g) ad Mai. Salzquelle. folge. chen BauGute GastStädtische 180/10 aufenthalt ge. Her ändl. Rube Ansprüchen öber. Für ageffen von herige An r. 2. 8. [ 21/8 [ 22/13 beitern in der , um2-412 spekte aftsosen. it in der 8 gratis cr= er: en " cla / 10 utfdjetu 2701 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Bürgermeisterei Mittage 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.. Nr. 178. Telephon: Nr. 362. Auf vielfachen Wunsch des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. unserer Landabonnenten, die während des Sommerquartals wenig Zeit zum Lesen finden, erscheint die„ Gießener Zeitung" vom 1. August ab nur wöchentlich dreimal, und zwar Dienstags, Donnerstags u. Samstags. Der Abonnementspreis beträgt monatlich 40 Pfennig. Der Verlag. Die deutsche Auswanderung. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 1. August 1911. Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. August 1911. Der Finanzaspirant Karl Weid= mann wurde zum Hauptsteueramtsassistenten ernannt. August. Der nach dem römischen Kaiser Augustus benannte 8. Monat unserer Zeitrechnung( und 6. Monat der alt- römischen Zeitrechnung) heißt bei den Deutschen auch„ Erntemonat". Mit den wogenden Getreidefeldern ist's vorbei; zu Puppen geschichtet steht die Fülle der Halme auf dem Stoppelacker, um nun auf schwankenden Leiterwagen„ heimgefahren" oder„ heim gebracht" zu werden. Das schöne Bild der Aehrenleserinnen steht vor uns. Drachen segeln durch die Luft. Kartoffelfeuer flackern auf und überziehen mit ihrem Dunst das Gelände. Zwischen dem Laube der Obst= bäume aber lacht das gelb oder rotbädige Obst, während nun auch bald der Wein am Spalier der Reife entgegengeht. Die Fäden des Altweibersommers ziehen am Wandersmann vorüber. Die Singvögel scharen sich zusammen und unternehmen Probeflüge zum großen Flug nach dem schönen Süden. Stiller wirds bald im Gelände. Der Spätsommer hat eingesetzt. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. Stellens Die die 44 mm breite Inseratenzeile. gesuche und Familienanzeigen 10 fg. 90 mm breite Zeile im Neflameteil 50 g. Extrabeilagen werben nach Gewicht und Che berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Bahlungs. zieles( 80 Tage), bei gesichtlicher Beitreibung oder bei Ronkurs in Wegfall. Payverschriften ohne Berbindlicheit. Verlag der ,, Gießener Zeitung".... Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. tung und nach kurzer Zeit der Tod ein. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe mit sechs Kindern. Einen Rekord im Essen erzielte ein hiesiger Arbeiter. Er verzehrte in einem Sitz 21 Handkäse. Internationale Ballonaufstiege. Am Donnerstag, den 3. August, finden in den Mor genstunden internationale wissenschaftliche Ballonaufstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon beigegebe nen Instruktion gemäß den Ballon und die Inſtru mente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. f Gleiberg, 1. Aug. Am Samstag wehte die Flagge vom Burgfried der Burg Gleiberg weit in das seine diesjährige Generalversammlung ab. Um 4 Uhr Lahntal, denn der Gleibergverein hielt auf der Burg trafen von Gießen, Wetzlar und den umliegenden gröBeren Orten etwa 100 Personen ein, darunter der Vorsitzende des Gleibergvereins, Provinzialdirektor Dr. Usinger, Landrat Sartorius von Wetzlar als Vertreter der preußischen Regierung, die Mitglieder der Kreisausschüsse von Wetzlar und Gießen und mehrere Vertreter der Stadt Gießen. Provinzialdirektor Dr. Usin ger begrüßte die Gäste und hob bekonders mit Danfesworten die Verdienste des Justizrats Schmidt herpor, der jetzt 13 Jahre als 2. Vorsitzender für den Gleibergverein wirke. Den verstorbenen Mitgliedern Kommerzienrat Heyligenstaedt- Gießen, Landgerichtsrat Hellwig- Gießen und Mettenheimer- Gießen widmete er einen warmen Nachruf. Nach dem Geschäftsbericht zählt der Gleibergverein 141 ordentliche und 8 außerordentliche Mitglieder. Die Herstellungsarbeiten an der Burg sind beendet. Es bleibt nur noch die Neuherstellung des Daches des Burgfrieds. Die Jahresrechnung für 1910-11 schloß mit einer Einnahme von 3450,50 Mark. Hierzu stifteten der Kreis Gießen 200 Mt., die Stadt Gießen 100 Mt., die Regierungshauptkasse zu Koblenz 500 m., die Kreiskasse Wetzlar 200 Mt., die Rheinproving 500 M., ein Ungenannter 500 Mt. Die Ausgaben betrugen 3430,55 Mk.; für Bauten an der Ruine wurden rund 2500 Mt. ausgegeben. Dr. Usinger gab auch einen Rückblick über die Renovierungsarbeiten der letzSohlten 10 Jahre und dankte besonders Geh. Kommerzienrat Heichelheim, der das Mobiliar für die oberen Säle stiftete, und Geh. Kommerzienrat Gail für Einrichtung des Balkons. Geh. Justizrat Schmidt berichtete über die am 15. November stattgehabte Besichtigung der Burgruine durch den Generalkonservator der Baudenkmäler im Königreich Preußen, Geheimrat Lutsch, Provinzialkonservator der Rheinprovinz, Geheimrat Prof. Dr. Clemen, Geh. Baurat Thielen und Landrat Sartorius. Die Herren bezeichneten Gleiberg als eine der besterhaltenen Ruinen und Baudenkmäler Deutschlands. Hinsichtlich der geplanten elektrischen Beleuchtung der Burg wurde der Vorstand beauftragt, Mittel zu beschaffen, um gelegentlich des Anschlusses der Ortschaft Krofdorf- Gleiberg an das Gießener Elektrizitätswerk auch die Burg mit moderner Beleuchtung zu versehen. Der Voranschiag für 1911-12 wurde in Höhe von 1750 Mark genehmigt. Professor Dr. Kaiser- Gießen hielt einen Vortrag über ,, die geologische Entwickelung des Gleiberg". Prof. Dr. Rausch- Gießen erstattete ein Referat über„ Baugeschichtliche Führung durch die Burg Gleiberg". Daran schloß sich geselliges Beisammensein. Erst um 8½ Uhr waren Versammlung und Feier beendet. Ein* Ledermesse zu Frankfurt a. M. Man schreibt uns: Die Herbst- Ledermesse beginnt für und Oberleder am Montag, den 11. September, und endigt mit Samstag, den 16. September. Das lagern des Leders in die städtische Lederhalle ist be reits am Samstag, den 9. September von nachmittags 3 Uhr ab gestattet. * Die Gültigkeit des seit 1895 bestehenden Ausnahmetarifs für Düngemittel und Rohmaterialien der Kunstdüngerfabrikation ist, soweit der Verkehr auf den preußischen und oldenburgischen Staatsbahnen, sowie den Reichseisenbahnen in Frage kommt, bis zum 30. April 1817 verlängert worden, da die Verhältnisse, die die Einführung dieses Ausnahmetarifes zur Zeit nötig machten, im allgemeinen noch fortbestehen. = = - Klein Linden, 1. Aug. Gestern Mittag um 12 Uhr vernahm man ein heftiges Getöse. Der noch nicht ganz vollendete Erweiterungsbau der Gastwirt schaft„ Zum Löwen" an der Frankfurterstraße stürzte in sich zusammen und verbreitete eine große Staubwolke. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die deutsche Auswanderung nach überseeischen Ländern und zumal nach Nordamerika ist in den letzten Jahren so bedeutend gesunken, daß sie zahlenmäßig gegenüber der großen Bevölkerungszunahme in Deutschland fast gar keine Rolle mehr spielt, denn die Zahl der Auswanderer aus Deutschland beträgt jährlich kaum noch 50 000 Seelen. Es ist darin der Beweis zu erblicken, daß die wirtschaftliche und soziale Not in Deutschland nicht besonders groß sein kann, und daß außerdem die Verlockungen des Auslandes in Bezug auf die Ansiedelung von Einwanderern nicht so bedeutend sind wie früher. Natürlich kommen in den Zahlen der Auswanderung auch immer noch Schwankungen vor, aber die Zeiten, wo aus Deutschland jährlich ge= gen 150 000 Menschen auswanderten, scheinen gründlich vorbei zu sein. Da die Menge der Auswanderer in der Auswanderungsfrage in Deutschland keine Rolle mehr spielt, so muß uns nur noch die Art und Weise interessieren, wie für Auswanderungslustige die Auswanderung am besten in Szene gesetzt wird. Wir machen darauf aufmerksam, daß es in Berlin eine Zentralauskunftsstelle für Auswanderer gibt, und daß diese Auskunftsstelle alle Anfragen von Auswanderungslustigen für die verschiedensten Auswanderungsgebiete beantwortet, da ist es dann sehr erfreulich, daß viele Angehörige des Deutschen Reiches jetzt Lust haben, nicht mehr nach Amerika, sondern nach den deutschen Kolonien auszuwandern. So sind im verflossenen Vierteljahre bei der Zentralauskunftsstelle in Berlin 2623 Anfragen eingegangen, die sich auf die Auswanderung nach den deutschen Kolonien bezogen, und es ist recht schade, daß die Verhältnisse in den deutschen Kolonien sich noch nicht derartig entwickelt haben, daß deutsche Kolonisten, Kaufleute, Handwerker 2c. sich in größerer Anzahl niederlassen können. Es ist aber damit zu rechnen, daß, sobald die wirtschaftlichen und sanitären Verhältnisse in den deutschen Kolonien mehr Fortschritte gemacht haben, dann jährlich wahrscheinlich gegen 10 000 Menschen aus dem Deutschen Reiche nach den Kolonien auswandern werden. Es würden sich daraus für die Beziehungen der Kolonien zu dem Mutterlande sehr vorteilhafte Verhältnisse entwickeln können, denn die Zentralauskunftsstelle für Auswanderer in Berlin hat auch festgestellt, daß nur ein kleiner Teil der Auswanderungslustigen über recht erhebliche Vermögen verfügt. Unter den Auswanderungslustigen haben die meisten ein Vermögen von 1000 bis 20 000 Mt., es befanden sich unter den Auswanderungslustigen aber auch eine Anzahl Personen, die über viel größere Summen verfügten, sogar über eine halbe Million Mark. Interessant ist es, daß jetzt in Bezug auf die Auswanderung nach Amerika die meisten Deutschen nicht mehr nach Nordamerika, sondern nach Südamerika auswandern und zwar nach Argentinien und Brasilien. So ist es denn auch gefom men, daß sich gegenwärtig in der rasch emporblühenden Hauptstadt von Argentinien, in Buenos Aires, bereits 50 000 Einwohner deutscher Abkunft befinden sollen. Im übrigen muß aber erwähnt werden, daß die Auswanderung, wenn auch meistens nur von wenigen Personen, tatsächlich jetzt nach allen Ländern der Welt stattfindet, und wird durch diese Erscheinung offenbar bewiesen, daß die gemeinsamen Interessen des Weltver= kehrs und des Welthandels immer mehr zusammenwachsen. Die Zentralauskunftsstelle für Auswanderer Berlin hat daher bei den Anfragen auch die schwierige Aufgabe zu erledigen, über die Aussichten der Auswanderer in allen Ländern der Erde zu berichten und die seltsamsten Fragen zu beantworten. Sicher ist aber diese Auskunftsstelle die größte Wohltat für alle Auswanderungslustigen. in -g= Röd ge n, 1. Aug. Der auf der Holzmühle bei Rödgen beschäftigte 61jährige Heizer Konrad Müller aus Schwalheim flagte auf seiner Arbeitsstätte über Unwohlsein und begab sich sodann auf den Weg nach Hause. Er gelangte indes nur in eine benachbarte Hofraite, wo er einen Herz- und Hitzschlag erlitt, an dem er gleich darauf verschied. -s= Alsfeld, 1. Aug. Die landespolizeiliche Prüfung zum Bahnbau Alsfeld- Eifa- Niederaula fand am Freitag statt. Geheimrat Rügenberg erläuterte die neue Linienführung, die allgemeine Zustimmung fand. Die Ausführung der Bahn soll bald in die Wege geleitet werden. Das Jahresfest des Gustav- AdolfVereins im Kreise Alsfeld fand Sonntag unter starker Beteiligung der Zweigvereine in Stumpertenrod statt. In dem Festgottesdienst um 2 Uhr hielt Pfarrer ZinnHerbstein die Festpredigt. Die Nachseier im Walde begann um 4 Uhr, dabei sprachen Pfarrer BechtolsheimerGießen, Pfarrer Rausch- Groß- Felda und der Ortsgeistliche Pfarrer Scriba. Der gemischte Chor aus Stumpertenrod und der Posaunenchor aus Ober- Seibertenrod wirkten mit. =)( Weilburg, 1. Aug. Die Wetterwarte meldet: Obzwar sich in der Wetterlage noch nichts geändert hat, scheint es, daß die Luft sich für einen Umschwung vorbereitet. Von Südwesten her scheint noch mit einer weiteren Lockerung zu rechnen zu sein, so daß jetzt eine Aenderung des Wetters in Aussicht steht. *) Biedenkopf, 1. Aug. Die fortschrittliche Volkspartei wählte auf der in Berleburg stattgehabten aus dem ganzen Wahlkreis zahlreich besuchten Vertrau ensmännerversammlung anstelle des Pfarrer Spieß- Hazfeld, der die Kandidatur niedergelegt hat, den Mittelschullehrer und Stadtverordneten Korff aus Frankfurt a. M. einstimmig zum Kandidaten für die nächste Reichstagswahl. Aus dem Kreise Marburg. Um eine Uebersicht zu gewinnen, ob und in welchen Gemeinden des Kreises infolge der langen, regenlosen Witterung Mangel an Futter und Streuborrat eingetreten ist, oder eintreten wird, und ob und in welchem Umfang es erwünscht erscheint, aus den Staatswaldungen Futter und Streu abzugeben, hat der hieBüdingen, 1. Aug. Am Samstag nachmit sige Landrat an die sämtlichen Bürgermeister des Kreitag wurde der Landwirt Adam Sauer in Rohrbach ses die Aufforderung ergehen lassen, sich umgehend über beim Fruchtschneiden von einem Hizschlag getrof- die Futter- und Streuvorräte zu äußern und anzugeben, ob die Notwendigkeit vorliegt, für Angehörige der Gefen, dessen Folgen er in derselben Nacht erlegen ist. -d- Büdingen, 1. Aug. In unserer Nachbargemeinde Futter und Streu aus dem Staatswalde abzumeinde Bindsachsen wurde der Arbeiter Georg Ulrich geben. Bei dem zweifellos herrschenden Mangel an Futfer und Streuzeug dürfte von dieser Vergünstigung tüchauf dem Felde von einer Fliege am Backen gestochen. Nach zwei Tagen schwoll der Kopf, es trat Blutvergiftig Gebrauch gemacht werden. Frankreichs Armee. Die Kriegstüchtigkeit der franzöfifchen Offiziere. Bon militärischer Seite wird uns geschrieben: Das Rundschreiben des französischen Kriegsmtntters an die Gouverneure, worin angeordnet wird, daß bte biesjährigen Manöver besonders zur Erprobung ber Ariegstüchtigkeit der Offiziere benutzt werden, hat ble Revanchestrategen in außerordentliche Erregung verfekt. Einerseits steigert sich in ihrem Hirn bie Erwartung, daß der große Augenblick eines neuen Waffenganges mit Deutschland heranrückt, andererseits aber wird ihr Stolz empfindlich getroffen, weil es noch Der Erprobung der Kriegstichttgfelt ber Offiziere bebarf. Genaue und ruhige Beobachter des französischen Beerwesens wissen aber sehr wohl, daß der Erlaß des neuen Kriegsministers zu berechtigt ist, denn erst die Herbstmanöver des vorigen Jahres haben dargetan, daß bezüglich der tattischen Fähigkeit der Offiziere noch manches zu wünschen übrig bleibt. Diese Erfenntnis bezieht sich auch auf die höheren Offiziere, denn in Frankreich selbst wurde bemerkt, daß die Heeresübungen bezüglich threr Anlage und Durchführung manche Mängel ergeben haben. Gesandten von Treutler begrüßt, worauf bald auch der| Stalfer an Ded erichten. Nach furzer Belt wurden die Automobile beftiegen. Der Katser nahm mit dem Reichstanzler im ersten Wagen Plaz. Die Fahrt ging nach Bansin, wo ein Spaziergang unternommen wurde. Das Publikum begrüßte den Monarchen auf das lebhafteste. Um 8 Uhr fehrte der Kaiser mit seinem Gefolge nach der Hohenzollern" zurüd. Am Sonntag nachmit tag gegen 4 Uhr ist der Reichsfanzler wieder nach seinem märkischen Stammsiz Hohenfinom abgereift. Mit ihm reifte der Staatssekretär von Riderlen- Wächter ab, welcher nach Berlin zurückfehrte. Stürzlich ist ein neues militärisches Wert mit dem Titel erschienen: Wie Frankreich sich tüchtige Offiziere und Truppenführe zu verschaffen hat," und in diesen Ausführungen wird mit großem reimut ausgespro chen und nachgewiesen, daß die Ausbildung der franzöfchen Offiziere nicht über die ritit erhaben ist, sondern daß nur ernfte und gewissenhafte theoretische Studien, verbunden mit prattifchen lebungen, ble Schlagfertigteit des Heeres auf die gewünschte Höhe bringen tönnen. Das neue Cadregesetz verlangt vor allen Dingen eine Reorganisation des Offizierforps, elne neue Regelung des Generalstabsdienstes der Offiziere und eine Verjüngung der Generalttät. Bevor diese Bestimmungen nicht in großen Zügen durchgeführt sind, mird fein vernünftiger Offizter die Behauptung aufllen, daß die Musterhaftigkeit der französischen Armee ' n anderen europäischen Heeren voranleuchten könne. Allerdings dürfen solche objektiven Betrachtungen nicht zur Unterschätzung der französischen Anstrengungen führen. Was bei dem vorhandenen Menschenmaferial möglich gemacht werden fann, geschieht seitens der Offiziere bei der Ausbildung der Truppen. Die Reorganisation der Feldartillerte ist so ziemlich durchAcflibri, die Schaffung einer Zentralftelle für höhere militärische Studien ist erfolgt, und das militärische lugwesen hat eine glänzende Entwidelung erfahren. Frankreich muttet sich tatsächlich eine Anspannung der Wolfstraft zu, wie fie tu normalen Zeiten bisher unerhört gewesen ist. Die allgemeine Dienstpflicht wird in der denkbar schärfsten Form durchgeführt, denn zurzelt hält Frankreich 1,4 v. 5. Jeiner Bevölkerung unter Waffen, im Verhältnis die Hälfte mehr als Deutschland. Rombinationen über die Swinemünder Besprechungen. Naturgemäß wird auch in der französischen Bresse den Unterredungen der Herren von Bethmann Hollweg und von Riderlen- Wächter mit dem Kaiser eine hohe Bedeutung zuerfannt, weil man glaubt, daß durch thr Ergebnis die allgemeinen Richtlinien des deutsch- franzöfifchen Abkommens definitiv festgelegt werden. Der Temps" tonstattert, daß das plöbliche, aus der Tonart ber Berliner Preffe ersichtliche Steigen des politischen Barometers zusammenfällt mit der Ankunft des Kaifers in Swinemünde. Den beretts begonnenen Besprechungen des Kaisers mit dem Kanzler und dem Staatssekretär des Aeußeren wird eine entscheidende Bedeutung für den Ausgang ber Berliner Verhandlungen beigemeffen. Im fepigen Stadium der Unterhandlun gen, die noch auf allgemeinem Boden geführt werden, handelt es sich, wie der„ Temps" erfährt, um die Feftlegung, welchen Gebietsteil Frankreich an Deutschland abzutreten geneigt ist, gegen die Erklärung Deutschlands, fich völlig politischer Intereffen in Maroffo zu entäußern, und ferner um die Bestimmung anderer territorialer Vergünstigungen in Afrika außerhalb Maroffos. Wer in der franzöfifchen Literatur einigermaßen Beicheid weiß, muß feststellen, daß systematisch auf den großen Tan" bingearbeitet wird. Der befannte franzöfifche( General Bonnal hat jetzt die Aussichten in einem beutsch- franzöfifchen Kriege berechnet und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß der Sieg der französischen Truppen als wahrscheinlich angenommen werden könne, wenn Rußland einige dentiche Korps an der Ostgrenze eithalte, ohne felbst in die kriegerische Aktion einzu areifen. Man ersicht bieraus gleichzeitig, daß man sich in Baris feine großen Hoffnungen auf eine bewaffnete Silfe Rußlands macht. Bei der Berechnung ist vor alTen Dingen vergessen worden, daß die russischen Trupven durch Desterreich- Ungarn völlig in Schach gehalten milyden. Eine Neutralitätserklärung Rußlands müßte alsbald bei Ausbruch eines deutsch- französischen Artenes gefordert werden, und diese wiirde voraussichtlich erfolgen. Damit wären Deutschlands Landbeere frei und der Tanz von 1870 tönnte von neuem beginnen. Also Frankreich wird sich sein Verhalten sicher noch überlegen und das Hell in der Verständigung mit Deutschland suchen. Das Rundschreiben des Kriegsminister möge zur Selbsterkenntnis und zur Beruhigung der erregten Gemitter bettragen. Kanzler und Staatssekretär beim Kaiser. Mit der Ankunft des Kaisers in Swineminde ist der politische Schwerpunkt au den Ostseestrand verlegt. Der Reichskanzler und der Staatssekretär von KiderTen- Wächter hatten sich am Sonnabend zum Vortrage beim Ratfer nach Swinemünde begeben, wo sie um 4% 11hr nachmittags eintrafen. Da der Kaiser um 5 Uhr ausfabren wollte und die drei faiserlichen Automobile bereitstanden, ließ der Monarch die Herren bitten, doch so schnell als möglich nach der Hohenzollern" zu fommen. Der Salonwagen wurde daber auf der Hafenbahn nach dem Liegeplaß der Kaiserlacht überführt. Der Reichsfanaler, in grauem Anzug und kleinem Strohhut, fab febr aufgeräumt aus, desgleichen der Staatssekretär von Riderlen. Die Herren wurden an Bord von dem Ein Geftändnis. Von Minna von Heide. ( Nachdruck verboten.) Rundschau vom Cage. Politisches. Ueber das Befinden des Brinzregenten Luitpold von Bayerit tellen die behandelnden Aerzte mtt: Bu einer besonderen Sorge besteht keine Veranlassung. Seine tönigliche Hohelt leidet det dem hohen Alter unter ben Einwirkungen der anhaltenden, abnormen Stze, hat aber bisher seine Lebensgewohnheiten betbehalten, nimmt die gewohnten Vorträge entgegen, erledigt Regierungsgeschäfte, test tägito Gäste bet Tafel und unternimmt auch täglich Ausfahrten. Der Appetit ist sehr gut, nur ist die Nachtruhe vielfach gestört. Es ist zu hoffen, daß mit dem Rückgang der hohen Temperatur auch die Ermitdungserscheinungen zurückgehen. ..Man sollte es ja nicht für möglich halten, daß efn Mensch wie ich sich noch so findisch über den Früh ling freuen fönnte. Schieb doch meinen Stuhl bis an die offene Tür. So. Ich danke Dir." Die quiths wird die Lage als ernst angesehen. Seitens der englischen Admiralität tft Befehl gegeben, die Heim flotte flir alle Fälle kriegsbereit zu halten. Der Mannschaftsurlaub wurde eingeschränkt. Dem Berner Intelligenzblatt" zufolge trifft Frankreich umfassende militärische Maßnahmen an der Grenze, um auf alle Fälle gefaßt zu sein. Täglich treffen mehrere Militärzüge mit Waffen und Munition in Belfort ein. Die im Juragebiet weilenden französischen Reservisten wurden verständigt, sich jeden Augenblick für die Einberufungsorder bereit zu halten. Eine preußisch- süddeutsche Klaffenlotterie. bayerische Staatsregierung hat nach vorausgegangenen Besprechungen mit Württemberg und Baden vorbehalt= Itch der landesherrlichen Genehmigungen mitt der prenßischen Staatsregierung Anen Staatsvertrag abgeschlossen, betreffend die gemeinsame Durchführung der Klassenlotterie. Danach soll die preußische Klassenlotterte fünftig unter der Bezeichnung Preußisch- Süddeutsche Klassenlotterie fortgeführt werden. In die Generallotteriedtrektion sollen die dret süddeutschen Staaten ein gemeinschaftliches Mitglied stellen, das von der bayerischen Regierung vorgeschlagen wird. Der Gewinnanteil des bayerischen Staates foll für die ersten fünf Jahre der zunächst auf fünfzehn Jahre berechneten Vertragsdauer 2 215 000 Mart, vom sechsten Jahre an 42 Mart für jedes im vorausgegangenen Jahre im Durchschnitt der beiden Blehungen abgefeßte Los betragen, Wenn man so still fizzen muß. Dietrich, so immer nur still sitzen, wacht da inwendig manches auf. Stelle Dir doch den kraftstrogenden Menschen vor, der ich war, und nun es ist fast unglaublich! aber ich trage dieses Leben mit jedem Tage weniger schwer." Ein würziger Blumenduft quoll breit ins Zimmer. Vögel fangen und Sonnenstrahlen spielten mit den letzten Regentropfen, die ein leichtes, fruchtbares Gewitter zurüdgelassen hatte. Mit einem schweren Strauß Flieder trat die Schwe fter ins Zimmer. Es ist eine Pracht! Bis auf die Erde hängen die Blüten. Ich will alle Vasen füllen. Man wird draußen keine Lüde merken. aber auch hier das Auge er freuen." Echlicht und natürlich bewegte fich die schlanke Frauengestalt. Die ernste düstere Tracht sah fast lieblich aus, mit so feiner Grazie wurde sie getragen. Es ging etwas Rührendes aus von dem jungen Ernst. Schwester Gertrud zählte erit 22 Jahre. Als sie das Zimmer wieder verlassen hatte, sagte der Gast des Hauses: Ich habe niemals ein schöneres, lieberes Frauenwesen gesehen." Die verfische Regierung ist ernstlich bemitht, der durch das Wederauftauchen des abgesetzten Schahs Mohammed Ali entstandenen Wirren Herr zu werden. Das Parlament genehmigte die Anstellung des früheren eig Itschen Militärattamees in Teheran, Major Stokes, als Organisator der Zollgendarmerte und setzte auf den Kopf des ehemaligen Schahs einen Preis von 400,000, auf den seiner Brüder von je 10 000.. aus. Ueber die gewaltsame Befreiung des in Täbris gefangen gehaltenen früheren Gouverneurs durch 300 russische Soldaten herrscht große Aufregung, da dies eine Einmischuva in die persischen Hoheitsrechte bedeutet. Klein: Nachrichten. Bäderfrequenza. Baden- Baden 42 358; Badenweiler 5026; Brückenau 2952; Davos 16 807; Ems 14 180; Freudenstadt 4268; Homburg 8809; Rarlsbad 47 413; Riffingen 24 367; Königstein 4858; Kreuznach 9144; Langenschwalbach 4584; Marienbad 22 622; Nauselm 24 275: Neuenahr 16 296; Niendorf 3972; Oberstdorf 8003; Deynhausen 11 987; Pyrmont 23 480; Reichenhall 20 761; Salzungen 3468; Sooden- Werra 4217; Trave= münde 7614; Warnemünde 12 947; Westerland- Sylt 16 865; Wildungen 8652. Die vaterländischen Arbeitervereine erfreuen sich bank der Tätigkeit des Ausschusses zur Förderung von Bestrebungen vaterländischer Arbettervereine" einer günstigen Entwicklung. Unter den Mitgliedern des Ausschusses befinden sich auch die Reichstagsabgeordneten Bault( fonservativ), Dr. Görde( nationalliberal) und Rieseberg( Wirtschaftliche Vereinigung). Nach setnem Jahresbericht fitr 1910 hat dieser Ausschuß 41 351 Mark fitr feine Zwecke zusammengebracht. Für die Jahre 1911 und 1912 find dem Förderungsausschuß je 15 000 Mark wieder in Aussicht gestellt, um wettere nationale Arbetterjekretariate einzurichten. Im Jahre 1910 find laut Jahresbericht 60 neue neutrale Arbeitervereine begründet worden. Außerdem trat ins Leben der„ Bund beutscher Wertvereine" und der Hauptausschuß der nationalen Arbeiterverbände". Dem Hauptausschuß sollen Vereine mit insgesamt 110 000 Mitgliedern an= gehören. ,, Nicht wahr, diese stillen, tiefen Augen! Dieses feine seidige Gelock um ihre weiße Stirn!" Sie trägt an einem schweren Leid, das ist sicher. Und Du weißt nichts darüber, Hans? Wirklich garnichts?" Der Kranke hatte den Kopf sinten lassen. Es war wie ein Erschrecken über sein Gesicht gehuscht. Daran habe ich nie gerührt. Wenn man so jung ist und so schön und Ernstc Meldungen zum Maroffokonflikt. Aus London melden Privatnachrichten: Troß der Rede Astrotzdem einen solch ernsten schweren Beruf ergreift, hat man unstreitig ein Recht auf sein Leid. Braucht man nicht daran tasten zu lassen, mein' ich." Auch nicht, wenn man seinen eigenen ganzen Menschen dagegen hingeben möchte -?" - Ein schwerer Unfall ereignete sich Sonnabend auf dem Linienschiff Hannover", das ich auf einer Nordlandreise befindet, bet Turnübungen der Mannschaft. Der Matrose Simpel stirate ab und war fofort tot. Die Nachforschungen nach dem Versted der Räuber des Ingenieurs Richter fonzentrieren sich zurzeit in der Gegend des griechischen loiters Dionysius, das einige Wegstunden von der Grme entfernt Itegt. Von allen Seiten wurden Truppen mainoefung der Räuber In dieser Gegend bevange poen. Tob eines Profeffers one lega. Auf etner Wanderung, die meurere Mitglieder des 15. Tur nertages durch die fächsische Schweiz unternahmen, brach Profeffor Fischer aus Breifenberg in Vommern in der Nähe des Amselarundes auf einer Anhöhe plötzlich au fammen. Ein Arzt konnte nur noch den infolge Hibschlags eingetretenen Tod feststellen. Zu dert Brande in Ronstantinopel wird der Boss. 3tg." noch mitgeteilt: Stambul wird auf 100 000 Säufer mit mehr als 1 Milton Eirwohner geschätzt. Davon sind nach nichtamtlicher Schäßung etwa 7000 Säufer abgebrannt und etwa 60 000 Menschen obdachlos geworden. Also war es doch so. Hans hatte es gefürchtet. Fast von Anbeginn. Nicht nur weil die seltene Schönheit und der eigenartig sanfte Reig in dem Wesen der Schwester jeden tiefer empfindenden Mann gefangen nehmen mußte, fondern weil auch Dietrich geeignet war, Gegengefühle zu erweden. Er war so recht der Volltyp- Mann. Innen und außen. In der Art, sich au geben und in jedem Ding, das er anfaßte. Dazu war er prachtvoll gewachsen und hatte eine Manier, all diese Vorzüge als selbstverständlich zu betrachten, daß er als starte Persönlichkeit wirfte. Auch war seine gesellschaftliche und pekuniäre Lage glänzend. Der Schwester hätte fein reicheres Los geboten werden können. Hans Stimme flang feft und ruhig: Du wolltest Schwefter Gertrud bitten, Deine Frau zu werden?" Ein Eifersuchtsdrama spielte sich Sonnabend nach mittag in Aachen ab. Der 30jährige Versicherungsagent Redding schoß aus Eifersucht seiner Frau zwet Kugeln In den Kopf und tagte sich dann selbst eine Kugel durch das Gehirn. Beide starben auf dem Wege zum Ho fpital. Die Freunde fahen einander in die Augen und Dietrich, der Jüngere, griff erleichtert nach den beiden Händen des Kranken: Wenn Du wüßtest, Hans, was mir da von der Brust abfällt! Denn jetzt höre ich, daß Du ganz ruhig bist. Ich mußte mir schon fast feinen Rat. Ich glaubte ja schon- - Eine ganze Stadt niedergebrannt. Das im Gou vernement Lublin in Rufftfch- Bolen gelegene Städtchen Konskowola tit abgebrannt. 200 Säufer wurden einge äschert. Auch Menschen sollen den Tod gefunden haben. Sprich es nur ganz ruhig aus. Du glaubtest, ich sei ein törichter Mensch und ein frasser Egoist obendrein. Vielleicht bin ich sogar beides, aber was Du da zu fürchten schienst, das war niemals der Fall. Nie habe ich auch nur einen Augenblick daran gedacht, das blühende junge Leben unauslöslich cn mein elendes Dasein zu fesseln." Die Zahl der Typhuserkrankungen in Schneides mühl tit auf 277 gestiegen. Auch in Martenwerder tritt der Typhus in bedenklicher Weise auf. Nach amtlicher Meldung beträgt die Zahl der Erkrankungsfälle in Marienwerder 21. Brand im Leipziger Hauptbahnhof. Am Sonn abend brannten vier Speicher des Leipziger Zentralbahnhofes aus. Der Schaden ist sehr groß. Das Fener entstand durch Selbstentzündung der Hibe. ..Und die Trennung von ihr? Wird sie Dir nicht sehr schwer, Hans Der bereits start Ergraute lachte fröhlin auf: Du weißt doch, daß ich von jeher ein alter Einsiedler war! Um mich sorgt Euch nicht. Und ganz werdet Ihr in Eurem Straffamm adhen Bet Snelder blreichen Berlin get uden, Ray pejowindel t auf di 6 Jahre G Finants. fen und v Gefängnis Linterfuchu Finafe. Sch repte auf Ein tragisches Ereignis spielte sich gestern in der Wohnung der verwitweten Justizrätin Rosa Möller in Charlottenburg ab. Frau Möller erfranfte nachmittags plötzlich infolge Sitzschlages. Auf dem Transport nach dem Krankenhaus erlitt fte einen Serafchlag, an dem fie starb. Ihre 23jährige Tochter stitrate sich aus Ver zweiflung über den Tod der Mutter durch das Fenster auf den Hof neben die Bahre, auf der dte Tote Tag. Ste blte schrecklich verstimmelt tot liegen. Aus den Gerichtssälen. Ciner der gemeingefährlichsten Berliner Stellen-, permittlungsschwindler, der bereits vielfach wegen Stellenvermittlungsschwindels vorebstrafte Agent Felig Schneider hatte sich am Sonnabend mit seinem HelfersHelfer, dem Kutscher Johann Wiedemann, vor der 10. Glüd ja auch den alten Freund nicht vergessen. Ihr seid mir doch mindestens einen guten Ersatz schuldig und werdet mitsammen dafür sorgen. dessen bin ich gewiß. Aber nicht wahr, daß sie Dich lieb hat, das weißt Du?" Die Antwort fam still:„ Das weiß ich eigentlich nicht. Sie zeigt Interesse für alles, was ich ihr sage, ist gut und lieb au mir." „ Gut und lieb. Du fönntest gleich mit ihr sprechen, Dietrich. Siehst Du sie? Dort mitten unter den Rosenstauden. Wenn Ihr Euch ein wenig links haltet, nach dem Treibhaus zu, wird Euch kein Mensch sehen.“ Hans Schellte seinem Diener und fonnte nicht schnell genug in sein 3immer fommen. Als er mit sich allein war, fant fein ganzer Körper fraftlos in sich zusammen. - - Herr Professor!" Sind Sie es, Schwester?" Deffen um erften den Bo parate Riten unt Belt Die F fprechen tem Straße slidhen S ba man und wo die Und dann fniete fie vor Jeinem Stuhl und lag mit ihrem Kopf in seinen Sänden und schluchzte heiß und still in sich hinein. Wie lange fie so blieb, wußten sie beide faum. Nur daß die Tränen ein schmerzlich beseligendes Bekenntnis waren, daran blieb fein Zweifel. ,, Nicht wahr," fragte er, als es ihm endlich gelungen war, ihren Kopf zu fich aufzuheben...Du hast es lange ge wußt. was mich mit meinem schweren Loje ausgeföhnt hat?" Sie sah ihm nur in die Augen, mit einer unbeschreib lichen Innigkeit. Und Du willst Dein ganzes föstliches junges Leben einem Halbgelähmten geben, der noch nicht einmal wei ob er je eine Aussicht auf Heilung hat?" Seine Stimme zitterte vor innerster Bewegung. Da schmiegte te fich gegen ihn:„ Ich habe Dic Iteb!" midt erft Unfallstelle Barmfa wird befan Belangswe efungen Finige Ver Die Baltun wertung d 30 Buntle elligt. 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Der Staatsanwalt beantragte mit Rückficht auf die große Gemeingefährlichkeit gegen Schneider 6 Jahre Gefängnis, gegen Wiedemann 6 Monate Gefängnis. Der Gerichtshof ließ noch einmal Milde walfen und verurteilte Schneider zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten auf die Untersuchungshaft und Wiedemann zu 150 M. Geldtrafe. Schnetber wurden auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf awet Jahre aberkannt. Gv1+ dtchen einges Jaben. neide verder amt Jefälle Sonn ntral Feuer n der Ter in ittags t nach t dem Ver Fenster e lag. Vermischtes. Deffentliche Straßentelephone find in Deutschland zum ersten Male in Stel aufgestellt worden, und zwar In den Vororten zu Feuer- und Unfallmeldungen. Die Apparate find in soliden, leicht zu öffnenden, eisernen kaften untergebracht. Durch das Deffnen der Tür erhält die Feuerwache schon die Mitteilung, daß jemand zu sprechen wünscht. Die Gespräche sind auch bet startem Straßengeräusch gut zu verstehen. Gegen die sonst üblichen Feuermelder haben die Apparate den Vorzug, baß man gleich mitteilen kann, was gewünscht wird und wo die Hilfe der Feuerwehr notwendig ist, so daß nicht erst nach der Meldestelle, sondern gleich nach der Unfallstelle gefahren werden fann. Nachträglich Lärmszenen beim Kaiserpreisfingen. wird bekannt, daß es auf dem in Biebrich abgehaltenen Gesangswettstreit, bei dem auch der Kaiserpreis ausgefungen wurde, zu lärmenden Szenen gekommen ist. Einige Vereine der ersten Stadtklasse fühlten sich durch bte Saltung eines Caffeler Preisrichters, der bet Bewertung der Leistungen einzelner Vereine um 20 bis 30 Punkte hinter seinen Kollegen zurückstand, benach= teiligt. Es tam zu derartigen Szenen, daß die Polizet geholt werden mußte. 3wet Vereine verweigerten die Annahme der ihnen zugedachten Preise. Nach Schluß des Ehrenpreisfingens mußte der erwähnte Preisrichter seine Person in Sicherheit bringen. Beim Satserpretsfingen gebrauchte die Festleitung übrigens die Vorsicht, den Ausgang des mittags bereits beendeten Wettsingens erst nachmittags 5 Uhr auf dem Festplatz zu verfinden, da es sonst im Sängerlokal zu einer Katastrophe gekommen wäre. Einfach. Untersuchungsrichter: Kerl, Ste fitchlen schon im zehnten Rückfall Damenhandtaschen!"-Dieb: " Weil nie nir drin ist, Herr Amisrichter." Kleines Mißverständnis. Arzt( zum franken Trin-aker: Ja fer):„ Und Durst haben Sie immer?" schon seit fitnfzig Jahren!" - Ju einer Berliner Destille. Kunde: Jeben Sie mir'n Likör." Inhaber: Was für einen?"-Runde:„ Na, raten Se mir mal." Inhaber: Wie wär's mit'n Kurfürsten"?" Kunde:" Jawoll,' nen Kurfürsten"." Inhaber: Wünschen Sie einen kleinen oder einen großen„ Kurfürsten"?" Kunde:" Haben Ste in ihrem Leben schon mal wat von' nen„ fleenen Kurfürsten" gehört?!" Ein dreizehnjähriger Mordhelfer. Zu dem Raubmord in arrenzin bet Boizenburg, dem, wie berichtet, der Lehrer Prahl zum Opfer gefallen ist, wird noch gemeldet, daß es gelungen ist, den einen der dret Täter, einen dreizehnjährigen Kuhhirten namens Schuhmaker, in Hamburg zu verhaften. Er wurde gestern nach Boizenburg gebracht und der Leiche gegenübergestellt. Schuhmaker verzog felne Miene und blieb bet der Ausfage, daß er den beiden Knechten, die Brahl ermordeten, nur als Aufpasser gedient habe. Erst nach längerem Borhalten gestand er, daß er es gewesen set, der den Ermordeten mit der elektrischen Taschenlampe beleuchtet habe, auch während der Fesselung und Knebelung. Bisher hat man noch keine Spur von den Mördern gefunden, die fich vermutlich in Hamburg in einer Spefunke verborgen halten. Deplacierte Mahnung. A.:„ Warum heiratest du denn nicht?" B.:" Ich habe Furcht vor dem Storche!" A.:„ Ach, set fein Frosch!" - Anspruchsvoll. Frau( zu ihrem Mann):„ Ach geh', Kurt, nicht einmal einfädeln kannst du wozu hab tch nun eigentlich einen Diplom- Ingenieur geheiratet!" Ein chinesisches Musterzuchthaus. Hat der Europäer bet seinem Besuche im Reiche der Mitte sein Auge genügend an allem gesättigt, was für das chinesische Kaiserreich typisch" ist, hat er auch einen Einblick in das chinesische Leben getan, so geht er mit Vergnügen in den wahren Kulturwinkel Chinas, nach Tientsin, der Hauptstadt des Tschiltgebietes, zurück. Denn hier ist der Chinese ant engsten mit dem europätschen und japanischen Kulturträger in Berührung getommen, die sich wette Stonzessionsbesitzungen in Tientfin erworben und die Vervollkommnungen ihrer heimatlichen Zivilisation auf chinesischem Boden zur Verwertung gebracht haben. Nach dem äußeren Eindruck der Stadt erregt die hohe Stufe, auf der sich das Unterrichtswesen befindet, das Erstaunen des Besuchers. Große, luftige Gebäude sind für Anfang- und Mittelschulen errichtet worden. Eine ausgezeichnet eingerichlete höhere technische Lehranstalt, Handels- und Gewerbeschulen für Knaben und Mädchen stehen den europäischen nur wenig nach. Eine schwere Bluttat ereignete sich in dem holländtschen Orte Wormerveer. Die neunjährige Tochter etnes Arztes ging, um eine Bestellung zu machen, in einen Buchbinderladen. Die allein anwesende Frau des Buchbinders lockte das Kind in ihr Schlafzimmer und suchte es mit einem Meffer zu ermorden. Auf das Hilfegeschret ellten Nachbarn hinzu, schlugen die Tür ein und befretten das Kind, das gräßlich zugerichtet war. Beide Arme, mit denen die Kleine die Stiche abzuwehren fuchte, waren völlig zerfleischt. Auch die Frau hatte sich selbst furchtbare Wunden betaebracht. Betde wurben einem Hospital zugeführt. Man nimmt an, daß die Tat auf die große Hitze zurückzuführen ist. ten. Das Militär ist vorläufig in Quartteren in den Dörfern der Umgegend untergebracht worden und wird in feine Garnisonen zurückkehren. Die Hige und die Saaten. Auch in der abgelaufenen Woche berrschte, wie die Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats in ihrem wöchentlichen Saatenstandsberichte bemerkt, in ganz Deutschland eine alles versengende Hize. Gewit ter haben seit dem 23. zahlreich stattgefunden, die sie begleitenden Niederschläge waren aber im allgemeinen gering. Ein Ende der außerordentlichen Size und Trockenheit ist einweilen noch nicht abzusehen. Es ist sogar zu befürchten, daß in nächster Bett etwas frischere östliche Winde, die allerdings die Hize erträglicher machen, zur weiteren Austrocknung des Bodens noch mehr beitragen werden. Sind diese Witterungsverhältnisse vor allem für die Hackfrüchte und Futterpflanzen von verderblichem Einfluß gewesen, so haben sie insofern auch auf die Halmfritchte nachteilig eingewirkt, als vielfach beim Weizen und fast überall beim Hafer Notreife eingetreten ist. Mehrfach mußte infolgedessen mit dem Schnitt dieser beiden Fruchtarten bereits begonnen werden. Die Erträge beim Roggen scheinen, soweit nicht dinner Stand das Ergebnis beeinträchtigt, zu befriedigen, nur auf leichten Böden ist man mit dem quantitativen Ergebnis weniger zufrieden. Bezüglich der Hackfrüchte konstatteren die meisten Berichterstatter etne weitere Verschlechterung und auch dort, wo sich die Kartof= feln bisher noch widerstandsfähig gezeigt hatten, beginnt das Kraut abzuwelfen. Noch ungünstiger Itegen die Verhältnisse bei den Rütben. Ist bei den Hackfrüchten die Lage indes feineswegs so aussichtslos, daß bald eintretende durchdringende Niederschläge nicht noch eine erhebliche Befferung herbeiführen könnten, so scheinen bezüglich der Futterpflanzen ähnliche Hoffnun gen kaum noch berechtigt. An einen zweiten leeschnitt ist meist nicht mehr zu denken, und auch der unter Roggen gefäte junge Slee gibt meist zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Wiesen und Weiden sind in vielen Gegenden vollständig ausgebrannt, man ist deshalb vielfach schon jetzt gezwungen, zur Trockenfütterung überzugehen. Stellenweise hat der Futtermangel be= reits zu Notverkäufen geführt. Das Sehens- und Bewundernswerteste an Tientfiner Einrichtungen aber ist das vor dret Jahren ins Leben gerufene musterhafte Zuchthaus. Wie in allen derartigen Instituten ist auch hier das System der zwangsmäßigen Arbeiten eingeführt. Aber sie tragen nicht den Charakter von Strafarbeiten, wie mehr oder minder nußloses Holzhacken, Hanfzupfen usw. Vielmehr ist die ganze Strafanstalt in 10 verschiedene Werkstätten geteilt, in denen das Weber-, Schlosser-, Tischler-, Töpfer-, Lackierer- und andere Handwerke gelehrt werden. Jeder Sträfling wählt sich nach eigenem Ge= schmack und Gutdünken die Abteilung, in der er zu arbeiten wünscht. Ist das Handwerk ihm unbekannt, so wird ihm gestattet, erst eine Zeitlang den Arbeiten zuzusehen, bis er selbst Hand anlegen kann. Die Arbeit währt 14 Stunden mit 2stündiger Mittagspause. Während der Beschäftigung ist den Sträflingen strenges Stillschweigen zur Pflicht gemacht. Beim Verkaufe der angefertigten Gegenstände, die in einem besonderen Raume des Gefängnisses ausgestellt sind, wird ein Teil des Ertrages dem Sträflinge gutgeschrieben und ihm beim Verlassen des Zuchthauses eingehändigt. Gin unerhörter Fall von Verwahrlosung wird dem Bayerischen Kurter" aus Neuötting berichtet: Seit 16 Jahren befand sich die nunmehr 44 Jahre alte und getstesschwache Franziska Huber auf Kosten threr Heimatgemeinde Löging bet den Katzenschwanzschen Eheleuten in Pflege. Da man die Perfon sett Jahren nicht mehr gesehen hatte und im Orte Gerüchte über ein Verbrechen umgingen, wurde die Gendarmerie mit Nachforschungen beauftragt. Das Ergebnis der Untersuchung war entseßlich. Die Huber befand sich in einem engen und unmöblierten Raum, der von keinem Lichtstrahl erhellt wurde und von Schmuß starrte. Die arme, hilfLose Person die unfähig war, sich zu bewegen, lag auf etnem Strohlager ohne jegliche Bekleidung und im etgenen Kot. Sechzehn Jahre lang mußte die Unglückfiche in diesem Raume weilen. Die Nahrung wurde durch eine Oeffnung der stets von außen verriegelten Tur zugeführt. In diesem Raume Herrschte ein entsetzlicher Modergeruch. Das Unglaublichste aber ist, daß bie Aufgefundene die Schwester ihrer Pflegerin" tft. Die hilflose Kranke, dte vor Schwäche kein Glted rühren fann und das Tageslicht nicht mehr verträgt, wurde in das Krankenhaus gebracht. Stellen: wegen Felty elfersDer 10. hr seid werdet er nicht nicht. ut und rechen, Rosen ch dem Schnell in war, ag mit nd ſtin Nur enntnis elungen nge ge that?" efchreib Leben I wei Stimme Did Die Kleidung der Verhafteten ist nach europäischem Schnitt aus bräunlichgelbem Stoffe verfertigt und zeich= net sich durch Sauberkeit aus. Das Haupthaar ist furz rasiert, Reinigungsbäder in besonderen Badestuben werden den Sträflingen oft geboten. Die Verpflegung besteht aus chinesischen Gerichten und beläuft sich auf etwa 3 Rubel monatlich für die Person. Für gutes Betragen und eifrige Arbeit wird dem Sträfling ein besonderes Abzeichen auf den Aermel genäht, das ihm das Recht auf beffere Kost und verschiedene Vergünstigungen gewährt. Bei Erlangung einer bestimmten Anzahl solcher Abzeichen wird dem Verbrecher ein Teil feiner Strafe erlassen. Ein Automobil von einem Eisenbahnzuge zers malmt. Die Neuvorker Millionärswitwe Batchcor fuhr mit threm ältesten Sohn und zwei Nichten im Automobil nach ihrem Sommeraufenthalt. Wenige hundert Meter vor diesem, wo der Bahndamm die Straße treuzt, fab sie thren jüngeren Sohn vom Landsiz kommen. Frau Batchcor, die felbst den Wagen steuerte, winfte diefem au und überfah, daß ein Expreßzug mit voller Geschwindigkeit beranfauste. As te beffen Bremsen hörte, war es zu spät. Ste versuchte noch wenige Meter vor dem Bahnkörper zu bremsen und das Steuerrad herumzudrehen, aber vergebens, das Automobil fuhr dtrekt in den Erpreßzug hinein. Die Räder der Pullmanwagen zermalmten das Gefährt, überfuhren die Infassen und schleiften beren blutige Leichen meterweit auf den Schienen, wo sie von herzuellenden Landleuten aufgehoben wurden. Auch heute Itegen über die Hitze fast trostlose Metdungen vor. So berichtet man uns aus Berlin: Die abnorme Hize der letzten Tage hat auch am gestrigen Sonntag in faum verminderter Stärke angehalten. In Berlin und Umgebung herrschen jetzt nahezu die aletchen Verhältniffe, wie man sie vor kurzem aus Neuyork und London mit Schaudern vernommen hat. Was die Berichte zu erzählen wiffen, flingt wie die Kunde eines ohumächttaen Ringens gegen eine elementare Gewalt und die Rahl der Opfer ist faum geringer als bet Feuer- oder Wassersnot. Die Mehrzahl der Un=" alücksfälle ereignet sich am Abend im Wasser. Von den Tausenden, die aus dem Bereich der glühenden Häusernassen flüchteten, un sich draußen durch ein fühles Bad zu erfrischen. wurden die meisten Opfer gefordert. Nicht weniger als acht Berfonen starben beim Baden meist infolge Sitzschlages. Auch die Zahl der Waldbrände war am aeftrigen Sonntag wieder eine sehr aroße. Die verschiedenen Wehren hatten den ganzen Tag über zu arbeiten, um die Brände zu bewältigen. In Braa. wo die Size gestern nachmittag 32 Grad im Nordschatten erreichte. mußte die Rettnugsgesellschaft in 19 Fällen von Hikschlägen Helfend eingreifen. Zwet Versonen starben während des Transports ins Kranfenhaus. Auch für die geistige Entwickelung der Gefangenen wird im Zuchthause zu Tientsin Sorge getragen. Dreimal wöchentlich erhalten fte Unterricht in Schretben, Lesen usw. im Umfange des Lehrprogrammes der Anfangsschulen. Turnübungen werden einmal wöchentItch vorgenommen. Mehrmals im Monat werden die Verbrecher in Chorgesang unterrichtet. Die Sträflinge werden zu je 7 in einer hellen, luftigen Belle untergebracht. Die Wandelgänge werden bei Tag und Nacht von Aufsehern bewacht. Eigentlich ist die Aufsicht für ein Zuchthaus recht schwach. Die Sträflinge haben in thren Wertstätten alle möglichen Werkzeuge unter ihren Händen, die ihnen leicht eine Flucht ermöglichen fönnen. Nur durch die ausgezeichneten Bedingungen in der Strafanstalt läßt sich die Tatsache erklären, daß während der ganzen Bett, feit die Anstalt ins Leben gerufen wurde, fein einziger Flucht- oder Empörungsversuch zu verzeichnen ist. Rohe Burschen in der Eisenbahn. Ein unerhörter Vorfall hat sich am Sonnabend nachmittag in einem Berliner Vorortzuge zwischen den Stationen Friedrichshagen und Nahnsdorf ereignet. Der praktische Arzt Dr. G. aus Friedrichshagen wurde telephonisch zu etnem Battenten nach Rohnsdorf gerufen. Dr. G. benuzte den nächsten Zug und stteg tit ein Abteil, in welchem vier funge Burschen faßen. Diese benahmen fich von Anfang an gegen den Arzt äußerst flegelhaft und hänselten ihn unausgesetzt. Als dieser fich schließ= lich energisch Ruhe ausbat, titrzten sich die Rowdies auf thn, witrgten ihn und schlugen mit Stöcken und Schlagringen auf den Arzt los, fo daß er blutüberströmt zusammenbrach. Als der Ueberfallene versuchte, bte Notbremse zu ziehen, drohten ihm die Burschen, daß fle thn aus dem fahrenden Zuge hinauswerfen würden. In Rahnsdorf erstattete Dr. G. fofort Anzeige und veranlaßte die Festnahme der Rowotes. Die Rohlinge wurden vom Stationspersonal nach energischer Gegente wehr überwältigt und in den Dtenstraum eingesperrt. Ms fich die Burschen unbeachtet fühlten, erbrachen ste ctn Fenster und flüchteten über den Bahndamm nach bem naben Walde, wo ste lether entkament. Die Werkstätten befinden sich in steinernen Gebäu den, die durch saubere, mit Blumenbeeten versehene Höfchen voneinander getrennt sind. Auch Bassins mit schwimmenden Goldfischchen fehlen nicht zur Vervollständigung des angenehmen Eindrucks. Der Besucher wird äußerlich durch nichts an die Tatsache erinnert, daß er sich in den Mauern eines Gefängntffes befindet, in dem 600 Verbrecher ihre Strafen abbüßen. Die für 100 Personen berechnete Frauen- und Kinderabteilung befindet sich in feparatem Gebäude, abfetts von den Hauptanlagen. Eine Abteilung für unheilbare Optumraucher, ein Watfen- und ein Findlingsafyl, mit ebenfolchen Wertstätten versehen und ziemlich strenger Disziplin, bilden einen Teil des kleinen Stadtviertels. Diese mustergültige Einrichtung des Tientsiner Buchthauses tft eti lebhafter Bewets von dem Riefenfortschritt der chinesischen Kultur unter europäischem Etnfluffe. Die Hizze dauert fort. Drahtnachrichten und neuestes. Italien und Argentinien. Rom, 31. Juli. Zwischen Italien und Argentinten ist ein Konflikt ausgebrochen. Die argentinische Republk verlangt, daß die italienischen Auswandererschiffe unter dauernde Kontrolle der argentinischen Aerzte gestellt werden. was talten als Beleidigung der italienischen Schiffsärzte und Seebehörden ablehnt. Da Argentinien auf seinem Standpunkt beharrt, suspendiert fetzt ein Defret des Königs von Jtalten die Auswanderung nach Argentinien. Immer unerträglicher wird die Tropenglut, unter ber wir schon fett vierzehn Tagen schmachten, und noch zeigt sich nicht bas geringste Anzeichen einer Wetteränderung. Im Gegenteil- die Wetterlage wird von Tag zu Tag beständiger und der Luftdruck bat in Finnlanb, wo sich der Kern des Europa cherrschenden Hochdruckgebiets befindet, jetzt eine Höhe erreicht, die für die wärmste Jahreszeit außerordentlich ist. Die wieder zu erwartenden Gewitter werden noch keine AbHthlung bringen und eine Aussicht auf baldige Beendtgung der Hibe besteht einstweilen nicht. Granfiger Fund. Leipzig. 31. Jult. Im Klosett der Wohnung einer hiesigen Herrschaft wurde am Sonnabend abend der Leichnam eines neugeborenen Kindes mit abge= trenntem Kopf aufgefunden. Die Mutter des Kindes, eine 18 Jahre alte Köchin, die sich bei dem Wohnungsinhaber in Stellung befand, war nachts plöblich erfrankt und auf Anordnung des hinzugezogenen Arztes nach einer Klinik gebracht worden. Die Ursache der Erkrankung hatte sich zunächst mit Bestimmtheit nicht feststellen lassen. Inzwischen häufen sich die Meldungen von den schweren Schäden, die durch die herrschende Gluthize überall angerichtet werden. Menschen erfranken und sterben, viele Städte und auch die Landbewohner leiden durch Waffermangel, Industriebetriebe müffen eingeschränkt oder sogar tillgelegt werden usw. Vielfach habett auch durch Bitzschläge Personen den Tod gefunden. Auf dem großen Grerzterplay Altengrabow bet Magdeburg, auf dem sich gegenwärtig siebzehn Kavallerieregimenter befinden, ist ein derartiger Wassermangel eingetreten, daß die Uebungen, zu denen auch der Kaiser erwartet wurde, abgebrochen werden mußTod durch Ertrinken. Hamburg, 31. Jult. Im Laufe bes gestrigen Tages sind in der Elbe bet Develgönne fünf Personen beim Baden ertrunken. Thorn, 31. Juli. Am gestrigen Sonntag sind belm Baden bei der Sandbank, nachdem bereits am Sonnabend dret Personen den Tod gefunden hatten, abermals dret Personen ertrunken. Eine Leiche wurde geborgen. Durch einen Sprengschuß getötet. Verden, 31. Juli. Auf dem Kaltwerk. Karlsglück wurden in der letzten Nacht durch einen vorzettig losgehenden Sprengschuß dret Arbetter getötet, ein anderer schwer verletzt. Ein westpreußisches Dorf niedergebrannt. Karthaus( Westpreußen), 31. Jult. Das Dorf Jamen wurde durch eine Feuersbrunst fast gänzlich zerstört. Achtzehn Wohnhäuser und 26 Wirtschaftsge-. bäude sind eingeäschert. Viel Vieh ist umgekommen. Das Feuer ist durch Kinder, die mit Streichhölzern fptelten, verursacht. Glückliche Rettung eines ins Meer gefallenen Ballons. Kopenhagen, 31. Juli. Ein vom Grafen Moltke, gesteuerter und mit zwet Baffagteren befester Ballon, der gestern in der Nähe von Kopenhagen aufgestiegen war, wurde über das Kattegatt getrieben und gerter anderthalb Mellen füdlich der Insel Heffelve ins Meer. Den Bewohnern der Insel, welche den Vorgang be obachtet hatten, gelang es, den Ballon und die Insassen zu bergen. Handel und Verkehr. Wie der Erneuerung des Roheilen- Syndikats. Köln. 3tg." berichtet wird, ist es gelungen, unter den beteiligten Werfen des Roheisen- Synditates eine Verständigung über die Erneuerung des Roheisen- Syndi fats, und zwar auf die Dauer von vier Jahren herbetzuführen. Ausgeschloffen haben sich sechs Lothringischluxemburgische Werte. Mit diesen soll über etne Preisfonvention verhandelt werden. Caffel, 29. Juli. Wetzen( 100 kilogramm) 19,50 618 20,25 M. Roggen( 100 kilogramm) 16,50 bts 17,25 M. Gerste( 100 Allogramm) 15,50 bis 17,00 M. Safer( 100 tlogramm) 19,00 63 21,00 M.- Heu, der Bentner 3,50 bts 5,00 M.- Stroh, der Zentner 2,00 bis 3,00 M. - Stein's Garten.. Giessen Bes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. BergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch Fremdenpension in und außer Abonnement. Soeben erschienen; Die Kunst der Spekulation. Elektr. Licht. - Bab im Hause. Telephon Nr. 5. Aus dem Inhalt: Restaurant Windhof. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit:: Täglich frisch Kaffeegebäck:: Schlitzer Auerhahnbräu, hell 10 Ltr. 10 Pfg., dunkel/ 10 Ltr. 12 Pfg.:: Schattig. Garten Herrliche Turmaussicht. Korporationen und Vereinen grosse u. kleine:: Säle zur Verfügung. Auto- Garage und Pferdeställe. 297/1 - Kohlheyer. Gasthof Zur Krone Wetzlar, Sophienstraße 35. Schöner Saal mit Veranda. 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