohl Warnemünde das bedeutendste. Vor dreißig bis vierzig Jahren noch ein einfaches Fischerdorf mit 1700 Einwohnern, hat sich der Rostockische Flecken seitdem in einen nicht unbedeutenden Hafenort verwandelt, der in der Verbindung von Safen- und Badeleben einen besonderen Reiz besitzt. Durch die Anlage der für die Trajekt- Dampffähren nach Dänemark notwendig gewordenen neuen Hafenanlagen hat sich die Physiognomie von Warnemünde ganz besonders verändert. Bis zum Jahre 1903 vermittelten noch zwei kleine Dampfer den Verkehr zwischen Warnemünde und dem dänischen Hafenort Gjedser. Heute braucht der nach Kopenhagen eilende Reisende, der von Berlin kommt, seinen Wagen nicht mehr zu verlassen, sondern der ganze Zug wird direkt auf eine der Riesenfähren nach dem auf der Süd. spitze von Falster belegenen Gjedser überführt. Von Warnemünde gelangt man auf dem Kamme der östlichen Düne entlang nach der Rostocker Heide, eine der schönsten Waldungen von Mecklenburg. Ein rüstiger Fußgänger und Waldfreund wird es wohl nie versäumen, auf diesem Wege auch den beiden kleinen, aber freundlichen Seebädern und Waldkurorten Müritz und Graal einen Besuch abzustatten, die kaum eine Viertelstunde voneinander entfernt sind. Der weißsandige Strand von Müritz und Graal wird durch eine Dünenkette vom Lande abgegrenzt und hat an schönen Tagen ein frohes und bewegtes Augenblicksbild aufzuweisen wie die anderen mecklenburgischen Ostseebäder. Es sind Erholungsplätze, wo der Badegast nicht nur genug Seiluft supen", sondern auch gleichzeitig" Dannennadeln freten" tann. Links und rechts von mecklenburgischen Strande zieht sich eine Reihe anderer größerer oder kleinerer Seebäder hin. Wenden wir uns weiter nach Osten, so gelangen wir zuerst zu den pommerschen Strandplätzen. Wer hat gehört von 3ingst auf der Insel Barth oder von Zinnowiß mit seinem steinfreien Strande, und wer kennt vor allem nicht die See- Mekkas der Berliner: Heringsdorf, Ahlbeck, Swinemünde und Misdroy? Wem soll man die Palme oder die„ Strandperle" geben? Seringsdorf, Ahlbeck, Swinemünde oder Misdroy? Lassen wir die Individualität entscheiden und sagen: chacum à sou- Strand- gout! Weiter kommen bei den hinterpommerschen Seebädern Berg Dievenow bei Cammin, das berühmt- historische, bei Kolberg gelegene freundliche Stranddorf Senkenhagen und endlich Kolberg selbst in Betracht. Sehr Ruhebedürftige pflegen auch die stilleren Orte wie Prerow, Neuhof, Spondornhagen, Lubmin, Roserow, Dewin, Freest, Carls. hagen, Bensin, Ueckerit, Zemheim, Bauerhusen, Bodenhagen, Ost- und West- Deep, Groß- Moellen, Horst, Leba, Nest, Neuwasser, Ost- Dievenow, Rewahl, Rügenwaldermünde, Sorenbohm und Stolpmünde aufzusuchen. Wir haben aber noch nicht des entzückenden vis- a- vis der pommerschen Küste, der herrlichen Insel Rügen, gedacht. Ihre Kreidewände leuchten fast weißer noch als die Leinwand der Segel auf dem Meere unter dem dunklen Walde hervor, der seinen Scheitel krönt und das einzige Ernste in der lachenden Am Strande in Norderney. Borkum, gewissermaßen ein Nebenbuhler Norderneys, ist in ausgeprägter Weise Familienbad und trägt, wenngleich es ihm keineswegs an Komfort und Eleganz fehlt, doch einen gut bürgerlichen Charakter zur Schau. Dafür sorgen schon die Kinder, die in der Hauptsaison den Strand bevölkern und mit schöpferischer Phantasie die schwierigsten Sandbauten aufführen, unbekümmert darum, daß die nächste Flut den Fleiß vieler Stunden begräbt. Die Frequenz von Borkum, das auch von Emden mit den Dampfern der Aktiengesellschaft Ems zu erreichen ist, hat in den letzten Jahren außerordentlich zugenommen. 1910 wurde die Insel von fast 27000 Gästen besucht. Wir kehren nun nach Norderney zurück, um von dort in nordöstlicher Richtung nach Helgoland zu dampfen. Schon nach anderthalb Stunden liegen die wundervollen Umrisse des Felseneilands vor unseren Blicken, bald darauf taucht auch die flache Düne aus dem Wasser auf. Es mag einer nach Helgoland kommen, so oft er will: immer wieder entzückt ihn das Einzigartige dieses meerumrauschten Idylls, der reizende Zusammenflang von See, Feld und Sand, die Zierlichkeit der kleinen Häuschen mit den Blumentöpfen hinter den blanken Scheiben, und nicht zuletzt der weite Blick von der Felsenplatte oben auf das ringsum unbegrenzte Meer. In dieser Hinsicht steht ja Helgoland unter allen Seebädern einzig da, man kann sich hier auf einer weltentlegenen Insel im fernen Ozean wähnen. Und dann die Luft, diese herbe, klare, salzige Luft, in die man sich hineinbeißen möchte! Gleich einem Vakuumreiniger scheint sie alle verderblichen Fremdstoffe, die der staubgeplagte Großstädter in seine Atmungsorgane aufnehmen mußte, einzuschlürfen und zu verschlucken. An der Nordsee. 3 Wie das wohltut- und Appetit macht! Zum Glück versteht man sich hier darauf, solchen Regungen zart entgegenzukommen; die Einflußzone der Hamburger Küche ist unverkennbar. Nirgends in Europa bekommt man so saftige Summern von so unwahrscheinlicher Größe wie in Helgoland, und auch Schellfisch und andere Fische bestehen glänzend vor der Kritik des Schlemmers. Eins läßt sich ja nicht bestreiten: Helgoland ist sehr klein und für AmateurLandbriefträger kein geeignetes Betätigungsfeld. Desto mehr aber für Luftschnapper und Strandkorb Philosophen. Es faulenzt sich auf der Badedüne ganz herrlich, und man fängt an zu begreifen, warum die Selgoländer, wenigstens die Männer, mit so wenig Arbeit auskommen und von früh bis abends malerische Gruppen bilden. Und wen das Faulenzen auf die Dauer zu sehr anstrengt, der läßt sich von Peter oder Klaas oder Jan, oder wie diese Individualitäten mit den Händen in den Sosentaschen sonst heißen mögen, im Segelboot um die Insel fahren. Freunden ernster Naturbetrach tung bietet das ausgezeichnete SeeAquarium, eine Abteilung der Biologischen Anstalt, Gelegenheit zu anregendem Studium, desgleichen das Nordsee- Museum, in welchem hauptsächlich die von dem verdienstvollen Vogelwart Gättke angelegte Vogelsammlung interessiert. Eine Herrenbad: Szene. Die Beförderung von Helgoland nach Westerland, Wyt und Amrum erfolgt bis Hörum auf Sylt mit Dampfer der Hamburg- Amerita- Linie. Ein Nordseebad@port. DC Am Strom in Warnemünde. Rächtliches Strandidyll. Wilhelmstraße in Binz. Seiligendamm. Im Gespensterwald bel Am Strande von Sellin. Heringsdorf. Fischerhütte auf Rügen. Stuhl mit Strand und Stubbenkammer, Königs: Das Techaus am Strande von Mürig, in dem sich der deutsche Am Strande der Ostsee. Kronprinz verlobte. Ostseewellen. Der D- Jug Berlin- Kopenhagen im Trajekt in Warnemünde einfahrend. Konversationshaus in Swinemünde. Strandfiesta in Brunshaupten. Berg- Dievenow. Sahnih. Kurhaus in Misdroh. An der Oftfeefant. Arendsee. ofertel Abge andga Diens Selter nigt Ver Nr. Die n hat gefter aufgenom intereffier die mit Am Strande der Ostsee. und Gär δας ατόμ der Erba Pförtnerh Bauunter ftalt in 2 Fertigstel gemacht fen sich von der шоу das Wo I 11111 BU II Oberarzt, dem Ein walterwo mit dem usw., di Dampfw nächst lie die Frau der Frau die aus jog. Plo her mei geführt, Kranken hufeisenf gen Kra zimmer. ten und Kranten. ein sog. Injassen im Inn hat ein einen N ferglas, queme Tagräun Veranda Bilder haus a forderlic Das M Am Strande der Ostsee. und S der ärz en für Männer feitgeftel Aranten noch de die Gem beiten e Arbeiter Vorl Die An es foller werden. 5 Krante nach hie Geiftestr oder Al In ten gro jolche 2 Krante aufmert und Bi zu gebe männer