Hatheater essen. mann Steingoetter. 28. Juni 1910, 8 Uhr Bad Nauheimer heaters. ent- Vorstellung. nerbaron. 茶茶 茶茶 茶 beiter. 5-20 Erbarbeiter g Wilden bei Siegen. Durth Salchendorf bei firchen in Hand Küche und Zub., Scheune, in der Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. - Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Ertrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 89. Bekanntmachung. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes = sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein) Donnerstag, 30. Juni 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pig., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. zu vergeben sind: 428,75 Mt. Zinsen aus der Stiftung der Konrad Balthaser Lang Erben an zwei bedürftige, evangelische Bewohner Gießens, die mindestens 60 Jahre alt sind. Meldungen nimmt das Armenamt bis 15. Juli ist zu vermieten, 1910 entgegen. faufen. on, Wiefedt. Fletßiges nädchen ntreten. Näheres des Blattes. enkopf p❝ Pensp. 4 Mark h. Heuser. riegelei Telefon 84. Gießen, den 23. Juni 1910. Bürgermeisterei. Keller. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur Kenntnis der Interessenten. Gießen, den 28. Juni 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Betr.: Den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 11. April If. Js.( Kreisblatt Nr. 30, 31 und 33) werden Befizer von vor dem 1. April zum Verkehr zugelassenen = Großer Ministerwechsel. ( Nachdruck verboten.) Der„ Reichsanzeiger" gibt den Rücktritt des preußischen Finanzministers Freiherrn von Rheinbaben und die Ernennung des Oberbürgermeisters Dr. Lenze Magdeburg zu dessen Nachfolger bekannt. Weiter meldet er den Rücktritt des Fürsten R a dolin, des Botschäfters in Paris, der durch den Staatssekretär des Auswärtigen Freiherrn v. Schoen ersetzt werde, an dessen Stelle Herr v. Kiderlen- Wae ch= nmeldung unster, Gesandter in Bukarest, trete. atenten an dad anschluss Frankfurt a. M. 28. jederzeit kostenlos. man pin Derallerhältlich. ht und die . Juni 1910 Fledpreife n Steken 80-88 fg. 80-84 80-96 preffe in Gießen brot 2 kg 62 Pf. argbrot 2kg 54Pf. Wir wissen uns nicht zu erinnern, daß in den letzten Jahrzehnten jemals so starte Verschiebungen in den höchften Staatsstellen des Reichs und Preußens stattgefunden hätten, wie in den letzten vier Wochen. Zwei Staatssetretäre und drei preußische Minister sind gegangen und man weiß nicht, was noch kommen mag". Es gibt noch verschiedene Staatssekretäre und Minister, von denen behauptet wird, daß sie nicht mehr fest im Sattel säßen. Mit Ueberblicken wir das Revirement der letzten Wochen im allgemeinen, so wird man wohl noch taum die Behaupt ung aufrecht erhalten können, daß Herr von Bethmann= Hollweg nur Männer der konservativ- klerikalen Richtung um fich sehen wolle. Denn der scheidende Minister von Rheinbaben war ein ausgesprochener Liebling der Konservativen, während sein Nachfolger, bisheriger Oberbürgermeister einer sehr liberalen Großstadt, wenn auch vielleicht nicht ausgesprochen liberal, so doch sicherlich nicht parteimäßig konser vativ ist. Auch der neue Staatssekretär des Aeußeren, Herr von Kiderlen- Waechter, paßt sicherlich nicht in die Schablone eines muckerischen und reaktionären Fanatikers. dem angeblich ausgesprochen schwarzblauen Ministerium ist es also nichts. Betrachtet man vielmehr die neue Ministerliste ohne Voreingenommenheit, so wird man den Eindruck gewinnen, daß der Ministerpräsident junge und als tüchtig erprobte Kräfte um sich sammeln wollte und daß er, abgesehen von Herrn v. Dallwitz der aber auch schon als anhaltischer Minister gezeigt hatte, daß er trotz seiner früheren konservativen Parteizugehörigkeit als Staatsmann nicht Parteimann sein will es sogar absichtlich vermiehohen den hat, ausgeprägte Parteimänner in die neuen Staatsstellungen zu berufen. Der Reichskanzler will also in Preußen und im Reiche offenbar Beamtenminiferien haben, die keiner Partei zu Liebe und keiner zu Leide regieren. Dies ist der einzig richtige Standpunkt in einem Staate, in dem wir heute eine konservativ liberale, chenmarkte tofteten morgen eine fonservativ- flerikale und übermorgen vielleicht Der Pfb. 80-96 ef. p. fb. 96 Bfb. 80-84 60-84 er fb Sello 6.00-00.00 9.00-10.00 Std. 0.20-0.30 und 0.00-035 00.00-00.00 00.00-00.00 0.50-0.00 20 Ihr nachmittage. ginn der Martt er Maritzelt im cine flerital- sozialistische Parlamentsmehrheit haben. Was im einzelnen die aus dem Amte ausscheidenden Herrn und die neuen Männer anbelangt, so wird man von Rheinbaben die Anerkennung nicht versagen können, daß er ein tüchtiger und gewandter Minister gewesen ist. Wir haben selten eine so vortreffliche, staatsmännische und dabei doch zugleich menschlich warmherzige Rede gehört, wie diejenige, die Herr von Rheinbaben im Frühjahr 1909 zugunsten der Reichserbschaftssteuer gehalten hat. Es war, als ob er genau voraus geahnt hätte, welches Unheil aus der Ablehnung dieser Steuer erwachsen würde. Was seine spezielle Tätigkeit als preußischer Finanzminister anbelangt, Kraftzweirädern wiederholt darauf aufmerksam ge= macht, daß nach§ 39 Abs. 2 der Bundesratsverordnung vom 3. Februar 1910 nur Kennzeichen von größerer Avmessung bis zum 1. April 1911 beibehalten werden dürfen. Die Kennzeichen müssen im übrigen der Vorschrift des§ 8 Abs. 4 a. a. D. entsprechen, also schon vom 1. April 1910 ab beiderseitig beschrieben und in der Fahrtrichtung ange= bracht sein. Selbstverständlich bedürfen auch die hiernach neu her= gerichteten Kennzeichen der Abstempelung, zu welchem Zweck uns die Krafträder mit den Kennzeichen vorzuführen sind. Gießen, den 27. Juni 1910. Großh. Kreisamt Gießen. gez.: Dr. Usinger. Betr.: Polizeiverordnung vom 2. März 1901, die Benutzung der Bürgersteige in der Provinzialhauptstadt Gießen. Bekanntmachung. Auf Grund des Artikels 56 Abs. 2 Ziffer 1 der Städteordnung wird nach Anhörung der Stadtverordneten- Versammlung und mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Inso wäre es für seinen Nachruhm vielleicht besser gewesen, wenn er schon vor drei oder vier Jahren das Feld ge= räumt hätte. Er war ein guter Schüler Miquels, aber die stets glückliche Hand seines Meisters fehlte ihm. Sein Nachfolger, der den großen Sprung vom Magdeburger Oberbürgermeister zum preußischen Finanzminister gemacht hat, wird Hervorragendes leisten müssen, wenn er die goldene Aera Miquels wieder herbeiführen will. er P Der scheidende Staatssekretär des Aeußeren hat im letzten Jahre viele Angriffe erdulden müssen, von denen zweifellos manche übertrieben und ungerecht gewesen sind. Er hat in der Frage der Reorganisation des Auswärtigen Amts manche nüßliche und praktische Neuerung getroffen, zu einer Reorganisation wirklich großen Stils haben ihm vor allem die materiellen Mittel gefehlt. Auf seinem neuen Posten in Paris wird er Gutes wirken können, da von seiner früheren Tätigkeit bei der Pariser deutschen Botdort schaft her dort außerordentlich beliebt ist. Daß er aus übertriebener Franzosenfreundschaft die deutschen Interessen vernachlässigen wird, glauben wir schon darum nicht, weil er sicherlich nicht die in dieser Richtung früher gegen ihn erhobenen Vorwürfe wird rechtfertigen wollen. Schließ= lich möchten wir noch eins erwähnen. Weil Herr v. Schoen früher Hofmann gewesen ist, ist er oft verdächtigt wor= den, ein gefügiger Höfling zu sein. Wir wissen zuverlässig, daß dieser Vorwurf ungerechtfertigt ist. Herr v. Schoen hat mehr als einmal auch der höchsten Stelle gegenüber abweich ende Meinungen mit aller Bestimmtheit vertreten. Sein Nachfolger ist von vornherein gegen den Vorwurf des Höflings gefeit. Wenn man ihm einen Vorwurf ma= chen wollte, so könnte es höchstens der gegenteilige sein, nämlich daß er seine schwäbische Gradheit manchmal zu wenig einzügelt. Dieser Fehler, wofern es überhaupt einer ist, denn in unserer Zeit haben wir derartige Persönlich= feiten eher zu wenig als zu viel, wird aber mehr als ausgeglichen durch die außerordentliche Tüchtigkeit und Kludheit Kiderlens. Eigenschaften, die selbst von Männern anerkannt werden, die ihm persönlich nicht gerade zugetan sind. Einer dieser Männer, der sich in sehr hoher Stellung befindet und ein sehr berufenes Urteil besitzt, hat schon vor Jahr und Tag den Wunsch geäußert, Kiderlen- Waechter an der Spie der Auswärtigen Angelegenheiten zu sehen. So braucht man also wahrlich kein berufsmäßiger Optimist zu sein, um doch mit den Veränderungen in den höchsten Staatsstellen im großen und ganzen zufrieden zu sein. Die neuen Minister werden hoffentlich den verfahrenen Karren aus dem Sumpfe ziehen. Zeit dazu ist es. Keine Wehrsteuer. Das Ergebnis der im Reichsschabamt abgehaltenen Bezwei sprechung zwischen Vertretern der Regierung und je Delegierten jeder Reichstagsfraktion ist völlig negativ gewesen. Die Bemühungen für eine Verständigung wegen einer Wehrsteuer haben sich in dreifacher Richtung bewegt, und zwar erstreckten sich die Vorschläge: 1. auf eine allge= meine Kopfsteuer, 2. auf eine Sonderbesteuerung der nicht zur Einstellung gelangenden Leute, die zum einjährigen Dienst berechtigt find, 3. auf eine lassenweise abgestufte Wehrsteuer. Die Regierung hat nunmehr wegen der Ablehnung dieser Vorschläge den Gedanken einer Wehrsteuer überhaupt fallen gelassen. Die Bemühungen der Reichsbehörden auf Besserstellung der Kriegsveteranen gehen jetzt 21. Jahrg. nern vom 4. Juni 1910 zu Nr. M. d. J. 9068 dem§ 3 der vorgenannten Polizeiverordnung als Absatz 2 folgende Bestimmung hinzugefügt: ,, Wo keine besonderen Ueberfahrten bestehen, sind zur Sicherung der Bürgersteige gegen Beschädigungen den Randsteinen starte Bohlenpritschen vorzulagern, und der Bürgersteig ist durch entsprechend starken Bohlenbelag zu schützen". Die Zusatz tritt mit dem 15. Juli 1910 in Kraft. Gießen, den 25. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiam t. Gebhardt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten wird die Südanlage zwischen Goethe- und Bleichstraße von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerks- und Radfahrvertehr gesperrt. Gießen, den 25. Juni 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. vielmehr dahin, die zu dem Veteranenbeihilfen- Aufwande ( von 24 Millionen Mark) zuzüglich erforderlichen 7 bis 9 Millionen mit etwa 6 Millionen der Reichszuwachssteuer zu entnehmen und den Rest vorläufig aus allgemeinen Ersparnissen zu decken. Die Ablehnung der Wehrsteuer lediglich für die nicht zum Dienst eingezogener Leute mit Einjährig Freiwilligenberechtigung soll auch damit begründet worden sein, daß die Abschaffung des Einjährigen Privilegs mäglicherweise in nicht allzu weiter Ferne liege und daß es der Armee, besonders im Großen Generalstabe, sehr hochgestellte und einflußreiche Offiziere gebe, die lieber heute als morgen das französische Beispiel bei uns nachgeahmt sähen, wonach alles 23 Monate unter der Fahne bleibt und die zum Reserveoffizier qualifizierten Mannschaften direkt nach der Dienst= zeit zum Offizier befördert werden. Hessischer Landtag. In der Sitzung der Zweiten Kammer am Dienstag, in welcher der erste Vizepräsident Dr. Schmitt den Vorsitz führte, wurde sofort in die Spezialberatung des Ge= meinde umlagen- Gese es eingetreten. Artikel 1 fand ohne Debatte Annahme. Bei Art. 2 begründete Abg. Dr. Weber( Bbd.) den Antrag Brauer- Weber, der für gewisse Ausnahmefälle den Ertrag des Grundbesitzes biz zu einer bestimmten Höhe berücksichtigt wissen wollte. Abg. Wolf( Bbd.) wandte sich gegen die in der Presse verbreiteten Darlegungen, daß die vom Ausschuß bewilligte Steuerfreiheit der landwirtschaftlichen Oekonomiegebäude eine ungerechtigkeit darstelle und den Städten Schaden bereiten würde. Nachdem Abg. Dr. Heidenreich( natlib.) die Annahme des Antrages Wolf befürwortet hat, wird zunächst der Art. 2 der Vorlage angenommen und darnach in eine längere Pause eingetreten, in der sich der Finanzausschuß mit mehreren neu eingegangenen Anträgen beschäftigte. In der erst gegen 1 Uhr nach 2stündiger Pause wieder eröffneten Sigung tam es zu einer Geschäftsord= den nungsdebatte über die jetzt beliebte Sitte, zwischen Plenarsizungen besondere Ausschußsibungen abzuhalten, was Abg. Bähr als eine Rücksichtslosigkeit gegen das Haus bezeichnet. Die Kammer nahm schließlich den Antrag Dr. Heidenreich( natlib.) an, die weitere Beratung auszusetzen, bis die neuen Ausschußbeschlüsse gedruckt der Kammer vorliegen. Die Zweite Kammer sehte gestern die Beratung des Gemeindeumlagen- Gesezes fort. Artikel 3 wurde in der Ausschußfassung angenommen. Art. 4, welcher nach dem neuen Ausschußantrag bestimmen soll, daß für die Grundstücke, die dauernd landwirtschaftlichen Zwecken dienen, eine Besteuerung nach einem Mittelwert von Ertrags- und gemeinem Wert verlangt werden dann, wenn der Steuerpflichtige nachweist, daß der gesamte Ertragswert seiner steuerpflichtigen Grundstücke und Gebäude von dem gemeinen Wert erheblich abweicht, fand ebenfalls die Zustimmung der Abgeordneten. Weiter fanden ohne Debatte Artikel 5 und 6 Annahme, während sich bei gemeinsamer Beratung bei Art. 7 und 8 eine längere Debatte entspann. Der ganze Rest der Sigung wurde nach einer Früh= stückspause ausgefüllt mit lebhaften Aussprachen über die Frage der Besteuerung der Konsumvereine, die nach der Regierungsvorlage in Art. 8 zur Gemeindebesteuerung herangezogen werden sollen. Es tam hierbei zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Abgg. Ulrich und Raab einerseits und Dr. Os ann und Moithan andererseits, wobei Dr. Os ann nachwies, daß in Darmstadt an einem Tage vom Konsumverein an 13 Nichtmitglieder Waren abgegeben worden seien. Die Kontrolle über den Verkauf an Nichtmitglieder sei undurchführbar. Man könne doch nicht in jeden Konsumladen einen Schußmann stellen. Namens der Regierung legt Geheimrat Best Ver- wahrung gegen den Vorwurf ein, daß die Regierung in dieser Frage umgefallen sei. Sie habe lediglich klare Bestimmungen in der Frage geschaffen. Die Kammer nahm schließlich Art. 7 des Gesetzes in der neuen Fassung des Ausschußantrages an, desgleichen Art. 8, unter Ablehnung zweier Unteranträge der Abgg. Ulrich und Dr. Heidenreich. Lokales. Gießen, 30. Juni 1910. * Superint.ndenturfonferenz. Am Mittwoch, den 6. Juli, findet die 28. Superintendenturkonferenz der ev. Geistlichen Oberhessens in Steins Garten statt. Pfarrer Freundlieb Vilbel hält einen Vortrag über " Evolutionstheorie und Christentum." * Hauptmann Gtese. An Blinddarmentzündung verschied im Alter von 49 Jahren der Hauptmannn und Kompagniechef im Kaiser- Regiment Robert Giese. Die Leutseligkeit im Verkehr mit den Untergebenen und die Liebenswürdigkeit gegen die Offiziere des Kaiser Regiments sowohl wie gegen seine Freunde und Befannten, welche einen wesentlichen Zug des Charakters des Verstorbenen bildeten, werden Hauptmann Giese jederzeit ein gutes Andenken bewahren. * Stadttheater. Da das Repertoir in Bad. Nauheim die Einstudierung einer neuen Operette für nächste Woche nicht gestattet, so ist für kommenden Dienstag, den 5. Juli eine einmalige Aufführung bon Lehars beliebten Hauptwerk, der lustigen Witwe" angesetzt. Die Vorstellung findet außer Abonnement statt, doch haben Gutscheine Gültigkeit; auch erhalten Abonnenten bet Vorzeigung des Abonnements- Blocks ermäßigte Preise.- Das übernächste Operettengastspiel bringt im Abonnement Wiener Blut". * Chemisches Untersuchungsamt. Nach dem Bericht für 1908-1909 wurden von dem chemischen Untersuchungsamt 1104 Untersuchungen vorgenommen, die dem Amt im ganzen eine Einnahme von 4916,95 Mart brachten. Beanstandet wurden in den Kreisen: Friedberg und Gießen 23, Büdingen 2, Schotten 7, Alsfeld 6, Lauterbach 5 Untersuchungsgegenstände. * Märkte in Oberhessen: Am 14. Juli ist Viehmarkt in Butzbach, am 6. Juli Vieh- und Krämer markt zu Friedberg; am 11. Juli Krämermarkt zu KleinKarpen; am 4. Juli Viehmarkt zu Echzell; am 11. Juli Schweinemarkt zu Lißberg und am 13. Juli Vieh- u. Krämermarkt zu Nidda. ** Der Hess. Landesverein für Innere Mission gedentt seine 46. Jahresversammlung am Sonntag, den 25. und Montag, den 26. September, in Darmstadt abzuhalten. Die öffentliche Abendversammlung Sonntag wird dem Gedächtnis Vater Bodelschwinghs geweiht sein. am * Fahrpreisermäßigung zum Besuch der Brüsseler Weltausstellung für Gesellschaftsreisen von Arbeitnehmern, giltig vom 1. Juni 1910. Die Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. gibt folgendes bekannt: Arbeitnehmer, die Mitglieder von Krankenkassen im Sinne der reichsgesetzlichen Bestimmungen über die Krankenversicherung der Arbeiter( einschl. der Knappschaftskrankenkassen) oder versicherungspflichtige Mitglieder von eingeschriebenen Hilfskassen sind, werden bei Reisen, die sie im Interesse ihrer Fortbildung nach der Weltausstellung in Brüssel unternehmen, auf den Strecken der preußisch- hessischen und der Reichseisenbahnen unter den folgenden Bedingungen in 3. Wagenklasse zum halben Preis der Fahrfarten für Gil- oder Personenzüge, bei Benutzung von Schnellzügen gegen Entrichtung des vollen tarifmäßigen Schnellzugzuschlages, befördert. Auf der Hinreise müssen sich mindestens 10 Teilnehmer zu einer gemeinschaftlichen Reise zusammenschließen; die Rückreise fann einzeln ausgeführt werden. Als Ausweis ist eine Bescheinigung der Krantentasse darüber vorzulegen, daß das betreffende Mitglied zum Besuch der Weltausstellung nach Brüssel reist. Zu diesen BeStadttheater Gießen. Dienstag, den 28. Juni 1910. Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Atten von Johann Strauß. Es ist eine der hiesigen Bühne eigene Angewohnheit, den letzten, dritten Att immer recht stiefmütterlich zu behandeln; manche Familien fühlen sich zwar mit zwei Kindern beglückt genug und lassen ihnen die ganze Sorge und Zärtlichkeit ihrer Liebe angedeihen. Solang es deren zwei sind, läßt sich dagegen nichts einwenden; hat man aber 3 Kinder zu versorgen und aufzupußen, so wird ein gerechter Vater seine Liebe gleichmäßig walten lassen, zumal wenn er Freunde und Bekannte zu sich deladen hat. Auch heute hinkte der dritte Aft recht ärmlich hinterdrein; alle Partien waren bis auf das Couplet 3supans gestrichen. Mögen diese Striche immerhin durch die sonst stärkere Inanspruchnahme des Chors entschuldigt werden, so sind sie damit keineswegs begründet. Die Chöre gelingen doch i. a. recht gut; warum richtet man nicht einige Proben mehr ein? Ich gebe gern zu, daß es vielleicht sein Hälchen in dem„ hinüber und herüber" hat; dem zahlenden Bublifum, zumal wenn es, durch den alten, guten Klang der Operette angelockt, so zahlreich wie heute erscheint, gift dieser Grund nicht für stichhaltig. Die Dauer der Vorstellung kann doch auch kein Hinderungsgrund an der liebe= vollern Ausgestaltung der dritten Afte sein!- wenn die Vorstellung wie heute, furz nach ½ 11 Uhr beendet ist.- Schattenseiten! Doch davon heben sich die Lichtstellen um so stärker ab! Den Inhalt der Operette, die heute noch sehr gern auf den Brettern gesehen ist, kann ich übergehen; hat doch der " Zigeunerbaron" schon von Anbeginn seiner Aufführungen ( 1885) den lautesten Beifall errungen. Wer kännte nicht Barintays und Saffis Duett:„ Wer uns getraut"? ez Eins vor allem ermöglicht die heutige Aufführung: ein Urteil über Else Rosarita; hier konnte ihr Organ seinen Charakter ganz entfaltend, das geben, worüber an Stärke, Umfang, Klangfarbe verfügt. Hier kommt der Sängerin das zu statten, was niemals ein Vorwurf sein soll nichts mehr als eine Unterscheidung daß sie teine | | scheinigungen ist unter handschriftlicher Abänderung der amtliche Vordruck zu verwenden, der zur Erlangung einer Fahrpreisermäßigung für Mitglieder von Krankenkassen 2c. zwecks Unterbringung in Heilstätten 2c. vorgeschrieben ist. ( Muster 9 der Allg. Abf.- Vorschriften Teil 1.) Die Fahrpreisermäßigung für die Hinreise ist bei der Fahrkartenausgabe der Abgangsstation möglichst frühzeitig ſpäte= stens 6 Stunden vor Abgang des Zuges unter Vorlage der Bescheinigungen für alle an der gemeinsamen Fahrt teilnehmenden Personen zu beantragen. Die Abfertigung erfolgt auf Beförderungsschein, der zur Fahrt nach dem deutsch- belgischen Uebergangsbahnhof( Herbesthal 2c.) ausgefertigt wird. Die Bescheinigungen werden von der Fahrgegeben. Der Beförderungsschein hat eine Geltungsdauer von 4 Tagen( einschl. des Lösungstages), die zur Mitternacht des letzten Geltungstages erlischt. Die Fahrpreisermäßigung für die Rückreise wird von der Fahrkartenausgabe der deutsch- belgischen Uebergangsstation( Herbesthal 2c.) gegen Vorlage der Bescheinigung der Krankenkassen gewährt. Reisen mehrere Arbeitnehmer nach derselben Bestimmungsstation zusammen, so kann für sie nach Maßgabe der Bestimmungen unter 4 ein Beförderungsschein ausgestellt werden. Einzelreisende werden auf Fahrkarten abge= fertigt. fartenausgabe abgestempelt und den Antragstellern zurück Aus Hessen und Nachbargebiet. * Schotten. Am 17. und 18. Jult findet hier, wie bereits berichtet, die 48. Wanderversammmlung des Oberhessischen Bienenzuchtvereins, verbunden mit Imkeretausstellung, fiatt. Vor kurzem tagte nun auf der Schützenhalle, die mit dem angrenzenden Gelände auch als Festplatz gewählt ist, eine gemeinsame Versammlung der Imker des Bezirks Schotten mit den Feſtaus. schüssen, in der der Vorsitzende des Hauptvereins, Lehrer Buß- Leihgestern, einige wichtige Winke für die würdige Gestaltung der Ausstellung gab. * Schotten. Hier wurde in der Wirtschaft und Metzgerei ein Einbruchsdiebstahl verübt; man nimmt an, daß er von 2 Personen verübt warden ist. Die Diebe brachen in der Hinterfront des Hauses eine Türe auf, von wo sie ihren Weg zum Tatort nahmen. Eine ziemlich hohe Summe Geld und eine Taschenuhr wurden entwendet. Von den Tätern fehlt jede Spur. * Friedberg. In der Morschel'schen Russenhütte am Dorheimer Uebergang wurde eingebrochen und der gesamte Proviantvorrat für die kommende Woche gestohlen, während die Arbeiter nebenan schliefen. * Friedberg. In der Stadtschule ereignete fich eine Explosion, die alle mit Schrecken erfüllte. Dachte man doch an ein zweites Attentat. In der Chemiestunde war eine Retorte geplatzt. Die umherfliegenden Glassplitter drangen der Schülerin Krug ins Auge. Ste mußte die Gießener Augenklinik aufsuchen, in der das mußte die Gießener Augenklinik aufsuchen, in der das Auge entfernt wurde. hiesigen Gerichten anhängig. Der Chauffeur des GroßHerzogs hat bei einem Besuche des Prinzen Heinrich in Hemmelmark einen Hund überfah en, der nach Angabe des Chauffeurs unter das Auto lief. Der Hundebefizzer behauptet dagegen, daß der Fahrer den Tod des Hundes verursacht habe und flagt nun auf Ersatz des Schadens für den ziemlich wertvollen Hund. Klageobjekt beträgt einige Hundert Mart. Voraussichtlich wird sich mit der Streitfrage zunächst ein aus verMitgliedern des Oberlandesgerichts und dem Senats, Das präsidenten zusammengesetter Gerichtshof, der für Zi. bilstreitigkeiten des Großherzogs besonders zusamment gesezt wird, als erste Instanz befassen. * Marburg Hier tagte heute die Delegiertenbersammlung des Allgemeinen Deutschen Realschulmänner. beretns. Im Anschluß an seine Begrüßungsansprache führte in der Vorversammlung Geh. Rat Dr. Steinbart Duisburg aus, daß die Schulreform in Preußen manch, mal dura) politische Ereignisse und Wechsel im Mintsterium gestört worden sei. Bei der Hauptversammlung gab nach rerschiedenen Begrüßungsansprachen Dr. Steinbart Duisburg einen Bericht über die Durchführung der preußischen Schulreform in Deutschland und die Forts führung der Schulreform in Preußen. Folgende Beitsätze fanden Annahme:„ Der Verein fährt fort in seinen Bemühungen, die preußische Schulreform in ganz Deutschland zur Durchführung zu bringen." Aus aller Welt. pen der Bichten al borausfich )( 3 folgen ei in Goffel bor glän Gimar fta rennbahn Rade in den erften Die Im prüfungsto ungen zur $ 133 ber rauf aufme ber 1901 ablegen m meister, Eine and men, etwo Führung, fchäft felbf Ablegung ben werden Borsigender Sandwerker fereffe dare einer ftaat baß er bef die Gesamt da schon ä Berlin. Ueber die Entschädigungen, die das Reich für die Erhebung der indirekten Steuern und Zölle an die Bundesstaaten zu leisten hat, schweben gegenwärtig Verhandlungen zwischen den Bundesstaaten und dem Reichsschazsekretär. Einige Bundesstaaten, in erster Binte Preußen, stehen auf dem Standpunkt, daß die gegenwärtig gezahlten Entschädigungen nicht den Selbstfoften entsprechen, sodaß tatsächlich erhebliche Zubußen geleistet werden müssen. Der preußische Finanzminister nimmt diese Zubußen für sein Ressort mit etwa 12 Millionen Mark on. * Paris. Die deutschen Zollerhöhungen auf Champagne und Liköre haben in französischen Weinhändlerkreisen eine grose Aufregung hervorgerufen, die bereits in der Kammer Beachtung gefunden hat. Minister Pichon hat eine Anfrage des Deputierten Brousse dahin beantwortet, daß der Botschafter in Berlin, Cambon, beauftragt worden sei, bei der deutschen Regierung über diese Maßnahme Klage zu führen, welche in Frankreich einen sehr peinlichen Eindruck hervorgerufen habe. Da die Ausführungsbestimmungen zum neuen fran* Friedberg. Als der Bierfuhrmann Markloff mit einem Wagen bon Ober- Rosbach heimfahren wollte, gingen die Pferde plöglich durch. Markloff kam zu Falzöfifchen Zolltarif noch nicht völlig ausgearbeitet sind, ist zu befürchten, daß die französische Regierung mit alem Nachdruck darauf hinarbeiten wird, die Einfuhr deutscher Schaumweine möglichst zu beeinträchtigen. und brach den linken Ärm. * Bad Nauheim. Augenblicklich beträgt die Zahl der Kurgäste 6850. Bis jetzt wurden 156909 Bäder obgegeben. * Frankfurt a M Hier ist ein Denkmal des Dichters Heinrich v. Kleist in festlicher Weise enthüllt worden. Die Festrede hielt der Berliner Universitätsprofessor Dr. Erich Schmidt * Frankfurt a. M. Die Verbindung FrankfurtWiesbaden durch eine ausschließlich dem Autoverkehr vorbehaltene Straße ist nunmehr endgültig gesichert. Die Gesamtkosten sind auf 500 000 Mark veranschlagt, wovon der Fisfus 400 000 mt. übernimmt, während der Rest vom Kommunalverband der Stadt Wiesbaden aufgebracht wird. * Mainz. Das Generalfommando des 18. Armeeforps hat befannt gegeben, daß voraussichtlich auch in diesem Jahre wieder eine Truppenschau bet Mainz in Gegenwart des Kaisers stattfindet. * Darmstadt. Eine Forderung an den Großherzog macht ein Hundebesitzer aus Holstein bei den * Osnabrück. Der Lokomotivführer Garbe, der das Eisenbahnunglück bei Mühlheim a. Rh. verschuldet haben soll und degen eine vom Lokomotivführer- Verband ge leistete Kaution von 20 000 Mt. auf freiem Fun belassen wurde, ist gestorben. jenige zu erbracht ha fionen sow biet von d nügenden mit Streng lebten Sab und die Pr Interesse ei wendig ist, Meifterprüf auch eine 2 famtheit, d Aufträge un zu unterstü daß die u titels eb bestraft wird Befähigungs handwerker Meisterprüfu diejenigen die zuständi Ateisamt, meisterei) sc er, die ohn in eine Stra leiten will, die Befugnia angung die Recht von Strandu Dem jeiner Stat ein furzes daß er sei mit bat, und i brück bei * Meriko. Diaz wurde zum Präsidenten der Republick Merito und Corral zum Vizepräsidenten großer Mehrheit wiedergewählt. * Helgoland. Mit dem morgigen Tage tritt für Helgoland der Audenblick ein, wo seine Einwohner wehrpflichtig werden. Zwanzig Jahre sind an diesem Tage verflossen, seit Helgoland zum Deutschen Reiche gekommen ist, und diese zwanzig Jahre sollte es noch von der allgemei nen Wehrpflicht befreit sein. * New Yor t. Der Kongreß in Washington stimmte dem Antrag des Abgeordneten Bartholdt von Missouri zu, Kaiser Wilhelm 2. in Erwiderung der Schenkung des Dent mals Friedrichs des Großen eine Reproduktion des Steuben- Denkmals in Washington zu überreichen. * Auz Nicaragua. Die Streitkräfte Estradas haben die eine Tagereise von Managua entfernten Orte La Libertad und Jiugalpa eingenommen, sowie San Ubaldi, einen der wichtigsten Häfen Nicaraguas, besetzt. Die Trup verzeihen. „ absulut schön e", sondern eine„ ch a rafterschöne"| sehr leicht, kann sie aber nicht immer der lieben Eitelkeit Stimme besitzt. Alle Töne schweben über einem dunkeln Grundton, der etwas gewinnendes, zwingendes hat, sobald man daran gewöhnt ist, und bringen dadurch die dem Cha ralter der Rolle angemessene Färbung mit. Ihre ge sangI i che wie darstellerische Leistung als Saffi, das das Zigeunermädchen ein Fürstenkind, verdient uneingeschränktes Lob. Lauten Beifall erntete ihr herrlich gesungenes Lied:" So elend und treu ist keiner auf Erden wie der Zigeuner", auch der Schatzwalzer". Und das Duett vom" Dompfaff" mit Barinkay, dem Zigeunerbaron, wurde zweimal gefordert. Hans Wernert sang und spielte den Zigeuner= baron nicht minder gut; machte er bei seinem EingangsCouplet den Eindruck, als sei er heiser, so schlug sein 2. Aft jeden Einwand nieder. Sehr gut gelungen war der Schlußchor des 1. Artes, die Apotheose des Zigeunerbarons; nicht weniger gut flappte der Zigeunerchor im 2. Aft: „ Ha, das Eisen wird gefüge". Der Erfolg der Chorszenen ist einmal das Verdienst des Dirigenten Alfons Mourot, der dem Werk des Komponisten die richtige Auffassung zuteil werden ließ, dann aber auch das des Regisseurs Hermann Norden, mit dessen Regieführung ich heute fast vollständig einver= standen bin. Wie alles auf bewegtes Spiel abgesehen war, bewies sogar der alte Turm, der von dem Feuer der Strauß'schen Musit ergriffen, im 2. Atte mittanzte! Hermann Norden gab einen ganz prächtigen garischen Schweinezüchter 3supan, versuchte sich sehr glücklich im Dialekt, wenn nicht ohne einzelne Rückfälle. Recht flott sang er im letzten Aft sein Couplet:„ Von des Tags Strand" und verleugnete diesmal nicht den guten Spaß= macher und Komiker.. un= Frip Seybold, Graf Homonay, sang das„ Werberlied" recht schneidig und gewandt; hier kann ich auch die neuen Kostüme, die angenehm auffielen, erwähnen. Auch Curt Gühne, Kgl. Kommissär, und Grete Brill, Arsena, Tochter 3supans, füllten ihre Rollen gut aus; dagegen hätte Charlotte Hill, Mirabella, wohl eine weniger jugendliche Maske auftragen sollen. Leider schrecken sehr viele unserer Schauspielerinnen vor dem„ Altaussehen" zurück; man begreift solche weibliche Schwächen seine erste lindigten mußten we Flug am boll wurde 2. 3. 7" Mitgliedern tion und Fahrt ging treuzte das dann von Für Sieferung i dungsstude öffentlicher Die zur Einfid in dem Verw Ang bersehen, Samstag Auch das alte Zigeunerweib Czipra, das in Lore Schol 3, einer sonst tüchtigen Kraft, eine zu weiche deut sche Verförperung fand, denke ich mir viel älter, häßlicher; das Zigeunerleben, das Reich der Kinder der Nacht mit seinem heimlichen Reiz, seinen lockenden Vagabundentlängen, seinem wilden Troß und leidenschaftlichen Feuer, das den Abend, die graue Nacht gehört, hat so viele Kompo nisten gefesselt; neuerdings erst wieder hat sich Lehar in seiner 3ige unerliebe" darin versucht; ich sage versucht, ob glücklich mag ich troß der prächtigen Inszenierung, wie ich sie in der„ Komischen Oper" in Berlin bewundern konnte, nicht entscheiden. Schon bei dem Wort„ Zigeuner" lösen sich Klänge in mir aus, die mir aus einer herrlichen Zigeunerballade von J. Sachs in Erinnerung sind; Strauß dant einer charakteristischen und temperamentvollen Instrumentation, einer reichen Behandlung der Gesangspartien dies getroffen hat, tann man nicht abstreiten. Diese Schöpfung muß aber auch in jeder Beziehung die weit= gehendste Unterstützung durch Maske und Spiel der Schau spieler finden. Ein gekrümmter Rücken macht noch keine Zi geunerhere; ich weiß wohl, daß Lore Scholz Rollen wie die der Ma vie in Bahrs Konzert" prächtig gelingen. Wenn einem Rollen nicht liegen, muß man sich hinein zwängen, sei es auf Kosten der Uebertreibung, der Schön heit; Ideale von Häßlichkeit stellte Hedwig Wangel auf die Bühne, und darin nehme man sie zum Vorbild. бар Franz Wiederhold als Ottokar war sehr mä Big; ohne jedes Feuer, ohne Spur von Spiel; wenn ich mich recht entsinne, hat sich Kurt Goldberg in den „ Hosen des Herrn von Bredow" glücklich in ähnlicher Rolle bewährt. Oder fehlt ihm die gesangliche Schulung? Je denfalls sang und spielte dieser Romeo in der Pußta we nig befriedigend. Mit Absicht übergehe ich solche Einzelheiten nicht; sie schaden dem Gesamteindruck nur wenig, fallen aber dem genau Zusehenden auf. Das heute besser als sonst besuchte Haus targte nicht mit lautem Beifall, den die im ganzen wohlgelungene AufH. J. O. führung auch verdiente. auf der V Die Gie Großh Tüchtige, fe and Fellbän Offerte F D eur des Groß Scincidh in nad Angabe Der Hundebe den Tod de uf Erfaz des Hund. Da Boraussicht ein aus ber dem Senats , der für Zi 8 zufammeni elegiertenber Schulmänner ungsansprache Dr. Steinbart reußen mandh fel im Minis tberfammlung hen Dr. Stein chführung der und die Fort Folgende Beit fort in feinen ganz Deutsch gen, die das ern und Zölle weben gegen Desftaaten und aten, in erster unft, daß die cht den Selbst liche Bubußen Finanzminifter mit etwa 12 jöhungen auf fischen Wein Dorgerufen, die bat. Minifter Brouffe dahin clin, Cambon, tegierung über in Frankreich gerufen habe. neuen fran earbeitet sind, Regierung mit d, die Einfuhr nträchtigen. rer Garbe, der verschuldet ha rer- Berband ge m Fun belaffen fidenten der Re räsidenten mit Tage tritt für inwohner wehr Diesem Tage ver e gelommen ist, on der allgemei Thington flimmte n Missouri zu ntung des Dent uftion des StenIt. itträfte Estradas tfernten Orte La Jie San Ubaldi, befeht. Die Trup pen der provisorischen Regierung umzingeln Acovapa, ver zichten aber vorläufig auf einen Angriff, da die Stadt sich boraussichtlich übergeben wird. )( Jean Boschlin reihte seinen diesjährigen Erfolgen einen neuen Sieg an, indem er am lebten Sonntag in Gosselies i. Belgien den„ Prix de la ville" auf Brenna bor glänzend gewann. Amsterdam. Der französische Dauerfahrer G. Simar startete am letzten Sonntag auf der hiesigen Radrennbahn und belegte auf seinem leichtlaufenden BrennaborRade in beiden Dauerrennen über 15 und 25 Kilometer den ersten Platz. Die Meisterprüfungen im Handwerk. zur bor Ge= Im Laufe des Sommers finden bei den drei Meisterprüfungstommissionen im Großherzogtum Hessen die Prüfungen zur Erlangung des Meistertitels im Handwerk nach § 133 der Reichsgewerbeordnung wieder statt. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß alle, die nach dem 1. Oktober 1901 sich selbständig gemacht haben, die Meisterprüfung ablegen müssen, wenn sie den Meistertitel( z. B. Schreinermeister, Maurermeister, Bäckermeister 2c.) führen wollen. Eine andere Art der Erwerbung, wie vielfach angenommen, etwa durch Verleihung, oder eine Berechtigung Führung, wenn jemand eine Reihe von Jahren sein Geschäft selbständig betrieben hat, gibt es nicht; nur durch Ablegung der Meisterprüfung fann der Meistertitel erwor ben werden. Die Anmeldungen sind möglichst bald an die Vorsitzenden der Prüfungskommissionen einzusenden. Jeder Handwerker, der sich selbständig macht, hat besonderes Interesse daran, die Prüfung abzulegen, führt er doch einer staatlich hierzu bestellten Kommission den Nachweis, Daß er befähigt ist, sein Gewerbe auszuüben. Aber auch die Gesamtheit hat einen nicht zu unterschäßenden Vorteil, da schon äußerlich durch die Führung des Meistertitels der= jenige zu erkennen ist, der den Nachweis seiner Befähigung erbracht hat. Daß aber auch seitens der Prüfungstommifsionen sowohl auf praktischem wie auf theoretischem biet von den Prüflingen etwas verlangt und bei nicht ge= nügenden Kenntnissen und Fertigkeiten im Haudwerk auch mit Strenge verfahren wird, beweist der Umstand, daß im letzten Jahre von 404 Geprüften 70 nicht bestanden hatten und die Prüfung wiederholen mußten. Wie es sonach im Interesse einer wirtschaftlichen Stärkung des Handwerks notwendig ist, daß sich jeder, der sich selbständig macht, der Meisterprüfung unterzieht, so ist es auf der anderen Seite auch eine Aufgabe des Staates, der Gemeinde und der Gesamtheit, die geprüften Handwerker durch Zuwendung der Aufträge und durch sonstige Berücksichtigung zu fördern und zu unterstützen. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß die unbefugte Führung des Meistertitel s ebenfalls mit Geldstrafe bis zu 150 Mart bestraft wird. Nach der Gewerbenovelle von 1908( Kleiner Befähigungsnachweis) sind weiter fünftig nur diejenigen Handwerker zum Anleiten von Lehrlingen befugt, die die Meisterprüfung bestanden haben. Ausgenommen sind nur diejenigen älteren Handwerker, denen diese Befugnis durch die zuständige Verwaltungsbehörde( in Landgemeinden das Kreisamt, in Gemeinden mit Städteordnung die Bürgermeisterei) schriftlich weiter verliehen worden ist. Handwerfer, die ohne Befugnis hierzu Lehrlinge anleiten, verfallen in eine Strafe bis zu 150 Mt. Wer also Lehrlinge leiten will, jedoch von der zuständigen Verwaltungsbehörde die Befugnis hierzu nicht erhalten hat, muß zu deren Erlangung die Meisterprüfung ablegen, deren Bestehen ein Recht von weittragender Bedeutung verleiht. an= Stundenlang stand das Schiff gegen den Sturm. Der Hef tige Südwest, der schließlich eine Stärke von zwanzig Sefundenmetern erreichte, riß die„ Deutschland" in eine Höhe von über 1500 Metern, in undurchdringliches Gewölk. Die Steuerung versagte, das Schiff verlor den Auftrieb. Ein Motor funktionierte nicht mehr, und so wurde das Schiff, das im Fallen noch einen Berg überwunden hatte, an einen zweiten kleineren Berg geschleudert. Man befand sich in der Nähe des Teutoburger Waldes. Es gelang, die Passagiere ohne Unfall ans Land zu bringen. Militär aus Osnabrück und Münster wurde herbeigerufen und leistete Hilfe. Die Demontierung des Luftschiffes war unvermeidlich, da das Schiff kurz vor den hinteren Propellern durchbrach. Der hintere Teil ist gänzlich zerstört. Der Andrang zu dem weitab von menschlichen Wohnungen liegenden Schauplatz( das nächste Dorf Wellendorf liegt etwa eine Stunde entfernt) war noch am Abend sehr start. Die Mannschaft des Schiffes zeigte nach dem Auffahren eine musterhafte Haltung. Im kritischen Moment wurde der sämtliche verfügbare Ballast, sogar Werkzeuge und Anker ausgeworfen; der dynamische Auftrieb war aber nicht mehr stark genug, um das Schiff zu halten. Dazu kam, daß das Fahrzeug durch Schnee und Regen schwer belastet war und daß der vordere Motor versagte. Auf ein Kommando eilten eine Anzahl Herren in den hinteren Laufgang, um das Schiff nach vorne gegen den Berg zu in die Höhe zu drü= den. Die schroffe Auffahrt war aber nicht mehr zu hindern. Die Insassen kletterten an Bäumen herunter oder wurden an Strickleitern und Seilen an Land gebracht. Der Leiter des Schiffes, Oberingenieur Dürr, hatte die Absicht, eine Zwischenlandung in der Senne oder bei Münster vorzunehmen, weil der Sturm sich immer mehr verstärkte; aber die Erreichung eines Landungsplaßes wurde im Toben der Elemente vereitelt. ver= Ueber die Strandung des Passagierluftkreuzers teilt ein Mitfahrender folgendes mit: Das Luftschiff hatte bereits um 12 Uhr einen hinteren Motordefekt und ging von dieser Zeit an lahm. Man versuchte, nach Dortmund oder Mün ster zu kommen, aber es stellte sich bald als unmöglich heraus. Wir versuchten dann, Osnabrück zu erreichen, da es die höchste Zeit war, daß wir landeten, denn wir hatten nur noch für eine Stunde Benzin. Im Teutoburger Wald wurden wir von einem starken Sturm in eine Höhe von 1200 Metern getrieben. Beim starken Regen verloren wir aber so viel Gas, daß wir auf eine Höhe von 200 Metern herabsanken. Der Wind trieb uns dann gegen einen Bergtamm. Dabei wurde der vordere Motor defekt, und wir des glitten nun langsam den Bergkamm in der Richtung Windes hinab. Dabei stieß das Luftschiff auf Bäume, die vielfach in die Passagiergondel eindrangen. Von den Mitfahrenden ist dabei keiner verletzt worden. Graf Zeppelin war am Dienstag abend nach 10 Uhr von Kiel kommend in Frankfurt eingetroffen und im Carl= ton- Hotel abgestiegen. Der Graf, der noch keine Kenntnis von dem Unfall des Passagierluftschiffes„ Peutschland" hatte, Strandung des Luftschiffes Zeppelin VII. war beim Empfang der näheren Nachrichten tief erschüttert. Dem Luftkreuzer„ Deutschland", wie„ 2. 3. 7" nach seiner Stationierung in Düsseldorf genannt wurde, war nur ein turzes Dasein beschieden. Gestern war es eine Woche, daß er seine ruhmreiche Fahrt nach Düsseldorf angetreten hat, und jetzt liegt er als Wrack in der Nähe von Osnabrück bei burg. Am Freitag voriger Woche unternahm er seine erste Passagierfahrt, die für die nächsten Tage angeFindigten Fahrten, auch die„ Volksfahrten" nach Köln, mußten wegen des zweifelhaften Wetters unterbleiben. Der Flug am Dienstag, der für das Luftschiff so verhängnisvoll wurde, war für die Vertreter der Presse bestimmt. 2. 3. 7" war morgens um 8½ Uhr in Düsseldorf mit 20 Mitgliedern der Presse an Bord, zwei Herren der Direktion und zehn Mann der Bedienung aufgestiegen. Die Fahrt ging bei leidlichem Wetter zum Wuppertal. Später freuzte das Schiff lange über der Ruhrgegend und wurde dann von heftigen Winden dem Münsterlande zugetragen. Bekanntmachung. Für die chirurgische Univ Klinik zu Gießen soll die Lieferung des Bedarfs an Weißzeug, Bettzeug- u. Kleidungsstücken für das Etatsjahr 1910 auf dem Wege älter, häßlicher; öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. lieben Gitelleit das in Lore zu weiche dent der Nacht mit gabundentlängen, Feuer, das in so viele Kompo fich Lehar in ht; ich fage ver gen Snizenierung, Berlin bewundern Er reiste gestern vormittag nach der Unfallstelle ab. Ans dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 28. Juni 1910. Gegen die Gestellungspflichtigen der Gemeinde Assen heim ergingen Strafbefehle über je 3 Mart, weil sie sich nicht rechtzeitig zur Musterung gestellt hatten. Die Bekannt machung und Ladung zu diesem Termin lautete auf 8% Uhr, doch sollten die Leute schon um 8 Uhr zu Stelle sein. Das Schöffengericht verwarf den gegen die Strafbefehle erhobenen Einspruch, da die Angeklagten hätten wissen müssen, daß der Musterung eine Vorlesung vorausgeht und sie schon eine Viertelstunde früher hätten zur Stelle sein müssen. Der Gärtner Rudolf Stübs aus Assenheim erhob allein Berufung, indem er angab, er sei schon um 8 Uhr zu Stelle gewesen. Die Straffammer legte hierauf kein Gewicht, sondern entschied wie in einem früheren Fall, daß die Gestellungspflichtigen nicht verpflichtet sind, früher als Biedenkopf Sommerfrische im oberen Lahntal. Die Lieferungsbedingungen sowie die Muster Itegen Prachtvolle Waldungen. Ausgezeichnete Verpflegung bei billigen zur Einsichtnahme nachmittags von 4 bis 6 Uhr auf dem Verwaltungs- Bureau offen. Angebote, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum Samstag, den 16. Juli 1910, vormittags 11 Uhr, einer herrlichen auf der Verwaltung abzugeben. Wort„ Bigeuner" ung find; daß mperamentvollen der Gesangs abstreiten. Diefe ehung die weit Spiel der Schau Scholz Rollen prächtig gelingen. man fich hinein bung, der Schön cht noch feine 3i g Wangel auf die Sorbild lar war febr ma Spiel; wenn i 18berg in der in ähnlicher Rolle Schulung? St in der Pußta we elheiten nicht; fie fallen aber be paus largie nicht wohlgelungene Auf 5. F. O Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Gießen, den 29. Juni 1910. G: oßh. Direktion der chirurgischen Univ- Klinik. Poppert. ,, Gesucht“ Tüchtige, selbständige Wagensattler, Kaftenmacher, Wagner and Fellbänker finden sofort dauernde Stellung. Offerten mit Zeugnissen erbeten. Daimler- Motoren- Gesellschaft Stuttgart( Untertürkheim). motnomicallovis Preisen. Auskunft durch den Bürgermeister. Für das am 28. Juli d. Js. stattfindende Jugendfest sind die Bierwirtschaften und die Aus= chantstellen für Kaffee, Milch und alkohol freie Getränke zu vergeben. Bewerber hierauf wollen sich alsbald, spätestens aber bis 5. Juli mit dem Vorsitzenden des Wirtschaftsaus= schusses Herrn Stadtverordneten Helm hier, ins Benehmen sehen. QQQQQQQQ00000000QQQQ Kurhaus Bad Marbach 20 Min. vom Bahnhof Marburg a. d. Lahn. Herrliche Lage im Marbachtale u am Walde; vollständig windgeschüßt. Schöne ausgedehnte Spazier wege. Prachtvolle Aussicht. Großer schattiger Garten 36 Fremdenzimmer. Pension von Mt. 4.- an. Neuer Besizer: Gerhard Dünschede. Erfinder in der Ladung angegeben ist, zu erscheinen und sprach den Angeklagten frei, indem sie der Staatstasse alle stosten auferlegte. er Zu Alsfeld erschien der kurz zuvor aus der Strafanstalt Butzbach entlassene Zimmermann Heinrich Köhler aus Niedereisenhausen und gab sich in einer Messerwarenhandlung als Verwalter eines Hofgutes aus, indem Scheeren zum Scheeren der Pferde und Schafe verlangte, die ihm auch verabsolgt wurden. Dann versuchte er in einer Schuhwarenhandlung vergeblich ein Paar Schaften- stiefel unter den gleichen Umständen zu bekommen. In einem weiteren Geschäfte gab er sich als Knecht namens Friedrich aus Angenrod aus und verlangte ebenfalls Stiefel. Als das aus Angenrod stammende Dienstmädchen den Schwindel aufdeckte, entfloh der Angeklagte. Trotz Leugnens der Täterschaft verurteilte ihn das Schöffengericht zu 10 Monaten Gefängnis. In der Berufungsinstanz gab er die Sache zu und bat um ein gelinderes Urteil, worauf die Straffammer die Strafe auf 7 Monate festsetzte. Die Oberflor städter Wildereigeschichte beschäftigte die Straffammer in längerer Sitzung. Im letzten Frühjahr hörten die Niederflorstädter Gendarmen abends Schüsse. Sie stellten sich an eine Stelle, wo sie annahmen, die Wilderer fämen mit ihrer Beute her. Als der Taglöhner Georg Karl Roth aus Oberflorstadt mit einem Rehbock auf dem Rücken erschien, wurde er sowohl, wie auch sein Vater, der eine Geiß trug, angehalten. Auf Anruf warfen sie ihre Beute hin und suchten zu entfliehen. Der eine Gendarm suchte den alten Roth zu bewältigen, während der andere sich mit dem jungen beschäftigte. Dieser entriß sich und entfam, aber auf das Geschrei seines Vaters tam er wieder zurück und es entspann sich eine neue Rauferei, wobei er dem einen Gendarm einen Streifschuß versetzte. Der Gendarm schoß auch, traf aber in der Dun felheit nur den Gewehrschaft des jungen Roth. Dieser flüch tete dann und warf sein Gewehr in einen Wassertümpel. Der alte Roth wurde festgenommen und in das Haftlokal nach Altenstadt gebracht, wo er später durch Erhängen seinem Leben ein Ende machte. Der junge Roth wurde anderen Tags verhaftet. Er gibt die Sache im wesentlichen zu, nur will er den Gendarm nur haben schrecken, nicht aber verleben und töten wollen. Der Angeklagte wurde zu 2 Jah ren und 6 Monaten Gefängnis und 5jährigem Ehrverlust terurteilt und unter Polizeiaufsicht gestellt, während ein Monat Untersuchungshaft angerechnet wurde. Gewehr und Rucksack wurden eingezogen. Geschäftliches. Wer in der bevorstehenden Saison Freude am Radfahren haben will, der geht jetzt mit sich zu Rat, wie er es am zweckmäßigsten anzufangen habe, um beim Einkauf eines neuen Fahrrades oder dessen Zugehörteile das Rich tige zu treffen. Der gewiegte Radfahrer zögert in diesem Falle nicht lange. Er tut den einzig richtigen Griff und wählt eine der bekannten und bewährten Marken der Deutschland- Fahrräder aus. Weiß er doch nur zu genau, daß eine mit diesem Namensschild geschmückte Maschine gleichzeitig gut und preiswert ist und daß, wer bei den weltbekannten Deutschland- Fahrrad- Werken August Stusenbrot, Einbeck kauft, am besten bedient ist, weil dieses älteste, größte und leistußgfähigste Fahrradhaus Deutschlands zugleich auch das einzige ist, welches, zieht man die außerordentliche Billigkeit in Betracht, in der Qualität seiner sämtlichen Artikel von teiner Konkurrenz übertroffen wird. Das kostbarste Rauchwert stammt zwar in seinem Rohmaterial aus dem Auslande, erhält aber in Deutschland seine vollkommene und feine Form und wird auch hauptsächlich auf dem deutschen Markte verbreitet. Am geschätztesten und wertvollsten sind die Felle des Scharz- fuchses, des Zobels und der Seeotter. Aehnlich wie bei dem Rauchwert des Pelzes verhält es sich bei dem des Tabats. Das beste Beispiel hierfür liefert die deutsche Zigaretten- Industrie. Die Orientalische Tabat- und Zigarettenfabrik„ Venidze", Inhaber Hugo Zietz, Dresden, stellt aus edlem orientalischen Tabak die weltbekannten feinen Sa= lem Aleitum- Zigaretten her, die von den Rauchern überall hochgeschätzt werden und auf dem deutschen und ausländi schen Zigarettenmarkt eine führende Rolle spielen. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Neu! Neu! 4mal patentamtlich geschützt. Schrot- und BackMehlmaschine von J, Rilling& Söhne, Dasslingen ( Württbg.). 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Nr. 116 ber Eintritt 75 Pf Dies und Das Was Ferienreisende ausgeben. Die Flut von Erholungsreisenden, die in fremden Ländern oder stillen Badeorten Erfrischung von den Mühen des Alltags oder neue Eindrücke suchen, läßt ein englisches Blatt die Frage aufstellen, welchen Gewinn die von dem Fremdenverkehr bevorzugten Länder wohl von ihren Besuchern davontragen. Erfahrene Statistiker haben berechnet, daß allein der Strom der Amerikaner, der alljährlich sich über Europa ergießt, den Hauptbesuchsländern im Jahre nicht weniger als 500 bis 600 Millionen zu verdienen gibt. In England z. B., das jährlich von rund 60000 Amerikanern besucht wird, schätzt man den Verdienst an den Touristen aus dem Dollarlande auf rund 100 Millionen. Einen Hauptanteil an den Fremdenverkehr trägt die Schweiz davon, deren landschaftliche Schönheiten im Jahre etwa eine halbe Million Fremde ins Land locken. Die Schweizer Hoteliers, Kaufleute, Führer und Eisenbahnen verdienen allein an den Engländern, die 90000 Besucher stellen, etwa 90 Millionen Mark. Riesige Einnahmen zieht auch die Riviera aus dem Erholungsbedürfnis der Reiselustigen. Vor einigen Jahren veröffentlichte ein PariserBlatt eine genaue Statistik über die Anzahl von Fremden, die den Winter in Südfrankreich verIhre bringen. Zahl beträgt nicht weniger als 270000, und da ein jeder von diesem Riesenheere für einen Aufenthalt an der Riviera durchschnittlich 1000 Mark anlegt, kann man leicht ausrechnen, daß Südfrankreich allein an den Fremden 270 Millionen im Jahre verdient, wenn nicht mehr, denn viele der Besucher würden mit einem Etat von 1000 Mark einen mehrmöchigen Aufenthalt im Süden kaum zu bestreiten wissen. Zur Reisezeit. Hunde sollen sich über die Abwesenheit ihres Herrn, zumal in den ersten und für die Tiere ja schwersten Tagen, am besten trösten, wenn man ihnen vor der Abreise ein älteres Kleidungsstück überläßt. Sie beschnuppern es öfter oder nehmen es sich zum Lager; der Geruch des Kleides scheint bei dem feinen Geruchssinn der Hunde ihnen die beruhigende Nähe des Herrn zu vergegenwärtigen. Heitere Ecke. In eigener Schlinge gefangen. Amtsrichter:„ Sie behaupten also, Herr Müller, daß Herr Vollkomm Sie einen Betrüger genannt hat. Herr Vollkomm, was haben Sie darauf zu erwidern?" Angeklagter:" Herr Amtsrichter, ich war etwas sehr bezecht und Sie wissen ja da sagt man dann allerlei, was man eigentlich nicht so meint In der Sommerfrische. Vegetarier:« D, wenn ich dieser Gefahr entrinne, eß ich mein ganzes Leben lang Rindfleisch!" Gruppenrätsel. ble cho cks die ege eri gen glü ibt nen nnr nwi rei sos ung wart Vorstehende Buchstabengruppen sind so zu ordnen, daß sie, in sinngemäßem Zusammenhang gelesen, einen Sinnspruch von Scheffel ergeben. Silbenrätsel. Zuerst, was hellen Frühlingsglanz Uns bringt und holder Blüten Kranz. Dann das und was dem Wirt behagt, Der herzlich ihm Willkommen sagt. Zuletzt, wie hier im deutschen Land So mancher Knabe wird genannt. Von jedem nimm das Ende fort, Mun hast du gleich das ganze Wort, Du kennst es aus der Schule ja Als Inselland bei Afrika. Unsere Rätselecke Magisches Dreieck. A BB EGI LM MO OORRU Die Buchstaben sind in die Felder des Dreiecks derart einzutragen, daß die drei Außenreihen und die drei wagerechten Mittelreihen Wörter von folgender Bedeutung ergeben: 1. landwirtschaftlicher Ausdruck, 2. elastischer Stoff, 3. Name aus Schillers Don Carlos, 4. Flur, 5. geschichtlich berühmte Stadt, 6. chemischer Stoff. Logogriph. Das Mädchen aus der Fremde ist das Wort. Man merkts an Sprach' und Kleidung auch sofort, Sie hat viel Freier hier, dieweil man glaubt, Die Holde sei das Wort auch ohne Haupt. " Müller( einfallend):„ Nichts da weiß ich besser! Im Rausch sagt man die Wahrheit!" Amtsrichter:„ Nachdem Sie selbst bezeugt, der Angeklagte habe die Wahrheit ge= sagt, wird Ihre Klage standslos. gegenEin Unterschied. För= ster: Kennen Sie den Unterschied zwischen einem angeschos= senen Hasen und einem angeschos senen Treiber?" ,, Nein!" Förster: ,, Nun, ein angeschosse ner Hase sucht das Weite, ein angeschossener Treiber dagegen das Weitere!" Scherzrätsel. - Kommt vor dem Ende ein Teil vom Land, Wird gleich ein Teil von dir genannt. Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Aummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer: Zifferblatträtsel. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 REHE BERNASEH Reh, Ehe, Hebe, Eber, Bern, Erna, Nase, Ehre. Magisches Dreieck. M Gas Brust Brosche Rätsel: Ein Blick Einblick. Gruppenrätsel: Der größte Verlust ist's, wenn der Mensch sich selbst verliert. Verantwortlicher Redakteur: Paul Dschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 129. M. 26. Nrur suar cirhalle Betlage zur Gießener Zeitung. Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. Verlag Albin Klein. 1910. Das Land ibrer Träume. Von Hedda v. Schmid- Riefemann. ( 3. Fortsetzung.) ines Abends saß sie, mit Wäschestopfen beschäftigt, einsam bei der Lampe im Wohnzimmer. Da plötzlich wird die Tür zaghaft geöffnet, und Arvid, Doras Altester, tritt ein. Scheu, zögernd, wie ein Verbrecher, der ertappt zu werden fürchtet, bleibt er zuerst an der Schwelle stehen, dann, gleichsam mit Überwindung einen Entschluß fassend, stürzt er vorwärts und seiner erschrockenen Mutter zu Füßen. ,, Mama, liebe Mama, hilf mir, leg' ein gutes Wort bei Papa für mich ein; er ist so streng in solchen Dingen, ich weiß es!" Die braunen Augen des Jünglings, der vor dem Abiturium steht er ist neunzehn geworden. richten sich flehend auf die Mutter. Arvids, ihres Mannes, Augen sind es, sein Ebenbild sieht Dora in ihrem großen Sohn, der jetzt verzweifelt sein Antlitz in ihren Schoß birgt. Ihr Herz wallt über in Angst und Mutterzärtlichkeit. ,, Was ist es, mein Junge? Sprich Dich aus, aber offen; mir, Deiner Mutter, kannst Du getrost alles sagen!" Da beichtet Jung- Arvid, zuerst stockend, unter dem ernsten, traurigen Blick der Mutter errötend, dann aber kommt das alte, unwandelbar feste Vertrauen zu der Guten, Treuen über ihn. Er hat gespielt in einem Kreise von Kameraden. Im Sommer. Nach dem Gemälde von W. P. Mohn. n Hohlfehlen p. p. Zuerst wo war es harmlos zugegangen, aber dann hatte einer der Halbberauschten ein Hazardspiel vorgeschlagen, und Arvid hatte verloren. Diese Spielschuld und noch einige andere alte Zechschulden machten eine Summe aus, die dem Vater zu nennen Arvid sich nicht getraute. Dora atmete tief auf. Gott sei Dank, die Summe überstieg nicht ihre heimlichen Ersparnisse! Es blieb sogar noch ein Rest in der Kasse für Elsbeth. Ihrem Manne mochte Dora den ersten Fehltritt Arvids, über den er selbst so unglücklich war, nicht gern verraten, doch nur dann wollte sie schweigen, wenn Arvid ihr gelobte, fortan nicht mehr einen derartigen Leichtsinn zu begehen. Dora wußte ihren Mann mit Berufsgeschäften überhäuft. Sorgen aller Art hatten sein Haar ergrauen lassen, seine Nerven angegriffen. Es war die Pflicht seiner Frau, so viel als möglich alles Unangenehme von ihm fernzuhalten. Mutter und Sohn verbrachten eine ernste Stunde miteinander. Sie blieben ungestört, der Vater befand sich auf einer seiner Inspektionsfahrten in seinem Forstrevier, Gerta und Elsbeth besuchten ein Lesekränzchen, das bei einer Freundin stattfand, Baby, noch immer so genannt, schlief, die anderen Kinder lernten. Dora erzählte dem ganz zerknirschten Jüngling von jenem leichtsinnigen Freunde seines Vaters, der so viele schwere Sorgen über ihr Haus gebracht. Merke Dir's als warnendes Beispiel!" schloß sie. Dein Vater hat darben und arbeiten müssen, um die fremde Schuld zu bezahlen." Wie viel sie selber dazu beigetragen, die drückenden Verhältnisse ihrem Manne zu erleichtern, darüber schwieg sie. In den Augen ihres Sohnes las sie, daß er sein ihr gegebenes Wort, niemals fürder eine Hazardkarte anzurühren, halten würde.— Der kleine Schatz in Doras Sparbüchse hatte seine frühere Höhe beinahe wieder erreicht, als im Hause ein freudiges Ereignis stattfand: Gerta, die älteste Tochter, verlobte sich mit einem jungen Arzt, den sie in einer ihren Eltern befreundeten Familie kennen gelernt. Er war ein strebsamer junger Mann, tüchtig in seinem Fach; man prophezeite ihm eine an Erfolgen reiche Zukunft. Eben hatte er allerdings nur ein bescheidenes Einkommen, doch dies hinderte Gertas Eltern nicht, freudig ihre Zustimmung zu diesem Herzensbunde zu erteilen. " Ich habe meinen Überschlag gemacht, Dora," sagte der Forstmeister eines Tages, als er und seine Frau in der Dämmerstunde auf dem bequem eingesessenen Familiensofa im Wohnzimmer ein Plauderstündchen hielten. So viel und nicht mehr kann ich zu Gerta's Aussteuer bestimmen. Suche Dich danach einzurichten, liebe Alte; Du wirst schon mit Deinem Geschmack und Deinem Geschick etwas Hübsches für unsere Tochter zu sammenstellen!" Dora meinte anfangs auch, es würde reichen, doch nachdem das Notwendigste eingekauft worden, erwies es sich, daß so manches Stück, das in einen jungen Hausstand gehörte, fehlte. Gerta war weder verwöhnt noch anspruchsvoll, aber sie ließ doch das blonde Köpfchen hängen, als sie sah, daß sie auf vieles verzichten mußte. Dora kämpfte im stillen einen kleinen Kampf. Durfte sie das zu Elsbeths Bestem erworbene Geld angreifen, um Gertas Ausstattung zu ver= vollkommnen? Sie sagte sich, daß ste für Arvid unbedenklich den Griff in ihre Sparkasse getan hatte, das nun freilich aus einem anderen Grunde geschehen war. Aber war denn Gerta nicht auch ihr Kind? Hatte sie, die Älteste, sich nicht redlich mit den kleinen Geschwistern gemüht und ihr, der Mutter, manche Pflicht abgenommen und ihr dadurch die Zeit verschafft, sich ihren Malereien zu widmen? Kurz entschlossen leerte Dora ihre Sparbüchse, und Gerta erhielt das, was ihr am meisten zu ihrer Aussteuer fehlte. Ich kann's ja wteder zur Stelle schaffen," dachte Dora und ging an einem freien Nachmittage an eine mühevolle, kunstreiche Arbeit. Eine zarte Blumen- und Arabeskenmalerei auf Seide war ihr übertragen worden. Die Arbeit sollte zu einem eleganten Salonschirm verwandt werden. Eine Zeitlang malte Dora emsig, da fühlte sie plötzlich, wie ein stechender Schmerz ihren rechten Arm durchzog. Sie biß die Zähne zusammen, doch der Schmerz wurde immer nagender, sie ließ den Pinsel sinken, und, eine Schwäche in allen Gliedern spürend, mußte sie sich zu Bett legen. Der Anfall ging glücklich vorüber und in den folgenden Tagen gelang es Dora, den Schirm zu beenden. Zwar fühlte sie immer wieder Schmerzen im Arm, besonders bei der Arbeit traten dieselben schärfer hervor, aber solange sie nicht unerträglich wurden, beachtete Dora, die nie gewohnt war, an sich zu denken, sie nicht sonderlich. Und keine Tante stand jetzt neben ihr mit der wohlmeinenden, bestimmt ausgedrückten Mahnung: ,, Denke an Deine Gesundheit, Kind, schone Dich!" Die gute, alte Dame schlief seit Jahren unter dem Rasen des Kirchhofes. Der Salonschirm war übrigens die letzte bestellte Arbeit, die Dora vor Gertas Hochzeit beenden konnte. Es hatte sich gefügt, daß Gertas Verlobter eine einträgliche feste Stellung im städtischen Krankenhause erhielt. Nun stand ihm nichts mehr im Wege, seine Braut heimzuführen. Bei Forstmeisters entwickelte sich jetzt ein reges Leben. Obgleich seit länger als einem Jahre vorgearbeitet worden, so gab es doch noch immer wieder zu tun an der Aussteuer und beim Einrichten der kleinen Wohnung des jungen Paares. Dora war von früh bis spät unermüdlich tätig. Da geschah es, daß ein erneuter Schmerzanfall sie mehrere Tage lang an's Bett fesselte. ,, Gelenkrheumatismus", konstatierte der Schwiegersohn, den der Forstmeister voller Besorgnis sogleich herbeigeholt.„ Mama braucht Schonung und Ruhe," fügte der junge Arzt hinzu. Aber er kannte Mama schlecht! Dora verstand nicht, untätig dazuliegen. Sobald die Schmerzen nachließen, war sie wieder auf den Füßen, und heimlich malte sie sogar an einem Hochzeitsgeschenk für die geliebte Tochter. Sie schmückte ein Teeservice mit wunderbar sein und sinnig ausgeführten Sträußchen. Die Muster zu denselben hatte sie einst in ihrer Mädchenzeit entworfen, jetzt suchte sie sie hervor aus einer alten Ledermappe mit verblichener Stickerei. Am Hochzeitstage erregte das Geschenk allseitige Bewunderung. Unter den Verwandten des Bräutigams, die zur Hochzeit gekommen waren, befand sich auch ein alter Herr, der, ein bekannter und gewiegter Kunstkenner, in der Residenz eine Kunsthandlung besaß. Entzückt betrachtete er die feine, tadellose Malerei. ( Schluß folgt.) Muffers Geburtstag. Eine liebe und schöne Erinnerung wohl aller älteren Leute ist die an Mutters Geburtstag in den fernen Zeiten der Kindheit. Auch in der einfachsten Familie mit den bescheidensten Lebensansprüchen ist der Tag für die Kinder ein weihevoller und von festlicher Bedeutung, auch wenn er nicht mit geschmücktem Geburtstagstisch, nicht mit teuren Geschenken begangen wird, wenn nur ein schlichtes Sprüchlein aus Kindermund der teuren Mutter die Liebe der Ihren versichert. Wie die Erinnerung an ein schönes Bild haben sich die Eindrücke einzelner besonders stimmungsvollen Geburtstage der Eltern unserer Seele eingeprägt. Die Sonne schien heller, die Blumen blühten bunter und die Vögel sangen fröhlicher; das lasse ich mir noch nicht nehmen. Die Welt war wie ein großes, schönes Forsthaus, voll festlich froher Menschen. Wir Kinder richteten in großer Aufregung den Geburtstagstisch her, auf dem jedes von uns mit Stolz die Gabe, eine Handarbeit in recht naiver Ausführung, für die geliebte Mutter niederlegte. Die älteren Geschwister hatten einen mächtigen Blumenstrauß gepflückt, der mitten auf dem Tische prangte, darunter einen großen, braunen Napfkuchen, den das Geburtstagskind selbst gebacken hatte, nicht für sich, sondern für thre kleinen Gratulanten. Ein wenig fiel es uns schwer, den förmlichen Glückwunsch auszusprechen oder gar das Verslein aufzusagen. Das war doch etwas förmlich Steifes, was die kleine Seele drückte. Ich sehe noch heute Muttchens " große Ueberraschung" bei all den köstlichen" Geschenken ihrer Kinder und die kleine Rührung in ihren lieben Augen, die ich damals so garnicht begreifen konnte. Schon viele Wochen vorher waren wir von unserer Karoline angehalten worden zur fleißigen Herstellung der kleinen Nadelarbeit, die, ach, so schwer von der Hand ging! Nur der Schreckensgedanke ,, Du wirst nicht fertig werden!" trieb zu emsigem Fleiße an. War dann das Waschfleckel oder das Strumpfband fertig, so verwahrte man es mit dem Bewußtsein, einen wahren Schatz zu hüten. Das Kinderherz war voll Jubel, etwas schenken zu können. Dieses echt kindliche Empfinden, das so glücklich macht, sollte jede Mutter mit ihren Kindern pflegen. Man halte sie an zur Freude am Freudemachen und schärfe ihr Nachdenken darüber, andere froh zu machen, soweit es in ihren schwachen Kräften steht! Freilich muß dann Muttchens Portemonnaie herhalten, wenn die Kinder auch Karolinens Geburtstag erforscht haben; es gibt dann eher keine Ruhe, als bis Mutter den Batzen zum Einkauf des Geschenks herausgerückt hat. Wir Kinder nähten unserer guten Karoline, ein Nadelkissen und spickten es mit buntköpfigen Nadeln, wie sie der dörfliche Lumpensammler, der zugleich Kurzwarenhändler ist, feilbot. Karoline freute sich natürlich ,, schrecklich sehr" und versprach, zu unserer tiefsten Genugtuung das ,, schöne" Nadelkissen zum Andenken aufzubewahren. Wenn ich das Kissen jetzt sehen könnte ich glaube, ich könnte noch einmal mit Mund und Herzen lachen. In vielen Familien herrscht die Sitte, zum Geburtstage jedes Kindes die übrigen Geschwister ebenfalls zu beschenken, damit sie nicht neidisch werden. Auf wie tiefe Stufe stellt man dadurch die Seele des Kindes! Haltet es doch an dazu, das Geschwisterchen zu erfreuen und darin seinerseits eine Freude zu finden, anstatt mißgünstig die Freude des andern auch für sich zu begehren! Macht ihm begreiflich, daß dem Geburtstagskinde an seinem Wiegenfeste die Aufmerksamkeit gebührt, und daß die andern Kinder mit ihren Wünschen hübsch zu warten haben, bis der gleiche Tag ihnen die gleichen Freuden bringt, und ste selbst Der Eltern Gean die Reihe kommen ,,, gefeiert" zu werden. burtstage aber seien den Kindern Feiertage, denen das Auge threr Seele den Festesschimmer gibt! Der Porträtmaler. Von Egger- Linz. -