erie -u. Länder Stuttgart Febr. 1911 шле Mk. 00 DO Mk. 00 Mk Mk DO 00 Mk 00 Lose 14 Mk Lose 28 Mk. Zu beziehen sstellen und it: Marktstrasse chacker, Jak. emmler. ficheres Geld: -3000 g gegen gute 0 Mt. Extra mar Monaten. T. C. 7531 Coffe, Frank it im Haufe. ofpeft frei Hamburg 36 Derkauf , Ruochi, Blet, Zink, Betten, Weis Silberja fen. uitäten ger, Giegen elt reell Fra rasse 55L Wiesbaden, nachmittags gd in der Ge a 2800 Mor pachtet wer en per Bahn aten, Stred 11. -Steinberg lie! erg ekamp em LBRECHT Kings Witain L 346, Bitterlikör! Tillen) -Boonekan mil. in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: ltegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 27. Telephon: Nr. 362. Reichstagswahlvorbereitungen. *) Gießen, 1. Febr. Der Reichstagskandidat Pfarrer Koreli spricht heute abend hier im„ Cafe Leib", morgen nachmittag in Nieder Ohmen und abends in Grünberg. -h= Braunfels. Am 23. Januar fand hier eine große christlich- soziale Versammlung statt, in der unser Reichstagsabgeordneter Behrens einen Vortrag über die politische Lage hielt. Die Versammlung war außer= ordentlich gut besucht und nahm einen sehr anregenden Verlauf. Abg. Behrens gab in seinem Vortrag einen großzügigen Ueberblick über die kulturelle, nationale und wirtschaftliche Entwickelung im deutschen Vaterland seit der Reichsgründung. Er zeichnete die großen nationalen und wirtschaftlichen Aufgaben der Gegenwart und zog daraus die Folgerungen, die sich auf dem Gebiet der Landesverteidigung, der Seegeltung, der Wirtschaftspolitik, der Landwirtschafts- und Mittelstandsförderung und der Sozialpolitik ergeben. Im zweiten Teil des Vortrages fam Redner auf die Finanzpolitik und die Steueragitation zu sprechen, um mit einem kurzen Ueberblick über die allgemeine politische Lage zu schließen. Der Vortrag fand lebhaften Beifall in der zahlreichen Versammlung Die Diskussion konnte nur kurz sein, da Abg. Behrens mit dem Zuge 11,19 von Wetzlar ab nach Berlin zurückfahren mußte, um noch rechtzeitig zu den Verhandlungen der Reichsversicher. ungsordnungskommission im Reichstag einzutreffen. In der Diskussion sprach der Sozialdemofrat Stadtv. Michaeli- Wetzlar. Er fand bei den erschie= nenen Sozialdemokraten und Freisinnigen Beifall. Eine Störung erlitt die Versammlung dadurch, daß auch der freisinnige Parteisekretär Jakobs erschienen war, der infolge seines unparlamentarischen Verhaltens in früh eren Versammlungen, seiner mehrfach zutage getretenen politischen naufrichtigkeit, und durch Störung früherer christlich- sozialer Versammlungen, durch Parteibe= schluß von der Zulassung zur Diskus sion in den von der christlich- sozialen Partei einberufenen Versammlungen ausgeschlossen ist. Herr Jakobs meldete sich trotz dieses ihm bekannten Beschlusses in jüdischer Aufdringlichkeit zu Wort. Als ihm beschlußge= mäß das Wort verweigert wurde, übte er auch in dieser Versammlung ein Betragen, daß von den Ver= Sammlungsteilnehmern mit offensichtlichem Erstaunen beforderte obachtet und gemißbilligt wurde. Schließlich Jakobs„ alle verständig e n" Männer auf, mit ihm die Versammlung zu verlassen. Diese Aufforderung hatte jedoch zur Folge, daß etwa ein Dutzend meist den freisinnigen Reichstagskandidaten stammesverwandt erschienen sich erhoben und laut polternd unter dem Räsonnement des Herrn Jakobs dem Saalausgang zustrebten. Nachdem noch Abg. Behrens im Schlußwort kurz auf die sachlichen Ausführungen des sozialdemokratischen Redners geantwortet hatte, wurde die anregende Versammlung schlossen. Aus dem Verlauf der Versammlung ging hervor, daß die christlich- soziale Politik in Braunfels erheblich an Zustimmung und Freunde gewinnt. - die ge= -h Bensheim, 29. Jan. In dem größten Saal unserer alten Stadt fand heute unter ungeheuerem Andrang eine christlich- soziale Versammlung statt. Als Redner waren Reichstagsabgeordneter Behrens und unser christlich- soziale Reichstagskandidat, Stadtverordneter Rippel- Hagen erschienen. Die Sozialdemokraten hatten ebenfalls mobil gemacht und hatten sich Redner aus Erbach, Offenbach und Darmstadt kommen lassen. Den ersten Reinfall erlebten die Genossen jedoch schon bei Eröffnung der Versammlung, als in der Geschäftsord..nungsdebatte ein Sozialdemokrat bemerkte, seine Genossen hätten die Mehrheit ,, so antwortete ihm die Versammlung mit einem vielstimmigen lauten„ Oho!" Daraufhin wurden die von außerhalb erschienenen Genossen erheblich bescheidener. Die Vorträge der Behrens und Rippel fanden großen Beifall. In der Diskussion sprachen mehrere Sozialdemokraten, die durch die Herren Rippel und Behrens in der Diskussion und im Schlußwort eine kräftige Abfuhr erlitten. Die Versammlung war ein Erfolg der christlich- sozialen Sache. Landtagserfaßwahl für Hungen. Herren be= -to- Hungen, 31. Jan. Gestern tagte hier im Solmser Hof eine sehr stark besuchte Versammlung der Wahlmänner und der Vertrauensmänner des Landtagswahlbezirks Hungen- Lich. Nach reger Aussprache schlossen die Wahlmänner, nachdem Herr PhilippiWohnbach seine Kandidatur zu rüdgezogen hatte, am Donnerstag einstimmig für die Kandidatur Fenche l- Oberhörgern einzutreten. Die Anregung, dem verstorbenen Reichs- und Landtagsabgeordneten Philipp Köhler ein Denkmal zu setzen, fand in der Versammlung begeisterten Widerhall. Es wurde sofort ein Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch den 1. Februar 1911 provisorischer Ausschuß gebildet, dem die Herren Landtagsabg. Bähr und Otto Schneider- Utphe als Vorsitz ende, Redakteur Reuther- Gießen und Beig. Eiser- Muschenheim als Schriftführer, Bürgermeister Roth- Bettenhausen ais Kassierer angehören. Sämtliche Ortschaften des Landtagswahlbezirks Hungen sind durch ihre Vertrauensmänner im Ausschuß vertreten, u. a. PhilippiWshnbach, Fenchel- Oberhörgern, Dorsch- Wölfersheim, Adler- Berstadt, Hahn- Bellersheim, Bommersheim- und Lehrer Leidig- Langsdorf. Die Freunde und Verehrer Köhlers, welche die Denkmals- Angelegenheit fördern und im Ausschuß mitarbeiten wollen, werden gebeten, ihre Adressen an Redakteur Reuther, Gießen, Wilhelmstraße 47, einzusenden. - Lokal- Dachrichten. Gießen, den 1. Februar. Gießen, 1. Febr. Von den Gießener In teressenten ist für heute nachmittag in Rod= heim a. d. Bieber eine Versammlung einberufen, die Stellung zum Bahnprojekt Gießen- Krofdorf- Rodheim, Bieber- Hohensolms- Gladenbach- Biedenkopf- Battenberg nehmen will. -b Eberstadt, 29. Jan. Unsere Gemeinde hatte einen Bullen angeschafft, der nach Angabe des Kreisveterinäramtes Gießen kein reinrassiges Tier sei; das Kreisamt genehmigte infolgedessen den Ankauf nicht. Der Bürgermeister erklärte jedoch, daß es sich um ein reinrassiges Tier handele. Unsere Gemeinde wandte sich nun an den Provinzialausschuß, der sich heute bereits mit diesem Punkte befaßte. -h Friedberg, 30. Jan. Hier wurde eine Zweigstelle der Gr. Zentrale für Mutter- und Säuglings pflege errichtet. 3weigstellen der Zentrale bestehen jetzt für die Kreise Gießen, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lauterbach, Shotten, Mainz, Bingen, Stadt Worms. In nächster Zeit werden solche errichtet werden für die Kreise Dieburg, Erbach, Groß- Gerau; Verhandlungen sind angebahnt mit den Kreisen Heppenheim, Offenbach, Alzen, Oppenheim, den Landkreisen Worms und DarmEchzell, 29. Jan. Als der Landwirt Schudt von Grund- Shwalheim einen Koupon eines 100 TalerLoses der Herzoglich Sachsen- Meiningischen Lotterie bei einer Bank einwechseln wollte, wurde ihm die Mitteilung gemacht, daß das Los mit 240 000 Mark gezogen worden ist. - h= Burkhards, 30. Jan. Der Kreisausschuß Schotten verwarf die Wahl des Landwirts Schäfer zum Bürgermeister, weil vor der Wahl große Trinkgelage stattgefunden hatten. Von den Wählern Schäfers spendeten mehrere namhafte Summen für Getränke, darunter auch ein Straßenwärter 40 Mart, ein Taglöhner 24 Mark(!) Landwirt Schäfer ist jetzt abermals gewählt worden. ver= - Wetzlar, 1. Febr. Seit Montag hat wieder tälteres Wetter eingesetzt. Das Thermometer zeigte heute morgen 4 Grad unter Null. Dieser plötz liche Umschwung ist umsomehr zu verspüren, da wir bereits seit einigen Tagen warmes Frostwetter zu zeichnen hatten. Hoffentlich hält die Kälte nicht lange an, mancher Haushalt müßte dann sein auf die Neige gehendes Holz- und Kohlenbudget durch neue Vorräte ergänzen. Für die Jugend ist das Frostwetter natürlich eine willkommene Abwechselung; denn auf der glatten Eisfläche dahinzufliegen, ist doch ein gar zu prächtiges Vergnügen. So war denn auch heute wieder auf der Eisbahn an der Städtischen Badeanstalt eine große ge= Anzahl Schlittschuhläufer zu beobachten, die dem sundheitsfördernden Sporte huldigten. Kleidsame weiße Rodelkostüme verliehen dem Bilde ein reizvolles Kolorit. -h- Wetzlar, 1. Febr. Die Megger Jnnungen von Marburg, Siegen, Wetzlar, Herborn, Haiger, Dillenburg, Biedenkopf und einzelner umliegenden Ortschaften beschlossen bei Einkauf von Schlachtvieh nach Lebendgewicht 5 Prozent in Abzug zu bringen. Wetzlar, 1. Febr. Jm hiesigen Rathaussaale findet am kommenden Freitag eine Vollversammlung der Handelskammer statt. Auf der Tagesord Jenen nung stehen nicht weniger als 13 Punkte, von wir im folgenden die wichtigsten herausheben: Entwurf des Reichsgesetzes über die Privatbeamten oersicherung, Bekämpfung des Wanderlagerun wesens, Einschränkung des Hausierunwesens und des Detailreisen s, Stellungnahme zum Bericht über den Stand der Lahnkanalisierungsfrage, Bahnbau Wetzlar- Hohensolms- Gladenbach- Friedersdorf, Eisenbahnprojekt Wetzlar- Oberfleen- Dutenhofen, sowie Fahrplanverbesserung des Triebwagenbetriebes. -- Wezlar, 1. Febr. Gestern abend wurden furz. nach 9 Uhr die Bewohner durch Alarmsignale aufge= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Naum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. schreckt. Jm Dachgeschoß war in der Gundrunschen Metzgerei, Silhöferstraße, angeblich durch Schornsteinbrandbrand, Feuer entstanden. Als die Feuerwehr auf der Brandstelle eintraf, drangen kleine Rauchwollen aus den Fenstern des 3. Stockes hervor, die aber schon darauf schließen ließen, daß das Feuer noch nicht mit elementaner Gewalt wütete. Nach einer Viertelstunde war jede Gefahr beseitigt. Die Sachen, die im obersten Stock zurückgeblieben waren, wurden durch Wasser beschädigt. == Ehringshausen( Kr. Wetzlar), 30. Januar. Das schmucke Gebäude des Kaiserin Augusta ViktoriaKrankenhauses ist nunmehr im Rohbau vollendet. Voraussichtlich findet im Juli d. Js. die Einweihung statt. stadt. Auch aus dem Kreise Bensheim ist die Unterstützung des ärztlichen Kreisvereins zugesagt. - Frankfurt, 30. Jan. Der spanische Generalkonsul hat jüngst dem Geheimrat Ehrlich den spanischen Alfonso- Orden überreicht, mit dem der Titel" Exzellenz verbunden ist. *) Darmsta d- t, 30. Jan. Der Landgraf von Hessen hat sich auf mehrere Monate nach England begeben. Wirbelau, 29. Jan. Der hiesige Ortsarmenverband hatte für Nickel Krankenpflegekosten verausgabt, deren Ersatz er von Ober- Eschbach verlangte, weil Nickel dort über 2 Jahre gearbeitet hatte. Ober- Eschbach weigerte sich mit der Begründung, Nickel sei geistig minderwertig und es sei bei ihm eine freie Selbstbestimmung seines Aufenthaltsortes ausgeschlossen. Sein Arbeitgeber in Ober- Eschbach habe ihn nur aus Mitleid beschäftigt. Wirbelau suchte demgegenüber nachzuweisen, daß Nickel ja Dienstverträge selbständig abgeschlossen habe. Durch Vernehmung des Nickel gewann der Provinzial- Aus= schuß den Eindruck, daß Nickel vollkommen in der Lage sei, sich seinen Aufenthaltsort selbst zu wählen. Bierstadt( Kr. Wiesbaden), 28. Jan. Hier ist die Maul- und Klauenseu che ausgebrochen. # Weisenau b. Mainz. In der Rheinischen Bierbrauerei brach Großfeuer aus. Den zahlreich erschienenen Wehren gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Schaden soll sich auf 60 000 Mark belaufen. - Pfungstadt, 30. Jan. Immer betrübender gestaltet sich die Lage der hiesigen Zündholzindustrie. Bekanntlich ist seit Einführung der Zündholzsteuer die Arbeitszeit in den hiesigen 5 Zündholzfabriken bedeutend verkürzt. In den nächsten Tagen müssen 2 Fabrikanten ihren Betrieb auf zwei Wochen ganz einstellen. Stadtvorstand hat einstimmig beschlossen, sich mit einer Eingabe an den Reichstag zu wenden, wonach dieser um Bereitstellung von Mitteln zur Unterstützung arbeitslosen Zündholzarbeitern ersucht werden soll. Zur Arbeiter- Bewegung. Der Don Bergarbeiterlöhne. Nach dem vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Reichsarbeitsim blatt wurden in den deutschen Bergwerksrevieren Jahre 1909 folgende Durchschnittslöhne gezahlt: a) im Steinkohlenbergbau in Oberschlesien 3,48 Mt., Niederschlesien 3,23 M., Dortmund nördliche Reviere 4,54 Mark, südliche Reviere 4,32 Mt.; b) Braunkohlenbergbau: 3,96 Mt., links rheinisch 3,95 Mt.; c) Salzbergbau: Halle 3,89 Mt., Clausthal 4,03 Mt.; d) Erzbergbau: Mansfeld 3,39 Mt., Oberharz 3,02, Siegen 3,62 Mt., ( da Dillenburg Nassau und Wetzlar 3,07 Mt. mit einbegriffen ist und hier der Durchschnittslohn etwas höher liegt als im Wetzlar- Weilburger- Gebiet, so erniedrigt sich naturgemäß der Durchschnittslohn für Wetzlar- Weilburg, so daß er unter 3 Mark sinkt. Die Red.) rechtsrheinisch 3,30 Mt., linksrheinisch 2,95 Mark Elsah- Lothringen, Steinkohlenbergbau 4,22 Mr., Eisenerzgewinnung a. in Bergwerken 5,32 Mt., b. in Tagebauen 3,86 Mt. - - Holzverkäufe u. Versteigerung. Hospitalverwaltung Wetzlar: Donnerstag, 2. Febr., vorm. 9 Uhr, in der Wirtschaft Roth auf der„ Schönen Aussicht", aus den Distr. Große Dell, 2b, 5 Eulingeberg und Sturzkopf. Gemeindewald Oberquemba ch: Freitag, 3. Febr., vorm. 10 Uhr. Zusammenkunft auf der Oberwek- Griedelbacherstraße im Wald. Gemeindewald Nauborn: Freitag, 3. Febr., vorm. 10 Uhr. Distr. 17a, 18a, 20b und 21. Zusammenkunft bei der Rehornsmühle, bei ungünstiger Witterung im Dorfe. Gemeindewaldungen Oberbiel und Niederbiel: Samstag, den 4. Febr., vorm. 10 Uhr. Zusammenfunft Distr. Raukeshöll, Niederbiel. Deutscher Reichstag. das Die Tagesordnug der Montagsfizung war auf einen Gefeßentwurf von etwas entfernt liegendem Inhalt und auf Petitionen beschränkt. Ersterer betrifft die bei dem obersten Landesgericht in Bayern einzulegenden Revisionen in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Seine Einbringung entspricht einem Antrage, den Bayern im Bundesrat ge= stellt hat. Es handelt sich darum, daß das bayerische Landesrecht vor dem Reichsgericht nicht revisibel ist, daß Reichsgericht aber in vielen Prozessen, die Reichsrecht und Landesrecht berühren, über das Landesrecht mitentscheiden muß. Daraus ergaben sich Schwierigkeiten zwischen den beiden obersten Gerichtshöfen, die der Entwurf durch eine Abgrenzung threr Zuständigkeiten beheben will. Nachdem Staatssekretar Lisco Sinn und Bedeutung der Vorschriften erläutert und die Annahme empfohlen hatte, wurde nach furzer Debatte die Vorlage in erster und gleich darauf in zweiter Lesung angenommen. fertiggestellt worden, und wird in den nächsten Tagen Gegenstand von Besprechungen der beteiligten Ministerien ein. Dem preußischen Landtage wird er erst in der nächSten Session zugehen. Die liberalen Einigungsverhandlungen in der Rheinprovinz sind noch nicht zum Abschluß gelangt. Sie scheinen vielmehr in ein Stadium gelangt zu sein, das Beinen glüdlichen Ausgang verheißt. Von seiten der fortschrittlichen Volkspartei wird der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß es angesichts des Verhaltens der nationalliberalen Partei zu einem Balt nicht kommen könne, während diese den Fortschrittlern vorwirft, daß deren Sonderkandidaturen in Wetzlar- Altenkirchen und in Kreuznach in nationalliberalen Kreisen derart verschnupft haben, daß es fraglich erscheint, ob ein Zusammengehen förderlich sei. Eine Konferenz rheinisch- westfälischer linksliberaler Arbeiter, die am Sonntag in Düsseldorf stattfand ,,, bedauert auf das Lebhafteste, daß von den linksliberalen Parteien bisher nicht ein einziger linksliberaler Arbeiterführer in einem aussichtsreichen Reichstagswahlkreise als Kandidat aufgestellt worden ist. Die linksliberalen Parteien können bei Verharren auf diesem Standpunkte ernsthaft auf die Mitarbeit der linksliberalen Arbeiter bei den kommenden Reichstagswahlen nicht rechnen. Sie warnt die Parteileitungen, auf dem bisherigen Standpunkt zu beharren." Dann folgten Petitionen. Die Besprechung einer solchen des Wirkl. Geheimen Kriegrats Uhlenbrock in Friedenau, die schon im Mai 1910 den Reichstag beschäftigt hatte, leitete Kriegsminister v. Heeringen mit einer längeren Rede ein. Er wies aftenmäßig nach, daß die Burdispositions= stellung im Jahre 1900 wegen dessen Unfähigkeit, Mangel an Juitiative und Urteilslosigkeit zu Recht und schonend erfolgt sei und daß die von ihm geforderten Organisationsgesetzesänderungen feine Aussicht auf Verwirklichung haben fönnen. Nachdem noch verschiedene Redner zu diefer Sache gesprochen hatten, wurde die Debatte nach dem Vorschlage der Kommission erledigt. Um erst einmal aufzuräumen, wurden von der mehrere Seiten füllenden Tagesordnung alle die Petitionen, zu denen Wortmeldungen nicht vorlagen, vorweggenommen, und dann vertiefte man sich in das dankbare Thema der Müßlichkeit oder Schädlichkeit bes Impf zwanges. Dazu lagen neben dem Komissionsantrag nicht weniger als fünf ander Anträge vor, die eine Revision des Impfgesetzes fordern, aber noch ehe man auch nur über die Begründungsreden hinausgekommen war, machte ein Schlußantrag allen weiteren Debatten ein Gnde, und man vertagte sich, nicht ohne den guten Willen, bei nächster Gelegenheit die Beratung der Petition fortzusetzen. Ob freilich dieser gute Wille in die Tat sich umsetzen wird, ist nach den Erfahrungen früherer Jahre mehr als zweifelhaft, und es ist nicht unmöglich, daß die Petenten, die seit dem Jahre 1908 auf Antwort warten, dem Reichstag ihre Betitionen noch einmal unverändert wieder einreichen können. Die sinkende Geburtsziffer Deutschlands. Woche dort zu verwellen und dafür den Besuch Siziliens aufzugeben. Im ungarischen Parlamentsausschuß gab Graf Aehrenthal am Montag eine ausführliche Darlegung der auswärtigen Lage. Den Frieden Europas bezeichnete er als zurzeit gesichert. Zwei bekannte Berliner Künstler, das Mitglied des Königlichen Schauspielhauses Professor Heinrich Oberländer und der Bildhauer Professor Emil Sundrieser, find am Montag nach längerem Leiden gestorben. Große Kälte und heftige Schneefälle haben die persische Hauptstadt Teheran von allem Verkehr abgeschnitten. Kohlen und Holz gehen schon aus, auch die Lebensmittel sind sehr teuer geworden. Die Bevölkerung leidet fehr, piele Menschen sind erfroren. Seit Jahrzehnten ist kein so harfer Schreefall und solche Kälte dagewesen. Die russische Reichsduma hat am Montag ihre Arbeiten wieder aufgenommen und nahm ohne Debatte einen Antrag an, in der Abendsizung vom 1. Februar die Frage an die Regierung zu richten, welche Maßnahmen ergriffen worden seien, um der Best in Sibirien und im ganzen Reich entgegenzuwirken. Ein Postanweisungsschwindler gefährlichster Art warde in Hannover festgenomen. Es ist ein ehemaliger Postassistent, der die Postämter in Frankfurt a. M. und Berlin durch geschicktes Einschmuggeln von gefälschten Postanweisungen um erhebliche Beträge geschädigt hat. Seit furzer Zeit hielt er sich in Hannover auf. Ungetreue Beamte. Wie aus Barmen gemeldet wird, flüchtete der Verkehrsinspektor des Bahnhofs Ronsdorf der Barmer Bergbahn, Bander, nach Unterschlagung von 15 000 M. In Landsberg a. Lech wurde der Obersekre tär Busch vom Amtsgerichte seines Dienstes enthoben, da er erhebliche Sumen amtlicher Gelder veruntreut hatte. Zerschung im französischen Heer. Einer der Führer der geeinigten Sozialisten Frankreichs hielt in Bordeaux in einer sozialistischen Versammlung eine Rede, in der er unter anderem sagte:„ Wir werden an der Armee, die die letzte Hoffnung der Bourgeoiste bildet, unschätzbaren Beistand finden. Es gibt Offiziere, die nicht mehr die Rolle von Verteidigern der eisernen Kassen" spielen wollen. Zahlreiche Soldaten erinnern sich daran, daß sie Proletarier sind. Die Bourgeoisie kann nicht mehr auf die ganze Armee rechnen." Ganz so schlimm dürfte es wohl noch nicht sein, wenn auch die Tatsache besteht, daß der Geist des Heeres stark gelitten hat. Seit einigen Jahren mehren sich, so schreibt die„ Teutsche Boifswirtschaftl. Korresp.", die Betrachtungen über die ziemlich schnell finfende Geburtsziffer Deutschlands. Innerhalb des Zeitraumes von 1860-80 fanden in Preußen, in dem die Ziffern der Bevölkerungsbewegung fast genau die aleichen sind, wie die des ganzen Reiches, auf 1000 Lebende durchschnittlich je 40 Geburtent statt. 1881--95 auch noch 39, Ferner von 1896-1900 immer noch 38; von da ab aber ist dies: Zahl bis 1909 auf 33 gefunken. In den gleichen Zeitrömen betrug die Sterbeziffer 29, 26, 22 und 18 v. T. * auf das Jahr. Es betrug mithin die natürliche Beveferungszunahme in den angegebenen drei Zeiträumen 1000 Einwohner und für das Jahr 11, 13, 16 und für 9 immer noch 15. Während also bis 1900 trotz der auch s schon langsam sinkenden Geburtsziffer die Volks" name infolge der günstigeren Sterblichkeit immer stär* wurde, ist sie seither im Sinfen. Freilich ist dies Sin ein sehr langsames. da der Ausfall durch die minder ichen Geburten bisher immer noch durch eine weitere dämmung der Sterblichkeit fast wett gemacht werden * Founte. Im Gerichtssaale vom Schlage getroffen wurde der Justizrat Golinski in Waldenburg, während er einen Termin wahrnahm. Er war sofort tot. Ein Bettlerfönig". In Homel in Rußland wurde der sogenannte Bettlerkönig David Kotschmel verhaftet. Er hatte in vielen Provinzstädten Bettlerschulen und Organtfationen eingerichtet und besaß in verschiedenen Städten 20 angetraute Frauen, die er unter Venußung falscher Dokumente geheiratet hat. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich unweit der Bahnstation Schwadowitz bei Trautenau t. B. Ein vom Bahnhof zurückkehrender Omnibus, der dicht besetzt war und einem anderen Fuhrwerk ausweichen wollte, stürzte infolge Scheuens der Pferde in einen Bach und wurde vollständig zertrümmert. Vier Personen wurden lebensgefähr= lich, vier andere leichter verletzt. Vom spanischen Königshofe hatte sich ein Pariser Blatt über London melden lassen, daß die Königin von Spanien, die bekanntlich eine englische Prinzessin ist, die Absicht habe, sich von ihrem Gemahl scheiden zu lassen, da ste sich von diesem vernachlässigt fühle. Die„ Neue Preußische Correspondenz" kann auf Grund einer an unterrichteter spanischer Stelle eingehollen Erkundigung die Mitteilung machen, daß die Gerüchte von einer Scheidung des spanischen Königspaares durchaus unbegründet sind. Das Einvernehmen zwischen dem König Alfons und der Königin Victoria soll jederzeit cin ungetrübtes sein. In den Industriestädten ist die Geburtshäufig= i weitaus am größten. Sie betrug z. B. im Jahre 1908 bei einem Reichsdurchschnitt von 33% auf das Tausend in Barbed( Rheinprov.) 52, in Gelsenkirchen 50%, in OberHansen( Sibciuld) 47%, in Bochum 47, in Königshütte 46, in leiwis 42%, in Dortmund, Duisburg und Ludwigsbafen a. R6 je 41 vom Tausend. Wenn hierbei auch der cünstige Altersausbau der Industriestädte eine Rolle spielen meg. to fommt doch auch ganz wesentlich die reichliche Ver= dieustaciegenheit in ihmen und die dadurch herbeigeführte Möglichkeit zu rechtzeitigem Heiraten in Betracht. Wo der eigentliche Grund für den Rückgang der Geburtenzahl liegt, sehen wir sehr schnell, wenn wir einen Blick auf die Städte mit ausnahmsweise geringen Geburtsziffern werfen. Es find dies( 1908) Wiesbaden mit 23, Wilmersdorf, Charlottenburg und Schöneberg mit je 21 und Potsdam mit 18% vom Tausend; mit einem Wort also die reichen Städte. Der alte Satz, daß ein Steigen des Wohlstandes über einen gewissen Grad hinaus die Geburtsziffer herabtrüdt, hat sich also wieder einmal bestätigt. Rundschau vom Cage. Politisches. Beschützte russische Schußmänner. Wegen der in letzter Zeit in Russisch- Polen und an der schlesisch- russischen Grenze vorgekommenen überaus zahlreichen Morde und Raubanfälle ist russischerseits beschlossen worden, die Zahl der Polizeibeamten bedeutend zu verstärken und, soweit möglich, jedem Schußmann einen oder mehrere Soldaten als Schutz beizugesellem. glaubte dem egen die fiel cides. Am tem voraufg Jabre 1889 5 fatte, zu we fbrigen Ange fhs Monater je drei Jal affigen Falfd Tas jebige gericht Hamm e des Pub angeklagten beufe fab, ba Heldstagswah proflamiert m Climmen als Bei einem Stubenbrande erstickt sind in dem Dorfe Schepanowo bei Gnesen vier Kinder eines Arbeiterchepaares im Alter von ein bis fünf Jahren. Die Eltern hatten die Wohnung beim Weggange abgeschlossen, sodaß die Kleinen elend umfommen mußten. Ein 82jähriger Invalidenhausinsasse in Mainz stieß sich in der vergangenen Nacht vor dem Hause seiner Frau, von der er sett 35 Jahren getrennt lebte, ein Messer in die Brust. Er wurde in hoffnungslosem Zustande ins Kran= kenhaus gebracht. Der portugiesische Wahlgesehentwurf hat den Ministerrat in Lissabon beschäftigt. Nach dem vorliegenden Entwurf soll das Proportionalwahlsystem zur Anwendung kommen und die Stimmabgabe nicht obligatorisch sein. In den Provinzen Lissabon und Porto sollen alle lese- und schreibfundigen Bürger das Wahlrecht erhalten, wofern sie am 1. April 1911 das 21. Lebenszahr erreicht haben und in die letzte Wahlliste eingetragen sind. Nicht wahlberechtigt wären aktive Soldaten, Leute, die Armenunterstügung erhalten, Verurteilte, Entmündigte und Bankrotteure. Wahlberechtigt sollen alle Lese- und Schreibkundigen sein, ausgenommen aktive Militärs, Beamte, Mönche irgend einer religiösen Gemeinschaft, Personen, die durch Vertrag an den Staat gebunden sind. Zahl und Ausdehnung der Wahlkreise ist noch nicht festgesetzt worden; nur für Lissabon und Porto sind zwei Wahlkreise in Aussicht genommen, von denen jeder acht Abgeordnete entsendet. Jeder andere Wahlkreis soll vier Abgeordnete wählen. Der Entwurf eines Barzellierungsgesezes, der u. a. auch Maßnahmen zur Verhütung der Güterschlächterei tref= fen wird, ist im preußischen Landwirtschaftsministerium Der Familienschmuck der Wallutfeffs. 201 Roman von Baronin G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) ,, Meyer trug eine Tasche aus rotem Leder an einem Riemen um die Echulter; niemals habe ich ihn ohne diese Tasche gesehen. Wahrscheinlich mußte sie etwas sehr Wertvolles enthalten." Fragten Sie nicht gleich am Anfang, als Sie die Persönlichkeit Meyers feststellten, nach seinem Aussehen?" Aus den Gerichtssälen. Der Meineidsprozeß Schröder und Genossen. Unter gewaltigem Andrange des Publifums begann Montag früh vor dem Schwurgericht in Essen das Wiederaufnahmever= fahren in dem großen Meineidsprozeß Schröder und Genoffen. Nahezu 16 Jahre sind verstrichen, seit das Drama des Raiserdelegierten und seiner Schicksalsgenossen weit über die Grenzen des rheinisch- westfälischen Industriege= btets hinaus die gesamte deutsche Deffentlichkeit beschäftigte. Heute, da es nach langen Kämpfen gelungen tit. den ganzen Prozeß noch einmal aufzurollen, und die Angeklagten, die inzwischen ihre schweren Zuchthausstrafen abgebüßt haben, Gelegenheit nehmen wollen, den damaligen Wahrspruch der Essener Geschworenen als einen Fehlspruch zu bezeichnen, tst das Interesse an der Sache fast noch größer. Einige da= mals Verareilte sind inzwischen gestorben. Auch von den über 100 Zeugen, die seinerzeit vernommen worden sind, fehlen mehrere, da sie teils mit dem Tode abgegangen, leils Spurlos verschwunden sind. Vor allem fehlt der vielge= nannte Gendarm Münter, auf dessen Aussage hin in der Hauptsache die Verurteilung erfolgte, und dessen späteres Verhalten schließlich die Wiederaufnahme des Verfahrens herbeiführte, da er in seiner späteren Stellung als BerlinSchöneberger Magistratsbeamter Leute zum Meineibe ver leitet haben soll und der Wert seiner Reugenschaft dadurch erschüttert erscheint. Gegenstand der Verhandlung ist, um es kurz zu rekapitulieren, eine Versammlung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter in Bankau bei Herne. in der die zu der angekündigten freien Aussprache erschienenen Sozialdemokraten von dem Versammlungsleiter, dem jezigen Zentrumsabgeordneten im preußischen Landtage, August Brust. hinausgewiesen wurden. Als die Leute, unter denen sich die sieben Angeklagten befanden, am Saaletugange ihr Eintrittsgeld zurückverlangten. geriet Schröder mit dem Gendarm Münter aneinander und will bet dieser Gelegenheit zweimal von Münter gestoßen und zu Boden geworfen worden sein. Dieser Vorfall wurde dann in der sozialdemokratischen„ Bergarbeiterzeitung" gefchildert, worauf Münter Klage wegen Beleidigung erhob. In diesem Prozeß beschworen die sieben Angeklagten. daß Min= ter gegen Schröder tätlich geworden sei. Das Gericht aber Als Generalgouverneur von Kanada hat der König von England die Ernennung des Herzogs von Connaught bestätigt. Der Herzog übernimmt das Amt, das sich vorbehaltlich weiterer Verlängerung über eine Zeit von zwei Jahre erstreckt, im September dieses Jahres. Dem Regierungsdefret wird aber sogleich hinzugefügt, daß die Amtszeit unter Umständen verlängert werden wird. Der Herzog wird von der Herzogin nach Kanada begleitet. ;, Nein, das hätte auffallen können; der Steward erwähnte selbst jolgendes: der Reisende habe einen langen schwarzen Schnurr- und Knebelbart gehabt; sein Haupthaar sei von derselben Farbe, und sehr tief in die Stirn getämmt. Einma hube Bergmann den Hut, einen grauen Calabreser, abgenommen, do habe der Wind sein Haar fortgeweht. Der Eteward, der zufällig in seiner Nähe war, bemerkte eine dreieckige Narbe auf der Stirn. Gleich darauf habe Bergmann den Hut aufgesetzt und sei in die Kabine gegangen." Kleine Nachrichten. Die deutsche Kronprinzessin ist von ihrem Aufenthalt in Kairo so befriedigt, daß sie sich entschlossen hat, noch eine den nächsten Tagen in der Zeitung nach dem Stern. Es fand sich nichts, folglich waren Jims Nachforschungen ohne Erfolg geblieben. ..Es besteht kein Zweifel, daß der Raubmörder hier gelandet ist," sagte shite nachdenklich.„ Mein Plan ist nun der: Wenn Sie ihn gefunden haben, werde ich eine Bekanntschaft mit Meyer herbeiführen; ich muß sein Vertrauen gewinnen, um ihn zu entlarven. Nach meinen Voraussetzungen wird er versuchen, auch hier seine Geldmittel auf irgend eine Art zu vermehren. Dabei wird er faum auf ehrlichen Erwerb bedacht sein, und wenn er nicht vorher in unsere alle geht, wird er sicher bei anderer Gelegenheit der Gerechtigkeit in die Hände geraten." Bei der Ausdehnung der Stadt und den zahllosen Hotels ist es allerdings schwer, schon jetzt Auskunft zu erhalten," sagte sich White, und er suchte sich zu trösten, daß er bald das verabredete Zeichen finden werde. White verabschiedete sich nach einigen weiteren Verhaltungsmaßregeln von Jim Knight, der erst nach ihm auf die Straß hinaustrat. Am Sonntag um 3 Uhr nachmittags fuhr der junge Schweizer nach Rose- Cottage hinüber. Er sehnte sich da= nach, Mabel Lionel wieder zu sehen. Der Tag war sonnig und für die späte Jahreszeit warm zu nennen. Bald lag die Riesenstadt mit ihrem Lärm hinter Robert White. Gemächlich rauchend lehnte er in den Polstern des Wagens; seine Gedanken beschäftigten sich mit der reizenden Amerikanerin. Liebte er sie? Diese Frage drängte sich ihm auf, und er hoffte, heute Gewißheit darüber zu erlangen. Der Weg führte durch Anlagen und Gärten. Zahlreiche elegante Villen lagen rechts und links von Ziersträuchern und hohen Bäumen umgeben. Jetzt waren sie entlaubt, aber im Sommer mußten sie köstlichen Schatten spenden. Ja den Gasthof zum„ Sternenbanner" zurückgekehrt, schrieb White an den Grafen über alles, was sich zugetragen, seit er in Neuŋorf war. Vergeblich suchte er in Rose- Cottage Sire," sagte der Kutscher und fuhr im Bogen vor ein Rokokoschlößchen, das etwas zurüd in der Reihe der übrigen Villen lag. Vor der Tür stand eine Frauengestalt, ein großer Neufundländer lag neben ihr. ganz erschreckt aus. was ist Ihnen denn? Kommen Sie, wir haben einige gute Freunde bei uns." ..Millkommen!" rief Miß Lionels Stimme fröhlich, ,, ich habe Sie heute erwartet." fplitterung ab Sentrumsfand 88 000 und Betiwut aus Kupferdr geflagte war Darlehustaffe 88 000 lart burch Nennwe bracht hat. D Damit führte sie den Gast in die Villa und stellte ihn den Bekannten vor. Der Fremde, der zum erstenmal in diesen Kreis trat, fühlte sich schnell heimisch. Man kam ihm sehr freundlich entgegen und lud ihn sogleich zu verschiedenen Veranstaltungen ein. White sagte sich, daß er durch die Bekanntschaft mit Mabel leicht in der vornehmen Gesellschaft von Neuyork festen Fuß fassen würde. Nach einem auserlesenen Festmahl mit den teuersten Weinen begab man sich in das Musikzimmer, da wurde musiziert und geplaudert. Sie cilte auf der jungen Mann zu und hielt ihm mit einem freudigen Lächeln beide Hände entgegen. White schoß alles Blut zum Herzen. Ja, er liebte die reiche Erbin, das erkannte er jetzt flar und deutlich. So redegewandt er sonst war, heute fehlten ihm die Worte. In tiefer Bewegung preßte er die feinen Finger der zarten Frauenhand fast allzu stark, und er geriet noch mehr in Berwirrung, als sie sagte: ,, Sie tun mir ia weh, Mr. White! Sie sehen heute Durch der einer Landsm Baller Univer in tnieender Lippen waren diedenen Me angenommen: befallen und fragen, den er Die veri Aber den Verb närstoditer D Million Dolla der die junge Die Polizei n pliglichen Ber tem freilich h nigt denten, d Monate hindu and glauben a reits einmal genwärtig in aigts zu tun Wohl das Rose- Cottage zeugte von dem Reichtum seiner Besigerinnen. Die Einrichtung war bei aller Kostbarkeit sehr geschmackvoll, und viele gute Gemälde und Kunstgegenstände schmückten die Zimmer. Mrs. Lionel und ihre Tochter waren bemüht, ihre Gäste angenehm zu unterhalten; ihre zugleich herzliche und dabei vornehme Art fiel White angenehm auf. „ Sie werden recht bald wiederkommen," sagte Mabel beim Abschiede, dann sind wir allein und ich zeige Ih= nen den Garten, das Treibhaus und mein Reitpferd Kommen Sie Donnerstag um 1 Uhr zum Lunch." Erfreut versprach, es der Geheimpolizist dann ver= abschiedete er sich und fuhr zur Stadt zurück. VI. Seit dem Tode Anastasia Pawlownas, Gräfin WalTutjeff, und seit dem Diebstahl des Familienschmudes hatte sich tiefe Schwermut Maria Nikolajewnas bemächtigt. Die junge, mit einer lebhaften Phantasie begabte Frau wa: überzeugt. daß die alte Sage sich bewahrheiten mußte, und daß ihr und ihrem bisher so glücklichen Hause Unheil drche. Die Vorhänge im gräflichen Palast waren herabgelassen, niemand wurde empfangen. Den gan= zen Tag wanderte Maria durch die Zimmerflucht, oder saß an der Wiege ihres Söhnchens mit ängstlichen Augen setnen Schlummer hütend. ( Fortsetzung folgt.) bei Berlin er den. Das Ri Don 2 030 000 Töchterschule, und drei Gem jo vicler Schu Gedante maßg nigt durch Ei behinderten G bäuden umge ker für die K fich der Schulg räume, neun logie, vier 3e mer, 14 Dien jol später geb ein Arbeitsbildungsjoule der Gemeindes Die für Gemin Bu leid für K 10. gedacht ist. Das Seil mit der allzu her Tiefe ihre Mid auf ihre Seffnung schöp bis da lautete geben. riel a aciunden, und id in allen Soifer. Sa Derden! Die tungstur erfo pifeln und Berfahren ha ten Diden vo berrät eine f leine Anstren Willen ist vo lant werde in einer Cuti Briser Afade beteht in ein Manage der gen Gebrauch g des Körp Eine gepr meiitischen B i eigentümli Die Sohn ein le Jahren ge aten; er fonn die Erlau do fich nun ro diefe wil in der Mairie zur Verfü bleb, weigerte ming zur Hei ie andere Funten vor d direchtmäßig date vor Ge Bozeß führen Blizei eifrig mitter. Brieflich Barenpaares, Mafern er Berung. en Kranten breitet. D es Großfürft den Geb = T 3 1 1 It = et 11 11 11 1= こど E e, te al m I= et h= en De e= it. e= re Eel el h= 21: ales ch= te en ufe Da= an fak Tet glaubte dem Zeugen Winter, une der Staatsanwalt erhob gegen die fieben Entlastungszeugen Anflage wegen Meincides. Am 17. August 1895 wurde dann Schröder, der bet dem voraufgegangenen großen Bergarbeiterausstand im Jahre 1889 die Arbeiterdeputation an den Kaiser geführt hatte, zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus, von den übrigen Angeklagten Meyer und Gräfe zu je drei Jahren fechs Monaten Buchthaus, Imberg, Beckmann und Widing Et je drei Jahren Zuchthaus und endlich Thiel wegen fahrlaffigen Falscheides zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das jebige Wiederaufnahmeverfahren ist vom Oberlandesgericht Hamm angeordnet worden. Das allgemeinste Interesse des Publikums wendet sich naturgemäß dem Hauptangeklagten Ludwig Schröder zu. Während er im Zuchthause saß, hatte ihn die Sozialdemokratie für die 1895er Reichstagswahl als Kandidaten für den Wahlkreis Essen proklamiert mit dem Erfolge, daß die auf ihn entfallenen Stimmen als ungültig erklärt wurden, die Stimmenzersplitterung aber dazu führte, daß nicht Krupp, sondern der Sentrumsfandidat Stoebel in der Stichwahl gewählt wurde. 88 000 Mark unterschlagen. Als Opfer seiner Spielund Wetiwut stand am Montag der Lehrer Clemens Bäcker aus Kupferdreh vor der Straffammer in Essen. Der Angeflagte war im Nebenamte Rendant bei der Spar- und Darlehnskaffe Kupferdreh und hatte in dieser Stellung 88 000 art unterschlagen, die er größtenteils im Spiel, burch Nennwetten und mit zweifelhaften Frauen durchge= bracht hat. Das Urteil lautete auf drei Jahre Gefängnis. Vermischtes. Durch den Stehkragen erwürgt. In dem Vereinshause einer Landsmannschaft in Halle wurde ein Student der Haller Universität tot aufgefunden. Die Leiche befand sich in tnieender Stellung das Gesicht war verzerrt und die Lippen waren hochgeschwollen. Nachdem die Leiche von verschiedenen Aerzten untersucht worden war, wird folgendes angenommen: Der Student wurde von einem Schwindel befallen und fiel in Ohnmacht. Durch den hohen Stehfragen, den er trug, wurde er erwürgt. Das Dunfel Die verschwundene Millionärstochter. über den Verbleib der aus Neuport verschwundenen Millio= närstochter Dorothy Arnold ist noch nicht gelichtet. Eine Million Dollars Belohnung hat die Familie dem zugesichert, der die junge Dorothy wieder wohlbehalten zurückbringt. Die Polizei vermutet, daß ein Liebesroman hinter dem plötzlichen Verschwinden der Dollarprinzessin steckt. Die Eltern freilich halten dies für ausgeschlossen. Sie können sich nicht denken, daß ihr Kind, wenn es noch leben sollte, fast 3 Monate hindurch kein Lebenszeichen von sich gegeben hätte und glauben an einen Mord. Miß Dorothy Arnold war be= reits einmal verlobt. Ihr einstiger Bräutigam weilt ge= genwärtig in Italien und scheint mit ihrem Verschwinden nichts zu tun zu haben. Wohl das größte Schulhaus Europas ist in Bankow bei Berlin errichtet und in diesen Tagen eingeweiht worden. Das Riesenschulhaus, das mit einem Kostenaufwand von 2030 000 Mart errichtet wurde, enthält eine höhere Töchterschule, ein Lehrerinnenseminar nebst Uebungsschule und drei Gemeinddoppelschulen. Für die Zusammenlegung so vieler Schulen auf einem Grundstück war hauptsächlich der Gedanke maßgebend, auf diese Weise einen möglichst freien, nicht durch Einbauten verengten und dadurch im Luftwechsel behinderten Schulhof zu erhalten. Außer dem von den Gebäuden umgebenen großen Gesamthof ist ein zweiter groker für die Knaben bestimmter Schulhof vorhanden, an den sich der Schulgarten schließt. Das Haus enthält 96 Klassenräume, neun Spezialklassen für Physik, Chemie und Biologie, vier Zeichensäle, 17 Lehrmittel- und Sammlungszimmer. 14 Dienstzimmer, sowie drei Turnhallen, eine vierte soll später gebaut werden. Außerdem haben im Dachgeschoß. ein Arbeits- und ein Lesesaal für die Schüler der Fortbildungsschule Aufnahme gefunden. Für die Schulfeiern der Gemeindeschulen dient eine gemeinsame Aula, während die für Seminar und höhere Mädchenschule bestimmte Aula zugleich für Konzertaufführungen, wissenschaftliche Vorträge c. gedacht ist. Das Heil der Diden. Das riesige Heer der Leute, die mit der allzu üppigen Entfaltung ihrer Körperformen in der Tiefe ihres Gemüts nicht einverstanden sind und voll Neid auf ihre schlankeren Mitmenschen blicken, mag neue Hoffnung schöpfen. Das alie Rezept für die Wohlbeleibten, das da lautete: Früh aufstehen, wenig essen, spät schlafen gehen. riel arbeiten, viel Aerger". hat nie viel Anklang gesunden, und wenig folgsame Jünger. Denn die Dicken hind in allen förperlichen Dingen gern Phlegmatiker und Stoifer. Ja, wenn es eine Maschine gäbe, um schlank zu werden! Die Jodeis haben längst eine wirksame Entfettungsfur ersonnen: sie lassen sich in wollene Deden einwideln und vor einem großen Feuer drehen. Aber dies Berfahren hat seine Schattenseiten und wird von allen echden Diden voll Empörung abgelehnt. Nun winkt ihnen, so rerrät eine französische Zeitschrift, das Heil. Sie brauchen feine Anstrengungen mehr zu machen, fein Aufwand von Willen ist von Nöten, bequem im Sessel liegend können sie Slank werden wie eine Tanne. Das Zaubermittel besteht in einer Entfettungsmaschine, mit der sich gegenwärtig die Variser Akademie für Medizin beschäftigt. Das Verfahren besteht in einer einfachen Elektrisierung, die eine starke Massage der Muskeln hervorbringt und so nach regelmäßigem Gebrauche mit der Zeit die überschüssigen Fettbildungen des Körpers beseitigt. Eine gepumpte Schwiegermutter. In Marseille hat sich ein eigentümlicher Vorfall ereignet, der aber trotz seines hu moristischen Beigeschmacks ein tragisches Ende nehmen kann. Der Sohn einer geachteten Familie, dessen Eltern seit vielen Jahren geschieden sind, wollte sich vorige Woche verheimaten; er fonnte aber zur Ziviltrauung nicht schreiten, weil ihm die Erlaubnis seiner Mutter fehlte. Der Vater entSchloß sich nun, mit seiner geschiedenen Frau zu sprechen, und diese willigte auch ein, sich zur festgesetzten Stunde in der Mairie einzufinden, allerdings müsse ihr ein Wagen zur Verfügung gestellt werden. Da dieser nun ausblieb, weigerte sich die Mutter, ihrem Sohne die Zustimmung zur Heirat zu geben. Der Vater suchte sich daher eine andere Frau, die gegen eine Vergütung von zwei Franken vor dem Standesbeamten die Mutter spielte. Als die rechtmäßige Mutter davon erfuhr, zeigte sie die Geschichte vor Gericht an, was nun zu einem unangenehmen Brozeß führen wird. Inzwischen aber sucht die Marseiller Polizei eifrig nach der gepumpten Mutter und Schwiegermutter. Brieflich verbreitete Masern. Die älteste Tochter des Barenpaares, die Großfürstin Anastasia, die vor 14 Tagen in Masern erkrankte, befindet sich jetzt auf dem Wege der Besserung. Sie hat aber, durch einen Brief, den sie auf dem Krankenbette geschrieben hat, die Krankheit weiter verbreitet. Der Brief ging an die Adresse des Töchterleins bes Großfürsten Georg Michailowitsch. in Mensch war auf den Gedanken aekommen. das Schreiben der Brin= zessin zu desinfizieren und die Folge war, daß die Empfängerin, die den Brief längere Zeit in der Tasche herumtrug, gleichfalls an Masern erkrankte. Ihr Zustand soll zu Besorgnissen Anlaß geben. Die schönste Kaserne der Welt. Vor wenigen Tagen wurde in Windsor in England eine neue Kaserne eingeweiht, die wohl Anspruch erheben darf, die schönste und Iururiöseste Kaserne der Welt zu sein. Sie wird nicht übermäßig viel Soldaten aufnehmen, im ganzen nur 800 Mann, aber diese achthundert werden ein Leben führen können wie, nun sagen wir wie: Prinzen. Jeder Soldat wird sein eigenes kleines Zimmer haben; für gesellschaftliche Zwede aber stehen eine lange Reihe prächtiger und schön ausge= statteter Säle zur Verfügung. Die Mahlzeit wird in großen Speisesälen eingenommen, die 28 Meter lang und 21 Meter breit sind, von der Decke hängen Lüster herab, und die Wände schmücken Pilaster und Säulen. In einem der Säle ist auch eine kleine Bühne errichtet, für den Fall, daß die Söhne des Mars sich mit Theateraufführungen be= Instigen wollen. Ein kostbar ausgestatteter Rauchsalon und ein Spielsaal von 36 Meter Länge harren ihrer Besucher. Der anschließende Billardsaal. der 24 Meter lang und 6 Meter breit ist, ist mit einem monumental angelegten großen Kamin aus Majolika geschmückt. Die Soldaten, die ihre Korrespondenz zu erledigen wünschen, finden einen reizenden Schreibsalon zu ihrer Verfügung, und daran grenzt auch das reich ausgestattete hübsche Bibliothekzimmer. Wahre Muster an einfachem, geschmackvollem Komfort sind die großen Wasch- und Baderäume, in denen in langer Reihe Duschen nebeneinander angeordnet sind, so daß nach der Heimkehr von den Uebungen die Soldaten sofort ein Bad nehmen können, ohne erst lange warten zu müssen. Die Säle weisen durchweg Parkett auf. Im Innern der Kaserne wird auch ein Delikatessengeschäft eingerichtet, damit die Soldaten und die Frauen der Unteroffiziere bequem ihre Einkäufe machen können, ohne erst die Kaserne verlassen zu müssen. Aus dem Reiche der Technit. Versuche mit elektrischen Scheinwerfern bei Lokomo= tiven werden, wie der Inf." mitgeteilt wird, in furzer Zeit auf den preußisch- hessischen Staatsbahnen angestellt. Die Bersuche, die der größeren Sicherheit dienen sollen. werden einige Wochen hindurch fortgesetzt werden. Der elektrische Strom für die Scheinwerfer wird von einem Dynamo g liefert, der mit einer leichten Dampfturbine gekuppelt ist. Die Leistung des Dynamos beträgt 900 Watt. Diese Zahl ist ausreichend. um den Scheinwerfer an der Lokomotive und fünf achtterzige Glühlampen am Führerstande zu speisen. Ueber den Scheinwerfer und seine Konstruktion ist fol= gendes mitzuteilen: Er verbreitet ein sehr weißes angenehmes Licht, das ohne grünen Schimmer ist und sowhl stärker leuchtet wie auf weitere Entfernungen zu sehen ist, als die bisherigen Lichter. Er hat eine Lichtstärke von 1700 Kerzen. Zur Beleuchtung der ganzen Strecke und der Kurven kann der Führer vom Führerstande aus den Scheinwerfer aus seiner Lage bringen. Der Scheinwerfer ist nämlich auf ei= ner kleinen Drehscheibe aufgebaut, die auf Rollen elastisch gelagert ist, und die durch ein Drahtseil, das zum Führerstande gezogen ist, betätigt werden können. Die ganze Nonstruktion ist derart eingerichtet, baß sie an die Lokomotiven in die bestehenden Reflektoren ohne zeitraubenden und kostspieligen Umbau eingebaut werden kann. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ein photographischer Erdatlas. Auf dem neunten Internationalen Kongreß der Geographen, der im Jahre 1908 in Genf tagte, wurde der Plan eines großartigen Werkes beschlossen, za dessen Ausführung die Mittel durch Substription galammengebracht werden sollen. Es handelt sich um die Schaffung eines photographischen Atlasses der Oberflächenformen der Erde, ein Unternehmen, das namentlich für das Studium und den Unterricht in Geographie und Geologie von großem Nutzen sein könnte. Der große Atlas soll aus 500 bis 600 großen Tafeln bestehen, deren Gr= scheinen voraussichtlich eine Zeit von mehr als 10 Jahren in Anspruch nehmen wird. Der Aufruhr auf Ponape. Ein Bericht über die Ermordung der deutschen Beamten. Ueber die neunfache Bluttat auf Ponape am 18. Ottober v.J., der, wie berichtet ist, die vier deutschen Beamten, Regierungsrat Boeder, Sekretär Brauckmann, Landmesser Häfner und Wegebautechniker Hollborn sowie fünf Eingeborene zum Opfer fielen, sendet ein Teilnehmer an der Hamburgischen Südseeexpedition, Dr. Paul Hambruch, der mit dem Dampfer„ Germania" am 26. November nach Ponape fam und somit zu den ersten gehörte, die Kunde von der Bluttat erhielten, den Hamburger Nachrichten" cine ausführliche Schilderung, der wir folgendes entnehmen: Der Mord war bereits in der Nacht vom 1. zum 2. Jani geplant, aber bisher durch Verrat vereitelt worden. Die Jofaschleute( Jofasch ist eine Landschaft auf Ponape) sollten ihre Steuerarbeit vom vorigen Jahre nachholen. Am 17. Oktober versagte ein Mann seinen Gehorsam, widersetzte sich und erhielt seine Strafe. Regierungsrat Boeder ließ ihm sechs Hiebe verabreichen; und nun drohte man dafür dem Beamten am Wegebau, Hollborn, mit Ermordung. Dem Regierungsrat waren schon mehrfach Drohbriefe ins Haus gesandt worden, auf die er aber fein Gewicht legte, glaubte er doch, durch sein persönliches Erscheinen wie auch früher die Leute einschüchtern zu könen, um die Sache zu schlichten. Gerade damit hatten die Jokaschleute gerechnet. Um wegen der Hollbornschen Angelegenheit Ruhe zu stif ten, fuhr Beeder am 18. Oftober um 4 Uhr nach Tanepe auf der Jokaschinsel hinüber, nur vom Sekretär Braudmann begleitet. Der Polizeimeister bat den Regierungsrat, militärische Begleitung mitzunehmen oder ihm doch zu er= lauben. auf dem Landwege nach Tanepe zu gehen. Der Polizeimeister erhtelt aber einen strengen Verweis, obwohl man auf ihn, der drei Jahre lang enge Fühlung mit den Ponapeleuten gehabt hatte, der ihrem hinterlistigen verschla= geren Charakter genau faunte, besser als einer der übrigen Beamten, hätte hören sollen. Das Boot landete in Tanepe in der Nähe der katholischen Missionsstation. Kaum war man an Land, da ka= men die beiden Patres sowie Hollborn und der faum vier Wochen in Ponape anwesende Wegebauer Häfner auf Boeder zu und baten ihn, sich in die Kirche zurückzuziehen, da die Leute in großer Aufregung mit Gewehren und 26zölligen Buschmessern bewaffnet seien. Boeder hörte nicht da= rauf und ging auf dem neu angelegten Wege den JokaschTenten entgegen. Nur wenige Schritte; da erhielt er zwei Kugeln in den Unterleib und fiel die Wegeböschung herab in das Wasser. Hilf mir, du bist mein Freund!" rief er dem eingeborenen Aufseher, einem Jokaschmanu, zu. Ich werde dir helfen!" rief dieser, nahm sein Gewehr und sok den Recicrungsrat durch die Schläfe. Andere eilten herbei und zerfetzten und zerhieben den Leichnam bis zur 1!= kenntlichkeit. Braudmann versuchte, das Boot zu errei= chen, er erhielt fünf Schüsse und der Schädel wurde ihm mit den langen Messern zerschlagen; es hätte auch der Müdzug ins Boot nichts genützt, da gleichzeitig die fünf Mann starke Bootsbesabung niedergemetzelt war. Hämer und Holborn verteidigten sich vom Boote aus, Hollborn verschoß seine Browningpatronen, dann wurde beiden mit Messern der Garaus gemacht. Frauen warfen sich vor die Patres, schützten fie mit ihren Körpern und retteten sie auf diese Weise. In Kanus brachte man beide zur Kolonie die nun das Geschehnis erfuhr. Dr. Girschner, der seit zehn Jahren in Ponape lebt, wollte die Jokaschleute beruhigen und hinüberfahren. Nur nach langem Zureden stand er davon ab. Er tat gut daran, denn Briefe am nächsten Morgen zeigten, daß auch ihm das Schicksal der Ermordeten zuteil geworden wäre. Später gelang es, die Leichen zu bergen. Arg verstümmelt und beraubt, Ringe und Kleider fehlten größtenteils, trieben sie im Meer. Dem Regierungsrat hatte man die Zähne zerschlagen und die linke Hand abgehackt; sie wurde nicht abgeliefert, in einem Hause soll sie als Trophäe angeschlagen sein. Die Opfer wurden begraben. Frau Regierungsrat Boeder und ihre beiden kleinen Kinder verIleßen das etwas abgelegene unsichere Haus in Pelapalap dessen Inneneinrichtung vollständig zerstört wurde und ste delten in das Brauckmannsche Haus über. Die Kolonie wurde mit Stacheldraht umzogen und verschanzt und ein Wachtdienst eingeführt. Der Feind zählte etwa 300 Köpfe. Erdbeben- Meldungen. Ein Erdstoß in Schweden. Geitern nacht erfolgte in Karlstadt in Schweden ein so Heftiger Erdstoß, daß alle Häuser erschüttert wurden und die Einwohner aus dem Schlafe erwachten. Unmittelbar nach diesem Erdstoß konnte man ein dumpfes unterirdisches Rollen vernehmen. Mehrere Häuser der Stadt erlitten Beschädigungen und quer über den Marktplatz und einer einmündenden Straße zog sich ein klaffender Erdriß, der von Oft nach West verlief. Auch in anderen Kreisen Schwedens sollen Erderschütterungen wahrgenommen sein, ohne daß sie jedoch großen Schaden anrichteten. Bulkanischer Ausbruch auf den Philippinen. Aus Manila wird gemeldet: Die Städte leiden in einem Umkreise von zwanzig Meilen unter einem Regen von Tchlamm und Steinen infolge eines vulkanischen Ausbruchs bei Taal. Die Eingeborenen verlassen die Dörfer und fliehen in die Berge. Manila, 31. Januar. Nach Meldungen über einen vulkanischen Ausbruch im Taal- Bezirk find fünf kleine Dörfer zerstört. In der Flutwelle sind mindestens 300 Menschen umgekommen. Viele sind bei den Feuersbrünsten verbrannt, die durch die Lavamassen entstanden. Drabtnachrichten und neuestes. Eine Nenderung im Programm der Kronprinzenreise. Berlin, 31. Januar. Mit Rücksicht auf die in Ost asien eingetretenen gesundheitlichen Verhältnisse hat der Reichsfanzler sich verpflichtet gehalten, beim Kaiser zu be= antragen, daß die Neise des Kronprinzen für dieses Jahr in Kalkutta ihren Abschluß findet. Von Kalkutta wird der Kronprinz demnach die Heimreise antreten. Den Höfen in Bangfot. Peking und Tokio, die alle herzliche Einladungen gesandt hatten, ist das Vedauern über die durch unvorhergesehene Ereignisse notwendig gewordene Aenderung der Reisedispositionen ausgedrückt worden. ebenso den Niederlanden und den Vereinigten Staaten von Nordamerika, derer Kolonien gleichfalls im Reiseprogramm aufgenom men waren. Lucknow( Britisch- Indien), 31. Januar. Der Kronprinz hat im Hause des Gouverneurs Wohnung genom men. Der Aufenthalt in Lucknow ist als Ruhepause für den offiziellen Besuch in Kalkutta gedacht. Die Heimreise der Kronprinzessin. Kairo, 31. Januar. Die Kronprinzessin wird am 8. Februar von Alexandria nach Neapel fahren, wo die An kunft am 11. Februar erfolgt. Verurteilung wegen schwerer Soldatenmißhandlung. Kiel, 31. Januar. Wegen schwerer Mißhandlung mit tödlichem Ausgang verurteilte das Marineoberfriegsgericht den Torpedomaschinistenmaat Wroschke zu 10 Jahren Buchthaus, Degradation und Entfernung aus der Marine Wroschke hatte den Heizerrefruten Brandt in den noch etwa 70 Grad heißen Feuerrost eines Torpedofessels geschickt und ihn darin so lange verweilen lassen, bis er ohnmächtig um= fiel. Dann hatte er ihn mit einem Tauende schwer geschlagen. Der Bedauernswerte war am folgenden Tage ge= storben. Eine unanfaeklärte Vergiftungsaffäre. Hirschberg i. Schl, 31. Januar. In Clausnitz starb nach dem Genuß von Reis der 20jährige Arbeiter Tänbner. Sein Stiefvater und sein Stiefbruder sind unter Vergiftungserscheinungen schwer erkrankt. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Banik in einem Kino. Aschersleben, 31. Januar. In einem Kinemato arai hentheater fam es gestern abend zu erregten Szenen. Im Zusammenhang mit einem Streit ertönte plötzlich der Rufcuer". Alle Besucher stürzten de inAusgang zu. Bei dem Gedränge wurde ein Kind lebensgefährlich verletzt, eine Frau mit einem dreijährigen Kinde erlitt Quetschun gen, eine andere Frau wurde zu Boden geworfen und durch Fußtritte so zugerichtet, daß sie in das Krankenhaus ge= bracht werden mußte. Bergarbeiter beim Minister. Essen uhr), 31. Januar. Der Handelsminister von Sydow hat einer Deputation der christlichen Bergar beiter im Ruhrrevier im Anschluß an ihre Petition im Landtage die Einrichtung von Familienfassen zugesichert und erklärt, sein Möglichstes für die Erhöhung der Löhne zu tun. Die Opfer der jüngsten Schlagwetterexplosion. Tuisburg, 31. Januar. Von den bei der Schlagwettererplosion auf der Gewerkschaft Deutscher Kaiser verletten Bergleuten sind gestemt noch zwei gestorben, so daß die Gesamtzahl der Opfer jebt 11 beträgt. 8 Verletzte lie, gen noch im Krankenhaus, davon einer, der faum mit dem Leben davon fommen wird. Die Einfuhr französischen Fleisches hört auf. Mannheim, 31. Januar. Die Zufuhr französischen Vie hes scheint numehr ganz aufzuhören. Dem gestrigen Vtehmarkt war überhaupt kein Großvieh aus Frankreich mehi zugeführt. Die hohen Spesen und das Anziehen der Preife in Frankreich machen die Ausführung unlohnend. Verhaftung eines Mädchenhändlers. Saarbrüden, 31. Januar. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde ein gutgefleideter Mann verhaftet, in dessen Begleitung fich zwei Mädchen befanden, denen er angeblich Stellung in Argentinien verschaffen wollte. Die Polizei glaubt, einen gefährlichen Mädchenhändler erwischt zu haben, der eine größere Anzahl Mädchen aus dem Saarrevier verschleppt hat. Die Taten eines russischen Banditen. Gzenitoojau, 31. Januar. Der hier verhaftete Bandttenführer Enfienäf gestand. 30 Ueberfälle verübt, 14 Monopolläden beraubt und zwei Steuerbeamite getötet 311 haber. E verriet 70 Genossen, die alle verhaftet wurden. Deutsche Entschädigungsansprüche aus dem Burenkriege. Saag, 31. Januar. Der Minister des Aeußerem er flärte in der ersten Kammer, die englische Regierung habe den Vorschlag Deutschlands, die Entschädigungsansprüche deutscher Untertanen aus dem Burenkrieg einem Schiedsgericht zu unterbreiten, abgelehnt. Landung eines Aviatikers auf den Ozean. 6 Neuyort, 31. Januar. Der Aviatifer Me Curdy versuchte von Key West auf Florida nach Havanna zu flie gen. Er mußte aber zehn Meilen vor dem Hafen von Havanna auf dem Wasser niedergehen. Ein Torpedoboot nahm ihn auf. Der Weiterflug mußte aufgegeben werden. Geschäfts- Eröffnung Eröffne mit dem heutigen Tage, Bahnhofstrasse 47, im Hause des Herrn Schuhhändler Brück einen den modernen Anforderungen entsprechend eingerichteten Friseur- Salon. Indem ich tadellose saubere Bedienung in und ausser dem Hause zusichere, bitte ich um geG neigten Zuspruch. Achtungsvoll Leonhard Maxheim jr. Wetzlar. Anfertigung aller Haararbeiten. Sämtliche Parfümerien und Toiletten- Gegenstände. Verdingung. 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M Terli ohne i martun neb ungen, Wähler Krei Zunam in alpl ift fofo jedoch Wähler Die A Freitag und D Weise ler vor beide oder de Einsicht Richtig Tagen Aussch tragen verfügt Werkta O famtza 7. Feb den; es läßlich Termin des Kr germet abends migfeit folgt m Major, ( vorher zum G beim Regt. = b= gen je dorf- R Batten jchen 08000000 Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- u. Brotpreise am 30. Jan. 1911 Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Fleischpreise in Steken waren Oberb Jedes Knorr- Paket enthält einen Gutschein. Knorr HaferFlocken GrünkernMehl Hafermehl Reismehl HahnMaccaroni KätchenNudeln Haupt- und Inkasso- Vertretung für Giessen und Umgebung. Unser langjähriger verdienter Vertreter Herr Jean Boeck in Giessen beabsichtigt wegen vorgeschrittenen Alters unsere Vertretung abzugeben. Wir suchen daher als Nachfolger einen rührigen Herrn, der gewillt ist, sich persönlich intensiv der Akquisition zu widmen. Gefl. ausführliche Anerbieten erbeten an die Direktion der Karlsruher Lebensversicherung a. G. Versicherungsbestand Ende 1911: 706 Millionen Mk. Der technische Fachschulunterricht st bis ins kleinste nachgeahmt in den technischen Selbst Unterrichts- Werken: Maschinenbauschule. 2. Hoch und Tiefbauschule. 3. Bergschule. 4. Elektrotechnische Schule. 5. Schlosserschule. 6. Tischlerschule. 7. Installateurschule. 8. Stukkateurschule. 9. SteinmetzSchule. 10. Polierschule. 11. Eisenbahn werkmeisterschule. 12. Giessereitechnikerschule. 13. Lokomotivführerschule. 14. Zimmermeisterschule. Grosse Sammlung on Dank. und Anerkennungsschreiben kostenlos. Ansichts sendungen bereit willigst. Kleine Teilzahlungen. Bonness& Hachfeld, Verlag, Potsdam. So Kuverte mit Aufdruck big Giessener Verlagsdruckerei, Glänzende Erfolge. Klein& Fischer. Ochsen Kälber Schweine " Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 kg Roggen 100 kg Unentbehrlich für jede Familie! Underbergfamme Klo ftern jak 3 jamm 1/3 H do. 50 kg Schlachtgewich: 88-91 m. 93-100 Pf. 65-66 ½ kg 84-92 fg. beding do. 80-84 müjje zen " 21 25-21.50 M. 16,00-16 25 M. bo. 80-96 Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 kg 62 Pf. Berati rer S jammi Schlafe Schwarzbrot 2 kg 54p. wähnt legen bewilli Schritt alle fogena Dem laffen Auguft Befan Beit v einen Unterr jünger Obitb Der ung vorzu Tomei dingt der f gen Uhr geltlic 7 Underberg Bangkomp Boonekamp Semper idem, Fabrikation allalagos Geheimniss der Firma: HUNDERBERG- ALBRECHT Hoflieferant Sainer Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Gage 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! ausdrücklich: 24 Preis- Medaillen! Underberg- Boonekamp Drud der Gießener Verlagsdruckerei, Klein& Fischer. Verantwortlich für die Redaktion i. V.: Albin Klein, für Reflame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen. -