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Beitungsträgerinnen t gesucht Flessener Zeltung. Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - - ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 50. - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 31. März 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Nachtrag zum Reglement über die Erhebung und Kontrollierung des städtischen Oftrois zu Gießen vom 21. Juli 1843. von Auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung 17. Februar und 24. März 1910, nach Anhören des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des Innern vom 18. März 1910 zu M. d. J. 4440 wird folgender Nachtrag zum Reglement über die Erhebung und Kontrollierung des städtischen Oftrois zu Gießen vom 21. Juli 1843 erlassen. Ord. Nr. § 1. Mit dem 1. April 1910 wird der mit Bekanntmachung vom 20. Juli 1908 veröffentlichte Oftroi- Tarif der Stadt Gießen hinsichtlich der Ord.-Nr. 1 bis 23 und 32 bis 38 aufgeboben. An Stelle der übrigen Ord.-Nr. tritt folgender Oftroi- Tarif der Stadt Gießen. Gegenstand A. Getränke: 1 Traubenwein und Most in Fässern Rückvergütung für Abgabe für Bemerkungen bei einer täglichen je M. Mindest= je M ausfuhr v. 3u 1, 2, 3 u. 4. Alkoholfrete Trau 1 hl 3,00 Traubenwein und Most in Flaschen oder Krügen nicht über 2. 1 Liter haltend 1 Flasche od 1 Krug ben: u. Obstwein wird zu denselben Oftrasäz n wie 0,06 der alkoholhaltige 40 1 1 hl 3,00 1 hl 1,00 zur Abgabe herangezogen. 40 1 1 hl 0,70 1 hl a 6,00 Zu 5 nnd 6. 3 Obstwein und Most in Fässern. 4. Obstwein in Flaschen oder Krügen nicht über ein 1 2. haltend 1 Flasche 0,02 5. Branniwein innerhalb der Gemarkung hergestellt Als Grundlage für die Erhebung der Abgabe dient die steueramtlich festgesette Altoholmenge. Die BrennereiBesizer sind verpflichtet, die von Gr. Bürgermeisterei vorgeschriebenen Bücher zu führen und deren Einsicht und Prüfung dem Oftroi- Inspektor jederzeit zu gestatten. Befreit von der Abgabe ist derjenige Branntwein, der unter steueramtlicher Aufsicht unbrauchbar gemacht worden ift. Die Denaturierung ist vom Brennerei- Besizer schriftlich nachzuweisen. 6. Branntwein in die Gemarkung eingeführt a. versüßter Branntwein, Likör b. Spiritus, Arrat, Rum und sonstige weingeisthaltige Getränke werden nach dem von dem Einbringer schriftlich nachzuweisenden Alkoholgehalt versteuert u. zwar 7. Bier, eingeführt oder in der Gemartung hergestellt, einem Alkoholgehalt von mehr als 1% vom Hundert der Menge Befreit von der Abgabe ist außer dem Senaturierten auch folcher Branntwein, der gemäß den für die Reichsbranntweinsteuer bestehenden Befreiungsbe ftimmungen ohne Denaturierung an Verwendunge be= 1 hl 3,00 rechtigte steuerfrei abgelassen wird. 1 hl a 6,00 mit 1 hl a 0,65 1 hl 0,30 100 kg 0,08 100 kg 0,04 8. Bier, eingeführt mit einem Alkoholgehalt von höchstens 1% vom Hundert der Menge B. Brennstoffe: 9 Steinkohlen und Kotz 10. Braunkohlen und Brauntohlenbriketts § 2. Die Abgabe für die am 1. April 1910 vorhandenen Vorräte von Schlachtvieh, Wildbret, Fleisch, Fleischwaren, Früchten und deren Erzeugnissen und von Brennholz wird nicht zurückvergütet. § 3. Die am 1. April 1910 vorhandenen Biervorräte werden nachversteuert. Die Nachsteuer beträgt für eingeführtes Bier 47 Pfennig für ein Heftoliter und für in der Gemarkung Gießen hergestelltes Bier 55 Pfennig für ein Hektoliter. Bier, das im Besitz von Privaten sich befindet und im eigenen Haushalt verbraucht wird, ist von der Nachsteuer befreit. Bekanntmachung. Die nachfolgende Ortssa ßung bringen wir hierdurch unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß die Schlachthoffasse sich vorläufig im Oktroi haus am Neustädtertor befindet. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Ortssa kung für den städtischen Schlachthof in Gießen. Auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 17. Februar und 24. März 1910, nach Anhören des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des Innern vom 23. März 1910 zu Nr. M. d. I. 2. 1407 wird auf Grund der Bestimmungen in Artikel 9 der Städteordnung für den städtischen Schlachthof in Gießen folgende Ortssatzung erlassen. 1. Schlachtgebühren. § 1. Wer ein Stück Vieh der nachbenannten Arten im städtischen Schlachthof schlachtet oder schlachten läßt, hat für die Benutzung der hierfür bestimmten Räume und Einrichtun gen zu zahlen: für ein Stück Großvieh 8,50 Mt. für ein Kalb( Rindvieh im Alter bis zu 6 Wochen) 1,10 Mr. für ein Stück Einhufer für ein Schwein für ein Ferkel( Schweine im Alter bis zu 13 Wochen) 6,- Mr. 3,25 Mr. § 4. 201 1 hl unter 38%-1,30 bon 38-41%-1,60 42-49%-1,85 50% an- 2,15 Liför 1 hl 1,50 1 hl 0,65 " " 40 1 40 1 1 hl 0,30 250 kg 100 kg 500 kg 100 kg 0,08 0,04 Wer am 1. April 1910 Bier besißt, welches nicht von der Nachsteuer befreit ist, insbesondere also Brauer, Wirte und Händler, hat an diesem Tage bis spätestens 12 Uhr mittags dem Ottroi- Inspektor eine Aufstellung dieser Biervorräte einzureichen. Der Ottroi- Inspektor prüft die Richtigkeit dieser Aufstellung und stellt danach die Nachsteuer fest. Gießen, den 24. März 1910. für ein Schaf für eine Ziege Bürgermeisterei. Mecum. . 1,10 Mt. 0,50 Mr. 0,25 Mr. für ein Lamm( Schaf oder Ziege noch von der Mutter genährt) § 2. Für Notschlachtungen an Sonntagen oder gesetzlichen Feiertagen wird ein Zuschlag von 2 Mt. für jede angefangene Stunde, für Schlachtungen außerhalb der Schlachtzeit ein Zuschlag von 1 Mart für jede angefangene Stunde erhoben. In beiden Fällen ist das Schlachten nur mit beson=| derer Erlaubnis des Schlachthofdirektors oder seines Vertreters erlaubt. 2. Stallgebühren. § 3. Für das Einstellen der Tiere in die Ställe des Schlachthofes ist zu zahlen, wenn das Tier über Nacht im Stalle bleibt, für jeden angefangenen Kalendertag: a) für ein Stück Großvieh oder ein Pferd. 20 Pig. b) für ein Schwein oder ein Stück Kleinvieh. 10 Pfg. c) wenn bas Vieh zwischen 8 Uhr abends und der Deffnung des Stailes am Morgen oder an einem Sonntag oder gefeßlichen Feiertag eingestellt wird, für jeden Transport eine weitere Gebühr von 3. Futtergeld. § 4. . 50 Pfg. Das Futter, welches den Tieren im Schlachthof verabreicht wird, ist nach den vom Bürgermeister festzusetzen0,25 Mt. den Einheitspreisen, welche durch Aushang bekannt gemacht 21. Jahrg. werden, zu vergüten. Der Bürgermeister bestimmt auch die an die einzelnen Tiere zu verabreichenden Futtermengen. 4. Wiegegebühren. § 5. 1. Für das Wiegen des lebenden Viehes ist zu entrichten: 20 Pfg. a) für ein Stück Großvieh für ein Stück Kleinvieh oder ein Schwein 10 Pig. 2. Für das Wiegen des ausgeschlachteten Fleisches, für welches die Verordnung, das amtliche Verwiegen der Schlachttiere betreffend, vom 5. Dezember 1908 maßgebend ist für Fett, Häute und dergleichen wird erhoben: 40 Pfg. a) für ein Stück Großvich b) für ein Viertel von einem Stück Großvieh 10 Pfg. c) für ein Schwein d) für ein Kalb, Schaf oder Ziege 10 Pfg. 5 Pfg. .5 Pfg. e) für Fett, Häute und andere Teile eines geschlachteten Tieres 3. Das Wiegen darf nur auf den öffentlichen Wagen im Schlachthof geschehen(§ 1 Abs. 2 der Verordnung, das amtliche Verwiegen der Schlachttiere betreffend, vom 5. Dezember 1908). 4. Für eine Ohrmarke zur Kennzeichnung der Schweine werden erhoben 15 Pfg. 5. Freibankgebühren. § 6. Für Zerteilen des Fleisches, den Verlauf desselben und die Einnahme der Geldbeträge werden erhoben: für ein Stück Großvieh für ein Stück Kleinvieh 6. Allgemeine Bestimmungen. § 7. 8,- Mt. 4,- Mt. Gebühren, die in dieser Ortssaßung nicht vorgesehen sind, dürfen nicht erhoben werden, mit Ausnahme der Gebühren für Fleischbeschau und Trichinenschau. § 8. Die Gebühren sind im voraus fällig; sie sind zu be= zahlen, bevor die Handlung verrichtet oder die Sache gegeben wird, für welche die Gebühren erhoben werden. § 9. Die Zahlung erfolgt an der Kasse des Schlachthofes gegen Empfangsbescheinigung derselben. § 10. In den Schlachthof eingebrachte Tiere und Teile von solchen können für die dafür nach dieser Ortssatzung zu entrichtenden Gebühren in Anspruch genommen werden. Die Tiere und ihre Teile dürfen nicht eher aus dem Schlachthof entfernt werden, als bis die Gebühren entrichtet sind. § 11. Wenn die Zahlung der Gebühr verweigert wird, ist die Schlachthofverwaltung berechtigt, soviel Fleisch oder andere Teile der Tiere zurückzubehalten und zu verkaufen, wie nötig ist, um die Gebühr aus dem Erlöse zu decken. Der etwaige Mehrerlös wird dem Gebührenpflichtigen herausge= geben und ist von ihm gegen seine Empfangsbescheinigung an der Schlachthoftasse in Empfang zu nehmen. § 12. Diese Ortssaßung tritt am 1. April 1910 in Kraft. Mit demselben Tage werden aufgehoben: die Bekanntmachung, die Wiegegebühren betreffend, vom 19. Oftober 1890 und vom 26. August 1898; die Bekanntmachung, betreffend die Gebühren für den Verkauf des nicht ladenreinen, aber noch genießbaren Fleisches auf der Freibant im städtischen Schlachthaus, vom 31. März 1894; die Bekanntmachung, betreffend die Schlachtgebühren, Fleischbeschau und Trichinenschaugebühren im städtischen Schlachthof, vom 31. März 1909, soweit sie die Schlachtgebühren betrifft. Gießen, den 29. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betrifft: Fel d bereinigung in der Gemarl= ung Heuchelheim. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 29. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Betrifft: Wie oben. Mecum. Bekanntmachung. Auf Grund von Art. 19 des Feldbereinigungsgesebes fordere ich die beteiligten Grundeigentümer auf, die Einträge der Eigentums- und sonstigen Rechtsverhältnisse in den öffentlichen Büchern, insoweit dieselben den bestehenden Verhältnissen nicht mehr entsprechen, innerhalb einer Frist von 3 Monaten bei dem zuständigen Großherzoglichen Amtsgericht berichtigen oder ergänzen zu lassen, damit die be= stehenden Rechtsverhältnisse beim Feldbereinigungsverfahren berücksichtigt werden können. Friedberg, den 21. März 1910. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. gez. Schnittspahn, Gr. Kreisamtmann. Der praktische Wert der staatlichen Invalidenrente. Stadt 1000 Quadratmeter von Meggermeister Schreiner für 20 000 Mt. getauft. Diese Grundstücsfläche liegt an der sich an der Johanneskirche herumziehenden Straße und zwar an dem sogenannten Schorgraben. Jedenfalls dürfte demnächst hier ein öffentlicher Bau entstehen, der bei größeren Abmessungen ganz gut zu der Johannestirche passen würde. *)(* Vom Regiment. Eines Vergehens gegen das Militär- Strafgesetzbuch machte sich ein Gefreiter des hiesigen Regiments dadurch schuldig, daß er am Ostersonntag aus der Kaserne flüchtete, um einer 7tägigen Arrest strafe zu entgehen. Er wurde von seinem Vater in die Kaserne zurückgebracht und wird sich nun auf eine größere Strafe gefaßt machen müssen. Man hört oft von der Invalidenrente mit Geringschähung sprechen, sie habe keinen Wert. Aus den Kreisen des Reichsversicherungsamts wird festgestellt, daß die Renten jetzt noch nicht so hoch sein können, da die Invaliden- Versicherung erst verhältnismäßig turze Zeit besteht. Im Laufe der Zeit erhöhen sich die Sienten immer mehr. Die fort gesezte Steigerung in der Werthöhe der Beitrage wirkt weiter erhöhend auf die Rente. Die Invalidenrente sollte nach der Absicht des Gesetzgebers nur den notdürftigen Unterhalt für eine Person decken. Neben ihr kommen in den meisten Fäilent noch andere Einnahmequellen inbetracht. Eine große Zahl von Rentenempfängern ist in der Lage, zur Rente noch etwas hinzuzuverdienen oder sich im Hause von Kindern 2c. nüßlich zu machen. In manches Haus fallen mehrere Renten. Im deutschen Reiche werden z. B. Unfallrenten an mehr als eine Million Personen gegeben. Dazu kommen häufig Bezüge aus Fabriktassen, Knapp= schaftstassen, Hülfskassen, Veteranenbeihülfen und andere Militärrenten, Verpflegungsgelder von erwachsenen Kindern, Erträge eines fleinen Besizes oder Pachtlandes 2c. Besonders gilt dies für die Arbeiter der Großindustrie. Der Gesetzgeber hat gar nicht beabsichtigt, daß der Versicherte sich nur auf die Invalidenrente verlassen und aufhören solle, daneben für seine Zukunft zu sorgen. Tatsächlich handelt auch der größte Teil des Volkes danach, wie die Statistik zeigt. Ende 1906 liefen fast 5,5 Millionen Voltsversicher ungen über 955 Millionen Mart. Den Sparkassen sind in jedem Jahre von 1901 bis 1906 je 750 Millionen Mark zugeführt worden. Die Arbeiterschaft ist hieran wesentlich beteiligt. Ein Teil der Ersparnisse fann auch für die eigene Invalidenversicherung dadurch nuhbar gemacht werden, daß freiwillig eine höhere als die gesetzlich vorgeschriebene Lohnklasse benutzt wird. 3. B. läßt sich durch die Beitragserhöhung von jährlich 3 Mart die jährliche Invalidenrente nach 10 Jahren um 20 Mart, nach 30 Jahren um 40 Mt. steigern. Leider wird von der freiwilligen Höherversicher= ung im allgemeinen aus Uni nntnis nicht der Gebraucht gemacht, wie eigentlich erwartet werden müßte. Es kann den rund 15 Millionen versicherten Personen nur dringend empfohlen Berden, sich mit dieser Höherversicherung vertraut zu machen und sich deren Vorteile zu sichern. Berfehrserschwerungen. *)(* Regimentsjubiläum. Die Jubelseier des 100jährigen Bestehens unseres Regiments hat bereits lebhafteres Interesse bei den in der Wetterau wohnenden ehemaligen Angehörigen des Regiments erweckt, die sich un ter Leitung des Apothekers Hempel zu einem Verein zusammenschließen werden, dem zahlreiche frühere Soldaten beizutreten gedenken. * Versammlung. Am Dienstag hatte der Vorstand der deutschsozialen Partei seine Partei freunde zu einer Versammlung einberufen, welche ungeachtet der durch die Abwesenheit der beiden Landtagsabgeordneten Bähr Rohrbach und Lu B- Elpenrod hervorgerufenen Mißstimmung einen zufriedenstellenden Verlauf nahm. Als 1. Redner sprach Lindner- Frankfurt über„ Die politische Lage und Arbeit in Hessen", während" Pfarrer | Fritsch die hessische Finanzlage und die Wahlrechtsvor lage behandelte. Bei den Vorträgen wurde lebhafter Beifall gezollt. Aus Mitgliederkreisen des Hansabundes sond Klagen da rüber laut geworden, daß Scheckstempelmarfen nur auf den Zollämtern gekauft werden können. Dabei wurde der Ansicht Ausdruck gegeben, daß, so gut wie die Post Wechselmarken abgibt, sie doch auch Scheckstempelmarken an das Publitum verkaufen dönnte. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um eine so naheliegende Verkehrserleichterung durchzuführen. U Lokales. Gießen, 31. März 1910. tt Stadttheater. Es seien die Abonnenten nochmals darauf hingewiesen, daß morgen Freitag im„ Hochtouristen" und Sonntag Abend in„ Vasantasena" die letzten Gelegenheiten sich bieten, Gutscheine zu verwerten. sichtbare feine Rauchwolken.„ Ein Vulkan!- wir wohnen an einem Vulkan!" tönte der Schreckensruf an allen Seiten. Es wurde sofort beschlossen, die Sache genau zu untersuchen, und man sandte zu diesem Zwecke eine Expedition unter persönlicher Führung des ehrsamen Bürgermei sters auf den Berg. So schnell wie möglich drangen die Abgesandten zum Gipfel empor und dachten mit heimlichen Schauder an den furchtbaren Krater, der ihnen bei ihrer Antunst flammenspeiend entgegenstarren wurde.- Aber wer beschreibt ihr Erstaunen, als sie oben anlangten? Steine Spur von einem Krater war zu sehen, kein Atom von feuriger Lava und dergleichen. Des Rätsels Lösung war ganz überraschend. Auf dem Gipfel des Berges jan den se nämlich einen berühmten modernen Komponisten, der mit seiner dreitausend Mann starken Kapelle auf einer Erholungstour von seiner letzten Oper vegriffen war; und die ganze Gesellschaft rauchte in fröhlichter Stimmung Salem Aleitum- Cigaretten. -m- Thüringer Burgenfahrt. Dem Sonder. ausschuß für die Thüringer Burgenfahrt der Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen ist eine ganze Reihe her= vorragender Personen aus dem Thüringer Lande beigetre ten. Die Fahrt wird voraussichtlich von Coburg bis Altenburg führen; auf welche Weise und die Besichtigung welcher weiterer Burgen steht noch nicht endgültig fest. Beratungen darüber solen Anfang April wahrscheinlich in Coburg, dem Ausgangspunkt der Fahrt, statisinden. Eine Vorversammlung soil am 19. Juni auf der Marksburg bei Braubach a. Rhein, dem Eigentum der Vereinigung, stattfinden. Die weitere Fahrt wird sich über die Zeit vom 20. bis 23. Juni erstrecken. Die Mitglieder der Vereinigung und deren Freunde werden demnächst eingeladen werden. In den letzten Jahren hat die Beteiligung zwischen 100 u. 200 Personen geschwankt. Die Zahl muß aus verschiedenen ! Gründen diesmal von vornherein begrenzt werden. FrühBesonderen Glanz zeitige Anmeldung ist also erwünscht. * Heilanstalten im Großherzogtum Hessen. Im Jahre 1908 bestanden 36 offentliche Kranfenhäuser mit 4098 Betten, ferner 29 Privatanstalten mit | 1257 Betten, sowie die chirurgische Klinik in Gießen mit 200 Betten, die medizinische Klinik mit 185 und die Frauenklinik mit 60 Betten. In den 68 Krankenhäusern wurden im Jahre 1908 verpflegt: 41 506 Kranke an 462 097 Verpflegungstagen, auf je einen verpflegten Kranten kamen 30,1 Verpflegungstage. * Tod eines geborenen Gießener s. Am Ostersamstag verschied in Darmstadt der Geheime Oberbaurat Kari Poſeiner. Der Verstorbene war am 22. De zember 1842 in Gießen geboren. Er besuchte zuerst ein Privatinstituit in Grünberg und dann die Gr. höhere Gewerbeschule zu Darmstadt. Am 6. November 1861 wurde er in Gießen des Baufachs immatriu !! Kirchensteuer. Die Kirchensteuer für die ev. Landeskirche in Hessen ist für das Rechnungsjahr 1910 auf 12 Prozent und für die katholische Kirche auf 5½ Proz. festgesetzt worden. Im vorigen Jahr betrug der zuschlag zur Staatssteuer 12½ bez. 6 Proz., doch erhöht sich die zu zahlende Kirchensteuer sehr wesentlich dadurch, daß der Zuschlag nicht, wie bei der Gemeindesteuer, von dem bisyer noch geltend gewesenen Normalsaß der hess. Staatssteuern, sondern von dem neuen( um 15 Proz. erhöhten) Staats= steuersatz erhoben wird. ** Neue Fabriken entstehen in der Nähe von Gießen immer mehr. In letter Nummer unserer Zeitung wurde berichtet, daß in der Butzbacher Gemarkung eine Lotomotivfabrik errichtet wird; heute können wir melden, daß auf Leihgesterner Flur nahe der Main- Weserbahn die Erbauung einer Fahrrad- und Automobil- Fabrik in Aussicht genommen ist, deren Hauptbureau in Gießen sein wird. -ph Neue Goethe Literatur. Unter dem Nachlasse eines hiesigen Bürgers hat man jeßt eine Anzahl wertvoller Manuskripte entdeckt, die bisher noch unbekannt waren und nicht veröffentlicht sind: Briefe von Goethe, größtenteils aus Wetzlar geschrieben, und Fragmente eines Dramas, welches an die Erlebnisse Goethes in Weylar anPolizeihund, n beide Orte auf fach eingeschla worden. * Heu ungsschule für sechswöchigen gemeldet. * Lang Ranalifation m Straßen mit R borhanden, ma auch ist man a Nähe der Que gegründete Bür W. Frey und zahl Mitglieder begrüßt. * Birt gangs Juni f Lich Hungen f dentmals in dieser Stelle Gemeinde an * Hung im Rathauje 3 im Rathause z amts Gießen f Amtsgerichtsbez Amtstag in H den Amtsgerich am Amtstage * Darr stellvertretender fand hier die mer statt, in trag Dr. De benten währen wurde zugeftim Streulaub aus getreten werden richten ist, es Wunsch bei öf gänglich gema Lammertreisen fich der Vor naturiertem diefe Produkte Die revidierte bäumen und wird der Burgenfahrt das Interesse verleihen, das die Herzöge von Sachsen- Coburg und Gotha und Sachsen- Al tenburg und der Erbprinz von Reuß jüngere Linie den künstlerischen und patriotischen Bestrebungen der Vereinigung beweisen, dadurch, daß sie die Tore ihrer Schlösser in Coburg Ehrenburg und Veste Coburg in Altenburg das Residenzschloß und Osterstein bei Gera öffnen und die Teilnehmer persönlich begrüßen. folgt, vielmehr sind die ihm zu Grunde gelegten Gedanken und Tatsachen in anderer Fassung von dem Dichter in „ Wahrheit und Dichtung" verwertet worden. Ueber die Verwendung der aufgefundenen Schriftstücke ist noch nichts näheres beschlossen. Wir werden aber unsere Leser darüber aus dem laufenden erhalten. * Vom Hansabuud. Zwecks Stellungnahme der vereinigten Berufskreise aus Gewerbe, Handel und Industrie zu dem neuen Entwurf der Reichsversicherungsordnung ist vom HansaBunde für den 15. April eine Konferenz von Vertretern der Industrie, des Handeis, des Mittelstandes und der Angestellten einberufen worden. liert und bestand eine Prüfung im Baufach spielt. Die Ausführung dieses Werkes ist aber nicht erin den Jahren 1866 und 1867. Hiernach war er furze Zeit bei den Kreisbauämtern Grünberg und Mainz beschäf= tigt, nahm sodann längeren Urlaub und war bei verschie denen privaten Gesellschaften als Ingenieur tätig. Nach Rückkehr in den Staatsdienst ging er in den Dienst der Staatsbauverwaltung über, wurde 1883 Kreisbaumeister des Kreises Alsfeld, im Jahre 1885 mit einem Referat in der Ministerialabteilung für Bauwesen betraut, 1888 zum vortragenden Rat in dieser Abteilung ernannt. Diese Stelle hat er über 21 Jahre bekleidet. Am 25. November 1895 wurde ihm der Charakter als Geheimer Oberbaurat verliehen. Karl Poseiner war ein überaus pflichteifriger Beamter, die Ministerialabteilung für Bauwesen verliert in ihm ein namentlich um das hessische Straßenbauwesen hoch verdientes Mitglied, dessen Hinscheiden sie gerade im gegen wärtigen Augenblick, in dem wieder Organisationsänder ungen im Vordergrund stehen, aufs tiefste bedauern muß. Den Kollegen und Untergebenen war Geh. Oberbaurat Poseiner ein allzeit hilfsbereiter Freund und Berater und sein Andenken wird auch bei uns in Gießen stets in hohen Ehren gehalten werden. Am Dienstag vormittag fand auf dem Darmstädter Friedhofe die Beerdigung des Verstorbenen statt, und v. Homh an der u. a. die Herren Minister Dr. Braun zu Vach teilnahmen. * Vom Stadterweiterungsfonds. Für Rechnung des Stadterweiterungsfonds wurden seitens der 5) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. Nachdruck verboten. 19span! Ohne des selbst zu wissen, dämpfte er den Ton bei der Frage: Und wenn ich es täte, wer fragte wohl danach? Das Kind? Es versteht wohl kaum, was der Tod bedeutet, Kinder vergessen schnell, und sonst habe ich niemand," nfügte er ganz laut hinzu, als Maja den vorwurfsvollem Blick zu ihm erhob. -ph- Blaue Rosen! Eine ganz rein und ausgegesprochen blaue Rose zu züchten, ist bekanntlich der Wunsch und das Ziel der Rosenfreunde und-Gärtner. Schattier ungen und annähernd blaue Exemplare hat man ja schon verschiedentlich erzielt, aber eine ganz rein- blaue Vertreterin der Rosenfamilie hat es noch nicht gegeben. Bis jetzt! Denn einem Gießener Rosenzüchter, einem Privatmann, ist es gelungen, nunmehr nach vielen Versuchen und Mißer solgen aus verschiedenen Kreuzungen eine Sorte heranzuziehen, deren Blüten ausgesprochen himmelblau sind. Der wertvolle Stock ist von heute ab einige Tage lang in dem linken Schaufenster des Ladens Seltersweg Nr. 77 zu sehen, und raten wir allen Blumen und Naturfreunden, sich die eigenartige, seltene Erscheinung dort anzusehen. So bald wird eine solche Gelegenheit nicht mehr geboten werden. ,, Sie sollen nicht immer so hoffnungslos und so voll Bitterkeit sein," sagte sie leise ,,, es können doch auch für Sie wieder Lage kommen, die das Glück mitbringen." Er lachte höhnisch auf. Bus Hessen und Nachbargebiet. !! Die hess. Rechtskonsulenten wenden sich in einer Erklärung gegen die ießten Verhandlungen der Anwaltskammer, über welche wir in einer der früheren Nummern berichteten. Sie protestieren in dieser gegen den Vorschlag des Rechtsanwalts Dr. Eckhardt- Reinheim, der dahin geht, den Rechtskonsulenten die Ausübung ihrer Tätigteit allgemein zu versagen. Dieser Paragraph enthalte nur die Bestimmung, daß die Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten zu untersagen sei, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Unzuverläßlichkeit des Betreffenden dartun. Die Rechtskonsulenten wollten selbst, daß diese unzuver= lässigen Elemente ihrem Stande ferngehalten würden. * Der neue Vulkan. In dem Riviera- Städtchen X gab es vor kurzem eine ungeheuere Sensation. Eines schönen Tages nämlich entstiegen dem Gipfel des friedlichen Berges, an dessen Fuß das Städtchen lag, deutlich Für mich Fräulein Maja? Für mich? Sie glanben wohl selbst nicht, was Sie sagen! Woher sollte mir das Glück, kommen: Was bin ich denn? Nichtsrein nichts! Gin verabschiedeter Offizier, den man einfach beiseite schob, weil es nun weit" doch das gehört nicht hierher," unterbrach er sich jäh. Aber glauben Sie mir, es tut bitter weh, wenn man seinen Becuf geliebt hat, wie ich, wenn man die Kraft in sich fühlt, etwas leisten zu könnenwenn man so gern arbeiten möchte und doch nicht fann, weil einem die Hände gebunden sind. Man hat mich fortgeschickt, obgleich nicht der leiseste Schatten einer unehrenhaften, Tat auf mich fallen konnte. Ich war Soldat mit Leib und Seele und als ich einsah, daß mir nichts weiter übrig blieb, als den Rock des Kaisers auszuziehen. da war für mich die bitterste Stunde meines Lebens gekommen! Da flüchtete ich mich mit meinem Kinde hierher in diese stille Einsamkeit. Von aller Welt zog ich mich schen zurück. Aber arbeiten mußte ich etwas, sollte ich nicht zugrunde gehen. Die Kameraden rühmten einst mein großes, schriftstellerisches Talent. So griff ich denn zur Feder. Halbe Nächte lang saß ich einlam und perlassen an meinem Schreibtisch; ich vergaß Essen und Trinken, ich vernachlässigte mein Kind, wurde ungeduldig und nervös, wenn es nur ins Zimmer trat, und vertröstete es stets auf später, men es sein Händchen unter meinen Arm schob, um mich mit hinauszunehmen aus der dumpfen Stube. Frühling und Sommer * Aus Hessen. Nachdem im letzten Schuljahre an den höheren Mädchenschulen nach einem he formsehrplan probeweise unterrichtet und dieser Plan nun in einer Reihe von Konferenzen durch sachverständige besprochen und revidiert worden ist, wird er mit dem neuen Schuljahr endgültig in Kraft treten. Die Lehrplanreform bezweckt vor allem eine Annäherung der Ziele von höherer Mädchenschule und Oberrealschule. Deshalb wird bereits in den Unterklassen der Unterricht in den Naturwissenschaf ten und im Rechnen stärker betont, während von der vierten Klasse an die Mathematik in ihre Rechte tritt und der Handarbeitsunterricht von diesem Zeitpunkte an nicht mehr obligatorisch ist. Außerdem finden in den Oberklassen Physie und Chemie mehr Förderung als bisher. Die wöchent liche Stundenzahl erhöht sich nicht. Nach erfolgreichem Be such der obersten Klasse einer höheren Mädchenschule kann dann die Schülerin gemäß ihrer Vorbildung in die Ober setunda einer Oberrealschule eintreten. vergingen mir so und nun, wo ich die Früchte der angestrengten Arbeit einheimsen wollte, wo ich hoffte, ein gutes Honorar zu erhalten,- nun schickte man mir heute mein Werk zurück mit der einfachen Bemerkung: Ungeeignet!" D. wenn Sie wüßten, was ich da empfand! Soll man da icht mutlos werden? Ich fühle nicht die Kraft in mir, ein neues Werk zu beginnen, bevor das erste nicht untergebracht ist. Man kann mein Geschreibsel ja nicht brauchen, und ich ich habe doch mein bestes getan!" fügte er in bitterem Tone an. Sie müssen eben versuchen, das Werk anderswohin zu verkaufen, gewiß gefällt es einem andern besser", tröstete Maja freundlich. Er schüttelte trübe den Kopf. ,, Ich habe nicht den Mut dazu und dann, begreifen Sie denn nicht, ich kann nicht solange warten! Freilich, wie sollten Sie, die in Reichtum und Ueberfluß aufgewachsene Tochter eines Millionärs, der ieder Wunsch erfüllt wird, ehe er noch ausgesprochen wird, wie sollten Sie ahnen fönnen, wie mir zu Mute ist!" rief Herr v. Brandt leidenschaftlich. Sie sind überhaupt noch viel zu jung, um das zu verstehen und ich weiß nicht, wie ich dazu komme, Ihnen gerade Ihnen das alles zu erzählen! Ich wollte mich rechtfertigen!- Und an= dernteils, iemand muß man doch haben, dem man * Klein- Linden, 29. März. Der beträchtlich vergrößerte Saal des Gasthauses zur" Deutschen Eich e" wurde heute bei Konzert und Tanz eingeweiht. Der 600 Personen fassende, schön eingerichtete Saal war von Besuchern, besonders aus Gießen, dicht besetzt. * Großen Linden, 28. März. Ein Einbruch ist auf dem Haas'schen Kaltwerk verübt worden, angeblich sollen Schulkinder von hier und Klein- Linden die Täter sein. Am Samstag weilten Gendarmen hier mit sein Herz ausschütten kann. Ich bin ja immer so allein! Mit meiner alten Wirtschafterin mag ich dergleichen nicht spre en und das Kind ist viel zu klein um meine Sorgen und Leiden zu begreifen. Sie dagegen,- Sie bewiesen mir und der Kleinen schon vom ersten Lage an, als wir uns begegneten, so viel Interesse und warme Teilnahme, daß ich ganz gegen meine sonstige Art sogleich Vertrauen zu Ihnen faßte. Ich wundere mich eigentlich über mich selbst, daß ich es tat. Sie werden wohl manchmal lächeln über mich, daß ich so offen zu Ihnen spreche, ia, leugnen Sie es nicht", fuhr er rasch fort, als Maja ein abwehrende Handbewegung machte, wie sollte es auch anders sein! Aber daß ich mich so rasch an Sie anschloß, daran ist wohl meistens Lilly schuld. Ohne sie wären wir sicher stets fremd, höchstens mit einem fühlen Gruß einander vorbei gegangen; aber die lebhafte Kleine vermittelte schnell die Bekanntschaft. Und iebt ist das Mädeinem chen kaum mehr zu halten. Den ganzen Tag fragt sie mich nach Ihnen. Kommt Tante Maja heute? Darf ich zu ihr? Wollen wir ihr entgegen gehen? So quält sie immerfort, bis sie bei Ihnen ist. Ich kann nicht anders, ich muß ihr nachgeben, um nur endlich Ruhe zu haben." Ich wollte, ich dürfte Lilly ganz behalten", lachte Maja. Mir fehlt ordentlich etwas, wenn ich meinen Liebling einen Tag nicht sehe. Willst du zu mir in die Stadt fommen?" wandte sie sich dann fragend an die Kleine, die mit leuchtenden Augen aufjubelte: ,, Ach ja, liebe, liebe Tante Maja, wenn Papa es erlaubt", fügte sie etwas kleinlaut hinzu. ,, Nein, mein Kind, das erlaubt Papa nicht", entgegnete Herr von Brandt ernst und bestimmt. ,, Und warum nicht?" fragte Maja halb verlegt durch den strengen Ton. Ich habe meine Gründe! Lilly würde dadurch nur verwöhnt. Sie lernte den Reichtum und Ueberfluß kennen und das darf sie nicht!" Immer die alte Geschichte", seufzte Maja leise.;, Mir scheint, Sie hassen den Reichtum?" Ehe der Gefragte eine Antwort geben fonnte, trat aus dem Torweg, der zu dem alten Herrenhaus führte, eine schlanke, hellgekleidete Mädchengestalt. Sie eilte mit einer freudigen Bewegung auf Maja zu und streckte ihr lebhaft beide Hände entgegen. Ach da bist du ja endlich! Ich dachte schon, du würdest heute gar nicht kommen, ich erwartete dich sehnsüch tig!" rief sie mit hellem Lachen. Herr v. Brandt verneigte sich artig. ,, Verzeihen Sie, Fräulein v. Schmettwiß ,,, an der Verspätung Ihrer Freundin bin ich schuld. Wir kamen so ins Plaudern-" Ja, ia, ich weiß schon," unterbrach die Angeredete lächelnd seine Entschuldigung ,,, ich habe das sehr oft er lebt; wer mit meiner Maja zusammentrifft, der inöchte sie so lange als möglich für sich haben, sie ist eben ein Sonnenkind, nicht wahr?" Sie schlang in aufwallender Herzlichkeit den Arm um den Hals der Freundin und küßte fie leicht auf bei de Wangen. ( Fortsetzung folgt.) wert ist, der in einer 3 einem Dienst laffen hat und laffenen Sache etwa Dichtung sind sie chu Meching Abffoofte Bälig und Hänch Chl Alte Chleit es auf die fie fie nich Laz sie he Hoffentl Minuten. Geschichte Neubeseßun tam?" frag ich es Ihne Anfangsbuch der Finanzn motiv für h Geld brauche !:! Be unter eine Handel lebten Bo Beglaubigu Abholungs fammer Beziehung delstammer Beglaubigu der Handel *!* nijies. die neu a fchäftlichen ften geben bloß die beitgeber, bezüglich dazu, daß beitgebers solche Vert Betrieb in beitgeber mal: Gi ter in fein hältnisse au wie dies men geschi eingehen, Denn aus nichts ande Der in Mainz gen wider ung beschu wendet zu den, ausg und den teilt zu ha unterfuchung eingefte dag Bilo Schluß der nicht ertief amite ähnlich geben bered fan!- wir wo densruf an allen& Sache genau zu 3wede eine Expa ehrjamen Bürgerm möglich drangen dachten mit heimlic der ihnen bei ih ren wurde. e oben anlangten?- zu jeben, fein Aton Des Rätsels Lösung ipfel des Berges jan odernen Stomponisten, en Stapeile auf einer er begriffen war;- fröhlichter Stimmu ahrt. Dem Sond fahrt der Vereinigun eine ganze Reihe he ringer Lande beigetre von Coburg bis Alten die Besichtigung wel endgültig fest. But wahrscheinlich in Ca staufinden. uf der Marksburg Der Vereinigung, j über die Zeit vom ieder der Vereinigu it eingeladen werd igung zwischen 100 muß aus verschieden grenzt werden. Fr Besonderen Gla e verleihen, das Botha und SachsenB jüngere Linie de bungen der Vereini Tore ihrer Schlö burg in Altenburg d öffnen und die Teil S. inigten Berufstreise au pem neuen Entwurf de ng ist vom Hanjo enz von Vertretern d andes und der Ange aybargebiet. sulenten wenden letten Verhandlungen r in einer der früheren n in dieser gegen den Edhardt- Reinheim, der e Ausübung ihrer r Paragraph enthalte gung fremder Rechts penn Tatsachen vorli Betreffenden dartu t, daß diese unzuber gehalten würden. im leßten Schuljahn ulen nach einem Re und dieser Plan n ch sachverständige bird er mit dem neu 1. Die Lehrplanrejom der Ziele von höhere Deshalb wird berei in den Naturwissensch während von der vin hre Rechte tritt und der eitpunkte an nicht meh in den Oberklassen Is bisher. Die wöc Nach erfolgreichem " n Mädchenschule m bildung in die Obe ärz. Der beträchti zur Deutigen und Tanz eingeni ingerichtete Saal war n, dicht besetzt. März. Ein Einbr rübt worden, angebl lein- Linden die men hier mit ein Janzen Tag fragt f Naja heute? Darf gehen? So quält sch kann nicht ander dlich Ruhe zu haben ganz behalten", lade wenn ich meinen Sie uzu mir in die St agend an die Ale te: hinzu. a, wenn Papa e Bapa nicht", entgeg immt. a halb verlegt dur würde dadurch mar and Ueberfluß femm 3te Maja leife. geben fonnte, tr Herrenhaus führ estalt. Sie eilte m a zu und streďte i dachte schon, du wür wartete dich fenfid tig. nettwib ,,, an der Ver juld. Wir famen fo bradh die Angeredete abe das fehr oft er ntrifft, der inöchte fie fe ift eben ein Son hfeit den Arm un fie leicht auf be Polizeihund, welcher bald die Spur der Kinder bis in beide Orte aufnahm. In einer Arbeitsbude war ein Gefach eingeschlagen und Speisen und Getränke entwendet worden. * Heuchelheim. Die wandernde Kreishaushaltungsschule für den Kreis Gießen beginnt dieser Tage einen sechswöchigen Stursus; es haben sich 24 Teilnehmerinnen gemeldet. * Langgön 3, 30. März. Unsere Wasserleitung u. Kanalisation machen Fortschritte, so daß bereits mehrere Straßen mit Rohrleitung versehen sind. Wasser ist reichlich vorhanden, man entdeckte noch eine weitere gute Quelle, auch ist man auf der Spur nach dem Römerbrunnen in der Nähe der Quellfassung an der Landhöhe. Der hiesige neu gegründete Bürgerverein( unter Leitung der Molkereibesizer W. Frey und Konrad Velte) hat bereits eine große Anzahl Mitglieder, der Verein wird von der Gemeinde sehr begrüßt. * Birtlar, 30. März. Gelegentlich des hier ausgangs Juni stattfindenden Bezirkskriegerfestes des Bezirks Lich Hungen findet auch die Enthüllung eines Veteranen= dentmals in Gestalt eines Gedentsteines statt. Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß auch zwei Mitglieder unserer Gemeinde an dem Chinafeldzug teilgenommen haben. ** Hungen. Am Mittwoch, den 6. April, findet im Rathause zu Hungen und am Samstag, den 2. April, im Rathause zu Grünberg ein Amtstag des Großh. Kreisamts Gießen statt. Anliegen der Kreiseingesessenen aus den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda können am Amtstag in Hungen, Anliegen der Kreiseingesessenen aus den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach am Amtstage in Grünberg vorgebracht werden. * Darmstadt, 30. März. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden, Landtagsabgeordneten Bähr, fand hier die 52. Vorstandssitung der Landwirtschaftskam mer statt, in welcher u. a. zur Erledigung tamen ein Antrag Dr. Dehlinger- Weilerhof auf Beschäftigung von Studenten während der Ferien bei Landwirten. Dem Antrag wurde zugestimmt. Verschiedenen Anträgen auf Abgabe von Streulaub aus staatlichen Waldungen soll insofern näher getreten werden, als an die Regierung ein Ersuchen zu richten ist, es möge Streulaub aus Staatswaldungen auf Wunsch bei öffentlicher Versteigerung den Landwirten zu gänglich gemacht werden. Zu einem Antrag aus Handelstammertreisen wegen Verzollung von Maissurrogat spricht sich der Vorstand dahin aus, daß Maissurrogate in denaturiertem Zustande zollfrei eingeführt werden können, da diese Produtte als Futtermittel eine große Rolle spielen. Die revidierten Bestimmungen über Prämiierung von Obstbäumen und Weinbergen wurden angenommen. Dermischtes. !! Ein interessanter Brief, der wohl ert ist, der Ceffentlichkeit bekannt gegeben zu werden, wird in einer Zeitung Oberhessens veröffentlicht. Er ist von einem Dienstmädchen geschrieben, das seinen Dienst verlassen hat und die Herrschaft ersucht, ihr die dort zurückgelassenen Sachen zu senden. Der Brief ist Original und nicht etwa Dichtung. Liwe Herrschaften sind sie chut und schichen sie meine Chleider so Balit wie Meching ist mein Dienzt Buch und meine Charte meine Abffooste Chrafie und mein Bosch und schiben Achsen Bälig und sie sie mich so Lass ich mein schaffen mein Hänch Chleit schihen sie mir und Kopf Halztuch und meine Alte Chleiter und sich sei gut Bracken mein ein und stuen es auf die sandberger Bost da mit es en Sint und wenn sie sie nich schicken so blass ich den Watmeister schiken und Laz sie heulen. Hoffentlich bereitet der Brief unseren Lesern vergnügte Minuten. !! Warum man auf Braunfam. Eine wahre Geschichte aus Hessen:" Wissen Sie, warum man bei der Neubesetzung des Finanzministeriums in Hessen auf Braun fam?" fragte ein Schalt seinen Freund." Nein? Dann will ich es Ihnen sagen: Um den Sat bilden zu können, dessen Anfangsbuchstaben mit den Anfangsbuchstaben der Namen der Finanzminister übereinstimmen, und der stets das Leitmotiv für hessische Finanzminister gewesen ist:„ Wir können Geld brauchen.'( Weber, Küchler, Gnauth, Braun)." !! Beglaubigung von Unterschriften unter Post vollmachten. In einem Bescheid an eine Handelstammer vom 17. Februar 1910 wird, wie im letzten„ Postamtsblatt" mitgeteilt wird, ausgeführt, daß die Beglaubigung von Unterschriften unter Postvollmachten und Abholungserklärungen durch den von einer Ham de ls= fammer als Stellvertreter des Vorsitzenden in dieser Beziehung bezeichneten geschäftsführenden Beamten( Handelskammersekretär) keinem Bedenken unterliegt, sofern dem Beglaubigungsvermerk ein Abdruck des Dienstsiegels der Handelskammer zugefüdt ist. *!* Wahrung des Geschäftsgeheimnisses. Immer von neuem fehrt der Fall wieder, daß die neu angestellten Leute irgend eines Betriebes ihre geschäftlichen Erlebnisse aus den früheren Stellungen zum be sten geben. Die Schuid dafür trifft in vielen Fällen nicht bloß die betreffenden Angestellten, sondern auch den Ar beitgeber, dessen Verhalten manchmal eine große Neugierde bezüglich solcher Mitteilungen verrät. Dies gerade führt dazu, daß der Angestellte glaubt, die rechte Hand des Arbeitgebers zu sein und es ist selbstverständlich, daß eine solche Vertraulichkeit nicht dazu angetan ist, den betreffenden Betrieb in die Höhe zu bringen. Denn hier hat der Arbeitgeber ja jede Selbständigteit verloren. Also noch ein' mal: Es ist durchaus verwerflich, wenn sich ein Angestellter in seinem Betriebe durch Aeußerungen über die Verhältnisse aus seiner früheren Stellung„ einführt", und wenn, wie dies namentlich bei Mitteilungen über Konkurrenzfirmen geschieht, die Arbeitgeber auf derartige Plänkeleien eingehen, anstatt dem Betreffenden die Tür zu weisen. Denn aus solchen Vertraulichkeiten ergibt sich gewöhnlich nichts anderes als Streitigkeiten und Klagen. Ans dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 29. März 1910. Der frühere Polizeisekretär Hermann Bilo hier, jest in Mainz wohnhaft, war von der hiesigen Stadtverwalt ung beschuldigt worden, für verschiedene amtliche Handlun gen widerrechtlich Gebühren erhoben und diese für sich verwendet zu haben. Weiter war ihm zur Last gelegt wor den, ausgeschiedene Aften des Polizeiamts Gießen verkauft und den Erlös mit anderen Bediensteten des Bureaus geteilt zu haben. Die gegen Bilo eingeleitete gerichtliche Voruntersuchung hat zu dem Ergebnis geführt, daß durch Beschluß der Straftammer vom 26. d. Mis. das Verfahren eingestellt wurde. Seine subjettive Schuld ist somit nicht erwiesen worden; objektiv lag die Angelegenheit so, daß Bilo durch die Tatsache, daß auch anderwärts Veamte ähnliche Nebeneinnahmen beziehen, sich zu seinem Vorgehen berechtigt gehalten hatte. Stadttheater Gießeu. Dienstag, den 29. März. Basantasena. Ein indisches Drama des Königs Sudrata in 5 Aften von Emil Pohl. Der vormals reiche, aber durch die weitgehendste Wohltätigteit verarmte Brahmane Karudatta liebt die ebenso schöne wie edelmütige Bajadere Vasantasena, in deren Herzen für ihn eine nicht minder große Zuneigung erwacht ist. In einer schwülen Gewitternacht gestehen sich die beiden ihre gegenseitige Liebe. Bald darauf will es aber das Unglück, daß Vasantasena durch eine Verwechselung ihrer Sanfte mit einer anderen in die Gewalt des Schwagers des Königs gerät, der ihr schon seit längerer Zeit nachstellt. Nach einer längeren Auseinandersetzung treibt die abweisende Halt ung Vasantasenas den Wüstling schließlich dazu, die Ba jadere bis zur Bewußtlosigieit zu würgen, welche der Attentäter auch wirklich für tot halt. Um den Verdacht von sich abzulenten, schiebt derselbe die Schuld auf den Brahmanen Karudatta, welcher auch den Mord eingesteht, aber nur um einem durch den Tod Vasantasenas freudlos ge= wordenen Leben zu entgehen und um gleichzeitig durch das Unterlassen seines Alibibeweises seinen Freund Ariaka zu retten. Den letzteren hatte der König Palaka verhaften lassen, um den ihm geweissagten Sturz durch denselben vorzubeugen. Der Gefangene befreit sich jedoch und tritt an die Spitze der in dem Lande sich immer mehr ausbreitenden Verschwörung gegen Palaka in dem nämlichen Augenblick, in welchem Karudatta einer der hervorragendsten Führer derselben, zum Richtplatz geführt wird. Inzwischen hat sich die totgeglaubte Vasantasena eingestellt, doch der racheschnaubende Schwager des Königs wünscht dessen un= geachtet den Tod des Brahmanen, der erst in dem letzten Augenblick von den Verschwörern befreit wird, welche inzwischen den König Palata gestürzt und den Hirten Ariaka auf den Thron erhoben haben. Ariata zeigt sich gegen die Verdienste Karudattas dadurch dankbar, daß er die einer niederen Kaste angehörige Vasantasena in die Kaste der selbe zu seiner Gattin zu machen. Brahmanen erhebt und damit Karudatte instand setzt, dieDas Drama führt eigentlich den Namen Mrittschhalatika, zu deutsch Tonwägelchen, doch hat es Emil Pohl als angezeigt erachtet, in seiner ziemlich freien Bearbeitung diesen Titel in das ja auch besser auszusprechende Vasantasena zu verwandeln. Das Stück besitzt verschiedene Mängel, welche auch Emil Pohl nicht auszuschalten wußte. So erscheint die gegen den König Palata angezettelte Verschwörung im Hinblick auf die allzugeringe Betonung der Schattenseiten des Königs zu wenig berechtigt, während die Heimtücke und Verschlagenheit des Schwagers des letzteren an vielen Stellen in einer für unsere Zeit recht drastischen Weise hervor treten. Diesen Mängeln tann das Werk jedoch ebensogroße Vorzüge gegenüberstellen, welche in erster Linie in der prachtrollen Charakterisierung der beiden Hauptpersonen Basantasena und Karudatta liegen, bei der der Dichter so recht die Eigentümlichkeiten des indischen Volkes hervorzuheben wußte. Nicht minder gut wirkt dann auch die le bendige Handlung, welche den Zuschauer in fortwährender indischen Dramen feinen tragischen Ausgang nimmt. KurzSpannung erhält, obwohl sie gleich dem Stoff der anderen um„ Vasantasena" verdient es, auch in unserer Zeit noch gespielt zu werden und das sehr gut besetzte Haus bewies durch seinen stürmischen Beifall nicht minder wie sehr es die Aufführung des Stückes zu schäßen wußte, welches doch so interessante Aufschlüsse über die damals gerade auf dem Höhepunkt stehende dramatische Dichtung der Inder erteilt. Die bewährte Regie des Herrn Gühne versagte auch diesmal nicht sondern wußte für eine in jeder Hinsicht einwandfreie Aufführung zu sorgen und die Zeit des Stückes, das 6. Jahrhundert nach Christi Geburt, auch in den Deforationen und Kostümen trefflich zur Geltung zu bringen. Eine prächtige Leistung war Herrn Mary' Karudatta, welche in ihrer ausgezeichneten Charakterisierung zu den besten Leistungen des Künstlers gezählt werden darf. Mit ihm rang Fri. Koch als Bajadere Valantasena um die Palme, die ganz besonders die Zärtlichkeit des liebenden Mädchens zum Ausdruck zu bringen wußte. Frl. Ney als Mandanita entzückte ferner ganz besonders durch ihre natürliche Frische, während nicht minder großen Beifall Herr Volck als Maitreja erntete, dessen vortreffliches Spiel na mentlich im 4. Aft gefiel. Dank der zielbewußten Kunst der übrigen Spieler errang das Stück einen durchschlagenden Erfolg und sicherlich wird die demnächst stattfindende Wiederholung in noch weiteren Kreisen des Publikums Anflang finden. ―h* Das Neueste vom Taa. Dresden, 30. März. Gestern Abend ist der dreizehnjährige Sohn des Tischlermeisters Kaiser in Bauten in der Wohnung des Leutnants Rasch vom 103. Infanterie- Regiment er mor det aufgefunden worden. Dem Kinde war die Kehle durchschnitten. Gleichzeitig hat sich der Bursche des Leutnants, namens Rödner, mit dem Tesching des Offiziers auf dem Militärschießstande erschossen. Man vermutet, daß der Bursche an dem Knaben ein Sittlichkeitsverbrechen verübt hatte. * Hamburg, 30. März. Der Durchschlag des östlichen Elbetunnels gestaltete sich zu einem feierlichen Atte, an dem zahlreiche städtische Persönlichkeiten Hamburgs teilnahmen. Senator Westpfahl beglückwünschte in einer Rede, die den Verlauf der Bauarbeiten schilderte, die Stadt zum Gelingen des Wertes. Bemerkt zu werden verdient, daß dieses überhaupt der erste große Unterwassertunnel auf dem Kontinent ist. Großes Eisenbahnunglück. Durch ein folgenschweres Eisenbahn- Unglüd, das sich gestern nachmittag bei Mülheim a. Rhein ereignete, ist schweres Leid über eine Anzahl von Familien gebracht worden. Als Ursache ist das Ueberfahren des Haltesignals durch den Expreßzug festgestellt worden. Nach amtlichen Angaben beläuft sich die Zahl der Toten auf 19. Ferner sind 39 Soldaten und zwei Schaffner schwer verletzt, eine größere Anzahl von Personen ist leichter verlett. * Das Brandunglück in Ungarn. * Budapest, 30. März. In Oetörito herrscht Totenſtille. Die Opfer der furchtbaren Katastrophe ruhen auf dem fleinen Ortsfriedhofe. In den letzten 2 Tagen wurden nach Angabe des reformierten Seelsorgers 286 Leichen und viele Leichenreste beerdigt. Von den Toten waren 238 aus Deförito, 48 aus der Umgebung. Von den 60 Schwerverletzten sind bisher 24 gestorben, viele von den übrigen ringen mit dem Tode. Die Beileidstundgebungen des deutschen Kaisers und der Stadt Wien Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation. Otto Schaaf, Gießen, Gegründet 1883. Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen. haben einen tiefen Eindruck gemacht, und mehrere ungarische Mätter veröffentlichen den deutschen Text der Kaiserdepesche. Neues Schneewetter. Leider hat das Osterwetter bei uns nicht lange angehalten. Der gestrige und der heutige Tag brachten ein Wetter, das recht winterlich zu nennen ist. Eine blendend weiße Schneedecke hat gleich einem Mantel all die keimenden Pflänzchen eingehüllt. Ein rechtes Aprilwetter, in dem Regen mit Schnee und Sonnenschein abwechselten.- Auch aus anderen Orten liegen Schneemeldungen vor: * Herborn, 30. März. Auf dem Westerwald ist neuer Schneefall eingetreten. Es schneit, als ob wir mitten im Winter wären. * Wien, 30. März. In ganz Niederösterreich herrscht Schneetreiben; die Straßen Wiens sind mit Schnee bedeckt. * Budapest, 30. März. Aus dem ganzen Lande, besonders dem Norden und Osten, werden Schneefälle und Temperaturen bis minus 6 Grad gemeldet. Der Schaden an den Obstkulturen ist groß. Frühling? ( Frei nach Geibel.) Und drängt der Frühling noch so sehr, Und stehn in seinem Zeichen Natur und Menschheit ringsumher Der Winter will nicht weichen! OCI 822 Folgst du der Sonne hellem Schein Und ihrem stillen Locken, Mensch, so hülle fest dich ein In Pelz und warme Socken 91. Denn draußen bläst der Sturm mit Macht Aus eisig- faltem Norden Und sucht des jungen Lenzes Pracht Schnell wieder hinzumorden! 200 Der Erde neu erwachtes Grüng Weiß nicht, wie ihm geschehen maili Es wollt zu holder Lust erblüh'n, Muß nun in Frost vergehen. dm Anstatt mit bunter Blumen Schare Mit Veilchen und Maiglöckchen, Schmückt sich Natur in diesem Jahrt Mit weißen Schnee'es Flöckchen. ursp Doch still, wie es auch friert und schneit, Mensch, gib dich zufrieden! Es sind zum Glück ja allezeit Zwei Tröster dir beschieden: 0: o .11 Halt warm, wenn es dir bangt und graut Vor'm grimmigen Gebärden Des Winters, deinen Ofen traut!- Auch wird's noch Frühling werden!! Geschäftlimes. -ph― erZur Bekämpfung des Hederichs. Die Verunkrautung der Felder durch Hederich bildet in vielen Gegenden eine sehr lästige Plage für den Landmann, da dadurch die Ernten oft um ein Beträchtliches herabgedrückt werden. Durch zahlreiche Versuche ist der Nachweis bracht worden, daß man den Hederich in erster Linie durch sachgemäße Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Düngung befämpfen fann. Es kommt eben darau an das Wachstum der Getreidepflänzchen so zu fördern, daß sie sich schnell und fräftig entwickeln und den Hederich im Wachstum bald Vorjahre in verschiedenen Gegenden durchgeführt wurden, überflügeln. Gelegentlich von Düngungsversuchen, die im konnte man die Beobachtung machen, daß die Haferfelder, die vor der Saat eine Stickstoffdüngung mit schwefelsaurem Ammoniat erhalten hatten, keinen Hederich aufwiesen, während daneben liegende Haferfelder, die nur mit Stallmist und die nur mit Kali und Phosphorsäure gedüngt worden waren, ein vollständiges gelbes Aussehen, hervorgerufen durch Hederich, zeigten. Das vor oder bei der Saat ge= gebene schwefels. Ammoniat stellte den Haferpflänzchen schon bei Beginn des Wachstums ausreichende Stickstoffmengen zur Verfügung, sodaß sie schon von vornherein zu einem träftigen Wachstum veranlaßt wurden und auch die eingetretene längere Trockenperiode leichter überstanden. Diese Beobachtungen sollten die Landwirte veranlassen, auf Feldern, die stark durch Hederich, Ackersens 2c. veruntrautet sind, auch das hier angegebene Mittel zu versuchen und durch eine kräftige Düngung des Hafers mit schwefels. Ammoniaf von 50-100 Pfd. auf den Morgen vor oder bei der Saat zur Beseitigung des lästigen Untrautes beizutragen und somit die Erträge zu erhöhen. ren. - Literarische # 1191 Das neue Mahn- und KlageverfahWas jeder Geschäftsmann, ob Kleinhandwerker oder Großtaufmann, Prinzipal oder Angestellter unbedingt wissen muß, um sich vor den Machenschaften, Schiebungen 2c. der Schuldner zu schüßen, zeigt: Dr.jur Ed. Karlemeyer, " Ohne Rechtsanwalt Forderungen eintreiben Außenstände retten, raffinierte Schuldner stets erfolgreich fassen." Das neue Verfahren vor dem Amtsgericht. Mit Anweisungen und Schriftsäßen nebst Tabellen. Preis 3 Mt. ( Porto 20 Pfg.). Verlagsanstalt& milAbigt, Wiesbaden 35. Deutsche Singvöger in Nordame rita. Vor etwa 20 Jahren hat sich, wie die Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens" mitteilt, im Staate Oregon eine Gesellschaft gebildet, die sich das Ziel sette, deutsche Singvögel in Nordamerita einzuführen. Ueber den Erfolg brachten amerikanische Zeitungen die Mitteilungen, daß in den Jahren 1889 und 1892 etwa 400 Paare folgender Singvogelarten aus Deutschland eingeführt worden sind: Singdrosseln, Schwarzamseln, Feldlerchen, Waldlerchen, Stieglite, Buchfinten, Zeisige, Hänfünge, Dompfaffen, Streuzschnabel, Stare, Rotfehlchen, Goldammern, Wachteln, Schwarzplättchen und Nachtigallen. Von den in Freiheit gesetzten Vögeln sind nur die Nachtigallen und Schwarzplättchen zugrunde gegangen, alle anderen haben sich start vermehrt. pirdi 191 Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Die Deutsche Ammonial- Verkaufs- Vereinigung in Bo chum hat der heutigen Ausgabe einen Prospett beilegen lassen, der für Landwirte besonders von großem Interesse ist. Reese ism fini Vanillinzuckeros atselz! 43 Schoten Vanilla Hören Sie auf meine Erfahrung! Sie können nur vorwärts fommen, wenn Sie gesund sind. Dazu können Sie selbst sehr viel tun, indem Sie gesund und vernünftig leben. Trinken Sie morgens und nachmittags Kathreiners Malzkaffee! Er hat sich seit 20 Jahren als bestes, aromatisches Hausgetränk für Gesunde und Kranke bewährt. Es gibt keinen lose ausgewogenen Kathreiners Malzkaffee. Derlangen Sie stets ausdrücklich Kathreiners Malzkaffee und achten Sie auf die bekannte Packung. Es gibt viele Wachahmungen! - Baldur- Pianoforte- Fabrik Gegr. 1872. von Ferdinand Schaaf& Co. Tel. 2038. 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Grillparzer, 6 Bände. 12.Naimund, 1 Band. 1.75 " " 6.Reuter, 4 Bände 6.48.— Schiller, 4 Bände 6. B 3.50 Schiller, 8 Bände 14. 7.50 Shakespeare, 4 Bände 6. 6.Etifter, 3 Bände. n 5." 6.Ticck, 2 Bände 4.50 " Herwegh, 1 Band Hölderlin, 1 Band " 2.Uhland, 2 Bände 3.50 " 2.50 Wicland, 3 Bände. " 6. Immermann, 1 Band 2." Bichoffe, 4 Bände 8.Grün, 3 Bände Gutzkow, 4 Bände Hauff, 2 Vände Hebbel, 5 Bände. Heine, 4 Bände Herder, 3 Bände. Bei Ankauf von Klassikern bitten wir, sich stets die ,, Goldene Klassiker- Biliothek" vorlegen zu lassen. Berlin.57 Deutsches Verlagshaus Bong& 0. zu haben in allen Buchhandlungen. Motorenfabrik Darmstadt A. G. liefert selbstfahrende Darmstädter Holz-, Säge und Spaltmaschinen Gemstact AG mit verschiedenen Geschwindigkeiten auch für die grössten vorkommenden Steigerungen. Hunderte dieser Sägen im Betrieb. Hoher Verdienst gesichert. Greibant. Morgen Freitag von 9 nhr ab Gefalzeacs Stier fleisch 45 Big. Braubach& Fischer Färberei Grösster Betrieb dieser Branche im 00000000 Grossh. Hessen::: Chem. Waschanstalt Gegründet 1848 Seltersweg 79 a Tel. 627 Nauenweg 4 " 553 15 eigene Läden. Färberei- Versandt- Geschäft. Post- und Bahnsendungen werden nach der Zentrale in Butzbach erbeten. Überzeugen Sie sich, daß die Deutschland- Fahrräder die besten, daher im Gebrauch die allerbilligsten sind! Verlangen Sie Preisliste die reichhaltigste d. Branche, auch über Radfahrer- Bedarfs- u Sportartikel, Nähmaschinen, Uhren etc. kostenlos von den Deutschland- Fahrrad- Werken August Stukenbrok, Einbeck Altestes u. grösstes Fahrradhaus Deutschlands. Frauen verzaget nicht! bei Monatsstörungen Periodin hochbewährtes Präparat z. Einnehmen Dreimal täglich. Apotheker E. Ahrens& Co., Hyg. Laboratorium Wiesbaden II Nr. 205. Ausschneiden! Aufbewahren! Hülfe Er beeilt sich, im nächsten Laden Veilchenselfenpulver ,, Goldperle" zu holen, weil solches so schöne Geschenke enthält. 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Tritt nämlich nach der Saat, wie es im vorigen Frühjahre der Fall war, längere Zeit Trockenheit ein, so wird das bereits im Boden befindliche schwesels. Ammoniak trotzdem seine Wirkung ausüben und die Haferpflanzen zu kräftigem Wachstum veranlassen, wobei die Hederichpflänzchen unterdrückt werden. Das Sprigen mit Eisenvitriol vermag nur dann den schon entwickelten Hederich zu zerstören, wenn das Spritzen rechtzeitig in der ersten Entwicklung des Unkrautes vorgenommen wird. Hierzu eignet sich eine Mischung von 10 kg Eisenvitriol und 10 kg schwefels. Ammoniat auf 100 Liter Wasser. Die Stickstoffdüngung der Sommerfrüchte mit schwefels. Ammoniat. Er Gentner, Göppingen. aminfeger. Allein. , Goldperle und Schu im Einkauf genau auf den ke enthält. 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Nur Thomasmehl und Kalk dürfen mit schwefelsaurem Ammoniak nicht gemischt und gleichzeitig gegeben werden. Wenn aber das Thomasmehl einmal in den Boden gebracht ist, kann das schwefelsaure Ammoniak sofort darauf ausgestreut und eingeeggt werden. Nach einer Kalkung, die zweckmäßig immer schon im Herbst erfolgt, soll 14 Tage mit dem Ausstreuen des Ammoniaks gewartet werden. Die anzuwendende Ammoniakmenge richtet sich nach der Fruchtart, den Bodenverhältnissen, Grunddüngung 2c. Man gibt etwa auf den Morgen 25 ar: Den Sommerhalmfrüten, Hafer 75-100 Pfund, Gerste 50-75 Pfund. Das Ammoniakſalz wird in ganzer Menge vor der Saat auf die rauhe Furche ausgestreut und spätestens mit der Saat in den Boden gebracht. Den Hackfrüchten, Futterrüben neben Stallmist 100-150 Pfund, ohne Stallmist 175-250 Pfund, Zuckerrüben mit Stallmist 75-125 Pfund, ohne Stallmist 150-200 Pfund, Kartoffeln mit Stallmist 75-100 Pfund und ohne Stallmist 125-150 Pfund. Das Ammoniaksalz wird spätestens beim Legen der Knollen oder beim Drillen der Rüben gegeben. Es ist jedoch zweckmäßig, falls die sonstigen Bestellungsarbeiten es zulassen, das Ausstreuen des Ammoniaks etwa 14 Tage bis 4 Wochen vorher vorzunehmen, ebenfalls breitwürfig in einer Gabe, worauf das Ammoniaksalz leicht eingeeggt wird, niemals aber untergepflügt werden darf. Eine derartige Anwendung des schwefelsauren Ammoniaks erspart dem Landwirt Zeit, Arbeit und Kosten, abgesehen davon, daß das Ammoniaksalz infolge seiner feinkörnigen Beschaffenheit außerordentlich leicht streubar ist, und dadurch noch eine weitere Ersparnis gegenüber dem Chilesalpeter, der sehr leicht klumpig und schmierig wird, mit sich bringt. In der Wirkung ist der Ammoniatstickstoff dem Salpeterstidstoff gleich, in vielen Fällen sogar überlegen. Man wendet daher anstelle von 100 kg Chilesalpeter mit 15% Stickstoffgehalt nur 73 kg schweselsaures Ammoniak mit 20,6% Stickstoff an. Schwefelsaures Ammoniak wird auch als gedarrte und gemahlene Ware geliefert mit einem Mindestgehalt von 25%% Ammoniak entsprechend 20,8% Stickstoff. Von diesem Salz kann man wegen des höheren Stickstoffgehalts und der außerordentlich leichten Streubarkeit, die eine sehr gleichmäßige und feine Verteilung ermöglicht, noch weniger als 73 kg schwefelsaures Ammoniak( etwa 70 kg) anstelle von 100 kg Chilesalpeter verwenden. Schwefelsaures Ammoniak ist zu beziehen durch die Düngemittelhandlungen, landwirtschaftlichen Genossenschaften und Vereine. Wenn nicht erhältlich, wende man sich an die Deutsche Ammoniak- Verkaufs- Vereinigung in Bochum, die auch Druckschriften über die zweckmäßige Anwendung des schwefels. Ammoniaks zu allen Kulturpflanzen kostenlos versendet und Rat und Auskunft in allen Düngungsfragen erteilt. Buchdruckeret Wilh. Stumpf, G. m. b. H., Bochum Düngungsversuch zu Kartoffeln von Landwirt Fr. Pauli, Zerbst, durchgeführt von der Landwirtschaftl. Winterschule in Herbst. Ohne lünstliche Düngung, nur mit Stallmist Mit Stallmist, 350 kg 40% iges Ralisalz, 300 kg Superphosphat, 1500 kg Ralfmergel, ohne schwefels. Ammoniat Mit derselben Grunddüngung und 250 kg schwefels. Ammoniak Ertrag pro ha 11750 kg Knollen 15050 kg Knollen KP ca KPN ca 23400 kg Knollen Der Reingewinn bei diesem Düngungsversuch betrug gegenüber der einseitigen Stallmistdüngung: Kali und Phosphorsäure ohne Ammoniakdüngung 104 M. pro ha, mit Kali und Phosphorsäure und 250 kg schwesels. Ammoniak 452 M. pro ha. Demnach wurde durch die Ammoniakdüngung ein Mehrertrag von 348 M. vom Hektar gewonnen. Ueber den Stickstoffverbrauch verschiedener Kulturpflanzen während der Zeit ihrer Entwicklung bis zur Reife hat Prof. Dr. Remy- Bonn Untersuchungen angestellt und die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Zahlen gefunden: Monatsverbrauch an Stickstoff in kg pro ha bei: - - April Mai Juni Juli Aug. Sept. Nov. Hannagerste 6 32 30 7 Kartoffel, magnum bonum - 26 56 26 Zuckerrübe 2 51 96 22 26 Kohlrübe - 7 56 66 81 Samenzuckerrübe 18 22 35 37 - РЯ vorauszah „ Humori 1,50 ME. Donnerst liegen m Seltersm nicht ve Nr. 5 zum Reg Auf Beso ausschusses un ums des nr 17. Februar wird folgende ung und No bom 21. Ju Traubento 1. Traubenw 2. 1 Li 3 Obitwein 4. Obstwein 5. Branntw 5116 die steu Befiber borgei Brüfu freit Für die Düngung der Sommerfrüchte kommen hauptsächlich nur schwefelsaures Ammoniak und Chilesalpeter in Betracht. Das schwefelsaure Ammoniat enthält 20,6% Stickstoff und wird von einigen Pflanzen, wie z. B. Hafer und Kartoffeln teilweise als solches aufgenommen, während bei den anderen Pflanzen das schwefelsaure Ammonial erst in Salpetersäure umgewandelt wird. Diese Umwandlung beginnt sofort und schreitet mit dem Wachstum der Pflanzen fort. Hieraus ergibt sich, daß bei der Düngung mit schwefelsaurem Ammoniak den Sommergewächsen der Stickstoff von Mai bis August, also zu einer Zeit zur Verfügung steht, in der sie ihn am notwendigsten brauchen. Chilesalpeter enthält etwa 15% Stickstoff in Form von Salpetersäure. Diese Salpetersäure wird von den Pflanzen sofort begierig aufgenommen. Infolgedessen schießen die mit Salpeter gedüngten Pflanzen sehr schnell auf, verbrauchen aber dafür auch den Stickstoff zu einer Zeit, wo die Pflanzen ein geringeres Bedürfnis dafür haben. Diesen vorzeitig raschen Verbrauch der Salpetersäure kann man bei Anwendung von Chilesalpeter nur dann vermeiden, wenn man ihn in 2 oder 3 Gaben ausstreut. Aus vorstehenden Erwägungen erhellt ohne weiteres, daß bei geeigneter Anwendung das schwefelsaure Ammoniak auch bei den Sommerfrüchten bessere Erträge als der Chilesalpeter zeitigen muß. Diese Folgerung findet durch die Praxis ihre Bestätigung, wofür eine große Reihe von Versuchsergebnissen vorliegt, die die bessere, mindestens aber gleich gute Wirkung des Ammoniakstickstoffs gegenüber dem Salpeterstickstoff beweisen, und aus denen wir im Folgenden einige kurz hervorheben: Düngungsversuche zu Rüben. Düngungsversuche zu Kartoffeln. Versuchsansteller Es wurden erzielt bei gleicher Grunddüngung an Kali und Phosphorsäure Ertrag an Knollen Mehrertrag Reingewinn durch schwefels. Ammoniak an Knollen durch die Ammoniakdüngung M Matth. Schmitz, Niederbreisig, Kr. Ahrweiler( Rheinland). Peter Breuer, Wolseiffen, Eifel( Rheinland) Franz Schmidt, Neudorf a. Harz( Anhalt). August Cammann, Kl. Eicklingen( Hannover). K. Kusenberg, Bergkamen( Westfalen). Landwirt Hirsch, Waldsee( Pfalz). Jacob Haaf, Gaubüttelbrunn, Ufr.( Bayern) kg ohne schwefels. Ammoniak 21 000 kg 12512 mit 33 512 563,20 " ohne 15 000 5 400 " " mit 20 400 272,- " H ohne 17 200 8 933 " " mit 26 133 " 377,35 " ohne " 24 800 5 600 mit H " 30 400 181,20 ohne " " 20 300 9450 mit " " 29 750 514,50 ohne mit " P 13 928 5 330 " " 19 258 208,50 ohne " P 24 877 5 363 mit " " 30 240 133,52 Josef Friedmann, Greffern, D. A. Bühl( Baden) ohne " " 26 583 7 333 mit Versuchsansteller Es wurden erzielt bei gleicher Grunddüngung an Kali und Phosphorsäure Ertrag an Knollen kg Mehrertrag durch Schwefels. Ammoniak kg Reingewinn durch die Ammoniat düngung " 33 916 295,15 ohne 12 000 Fr. Karl Maurath, Unzhurst, Amt Bühl( Baden) " " 32,000 mit " n 44 000 548,- M. Hauptlehrer Boos, Spichern( Lothringen) ohne mit 6 400 " 1. 35.900 " " 42 300 384,25 Lehrer Peter Schreiber, Godesberg- P.( Rhld.) ohne schwefels. Ammoniak mit 55 000 105 000 50 000 406,25 " Landwirt Peter Krach I, Rheinholterode( Rbz. Erfurt). ohne 46 400 " " • mit 72 000 25 600 " " 408,- Ludwig Rabe, Mehnen( Westfalen) ohne 89 200 " " mit 117 400 28.200 " 388,20 H. Allemeier, Osterwick( Westfalen)., ohne 74.000 " " mit 103 500 29 500 " " 304,- Josef Schmidt, Großweier, Amt Achern. Nik. Schom, Ostheim, Post Rügheim( Ufr.).. Landwirt Albert Vollmar, Lambsborn( Pfalz) Joh. Schulze, Willebadessen ohne mit 97.777 " If 115 555 17 778 " " 73,78 ohne mit 32 000 " " 62 000 30 000 " " 252,- 3 477,067 Im Mittel der 10 Versuche wurde vom Hektar ein Reingewinn von Mt. 347,76 durch schwefelsaures Ammoniak erzielt. Aus den Anmerkungen der Versuchsansteller sei hervorgehoben: Zu Versuch Nr. 3:„ Die Unterschiede in den verschieden gedüngten Parzellen machten sich sehr gut bemerkbar; trog der diesjährigen großen Kartoffelkrankheit wurden nur sehr wenig kranke Kartoffeln auf der Ammoniakparzelle gefunden". Zu Versuch Nr. 9:„ Troß der nassen Witterung waren die Kartoffeln auf der mit Ammoniat gedüngten Parzelle nicht faul, was ich von den anderen Parzellen nicht berichten kann“. Also auch hier zeigt es sich, daß durch die Volldüngung mit schwefelsaurem Ammoniak eine gesunde Ernährung der Pflanzen erzielt wird, die das beste Vorbeugungsmittel gegen Pflanzenkrankheiten bildet. Düngungsversuche zu Hafer. ohne mit 75 000 " " 95 000 20 000 H 120,- Versuchsansteller ohne 86 400 mit Chilesalpeter 108 800 22 400 mit schwefels. Ammoniak 112 000 25 600 190,40 250,40 ohne 43 250 Las Nielsen, Wollerup( Schlesw.- Holst.).. Landwirt Jes Hansen, Feldstedtfeld mit Chilesalpeter Detlef Jörgensen, Süderenleben( Schleswig- Holstein) ohne schwefels. Ammoniak mit schwefels. Ammoniat ohne 72 500 74.500 59 933 mit Chilesalpeter.". 63 161 mit schwefels. Ammoniak 97 867 193,92 219,40 2,47 Verlust 299,53 2721,56 Im Mittel der 10 Versuche wurde ein Reingewinn von M. 272,15 vom Heftar durch schwefelsaures Ammoniak erzielt. Zu dem Versuche Nr. 8 bemerkt der Versuchsansteller: „ Die mit Chilesalpeter gedüngten Runkeln sahen dicker aus, als die mit Ammoniak gedüngten, waren jedoch lockerer und viel hohl". Bei Zuckerrüben erhöht schwefelsaures Ammoniat den Zuckergehalt und bildet auch ein Vorbeugungsmittel gegen die Herz- und Trockenfäule, die als eine Folge von Wachstumsstörungen erkannt worden ist, hervorgerufen durch die Verarbeitung der salpetersauren Salze, und welche ihren eigentlichen Grund hat in den bei dieser Verarbeitung entstehenden alkalisch reagierenden und schädlich wirkenden Resten, die bei der Düngung mit Chilesalpeter besonders auftreten. Th. Berning, Darme( Hannover). Gutspächter Gelhard, Egelstal( Würtemberg) Landwirt Meßner, Friedberg( Oberbayern). 29 250 31 250 8 233 37.934 Es wurden erzielt bei gleicher Grunddüngung an Kali und Phosphorsäure Ertrag Korn Stroh Mehrertrag durch schwefels. Ammoniak Korn Stroh kg kg kg kg M 2075 3 100 mit 3 725 4875 1650 1775 298,30 " " Jes Hansen, Feldstedtfeld( Schleswig- Holstein). mit ohne 3 400 5 100 n 7275 10 050 3 875 4.950 816,85 Н E. Longmuß, Reinsfeld b. Plaue( Schwarzbg.- ohne Sondershausen).. 1 700 2800 " " mit 4 300 6 800 2 600 4.000 472,80 " " A. Landwehr, Schale Kr. Tecklenburg( Westfalen) ohne 2322 4438 " 19 mit 2750 8 362 428 3.924 175,72 " 17 Georg Hemkemeyer, Sassenberg( Westfalen). ohne 2124 4016 " " ° mit 3 968 6 092 1 844 2 076 " " 342,20 ohne 1178 1922 " " mit 2000 4.000 822 2078 " " 206,64 Josef Weber, Steinbach i. Eichsfeld( Pr. Sachsen) ohne Armin Müller, Orlamünde( Sachs. Altenburg) 1912 2440 11 M mit 3408 4 300 1496 1 860 213,24 ohne 1 550 1600 " mit = 2500 2650 950 1050 142,- ohne 2 550 4.596 " " mit 11 " == 3 174 6 345 624 1749 122,10 ohne 1 210 1533 11 mit " == 4 485 3451 3275 1918 524,25 " 3314,10 Reingewinn durch die Ammonials düngung J ter iſt. lich 9. Steinfo 10. Braunf Die Ab Borräte vor Früchten un nicht zurückt Die ar den nachve Bier 47 B ung Gieße liter. Bier, eigenen Ha befreit. Die nad haus am N für den f Auf B 17. Februa ausschusses des Innern 1407 wird Städteordnu gende Ortsf Wer ein tischen Schlach Benutzung der gen zu zahlen für ein Sch Wochen für ein Fer