das auch von 2 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Donnerstags und Samstags. - - Erscheint Dienstags, Zwei Extrabeilagen: Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 76. Bekanntmachung. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 31. Mai 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Am Mittwoch, den 1. Juni d. Js., nachmittags 4 Uhr, bird im Schulhof des Schulhauses an der ¾ estanlage eine Inzahl abgängiger Schulbänke meistbietend versteigert. Gießen, den 30. Mai 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Die städt. Fuhrwerts wage in der Frankurterstraße ist von Montag, 30. d. Mts. an bis auf weiteres wegen Neueichung außer Betrieb. Gießen, den 27. Mai 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. Mecum. Bekanntmachung Der Bebauungsplan für die Stephansmart ist festgestellt und dazu die nachfolgende Ortsbausatzung laffen worden. er= Der Bebauungsplan fann auf dem städt. Tiefbauamt von Jedermann eingesehen werden. Gießen, den 23. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Ortsbausa ßung. Auf Grund der Artikel 2, 37 und 59 des Gesetzes, die allgemeine Bauordnung betreffend, vom 30. April 1881 und ber§§ 3-5, 7, 9 und 78 der Verordnung vom 1. Fe bruar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung betreffend, wird auf Beschluß der Stadtverordneten- Ver= jammlung vom 15. Oftober 1908, nach Anhörung des Oberbürgermeisters und Begutachtung durch den Kreisausschuß mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern bon 2. Juli 1909 zu Nr. 9660 m. d. J. zu dem Bebaumasplan für die Stephansmart folgende Ortsbaulaßung erlassen: Auf den Grundstücken zwischen der Straße A- B- C und der Eisenbahn dürfen Hintergebäude mit feinem Teil mehr als 18 Meter von der Straßenfluchtlinie entfernt sein. Gießen, den 23. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Samstag, den 28. Mai 1910, nachmittags 5 Uhr, wird an Ort und Stelle die einmalige Grasnußung bom städt. Obstbaumstück in 4 Abteilungen versteigert. Gießen, den 26. Mai 1910. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend mit Mittwoch, den 1. Juni, im Impflokale- Schulgebäude, Neustadt 61 für die nächsten 5-6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 53) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Sellmuth. Machbrud verboten.) Gorge Did nicht, Papa, guter Rat kommt oft über Radt, aick Buja Ste loten etfria aber etwas nachzudenken, doch sie sprach xl be agen verfolgten einen fletken Bauernjungen, bes etmen Bettel in der Gand trug und eilig die Straße berabitet. Er lähte aufmerksam umber und schien einen Vorübergehenben um etwas zu fragen. Der Mann eigte auf das Haus und der Knabe verschwand rasch im Flur. Maja abnte, daß etwas vorgefallen war. Ihr Herz pochte plöblich in raschen, ängstlichen Schlägen, ohne daß fte wußte, warum. Ste fand auf unb ging binaus. Da bernahm fie auch schon die Stimme des naben, der fich anfchetnend mit dinem der Diener berumisriit, benn es tlang beinabe meiner , als er fagie: Der Herr von Brandt bai mtr aber befohlen, es dem gnädigen Fräulein felbft zu geben!" Dummer Bengel, ich werde es schon besorgen!" schnarrte der Bediente. Im Nu stand das junge Mädchen neben ihm. Was gibt es?" fragte sie haftig, mit fliegendem Atem. Der Knabe reichte ihr das Kuvert. Er fannte die junge Dame bereits von ihren vielen Besuchen in Neunlinden. Der Diener entfernte sich eilig. Maja las mechanisch die Aufschrift. ,, An Fräulein Reinau, Wohlgeboren," stand da. Dem Schreiber mußte die Hand gezittert haben, denn die Buchtaben erichtenen seltsam wackelig. Maja riß den Umschlag ab. Sehr geehrtes Fräulein!" las fie. Verzeihen Sie, wenn Sie zu belästigen wage und schreiben Sie dies der schweten Sorge eines geängstigten Vaters zu. Meine kleine Lilly todfrank! Der Arzt erklärt, daß es ein sehr bedenklicher Anfall von Diphtherie ist. Er gibi mir wenig Hoffnung, daß wir das zarte Leben erhalten werden; es müßte denn bald eine Wendung zum Besseren eintreten Sie können denken, daß ich in Verzweiflung bin. Lilly ist das Einge, was mir von einem verfehlten Leben noch übria blieb! 5-6 Uhr, abgehalten werden. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die rückständigen aus früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in demselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benuten will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlusse auf seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, fönnen gleichfalls dem Impfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpfinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, 25. Mai 1910. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen links der Lahn; hier: das topogr. Güterverzeichnis über die Baupläne in der Stephansmart. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis. Gießen, den 31. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Betr.: Wie oben. Bekanntmachung. In der Zeit vom 1. bis einschließlich 16. Juni 1910 liegen Werktags auf dem Bureau des Gr. Feldbereinig= ungsgeometers Ludwig zu Gießen, Löberstraße 18: das topographische Güterverzeichnis über die Baupläne in der Stephansmark nebst alphabetischem Namensverzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der obenangegebenen Offenlegungsfrist bei Gr. Feldbereinigungsgeometer Ludwig zu Gießen schriftlich einzureichen und zu begründen. Friedberg, den 281 Mai 1910. Der Gr. Feldbereinigungs- Kommissär: gez.: Schnittspahn, Großherzoglicher Kreisamtmann. Das Kind verlangt stürmisch nach Ihnen! Ich glaube, da schon Ihr Erscheinen allein genügt, uns alle zu beruhigen Ich vermag der armen Kleinen nicht länger mehr zu widerstehen und vereinige meine Bitte mit der des Kindes: Kommen Sie bald! Lilly hat furchtbare Sehnsucht. Ihr ergebener Arnold v. Brandt." Nur einen Augenblick stand Maja und starrte auf das Briefblatt. Heiße Tränen rannen darauf. Dann kam eine fieberbafte Tätigkeit über sie. Laut und schrill tönte die Klingel durch das Haus. Einige Diener stürzten ellig herbei. frit soll anspannen, sofort!" - Friß ist doch ausgegangen," scholl es ihr entgegen. Ich habe keine Zeit zu warten," rief Maja unge duldig. So steht doch nicht da und gafft, dann soll eben ein anderer arspannen!" In diesem Augenblic tam ihr Vater die Treppe herab. Was gibt es denn? Weshalb schreist Du denn so?" Ich muß augenblidlich fort," antwortete Maja. Nanu, wo brennte denn?" Der alte Herr hatte Fereits den Zettel an sich genommen und durchgelesen. Nun stellte er sich breitspurig vor feine Tochter hin. " Du, daraus wird nichts. Das dulde ich nicht!" " Was meinst Du, Papa?" " Ich meine, dieser Herr v. Brandt muß vollständig den Kopf verloren haben, sonst würde er nicht verlangen, daß Du zu einem diphteriefranken Kinde gehst. Das darf man mir nicht zumuten! Jeder ist sich selbst der Nächste! Du könntest angesteckt werden. Die Krankheit ist sehr leicht übertragbar. Jeder Arzt kann Dir das bestätigen!" Maja hörte kaum auf ihn. " Papa, Du hältst mich bloß auf. Es hilft Dir ja doch nichts!" " Das werden wir sehen!„ Heda!" rief er in den Hof hinaus, wo eben die Pferde aus dem Stall geführt wur den, nicht anspannen! Meine Tochter bleibt hier!" Maja war ganz blaß geworden. " Vater, fort gehe ich doch und sollte ich den Weg zu Fuß zurücklegen. Du kennst mich ja zur Genüge, denke ich!" 21. Jahrg. Bekanntmachung, Die unterm 9. Mai 1910 angeordnete Sperre der Großen Mühlgasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 30. Mai 1910. Großherzogl. Polizeiamt Gebhardt. Bekanntmachung. Am 2. Juni d. Js. ist das Kabel in der Ostanlage und Landgrafenstraße in der Zeit von 6 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir den anliegenden Konsumenten hiermit zur Kenntnis bringen. Gießen, den 30. Mai 1910. Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Bekanntmachung. Das 1. Ziel Gemeindesteuer und Kanalgebühren für 1910 ist binnen acht Tagen bei Meidung der Beitreibung zu entrichten. Gießen, den 31. Mai 1910. Stadtkasse Gießen. In Erl.: Peter. Lieferung und Vergebung von Wand- und Fußbodenplatten. Die Lieferung und Verlegung der Wand- und Fuß= bodenplatten für die Schlachthoferweiterung( 3 Lose) soll Dienstag, den 7. Juni d. J., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Probeplatten, Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Wochen. Gießen, den 24. Mai 1910. - Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Pflasterarbeiten für die Herstellung eines befestigten Fußwegstreifens in der Nordanlage von der Websteinbis zur Schottstraße sollen Mittwoch, den 1. Juni d¾. Is., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 25. Mai 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Der Vater verlegte sich auf gütliches Ruben. " Bedenke doch, Maja, ich babe teine fubige Minute, wenn Du da draußen bist. Liegt Dir denn an fremden Leuten mehr als an mir? Und es schidt fich auch nicht, daß Du hingehst und vielleicht stundenlang bleibst. Was sollen die Leute fagen!" Maja lachte verästlich. " Darum fümmerst Du Dich auch noch, Papa? Darnach frage ich nicht." Aber ich frage darnach! Man soll nicht über Dich reden!" " Vater, für so kleinlich hätte ich Dich wirklich nicht gehalten! Das Kind ist todkrant, Du hörst es ja. Man wartet auf mich mit Sehnsucht und Angst. Ich bin vielleicht imstande, etwas zur Beruhigung des verzweifelnden Vaters beizutragen! Und Du willst mich zurückhalten mit Deinen kleinlichen Bedenken? Ich sage Dir, ich muß hinaus! Also halte mich nicht länger auf." Sie wollte an ihm vorüber, aber er hielt sie am Arme feft. Er war sehr zornig, das sah man. Ich will doch sehen, wer hier eigentlich Herr ist! Mit so einem widerspenstigen Kinde wie Du bist, hoffe ich noch fertig zu werden!" Dann eilte er hinaus und ehe Maja sich noch besinnen fonnte, hatte er den Stall erreicht und den Schlüssel abgezogen. " So, und nun fahre, wenn Du kannst! Denn zum Laufen wird Dir bei diesem Schneegestöber doch die Lust vergehen, denke ich!" Maja lachte zornig auf. „ Gott sei Dant gibt es in der Stadt noch mehr Droschfen und Pferde," sagte sie dann ruhig. Sie wandte sich ohne ein weiteres Wort um, stieg die Treppe empor und verschwand in ihrem Bimmer. Sie nahm sich nicht Zeit, das Hauskleid mit einem an deren zu vertauschen, sondern schlüpfte nur in ihren ele ganten, pelzverbrämten Mantel, sette das Mütchen auf, band den Schleier um und in faum fünf Minuten trat sie wieder unter die Türe Der Vater stand noch auf dem selben Fleck. Offenbar überlegte er, was zu tun sei. Bora nig stampfte er mit dem Fuße auf, als Maja ihm zum 95ichind die Hand reichte. ( kortiekuna folat.) Die Städteverordnung im Sonderausschuß. Durchführung der Stadtverordnetenwahl ist ein enger Der Sonderausschuß für die Verwaltungsgesetre vision hat am Donnerstag unter Vorsitz des Abgeordneten Oberbürgermeister Dr. Glässing die endgiltige Beratung des ersteu der sechs Gesezentwürfe, die Städteverordnung aufgenommen und die ersten 50 Artikel der Vorlage durch beraten und angenommen. Der Gesezentwurf war der Zweiten Kammer am 29. April v. J. erneut von der Regierung vorgelegt worden, wobet die von der Kammer bei der früheren Beratung geäußerten Wünsche und Beschlüsse berücksichtigt worden find. Ueber einzelne wichtige Fragen noch bestehende Differenzen soll später noch gemeinsam mit der Regierung in Beratung getreten werden. " 1 Die ersten 50 Artikel der Vorlage beschäftigen sich mit der Einrichtung der städtischen Verwaltung, dem Geltungsbereich der Städteordnung, der Begrenzung der Stadtgemeinde, der Bildung. Umgestaltung und Auflösung der Gemeinde, der Abtrennung einzelner Gemarkungsteile, dann mit den Ortssagungen, den Beftimmungen über die Angehörigen der Stadtgemeinden, ihre Rechte und Pflichten, die Rechte der Ortsbürger und die Stadtverwaltung und ihre Organe. In den ersten Artikeln wird beſtimmt, daß jede Stadtgemeinde im Sinne dieses Gesetzes einen Verband zur Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten bildet mit den Rechten etner Körperschaft des öffentlichen Rechts Anstatt der seitherigen Bezeichnung Großh. Bürgermeisterei" wird die amtliche Bezeichnung fünftig lauten„ Das Bürgermeisteramt". Ein wesentlicher Vorzng des Entwurfs ist, daß die Genehmigung des Staatsregierung bei d. Bildung, Umgestaltung und Auflösung, sowie bet der Abtrennung einzelner Gemacfungsteile und Vereinigung derselben mit einer Nachbargemarfung einheitlich im Gesetz vorgeschlagen wurde an Stelle der seitherigen verschiedenartigen Regelung. Die Bestimmungen, welche von den Angehörigen der Stadtgemeinde, ihren Rechten und Pflichten handeln, erhalten in den vorliegenden Artifeln eine neue präzise Fassung. Das Ortsbürgerrecht, welches für die städtische Verwaltung im auge, meinen nur wenig Bedeutung besitzt und im Wesent lichen nur noch für die Landgemeinden in Betracht kommt, hat eine bemerkenswerte Vereinfachung erfahren. Das seitherige Privileg für die Söhne von Beamten, Pfarrern und Lehrern zur Erlangung des Ortsbürgerrechts wurde besetttgt, desgleichen das besondere Wahlrecht zur Gemeindevertretung, welches bis jetzt mit dem Ortsbürgerrecht verknüpft war. Die gänzliche Ablösung des Nuhungsrechtes des Ortsbürgers soll nach Maßgabe beſſerer, noch zu erlaſſender gesetzlicher Bestimmungen zulässig sein. Anschluß an die Wahlrechtsbestimmungen des Reichstags vorgesehen. Dies gilt besonders von den Be. stimmungen über die Stimmzettel und den Vorschriften des Wahlaktes. Die Vorschriften über die Besoldung, die Wahl und das Ausscheiden des Bürgermeisters und der Beigeordneten aus dem Amt haben eine bestimmtere Fassung erhalten. Die Entscheidung über die Staatsaufsicht, die Genehmigung gewisser Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung seitens des Kreisamts wurde mit Rücksicht auf die Wichtigkeit dieser Materie vorläufig ausgesetzt. Es herrscht im Ausschuß die Tendenz, die Selbstverwaltung zu stärken und auch in dieser Beziehung zur Vereinfachung des Verfahrens beizu tragen. Bei der Frage über die Protokollierung der Sigungsergebnisse der Stadtverordnetenversammlung wurde darauf hingewiesen, daß die Mitglte er der Stadt verordnetenversammlung die Verpflichtung haben, die Niederschriften im Sigung saale zu unterzeichnen, und daß auf die Erfüllung dieser Verpflichtung der größte Wert gelegt werden müsse. Im übrigen ist noch zu bemerken, daß sich die neue Gesetzesvorlage im wesentlichen nach den früheren Grundsägen aufbaut und die allgemeine Tendenz verfolgt, einerseits solche Bestimmungen, die sich seit dem Inkcafttreten der Städteordnung als mißständig oder über. flüssig erwiesen haben, zu verbessern oder zu beseitigen, andererseits solche Vorschriften neu einzufügen, die nach den in der Zwischenzeit gemachten praktischen Gefahrungen zur Ausfüllung von Lücken dienen. Daneben läuft das Bestreben, die Bestimmungen einer Reihe mit der Städteordnung in Zusammenhang stehender Sondergesetze im neuen Gesetze zu verarbeiten. Der Ausschuß ſezte am Freitag seine Beratung über die Städteordnung fort und erledigte die Artikel 50-120 des Gesetzentwurfs. die sich mit den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung, der Besoldung, der Wohl und dem Ausscheiden des Bucgermeisters aus dem Amte, sowie mit der Tätigkeit der Stadtberordneten. Bet der Einleitung und bersammlung beschäftigen. Stadttheater Gießen. Sonntag, den 29. Mai 1910 Der Opernball. Operette in 3 Aften von V. Léon und H. v. Waldberg. Musik von Richard Heuberger. " Der Kampf im Baugewerbe. Gladbeck t. Westf. Die hiesigen Bauunter nehmer haben gestern die Arbeit allgemein wieder aufnehmen lassen. * Saarbrüden. Der Arbeitgeberverband für das Saargebiet verhängte in der Annahme, daß noch biele organisierte Arbeiter, die sich als unorganisiert ausgeben, in Arbeit stünden, gestern die General. AusVom Hansabund. Der Hansa- Bund hat beschlossen, zur Wiederkehr des ersten Gründungstages am 12. Juni Fest sizungen in allen Zweigverbänden im Deutschen Reiche abzuhalten, bei denen der Jahresbericht vorgelegt werden wird. Die Mitgliederzahl des Hansa- Bundes an direkten Mitgliedern und an solchen durch die angeschlossenen Verbände beträgt nach überschläglichec Verechnung im ganzen weit über eine Million. In den letzten drei Tagen sind durchschnittlich je 1200 Personen neu eingetreten. Man atmet erleichtert auf nach dieser Operette, wenn man an die Aufführung der fläglichen Felir'schen ( Pseudonym für Hugo Felix Moser) Operette Madame Sherry" zurückdenkt. Es ist bedauerlich, daß man sich um solche Stücke bemüht, die es im höchsten Grade verdienen, in der Versenkung zu verschwinden. Ich liebe den französischen Schwant, seinen echten Chic, seine Grazie, seine oft geistreich feinen, oft auch drallen Bifanterien und Wizeleien, wohl bemerkt wenn er seine Herkunft nicht verleugnet; doch dem Textdichter der Madame Sherry" mangelte nicht nur jedes feinere Gefühl, diese fra zösischen Scenen nachzuempfinden, wirksam zu gestalten, ihm geht auch jede Technik ab, berschiedene Vorgänge miteinander zu verknüpfen, daß fie wenigftens einen Schein von„ Handlung", Berwickelung ergeben, ganz abgesehen von einer einigermaßen berechtigten, wahrscheinlichen Fabel. Die Muſit fonnte ebenso wenig auf Originalität, angenehme Melodik Anspruch machen; ein einziges Walzer- Motiv:„ Komm in die Wiesen, der Mond scheint so weiß(!)" vielleicht ausgenommen. sisid isd Ueber neue Fälle von agrarischem Boykott wird dem Hansa- Bund aus Pommern berichtet. So forderte z. B. in Dramburg die Frau eines Großgrund: besizers von einem Kaufmann eine schriftliche Beschetnigung über seinen Austritt aus dem Hansa- Bunde. Einen guten Rat möge die Theaterdirektion im Anschluß an die Aufführung dieser Farce beherzigen: lieber eine gute eingespielte bekannte Operette, als unnüß Zeit, Geld, Kräfte an Stücke vergeuden, die einem Ulf für " dumme Auguste" im Cirkus gleich kommen. Robert Koch+. Baden- Baden, 27. Mai. Heute Abend star b hier der Wirkliche Geheime Medizinalrat Professor Dr. R. Koch im Alter von 67 Jahren. er= Professor Koch, der von 1862-66 in Göttingen studierte und später in Hamburg und Langenhagen tätig war, hat sich sehr bald einen Namen in der Gelehrtenwelt worben durch die Entdeckung des Kommabazillus als TräLokales. Gießen, 31. Mai 1910. * Wetterbericht. Zunehmende Trübung, Regenfälle, fühl und zeitweise stürmisch. Der Großherzog spendete für die RoseggerSammlung des Deutschen Schulvereins einen Baustein im Werte von 2000 Stronen. * 90. Geburtstag. Der in Gießen lebende frühere preußische Kreisarzt Dr. Stammler feterte gestern in boller Rüstigkeit seinen 90 Geburtstag. Der Jubilar erblickte in Lauterbach am 30. Mai 1820 das Licht der Welt. Nach dem Studium der Heilkunde an den Universitäten zu Giesen, Prag und Wien wurde er Arzt in Batt nberg, wo er zum Kreisarzt ernannt wurde. Dr. Stammler wohnt seit 1875 in Gießen und befindet sich schon längere Zeit in Ruhestand. Mer zu leiden hatte. dche Geldpreise zu gung. In der b 25, 15 und 10 ben. Für beste 10 Mt. ausgese tmann Reinh Sießen; 2. Der de Langen an deutschen Surger- Gießen; 4. pundesport"; 6. Freien Verfügung Alub für seine Mit Das Ergebnis C1000 Mt. und 10 M Erriers": 3eno b Eser Franz Crner in 25. Führerpreis Norma, ein schn Sun( Befizer Adolf 40. und 10 M ir schwarzroter D ptor Lüden in no 25 Mt. Führer ma vom Flü Sahäferhund( Befite 5. Preis( 15 M Moo rib, ein schwa ( Rejser Polize wach 6. Preis( 10 chwarzer Schäferhun minalschußmann We mianje): Lora bo bund( Besitzer Sch Dentmünze): Ma mit gelben Läufen minze): Cäsar, bund( Besizer das * Silberne Hochzeit Vergangene Woche seierten Former Fr. Smidt und Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Das Eh paar erhielt von Freunden und Befannten zahlreiche Glückwünsche. h: Ständchen. Der Maschinenbauer- Gesang. verein brachte dem Kaufmann Wilhelm Homberger in ein Ständchen. Sämtliche Lieder des Vereins ecnteten der Plockstraße anläßlich seines 50jährigen Geburtstages bet der überaus zahl eichen Zuhörerschaft auf der Straße infolge ihres recht stimmungsvollen Vortrages unge teilten Beifall. Kaufmann Homberger ist Ehrenmitglied des Maschinenbauer Gesangvereins. auf * Zigeuner Konzert. Ueber das morgen Mittwoch, den 1. Juni in Steins Garten auftretende österreichisch- ungar. Damen- und Herren- Orchester„ Racsczi" schreibt der Wests. Merkur: Das Zigeuner- Konzert der Kapelle Rakoczi" erfreute sich eines überaus guten Besuches. Kein Wunder; haben die Zigeuner- Konzerte das Publikum stets einen eigenen Reiz ausgeübt. Die sicher und mit Feuer vorgetragenen Weisen der in ihren schmu den Nationaltrachten malerisch aussehenden Kapelle janden hören des Cymbals, des einstmaligen Vorlbufers unseres außerordentlichen Beifalll Neu für viele dürfte das Anheutigen Klaviers, sein. Auch die heimatlichen Lieder, ge sungen von den Damen des Orchesters, werden in entsprech ender Weise zu Gehör gebracht. Ferner weiß jedermann, daß sich in einem derartigen Ensemble stets einige Künstler befinden, die zu hören allein schon genügt, den Besuch eines solchen Konzertes zu lohnen. Damit auch das Auge nicht zu kurz tam, bildete der Schluß ein sogenanntes Pruntstück:„ Ein Märchen aus 1000 und eine Nacht". Diese Aufführung ist durch ihre Farbenpracht überraschend und der Beifall ein rückhaltsloser. * Diebstahl. Einen hiesigen Bürger wurde während seines Aufenthaltes in einer Wirtschaft an der Ederstraße sein draußen auf der Straße zurückgebliebenes Fahrrad gestohlen. Dasselbe trug die polizeiliche Nummer 1820. Gegenüber dem fortwährenden Wiederkehren solcher Fahrrad- Diebstähle fann allen Eigentümern von Fahrrädern nicht genug Vorsicht anempfohlen werden. Hunde- Ausstellung und Vorführung der Polizeihunde. Aus Hel Lang- Gön aeiten ist man b gemauerten 7 Me nam geftoßen. Ge mern angelegt am Holzheimer P Be feftigungsanlage * Lauterbac Landwirtschaftskam fisse des Herrn Lo eine Besprechung i Libben Kreisschau aus den verschied Ale Ausstellungs Streife stattfindend ger des Choleragistes. Er machte wiederholt wissenschaft ung Gießens und der näheren und weiteren Umgebung einen liche Reisen nach dem Ausland, so im Jahre 1896, wo er im Auftrage der englischen Regierung nach Südafrika ging, um Studien über die Rinderpest zu machen, im Jahre 1897 war er leiter der deutschen Pestkommission in Indien, und 1899 besuchte er Java und den Malaiischen Archipel zur Erforschung der Malaria. Später war er Leiter der vom Deutschen Reiche zur Erforschung der Schlafkrankheit nach Ostafrita entsandten Expedition. In das Jahr 1909 fällt seine Ernennung zum Wirklichen Geheimen Medizinalrat. Die Beise zung erfolgte gestern nachmittag im Krematorium zu Baden- Baden. haupt der Operette:„ Madame Sherry" als solcher fehlte, war hier vorhanden, richtiges Tempo, nötige Stimmung, leichter französischer Ton. Gleich in der Eingangsscene fand Josef Ferry die nötige Fühlung mit dem Publifum, die den ganzen Abend nicht wieder verloren ging. Die Operette behandelt, wie ungefähr jedes fran zösische Schwank oder Operettenstück das unendlich variable Thema: er betrügt seine Frau, sie merkt es, will ihm erwischen- und er lügt sich glänzend heraus. Ein Paar genügte den Librettisten nicht; ein alter Provinzonkel mit seinem„ Knusperherchen muß auf: -marschieren, der wie alle die andern beteiligten Personen auf dem Opernball erscheint und sich allein im Chambre séparée" langweilt. Neben den Hauptper fonen Paul Aubier( Josef Ferry) und Madame( Marta Mecten) haben die beiden Figuren des Lebe- Säuglings Henry( Alma Wallé) und des Kammermädchens Hor tense( Grete Brill), die an die Rolle der„ Adele" in der " Fledermaus" erinnert, großen Anteil am Spiel. Besonders diesen beiden hat auch der Komponist, Richard Heuberger, der auf Orchesterwirtung weniger Wert legte, größere Aufgaben zugedacht. ma Walle sah recht feck und unternehmungsluftig | als Marinekadett aus; der Frack stand thr übrigens besser. Das launisch und fein pointiert gesungene" Fuß band- Lied" im 1. Aft erntete so lebhaften Beifall, daß sie sich zu einer Wiederholung verstehen mußte. Auch in den übrigen Akten vor allem zusammen mit Hor bre ge: tenſe und dem Provinzonkel Beaubisson ließ sie ihre geſanglichen Künſte ſpielen. Auch Grete Brill entzückte als prächtiges Kammermädchen, derb, neugierig, feck und frech, darstellerisch ge" Opern- wandt und gesanglich geschult. Die für Freitag angesetzte Aufführung des„ Opernballs ,, mußte auf heute verschoben werden und ging bor sehr gut besuchtem Hause mit stürmischen Beifall in Scene. Zugleich als Abschiedsvorstellung des EmserEnsembles. Alles das was der Darstellung wie überRichard Helsing erzielte als Beaubisson wie immer durch sein lebhaftes und drastisch wirksames Spiel die stürmischsten Lacherfolge; dagegen war Tylly Start Am Sonntag fand auf der Liebigshähe eine Ausstellung von Hunden aller Rassen statt, welche trotz dem nicht sehr günstigen Wetter seitens aller Schichten der Bevölkerrecht guten Besuch aufwies. Es waren im ganzen 355 Tiere vorhanden, welche nach den verschiedenen Rassen eingeteilt waren und eingehend von den Besuchern besichtigt wurden. Das größte Interesse erweckten die Prämiierungen, welche früh um 9 Uhr ihren Anfang nahmen und erst am Abend endeten. Hierfür stand eine große Anzahl von Geld- und Ehrenpreisen zur Verfügung.- Im Anschluß an die Hunde- Ausstellung fand gestern auf dem hinteren Teil des Truppen- Uebungsplatzes die Vorführung von Polizeihunden in Verbindung mit einer Prüfung ihrer Leistungen statt, deren Besuch bedauerlicherweise unter dem regnerischen Wet( Madame Beaubisson) recht matt. Marta Merten ( Angèle) war wie immer auf der Höhe; ebenso Josef Fery( Paul Aubier), der heute stimmlich besonders disponiert immer wieder durch seine improvisterten, schlagfertigen Wize lebhaft Anklang fand. Zu erwähnen wären noch Carl Tarlow( G. Dumeniel) und Hertha Schroth( seine Frau) und die ausgezeichnete Charakterfigur Erich Schönfelders als Oberkellner Philippe. Die Gesang- Ensemble, besonders das Finale im 1. So eine Depesche ist oft fatal", will ich lobend hervorheben, da sie sehr gut flappten. Aft " Auf einen reicheren und dem„ Opernball" angemesseneren Ausbau des 2. Aftes, hatte die Regie verCortini, ausgeführt unter Leitung des Balettmeisters zichtet mit Rücksicht auf die Tanzeinlage der Schwestern F. Cortini. Aus den Tänzen will ich den„ Zigeunertanz" aus der Meyerbeer'schen Oper:„ Die Hugenotten" hervorheben und den zwischen dem 2. u. 3. Aft getanzten„ Cakewalk", der von dem begeisterten Publikum fast zu stürmisch begehrt wurde. Ich muß gestehen, ich fann mich nicht in gleichem Maße für alle die verschiedenen Kunst- und Nationaltänze erwärmen, zweifle oder Volkscharakter so ausdrücken läßt, daß sich die Tänze scharf von einander unterscheiden. Schwer ist jedenfalls die Verinnerlichung eines Tanzes; doch ich bewundere gerne schöne, abgerundete Linien- und Körperführung, Anmut und Grazie. Vielleicht haben es die Schweſtern Cortini zum Ausdruck gebracht gemessen an dem stürmischen Beifall des Publikum. llll med fine fich das Gigene, Raſſige, Weiche, eben der Grund- 26. Septembe Surnhalle mit der hungen, Sunge von einen ferden er stand, imm Geficht einen ferde scheuten bie Seite, wodurd Inheider espolizeiliche geleises des Wai ftrede Gießen G * Hitzenh hurfus des Ob tom 10. bis 25 Hie Lehrer Hen Musterbienensta Borführungen fü Das Gro fritt der Brennab der Würzburger Bonzert z Das Konz Bahr zu Jahr aales, das am garten der Kro Mitwirkung des beliebten Schu bemies durch se wolferung die zu würdigen m Bösung der S pirkten bet d ar. Rh.( Violonc Bariton) mit. des Prof. Tra des Schönen un a capella, feiner ell mehrere So M- Dur mit K does Herrn Mü Bebens" und Schluß bildete und Harmoniu tin erster Linie Stil von Bale Luigi Parleftri anntlich den während mit Am Anschluß feine hübschen hundert stam empfundenen Den Stil der 16. Jahrhunde intereffanten V Der damaligen bietungen berdi für Männercho Diese Abschiedsvorstellung der Emser- Enſembles kann man im ganzen wohl gelungen nennen; jedenfalls hat es mit dieser Vorstellung unsere im Anfang geäußerten Erwartungen nicht betrogen, wenn wir auch die Aufführung der geschiedenen Frau" für den Glanzpunkt H. F. D. seiner Gastspielzeit halten. fonders berbor ift leider bis 1910. 78, Ste Rojegger Baustein be frü eftern zu leiden hatte. Hierfür standen in der offenen Klasse 1 Geldpreise zu 100, 70, 40, 15 und 10 Mr. zur Verng. In der begrenzten Klasse waren drei Geldpreise 25, 15 und 10 Mt. und außerdem ein Diplom zu vereen. Für beste Führerleistungen waren zwei Preise zu 10 Mr. ausgesezt. Ehrenpreise stifteten u. a. 1. Kreismann Reinhart- Gießen für besten Polizeihund in ßen; 2. Der deutsche Schäferhundverein für Führerleist1men an deutschen Schäferhunden; 3. Rechtsanwalt Homgger- Gießen; 4. August Kilbinger- Gießen; 5. der Verein Sundesport"; Christian Spies- Gießen( sämtlich zur relen Verfügung der Richter); 7. der Dobermannpinscher6. Jubilub für seine Mitglieder. Licht de Das Ergebnis der Prüfung war folgendes: 1. Preis 100 Mt. und 10 Mt. Führerpreis) des Klub„ Rauhhaarige den Um Terriers": 3eno vom Edelhof, ein Airdale Terrier( Bebefinde er er Franz Erner in Weimar). 2. Preis( 70 Mark und wurde 25 Mt. Führerpreis des deutschen Schäferhundvereins): Rorma, ein schwarzer deutscher Schäferhund mit AbzeiHen( Besitzer Adolf Blumental in Dortmund).- 3. Preis 40 Mt. und 10 M. Führerpreis): Tasso von Burbach, in schwarzroter Dobermannpintscher( Besizer Polizei- Inpettor Lücken in Herford i. W.). 4. Preis( 25 Mark End 25 Mr. Führerpreis des deutschen Schäferhundvereins): vom Flügelrad, ein dunkelgewolfter deutscher Schäferhund( Besizer Betriebsassistent Sautter- Mannheim). 5. Preis( 15 Mt. und 5 und 10 Mt. Führerpreis): e feierten filbernen und Berma Gesan, Morib, ein schwarzer Schäferhund mit braunen Abzeichen berger in Besitzer Polize wachtmeister Weißbecher- Frankfurt a. M.). urtstages 6. Preis( 10 Mt.): Bach us vou Dertzburg, ein schwarzer Schäferhund mit gelben Abzeichen( Besitzer Krienteten minal schutzmann Weber- Darmstadt). 7. Preis( Dent= Straßt münze): 2 or a von Daubringen, ein deutscher Schäfer= unge Hund( Besitzer Schutzmann Neuz- Gießen). 8. Preis nmitglied ( Dentmünze): Mar, ein schwarzer deutscher Schäferhund mit gelben Läufen( Guenther- Raurel). 9. Preis( Dentrmünze): Gäsar, ein dunkelwolfsfarbiger deutscher Schäfermorgen Hund( Besitzer das Großh. Polizeiamt- Darmstadt). ende öfter „ Racsczi Hus Hessen und Nachbargebiet. zert der Liten Be Die ficher Lang- Göns, 28. Mai. Bet den Quellfassungserte au arbeiten ist man hier nahe am Pfahlgrabeu auf einen ren schmu gemauerten 7 Meter im Durchmesser messenden Brunle fanden men gestoßen. Es ist anzunehmen, daß er von den das An Römern angelegt worden ist, da noch etwas weiter, unsere am Holzheimer Pfad, sich die Ueberreste einer größeren Befestigungsanlage der Römer befinden. Rieder, ge 23 Prunt Diese Auf und der entsprech dermann * Lauterbach, 30. Mai. Auf Veranlassung des Künstler Landwirtschaftskammer- Ausschusses und unter dem Vorjuch eines fize des Herrn Landtagsabgeordneten Korell fand hier gemeine Besprechung über die Abhaltung der landwirtschaft: lichen Kreisschau statt, an der sich etwa 40 Veitreter aus den verschiedensten O ten des Kreises beteiligten. Als Ausstellungszeit wurde mit Rücksicht auf die im während Streise stattfindenden Herbstmanöver die Zeit vom 24. r Gder bis 26. September und als Ausstellungsplatz die neue liebenes Turnhalle mit dem umliegenden Gelände bestimmt. Summer Hungen, 30. Mai. Hier wurde ein neunjähriger en solcher Junge von einem schweren Steinfuhrwerk, bei dessen on Fahr Pfer den er stand, überfahren. Gc erlitt außer Verlegungen im Gesicht einen Beinbruch oberhalb des Knies. Die Pferde scheuten durch ein Geräusch und sprangen auf die Seite, wodurch das Unglück entstand. Den. der * Inheiden. Gestern nachmittag fand die Iandespolizeiliche Abnahme des fertiggestellten AnschlußAusstell geleises des Wasserwerks Inheiden nad der Bahnftrecke Gießen Gelnhausen statt. dem nicht Bevölker bung einen mgen 355 Haffen ein besichtigt mtier nahmen roße AnIm uf dem en gen ischen Merten fo Jojej besonders obifierten, low( 8. au) und felders le im 1. lobend * Hirzenhain, 30 Mai. Der diesjährige Imkertursus des Oberhessischen Bienenzüchtervereins" findet bom 10. bis 25 Junt hier statt. Die Vorträge halten die Lehrer Hensel hier und Buß- Leihgestern. An dem Musterbienenstande des Herrn Hensel finden praktische Vorführungen für die ursteilnehmer statt. )( Das Große Goldene Rad von Franken erftritt der Brennaborfahrer Ad. Schulze am Sonntag auf der Würzburger Bahn in einem Stundenrennen, nach dem Konzert zum Besten des Saalbaufonds. er dort bereits am Donnerstag das 20 und 25 KilometerRennen um den Großen Preis von Sieboldshöhe gewonnen hatte. )( Das Stundenrennen, welches am Sonntag in Treptow hinter Motorführung ausgefahren wurde, gewann H. Przyrembel, während Br. Demte Zweiter wurde. Beide fahren Brennabor. Verein hessischer Zahnärzte. Am Freitag, Samstag und Sonntag fand in Gießen das 16. Stiftungsfest des Vereins hessischer Zahnärzte und in Verbindung damit die Feier des 50jährigen Berufsjubiläums des Zahnarztes Dr. C. W. Ko ch statt. Aus allen Teilen des Deutschen Reiches waren Vertreter der in den Bundesstaaten bestehenden Vereine der Zahnärzte erschienen, um den Jubilar persönlich zu seinem Jubeltage zu beglückwünschen. Die Festlichkeiten nahmen am Freitag mit einem Empfangsabend ihren Anfang. Am folgenden Tage fand um 11 Ühr eine Feier zu Ehren Dr. Kochs statt. Zu derselben waren u. a. erschienen: Der Rettor der Universität Prof. Dr. Strahl, Beigeordneter Keller, Regierungsrat Welcker und zahlreiche Stadtverordnete. Der Vorsißende des Vereins der hessischen Zahnärzte, KöhlerDarmstadt, begrüßte den Jubilar mit herzlichen Worten. In seiner Ansprache hob Redner die mannigfachen Verdienste Dr. Kochs um die Zahnheilkunde hervor, um am Schluß seiner Ausführungen dem Jubilar die Mitteilung zu machen, daß ihn der Verein der deutschen Zahnärzte zu seinem Ehrenmitglied ernannt habe. Beigeordneter Keller hielt eine nicht minder fernige Ansprache, in der er Dr. Koch als einen der bewährtesten Führer der hessischen Zahnheilkunde bezeichnete und den Jubilar im Namen der Stadt beglückwünschte. Prof. Dr. Strahl gedachte in seiner Ansprache der uneigennüßigen Tätigkeit des Jubilars in dem zahnärztlichen Prüfungsausschuß an der Universität. In schlichten Worten sprach Dr. Koch den Ver= sammelten seinen tief empfundenen Dank aus. Den Tag beschloß ein glänzender Kommers im Hotel „ Großherzog". Zu demselben waren erschienen: Oberst v. Müller und die Offiziere des Kaiser- Regiments und Beigeordneter Heylig en staedt, sowie die Stad verordneten Dr. Bi ermer, Eichenauer und Jann, die „ Startenburgia", deren Ehrenmitglied Zahnarzt Koch ist, und wie am Vormittage die zahlreichen Freunde und Bekannten des Jubilars. Zahnarzt Köhler begrüßte die Gäste, welche schon lange vor Beginn des Kommerses den Saal des Hotels füllten. Die Ausführungen des Redners flangen in ein Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Eine weitere Ansprache hielt Oberst v. Müller, der bei seinem Eintreffen dem Jubilar einen Blumenstrauß überreichte. An den offiziellen Teil des Abends schlossen sich Deklamationen von dem Regisseur Curt Kühne an, welche durch ihre humorvolle Vortragsweise mitunter stürmische Heiterkeit er= weckten. Wohl ebenso gut gefielen die Vorträge des Regisseurs Norden und des Frl. Koch, welche hierbei ihr ganzes Können einsetzten. Das Lustspiel in 1 Aufzuge " Zum Einsiedler" und noch andere Deklamationen, auf einer im Saal dazu besonders hergerichteten Bühne gegeben, ernteten ebenfalls ungeteilten Beifall. Neben den geselligen Veranstaltungen, welche am Sonntag mit einem Festmahl im Hotel" Großherzog" und einem Ausflug nach dem Schiffenberg schlossen, hatten Hessens Zahnärzte auf ihrer diesmaligen Tagung auch nicht die Wissenschaft vergessen. Am Samstag fanden im Anschluß an die Jubiläumsfeier Vorträge, und Demonstrationen statt. Es sprachen an diesem Tage: Dr. Albrecht Frankfurt a. M. über Plattenguß mit dem Sachsschen Apparat", Prof. Dr. Eiler Heidelberg über Den heutigen Stand des synthetischen Suprarenins", Prof. Dr. Michel- Würzburg über„ Die Lichttherapie" in der Zahnheillunde", Zahnarzt Mohr Köln über zwei seltene Fälle von Trigeminusneuralgie", Privatdozent Dr. Reich- Marburg über " Pathologie der Zahnpulpa", Dr. Repp- Darmstadt über " Buchführung in der zahnärztlichen Tätigkeit", Richelmann- Straßburg über„ Den Wert der nahtlosen Ringe für Kronen und Brückenarbeiten", Dr. S a 1 3 m an n- Frant furt a. M. über„ Technik und Wirkung der MandibularInjektion", Schröder-Benseler- Kassel über das„ Bhänomen der Drehung der oberen Molaren im menschlichen Jubilars das größte Interesse. Der Redner wußte in seinem Vortrage seinen Zuhörern von dem Stand der Zahnheil funde vor 50 Jahren ein anschauliches Bild zu entwerfen und gleichzeitig auch die inzwischen erzielten Fortschritte zu zeigen. In der Situng am Sonntag hielten Vorträge: Bode- Hannover über" Die Verwendung der Röntgenstrablen in der Zahnheilkunde" und über„ Mittel und Wege zur Erzielung guter Röntgenbilder", Prof. Römer- Straßburg über„ Pathologie der Zahnpulpa", Dr. Rumpel- Berlin über Histopathologische Studien über Zahnwurzelgranulone und über das„ Echzahnproblem bei der Prothese", und Witze l- Wiesbaden über„ Die Trockenbehandlung der Zahnwurzelabszesse und Neuerung im Zahnbrüdenbau". Sämt liche Vorträge der Zahnärzte legten das Bestreben an den Tag, für gegenseitige Belohrung zu sorgen, ein Umstand, der dem Verein hessischer Zahnärzte nur ein gutes Zeug nis ausstellen kann. Ans dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 27. Mai 1910. was Schöffengericht Bad Nauheim hatte den Chauffeur Wilhelm Kaiser von Dietesheim wegen Be feldigung und Nötigung zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte fuhr im Januar mit einem Automobil die Straße Bad Nauheim Nieder- Mörlen. Straßenwärter Scheibel, der der Ansicht war, er wäre troß der Warnungstafeln zu schnell gefahren, rief dem Führer zu, worauf dieser abstieg und bemerkte, Schei bel wolle sich wohl ein rotes Röckchen verdienen. Beim Weiterfahren schimpfte er weiter und bei der Rückkunft hielt er wieder an und bemerkte, falls ihn Scheibel anzeige, so würde er in den Automobilzeitungen beröffentlichen, was er für ein Mann sei. Der Angeklagte legte Berufung ein, was zur Folge hatte, daß er nur wegen Beleidigung berurteilt wurde und zwar zu 30 Mr. Geldstrafe und Publikationsbefugnis. Auf dem Gutshof zu Rodenberg wurde dem Breanmeister das Portemonnate mit 52 Mt. gestohlen. Der Dienstknecht Christian Volk aus Staudenbühl, der dort beschäftigt war, ein vielfach bestrafter Mensch, machte sich durch größere Geldausgaben verdächtig, was um so auffallender war, als daß er stets in Geldver legenheit war. Da er auch noch ein Portemonnate bet sich hatte, das dem gestohlenen glich, und er in der Nähe des Tatorts um die Zeit des Diebstahls gesehen worden ist, hielt ihn das Gericht für schuldig und ver urteilte ihn zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren und 5 Jahren Ehrverlust. Nach einer Versammlung, in der Redakteur Flurer von Friedberg über die Reichsfinanzreform in GroßKarben geredet hatte, Itek der Handelsmann Strauß die Bemerkung fallen:" Was will das Dreckmaul, der ist so dumm, daß er brummt, was der weiß, habe ich längst veraessen" Der Landwirt Bär, der diese Aeußerung auf sich bezog, erhob Privatklage wegen Beletdigung, doch das Schöffengericht fam zum Freispruch.. da Strauß angab, er habe den Bär nicht gemeint, bezw. er habe die Aeußerung nicht gebraucht. Wie das Schöffengericht, so tam auch die Straffammer zum Freispruch, da nicht feststand, daß der Kläger gemeint war. Der Oberfellner Matschke in Bad Nauheim hat gegen seine frühere Prinzipalin Frau Waltner Klage erhoben, weil sie ihn einen„ Steel" genannt hat. Diese erhob Widerklage, weil Matschke sich über ihren Geschäftsbetrieb unliebsam ausgesprochen hatte. Frau Waltner betam am Schöffengericht 3 Mark Geldstrafe und Matschke wurde f eigesprochen. Ja der Berufungsinstanz wurde auch die Angeklagte freigesprochen, da sie in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt Gebiß", Dr. 3 im me re r- Pforzheim über" Neuerungen in der zahnärztlichen Technit" und Dr. K och über„ Die Zahnheilkunde vor 50 Jahren". diesen Vorträgen erweckten wohl die Ausführungen des hat. " Von allen gelangt. Es entzückt namentlich durch das von einer| tiefen Empfindung zeugende und gleich den Meereswellen bald sanft dahinglettende, bald zu mächtigem Brausen anschwellende Spiel des Klaviers und Harmoniums nach dem 1. Vers. Zweifellos hat Brieg bis jetzt gerade in feinen fleineren Werken wie in dem eben genannten sein Bestes geliefert. Beide Gesangsbereine standen in ihren Leistungen auf der Höhe ihres Könnens. Ausgezeichnet gelangen den bewährten Sängern die drei Volkslieder a capella„ Es flog ein kleines Waldvöglein" ( ein Lied des 16. Jahrhunderts),„ Wiegenlied" von Silcher und das ewig schöne Wer hat dich, du schöner Wald" in der prächtigen Vertonung von MendelssohnBartholdy Der Vortrag des Liedes„ Es flog ein kleines Waldvöglein" zeugte von einer vortrefflichen Schulung der Sänger, welche mit tiefer Empfindung das Bitten des draußen vor dem Hause um Einlaß begehrenden Waldvögleins zum Ausdruck zu bringen wußten:„ Ich bis so lang geflogen wohl durch den Willen dein"." Ein nicht minder großes Lob verdient die ausgezeichnete Wiedergabe des füßen Wiegenliedes von Friedrich Silcher, wiederholt werden mußte. Am meisten entzückte wohl die letzte Strophe des Stedes, deren Vortrag geradezu bewundernswert war. Der Kronbauer'ſche Quartettverein und der Schuler'sche Männerchor werden mit Stolz auf das borgestrige Konzert zurückblicken können, das zweifelDas Konzert zugunsten der Errichtung eines von Jahr zu Jahr immer notwendiger werdenden Konzertsaales, das am Sonntag in der Turnhalle am Oswalds garten der Kronbauer'sche Quartettberein unter Mitwirkung des in Steßen bereits öfter gehörten und beliebten Schule' schen Männerchor veranstaltete, bewies durch seinen guten Besuch, daß die Gießener Bebölkerung die Darbietungen der hiesigen Gesangsvereine zu würdigen weiß und gewillt ist, nach Kräften zu der Lösung der Saalbaufrage beizutragen. Als Solisten pirkten bei dem Konzert Frl. L. Hegyest aus Köln a. Rh.( Violoncello) und Adolf Müller. Frankfurt a. M. ( Bariton) mit. Die Leitung lag in den bewährten Händen des Prof. Trautmann. Das Konzert bot recht viel des Schönen und Guten. Es enthielt verschiedene Chöre a capella, ferner Volkslieder a capella, für das Violonwestern mehrere Soloftücke und ein Adagio und Allegro in tmeifters A- Dur mit Klavierbegleitung, während der Bariton des Herrn Müller in der Ballade„ Der Triumph des Zigeuner genotten" Sebens" und in dret Liedern zur Geltung fam. Den welches den Sängern stürmischen Veifall eintrug und zeichnete Klarheit seiner Stimme verfehlten denn hier Schluß bildete ein Männerchor mit Baritonsolo, Klavier Von den Männerchören verdienten Publikum und Harmonium Heben, id in erster Linie die Chöre a capella im alten( italieniſchen) Stil von Palestrina und Spengler Erwähnung. Vieranges gie ber Aft ges le die ber en, zweifle utgi Parlestrinas Wirken( 1514-1594) bezeichnet be Der Grund fanntlich den Höhepunkt der italienischen Kirchenmusik. los ihrem in Gießen das lezte Mal bor drei Jahren ge tiefen Empfindung eine überraschende Technik zeigte. Von ihren übrigen Darbietungen war die Wiedergabe des„ Ständchen", eines Werkes des Vaters der Künftlerin, am interessantesten, welches sich als eine recht anmutige Arbeit erwies und Fel. Hegyesi gleichfalls Betfall eintrug. Die vollendete Technik, zarte Empfindung und Gestaltungsfraft, welche in dem Spiel der Künst lerin immer auf das glücklichste in den Vordergrund treten, werden Frl. Hegyesi auch in Zukunft einen warmen Empfang sichern. Der 2. Solist, der hierorts bereits auf das beste bekannte und beliebte Baritonist Adolf Müller, brachte die hier seltener zu hörenden Balladen „ Der Triumph des Lebens", bertont von Hugo Staun, und„ Salomo", komponiert von Hans Hermann, und zwei" fleinere Lieder von Hans Sommer und Rudolf Schuhmacher, Ganz letfe" und„ Das Stelldichein", zum Vortrag. Die Befangenheit des Sängers bet der Wiedergabe der Ballade„ Der Triumph des Lebers" verlor sich bald und namentlich der Schlußgesang„ Das Stell. dichein" zeigte den Künstler auf der alten Höhe seines Könnens. Die Ausdrucksfähigkeit, langfülle und ausgeauch ihre Wirkung nicht: Der Künstler mußte sich zu einer Zugabe verstehen, die ebenfalls ausgezeichnet gefiel. Die treffliche Einstudierung der Chöre, das glänzende können der beiden Solisten und nicht zuletzt die bewährte Leitung des Prof. Trautmann gestalteten alles in allem den Abend für jeden Konzertbesucher zu einem jedenfalls im Anschluß an den großen Italiener aufführte, denn fügt. Die Soliften für den instrumentalen Teil des auch unsere anderen Gesangsvereine recht bald zu gleichen, bewundere erführung Schwestern empfundenen„ Heimkehr" von 2. Uhland lehnen sich an dem für mbles fann enfalle hat die Auf geäußerten Blangpuntt 5.F.D. seine hübschen Vertonungen eines aus dem 16. Jahrhundert stammenden Liedes und der kurzen, aber tief den Stil der weltlichen, italienischen Musik des 15. und 16. Jahrhunderts eng an, fie fonnten also mithin einen intereffanten Vergleich zwischen den beiden Hauptrichtungen der damaligen Musik gestatten. Von den übrigen Darbietungen verdient die„ Banderkennung" von Ed. Grieg für Männerchor, Bariton, Klavier und Harmonium besonders hervorgehoben zu werden. Dieses prächtige Werk ist leider bis jetzt ziemlich selten hier zur Aufführung Konzerts, Frl. Hegyest, zeigte sich auf ihren Violon cello als eine Künstlerin, welche es wirklich verdient, noch weiteren Streifen befannt zu werden. Das Adagio und Allegro in A- Dur für Violoncello in der altitalienischen Vertonung von Boccherini gewann infolge seines anmutigen Vortrages der Kunstlerin sofort die Herzen der Zuhörer. Namentlich, manche Säße dieſes Werkes boten nicht geringe Schwierigkeiten, welche Frl. Hegyest jedoch in äußerst glänzender Weise zu bemeistern berstand. Noch mehr entzückte die Zuhörer die Gavotte von D. Popper, deren Interpretation neben einer äußerst demselben Zweck dienenden Veranstaltungen beranlassen! Wenn, wie es bei der Kunstliebe der Bießener Bevöl ferung ganz ficher zu erwarten steht, es nun auch nicht an freiwilligen Spenden fehlt, wird Gießen in einer nahen Zukunft einen mit allen Grungenschaften der Neuzeit ausgestatteten Konzertsaal befigen, der geradezu ein Bedürfniß durch die gänzliche Ungeeignetheit des Stadttheaters für größere Ghoraufführungen geworden ist. .. 9220 $ 13 bnu bnu-xini Nur 1 Tag! Tournée 1910! Steins Garten. Garten od. Saal je nach Witterung Mittwoch, den 1. Juni 1910, abends 814 Uhr einmaliges grosses Zigeuner- Konzert mit Solo- u. Chorgesängen, gegeben vom Oestereich- Ungarischen Damen- u. Herren- Orchester ,, RAKOCZI" in verschiedenen Landestrachten. Grossartige Geigen- und Cymbal- Virtuosen. NEU! Im III. Teil Sensationell! NEU! 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Sühnereier ver Stück Käse per Stüd Kasematte 2 Stüd Tauben per Baar Hühner per Stüd Hahnen per Stüd Enten per Stüd Gänse per Pfd. Ochsenfleisch per Pfd. Rindfleisch per Pfd. 1.15-1.20 Schweinefleisch per Pfd. 80-96 80-84 60-84 6-7 Schweinefletsch gef. p. Pfd. 96 6-8 Kalbfleisch per Pfd. 5-6 Sammelfleisch der Pfd 0.80-1.00 Kartoffeln p. 100 Kilo 1.00-1.60 3wtebeln per Ctr. 0.80-1.80 Wetskraut per Std. 1.80-2.20 epfel per 3tr. 00 Birnen per Str. 80-88 Nüffe 100 Stüd 70-74 Mich per Liter 6.00-00 00 9.00-10.00 0.20-0 30 00.00-00.00 00.00-00.00 0.50-000 20 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktjeit überhaupt nicht und während dreier Stunden der Marktzeit im Umbersleben fellgeboten werden. Die Marktpreise für Vich und Frucht und die Gießener Fleisch- u. Brotpreise am 30. Mai 1910 Höchste Schlachtvtehpretse in Frankfurt a. M. 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