eljen können, so end einen Teil faffen, mit Ber men, symbolischen em Gegensatz zu bel, einschließlich ischen Briefe des e Qual nicht e nach Wahrheit n, ein Intereffe ichen, was fie Sünde lehrenund nicht die ren Mittelalters, tes" lehrten. Beweisführung n allgemein zu esus Christus die erlöst hat, daß den der MenschMenschen von „ Fürwahr, er en und unsere geladen." Um en war er vertaten willen zer unserm Frieden feine Striemen ( Jes. 53, 4. 5.) wird, so ist es uter, unzweifel eiden, was die war, wenn wir us erduldete, als aß wir Frieden 3 Haupt gelegt ewige Dual für De das beweisen, e Sünden wäre. das, und die r Herr nun in Dual befindet, Beweis dafür ist, nicht Qual ist. Derr, die Tilgung gen? Was gab spreis zahlte Sünder? Laßt rflärt wiederholt stus starb für Leben gab zur Sündern Leben it feinem eigenen B gerade zu diesem n Fleisch geoffeneisch geben möchte ; daß, wie der n( Adam) kam, ten durch einen Shriftus Jesus") 3; Mat. 20, 28; 1. Kor. 6, 20; 8; Joh. 6,51; flare Bibellehre, der Tod ist", ? Ist da noch t oder die Unver jatzes von ewiger 1? leiert. is zu 13 die inium nüffen erie in lann, jerem her ic find. winnen schaffen zen oder Deilplans in ewiger NE DEIN WORT IST WARRANT Nr. 25. Erscheint täglich außer Sonntags. Bezugspreis: viertel jährlich durch die Träger frei tas Saus 1.35 Mr., durch die Post bezogen 150 Mr. Grpcbition: Slekten, Geltersweg 83. Montag, den 31. Januar 1910 Gießener 20. Jahrgang 50 17 Inserate: die 44 mm breite Petitgelle 20 Pfennig, Reklame: 90 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet " " Telephon- Anschluß: Gießen, Kr. 368. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Zur geft. Beachtung! Die nächste Nummer unserer Zeitung erscheint übermor= gen Mittwoch, den 2. Februar. den nächsten Reichstagswahlen dank der Finanzreform und Herrn von Oldenburg noch von der roten Flut hinweggeschwemmt werden?! Lokales und Provinzielles. ** Der Großherzog hat am 29. Januar dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bad Nauheim Friedrich Schulz und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmnen Einsicht offen. Für 1910 ist wieder eine durchschnittliche normale Steigerung der laufenden Ausgaben um rund 325 000 Mr. zu verzeichnen. Neben einer ansehnlichen Steuererhöhung ist eine Reihe von Neu- und Mehr einnahmen eingestellt worden, die sich als indirekte Abgaben darstellen und den Oftroiausfall von 405 000 Mt.( einschl. des Pensionszugangs) erseßen sollen. * Darmstadt, 27. Jan. Das Polizeiamt hat ver fügt, daß auf allen Rodelbahnen in der Gemarkung Eisenach- Dernbach u. Herr von Oldenburg. stadt 1 Dr. Start Wolff den Charakter als Amtsgerichts- Darmstadt nur Rodelschlitten von nicht mehr als 2 Per( Nachdruck verboten.) den Man schreibt uns aus Berlin vom Sonntag: Der 29. Januar wird auf lange hinaus ein schwarzer Tag für das deutsche Bürgertum sein, denn an diesem Tage hat der reaktionäre Radikalismus der Sozialdemokratie zwei glänzende Triumphe bereitet: die Antisemiten haben Sozialisten den Wahlkreis Eisenach zugeschanzt und der ultratonservative Herr von Oldenburg hat durch seine unglückselige Aeußerung im Reichstage noch größere sozialdemolratische Erfolge vorbereitet. Seit der Verabschiedung der verhängnisvollen Finanzreform ist die Sozialdemokratie ja bei allen Wahien, mochten es nun Reichstagswahlen oder Landtagswahlen oder Kommunalwahlen sein, erfolgreich gewesen, aber der Eisenacher Sieg ist doch der größte von allen. Bei den letzten allgemeinen Wahlen erhielt der sozialistische Kandidat rund 8000, der antisemitische rund 7000 und der liberale rund 6000 Stimmen. Die bürgerlichen Parteien waren demnach mit etwa 13 000 Stimmen der Sozialdemokratie um 5000 überlegen. Diesmal hat der sozialistische Bewerber diesen gewaltigen Unterschied an Stimmen wettgemacht, indem er im ersten Wahlgange gesiegt hat. Die Liberalen trifft kein Vorwurf. Sie haben nur wenige Hundert Stimmen weniger erhalten als 1907 und da die Wahlbeteiligung diesmal um etwa 5 Prozent ge= ringer war, so deckt sich der geringe liberale Stimmenverlust genau mit dem allgemeinen Stimmenrückgange. Die Liberalen haben also ebensoviel Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten wie 1907, sie haben also an den Sozialdemokraten feine Stimmen verloren. Anders die Antisemiten. Ihre Stimmeneinbuße beträgt nicht weniger als 3000. Davon ist ein Drittel zu Hause geblieben, zwei Drittel haben für den Sozial demokraten gestimmt. Anders ist auch der Stimmenzuwachs der Sozialdemokratie bei der verhältnismäßig geringen Zahl der Wahlberechtigten in diesem Wahlkreise nicht zu erklären. Die antisemitische Niederlage ist um so blamabler, als sowohl das Zentrum wie der Bund der Landwirte erklärt hatten, für den antisemitischen Bewerber eintreten zu wollen. Da das Zentrum in diesem Wahlkreise über mehr als 1000 Stimmen verfügt, so zeigt die lächerlich geringe Stimmenzahl des antisemitischen Kandidaten beiläufig auch, daß die Macht des Bundes der Landwirte in diesem Wahlkreise start zurückgegangen sein muß. Wie anderwärts, so muß der Bund eben auch hier die Erfahrung machen, daß die Ueberspannung des Bogens bei der Reichsfinanzreform ihm schweren Abbruch getan hat. In einer Hinsicht ist es freilich ein wahres Glück, daß es nicht erst zur Stichwahl gekommen ist. Denn nach der Leistung des Herrn von Oldenburg würden in der Stichwahl noch Hunderte von Wählern zur Sozialdemokratie abgeschwenkt sein, und dann wäre die sozialistische Stimmenziffer noch imposanter geworden. Wir geben hier unserem persönlichen Empfinden über die Oldenburgische Aeußerung nicht Ausdruck, denn es gibt Dinge, die sich derart selbst richten, daß sie nicht gerichtet zu werden brauchen. Wir wollen nur flaren und nüchternen Kopfes die Folgen des Ot denburgischen Streiches erwägen. Es ist unserer Ueberzeugung nach außer allem Zweifel, daß Herr von Oldenburg mit dieser einen Aeußerung die Sozialdemokratie mehr ge fördert hat, als es die Herren Bebel und Singer in einem langen Leben haben tun können. Die Sozialdemokratie ist auch sofort bei der Hand, den ihr in den Schoß geworfenen Schatz mit Wucherzinsen anzulegen. Am Dienstag wird Berlin sozialistische Massenversammlungen haben, die preußischen Provinzen und die Bundesstaaten werden dem gegebenen Beispiele folgen. Das Schlimme ist, daß durch das Oldenburgsche Wort nicht nur die zielbewußten Parteigänger des Sozialismus zu energischerer und leidenschaftlicherer Betätigung angespornt werden, sondern daß der Sozialde motratie viele Tausende von Mitläufern zugeführt werden, die sich sonst um Politik nicht gefümmert haben, auf die aber die unerhörte Verhöhnung alles verfassungsmäßigen Empfindens wie ein Peitschenhieb wirken muß. Wir stehen mit dieser pessimistischen Auffassung nicht allein. Die„ Berliner Neuesten Nachrichten", ein Organ, das, weil der Kampf gegen die Sozialdemokratie seine Hauptbetätigung ausmacht, seine Nerven für alles besitzt, was der Sozialdemokratie Vorteil bringen könnte, sind geradezu verzweifelt. Sie sehen einen Triumph sowohl des Partikularismus auch darin haben sie Recht, denn Herr v. OE denburg hat es verstanden, auch die Empfindungen der Bundesstaaten gröblich zu verleben, wie der Sozialdemokratie voraus und sie sind über die Leichtfertigkeit, mit der den reichsfeindlichen Elementen dieser Triumph bereitet wor den ist, derart erbittert, daß sie Ausdrücke wie„ Werk der Unvernunft",„ wüste, gedankenlose Laune" und" hirnlose Herausforderung" brauchen. Wenn ein ziemlich weit rechts stehendes Blatt derart erregte Ausdrücke anwendet, so wird damit die Situation natürlich viel schärfer gekennzeichnet, als etwa durch die Entrüstung des Berliner Tageblattes". Eisenach ist hinüber, Gotha ist durch die wenig glückliche Rolle, die Erbprinz Hohenlohe bei dem Vorfalle gespielt hat, bei den nächsten Wahlen nicht mehr zu halten. In Halle haben die Liberalen den Konservativen das Bündnis für die nächsten Wahlen schon jetzt gekündigt und da mit ist die Rückeroberung dieses kürzlich an die Sozialdemokratie verloren gegangenen Wahlkreises! ausgeschlossen. Wie viele andere Bollwerke des Bürgertums werden bei rat erteilt. !!! Zur Einschränkung der staatlichen Bautätsgteit. Der Architekt Prof. Meißner aus Darmstadt hat Anfangs November v. J. um seine Entlass= ung aus dem Dienste der Ministerialabteilung für Bau wesen zum 1. April 1910 nachgesucht. Diesem Gesuche mußte infolge der Einschränkung der staatlichen Bautätig feit stattgegeben werden. * Hilfe für Obermockstadt. Zur Unterstützung der durch den Zusammenbruch des ObermockstadterVorschußvereins in der Existenz bedrohten Bauern ist eine Hilfsaktion eingeleitet worden, die in der Haupt: sach darauf gerichtet ist, die fälligen Haftsummen zeitlich zu verteilen und so einen für den Einzelnen wie für die betr. Ditschaften und den ganzen Kreis ruinösen Zusammenbruch zu verhüten. Es sind bereits größere Geldsendungen aus Frankfurt eingegangen. -a Gießen, 30. Jan.( Konzert- Verein.) Das sechste Konzert, der dritte Solistenabend des diesjährigen Konzertjahres fand wie immer vor einem zahlreich erschienenen, andächtig lauschendem Publikum statt. Die erste Solistin, Frl. Susan Metcalfe aus New- York wurde von Herrn Paul Franzen in der tadellosesten u. feinfühligsten Weise am Klavier begleitet. Frl. Metcalfe hatte in den mit Geschmack ausgewählten Liedern, Gelegenheit, ihr Talent zu beweisen. Wie sie schon gleich in der ersten Nummer, Glucks„ Air d'Iphigenie" ihre gewandie, vollen dete Vortragsweise zur Geltung bringen konnte, so ließ sich in Se Florindo e fidele" ihre graziöse Art bewundern. Auf ihre weiteren, sämtlich mit Beisall aufgenommenen Nummern einzeln einzugehen, erübrigt sich. Fri. Metcalfe hat eine sehr ausgebildete und vorzüglich geschulte Stimme, die besonders in den Koloraturen zur Geltung tommt. Daß in den oberen Lagen der Ton manchmal etwas hart klang, ist zum Teil wohl auf die bisweilen plößlichen Úebergänge zurückzuführen. Die zweite Solistin, Frl. Elisabeth Boke= meyer aus Berlin, erwarb sich schon durch ihr angeneh= mes Aeußere die Gunst des Publikums, das sie dann auch nicht enttäuschte. Ihr Spiel ließ die modernste Technik, verbunden mit eigenem Empfinden, ertennen, sodaß ihr reich ster Beifall zu Teil wurde. * Gießen, 30. Jan. Vor kurzem wurde die hiesige Polizei davon in Kenntnis geseßt, daß ein Russe, der dem achtfachen Mörder der Familie Wasielewski in Boguslawicz auffallend ähnele, nach einem Aufenthalt in der Ümgegend sich nach Gießen gewandt habe, wo nun infolge dessen der Gesuchte verhaftet wurde. Hier stellte sich aber heraus, daß man es nicht mit dem gesuchten Mörder zu tun hatte, so daß der festgenommene Mann wieder in Freih! it gesetzt wurde. tt Gießen.( Stadttheater.) Ganz außer= ordentliches Interesse zeigt sich für den morgigen literarischen Abend, der Shaws Schauspiel" Frau Warrens Gewerbe" in einem Ensemblegastspiel von sechs ersten Mitgliedern des Frankfurter Schauspielhauses bringt. Wenn die Gießener speziell in Herrn Arthur Bauer nach längerer Pause einen lieben alten Bekannten begrüßen können, so sind ja auch die Damen Klinkhammer und Urban, sowie die Herren Hellmer und Reinau nicht mehr fremd auf der Gießener Bühne. Neu für hier ist Herr Georg Lenzbach, der als einer der verheißungsvollsten jüngeren Mitglieder des Frankfurter Schauspielhauses gilt. Es ist übrigens das erste Mal, daß Bernard Shaw in Gießen mit einer Komödie zu Worte kommt. - Von der Biebertalbahn. Von dem heurigen Winter weiß so recht unsere Kleinbahn ein Liedlein zu singen. Die jüngste Entgleisung auf Station Heuchelheim scheint ihr noch immer in den Gliedern zu liegen. Gleich einer Schnecke tam am gestrigen Sonntag der Mittagszug vom Windhof" herunter und nachdem auf Station Heuchelheim das Bähnchen starten Zuwachs erhalten, vermochte es sich nur mühsam weiter zu bewegen. Sein gewaltiges Busten und Keuchen raubte ihm bald alle Luft und lockte alle Bewohner der Gießener Straße an die Fenster. Nach einer kurzen Erholung in der Lindenallee ging die Fahrt zur Belustigung aller Passagiere noch bis zur Lahnbrücke weiter und da war es alle. Sämtliche Insassen waren genötigt auszusteigen und infolge dieser Betriebsstörung konnte der Zug ab 1,15 Gießen gleichfalls nur verspätet seine Fahrt aufnehmen. * Vom Vogelsberg. Der Bismarckturm auf dem Taufstein soll, wenn irgend möglich, am 4. Juli eingeweiht werden. Der Vogelsberger Höhenflub verbindet damit eine größere Festlichkeit. Man hofft, daß die Arbei ten am inneren Ausbau des Turmes bis dahin beendet sein werden. * Darmstadt, 26. Jan. Der städtische Vor anschlag liegt seit gestern im Stadthause zur allgemei Unreine Haut hat nur derjenige, welcher unreines Blut hat, und wodurch sehr oft ernste Geschwüre und Beulen auftreten. Dr. Wegener's Thee wird als zuverläßlichstes Mittel empfohlen, das Bljit zu reinigen und dadurch gesunde reine Haut zu erhalten. Preis Mt. 1.50 das Palet, in allen Apothefen zu haben, wenn nicht, wende man sich an die Ferromanganingesellschaft, Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 55. sonen benutzt werden dürfen. Bobfleighs sind unbe dings ausgeschlossen. Ebenso ist das Aneinanderreihen mehrerer und das Benußen schadhafter Rodelschlitten verboten. Auch anderwärts dürfte diese Bekanntmachung erlassen, wertvoll sein. * Lauterbach. Dem hiesigen Kreisblatt ist ein recht„ alter" Druckfehler passiert. Es macht bekannt, daß alle i'm Jahre 890 geborenen Militärpflichtigen sich zur Stammrolle anzumelden haben. Diese„ alten Leute" noch zum Militärdienst heranzuziehen, wird wohl nicht gelingen. * Frankfurt, 27. Jan. Der„ gemischte Ausschuß zur Prüfung der Finanzlage" hat jede Erhöhung des Schulgeldes einstimmig abgelehnt. Ueber die Steuererfragen wird er sich erst schlüssig machen, wenn die Etatsberatung zu Ende ist und der Schlußbericht des Fi nanzausschusses vorliegt. Aus dem Gerichtssaal. @traffammer. Gießen, 28. Januar 1910. Dem Lehrer Karl Bauer in Gamba ch ist zur Last gelegt, eine Schülerin mißhandelt zu haben. Er ist gestän dig, dem Kind, das eine leichte Rechenaufgabe nicht lösen konnte, besohlen zu haben, in eine niedere klasse zu gehen und da es seinem Befehl nicht nachtam, mit einem Stoc mehrere Schläge versetzt zu haben. Die Eltern ließen das Kind untersuchen und behielten es drei Wochen zu Hause. Die Sache scheint sehr übertrieben worden zu sein. Wenn das Verhalten auch unpädagogisch war, so lag doch keine Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes vor, was Freispruch zur Folge hatte. Die Else Schindling aus Frankfurt a. M. hat in Bad Nauheim ein Halskettchen gefunden und dieses in die Wohnung ihrer Mütter gebracht. Infolge Anzeige, der ein Ausschreiben über 100 Mt. Belohnung vorausging, wurde der Schmuck beschlagnahmt. Beide gaben an, den Gegenstand für wertlos gehalten zu haben, weshalb das Schöf fengericht beide freisprach. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde die Else Schindling wegen Unterschlagung zu 75 und ihre Mutter wegen Begünstigung zu 50 Mart Geldstrafe verurteilt. In Friedberg haben vier Studierende der Gewerbeakademie je zu zweien einen Zweißampf mit Schlägern, der geringe Verleßungen nach sich zog, ausgefochten. Sie wurden zu je 3 Monaten Festungshaft verurteilt. Der Taglöhner Wilhelm Rahn von Höckersdorf hat ein auf der Straße Gießen Grünberg stehendes Fahrrad, das einem Gießener Bauunternehmer gehört, gestohlen, und es in Frankfurt für 20 Mt. versetzt, sodaß es der Bestoh lene gegen 20 Mart einlösen mußte, um die er geschädigt ist. Urteil: 6 Monate Gefängnis und 5 Jahr Ehrverlust. Redaktion, Druck und Verlag von Albin Klein. Gießen. FaschingsRecept Sei nicht grandig, schneid kein Gesicht, rauch Salem Aleikum Mensch, argre Dich nicht! Salem- Aleikum Cigaretten Keine Ausstattung- nur Qualität Preise: No 3 45 3½ 4 5 PFg. ausserdem Luxusqualitäten: No 6 8 10 6 8 10 Pfg.d.Stck. Rundschau vom Cage. Politisches. Nachklänge zur Kaisergeburtstagsfeier. Bemerkensmert waren die Ausführungen, die in Münster der dortige Kommandierende General von Einem, Preußens früherer Kriegsminister, machte. Er hob hervor, daß durch das entschiedene Wort des Kaisers in dem vorjährigen Konflikt Desterreichs mit Serbien: Hinter Oesterreich steht die gefamte Macht des Deutschen Reiches", die drohende Kriegsgefahr gebannt wurde.- Der braunschweigische Staatsminister von Otto meinte, das Deutsche Reich sei auf dem Wege zum Bankerott gewesen, der durch die Finanzreform vermieden wurde. Allerdings wäre es um die Finanzen des Reiches, um Deutschlands inneren Frieden besser bestellt gewesen, wenn die Finanzreform nach den Vorschlägen der deutschen Regierungen gestaltet worden wäre. Der Rücktritt des Gouverneurs von Deutschfüdwestafrifa v. Schuckmann wird in einigen Blättern als feststehende Tatsache behandelt. Wie die„ Inf." hierzu erfährt, eilt diese Meldung den Tatsachen mindestens stark voraus. Gouverneur von Schuckmann wird allerdings in den näch= sten Wochen auf Urlaub in Deutschland eintreffen, da sein schwankender Gesundheitszustand, der thn bekanntlich schon einmal zu einem vorzeitigen Urlaub genötigt hat, auch zur Zeit leider wieder nicht der beste ist. Die Frage, ob der Gouverneur in das Schutzgebiet zurückkehren wird, hängt lediglich von späteren ärztlichen Entscheidungen ab. Tatsache ist jedenfalls, daß man an den leitenden Stellen unserer Kolonialverwaltung ein etwaiges Ausscheiden des verdienten Gouverneurs außerordentlich bedauern würde. Die Budgetkommission des Reichstages beschloß, die Neuordnung der Gehälter für die Kolonialbeamten auf das nächste Jahr zu vertagen. Am heutigen Sonnabend wird der Etat für Ostafrika und die anderen Kolonien beraten. In der Debatte empfahlen verschiedene Redner die Gehaltserhöhung für einige Beamtenkategorien, andere wünschten die Herabsetzung der Gehälter der Kolonialbecmten. Staatssekretär Dernburg protestierte entschieden gegen Gehaltsverkürzungen und betonte. die Gehaltssäte müßten so sein, daß man tüchtige Beamte bekommt. Die Gebühren tragen die Schutzgebiete seiber. Der Entwurf über die Entlastung des Reichsgerichts wird demnächst dem Reichstage zugehen. Der Entwurf will, um die Arbeiten des Reichsgerichts zu entlasten, die Zuständigkeit des höchsten Gerichts für bestimmte Fälle ausschalten, und schlägt deshalb vor, die Einlegung einer Revision an das Reichsgericht nicht mehr zuzulassen, wenn in einer Sache auf dem Gebiete der ordentlichen, streitigen Ge= richtsbarkeit zwei Instanzen gleichlautende fachliche Entscheidungen getroffen haben. Die Einbringung der preußischen Wahlrechtsvorlage. Die Vorarbeiter für die neue preußische Wahlrechtsvorlage sollen, wie das B. T. zuverlässig erfährt, soweit gedichen fein, daß die Einbringung der Vorlage im Landtage in der nächsten Woche zu erwarten ist. Für ein mächtiges Deutschland. Aus Rotterdam wird gemeldet: Bei dem Kommers der hiesigen deutschen Kolonie zu Kaisers Geburtstag hielt der Rotterdamer Bürgermeister Zimmermann eine deutsche Rede, worin er den Kaiser als einen guten Nachbarn, der sein Leben für Hol= lands Unabhängigkeit einzuseßen versprochen habe, feierte und die Interessengemeinschaft Deutschlands und Hollands betonte. Wie Deutschlands Zukunft, liege Rotterdams Zukunft auf dem Wasser, das heißt, auf dem deutschen Wasser, auf dem deutschen Rhein. Ein blühendes Deutschland be= deute auch ein blühendes Rotterdam. Verschärfung der ungarischen Krisis. Im ungarischen Abgeordnetenhause, wo gestern die Debatte über die Voren stellung des neuen Kabinetts fortgesetzt wurde, verzichteten die meisten der noch vorgemerkten 19 Redner auf das Wort, sodaß es zur allgemeinen Ueberraschung schon gestern zur Abstimmung über das Mißtrauensvotum Justh und den Antrag Kossuth auf Errichtung einer selbständigen ungarischen Bank fam. Beide Anträge wurden mit großer Mehrheit angenommen und somit dem Kabinett KhuenFedervary ein Mißtrauensvotum erteilt. Darauf übergab der Ministerpräsident Graf Khuen dem Präsidenten ein fönigliches Handschreiben, welches sofort zur Verlesung gelangte. Gemäß diesem wird das Abgeordnetenhaus bis 24. März vertagt. Dieses Handschreiben rief einen großen Sturm der Entrüstung bei der Mehrheit hervor und es wurde ein Antrag augenommen, worin gegen die ungesetzliche Vertagung protestiert wird. Gleichzeitig wird.. der Regierung die Verwaltung der öffentlichen Gelder, die Verausgabung der Summen für die gemeinsamen Augelegenheiten und die Weiterführung der Handelsvertragsverhandlungen verboten. Die Wahlanssichten in England. Die Lage gestaltet sich für die Liberalen doch günstiger als erwartet wurde; sie besigen mit der Arbeiterpartei die sichere Mehrheit über die Konservativen. Mit den Irländern wird die Mehrheit mindestens 120 Stimmen betragen. Die unionistischen Kreise möchten einfenfen, da sie gegen eine neue Auflö= sung des Parlaments in naher Zeit sind, zumal Asquith durch ein neues ausgedehntes Flottenprogramm den Haupt= forderungen der Konservativen entgegenfommt. Das Programm umfaßt den sofortigen Bau von 6 großen und 8 fleineren Schlachtschiffen, von 24 Hochfeetorpedobooten und 24) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kosfat. ( Nachdruck verboten.) Weil ich für unsere Zukunft sorgen muß es nicht tust, muß ich es tun." da Du Vorläufig verschwendest Du aber nur Geld für Leinwand und Farben, schrie er erbost. Verdient hast Du noch nichts und wirst nie etwas verdienen." Nun wirft er mir gar noch vor, daß ich nicht den Haushalt unterhalte," jammerte Baula und fügte im Hinblick auf ihre vorherigen Worte wenig logisch hinzu: Geld ins Haus zu schaffen ist Sache des Mannes, aber Du hast eben nichts im Sinn wie die Weiber. Wenn Du nur tändeln und flirten fannst, so bist Du zufrieden und überlässest mich meinem Schicksal- meinem traurigen Schicksal. Eine mehr von ihrem Manne vernachlässigte Fran, wie ich es bin, hat es noch nie gegeben!" CX ,, Und einen Mann, der mehr unter der Verschrovenheit seiner Fran leidet, als ich, auch nicht!" führ sie an. Der Unfrieden nahm von Tag zu Tag zu und nach dreijähriger Ehe hatten die ewigen Szenen die Liebe in den Herzen der Gatten zerstört. Sie tamen überein, sich zu trennen. Scheiden lassen wollten sie sich nicht- weit feiner dem anderen die Möglichkeit geben wollte, eine neue Che zu schließen und noch ein zweites Wesen unglüdlich zu machen, wie beide behaupteten, in Wahrheit aber doch wohl, weil noch ein Funken der alten Liebé, den Gatten felbst unbewußt, in ihrem Herzen lebte. Bautas Gatte schloß sich als Arzt einer Expedition nach dem Innern Afrifas an und sie matte Said in dieser bald in jener großen Stadt, anfänglich unter der Leitung irgend eines berühmten Meisters, bald aber selbständig. Denn was sie so lange vergeblich erstrebt hatte- öffent liche Anerkennung und große Einnahmen das siel ihr nach der Trennung von dem Gatten ganz von selbst, wie eine reife Frucht, in den Schoß. Sie freute sich auch jetzt ihres Erfolges, aber dennoch dachte sie oft mit einem bitteren Gefühl, wie alles vielleicht anders gekommen wäre, wenn derselbe früher seinen Weg zu ihr gefunden hätte. 10 Unterseebooter im Gesamtbetrage von sechzehn Millionen Pfd. Ernste Nachrichten aus Griechenland. Der Köln. 3tg. wird aus Berlin gemeldet: Die Nachrichten aus Griechenland werden hier sehr bedenklich aufgefaßt. Namentlich meint man, daß die Forderung auf Einberufung der Nationalversammlung, der sich der König bisher widersetzte, zu umstürzenden Ereignissen führen könne. Man nimmt hier an, daß die Entscheidung in wenigen Tagen fallen muß, und betrachtet den Gang der Ereignisse, die zu immer größerer Verwirrung führen, nicht ohne Besorgnisfe. Deutschland und Japan. In der Rede, die der japanische Minister des Aeußeren Graf Komura in der gestrigen Sigung des japanischen Abgeordnetenhauses über die auswärtige Politik hielt, findet sich folgende Stelle: Deutschland fährt fort, eine gerechte und freundschaftliche Haltung gegen Japan zu beobachten. Die kaiserliche Regierung fann mit hoher Befriedigung feststellen, daß die Politik Deutschlands im fernen Osten in keiner Weise mit der Politik Japans follidiert. Kleine Nachrichten. Prinz August Wilhelm, der vierte Sohn des Kaiserpaares, vollendet am heutigen Sonnabend sein 23. Lebensjahr. Das Befinden des Grafen Stolberg. Die Hoffnung, daß der Präsident des Reichstages Graf Stolberg- Wernigerode nach dem Geburtstage des Kaisers die Leitung der Präsidialgeschäfte wieder übernehmen werde, hat sich nicht erfüllt. Obwohl Graf Stolberg auf dem Wege der Besserung sich befindet, muß er doch auf Wunsch der behandeln= den Aerzte noch das Bett hüten. Ein neuer bayerischer Justizerlaß bestimmt, daß Untersuchungs- und einfache Haftsträflinge sich selbst beköstigen und ½ Liter Bier oder% Liter Wein täglich kaufen dürfen. Auch andere Sträflinge können das aus ihrem Arbeitsverdienst tun. Auch das Schnupfen und Rauchen kann ihnen gestattet werden. Gefängnissträflinge dürfen auch für sich selbst arbeiten und zu Außenarbetten in der Land- und Forstwirtschaft und zu Kulturarbeiten mit ih= rer Zustimmung Verwendung finden. Wieder eine teberlandzentrale. Die oldenburgische Staatsregierung hat mit der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft in Berlin einen Vertrag über Versorgung des Herzogtums mit elektrischer Energie abgeschlossen. Anlagekosten werden zehn Millionen Mark betragen. Die Der Karneval in Nizza. Am Donnerstag begannen an der Riviera die großen alljährlichen Karnevalfestlichkeiten. Prinz Karneval. als Nordpolforscher verkleidet, ritt auf einem Eisbären, während seine Gemahlin den berühmten Tiger aus Marseille darstellte, der vor einiger Zeit dort ausgebrochen war und die Stadt tagelang in Erregung hielt. Die Opposition der französischen Schankwirte. In Nordfrankreich dehnt sich die Bewegung der Schankwirte, die eine Alkoholsperre als Protest gegen den Staat beschlossen haben, nach allen Industriezweigen aus. In den Schenken wird weder Schnaps noch anderes alkoholisches Getränk verschenkt. Die Wirte, die sich weigern, die Lizenzgebühren zu entrichten, werden inzwischen von Strafmandaten, Vorladungen usw. überflutet. Die Verluste der amerikanischen Großschlächter. Aus Nenyork wird gemeldet, daß dort der Verkauf von Fleisch in wenigen Tagen um zwei Millionen Pfund zurückge= gangen ist. Die Agitation gegen die Großschlächtereien gewinnt immer größere Kreise. Der Hafen von Wladiwostok vereist. Gewaltige Eismassen haben den Hafen von Wladiwostock vollkommen ge= sperrt. Deutsche und japanische Dampfer, die den Hafen anlaufen wollten, tönnen ihre Passagiere nicht ausschiffen und müssen vor dem Hafen halt machen. Troß aller War= nungen versuchten mehrere Reisende, vom Schiff über das Ets nach Wladiwostok zu gelangen. Doch auf dem etwa eine Meile langen Weg über die übereinandergetürmten Eisschollen verunglückten dret und erfroren. Verwerfung der Revision eines Giftmörders. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Tischlers Otto Rother aus Leipzig, der im Mai v. J. sein sechs Wochen altes Töchterchen und im Juni seine Frau mittels Bletweiß vergiftet hatte und vom Schwurgericht zu Leipzig deshalb zum Tode verurteilt worden war. Begnadigung. Oberleutnant Granier vom Infanterieregiment 61 in Thorn, der, wie 1. 3t. gemeldet, Ende Juni v. J. im Duell den Oberleutnant Zwizers vom Infanterieregiment 165 in Blankenburg erschoß, ist nach kurzer Festungshaft begnadigt worden. Die Rache eines Vierzehnjährigen. In dem spanischen Dorfe Jubia hei Ferrel hatten sich neulich zwei Schulfnaben gestritten. Gestern lauerte der eine, der 14jährige Ramon Bescos, auf dem Schulweg seinem Kameraden Pablo Minguez auf und iagte ihm zwei Revolverfugeln in den Leib. Die Mutter Pablos kam gerade dazu, als ihr Sohn sterbend zusammenbrach. Mordtaten eines Wahnsinnigen. Der vierzigjährige Grundbesitzer Brdanov in Obersemon( Dorf in Krain Bez. Jeistrib) spaltete im Wahnsinn seinem zweijährigen Töchterchen und dreijährigen Söhnchen mit einem Hammer den Kopf und streckte feine Schwester, die herbeieilte, mit Wie seltsam, daß das Leben, das sich jetzt doch soweit vor ihr aufgetan, ihr so wenig Neiz bot, ohne den Mann, den sie sich in heißer Liebe erwählt, und den sie dann ebenso heiß zu hassen gemeint! Sie war doch eigentlich ein unglückliches Weib, dem alles unter den Händen entschlüpfte, wonach sie sie ausstreckte. So war es immer, immer gewesen. Wie sie so grübette, trat ein Ereignis vor ihres Geistes Augen, das eine große Bedeutung für sie geivonnen, weil es mit einer auch in nichts zerronnenen Hoffnung die sie gehegt, zusammenfiel. Vor zwei Jahren nämlich hatten die Angehörigen ihres Gatten versucht, sie mit diesem zu versöhnen. Der Bruder des Doktors Sellen. dies war der Name ihres Mannes, gegen den sie nach der Trennung von ihm wieder ihren Mädchennamen eingelauscht war zu ihr gekommen und hatte ihr erzählt, daß sein Bruder sie immer noch liebte und schwer unter der Sehnsucht nach ihr litt. Jahre wären vergangen meinte er -8 ie ihn wie Paula milder und ruhiger gemacht, zudem hätten beider Verhältnisse sich günstiger gestaltet, so daß manche Ursachen zu Reibungen zwischen den Eheleuten jetzt fortfallen möchten, mit einander zu leben, so würden sie sicher nicht dieselben bösen Erfahrungen von früher machen. Sat Frib Sie zu mir geschickt?" fragle Baula. Ihr Schwager verneinte. Friß hat keine Ahnung von meinem Besuch bei Ihnen." So wissen Sie ja garnicht, ob er eine Aussöhnung mit mir wünscht", tarf sie mit pochendem Herzen ein, Ich weiß, daß er um Sie feidet und sich nach Ihnen sehnt, das ist genug. Wenn Sie einander von Angesicht zu Angesicht gegenüberständen, würde die alte Liebe auch bei Ihnen erwachen und alles würde wieder gut." lind dann erzählte ihr Schwager, daß sein. Bruder von einer afrikanischen Expedition schwer leidend an den Joigen des Tropenficbers beimgelehrt sei und daß die Aerzte ihm geraten, vorerst einen längeren. Aufenthalt im europäischen Süden zu nehmen. Er war darauf nach Neapel gegangen, wo er vorerst auf kurze Dauer eine Stellung als Arzt in einem Sanatorium für Lungenkranke einem Bleb nieder. Endlich wurde der Wahnsinnige gefeffelt. Tödlicher Sturz aus dem Eisenbahnzuge. Auf der Strecke Stettin- Stargard sprang aus einem Abteil vierter Klasse ein junger Mann, der jäh aus dem Schlaf auffahrend, wohl glaubte, er befinde sich bereits auf der Station, plötzlich aus dem in voller Fahrt sich befindenden Zuge. Dem Manne wurden beide Beine und der rechte Arm abgefahren. Er wurde cls Leiche aufgefunden. Hinterlistiger Mordversuch. Ein in einer Irrenanstalt in Frankenthal( Bayern) beschäftigter Wärter wollte seine beiden Vordermänner durch Sublimatpastillen, die er in deren Kaffee getan hatte, vergiften. Die Wärter wurden aber durch den veränderten Geschmack aufmerksam und entdeckten den Mordversuch. Der Täter ist verhaftet worden. Schreckenstat einer Wahnsinnigen. In Halberstadt übergoß sich in einem Anfall geistiger Umnachtung die Frau eines Schriftsetzers mit Petroleum und zündete sich dann an. Die Unglückliche erlitt so schwere Brandwunden, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ernst Moriz Arndts Grabschrift. Zu Ernst Morib Arndts 50. Todestage am 29. Januar wird der Wortlaut der Grabschrift interessieren, die er sich selber gedichtet hat und die auf seinem Grabe auf dem Friedhofe in Bonn angebracht ist. Sie lautet:„ Gute Nacht! Ihr meine Freunde, Alle mein Lieben, Alle, die Ihr um mich weint, Laßt Euch nicht betrüben. Diesen Abstieg, den ich tu' In die Erde nieder! Seht, die Sonne geht zur Ruh', Kommt doch morgen wieder." Wenige Wochen vor seinem Ende hatte er noch in voller Rüstigkeit am 26. Dezember 1859 seinen 90. Geburtstag gefeiert. Mich hat alle Welt," so schreibt er am 5. Januar 1860 an seinen Sohn Karl Morib„ mich, den Neunzigjährigen, mit Zuschriften, Grüßen und Geburtstogsgaben überschüttet. Am meisten erfreut einen dabei die treue deutsche Gesinnung." Diese treue deutsche Ge= sinnung besaß Arndt selbst in höchstem Maße. Ste ist ihm yon feinem Geringeren bestätigt worden, als von dem Freiherrn vom Stein selbst, dessen getreuer Mitarbeiter er in den großen Tagen von Deutschlands Befreiung war. Ein vom 9. Februar 1822 dattertes Zeugnis Steins, das fich über Arndts Tätigkeit in den Jahren 1812-14 ausspricht, schließt mit den Worten:„ Herr Professor Arndt hat in der Zeit, daß er mit mir in den angegebenen Verhält= nissen stand( im Komitee zur Leitung der deutschen Angelegenheiten), sich als einen gottesfürchtigen, das Vaterland liebenden, seine Befreiung von fremdem Joch eifrig wünschenden und dazu durch Wort und Tat nach Kräften wirkenden Mann gezeigt." Vom Halleyschen Kometen. Am 11. März wird der Komet die Erdbahn zum ersten Mal schneiden, nachdem er sich der Erde schon vorher zu nähern begonnen hat. Die größte Sonnennähe fällt auf den 12. April, die größte Erdnähe bekanntlich auf den 18. Mat, nachdem die Kreuzung der Venusbahn am 3. Mai stattgefunden hat. Um den 1. Jult wird das Gestirn die Bahn des Mars durchqueren, der ihm dann gleichfalls ziemlich nahe stehen wird. Di Bahn des Jupiter erreicht den Komet erst im April 1911. Da sich dieser größte Planet des Sonnensystems dann aber in einem ganz anderen Teil seiner Bahn bewegt, wird eine größere Annäherung nicht stattfinden. Vermischtes Abenteuer zweier Fremdenlegionäre. Zwei deutsche Arbeiter, die sich der Wehrpflicht entzogen hatten, waren in die französische Fremdenkegion eingetreten; doch rach längerer Dienstzeit desertierten sie und flohen nach Melilla. Hier wandten sie sich an die spanischen Behörden, die sie nach Malaga expedierten und sie dort dem deutschen Konsul überlieferten. Dieser unterstützte sie mit Geld= mitteln und gab ihnen den Rat, nach Deutschland zurüc= zukehren und sich dort zu stellen. Sie schlichen sich als blinde Passagiere auf den Dampfer„ Mogador" und famen erst auf hoher See zum Vorschein. Dort arbeiteten sie auf. der Heimreise so fleißig, daß der Kapitän von einer Auzeige abfah und ihnen noch Zehrgeld mit auf den Weg gab. In Hamburg wurden die beiden Deserteure von der Polizei in Empfang genommen und den Militärbehörden überliefert. „ An die liebe Armendirektion". Ein Lebensmüder von Charakter war der 71jährige Dienstmann Karl Altmann aus der Petristraße in Berlin. A. hatte sich vor einigen Tagen erhängt, da seine Wirtin, bei der er 22 Jahre gewohnt hatte, gestorben war und er nun ins Siechenhaus gebracht werden sollte. Altmann richtete kurz vor seinem Tode folgenden Brief an die Armendirektion:„ An die liebe Armendirektion. Ich leide schon seit vielen Jahren an Reiken und Kreuslähmuna. Ich bin des Lebens so überdrüssig, daß ich beschlossen habe, aus der Welt zu schelden. Nehmen Sie mir das nicht übel. Ich habe mir in früheren Jahren. wo ich noch arbeiten und was verdienen fonnte, cinine 100 M eripart, welche ich auf der Sparkasse angelegt habe. um für das Alter eine Stübe zu haben. Da ich nun gänzlich erwerbsunfähig geworden bin, so habe ich mich an die Krmendireftion cemendet um Unterſtükung. angenommen, um durch sein Gehalt die Kosten seines dorIm übrigen waren seine tigen Aufenthaltes zu decken. Verhältnisse jetzt keineswegs schlechte und er trug sich sogar mit der Absicht, nach seiner völligen Wiederherstellung ir gend ein größeres Sanatorium in Deutschland durch Kauf an sich zu bringen. Noch lange sprach Doktor Selkens Bruder Bauía von ihrem Gatten und bat sie, in eine Zusammenkunft mit ihm zu willigen. Die junge Frau fonnte es ihrem Stolze jedoch nicht abringen, ihrem Mann gegenüber den ersten Schritt zur Versöhnung zu tun, sie wies vielmehr alle gutgemeinten Vorstellungen des Schwagers talt zurück, so daß dieser grollend und verstimmt abreiste. Als er dann aber fort war, stieg das Bild des einst Geliebten, Verlorenen in voller Lebendigkeit vor ihr auf und ließ sich nicht mehr verscheuchen. Nach langem schwerem Kampje mit ihrem Stolz reiste sie eines Tages ziemlich übereilt nach dem Wunderland Italien ab. Sie wollte sich nicht mit dem Gatten versöhnen, sagte sie sich, sondern nur aus der Ferne ihn sehen um zu erfahren, was er tat und trieb, und vor allem sicj zu überzeugen, ob das, was der Bruder von seiner Sehnsucht nach ihr gesagt, auch wahr sei. Dann wollte sie, ohne ihn gesprochen zu haben wieder nach Deutschland heimkehren, weil sie meinte, dann die Unruhe in ihrem Innern zum Schweigen gebracht zu haben. Heute gestand sie zu, daß sie in Wahrheit doch mehr von jener Reise erwartet als sie sich selbst eingestanden. In Neapel nahm sie in einem Hotel Quartier und machte häufig in der Dämmerungsstunde Spaziergänge nach jenem Sanatorium, welches vor der Stadt fag, aber noch fein einzigesmal war es ihr gelungen, ihren Gatten au sehen, bis der Zufall ihrem Wunsche zu Hilfe kam. Zu dem Hotel, in dem sie wohute, fand alle Abend eine Bariteevorstellung statt, beren Hauptanziehungspunkt in den Vorführungen einer Neapolitaner Ballettruppe bestand. Diese tanzte hauptsächlich Tarantella, sowie verschiedene Abarten dieses nationalen Tanzes. ( Fortseßung folgt.) Un dar nto ba er It h en be Nr fon wi ge fch am ver voy dro her fch ge te in fet fter hie gen 100 Sid tein aus bab fal tic er seh for Ieb schn am fein lie ha 30 30 po 0 N re fto 11 13 20 19 01 9 96 DE 10 11 te G 12 ve Die B rel bie ge ber gef 0 er er h= Q= en te It te en nd et St ch 11, it de ta er 90. nt ent 18= ei C= UE 11 r 1. 6= hat Filt[ 11= ig It er er Die Erd ng 1. en, 11. er rd iche ch 11, est ldid= als men auf Beg Del Den 1031 gen ge= aug nem die hven 8 10 chel- in nen affe ben. habe 1111. dor feine fogar auf VON ihm Colze cften gut , 10 dann Vera reifte land vers. jehen njucht n vidj vieder n bie aben melt ben. und Jünge aber Satten tam O eine ft in Staub. iebene Und sie ist mir auch gewährt worden, wofür ich herzlich dante. Da ich nun aber durch diese Wohltat mein Geld nicht alles verbraucht habe, so ist mein Wunsch und Wille, daß die Armendirektion alles, was ich noch habe, zurückerhält, Nehmen Sie es hin, und ich bitte Sie recht herzlich, mir das nicht übel zu nehmen, daß ich es so gemacht habe." Webergriffe eines Polizeibeamten. Ein großer Auflauf entstand am Mittwoch abend nach einer Meldung des B. T. beim Zapfenstreich an der Kaserne des Infanterieregiments Nr. 22 in Gleiwib. Ein Polizeibeamter gab einer Zivilperfon ungerechterweise eine schallende Ohrfeige. Hierüber entwickelte fich eine Streiterei, die zu einer bedeutsamen Kundgebung gegen die Polizei ausartete. Hunderte von Men= schen versammelten sich und nahmen gegen die Polizeibe= amten eine drohende Stellung ein. Diese zogen blauf und verteidigten sich mit der Waffe. Viele Verwundungen sind vorgekommen. Die Situation wurde schließlich so gefahrdrohend, daß aus der Kaserne Militär zur Hilfeleistung herangezogen werden mußte. Die Menge zerstreute sich schließlich. Eine große Anzahl Verhaftungen wurden vorgenommen. Um die Stellung eines Theaterdichters am Stadttheater in Kiel hat sich dieser Tage ein Jüngling aus Sebnitz in Sachsen beworben. Das in seiner naiven Ernsthaftigfeit sehr vergnügliche Schreiben hat nach den Kieler Neuesten Nachrichten folgenden Wortlaut:„ Ich erlaube mir hierdurch die höfliche Anfrage an Sie zu richten, ob Sie geneigt wären, mich an Ihrem Theater anzunehmen. Ich wollte gerne eine Stelle als Schauspielschreiber( Dramen= dichter) oder Schauspieler erhalten. Ich bin jedoch noch an keinem Theater angestellt gewesen, sondern will mich erst ausbilden zu einem tüchtigen Dichter, da ich die Gabe habe, schöne Dramen zu schreiben. Auch bin ich sehr mustfalisch, habe Violine gelernt und lerne sehr leicht. Zum tüchtigen Ausbilden habe ich doch noch Zeit, denn ich bin erst ziemlich 16% Jahre alt( geb. 22. 8. 93). Es würde mir sehr angenehm sein, wenn Sie mir sofort Nachricht zufommen ließen. Ich bin gegenwärtig noch Kaufmannslehrling, aber aus guten Gründen( oft Streitigkeiten, schwere Arbeit usw.) will ich fort. Ich habe nur Interesse am Dichten und Darstellen. Also wenn es Ihnen möglich sein sollte, mir den Wunsch zu erfüllen, so wäre es mir lieb, wenn Sie mir mitteilten über Wohnung, Kost, Gehalt usw. Ich hätte es gern, wenn ich am 1. April antreten könnte. Ihre werten Nachrichten gern erwartend, zeichne ich ergebenst N. N." König Leopold II. von Belgien als französischer Thron= anwärter. Wie der Temps berichtet, liegen in den französischen Staatsarchiven die Nachweise, daß König Levpold II. von Belgien sich zweimal ernstlich um die französische Königskrone beworben hat, um den Lieblingsgedanken Napoleons III., Belgien mit Frankreich unter demselben Herrscher zu vereinigen, unter glücklicheren Verhältnissen zur Ausführung zu bringen. Den ersten der= artigen Versuch habe König Leopold im Jahre 1871 nach Niederwerfung der Kommune gemacht, den zweiten, dessen Datum das französische Blatt nicht angibt, während einer schweren inneren Krise der Republik. Da über die Absichten Leopolds II. abschließende Dokumente vorlägen, deren Veröffentlichung der französischen Regierung im gegenwärtigen Moment aber nicht opportun erscheine, so könne über diese Seite der politischen Tätigkeit des kürzlich verstorbenen Königs der Belgier ein Zweifel nicht mehr obwalten. Die Verantwortung für diese Meldung muß man dem Temps überlassen. Bombenwürfe von der Flugmaschine aus. Aus Los Angeles wird berichtet: Die praktischen Versuche mit dem Ausmeifen von Bomben aus fliegenden Aeroplanen. die in Gegenwart deutscher, französischer und amerikanischer Offiziere am Mittwoch in Los Angeles vorgenommen wurden haben mit einem völligen Mißerfolg geendet. PaulHan stieg in seiner Flugmaschine mit dem amerikanische: 1 Leutnant Beck auf, der nun versuchte, aus dem Mercan Explosivkörper nach einem markierten Ziel zu werfen. Obgleich der als Ziel markierte Platz etwa 7 Meter lang und 7 Meter breit war, gelang es nicht, im Fliegen auch nur eine einzige der Bomben ins Ziel zu bringen. Sie alle fielen mehrere Meter abseits der markierten Fläche zu Boden. Ein Preis für Verkehr mit einem Planeten“, wobei der Mars ausdrücklich ausgeschlossen ist, ist für das Jahr 1910 von der französischen Akademie der Wissenschaften zu vergeben. Es ist dics der Peter Guzman- Preis von 100 000 Franks Höhe, den die Witwe Guzmans dem ausgesetzt hat, der mit einem anderen Planeten als dem Mars irgendeine Verständigung erzielt. Bis es jemandem gelingt, diese Bedingung zu erfüllen, werden die Zinsen zum Kapital geschlagen, um dann nach je sünf Jahren in Form anderer Preise für Fortschritte auf dem Gebiete der Astronomie verteilt zu werden. Man kann darauf schwören. daß dieser Preis für Fortschritte der Astronomie recht oft zur Verteilung gelangen wird, ehe das Kapital als Preis weggegeben wird. Ein Reford- Sonorar von 700 000 M hat, wie aus Neuyork berichtet wird, der bekannte amerikanische Rechtsanwalt Samuel Untermeyer in diesen Tagen in sein Einnahmebuch eintragen können. Die hübsche Summe bedentet das verabredete Honorar für die Bemühungen, die der amerikanische Advokat für die Verschmelzung der Boston Consolidated- und der Utah- Kupfergesellschaften aufgewandt hat. Seine Gebühren wurden ihm zum Teil in bar, zun Teil in der Form von 3250 Aftten der Utah- Gesellschaft ausbezahlt, deren Marktwert pro Stück 212. beträgt. Geschützfalven durch den Seismograph registriert. Aus Petersburg wird berichtet: Am 6. Januar registrierte der Seismograph der Vulkowschen Sternwarte zwischen mittags und nachmittags fortwährend aufeinanderfolgende Grdstöße und Erschütterungen. Es wurde festgestellt, daß Diese Erscheinungen in Zarskoje- Sicln, das in der Nähe von Bulfowo liegt, den Ursprung haben. Wie es sich nun später herausstellte, hatte der Seismograph die anläßlich des Epiphaniasfestes in Barskoje- Sjelo bei der Wasserweiße in Gegenwart des Kaisers abgegebenen Geschüssalven arnou verzeichnet. Die Riesenkraft eines Toblüchtigen führte am Sonn lag in einem Gefängnis in Trenton- Gaol, New- Jersen, zu einer aufregenden Szene. Der zum Tode verurteilte Mörder Giovanni Mayoni wurde plößlich tobsüchtig und gab ein fast wunderbares Beispiel riesiger Krast. Er zerschietterte zunächst in seiner Zelle alle Gegenstände, auch die eiserne Bettstelle, und riß dann die mächtigen schweren Eisenbarren der Türvergitterung aus den Angeln. Aus der Wand zerrte er ein langes, fast ein 3oll dickes Bleistid, das er mit den Händen so leicht umbog, als handelte es sich um eine Weidenrute, und mit dieser Waffe in der Hand bahnte er sich den Weg auf den Korridor. Während Dieses Ausbruches blinder Wut schrie Mayoni, der ein sehr frästiger Mann ist, wie ein vom Teufel Besessener: die Wärter waren so überrascht und verblüfft, daß sie sich in respektvoller Entfernung von dem wahnsinnigen Herkules hielten und ziemlich fassungslos berieten, was man tun fönne. Der Gefängnisgeistliche, der herbeieilte, um den Wütenden zu beruhigen, wurde von Mayoni jo bestig angefahren und bedroht, daß der gute Bater entfebt und laut un Hilfe rufend davonlief. Inzwischen hatte der Lobsüchtige die Bitterverren teils ausgeriffen, teils so weit verbogen, daß er seine Belle verlassen fonnte. Er schien gesonnen, alle Mörder, die in den Nachbarzellen eingesperrt waren, zu befreien. Aber inzwischen hatten die verblüffter wärter endlich ihre Fassung wiedergewonnen. Sie alle taten sich zu einem Angriff auf den tobenden Siejen zusammen. brend non der oberen Galerie des Ganges aus einer der Beamten einen mächtigen Strahl eiskalten Wassers in das Gesicht, Mahonis richtete, griffen ihn je 15 Wärter von vorm und im Rücken an, warfen den Widerspenstigen zu Boden und fesselten ihn trotz aller Gegenwehr und der fürchterlichsten Drohungen. Die Gefängnisdirektion fennt keinen ähnlichen Fall von beispiellofer Körperkraft; die dicken Eisenbarren, die sonst gewöhnlich für schwere Verbrecher angewandt werden, sind halb so dick, wie die Vergitterung der Zelle Mayonis. Man nimmt an, daß der Wahnsinnsanfall eine abnorme Steigerung der Muskelfraft bewirkt haben müsse. Eisenbahnräuber bei der Arbeit. Nach einer furzen Ruhepause haben die gefürchteten Bahnräuber von Missouri ihre unheimliche Tätigkeit mit einem verwegenen Ueberfall auf den von Kansasbiry ausgehenden Erpreßzug der Missouri- Pacificbahn wieder aufgenommen. Der leberfall geschah etwa 40 Meilen hinter Saint- Louis, wo zwei der Räuber den Zug als Passagiere bestiegen hatten. Wenige Meilen später wurde der Zug von zwei Männern durch das Schwenken roter Raternen auf offener Strede zum Halten gebracht. Die beiden sprangen dann auf die Lokomotive, wo sie Führer und Heizer mit vorgehaltenem Revolver in Schach hielten, während andere den Zug be= stiegen und die Begleitmannschaft zur Flucht zwangen. Nachdem die Wagen von der Maschine gekoppelt waren, erhielt der Lokomotivführer den Befehl, sechs Meilen vorzufahren. Die Banditen erbeuteten 25 Postsäcke. Was sie an Wert enthielten, ist nicht bekannt. Den im Zuge befind= lichen Geldschrank haben sie indessen nicht zu öffnen vermocht. Erst nach mehr als zwölf Stunden wurde den in den Coupees eingeschlossenen Passagieren Hilfe gebracht und die Verfolgung der Räuber durch Hunderte von Bluthunden unterstützte Sheriffs aufgenommen. Reingefallen. Frau eines Verteidigers:„ Da hast du Verteidiger: also den Einbrecher nicht fret bekommen?" " Ja,... denke dir nur, wie ich im schönsten Herausstreichen war, da konnte der Kerl das Lachen nicht mehr halten!" Wunder der Chirurgie. Menschen ohne Kehlkopf, Zunge und Speiseröhre. Professor Th. Gluck von der Berliner Universität hielt, wie man der Inf." aus Wien meldet. vor wenigen Tagen in der Freien Chirurgenvereinigung einen Vortrag, bet welchem Patienten vorgeführt wurden, denen sowohl der Kehlkopf oder die Zunge, als auch Teile des Rachens und der Speiseröhre entfernt und durch künstliche Organe ersetzt worden waren und die trotzdem nicht allein den Eindruck ganz gesunder Personen machten, sondern sogar ihre Berufe ohne jegliche Störung ausüben fonnten. Unter th= nen befinden sich Leute, an denen die Operation schon vor mehr als einem Dezennium, ia sogar bereits vor 15 Jahren vorgenommen wurde und wo es gelang, die verloren geglaubte Sprachfähigkeit auf fünstlichem Wege wiederherzustellen. Es gibt Patienten, denen infolge krebsartiger Erfrankungen die Zunge entfernt werden mußte. Früher verband sich mit einer solchen Operation unbedingt der Verluft jeglichen Sprechvermögens und die Unglücklichen waren nur tmstande, lallende Laute ohne jede Artifulation von fich zu geben. Hierin hat die moderne Chirurgie in geradezu überraschender Weise Wandel geschaffen. Nach den Ausführungen Profeffor Glucks ist für das Sprechen nicht, wie allgemein in Laienkreisen geglaubt wird. Zunge und Kehlfepf das wichtigste Organ, sondern das Ansabrohr, durch welches in Mund- und Nasenhöhle der gelieferte Ton als das vernehmbar wird, was wir Sprache nennen. Wie dieses Geräusch oder dieser Ton erzeugt wird, sei es aus Speiseröhre, aus dem Magen stammend oder aus den Lungen herrührend oder durch automatische Blasebälge erzeugt, ist eigentlich für den Effekt bedeutungslos. Aus diefen Gründen kann man zur Erzeugung der nötigen Geräusche, welche dann zu Worten geformt werden, sonar phonographische Platten oder einen fünstlichen Kehlkopf verwenden. Das wichtiaste Sprachoraan, das natürlich auf feinen Fall fehlen darf, ist jenes Rohr, das sich an die Kehlkopfpfeife ansett. Manche Patienten haben sich ganz eigenartige Systeme nicht allein zurechtgelegt, sondern auch mit der Zeit praktisch durchführen gelernt, um ihre Sprache wiederzugewinnen, und die Erfolge beweisen, daß es auch für das Sprechen andere Methoden gibt, als jene, die der normale. gesunde Mensch für gewöhnlich in Anwendung bringt. Einer der Patienten beispielsweise pflegt, cs ge hört hierzu allerdings eine gewisse Uebung, feinen Minnd voll mit Luft zu nehmen, die Luft dann zu verschluckan und hierauf auszuatmen, wobei in der Speiseröhre oder im Schlundfopf gewisse Geräusche entstehen. Formt nun der Mann zu gleicher Zeit den Mund so wie er es als Find beim Sprechen lernte, so entstehen deutlich hörbare Morte. Da jedoch diese Methode nicht immer ausreichend ist, so hat Professor Gluck Versuche vorgenommen, die auch glänzend gelangen, nach denen die Stimme durch Gram= mophonplatten geliefert wird; der Apparat wird mechanisch in Bewegung gesetzt. Auch ein kleiner Elektromotor, der winzine Blafebälae treibt und einen unaufhörlichen Strom von Luft erzeuat, leistet glänzende Dienste. Man kann den Motor auch entbehren und bewegt die Bälge dann mittels einer Kurbel. Die Hochflut in Paris. Das Hochwasserunglück in Baris lastete auch gestern noch in seiner ganzen Schivere auf der Hauptstadt Frankreichs. Aus den Gebieten der oberen Seine, der Marne und Yonne Hegen jetzt gute Nachrichten vor, aber es wird sicherlich noch einiger Tage bedürfen, bis sich das dortige Fallen des Spiegels auch in Paris fühlbar macht. Die Hauptgefahr, ia fast die einzige Gefahr liegt denn auch längst nicht mehr in einem etwaigen direkten Uebertreten der Seine über die Kaibrüstungen, sondern in dem ungeheuren, noch keineswegs geminderten Drucke, dem die seit mehreren Tagen gänzlich überfluteten Kanalisationen und unterirdischen Stadtbahnlinien ausgesezt sind. Ganz Paris steht auf einem weitverzweigten, tausendarmigen Netzwerf von unterirdischen Kanälen, Rinnen, Adern und HöhYungen, die für die Abfuhr der Fäkalien, für die Gas- und Elektrizitätsleitungen, für die Stadtbahnlinien und etliche andere Bedürfnisse dienen. Der Untergrund ist hohl wie der eines Bergwerks, und an einzelnen Stellen erreicht der Straßendamm, wie fürzlich eingetretene Risse und Bruchstellen deutlich zeigten, taum 40 oder 50 Zentimeter Dice. Die in die Kanäle eingedrungenen Wassermassen haben all das gewaltig gelockert und unterminiert, jo daß sich jeden Augenblick Erdeutsche, Häusereinstürze und andere Katastrophen an Punkten einstellen fönnen, die filometerweit von der Seine entfernt sind. Da aus dem unterirdischen Bahnhof des Duai d'Orsay immer neue Wassermassen hervorbringen, nimmt die Ueberschwemmung in der Rue de Lille und in den benachbarten Straßen fortdauernd zu. Das Wasser steht dort bereits 2 Meter hoch. Die deutsche Botschaft ist von allen Seiten abgeschnitten und nur mittels umständlicher Kahnfahrten zu erreichen. Der Berkehr zwischen dem Kanz lei und dem Botschaftsgebäude ist nur über das Dach eines fleinen Verbindungsflügels möglich. Das deutsche onsulat mußte heute geräumt werden; die Beamten und das Dienstpersonal fonnten das Haus nur mit Mühe verlassen. Auch das Mädchenheim in derselben Straße wurde heute geräumt. Die Parterrewohnungen aller Straßen der Gegend find vollständig überschwemmit. Unaufhörlich müssen Kähne aufgeboten werden, um schwererkrankte Leute aus den gefährdeten Wohnungen zu bergen. Die Verpraniantierung ist mit der größten Schwierig= feiten verbunden, so daß die meisten Leute die überschwemmten Wohnungen verlassen. Die Lage in der Nähe des Bahnhofs St. Lazare ist höchst bedenklich. Die Stra Ben gleichen hier reißenden Flüssen. Die GasfanSelaber verfinfen allmählich im Boden. Das mit dem Bahnhof verbundene Hoief Terminus mußie auf volizeilichen Beicht geräumt werden. In der Umgebung der Notre- Dame- Kirche ist das Hochwasser im Steigen begrifsen. Der Kreuzgang der Kirche zeigte um 11 Uhr vor mittags one Sodensenfung. 10,423 Telephonabonnenten sind vom Verkehr abgeschnitten. Der Variser Telegra phenzentrale dreht das Eindringen des Wassers in d Räumlichkeiten, in denen sich auch die Kabelleitumgen befinden. Das Weiler im Heizraum ist zur Höhe vor 4 Meter gestiegen und hat in der Abwicklung des Dienstes grose Taiwung bervorgerufen. Viele Linien sind gegenivärtig brauchbar; jedoch werden die wichtigsten VerSindungen mit den großen Städten und der Mehrzahl der auswärtigen auptstädie aufrecht erhalten. Die direkten telegravgiden Verbindungen mit Cesterreich, England, Holland, Danemark und vielen Städten in Frankreich find unterbrochen. Der Untergrundbahnhof Tuilleries steh: fait ganz unter Wasser. Die Flut ist auch in die Keller der Markthallen gedrungen, so daß die dort lagernden Waren heraufgebrachi werden mußten. An der Place Pereire ist ein Sammeikanal geborsten: die Wassermassen ergossen sich so schnell in die Arbeitsstätten der im Bau begriffenen Untergrundbahn, daß diese von den Arbeitern in after Haft geräumt werden mußten. Auf den Champs Elysees verschwand ein Kutscher mitfauri feinem Vierbe in einer Erdienfung. Der Kutscher wurde gereitet. Auf dem Place de l'Opera befürchtet man eine Ratastrophe. Unter ihn sind drei Untergrundbahnen übereinander angelegt. Der unterste Bahntunnel, der sich 20 Meter unter dem Pilaster befindet, füllte sich gestern mit Wasser. In der vergangenen Nacht erreichte das Hochwasser dann den zweiten Tunnel, und jetzt ist bereits der dritte von den Fluten bedroht. Der Plab wurde abgesperrt, da man jeden Augenblick den Einsturz der drei übereinander liegenden Tunnels und damit eine Zerstörung des Plaßes befürchtet. Der Gesamtschaden, den die Wassersnot anrichtete, dürfte für ganz Frankreich den Betrag von 500 Millionen erreichen. Die bisherige Staatshilfe erscheint dieser Summe gegenüber ganz ungenügend. Man reat die Aufnahme einer Staatsanleihe an. Aus den Vororten strömen massenhaft Menschen nach Paris, um hier Zuflucht su finden, während anderseits zahlreiche vermögende Leute die Stadt zu verlassen beginnen. Namentlich die Fremden beschleunigen ihre Abreise. Im Geschäftsleben ist eine schwere Stockung eingetreten, und in der Bevölkerung greift eine tiefgehende Besorgnis Platz. Die heutigen Drahtmeldungen lauten auch noch wenig hoffnungsvoll:' n Paris, 29. Januar. Um Mitternacht ließ der Minister der öffentlichen Arbeiten bekanntgeben, daß das Hochwaffer zurückgeht. Flußaufwärts nehmen die Fluten ab. Die Kanäle der Stadt und die Untergrundbahn füllen fich fedoch immer mehr mit Wasser. Dies wird noch so lange dauern. bis der Wasserstand die gleiche Höhe mit dem des Seine erreicht hat. 0 Paris, 29. Januar. Die Sammlungen für die durch die teberschwemmung Geschädigten haben bereits beinahe 1% Millionen Franken erreicht. Unwetter überall. Aus ganz Belgien kommen Nachrichten, daß das Hochwasser großen Schaden anrichtet und viel Not unter der Bevölkerung hervorruft. Am meisten hat Westilandern unter der Wassersnot zu leiden. Ganze Bezirke stehen unter Wasser, und nur die Dächer der Häuser und die Givfel der Bäume ragen noch aus den Fluten hervor. Oft hat sich die Bevölkerung der Dörfer nur mit Mühe in provi sorische Wohnungen retten können. Auch aus allen Provinzen Spaniens laufen Siobsnachrichten über Unwet ter ein, die zum Teil großen Schaden anrichteten. Aus den Pyrenäen wird starter Schneefall gemeldet. An der Nordwestküste Spaniens sind mehrere Schiffe gestrandet. Berlin, 29. Januar. Während in Berlin gestern ruhiges Frostwetter herrschte, trafen aus Norddeutschland ununterbrochen Nachrichten über schwere Schneeftürme ein, so aus Lübeck, Ostfriesland usw. Am Niederrhein befürch tet man, daß das Hochwasser zu einer Katastrophe führt. In Hen letzten 24 Stunden stürmt, schneit und regnet es ununterbrochen. Der Rhein und die Ruhr traten berart aus den Ufern, wie seit langem nicht mehr. In DuisburgMeiderich ist der ganze innere Stadtteil unter Wasser gesetzt. Drabtuachrichten und Deaestes. Prinz Heinrich zum englischen Admiral ernannt. Im englischen Amtsblatt Berlin, 29. Januar. wird die Verleihung des Ranges eines Admirals an den Prinzen Heinrich von Preußen entsprechend seinem Range als Großadmiral in der deutschen Marine bekannt ge= geben. Das englische Parlament. Loudon, 29. Januar. Nach amtlicher Bekanntmachung wird der König das Parlament am 21. Februar eröffnen. Genickstarre. Düsseldorf, 29. Januar. Hier erkrankten mehrere Kinder im ungefähren Alter von 6 Jahren an Geuldstarre. Alle Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung der Ansteckung sind getroffen. Schwere Mefferftecherei. Bottrop( Westf.), 29. Januar. Bei einer Messerstecherei zwischen italienischen und polnischen Arbeitern erhielt einer der Beteiligten sieben Messerstiche, zwei andere wurden lebensgefährlich verletzt. Tödliche Modelnufälle. wagen, 29. Januar. Ein Soldat wurde von einem Rodelschlitten so heftig angefahren, daß er bald darauf starb. In Hemer bei Iserlohn verunglückte ein 16jähriges Mädchen beim Rodeln, daß es auf der Stelle starb. Fünf Kinder verbrannt. London, 29. Januar. Unweit der Cityroad Station im Westen brach in einem dreistödigen Gebäude im obersten Geschoß, in dem fünf Kinder aflein gelassen waren, Feuer aus. Als die Feuerwehr in das brennende Zimmer gelangte, fand man die Kleinen Flammen sichend und furchtbar verletzt vor. Drei stai auf dem Beg nach dem Hospital, die anderen bald nach ihrer Ankunft. Einbruchsdiebstahl. Basel, 29. Januar. Einbrecher drangen in das Lokomotivgebände der Schweizer Bahn in Wintertur und stahlen den ganzen Lohnbetrag für das Personal in Höhe von 30,000 Franken. Von den Dieben fehlt jede Spur. Eine Räuberbaude. Bukarest, 29. Januar. Eine Bande, bestehend aus 25 mit Knüppein und Revolvern bewaffneten Einbrechern umstellten nachts die Staion Dunara. Einige der Banditen draugen in das Stationsgebäude ein, nahmen den Vorsteher Sie durchschnitten gefangen und raubten die Kaise aus. dann die Telegraphendrähte und ergriffen die Flucht. Beraltura. Rom, 29. Januar. Vom Monte Christo bei Gubbio loften sich große Gecöllmassen ab. infolge der lebten heftigen Regenglise. Zwei Bauernhäuser mit 25 Bewohnern wur den von den abstürzenden Erdmossen verschüttet. Ein Teil der Bewohner fonnte sich durch ichleunige Flucht reiten. 4 Personen eritsen schwere Berießungen und vier andere, fanden ihren Tod. Kolosseum Gießen. Heute Montag, den 31. Januar 1910 grosse Gala- Abschieds- Benefiz- Vorstellung Anfang 8 Uhr. für das beliebte Frankfurter Intime Theater Vollständig neues Programm. Anfang 8 Uhr. O Im vorderen Restaurant Abschieds- Konzert des be- O liebten Damen- Orchefters Sturm. Von morgen ab großes humoristisches Konzert des berühmten DamenOrchesters„ Eigenhäuser". Es ladet ergebenst ein Albert Rappmann. Donnerstag, den 3. Februar großer Maskenball des Deutschen Kellnerbundes in Gieken. Vergebung von Wasserleitungsarbeiten. Die zur Herstellung der Wasserversorgungsanlage für die Gemeinde Langd erforderlichen Arbetten und Lieferungen und zwar: Los I Quellfaffungsarbeiten " M II Hochbehälter in Stampfbeton mit 100 cbm Nug inhalt. III Röhrengräben, Rohrlieferungen und Verlegungs. arbeiten( guß- eder schmiedeeiserne Röhren) follan bare schriftliches Angebot bergeben werden. Pläne und Bedingungen find bei dem Unterzeichneten Zimmer Nr. 24 einzusehen, woselbst auch Angebotsbordrucke be.. atehbar find. Die Angebote sind verschlossen und postfrei bis spätestens Dienstag, den 15. Febr. 1. Js., ver. 10 Uhr auf meinem Geschäftszimmer einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart der erschienenen Bieter statt findet. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Buschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 24. Januar 1910. Der Gr. Kreisbaninspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knö II. Bergebung von Fuhrleistungen. Die bet Ausführung von Erdarbeiten in der Gutenbergaraße erforderlichen Fuhrleistungen sollen Friedberger Frühjahrs- Pferdemarkt findet Dienstag, den 8. u. Mittwoch, den 9. Febr. 1910 statt. Dienstag, den 8. Februor findet Brämiierung selbstgezüchteter Fohlen seitens des Landw. Kammer Ausschusses flatt und werden hierzu ansehnliche Beiträge bewilligt. Mittwoch, den 9. Februar Vieh- und Krämer- Markt. Zur Benutzung unserer Pferdeställe wolle man sich rechtzeitig an das unterzeichnete Komite wenden. Futter und Streu wird zu ermäßigten Preisen abgegeben. Am 9. Februar, nachmittags 4 Uhr, Verlosung von 6 schönen Arbeits- Pferden ( auf dem Markte angekauft) sowie von sonstigen Haus- und landw. Gegenständen, im ganzen 200 Gewinne. Das Pferdemarkt- Komité. Bekanntmachung. Am 1. Februar 1910 von 10 Uhr vorm. bis 2 Uhr nachm. findet die Wahl eines Vertrauensmanus( Wahlmanns) für die Wahl zur Landwirts schaftskammer im Vertrauensmännerfreis Gießen und der Bürgermeisteret statt. Klein Linden in der Gemeinde Gießen im Sizungssaal Wahlberechtigt ist nur, wer in die festgestellte Wähler, Itste eingetragen ist. Q 000000 Resentinol Neues Stadt- Theater Giessen. Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 1. Febr. 1910. Anfang 8 Uhr. Ausser Ahonnement! Erhöhte Preise! Erhöhte Preise! Ermäßigung für Abonnenten. Einmaliges Gastspiel von Mitgliedern des Frankfurter Schauspielhauses. Novität! Novität! Frau Warrens Gewerbe". Drama in 4 Aufzügen von Bernard Shaw. Deutsch pon Siegfried Trebitsch. Anfang 8 Uhr. Ende n. 10% Uhr Für Abonnenten gelten bei Vorweis des Abonnements- Blocks sowie Ablieferung des 5. Er= mäßigungs- Coupons gewönliche Preise! Mittwoch, den 2. Febr. 1910. Anfang 7 Uhr. 13.Mittwoch- Abonn.- Vorstellung Romeo und Julia. bestbewährtes, geruchloses, staubbindendes Fußbödenöl; für jeden Boden- und Treppenbelag. In Tragöde in -3 Wochen kein nasses Aufziehen nötig. Sofort begehbar, Queinverkauf in liedem Quantum fret ins Haus.. Heh, Roonftr. 31, Telephon 568. Aufzügen v. William Shakespeare. Verdingung. Bur persönlichen Teilnahme an der Wahl sind solche Verbandsangehörige berechtigt, die zur Zeit der Wahl Für die Provinzial- Siechenanstalt Oberhessen zu deutsche Reichsangehörige, männlichen Geschlechts und Sießen sollen für die Zeit vom 1. April 1910 bis einschl. bolljährig find. Ein persönlich Wahlberechtigter fann 31. März 1911 im Submissionswege bergeben werden: sich bet der Stimmabgabe durch einen Bevollmächtigten bertreten lassen. Das Wahlrecht von Verbandsangehörigen, die unter Vormundschaft oder Pflegschaft stehen oder nicht natürliche Personen sind, ist von ihren gesetzlichen Vertretern, das Wahlrecht von weiblichen Verbandsangehörigen durch Bevollmächtigte auszuüben. Stenstag, den 1. Febr. d. J., vorm. 11 Nhr Ein Bevollmächtigter muß denselben Erfordernissen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen entsprechen wie ein persönlich Wahlberechtigter, braucht llegen während der Dienftstunden bei uns zur Einsicht jedoch nicht Verbandsangehöriger zu sein. Er darf nicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, mehr als eine Vollmacht übernehmen. Die Volmacht fab pätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt berfchloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen an meisteret des Betriebssizes des Verbandsangehörigen bedarf der schriftlichen Form und ist von der Bürgeruns etazureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. foften- und stempelfret zu beurkunden. Gießen, 25. Januar 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Bei der in der Situng der Stadtverordnetenversammlung vom 20. Januar 1910 vorgenommenen planmäßigen Belosung ber am 15. Mai 1910 zur Rückaahlung 1ommenden Schuldverschreib*# gen ber Anlehen der Stadt Gießen von ben Jahren 1896, 1897 unb 1899 sind folgende Güde gezogen worden: a) bom 1896 er Anlehen. 8. O. 9, 26, 82, 85, 194, 246 . 31, 82, 70, 102, 106, 248, 301 40, 52, 111, 216, 274, 353, 427, 471 476, 504, 591, 640, 659 zu 100 Mr. zu 200 Mr. 18, 20, 39, 80, 198, 339, 412, 413 3 500 Mt. 08, 608, 688, 590, 668, 715, 716 au 1000 W. 88, 77, 80, 87, 139, 208 zu 2000 Wt. " E) am 1807 ev nichen. 84.. 10, 93, 167, 198 2. 1, 88, 125 " 99 zu 100 mt. zu 200 mt. 2. 99, 48, 81, 103, 119, 182, 293, 374 zu 500 Wit. 27, 32, 42, 72, 82, 282, 391, 434, 439 zu 1000 Mt. zu 2000 Mr. 8. 58, 56, 88 c) pom 1899er Anlehen. Ser. 1 Nr. 13, 105 zu 2000 Mr. " 201, 214, 262 zu 1000 Mr. zu 500 Mr. H 558, 561, 601, 614, 620, 626, 686 zu 200 Mr. 1 " 734, 775, 786, 788 zu 100 Mr. 383, 391, 404, 427, 451, 472 Es wird dies unter dem Anfügen zur Kenntnis der Besizer der Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung der Schuldverschreibungen a) des 1897er Anlehens: bei der Stadtkasse Gießen bet der Mitteldeutschen Kreditbank in Frankfurt a. M. und bei der Dresdener Bank daselbst; b) des 1899 er Anlehens: bei der Stadtkasse Gießen bei der Mitteldeutschen Kreditbank Filiale Gießeu Der Wahlvorstand besteht aus Oberbürgermeister Mecum als Vorfißender, Beigeordneter Keller als dessen Stellvertreter und den Bestzern Stadtverordneten Wilhelm Löber VI. und Georg Simon. Gießen, den 26. Januar 1910. Bürgermeisteret Gießen. Seller. Welanntmachung. Vom früheren Mary'schen Zimmerplaz fann Holz. erde abgegeben werden. Angebote mit Preisangabe proj cbm find umgehend an unser Tiefbauamt zu richten. Gteßen, den 28. Januar 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Die Lieferung von: 1. Fleisch- und Wurstwaren in 2 Losen, Spezereiwaren, Kaffee, Tee und Kakao, Süßrahmbutter, Eter, Milch und Backwaren lettere in 2 Losen, 2. ca. 8000 Ctr. Hüttentots in der Sterngröße 40/60 mm " 4000 Gastofs " 700 n P } in Steinkohlen( Nußkohlen I) und 20 Raummeter Tannenscheitholz, 3. Kernselfe, Schmterseife( weiße und gelbe) u. Soda, 4. Buzlumpen und sonstiges Neinigungsmaterial, 5. Bürstenwaren und Kämme, 6. Porzellan- und Glaswaren, 7. Verschiedene Materialien und Kleider pp. Versiegelte und mit entsprechender Aufschrift versehene Offerten find bis zum Eröffnungstermin Freitag, 18. Februar 1910, vorm. 10 Uhr auf dem Verwaltungsbüro einzureichen, woselbst auch die für die Lieferung geltenden Bestimmungen an den Wochentagen bon 3-5 nachmittags eingesehen werden können. Gießen, den 22. Januar 1910. Berwaltung der Provinsial- Stechenanstalt. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. ( Forfiwartet Gießen III. Forstwart Geisel). Donnerstag, 3. Februar 1010 Stottern, bormittags 9% ühr beginnend,| Lispele, schwere Zunge heilt werden in den Waldungen der Dir. F. Baum, Darmstadt, Bismarckstraße 48. Stadt Gießen in den bteilungen Wanuead, Banhüttendörner, versteigert: te Behrherra, die Behrlinge oder Lehrmädchen einstellen und die Eltern, dte thre Kinder in Lehrstellen unter- Büsschenschlag und Gatolache bringen wollen, machen wir auf die unentgeltliche Lehrstellen vermittlung des städtischen Arbeitsnachweises aufmerksam. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Asterweg Nr. 9. Telephon 95. Unentgeltliche Arbeitsvermittelung. 27. Januar 1910. Es lönnen eingestellt werden: 1 Möbelschreiner, 1 Lackterer, 1 Hausbursche, 4 Dienstmädchen, 3 Laufmädchen, 1 Lauffrau. Behrlinge: 1 Schlosser, 1 Kaufmann, 2 Buchbinder, 1 Tapezterer und Polsterer. Es suchen Arbeit: 2 Spengler, 1 Korbmacher, 1 Schuhmacher, 2 Schreiber, 1 Dachdecker, 1 Sattler, 1 Kernmacher, 1 Weißbinder, 2 Bimmerleute, 3 Schmiede, 2 Tapezterer und Polsterer, erfolgen kann, sowie, daß die Berzinsung am 15. Mai 1910 aufhört. 2 Wagner, 4 Bauschlosser, 1 Hetzer und Maschinist, Von den in früheren Jahren ausgeloſten Schuld= 1 Eisendreher, 3 Hausburschen, 10 Arbeiter, 2 Bauverschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung schreiner, 2 Jahrburschen, 2 Lauffrauen. vorgelegt worden: Lit. D. 47,55 zu 100 Mr. " R. 54 zu 200 Mr. S. 135 " 7 zu 500 Mr. V. 180 zu 100 Mr. zu 200 Mr. Ser. 1. Nr. 683 Gießen, den 21. Januar 1910. Großh. Bürgermeisterei. + Frauen! Mecum. Dr. Schäffers Monatspulver ist tausendfach anerkannt und bewährt bei Siörungen und Unregelmässigkeiten. Keine der vielen Nachahmungen hat solche Erfolge aufzuweisen, wie Dr. Schäffers echtes Monatspulve Unschädlich 8. Garantiescheine! Preis nur Mk. 3.-. Bei Bestellung das berühmte Frauenbuch von Dr. Schäffer: ,, Die Störungen der Periode" gratis. Diskreter Versand direkt durch. Dr. Schaffer& Co., Berlin 44, Friedrichstr. 243. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Kaufmann. D 444 Fichtenderbstang m. 57,47 fm 2 Rm. Eichenscheitholz 5,4 Kiefernscheitholz " " 4 Eichenknüppelholz 144,4 Kiefernknüppelholz " Fichtenknüppelholz 19 Kiefernstock 40 Well. Eichenreisig " 1330 Kiefernreisig „ Fichtenreisig 20 Die Zusammenkunft ist auf dem Anneröder Weg an der 6. Schneiſe. Gießen, den 27. Januar 1910. Großh. Bürgermeister et Gießen. J. V.: Keller. Empfohlen durch die oberste Schulbehörde, da ich den Kursus der Schulen in Darmstadt leitete. Kursus in Giessen. Weftaulage 5 III. 1010101010101 Braubach& Fischer Färberei Grösster Betrieb 00000000 Grossh, Hessen::: Chem. Waschanstalt Seltersweg 79 a Tel. 627 dieser Branche im Gegründet 1848 suchen wir Personen, die Für jedes Dorf, für jede Stadt Neuenweg 4 abends 5 Mark reell und ohne Mühe verdienen wollen. "" 553 15 elgene Läden. Be- Färberei- Versandt- Geschäft. schäftigung angeben. Offerten Post- und Bahnsendungen werden an H. Scholten, Coblenz. Bine 20 pferdestarte stationäre Lokomobile zu verkaufen. Offerten an die Exp. des Blattes. 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Februar bei uns er Termin bei Gieße Die 3 Aftienbraue Mit dem ften Nachrichte wöchentlich dr Alle unie beiter und G her erwiesene fernerhin ant immer steigen erstattung, der men fönnen. wofür wöchen beilage -Be paar b Kaisers bi Om Ber der Entwu Schriften üb tenhaus lesloot sob a Dar Buchner Klasse erha ordnetenhaus Polizeipräsid famtbautofter gebäude foll om heure Sa auf dem