Sanalegen Lebens Dem R amentlich gehaltvo hilft Sana Salt", am Blut baut olen sich as große süchtige ragen" k gen: San wieder! sehen sie Zum Spiel eichen sie sie gezw en Willen hier nur us leichtest el- und N ner vorzüg hen die Geistest d, Dr. Ferd blutarm ist n geholfen. tlichungen i karte stigen ind fann s erfolgen offer erdrells sse 28 beide in G Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen Erscheint oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung - nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 128. Telephon: Nr. 362. Die Casten der Landesverteidigung in Deutschland und in Frankreich. Die Landesverteidigung legt dem Deutschen Reiche schwere Opfer auf, und zwar sowohl durch Steuern aufzubringende Geldopfer in der Form der Ausgaben für Heer und Flotte, als auch persönliche Opfer durch die gesetzlich festgelegte Wehrpflicht. Dieser haben bei uns jährlich weit über 200 000 junge Menschen zu folgen, um in der Armee oder in der Marine 2 bis 3 Jahre dem Vaterlande nur gegen die Gewährung eines gerade ausreichenden Lebensunterhaltes zu dienen. Wenn deshalb aber die Sozialdemokraten immer wieder Klagen gegen den„ Moloch Militarismus" erheben, so übersehen sie, daß wir einmal infolge unserer Lage in der Mitte von Europa zu großen Aufwendungen für die Landesverteidigung dringend verpflichtet sind, und zweitens, daß andere Länder, die sich vielfach in günstigerer Lage befinden, trotzdem vor weit größeren Aufwendungen für ihre Weltmachtstellung nicht zurückschrecken. Das gilt besonders von Frankreich, das sich Einschränkungen nach dieser Seite viel eher gestatten könnte, weil es, abgesehen von dem gegenwärtig faum in Betracht kommenden Spanien, sich mit seinen Rüstungen eigentlich nur gegen seine Ostgrenze zu wenden hat. Dessen ungeachtet unterhält jedoch Frankreich ein Heer, das sowohl im Frieden wie im Kriege es an Stopfzahl mit dem deutschen aufnehmen kann, obwohl bekanntlich die Bevölkerungszahl Frankreichs andauernd im Rückgang begriffen ist und gegenwärtig nur etwa zwei Drittel der Bevölkerung des deutschen Volkes beträgt. Naturgemäß ist infolgedessen der auf den Kopf der Bevölkerung entfallende Anteil an den Ausgaben für Heer und Flotte in Frankreich wesentlich höher als in Deutschland. Schwerer jedoch noch hat Frankreich an der Verpflichtung der Landeskinder zum Heeresdienste zu tra= gen. Es ist gegenwärtig infolge seines andauernden Bevölkerungsrückganges faum mehr imstande, die für den Heeresdienst notwendigen Menschen zu liefern, trotzdem die Bedingungen für den Eintritt in die Armee andauernd herabgesetzt worden sind. Im Gegensatze zu dem geburtenarmen Frankreich verfügt Deutschland über einen für kriegerische Zwecke zunächst noch unversiegbaren Menschenersatz. Obwohl bei uns die an die körperliche Tauglichkeit gestellten Bedingungen wesentlich höher sind als in Frankreich, wird doch fast nur die Hälfte der zum Dienst geeigneten jungen Leute tatsächlich in Heer und Flotte eingestellt. Unter diesen Umständen kann also keine Rede davon sein, daß Deutschlands Aufwendungen zum Heeresdienste irgendwie das Maß des Gebotenen überschreiten. Vielmehr wird man sich ernstlich die Frage vorzulegen haben, ob nicht Deutschland, solange Frankreich daran festhält, ein ebenso starkes Heer aufzustellen wie Deutschland, angesichts seiner bedrohten Lage in Europa genötigt wäre, an eine Verstärkung seiner Truppen zu denken. Bisher konnte man davon Abstand nehmen, weil Frankreich nicht mehr in der Lage war, die auf dem Papier stehenden Truppenmassen aufzubringen. Infolgedessen hatten dort eine Anzahl Regimenter nicht die vorschriftsmäßige Stärke, obwohl man in Frankreich nicht davor zurückschreckt, offenkundige Verbrecher und allerlei Gesindel in die Armee einzustellen. Gegenwärtig denkt man aber in Frankreich daran, die Lücken, die im Heere durch die andauernd zurückgehende Geburtenzahl entstanden sind, durch Kolonialtruppen auszufüllen und sowohl die Eingeborenen in Nordafrika stärker zum Heeresdienst heranzuziehen, als auch die in Algier stehenden weißen Truppen allmählich durch Neger aus den westafrikanischen Kolonien zu ersetzen. Was die Zahl seines friegstüchtigen Nachwuchses betrifft, so wäre Deutschland mit Leichtigkeit imstande, ein doppelt so starkes Heer aufzustellen wie Frankreich. Wenn Deutschland das bisher nicht getan hat, so ist das der beste Beweis für seine friedliche Gesinnung. Deutschland denkt nicht daran, irgend eine andere Macht in Europa zu bedrohen, will aber andererseits naturgemäß stark genug sein, um einen möglichen Angriff von anderer Seite abzuwehren. Wenn die Friedensfreunde in Europa es mit ihren Absichten wirklich ehrlich meinen, so mögen sie daher bei ihren, Ermahnungen Deutschland aus dem Spiele lassen, dessen Rüstungen nur das mindeste dessen darstellen, was Deutschland seiner Lage in der Welt schuldig ist. Viel eher könnte Frankreich den Gedanken einer Rüstungseinschränkung erwägen, da es infolge seiner geographischen Lage und noch mehr inder Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 2. Juni 1911. folge seiner politischen Bündnisse wahrlich nicht nötig| hat, dieselbe Rüstung zu treiben wie Deutschland. Sitzung der Giessener Stadtverordneten. Das akademische Viertel war bereits längst über= schritten, als die Versammlung vom Vorsitzenden, Oberbürgermeister Mecum eröffnet wurde. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand der Verkauf der alten Klinit. Das Thema hatte man bereits in der vorletzten Versammlung angeschnitten, jedoch wurden bindende Beschlüsse damals noch nicht gefaßt. Neue Gesichtspunkte brachte die gestrige Debatte zwar nicht, wohl zeigte sie aber wieder zur Evidenz, daß ursere Stadtväter nicht kleine Interessenpolitik treiben, sen dern das Wohl des großen Ganzen nicht aus dem Auge verlieren, eine Erscheinung, die wir bei der Frage der Frankfurter Universitätsgründung bereits mit Genugtuung fonstatieren konnten. Wohl erhob sich eine Stimme gegen den durchaus praktischen Vorschlag, der vom Magistratstisch der Versammlung gemacht wurde, aber dieser Rufer im Sireit es war der Stadtverordnete Löberblieb mit seiner Ansicht, die das nackteste Utilitätsprinzip proklamierte, allein auf weiter Flur. Die von demselben Stadtverordneten vorgetragene verschiedentlich kolportierte Meinung", daß bereits 250 000 Mark für das Gelände geboten seien, wurde in das Reich der Fabel verwiesen. Was nun den Magistratsvorschlag anlangt, so geht dieser dahin, nicht das ganze Grundstück zu verkaufen, sondern nur das zirka 5000 Quadratmeter umfassende Hintergelände, das Vordergebäude aber als Schmuckplatz der Stadt zu erhalten. Stadtv. Haubach macht einen Vermittlungs- Vorschlag. Man solle den Verkauf in zweierlei Form ausschreiben, einmal ohne und das andere Mal mit Einbeziehung des Vorgartens. Wie schon erwähnt, wünscht der Stadtv. Löber, daß das ganze Gebäude verkauft wird. Dieser Stadt teil sei so weit auseinander gebaut, daß auch bei einer Bebauung des Vorgartens noch Licht und Luft übrig bleibe. Stadtv. Winn ist gegen den Verkauf des Vorgeländes. Stadtv. Grünewald empfiehlt, dem Beschluß der Baudeputation beizutreten und sich grundsätzlich gegen jeden Gedanken auszusprechen, der das Vorgelände der Bebauung erschließen will.„ Es sei ein Glück für die Stadt, daß sie das Gelände besäße; der Platz mit seinen alten Bäumen müsse der Stadt erhalten bleiben." Stadtv. Schäfer schließt sich dem Standpunkt seines Vorredners an. Das schöne Terrain dürfe nicht bebaut werden. Stadtv. Krumm erklärt sich prinzipiell gegen den Verkauf des Vorgartens. Das Schönheitsinteresse verbiete eine Bebauung. Uebrigens sei der„ ganze Ru m- mel gegen die Bürgermeisterei", die wegen dieser Angelegenheit in Szene gesetzt worden sei, zu verurteilen.„ Es sei verkehrt, einen Stadtteil gegen den anderen auszuspielen." Stadtv. Eichenauer wünscht aus ästhetischen Rücksichten keine bauliche Ausnutzung des Vorgeländes. Man solle nicht den gleichen Fehler machen wie in Marburg, wo ein Platz von der Gemeinde veräußert und dann durch Bebauung verschandelt sei.„ Unsere Pflicht und Schuldigkeit ist die Erhaltung des Vorgartens." Sollte sich der Verkauf zerschlagen, so solle man das Gebäude für die Zwecke der Bürgermeisterei verwenden. Da sich die Debatte endlos auszudehnen scheint, so wird vom Stadtv. Winn Schluß der Debatte beantragt. Der Antrag der Baudeputation wird angenommen, der Antrag des Stadtv. Haubach abgelehnt. Stadtv. Grünewald teilt außerhalb der Tagesordnung einen Wunsch der Straßenbahnwagenführer mit. Die Schaffner hätten im Vorjahre 10 Tage und in diesem Jahre sogar 14 Tage Urlaub. Die Wagenführer, deren Arbeit aber weit aufreibender sei und deren Ruhezeit durch die Feiertage keine Einschränkung erhalte, wünschen einen Urlaub von 3-4 Tagen. Der Oberbürgermeister sagt wohlwollende Erledigung der einzureichenden Petition der Wagenführer zu. Auf die anderen, meist kleinen und wenig bedeutenden Vorlagen, nebst einer Reihe von Gesuchen, die keinerlei Anlaß zu Auseinandersetzungen boten, einzugehen, erübrigt sich. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Aus Stadt und Land. Gießen, den 2. Juni. Verkaufstag der Großherzogin. Die Vorarbeiten im Steins Garten werden bis Ende der Woche außerhalb des Saales beendet sein, so daß nach den Pfingstfeiertagen mit der Ausschmückung und Einrichtung der Verkaufsstände im Innern des Gebäudes begonnen werden kann. Schon heute läßt sich er= sehen, daß die Anordnung des Ganzen den größtmöglichsten Verkehr gestattet und selbst bei starkem Menschenandrang hinreichende Sicherheit für Aufrechterhaltung der Ordnung vorhanden ist. Mit der Einrichtung der Verkaufsstände sind durchweg hiesige Firmen betraut worden, die in entgegenkommendster Weise sich bereit erklärt haben, ihre Arbeiten zum Selbstkostenpreis auszuführen. Um das Reinerträgnis durch die entstehenden Unkosten nicht zu verringern, trägt der Großherzog die Kosten für die Einrichtung und Ausschmückung der ganzen Verkaufstagsanlage. Ein wirklich hochherziges schö= nes Opfer. Die Stadt Gießen hat die Saalmiete und die Kosten für die Beleuchtung und deren Anlage übersprechend dem schönen Vorbild des Großherzogspaares nommen. Sämtliche Mitwirkende stiften kostenlos, entund aller übrigen Fürstlichkeiten, die Verkaufsgegenstände Es darf darum wohl erwartet werden, daß sich nieund leisten damit einen sehr anerkennenswerten Beitrag. mand beiseite stellt oder seine Taschen verschließt, sondern jedermann nach Kräften sein Scherflein zum Gelingen des Verkaufstages beiträgt. * durch einen Teil des Kreises Weylar führt, hat bis jetzt Die Prinz Heinrich Fahrt, die auch in England die gewünschte Anzahl Meldungen für die Prinz Heinrich- Fahrt 1911 noch nicht erhalten, während die deutschen Listen längst geschlossen worden sind. In englischen Zeitungen wird der gesellige Charakter der Tour hervorgehoben und das Programm eingehend geschildert, so daß man voraussichtlich die fünfzig Nennungen bald erreichen wird. Ben in Frankfurt, so wird uns geschrieben, wird sich Das große deutsche Bundesschie= über drei Wochen erstrecken und mit besonderem Glanze gefeiert werden. Zur Verschönerung des großzügig an gelegten Festes sind u. a. ein Festspiel, Konzerte, sportliche Veranstaltungen, größere Schaustellungen 2c. in Vorbereitung. * Friedberg, 1. Juni. Die Großh. Direktion der Obstbauschule zu Friedberg hat auch in diesem Jahr wieder einen Kursus für Apfelweinproduzenten eingerichtet, der vom 19. bis 24. Juni in Friedberg stattfindet. In diesem Kursus wird eingehend die Erzeugung und Pflege eines edlen Apfelweines sowie die Behand lung fehlerhafter Aepfelweine besprochen und im Laboratorium die Untersuchung 2c. praktisch geübt. == Darmstadt, 30. Mai. Gestern tagte hier die Hauptversammlung des Verbandes der hessi= schen Bürgermeister. Der Vorsitzende machte eine Reihe Mitteilungen, insbesondere über die Begebung der Rentenquittungen, über die Bestrafung bei Verfehlungen gegen das Personenstandsgesetz, über die Abhaltung und die Stempelabgabe bei Versteigerungen, und erklärte, daß ein neuer Gebührentarif für die Bürgermeister in Aussicht stehe. Oberregierungsrat Graef hielt einen Vortrag über den jetzigen Stand der Fürsorgekasse für die hessischen Gemeindebeamten, wobei er ausführte, daß bis jetzt alle an die Kasse geknüpften Hoffnungen sich voll erfüllt hätten. )( Dorlar, 2. Juni. Von einer großen Anzahl in Gießen kaufenden Interessenten der Wetzlarer Gegend wird die Einrichtung einer Haltestelle bei Block Dorlar an der Bahnstrecke Gießen- Wetzlar gewünscht. Dorlar sei wohl eine Station der Linie Lollar- Wetzlar, doch sei der Weg über Abendstern oder Wetzlar nach Gießen mit großen Umständlichkeiten verknüpft. Wiewohl die seitherigen Bemühungen in dieser Richtung erfolglos geblieben sind, beschließt die Handelskammer, im Interesse des Gießener Handelsstandes nochmals bei der Eisenbahnverwaltung vorstellig zu werden. * Marburg, 31. Mai 1911. Die philosophische Fakultät der hiesigen Universität hat den bekannten Großindustriellen Geheimen Kommerzienrat Wilhelm Kalle aus Biebrich zum Ehrendoktor ernannt. * Marburg, 2. Juni. Der Gastwirt Johannes Henkel aus Mellnau zog sich bei der Explosion einer Lampe so starke Brandwunden zu, daß er an den Folgen verstarb. Deutscher Reichstag. Präsident Graf Schwerin- Löwig eröffnete gestern die Stzung mit der Mitteilung von dem Ableben des Abgeordneten Kirsch- Düsseldorf( 3tr.). Der Antrag der verbündeten Regierungen auf Vertagung des Reichstages bis zum 10. Oftober 1911 wird angenommen. Dann folgt die zweite Lesung des Handelsvertrags mit Schweden. Die Kommisston beantragt in einer Resolution, daß die Gebühren für die Beerenlesescheine in den fiskalischen Forsten beseitigt oder wesentlich ermäßigt werden. Die Resolution wurde angenommen. Die Abstimmung über den Handelsvertrag erfolgt in dritter Lesung. Um den Sozialdemofraten Gelegenheit zu geben, in der Fraktion noch einmal zum Ausführungsgesetz Stellung zu nehmen, tritt darauf eine dreivertelstündige Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Sißung um 25 Uhr wird der Gesetzentwurf über die vorläufige Regelung der Han= delsbeziehungen mit Japan in zweiter Lesung angenommen, ebenso der Gesetzentwurf über die Tagegelde, die Fuhr- und Umzugskosten der Kolonialbeamten. Hierauf wird der am Dienstag ausgeschiedene Teil des Einfüh= rungsgesetzes in zweiter Lesung beraten, der von der Behandlung der schon bestehenden Anstellungsverträge der Ortskrankenkassen handelt. Die Kompromißanträge, die eine Umgehung der Vorschriften der Reichsverficherungsordnung verhindern sollten, sind in der Kommission nur unwesentlich geändert worden. Abg. Bebel( Soz.) erklärt, die sozialdemokratische Fraktion werde, da es gelungen sei, eine Reihe von Verbesserungen in den Antrag Schulz hineinzubringen, die die gehegten Befürch tungen wesentlich abschwächten, jedes Bedenken inbezug auf die Weiterberatung des Einführungsgesetzes fallen lassen. Sie werde gegen die Anträge stimmen, wie gegen das ganze Gesetz. Die Kommissionsbeschlüsse werden da= rauf angenommen. Hiermit ist die zweite Lesung des Einführungsgesetzes erledigt und die Tagesordnung dieser Sitzung erschöpft. Die nächste Sigung beginnt um 5 Uhr. Das Einführungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung wird in dritter Lesung debattelos gegen die Sozialdemokraten und Polen und einigen Fortschrittlern angenommen. Ebenso werden debattelo3 in dritter Lesung erledigt die Vorlagen über die Schiffsmeldungen, die Uebereinkommen über das Seerecht, en Niederlassungsvertrag mit Schweden, die Handelsverträge mit Schweden und Japan, die Kolonialbeamten- Novelle, die Zündwarensteuer- Novelle, das Gefeh über die Beseitigung von Tierkadavern und die Vorlage über die Herbstdiäten. Präsident Graf Schwerin stellte fest, daß die Tagesordnung damit erledigt ist.( Beifall.) Der Präsident dankt den Parteien für ihre Ausdauer, ebenso den Vizepräsidenten, Schriftführern und Beamten. ( Beifall.) Er dte bittet um die Ermächtigung, nächste Sizung und Tagesordnung festseßen zu können. Abg. Bassermann( natl.) dankt dem Präsidenten für seine gerechte und wohlwollende Geschäftsführung in dieser arbeitsreichen Sibungsperiode. Nach nochmaligen Dankesworten des Präsidenten erhält der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg das Wort, der eine allerhöchste a binettsorder verliest, wonach der Reichstag bis 10. O t= tober vertagt wird. Das Haus hatte sich erhoben, auch der Abgeordnete Bebel mit den meisten Sozialdemokraten. Präsident Graf Schwerin schloß die Sitzung mit einem Kaiserhoch. Die schwarzen Soldaten und das Völkerrecht. fahr, besonders für die auf dem Schlachtfeld verwundeten Soldaten, die in die Hände der schwarzen Truppen fallen. Von mehreren Mächten wird darum auf der demnächst stattfindenden Haage. Friedensfonferenz die Frage angeschnitten werden. was gegen eine beabsichtigte Verwendung von schwarzen Truppen auf europäischen Kriegsschauplätzen für Maßnahmen zu treffen sind. Auf der neuen Haager Friedenskonferenz, deren Abhaltung beabsichtigt ist, wird, wie der Korrespon= denz„ Heer und Politik" von militärischer Seite mitgeteilt wird, die Frage der französischen Negertruppen eine eingehende Behandlung erfahren. Insbesondere wird es sich darum handeln, festzustellen, wie weit die Verwendung der französischen Negertruppen im Kriege mit europäischen Völkern erfolgen darf. Es ist zu erwarten. daß diese Frage von sämtlichen europäischen Völkern nachdrücklichst behandelt wird, damit auf der Friedenskonferenz eine endgültige Klärung dieser höchst bedeutsamen Frage erfolgen kann. Es soll ein absoTutes Verbot der Verwendung von Negertruppen in Europa angeregt werden, oder zum mindestens eine starke Einschränkung bei der Verwendung im Kriege, wenn nicht Frankreich die notwendigen Garantieen geben kann, daß die oben angeführten Gefahren für die europäischen Soldaten nicht besteher Rundschau vom Cage. Politisches. Die nächste Sigung des Abgeordnetenhauses wird, wie der ,, Poſt" aus parlamentarischen Kreisen geschrieben wird, wahrscheinlich erst am 20. Juni stattfinden. Günstige Aussichten für den deutsch- japanischen Handelsvertrag. Die Verhandlungen zwischen der deutschen und japanischen Regierung, die die hiesige japanische Botschaft mit den Unterhandlungen beauftragt hat, werden wie die„ Inf." erfährt, zwecks Abschluß eines neuen Handelsübereinkommens, das anstelle des bis zum 17. Juli d. J. giltigen treten soll, eifrig gefördert. Nach dem gegenwärtigen Stande der Beratungen erscheint die Annahme gerechtfertigt, daß ein Handelsvertragsentwurf zwischen beiden Regierungen bis zum 17. Juli fertiggestellt sein wird. Der Vertragsentwurf würde dann dem im Herbst zusammentretenden Reichstage zur Erledigung vorgelegt werden können. Auf Grund des neu aufgestellten Zolltarifs hat Japan bereits mit der Union und mit Großbritannien neue Handelsverträge abgeschlossen. Die Verwendung von Negertruppen ist für kriegführende Völker Europas eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden darf. Jedermann weiß, daß die Neger das Vedürfnis haben, die in ihre Gewalt gefallenen Feinde zu quälen und zu Tode zu martern. Während der europäische Soldat den gefallene:: tapferen Feind ehrt, kennt der schwarze Soldat dies Gefühl nicht, ondern er hat nur den einen Drang, seiner Mordlust die Zügel schießen lassen zu können. Ferner ist bekannt, daß die hervorragendsten französischen Offiziere wie General Bonnal und der jüngst verstorbene Kriegsminister Berteaux in den Negertruppen etnen sehr erwünschten Ersatz für die allmählich immer geringer werdenden französischen Truppen sehen. Kriegsmintster Berteaur hat erst vor einigen Wochen im Parlament erklärt, daß der Rückgang der Bevölkerung auf die Zusammensetzung des Heeres und auf die Stärke der französischen Militärmast keinen großen Einfluß ausüben werde, da ja Frankreich noch seine Fremdenlegion und seine schwarze Armee besitze. In Algier werden bereits umfangreiche Versuche mit Negertruppen gemacht und es ist zu erwarten, daß bei dem nächsten europäischen Kriege die Franzosen nicht Anstand nehmen werden, auch schwarze Soldaten gegen europäische Völker zu führen. Nun bedeutet diese Verwendung schwarzer Soldaten eine große Ge201 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von Lilten cron. ( Nachdruck verboten.) Deutschlands Brüsseler Bilanz. Die Ueberlegenheit der deutschen Maschinenindustrie wird drastisch beleuchtet durch die Maschinenverkäufe auf der Brüsseler Weltausstellung. Es haben, wie„ Die Hilfe" berechnet, dort verfauft: Deutschland für 3 Millionen Franken, Amerika für ¼ Million, England für 188 000 und Frankreich, das so frampfhafte Anstrengungen gemacht hatte, für- 15 000 Franken. Also Deutschland hat an Maschinen verkauft: dreimal so viel als Amerika, über viermal so viel als England und fünfzigmal so viel als Frankreich. Das ist ein gutes Zeugnis für deutsches Können. Auch sonst steht Deutschland weit an der Spitze, denn es hat im ganzen für 10 Millionen in der Weltausstellung selbst verkauft, eine Summe, die kein anderes Land erreicht hat. Ein Zwischenfall im französischen Ministerrat. In einer der letzten Ministerratssitzungen, die nach der Erfrankung des Ministerpräsidenten Monis stattfanden, ist es dem„ Figaro" zufolge zu einer höchst erregten Auseinandersetzung gekommen. Marineminister Delcassé tadelte vor den übrigen Ministerkollegen die Politik des Ministers des Auswärtigen Cruppi in schärfster Form und warf Cruppi vor, zu rasch den Forderungen der diplomatischen Vertreter Frankreichs gefolgt zu sein, die den Einmarsch der Truppen in Fez verlangten. Die zwischen Paris und Madrid in jüngster Zeit geführten diplomatischen Verhandlungen haben durch den Zwischenfall im französischen Ministerrat eine empfindliche Störung erfahren. Es heimelte sie an wie stiller Friede, wenn sie nach dem verwirrenden Treiben, in das ihr Leben sie hineinzog, in das Stübchen des Alten trat, ihm allerlei Handreichungen leistete, ihm vorlas oder ihm eins der Volkslieder sang, die ihm aus seiner Jugendzeit bekannt waren, und die er besonders liebte. Für Kathi versant dann die Großstadt mit ihrem Getriebe, sie träumte sich wieder in ihr Dorf zurück, wo sie unter der großen Linde am Brunnen mit den Mädchen und Burschen das Lied gesungen hatte. Auch in der Spinnstube waren diese Lieder ihre Freude gewesen, und der Hans hatte dann jedesmal hinter threm Schemel gesessen. Wie oft hatte er dann übermütig an ihrem Wocken gezupft und sich dabei so nahe gebeugt, daß die Worte, die er eben sang- ,, hab dich von Herzen Iteb". wie Posaunenschall in ihrem Ohre flangen! Jedesmal mußte sie daran denken, wenn sie dem Alten das Lied sang:„ Ach, wie wärs möglich dann, daß ich dich lassen tann", und jedesmal wars ihr dabei zu Mute, als wären die Worte just für sie geschrieben, denn akkurat so war ihr zu Mute, wenn sie das Lied sang und an Hans dachte. - Nicht ein einziges Mal hatte der ihr geschrieben, und fe hatte ihm doch solche schöne Ansichtspostkarte geschickt von Potsdam aus, wohin sie mit den Verwandten eine Vergnügungstour gemacht hatte. Eins war ihr freilich bei der Karte ärgerlich gewesen, nämlich wie sie auf den feinen Bildkarten, die der Vetter ihr besorgt, ihren Gruß geschrieben und den Namen darunter gesetzt hatte, wollten auch die andern sich unterschreiben, sowohl auf ihrer Karte an die Mutter, wie an den Hans Ruland. Die Franzosen in Marokko. Wie verlautet, wird Fez nach Ablauf von sechs Wochen unter Zurücklassung einer französischen Leibgarde für den Sultan geräumt werden. Allem Anschein nach beginnen die Stämme jetzt den Kleinfrieg gegen die französischen Truppen. *. Der Vetter hatte dicht hinter ihren Namen den seinen gesetzt, da hatte es nun gestanden„ Kathi und Julius Grüßner". Das war ihr selbst ganz närrisch erschienen, Die Errichtung eines städtischen Opernhauses in Char. lottenburg ist von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden. Der Sieg der Berliner Bädergesellen. Der Bäckerstreik hat den Gesellen einen Sieg auf der ganzen Linte gebracht. Gestern früh war die Zahl der streikenden Gesellen auf kaum 200 zusammengeschmolzen, und die Gruppe der Innungsmeister, die den neuen Tarif noch nicht anerkannt hat, ist sehr klein geworden. Der Boykott gegen diese Meiste" soll jetzt in verschärfter Form durchgeführt werden. Der Albanesenaufstand beendet. Nach einem Bericht Thurgut Paschas kann der Malissorenaufstand in Albanien als beendet angesehen werden." Die Ergebung der letzten Aufständischen wird noch bis Ende dieser Woche erwartet. 45 000 Mark für eine Einladungskarte. Aus London wird berichtet: Frau David Nottage, ehemalige Hofdame der Königin von England, erhielt eine Einladung zu den Krönungsfeierlichkeiten. Da sie aber nicht dazu nach London fahren konnte, so verkaufte sie die Einladungskarte Wohltätigkeitszwecken einer Freundin, und zwar zu dem horrenden Preise von 45 000 M. Expräsident Diaz von Merito ist nach einem Telegramm aus Veracruz mit seiner Familie Dienstag abend auf dem Dampfer der Hamburg- Amerika- Linie„ Ypiranga" nach Spanien abgefahren. Kleine Nachrichten. Im Befinden des Prinzen Joachim von Preußen ist eine leichte Besserung zu verzeichnen. Die Nacht zum Mittwoch verlief günstig, wenn auch die Schmerzen noch immer anhalten. Den ift. Das mung damit be heinen verhin Heiner Hand ge Befchleunigen, wernommen we Roppins acht und vereidigt Die Revision Aus Gin elektro dh der bayeri zu raft unter Ve angelegen fein, Frischem Strom Kugelsichere Richtertische. Die Geschäftsstelle des Deutschen Richterbundes macht in der Deutschen Richterztg." folgendes bekannt:" Dem Deutschen Richterbunde ist ein einem Mitgliede patentierter fugelsicherer Aufsatz für Sitzungstische, dessen Herstellungskosten nicht bedeutend sind, zur Verwertung angeboten." Die Pfarrer Jatho und die Berliner Kreissynode. Kreissynode Berlin Stadt hat eine Resolution angenommen, in der an den evangelischen Oberkirchenrat die Bitte gerichtet wird, die Verfügung des Konsistoriums gegen Jatho aufzuheben. Beschlagnahmt wurde gestern das„ Prager Tagblatt" wegen alarmierender Nachrichten über das Befinden des Kaisers Franz Joseph. Papst Pins 10. vollendet am Freitag, den 2. Junt, sein 76. Lebensjahr. Er wurde am 2. Junt 1835 zu Riese in der damaligen österreichischen Provinz Venetien von armen Eltern geboren ubnd hieß Giuseppe Sarto, bevor er am 4. August 1903 zum Nachfolger Leos 13. auf dem päpstlichen Stuhle gewählt wurde. aber zu ändern war es nun doch nicht mehr, es wäre ja schade um die schöne Karte gewesen. Generalausstand in Fiume. Die Vertreter sämtlicher Arbeiterorganisationen beschlossen zum Zeichen der Solidarität mit den streikenden Angestellten der ungarischfroatischen Schiffahrtsgesellschaft, den allgemeinen Ausstand zu proklamieren. Infolge dieses Beschlusses feiern von heute ab 20 000 Arbeiter. Der Vetter war überhaupt jetzt ganz merkwürdig, viel aufmerksamer noch als früher. Geschenke hatte er alle Augenblicke für das„ liebe Käthchen" zur Hand, und manchmal machte er so furiose Redensarten, daß es fast klang, als wolle er den Freiersmann spielen. Ein Blitzschlag ins ungarische Abgeordnetenhaus. Während der gestrigen Sitzung im ungarischen Abgeord= netenhause ging ein heftiges Gewitter nieder. Ein Blizz schlug in den Sizungssaal ein. Sämtliche Flammen verlöschten und es entstand große Aufregung unter den Abgeordneten. Zu Schaien ist niemand gekommen. Das Mädchen ließ sichs gefallen, sie redete nichts dagegen, denn es tat ihr wohl, so ausgezeichnet zu werden, um so mehr, weil sie dem bösen, lieben Dickkopf von Hans bitter gram war, der so harte Worte mit ihr geredet hatte und sie womöglich über die Rosemarie vergaß. Die Folgen eines Bienenstiches. Der in dem Dorfe Wolf bet Steinach in Tirol wohnende Bauer Schmelzer wurde am linken Augenlide von einer Biene gestochen. Kurz darauf erlitt er einen Ohnmachtsanfall, aus dem er nicht mehr erwachte. Zu Weihnachten hatte Kathi nicht nach Hause gekonnt, da wurde sie nötig in Friedenau gebraucht, und Frau Amrum, die von der Schwester eine Einladung erhalten hatte, schrieb, sie würde in den Tagen dort von ihrer Kathi und threm Röschen doch nichts haben, da wolle sie lieber warten mit dem Besuche. Vom Schwiegervater ermordet. In Oberplanit bet Zwickau ist gestern abend der 37fährige Tischler Franke, Vater von zwei Kindern, von seinem Schwiegervater, dem ehemaligen Hüttenarbeiter Laubert, in der Küche seiner Wohnung erstochen worden. Der Mörder hat die Tat wahrscheinlich im Zustande geistiger Umnachtung begangen. Erdbeben in Madrid. Gestern mittag fand in Madrid ein heftiges Erdbeben mit unterirdischem Getöse statt. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine große Erregung. Sozialpolitik. Zunahme der Tätigkeit unterstützter Arbeitsnachweis stellen. In Anbetracht der sozialpolitischen Bedeutung, die den kommunalen oder mit kommunaler Unterstützung betriebenen allgemeinen Arbeitsnachweis stellen beigemessen wird, erscheint der neueste Bericht bemerkenswert, der, wie der Inf." mitgeteilt wird, wiederum eine ganz erhebliche Vermehrung der Gesuche von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie vor allem der vermittelten Stellen zeigt. Die Zahl der Arbeitsnachweis stellen selbst hat sich auf 265 vermehrt. Im abgelaufenen Berichtsjahr sind nicht wentger als 841 818 Vermittelungsgesuche von Arbeitgebern und 1 168 648 Gesuche von Arbeitnehmern eingegangen. Die Zahl der vermittelten Stellen beträgt 655 623. Die Fortschritte, die in dieser Beziehung zu verzeichnen sind, gehen am besten aus dem Vergleich mi dem entsprechenden stattstischen Material des Jahres 1900 hervor. In diesem Jahre waren von Arbeitgebern nur 272276 und von Arbeitnehmern 310 764 Stellenvermittlungsgesuche zu verzeichnen gewesen. Im ganzen wurden nur 185 681 Stellen vermittelt. Die Zahl der vermittelten Stellen ist demnach in einem Zeitraum von 10 Jahren um nicht weniger als 469 942 gewach= sen, während die Gesuche der Arbeitgeber um 569 542, die der Arbeitnehmer sogar um 857 884 zugenommen haben. Eine wesentliche Förderung der Arbeitsnachweisstellen ist durch die Regierung erfolgt, die die Regierungspräsidenten angewiesen hat, die Angelegenheit möglichst weitgehend fördern. So war der Januar gekommen. Da erhielt Kathi eines Morgens zwei Schreiben auf einmal aus ihrer Heimat. Das war etwas außerordentliches, und sie eilte mit beiden in ihr Stübchen, um sie dort in Ruhe zu lesen. Das eine war eine Ansichtskarte von einer Vergnügungspartie, die hatte der Hans ihr geschickt. Nun, wenigstens war es doch ein Lebenszeichen von ihm, und daß er noch an ste dachte. Wenig genug freilich wars, dieses Schönen Gruß Hans Ruland" und ärgern tat sies auch, daß der Rosemarie ihr Name auch auf der Karte stand. Wenn auch noch eine ganze Anzahl Namen darauf gefrigelt waren, so hätte sie das nicht weiter gefümmert, nur daß die Rosemarie ihren Namen so dicht unter den des Hans geschrieben, das mochte sie nicht leiden, und vor allem nicht, daß sie hinterdrein solchen wunderlichen Schnörkel gesetzt, der just nach dem Hans seinem Namen herauflangen tät. Ju, ju, affurat so wie se is, de Schwarze," murmelte Kathi, nach ihm lange tuts, und er hat nix darwider!" Gedankenvoll legte sie die Karte beiseite und griff Aus den Gerichtssälen. zu ,, Wegen Hinrichtung am Erscheinen verhindert. Wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels, begangen durch Buchmacheret, war am 19. Januar vom Landgericht Leipzig der Bierausgeber Hildebert Möller zu Strafe verurteilt worden. In seiner Revision beschwerte er sich darüber, daß der Zenge Karl Koppius im Vorverfahren eidlich vernommen und daß seine Aussage in der Hauptverhandluna verlesen worBeratung der Meftrischer Arb mehr in nächste leftrotechnische Dird der Christ olden Beratun herartigen Stel wendig erwiefer hei der Waffer Bayern nicht pürfen und Ar führen. Da ten, so wurder mit der Lande Ebenso wurde lang des Sta und der Poly ratungsstelle f nach dem Brief. Er war von der Leni, einer Häuslertochter, mit der sie Freundschaft gehalten hatte, und enthielt allerhand Neuigkeiten aus der Heimat. Mühsam entzifferte das Mädchen das tauderwelsche Geschreibsel. Nun aber zog sie die Stirne fraus, und die Lippen, die halblaut die Worte gemurmelt hatten, zitterten. Sie las: ,, Wat seggst nu? Wie wülln next a Hort feiern, a grot Hort wards sin, und die Brut is de Rosemarie Peters. Se wullt det Ding noch nit so richtig seggen und mint, wann ich ehr frage dät, se wet it noch nit, wann se Hort maken dät. Nu dät idk seggen, se süllt mi vertelle, wo der Brutmann hißt. Da hätt se unbändig lachen tät, aberst vertellt hätt se mi nix. Nu wer Sünntag a Vergnüge, und mit wem se immer da wispern dät, das wär der Hans Ruland. Und wie er dem Madel, als se gehen wullt, adjüs seggt, da hat se ihn so ankieft, so von unterscht, und hat gemeent: ,, Nu fehlt nit mehr viel, dann sind mer so wit, und dann mache wir nen hellen Juchzer, und zusamme halte mer fest! Hast min Verspruch und id din". Dann hat er sin Hand in ihre klappt, det et man so schallen dät. Wat seggst nu? Dat sind doch Brutlüte, der Ruland hät noch seggt:„ Also wanns Frühjahr fummt, und de Kuckuck schrit, dann is so wit". Se het lacht und seggt: „ Ju, ju, dann is so wit!" Meenst de Hort?" dät id ehr frage. Da hat se em antiekt und a Nickopp dät se mache und mint: tann sin!" Na, Kathi, wat seggst nu?" Jawas sagte sie nun?- den Brief zerriß sie in fleine Stücke, die Karte dazu und streute die Schnipsel in alle Winde. Dabei liefen ihr die hellen Tränen über die heißen Backen. War es Zorn, war es Schmerz? Was wußte sie darüber, nur das eine war ihr klar, daß ,, wanns Frühjahr fümmt, und de Kuckuck schrit, daß es dann so weit war, daß der Hans mit de Rosemarie Hort machen dät“. ( Fortsekuna folgt.) Die Entfü dische Räuber. Ingenieurs Ri folgendes geme Softinopoulo a tz war von zu fern nach läng Sauber, welche find Pfund Löse fantinopel ist tion, in der sic hrt Richter eine unterschriebenen eld bittet und ber sein Leben mie der Korrespo de feinerzeit b der Gefangenna hlung des Lö glasen wurden filgung der Bar titet. Wie hoch riber ist noch n 50 000 bis 60 00 ter entführte, ist gebietes. Die 2 mn in franzöfif rieurs Richter, d iftändigst gebet lassen. Der Sighter zu ermo Nie Behörden sch tes zu entspreche Galoniti. Die nbekannt. Schweres Ci fabahnunglüd c corüber bereits hermaßen zugetr morgen um 8 UH der Nähe der S hn Wagen bes 30 Pilger aus reiftens junge kr Notre Dame Minuten vor A r Extrazug fu btomotive nahm kr fahrplanmäß kmerfte den a fofort die daß der Zug ilgerzug auffu s wurde vollst und auf den vor brüft wurde. Insidret wurde tie bereits geme ern, im Alter ant ferlegungen firigen Nachm Madchen, das fa berlebte das g der Verung fach und nach cauen mit meh orgezogen. Die einbrüche davo leben Jahren w Maffenvergi mweimarischen m eine goldene men eingeladen kn Kartoffelfald bellen zugedect el einzelnen e Tats auf und erfonen, welche wanzig mußten kr linte Arm r Safft werden; e an Symptomen phus gefchloff imrat Prof. nwandfret fe borbene Kartof kellen tann. Cin gewalt bag in unmitte wer Lüneburger pie bie Helgen Dandwertabura nbet, Das han be der inte Ge ippe an egen ührt don der Krö idon วน dem Deuts atg." ein für find, latt" des Sein e in men m 4. ichen icher Solt rischtand von aus. PordBliz ver Ibge Dorfe elzer Kurz nicht bet ante, dem einer Tat beadrid Der wie weis , die beteffen bliche beit zeigt. f265 weniund Die Fortgehen stattJahre mern vejen. Die Beit wachie der Eine durch anged zu Begen macheBier orden. Zenn und wor iusler dentühsam reibsel. en, die dh nit, ie las: zern, a emarie Seggen e füllt Je un r. Nu mer da wie er hat se t:„ Nu dann te mer t er fin Ruland und de feggt: che und fie in ipfel in Aber die ? Was wanns Dann fo machen olgt.) ben ift. Das Landgericht habe die kommissarische Vernehmung damit begründet, daß er wegen Hinrichtung am Erscheinen verhindert" set. Der Staatsanwalt habe es aber in einer Hand gehabt, die Eröffnung des Hauptverfahrens zu beschleunigen, so daß Koppius in der Hauptverhandlung vernommen werden konnte. Aus den Aften ergibt sich, daß Koppius acht Tage vor seiner Enthauptung vernommen und vereidigt worden ist, da Gefahr im Verzuge war. Die Revision wurde vom Reichsgericht verworfen. Aus dem Reiche der Technik. Ein elektrotechnisches Beratungsbüro. Bekanntlich läßt sich der bayerische Staat die Versorgung mit elektrischer Kraft unter Verwertung staatlicher Wasserkräfte besonders angelegen sein, um die Versorgung des Landes mit elef= trischem Strom möglichst ausgiebig zu gestalten. Um die Beratung der einzelnen Landwirte bet der Verwendung elektrischer Arbeit in ihren Betrieben zu besorgen, soll nunmehr in nächster Zeit der Bayerische Landwirtschaftsrat ein elektrotechnisches Beratungsbüro einrichten, und außerdem wird der Christliche Bauernverein an die Errichtung einer folchen Beratungsstelle herantreten. Die Einrichtung einer derartigen Stelle beim Landwirtschaftsrat hat sich als notwendig erwiesen, da die Anstellung von Elektroingenieuren bei der Wasserkraftabteilung der obersten Baubehörde in Bayern nicht hinreichte, um die Ueberprüfung von Entwürfen und Anlagen und die Beratungen umfassend durchzuführen. Da diese Aufgaben nicht bewältigt werden fonnten, so wurden zunächst für diese Zwecke Vereinbarungen mit der Landesgewerbeanstalt in Nürnberg usw. getroffen. Ebenso wurden zuverlässige Privatfirmen unter Vermitt lung des Staatsministeriums als Berater herangezogen, und der Polytechnische Verein in München hat eine Beratungsstelle für solche Fragen ins Leben gerufen. Vermischtes. Die Die Entführung des Ingenieurs Richter durch grie chische Räuber. Ueber die Gefangennahme des Jenaer Ingenieurs Richter wird der„ Voss. 3tg." aus Larissa folgendes gemeldet: Die Gefangennahme fand beim Dorfe Rottinopoulo an den Ausläufern des Olymps statt. Richter war von zwei Gendarmen begleitet, die von den Räubern nach längerem Widerstande getötet wurden. Räuber, welche Türken sein sollen, verlangten zwanzigtausend Pfund Lösegeld. Auf der deutschen Botschaft in Konstantinopel ist ein Bericht aus Saloniki über die Situa tion, in der sich Richter befindet, eingegangen. Danach hat Richter einen von ihm und den beiden Bandenführern unterschriebenen Brief gesandt, in dem er um das Lösegeld bittet und erklärt, daß bei einer Verfolgung der Räuber sein Leben in Gefahr sei. In Konstantinopel wird, wie der Korrespondent des ,, B. T." meldet, daran erinnert, daß seinerzeit bei dem Ueberfall auf einen Bahnzug und der Gefangennahme einer Anzahl Berliner nach der Bezahlung des Lösegeldes die Gefangenen unversehrt freigelassen wurden. Bei der danach unternommenen Verfolgung der Banden wurde die Mehrzahl der Räuber getötet. Wie hoch das diesmal verlangte Lösegeld ist, darüber ist noch nichts bekannt. Es wird sich wohl um 50 000 bis 60 000 Francs handeln. Die Bande, die Richter entführte, ist eine griechische Räuberbande des Grenzgebietes. Die Behörden von Saloniki wurden durch einen in französischer Sprache abgefaßten Brief des Ingenieurs Richter, der von einem Schafhirten gebracht wurde, inständigst gebeten, die Verfolgung der Räuber einstellen zu lassen. Der Hauptmann der Bande habe geschworen, Richter zu ermorden, falls die Bande umzingelt werde. Die Behörden scheinen geneigt zu sein, dem Wunsche Richters zu entsprechen und erbaten Weisungen vom Wali von Saloniki. Die Höhe des geforderten Lösegeldes ist noch unbekannt. Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich. Das Etsenbahnunglück auf der Strecke von Valence nach Albi, worüber bereits drahtlich berichtet wurde, hat sich folgendermaßen zugetragen: Der Eisenbahnzug, der Dienstag morgen um 8 Uhr auf der Linie von Valence nach Albi in der Nähe der Station Combalets entgleiste, war ein aus zehn Wagen bestehender Sonderzug, in dem sich 200 bis 300 Pilger aus Valence und Albi befanden. Es waren meistens junge Mädchen mit ihren Müttern, die sich nach der Notre Dame de la Dreche begeben wollten. Wenige Minuten vor Abfahrt des fahrplanmäßigen Zuges hielt der Extrazug furz vor der Station Combalets, und die Lokomotive nahm Wasser ein. In diesem Augenblick fuhr der fahrplanmäßige Zug Nr. 12 heran. Der Zugführer bemerkte den auf der Strecke haltenden Sonderzug und 30g sofort die Bremsen. Unglücklicherweise versagte diese, o daß der Zug Nr. 12 auf den in einer Kurve haltenden Pilgerzug auffuhr. Der letzte Wagen des stehenden Zuges wurde vollständig zertrümmert, in die Höhe gehoben und auf den vorlegten Wagen geworfen, dessen Dach eingedrückt wurde. Ein einziger, markerschütternder Schref= tensschret wurde hörbar. Drei junge Mädchen wurden, wie bereits gemeldet, sofort getötet. 3wet andere, Schwetern, im Alter von 11 und 12 Jahren, trugen so schwere Verlegungen am Kopfe davon, daß sie noch im Laufe des gestrigen Nachmittags starben. Ein anderes 12jähriges Mädchen, das schwere innere Verlegungen erlitten hatte, überlebte das Unglück nur um 2 Stunden. Die Befretung der Verunglückten aus den Trümmern war sehr schwer. Nach und nach wurden zehn junge Mädchen und fünf Frauen mit mehr oder minder schweren Verlegungen herDorgezogen. Die meisten haben komplizierte Arm- und Beinbrüche davongetragen. Einem Kinde im Alter von feben Jahren wurde die ganze linke Seite aufgerissen und der linke Arm vollständig vom Körper getrennt. Massenvergiftung beim Hochzeitsmahl. In dem sachen- weimarischen Rhönorte Helmershausen wurde vor furfem eine goldene Hochzeit gefeiert, bei der gegen 120 Peronen eingeladen waren. Man hatte die Kartoffeln für den Kartoffelsalat schon drei Tage vorher gekocht und einstpeilen zugedeckt in den Keller gestellt. Schon beim Mahl fiel einzelnen ein eigentümlicher Geruch des Kartoffelalats auf und bald nachher erkrankte eine große Anzahl Personen, welche von dem Salat gegessen hatten. Gegen wanzig mußten ins Krankenhaus nach Meiningen gehafft werden; einige Personen sind bereits gestorben. Nach den Symptomen der Erkrankung hatte man zuerst auf Typhus geschlossen, doch wurde durch den Hygieniker Gehelmrat Prof. Dr. Gaertner- Jena das Brunnenwasser als einwandfrei festgestellt, so daß nur der anscheinend verorbene Kartoffelsalat die Ursache der Vergiftung dar= tellen tann. Ein gewaltiger Waldbrand wütete Dienstag nachmit tag in unmittelbarer Nähe der Ortschaft Breitenhees in der Lüneburger Heide. In unglaublichem Leichtsinn hatte, bie die Uelzener„ Kreisztg." mitteilt, ein wandernder bandwerksbursche an der Chaussee nach Uelzen ein Feuer Entzündet, das durch den starken Wind sofort schnell in den nahen Kiefernbestand und wilden Anflug sich fort: pflanzte und in einer Breite von 500-700 Metern sich drei Kilometer weit am Wege von Breitenhees nach Hösseringen in die Gemarkungen von Suderburg, Oldendorf und Hösseringen erstrecte. Abgebrannt sind annähernd 600 Morgen, hauptsächlich Kiefernbestand und Heide. Der Täter ist gefaßt; er hat nach anfänglichem Leugnen seine Tat eingestanden und ist in das Amtsgerichtsgefängnis in Uelzen abgeliefert worden. Aus Unvorsichtigkeit vom eigenen Vater getötet. In Reinidendorf bei Stettin erschoß der Grundbesitzer Franz Griep seine 23jährige Tochter, die ihm das Gewehr selbst überreicht hatte, um Krähen vom Hühnerhofe zu schießen. Der Vater war im Begriff, die Flinte zu laden, während die Tochter voraneilte, um die Haustür zu öffnen. In dem Augenblid, als Griep das Gewehr zuklappte, entlud sich der Schuß und die Schrotladung traf sein nur wenige Schritte entferntes Kind in den Rüden. Bei der geringen Distanz war die Durchschlagskraft eine derartige, daß die Schrote durch den Körper hindurchdrangen und die Lunge Sie erzielten aber 3800 Mart. Am Schluß der Auktion waren 11 000 Mark erzielt worden. Der heilige Bureaukratins und die Reißnägel. In Karlsruher Zeitungen ist zu lesen: Der Leiter des städti-. schen Volksschulwesens hat die Wahrnehmung gemacht, daß in manchen Schulhäusern die Visitenkarten an den Zim mertüren und die Plakate in den Gängen seither mit gelben und in andern mit weißen Reißnägeln befestigt wurden. Um diesem Uebelstande" abzuhelfen, wurde in einer amtlichen Konferenz der 25 Vorstände der einzelnen Schulabteilungen die Angelegenheit von dem Stadtschulrat auf die Tagesordnung gesetzt und dahin entschieden, daß überall da, wo seither gelbe Reißnägel zur Verwendung famen, diese durch weiße, mit einem Schlitz versehene, ersetzt wer den müssen. Die vorschriftsmäßigen Reißnägel sind auf dem Rektorat zu erheben, und die Vorsteher der einzelnen Schulhäuser sind für die sofortige Durchführung dieser Anordnung haftbar. Erfreulicherweise fann mitgeteilt wer= den, daß die verpönten gelben Reißnägel in sämtlichen Schulhäusern seit einigen Tagen verschwunden und an ihre Stelle weiße getreten sind. vollkommen zerrissen wurde. Tot sank die Tochter dem Das 100jährige Jubiläum des ersten deutschen Fluges. Vater in die Arme. Das Mädchen war die einzige Tochter Grieps und stand kurz vor der Hochzeit. Das Zehnmartftück in der Nase. Einen eigenartigen Diebestrid führte in einem Detmolder Kaufmannsgeschäft ein gut gekleideter Mann aus. Das Dienstmädchen einer Familie wollte bei dem Kaufmann eine Rechnung bezahlen und legte die Rechnung mit einem Zehnmarkstück auf den Tisch. Als der Kaufmann die Rechnung quittiert hatte, fehlte auf einmal das Geld. Der Verdacht des Diebstahls ftel sofort auf den noch im Laden anwesenden Fremden, dem der Diebstahl auf den Kopf zugesagt wurde. Anstatt flein beizugeben, wurde der Mann noch frech, sprach von Verklagen wegen Beleidigung usw. Mittlerweile war die Polizeibehörde benachrichtigt, die den Fremden gehörig ins Gebet nahm. Das Geldstück konnte aber nicht gefunden werden, bis auf einmal einem der Visitation beiwohnenden Herrn die Aussprache des Verdächtigen auffiel. Bei näherem Ansehen der Nase des Fremden sah man einen goldigen Schimmer in dem einen Nasenloch. Das Geld gelangte darauf wieder an seinen rechtmäßigen Besitzer, während der gerissene Spitzbube die schönen Maitage im Untersuchungsgefängnis zubringen muß. Spielerkontrolle in Holland. In der niederländischen Grenzstadt Venlo sind mehrere Spielhäuser eröffnet wor den. Da die niederländischen Geseze hiergegen ziemlich machtlos sind, hat die Polizei Wachtposten vor die Häuser plaziert. Jeder, der das Spielhaus betritt, hat dem Poften nach der Polizei zu folgen, wo er sich legitimieren muß. Es wurden an jedem Tage bisher fast ein halbes Hundert deutsche Besucher der Spielhäuser festgestellt. Einsturzfatastrophe bei einer Festlichkeit. Eine ent= setzliche Katastrophe ereignete sich in Oshimago in der japanischen Provinz Kamamato. Bei einer Festlichkeit, die zu Ehren des Stadthauptes abgehalten wurde, stürzte plötzlich ein Haus, dessen Grundpfeiler morsch geworden waren, ein und begrub die Festteilnehmer unter seinem Schutt. Nur mit Mühe gelang es den herbeigeeilten Dorfbewohnern, die Unglücklichen unter den Trümmern hervorzuziehen. Bisher fonnten sieben Leichen geborgen werden, aber man vermißt noch vier Personen, die vermutlich auch bei dem Unglücksfall ihren Tod gefunden haben. Eine geheimnisvolle Mordaffäre, die an den Frauenmord Crippen erinnert, wird aus Neuyork gemeldet. Der Besitzer eines Wohnhauses mit vielen kleinen Mietparteten konnte von einem Chauffeur Scheib, der mit seiner Frau eine der Wohnungen bewohnte, nicht die Miete erhalten. Als sich schon geraume Zeit hindurch die Mieter nicht gezeigt hatten, ließ er die Tür aufsprengen. Da fand man in der Badewanne eine Leiche vor, von der nur noch fümmerliche Reste zu sehen waren; denn der Körper lag ganz in einer äzenden Säure, die ihn zum größten Teil bereits aufgezehrt hatte. An einem Fezen Zeug, den man in der Wanne fand, sah man, daß die Leiche weiblichen Geschlechtes gewesen sein mußte. Der Chauffeur wurde in der Nähe des Tatortes gesehen und verhaftet. Er beteuerte, daß er seine Frau schon seit Monaten nicht ge sehen und von ihr auch nichts gehört habe. Er habe auch feine Ahnung von den Vorgängen in der Wohnung, die er gleichfalls schon seit Monaten nicht mehr betreten habe. Selbstverständlich wurde Scheib in Haft behalten und die Polizei ist bemüht, das geheimnisvolle Verbrechen aufzuklären. Die Seelenbraut. Mit gespanntem Interesse erwar tet man gegenwärtig in Neuyork die Aufklärung eines selt[ amen Geheimnisses, das mit dem kürzlich erfolgten tragischen Tode eines Dr. Latson verknüpft zu sein scheint. Latson war der Begründer und Leiter einer TheosophenSchule in der Hudsonstadt. Man fand ihn vor wenigen Tagen erschossen auf. Alles deutete darauf hin, daß der Offultist Selbstmord verübt hatte. Am nächsten Tage machte Latsons Privatsekretärin, eine ungewöhnlich hübsche 20jährige Jüdin namens Ada Marhevka, den Versuch, sich durch Einatmung von Leuchtgas zu töten. In bewußtlosem Zustande wurde das junge Mädchen in der bis an den Rand gefüllten Badewanne entdeckt und sofort in ein Hospital übergeführt. Als die Selbstmordkandidatin zwei Stunden später wieder zu sich fam, erklärte ste, es sei ihr heißester Wunsch, threm toten Führer in das große Unbekannte" zu folgen. Heftig widersetzte ste sich den erfolgreichen Bemühungen des Arztes, und da alles nichts half, gab sie sich für die Mörderin Dr. Latsons aus, in der Hoffnung, durch ihre Hinrichtung das zu erreichen, woran man sie jetzt hinderte. Fräulein Marhevka behauptet, die Seelenbraut des vor ihr Dahingegangenen zu sein und dem Rufe seiner Seele folgen zu müssen. Dem Anscheine nach hat Latson starken hypnotischen Einfluß auf die ihm völlig ergeben gewesene Gehilfin ausgeübt. Bayerische Perlen. Im Hauptgebäude der Generaldirektion der Bergwerke in München hat die angekündigte Versteigerung in Bayern gefundener Perlen stattgefunden. Die Perlen sind, wie wir bereits berichteten, im Laufe von elf Jahren in den Bächen des Fichtelgebirges und im Regen gefunden worden. Außer zahlreichen bayerischen Juwelieren hatten sich auch viele aus Norddeutschland und Desterreich eingefunden. Es wurden zum öffentlichen Verkauf gestellt: 128 Perlen erster, 247 zweiter und 684 Perlen dritter Klasse sowie 2900 minderwertiger Sorten. Die schönen Perlen famen in Glanz den orientalischen nach und erzielten ziemlich hohe Preise, während die Kauflust Es für die minderwertigen Perlen überaus flau war. wurden Stücke mit 40 Mark und aufwärts bezahlt. Das teuerste Lot bestand aus 19 Stüd erstklassigen Perlen, die 55% Karat wogen und für 2200 Mart eingeschätzt waren. Der 30. und 31. Mai dieses Jahres ist für die deutsche Flugkunst ein bedeutsamer Zeitabschnitt, da vor 100 Jahren an diesen beiden Tagen zum ersten Mal von einem Flugkünstler Flugpersuche mit einer Flugmaschine gemacht wor den sind. Es handelt sich um den zu einer komischen Berühmtheit gelangten Schneider Ludwig Berblinger, der auch allgemein unter dem Namen„ Schneider von Ulm" bekannt ist. Er hatte, wie er selbst in einer Zeitung von Ulm kurz vor seinem Fluge ankündigte, unter unsäglichen Mühen und unter dem Beistand der Mechaniker nach langwierigen Studien eine Flugmaschine erfunden, die er am 30. Mai dem Publikum vorführen wollte. Es war natürlich ein großer Tag für Ulm, zumal 3 hohe Gäste dem Schauspiel beiwohnen wollten, nämlich der König von Württemberg, sein Bruder, Prinz Heinrich, und.... Graf Ludwig von Zeppelin, der föniglich württembergische Oberkammerherr und Staatsministec, der Großvater des fliegenden Grafen". Die Laune der Weltgeschichte wollte es, daß bei dem ersten deutschen Flugversuch ein Mann anwesend sein sollte, dessen Enkel rund 100 Jahre später der Welt das Fliegen lehrte. Als nun der große Taa herankam, machte der Schneider von Ulm kläglich Fiasko, da er den Abflug von dem Holzgerüst auf das Adlerbastei nicht wagte. Schon damals hatte das Volk ähnliche Anschauungen wie heute, und es kam zu einem Skandal auf dem Sportplatz, der nur mit Mühe beschwichtigt werden konnte. Der König von Württemberg schenkte dem Schneider von Ulm ein ansehnliches Geldgeschenk im Betrage von 600 Mark, damit er sich über sein Fiasko tröste. Das Volk wollte aber um sein Ver gnügen nicht kommen und verlangte durchaus eine Wiederholung des Fluges, die auch am nächsten Tage stattfand. Berblinger stürzte sich von seinem Holzgerüst, das eine Höhe von 30 Meter hatte. Herunter und fiel in das Wasser der Donau, wo er, ohne weiter Schaden zu nehmen, gerettet werden konnte. Der König von Württemberg hatte auf den Anblick verzichtet und war schon vorher aus Ulm abgereist. Der Flugapparat Berblingers zerbrach und fonnte nicht mehr hergestellt werden. Berblinger baute noch einmal einen neuen Apparat, der den heutigen Flugapparaten ziemlich ähnlich sah. Aber auch mit diesem ge= lang thm kein Flug. Er starb arm wie die meisten Erfinder jener Zeit im Jahre 1829 in Ulm im 58. Lebensjahre. Ein Kupferstich aus jener Zeit, der das Aussehen des Flugapparates wiedergibi, ist vom Grafen Zeppelin dem Friedrichshafener Luftschiffmuseum geschenkt worden. Noch heute kennt man in Württemberg Spottverse wie:„ Xerres verTieß sich auf sein Heer, auf seine Flügel Berblinger", die damals auf den verunglückten Flieger gemacht wurden. Es gibt noch eine Unzahl von Karikaturen aus jener Zeit, die gleicherweise den Schneidermeister von Ulm verspotten. Drabtnachrichten und neuestes. Die Berliner Frühjahrsparade. Berlin, 1. Juni. Heute vormittag nahm der Kaiser die Frühjahrsparade über die Truppen von Berlin und den umliegenden kleineren Garnisonen auf dem Tempelhofer Felde ab. Es fand ein zweimaliger Vorbeimarsch vor dem Kaiser statt. Nach der Parade ritt der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompanie in das Königliche Schloß zurück. Tödlicher Automobilunfall. O Stettin, 1. Junt. Bei Bütow überschlug sich gestern mittag ein Automobil, in dem sich außer dem Chauffeur der Uhrmacher Melchert befand. Melchert ist tot, der Chauffeur schwer verletzt. Opfer einer Brandstiftung. Hamburg, 1. Juni. In der vergangenen Nacht brannte in Blankenes: das Haus des Molkereibesizers Bartendorf niede.. Barkendorf und seine Frau, die beide 78 Jahre alt waren, famei: in den Flammen um. Das Feaer ist böswillig angelegt worden. Explosion in einem Hochofen. Duisburg, 1. Jnni. Auf der Niederrheinischen Hütte in Duisburg- Hochfeld erfolgte eine Hochofenexplosion, wobei drei Arbeiter lebensgefährlich verbrannten. Ein Student als Messerheld. Wien, 1. Junt. Ein Technifer geriet mit einem Studenten in Wortwechsel, in dessen Verlauf letzterer dem Techniker einen tödlichen Stich mit dem Meffer in die Brust versetzte. Rettung verschütteter Bergleute. Brüssel, 1. Juni. Die auf der Grube Quaregnon verschütteten sieben Bergleute sind gestern mittag gerettet worden. Sie befinden sich alle wohl. Der Sieger im Flug Paris- Rom. Rom, 1. Juni. Im Flugwettbewerb Paris- RomTurin ist gestern der Schiffsleutnant Beaumont als erster in Rom eingetroffen. Schweres Unwetter in London. London, 1. Juni. Gestern abend gingen über Lon don und die südlichen Grafschaften Gewitter nieder, wie ste hier in gleicher Heftigkeit seit Jahren nicht vorgekommen find. Viele Gebäude wurden schwer beschädigt. In zwei Londoner Kirchen schlug der Blitz ein. Sieben Personen wurden getötet. Fünf von ihnen waren gerade auf dem Heimweg vom Rennen in Epsom. Der Schluß des Rennens wurde durch das aufziehende Gewitter beeinträchtigt. Die niedergegangenen Wasserfluten haben in London und Umgegend großen Schaden angerichtet. Ein Fort in die Luft geflogen. Managua( Nifaragua), 1. Junt. Das Fort La Ioma ist gestern in die Luft geflogen. Der Palast und andere Gebäude wurden beschädigt. Viele Personen soller umgekommen sein. Einzelheiten fehlen noch. Bandel und Verkebr. Erhöhung der Lederpreise. Der Verband thü ringischer und sächsischer Lederfabrikanten der am 28. Mai in Weida tagte, beschloß, mit Rücksicht auf das Mißverhältnis zwischen den Rohhaute- und den Gar lederpreisen, vorläufig eine sofort in Kraft tretende Preis erhöhung für Sohl- und Vacheleder um 4 Pfg. für da Pfund, für Croupons um 8 Pfg. für das Pfund, für braun und schwarze Kipse( Gewichtsware) um 5-10 Pfg, fi Marktware um 4-6 Pfg. fitr den Quadratfuß. Hanja Backpulver müssen Sie verlangen, um die bekannten prachtvollen Hansa- Kuchen zu bekommen, die Ihnen kein anderes Backpulver liefern kann. Auch die beliebten köstlichen und nahrhaften Hansa- Puddings können Sie nur allein mit dem echten Hansa( 274) Puddingpulver herstellen. Nährmittelfabrik ,, Hansa", Hamburg 6. Beim Bezuge von Chomasmebl im Juni weiden durchschnittlich Mk. 21,- per Doppelwagen 10.000 kg gegenüber dem Herbstbezuge erspart. Bedingung hierfür ist, dass die Abrufe bis zum 20. Juni bei uns eingehen. Wir garantieren für reines und vollwertiges Thomasmehl und liefern ausschliesslich in plombierten Säcken, mit Schutzmarke und mit Gehaltsangabe versehen. Thomasphosphatfabriken Stern Marke G. m b. H Berlin W. 35. Stern Marke Wegen Offerte wende man sich an die durch Sternmarkenplakate kenntlichen Verkaufsstellen oder direkt an unsere Strebsamer Mann als Firma. Bote und Einkassierer ( 174) 19/1 für Gießen und Umgegend gesucht. Gehalt 120 Mr. Mehrere od. Abschr. evtl. 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Militärpapiere, Führungszeugnis, 3. ärztliches Zeugnis darüber, daß Bewerber gesund und in dieser Beziehung in der Lage ist, den Dienst als Schutzmann versehen zu können. Persönliche Vorstellung ist erwünscht und kann an jedem Vormittag von 9-12 Uhr vor uns erfolgen. Gießen, den 30. Mai 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Prospekte zu Verfügung. Marie Sack, akad. ausgeb.Lehrerin Schanzenstraße 22, Ecke West- Anlage. Achtung! Fichtelgebirgshafer käuflich. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. 1. Pfingstfeiertag, den 4. Juni. Kollekte für die hess. Lutherstiftung. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Schwabe. olertelja Abgeho ausgabe Mittags liegt alle Selters nicht Verl Nr. Reichst Der V zeigt, daß noch ganz deutsch- schr men mit lagen drit Gesetzgebun die elfaf form un nung. B gefehlt, die bei der erst teren von d feggebungsu wirrt, so ift die Gewähr Reichslande fördern wird len Versicher ter Linie do Ob die nismäßig g reiche Ernte werden wird M- 1. steht dahin. jedenfalls ni Beratungen Reichstage 3 feges beginne hoffnungsvol Beichte u. hl. Abendmahl für die Matthäus- u. Marfusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11% Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde und die Markusgemeinde gemeinsam. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. 2. Pfingstfeiertag, den 5. Juni. In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Siehe Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Adolph. In der Johanneskirch e. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfar rer jeder Gemeinde erbeten. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Katholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 3. Juni. und dritte L Arbeitsgesetzes lontal- und jungen der beitstammera in den Komm das Kurpfuj bung des Hi des Gerichtst bührenordnun Was die trifft, so best hoffentlich au hochwichtige sion unter um Strafge jogenannten britten Lefun mehr bereiten prozeßreform zwischen Rei tene Frage ficht steht. V Aussichten de diefe Vorlage der Einbeziel barkeit der 2 wollen, nur Cinidhwenten inbezug auf unausgeglide lagen, fo for prechgebühre tellt werden, auf eine Me nen zu fönne Aber im würfe, besoni daß die Her vor dem Ja doch bereits wird! Diefe Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Samstag nachmittag und Sonntag vormittag wird ein polnischer Priester Beicht hören. Vorm. von 6 Sonntag, den 4. Juni. Pfingst sonntag. Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. ( 241) Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: heilige Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. Da Giessener Bäcker 4- Pfd.- Brot zu 46 Pfg. auf dem Lande verkaufen, während das Stadtpublikum für dieselbe Ware 58 Pfg. zahlen muss, sende Jedermann, der nicht zuviel für sein Brot ( 295 bezahlen will, seine Adresse an Bäckermstr. J. Appel, Krofdorf. Lieferung frei Haus, Wiederverkäufer Rabatt. Nachm. 2 Uhr: feierliche Vesper mit Segen. Montag, den 5. Juni. Pfingstmontag. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hi. Messe mit Predigt. Militärgottes dienst. Nachm. 2 Uhr: Festandacht mit Segen. Eigentum u. Verlag der Gießener Zeitung 6. m. b. S. Verantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinede, für Reklame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen. mus Fardern Nähma Wafter Radia GR