e Tinte. Noten! t, direkt .50 ft und statt. udet hlen dem dem Dem Stadt e be= artt. e wolle eichnete wird Uhr, Snen Landw. 0 Ge beziehen Trapp itee. cht und bi 9. Jan. 191 Fleischpreife in Steken kg 84-92 80-84 Do. 80-96 tpreise in Sie igbrot 2 kg 62 Dargbrot 2kg 5 milie! erg nekam dem, der Firmas ALBRECH sund Königs Wilhelm RG am Niederba 1846 Bitterlike alllen! rg- Boonek Jamil. in Gle Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. - Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 28. Telephon: Nr. 362. Lokal- Nachrichten. - Gießen, den 2. Februar. = b= Gießen, 31. Jan. Die Reichstags- Ersatz wahl für unseren Wahlkreis ist auf Freitag, den 10. März, festgesetzt worden. Die Aufstellung der Wä h- lerlisten und Abgrenzung der Wahlbezirke muß ohne jeden Verzug vorgenommen werden. Alle Ge= markungen des Kreises mit Ausnahme von Gießen nebst den ihnen etwa polizeilich zugeteilten Gemarkungen, Höfen 2c. bilden je einen Wahlbezirk. In die Wählerliste sind laut Bekanntmachung des hiesigen Kreisamtes die Stimmberechtigten nach Vor- und Zunamen, Alter, Stand oder Gewerbe und Wohnort in alphabetischer Ordnung einzutragen. Die Wählerliste ist sofort in doppelter Ausfertigung aufzustellen, darf jedoch noch nicht abgeschlossen werden. Einlagebogen zur Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 2. Februar 1911 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. fester Produkte A.-G. in Liqu. zu bezahlen haben, trat bereits am 16. Dez. in Rechtskraft. aus schränkt. 5. Berechtigt zur Teilnahme an dem Kursus sind männliche Personen nicht unter 16 Jahren Tiefenbach und den Nachbargemeinden. 6. Die Teilnahmer versammeln sich am Montag, den 6. Februar d. Js., vormittags 9 Uhr, im 1. Schulsaale zu Tiefenbach. Anmeldungen sind an den Herren Gemeindevorsteher zu Tiefenbach zu richten. -ö- Wetzlar, 30. Jan. Ohne Zweifel dürfte der Bahnbau Wetzlar- Usingen dem Solmsbachtal eine Hebung seiner wirtschaftlichen Lage bringen. Die Bahn wird ungefähr 24,5 Kilometer lang. Ihr Verkehrsgebiet umfaßt zirka 220 Quadratkilometer mit rund 28 000 Bewohnern. Die veranschlagten Baukosten belaufen sich ausschließlich der auf 880 000 Mark geschätzten, von den Beteiligten zu tragenden Grunderwerbskosten, auf Mt. 6 080 000. = 0= Friedberg, 1. Febr. Karl Bindernagel dahier wurde vom Großherzog zum Hosbuchhändler und Hofbuchdrucker ernannt. - V -Bahn Wetterau Rhein. Die seit län= gerer Zeit projektierte direkte Bahnverbindung WetterauRhein hat endlich eine einheitliche Form und Linienfähr= ung angenommen. Die Strecke Bad- Nauheim- OberMörlen- Usingen steht ja fest. Es handelt sich nunmehr Langenschwalbach nach Lorch. Das Eisenbahnkomitee in über die Weiterführung von Usingen über Jostein und Jostein hat von einem tüchtigen Eisenbahn- Ingenier die Linienführung prüfen und festlegen lassen. Eine von 39 Ortsverwaltungen unterzeichnete Petition ist an das preußische Abgeordnetenhaus, das Preußische EisenbahnMinisterium und an das Großherzoglich Hessische MiBurkardsfelden hat seit einiger Zeit mit den Vorarbeiten i Dutenhofen, 1. Febr. Die Baufirma Scheppnisterium der Finanzen abgegangen. für ein Ueber holungsgleis begonnen, bei denen Wählerliste sind nach Bedarf mit der Feder herzustellen. zirka 50 Arbeiter aus den umliegenden Orten lohnende schleppung der Maul- und Klauenseuche hat das KreisDie Auslegung der Wählerlisten muß unfehlbar am Freitag, den 10. Februar, beginnen. Montag, den 6. und Donnerstag, den 9. Februar, muß in ortsüblicher Weise bekannt gemacht werden, daß die Liste der Wähler von Freitag, 10. Febr. bis Freitag, 17. Februar, beide Tage einschließlich, auf dem Gemeindehaus oder dem sonst hierfür bestimmten Lokal zu jedermanns Einsicht offen ausliegt und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Listen innerhalb 8 Tagen nach Beginn dieser Auslegung bei Meidung des Ausschlusses den betreffenden Bürgermeistereien vorzutragen sind. Auch Sonntag, den 12. Februar, hat die verfügte Auslegung der Wählerlisten zu den für die Werktage üblichen Bureaustunden stattzufinden. Die Gesamtzahl der Wahlberechtigten muß spätestens bis zum 7. Februar abends dem Kreisamt Gießen mitgeteilt werden; es genügt die Angabe einer runden Summe. Anläßlich der letzten Reichstagswahl ist eine gleichartige Terminbestimmung von einer Anzahl Bürgermeistereien des Kreises unbeachtet gelassen worden. Diejenigen Bürgermeister ,, deren Berichte nicht bis zum 7. Februar abends eingehen, müssen für sämtliche durch ihre Säumigkeit erwachsenden Kosten aufkommen. Demnächst er= folgt weitere Anweisung für das Wahlgeschäft. * Von der Armee. v. Lindenau, GeneralMajor, Kommandeur der 76. Inf.- Brigade in Erfurt ( vorher Kom. des Inf.- Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116), zum Gen.- Leutnant befördert. Major Krause beim Stabe des Inf.- Rgts. Nr. 99( vorher im Inf. Regt. Nr. 116) zum Bataillons- Kom. ernannt. Beschäftigung finden. -sch Ehringshausen, 2. Febr. Hier fuhr am Dienstag ein Automobil in unsere Schweineherde. Ein Schwein wurde überfahren und mußte sofort geschlachtet werden. Nieder- Eisenhausen, 1. Febr. Ein am 28. Januar hier ausgebrochenes Feuer griff so schnell um sich, daß binnen kurzem 10 Gebäude ein Raub der Flammen wurden. b- Climbach, 29. Jan. Der 8 Jahre in verschiedenen Orten des Kreises tätig gewesene Lehrer Aletter wird zum Bedauern der Bevölkerung am 1. Februar unseren Ort verlassen. Als einziger Sohn übernimmt er das Geschäft seines Vaters in Bad- Nauheim. = 0= Elkerhausen, 31. Jan. Von einem Schul jungen wurde der seit mehreren Wochen vermißte Gemeinderechner K. dahier, bei Arfurt an einem Weidenbusche erhängt aufgefunden. *) Weilburg, 30. Jan. An Stelle des KreisSchulinspektors Dekan Grünschlag, der aus Alters= rücksichten sein Amt niederlegte, wurde Hofprediger Scheerer ernannt. Limburg, 28. Jan. Die nationalliberale Partei hält hier am 5. Februar eine nassauische Landesverſammlung ab. Wallau, 28. Jan. Die Inbetriebnahme der Strecke Oberscheld- Wallau ist für den 1. Juni vorgesehen. - Schotten, 28. Jan. Der erste ev. Geistliche des Bezirks Schotten, Dekan Emil Münch, hat sein Amt als Vorsitzender des Schulvorstandes niederge= legt. * Nidda. Die Errichtung eines Elektrizi tätswertes für Nidda und Umgegend beim Salzhäuser Bergwerk soll jetzt mit aller Energie betrieben werden. = b= Rodheim, 1. Febr. Das in den letzten Tagen sehr lebhaft besprochene Bahnprojekt Gießen- Krof- dorf- Rodheim- Bieber- Hohensolms- Gladenbach- BiedenkopfBattenberg bildete das Thema einer heute im Benderschen Gasthaus hier tagenden Versammlung. Vertreten waren Interessenten aus fast allen Orten, u. a. auch Oberbürgermeister Mecum- Gießen, sowie die Handelskammer ebendaselbst. Nach der Eröffnung durch Lehrer Kloes- Rodheim übernahm Fabrikant Gabriel- Abend- Lich, 1. Febr. Die Gemeindejagd wurde vom Fürsten von Solms- Hohensolms- Lich wieder gestern den Vorsiz. Die Versammlung nahm im Gegensatz zu der am 25. Januar in Hohensolms getagten 3u- pachtet. Der Pachtpreis beläuft sich auf 3510 Mark; früher zahlte der Fürst 2000 Mark. Eine Ehrung des sammenkunft den Standpunkt ein, daß die Bahn unbedingt von Hohensolms aus nach Gießen führen Komponisten und Gründers des Frankfurter Neeb'schen Sängerchores, C. Neeb, soll am 12. Februar müsse; Gießen sei doch der Verkehrsmittelpunkt des ganzen Lahngebietes. Da viele Redner die Hohensolmser stattfinden. An diesem Tage soll eine Gedenktafel dem Geburtshause Neeb's angebracht werden; hieran anBeratung erwähnten, nahm der dortige Vertreter, Pfarrer Kemper, Gelegenheit, zu betonen, doch diese Verschließend findet ein Konzert der Frankfurter Sänger sammlung nicht mehr zu berühren, sondern die Sache schlafen zu lassen. Oberbürgermeister Mecum- Gießen erwähnte, daß er den Gießener Stadtverordneten nahe legen wolle, die vorläufigen Kosten für das Projekt zu bewilligen. Nach der sehr interessanten Besprechung schritt man zur Bildung eines Komitees, in dem fast alle Orte Vertretung fanden; auch einige Herren des sogenannten Wetzlarer Komitees gehören demselben an. Dem Komitee soll alle weitere Vorarbeit vorläufig überlassen bleiben. Zum Vorsitzenden bestimmte man Herrn August Gabriel. Wetzlar, 30. Jan. Der Landrat erläßt folgende Bekanntmachung: Kreis obstbaulehrer Kilp wird in der Zeit vom 6. bis einschl. 9. Februar zu Tiefenbach einen Unterrichtskursus im Ob st ba u abhalten. 1. Der Unterricht umfaßt Pflanzung, Schnitt und Pflege der jüngeren und älteren Obstbäume, sowie Bekämpfung der Obstbaumschädlinge und Krankheiten, das Umveredeln der Bäume, die Behandlung der Wunden, die Düngung und Bodenbearbeitung. 2. Der Unterricht wird vorzugsweise praktisch und theoretisch nur insoweit erteilt, als dies zum besseren Verständnis unbedingt erforderlich ist. Die praktische Unterweisung und der theoretische Unterricht finden an den genannten Tagen von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 5 Uhr nachmittags statt. 3. Der Unterricht wird unentgeltlich erteilt. 4. Die Zahl der Teilnehmer ist unbestatt. an *) Büdingen, 1. Febr. Wegen Gefahr der Einamt die Abhaltung von Viehmärkten im hiesigen Kreise untersagt. Schweinemärkte können stattfinden. *) Offenbach, 30. Jan. Gestern haben sich hier die hessischen Desinfektoren zu einem Verband zusam mengeschlossen. Vorsitzender wurde Heilgehilfe K. Friz von hier. * Rüdingshain, 30. Jan. Das äußerst seltene Vorkommnis, 5 Brüder im Greisen alter beherbergen zu können, ist unserm Ort beschieden. Die Lebensjahre dieser Fünf zusammengezählt, ergeben die hohe Summe von 390 Jahren. Diese Brüder, mit Namen Müller, sind urwüchsige oberhessische Gestalten; förperlich wie geistig sind sie noch frisch und gesund. Fulda, 30. Jan. Unser am 9. Februar abzuhaltender Viehmarkt fann nicht stattfinden, da hier die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist. Zur Arbeiter- Bewegung. * Der Verband christlicher Tabak und 3igarrenarbeiter Deutschlands hat sich im abgelaufenen Jahre sehr gut entwickelt. Jm verflossenen Jahre hat der Verband eine Zunahme von ungefähr 1800 Mitgliedern zu verzeichnen, so daß er jetzt schon zirka 8000 Mitglieder zählt, froz der beispiellosen Hetze der Gegner, die nach dem Inkrafttreten der neuen Tabaksteuer einsetzte. Die noch unorganisierten Tabaktarbeiter mögen aus der Vorwärtsentwickelung dieses Verbandes erkennen, welche feste Stütze sie in dieser Organisation haben und daß ein solcher Verband umsomehr leisten kann, je zahlreicher sich die ihm fernstehenden Arbeiter anschließen. * Die Tarifliche Arbeitsmonopole. evangelischen Arbeitervereine Sachsens haben sich fürzlich in einer Resolution gegen den sozialdemokratichen Terrorismus gewandt, der seinen uner= träglichsten und gefährlichsten Ausdruck in tariflich festgelegten Arbeitsmonopolen findet. Holzverkäufe u. Versteigerung. Bürgermeisterei Braunfels: Mittwoch, 8. Febr., vorm. 10 Uhr, im Saale der Wirtschaft zur Schmelz" auf der Oberndorferhütte. hier Kaufliebhaber wollen sich das Holz in den Distr. 3 Alte Fichten, 7 Jungfer, 1 Kirschenhau, 10 guter Graben, 11 u. 12 Schottenmitte, 13 alte Stöcke und 14 Attenbach ansehen. Gemeindewald Nauborn: Freitag, 3. Febr., vorm. 10 Uhr. Distr. 17a, 18a, 20b und 21. Zusammenkunst bei der Rehornsmühle, bei ungünstiger Witterung im Dorfe. Gemeindewaldungen Oberbiel und Niederbiel: Samstag, den 4. Febr., vorm. 10 Uhr. Zusammenkunft Distr. Raukeshöll, Niederbiel. Gemeindewald Oberquemba ch: Freitag, 3. Febr., vorm. 10 Uhr. Zusammenkunft auf der Oberwetz- Griedelbacherstraße im Wald. in -m- Bad Nauheim, 2. Febr. Nach 10jähriger Dauer ist jetzt am Reichsgericht ein Prozeß ausgegangen, welcher in weitesten Kreisen Deutschlands großes Aussehen erregt hat. Die frühere Firma„ Fabrik feuerund säurefester Produkte" von Gebr. Boeing errichtete seiner Zeit in Wirges und Vallendar große Fabrikanlagen. Um die nötigen Kapitalien zu bekommen, wurden im Jahre 1898 vier Millionen neue Aktien ausgegeben und mit dem Hinweis auf das glänzende Unternehmen hier und in Vallendar 2c. auch wirklich zirka auch 3 Millionen untergebracht. Tatsächlich wurden einige Jahre 50-60 Prozent Dividende auf Kosten der neuen Anleihe- Aktien verteilt. In kurzer Zeit war Wirges ein neuer Stadtteil mit Hochöfen, Glashütten, Arbeiterwohnungen, Wohlfahrtseinrichtungen entstanden. Da erschienen anfangs 1901 in den Handelsberichten der Tageszeitungen Artikel, welche das ganze Unternehmen für Sch windel erklärten. Die eingeleitete Untersuchung ergab denn auch, daß die Bilanzen seit Jahren gefälscht waren. Die Gebr. Boeing famen unter Ein Anklage und wurden wegen Betrugs verurteilt. Steinbruch war z. B. im Nauheimer Wald mit 350 000 Mark gebucht, trotzdem er nur einen reellen Wert von zirka 300 Mark(!) hatte. Das Urteil, wonach nunmehr die Gebr. Boeing 450 000 mt. und 150 000 Mt. nebst den ungeheueren Kosten an die Fabrik feuer- u. säureBürgermeisterei Londorf: Jm Submissionswege. Angebote bis Freitag, 3. Febr., mittags 2 Uhr, an die Bürgermeisterei. Ein gutes Haarpflegemittel. Ein ausgezeichnetes Mittel für die Haarpflege, das die Kopfhaut in gesundem Zustande erhält, die Schuppenbildung beseitigt und den Haarwuchs mächtig anregt, fann man sich nach folgendem 1 gr. krist. Menthol wird zunächst in 85 gr Bay- Rum aufgelöst, Rezept in jeder Apotheke oder Drogerie zusammenstellen lassen: dann wird 30 gr Livola de Composée zugefüllt. Die Mischung wird tüchtig durcheinandergeschüttelt und ist nach halbstündigem Stehen gebrauchsfertig. Wenn man die Flüssigkeit ein oder zweimal sorgfältig in die Kopfhaut einreibt, spürt man bald ihre wohltätige Einwirkung auf dieselbe; das lästige Jucken vergeht fast sofort bei der ersten Anwendung. Man kann zum Parfümieren auch noch ½ Teelöffel voll fetneren Parfüms zugeben. Deutscher Reichstag. Die dritte Lesung der Wertzuwachssteuer. Zu Beginn der Stzung vom Dienstag sette Präsident Graf v. Schwerin das Haus von dem Hinscheiden des Abg. Singer( Soz.) in Kenntnis, der seit 27 Jahren dem Reichstage angehört hat. Das Andenken des Verstorbenen wurde In der üblichen Weise geehrt Im Laufe der Sitzung nahmen die Parteiführer wie der Präsident Gelegenheit, dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Partet, dem Abg. Bebel persönlich ihr Beileid kundzugeben. Es folgte sodann die dritte Lesung des Wertzuwachs: Steuergesetzes, zu dem wieder viele Anträge vorlagen. Ein Kompromißantrag verschiedener Parteien zeigte jedoch, daß inzwischen eine Einigung erfolgt ist, und eröffnete so dte Aussicht auf das endliche Zustandekommen dieser schicksalsreichen Vorlage. Allerdings wurde von diesem Antrage ein wesentlicher Differenzpunkt von nicht zu unterschäßender staatsrechtlicher Bedeutung nicht betroffen: die in zweiter Lesung abgelehnte Steuerfreiheit der Landesfürsten, die dagegen in einem fonservativen Antrage von neuem bean= tragt wurde. In der Generaldebatte, in der zunächst der freifonservative Abg. Arendt für sich persönlich noch einmal Ehrentages noch eine besondere Weihe erhalten. Ueberall in deutschen Landen, wie in fernen Erdteilen, wo Deutsche sich an diesem Tage festlich vereint haben, hat man der Errungenschaften jener großen Zeit freudig und dankbar gedacht. Aus allen Kundgebungen Itebevoller Anhänglichkeit, welche mir in großer Anzahl von nah und fern zugingen ist mir die Freude an dem geeinten deutschen Vaterland und das Gelöbnis entgegengeflungen, das Erbe unserer Väter zu erhalten und zu be= wahren. Im Vertrauen auf diese Gesinnung hoffe Ich zuversichtlich, daß es unter Gottes Schutz auch in Zukunft gelingen wird, das durch die Einmütigkeit der deutschen Fürsten und Stämme geschaffene und in den verflossenen vier Jahrzehnten kräftig geförderte Werk im frtedlichen Wettbewerb mit den anderen Kulturstaaten weiter zu festigem und auszubauen zum Segen des teuren Vaterlandes. Allen denen, welche Meiner an Meinem Geburtstage mit freundlichen Glückwünschen und frommer Fürbitte gedacht, oder Mir ihre treue Teilnahme schriftlich und telegraphisch fundgegeben haben, spreche Ich auf diesem Wege meinen wärmsten Dank aus Ich ersuche Sie, diesen Erlaß alsbald zur öffentlichen Kenntnis zu bringen." feiner pessimistischen Auffassung über den Wert des Gesetzes Singers Tod und die sozialdemokratische Partei. Ausdruck verlieh, drückte der Abg. Südekum namens der Sozialdemokraten seine Verwunderung über das Kompromiß aus, das er als einen Erfolg der Rechten darstellte, und lehnte das ganze Gesetz ab. Reichsschahsekretär Wermuth wies noch einmal auf die mit dem Gesetz im Zusammenhang stehenden wichtigen, die ganze Finanzgesetzgebahrung der nächsten Jahre bedingenden Materien hin und betonte dabei hinsichtlich der Veteranen, daß die Regierung sich für verpflichtet halte, wenn das Gesetz abgefertigt werde, ihnen die Beträge zuzuwenden, die im Etat für sie in Aussicht genommen seien. Eine Abhängigkeit dieser Zuwendungen vom Ertrage dieses Gesezes trete nicht ein. Von den Rednern der Kompromißparteien, dem Abg. Röside( kons.), Enno( f. V.) und Weber( ntl.) wurden allgemeinere Ausführungen gemacht, die selbstverständlich sich im Sinne der Ausführungen des Staatssekretärs hielten. Es kam darin auch zum Ausdruck, daß der ländliche Besitz nicht etwa bevorzugt ist. Die Debatte über den kritischsten Punkt, die Steuerfreiheit der Landesfürsten, leitete Staatssekretär Wermuth mit einer großzügig angeIegten, auf vom Reichskanzler inzwischen eingeholte Rechtsgutachten sich stützende Rede ein. Er schied vor allem das vermögensrechtliche Interesse der Fürsten aus, behandelte die Frage von der staatsrechtlichen Seite und bezeichnete es als logische Konsequenz der Steuerfreiheit der Bundesfürsten, auch in diesem Punkte die durch die Reichsverfassung unangetastete persönliche Souveränität der Landesherren nicht zu verletzen. Er verwies darauf, daß im Auslamde die Gesetzgebung diese Vorrechte anerkenne; besonders ist im englischen Wertzuwachssteuergesetz die Steuerfreiheit ausdrücklich vorgesehen. Es müßte, so erklärte der Staatssekretär zum Schluß, wenn die Zivilliste nach Veräußerung eines Grundstückes um die Steuer verringert würde, die Zivilliste um die gleiche Summe in bar erhöht werden, so daß die Steuer schließlich dem Staate zur Last siele. Verschiedene Parteien fürchten, daß die Steuerfreiheit der Fürsten agitatorisch ausgebeutet werden wird. Das könne nur durch einen Mißbrauch geschehen, dem wir mit aller Energie entgegentreten würden. Abg. Neumann- Hofer( f. Vp.) hält es für einen staatsrechtlichen Fehler, die Fürsten von der Steuer freizulassen. Abg. Göhre( Sozd.) erklärte, die Landesfürsten hätten besser getan. freiwillig auf die Steuer zu verzichten. Abg. Zehntex( 3.) hofft, daß seine Partei einstimmig dem konservativen Antrag auf Steuerfreiheit der Landesfürsten zustimmen werde. Abg. Weber( ntl.) erklärte, der überwiegende Teil seiner Fraktion werde wie in der zweiten Lesung gegen die Steuerbefreiung stimmen. Abg. Dove( f. Vp.) bittet ebenfalls, an diesem Beschlusse festzuhalten Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Parteileitung und Führer der Sozialdemokratte Paul Singer ist, wie gemeldet, am Dienstag im 67. Lebensjahre in Berlin ges storben. Singer litt an Arterienverfaltung und einer Lungenentzündung, die das schon geschwächte Herz sehr stark in Anspruch nahm. Von dieser Herzmuskeischwäche konnte sich Singer nicht mehr erholen. Das Bewußtsein war in den letzten Tagen häufig getrübt, feit Dienstag früh aber ganz geschwunden. Die Beerdigung soll, einem Wunsche des Verstorbenen zufolge, in Friedrichsfelde stattfinden. In der bürgerlichen Presse wird die Frage aufgeworfen, wer Singers Nachfolger werden und welchen Einfluß sein Tod auf die sozialdemokratische Partei haben wird. Der Hann. Cour." sagt:„ Singers Tod bedeutet für die Sozialdemokratie weit mehr als den Verlust eines einzelnen Mannes. Wer weiß, vielleicht fann er für sie zum Wendepunkt, zur Epoche werden. Mit Liebknechts Tod kamen die Revisionisten auf, es wäre möglich, daß Singers Tod ein erster Anfang ihres Sieges würde. Er war ihr gefährlichster Gegner." In namentlicher Abstimmung wurde der konservative Antrag auf Steuerbefreiung der Landesfürsten mit 166 ge= gen 138 Stimmen bei 17 Stimmenthaltungen angenommen. Dafür stimmten die Konservativen, die Reichspartei, das Zentrum und von den Nationalliberalen die Abg. Paasche, Beck Heidelberg, Everling, v. Schubert, Vogel, Wölzl und Sagemann. Die Polen enthielten sich der Stimmen. Die Stenerfreiheit des Landesfürsten ist also wiederhergestellt. Abg. Neumann- Hofer( Voltsp.) beantragt einen Zu satz, wenach durch Landesgesetz Ausnahmen von der Steuerfreiheit der Landesfürsten zugunsten der Gemeinde gemacht werden können. Schaßsekretär Wermuth erklärte, daß er feine Bedenken gegen den Antrag habe. Der Antrag wurde Sarauf fast einstimmung angenommen. Der Dank des Kaisers. Der„ Reichsanzeiger" veröffentlicht folgenden, an den Reichsfanzler gerichteten, vom 30. Januar datierten kaiser= lichen Erlaß: rücht zutreffend sei, daß der Gouverneur seinen Abschied neh men wolle. Der Staatssekretär bestätigte dieses Gerücht und fügte hinzu, daß die Nachfolgerfrage deswegen etwas schwierig sei, weil das Gouverneurgehalt im vorigen Jahre um 20 Prozent gekürzt sei. Ein nationalliberaler Abgeordneter führte aus, daß nach seinen persönlichen Wahrnehmungen der Gehaltsabstrich besser unterblieben wäre. Es erscheine richtig, die gestrichenen 10 000 M wieder einzusezen. Der Staatssekretär und der Vertreter des Reichsschazamts standen der Anregung sympathisch gegenüber. Auch ein konservativer Redner hatte die Erhöhung des Gouverneurgehaltes auf den alten Sah befürwortet. Das Zentrum und die Sozialdemokratie waren für Beibehaltung der Streichung der 10 000 M. Bei der Abstimmung wurde der Antrag auf Wiederherstellung des Gouverneurgehaltes in der früheren Höhe( 50 000 M) mit 13 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Die Leipziger Neuesten Nachr." urteilen: Singer ist der offizielle Führer der Partei gewesen, einer der anderen wird jetzt an seine Stelle treten. Aber diese anderen tragen doch, selbst an seinem Maße gemessen, den Stempel des Epigonentums; wie Grillenberger und Liebknecht und dereinst auch Bebel schwerlich einen vollgültigen Ersatz finden können, so auch Singer, dessen Persönlichkeit zuletzt das stärkste Ferment für die auseinanderstrebenden Richtungen war. Im Temperament, im Raffinement der Taktif, in fühler Gelassenheit, kommt ihm vielleicht Wolfgang Heine gleich, aber dieser Mann gehört zu den Verfehmten des Radikalismus. So leuchtet als Stern Jakobs nur Ledebour am Himmel der Genossen, wenn man nicht einen der kleinen Götter als Kompromißkandidaten voischickt. Dann aber wird die Partei es noch in verstärktem Maße spüren, was sie an Singer verlor." „ Mit herzlicher Freude habe Ich auch an Meinem diesjährigen Geburtstage erfahren dürfen, wie sehr mir alle deutschfühlenden Herzen im Vaterlande zugetan sind. Durch die Erinnerung an die vor vierzig Jahren erfolgte Begründung des Deutschen Reiches hat die Feier Meines Der Famillenschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. Nachdruck verboten.) 21) Wie, wenn das Unglück ihren Liebling treffen sollte? Wenn der kräftige, blühende Knabe erkrankte und dahinfrechte, wenn das Kind am Ende gar starb? Schaudernd barg die junge Mutter das blasse Antlitz in den Händen. Wer Singers Nachfolger in der Parteileitung wird? so fragt die„ Magdeb. 3 tg.", und sie antwortet Auf dem letzten Magdeburger Parteitag hat sich der Stuttgarter Verlagsbuchhändler Heinrich Die als Verhandlungsleiter in schwierigsten Situationen bewährt. Wenn die Sozialdemokratie überhaupt eine süddeutsche Spiße erhalten kann, würde dieser wohl der geeignetste Nachfolger sein." Die„ Tägl. Rundschau" sagt kurz:„ Es ist Führerdämmerung in der deutschen Sozialdemokratie. Wem soll man den Stab der Herrschaft in die Hand drücken? Denn bekanntlich wird nirgends monarchischer regtert, als hter." Rundschau vom Cage. Politisches. Die Reichstagskommission für die Gewerbenovelle faßte am Dienstag zur Frage des Fortbildungsunterrichts auf volksparteilichen Antrag einen Beschluß, und zwar mit 12 gegen 10 Stimmen, der erheblich über die Vorschläge der Regierung hinausgeht. Der Regierungsentwurf enthält über die Einführung des Fortbildungsunterrichts überhaupt eine nur fakultative Bestimmung. Demgegenüber wurde beschlossen, daß in Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern der Fortbildungsunterricht eingeführt werden muß. Soweit sich in kleineren Städten ein Bedürfnis herausstellt, soll die Landeszentralbehörde auch hier die Errichtung von Fortbildungsschulen anordnen können. Die Reichstagsfommission für den Kolonial- und Konsular- Gerichtshof hob gestern mit Rücksicht auf das von der Regierung ausgesprochene Unannehmbar ihren Beschluß erster Lesung, wonach Hamburg zum Sitz des Gerichtshofes gemacht werden sollte, auf, und bestimmte mit sieben gegen sechs Stimmen bei einer Stimmenthaltung als Siz Berlin. Ueber den Termin der nächsten Reichstagswahlen herrscht noch immer völliges Dunkel. Der Münchener Magistrat hat nun den Beschluß gefaßt, durch den bayerischen Städtetag bei der Staatsregierung vorstellig zu werden, daß diese bei der Reichsregierung Schritte unternimmt, damit ste den Termin für die Reichstagswahlen auf spätestens Ende September oder Anfang Oktober festsetze mit Rücksicht auf die Ende November beziehungsweise anfangs Dezember in Bayern stattfindenden Gemeindewahlen. Einem in Berliner parlamentarischen Kreisen zirkulierenden Gerücht zufolge soll übrigens der Reichskanzler neuerdings beabsichtigen, die Wahlen erst im Februar 1912 stattfinden zu lassen und zwar soll bereits ein bestimmtes Februardatum als Wahltermin genannt sein. Marias Mutter, Lisaweta Borissowna Lobanoff, war gleich nach Jegors Abreise zu ihrer Tochter gezogen. Sie suchte sie zu beruhigen. Die alte Dame war die Witwe eines Generals, der sich im Türkenkriege ausgezeichnet hatte. Sie selbst war eine energische Frau, der die Furcht etwas Unbekanntes war. Außer Maria, ihrer einzigen Tochter, hatte sie fünf Söhne gehabt, die sie nach dem frühen Tode ihres Mannes zu tüchtigen Männern erzogen und mit fester Hand geleitet hatte. Die Fürstin Lisaweta und Maria waren zu grundverschieden, um sich nicht innerlich fremd zu bleiben. Erst als das junge Mädchen Jegor Wallutjeff heiratete, als sie zu ihrer Schwiegermutter in das Verhältnis einer Tochter trat, lernte sie das fennen, was sie zu Hause cft entbehrt hatte; Liebe und Verständnis ihres innersten Denkens und Fühlens. Anastasia Pawlowna war eine edle, gute Frau, so daß alle, die mit ihr in nähere Berührung tamen, sielieben und bewundern lernten. Maria besaß eine an Schwärmerei grenzende Zuneigung für die alte Dame, und nun war si: gestorben, allein in einem fremden Land. Nie mehr würden die milden Augen ihre Kinder sehen, ihr Enkelchen sollte nicht mehr den Segen der Großmutter empfangen. Mit welchem Stolz und Glück hatte Maria an den Tag gedacht, an dem sie das schöne, starke Kind Anastasia Pawlowna entgegentragen würde, den Erben des alten gräflichen Namens der Wallutjeff. Mit banger Sehnsucht erwartete die junge Frau den ersten Brief ihres Mannes aus Luzern, der das düstere Geheimnis aufklären sollte. Und als Jeaors Zeilen an- Kleine Nachrichten. Eine reiche Stiftung ist der Stadt München zugefallen. Sie hat von den Rentnersehegatten Franz und Fannt Hoffmann aus Anlaß ihre bevorstehenden silbernen Hochzeit 250 000 für Fürsorgeanstalten erhalten. Der bevorstehende Rücktritt des Gouverneurs von Kiautschou, Truppel, kam in der gestrigen Sitzung de rBudgetfommission zur Sprache. Dabei fiel auch einiges Licht auf die Gründe, die den verdienten Beamten zu seinem Entschluß bestimmt haben dürften. Ein Kommissionsmitglied richtete die Anfrage an die Marineverwaltung, ob das GeEin großer Bergabrutsch entstand gestern auf der rheinischen Zeche Osterfeld. Unter den Gesteinsmassen wurden vier Arbeiter begraben. Nach sechsstündigen Rettungsarbeiten gelang es, zwei Bergleute als Leichen, einen lebensgefährlich Verletzten und den vierten unversehrt zu bergen. langten, als Maria die näheren Umstände des Mordes gelesen, sank sie schluchzend in die Knie: ,,, Gott, so ist es wahr," meinte sie erschüttert,„ der Familienschmuck ist gestohlen, nun kommt das Unglück über unser Haus!" Ein großer Felssturz wird von der Küste bei Dover gemeldet. In der Nacht zum Dienstag lösten sich ungeheuere Massen von den Felswänden, die Hunderte von Fuß hoch aus der See emporstreben, und stürzen in die Tiefe, wo sie wie ein mächtiger Wall dicht vor dem Wrack der gestrandeten Preußen" liegen. „ Aber Marußja( Maria), wie kann man denn so mutlos sein!" rief Lisaweta Borissowna, in das Zimmer tretend ,,, wirklich, ich schäme mich Deiner. Sollte man glauben, daß Dein Vater der tapfere Soldat war, der die Türfen bei Plewna schlug. Die Vulkanausbrüche auf den Philippinen dauern fort. Mehrere Eingeborenendörfer sind zerstört. Die Zahl der Toten beträgt etwa 400. Furchtbare Schneestürme werden aus ganz Südrußland und von der Küste des Schwarzen Meeres gemeldet, durch welche der Bahnverkehr gestört wird. Zum Teil mußte der Verkehr eingestellt werden. Der Schiffsverkehr mit Odessa hat aufgehört. Einige Züge sind im Schnee stecken geblieben. „ Ach, Mamascha, was hat das mit meinem Kummer zu tun?" sagte Maria, indem sie das tränenüberströmte Gesicht erhob, Du verstehst mich nicht," fügte sie leiser hinzu. flagten getreten. Ver in Darn heren wen G Gigenicha bis Mär zu drei Ein Arteilt. Wrat aug antworte einwandf daß dady ein Bein zur Folg vorragen ihren 1 er durch fahrlänig de desha Verhand Unierschleise von einer Million Mark find, wie fich jetzt herausstellt, im Laufe des vorigen Jahres bei der Bantfirma Richard Landsberger in Berlin gemacht worden. Die interschleife wurden, wie die Voss. 3tg." meldet, von etnem Angestellten begangen, dessen Prokura schon vor einiger Zeit gelöscht worden ist. Schwierigkeiten der Firma sind damit nicht verbundent. „ Ja, ich verstehe es nicht, daß ein vernünftiger, gebildeter Mensch sich so dem Aberglauben hingibt und vom Besitz einer Sache Glück oder Unglück abhängig macht," entgegnete Lisaweta Borissowna mit ungeduldigem Achselzucken, laß mich doch Jegors Brief lesen." ,, Da ist er," sagte Gräfin Wallutjeff. Eine Familientragödie hat sich gestern nacht in einem Hause der Stolpestraße in Berlin abgespielt. Dort wohnte die 46jährige Hebamme Marwiß mit ihrer Tochter. Lettere war schon längere Zeit verlobt und der Bräutigam hatte jetzt die Verlobung rückgängig gemacht. Aus Gram darüber haben sich die beiden Frauen durch Leuchtgas vergiftet. Die Rektorswitwe Paula Herberich, die, wie berichte, ihren Mann nach einem Streit erschossen hatte und dafür zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, legte feine Revision gegen das Urteil ein, das jetzt rechtskräftig geworden ist. Sie wurde nach der Gefangenanstalt Eischach transportiert. Sie erhob sich von ihren Knien und trat still an das Fenster, den Vorhang ein wenig zur Seite schiebend. Es hatte in der Nacht stark geschneit. In blendendem Weiß lag die Kaiserstadt da. Die Newa vor dem Palast war schon lange zugefroren; jetzt benutzten Fußgänger und Schlitten die feste Eisdede, um nach Wassili- Ostrowo zu kommen. I nder Mitte des Flusses war ein Schloß aus Eisblöcken erbaut, am Abend erleuchteten bunte elektrische Lampen diesen Feenpalast, der dann in märchenhafter Schönheit prangte. Eine schwere Vergiftungskatastrophe ereignete sich in Vils in Tirol. Gin italienischer Arbeiter, der mit drei Söhnen in Vils eintraf, um Arbeit zu nehmen, machte in der Stuve, in der die vier Unterfommen gefunden hat= ten, da ein Ofen fehlte, ein offenes Holzfeuer an. Darauf legte er Steinkohlen, damit die Wärme anhalte. Als man früh die Leute wecken wollte, fand man sie alle vier tot vor. Durch Kohlengase waren sie erstickt. ,, Run, Jegor hat alle Schritte getan, um dem Raubmörder auf die Spur zu kommen," sagte Fürstin Lobanoff trocken, nachdem sie den Brief gelesen, Du wirst sehen, daß ihr bald wieder in den Besit des Schmudes gelangt, diese Detektins leisten das Unmöglichste, beruhige Dich, Marußia." Lisaweta Borisowna schlak, ihre Tochter in die Arme Aus den Berichtssälen. Im Essener Meineidsprozeß gegen Schröder und Genossen wurde am Dienstag die Vernehmung der Ange= und füßte sie. Sie liebte ja ihr Kind, wenn auch nicht ganz so innig wie die Söhne, die ihrem Herzen näher standen. „ Ich möchte nach Walkowo, um meiner geliebten Schwiegermutter die letzte Ehre zu erweisen," sagte Maria Nikolajewna. Das ist selbstverständlich, mein Kind," versezte die Fürstin, es ist Deine Pflicht. Was würde die Welt dazu sagen, wenn Du es unterließest? Du wirst ja durch Jegor hören, wann er mit der Leiche in Walkowa eintrifft. Dann hast Du noch Zeit genug, von hier abzureisen; Deine Kammerzofe und der Diener Fedor müssen Dich begleiten." „ Und Du wirst so lange hier bleiben, Mamascha? Unser Söhnchen darf nicht ganz den fremden Leuten überlassen sein," bat die Gräfin Wallutjeff. „ Ja, wenn es Dich beruhigt, mein Täubchen, obgleich ich eigentlich zu Deinem Bruder Sergei wollte," entgeg= nete die Fürstin mit leichtem Bedauern in der tiefen, fast männlichen Stimme. „ Das kannst Du, sobald Jegor und ich wieder in Petersburg sind, Mamascha. Es tut mir leid, daß Du ein Opfer für uns bringen sollst." Laß es gut sein, Marußia," antwortete Lisaweta Borissowna ,,, ich bin eine Mutter, die nicht an sich selbst denkt, sondern nur an ihre Kinder." Maria seufzte leise. Das Die Heil recht felt nach geh Daß jie maat, ich Von ein zu berich start besi Gestalt dem Mär lafen gej maste, d In den jobald es lungfudhe roße P allen Me Tod in A nach Ehre beißen m weiter pr ipielender Frauen i des Heils Sie imme Beilunge Ja, zehn Mal an die Söhne, dann erst an mich," dachte sie traurig. Jegor Mallutjeff meldete seiner Frau den Tag seiner Abreise aus Luzern. Er hatte alles Geschäftliche erledigt, hatte Clairon abreisen sehen und sich mit den Schweizer Behörden verständigt. Es blieb ihm jetzt nur noch die heilige Pflicht, die Neberreste seiner geliebten Mutter in die Heimat zu bringen. Den ersten Brief des Geheimpofizisten aus Toulon mit der verabredeten Chiffre 3. 3.empfing Graf Wallutjeff noch in Luzern.(&. f.) Propagar Tolit Aus Lon Meldung Resming Jesnaja sortium fchen Be ameritan 3 errich Morgen ziehungs bauschule Zeichnun gen will Konjorti landwirti Drnd stehende vor etwa jcheint jet World M en über anzugebe Sei cleft ze, die a fortzuroll unterlage trijche Le Papier e Tag war war die weit gedi ruden f aber er foweit a werden f Maschine nes, das zum Im jedenjalls der Papi dem neu Shriftia widelten dern dief mafchine dem imp Drndt h Untergri durch de des als des Papi hervorges in Farbe ten Phot jür den iwärze, fange bei Pruden Arbeitsfy das bishe bei nener tet werde Drudpapi Irijchen S dig fie fo men entie Die bauptitad lich fürz einzig in eln" und bon jo vi aber wirt glieder Augustoil ren. Sie und Gr Heiden. Und wie gewaltige allerdings zählt, tit gespannt tennen, Orient, Ben hold ed neh Gerücht etmag Jahre Abge ahrneh e. Es einzu Reichsenüber. ng des . Das ibehal mmung erneur gegen e faßte ts auf mit 12 ige der enthält überenüber 10 000 werden herausichtung d Kons on der Tuß er: tshofes gegen Berlin. efallen. Fannt 1 Hocher thei wurden ttungs- einen hrt zu ver geehenere iß hoch wo sie andeten dauern Die cußland emeldet, mm Teil verkehr Schnee fich jetzt Bant n. Die von elor eini Firma einent wohnte Lettere nhatte darüber ftet. berichte, affir zu ft. legte sträftig Gifchach fich in Der mit machte Sen hatDarauf Is man tot vor. und GeAngech nicht nnäher eliebten gte Maegte die elt dazu Jegor eintrifft. ureifen; en Dich mascha? en überobgleid entgeg tiefen, ieder in daß Du Lifaweta Tich felbft an mich," den Tag chäftliche mit den iegt nur geliebten Brief des n Chiffre ( 8.1) flagten beendet und darauf in die Zeugenvernehmung eingetreten. Verurteilung eines Bürgermeisters. Die Straffammer in Darmstadt verurteilte den Landtagsabgeordneten und fr heren Bürgermeister Adam Seelinger aus Lampertheim wen Erhebung zu hoher Gebühren, deren er sich in seiner Eigenschaft als Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter bis März 1904 in zahlreichen Fällen schuldig gemacht hatte, 311 drei Monaten Gefängnis. Ein praktischer Arzt zu sechs Monaten Gefängnis ver: arteilt. Wegen Uebertretung des§ 230 StGB. hatte sich ein Arzt aus Graudenz vor der drotigen Straffammer zu verantworten. Er hatte bei einer Entbindung hygienisch nicht einwandfreie Instrumente und Verbandwatte benutzt, so daß dadurch Bultvergiftung eintrat. Infolgedessen mußte ein Bein der Frau operiert werden, was eine Verkürzung zur Folge hatte. Zu der Verhandlung waren mehrere hervorragende Mediziner als Sachverständige erschienen. Nach ihren Gutachten hatte der Angeklagte die Vorsicht, zit der er durch seinen Beruf besonders verpflichtet war, in höchst fahrlässiger und grober Weise außer acht gelassen. Er wurde deshalb zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung fand in öffentlicher Sigung statt. Vermischtes. Das Heilsarmeegefpenft. Aus London wird berichtet: Die Heilsarmee wendet, wie man schon längst weiß, oft recht seltsame Mittel an, um Sünderseelen einzufangen und nach gehöriger Läuterung für den Himmel zu gewinnen. Daß sie sich hierbei hin und wieder ein bißchen lächerlich macht, scheint für sie nicht allzu schwer ins Gewicht zu fallen. Von einer solch lächerlichen Sünderjagd ist wieder einmal zu berichten. Seit mehreren Tagen fann man in gewissen start besuchten Parkanlagen der Metropole eine seltsame Gestalt wandeln sehen. Sie gleicht einem Gespenst aus dem Märchen; um den Leib hat sie ein riesiges weißes Bettlafen geschlungen, während das Geficht unter einer Papiermaske, die einen Menschenschädel darstellt, verborgen ist. In den Händen hat das Gespenst einen richtigen Schädel; sobald es nun einer Gruppe von Nichtstuern oder Erholungsuchenden begegnet, bleibt es stehen und beginnt eine roße Predigt zu halten, indem es darauf hinweist, daß allen Menschen, sowohl den guten wie den schlechten, der Tod in Aussicht stehe und daß die Jagd nach Reichtum und nach Ehren ein eitles Streben sei, da man ja doch ins Gras beißen müsse. Man könnte den sonderbaren Heiligen ruhig weiter predigen lassen, wenn er nicht unter den im Park spielenden Kindern großen Schrecken verbreitete. Auch die Frauen find in großer Angst und viele sind beim Anblick des Heilssoldaten in Ohnmacht gefallen, so daß sich ihrer die immer hilfsbereiten Schußlente annehmen mußten. Die Zeitungen protestieren natürlich lebhaft gegen eine solche Propagandamethode der Heilsarmee. Tolstois Besiktum und die amerikanische Großfinanz. Aus London wird dem Frff. Gen.- Anz. eine Neuyorfer Meldung übermittelt, wonach ein Neffe Tolstois, Michael Kosminsky, der zurzeit über den Verkauf von Tolstois Gut Jasnaja Poljana dort verhandelt, ankündigt, daß ein Konsortium amerikanischer Millionäre den Aniauf des Tolstoischen Besitzes betreibt, um dort eine dauernde Ausstellung amerikanischer Maschinen, umgeben von einer Musterfarm, zu errichten. Bedingung set, daß der Preis für die 275 Morgen Landes, die nach Tolstois Testament für eine Erziehungsstiftung nebst Hospitälern, Bibliotheken und Ackerbauschule verwendet werden sollen, durch internationale Zeichnung aufgebracht wird. Die verbleibenden 900 Morgen will das Syndikat für seine Zwecke verwenden. Das Konsortium besteht aus fünf der ersten Fabrikanten von landwirtschaftlichen Maschinen. Druck ohne Drucerschwärze. Auf eine mahe bevorstehende Revolution auf dem Gebiete des Buchdrucks wies vor etwa einem Jahre„ Chambers Journal" hin. Hieraus scheint jetzt Wahrheit geworden zu sein, denn das„ Technical World Magazine" ist in der Lage, ziemlich viele Einzelheien über die Erfindung des Druckes ohne Druckerschwärze anzugeben. Sie stammt von einem englischen Ingenieur. Bei elektrischen Experimenten drückte er zufällig eine Münze, die auf den Tisch gefallen war und im Begriffe war, fortzurollen, gegen ein feuchies Papier auf einer Metallunterlage und gleichzeitig gegen eine nicht isolierte eleftrische Zeitung, und zu seinem Erstaunen sah er auf dem Papier einen flaren braungefärbten Abdruck der Münze. Das war vor etwa 12 Jahren. Bereits vor zehn Jahren war die auf dieser Beobachtung aufgebaute Erfindung so weit gediehen, daß er auf elektrischen Wege ein Buch drucken konnte, bei dem keineDruckerschwärze benutzt wurde, aber er wollte die Erfindung, che er sie veröffentlichte, erst soweit ausarbeiten, daß sie im großen Maßstabe benutzt werden kann. Das ist ihm jetzt gelungen. Seine heutige Maschine benutzt nicht mehr feuchtes Papier, sondern trocke= nes, das mit Chemikalien imprägniert ist. Welche Stoffe er zum Imprägnieren benutzt, hält er vorläufig noch geheim, jedenfalls sollen sie außerordentlich billig sein. Sie werden der Papiermasse während der Fabrikation beigemengt. Bei dem neuen Druckverfahren wird der Zylinder, auf dem der Schriftsatz aufgespannt wird, nun nicht mehr von einem verwickelten Walzensystemt mit Druderschwärze versorgt, sondern dieser schmusigste und heifelste Teil der ganzen Druckmaschine ist überflüssig geworden. Der Schriftsatz ruft auf dem imprägnierten Papier vielmehr dadurch den schwarzen Druck hervor, daß das Papier über eine Metallplatte als Untergrund läuft und daß gleichzeitig der elektrische Strom durch den Schriftsab geht. Je nach der Art des Metalles, des als Unterlage dient, und je nach der Imprägnierung des Papiers fönnen nun sämtliche Farben des Regenbogens hervorgerufen werden, ja es ist sogar möglich, Kunstwerke in Farbenabtönungen so zu reproduzieren, daß sie von gu= ten Photogravüren nicht zu unterscheiden sind. Besonders für den Zeitungsdruck fann dies Verfahren ohne Druckerschwärze, wenn sich die Mitteilung in ihrem ganzen limfange bestätigt, von größter Wichtigkeit werden, denn das Drucken geht dabei erheblich schneller, es werden weniger Arbeitskräfte gebraucht, außerdem kann das Abfallpapier das bisher wegen der Verunreinigung mit Druckerschwärze, bei neuer Verarbeitung nur noch als Backpapier verwertet werden konnte, noch einmal oder beliebig viele Male als Druckpapier verwendet werden, denn die durch den elektrischen Kontakt hervorgerufene Färbung kann, so bestän= dig sie sonst auch ist, durch elektrolytische Prozesse vollkom= men entfernt werden. Die vernünftigen Belgraderinnen. Aus der serbischen Hauptstadt kommt eine interessante Kunde. Dort ist nämlich kürzlich ein neuer Verein gegründet worden, der wohl einzig in der Welt dasteht. Er nennt sich Antilurus- Verein" und hat nur Damen zu Mitgliedern. Zum Unterschiede von so vielen anderen hat dieser neueste Belgrader Verein aber wirklich eine starke Daseinsberechtigung. Seine Mitglieder haben nämlich das Tragen aller modernen Bugustoiletten und der teueren Schmucksachen abgeschworen. Sie wollen sich von jetzt ab, so wie dies ihre Mütter und Großmütter getan haben, wieder ganz einfach fleiden. O, wie vernünftig doch diese Belgraderinnen find! Und wie sind jetzt die Ehemänner zu beneiden! Was für gewaltige Ersparnisse werden sie verzeichnen können. Ob allerdings dieser Antilugus- Verein" schon viele Mitglieder zählt, ist noch nicht bekannt geworden. Man darf auch sehr gespannt darauf sein. Es ist aber jedenfalls hoch anzuerkennen, daß dieser Verein gerade in Belgrad, also im Orient, wo sonst die Frauenweit dem Luxus über die MaBen hold ist, das Licht der Welt erblickt hat. - Der„ Sohn des Ministers". Die Geschichte eines Kavalleristen namens Pichon in Luneville, der sich fälschlich für einen Sohn des französischen Ministers der auswär tigen Angelegenheiten ausgegeben hat, flingt in den ausführlichen Schilderungen der Pariser Blätter wie eine richtige Humoreske. Als Pichon( Paul- Marie") sich vor einigen Monaten in Luneville zum Diensteintritt bei den neunten Dragonern meldete, wurde er nach der VerLesung seines Namens sofort gefragt, ob er ein Sohn des Ministers sei.„ Ja!" erwiderte der angehende Dragoner keck in der nicht unrichtigen Erwägung, daß ein ,, fils à papa" es manchmal Teichter hat als ein gewöhnlicher Sterblicher. Der Dragoner Pichon hatte sich nicht ge= täuscht. Man begegnete ihm im Regiment und überhaupt in ganz Luneville mit einer Aufmerksamkeit, die beweistt, daß Herr Pichon, der Minister, sich in Luneville großer Hochachtung erfreut. Nur ein Pferd so erzählt der „ Eclair" vergaß völlig die Achtung, die man einem Ministersohn schuldig ist, und versetzte dem Dragoner Pichon vor einigen Tagen einen Hufschlag, der die Ueberführung ves Verletzten ins Militärlazarett notwendig machte. In Luneville verbreitete sich die Kunde von dem Unfall mit unheimlicher Geschwindigkeit.„ Der Sohn des Ministers ist verletzt!" rief man sich auf der Straße und in den Cafees zu. Und ein gewissenhafter Journalist drahtete die Mär sofort an sein Pariser Blatt. Im Lazarett bemühten sich mittlerweile die Aerzte um den interessanten Patienten. Sie redeten ihm Mut ein und meinten tröstend: „ Wir werden sofort Ihren Herren Vater benachrichtigen!" ,, Welchen Vater?" schrie der Verwundete entsetzt. ,, Nun, Ihren Vater, den Minister!" erwiderten die Aerzte erstaunt. Da tam es dann heraus. Der Dragoner Pichon wurde puterrot und stammelte: Er ist gar nicht mein Vater. Ich bin nur sein Neffe!" Tableau! Aber auch das war erlogen, denn die Verwandtschaft zwischen dem Minister Pichon und dem Dragoner Pichon besteht nur in Namensvetterschaft. In Paris veranlaßte die Meldung von dem Unfall des„ Ministersohnes" viele Diplomaten am Ministerpalais vorzufahren und sich nach dem Befinden des verletzten Dragoners zu erkundigen. Sie waren etwas verlegen, als ihnen eröffnet wurde, daß der Minister gar keinen Sohn hat. Heiteres. Ein edler Hundefresser.„ Sie weinen!... Was ist denn vorgefallen, liebe Freundin?" „ Ach, mein Azorl war seit acht Tagen verschwunden." „ Und noch immer keine Nachricht?"" Doch! Da steht er! Soeben hab' ich ihn anonym zugeschickt bekommen- aber ausgestopft." Raffiniert. Richter:„ Nachdem Sie in die Wohnung der Privatiere eingebrochen waren, stahlen Sie, während die Dame schlief, außer Geld auch noch deren Perücke. Was haben Sie damit angefangen?"- Einbrecher:„ Ja, wissen S, Herr Richter, die hab' ich nur deshalb mitgenommen, damit die Dame nicht sofort zur Polizei laufen fonnte." ( Flieg. Bl.) Zarter Wink. Amisvorstand: Wie bringen wir es dem Rat Müller bei, daß er um seine Bensionierung einkommen soll?" Sekretär:„ Legen wir ihm eine Karte auf den Schreibtisch: Schlaf' zu Hause!" Der Proz. Kommerzienrat( zu feinem Söhnchen): Warum Kletterst Du auf den Baum hinauf, Ostar?. Zu was hab' ich Dir denn einen Aeroplan gekauft?" Der Abbruch der Kronprinzenreise. Ein wissenschaftliches Gutachten über die Best. Wie ein Berliner Blatt erfährt, hat die chinesische Regierung, als die Bestfälle sich mehrten, im Hinblick auf die Verantwortlichkeit, die sie beim Besuch des Kronprinzen hatte, ein besonderes Gutachten bei dem berühmten japanischen Bakteriologen, Professor Kitasato, dem befannten Mitarbeiter des Professors Behring, eingeholt. Kitasato stellte zunächst fest, daß es sich um wirkliche echte Lun genpest handelte. Der bakteriologische Befund deckte sich vollständig mit dem klinischem Verlauf. Die Lungenpest ſei zwar nicht in dem Maße ansteckend, wie die Beulenpest, d. H. der Kranke infiziere nicht das ganze Milieu, sondern die Krankheit sei eigentlich nur von Person zu Person ansteckend, und zwar auf dem Wege der unmittelbaren Einatmung der Luft des Kranken oder von Auswurfsstäubchen. Aber die gesamte klimatische Lage scheine im Augenblick der Verbreitung der Seuche günstig zu sein, denn sie weise eine Mortalität auf, die die Verhältniszahlen früherer Epidemien übertreffe. Sonst ist die SterbItch fett etwas über 95 Prozent. diesmal ist sie genau 100 Prozent, d. h. alle von der Krankheit Erfaßten sterben binnen ein bis zwei Tagen. Dieser Bericht des Professors Kitasato ist auch im„ New York Herald" veröffentlicht worden und wird wohl auch dem Berliner Hofe bekannt geworden sein und mit Veranlassung gegeben haben, dem Kronprinzen zur schleunigen Aufgabe seiner Neise zu raten. Wie weiter berichtet wird, hat der Kaiser vor fünf Tagen anläßlich eines Vortrages des Generalstabsarztes Tr. v. Schjerning sich über die Gefahren, die dem Kronprinzen beim Besuch der chinesischen Häfen drohen könnten, informieren lassen. Dr. v. Schjerning hielt die Fortsetzung der Reise immerhin für bedenklich. Chinas Bedanern über den Abbruch der Reise. Der chinesische Gesandie in Berlin erklärte einem Vertreter des B. T.":„ Die Nachricht, daß der Kronprinz nicht nach China komme, hat mich schmerzlich überrascht. Sie wird nicht nur die chinesische Regierung, sondern das ganze chinesische Volf traurig stimmen denn man hatte sich in China sehr auf das Kommen des deutschen Kronprinzen gefreut. Es waren zum Teil bereits umfangreiche Vorbereitungen zu einem großartigen Empfange getroffen wor= den. Die Enttäuschung ist nun groß, aber wir müssen uns in das Unabänderliche fügen und die Bedenken der deutschen Regierung als berechtigt anerkennen." Die chinesische Gesandtschaft in Berlin hatte bereits bei einer Berliner Firma funstvoll ausgeführte Menüfarten, deren jede ein fleines Kunstwerk darstellen sollte, für einen Preis von mehreren tausend Mark bestellt. Die Karten waren be= stimmt, in Peking während der Anwesenheit des Kronprinzen die Softafel zu zieren. Salkutta, 1. Februar. Der Kreuzer„ Leipzig", auf dem der deutsche Kronprinz die Rückreise antreten wird, ist gestern abend hier eingetroffen. Ueber die Ausbreitung der Best melden uns Telegramme: Petersburg, 1. Februar. Aus Charbin wird gemeldet, daß sich die Pest furchtbar ausbreitet. Das Chinesenviertel ist in eine Totenstadt verwandelt. Alle Kaufieute und Beamte find geflüchtet. Da es nicht möglich ist, alle Leichen sofort zu beerdigen, haben Spekulanten Leichendepots eingerichtet, in denen sie die Körper der an Peit gestorbenen Personen gegen eine Vergütung von anderthalb Rubel aufbewahren, um sie später den Angehörigen zur Beerdigung auszuliefern. Die russisch- chinesische Bahn hat alle Angestellten hoch versichert, um ihre Flucht zu verhin= dern. Die russischen wie die japanischen Zeitungen im fernen Osten verlangen internationale Einmischung zur Bekämpfung der Epidemie und Niederbrennen der Beitberde anf chinesische Kosten. Paris, 1. Februar. Dem„ New York Herald" wers den aus Peking furchtbare Einzelheiten über die Pest in der Mandschurei gemeldet. Von 30 000 Einwohnern der Chinefenstadt Fudsjadjan seien bereits 4000 gestorben und mehr als die Hälfte geflüchtet. Man glaubt, daß die ganze Stadt werde verbrannt werden müssen, um das Umsichgreisen der Seuche zu unterdrüden. Die Einwohner verheimlichen die Todesfälle aus Furcht, daß sie in die Jolierbaraden ges schafft werden. Jeden Morgen sind die Straßen mit Leidjen bedeckt, die nachts dorthin geworfen werden. Alle Euro: väer, Chinesen und Japaner, die an der Eisenbahn beschäf= tigt sind, tragen Gazegewänder, die mit Jodoform durchtränkt sind und nur die Augen frei laffen. Drabtnachrichten und neuestes. Kaiser und Kanzler. Berlin. 1. Februar. Der Kaiser konferierte hente vormittag im Auswärtigen Amte mit dem Reichsfamzler von Bethmann Hollweg und dem Staatssekretär des Auswärtigen von Kiderlen- Wächter. Zum Tode Paul Singers. Berlin, 1. Februar. Von den Reichstagsfraktionen haben nur die Antisemiten ihr Beileid zum Tode Singers nicht ausgesprochen. Auch Oberbürgermeister Kirschner widmete dem Verstorbenen als einem sehr tätigen Mitglied der Verkehrsdeputation einen warmen Nachruf. Zur Beerdigung Sinaers am Sonntag nachmittag wird im Vorwärts" zu zahlreicher Beteiligung aufgefordert. Die Fernfahrt des Militärluftschiffes M. 3. Berlin. 1. Februar. Ueber die Fahrt, die das Mis Iitärluftschiff M. 3 gestern früh nach Gotha angetreten hat, wird berichtet, daß das Luftschiff nur zwet seiner Motore zit verwendent brauchie. Da es sehr günstig mit dem Winde fuhr. Fast ununterbrochen herrschte leichter Schneefall. Der Schnee hinderte das Luftschiff jedoch nicht weiter, do er trocken war und von selber abficl. Das Fahrzeug be. stand ohne jede Beschädigung die Fahrt. Wenn die Gas nachfüllung beendet ist, soll heute die Weiterfahrt angetreten werden, deren Ziel Metz ist. Sollte sich eine Zwischenlandung als notwendig erweisen, so wird man ver suchen, diese in Hanau vorzunehmen. well dem Luftschiff dort ein Eisenbahnregiment zur Verfügung steht. Gotha, 1. Februar. Der Aufstieg des Militärluftschiffes M. 3 hat heute wegen der ungünstigen Witterung unterbleiben müssen. Fliegerunfall auf dem Flugplatz Johannistal. Berlin, 1. Februar. Auf dem Flugplatz Johannistal stieß gestern nachmittag der Flieger Boutard, ein Schüler Poulains, auf einem Poulainapparat infolge mangelhaften Steuerns gegen einen Baum. Die Maschine begrub Bontard unter ihren Trümmern. Er erlitt eine schwere Rüdgratverletzung und wurde nach dem Krankenhaus in Brit transportiert. Drohender Streit der Arbeiter in den Weißenfelser Schuhfabriken. => Weißenfels, 1. Februar. Eine gestern abend abge= haltene Versammlung des Vereins Weißenfelser Schuhund Schäftefabrikanten hat einstimmig beschlossen, die ihnen unterbreiteten Forderungen der Arbeiter als völlig nnannehmbar abzulehnen. Da die Arbeitervertreter cr flärt hatten, eine Ablehnung mit Kündigung und Streif zu beantworten, so ist ein Ausstand von 5000 Arbeitern und Arbeiterinnen unabwendbar. Der Winter in den Schweizer Bergen. Bern, 1. Februar. In den Hochlagen der Schweizer Berge erreichte die Kälte gestern eine Höhe von bis 20 Grad. Die erste Matterhornbesteigung in diesem Jahre wurde gestern von einem Engländer mit zwei Führern bei scharfer Kälte ausgeführt. Sienerdefraudationen in Italien. Nom, 1. Februar. Seit Wochen sprachen einige Blätter ausführlich, aber wegen des Verleumdungsparagraphen, vorsichtig über bedeutende Stenerdefraudationen einer Spiritusgesellschaft. Sie sagten, der Abgeordnete Montagna und andere hochgestellte Persönlichkeiten seien in den Fall verwickelt. Vor einigen Tagen wurden sieben Finanzbeamte und ein römischer Kaufmann verhaftet. Jetzt teilt die offiziöse„ Tribuna" mit, daß der Standal weitere Kreise ziehen werde, da auch in Neapel eine Berzweigung von Montagnas Genossenschaft entdeckt worden sei. Der Schaden des Staates belaufe sich auf fabelhafte Summen. Die „ Tribuna" drängt die Regierung zur Energie und Eile, damit die Schuldigen nicht die Spuren ihres Verbrechens verwischen könnten und so das Bertranen des Publikums in die Justiz mangelhaft würde. Kandel und Verkebr. Frankfurt, 30. Januar. Bichmarktpreise vom 30. Ja nuar. Preise für ein Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt( Lebendgewicht) M 49-53,( Schlachigewicht) M 88-91, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 80 bis 87, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Le= benógew.) M 41-43,( Schlachtgew.) M 75-79. d) gering ge= nährte feden Alters( Rebendgew.) M-,( Schlachtgew.) M B. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchst. Schlachtwertes( Lebendgew.) 45-47,( Schlachtgem.) M 75-78, 6) voilfleischige jüngere( Lebendgew.) M 40-42,( Schlachtgewicht). 60-70, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere( Rebendgew.) M-,( Schlachtgew.) M d) gering genährte( Lebendgem.),( Schlachtgem.) M. C. Fär sen and Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höch Sten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 42-47,( Schlachtgew.) M 75-84. 6) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 40-45, ( Schlachtgew.) M 74-81, c) ältere ausgemästete ühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Fürsen( Lebendgewicht) 36-40,( Schlachtgew.) M 69-77, 5) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 24-29,( Schlachtgewicht) 48-58, c) gering genährte Kühe und Färsen ( Lebendgem.) M 21-23,( Schlachtgew.) M 48-52. D. Gering genährtes Jungvich( Fresser)( Lebendgew.) M-,( Schlachtgewicht) M Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgem.) M( Schlachtgew.) M, 6) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) M 56-60, ( Schlechtgew.) M93-101, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgem.) M 52-55,( Schlachtgew.) M88-93, 5) geringe Saugfälber( Lebendgem.) 50-51,( Schlachtgew.) M 85-86. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 39-40,( Schlachta.) M 82-84, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.), c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Merzschafe)( Rebendgew.) M( Schlachtgew.) M 5) Marichschafe oder Niederungsschafe( Rebendgew.) M ( Schlachtgew.) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80-100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 51-53, ( Schlachtgew.) M 65-66, b) vollfleischige Schweine unter 80 Gilogr. Lebendgew.( Lebendgew.) A 51-52%,( Schlachtgew.) M 64-65, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kilogr. Lebendgem.( Lebendgew.) M 50-53,( Schlachtgew.) 60-65, 6) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 51-53, ( Schlachtgew.) M 64-66, e) Fettschweine über 180 Kilogr. Rebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-40%,( Schlachtgewicht) ML 60-62. Caffei, 31. Januar. Weizen( 100 kilogr.) 19,30 bis 19.70.M. Roggen( 100 Rilogr.) 15.25 bis 15,75 M, Safer( 100 Silvar.) 15,25 bis 16.75.. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 31. Januar 1911. Gelegentlich des Religionsunterrichts in Crainfeld hat der Pfarrer Jakob Walter dorten den jetzt in Gießen wohnhaften Landwirtschaftslehrer Heinrich Schmalbach aus Crainfeld als abschreckendes Beispiel hingestellt, weil er durch sein Verhalten schlechtes Beispiel gegeben habe, indem er während des Kirchläutens an einem hohen Feiertag mit seiner Braut einen Spaziergang in den Wald gemacht habe statt die Kirche zu besuchen. Schmal bach verklagte den Pfarrer wegen eleidigung, was ihm am Schöffengericht 20 Mart Get beeintrug. In der Berufungsinstanz bedauerte der geilagte die Aeußerung und erklärte, er habe den Kläger nicht beleidigen wollen. Der Kläger zog hierauf die Klage zurück.. Auch die Klage der Lina Dörr von Deckenbach, die den Weißbinder Heinrich Dietz 2. und dessen Frau verklagt hatte, weil sie von ihnen des Diebstahls bezichtigt wurde, fand durch Vergleich ihre Erledigung. Der Klägerin werden von dem Angeklagten 60 Mi. Kosten ersetzt. Gegen den Bürgermeister Kühr von Johannes Teiler zu Ils dorf Privatklage hoben worden, weil der Angeklagte den Kläger als Lügner" und Krüppel bezeichnet und Nachteiliges über seine Dienstführung ge sprochen haben soll. Das Schöffengericht wies die Klage des Zeiler zurück, weil keine ordnungsmäßige Sühnebescheinigung bei Erhebung der Klage vorgelegt wurde. Es wurde vom Gericht eine Frist festgesetzt, in der die Bescheinigung nachgeholt werden sollte. Der Bürgermeister als Partei konnte keine Amtshandlung in der Sache vornehmen und statt die Sache an den Stellvertreter zu geben, ließ er sie einfach liegen bis die Frist abgelaufen war. Die Straffammer hob die Entscheidung auf und verwies die Sache an die erste Instanz zurück. Jedes Knorr- Paket enthält einen Gutschein, Knorr HaferFlocken GrünkernMehl Hafermehl Reismehl HahnMaccaroni KätchenNudeln Dünn säen, aber stark düngen! 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