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Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Die Sozialdemokratie hält mit aller Zähigkeit an der Idee des„ Weltfeiertags" vom 1. Mai fest, obwohl sie wahrlich flüger täte, das Mißlingen dieser völlig zum " Rummel" gewordenen Veranstaltung einzuräumen, um sich nicht zu Beginn eines jeden neuen Wonnemonds auch eine neue BI am age zu holen; ganz zu schweigen von der Rücksicht auf die Folgen, welche die vertragswidrige Arbeitseinstellung für Hunderte und Tausende von Arbeiterfamilien regelmäßig mit sich bringt. Aber, wie ja so ziemlich die ganze Sozialdemokratie auf Trug und Täuschung der Arbeiterschaft aufgebaut ist, so wird man auch die Fiktion der„ Maifeier" aufrecht zu halten suchen, so lange, bis eben die Arbeiterschaft selbst denen, welche sie am Narrenseil herumführen wollen, ein energisches Halt zuruft. Es fehlt nicht an Anzeichen dafür, daß die verständigen, wirklichen Arbeiter mehr und mehr anfangen, das Spiel zu durchschauen, das man mit ihnen treibt. So richtet jetzt das„ Südwestdeutsche Arbeiterblatt", das Organ der vaterländischen Arbeitervereine Badens, Hessens und der Pfalz, an die Arbeiter, die zur Teilnahme an dem Maifeierunfug aufgefordert werden, folgende Mahnung: die Montag, den 1. Mai 1911. Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Mai 1911. Der Mai ist gekommen. Wie ein Jubel und Jauchzen geht's durch alle Lande, denn er ist da, der Licht und Wärme und neues Leben spendende Mai. Die Sonne füßte die Erde wach und schmückte sie wie mit einem bräutlichen Gewande, sie zauberte die Blumen und Gräser wie mit einem Schlage wieder hervor und hüllte in ein leuchtendes Grün Bäume und Sträucher. Aus denselben heraus ertönt das Singen und 3witschern der Vögel und erfüllt die Luft mit unvergleichlichem Zauber. Darein mischt sich das muntere Plätschern von Bach und Bächlein, die keine Frostnacht mehr unter eine Eisdecke zwingt. Die ganze Natur atmet und erweckt Lebenslust und Lebensfreude. Und den Menschen, den der Winter wochenlang in die engen Wände seiner Wohnung gebannt hat, packt es ebenfalls mit Allgewalt. Die Hoffnung nach dem Frühling, die Sehnsucht nach seinen grünenden Wiesen und Feldern, seinen Blumen und Sängern ist erfüllt. Groß und Klein drängt hinaus, um in frischer, freier, froher Wanderung das Frühlingswunder zu genießen, und der Wanderer frohe Lust schallt aufs neue im alten Maienlied in Feld „ Wenn die Herren von der sozialdemokratischen Agitation tatsächlich ein Herz für den Arbeiter hätten, so würden sie aufhören, ihn zu solchen hir n- und zwecklosen Demonstrationen zu verleiten. Unzählig sind die Unannehmlichkeiten, die Tausenden und Abertausenden von Arbeitern erwuchsen, unermeßlich ist der Ausfall an Arbeitsverdienst, der durch die Feier des Tages sowohl wie auch durch Maßregelungen seitens der Arbeitgeber entstanden. Wir haben genug Feiertage und brauchen den 1. Mai absolut nicht. Was geschieht an diesem Tage? Es wird gesungen, getanzt und dergleichen, was man an einem anderen Tage gerade so gut tun fönnte. Es werden Reden gehalten, die, ganz abgesehen davon, daß sie durch ihren Schwulst und Bombast nur zu deutlich die innere Verlogenheit auf der Stirn tragen, bei einer anderen Gelegenheit gehalten werden könnten. Durch diese Komödienspielereien wird der Staat nicht aus den Angeln gehoben. Das Geld aber, das den Arbeitern bei dieser Gelegenheit abge= knöpft wird, könnten diese besser für sich und ihre& a= milien brauchen. Die roten Herrschaften mißachten übrigens alles, wofür sie demonstrieren. Sie sind für den Achtstundentag- aber in mehr als einem sozialdemokratisch geleiteten Betrieb müssen Arbeiter streiken, um den 3ehnstundentag zu kriegen. Sie sind gegen Militarismus aber ihre Organisationen sind straffer und hartherziger verwaltet als irgend eine militärische Organisation. Sie sind für Völkerfrieden jahraus, jahrein aber kämpfen sie mit Gift und Galle, mit Lüge und Brutalität gegen ihre eigenen Volksgenossen. Mancher deutsche Arbeiter hat durch fanatisierte Genossen bluten müssen. Nein, ein verständiger Arbeiter arbeitet am 1. Mai und läßt ihn Leute feiern, die naiv genug sind, und die glauben, zu viel Geld in der Tasche zu haben." - und Wald wieder: Der Mai ist gekommen, Die Bäume schlagen aus, Da bleibe wer Lust hat, Mit Sorgen zu Haus! überaus ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellengesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Mitarbeit der Geistlichen bei der Mutter- und Säug= lingsfürsorge auf dem Lande reden. * Evangelischer Bund. Die Verhandlun= gen des Vorstandes des Darmstädter Zweigvereins wegen eines Vortrages über den Modernismus haben zu einem für Darmstadt hochbefriedigenden Ergebnis ge= führt. Es wurde der hervorragendste unter allen Rednern auf diesem Gebiete gewonnen: der ehemalige katholische Kaplan Konstantin Wieland aus Neu- Ulm ( Donau), der wegen der mannhaften Verweigerung des Antimodernisteneides vor einigen Monaten seines geistlichen Amtes enthoben worden ist. Der epochemachende Vortrag Wielands in der vom Antiultramontanen Reichsverband Ende März einberufenen Versammlung im Beethovensaal zu Berlin ist von der gesamten Presse auf das lebhafteste erörtert worden. Ist auch das Thema seines Vortrages bei uns ein anderes, so darf man seinen Ausführungen doch mit nicht geringerer Spannung entgegensehen. * Die Sterbekasse für Mitglieder des Hess. Landesgewerbevereins und des Verbandes deutscher Gewerbevereine hielt ihre diesjährige Delegiertenversammlung am Sonntag, den 30. April d. Js. in Oppenheim a. Rh., im Gasthaus zur Sonne ab. Für das Jahr 1910 ist zu berichten, daß dasselbe nicht nur mit einem günstigen finanziellen Ergebnis, sondern auch mit einem befriedigenden Mitgliederzugang abgeschlossen hat. Der Mitgliederstand betrug am 31. Dezember 1910 1158, zugegangen waren 40 Mitglieder im Berichtsjahre. Der Stand der versicherten Kapitalien betrug 654 900 Mt. Das Vermögen belief sich nach dem Kurswert auf Mk. 117 423,59 und hat sich in 1910 um 12 938,61 Mt. vermehrt. Der Ueberschuß für das Jahr 1910 betrug 4431,45 Mr. Als Dividende kommt für alle Mitglie der der Erlaß eines Monatsbeitrages zur Verrechnung. Natürlich wird diese eine Stimme nicht viel vermögen, zumal sie den sozialdemokratischen, zum Bezug der Parteiblätter gezwungenen Arbeitern schwerlich zu Gesicht kommt. Die„ Maifeier" ist nun einmal eine überlebte Sache, die kein wirklich denkender Mensch mehr ernst nimmt trotz der krampfhaften Versuche der roten Drahtzieher, durch schwulstige Aufrufe, Flugblätter usw. die Massen zu„ begeistern". Gegen eine Feier des Tages durch Versammlungen oder sonstige Veranstaltungen außerhalb der Arbeitszeit wird kein vernünftiger Mensch etwas einzuwenden haben das ist das gute Recht jedes Staatsbürgers allein die lächerliche Furie mit Arbeitsruhe, Demonstrationszügen 2c. sollte man wirklich endgiltig in die Partei- Rumpelfammer verweisen. Ein wirklicher Arbeiter macht den Mumpit doch längst nicht mehr mit und die Elemente, denen der 1. Mai genau so wie jeder andere Tag nur ein zum„ Blaumachen" willkommener Anlaß ist, machen durch ihre Teilnahme den„ Weitfeiertag" wirklich nicht sehr imposant. Reichstagswahlvorbereitungen. er= * Die hiesigen Versicherungs- Vertreter versammelten sich am Samstag abend 9 Uhr im Hotel Schütz, um sich zu einem Verbande unter Anschluß an den Bund der Versicherungs- Vertreter Deutschlands E. V. zu Berlin zusammen zu schließen. Zu der über alles Erwarten zahlreich besuchten Versammlung waren auch Herren aus den Nachbarstädten Friedberg, Bad Nauheim, Marburg, Braunfels und Wetzlar schienen. Der Bund in Berlin, welcher neben anderen auch den Zweck verfolgt, alle unlauteren Elemente von dem Stande fernzuhalten, war durch seinen Generalsekretär Herrn von Reinhard vertreten, welcher über Zweck und Ziele des Bundes referierte. Nach Schluß des überaus lehrreichen Vortrages fand die Gründung des hiesigen Verbandes statt, welcher bereits der -e Die Ortsgruppe Köln der christlich- sozialen Partei hat beschlossen, bei den nächsten Reichstags= wahlen für die Kreise Köln- Stadt und-Land mit einer Kandidatur hervorzutreten. Der Bundesdirektor des Westdeutschen Jünglingsbundes, Heinrich Stuhrmann aus Barmen, hat sich zur Uebernahme der Kandidaturen bereit erklärt. 42. Weilburg. Um dem im Innern des Eisenbahntunnels wirkenden Zerstörungswerk der im Gestein vorhandenen Feuchtigkeit entgegenzutreten, wurde bisher bei Tunnelbauten über dem Gewölbe ein Schacht gesprengt, der allmählich verbreitert wurde, sodaß das ganze Tunnelgewölbe von oben freilag. Dann überdeckte man es mit Asphalt und Zement. Dieses Verfahren ist wohl sehr gründlich, aber auch teuer, denn jedes Quadrat= meter verursacht etwa 80 Mark Kosten. An dem hiesigen Tunnel wurde nun ein anderes Verfahren angewandt, das sich gut bewährt hat und nur 18 Mark für das Quadratmeter kostet. Auf einem fahrbaren Untergestell ruht ein Benzinmotor, der komprimierte Luft erzeugt. Durch diese treibt man Bohrer, mit denen man das Gewölbe von unten durchbohrt. Durch die Bohrlöcher wird durch einen Luftdruck von 5 Atmosphären flüssiger Zement, dem leichter Sand zugesetzt ist, eingeführt. Die Flüssigkeit soll die hohlen Räume zwischen der Tunnelmauerung und dem Erdgestein ausfüllen und so eine Schutzdecke gegen Feuchtigkeit und gleichzeitig ein neues Bindemittel für die alte Mauerung bilden. Diese Arbeit wurde im Herbst hier ausgeführt. Um zu prüfen, ob sie sich bewährt, wurden dieser Tage in dem Tunnel vorsichtig Sprengungen vorgenommen und ein meter= breiter Gang quer über dem Gewölbe gebrochen. Die Arbeit zeigte sich als sehr gut gelungen, alle Lücken waren derart ausgefüllt, daß man annehmen könnte, die Arbeit sei von oben gemacht worden. im Reich ist. Alle Anwesenden meldeten sich als Mitglieder an. Zu Vorstandsmitgliedern wurden gewählt die Herren K. Mohr- Gießen zum ersten, H. Krieb- GieBen zum zweiten Vorsitzenden, L. Böck- Gießen als Schatzmeister und H. Mohr- Garbenteich als Schriftfüh rer, Beisitzer wurden die Herren Rausch- Gießen, KalsBraunfels und En- Marburg. Die regelmäßigen Versammlungen finden an jedem ersten Samstage nach dem ersten eines jeden Monats im Verbandslokale„ Hotel Schütz" zu Gießen statt. -b= Studentische Walpurgisfeiern. In der gestrigen Nacht wurden die Bewohner des südlichen Stadtteils durch die alljährlich stattfindenden Maifeiern der Studenten- Verbindungen aufgeweckt. Punkt 12 Uhr verkündeten Kanonenschläge und Raketen den Anbruch des 1. Mai. Unter den Klängen einer Musikkapelle wurde das Mailied gesungen. Nach Abbrennen von weiterem Feuerwerk und Beleuchtung durch Buntfeuer fand gegen 21 Uhr die Feier im Garten ihr Ende. In den Korpshäusern aber wurde dieselbe noch lange ausgedehnt. Bernshausen, 28. April. Hier wurde der in den 50er Jahren stehende angesehene Landwirt H., als er auf dem Felde beschäftigt war, plötzlich vom Verfolgungswahnsinn befallen; er brachte sich mit einem Messer am Hals mehrere Wunden bei. Der hinzugerufene Arzt ordnete seine sofortige Verbringung in die psychiatrische Klinik nach Gießen an. Dekanatskonferenz. Eine gemeinschaftliche Konferenz der evangelischen Geistlichen der Dekanate Gießen, Grünberg und Hungen, findet am 4. Mai d. Js. im Gasthaus zur Traube in Hungen statt. Vormittags 9 Uhr wird Oberkonsistorialrat Dr. Bernbeck- Darmstadt einen Vortrag über die Bedeutung und Verwaltung der Pfarrpfründe halten, nachmittags 1½ Uhr wird Professor Dr. Koeppe- Gießen über die Hungen. Durch die hiesige Gendarmerie wurde im Langsdorfer Gemeindewald eine etwa 30 Köpfe starke 3igeunerbande aufgestöbert, unter der sich eine weibliche Person befinden soll, die schon seit zwei Jahren steckbrieflich gesucht wird. Jm Besitz der Bande befanden sich verschiedene Waffen, ein Kavalleriekarabiner und ein Säbel. Die Zigeuner wurden nach Lich gebracht, wo sie bis auf weiteres inhaftiert werden. * Crainfeld. Am Donnerstag hielt der Frühzug oberhalb unserer Station auf freiem Felde an. Grund des Aufenthalts:„ Dem Zugführer sei Kapp is fortgefloge!" Ein Schaffner machte sich denn auch eiligst auf den Weg und brachte bald die Mütze zurück. Nach dieser Kunstpause" setzte unter allgemeiner Heiterkeit das Zügle gemächlich seinen Weg fort. * Darmstadt, 29. April. Der Finanzausschuß der Zweiten hessischen Kammer hat am Freitag in Anwesenheit der Regierung über die Vorlage auf Errichtung einer Brikettfabrik und eines Elektrizitätswerkes für Oberhessen in Wölfersheim abgestimmt. Er genehmigte 1 900 000 Mark bei einer Stimmenthaltung. werden und über den Beschluß der Kommission beDie Zweite Kammer soll auf den 16. Mai einberufen raten. - Darmstadt. In der nationalliberalen Vertrauensmänner- Versammlung für den Landtagswahl= freis Darmstadt ist an Stelle des zurückgetretenen Abgeordneten Dr. Glässing der Direktor des hiesigen Realgymnasiums, Geheimer Schulrat Ludwig Münch, zum Kandidaten aufgestellt worden. * Limburg. In der außerordentlichen Generalversammlung der Spar- und Darlehnskasse Langendermbach wurde mitgeteilt, daß der Gesamtverlust 300 000 Mark beträgt. Die Ursache liegt im Wesentlichen in einer sträflich leichtsinnigen Kreditgewährung des Kassenvorstandes sowie in einer denkbar schlechten Kontrolltätigteit des Aufsichtsrates. - Kriegsvorbereitungen Rußlands? Die angeblich bevorstehende Reise des russischen Finanzministers Kokowzem nach Paris wurde in Petersburg mit dem geplanten Abschluß einer Kriegsanleihe in Verbindung gebracht. Die sensationelle Meldung von der Newa, daß die russische Regierung umfangreiche Vorbereitun= gen für einen Chinakrieg treffe, vermag wohl überall überraschungen hervorzurufen. Betrachtet man indessen die Vorgänge, die sich in jüngster Zeit auf dem großen asiati= schen Weltschauplatz abspielten, mit sorgfältiger Ueberle= gung, so wird man sich sagen müssen, daß Rußland mit einer allmähligen Rüstung auf den Krieg lediglich die Folgerungen aus seinem bisherigen Vorgehen gegen China zteht. Daß die Einwilligung der chinesischen Regierung in Rußlands Forderungen angesichts des Aufmarsches eines starken russischen Heeres am Baikalsee ein gezwungenes war, und nur eine ganz formelle Bedeutung hatte, bedarf keiner Erläuterung. Der Abschluß der chinesischen Viermächte anleihe hat aber in Rußland nicht weniger als in Japan ein Unbehagen erzeugt, weil die Aufraffung Chinas zu wirtschaftlichen und militärischen Taten badurch offenbar wurde. Daß auch Rußland bet dem groBen Geldgeber an der Seine, der soeben das Vorschußgeschäft mit China abschloß, neue Mittel haben will, ist eine Satire auf den modernen Finanzzauber. zu seinem natürlichen Ende laufen zu lassen, sondern einen guten Zeitpunkt für seine Auflösung zu wählen." Diese Auffassung hat, auch wenn sie nicht offiziös sein sollte, so viel Einleuchtendes für sich, daß sie in der ungeheuren Zahl der übrigen Kombinationen immerhin zu beachten ist. Der Zentralverband deutscher Industrieller, der am Freitag in Berlin eine Delegiertenversammlung abgehalten hat, faßte zum Entwurf einer Reichsversiche= rungsordnung eine Resolution, in der es zum Schluß heißt:„ Der Verband faßt seine Stellungnahme zum Entwurf einer Reichsversicherungsordnung dahin zusammen, daß er auch in der jetzigen Gestaltung der Vorlage eine unannehmbare Aenderung unserer Arbeiterversicherung erblickt, unter Außerachtlassung der bisherigen Leistungen der Arbeitgeberschaft und der segensreichen Wirksamkeit unserer großen Fabrikbetriebe. In sozialpolitischer Beziehung sind durch die Kommissionsbeschlüsse den Arbeitgebern neue Leistungen und Belästigungen auferlegt, welche schwere wirtschaftliche Beeinträchtigungen nicht nur für die gewerblichen Kreise, sondern auch für die nationale Wirtschaft überhaupt und nicht zuletzt für die Arbeiterschaft im Gefolge haben werden. Durch die immer fortschreitende Vermehrung der Lasten der Versicherung werden nicht nur die Ausfuhrmöglichkeiten, sondern schließlich auch der Bestand der deutschen Industrie überhaupt in Frage gestellt werden. Der Zentralverband deutscher Industrieller ist der Zuversicht, daß es möglich ist, noch in den Plenarberatungen des Reichstags den Gesetzentwurf erträglich zu gestalten. Sollte dies nicht zu erreichen sein, so würde der Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes der Vorzgu zu geben sein." Der chinesische Widerstand gegen die Ausbreitung des russischen und japanischen Einflusses in den wetten chinesischen Gebieten wächst zusehends. Angesichts des schroffen russischen Auftretens entstand ein großes Gewimmel in dem militärischen Ameisenhaufen Chinas; man lief wohl zu den Waffen, aber man sah in Peking bald ein, daß das Heer nicht genügend erstarkt set, um sich in kriegerischen Operationen mit dem in Sibirien wohl vorbereiteten Rußland messen zu können. Aber an den nördlichen Grenzscheiden werden die chinesischen Garnisonen eilends vermehrt. An den Quellen des Amur und längs dem StromTauf treffen die Chinesen ihre Vorbereitungen, um mit europäisch gebildeten und bewaffneten Truppen ein schlagfertiges Heer aufzustellen. In der russisch- sibirischen Bahn, die über tausend Werst durch russisches Gebiet führt, hat China ein überaus mächtiges Pfand in der Hand, da dieser Schtenenweg vorläufig noch die einzige VerbindungsIinie zwischen dem stillen Ozean und Rußland bildet. Zwar ist die Bahn von russischen Truppen bewacht, ob dieselben aber gegen die dort zweifellos vorhandene Uebermacht Stand zu halten vermögen, bis Unterstübungen aus Sibirten und dem Küstengebiete eintreffen, ist höchst zweifelHaft. Ein furchtbarer Haß ist in China gegen Rußland erwacht, und man fühlt in Petersburg, daß man auf der Hut Jein muß. Infolgedessen fährt auch die russische Regierung fort, Ihre strategischen Stellungen im fernen Osten zu verstärken. Die Aufwerfung von gewaltigen Menschendämmen im Norden Chinas scheint Rußland nicht abwarten zu wollen. Was in Petersburg äußerlich zu Rechtsfragen gestempelt wird, sind in Wirklichkeit Machtfragen. Vom europäischen und menschlichen Standpunkte aus würde man sich freuen, wenn die sich in Ost- und Mittelasien türmenden Begensätze ohne Blutvergießen verlaufen. Die Nachrichten über die russische Kriegsanleihe klingen indes, obwohl ste zunächst wieder bestritten werden, sehr verhängnisvoll. Rundschau vom Cage. Politisches. Kleine Nachrichten. Der Deutsche Arbeitgeberverband für das Schneider. gewerbe hielt in Frankfurt a. M. eine Versammlung ab, in welcher der fürzlich angenommene Lohntarif besprochen wurde. Es kam dabei zum Ausdruck, daß den Arbeitgebern durch den neuen Tarif so große Lasten auferlegt worden seien, daß eine Erhöhung der Kleiderpreise nicht zu umgehen sei. Die Versammlung beschloß einstimmig, daß ein Teil der neuen Lasten durch die Kunden getragen werden soll, und zwar in Höhe von 5 bis 10 Prozent, je nach Wahl der Stoffe und Art der Kleidung. Zum Rücktritt des Botschafters Sin läßt sich die ,, Frff. 3tg." aus Neuyork melden: Die hiesige Presse bringt ausführliche Berliner und Washingtoner Depeschen, in denen die Vorgeschichte von Hills Rücktritt vom Berliner Botschafterposten erörtert wird. Danach soll der Kalistreit bestimmt die Veranlassung gebildet haben, da Hill geduldet habe, daß der Spezialkommissar Davis sich im letzten Sommer in Berlin als der Vertreter der amerikanischen Regierung aufspielte und mit Zollkrieg drohte, woraufhin von deutscher Seite die Verhandlungen abgebrochen bezw. nach Washington verlegt wurden. Die Das Kaiserpaar wird mit der Prinzessin Viktoria Buise auf der Rückreise von Korfu am 4. Mai vormittags jum Besuch des Großherzogspaares in Karlsruhe eintreffen. Nach zweitägigem Aufenthalt erfolgt am 6. Mai die Abfahrt nach Straßburg zur Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelm I. Auch das badische Großherzogspaar wird sich zu dieser Feier nach Straßburg begeben. Kronprinzessin traf Freitag früh in Begleitung des OberHofmeisters, mehrerer Hofdamen und zweier Bausachverständigen in Danzig ein, und besichtigte in Langfuhr die gemieteten Villen, die sie gut hieß. Von Langfuhr wurde ein Abstecher nach dem königlichen Schlosse Oliva gemacht. Troy des Inkognitos, und obwohl die Polizeibeamten in Bivil erschienen waren, wurde die Kronprinzessin vom Pubfitum erfannt und lebhaft begrüßt. Einen kolossalen Erfolg der Wertzuwachs- und der Ums satzsteuer hat die Stadt Spandau zu verzeichnen. Im Etat für das Jahr 1910 stand die Wertzuwachssteuer mit 75 000 Mark, die Umsatzsteuer mit 175 000 Marf. Erstere brachte aber 200 000 Mart, lettere 270 000 Mart, gegen den Voranschlag also ein Plus von 220 000 Mark. Für das laufende Jahr stehen noch günstigere Ergebnisse in Aussicht, man rechitet mit einem Mehr von rund 500 000 Mark. Der Ucber neue Einrichtungen auf dem kaiserlichen Gute Kadinen berichtet die Elb. 3tg.": Das elektrische Licht wird nun ebenfalls demnächst in Kadinen heimisch sein. Gutsherr wünscht, daß nicht nur das Gutshaus, sondern der ganze Gutshof und die Verkehrswege nach einberechendr Dunkelheit vom elektrischen Licht erhellt werden. Ebenso ist die allgemeine Kanalisation im Anzuge. Beim Frühjahrsbesuche des Kaisers werden die Lichtanlagen gebrauchsfertig sein. Zwei Millionen für ein Kinderkrankenhaus. Der Berliner Magistrat genehmigte die endgültigen Entwürfe und Kostenanschläge für die Erweiterungsbauten des Kaiser- und Kaiserin Friedrich- Krankenhauses. Die Gesamtkosten belaufen sich auf nahezu zwei Millionen Mark, Durch die Neuanlagen werden die jetzt vorhandenen 240 Betten auf 317 Betten vermehrt. Die Gastwirte und die Reichstagswahlen. Der ge= schäftsführende Ausschuß des Deutschen Gastwirteverbandes, der die größte deutsche Gastwirtevereinigung darstellt, nimmt in einer längeren Erklärung Stellung zu den kommenden Reichstagswahlen, in der es u. a. heißt:„ Der Gastwirt, der mit seinen, dem Dienst der Oeffentlichkeit be= reitgestellten Räumen von dem Parteigetriebe oftmals sehr arg mitgenommen und geschüttelt wurde, soll sich freihalten von jeder parteipolitischen Tätigkeit und lediglich seine Räume als neutralen Boden für jedermann bereithalten. Da aber der oft zum Fanatismus ausartende Parteikampf es fertig brachte, gerade Gastwirte, weil sie zu einer nicht fottieren, in Verruf zu erklären, so fordern wir eingehende Mitteilung, wo von irgendeiner Partei, gleichviel welcher Richtung, eine Zwangs- oder Gewaltspolitik über einen Gastwirt oder sein Geschäft verhängt werden sollte, da bei uns die feste Absicht besteht, mit allen gegebenen und gesetzlichen Mitteln derartigem Treiben energisch entgegenzutreten." Die verschiedenen Kombinationen über die Dauer der Legislaturperiode und die voraussichtliche Lebensdauer des jetzigen Reichstags werden sowohl durch ihren widerSprechenden Inhalt wie durch ihre wachsende Anzahl nachgerade langweilig. Immerhin wird man nicht an einer neuen Lesart stillschweigend vorübergehen dürfen, die die offiziös bediente ,, Kölnische Zeitung" jezt verbreitet. Ste glaubt nicht recht an eine Herbsttagung und schreibt wetfer:„ Sollte sich herausstellen was, wie wir glauben, ber Fall sein wird- daß der Reichstag keine nützliche Arbeit mehr leistet, so wird u. E. an die Regierung die unabweisbare Forderung herantreten, den Reichstag nicht bis Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümce. ( Nachdruck verboten.) Ropf Schoß batte er n Giftpulver man bel Ein Gange. A tarif der Lohnerhöh einigte fid biefe hatt gezogen, erflärte verlangte weigert Musstand hat nun Folge ge από το δα Cin 1 marte der Stillen D threrArt e fein. Das marke", di gegeben m gemeinscha bort entw franzöfifche fe ist nun Gie zeigt lifchen Far die Initia von Engla Das Grenze tre ladung vo Firma W wurden an Rilogramm wurden. Strafe von zu zahlen. diefem Sch zu zahlen. Verhaf Haupt eine die auch in fegt in die ein Telegra Ein Fleischergeselle als Einjähriger. Infolge hervorragender gewerblicher Leistungen erhielt der Fleischergeselle Paschke in Charlottenburg die Berechtigung zum Einjährigfreiwilligendienst. Weibliche Pfarrer in der Schweiz. Die Pfarrersynode des Kantons Graubünden beschloß, gegen die Zulassung der Frauen zum Pfarramt keine grundsätzliche Einwendung zu erheben; den Gemeinden soll die Anstellung weiblicher Pfarrer freigestellt werden. Mit dem Vorgehen Frankreichs in Marotto ist auch England nicht ganz einverstanden. Nach einer Reutermeldung wird in den diplomatischen Kreisen Londons der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Franzosen nur nach Fez marschieren werden, falls die Lage der Fremden dies unbedingt erforderlich machen soll und daß nicht die Absicht bestehe, die französischen Truppen dauernd in Fez zu belassen. In wohlunterrichteten Kreisen glaubt man bestimmt, daß Frankreich alles vermeiden werde, was zu Berwicklungen mit den anderen Mächten führen könnte und daß es in keiner Weise die ihm durch die Algecirasatte zugestandenen Rechte überschreiten werde. 27) Raben verlangte, ehe er Hardi seine Tochter anvertraute, erst einen flaren Beweis seiner Unschuld an dem Diebstahl. Ihm schiene ein solcher bisher noch nicht erbracht. Er wäre es aber seiner Tochter schuldig, diese Forderung zu stellen. Hardi wurde blaß und hätte sich zweifellos zu einer Crwiderung hinreißen lassen, die ihm hernach leid gewe= sen, wenn die große Liebe zu Erna ihm nicht Mäßigung geboten hätte. Scheinbar ruhig erwiderte er denn: Durch die Mafia entführt. Gestern wurde in Palermo auf offener Straße der zehnjährige Sohn eines Staatsanwalts von vier maskierten Räubern überfallen und entführt. Der Staatsanwalt führt zurzeit einen Prozeß gegen hervorragende Häupter der Mafta. Man glaubt daher, daß die Entführung durch Angehörige der Mafia geschehen ist, die einen Druck auf den Staatsanwalt auszuüben beabfichtigen. Die Regierung der Republik Portugal beschloß, der Agitation der Geistlichkeit gegen die Trennung von Kirche und Staat so lange passiv zuzusehen, wie sie innerhalb der gesetzlichen Grenzen bleibt, jede Aufhezzung von der Kanzel herab jedoch auf das strengste zu ahnden. Am Kirchentrennungsgesetz wird nichts geändert werden. Herr Raben, ich glaube, der Umstand, daß ich in spä= ter Nachtstunde noch den Bankier Hildebrand aus dem Schlafe wedte, um bei dem zu erreichen, was Sie mir abschlugen, ist ein schlagender Beweis. Außerdem habe ich ja auch Zeugen dafür, daß ich, nachdem ich von Ihnen gegangen war, bis zur Abfahrt des letzten Zuges im Wartestmmer der Station gesessen habe." Die Schredenstat eines Jersinnigen hat das oberbayerische Dorf Altfalterbach in Aufregung versetzt. Dort fam Fritag abend ein 36jähriger Wagner in den Nachbarhof und wollte den Bauer und seine Frau umbringen. Beide fonnten flüchten. Im Hofe erschlug der Wahnsinnige einen jungen Dienstknecht mit einem Wagenscheit und ging mit gezücktem Messer gegn den vorbeikommenden Schmiedemetster des Ortes und dessen Sohn vor, die ihn jedoch überwältigten und fesselten. Bräsident Diaz bleibt in Merito. Die merikanische Gesandtschaft in London, die wohl als unterrichtet gelten darf, bestreitet, daß Präsident Diaz Mitte Mai eine Europareise antrete oder überhaupt Meriko verlasse. Angesichts der neuen Wendung der Dinge, die in einem erneuten Aufleben der Aufstandsbewegung ihren Ausdruck findet, dürfte ein Verbleiben im Lande auch sehr wahrscheinlich sein. „ Herr Leutnant, das will beides gar nichts sagen. VerBethen Sie, wenn ich den ersten Beweis geradezu als naiv bezeichne. Einmal wäre es ja recht wohl möglich, daß Ihnen die 2000 Mart noch nicht genügten und zweitens Jäge der Gedanke auch nahe, daß Sie bei Hildebrand nur porsprachen, um den Verdacht von sich abzulenken. Und baß he während der ganzen Zeit im Wartezimmer gewelen sein wollen, Herr Leutnant, das kann ich nicht glauben. Ste tranten dort ein Glas Bier und entfernten sich dann wieder." Sardi griff an seinen Kopf. Selbstmord eines Vierzehnjährigen. An der Ueberführung der Posener Eisnbahnlinie in Breslau warf sich ein 114ähriger Knabe vor einen vorüberfahrenden Personenzug und wurde getötet. Drei Opfer einer Gasvergiftung. In Ostrowo( Prov. Posen) wurden eine Witwe, ihre 13jährige Tochter und ihre 32jährige Schwester im gemeinsamen Schlafzimmer tot aufgefunden. Es wurde Gasvergiftung festgestellt. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß der am Gaskocher be findliche Schlauch geplatzt war und das Gas entweichen konnte. ,, Mag sein," erwiderte Raben achselzuckend.„ Jedenfalls ist es also mit dem Beweis nichts. Es steht der Vermutung, daß Sie von der Haltestelle zurückgekehrt sind, um noch einmal zu versuchen, das Geld zu bekommen, nichts im Wege. Ich hatte, da ich meiner Sinne an jenem Abend infolge unserer Unterredung nicht wie sonst fähig war, die grobe Fahrlässigkeit begangen, meine Lampe brennen und die Schlüssel auf dem Tische liegen zu lassen. Auch hatte ich nicht daran gedacht, die Fenster genügend zu vers schließen. Ein Diebstahl konnte also sehr leicht verübt " Herr Raben Sie sind genau orientiert!- Das It richtig, ich saß nur einen Augenblick und spazierte, da ch mich langweilte und sehr unruhig war, über die Wiese, ehrte aber dann bald zurück und saß dann über eine Stunde im Wartezimmer. Freilich war niemand dort. Der Wirt Batte sich wohl zur Ruhe begeben." werden." Aus den Gerichtssälen. Wegen Majestätsbeleidigung, begangen durch einen Artikel über die Kaiserrede bei der Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates, sind die beiden Redakteure der sozial demokratischen Chemnitzer Volksstimme" Heilmann und Meyer zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. In dem Prozeß gegen den Notar Werner Guenter aus Kempen, der 277 521 M unterschlagen hat, lautete das Urteil wegen Unterschlagung im Amte, gewinnsüchtiger Urtundenfälschung und betrügerischen Bankerotts auf fünf Jahre Zuchthaus und 1500 M Geldstrafe. Guenter war geständig und gab an, daß er sich im Jahre 1883 mit der Tochter eines Bergwerksdirektors verheiratete. Seine Frau sowohl wie er hätten bei der Verheiratung kein Vermögen besessen, so daß er bald in petuniäre Schwierigkeiten geraten sei. Bei seiner Uebersiedlung nach Kempen habe er tetne passende Wohnung finden können, so daß er sich ein Haus bauen mußte. Auch das habe dazu beigetragen, seine finanziellen Schwierigkeiten zu erhöhen. Sein Jahreseinkommen habe etwa 10 000 Mark betragen; er habe aber jährlich 20.000 M versteuert, um seinen Kredit zu heben. Als der Konkurs verhängt war und die Entdeckung der Unterschlagung nicht mehr aufzuhalten war, floh er nach Köln, wo er sich in einem Hotel einquartierte. Hier machte er einen Selbstmordversuch, indem er sich eine Kugel in den ,, Und ich allein komme, wo die Gelegenheit so günstig war, als Dieb in Betracht?" fragte Hardi jetzt in gereiztem Ton. Herr Leutnant, ich bitte um Verzeihung, ich will nicht richten, aber ich gebe Ihnen die Versicherung, daß wir uns redliche Mühe gegeben haben, dem Täter auf die Spur zu kommen, aber leider nur bis zu diesem Verdacht gelangten. Deshalb wird in der Sache weiter nichts getan." Was? Darum?- Herr Raben das verstehe ich nicht!" Mit bitterem Hohn erwiderte der Rentmeister:„ Das ist doch sehr leicht zu verstehen!- Herren Ihres Standes pflegt man vor Schande zu schützen. Uebrigens, wenn - Sie es noch nicht wissen sollten, fast allgemein ist man der Ueberzeugung ,, wir beide hätten gemeinsame Sache ge= macht. Und würden Sie gar nun noch mein Schwiegersohn, dann werden vielleicht die wenigen, die uns noch glauben, ebenfalls der Meinung werden. So, Herr Leutnant, nun wissen Sie meine Bedenken. An Ihnen Itegt es, mir die zu nehmen. Sollte es Ihnen gelingen, ich wollte überglücklich sein und die Ehre zu schäzen wis sen, daß Sie heute um die Hand meiner Tochter warben." men hinreichend hielt. Ach, nun wird mir erst alles flar! diese böse, böse Welt! Wenn eines Mannes Wort nicht mehr gilt, eines Edelmannes Wort, ja, dann sieht es traurig aus. Aber, Herr Raben, es gibt eine ewige Gerechtigkeit." „ Also der Beweis meiner Unschuld soll die Bedingung sein. Ich halte es für nicht schwer, denselben zu erbringen, wenngleich ich Ihnen jezt auch recht geben muß, daß mich das nicht rechtfertigen fann. was ich bisher für vollkom- Erna war felsenfest von des geliebten Mannes völliger Unschuld überzeugt. Sie glaubte an sein Wort wie an das Evangelium. Darum vermochte des Vaters Verhalten ihr Glück auch nicht zu stören, höchstens ein wenig verdunkeln. Voll süßer Hoffnung sah sie dem Tag entge gen, wo auch des Vaters Zweifel geschwunden wären und Hardi ihr ganz gehörte. Täglich trafen sich die Liebenden und täglich schieden sie mit dem seligen Gefühl von einander, daß ihr Glück noch von Tag zu Tag größer würde, trotzdem sie es längst für unermeßlich gehalten. Nur zu schnell flog die Zeit dahin und die Abschiedsstunde schlug. Hardi mußte zu seinem größten Leidwesen abreisen, ohne des Rentmeisters Mißtrauen beseitigt zu haben. Es war ihm nicht gelungen, eine Spur von dem wirklichen Dieb zu entdecken, so verzweifelte Mühe er sich auch gegeben. Mit dem ersten Liebesbrief von seiner Hand zugleich erhielt Erna zwei Tage nach seiner Abreise noch ein zweites Brieflein mit einer Handschrift, die sie nicht kannte. Voller Wonne öffnete sie Hardis Brief und ihre Augen strahlten, ihre Wangen färbten sich purpurn, während sie ihn las. Ganz unsinnig verliebt mußte der gute Junge sein! Welche Kosenamen! Nein, man sollte es nicht denfen, daß ein Mann so verliebt sein kann! Erst nachdem sie dieses Schriftstück, das von ziemlicher Länge war, mindestens fünfmal durchgelesen und wiederholt ans Herz ge drückt, fiel ihr der andere Brief wieder ein, der da noch ungeöffnet vor ihr auf dem Nähtischchen lag. Von wem fönnte der nur sein. Dem Stempel nach kam er also auch von der Residenz. Verdächtig öffnete Erna den resedafarbenen Umschlag. Da fällt in Seidenpapier gewickelt, ein Ringlein auf den Fußboden.( Fortsetzung folgt.) des: Ein D ift in Ralf worden, de Deutschland nen es sich hat. Barc Lommen un ners, der sid heißt. Nad felben Blat Falschspiele mann laute die er an und Monte brieflich ve Der falsche Korff- König Falschspielen bolf Stallm her Buchhal verstand es Rolle zu spi eigene Spie tersuchungs nich, der fi Bujos und tän Cheval wurde. Gr v. J. in Wi thm der R Berlin geb entgegenfie „ Korff- Kör er dürfte Der Spiele den. Ritter Leipziger Rittergute früheren de an der Seit Lübschena b burg entstam Spedhofs in machte sich aus Spanien mann Sped mit legte er Verstorbene wirtschaft aus Der W bie Frage de ganze Land rat hat befch 1. Mai zu un gerlidhen Rep beffen Regier ridständig un In nielen St Diufit gestatte Unterschied an mcltaten mad mobil. 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Als am Schluß des vorigen Jahres der letzte Lohntarif der Zimmerleute ablief, verlangten die Gesellen eine Lohnerhöhung von fünf Pfennigen für die Stunde. Man einigte sich schließlich mit den Meistern auf vier Pfennige, btese hatten aber nicht die Innungsversammlung zu Rate gezogen, die nur drei Pfennige bewilligte. Jm März d. J. erklärte sich die Innung zu den vier Pfennigen bereit, jetzt verlangten die Gesellen aber fünf Pfennige. Da dies verweigert wurde, so traten die organisierten Gesellen in den Ausstand. Das jezige der Bautätigkeit günstige Wetter hat nun eine Verhandlung vor dem Einigungsamt zur Folge gehabt, die aber zu keinem Resultat geführt hat, und so dauert der merkwürdige Streif fort. Ein Unifum für Martensammler. Die neueste Brief= marke der Welt, die der Hebriden, einer Inselgruppe im Stillen Ozean, wird demnächst erscheinen; und sie wird in threrArt ein Sinnbild für die kühnsten Friedenshoffnungen sein. Das neue Wertzeichen ist eine Art ,, Entente- Briefmarke", die gemeinsam von Frankreich und England herausgegeben wird. Diese beiden Staaten verwalten nämlich gemeinschafltich die Inselgruppe; und man fonnte bisher bort entweder englische Marken von den Fidschiinseln oder französische von Neukaledonien verwenden. Die neue Marte ist nun als Bild der gemeinsamen Herrschaft stilisiert. Sie zeigt zur Linken die französischen, zur Rechten die englischen Farben, und in der Mitte prangen nebeneinander die Initialen der französischen Republik und des Königs von England. Das Schmuggelunwesen an der deutsch- holländischen Grenze treibt eigentümliche Blüten. Bei einer Wagenladung von Heringen, die aus Rotterdam tam und für die Firma Wünsch in Bodenbach in Böhmen bestimmt war, wurden an der preußischen Grenze durch Zollbeamte 800 Kilogramm Saccharin gefunden, die mit Beschlag belegt wurden. Nach den holländischen Bestimmungen ist eine Strafe von 50 000 holländischen Gulden( ca. 80 000 Mark) zu zahlen. Die Bodenbacher Firma erklärt, daß sie von biesem Schmuggel nichts wisse und weigert sich, die Strafe zu zahlen. Verhaftung des Falschspielers„ Baron König“. Das Haupt einer bekannten internationalen Spielergesellschaft, die auch in Berlin zahlreiche Gastrollen gegeben hat, ist Jetzt in die Hände der Polizei gefallen. Hierüber meldet ein Telegramm des Berl. Lot.- Anz." aus London folgendes: Ein Deutscher, der sich Graf Rudolf von König nennt, ist in Kalkutta auf Grund eines Haftbefehls festgenommen worden, den die Berliner Polizei wegen zahlreicher in Deutschland und anderswo verübter Betrügereien, bei denen es sich um große Summen handelt, gegen ihn erlassen hat.„ Baron König" war aus Südafrika nach Indien getommen und reiste in Beglettung eines französischen Dieners, der sich Körner nennt, aber in Wirklichkeit Robilliere heißt. Nach einer ergänzenden Berliner Meldung des= selben Blattes handelt er sich höchstwahrscheinlich um einen Falschspieler großen Stiles, dessen richtiger Name Stallmann lautet und der wegen Betrügereten im Kartenspiel, die er an den verschiedensten Orten, darunter in London und Monte Carlo, begangen hat, seit längerer Zeit steckbrieflich verfolgt wird. Weiter schreibt der„ Lok.- Anz.": Der falsche Baron König, der sid, auch gelegentlich Baron Korff- König nannte, ist ein gefährlicher internationaler Falschspieler. Er heißt mit seinem richtigen Namen Rubolf Stallmann, ist ein geborener Berliner und war früher Buchhalter. Er widmete sich früh dem Falschspiel und verstand es bald, in internationalen Spielerkreisen eine Rolle zu spielen. Er gründete vor mehreren Jahren eine eigene Spielergesellschaft, der u. a. der in Berlin in Untersuchungshaft befindliche Graf Giesbert Wolff- Metternich, der kürzlich in Brüssel verhaftete Rumäne Stefar Bujas und ein Engländer angehörten, der sich als Kapi. tän Chevalier Newton ausgab und in London verhaftet wurde. Graf Wolff- Metternich wurde am 14. Dezember v. J. in Wien verhaftet, und zu Anfang April d. J. folgte ihm der Rumäne Bujas, der inzwischen von Brüssel nach Berlin gebracht worden ist und hier seiner Aburteilung entgegensieht. Jetzt hat den Führer der Gesellschaft Baron ,, Korff- König" alias Stallmann das Schicksal ereilt. Auch er dürfte nach Berlin ausgeliefert werden. Bis jetzt sind der Spielerbande 14 Fälle von Betrug nachgewiesen worden. Rittergutsbesitzer Sped von Sternburg ist nach einer Leipziger Meldung im Alter von 90 Jahren auf seinem Rittergute Lützschena gestorben. Er war der Vater des früheren deutschen Botschafters in Washington und wird an der Seite seines Sohnes in dem prächtigen Park von Lützschena beigesetzt werden. Freiherr Speck von Sternburg entstammt einer Familie, deren Begründer der Kaufmann Sped in Leipzig war, an den noch der Name des Speckhofs in Leipzig erinnert. Dieser Kaufmann Spec machte sich dadurch verdient, daß er die Merinoschafzucht aus Spanien in Deutschland und Rußland einführte; damit legte er den Grund zu seinem großen Vermögen. Der Verstorbene gestaltete seinen Grundbesitz zu einer Musterwirtschaft aus, die auch mit einer Brauerei verbunden war. Der„ Weltfeiertag" in Frankreich. In Frankreich ist die Frage der Maifeierumzüge kurz und bündig für das ganze Land geregelt worden. Der französische Ministerrat hat beschlossen, Umzüge und Straßenkundgebungen am 1. Mai zu untersagen. So geschehen in der freien" bürgerlichen Republik Frankreich. In Deutschland dagegen, dessen Regierung man auf sozialdemokratischer Seite nicht rückständig und arbeiterfeindlich genug schildern kann, sind In vielen Städten, z. B. in Sachsen, Umzüge sogar mit Musik gestattet worden. Ob die Sozialdemokratie diesen Unterschied anerkennen wird? Die französischen Sozialdemcltaten machen gegen das ministerielle Verbot bereits mobil. Einem Berichterstatter wurde von einem Ausschußmitglied des Syndikatsverbandes des Seinedepartements erklärt, daß die Kundgebungen trotz des Verbotes stattfinden würden. Sie hätten nicht feindseligen Charakter tragen sollen, aber angesichts der Haltung der Regierung seien Zwischenfälle immerhin möglich. Aberglauben. Ein tschechisches Pardubitzer Blatt berid let über Vorfälle, die sich bei einem Brande ereignet haben und die beweisen, in welch ausgedehntem Maße der Aberglaube noch in manchen Gegenden Böhmens herrscht. In dem Dorfe Manschowitz bei Pardubiz brach am Karfreitag ein Brand aus, dem fünf Gehöfte zum Opfer fielen. Aus einem Hause wurde ein Wöchnerin gerettet, aber keine der 300 Familien des Dorfes wollte trotz des herrschenden Sturm und Regenwetters die Kranke aufnehmen, weil beim Volke der Glauben herrscht, daß eine fremde Wöchnerin dem Hause Unglüd bringe. Die Bauern zweier nahegelegener Dörfer gaben für die Feuerspritzen auch die Pferde nicht her, da nach abergläubischer Ansicht am Karfreitag verborgte Pferde das Jahr nicht überleben. Die Folge davon war, daß der Brand weiter um sich griff, als es sonst der Fall gewesen wäre. Die Wöchnerin fand endlich in einem benachbarten Dorfe bei einer vorurteilslosen Bäuerin Unterkunft. Der angeultte Zeppelin. Man schreibt der„ Frkf. 3tg." aus Düsseldorf: Graf Zeppelin, der seiner„ Deutschland" hierher gefolgt ist, wurde am Dienstag bei seiner Ankunft vom Publikum wie ein römischer Triumphator bejubelt; aber auch an Spottliedern, wie sie einst die siegreich einziehenden Feldherrn hören mußten, hat es nicht gefehlt. Dafür sorgte dte ltebe Schuljugend. Ein Lied beginnt mit einer Anspielung auf die legten Unfälle der„ Deutschland": 3eppelin ist ein flau( oder lau) Mann, er stößt an jedem Baum an, dann tommt er bloß bis Eller( Vorort Düsseldorfs), dort bricht er der(!) Propeller" usw. Daß das Sted nicht böse gemeint war, geht aus den helljauchzenden Hochrufen hervor, die noch in der neunten Abendstunde vor dem Hotel des Grafen zu hören waren. Die„ kommandierende Generalstochter". Aus Jena wird dem ,, B. L. A." geschrieben: Die standesamtlichen Nachrichten, besonders die Aufgebote, bilden häufig eine Quelle heiterer Titelstudien. Eine Bezeichnung, die neuerdings hier Eingang gefunden hat, ist die„ Haustochter". Wer annimmt, daß dabei die Tochter des Hauses, also die Tochter des Hausbesizers, in Frage kommt, ist schlecht unterrichtet. Vielmehr ist damit ein junges Mädchen gemeint, das Hausarbeiten verrichtet, dessen Eltern zur Miete wohnen. Dienstmädchen und dergleichen, selbst Stütze, ist in manchen Fällen nicht vornehm genug. Die lezte Ausgabe der standesamtlichne Nachrichten in Jena zeigt eine besonders gewagte Zusammenstellung. Unter ben Aufgebotenen befindet sich da ein Universitätsprofessor mit einer„ kommandierenden Generalstochter". Uebertrumpft. Der Pfarrer wollte die Kirche verschönern lassen und klopfte deshalb bei den Bauern seiner Gemeinde um milde Gaben an. Den ersten Bittgang machte er zum Müller, der ohne viel hin und her ein Zwanzigmarkstück beisteuerte. Fangt gut an", dachte sich der Pfarrer und setzte frohgemut seinen Rundgang fort. Mit frommem Gruß trat er in die Stube des reichen, aber sehr geizigen Fuchshofer ein und brachte sein Anliegen vor.„ Ja, ja, stimmte der Bauer zu, a Kirch soll schön sein, nachher beten die Leute lieber. Aber die Zeiten, Herr Pfarrer", jammerte er, die Zeiten sind schlimm und die Steuern taum zu erschwingen. Aber i will mi net ausschließen. Wieviel hat denn der Müller g'opfert, wenn i fragen darf?" " 3wanzig", gestand der Pfarrer etwas zaghaft. 3wanzig", wiederholte der Fuchshofer auf und ab gehend. In Gott'snam'," versprach er endlich, i will mi vom Müller net lumpen lassen. Zahlt der zwanzig, so spendter i fünfundzwanzig." Er griff in seinen Geldbeutel und drückte dem Pfarrer ein nagelneues Fünfundzwanzigpfennigstück in die Hand. Kampf mit einem Wahnsinnigen im Operationssaal. Im Konvent der barmherzigen Brüder in Krakau tam es, wie der„ Inf." aus Wien geschrieben wird, vor einiger Zeit zu einer furchtbaren Szene, die durch einen Wahnsinnigen im Operationssaal hervorgerufen worden war, und bei der nur durch die Heldentat eines barmherzigen Bruders, des bischöflichen Notars Pater Pompejus Nibauer, ein schrecklicher Massenmord verhindert wurde. Ein Wahnsinniger, der fich das Leben zu nehmen versucht hatte, war ins Krankenhaus gebracht worden und wurde in den Ope= rationssaal geschafft, wo seine Wunden verbunden wurden. Während der Operation war es ihm geglückt, ein großes Seziermesser zu nehmen und bei sich zu verstecken. Als er nun in das Gitterbett gelegt worden war, um in sein Kranfenzimmer geschafft zu werden, schnitt er mit dem Meffer das Strickgitter seines Bettes durch, sprang aus dem Bett und stürzte sich auf den allein im Zimmer anwesenden barmherzigen Bruder Nibauer, das scharfe Operationsmesser in der Hocherhobenen Faust. Dabei schrte er fortwährend: „ Ich muß alle Kranken ermorden!" Er versetzte dem Pater einen furchtbaren Stoß in den Arm und stürzte an ihm vorüber zur Tür, um die hilflosen Kranken niederzumegeln. Trotz der Verwundung warf sich Pater Nibauer auf den Tobsüchtigen und versuchte ihn so lange festzuhalten, bis Hilfe herankam. Es entstand nun ein furchtbarer Kampf zwischen dem Wahnsinnigen und dem barmherzigen Bruder, bei dem der Tobsüchtige seinem Gegner elf schwere Wunden beibrachte. Als die Kraft des heldenmütigen Mannes erlahmte, famen endlich Helfer herbet und bändigten den Wütenden. Pater Nibauer mußte sich einer schweren Operation unterziehen und schwebte mehrere Tage in Lebensgefahr. Jetzt befindet er sich auf dem Wege der Befferung. Die Fliegerkrankheit. In der Pariser Akademie der Wissenschaften gelangte gestern ein interessanter Bericht zweier Professoren der medizinischen Fakultät von Bordeaux über die Beobachtungen bei der allermodernsten Krankheit, der Aviatikerkrankhett, zum Vortrag. Diese Beobachtungen bezogen sich auf Höhenflüge, und auf rasches Absteigen. Beim Höhenflug beschleunigt sich bie Atmung. Ungefähr in einer Höhe von 1500 Metern, bis wohin im Luftballon die Atmung noch ganz regelmäßig ist, beginnt das Herz rascher zu schlagen. Auch macht sich ein leichtes Unbehagen geltend, das der im Vorjahre mit seinem Bruder abgestürzte Flieger Morane der Angst und dem groBen Gefühl der Einsamkeit zuschreibt. Ohrensausen stellt fich bet 1800 Metern Höhe ein. Der Flieger Legagneux, der Inhaber des Höhenweltrekords( 3200 Meter) empfand ein sogenanntes Ohrenknaden in weit geringerer Höhe. Dagegen bleibt die Sehstärke der Augen ungetrübt. Ein Flieger erlebte eine ganz merkwürdige Halluzination. Er sah während eines Fluges fortwährend zu seiner Rechten die Türme der Notre- Damekirche und ihre Spitze, obwohl er sich mehrere hundert Kilometer weit von Paris befand. Bei raschem Niedersteigen fühlt der Flieger ein Brennen im Gesicht, die Wangen röten sich stark und glühende Hize macht sich fühlbar. Er empfindet heftige Kopfschmerzen und eine unbezähmbare Neigung zum Schlaf, trotz aller Bemühungen, die Augen offen zu halten. Edison will 150 Jahre alt werden. Die Amerikaner betrachten mit Stolz thren Edison als eine Verkörperung des Geistes des neuen Amerika, wo unerschöpfliche Kraft des Willens, Zielbewußtsein, Arbeitsfreude und ein unerschütterlicher Optimismus alle menschlichen Kräfte und Fähigkeiten zu den größten Anstrengungen und den höchsten Leistungen befähigt. Und der berühmte Erfinder kann in der Tat als der menschgewordene Optimismus der amerikanischen Nation gelten, hat er doch jetzt mit dem ruhigen Lächeln der Selbstverständlichkeit einem Besucher erzählt, daß er erwartet, 150 Jahre alt zu werden, und daß er sich freut, noch so viel Zeit zu fruchtbarer und rastloser Arbeit zu haben. Die Aeußerung Edisons ist die Antwort auf die Er flärung des bekannten Millionärs und Geschäftsmannes Stubbs aus Chicago, der sich als 65jähriger von den Geschäften zurückzieht, um nun zu leben". Stubbs vertritt die Anschauung, daß auch der zäheste arbeitende Geschäftsmann sowohl im Interesse seines Unternehmens, als auch seines eigenen Wohles spätestens in einem Alter von 65 Jahren sich von der Arbeit zurückziehen müsse, um noch lange zu leben. Der Eisenbahnkönig Harriman sei nur darum verhältnimäßig jung gestorben, weil er den ganzen Tag und die ganze Nacht über immer neue große Pläne ausarbeitete und durchgrübelte. Edison empfing seinen Besucher nach Schluß seines 17stündigen Arbeitstages und meinte lächelnd:" Ich kann doppelt so viel denken und doppelt so lange arbeiten als Harriman oder Stubbs, und das nur darum, weil mein Lebenssystem vernünftig geregelt ist." Dabei gab der berühmte Erfinder zugleich einen Einblick in sein Rezept der Langlebigkeit. Man soll vernünftig essen, man soll vernünftig schlafen und man soll sich vernünftig fleiden. " Warum grübelte Mr. Harriman des Nachts, wenn er im Bette lag? Weil er zu viel gegessen hatte. Alle unsere großen Geschäftsleute essen zu viel und dabei nicht so raHonell wie ein Lastträger, der körperliche Anstrengungen überwindet. Man überhäuft die menschliche Maschine mit zu viel Kohle. Ich esse nur so viel, als ich zur Ernährung gebrauche, und das ist sehr wenig: bei jeder Mahlzeit kaum eine Handvoll fester Speisen. Aber das Ergebnis ist auch, daß ich 20 Sekunden, nachdem mein Kopf das Kissen berührt hat, fest schlafe. Harriman verbrachte von acht Stunden, die er im Bette lag, vier mit Nachdenken. Ich liege sechs Stunden im Bette und schlafe diese Zeit durch, einen ge= sunden, tiefen Schlaf. Nie in meinem Leben habe ich geträumt. Heute bin ich 64 und kann besser als je arbeiten und denken. Dieses Gerede von der Notwendigkeit, in ei nem gewissen Alter der Arbeit zu entsagen, ist Unsinn. Ich begann zu arbeiten, als ich zwölf Jahre zählte, und ich hoffe weiter zu arbeiten, bis ich 150 Jahre alt bin. Mein Paradies liegt auf dieser Erde. Mein körperlicher Zustand ist ausgezeichnet, und das auch nicht zum wenigsten dank dem Umstande, daß ich mich vernünftig fleide." Dabei zog er den Schuh vom Fuße und zeigte, daß seine Fußbekleidung zwei Nummern zu groß ist." Sehen Sie, genau so halte ich's mit den Beinkleidern, mit den Hemden, jeder Ader und feder Sehne wird damit die Möglichkeit gegeben, ungestört die Arbeit zu verrichten, um derentwillen sie da ist. Keine von ihnen wird je eingeengt. Mein Körpersystem hungert Bakterien aus, und sie haben es auch aufgegeben, mich mit Krankheiten oder Leiden zu bedenken. Mein Laster? Ja, ich kaue Tabak. Meine Frau erhob früher geharnischten Einspruch dagegen; aber seitdem sie weiß, daß der Oberrichter der Vereinigten Staaten auch taut, hat sie thren Widerstand aufgegeben und hält die Angewohnheit für höchst respektwürdig Drabtnachrichten und neuestes. Die Königin von Belgien leicht erkrankt. Brüssel, 29. April. Die Königin, die augenblicklich in London weilt, hat sich von neuem erfältet. Wie dem Hof heute aus London gemeldet wird, hat die Königin eine gute Nacht verbracht. Die Krankheit besteht in einer leichten Ohrenentzündung. Die Königin wiro in zwei bis drei Tagen die Rückreise nach Brüssel antreten können. Französische Verluste in Marokko. Madrid, 28. April.„ Heraldo" meldet aus Nemours ( Algier), die nach Tazza marschierende französische Kolonne set von Kabylen angegriffen worden und habe nach Hef= tigem Kampfe den Marsch fortgesetzt. Die Franzosen hätten 15 Tote und 20 Verwundete. Die Verluste der Kabylen feten unbekannt. Verhafteter Ein- und Ausbrecher. Berlin, 29. April. Der berüchtigte Ein- und Ausbrecher Max Schiemangk, der sich selbst zum General der amerikanischen Armee und zum Grafen de Passy ernannt hatte und dessen abenteuerliche Schwindeltaten so großes Aufsehen erregten, ist, nachdem er aus dem Heilbronner Gefängnis ausgebrochen war, gestern nachmittag in Lehde bei Lübbenau im Spreewald, wo er seit drei Tagen unter dem Namen eines Ingenieurs Wendt wohnte, ermittelt und in Haft genommen worden. Allgemeiner Frisenrgehilfeuftreit in Dresden. Dresden, 29. April. Sämtliche hiesigen Friseurgehilfen sind gestern in den Streik getreten. Sie verlangen Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit. Um der Erfüllung ihrer Forderungen den notwendigen Nachdruck zu verleihen, wollen die Friseurgehilfen fliegende Barbierzelte einrichten. Die Kunden sollen von den Gehilfen in diesen gratis bedient werden. Die Vergiftungen im Grefelder Kinderheim. Crefeld, 29. April. Die Vergiftungsaffäre im KinderHelm ist doch schwerer, als man ursprünglich angenommen hatte. Nachdem bereits zwei Kinder gestorben sind, hat sich ber Zustand bet drei weiteren Kindern derart verschlimmert, daß ihr Ableben stündlich zu erwarten steht. Bei den Kindern treten krampfhaftes Gliederreißen, Erbrechen und blutige Darmentleerung auf. Gestern abend war eine Kommission von Aerzten zur Obduktion der Verstorbenen in Crefeld anwesend. Auf dem amtlichen Totenschein ist als Todesursache schwere Vergiftung verzeichnet. Vom Automobil überfahren und getötet. Schlettstadt, 29. April. Bei Artolsheim überfuhr ein Automobil der Bielefelder Fahrradfabrik den 60 Jahre alten Hausierer Roos aus Mackenheim, der sofort tot war. Ein verurteilter Rechtsanwalt. Ulm, 29. April. Die Straffammer hat den Rechtsanwalt Hetzel von hier zu zwei Monaten und 13 Tagen Gefängnis verurteilt. Hezel hatte in einem Falle von Mündelgeldern die Obligationen gegen Darlehen vertauscht, um seinem in Not befindlichen Bruder zu helfen. Geschädigt wurde niemand, da das Geld zurückerstattet worden war. Folgenschwere Explosion einer Sprengpatrone. Trier, 29. April. Auf der im Bau begriffenen Bahnstrecke Heimbach- Baumholder explodierte beim Tunnelbau eine alte vergessene Sprengpatrone. Ein Arbeiter wurde getötet und drei weitere schwer verwundet. Dampferzusammenstoß in der Nordsee. London, 29. April. Der griechische Dampfer Elle bohrte gestern abend in der Nordsee den dänischen Dampfer Alfa in den Grund. Vier Mann der Besatzung des letzteren sind ertrunken. Der Kapitän schlief in seiner Kabine, als sich der Unfall ereignete. Er wurde durch den Bugspriet der Elle schwer verletzt, kletterte dann an diesem entlang, ala der Dampfer rückwärts ging und rettete so sein Leben. Die Damenmode und der englische Sof. London, 29. April. Die führenden Damenkleidermacher von Westend sind dahin verständigt worden, daß das Tragen von engen Röcken bet den Empfängen der Königin ungern gesehen werde. Regierungsmaßnahmen gegen die Maifeier in Paris. Paris, 29. April. Die Regierung hat angeordnet, daß zur Aufrechterhaltung der Ordnung am 1. Mai 28 Regimenter, davon acht Regimenter aus den benachbarten Garnisonen, nach Paris kommen. Revolverattentat im Theater. Petersburg 29. April. In einem Theater in Wologda feuerte eine unbekannte Frau vier Revolverschüsse auf den vor ihr sißenden Gefängnisinspektor Jefimow ab, die ben Hals und eine Hand durchschlugen. Zwei andere Personen wurden leicht verletzt. Die Täterin ist entkommen. Ein Kinderspiel dem Kaffee Kraft und Würze zu verleihen mit einem Zusatz von ,, Kaiser- Otto". Beim Einkauf achte man auf das rot- gelb- rote Paket und die Schutzmarke ,, Haus". Haben Sie Bedarf in Fahrrädern, Zentrifugen, Wasch- u. Nähmaschinen Dann versäumen Ste nicht Offerte einzuholen, oder mittelst Postkarte den Besuch zu berlangen von Friedr. 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So mancher würde sich wie neugeboren fühlen, wenn er sich entschließen könnte, einen Versuch mit Sanatogen zu machen. Wir verweisen ausdrücklich auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt der SanatogenWerke Bauer& Cie., Berlin SW. 48. Verantwortlich: Robert Roller, Gießen. er= kraft, wäre zu lassen? des Sana nicht zunu Wiedergew höchsten A Einzelnen. der Gegen zu ersetzer fähigkeit un bestätige daß Sanato brachte. D nach den E das in sei abgelauscht nehmen bra für immer v zum Gebrau mehr als mit ihren üb Seine Exz Sanatogen wesentlich in hervorrag und darauf Sanatogen ist er in Pac Dier abtren X12 An die Sanato ποπ πιωι τ ordnung fieren haben, Reichstag und der Organija Arbeitst jung bereits gierungen we ter noch der Kammern zu durch ein vo zu retten, un arbeitsg gung besteht beamtent bringen, wa bührenordnun werden fönn r Feil, ANSA dalles weisen. reell Frau esbaden, se 551 FERI Putzen NUR MIT NNIA FE OFFENBA Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oiertelfährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 mt.- Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Siegfried. Den Erfolg Sohn. Te Tochter, Locht me Tochter, Eulenberg 1. Sanatogen OPP der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. im Leben sichert sich nur der, der sich auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit zu erhalten weiß. Wenn uns die fortgeschrittene Wissenschaft und hochentwickelte Technik, die auf allen Gebieten so Erstaunliches leisten, ein sicheres, bequemes und preiswertes Mittel in die Hand geben zur Stärkung unserer Nerven- und Muskelkraft, wäre es nicht unverständlich, ein solches Mittel unbenutzt zu lassen? Wer sich die segensreichen Wirkungen dieses Mittels, lamm ein des Sanatogens n, Johan r ein Sohn, Sohn. Bina Ma er. in Wetzlar, , beide in in Halle a. ießen. Marie Kern, lmine Velte, nicht zunutze macht, verkennt die Gelegenheit, die sich zur Wiedergewinnung neuer Kraft zeigt. Die heutige Zeit stellt die höchsten Anforderungen an die Leibes- und Geisteskräfte jedes Einzelnen. Diese zu stärken und ihren durch das aufreibende Leben der Gegenwart doppelt schnellen Verbrauch immer sofort wieder zu ersetzen, ist das ganze Geheimnis der Energie, Leistungsfähigkeit und Spannkraft des modernen Menschen. Viele Tausende bestätigen daß Sanatogen ihnen die lang entbehrte Kraft und neue Lebenslust brachte. Dieses auf streng wissenschaftlicher Grundlage aufgebaute, nach den Erfahrungen modernster Hygiene zusammengesetzte Mittel, das in seiner Zusammensetzung der Natur auf das glücklichste abgelauscht ist, von dem man täglich nur einige Teelöffel voll zu nehmen braucht, hat schon dort geholfen, wo man die besten Kräfte für immer verloren glaubte. Damit wir aber mit vollem Vertrauen zum Gebrauche von Sanatogen schreiten können, sei erwähnt, daß er in Fran mehr als 12000 Ärzte Gießen. Anna Ma nna Reined, Maria Noll mit Gertrude ahr alt. alt. 57 Jahr all 54 Jahre alt 2 alt. 68 Jahr all Nervenkraft inzung ihre ernen Berufs Pflicht. Das den Aerzten it, heißt Ga gefchwächter hrt, indem es ganifchen Au te Kraft e Neubelebung us, eine be Leiftungen fühlen, went mit Sanato hauf den der er Ganatogen mit ihren übereinstimmend anerkennenden Gutachten dafür eintreten. Seine Exzellenz Professor Dr. von Tobold, Berlin, schreibt: ,, Sanatogen hat sich bei meinen Patienten, welche in der Ernährung wesentlich gelitten hatten und körperlich heruntergekommen waren, in hervorragender Weise bewährt. Der Appetit steigerte sich merklich, und darauf trat eine erfreuliche Zunahme des Körpergewichtes ein." Sanatogen ist erhältlich in jeder Apotheke und in jeder Drogerie in Packungen zu M. 1.65, 3.20, 7.70 und 15.X 12 Nier abtrennen! An die Drucksache Sanatogen- Werke Bauer& Cie noa) nan L 3 Pfg.Marke Friedrichstr. 231. Das ( Haus Brüder Schmidt.) ig, den 2. Mai 1911. ieser Leporelloliste und der UnmöglichPensum auch nur annähernd zu bewälPlan, diesem Reichstag nach den Etat fzuhalsen, nur als ein schlechter Witz erhandelt sich ja in der Tat bereits um vorgestern. Ueberhaupt wird man gut ich bereits feststehenden Pläne über das des Reichstages mit Vorsicht zu gers erste ist noch alles in der Schwebe, el Staatsmann, der sich nicht bloß der Linken, sondern in entscheidenden Fraie reichsländische Verfassungsreform ist, wärtigen Reichstags mehrheit gegenüber= hts der verworrenen Situation noch gar Je, Feldzugspläne zu schmieden. Ob der ines natürlichen Todes sterIufgelöst werden wird, und Teuwahlen stattfinden, das Jen an das Schicksal, die man stellen, tworten kann. les Provinzial- Husfcbuffes Provinz Oberbeffen. dem Gießen, den 29. April. s gegen einen Polizeibefehl mts Gießen bezüglich des Hofe. Das Kreisamt Gießen erließ > en der Ortseinwohner von Utphe veranden Pächter Jakobi daselbst einen Polim gesagt war, daß J. öfter aus 2c. in größeren Mengen in den Orts= lasse. Da der aus dem Ortskanal durch te aufsteigende Geruch erheblich beonders die Schulkinder beim Unterricht fährdet würden, werde ihm bei Meidung n 50 Mark für jeden Tag und Fall der ng verboten, wenn er den Uebelstand Der Beklagte erhob gegen diesen Boli> an den Provinzial- Ausschuß. Die erste or dem Provinzialausschuß fand am 14. statt, es wurde aber beschlossen, zunächst tigung vorzunehmen. In dem heutigen neben mehreren Zeugen auch als Sachedizinalrat Haberkorn von Gießen verestätigt, daß tatsächlich ein unhygienischer egen habe, der ein Einschreiten im öffenterfordert hätte. Der Provinzialausschuß nd gemachter Feststellungen den Rekurs izeibefehl zurück und verurteilte J. zur tosten des Verfahrens sowie zur Zahlung ungsgebühr von 20 Mark. inderatswahl zu Ober- Erlen er Gemeinderatswahl zu Ober- Erlenbach d. Js. gingen Franz Veith, J. Schaub nes Schmitt als gewählt hervor. Das edberg beanstandete aber die Wahl, Sertreter des höchstbesteuerten Drittels wesen seien, aber nur ein solcher ge= wäre. Der Kreisausschuß entschied deswahl stattzufinden habe. Dagegen wurde n, der jedoch vom Provinzial- Ausschuß g verworfen wurde. : des Ortsarmenverbandes gen den Ortsarmenverband egen Unterstützung des A. S. juletzt vom 20. März bis 16. April 1909 und ädtischen Hospital verpflegt werden BERLIN SW 48 ägiger Abwesenheit am 20. April 1909 s ein. Am 19. Mai verließ er das Howurde am 29. September in die Klinik Dezember 1909 in das Johann Friedrichordnung noch die zweite und dritte Lesung zu pas- Stift in Laubach aufgenommen. Der Ortsarmenverband sieren haben, ist bisher noch keinerlei Einigung zwischen Gießen begehrte nun Ersatz seiner Vorlagen für S. vom 20. April 1909 ab mit 444,42 Mt. von dem Ortsar Reichstag und Regierung über die heißumstrittene Frage menverband Griedel, weil er dort vom 14. September der Organisation des Strafgerichts in Aussicht. 1906 bis 28. Februar 1908 und vom 16. Juni bis Arbeitskammergesetz hat zwar die zweite Le5. November 1908 gearbeitet und nach der Novelle zum sung bereits durchgemacht, aber da die verbündeten Regierungen weder der Einbeziehung der Eisenbahnarbei- Unterstützungswohnsitzgesetz vom 30. Mai 1908 seinen ter noch der Wählbarkeit der Arbeitersekretäre in die Unterstützungswohnsiz erworben habe. Da S. am 16. April 1909, als er das städtische Hospital verließ, noch Kammern zustemmen wollen, wäre die Vorlage durch ein völliges Einschwenken der Reichstags mehrheit im Besitz ausreichender Geldmittel gewesen sei und sich bis zum 20. April 1909 habe selbst ernähren können, zu retten, und auch auf eine Einigung über das Heimso stelle die Erkrankung am 20. April einen neuen Pflearbeitsgesetz ist kaum noch zu rechnen. Mehr Neigefall dar, so sei Griedel zahlungspflichtig. Griedel weigung besteht bei den Parteien, die dringliche Privat beamtenversicherung unter Dach und Fach zu gerte sich und es kam zur Klage. Der Provinzial- Ausbringen, während Kurpfuschergesetz und Fernsprechgeschuß war im Gegensatz zu der Klägerin der Ansicht, bührenordnung schon jetzt auf die Verlustliste gestellt werden können. nur daß es sich um die Fortsetzung der früher bestandenen Hilfsbedürftigkeit handele und wies die Klage ab. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellengesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Aus Stadt und Land. Gießen, den 2. Mai 1911. * Hessischer Blumenta g. Schlechtes Wetter würde die Erträge des allgemeinen hessischen Blumentags natürlich außerordentlich beeinflussen. Da jedoch sich nunmehr die Veranstaltungen über das ganze Land erstrecken, und sich sogar die kleinen und kleinsten Gemeinden freudig in den Dienst der guten Sache stellen, wird es kaum möglich sein, auf eine allgemeine Losung hin den Blumentag zu verlegen. Es soll deshalb im Falle ausgesprochen schlechten Wetters den örtlichen Komitees überlassen bleiben, den Blumentag um eine Woche, also auf Samstag oder Sonntag, den 13. oder 14. Mai, zu verschieben. Um Irrtümer zu vermeiden, sei noch einmal betont, daß nach dem Blumentag die gefüllten Sammelbüchsen nicht etwa uneröffnet nach Darmstadt gesandt werden sollen, sondern daß das Deffnen und Zählen Sache der Kreiskomitees ist. Diese haben in vielen Kreisen das Oeffnen und Zählen den örtlichen Komitees der einzelnen Gemeinden übertragen. * Revierförster Adolph- Schlitz vor dem Reichsgericht. Gegen den Revierförster A.Schlitz war Klage beim Landgericht Gießen wegen gewerbsmäßiger Wilderei und Unterschlagung von Wild erhoben worden. A. sollte trotz ausdrücklichen Verbotes von höherer Stelle Rehböcke und Hasen geschossen und Wild für sich behalten oder verschenkt haben, das er der gräflichen Verwaltung hätte abliefern müssen. Es mußte indessen Freisprechung von der Anklage der Wilderei erfolgen, weil der Angeklagte das Jagdverbot irrtümlicherweise lediglich für einen ausgesprochenen Wunsch gehalten hatte. Was die Unterschlagung anbelange, so wurde ausgeführt, könnten ihm diese auch nicht nachgewiesen werden; denn er habe nach pflichtgemäßem Ermessen Wild, daß nicht genießbar sei, ausscheiden dürfen, und dies sei dann entweder verscharrt, den Hunden überlassen oder verschenkt worden. Das Gericht sei nun nicht in der Lage, festzustellen, daß das Wild, welches er nicht verbucht habe, verwendbar sei. Soweit er genießbares Wild für sich behalten habe, sei eine Unterschlagung nicht als vorliegend zu erachten, solange dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden könne, daß er bei der Aneignung die Absicht gehabt habe, das Wild nicht zu bezahlen. Das von ihm für seine eigenen Bedürfnisse behaltene Wild sei auf Grund von Lieferscheinen erst nachträglich von der Verwaltung auf sein Gehalt verrechnet worden. Gegen dieses freisprechende Urteil legte die örtliche Staatsanwaltschaft Revision beim Reichsgericht ein, die vom höchsten Gerichtshof indessen als unbegründet verworfen wurde. Limburg, 30. April. Die Frau des Mühlenbesitzers Schmidt auf der Lindenholzhäusermühle geriet in das Räderwerk der Mühle. Es wurde ihr der linke Arm ausgerissen und das linke Bein gebrochen. Die bedauernswerte Frau ist den schweren Verletzungen erlegen. -n= Marburg, 2. Mai. Die hiesige Studenten= schaft ließ es sich nicht nehmen, den Wonnemonat Mai in hergebrachter Weise zu begrüßen. In den vielen studentischen Vereinshäusern und Ausflugsorten ging's in den Abendstunden bei Musik und Gesang lustig zu, und zwischen 11 und 12 Uhr bemerkte man wieder rings an den Höhen die schlangenartig sich langsam hinwindenden Lampionzüge. Als die Mitternachtsstunde anbrach, flammten rings um die Stadt Feuerwerkskörper zum Nachthimmel empor und überall hörte man das Mailied singen. Um 12 Uhr spielte sich auf dem Marktplaze die traditionelle Maifeier der„ Nassauer" ab, die mit gefüllten Gläsern und brennenden Lichtern antamen und mit Musikbegleitung das Mailied sangen. * Marburg. Der bei der Baufirma Weishaupt beschäftigte Bautechniker Mauß wollte am Samstag nachmittags zirka 350 Mt. Arbeitslohn nach den Steinbrüchen bei Niederweimar bringen. Auf dem Wege trat ihm plötzlich ein junger Bursche entgegen und schoß ihm eine Kugel in den Leib. M. stürzte zu Boden, und als er die Augen aufschlug, feuerte der Räuber einen zweiten Schuß auf ihn ab, der ihm den vor das Gesicht gehaltenen linken Arm zerschmetterte. Um sein Leben zu retten, warf Mauß jetzt das Geld hin, welches der Räuber dann an sich nahm und in dem nahen Wald verschwand. Der Ueberfallene war dann, nachdem er längere Zeit bewußtlos gelegen, noch im Stande, sich in die Nähe des Steinbruches zu schleppen und um Hilfe zu rufen. Man brachte den Verletzten in die Marburger Klinik. Die sofort benachrichtigte Gendarmerie verhaftete im nahen Dorf Wehrshausen einen kaum 17 Jahre alten übel berüchtigten Burschen, der der Tat dringend verdächtig ist. Ein Kinderspiel ist es, dem Kaffee Kraft und Würze zu verleihen mit einem Zusatz von ,, Kaiser- Otto". Beim Einkauf achte man auf das rot- gelb- rote Paket und die Schutzmarke ,, Haus". Haben Sie Bedarf in Fahrrädern, Zentrifugen, Wasch- u. 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