Ing ner 8 Uhr um) erner agen gebeten muss. Cobel d. eng 5 Uh 11 wurden enhandtäj alt, 1 Kne e mit 10,14 it 1 3eh mit 94 Pig it Goldrand Inhalt, 1 3müze u Gegenständ geltend De fann a gs und vor ehörde, Zim Flicher. mil. In Gle Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 wk. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 51. - Telephon: Nr. 362. Aus dem Reichstag. ( Spezialbericht der„ Gießener Zeitung".) Kaffeepreistreiben. Den Hausfrauen, die die Kaffeepreissteigerung am meisten zu spüren bekommen, wird es interessieren, etwas genaueres über die eigentlichen Ursachen der Kaffeeteuerung zu erfahren. Unwissende politische Agitatoren schieben die Schuld einzig und allein auf die relativ unerhebliche Kaffeesteuer und die Reichsfinanzreform. Bei der Besprechung der Interpellation Kanit betreffend Ueberschwemmung des deutschen Geldmarktes mit fremden Wertpapieren, sind die eigentlichen Ursachen der Kaffeeteuerung aufgedeckt worden. Der Interpellant und der Abg. Raab( Wirtsch. Vereinigung) brachten auch die brasilianische Kaffeevalorisation zur Sprache. Diese amerikanische Kaffeepreis= treiberei, die auch mit deutschem Geld von deutschen Banken finanziert wurde, ist sehr bezeichnend. Der Interpellant führte aus: der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch den 1. März 1911 Vertreter das Märchen verbreitet hatten, Behrens habe für die Zündholz-, Tabak- und Kaffeesteuer gestimmt. An der Hand der namentlichen Abstimmungen stellte der Redner diese Lügen richtig. In der Diskussion sprach ein freisinniger Lehrer aus dem benachbarten Dorfe Breitenbach. Er führte Klage darüber, daß der Referent den Freisinn im hiesigen Kreise so hart mitgenommen habe. Auch behauptete er, daß die Stimmenzahl in der Hochburg der christlich- sozialen Partei im Kreise Siegen- Wittgenstein zurückgegangen sei. Das ist jedoch ein recht Gewerkschaftssekretär Schlabach starker Irrtum. wies dem Herrn( dem wir übrigens empfehlen, sich in politischen Dingen genauer zu informieren, ehe er in öffentlichen Versammlungen auftritt) nach, daß die Stimmenzahl nicht a b, sondern zugenommen habe. Der Lehrer besaß nun den Anstand, den wir bei anderen Diskussionsrednern meistens vermissen, seine Behauptung zurückzunehmen. Schlabach führte weiter aus, daß die Christlich- Sozialen des hiesigen Wahlkreises sich in der Verteidigungsstellung befänden, und daß man den Lügen, die von gegnerischer Seite über den Abgeordneten Behrens verbreitet worden seien, energisch entgegentreten müsse, und das sei auch der Zweck der heudem Freisinn in Kölschhausen gelungen ist, bewies die Tatsache, daß die Mehrheit der Versammlung mit einem Hoch auf den Abgeordneten Behrens quittierte. aus -sch Rodheim a. d. Bieber, 1. März. Hier fand gestern abend im Schlierbach'schen Saale eine christlich soziale Versammlung statt. Parteisekretär Rüffer Essen sprach über die politischen Aufgaben der Vergangenheit und Gegenwart. Dabei stellte er die Lügen richtig, die über den Abgeordneten Behrens verbreitet worden sind. Die Anwesenden spendeten den Ausführungen lebhaften Beifall. „ Als vor einigen Jahren die brasilianische Provinz Sao Paolo ihr berühmtes Unternehmen der Kaffeevalorisation ins Leben rief, als sie dazu der Kleinigkeit von 300 Millionen Mark bedurfte, wurde ihr diese gewaltigen Versammlung. Daß diese Aufklärung gegenüber tige Summe von den europäischen Börsen anstandslos zur Verfügung gestellt, obwohl man nicht wissen konnte, ob das Unternehmen reussieren würde oder nicht. Auch der deutsche Markt beteiligte sich daran mit etwa 40 Millionen Mark. Zweck des Unternehmens war die Hebung des Kaffeepreises, und das ist ja auch gelungen. Der Kaffee ist um 20 bis 25 Pfennig für das Pfund gestiegen, und die Folge der ganzen Operation ist nun die, daß wir Deutschen jähr lich etwa 80 millionen Mark für Kaffee an das Ausland mehr bezahlen müssen als bisher; denn es werden in Deutschland etwa 4 Millionen Zentner Kaffee verbraucht Deutschland ist bekanntlich der stärkste Kaffeekonsument aller Länder, und da bedeutet eine Steigerung von nur 20 Pfennig pro Pfund eine Summe von 80 Millionen Mark. Also wir bekommen von der Provinz Sao Paolo, resp, von Brasilien die Zinsen für 40 Millionen Mark, schicken dafür aber 80 Millionen Mark mehr an das Ausland als bisher." - Abg, Raab tam in seiner vortrefflichen Rede auf die Kaffeevalorisation zu sprechen, indem er ausführte: Da wurden in Deutschland über 40 Millionen aufgebracht zu welchem Zweck? Damit die bra= silianischen Kaffeepflanzer sieben Millionen Sack Kaffee vom Markte fernhalten konnten, um eine künst= liche Preissteigerung des Kaffees herbeizuführen. Diese Preissteigerung macht sich in der Bevölkerung erkenn= bar in der Erhöhung um 30 Pfennig für das Pfund im Kleinhandel. Da ist unsere Konsumtion in der schwersten Weise belastet. Wir haben die Belastung mit finanziert, unsere deutschen Banken haben deutsches Geld dazu aufgebracht, da= mit uns derkaffeegenußerheblich verteuert werden könnte. Es kann nicht schaden, wenn wir uns ein wenig die Namen der Firmen einprägen, die zu diesem Geschäft die Hand geboten haben. Es waren die Firmen: S. Bleichröder, L. Behrens& Söhne, Schröder Gebrüder& Co., M. M. Warburg& Co., Gebrüder Bethmann und Deichmann& Co." Ueber diese Verteuerung des Kaffees durch die Spe= fulation der Großbanken an der Börse 2c. sagen die Freisinnigen und Sozialdemokraten in der Agitation nichts. Dann schieben sie alle Schuld auf die Wir geringe Steuer. Das ist natürlich nicht richtig. wollen aber daran erinnern, daß die Liberalen sich sehr gegen die Börsensteuern, oder wie sie diesen Teil der Finanzreform nennen„ Verkehrssteuern"( Kotierungssteuer, Effektenstempel, Talonsteuer 2c.). Ist es nicht sehr richtig, daß die genannten Bankhäuser, die den Deutschen das Geld nehmen und dem Ausland geben, um den Deutschen den Kaffee zu verteuern, kräftig mit Börsensteuern belegt werden? Reichstagswahlvorbereitungen. am -sch Kölschhausen, 1. März. Hier fand Montag abend eine stark besuchte christlich- soziale Versammlung statt. Keine Stecknadel konnte zur Erde fallen, trotzdem die Freisinnigen und Sozialdemokraten die Parole ausgegeben hatten, die Versammlung nicht zu aus Dillenburg besuchen. Parteisekretär Albertsmeier sprach über die kommenden Reichstagswahlen. Er nahm den Freisinn gehörig unter die Lupe, weil einige seiner Aus Stadt und Cand Gießen, den 1. März ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. 0 die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. retei für wenige Stunden die öffentliche Regie hat, sich mit zu amüsieren. Als eine zeitgemäße Maske trat eine solche mit einem Aeroplan auf dem Kopfe auf. Eine Indianergruppe und ein fahrendes Wahlbureau ( ob für Gisevius, Werner, Korell oder Beckmann, wurde nicht verraten) 2c. brachte erhöhte Stimmung in die politischen pardon in die Narrenstunden. - - -a- Gießen, 1. März. Alle Räder stehen still, wenn der Karneval es will. Am Montag vor mittag de= peschierte ein hiesiger Geschäftsmann nach Düren( Rheinland), um schnellste Lieferung einer Ware. Die Sendung ging aber einen Tag später mit folgendem Entschuldigungsschreiben ein:" Ihr w. Telegramm von gestern gelangte der Fastnachtstage wegen erst heute in unseren Besitz 2c." Nun soll einer mal sagen, wir leben in einer überhafteten Zeit. * Klein Linden. Zum Besten einer Krankenschwesterstation halten in der„ Deutschen Eiche" die Gesangvereine„ Arion"-Klein- Linden,„ Liederkranz"-Leihgestern und„ Konkordia"-Wetzlar- Nieder- Girmes ein Wohltätigkeitskonzert, in dem bedeutende Musiker Gießens mitwirken. *) Wetzlar. Eine weite Kreise interessierende Entscheidung ist von der Regierung in Kassel getroffen worden. Für die neu eingerichtete dritte Turnstunde in den Volksschulen sollte eine Stunde vom deutschen Unter= richt wegfallen. Verschiedene Städte wandten sich deswegen an den Minister mit der Bitte, nicht die Zeit für den deutschen Unterricht, den wichtigsten der Volksschule, zu kürzen. Daß der Minister diese Einwendungen als berechtigt anerkannt hat, scheint das Verhalten der Regierung in Kassel zu bestätigen, die es genehmigte, daß in den Kasseler Mädchenschulen eine der für den Handarbeitsunterricht angesetzten vier Wochenstunden und in den Knabenschulen eine der Stunden für den Schönschreibunterricht als dritte Turnstunde( Spielstunde) vorläufig benutzt werden darf. -- Garbenheim, 1. März. Durch die leidige Unsitte des Steinwerfens ist hier vorgestern ein bedauerlicher Unfall hervorgerufen worden. Beim Spielen auf einem der Straße wurde dem Schulknaben G. von Spielgefährten, der seine Schwester werfen wollte, durch einen Steinwurf das linke Auge schwer verletzt. Der sofort herbeigeholte Arzt ordnete die sofortige Ueberführung des Verletzten in die Augenklinik- Gießen an. * * Gießen. Kommenden Samstag, vormittags 10 Uhr, wird im Sizungssaal des Regierungsgebäudes eine ordentliche Sitzung des Kreistages stattfinden. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Wahl der Mitglieder und Ersatzmänner der Einschätzungskommission für die 1. Abteilung der Einkommensteuer in den Finanzamts= bezirken Gießen, Grünberg, Hungen und Butzbach; u. a. die Ergänzungswahl zum Kreisausschuß; die Wahl von Provinzialtags- Abgeordneten; die Wahl der Mitglieder der Kreiskörkommission auf 3 Jahre; die Wahl der Mitglieder der Flurschädenabschätzungskommission auf 3 Jahre; die Wahl der Pferdeaushebungskommisi seines Vizepräsidenten Abg. Bähr beschäftigte man ſion auf 6 Jahre; die Wahl der Sachverständigen für die im Kriegsfalle vorzunehmenden Abschätzungen auf 6 Jahre und Kreissatzung betr. Revisionsgebühren für die Baukontrolle. Gießen. Der städtische Voranschlag für 1911 liegt uns vor. Wie daraus zu ersehen ist, schließen wir diesmal mit 5 050 735,15 Mt. ab, gegen 4 904 925,23 Mt. im vorigen Jahre. Auf die Vermögensrechnung entfallen 1 903 726,25( 1910: 1 754 986,47 Mark) und auf die Betriebsrechnung 3 147 008,90 Mt. ( 3 149 938,76 Mk.). Der Voranschlag bringt keine Erhöhung der Gemeindeſteuern, nach dem vorjährig. Sazz von 120 Proz. sollen dieselben dieses Jahr 1169 280 ( 1910: 1 063 275,04 m.) einbringen. Von sonstigen größeren Einnahmeposten der Betriebsrechnung führen wir an: 104 845,56( 103 102,95 Mt.) aus Waldungen, 89 400( 87 860 Mt.) aus dem Gaswerk, 109 132 Mt. ( 100 382 Mt.) aus dem Schlachthof und Fleischbeschau. Von größeren Ausgabeposten sind folgende in Erwägung zu bringen: 110 410( 102 282 Mt.) für Schlachthof und Fleischbeschau, 37 400( 38 200 Mt. für den Friedhof, 235 407,70( 224 507,96 Mk.) für die Volksschulen, 103 772,17( 100 244,67 Mk.) für die höhere und erweiterte Mädchenschule, 47 880( 62 499 m.) für Realgymnasium und Oberrealschule, 64 552,58( 54 330 Mt.) für Armenpflege und Wohltätigkeit, 183 500 Mt. ( 155 000 Mt.) für Zwecke des Kreises und der Provinz, 196 926( 187 073 M.) für die allgemeine Verwaltung, 25 763,20( 25 477,43 Mt.) für Ruhegehalte, Witwen- ind Weisengelder, 323 245( 362 995 Mark) für die Schuldentilgung, 699 066,94( 680 040,06 m.) für Kapitalzinsen. Gießen, 1. März. Wetter und Stimmung war für den diesjährigen Karnevalsiummel über pari. Der leichte Regenschauer am Morgen machte einem einigermaßen hellen Himmel Platz und aus allen Gassen und Häusern kamen sehr bald Groß und Klein, masfiert und nicht maskiert, hervor, um in den HauptstraBen unserer Stadt, wo wie in früheren Jahren die NarDarmstadt. Der Vorstand der Landwirt= schaftskammer nahm in seiner Samstag- Sitzung zum Bericht der Rechnungsprüfungskommission Stellung und setzte den Vorschlag pro 1911 und die Tagesordnung für die diesjährige Hauptversammlung fest. Unter Vorsich am Montag mit dem Entwurf betr. die Ausführungsbestimmungen zum Reichsviehseuchegesetz, sowie mit dem Entwurf eines Gesetzes betr. die Entschädigung für an Maul- und Klauenseuche gefallenes Vieh. Mit wenigen Aenderungen wurde den Entwürfen zugestimmt. Darmstadt. Trotz verschiedener Dementis bege= stätigt es sich mit ziemlicher Sicherheit, daß der zuerst verstorbene Artillerist Appel an einer Krankheit storben ist, die alle Symtome der Genickstarre trägt. Daher sind die Stubenkameraden des Verstorbenen noch isoliert und alle weiteren Absperrungsmaßregeln sind aufrecht erhalten. Bei dem verstorbenen Gefreiten Seip liegen die starken Verdachtsmomente nicht vor. * Darmstadt. Ein hessischer Schlosser= tag findet hier am 26. März statt. Auf ihm wird die Gründung eines hessischen Schlossermeisterverbandes erfolgen, dessen Hauptaufgabe darin bestehen wird, die Interessen des heimischen Handwerks bei Arbeitsvergebungen wahrzunehmen. Darmstadt. Ein Raubüberfall und Mordversuch wurde am Montag abend auf die Ehefrau des russischen Studenten Turner in ihrer Wohnung verübt. Ein noch nicht ermittelter Bursche von etwa 35 Jahren versuchte in der im 3. Stock gelegenen Wohnung zu betteln, überfiel dann die Frau und brachte ihr mit einem spizzen Instrumente zwei Stiche in die linke Brust bei. Die Frau brach ohnmächtig zusammen, worauf der Täter in der Wohnung einen Geldbetrag von zirka 150 Mark raubte. Angeblich trug der Täter ein graues Cape und einen grauen Filzhut. Bis jetzt hat man von dem= selben noch keine Spur. Schotten. In Eichelsachsen entstand gelegentlich eines von einem Missionar in der Kirche veran= stalteten Lichtbildervortrags eine Panik, da der Acetylen- Kessel des Lichtapparates undicht wurde und explodierte. Alles drängte erschreckt den Ausgängen zu. Die Galeriebesucher ließen sich zum Teil an den Glockenſeilen herunter. In dem Gedränge wurden viele Personen leicht verletzt. Deutscher Reichstag. die deutsche Regierung in thren Aufklärungen über dte Verhältnisse der französischen Fremdenlegion von der deutschen Presse unterstützt werde. Eine Verherrlichung dieser Legion sei ein Verbrechen an Deutschland. Die Worte des preußischen Kriegsministers haben in Paris angeblich stark verstimmt". Der Temps" meinte sogar, Herr v. Heeringen höre nur auf Verleumdungen. Die Magdeb. 3tg." ist nun in der Lage, die ihr zugehenden Aeußerungen eines ehemaligen Offiziers der Fremden legion, eines deutschen Adligen, wiederzugeben, die in ihrer Schlichtheit ebenso wie in ihrer Anschaulichkeit das Siegel der Wahrheit an der Stirn tragen: Dann Bezirke stehen noch aus, doch ändern diese nichts mehr an dem Ergebnis. Der Geschentwurf über die Fernsprechgebührenords nung gilt nach Meldungen Berliner Blätter als gescheitert, da die Regierung eine erneute Beratung, die sie nicht für notwendig hält, ablehnt. Der Bau martfchei selge. D Onnbertm ner fchon In der 2 die Abfid lediglich White ord In der V te mit ei fie habe fi nur nähe werde fie Gerichtsh mit jeman fich die fich feine ter" befin merkwürd befaß für geringste Angeklagt verurteilt ominöfe jogen we Der norwegische Ministerrat hat beschlossen, den Antrag auf Zulassung der Frauen zu sämtlichen Aemtern zu stellen, ausgenommen sind nur Aemter wie die des Ministerpräsidenten, der Regierungsmitglieder, ferner geistliche Aemter in der Staatskirche, diplomatische und konsulare, militärische und zivilmilitärische. Der Handelsminister verhielt sich den Vorschlägen gegenüber reserviert. Kleine Nachrichten. Der 90jährige bayerische Prinzregent hat am letzten Faschingssonntag in München den Ball im Kaufmannsfasino mitgemacht und auch den Tanz eröffnet. Die Zahl der Pestopfer in Ostasien nimmt ständig ab, wenngleich in der Mandschuret täglich noch etwa 200 Todes fälle vorkommen. Die Vorbeugungsmaßregeln der chinefischen Regierung erweisen sich von überraschender Wirkung. Mordtaten Eingeborener in Westafrika? Aus London wird gemeldet: An der Küste von Westafrika ist das Ges rücht verbreitet, daß Miß Oliver Macleod, dte, wie gemeldet, in das Innere von Westafrika gereist war, um ein Kreuz auf dem Grabe ihres einstigen Verlobten, des englischen Offizters und Forschers Bond Alexander, zu errichten, von Eingeborenen ermordet worden sei. Verschwundene Mädchen. In Barmen sind wieder zwei blühende Mädchen verschwunden. Das sind seit drei Wochen sieben Mädchen. Vermutlich sind sie durch Mädchenhändler verschleppt worden. Eine organisierte Meineidsgesellschaft, die den Namen „ Minerva" führte und jederzeit zur Eidesleistung berett war, ist bei Gleiwit ausgehoben worden. Bis jetzt wurden gegen 30 Personen festgenommen, die den Meineid gewerbs= mäßig betrieben. " Die Fremdenlegion ist heute noch genau so wie seit Jahrzehnten für Deutschlands Söhne ein Massengrab. Sie ist im wahren Sinne des Wortes eine Höhle, in die zwar viele Fußtapfen hinein, nur wenige aber heraus führen. Und doch ist sie in Deutschland viel zu wenig bekannt. Deutsches Blut ist es, mit dem Frankreich seine Kolonien erobert hat, deutsches Blut ist es, mit dem es sich den Besitz erhält und unausgesetzt seine koloniale Macht erweitert. Tausende von Deutschen leben in der Fremdenlegion und schleppen dort unter den traurigsten Verhältnissen ihr Dasein dahin. Kein halbwegs bekannter Ort ist im Deutschen Reiche, aus dem selbst oder aus dessen nächster Nähe nicht Soldaten der Fremdenlegion stammen. Ein Herr, der einst meine Kaserne besichtigte, sagte:„ Wenn man die Uniform nicht sähe, könnte man glauben, man set in einer deutschen Kaserne." Und diese Leute schlagen sich, wenn es zu käm= pfen kommt, mit größter Bravour. Die Fremdenlegion raubt Deutschland jährlich rund 4000 Mann. In 10 Jahren also soviel, wie der ganze französisch- deutsche Krieg an Menschenopfer gekostet hat. Es sind meistens gesunde, fräftige Leute im besten Alter. Welche Fülle von Arbeitsfraft geht Deutschland hier verloren! Von Geist und Wissen will ich hier gar nicht sprechen. Doktoren und Professoren sind keine Seltenheiten. Der Offizier, der in seiner Heimat den Dienst quittiert hat, der Unteroffizier, der wegen eines Vergehens ein Kriegsgericht fürchtet, der Soldat, der desertiert, Duellisten, die verfolgt werden, Kaufleute, die betrügerischen Bankerott gemacht haben, durchgegangene Defraudanten, heruntergekommene Individuen, Handwerker, die keine Beschäftigung finden können, Künstler, deren Kunst vergebens nach Brot geht, Totschläger, die sich dem Arme der Gerechtigkeit entziehen wollen, Leute, die auf Abenteuer ausgehen, halbwüchsige Burschen, die in phantastischer Uebergespanntheit von Heldentaten träumen, usw. strömen in die Fremdenlegion. Die deutschfeindlichen Elemente in Elsaß- Lothringen, Luxemburg und Belgien agitieren für die Fremdenlegion, über die man übrigens in Frankreich noch schlechter unterrichtet ist, als sonst wo. Selbst die Offiziere in Frankreich haben von den dortigen Verhältnissen nicht die letseste Ahnung. Die Franzosen schwärmen für die Fremdenlegion und singen einem Ausländer gegenüber deren Lob in allen Tonarten. Hat der Ausländer dennoch keine Lust, so wird ihm so lange zugeredet, bis er endlich in einer weinseligen Stimmung unterzeichnet, und ein Todeskandidat ist mehr. Die entfetzlichen Strapazen, Qualen, Strafen und Laster, denen der Fremdenlegionär ausgesetzt ist, lassen sich in einem furzen Bericht nicht schildern. Aber man kann jederzeit öffentlich damit aufwarten, und wer die Verhältnisse wirklich fennt, muß das Schreckliche und Schrecklichste ehrlicherwetse bestätigen. Daß Verbrechen, Versäumnis und Schuld durch die ganze Legion bis zu den obersten Spizen reichen, daß niemand zur Rechenschaft gezogen wird, weil diejeni= gen, die zu urteilen haben, selbst schuldig sind, dafür trägt die französische Regierung einzig und allein seit Jahren die schwere Berantwortung mit ihn gar nicht in Betracht zu Prozentsaz der Zurückkehrenden ist so gering, Am Montag wurde die Aussprache über den Militärs etat zu Ende geführt. Der erste Redner war der Zentrumsabgeordnete Gröber, der den Sozialdemokraten das Recht absprach, den bürgerlichen Parteten einen Vorwurf daraus zu machen, daß die Mannschaftslöhnung noch nicht erhöht fet. Wenn es nach den Sozialdemokraten ginge, würden die Beamten auch keine Gehaltserhöhung bekommen haben, da die Sozialdemokraten alle Steuern ablehnten. Der Redner beschäftigte sich darauf eingehend mit der Frage der Ehrengerichte und führte eine Reihe von Gründen an, die gegen bte Beugnispflicht von Zivilpersonen vor Ehrengerichten sprechen. Redner verlangte ferner die Durchführung des Paritätsgesetzes von 1869. Es fehle auch nicht an Bestrebungen, die Katholiken zu Staatsbürgern zweiter Klasse herabzudrücken. Dieser Kampf werde seine Partei stets auf dem Posten finden. Abg. Osann( natl.) befürwortete aus allgemeinen Gründen heraus, daß den Juden der Zugang zum Reserveoffizierkorps eröffnet werde, und suchte die Konservativen zu einer Erklärung über ihre heutige Stellung dem Judentum gegenüber zu veranlassen. Er wendete fich dann gegen die Angriffe der Sozialdemokraten auf die Heeresverwaltung und hielt eine Erhöhung der Mannschaftslöhne für angebracht. Abg. Schöpflin( Soz.) hieb nach mehreren Seiten; erst gegen Osann, der gegen die Sozialdemokratie polemistert hatte, dann gegen den Kriegsminister, von dem er Aufklärung über die badische Flugblattgeschichte wünschte; er war für die Gleichberechtigung der Juden, wenn er auch einfließen ließ, daß ihm als Sozialdemokrat das Streben der jüdischen Bourgeoisie, ihre Söhne zu Reserveoffizieren befördert zu sehen, nicht imponierte. Abg. Kopsch( fortschr. Vp.) verlangte für alle Kinder der Mutter Germania" gleiche Rechte. Der Kriegsminister habe es dem Herrn Raab zu verdanken, wenn sein Gehalt noch nicht bewilligt sei. Der Widerwillen im Hause wäre ganz allgemein. Herr Raab habe die Untergebenen geradezu zum Disziplinbruch gegen jüdische Vorgesetzte aufgefordert. Wohin würden wir kommen, wenn die konfessionelle Kluft auch noch ins Heer komme? Redner verlangt für die Abgeordneten das Recht, sich von Offizieren informieren zu lassen, sprach dann gegen den Militärboykott und wendete fich schließlich gegen die Soldatenmißhandlungen. nahm der Kriegsminister abermals das Wort. Der Erlaß für den Verkehr von Offizieren mit einzelnen Abgeordneten sei falsch beurteilt worden. Selbstverständlich solle nicht jedes Gespräch von Offizieren mit Abgeordneten verboten werden. Die Verfügung richte sich lediglich gegen die Versuche von Offizieren, die im Gegensatz zu ihren Vorgesetzten hier einen parlamentarischen Druck ausüben wollten. Anfangs seien solche Versuche vielleicht harmlos, aber die Folgen könnten sehr ernst sein. Damit werde die Armee direkt in das parteipolitische Getriebe hineingezogen. Antisemitische Regungen seien ja hie und da in der Armee vorhanden, bewußt oder unbewußt. Antisemitische Offiziere in dieser schroffen Form hätten wir glücklicherweise nicht. Es set durchaus fein Kadavergehorsam in der Armee. Die Mißhandlungen gingen dauernd zurück. Wir haben weder ka= tholische noch evangelische noch jüdische Soldaten als Kaste, sondern deutsche Soldaten. Redner könne beweisen, wie die Sozialdemokraten unsere Leute aufheben. Der Mintster verlas einige Proben aus der sozialdemokratischen Presse, die bei der Rechten Pfutrufe hervorriefen. Wir begrüßen, so schloß der Redner, jede sachliche Kritik, weisen aber jede zerseßende Kritik wegen ihrer bösen Folgen zurück. Wenn man die Dinge so darstelle, als ob die deutsche Armee eine verlotterte Bande sei, so diene man nicht der Erhaltung des Friedens und nicht dem Wohle des deutschen Vaterlandes. Nach der mit Beifall aufgenommenen Rede des Kriegsministers wurden noch einige andere Dinge erörtert. Der sozialdemokratische Redner hatte von Mißhandlungen in Sachsen berichtet, und der Militärbevollmächtigte Sachsens gab bekannt, was seitens der Vorgesetzten geschehen sei, um diesen Mißständen zu steuern. Abg. v. Derzen( Rp.), der kürzlich das 70. Lebensjahr vollendet hat, tam auf die Judenfrage zurück und berichtete von den Erfahrungen, die er als Soldat und als Mensch mit den Juden gemacht hat. Er erklärte: Ich bin in meinem Leben mit einer ganzen Reihe von Juden zusammengekommen, die durchaus anständige Menschen gewesen sind. Auch als Beamte und Soldaten haben sie sich bewährt. Ich hatte im Kriege in meiner Schwadron zwei sehr tüchtige Juden. Es ist also nicht richtig, daß die Juden im allgemeinen nicht fähig sind, Offizier zu werden. Der Redner sprach dann dagegen, daß Sozialdemokraten Offtztere werden. Abg. Raab( wirtsch. Vg.) hatte wieder das Schlußwort. Er antwortete kurz auf die Zurückweisung seiner Rede aus dem Hause. Dann schloß die allgemeine Aussprache und das Gehalt des Kriegsministers wurde bewilligt. Nur die So zialdemokraten stimmen dagegen. Die fortschrittliche Resolution, daß Beförderung zum Offizier lediglich auf Grund der Tüchtigkeit, unbefümmert um Herkunft und politische Gesinnung erfolgen soll, wurde gegen die gesamte Linke abgelehnt. Sem Sransfen ins Stammbuch. Der Notschrei eines Offiziers der Fremdenlegion. In der derzeitigen Militärdebatte des Reichstags sprach Kriegsminister v. Heeringen die Erwartung aus, daß 3) Das Familiengeheimnis. ziehen brauchen. Ein Sozialökonom möge nun den fortlaufenden Verlust Deutschlands an Kapital und Arbeitsfraft berechnen." Uebrigens werden die französischerseits gegen Herrn von Heeringen erhobenen Vorwürfe auch in der Nordd. Allg. 3tg." entschieden zurückgewiesen. Rundschau vom Cage. Politisches. Von einem tragischen Tode wurde der Friseur Danne-berg in Berlin ereilt. Er befand sich gerade in einem Sarg= geschäfte, um dort einen Sarg für seine verstorbene Frau zu kaufen, als er plöblich leblos zu Boden sank. Ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Handelsminister Sydow amtsmüde? Der preußische Handelsminister v. Sydow ist, wie der„ Hannov. Cour." hört, für den durch den Tod des Freiherrn v. d. Recke freigewordenen Posten des Oberpräsidenten von Westfalen in Aussicht genommen. 3u e in der N Vollmann Einbreche lotal des fende Sch und ging ergriffen gezüdtem meister er erwehren, ein paar fer flüchte fchlagen durch die schen wa festgenom funftslofe Ein abendaber Frau Ger win eini traf fic e der Knab lich hörte sah, wie trug, dav beffen Ge ften Auge Paffanten Eine Studentenschlacht fand in der Nacht zum Montag in der Josephgasse in Wien statt. Es tam dort zu einer Prügelet zwischen deutsch- nationalen und füdisch- nationalen Studenten, an der nahezu 200 Studenten beteiligt waren. Die Rauferet, bei der es zahlreiche Verletzte gab, artete zu einer förmlichen Schlacht aus. Verzweiflungstat einer Mutter. Die 34jährige Bauersfrau Loos aus Lauf bet Nürnberg, die am lebten Donnerstag wegen Milchfälschung zu 100 M Geldstrafe verurteilt worden war, stürzte sich mit ihren beiden kleinen Kindern in die hochgehende Pegnitz. Alle drei Personen ertranten. Das Opfer einer Alkoholvergiftung ist der siebenjährige Sohn des Totengräbers Brauch in Hemsbach im Bezirke Weinheim geworden. Der Junge war wegen Schulschwänzens von seinem Vater gezüchtigt worden. Er trant darauf heimlich ¼ Liter Schnaps und legte sich zu Bett, um nicht mehr aufzuwachen. Zum angeblichen Posener Oberpräsidentenwechsel schreibt die„ Nordd. Allg. 3tg." offiziös: Die sensationelle Meldung von dem Rücktritt des Oberpräsidenten v. Waldow als Folge der Nichtanwendung des Enteignungsgesetzes und die weitere Mär von der projektierten Hofhaltung eines preußischen Prinzen im neuen Posener Schlosse entbehren jeder Grundlage." Roman von L. Walter. ( Nachdruck verboten.) Eine Unterschrift, die der Großhändler Friedrich Halling gab, flößte Respekt ein, und ein Unternehmen, an dem Halling sich beteiligte, galt gesichert. Unglückliche Schuldner rühmten seine Humanität und verarmte Freun de seine Freigebigkeit. Treue und Fleiß seiner Leute belohnte er, Pflichtwidrigkeiten bestrafte er durch Entlassung. Seine Familie bestand aus dem einzigen Sohne und der Schwester Selma, die bis jetzt eine passende Heiratspartie nicht hatte finden können, obgleich sie als wohlhabend galt. Da der Kaufmann seine Gattin schon vor sechs Jahren verloren, führte Selma die Wirtschaft, und man mußte es Ihr nachsagen, daß sie nicht nur musterhafte Ordnung hielt, sondern auch auf den Nugen des Bruders bedacht war. Das Verhältnis zwischen den beiden Geschwistern war jedoch kein sonderlich inniges gewesen, da Selma einen talten, fast verschlossenen Charakter besaß, der mehr abstieß als anzog; aber sie war doch mit Dank gegen den Bruder erfüllt, der ihr eine sorgenfreie und geachtete Stellung in feinem Hause angewiesen. Die Bediensteten wie auch Karl wußten es, daß sie selbst einen gewissen Einfluß auf den Bruder ausübte, der in schwierigen Fällen, da er ihren scharfen Verstand und richtigen Takt kannte, mit ihr zu beraten pflegte. Die Reichstagsersagwahl in Allenstein- Rössel, die am ontag fiatranu, gat mit dem Siege des Datumain didaten geendet. Es wurden bisher gezählt: für Gutsbesitzer Orlowski- Kuztorn( 3entrum) 10 733 Stimmen, für Pfarrer Maraczew( Pole) 6793 Stimmen und für Rechtsanwalt Rudolf Haase( S03.) 303 Stimmen. Einige „ Es muß sein!" rief der junge Mann, sich gewaltsam emporraffend und die Tränen trodnend. Ich bin verantwortlich für den Fortgang des Geschäfts, und darum werde ich mit Ruhe den Bestand desselben prüfen, um in die Rechte und Pflichten des Verstorbenen eintreten zu tönnen." Karl Durch eine Explosion von Feuerwerk ist ein Friseur=" geschäft in Arbon in der Schwetz vollständig abgebrannt. Der Friseur ist tot, feine Frau schwer verwundet, weitere fechs Personen sind verletzt. Einen jähen Tod fand der zehnjährige Sohn des Stellmachers Koch in Halle. Er spielte mit einem kleineren Bruder im Hofe, wobet er fich auf einer ausgespannten Schnur hin- und herwiegte. Plöblich glitt er aus, die Schnur bildete eine Schlinge und der Knabe erstickte in wenigen Minuten. Jezt galt es das Geheimbuch aufzufinden. fannte das lange graue Buch genau, es war ihm von großer Wichtigkeit. Der Eisenschrank mußte es enthalten. Wo aber war der Schlüssel dazu, den der Vater stets bei sich trug? Er öffnete zunächst das Pult des Vaters. Das Innere enthielt Briefe, Notizen und eine kleine Handkasse, die Halling für sich zu benutzen pflegte. Aufzeichnungen, die Brivatverhältnisse betrafen, fanden sich nicht vor. Der junge Mann ging zu Selma hinauf, die vor dem Spiegel stand und ihre Haare ordnete. Bei einer Skitour schwer verunglückt sind im großen Walsertale in Tirol die beiden Studenten Erwin und Hans Laubheimer aus Ulm. Beide stürzten infolge Unkenntnis der Gegend und wegen der eingebrochenen Dunkelheit über eine hohe Felswand. Erwin 2. war sofort tot, Hans L. erlitt schwere Verlegungen. Tante, ich suche den Schlüssel zu des Vaters Geld= schrank er trug ihn stets in seiner Börse." ,, Ganz recht!" " Erinnerst Du Dich, wohin die Börse gekommen ist?" Selma sah ruhig ihren Neffen an. An die Börse habe ich nicht gedacht. Sie muß ohne Zweifel im Comptoirrode stecken." ,, Wo ist der Rod?" ,, Doch im Zimmer des Bruders." ,, Begleite mich dorthin, liebe Tante." Es ist gefährlich, die Kleider zu berühren." " Immerhin, ich muß die Schlüssel haben." Zwei Feuerwehrlente verbrannten bei einer Feuersbrunst in einem Londoner Stadtteil. Während sie mit mehreren ihrer Kameraden die Ruinen durchsuchten, stürzte eine noch brennende Treppe ein und begrub fie. Obgleich man ihre eingeklemmten Körper sah waren alle Versuche, fie zu retten, vergeblich. Bei diesen Bemühungen wurde ein dritter Feuerwehrmann schwer verletzt. Aus den Gerichtssälen. Die gefährliche Alte" mit dem Hundertmarkschein. Das gefährliche Alter" suchte ein Rechtsanwalt in einer Verhandlung vor der zweiten Strafkammer des Hamburger Landgerichts für die Handlungsweise einer Mandantin verantwortlich zu machen. Aus der Beweisaufnahme ergab sich, daß ein Hausbesitzer mit der Baupolizeibehörde wegen einiger bonnolizeilicher Vorschriften in Rwist geraten war. Die Entscheidung in der Sawe nanit einem Baurat zu, der eines Tages ein Kuvert zugeschickt erhielt, in dem sich ein Brief und ein Hundertmarkschein befanden. In dem Schreiben wurde der Wunsch ausgedrückt, daß die strittigen Punkte in wohlwollender Weise erledigt werden möchten. „ Du solltest noch einige Tage warten, Karl; unter den traurigen Verhältnissen ist äußerste Vorsicht geboten. Bedente das Unglück, wenn auch Du von der schrecklichen Krankheit ergriffen würdest... wir müßten das ganze Geschäft fremden Händen überlassen." " Ich fürchte die Gefahr nicht, wohl aber eine Störung in dem Geschäftsgange Wenn diese nicht eintreten soll, muß ich genaue Einsicht in die Bücher nehmen und der Eisenschrank enthält das Hauptbuch und die Wertpapiere. Lektere sind von besonderer Wichtigkeit, da ich faufen oder verkaufen muß, je nach dem Kurse. Ich kenne ja die Manipulationen des Vaters. Ein Tag fann uns großen Nachteil bringen. Ohne Hauptbuch ist es mir aber nicht möglich..." mer nicht zu öffnen. Man ist es sich selbst schuldig, der Gefahr soweit als möglich auszuweichen. Ich möchte die Kleidungsstücke des Verstorbenen nicht berühren, die längst vernichtet sein sollten. Der Krankenwärter wohnt in der Nähe..." Wie Du willst," antwortete Selma, die diese Gründe entscheidend finden mochte.„ Aber ich möchte doch raten, einen Mann kommen zu lassen, der die Untersuchung des Rodes vornimmt. Der Arzt hat befohlen, das Sterbezim,, So lasse man ihn holen." Der Zufall war günstig, denn schon nach einer Viertelstunde kam der ausgesandte Bote mit dem Manne zurüd, der den Kranken während der letzten Stunden gepflegt hatte. Er erklärte sich sofort bereit, das Geschäft auszuführen. Dem Armen stand ja ein guter Lohn in Aussicht. Selma weigerte sich, das Zimmer zu betreten. ,, Sie haben Recht, meinte der Wärter;„ wer Angst hat, muß zurückbleiben. Ich fürchte mich nicht. Was sollte auch daraus werden, wenn niemand den Mut hätte, die Kranken zu pflegen?" Die Tante übergab ihm den Schlüssel. Begleiten Sie mich, junger Herr?" " Ja." ,, Nun, so kommen Sie in Gottes Namen! Was ges schehen soll, geschieht. Niemand kann seinem Schicksale entgehen und wenn er sich meilenweit flüchtet. Das ist meine Ansicht und dabei bleibe ich!" ersten Au verfolgten breite un eine zwei Schläfe e einem jun nächsten ber Frem ihm gesto die Flucht Gala Tagen br Linfenbar auf die fleidet ha er gleich Dame" f begab sich die Reichs lange Ki bem Geld Jüngling. fe wußte nehmen. Pfennig. Menf Dampfers großer Te A Chin tet, im 711 Vereinigt als Seele fonit verst über war. beträgt in titanische ren Gried Der welche Pr infolge i nen, habe tigt. Es faum für Wiener biger der faten Ral Dor: Er Jordan, Die Bring auch ange nach einge Das Zimmer Hallings lag am äußersten Ende des Korridors. Der Wärter fannte es und erschloß mit sicherer Hand die Tür desselben. Furchtlos trat er ein. Alle Fensterflügel waren geöffnet; der Luftzug, der entstand, traf den jungen Mann, der an der Tür stehen blieb. Was soll ich suchen, Herr?" fragte der Märter. Sehen Sie jenen Rod auf dem Stuhle?" " " " Ja" " In einer der Taschen muß sich eine Börse finden.. Der Wärter nahm den Rock und durchsuchte die Taschen. ( Fortsegung folgt.) nig Leopo Jei daher anftändige Demnach d widerte se bellen Too bürfe. De dem nur f geritein ni Ein 3 Bwijchenja aufgetauch Diffchaft, bern geleg Rieberlan Beit dari Re nicht the noch f brig hat fle, würt mehr an hrenord efcheitert nicht für den An mtern es Mini geiftlige Confulare sminifter mlegten ufmanns ändig ab, 0 Todes er mine Wirkung London das Ge wote ge C, um ein des eng , zu er eder zwel dret Wo Mädchen Namen ng bereit t wurden gewerbs r Danne em Sarg ene Frau ant. Ein t. Montag au einer ationalen gt waren. ab, artete Bauere Donners verurteilt 1 Kindern ertranten benjährige n Bezirke Sulschwän trant de Bett, um 1 Friseur bgebrannt et, weitere des Stell eren Bru en Schnur Schnur bil nigen Mi im großen und Hans Infenntnis elheit über , Hans& r Feuers nd fie mit ten, ftfirste 2. 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Sie behauptete, fie habe sich dem Baurat durch die Uebersendung des Scheins nur nähern wollen, da sie die Hoffnung gehabt habe, er werde sie dann kennen lernen und eventuell heiraten. Dem Gerichtshof schien das ein etwas merkwürdiger Weg, um mit jemanden bekannt zu werden. Der Verteidiger machte fich die Bettströmung" zunuzze. Er wies darauf hin, daß fich seine Mandantin in dem sogenannten gefährlichen Alter" befinde, und daß Frauen in dieser Epoche zu allerlei Der Gerichtshof merkwürdigen Dingen aufgelegt seien. besaß für die Theorien von Karin Michaelis aber nicht das geringste Verständnis. Er erblickte in dem Vorgehen der Angeklagten den Versuch einer Beamtenbestechung und verurteilte fle zu 100 M Geldstrafe. Außerdem soll der vminöse Hundertmarkschein zugunsten des Fiskus eingezogen werden. Vermischtes Zu einem blutigen Kampfe mit Einbrechern fam es in der Nacht zum Montog zwischen dem Schlächtermeister Vollmann in der Weißenburgerstraße in Berlin und einem Einbrecher. Dieser war mit 5 Genossen in das Geschäftslokal des Schlächters gedrungen. Der im Nebenraum schlafende Schlachtermeister erwachte, als er das Geräusch hörte und ging beherzt in den Laden. Bei seinem Erscheinen ergriffen drei Einbrecher die Flucht. Der vierte wollte mit gezüdtem Messer Vollmann zurüddrängen. Der Schlächtermeister ergriff jedoch ein Beil, um sich des Einbrechers au erwehren, und versetzte ihm mit der unbewaffneten Hand ein paar Faustschläge ins Gesicht. Nun wollte auch dieser flüchten und versuchte die Scheibe der Ladentür ein31 schlagen. Dabei verletzte er sich schwer, indem er sich durch die Classcherben die Pulsadern aufschnitt. Inzwi schen war Hilfe herbeigekommen, der Einbrecher wurde festgenommen und auf der Polizeiwache als der unterfunftslose Hermann Pionke festgestellt. Ein Messerattentat auf ein Kind wurde am Sonnabendabend in der Hermannstraße in Rirdorf verübt. Eine Frau Gerhardt hatte mit ihrem siebenjährigen Sohn Erwin einige Einfäufe besorgt. Auf dem Nachhausewege traf sie eine Bekannte und plauderte mit ihr, während der Knabe in der Nähe der beiden Frauen stand. Plötzlich hörte Frau Gerhardt ihr Kind laut aufschreien und sah, wie ein junger Mann, der ein Messer in der Hand trug, davoneilte. Sie wandte sich sofort ihrem Kinde zu, dessen Gesicht vollständig mit Blut bedeckt war. Jm nächsten Augenblick verlor das Kind die Besinnung. Mehrere Passanten, die den Vorfall beobachtet hatten, waren im ersten Augenblid se bestürzt, daß sie den Messerstecher nicht verfolgten. Der Knabe hatte eine mehrere Zentimeter breite und tiefe Wunde unterhalb des linken Auges und eine zweite Schnittwunde an der Stirn in der Nähe der Schläfe erhalten. Der Knabe erzählte später, daß er von einem jungen Mann aufgefordert worden sei, ihm in den nächsten Hausflur zu folgen. Als er sich weigerte, habe ber Fremde plöhlich ein Messer gezogen und zweimal nach thm gestochen. Dann habe er ihn zu Boden gestoßen und die Flucht ergriffen. Galante Abenteuer eines Laufburschen. Vor mehreren Tagen brannte aus Rirdorf der 17jährige Laufbursche Linsenbart mit 800 M durch, die er für seinen Dienstherrn auf die Post bringen sollte. Nachdem er sich neu eingefleidet hatte, fuhr er 2. Klasse nach Stettin. Dort machte er gleich abends eine Bierreise, auf der er eine 40jährige Dame" fennen lernte, die sich Klara nannte. Das Pärchen begab sich dann nach Berlin, weil Klara sich auch einmal die Reichshauptstadt ansehen wollte. Hier besuchte es so lange Kientöppe, Varietees und Nachtcafees, bis es mit bem Gelde zu Ende war. Dann„ versetzte" Klara den Jüngling. L. ging jetzt zu einer Tante und beichtete ihr; fte wußt aber schon von seinem Streich und ließ ihn festnehmen. Der junge Lebemann besaß gerade noch einen Pfennig. Menschenschmuggel. Bei der Ankunft des griechischen Dampfers ,, Athenai" in Brooklyn wurden die Offiziere, ein großer Teil der Mannschaft und der Neuyorker Vertreter day Chiffonisgeist unter der Beschuldigung verhaf tet, im vergangenen Jahre zahlreiche Auslander in die Vereinigten Staaten eingeschmuggelt zu haben, die teils als Seeleute verkleidet, teils in den Kohlenbunkern oder sonst versteckt waren, bis die Gefahr der Entdeckung vorüber war. Die Bürgschaftssumme für die 29 Verhafteten beträgt insgesamt 195 000 Dollar. Es verlautet, die amerikanische Regierung sei im Besitz der Namen von weiteren Griechen, die bei der Einschmuggelung beteiligt waren. Der Pilgerstein der Prinzessin Luise. Die Millionen, welche Prinzessin Luise von Belgien geerbt hat und welche infolge ihrer vielen Schulden langsam aber sicher zerrinnen, haben eine neue Gattung von Geldforderern gezeitigt. Es sind dies Konstrukteure von Ansprüchen, die man faum für möglich halten sollte. Kürzlich erschien, wie ein Wiener Blatt mitteilt, bei dem Vertreter einiger Gläu= biger der Prinzessin, dem Wiener Hof- und Gerichtsadvofaten Rabenlechner, ein Gastwirt und brachte folgendes vor: Er habe der Prinzessin einen Pilgerstein aus dem Jordan, den er zum Geschenke erhalten habe, angeboten. Die Prinzessin habe den geweihten glückbringenden Stein auch angenommen. Die Glüdswirkung habe sich bald da= nach eingestellt, denn es sei der Vater der Prinzessin, König Leopold, gestorben, wodurch sie Millionen erbte. Es sei daher recht und billig, daß sie für den Pilgerstein eine anständige Entschädigung bezahle und der Advokat möge bemnach die nötigen Schritte einleiten. Rabenlechner erwiderte selbstverständlich, daß der Tod des Vaters von dessen Tochter doch nicht als Glücksfall betrachtet werden dürfe. Der Gemütsmensch von einem Gastwirte war trohdem nur schwer davon zu überzeugen, daß er aus dem Pilgerstein nicht belgisches Erbschaftsgeld schlagen könne. Ein Dorf, das davonlaufen will. Ein diplomatischer Bwischenfall eigener Art ist zwischen Holland und Belgien aufgetaucht: die Bewohner von Casterle, einer kleinen Drtschaft, die fast auf der Grenze zwischen beiden Länbern gelegen ist und zu Holland gehört, wollen nicht mehr Niederländer sein. Sie beklagen sich schon seit langer Zeit darüber, daß die Regierung ihres Landes sich um fie nicht im geringsten fümmert und weder für ihre Kirthe noch für ihre Schule, noch für den Straßenbau etwas übrig hat. Wenn es nach der Regierung ginge," sagen fie ,,, würde unser Oertchen bald vollständig in Berfall geraten." Unter solchen Umständen wollen die von Caster= le nicht länger mehr Holländer sein, sondern sich lieber zu Belgien schlagen; sie schicken eine Petition nach der an deren an die belgische Regierung und bitten inständig, daß der König der Belgier sie unter seinen Schutz nehmen und ihnen die belgische Untertanenschaft zuerkennen möge. Einen Krieg mit Holland, meinen sie, brauchte Belgien deswegen nicht zu befürchten. Alle Häuser von Casterle seien nämlich von Holz und leicht auseinanderzunehmen; man brauchte die Häuser also nur zu zerlegen, um sie jenseits der ein paar pundert Meter entfernten Grenze wieder aufzubauen. Der belgischen Regierung scheint je= doch an diesem Untertanenzuwachs nicht sehr viel gelegen zu sein: sie hat sich wenigstens bis jetzt noch nicht in Unterhandlungen eingelassen und dürfte es wohl auch fernerhin nicht tun. Wahl der Todesart. Die Kommission zur Revision des Strafgesetes hat beim Parlament des Staates Nevada einen Antrag eingebracht, wonach zum Tode verurteilten Verbrechern fünflighin die Wahl der Todesart freistehen soll. Der Verurteilte fann wählen zwischen Erschie= ßen, Erhängen und Vergiften. Das Gift wird ihm zehn Minuten vor dem für die Hinrichtung festgesetzten Zeitpunkt gereicht. Hat er sich in den 10 Minuten nicht entschließen können, es zu nehmen, dann wird er gehängt. Wer von der Wahl der Todesart feinen Gebrauch macht, wird gleichfalls durch Erhängen ins Jenseits befördert. Gemütsmenschen, diese Leute aus Nevada. Von einer bemerkenswerten Operation erzählt eine in Philadelphia erscheinende Zeitung. Eine Jtaltenerin namens Maria de Vita mußte sich vor kurzem im Universitätshospital zu Philadelphia einer schweren Operation unterziehen; sie erlitt hierbei solchen Blutverlust, daß sie dem Tode nahe war, und der behandelnde Arzt erklärte sofort, daß sie nur dann gerettet werden könne, wenn es möglich wäre, in ihren geschwächten Körper mindestens einen Liter gesunden Blutes hinüberzuleiten. Da der Gatte und der Bruder der Patientin nicht so viel Blut hatten, daß sie davon noch etwas hätten abgeben können, wandten sich die Chirurgen mit fragendem Blid an ihre Assistenten, lauter fräftig gebaute und ferngesunde junge Studenten. Einer von diesen, Henry P. Brown, ein Sohn reicher Eltern, trat, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, ver und bot freiwillig sein Blut an. Der Oberarzt jah ihn einen Augenblid lang fest an und schritt dann ohne weiteres zur Bluttransfusion. Eine Blutader des jungen Mannes wurde geöffnet und mit einer Blutader der Patientin verbunden. Bald darauf sah man, wie die Frau, an der man kurz vorher kaum noch ein Lebenszeichen bemerkt hatte, die Farbe wiedererlangte und ins Leben zurüdkehrte, während der junge Mann diese erfreuliche Wandlung, die nur seinem Blutopfer zu verdanfen war, ruhig und mit sichtlichem Interesse verfolgte. Jeder Schlag seines Herzens gab der Frau neues Leben. Die Transfusion dauerte nur wenige Minuten. Die Frau fiel dann in einen heilsamen Schlaf und die Aerzte verschlos= sen die Blutader des Studenten, der bei dieser Operation etwa einen Liter seines Blutes verloren hatte, ohne daß er irgendwelche Beschwerden empfand. Er ging, nachdem er auf Anordnung des Oberarztes ein wenig geruht hatte, nach Hause, wie wenn nichts geschehen wäre. Annonce. Der Pedell Schwämmel hat in seiner, im Universitätsgebäude befindlichen Amtswohnung ein fleines Zimmer übrig, das er zu vermieten beschließt. Er betritt den nicht mehr ungewöhnlichen Weg de Annonce und läßt ins Tageblatt einrüden: An Studierenden ist ein möbliertes Zimmer zu vermieten; Kost und Universität im Hause. Wissenschaft, Kunst und Literatur Sechs Millionen für die Wissenschaft. Der französischen Wissenschaft ist eine Erbschaft von mehr als sechs Millionen Francs zugefallen: 3% Millionen für die Akademie der Wissenschaften, 2½ Millionen für die Universität von Paris, 100 000 Francs für das Institut Pasteur. Der französische Carnegie ist ein Herr Auguste Loutreul, der vor vierzehn Tagen in der Schweiz verstorben ist. Loutreul ist der Sohn eines Bauern aus der Normandie und hatte sein großes Vermögen durch industrielle Unternehmungen in Rußland erworben. Das Alter eines Skelettfundes. Einen interessanten Beitrag zu den dunklen Fragen über das Alter des Menschengeschlechts gab der Londoner Professor Arthur Keith in einem Vortrag, der sich mit dem Skelettfund des sogenannten Galley Hill- Menschen beschäftigte, Go ganhatt flah um die nochen eines mautatiei aörpers, der im Boden des Themsetals bei Galley Hill gefunden wurde. Die Frage nach der Zeit, in der dieser Mensch lebte, läßt sich nach der Ansicht von Keith auf Grund der Niveauveränderung der Themse bestimmen. Nach der niedrigsten Schäßung muß man annehmen, daß sich das Themsebett um wenigstens 170 Fuß gesenkt hat, seit die Sandschichten, in denen der Fund gemacht wurde, in einer Epoche nach der Eiszeit abgelagert wurden. Bedenkt man nun, wie wenig sich das Niveau und das Aussehen des Themsetals seit der römischen Periode verändert hat, und daß kein Grund vorhanden ist, anzunehmen, daß Veränderungen des Niveaus oder des Klimas den Flußlauf in früheren Zeiten rascher gesenkt hätten, als heute, so kann man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß der Fluß für jeden Fuß, den sein Niveau sich senkte, tausend Jahre gebraucht hat. Auf der Grundlage dieser Annahme läßt sich das Alter des Skelettfundes von Galley Hill auf 170 000 Jahre bestimmen. Der Galley Hill- Mensch ist, wenn auch in einzelnen Zügen verschieden, so doch im wesentlichen dent Typus des modernen Menschen gleich. Dieser Engländer vor 170 000 Jahren" ist der einzige befannte Vertreter der Tausende von Generationen, die in der gewaltigen Periode von der Eiszeit bis zur neolithi= schen Epoche in England lebten. Bedingte Temperenz. Amerika erlebt gegenwärtig eine Begeisterungswelle der Antialkoholbewegung. In einer Reihe von Staaten ist die Herstellung alkoholischer Getränke verboten, in ande= ren sogar der Verkauf, und die Temperenzler könnten über den Sieg ihrer guten Sache jubeln, wenn nicht die amtliche Statistik bewiese, daß der Alkoholimport und die Alkoholproduktion in Amerika von Jahr zu Jahr größere Fortschritte machen. Auch die Stadt Neuyork hat ihren Anteil an der Temperenzbewegung, der freilich, wie in den meisten Staaten der Union, höchst platonischer Natur ist. In Neuyork, so wird in einem Aufsatz über die amerikanische Temperenzbewegung ausgeführt, müssen am Sonntag alle Bierlokale und Ausschankstellen geschlossen gehalten werden, mit Ausnahme jener Gasthäuser, die zugleich einen Restaurantbetrieb führen. Ein alkoholisches Getränk am Sonntag ist gesetzmäßig, wenn man dazu etwas ißt, und ist ein Vergehen gegen das Gesez, wenn man nicht dazu ißt. Einige schlaue Wirte und Cafetiers haben nun einen billigen Ausweg gefunden: zu jedem Glas Bier werden ein paar Biskuits oder ein wenig Salat serviert der gründlich aepfeffert ist, um den Durn anzuregen, oder man reicht zum schäumenden Trunke Salzbrezeln. Man ist, um das Gesetz zu erfüllen, und trinkt, weil Salz und Pfeffer be tanntlich Durst machen. Ein noch besseres System, das Gesetz durch Umgehung zu erfüllen, haben die anderen Bier wirte ersonnen. Wenigstens dreiviertel aller Neuyorker find trotz des gesetzlichen Verbotes am Sonntag geöffnet mi der einzigen Vorsichtsmaßregel, daß die Gäste nicht durch das Hauptportal eintreten; das ist nach allen Regeln der Kunst verrammelt und verriegelt. Der Durstige geht einfach durch den Gesindeeingang, der diskret geöffnet ist. Fin det sich ein junger, unerfahrener und eifriger Schutzmann, der diesem gesetzwidrigen Treiben" ein Ende bereiten will, so ist ein Ausweg leicht gefunden. Diese Herren" erklärt der Wirt,„ die hier bei mir Bier trinken, sind meine Freun de und Verwandten, die ich mir privatim zu Gast geladen habe". Können Sie beweisen, daß jene Herren nicht Freun de oder Verwandte des Wirtes find?" fragt der Richter den Schutzmann. Und der kann es natürlich nicht: der Wirt zieht in Frieden dahin. Oder ein anderer Fall: ein eifernder Jünger der Hermandad erwischt am Sonntag einen Bürger, wie er, mit einer Bierflasche oder vielleicht mit einem schäumenden Bierkrug in der Hand, ein Restaurant verläßt. Der Verächter des Gesetzes wird festgestellt. Das Nachspiel vor dem Polizeirichter folgt. Können Sie beweisen, daß die Flüssigkeit in der Flasche wirklich Bier war?" fragt der Richter den Schußmann, haben Sie sich durch eine Probe überzeugt?"" Nein", muß der Schutzmann antworten, denn das Gesetz gibt der Behörde nicht das Recht, einen freien amerikanischen Bürger auf der Straße anzuhalten und zu untersuchen, was er bei sich trägt." So können die Neuyorker auch am Sonntag ihren fühlen Trunk tun und mit schäumenden Bierkrügen über die Straße ziehen, vorbei an den Schuhleuten, die ihnen übrigens, wenn sie nicht gerade Neulinge sind, mehr mit Neid als mit pflichtmäßiger Entrüstung nachblicken.. Das letzte Berliner Original. Die Berliner Originale sterben aus. Die alles gleichmachende Flut des Großstadtlebens begünstigt nicht die Entwidlung von Persönlichkeiten, die allen Berlinern und dem durchreisenden Fremdenpublikum gleichermaßen vertraut sind. Aus der Zeit des kleineren Berlin vor 1870 hatte sich nur noch der alte Kranzler" in unsere Tage hinübergerettet. Mit seinem am Sonntag erfolgten, Tode ist der letzte wirklich volkstümliche Berliner dahingegangen, der gleichsam zu dem Gesamtbilde der Stadt gehörte, wie die Straße Unter den Linden", wo sich seit ungefähr 80 Jahren bis auf den heutigen Tag unverändert die weltberühmte Kranzler- Konditorei" befindet. Sie blieb einfach und schlicht in ihrer alten Gewandung und erzählt uns an jedem Nachmittag etwas von altpreußischer Sparsamkeit. Es ist ganz klar, daß ein Mann, der im Mittelpunkt des Ber liner Lebens sein Geschäft von Weltruf ohne den modernen Prunk, ohne Musikkapelle und imitierten Glanz erhalten hat, eine eigenartige Persönlichkeit gewesen sein muß. Oft find an den alten Kranzler Anregungen herangetreten, setne berühmte und viel besuchte Konditorei auch den sogenannten modernen Anforderungen anzupassen. Aber alle diese gutgemeinten Wünsche und Geschäftstricks scheiterten an dem eisernen Widerstand dieses Originals, der gleichfam als Motto oft den Spruch im Munde führte: Modernität ist Mumpit." Er hatte einen feinen ironischen Blick für die Schwächen unserer Zeit, die im Zeichen des Talmi steht. Und gerade dieser Talmiglanz, der heutzutage allen großen weltstädtischen Unternehmungen anhaftet und sie für einen Mann von Geschmack lächerlich macht, war ihm aus fiefstem Herzen verhaßt. Kranzler war der Meinung, daß die Stühle, auf denen Moltke und seine Zeitgenossen geseffen haben, daß die Zimmer, in denen sich Mommsen und andere große Gelehrte wie Virchow wohlgefühlt haben, auch noch für die heutige Generation genügen dürften. Aus die= fer Ueberzeugung heraus Iteß er nicht die geringste Aenderung an seiner Konditorei vornehmen, er ließ die kleine Veranda mit den Eisenstangen, die jeder Besucher Berlins fennt, völlig in der Form, die sie bet der Begründung der Konditorei gehabt hatte. Nur auf eins legte er großen Wert: Auf die Köstlichkeit seiner füßen Erzeugnisse. Kranzler- Torten" und„ Kranzler- Speisen" sind noch heute für jeden Feinschmecker eine recht angenehme Zugabe zu den Unannehmlichkeiten des Lebens. Auf diesem Gebiete hat er bahnbrechend gewirkt. So sind z. B. die berühmten Wiener Kipferin", die bei Kranzler und im Cafee Baue in unerreichter Schmackhaftigkeit genossen werden können sein ureigenstes Werk, auf das er auch mit Recht stolz war Insofern war Kranzler der letzte Vertreter des schönen Prinzips der Einfachheit und Gediegenheit. Darum hat er für Berlin mehr Bedeutung, als sein Name im allgemeinen zu haben pflegt. Er steht auf der Grenzscheide zwischen zwei verschiedenen Anschauungen und hat bewiesen, daß auch seinem Geschäftsprinzip der Erfolg nicht versagt bleibt. ΠΑ Drahtnachrichte / und neuestes. Charlottenburg bleibt bei 100 Prozent. Berlin, 28. Februar. Die liberale Fraktion der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung, die über die absolute Mehrheit verfügt, hat beschlossen, die vom Regierungspräsidenten für alle Städte um Groß- Berlin angeregte Erhöhung der Einkommensteuer von 100 auf 110 Prozent abzulehnen. Der neue„ M 4“. Berlin, 28. Februar. Das neue Militärluftschiff„ M 4". das auf der Werft des Luftschifferbataillons erbaut worden ist, wird voraussichtlich mit seinen Probefahrten im Laufe dieser Woche beginnen. Der Ballon, der rund 10,000 Subit meter Wasserstoffgas faßt und 96 Meter lang ist, wurde schon gefüllt und mit den Auftakelungsarbeiten ist schon begon nen worden. Das neue Luftschiff übertrifft die anderen unstarren Militärluftschiffe sowohl an Größe als auch an Tragkraft erheblich. Der Auftrieb wird 11,000 Kilogr. betragen. Das Luftschiff hat zwei Gondeln und kann 20 Personen fassen. Dedländerei- Kultur. Göln, 28. Februar. Die rheinische Provinzialverwaltung beabsichtigt, der Anregung des Kaisers folgend, große Dedländereien zu kultivieren. Zu diesem Zwed haben bereits Vertreter der Regierung und der Provinzialverwaltung einen großen Landkomplex, mehrere tausend Morgen, in der Umgebung von Malmedy und Montjoie besichtigt. Die Ausführung der Kulturarbeiten foll durch die Gefangenen der Provinzialarbeitsanstalt erfolgen. Sich selbst gestellt. Bochum, 28. Februar. Der nach Unterschlagung von 7800 Mark flüchtige Postassistent Midelsdorf hat sich selbst gestellt. Von dem veruntreuten Gelde hatte er vor der Flucht etwa 5000 Mart in seiner Wohnung zurückgelassen. Vei der Verhaftung besaß er noch 902 Mark. Raubmord auf einem Schiffe. Dünkirchen, 28. Februar. An Bord des deutschen Frachtdampfers Cordoba", der aus Bahia Blanca hier eingetroffen ist, wurde gestern der 37jährige deutsche Mechaniker Wilhelm Schutt, der sich in Montevideo eingeschifft hatte, auf dem Abort ermordet aufgefunden. Der Leichnam war halbnackt; der Kopf war mit einem Rasiermesser, das durch den gewaltsamen Schnitt zerbrochen war, halb vom Rumpfe getrennt. Es liegt Raubmord vor. Der Mörder ist ein feit Bahia Blanca an Bord befindlicher Passagier, ein etwa 30jähriger Mann, der sich Juez Renau nannte. Er ist auf der Flucht nach Belgien. 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Auf Grund des§ 139e der Reichsgewerbeordnung werden für den geschäftlichen Verkehr der offenen Verfaufsstellen bis 10 Uhr abends folgende Tage in diesem Jahre frei gegeben: Samstag, den 15. April, Samstag, den 3. Juni, Mittwoch, den 18. Oktober, Mittwoch, den 13. Dezember und Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag, den 20., 21., 22. und 23. Dezember. Außerdem ist ein erweiterter Geschäftsverkehr bis 7 Uhr abends an folgenden Sonntagen freigegeben: 9. April, 10., 17., 24. und 31. Dezember. Wetzlar, den 28. Februar 1911. Die Polizeiverwaltung: Der Bürgermeister von 3engen. Bekanntmachung. Diejenigen Pflichtfeuerwehrleute, welche gegewillt sind, sich gegen die übliche Ablösungsgebühr vom Dienste der Pflichtfeuerwehr ablösen zu lassen, werKalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei ben erfucht, umgebend, mündlich oder schriftlich, bei der Telefon 84. Aug. Gabriel jr. Giessen, Telefon 84. la. Qualitäten Massenfabrikationen Bahnanschluss 4 hiesigen Polizeiverwaltung einen diesbezüglichen Antrag zu stellen. Wetzlar, den 28. Februar 1911. Der Bürgermeister: von 3engen. මෙම Drucksachen für Behörden Formulare, tabellarische Arbeiten, Voranschläge, Mahn- u. Steuerzettel Quittungen, Berichtsbogen etc etc. Jahresberichte schnell und billig. Drucksachen für Geschäftsbedarf wie: Briefbogen, Geschäftskarten Kuverts Rechnungen Avise, Mitteilungen, Postkarten, Notas etc. Albin Klein, Giessen Drucksachen für Private Geburt- und Todesanzeigen, Visit-, Verlobungs- u. Vermählungskarten, Hochzeits- Zeitungen, Menus etc. Giessen Seltersweg 83. Telephon Nr. 362. Dissertationen schnell und billig. Drucksachen für Vereine Statuten Programme Eintrittskarten Tanzkarten, Festschriften, Diplome, Adressen, Mitglieder- Verzeichnisse. Drud der Gießener Berlagsdruderei, Klein& Fischer.- Verantwortlich für die Redaktion i. V.: Albin Klein, für Reklame u. Anzeigen: W. 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