u. pine tief fiel chuf Leipzig Glanz st Stoun's 1904 länzend ine Fährte tur. ich. en tige, bor Bare, lie Tifte fret gers, Weftfal öner Dogge erfuß im. -Mafiau gu ot er. Mainz. äus- Ge männli im Mat Vereinig Tartusge gemeinde; en männd. 6. Paf Versamm gemeinde; ten weib am Lannst Beichte hannesge arrer jeder he Rollefte ter überenso wird ngelischen Uhr: Ge Debetes. Beicht. der Bet union. rauf feier Or ift Fa n. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mf. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Illustr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. - Nr. 78.( 1. Blatt.) Schwarz- Grün. Schwarz- Grün soll es sein, das Band, an welchem die neue Kriegsdenkmünze zu tragen ist, die der neue Kriegsminister Berteaux beschaffen will. Was die Farben Schwarz- Grün besagen sollen, kann sich jedes Kind sagen. Trauer und Hoffnung zugleich sollen sie zum Ausdruck bringen. Was sagt nun Berta v. Suttner, was sagen all' unsere anderen Friedensschwärmer? Ein schöner Traum ist dahin. Es wär zu schön gewesen, es hat nicht sollen sein. Sonst liegt uns nichts ferner als Spott, aber hier ist er am Plazze! Diese Friedensschwärmer kennen nicht die wirklichen Verhältnisse. Wohl ist das französische Volk, besonders das Landvolk, friedliebend. Aber es ist auch leicht mit fortzureißen von den Hezzadvokaten in Paris. Und von welcher Gesinnung diese gegen uns erfüllt sind, das zeigen uns die Farben Schwarz- Grün, die sie für das Band der neuen Kriegsdenkmünze ausgesucht. Kein Volk in Europa gibt's, welches so wie die Franzosen den Kriegsruhm liebt. Einer ihrer eignen Dichter singt von seinem Volke: Und weil es denn Geklirr von Waffen liebt, von blanken Und Trommelschlag und Pulverdampf, Gabst Du, Napoleon, den Erdball ihm zur Rennbahn ohne Schranken, " Zum Tagewerke Kampf auf Kampf. Kein Volk in Europa ist so empfindlich wie die Fran30sen, wenn es durch Niederlagen in seiner militärischen Ehre verletzt wird. Das wissen die Machthaber in Paris. Darum tun sie alles, was sie können, das Volk, das friedliebende, immer wieder an die Trauer der Nation von 1870 und 1871 zu erinnern, und die nationale Hoffnung zu beleben. Daher: Schwarz- Grün! erUnd nicht bloß sind es die Machthaber. In Frank reich sind alle Gebildeten von Revanche- Gedanken füllt. Auch heute noch. Bei uns ist die gebildete Welt vielfach weltbürgerlich angetränkelt, auch heute noch! In Frankreich hörte und hört man die vornehmsten Vertreter der Wissenschaft Hezreden gegen Deutschland halten. So hörte Schreiber dieses den berühmten Forscher Pa ste ur seinerzeit bei einer Preisverteilung die berühmten Worte sprechen: Immer muß Frankreich seine Augen nach der Ostgrenze gerichtet halten. Solche Leute imponieren doch ganz anders, als der„ deutsche" Schriftsteller Hesse- Wartegg, der allerdings von Geburt De sterreicher ist, der sich jetzt nicht schämt, aufs eifrigste die französische Beschönigung der Mißhandlungen in der Fremdenlegion gutzuheißen und damit das Wohlgefallen der französischen Blätter, sogar des offiziösen„ Temps" erlangt hat. So etwas kann wirklich nur einem deutschen Gelehrten passieren, einem Franzosen und Engländer gewiß nicht. Hätten wir national gesinnten Deutschen nicht schon längst gewußt, wie wir mit Frankreich daran sind, jetzt wüßten wir es ganz bestimmt. Delcassee und Berteaux sind die führenden Geister im Ministerium Monis; bezeichnender Weise der Marineminister und der Kriegsminister. Diese beiden sind die Männer, die die Lage Halten wir unser Pulver in Frankreich beherrschen. trocken! Das lehrt uns das schwarz- grüne Band neuen Kriegsdenkmünze der Franzosen. - Germanicus. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 1. April 1911. der * Gießen, 1. April. Der Großherzog hat den außerordentlichen Professor bei der medizinischen Fafultät der Landesuniversität Dr. med. K. v. Eicken zum ordentlichen Professor an dieser Fakultät ernannt. Gießen, 1. April. Nach einer Verfügung des Justizministeriums tritt vom 1. April ab eine Herabsetzung der Gebühren der Gerichtsvollzieher für amtliche Zustellungen in Kraft. In den Städten Darmstadt, Of fenbach, Gießen, Mainz und Worms werden die bisherigen Gebühren der Gerichtsvollzieher von 40 auf 24 Pfg., von 30 auf 18 Pfg. und von 25 auf 15 Pfg. herabgesetzt. Bei den Gerichtsvollziehern in den übrigen Orten der Provinzen Starkenburg und Rheinhessen ermäßigen sich die Gebühren von 40 auf 30, von 30 auf 22 und von 25 auf 18 Pfg. -m Gießen. Der Stadtverordnete Grünewald befonte in der Sitzung der Stadtverordneten, daß man gegen die Schaffung einer neuen Universität, wie sie in Frankfurt geplant sei, nichts einwenden könne, zumal die Gießener Universität durch diese Neugründung weder in Threr Existenz, noch in ihrer Blüte bedroht werde. Die „ Mainzer Jour." verbreitete Nachricht, daß im GieBener Stadtrat geäußert worden sei, eine neue Fabrik vom der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 1. April 1911 sei der Stadt mehr wert, als die ganze Universität, sei völlig aus der Luft gegriffen. Nicht einmal dem Sinne nach sei eine solche Aeußerung gefallen, wie überhaupt Gießen für seine Universität bis jetzt die allergrößten Opfer stets gebracht hat. * Gießen, 1. April. Der hessische Anwaltsverein ernannte den ältesten hessischen Rechtsanwalt, Geheimen Justizrat Theophil Ba ist, anläßlich seines Rücktritts in den Ruhestand zum Ehrenmitglied. Baist, der jetzt im 85. Lebensjahre steht, ist seit 1854 in Gießen als Rechtsanwalt tätig. -n- Gießen, 1. April. Der erst vor kurzem hier ins Leben getretene Naturheilverein hatte für gestern abend im Hotel Schütz einen Vortragsabend veranstaltet für den Dr. med. Bachem aus Frankfurt a. M. als Redner gewonnen war. Der Referent behandelte das Thema:„ Die Naturheilbewegung, was sie erreicht hat und noch erreichen will." An vielen Beispielen aus der Praxis zeigte der Redner die Vorteile der Naturheilkunde gegenüber der Medizin. In die aufgelegten Listen zeichneten sich eine Anzahl Personen als Mitglieder ein. r Werdorf, 1. April. Der Kriegerverein feiert sein Stiftungsfest am 2. und 3. Juli. == Ulm( Kr. Wetzlar), 1. April. Der ehemalige, jetzt völlig erblindete Musketier Fr. Schöndorf hatte am 20. Dezember 1909 dem Reichstag eine Petition eingereicht, in der er die Anerkennung seines Anspruchs auf Militärinvalidenrente beantrage. Die Petitionskommission verhandelte darüber und beschloß, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen, da Petent den Instanzenzug nicht erschöpft habe und auch nicht erwiesen sei, daß das Leiden infolge des Militärdienstes eingetreten sei. Daraufhin hat Petent nachträglich den Instanzenzug erschöpft und legt nunmehr eine neue Eingabe vor. In derselben bittet er nochmals um 3uer fennung der Rente. Die Kommission des Reichstages für Petitionen hat nun beantragt: Der Reichstag wolle beschließen: die Petition des Friedrich Schöndorf dem Herrn Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen, ob bem Petenten aus Billigkeitsgründen eine Unterstützung gewährt werden kann, über die Forderung des Petenten selbst auf zuerkennung einer Militärrente, jedoch zur Tagesordnung überzugehen. eine * Niedershausen. Kürzlich tagte hier Versammlung von Interessenten des beabsichtigten Bahnbaues Löhnberg- Niedershausen- Obershausen- Nenderoth= Beilstein- Herborn. Es wurde ein Komitee gewählt, welches die Förderung dieser Linie energisch betreiben soll. * Wiesbaden. Die Milchhändler von hier und Umgegend haben beschlossen, falls sich ein Zusammengehen mit den Frankfurter Milchhändlern beim Bezug der dänischen Milch nicht erreichen lasse, den Produzenten den Preis von 17 Pfg. zu bezahlen, ohne eine Preiserhöhung von den Konsumenten zu fordern. Sollte jedoch die Einigung mit Frankfurt erfolgen, so werden Milch mehr abnehmen. die Wiesbadener Händler ihren Lieferanten länger feine * Frankfurt. Das 2jährige Söhnchen. eines Schneidermeisters stürzte in einen Zuber heißen Wassers und erlitt so schwere Brandwunden, daß das Kind nach wenigen Stunden starb. Darmstadt. Im Großherzogtum ist anstatt des früheren Lehrermangels jetzt eine erhebliche Ueber fern Lehrerbildungsanstalten zur Entlassung gefomme füllung im Lehrerberufe eingetreten. Die jetzt an unnen Schulamtskandidaten können vorläufig nicht alle zur Anstellung kommen. Darmstadt, 1. April. Im Anschluß an die Kammersizung hielten die größeren Fraktionen noch vertrauliche Besprechungen über ihre Stellungnahme zu den Abänderungsbeschlüssen der Erſten Kammer in Betreff der Wahlrechtsvorlage, des Gemeindeumlagengesetzes 2c. Tagesordnung des am Dienstag wieder zusammentre ab. Die Wahlrechtsvorlage steht als Punkt 1 auf der Fahren Sie SUPERIOR RAD musterhaft in Bau u Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislage! Fordern Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Waffen, Uhren, Musikwaren, sowie sonstige o Radfahrer-Bedarfsartikel.gratis u. franko. HANS HARTMANN A: G.EISENACH 5 GROSSTES FAHRRADHAUS MITTEL- U.SÜDDEUTSCHLA ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. tenden Plenums der Zweiten Kammer; das Gemeindeumlagengesetz aber wird die Kammer vor Ostern wohl nicht mehr beschäftigen. Hanau. Die Handelskammer stimmte dem Gesetzentwurf wegen Einführung obligatorischer Fortbildungsschulen in Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern zu und empfahl, auch körperliche Uebungen in den Lehrplan mit aufzunehmen. * Landau.„ Staatlich geprüfte Blizableitersetzerin", diesen Titel führt als erste Dame Frau Lina Hornbach. Sie ist Inhaberin eines Dachdeckungsund Blitzableitergeschäfts und unterzog sich in der Kgl. Kreisoberrealschule in Kaiserslautern einem Blizableiterfursus. == Erbach, 1. April. Nicht bestätigt wurde vom hiesigen Kreisamt der zum Beigeordneten gewählte Maurermeister Schwinn in Lützel- Wiebelsbach, da Schwinn Anhänger der sozialdemokratischen Partei ist. Ohne Nahrung kein Gedeihen! Wer viel und angestrengt arbeiten muß, dabei aber nicht genügend zu essen und zu trinken hat, wird bald elend zugrunde gehen. Ganz ähnlich verhält es sich mit unseren Ackerkulturen. Wenn dieselben uns reiche Ernten bringen sollen, müssen wir sie entsprechend füttern, d. h. wir müssen sie fräftig düngen. Düngen wir unsere Felder nicht reichlich, so werden die Ernten sehr bald immer unbefriedigender ausfallen. In richtiger Weise ausgeführte starke Düngungen verlohnen sich dagegen stets sehr gut. So düngte z. B. Herr Gutsbesitzer Hermann A bicht in Leubsdorf( Thüringen) einen Teil seines Kartoffelfeldes doppelt so stark mit Thomasmehl als wie das übrige Feld; nämlich mit 1000 Kg. pro Hektar. Die Kali- und Stickstoffgabe war dagegen auf beiden TeiTen gleich stark. Lediglich durch die Verdoppelung der Thomasmehlgabe, die pro Hektar nur einen Mehraufwand von rund 26 Mt. verursachte, wurden auf diesem Teil vom Hektar über 1000 Kg. Kartoffeln im Werte von etwa 50-60 Mt. mehr geerntet, als wie bei der nur halb so starken Düngung. Schwächezustände, Unluft zur Arbeit, Mangel an Energie. Dieser Zustand beruht auf einem mangelhaft genährten Körper in dessen Blut die nötigenBestandteile fehlen; es liegt häufig ein Mangel an roten Blutförperchen vor, welche unbedingt notwendig sind, um sich kräftig und frisch zu fühlen. Ein hervorragendes Mittel zur Hebung der Körperiräfte besitzt der Arzneischah in Leciferrin, welches die Hauptbestandteile des Blutes und der Nerveusubstanz enthält und auch sehr günstig auf wirkt, sowie den Appetit hebt.( 213) die Verdauung und Assimilation Preis der Flasche M. 3; enthält Dvo- Lecithin 0.5. Eisen als Eisenoxydhydrat an Buder gebunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0, Rest bestilliertes Wasser. In allen Apotheken erhält- lich, ganz sicher von: Universitäts- Apotheke, Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. Deutscher Reichstag. Am Donnerstag wurde zunächst das Gesetz zu einer sweiten, durch die Militärvorlage notwendig gewordene Ergänzung des Besoldungsgesetzes ohne Debatte in dritter Refung definitiv angenommen. Das folgte der Etat des Reichskanzlers und der Reichsfanzl. Der Bundesratstisch, Haus und Tribünen waren stark besetzt. Der Reichskanzler teß den Rednern der Parteien des Hauses den Vortritt. Als erster sprach in Vertretung des schwererkrankten Abg. Frhr. v. Hertling für das Zentrum Abg. Spahn. Er gedachte der guten Beziehungen zu allen Auslandsstaaten, Insbesondere zu Desterreich, die durch den Besuch des Katfers, und zu Italien, die aufs neue aus Anlaß des Jubiläums ihre Bekräftigung gefunden haben, und ferner des günstigen Abschlusses hinsichtlich der Bagdadbahn. Im gletchen Sinne äußerte sich darauf namens der Konservativen Graf Kaniz; er wünschte vor allem auch etne Aufrechterhal= tung der Algecirasatte und eine Einwirkung auf die französische Regierung dahin, daß Deutsche in die Fremdenlegion nicht mehr eingestellt werden sollen. Er zog sodann ben sich durch den neuabzuschließenden Zollvertrag vorbereitenden Anschluß Kanadas an die Vereinigten Staaten in ben Kreis seiner Erörterungen. Für die Sozialdemokraten prach Abg. Scheidemann, vor allem zugunsten einer allgemeinen Abrüstung. Nach ihm hielt Abg. Bassermann( ntl.) eine lange Rede über unsere auswärtigen Beziehungen, die fich in letzter Zeit erfreulich gebessert hätten. Auch er untertrich wie Graf Kanit unser Interesse an der Integrität Marokkos. Der zweite Teil seiner Ausführungen war der Inneren Politik gewidmet. Bassermann sprach von der antisozialen und antinationalen Reichsfinanzreform und ver wahrte fich gegen den Vorwurf der Landwirtschafts- und Mittelstandsfeindlichkeit. Die polttische Lage sei eine Folge des Haffes der Rechten gegen den Liberalismus, der sich aber dadurch in seinen Zielen nicht anfechten lasse. Abg. Wiemer( fortschr. Vp.), der nun folgte, sah eine große Ge fahr darin, daß das Gleichgewicht zwischen Industrie und Landwirtschaft sich immer mehr zuungunsten der Industrie verschiebt und rief den Hansabund auf den Plan. Dann ging er auf die äußere Politik ein und meinte, für eine Verbindung der cussischen konstitutionellen Verhältnisse mit den unsrigen müsse man sich bestens bedanken. Erfreulich seien die Aeußerungen des englischen Staatssekre tärs zur Abrüstungsfrage; an dem Reichskanzler set es Jetzt zu handeln. Die Uhr zeigte schon auf 4½, als Reichskanzler v. Bethmann Hollweg fich erhob. Der Kanzler äußerte sich in ruhigen, aber scharf akzentuierten Darlegungen zu dem viel erörterten Problem der Abrüstung, von der Rechten bis in die Kreise der Nationalliberalen mit Zustimmung begleitet, während sich auf der Linken des öfteren temperamentvoller Widerspruch geltend machte. Der sozialdemokratische Antrag, so führte der Kanzler aus, verlangt, ich solle Schritte tun, um eine internationale Verbindung über eine allgemeine Einschränfung der Rüstungen einzuführen, diskutable Vorschläge sind für eine solche Abrüstung noch niemals gemacht worben. Die Zeit, wo in Europa die Kriege durch die Kabinette gemacht wurden, sind vorüber. Ich wäre der erste, der es dankbar begrüßen würde, wenn es der internationa= len Arbeit gelänge, praktische Maßregeln zu schaffen. Alle bie Friedensbeteuerungen haben wenig Zweck, deren sind wir in der 40jährigen Friedenspolitik überhoben, welche beweist, daß wir keine Händel suchen. Jeder Versuch einer allgemeinen internationalen Abrüstung mußte immer wie= der an der Frage der Kontrolle scheitern, diese ist absolut undurchführbar und der Versuch der Kontrolle würde zu andauernder Erregung und Mißgriffen führen. Die Idee, mit England über die Flottenrüstung ins Benehmen zu treten ist uns sympathisch, denn unser Flottenprogramm Itegt vor aller Welt offen dar. In unserer Heeresmacht müssen wir so stark sein, daß wir allen Eventualitäten ge= wachsen sind. Wir Deutschen in unserer disponierten Lage find vor allem darauf angewiesen, der rauhen Wirklichfeit unerschrocken ins Gesicht zu sehen, nur dann werden uns Frieden und unsere Existenz gewahrt.( Lebhafter Beifall). Nachdem noch Staatssekretär Kiderlen- Wächter einige unbedeutende Einzelheiten zur Sprache gebracht und der Redner der Polen über angebliche Verlegung des Postgeheimnisses geklagt hatte, vertagte das Hans die Weiterberatung auf Freitag. Die internationale Friedensidee. Die Rede, die der Reichskanzler am Donnerstag bet der Etatsberatung seines Refforts im Reichstage über die internationalen Schiedsgerichte und die Möglichkeit einer allgemeinen Abrüstung gehalten hat, wird kaum dazu an= getan sein, die Begeisterung der überzeugten Pazifisten aller Länder zu erwecken. Darauf weist schon das vernehm Niche Zischen hin, das sich nach den letzten Worten des Reichskanzlers auf der linken Sette des Hauses erhob, und das selbst der Beifall, der dem Redner von anderer Sette im Hause gespendet wurde, nicht übertönen konnte. Wer aber in den Theorien der Friedensfreunde nur Träume sieht, deren Verwirklichung unmöglich erscheint, solange die Menschen Menschen bleiben und die Staaten nichts anderes als eine Gemeinschaft von Menschen, der wird dem Inhalt 4) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümde. Nachdruck verboten. Ganz gewiß hatte der nichts dagegen, denn blizschnell ist er aufgesprungen, um als galanter Kavalier der jungen Dame behilflich zu sein. Und nun sieht er ihr Gesicht. der Rede des Reichskanzlers seine Anerkennung nicht verfagen können. Denn die Worte, die Herr v. Bethmann Hollweg gesprochen, sind nur allzu geeignet gewesen, die wünschenswerte Klarheit über die Abrüstungsfrage und die internationalen Schiedsgerichte zu schaffen, soweit diese von Politikern aller Parteirichtungen noch nicht selbständig durch eigenes Nachdenken erworben ist. Aus den Worten des Reichskanzlers ist klar und deutlich eine Absage der deutschen Regierung hervorgegangen an alle Gerichte, die Deutschland für die Durchführung einer internationalen Abrüstung und für die Ausdehnung interstaatlicher Schiedsverträge ohne jede Klausel zu gewinnen hofften. Man fann im Voraus annehmen, daß die deutschfeindliche Presse, sofern sie in England und Frankreich besteht und die Bahl folcher Blätter ist nicht gering mit unverhohlenem Triumphe auf die deutsche Regierung hinweisen wird, als der einzig Schuldigen, die die Begründung eines ewigen Friedens auf Erden verhindere. Es läßt sich auch erwarten, daß die englischen Liberalen mit ausdrucksvoller Geste auf ihren verantwortlichen Better der auswärtigen Polttif hinweisen werden, der jüngst im englischen Unterhause durch seine Rede den Anlaß zu der internationalen Debatte über die Abrüstungsfrage gegeben hat, um seine Verdienste in dieser Frage hervorzuheben. Die gleiche Er scheinung wird man vermutlich in Frankreich beobachten können und ähnliche in anderen Staaten. Schön? Nein, märchenhaft! Wie ein taufrisches, eben erblühtes Röslein. Holderrötend wendet es sich ihm Jetzt zu. Da sieht er in ein paar Blauaugen, die ihn erstaunt, verlegen und glücklich anschauen. Schönere Augen hat er noch niemals gesehen, trotzdem er bereits in viele geschaut. Aber wo nur sah er dieses Wesen Ichon einmal? " Herrgott, bin ich denn blind?" ruft er jetzt aus, sich an die Augen greifend, und dann mit beiden Händen des Fräuleins zierliche Rechte ergreifend, daß sich in dem lieblichen Gesichtchen zu Staunen, Verlegenheit und Glück noch die Furcht recht offenkundig gesellte. Sie sind es ja, Fräulein Erna Raben! Bei Ihrem Bruder Hans auf dem Familienbilde sah ich Sie bereits. Nein, sonst würde ich Sie nicht wiedererkannt haben." Doch es wäre ein Verrat an der nationalen Sache, wollte man aus unzufriedenen Urteilen des Auslandes darauf schließen, daß Deutschland wahrhaftig der Störenfried set, als welcher es von seinen Gegnern hingestellt wird. Zum Glück sind Abrüstungsvorschläge und Friedenspolitik zwei grundverschiedene Dinge, die sich in ihrem innersten Kerne nicht nur nicht berühren, sondern einander feindlich gegenüberstehen. Für den internationalen Frieden zu spre= chen, set füglich den Schwachen überlassen, die für seine Erhaltung mit der Tat doch nicht eintreten können. Des Deutschen Reiches Verdienst ist es, eine Polttik des Friedens bereits 40 Jahre praktisch getrieben zu ha= ben, der Europa und die Welt bereits vor manchem Kriegsfalle bewahrt hat und auch in Zukunft schützen wird. Und so wie der gesunde Teil des deutschen Volkes, denken auch im Grunde ihres Herzens die anderen großen Nationen, die zwar im Kriege ein Uebel erblicken, aber zugleich seine Notwendigkeit als ultima ratio nicht verkennen. So ist durch die Rede des Reichskanzlers zwar die Idee einer internationalen Abrüstungskonferenz frühzeitig zu Grabe ge= tragen worden, aber nicht die weitere Bewahrung des europäischen Friedens, weil an seiner Erhaltung alle Mächte gleichmäßig interessiert sind und für seine Erhaltung, gerade in der letzten Zeit, erfolgreich gewirkt haben. Auch Sie haben sich merklich verändert, Herr Leutnant," sagte Erna mit ihrer glodenreinen Stimme. Nur ble Uniform und Ihre Größe ließen mich nicht im Zweifel, daß Sie es waren." Und nun war alle Verlegenheit und Furcht dahin, die beiden, die ja von Kindesbeinen auf gute Freunde gewe fen machten fein Hehl daraus, daß dieses Wiedersehen eine höchst freudige Ueberraschung bedeute und plauderten so eifrig darauf los, daß die halbe Stunde der Fahrt wie Im Handumdrhen verstrichen war. Da grüßten von ferne hinter den uralten Ulmen und Eichen die Zinnen bes ,, grauen Schlsosses", wie man es wohl nannte, man war in Wedelstein, im Dorfe.- De Hardi nicht geschrie= ben, wann er tommen wiirde, so wat niemand zu seinem Empfang auf der Station. Und das akte ihm recht gut, Rundschau vom Cage. Politisches. Das preußische Feuerbestattungsgeseh ist am Donners tag in der mit der Durchberatung betrauten Kommission des Abgeordnetenhauses in erster Lesung abgelehnt wor den. Verschiedene auf Verschärfung und Erschwerung der Feuerbestattung gerichtete Anträge des Zentrums und der Konservativen, wie z. B., daß die Leichen nackt verbrannt werden sollten, daß die Verbrennung erst nach acht Tagen stattfinden dürfte, wurden mit elf gegen sieben Stimmen, ein anderer Antrag, daß in jedem Falle eine Leichenöff nung erfolgen müsse, mit sieben gegen sieben Stimmen ab gelehnt. Annahme fand dagegen ein tonservativer Zusatz antrag, der die ausdrückliche Genehmigung zur Verbren nung seitens der Ortspolizeibehörde des Verbrennungs ortes vorsieht. Bei der Gesamtabstimmung wurde dann aber das Gesez mit sieben gegen sieben Stimmen abge lehnt. Die zweite Lesung soll Freitag stattfinden. Die 2. Etatslesung im Reichstage soll nach den augenblicklichen Arbeitsdispositionen spätestens am Montag ab geschlossen werden. Vom 4. bis 6., eventuell bis 7. April soll die Etatslesung erledigt werden. Die Osterferien werden vom 7. April bis 2. Mai währen. Eine Englandfahrt deutscher Arbeiter. Die Deutsch landreise englischer Arbeiter nach Düsseldorf und Frank furt a. M., die im vorigen Jahre von englischen Arbeitern unternommen wurde, um deutsches Wesen und die Ver hältnisse der deutschen Arbeiterschaft fennen zu lernen, wird in diesem Jahre von deutschen Arbeitern erwidert werden. Etwa fünfzig Mitglieder des Düsseldorfer evangelischen Arbeitervereins und des Hirsch- Dunckerschen Ge werkvereins werden im Monat Juli nach England reisen. Die gleiche Anzahl Arbeiter wird sich aus Duisburg und Frankfurt a. M. der Reise anschließen. Nach dem aufge stellten Reiseplan erfolgt die Ankunft in London am 8. Juli. Von dort geht die Reise nach einigen großen eng lischen Industriestädten. Die Rüdreise führt wieder über London, wo vor der Heimreise eine große allgemeine Versammlung stattfinden soll, zu der auch englische Parlamen tarier ihr Erscheinen schon zugesagt haben. Die Reise wird insofern von Bedeutung sein, als die deutschen Arbeiter durfte er doch so die Nähe des holden Mägdleins, dessen Anmut ihn ganz und gar verwirrte, noch länger genießen. „ Gestatten Sie, Fräulein Erna, daß ich Ihre Sachen trage." Damit nahm er Schachteln und Düten in seine Hände. „ Aber ich danke Ihnen vielmals Herr Leutnant! Das ist ja ein Unding! Sie sind doch in Üniform! Nein, nein, das geht nicht!" Er lachte herzlich, wie sie ihn als Jungen oft hatte lachen sehen. " Ja, nun machen Sie doch etwas dabei!" erwiderte er. „ Ich habe die Macht, Sie müssen sich mir fügen!" Ach dieses Gesicht voll Schalt und guter Laune sah sie früher immer so gern. ,, Herr Leutnant, was werden die Menschen sagen, wenn- In allen englischen Städten die Gäste der englischen Ars beiter und Bürgerfamilie und deshalb in der Lage sein werden, Vergleiche zwischen ihren Wohnungen und ihrer Lebensweise und der ihrer englischen Gastgeber anzustellen. Von tattischen Wahlbündnissen mit den Liberalen will Bebel nichts wissen. Ein Großblock von Bassermann bis Bekel, so sagte er in seiner Hamburger Kandidatenrede, sei Unsinn. Aber auch die Freisinnigen sind ihm nicht zu verlässig genug, und deshalb weist er ihre Hand zurück: , Es gibt Leute unter uns, die gemeint haben, wir sollten In allen Kreisen, in denen wir nicht siegen fönnen, von vornherein für die Liberalen stimmen. Wer solche Vors schläge machte, beweist nur, daß er vom eigentlichen Wesen der Partei keine Ahnung hat. Wer einen derartigen Vor schlag auf einem Parteitag machen wollte, dem würde ein Empfang bereitet werden, wie er noch keinem bereitet wurde. Für uns sind nicht die Mandate, sondern die Stimmen die Hauptsache! Wir wollen bei der Wahl vor allen Dingen wissen, wo unsere Freunde stehen, wir wollen fonstatieren, wie unsere Agitation gewirkt hat, und wie das sozialdemokratische Feuer weiter und weiter züngelt bis in die entlegensten Gegenden! Mir sind vier Millionen Stimmen und 50 Mandate viel lieber, als drei Millionen Stimmen und 100 Mandate." Da lief er schon davon mit ihrer ganzen Bagage und sie hatte Mühe genug, ihm zu folgen. Man hatte vom Dorf bis zum Schloß, neben dem auch das Wohnhaus des Rentmeisters Raben lag, eine gute Viertelstunde zu gehen. Hohe Pappeln standen zu beiden Seiten der Straße und rechts und Inits dehnten sich Kiefernwälder aus. Inmitten derselben lag auf einer Anhöhe der Stammsitz derer von Eschenholdt. Ein Glück," dachte Erna, während ihre hellen Augen ängstlich nach allen Seiten schweiften,„ es find heute keine Beobachter in der Nähe." Aber da tauchen zwei Gestalten auf! Eine riesengroße, schlanke und eine plumpe, fleine. Die finanziellen Wirkungen des Reichserbschaftssteuergesetzes vom 3. Juni 1906 find in 1909 wie folgt festgestellt: Erwerb von Todeswegen brachte in 104 904 Fällen einen Steuerertrag von 47 242 667 M, Schenkungen unter Lebenden brachten in 5561 Fällen einen Steuerertrag von 3 268 973 M, also einen Gesamtertrag von 50 511 640 M. Außerdem wurden bei 21 Erwerbsfällen aus Erbschaften von zusammen 202 755 M- Reinwert 20 965 M und bei 14 dergleichen aus Schenkungen unter Lebenden von zusammen 212 511 M Reinwert 11 495 M Steuer niederge schlagen. „ Es ist Papa!" ruft Hardi aus und Erna bittet ihn sehr verlegen, in fast weinerlichem Ton, sie doch ihre Sachen wenigstens jetzt tragen zu lassen. Vielleicht hätten die Herren es noch nicht gesehen. Der große, stattliche Herr mit dem bis auf die Brust herunterwallenden weißen Barte ist der General, der andere, der zu seinet Linken immer einen halben Schritt hinter ihm drein trippelt, heißt Heinrich Woltersdorf und Zur Ermordung von Schlichtings wird aus Konstan tinopel gemeldet: Der Sultan bestätigte das Todesurteil gegen den albanesischen Soldaten Hadji Bairam, dem Mörder Schlichtings. Da am Freitag türkischer Sonntag ist, wird die Erekution erst am Sonnabend vormittag, jedoch vor der feierlichen Beisezung des Obersten von Schlichting, welche auf denselben Tag festgesetzt ist, erfolgen. Am Leichenkondukt des Obersten v. Schlichting werden vier Regimenter seiner Division, Deputationen anderer Truppenteile und das Offizierkorps teilnehmen, ebenso mehrere kaiserliche Prinzen. Eine neue„ Eintreisung" Deutschlands? Wie aus Tokio gemeldet wird, sollen die Vereinigten Staaten Japan den Abschluß eines Schiedsgerichtsvertrages in derfelben Weise wie England, Rußland und Frankreich vorgeschlagen haben. Die japanische Regierung soll den Vorschloin ernste Erwägung ziehen. Da Deutschland aus diese Reich des Friedens hartnädig ausgeschlossen wird, scheint eine neue Einkreisung", nur mit anderen Mitteln, beabsichtigt zu sein. Die Des österreichische Reichsrat ist aufgelöst worden. Der Kaiser hat Donnerstag vormittag das Patent unterschrieben, das die Auflösung des Reichsrates ausspricht. Neurahlen sind für den 10. Juni in Aussicht genommen. Am 27. Juni soll das neue Haus zusammentreten. Das Kabinett Bienerth bleibt im Amte und führt die Neuwahlin durch und erscheint auch vor dem neuen Hause. Kleine Dadridhten. Untersuchung in der Hamburger Spionageaffäre ist vom Reichsgericht an das Landgericht nach Hamlarg überwiesen worden. Sobald die Untersuchung abgeschlossen ist, geht die Angelegenheit zur Erhebung der Anklage an den Oberreichsanwalt nach Leipzig zurück. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat den Oberbürgermeister Kirschner mit 98 von 98 gültigen Stimmen auf die Dauer von zwölf Jahren zum Oberbürgerunbe= meister wiedergewählt. Acht Stimmzettel waren schrieben. Eine Niederwaldfeier der rheinhessischen Turner. Auf dem rheinhessischen Gauturntage wurde beschlossen, im Mai anläßlich der vierzigjährigen Gedächtnisfeier des Friedensschlusses eine große Feier am Niederwald zu veranstalten, die mit einem Gilbotenlauf von Worms über Mainz nach Bingen verbunden sein soll. Vom Ueberlandflug der Militärflieger wird aus Bre men gemeldet: Der Zweidecker Albatros" mit Oberleutnant Erler and Leutnant Mackenthun an Bord tam Donnerstag nachmittag kurz nach 4 Uhr in Bremen aufgestiegen und in der Richtung nach Hannover davongeflogen. Um 5% Uhr landete der Apparat auf einer Wiese bei Verden a.. Aller. Die Weiterfahrt nach Hannover wird wahrscheinlech Freitag vormittag angetreten. Eine Medaille für Verdienste um die Landwirtschaft. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer der Provinz Sachsen beschloß, aniäßlich des Ausscheidens des Prjiden= bekleidet seit einem Jahr das Amt eines Gutsinspektors auf Wedelstein, wie Erna eben erklärt. Er wäre ihres Vaters guter Freund und stände, da er äußerst tüchtig und flug, bei Exzellenz in besonderer Gunst. Um seine schöne Begleiterin nicht zu erzürnen, gibt Sardi endlich ihren Bitten nach, aber zu spät, den die beiden mußten es deutlich sehen, wie er sich seiner Bürde entledigte Der Inspektor, ein feineswegs schöner Mann, zu des= sen sommersprossigem, fahlem Gesicht das brandrote, etwas gelichtete Haupthaar sehr gut paßt, beißt in diesem Augenblick die Zähne zusammen, daß das starke Kinn noch unschöner hervortritt als gewöhnlich und greift mit der diden, unschönen Hand an seinen struppigen Schnurrbart, als wollte er die roten Stoppeln in purer Verzweiflung aus Grund und Boden reißen. Glühender Haß loderte in seinen graugrünen Augen. Da sieh einer die Dirne!" spricht er zu sich selber. Den Don Juan, dessen Liebesabenteuer nicht zehn Romanbände fassen könnten, ver= schmäht sie nicht als Begleiter! Ich aber ja, meine Wenigkeit, die genügte ihr vor acht Tagen nicht! Da schlug die Unschuld hübsch den Waldpfad ein, um schneller nach Hause zu kommen. Na, warte, der Herr Papa hat auch noch ein Wort zu reden!" " - Nichtsdestoweniger zieht er jetzt ehrerbietig seinen Hut und macht eine Verbeugung, als wollte er den Sant der Straße tüssen. Beiden soll der Gruß gelten. -- Der General aber hat für Erna nur ein hastes Kopfniden, während er seinem Sohn mit ausgestreckten Armen entgegeneilt. Es ist eine reine, wahre Freude, die Herr Woltersdorf konstatieren muß. Auch kein Stachel scheint zurückgeblieben zu sein und das hatte er doch für selbstverständlich gehalten. Erna ist inzwischen verschwunden und der Inspektor hält es für angebracht, sich zu empfehler, neben der General ihn sehr hastig seinem Sohn vorgestellt. ( Fortsetzung folgt.) ten, Major Hanftig für verliehen n Ein tra Bichtenberg fam, wollte Bet fiel er balstuch a verfing. 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Da bei fiel er so unglücklich, daß sich sein zusammengeknotetes Halstuch an einem an dem Bettpfosten befindlichen Hafen verfing. Da ber Arbeiter sich infolge seiner Trunkenheit nicht zu befreten und auch nicht um Hilfe zu rufen vermochte, mußte er elendiglich ersticken. Ein Säurespriger treibt wieder einmal im Berliner Tiergarten sein Unwesen. Der gefährliche Bursche macht fich an Damen heran und begießt deren Kleidung mit einer äßenden Flüssigket. Die Kleider werden dadurch vernichtet. Von einem bissigen Hund übel zugerichtet wurden in Meinickendorf bei Berlin zwei Lehrlinge. Als sie ruhig bie Straße entlang gingen, wurden sie plötzlich von einer großen Dogge angefallen, gegen die sie sich vergeblich zu wehren suchten. Beide Burschen erlitten tiefe Bißwunden an den Beinen und mußten ärztliche Hlfe in Anspruch nehmen. Erst als Straßenpassanten hinzukamen, gelang es, das wütende Tier zu verscheuchen. Tragödie in einer Menagerie. Im Zirkus Truzzi in Petersburg warf während der Vorstellung, als der Dompteur ben Käfig verlassen wollte, sich ein Löwe auf den Rücken des Bändigers, seine Pranfen tief in die Schultern schlagend. Gleichzeitig sprang ein zweiter alter Löwe hinzu und brachte den Dompteur zu Fall, worauf die Beftten ihn mit den Zähnen bearbeiteten. Nur mit Mühe gelang es, bte wütenden Tiere von dem Dompteur fort. zutreiben und den tödlich Verletzten aus dem Käfig zu retten. Vermischtes. Eine furchtbare Tat hat sich in dem französischen Dorfe Chasternat abgespielt. Ein geistesschwaches 26jähriges Mädchen, das fürzlich als ungefährlich aus der Jrrenans stalt entlassen worden war ,, stritt sich mit ihrer 72jährigen Großmutter. Sie geriet dabei in furchtbaren Zorn und eilte in die Küche, um ein großes Küchenmesser zu holen. Dann warf sie die Großmutter zu Boden und schnitt ihr mit einem Messerschnitt die Zunge ab und bearbeitete weiter die alte Frau mit dem Messer, bis Nachbarn her. beieilten und die alte Frau aus den Händen der Wahnfinnigen befreiten. Diese wollte die abgeschnittene Zunge, die sie in der Hand hielt, nicht herausgeben und eilte mit den Worten:„ Go, nun wird die Alte nicht mehr Schwätzen," davon. Die Frau liegt infolge der vielen Verlegungen hoffnungslos danieder. Der Gymnasiaft als Rassenräuber. Der Untersefundaner Leist, der, wie gemeldet, den Kassenraub im Mannheimer Hauptsteueramt ausgeführt hatte, ist am Donnerstag in Frankfurt a. M. verhaftet worden. Der Verdacht der Täterschaft hatte sich sofort auf Leist gelenkt, und es wurde ein Stedbrief hinter ihm erlassen, der einen Vorsprung von 40 Stunden hatte. In Frankfurt wurde der Steckbrief In den Zeitungen veröffentlicht. Ein Gastwirt in der Niddastraße las ihn und bemerkte, daß die Beschreibung des Flüchtigen auf einen jungen Mann passe, der seit ei nigen Tagen bei ihm wohnte. Er unterrichtete sofort die Polizei in Mannheim, die ihrerseits die Frankfurter PoIlzei informierte, und alsbald begaben sich ein Kriminalwachtmeister und ein Kriminalfommissar ins Gasthaus, wo sie Leist auf seinem 3immer in Hemdärmeln am Tisch fizend antrafen. Leist leugnete anfangs, gab aber dann ben Diebstahl zu. In seinem Zimmer fand sich noch die Handtasche, in der 53 666 Mart 75 Pfennige waren. In den Taschen seines Ueberziehers fanden sich zwei Blätter mit Aufzeichnungen des Diebstahlsplanes. Leist erklärte dazu, er habe sich alles vorher notiert, um nichts falsch zu machen. Das Motiv zu der Tat sei darin zu suchen, daß er zu Ostern nicht versetzt werden solle und daher beschlos= sen habe, sich Geld zu verschaffen, um sich irgendwo nieder zulaffen. Als seine Eltern am Sonnabend ausgegangen waren, fei er mit der Bahn nach Frankfurt gefahren, und habe dort das Zimmer in der Niddastraße gemietet, worauf er nach Heidelberg reiste und dort unter falschem Namen fich in einem Gasthaus einlogierte. Dann fuhr er nach Mannheim zurück, führte hier den Diebstahl aus und begab sich darauf nach Frankfurt, wo er sich in Gesellschaft verschiedener Frauenspersonen herumgetrieben und die fehlenden 300 Mart verpraßt hat. Leist hatte seit Montag fein Zimmer nicht mehr verlassen. Er wurde nach Mannheim transportiert. Tod des ältesten Gardejägers. Jm Alter von neunzig Jahren ist in seinem Heim in Reinickendorf bet Berlin der Königliche Förster a. D. Karl Bünger, der älteste Gardejäger, gestorben. B. war bereits vor zwei Jahren gelegentlich der Feier des Tags, an dem er vor damals 70 Jahren in die Elitetruppe eingetreten war, Gegenstand von Ehrungen durch den Kaiser, sein Offizierkorps und viele Kameraden. Von seinem Urgroßvater an, der unter dem Alten Frizz in einem der Freibataillone gedient hatte, find die zahlreichen männlichen Mitglieder der Familie B. sämtlich in Krieg und Frieden erprobte Soldaten oder Forstleute gewesen. Sie haben durchweg ein Alter von neunzig Jahren erreicht, einige auch von 103 und 115 Jahren. Ein Lotalbahnidyll wird aus Baden geschildert. Auf der Station Elsenz an der Lokalbahn Hilsbach- Bruchsal hatte der Lokomotivführer ein Signal falsch verstanden und fuhr mit dem Zügle ohne den Schaffner und Schlußbremser ab. Auf der nächsten Station, Eichelberg, wurde das bemerkt. Aber diesmal fuhr das Zügle nicht wie sonst vielleicht einfach zurüd, um die Verlassenen zu holen, nein, es wartete in Eichelberg eine kleine halbe Stunde, bis das Bugpersonal die zwei Kilometer lange Strecke auf Schusters Rappen zurückgelegt hatte. Dann ging's mit Vollbampf weiter, Bruchsal zu. Begnadigung eines Raubmörders. Man erinnert sich noch des Schicksals der Bürgermeisterstochter Grete Beter, die ihren Bräutigam, einen Chemnizer Ingenieur, meuchTings niederschoß. Die Vollstreckung der Todesstrafe erregte damals großes Aufsehen und schuf neue Gegner der Todesstrafe. Die scharfen Proteste scheinen auf die säch fische Regierung nicht ohne Einfluß geblieben zu sein. Der Rönig von Sachsen hat inzwischen mehrere zum Tode Verurteilte begnadigt und jetzt eine Begnadigung vollzogen, die ptemand erwartet hat. Es handelt sich um den Raubmörder Süßmann, der zwei Frauen, Mutter und Tochter, in Niederruppersdorf in der Lausitz ermordet hat. Der Mörder hat die Leichen der ermordeten Frauen mit Petroleum begoffen und fie ebenso wie das ganze Anwesen der Ermorde= fen in Brand gesetzt. In eingeweihten Kreisen ist man der Ansicht, daß die feßige Abneigung des Königs gegen bie Vollstreckung der Todesstrafe auf den Prinzen Johann Georg zurückzuführen ist. Prinz Johann Georg, der wäh rend der bwesenheit des Königs die Regierungsgewalt ausübt, hat, im Einverständnis mit seinem Bruder und dem Juftiaminister, auch die letzte Begnadigung vollzogen. Eine überflüssige Einrichtung. In London gibt es Viertel, in denen die hygienische Bedeutung des Bades nicht nur nich genügend gewürdigt wird, sondern sogar unbefannt ist. So lesen wir in einem englischen Blatte, daß in der Riesenstadt bei einem Fall einer ansteckenden Krankheit der Bezirksvorsteher, der in das Patientenheim fam und den Wohnungsinhaber fragte:„ Haben Sie auch Badeeinrichtung im Hause?", die gelassene Antwort er= hielt: Ja, die haben wir, aber gottseidank hatten wir es noch nicht nötig, sie zu benußen." 120 000 Mark für einen Apfelbaum. Kürzlich wurde ein Angebot von 120 000 Mark für einen einzigen Apfelbaum gemacht, der in der Nähe des Chelan- Sees im Staate Washington wächst. Der Eigentümer lehnte das Angebot ab, da er glaubte, ein besseres Geschäft zu machen, wenn er die Früchte des Baumes auf den Markt bringen würde. Der Baum ist aus einem Samenforn gezogen, das ein Indianer vor zwanzig Jahren in die Erde legte. Die Früchte find von gelber Farbe und sollen von außerordentlich guter Qualität sein. Ein neuer schöner" Titel. Aus Landau( Bayern) schreibt man dem„ Hann. Cour.": Die allbekannten schönen bayerischen Bezeichnungen Ochsenmaulsalatfabrikantenswitwe" usw. haben Konkurrenz bekommen. Frau Lina Hornbach von hier, die Inhaberin eines Dachdeckungs- und Blitzableitergeschäfts, unterzog sich in der Königlichen Kreisoberrealschule in Kaiserslautern unter der Leitung von Prof. Ruppel einem Blizableiterkurse( sehr schön gesagt!). Ste hat bei der Prüfung im Theoretischen wie im Prakti= schen die nötigen Fachkenntnisse bewiesen, und führt als erste Dame den Titel„ Staatlich geprüfte Blizabletterfeterin". Ein weiblicher Dauerläufer. Neuyorker Meldungen zufolge ist Miß Dora Harrison in Tampa im Staat Florida eingetroffen, nachdem sie die ganze Strecke von Neunort nach Tampa zu Fuß zurückgelegt hat. Sie hat Brooklyn am 2. Januar infolge einer Wette um 1000 Dollar verlaffen, die zwischen ihrer Mutter und einem Bekannten eingegangen wurde. Die Strecke beträgt unter Zugrundelegung des fürzesten Eisenbahnweges rund 2000 Kilometer. Miß Harrison legte im Durchschnitt 32 Kilometer pro Tag zurück. Die 75 Kilometer zwischen Baltimore und Washington machte sie sogar in einem Tagesmarsche. Eine Bedingung der Wette bestand darin, daß die Dauerläuferin auf jede Hilfe von zu Hause zu verzichten habe, fie sah sich deshalb betreffs Nahrungsmittel und Nachtlager auf die Unterstützung der Bewohner der Orte, durch sie ihr Wege führte, angewiesen, und war oft genug, wenn sie der Anbruch der Nacht in menschenleerer Gegend überraschte, genötigt, hungrig im Freien zu nächtigen. Bei ihrer Ankunft in Tampa telegraphierte Miß Harrison nach Hause und war in wenigen Stunden im Besitz der 1000 Dollars. Die schnellfüßige junge und hübsche Dame hat unterwegs hunderte von Hetratsanträgen erhalten. Ein angenehmes Bankett. Seltsame Bankette find in Amerita schon oft veranstaltet worden, aber eine wiffenschaftliche Unterhaltung, wie ste jüngst Herr Ditmars, der Direktor der Reptilienabteilung des Zoologischen Gartens au Neuyork, seinen Tischgästen bot, ist selbst im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten noch niemals mit cinem fest= lichen Gelage in Verbindung gebracht worden. Herr Dit mars erschien bei dem Bankett mit zahlreichen Kisten und Rörben, aus welchen- so erzählt die Neuyorker World" plöblich etwa hundert Niesenschlangen, Klapperschlangen, Vipern aller Art, Etdechsen, Salamander, Schildkröten, Ratten, Affen und anderes Getter hervorkrochen,-sprangen und kletterten, um die Tafel im Sturm zu nehmen. Die angenehme Gesellschaft machte sich angelegentlich zwischen den Tellern und Schuffeln zu schaffen und probierte, während die Herren sich vor Ekel schüttelten und die Damen laut aufschrien, mit großem Eifer die Speisen und Weine. Ditmars aber begann mit einem Vortrag über die Zähmung feiner Tiere, machte sich aus seiner steben Meter langen Boa und aus verschiedenen anderen Schlangen Kravatten und Iteß Vipern und Schildkröten Proben ihrer Geschicklichkeit geben. Ein brasilianischer Affe, der auf das Wohl fedes einzelnen Gastes trant, war schließlich so be= trunken, daß er alles vierfach fah, aber er und die interessanten Bestien kehrten folgsam in ihre Kisten und Körbe zurüd, als Ditmars es ihnen anbefahl. ,, Dat Wegfmieten".( Wahres Geschichtchen.) Wegen bösen Rheumas in der rechten Schulter bleibt- so erzählt ein Leser der„ Tägl. Ndsch." der ländliche Eterlieferant der Frau X. in D. t. Gr. zeitweilig aus. Endlich kommt er wieder. Hausfrau:„ Na, wo getht Se dat denn nu mit Ehr Schuller?" Er:„ Och, de Nääs kann id mt all wedder snuwen; bloot wegsmteten tann id't noch nich!" Geheimnisse des Diamantenschmudels. Die strengen und obendrein auch recht kostspieligen Maßregeln, die das Reichskolonialamt und die Regterung von Deutsch- Südwestafrika neuerdings zur Einschränkung des Diamantenschmuggels getroffen haben, weisen deutlich barauf hin, wie sehr diese gewinnbringendste aller Zollbetrügereten, im Vergleich mit der der Schmuggel von Seide, echten Spitzen, Tabak, Uhren und Saccharin ein harmloses Kinderspiel genannt werden darf. Heute wieder in Blüte steht. Den Staaten werden dadurch Millionen entzogen, und ein Millionenschmuggel war es auch, der die deutsche Kolontalregierung zu threm jebtgen scharfen Vorgehen veranlaßte. Die südwestafrikanische Diamantregie hatte in Erfahrung gebracht, daß die Besitzer von großen, nicht deklarterten Borräten Diamanten im Werte von 2 Millionen Mark, auf die eine Abgabe von rund 700 000 Mark zu entrichten gewesen wäre, durch zwet von Lüderizbucht nach Kapstadt reisende Damen, die fene toftbaren Steine in thre Kleider eingenäht hatten, aus bem Schutzgebiet hatten hinausschmuggeln lassen. Als man in Kapstadt die Frauen verhaftete und einer peinlichen Durchsuchung unterwarf, waren die Diamanten, weil sie sich bereits auf einem nach Europa fahrenden Dampfer befanden, nicht mehr zu finden und die Regierung hatte das Nachsehen. Weitaus umfangreicher als aus Deutsch- Südwest ist selbstverständlich der Diamantenschmuggel aus dem Kimberleydistrikt, für deffen Ueberwachung die Debeers- Compagnie seit langem eine komplizierte Garde von Privatdetektivs eingerichtet hat, die immer wieder die Erfahrung machen, daß die Berufsschmuggler im Ersinnen neuer Schwärzerfniffe unerschöpflich sind. Besonders umfangreich ist der Schmuggel nach den Vereinigten Staaten. Ein anscheinend harmloser Schiffsreisender, der einen Hund bet sich hatte, wurde der Neuyorker Zollbehörde als ein geriffener Dia= mantenschmuggler von Bord aus durch drahtlose Telegraphie angekündigt. Die genaueste Revision förderte nichts zutage, sodaß man ihn ungehindert landen lassen mußte. Hinterdrein ermittelten die Zollbeamten, daß er seinen Hund einige Tage vor der Ankunft hatte hungern lassen und ihm dann Fleischstücke vorgeworfen hatte, in denen die Diamanten verborgen waren. Nach der Landung erschoß der Reisende den Hund und holte die Steine aus seinem Körper. Eine Dame bediente fich zu demselben Zwecke eines Spikes, dem sie über sein echtes Fell ein zweites von derselben Hunderasse zog; in dem Zwischenraum verbarg fie allerhand Kostbarkeiten, darunter auch Diamanten. Das Einnähen von Diamanten in das Futter auf der Innenseite des Korsetts oder ihre Unterbringung in der Höhlung abnehmbarer Stiefelabsätze tst etwas in Verruf gekommen, seit die Beamten ein besonderes Augenmerk darauf richten. Dafür machten die Neuyorker Beamten kürzlich die überraschende Entdeckung, baß eine aus Südafrika stammende Sammlung ausgestopster Vögel eine Diamantenmenge im Betrage von mehreren Millionen in sich barg. Drabtnachrichten und neuestes. Die Sieger im Berliner Sechstagerennen. Berlin, 31. März. Das Sechstagerennen hat um Mit ternacht sein Ende erreicht. Rütt- Stol, das deutsch- hollän dische Favoritenpaar, das immer die Spitze und schließlich sogar drei Runden Vorsprung vor den nächst besten Gegnern sich zu sichern wußte, blieben Sieger. Jm ganzen wurden 3406,5 Kilometer zurückgelegt. An zweiter Stelle endeten die Amerikaner Mac Farland und Moran, die mit drei Runden zurückstanden. Bedrohliche Lage in Marokko. Fez, 31. März. Nach hier eingegangener Telegrammen ist die Lage in Fez und Umgegend äußerst ernst. Sämtliche in der Hauptstadt lebenden Europäer haben in den verschiedenen Konsulaten Zuflucht gesucht. Der Ueberlandflug der Militärluftschiffer. Hamburg, 31. März. Auf ihrer Fahrt von Bremen nach Verden hatten die beiden Militärluftschiffer Erler und Madenthum mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. In der ersten Flugstunde wurden deshalb nor 32 Kilo meter zurückgelegt. Der Führer steuerte den Apparat bis zu 300 Meter Höhe. Da aber auch in dieser Höhe die Windverhältnisse nicht besser waren, beschlossen die Flieger, in Verden zu landen. Vom Verdener Artillerieregiment wurde ihnen ein Zelt zum Eindecken des Apparates für die Nacht zur Verfügung gestellt. Ein Wachkommando blieb beim Aeroplan. Heute früh 7,26 Uhr sind die beiden Militärflieger zur Weiterfahrt nach Hannover aufge= Stiegen. Nienburg, 31. März. Die leiden Militärflieger find um 11 Uhr bei Langendamm gelander und haben fura nach 12 Uhr die Weiterfahrt nach Hannover angetreten. Feiger Ueberfall auf einen Polizeibeamten. Hamburg, 31. März. Als in einer Versammlung des Holzarbeiterverbandes, der etwa 4000 streikende und ausgesperrte Holzarbeiter beiwohnten, ein Polizeibeamter in Zivil die bei Massenversammlingen vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen fontrollierte, wurde er plötzlich von hinten angefallen und mit einem Schlagring niedergeSchlagen. Schwer verletzt und bewußtlos wurde er aus dem Saal geschafft. Der Täter war in dem entstandenen Tu mult unerkannt verschwunden. Aus Geiz irrfinnig geworden. Waldbroel, 31. März. Jn das E'esige Jrrenhaus wurde die in den 50er Jahren stehende Witwe Hundthausen von Obernau eingeliefert, die von aller Welt abgeschlossen lebte und ihr ganzes Anwesen verwildern ließ, sodaß die Haustiere verhungerten. Sie selbst lebte von Brot und Kartoffeln. Steuern zahlte sie nicht und leistete den Pfändungen Widerstand, indem sie die Türen vernagelte und die Beamten beschimpfte. Bei eirer Haussuchung wurden wahre Schätze von Gold, Silber und Wertpapieren, Spartassenbüchern und Schuldscheinen zutage gefördert. Auch Jollen zirka 30 000 Mart Barvermögen gefunden worden fein. Die Arbeiten am Lötschbergtunnel, Bern, 31. März. Jm Lötschbergtunnel waren bei dem gestrigen Nachmittagsschichtwechse: noch acht Meter durchzuschlagen, so daß auf den Durchbruch heute früh zwischen 2 und 4 Uhr gerechnet wurde. Die Nord- und Südseite arbeiten zusammen. Alle vier Stunden wurden auf die Minute genau auf beiden Seiten gleichzeitig Sprengschüsse abgegeben. Bern, 31. März. Heute frith 3,50 Uhr erfolgte der Durchschlag im Lötschbergtunnel. Die Länge des Tunnels beträgt 15 Kilometer. Das Novoportal befindet sich bei Kandersteg im Berner Oberland, das Südportal bet Goppen. stein im Kanton Wallis. Der Tunnel bedeutet eine wich tige Zufahrt zum Simplon. Zahlungseinstellung einer Provinzbank. Frankfurt a. D., 31. März. Wie die„ Frts. Oderzeitung" meldet, hat das Bankhaus Carl Tourbier die Zahlungen eingestellt. Die Zahlurgsschwierigkeiten dürften auf zahlreiche Abhebungen zurückzuführen sein, die erfolgt sind, weil das Publikum durch den Konkurs der Vereinsbank gegen kleine Bankinstitute mißtrauisch geworden ist. Deutsche unter den mexikanischen Insurgenten. El Paso, 31. März. Unter den Insurgenten, welche den mexikanischen Regierungstruppen kürzlich eine schwere Niederlage beibrachten, befinden sich zwei Deutsche: Lieber aus Mainz und Oberbucher auk Engelskirchen. Berliner Getreide und Schla htviehmarktbericht. Die Abwärtsbewegung der Getreidepreise hat in der am 29. März beendeten Berichtswoche weitere Fortschritte ge= macht. Am Berliner Markte war es neben den Verhält niffen am Weltmarkte hauptsächlich das den Saaten zuträgItche Wetter, welches der Abbrödelung der Preise Vorschub leiftete. In gleicher Richtung wirkten für Weizen auch der niedrige Wertstand von Mehl bei großen Beständen. Roggen wurde durch die Mattigkeit des Weizens und die befriedigenden Ernteaussichten mit abwärts gezogen. Im Inlande ist man jedoch für den Artikel weniger matt, da Roggen für die mit Hilfe der Einfuhrschein- Vergütung er= möglichte Ausfuhr gekauft wurde. Hafer ist im Lokohandel in Berlin schwer unterzubringen, aber die Provinz hält auf hohe Preise und die Proviantämter haben wieder hö= here Preise bewilligen müssen. Mais war ruhig. Am lezten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Mailieferung wie folgt: Weizen 200,75 M, Roggen 153,25 Mark, Hafer 156,00 M, Mais 132,57 M. Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, un, gejocht 79-94 M, 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere aus gemästete 78-82 M, c) mäßig genährte junge und gut genährt ältere 70-74 M, 0) gering genährte jeden Alters M. 2. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 73-78 M, b) vollfleischige jüngere 71-76 M, c) mäßig genährte jüngere und gute genährte ältere 64-74 M, d) gering genährte M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes M, b) voll fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höch ftens 7 Jahre alt 67-72 M, c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 62-67 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 58-66 M, e) gering genährte Kühe und Färfen bis 62 M, f) gering genährtes Jungvich ( Fresser) 56-74 M. 4. Kälber: a) Doppellender feiner Mast 111-133 M, 6) feinste Mastfälber 100-107 M, c) mittlere Masts und beste Sangkälber 84-95 M, d) geringe Sangfälber 60-84 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 76 bis 85 M, b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 72-78 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 60 bis 75 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht M, b) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2½ Zentner Lebendgewicht 55 bis 58 M, c) vollfleischige der feines in Rassen und deren Kreuzungen bis 2½ Bentnes Leben bewicht 16-57 M, 61 fleischige Sbmeine 53-55 M2) San 50-52. Lachender Kochen ges teach HANSA Backpulver für alle Rezepte Verlang. Ble nur Marke Hansa. Es ist Ihr eigener Vorteil, nur Marke HANSA zu verlangen und alles andere zurückzuweisen. Neubau der Nehme noch Knaben zur Vorbereitung für alle Schulen in Pension. Zurückgebliebene werden weiter befördert. Näheres brieflich. Sommerlath, Pfarrer, Geismar, bei Frankenberg. Aromatischer Eisen- Likör Grohartiges Nähr- und Kräf tigungsmittel, wohl schmeckend undbekömmlich Flasche Mt. 1.50. Otto Schaaf, Giessen Adler Drogerie Seltersweg 39. Gut in Hessen und Hess n- Nassau zu kaufen gesucht. Angebot G. Eisfeller, Mainz. renanstalt bei Gießen. Liefern und Aufmachen von Vorhängen u. pegeln. Auf Gund des Ministeriale: lasses vom 16. Juni 1893 weid.n die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen nach Losen getrennt zur Vergebung ausgeschrieben. Los I u II( wet clcicke Lose) Liefern und Aufmachen von je 70 Stück großen Vorhängen und je 235 Stück panngardinen. Los III Liefern und Austängen von 112 Stück Spiegeln. Die Arbeiten können zusammen oder auch g₁= trennt angeboten und vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind auf unserem Faubüro Licherst: ake cinzuschen; Angebote formulare we.den solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote müssen verschlossen nach Losen ge trernt und mit entsprechender Aufschrift verschen, porto und bestellgeldfret, bis spätestens 10. April d. J. Vorm. 11 Uhr bei uns eingereicht sein. Zuschla efcift 3 Woden. Gießen, den 27. März 1911. Großh. Hochbauamt. Neubau bureau Jrrenanstalt. J. V. Schön. Arbeitsvergebung. 1ster Zugrundlegung des Ministerialer loss s von 16. Juni 1893 werden die für den Umbau des früheren veterinär- anatomischen Instituts zu Gießen er forderlichen Abeiten und Lieferungen vorbehaltlich der landstädtischen Genehmigung hiermit öffentlich ausgeschrieber. Zur Ve losung gelangen: Los I Maurerarbeiten: 25 cbm Mauerworf abzubrecher, 28 cbm Badsteinmauerweit, 19 ftetg. m Echornstein, 89 qm Fachwände 2c. Los II Zimmerarbeiten: 710 Ifd. m Holzwerk abzubrechen, 6,60 cbm Tannenholz zu liefern, 985 m Holz abzubinden 2c. Los III Dachdeckerarbeiten: 205 qm Schieferdeckung abzubrechen, 205 qm Dad flächen zu schiefern 2c. Los IV Eisenlieferung: 2200 kg T. Träger. Los V Spenglerarbeiten: 20 qm 3infabdeckungen, 33 Ifd. m Kastenrinnen zc. Los VI Weiß binderarbeiten: 480 qm Wandund Dickenpuz, 925 qm Kalkfarbenanstrich, 547 qm Del: fai benanstrich 2c. Los VII Schreinerarbeiten: 35 qm Fußboden, 13 Türen, 72 Ifd. m Fußsockel 2c. Los VIII Schlosserarbeiten: 15 Türen anzuschlagen, 200 kg eiserne Türen, 50 kg Anker, Klammern 2c. Los IX Justallationsarbeiten: 580 m Gasund Wasserleitungsrohre in verschiedenen Dimensionen. Die Verdingungsunterlagen fönnen auf unserem Amte, Stephanstraße 18, eingesehen, Angebotsformulare von dort, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Angebote mit genauer Aufschrift find bis zum Eröffnungstermin, Samstag, den 8. April 1911, vormittags 11 Uhr bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 25. März 1911. Großh. Hochbauamt. J. V.: Heyer. Günstige Gelegenheit! Brandbeschädigtes Getreide aus dem Genossenschaftstornhausbrande in Fulda herrührend, welches sich zur Schwe ne, Ji dvieb- und Geflügelfütterung eignet, liefert à Mt. 3.70 per Zen: ner mit Sad fret an die Bahn Fulda unter Nachnahme, sowie Probezentrer stehen zu Diensten. M. Strauss, Johannisstraße 4 in Fulda. Arbeitsvergebung. Die bei Erneuerung des Fußbodens im Kesselhaus der medizinischen und Frauenklinik zu Gichen erforderlichen Maurerarbeiten( ca 100 qm Klinkercollschicht fußboden etc.) werden auf Grund des Ministerialer lasses vom 16. Juni 1893 hiermit öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsunterlagen können auf unserem Amte, Stephanftraße 18, eingesehen, Angebotsformulare dorther bezogen worden. Offerten sind bis zum Eröffnungstermin, Samstag, den 8. April, vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gieken, den 25. März 1911. Großh. Hochbauamt. J. V.: Heyer. Lichtspiele Kolosseum Walltorstr. 38 Gießen Walltorstr. 38 Dir.: H. Probst. Programm vom 1. bis 4. April 1911 1. Paradeübung der engl. Matrosen- Division Militärischer Anschauungsunterricht. 2. Der Wunderkitt, 3. Industrie- Trickfilm. Elternlos, ein Drama aus dem Vo'ke. 4. Moritz ist sehr gefühlvoll, 5. humoristisch. Der berühmte Junggeselle, eine Posse. 6. Joachim Murat 0 Vom Gastwirtshofe zum König. Großes KriegsDiama in 16 Szenen.. 7. Am Randed. Verbrechens Dramatischer Roman im Bilde. 8. Max hat eine Braut gefunden, 9. eine Geschichte m. dem berühmt. Bariser Komiker May Linder in der Hauptrolle Das Geheimnis der Stahlkammer. Amerikanisches Detektiv- Drama nach einer Gerichtsverhandlung bearbeitet und bühnentechnisch eingerichtet. Programmänderung vorbehalten. Jeder Film ein Schlager. Eigene Restauration. Rauchen gestattet. Feuersgefahr ist nicht vorhanden. Im vorderen Restaurant täglich Konzerte d.Damenkapelle Teutonia ( 156) Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. Giessen, Telefon 84. la. Qualitäten Massenfabrikationen Bahnanschluss 4 Putze nur mit Globus Putzextract Bester Metallputz der Welt. oferte In Dosen à 10 und 20 Pf. Abge Ueberall zu haben. ausga jeben liegt Selte nich 2 SparsameFrauen stricket nur Sternwolle Beste Strumpf and Sockengarne für Hand und Maschine! 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