liniten in gebots f ftänden, der Defen Lumpe waltung Alinitftrag 2-4 ender Au g64 Ub 11, 12, 13 eboten be 1. izinische beordnung nen Ver e in diesem , den 20., hr bis 7 1. geben: 9 te, welche ungsgebüh laffen, we lich, bei der hen Antrag 0000 ES33. ne 0000 l. in Giefe Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. - - jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: Itegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 52. Telephon: Nr. 362. Aus dem Reichstag. ( Spezialbericht der„ Gießener Zeitung".) ( Marine- Etat.) Der Etat der Verwaltung der Kaiser= lichen Marine beschäftigte den Reichstag eine ganze Woche. Der Redner des Zentrums, und der der Konservativen sangen ein hohes Lied auf die Marine- Verwaltung und ihren Chef, sodaß der sozialdemokratische Abg. Ledebour als dritter Redner aus dem Hauſe meinte, der„ olle ehrliche Seebär"( der Staatssekretär) sei ,, im Orient zwei Odalisken in die Hände geraten, von denen er mit Rosenöl bespritzt und mit Rosenworten umfächelt wurde." Die Rede des Abg. Erzberger bot über die Entwickelung der deutschen Flotte recht wertvolle Ziffern. Wir wollen daraus folgende interessante Daten wiedergeben: „ Es ist sehr interessant, wenn man nur eines jener Momente, die auch im Jahre 1898 für die Schaffung des Flottengesetzes angeführt wurden, sich vor Augen hält, nämlich das schnelle Anwachsen unseres deutschen Außenhandels. Die Marine legte damals das Hauptgewicht für eine Bindung auf den Umstand, daß der Wohlst and in Deutschland schnell wachsen würde, daß insbesondere der Außenhandel im schnellen Tempo sich vermehren würde. Diese Inaussichtstellung ist tatsächlich eingetreten; denn 1898 hat= ten wir einen Auslandshandel von 8837 Millionen Mark, im Jahre 1909 von 14 894 Millionen Mark. Aber nicht nur nach der Millionenzahl sind die überseeischen Interessen gewachsen, sondern auch, was auf den einzelnen Kopf des Reiches fällt, zeigt eine gewaltige Vermehrung der Quote: Anno 1898 184,6 Mt., Anno 1909 232,4 Mt. Es ist interessant, heute festzustellen, daß im Jahre 1907 das sind die neuesten Zahlen, die zur Verfügung stehen allein der Seehandel Deutschlands mit 11,2 Milliarden Mark größer war, als im Jahre 1898 der gesamte Außenhandel unseres deutschen Vaterlandes sich belaufen hat. Der Außenhandel in Deutschland ist in diesem Jahrzehnt, für das die Zahlen jetzt zur Verfügung stehen, gewachsen um 60 Prozent. Nur Amerika, das eine Steigerung von 70 Prozent hat, ist uns über; England und Frankreich weisen 38, resp. 41 Prozent Steigerung auf. Es würde aber nur ein halbes Bild geben, wenn man bei einer solchen Betrachtung in dem Jahre, wo das Flottengesetz auf seinen Höhepunkt in bezug auf Zahl der Bauten kommt, nicht auch die Kosten und Auslagen für unsere Flotte mit in Rechnung stellen würde. Gewiß, auch diese sind gewachsen. Wenn ich auf den Kopf der Bevölkerung rechne, so sind im Jahre 1901 ausgegeben worden in Deutsch land 3,41 Mk., in England 15,19 Mt., in Frank reich 7,06 Mt. Das Jahr 1910 zeigt uns in Deutschland 6,67 Mt., England 18,41 M., Frankreich 7,61 Mark. Da aber die Rüstung zur See immer einen Teil der gesamten Vaterlandsverteidigung darstellt, so muß man, wenn man gerecht sein will, die jeweiligen Kosten für das Landheer mit in den Kreis seiner Betrachtungen ziehen. Wenn man nun das Jahr 1910 nimmt, so findet man, daß Deutschland auf den Kopf der Bevölkerung 19,07 Mt., England 30,99 Mt. und Frankreich 25,21 Mt. zu tragen hat, daß Deutschland also, was die Ausgaben auf den Kopf der Bevölkerung angeht, erst in dritter Linie steht. nur Dieses Bild vervollständigt sich noch dadurch, daß man die absoluten Ausgaben ansieht, und da kommt man zu demselben Resultat. England gibt im Jahre 1910 für seine Vaterlandsverteidigung aus 1394 Millionen Mark, die Vereinigten Staaten 1374 Millionen Mark, Deutschland 1241 Mill. Mark, Rußland 1220 Millionen und Frank reich 1097 Millionen Mark." Für die Wirtschaftliche Vereinigung nahm Abg. Herzog das Wort, um die Leistungen und die Sparsamkeit der Marine- Verwaltung anzuer= kennen und zum Schluß einige Wünsche wie die des deutschen Kellnerbundes und der Schneider- Innung vorzubringen. Eine längere Erörterung rief die Kürzung der Zulagen der Heizer auf den Schiffen hervor. In namentlicher Abstimmung wurde die Kürzung abgelehnt. Die Wirtschaftliche Vereinigung stimmte gegen die Kürzung. Fast alle Redner gedachten ehrend der Besatzung, Retter und Verunglückten des gesunkenen Unterseebotes „ U. 3". der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 2. März 1911 rifverträge 2c. vor, von der der Staatssekretär feststellte, daß sie in zwei Punkten erledigt, bezw. gegenstandslos sei und im dritten Punkt Sache des Reichskanzlers und nicht die einer einzelnen Verwaltung sei. Um dieser verunglückten Resolution, die von einer früheren Zentrumsresolution abgeschrieben war, zur Annahme zu verhelfen, beantragten die Sozialdemokraten namentliche Abstimmung. Sie wurde dann angenommen. Die Wirtschaftliche Vereinigung stimmte dagegen, weil sie für die viel besseren Resolutionen Giesberts- Behrens stimmten und diese darauf auch angenommen wurden. Die Konservativen stimmten, gegen die arbeiterfreundlichen Resolutionen. | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. bringt man am besten im Orte in den Gastwirtschaften unter, von wo er leichter zu beschaffen ist, als von Privatpersonen.) Maut und Klauenseuch e. Ein Universal= mittel gibt es nicht. Man bestreiche mit einem Pinsel jede Klaue und den Spalt mit Holzteer, wodurch man die bösen Folgekrankheiten( Eiterungen am ganzen Körper) verhindert. In größeren Wirtschaften tut man gut so empfiehlt Kreistierarzt Oppermann- Wanzleben, wenn ein Tier erkranti Bez. Magdeburg ist, alle anderen Tiere im Stalle künst lich anzustecken. Man fährt dem kranken Tiere mit einem Strohwisch im Maule herum und tut dann das gleiche bei dem noch gesunden Tiere. Die Krank- Nothilfe bei einigen wichtigen Krankheiten heit nimmt bei fünstlich angesteckten Tieren nach allen der Haustiere. Darüber hielt in der letzten Generalversammlung der Lokalabteilung Wetzlar des landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen Kreistierarzt Dr. Zürn einen Vortrag. Er sagte u. a.: bisher gemachten Beobachtungen einen milden Verlauf. Der Vorsitzende sprach dem Redner für seinen lehrreichen Vortrag den Dank der Versammlung aus. Dr. Zürn habe sich nicht besser in die Lokalabteilung einführen können als durch diese interessanten mit Selbstentäußerung gemachten Ausführungen. * Aus Stadt und Land. Gießen, den 2. März Preußische Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse muß mit Vorlegung der Lose 2. Klasse bis zum Montag, den 6. März, 6 Uhr abends, bei Verlust des Anrechts geschehen sein. * Gießen, 2. März. Die noch immer auftauchenden Beschwerden über die undeutlichen, oft ganz unleserlichen Poststempel haben das Reichspostamt veran laßt, die Postämter von neuem mit ganz besonderer AnKrankheiten des Rindviehes. Festliegen vor der Geburt. In ärmeren Ställen kommt diese Krankheit häufig vor. Wenn das junge Kalb sich entwickelt, entzieht es dem Muttertiere zur Bildung seiner Knochen Kalk. Sobald man merkt, daß die Kuh an Aussehen verliert und schwach wird, lo muß sofort mit guter Fütterung eingesetzt werden, damit das Tier seine Knochen durch reichliche Kalkzufuhr wieder festigen kann und nachher hinreichend Kraft besitzt, das Kalb bei der Geburt abzustoßen. Vor der Geburt tritt auch öfter eine Tragsackverdrehung ein, die aber nur auf operativem Wege beseitigt werden kann. Nach dem Kalben muß man immer ein wachweisung zu versehen. Darnach sollen die Postanstalten sames Auge auf die Kuh haben, da Gebärmuttervorfall, Milchfieber und Euterentzündung entstehen können. Zeigt die Gebärmutter Neigung herauszutreten, so drücke man das Kreuz der Kuh durch, halte die Scheide zu und führe das Tier längere Zeit bergab.( Bergauf Schlagenlinien!) Ist die Gebärmutter vollständig herausgekommen, so muß tierärztliche Hilfe in Anspruch genom men werden. Bis zum Eintreffen des Tierarztes lege man ein reines Laken unter, reinige den Körperteil mit verschlagenem Essigwasser und schlage dann das Laken herum. er= Milchfieber. Der Name ist eigentlich nicht zu= reffend, da die Körpertemperatur etwas zurückgeht. Die Kühe, die gut gefüttert werden und gut milchen, franken häufig am Milchsieber. Die Tiere werden schwach und fangen an zu schlafen; die Gehirntätigkeit ist gelähmt. Man gebe keine Flüssigkeiten ein! Kleinere Mengen derselben können leicht durch die Luströhre in die Lungen gelangen und rufen dann schwere Lungenentzündungen hervor. Tierarzt Schmidt- Koldingen hat folgendes Mittel erfunden, um dem Milchfieber mit Erfolg zu begegnen: Der Kuh wird durch eine Vorricht ung Arzenei in das Euter eingeflößt, und dann wird soviel Luft nachgepreßt, bis das Euter prall wird. Gingen früher 85-90 Prozent aller am Milchfieber erkrankten Kühe verloren, so werden jetzt 95 Prozent wieder geheilt, und die übrigen 5 Prozent gehen auch noch nicht alle am Milchfieber ein. Euterentzündung. Alle angepriesenen Einreibungen sind zwecklos. Um die Krankheit zu beseitigen, müssen die Zitzen ausgespült werden. Fremdkörper. Die Kühe zeigen Schmerzen, wenn man sie in die Herzgegend drückt; schnelle tierärztliche Hilfe ist notwendig. Trommelsucht. Sie kann einmal hervorgerufen werden durch Fremdkörper im Schlunde. Man warte dann ruhig ab. Jn leichteren Fällen rutscht der Fremdkörper bald in die Schlundröhre hinab, in schwereren Fällen sammelt sich nach einiger Zeit soviel Speichel an, daß der Fremdkörper ebenfalls von allein hinabgleitet. Unter allen Umständen vermeide man aber die Ver= wendung des Schlundrohres. Das Durchstoßen der Schlundröhre ist in vielen Fällen die Folge. Blähungen können auch durch Grünfutter hervorgerufen werden. Man schütte keine Arzenei ein, son dern führe das Tier in leichteren Fällen bergan und massiere kräftig den Wanst( in der Minute etwa 2 mal.) Jn ernsteren Fällen verwende man den Trokar. Man stoße das Instrument mit einem k u r- zen, fräftigen Stoße( etwa 3 Finger breit hin ter die letzte Rippe und von der Wirbelsäule in derselben Entfernung) in der Richtung auf den linken Ellenbogenhöcker dem Tiere in die Seite, ziehe den Stechapparat heraus. Die Hülle ziehe man nicht zu früh heraus, unter Umständen lasse man sie einen halben Tag stecken. Hat man die Hülle herausgezogen, so Die Sozialdemokraten legten eine Resolution betr. Ta- streiche man etwas Teer über die Wunde.( Den Trokar mit allen Mitteln darauf halten, daß alle Sendungen deutlich gestempelt werden. == Gießen. Am Dienstag hielt die nationalliberale Partei des Wahlkreises Gießen insgesamt 7 Versammlungen ab, von denen namentlich, so schreibt uns das Wahlbureau, die Abendversammlungen sich eines ungemein regen Besuches erfreuten. In allen, sowohl nachmittags in Harbach, Ettingshausen und Nonnenrod, wie abends in Obbornhofen, Bellersheim, Bettenhausen und Langsdorf sprach der Kandidat, Prof. Gise vius unter starkem Beifall der Versammelten. In Bettenhausen und Langsdorf, dem Geburts- und Wohnort Köhlers, vermochten die Räume nicht die Zahl der Erschienenen zu fassen. Die Anwesenheit des Kandidaten selbst möglicht es, vielfach verbreitete falsche Auffassungen, wie sie in erster Linie vom Freisinn durch die Presse propagiert werden, in ruhiger Aussprache, ohne Schärfen nach irgend einer Richtung, aufzuklären und richtig zu stellen. - er= Wetzlar, 2. März. Der frühere Landrat des Kreises, Regierungspräsident a. D. Gustav v. Diest ist am Montag in Merseburg in einem Alter von 84 Jahren gestorben. Weilburg, 1. März. Einen traurigen Abschluß nahm ein auf Webers Berg mit einem Ball abschließ= ender Tanzkursus, indem sich ein Teilnehmer, ein 17jähriger Schüler der hiesigen Landwirtschaftsschule, nach demselben er schoß. * Altenkirchen, 2. März. Der Kreistag hat beschlossen, die von Scheuerfeld nach Steinebach führende Kruppsche schmalspurige Grubenbahn anzukaufen und sie zu einer normalspurigen Kleinbahn von Scheuerfeld nach Nauroth auszubauen. Aus Nassau, 2. März. Die Maul- u. Klauenfeuche ist zur Zeit in unserem Bezirk in rund 125 Gehöften verbreitet, von denen die Mehrzahl auf den Landkreis Wiesbaden entfällt. In Erbenheim allein ist die Seuche in 64 Gehöften ausgebrochen, in Norden= stadt in 25. Jn den Kreisen Frankfurt und Höchst ist die Krankheit so ziemlich erloschen, im Landkreise Wiesbaden dagegen ist von einem Rückgang noch nichts zu merken. Die übrigen Teile unseres Regierungsbezirks sind bis jetzt noch seuchenfrei. * Butzbach, 1. März. Major Stempel, der neue Kommandeur, hat die Führung des hiesigen Bataillons übernommen. * Wiesbaden, 2. März. Gestern morgen wurde die 25 Jahre alte Büffetiere Gusti Lucat aus Elberfeld, welche zur Zeit in Doßheim lebt, im Maskenkostüm e r- schossen aufgefunden. Die Karnevalsfreuden hatte sie bis zur Neige genossen, dann ihrem Geliebten einen Revolver entwendet und sich das Leben genommen. Bornheim, 2. März. Ein tödlicher Unfall ereignete sich Dienstag nachmittag hier während des Faschingstreibens. Ein 6jähriger Junge im Mastenkostüm wurde von einem Zementfuhrwerk überfahren und starb an den schweren inneren Verletzungen. Deutscher Reichstag. würden. Nun erhalten die Abgeordneten vom 1. April noch einmal 600 M. Die letzten 1000 M ihrer Pauschalsumme sollen sie am Tage threr Vertagung oder des Schlusses des Neichstags erhalten. Damit ist natürlich die Vertagung oder der Schluß der ganzen Jahresarbeit gemeint. Die 1000 M würden also erst im Herbst zur Auszahlung gelangen, da ja erst dann die Jahresarbeit zum Abschluß tommt. Die 3wischenmonate würden als Ferien gelten. Die Sache liegt vollständig klar, denn im Diätengeset wird ansdrücklich gesagt, daß z. B. die Fehltage mit je 20 M von der nächsten Barzahlung abgezogen werden sollen. Fehltage im Herbste könnten also überhaupt nicht angerechnet werden, wenn die letzte Barzahlung schon im Sommer erfolgen würde. Vielleicht wird daher die erst am endgültigen Schlusse ihrer Arbeit in Aussicht stehende 1000 M- Prämie die Herren Reichsboten veranlassen, etwas rascher zu arbeiten. Am Dienstag wurde mit der Einzelberatung des Miliäretats begonnen, die Kapitel für Kapitel vorwärts schrttt, ohne daß es zu besonders bemerkenswerten Erörterungen famt, die wesentlich neues boten. Die sozialdemokratischen Ausführungen des Abg. Kunert über das Bestehen geheimnisvoller schwarzer Fonds im Heer, besonders im sächsischen, widerlegte der sächsische Bundesratsbevollmächtigte. Es bestehen wohl, wie auch anderwärts, Stiftungen und Zuwendungen von privater Seite, teilweise schon seit langen Zetten. Diese werden zu Unterstützungen an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften verwendet, da im Etat Mittel dafür nicht enthalten sind. Auch der Abg. Erzberger widerSprach den sozialdemokratischen Behauptungen. Weiter erhob sich eine Auseinandersehung zwischen dem Abg. Werner ( Rfp.) und der Militärverwaltung über die Intendanturbeamten, in die auch der Kriegsminister mit eingriff. Der Nachwuchs ist sichergestellt. Für den Mobilmachungsfall wird es aber schwierig sein, geeignete Persönlichkeiten für die höheren Stellen zu finden. Die vom Abg. Zubeil( oz.) vorgebrachten Beschwerden über die Konkurrenz der Militärkapellen, denen auch der Abg. Kopsch( fortschr. Vp.) bettrat, fanden ihre Beantwortung durch Generalmajor Wandel. An der Konkurrenz tragen nicht allein die Militärmusiker die Schuld; es kommt die Nachfrage der Saalbesitzer und vor allem die Vorliebe des Publikums für gute Musik In Frage; auch die vielen ausländischen Kapellen bereiten den Zivilmusikern Konkurrenz. Die Tarife sind herabgefetzt, die Generalfommandos wirken auf strenge Innehaltung derselben hin. Die Zahl der Musiker bet den Regtmentsfapellen kann nach Sachverständigenurteil nicht noch weiter als auf 36 herabgesetzt werden, wenn nicht die Klangwirkung und Klangstärke allzusehr beeinträchtigt wer den sollen. Diese Meinung wird auch vom Abg. v. Liebert ( Reichspartei) vertreten, der zu den Sachverständigen für biese, auch vom militärischen Standpunkt nicht zu unterschäzende Frage zugezählt werden darf. Abg. Görde( ntl.) und Freiherr v. Richthofen( fons.) nehmen die Militärmu=" fifer gegen unberechtigte Angriffe in Schutz, erkennen aber die Notwendigkeit an, auch die Wünsche der Zivilmusiker nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Die Debatte wurde dann noch einige Zeit fortgesetzt, ohne daß es zu besonderen Erörterungen gekommen wäre. Dann wurde die Weiter= beratung auf Mittwoch vertagt. Die nächsten Reichstagswahlen. Rundschau vom Cage. Politisches. ergeben. Somit zählt das Reich heute fast 24 Millionen mehr als vor 40 Jahren, da es gegründet wurde. Nimmt man an, daß es im gleichen Verhältnis weiter wächst, so wird es in den nächsten 40 Jahren um 38 Millionen zunehmen. Demnach würde im Jahre 1951 das Reich nicht weniger als 105 Millionen Einwohner zählen. Zwischen dem deutschen Gesandten in Belgrad und dem serbischen Kriegsminister war ein Konflikt ausge= brochen, der den deutschen Gesandten veranlaßt hatte, der serbischen Regierung ein Ultimatum zu stellen. Die ser= bische Kriegsverwaltung hatte während der Annexionsfrise 15 Gebirgsbotterien bestellt. Unter den eingelaufe nen Offerten ausländischer Firmen befanden sich solche von der Firma Krupp und von Erhardt. Der Kriegsminister übertrug schließlich die Lieferung der Batterien der Firma Krupp, obwohl die Firma Erhardt angeblich eine bedeutend günstigere Offerte eingereicht hatte. Der serbische Kriegsminister ließ später durchblicken, daß er darum die Firma Krupp gewählt habe, weil der deutsche Gesandte, dessen Bruder bei der Fabrik Erhardt beteiligt sei, aus persönlichen Motiven die Firma Erhardt portegiert habe. Herr v. Reichenau erhob gegen diese Verdächtigung ener gischen Protest, worauf der Kriegsminister am Sonnabend in der Stupschtina die Erklärung abgab, daß er keine Verdächtigung des deutschen Gesandten beabsichtigt habe. Der deutsche Gesandte erachtete diese Feststellung als ungenügenden Genugtuung und er stellte der serbischen Regierung ein Ultimatum, wonach der Kriegsminister sich entweder in der Stupschtina zu entschuldigen oder zurückzutreten habe. Dem deutschen Gesandten ist denn auch sofort Genugtuung gegeben worden und zwar durch den Rücktritt des Kriegsministers. Ueber die Stellung des preußischen Handelsministers von Sydow läßt sich das„ Berliner Tageblatt" von angeblich sehr gut unterrichteter Seite mitteilen, daß Minister Sydow sich bei den Erklärungen, die er im preußischen Abgeordnetenhause über die Handelskammern und den Hansabund abgegeben hat, in völliger Uebereinstimmung mit Herrn von Bethmann Hollweg befunden habe. Auch Herr von Bethmann Hollweg erkenne das Recht der Handelsfammern an, sich dem Hansabunde anzuschließen. Infolgedessen sei auch nicht zu erwarten, daß Herr Sydow infolge seiner Rede zurücktreten werde. Das„ B. T." behauptet ferner, daß Herr Sydow nach dem Rücktritt des Herrn Krätke( der„ in abesehbarer Zeit" zu erwarten sei), an die Spitze der Reichspostverwaltung treten solle. Das fann sein, fann auch nicht sein; warten wir ab. Einen Aufruf zu den Reichstagswahlen erläßt der Vorstand des Deutschen Gastwirteverbandes an alle deutschen Gastwirte. Die Parteikämpfe würden, so sagt er, infolge der durch die Reichsfinanzreform bis zur Erbitterung gesteigerten Unzufriedenheit heftiger als je ent= brenner. Die Gastwirte, die ihre Räume allen Parteien zur Verfügung stellen, sollten sich der strengsten Neutralität befleißigen. Sollte dennoch von einer Partei aus irgendwelchen Gründen ein Bontott verhängt werden, so werde man jetzt mit allen geeigneten Mitteln dagegen an= fämpfen. Jeder Fall der Verrufserklärung sollte deshalb sofort zur Kenntnis des Vorstandes gebracht verden. Ueber den Termin der nächsten Reichstagswahlen werden jetzt allerlei Kombinationen verbreitet, die aber sämtItch außer acht lassen, daß die Entscheidung über den nächsten Wahltermin nicht allein von der Regierung abhängt, sondern vielmehr auch vom Reichstage selbst. Nun kann ja prinzipiell der scheidende Reichstag in der Sache allerdings nichts tun, aber praktisch hängt es durchaus von ihm ab, wann gewählt wird. Arbeitet der Reichstag in den nächsten Monaten rasch, dann kann bald gewählt werden, nugt er die wenige ihm gebliebene Zeit nicht aus, daun muß der Termin der Neuwahlen weiter hinausgeschoben werden. Vorläufig ist der Reichstag noch den ganzen März hindurch mit dem Etat beschäftigt, den er mit Mühe und Not vielleicht bis zum verfassungsmäßigen Termin fertig stellen wird. Dann wird die entscheidende Frage kommen: Was nun? Wie verlautet, so schreibt man uns aus Berlin, wird die Regierung dann im gegebenen Moment sich mit den Parteien darüber ins Einvernehmen zu sehen versuchen, wie der weitere Verlauf der Dinge gestaltet werden soll. Von der Bereitwilligkeit der einzelnen Parteien, noch etwas Positives zu schaffen, wird es dann abhängen, ob die Session ein rasches Ende findet, oder ob fie noch weiter fortgeführt wird. Der ungarische Parlamentsausschuß hat das Marinebudget sowie den außerordentlichen Kredit für den Bau der Schlachtschiffe angenommen und dem Marinekomman danten sein Bertraven ausgesprochen. Dynastische Umiriebe in Beting? Die seit Wochen umlaufenden Gerüchte von dynastischen Umtrieben in der verbotenen Stadt zu Peking erhalten durch die Mittei lung eines Petersburger Blattes neue Nahrung. Da= nach glaubt man tatsächlich, daß ein Thronwechsel sich vorbereite. Das Blatt fügt hinzu, daß es im Zusammenhang damit leicht zu Ereignissen kommen könne, die für die Auss länder gefährlich werden könnten. Die Budgetfommission des Reichstags begann am Dienstag die Beratung des Postetats. Es sind insgesamt 1380 Stellen neu angefordert worden, davon 33 höhere, deren Notwendigkeit Staatssekretär Krätke mit der crheblichen Ausdehnung aller Dienstzweige begründete, Postscheckverkehr, Fernsprechwesen, Ueberlandzentralen usw. Bei der Abstimmung wurden bewilligt die angeforderten zwei neuen Abteilungsdirigenten, anstatt 12 nur 7 Posträte und statt 6 nur 4 Oberpostdirektoren. Zum Titel Oberpostassistenten, Postassistenten usw. lag ein Antrag vor, 2000 neue Assistentenstellen einzustellen, mit Rücksicht auf die schlechten Avancementsverhältnisse. Der Etattitel sieht eine Vermehrung der Assistentenstellen um 800 vor. Der Schatzsetretär bemerkte, daß für die Stellenvermeh= rung in dem vorgeschlagenen Umfange neben der Ver= tehrssteigerung die Avancementsverhältnisse bereits mitbestimmend gewesen seien. Auf Grund dieser Vermehrung werde die Anstellung nach fünf Jahren und zwei Monaten erfolgen. Der Mortführer des Zentrums verlangte eine Herabsetzung der Zahl der Assistentenstellen und eine größere Bermehrung der Unterbeamten, die viel später zur Anstellung gelangen als die Assistenten, zumal der Reichstag wiederholt die Uebertragung der Geschäfte höherer Beamten auf niedrigere verlangt habe. Das Arbeitsmaterial, das dem Reichstage noch vorliegt, ist überreich. Es würde für eine ganze neue Legislaturperiode genügen. Kein Mensch denkt mehr daran, alle Vorlagen, die allerdings zum Teil in Arbeit genommen find, noch von diesem Reichstag unter Dach und Fach bringen zu lassen. Der Regierung und auch den Parteien liegt aber daran, wenigstens einige Materien noch zu erledigen. Man wird also dann zu retten versuchen, was zu retten ist. Vorläufig schweben Erwägungen, welche Vorlagen wohl als dringendste das erste Anrecht darauf haben, verabschiedet zu werden. Freilich liegen allerdings gerade bet diesen Entwürfen Reichstagsbeschlüsse vor, die die Regierung als unannehmbar bezeichnet hat. Die Entscheidung kann also noch vor Ostern und muß spätestens in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten fallen. Kommt keine Verständigung zustande, dann hat die Regierung an weiteren fruchtlosen Verhandlungen kein Interesse, dann wird der Reichstag geschlossen und Neuw a h- len werden für den Herbst ausgeschrieben. Verständigt man sich, so sitzt der Reichstag bis in den Juni hinein und erledigt noch einige Vorlagen. Geht die Arbeit nicht so schnell von statten, so treten wieder Sommerfommissionen in Tätigkeit, und das Plenum tritt im Sommer noch zu einer ganz kurzen Tadung zusammen. Dann gibt es win= terwahlen. So liegen die Dinge. An und für sich hat an einer Herbstsession niemand be= sonderes Interesse. Es wird allerdings darauf hingewiesen, daß im Herbste keine Diäten gezahlt werden 4) Das Familiengeheimnis. Roman von 2. Walter. Kleine nachrichten. Die Luftschiffbaugesellschaft Zeppelin wird entgegen den ursprünglich gefaßten Plänen zunächst das wiedererstandene Luftschiff Deutschland" fertigstellen und nach gründlicher Erprobung in Friedrichshafen, an die auch einige Passagierfahrten angeschlossen werden sollen, wird das Luftschiff anfang April nach Düsseldorf überführt werden, wobei in Baden- Baden und Frankfurt Fahrgastwechsel stattfindet. Sieran anschließend wird sofort das Versuchsluftschiff 3. 9 in Betrieb gesetzt. Jm Reichstagswahlkreise Kempten- Immenstadt wurde die Stichwahl auf den 7. März festgesetzt. Der sozialdemo= fratische Parteivorstand hat die endgültige Stellungnahme der sozialdemokratischen Partei zugunsten des liberalen Kandidaten in der Stichwahl beschlossen. Beulenpestfälle in Amerika. In Spokane im Staate Washington wurden 16 Fälle von Beulenpest entdeckt. Die Krankheit tritt anscheinend nicht so bösartig wie in der Mandschurei auf. Indessen fliehen Hunderte. Bisher sind drei Personen gestorben.- Eine Erweiterung der kommunalen Selbstverwaltung bezweckt ein Antrag des freikonservativen Abgeordneten Frhrn. v. Zedlik, der dem preußischen Abgeordnetenhause zugegangen ist. Danach sollen zukünftig Zuschläge zur Staatseinkommensteuer erst dann der Genehmigung bedürfen, wenn sie über den anderthalbfachen Saz der Staatseinkommensteuer hinausgehen, während bekanntlich bisher diese Genehmigung schon erforderlich ist, wenn die Zuschläge über den vollen Satz der Staatseinkommensteuer hinausgehen. Nachdruck verboten. Karl mußte weinen, als er durch das Zimmer blidte, in dem er mit dem Vater manche Abendstunde traulich verplaudert hatte. Dort stand das bequeme Sofa, auf dem Halling sein Mittagsschläfchen zu halten pflegte... jetzt hatte er die Augen zum ewigen Schlafe geschlossen. Ueber dem Sofa hing die große Photographie des Verstorbenen. Wie freundlich lächelten die lieben Züge den Sohn an, der die Schwelle nicht zu überschreiten wagte! Tod und Verderben wohnten in dem traulichen Zimmer, das vor kurzer Zeit frohe Menschen beherbergte. Der Hut des Verstorbenen stand auf der glänzenden Kommode; daneben lehnte der Stock. Auf dem runden Tisch lagen die Uhr und das Portefeuille. Dort hing der graue Schlafrock... " Hier ist die Börse!" rief der Wärter. ,, Was enthält sie?" „ Fünf harte Taler und einen Schlüssel." Geben Sie mir den Schlüssel." „ Hier ist er, lieber Herr." Ein 84jähriger Bräutigam. In Heidelberg erregt die Tatsache großes Aufsehen, daß der Nestor der Heidelberger Gelehrten, der im 84. Lebensjahre stehende berühmte Rechtslehrer Geheimrat Professor Dr. Immanuel Bekker, eine zweite Ehe einzugehen beabsichtigt. Seine Auserwählte ist die Tochter des praktischen Arztes Dr. Sulzer in Kirthen bet Basel. Die Dame, die Ende der vierziger Jahre steht, ist Witwe. Die Hochzeit des greisen Bräutigams wird Mitte März stattfinden. Die Bevölkerungszunahme Deutschlands. Wie gemeldet, hat die Volkszählung am 1. Dezember für Deutschland einen Einwohnerbestand von 64 896 881 Einwohnern gend bedarf. sobald ich die Ordnung in dem Komptoir hergestellt habe, beraten wir die häuslichen Angelegenheiten." Cinen Zob augereifter Fleines Gaf der Luft me bboden auf forgten fü Aus Ein Brozch inifden Garter eitand eines erhandelt wy hu als Befizer liger batte fich ler großen Fam Bet feinen Art hrheit fchädlich er erzeugt Sch Arme, fa La fanfmann, der ben will, er e artige Sautfran fen vom Fist ift unterlaffen Baum Warnung Von den 500 auf einer Eisscholle im finnischen Meer: busen abgetriebenen Fischern sind bisher etwa 120 auf zwet Eisschollen an Land getrieben worden. Die übrigen treiben auf verschiedenen Schollen, in die sich die große Scholle ge= tellt hat, auf hoher See umher. Man hofft, sie noch zu retten. Immerhin sind bereits über hundert Fischer und Pferde ertrunken. Ein Zwölfjähriger als Kirchenränber. Am Montag früh wurde in der Kirche zu Derenburg bet Halberstadt die Entdeckung gemacht, daß die Opferbecken erbrochen und ihres Inhalts beraubt waren. Als Täter wurde später ein zwölfjähriger Schüler ermittelt, der dem Kirchendiener die Schlüssel zur Kirche entwendet hatte. Da der Täter dte Entdeckung des Kirchenraubes befürchtete, hat er seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Selma weinte und Karl ging nach dem Erdgeschosse zurück. Als er das Komptoir betrat, fand er den ersten Buchhalter vor, einen stattlichen Mann von achtundzwan= zig Jahren. Hugo Schwarz diente schon lange der Firma Halling; der verstorbene Chef, der ihn oft auf Reisen geschickt, hatte den gewandten und zuverlässigen Buchhalter hoch geschätzt und auch Karl fühlte sich zu ihm hingezegen, da Schwarz im Umgange den liebenswürdigsten Charakter zeigte. „ Die Börse mit dem Gelde mögen Sie behalten." " Dante! Ich kann das Geld recht wohl brauchen." Karl hatte den ihm wohlbekannten Schlüssel in der Sand. Er konnte sich nicht erwehren, ihn an die Lippen zu drücken. Mit diesem Schlüssel ging das ganze Geschäft an ihn über. Nun sollte er alle Geheimnisse seines Vaters fennen lernen, sollte aber auch alle Pflichten desselben erfüllen, alle Lasten tragen. Der Wärter hatte das Zimmer geschlossen, lieferte den Schlüssel ab und entfernte sich. Karl traf Selma in ängstlicher Erregung. „ Mein Gott," rief sie unter Tränen, wenn Dir nur nicht ein Unglüd zustößt!" Ach, Herr Halling," rief er teilnehmend aus,„ das Echidsal hat Sie schwer heimgesucht! Ich kann es noch immer nicht glauben, daß eine so schreckliche Veränderung bei uns eingetreten ist! Mir möchte das Herz zer= springen!" Beruhige Dich, liebe Tante; ich habe die nötige Sorgfalt angewendet. Hier ist der Schlüssel, dessen ich drinEine furchtbare Familientragödie hat sich in der Nacht zum Dienstag in Retsen bei Lissa in Posen abgespielt. Der vor einem Monat aus Berlin zugezogene 34 Jahre alte Tischler Josef F., der an Kehlkopf- und Lungenschwindsucht litt. hat aus Verzweiflung über seine Krankheit seine 33 Jahre alte Frau und sein dreijähriges einziges Töchterchen erschossen und sich dann erhängt. In einem hinterlassenen Briefe gibt F. an, daß er seine fränkliche Frau und sein Kind nicht habe Not und Elend preisgeben wollen. Der Sohn vom Hause reichte ihm traurig die Hand. „ Ich bin von Ihrer innigen Teilnahme überzeugt, Herr Schwarz; Sie haben einen braven Chef, ich habe den besten Bater verloren. Helfen Sie mir die schwere Last tragen, die mir aufgebürdet ist. Der Schmerz beeinträch= tigt meine Tätigkeit." en Bewets daft botanischen Gärt nen warne, au He fidh an den Horn trocknete sich die Augen; er mußte sich gewaltSam fassen, ehe er Worte finden konnte, um dem jungen Manne seine Teilnahme auszudrücken. Karl warf sich erschüttert an die Brust des alten Mannes. Beriassen Sie sich auf mich, ich werde Ihnen nach Kräften zur Seite stehen, und ich vermag Ihnen zu nügen, da mir Herr Halling schon einen ausgedehnten Wirkungsfreis angewiesen hat. Meine Tätigkeit werde ich von nun an verdoppeln Zählen Sie auf meine Dankbarkeit!" Ein Handschlag besiegelte diesen Pakt. ,, Wie soll das werden, Horn? Der Vater ist so leicht nicht zu ersetzen!" nnt. Die Guto Shiblichkeit des rurteilte dahe Iral und Aurto heren Instanze Das Elend Grade reden di die städtische findern befaßt. von den Elter anter nur 164, agen Armut d famen in M an unbekannt ir 126 Kinder utter die Fam ten obdachlos ,, Vertrauen Sie Ihren treuen Arbeitern; da außerdem die größte Ordnung in dem Geschäft herrscht, wird eine Unterbrechung nicht eintreten, die der Firma schaden könnte. Wir müssen freilich unsern Schmerz bekämpfen, müssen mit Fassung und Ruhe an die Arbeit gehen. Rings um uns her holt die schreckliche Krankheit ihre Opfer... sie wird ja wohl an diesem Hause vorübergehen, das be= reits einen hohen Tribut gezollt. Ich weiche nicht von meinem Posten; mein Leben steht, wie an allen anderen Orten der Erde, in Gottes Hand. Wie es auch kommen möge, ich erfülle meine Pflicht!" Horn sprach noch einige tröstende Worte, dann betrat er das Kassenzimmer, um sein Tagewerk zu beginnen. Zwei jüngere Kommis famen noch, die unter der Aufsicht Hugo Schwarz's arbeiteten. Hugo Schwarz trat an sein Pult und begann zu arbeiten. Jetzt erschien auch der alte Kassierer, ein im Dienste der Firma ergrauter Mann. ,, Horn!" rief ihm Karl entgegen. ,, Lieber Herr!" stammelte der Alte. Kommen Sie endlich? Ich habe mich nach Ihnen gesehnt! Sie, der Freund meines Vaters.. aften 223 Kin Bei 50 Ki ht entzogen w Ursache der nglaublich aber bantenhaus abg fgefunden wor ingung im W haftet, bei 34 mißhandelt Seifenhause and gerziehung w Karl befand sich in dem Kabinette des verstorbenen Vaters. Eine ernste Stunde war für ihn gekommen. Jm Stillen gelobte er sich, streng den Weg zu verfolgen, den der verstorbene Vater ihm so ehrenvoll geahnt hatte.„ Ich werde Deinem Namen teine Schande machen," murmelte er vor sich hin;„ die Ehre soll mein Prinzip, Gewissenhaftigkeit meine Nichtschnur sein. Mit Gott schreite ich zum Werke, mit Gott will ich es fortsetzen und vollenden." Er öffnete den eisernen Schrank, der zur Seite des Arbeitspultes stand. Noch nie hatte ein anderer außer dem Chef, die Hand an dieses Gerät gelegt, das die Ges schäftsgeheimnisse der alten Firma barg. Die schwere Tür stand offen, die dunkeln Fächer zeigten sich. Hier lagen einige Pakete Banknoten, dort standen kleine Säcke mit geschlagenem Gelde. Auch die Mappe erkannte der Sohn, in welcher der Vater wertvolle Dokumente aufbe= wahrte. ( Forts. folgt.) die verschie ingung im Wa nan es als in folchen Fa afe teilhaftig Soft und D geschrieben: 9 ter Entwid mmt sie selbst fat für die itragen angef must diese im Stadtpoftäm t aus brauner trihen. Diese hutfartons. immer größe en Wagen nich ribe foll übri left fubitmete Serhaftung it es gelungen Diese hat C 1 de in erften and vermöge e Herren gefch garten Weinre Sie unterna nahme. Die in namens Gi strafen verbü derborn fred Bu einem gro ben befannten hujer Straße s ihr Haupt rei, so daß hörer nicht m großes Ed ten hatte fi angejammel rs einzeln Hi el empfing. Leber die Wis us Anlaß ei ere Bemertun 1 Brefie un efommen. 2 von etwa 6 gehalten we en pflegt, d tre Projett de anes benugt ungen, so ba Stadtveror Dem betref Stadtverordne mitande bei, elle au info tig zu unte aber zur off Cage Spruchrei roff ab, er Leter feiner S Con manchen Der Allgeme gstebattion bei jeder 27 ahm ist. 23 nen mt hft, en ich Ind ge= der era fe Don ter ma eu che die Ote, Tug be. ers end et: Der Tü: ie nt= Bu= 10= id, Tes au n en Der eis Da= ng 15s Einen Todessturz vom Eiffelturm vollführte gestern An augereifter Ruffe, der im ärmlichen Often von Paris ein kleines Gasthaus leitete. Man fah, wie fich der Körper in der Luft mehrmals überschlug, dann schlug er auf den rdboden auf. Boltzet und Publikum ellten sofort hinzu und sorgten für die Hinwegschaffung der Leiche. Aus den Gerichtssälen. Ein Prozeß um einen Giftbaum. Ein Giftbaum in Boanischen Garten zu Dahlem bet Berlin war fürzlich Gegenstand eines Prozesses der vor dem Berliner Landgericht verhandelt wurde. Ein Kaufmann klagte gegen den FisIns als Befizer des Botanischen Gartens zu Dahlem. Der gläger hatte sich zufällig in der Nähe eines Strauches, der der großen Familie der Effiobäume angehört, aufgehalten. Bon seinen Arten kann die Gifteiche der menschlichen Gefundheit schädlich werden. Die bloße Berührung der Blät= her erzeugt Schwellungen und Entzündungen der Hände and Arme, ja Lähmungserscheinungen. So erging es ienem Raufmann, der den Giftbaum übrigens gar nicht berührt haben will, er erfranfte an einer langwierigen und bösarartige Hautfrankhett. Der Geschädigte verlangte infolge= deffen vom Fiskus Entschädigung, da die erforderliche Sorgfalt unterlassen worden sei; man hätte an dem gefährlichen Baum Warnungstafeln anbringen müssen. Der Fiskus trat den Beweis dafür an, daß solche Gift- Sumache" in vielen botanischen Gärten anzutreffen seien, ohne daß man vor linen warne, auch sei von Erkrankungen solcher Besucher, die sich an den Giftbäumen aufgehalten haben, nichts beFannt. Die Gutachten der Sachverständigen ließen über die Schädlichkeit des Sumach aber feinen Zweifel; das Gericht verurteilte daher den Fiskus zunächst zur Tragung der Arzt- und Kurtoften. Zweifellos wird der Prozeß noch die Höheren Instanzen beschäftigen. Vermischtes. Das Elend Berliner Kinder. Eine erschütternde Sprache reden die Ziffern einer Statistik, die sich mit den in die städtische Waisenpflege in Berlin aufgenommenen Kindern befaßt. Rund 4000 Kinder sind im letzten Jahte von den Eltern ihrem Schicksal überlassen worden, darunter nur 164, weil sie ganz verwaist waren, und 1264 wegen Armut der Eltern. Nicht weniger als 883 Kinder tamen in Waisenpflege, weil der Aufenthalt der Eltern unbekannt war; 840 wegen Krankheit der Eltern. Für 126 Kinder mußte die Stadt sorgen, weil Vater oder Mutter die Familie verlassen hatten, für 44, weil die Eltern obdachlos waren. Weil die Mutter im Dienst war, nußten 223 Kinder ins Waisenhaus aufgenommen wer= len. Bei 50 Kindern war den Eltern das Erziehungsteht entzogen worden; bei 20 war Trunksucht der Eltern die Ursache der städtischen Fürsorge. 12 Kinder waren, inglaublich aber wahr, von ihren Eltern nicht aus dem Krankenhaus abgeholt worden; ein Kind war obdachlos ufgefunden worden. Bei 129 Kindern war die Unterringung im Waisenhause erforderlich, weil die Eltern erhaftet, bei 34, weil die Kinder von den Eltern grauJim mißhandelt worden waren. 17 Kinder mußten dem Baisenhause anvertraut werden, weil die Mutter in FürTorgeerziehung war. Bet weiteren 260 Kindern lagen noch die verschiedensten anderen Gründe für die UnterMringung im Waisenhaus vor. Angesichts dieser Zustände muß man es als ein Glück für die Kinder bezeichnen, wenn fe in solchen Fällen der liebevollen Pflege im WaisenHause teilhaftig werden. Sen ne her er= an in Det. .9 ate Die der ind $ fe ger 18ne ift hen eht, fitte er: vet ben ge= zu ind rüh Sntres ein Ste Ste Le= acht eft. alte ucht 33 hen nen ein Post und Damenhüte. Aus Dresden wird dem ,, B. " geschrieben: Man sage nicht mehr, daß sich die Reichspft der Entwicklung nicht anpassen will. In Dresden rtimmt sie selbst auf die Mode in Damenhüten Rücksicht. Cie hat für die Mode der großen Damenhüte bestimmte Postwagen angeschafft. Die Oberpostdirektion Dresden blanuzt diese im Verkehr mit der Bahn und den einzeldiese wissen lassen, auch ein Stadtoberhaupt vergibt sich nichts, wenn es so handelt. Die Presse ist kein Lakai, kein Bediensteter, sie darf beanspruchen, daß man ihr die Achtung entgegenbringt, auf die sie ein Recht hat. Hat die Presse Wünsche, muß sie in höflicher Weise vorstellig werden; hat man Wünsche an die Presse, ist es billig, sich ihr gegenüber in gleicher Weise zu verhalten. Die Mitte der Welt. Dächer als Wasserscheiden zweier Meere sind nichts ganz Seltenes. Eine solch weltbedeutende Rolle spielt z. B. das Schloßdach des Fürsten Hohenlohe- Schillingsfürst in Rothenburg an der Tauber. Die südliche Dachrinne läuft nach Frankenheim in die Wörrnik und durch die Donau nach dem Schwarzen Meere, die nördliche nach der Tauber und durch Main und Rhein zur Nordsee. In der Schweiz sind ähnliche Fälle noch häufiger. Hier handelt es sich um die Wasserscheide von Nordsee und Mittelländischem Meere. Bei Vevey am Genfersee findet sich oberhalb der Stadt ein das Rhein- und Rhonebeden in unparteiischer Gerechtigkeit speisendes Dach. Ein anderes bei Cossonay zwischen Lausanne und Neuchatel gab dem Gehöft seit Jahrhunderten seinen NaEs führt den prunkhaften Titel: Die Mitte der men. Welt! Die Folgen des schlechten Gewissens. Eine lustige Geschichte ist vor kurzem einem braven Bürger in einem böhmischen Städtchen passiert. Herr X. hatte sich, da er eine Reise unternehmen mußte, eine neue Hose bestellt. Der Schneider brachte das Kleidungsstück noch am späten Abend vor der Abreise. Bei der Probe sah aber Herr X., daß das Beinkleid um etwa fünf Zentimeter zu lang sei. Es war jedoch breits sehr spät und der Meister konnte den Fehler nicht mehr gutmachen. Da bat Herr X. seine Frau, sie möge die Hose kürzer machen. Doch die Frau, die von des Tages Last und Mühen schon erschöpft war, sagte, sie wolle schlafen gehen. Er solle die Hose hinauf frempeln. Ebenso erging es Herrn X., als er seine Tochter aufsuchte; auch sie weigerte sich unter Hinweis auf die späte Stunde. Hierauf brachte er bei seiner Schwiegermutter dasselbe Anliegen vor. Doch auch hier hatte er kein Glück, da sich die alte Frau bereits zur Ruhe bege= ben wollte. Alle gingen also schlafen. Während der Nacht befam Frau X. Gewissensbisse, daß sie ihrem Manne die fleine Gefälligkeit abgeschlagen hatte. Gegen drei Uhr morgens stieg sie langsam aus dem Bett, nahm die Hose, schnitt bei jedem Bein fünf Bentimeter ab, säumte sie ein und legte die Hose wieder auf ihren früheren Platz. Um 4 Uhr morgens stand die Tochter auf und verkürzte das Beinkleid um fünf 3entimeter, faßte es ein und legte es auf den Sessel. Um fünf Uhr morgens reute auch die Shwiegermutter ihr ungefälliges Benehmen; nach kurzem Entschlusse stand sie auf, beraubte die Hose um weitere fünf Zentimeter ihrer Länge, säumte sie ein und legte sie wieder dorthin, wo sie sie hergenommen hatte. Als nun der gute Mann früh um 6 Uhr in die neue Hose schlüpfte, glaubte er, irrtümlich eine Badehose erwischt zu haben. Er tobte, sadaß die drei Frauen aufwachten... Die Aufklärung ließ nicht lange auf sich warten, aber die Hose wurde dadurch nicht länger. Eine Dynastie" von deutschen Postbeamten. Das deut sche Städtchen Barntrup fann sich einer wahren Dynastie von Postbeamten rühmen, deren letzter Sprosse, Postsekretär Dieckmeier, vor einigen Jahren im hohen Alter gestorben tst. Die Familie Dieckmeier hat seit ungefähr 200 Jahren in ununterbrochener Reihenfolge in Barntrup Poststellen inne. Der erste Posthalter in Barntrup aus der Familie Dieckmeier begann damit im Jahre 1730 und wurde später= hin in der Kriegsgeschichte Friedrichs des Großen des öf teren erwähnt, da hier in Barntrup eine wichtige Poststa= tion und ein bedeutender Kreuzungsort von Hannover und Frankfurt a. M. aus war. Der alte Dieckmeier, der Urgroßvater des jüngst verstorbenen Postsekretärs, war mehrfach mit wichtigen Missionen betraut gewesen. er im meisters in derselben Stadt. Auch er hatte diese Stellung bis zu seinem Tode im Jahre 1823 inne. Nach altem Herkommen wurde jetzt der Enkel zum Posthalter gewählt, der im Jahre 1875 starb. Er verwaltete das Amt also über 50 Jahre. Sein Erbe trat sein Sohn an, der aus Neigung und Tradition die Postlaufbahn ergriffen hatte. Ihm war es nur 35 Jahre vergönnt, das Amt zu bekleiden. Zugleich war er der letzte Nachkomme dieser alten Dynastie. um Stadtpoſtanter. Der Oberbau dieſer Wagen befiae 1771 htc, erbiet je ergut gen mit eines Boitseht aus braunem Segeltuch, die Holzteile sind postgelb gestrichen. Diese Wagen dienen lediglich zur Beförderung von Sutkartons. Die Dresdner Post konnte diese bei ihTim immer größer werdenden Umfange mit den gewöhnTilhen Wagen nicht mehr bewältigen. Auch im Eisenbahnbetriebe soll übrigens die Einstellung von Beiwagen für de fast fubikmetergroßen Hutkartons sehr oft nötig sein. Verhaftung einer Hochstaplerin. Der Leipziger Poligei ist es gelungen, eine gefährliche Hochstaplerin festzunehmen. Diese hat unter dem Namen einer Frau von Löbbe in ersten Hotels verkehrt, Beziehungen mit Offizie rer und vermögenden Privatpersonen angeknüpft und diese Herren geschädigt. Bei einem Rendezvous in einem eleganten Weinrestaurant sollte die Frau verhaftet werdar. Sie unternahm einen Fluchtversuch, doch gelang ihre & fnahme. Die Verhaftete entpuppte sich als eine Kellnatin namens Eisenbach. Sie hat schon längere Zuchthausstrafen verbüßt und wird von der Staatsanwaltschaft im Paderborn steckbrieflich verfolgt. 3u einem großen Faschingsexzeh tam es gestern nacht in dem bekannten Münchener Pschorrbräuausschank an der Neuhauser Straße, wo die Studenten während des Fadings ihr Hauptquartier haben. Es entstand dort eine Rhauerei, so daß das zahlreiche Ordnungspersonal der Restörer nicht mehr Herr werden konnte und man schließlih ein großes Echutzmannsaufgebot zur Hilfe rufen mußte. Dauzen hatte sich inzwischen eine gewaltige Menschenmange angesammelt, die dann die vom Personal des Ausfants einzeln hinausgeworfenen Studenten mit großen Gheul empfing. altgen et= icht Ber wird den fen, ngs be= von ren men trat nen. Ueber die Würde der Presse macht der Zeitungsver= lau aus Anlaß eines Einzelfalles einige zutreffende allgemeine Bemerkungen. Es heißt da: Zu einem Konflikt zutischen Presse und Magistratsdirigent ist es in JerTon gekommen. Die Stadt plante die Anlage einer Talporte von etwa 60 Morgen Größe. Der Plan sollte ge= heim gehalten werden, doch sickerte er, wie es meist zu gehehen pflegt, durch, und ein Blatt unterbreitete das htige Projekt der Oeffentlichkeit. Die sichere Kenntnis de Blanes benutzte die Terrainspekulation zu BodenpreisSteigerungen, so daß das Projekt schließlich daran scheiterte. In der Stadtverordnetenversammlung vom 29. Dezember wirde dem betreffenden Blatte die Schuld zugeschoben. Ci Stadtverordneter legte jedoch ganz richtig die Schuld der Umstande bei, daß der Magistrat es unterlassen habe, did Presse zu informieren. Es sei zu empfehlen, diese reseitig zu unterrichten, daß sie den betreffenden Plan nit eher zur öffentlichen Kenntnis bringen möge, bis die Sache spruchreif sei. Das lehnte der erste Bürgermeifter shroff ab, er gebrauchte dabei die Worte:„ Er halte es unter seiner Würde." Ein solches Verhalten wird von manchen Verwaltungen noch beliebt, den Interen der Allgemeinheit aber entspricht es nicht. Bertungsredaktion fann nicht, wie es so vielfach gewünscht wild, bei jeder Notiz anfragen, ob ihre Veröffentlichung annenehm ist. Wer Wünsche an die Presse hat, möge es ficht enen Im den „ Ich Telte len id " en.' des ußer Ge were laSäde ber Eine Der eingebildete Pestfranke." Ein ergreifendes Bild von den Gefahren, in denen die deutschen und baltischen Aerzte im Bestgebiet ständig schweben, gibt ein Brief des praktischen Arztes Dr. med. Roger v. Buttberg, den er an seine Mutter, die Baronin v. Buttberg in Magnushof, über einige entsetzliche Stun den schrieb, die er in Charbin verlebt hatte. Baron Roger v. Buitberg, einer der hervorragendsten und opfermutigsten baltischen Aerzte, ist, wie aus Riga geschrieben wird, vor furzer Zeit zur Bekämpfung der Pest nach Charbin abgereist. Am 29. Januar überfiel ihn nun ein hißiges Fieber, das von allen Anzeichen der Pest begleitet war. Als Arzt sah er schon jetzt alle Schrecken, die seiner warteten, und er bezeichnet selbst die Stunden als die scheußlichsten seines Lebens, in denen er den Totenwagen erwartete, den er selbst in den letzten Tagen so oft gezwungen war zu begleiten. Inzwischen untersuchten seine Freunde und Kollegen seinen Auswurf bakteriologisch, um dadurch eine sichere Diagnose zu erlangen. Stunden der schrecklichsten Spannung folgen nun. Endlich, mitten in der Nacht um 4 Uhr, flingelt das Telefon, die Auskunft lautet erfreulicherweise, daß Vestbazillen nicht vorhanden sind. Im selben Augenblick geht das heftige Fieber zurück und am nächsten Tag ist der Arzt wieder gesund. Wir wollen hier den charakteristischen Brief, den die Baronin v. Buttberg in der Baltischen Post" veröffentlicht hat, im Wortlaut wiedergegeben, da er am besten die entsetzlichen 12 Stunden einer eingebildeten Bestfrankheit wiedergibt. Der Brief lautet in den hauptsächlichsten Stellen folgendermaßen: Dieser Brief tft wirrlich ein menschliches Dokument und legt von dem Charakter, der Selbstverleugnung und dem Todesmut der im Pestgebiet lebenden deutschen Aerate ein glänzendes Zeugnis ab. Drabtnachrichten und neuestes. Ein Reiseabenteuer des Königs von Bulgarien. 0 Nürnberg, 1. März. Der König von Bulgarien der sich auf der Rückreise von Coburg nach Sofia befand, wurde gestern abend von Erlanger Studenten, die mastiert in den Speisewagen gekommen waren. im D- Bug belästigt. Die französische Kabinettskrise. Paris, 1. März. Präsident Fallières ließ den Senator Monis zu sich rufen und forderte ihn auf, die Bildung des Kabinetts zu übernehmen. Monis forderte Bedenkzeit, um sich mit seinen politischen Freunden zu beraten. ,, Vorgestern hatte ich persönlich recht schlimme Stunden zu durchleben. Plöblich hohes Fieber von 39 Grad mit allen anderen Anzeichen der Best stellten sich ein! 2 meiner Kollegen werden sofort zu mir geschickt... sie untersuchen mich und zweifeln an der Diagnose nicht. 3um Ueberfluß muß die Diagnose aber auch noch bakteriologisch bestätigt werden. Bis dahin durfte ich, allerdings von den Meinigen isoliert, in meinem Hause bleiben. An einen glücklichen Ausgang glaubte ich nicht. Scheußliche Stunden dieses Erwartens des Totenwagens, den ich selbst so oft begleitet habe. Da- Gott sei Dank- um 4 Uhr morgens läutet das Telefon start! Ich höre es in meinem Zimmer und höre ein freudig entschtes Gespräch, das die Meinigen mit der Peststation führen. Es wird nämlich telefonisch mitgeteilt, daß die mikroskopische Untersuchung bisher negativ ausgefallen ist, am nächsten Morgen soll eine abermalige Untersuchung die Sache endgültig klären. Das Fieber fällt nun und entscheidet, daß Pest nicht vorliegt. Die Erfrankung war die Folge einer Pestimpfung, der ich mich sechs Tage vorher unterzogen hatte. Ohne abergläubisch zu sein, widert einem der Gedanke an, sich der Freude hinzugeben, daß man noch gesund ist. Denn das weiß keiner, der während der drei- bis viertägigen Inkubationszeit die ToDesfeime in sich trägt Paris, 1. März. Monis hat sich entschlossen, neben dem Präsidium das Ministerium des Innern zu übernehmen. Er fonferierte u. a. mit Delcassé, dem er die Uebernahme des Marineministeriums antrug. Frankreich grollt weiter. Paris, 1. März. Der„ Temps" schreibt in seiner gestrigen Ausgabe: Nach den alldeutschen Zeitungen ist es nunmehr das halbamtliche Organ der faiserlichen Regierung, das sich diese unziemlichen Angriffe auf die Fremdenlegion erlaubt. Ohne lange bei der Prüfung der Beweggründe zu verwellen, halten wir dafür, daß die gesamte Presse und öffentliche Meinung Frankreichs darauf mit einem entschiedenen Einspruch antworten muß und wir fügen hinzu, daß man durch derartige ungerechtfertigte Angriffe zwischen unseren Nachbarn und uns einen dauern= den Zwist herbeizuführen droht. Selbstmord im Eisenbahnwagen. Wesel, 1. März. Hier wurde der Regierungsbaumeister Kann aus Siel in einem Abteil 1. Klasse schwer verletzt aufgefunden. Er hatte sich mit einem Revolver in den Unterleib geschossen und dann die Schußwaffe zum Fenster hinaus geworfen. Kann verweigerte jede Angabe über das Motiv zur Tat. Er starb auf dem Transport nach dem Krankenhause. Es wurden bei ihm Briefe an seine Eltern und Freunde vorgefunden, die seinen Selbstmord ankündigen. Liebestragödie. Charlottenburg, 1. März. Der aus Wien stam= mende Schneider Zompla erschoß heute früh in seiner Wohnung in der Juarezstraße seine Braut, die Witwe Nyebze aus Wien und tötete sich dann selbst. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Jugendlicher Raubmörder. Steinach( S.-M.), 1. März. Der 20jährige Sohn des Grünwarenhändlers Greiner verübte gestern einen Raubmordverfuch auf den Bäcker und MaterialwarenHändler Soen. Er trat in den Laden des Hoen und gab an, einen Pfeifenkopf kaufen zu wollen. Während sich Hoen anschickte, das Verlangte zu suchen, schlug ihn Greiner von hinten mit einem Beile nieder. Der Ueberfallene ist lebenslebensgefährlich verletzt. Der jugendliche Täter ist entflohen. Gewaltiger Bergrntsch. Bamberg, 1. März. Im Walddistrikt„ Spittelholz" am östlichen Abhang des Banzer Waldes ist seit Sonntag ein Erörutsch in Bewegung, der bereits 90 000 Quadratmeter Fläche umfaßt und einen starken Waldbestand ver= nichtete. Der Bergrutsch ist weiter in Bewegung. Das Bezirksamt Lichtenfels hat ein umfassendes Wegeverbot erlaffen. Schwerer Eisenbahnunfall. Paris, 1. März. Auf dem Bahnhof Caen ist eine Lokomotive gegen einen Prellbock gefahren, wobei ein Maschinist und ein Heizer getötet wurden. Folgenschwerer Hanseinsturz. O Paris, 1. März. In St. Etienne stürzten gestern nachmittag vier zumeist von Arbeitern bewohnte Häuser ein. Zwei Personen wurden getötet, mehrere andere verTetzt. Vergiftung durch Schierling. Rotterdam, 1. März. Von drei Knaben, die Schierlingswurzeln gegessen hatten, starben zwei innerhalb weniger Stunden; der dritte konnte durch Gegenmittel gerettet werden. Ein Luftschifferbataillon für England. London, 1. März. Das Armeeblatt ordnet die Bildung eines Luftschifferbataillons in Stärke von 190 Mann an. Große Fenersbrunst in Konstantinopel. Konstantinopel, 1. März. Einer der zahlreichen Villenvororte, die nördlich des Stadtteils Skutari liegen und den Europäern als Sommeraufenthalt dienen, Kuskundschuk, wurde gestern durch ein Riesenfeuer fast vollständig vernichtet. Viele kleine Leute sind bei dem falten Wetter obdachlos geworden. Keine Beulenpest in Nordamerika. Neuvork, 1. März. Die Gesundheitsbehörden sind der Ansicht, daß es sich bei der Krankheit in Spokane, die jüngst als Beulenpest angesehen wurde, um Lungenentzündung verbunden mit Grippe handelt. rnar. Handel und Verkebr. Frankfurt, 27. Februar. Viehmarktspreise vom 27. Feb1 Zentner: Rinder. A) Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) M 50-54,( Schlachtgewicht) M 91-93, 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete ( Lebendgewicht) M 46-49,( Schlachtgewicht) M 83-89, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgewicht) M 41-45,( Schlachtgewicht) M 75-83. B) Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 45-48,( Schlachtgewicht) M 75-80, b) vollfleischige jüngere( Lebendgewicht) M 40-44,( Schlachtgewicht) M 66-73. C) Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 44 bis 48,( Schlachtgewicht) M 79-86, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M 43-46,( Schlachtgewicht) M 80-83, c) 1. wenig gut entwickelte jüngere Färsen( Lebendgewicht) M 40 bis 48,( Schlachtgewicht) M 77-83, dv. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgewicht) 33-40,( Schlachtgewicht) M 61-74, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 28-32,( Schlachtgewicht) M 56-64, e) gering genährte Kühe und Färsen ( Lebendgewicht) M 22-25,( Schlachtgewicht) M 44-50. D) Gering genährtes Jungvieh: Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) M00-00, 6) feinste Mast-( Vollmilchmast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 56-60,( Schlachtgewicht) M 93 bis 100, c) mittlere Mast- und gute Saugkälber( Lebendgewicht) M51-55,( Schlachtgewicht) M 86-93, 5) geringere Saugfälber( Lebendgewicht) M 45-50,( Schlachtgewicht) M 76 bis 85. Schafe: 2) Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 40-41,( Schlachtgewicht) M 84-86, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe ( Lebendgewicht) M 31,-,( Schlachtgewicht) M 74,-. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47-50,( Schlachtgewicht) M 60-62, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M47-49,( Schlachtgewicht) M 58-60, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47-49,( Schlachtgewicht) M 56 bis 60, 6) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogr. Lebendgewicht( Rebendgewicht). 47-49,( Schlachtgewicht) M 57-60 fbe .) IVO PUHONNÝ. Wie diefe Palme das auf der Erde wandelnde Tierreich überragt, fo über. ragen die Pflanzenfette Palmin und Palmona( Pflanzen. Butter Margarine) die tierischen Fette durch ihre Reinheit und Güte. Das beweift am beften der Umstand, daß Palmin und Palmona tierische Fette in der feinen und bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen. Palmin zum Kochen, Braten und Backen. Palmona als Brotaufftrich. t Bekanntmachung. Oeffentliche Wählerversammlung für die KandidaturD Werner am Donnerstag, 2. März, abends 8 Uhr im ,, Cafe Leib"( früheres Kolosseum) Samstag den 4. März vorm. 10 Uhr, wird im Hölltopf nachfolgendes Holz versteigert: 39 Stüd Fichtenstämme mit 11,83 Festmeter Inhalt Kirschenstämme " 1,20 " " " Akazienstämme" 0,93 5 " 3 " 16 " -Aftstücke, 10 Rm Knüppel 113 Rm. Reifig. Gießen am 28. Februar 1911. Der Großh. Kreisbauinsektor des Kreises Gießen. J. V. Knöll. Natholzversteigerung. Redner: Reichstagskandidat und Einladung zu einer kirchlich- positiven Vortrags- Tagung für das Grossherzogtum Hessen, Kurhessen, Nassau, die Synoden Braunfels und Wetzlar und Frankfurt a. M. in Giessen am 6. und 7. März 1911. PROGRAMM. Montag, den 6. März 1911. Abends 84 Uhr: Konsistorialrat Prof. D. WaltherRostock: ,, Hat sich Jesus in die Menschheit eingerechnet oder sich ihr gegenübergestellt?" Diskussion. Dienstag, den 7. März 1911. Vormittags 10 Uhr: Andacht: Konsistorialrat BaltzerDr. Werner Frankfurt; Stadt verordnet. Rippel- Hagen Dienstag, den 7. März 1. Js, morgens um 10 Uhr anfangend fommt im Grävenwiesbacher Gemeindewald folgendes Holz zur Versteigerung Distrift Schießberg: 707 Stück Nadelholzstämme mit 152,79 Festmeter. 963 Nadelholzstangen 1. bis 3. Klasse Distrift Runfelshardt( Windfall) 37 Stück Nadelholzstämme mit 11,38 Festmeter. 66 Nadelholzstangen 1. bis 3. Klasse. Anfang im Distrikt Schießberg. Eröffnungsansprache: Pfr. BernbeckGeheimer Konsistorialrat D. Seeberg- Berlin: ,, Autorität und Freiheit". Okarben. Diskussion. Alle Wähler sind um ihr Erscheinen gebeten. Nachmittags 12 Uhr: Gemeinsames MittagFreie Diskussion. Der Wahlausschuss. Bäckerei. Motorbetrieb unter günstigen Bedingungen z. verpachten durch M. Stern, Limburg. Anstreichergeschäft zu kaufen gesucht durch M. Stern, Limburg. Bei ungünstiger Witterung findet die Versteigerung eine Stunde später im Gasthaus zum Taunus statt. Die Herren Bürgermeister werden um gefällige Bekanntmachung in ihren Gemeinden ersucht. Grävenwiesbach, den 28. Februar 1911. Der Bürgermeister Velte. Befannimanng. auf Nachdem ich von dem Herrn Regierungspräsidenten zu Coblenz für die Stadt Wetzlar einschließlich WetzlarNiedergirmes zum Kommissar behufs Feststellung der gemäß§199b Absatz 1 oder 2 der Gewerbeordnung erforderliche Zahl von zwei Drittel Absatz 1 oder einen Drittel Absatz 2 der beteiligten Geschäftsinhaber ernannt worden bin, mache ich hiermit bekannt, daß die gemäß § 2 der Bekanntmachung betr. Ladenschluß vom 25. Januar 1902 erforderliche Liste vom 2. d. Mts. für die Dauer von zwei Wochen zur öffentlichen Einsicht dem Polizeibureau, Rathaus, Zimmer Nr. 1, ausliegt. Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste müssen von den beteiligten Geschäftsinhabern bis zum Ablauf der Frist schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden und bleiben nach Ablauf der Frist vorgebrachte Einsprüche unberücksichtigt. Wetzlar, den 1. März 1911. Der Bürgermeister: gez. v. 3engen. Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. 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