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Elef u Elettr rentabel off Bauer, ha Re) uglichale putz Crime alier Bestan lein auf der SHE Zeit. delshalb s Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amil. Bekanntmachungen - - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 63. - Erstes Blatt. Bekanntmachung. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes = sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 30. April 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Für die Vertilgung der Feldmäuse sind wieder vergiftete Haferkörner beschafft worden. Besizer von Grundstücken können ihren Bedarf in der Halie hinter dem Schlachthof vom nächsten Samstag ab, vormittags zwischen 7 und 8 Uhr abholen. Gießen, den 29. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Keller. Arbeitsvergebung. Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Befestigung der Auffahrtsrampe am Stadttheater von der Johannes- straße aus und von zwei Fußgängerwegen in der Südanlage sollen Dienstag, den 3. Mai, vorm. 11½ Uhr, Die neue Wahlkreiseinteilung. Der Gesetzgebungsausschuß der zweiten Kammer wird boraussichtlich in der nächsten Woche seine Sißungen wieder aufnehmen und sich in erster Linie mit der Beratung der neuen Wahlkreiseinteilung beschäftigen. Die Wahlkreiseinteilung bildet bekanntlich den dritten der Geseßentwürfe zur Einführung des direkten Landtagswahlrechts, und in mehr als einer Hinsicht auch mit den wichtigsten. Es leuch= tet wohl jedermann ein, daß auch die beste und vollstümlichste Wahlrechtsbestimmung einfach über den Haufen ge worfen werden kann, wenn die Grundbedingung für das Wählen überhaupt, die gleichmäßige, gerechte Einteilung der Wahlkreise, nicht erfüllt wird. Haben wir doch schon bei den früheren Wahlrechtsberatungen die Tatsache feststellen tönnen, daß unter Zuhilfenahme einer geschickten Wahlkreisgeometrie Vorschläge zustande gebracht wurden, die durch Zusammenfügung jeßt getrennter Teile von Wahlbezirken und Bevölkerungsgruppen manchen Parteien einen starken Mandatszuwachs in den Schoß gelegt hätten und daß einzelne Abgeordnete sich ihren Wahlkreis so schön„ abgerundet" zu gestalten bestrebten, daß ihnen dadurch der sorgenlose Besiz des Mandats für alle Zukunft garantiert worden wäre. Eine neue Wahlkreiseinteilung in Hessen muß erfolgen, weil die Zahl der Landtagsmandate bei Einführung bes' diretten Wahlrechts von 50 auf 58 erhöht werden soll. Es gibt ja viele Leute im Lande, die der durchaus nicht von der Hand zu weisenden Meinung sind, daß ein Staat mit 1 120 000 Einwohnern sich wohl mit seinen 50 Voltsbertretern ganz gut begnügen tönnte; die übrigen Bundesstaaten haben zumeist im Verhältnis zur Bevölkerungszahl weniger Abgeordnete. Nachdem nun aber schon seit einer ganzen Reihe von Jahren über die auch von der Regierung als absolut notwendig erkannte Vermehrung der städtischen Mandate vergeblich debattiert und gestritten worden ift, glauben Regierung und Kammer endlich durch die Vermehrung der städtischen Mandate um fünf und der ländlichen um drei für jede Provinz eing- den Widerstreit zwischen Stadt und Land am glücklichsten beseitigen zu können; fie tun dies selbst auf die wenig erfreuliche Aussicht hin, daß von einer so vermehrten Abgeordnetenzahl noch mehr geredet und dem Lande noch erheblichere Kosten auferlegt werden. Den stärksten Widerspruch gegen diese Mandatsvermehrung hatte man bisher von der ersten Kammer befürchtet. Bekanntlich hat sich aber deren Wahlrechtsausschuß jüngst ausdrücklich mit der Vermehrung auf 58 Abgeordnete einverstanden erklärt, so daß eine darauf aufgebaute Wahlkreiseinteilung beim andern Hause auf keine Schwierigkeiten stoßen wird. Der Jetzt ist es nun Sache des Ausschusses der Zweiten Kammer, an die Wahlkreiseinteilung heranzutreten und man sagt sich in eingeweihten Kreisen, daß hier Schwierigkeiten liegen. Es ist zweifellos, daß die diesbezüglichen Vorschläge der Regierung nicht angenommen werden. Gesezgebungsausschuß hat bereits vor zwei Monaten einstimmig die Parteien ersucht, Vorschläge zu machen:„ Dieses einstimmige Ersuchen ist bis jetzt ohne jede Antwort geblieben und man kann den einzelnen Parteien den Vorwurf nicht ersparen, daß durch diese Haltung das Reform= werk verzögert, ja sogar gefährdet wird. Wenn deshalb mit mehr oder weniger Recht an der Haltung der Ersten Kammer Kritik geübt wird, so dürfte auch an der bisherigen Tätigkeit der Zweiten Kammer Kritit geübt werden, daß die Führer der Parteien endlich die hohe Wichtigkeit der Vorlage erkennen und ihrerseits mitwirken, daß baldigst das hessische Volk Klarheit darüber haben wird, ob die Reform fommen oder ob sie auch diesmal wieder wegen der Uneinigkeit der Parteien und der beiden Kammern imerledigt bleiben wird! Bum 1. Mai. Die Zeiten des Herenaberglaubens sind längst vorüber. Nur in dem Hirn derer, die durchaus nicht alle werden wollen, lebt diese Erscheinung noch ein fümmerliches Dasein, um bei gewissen Gelegenheiten sich schüchtern hervorzuwagen und allerlei sputhaftes Unwesen zu treiben. In unser Zeitalter der Aufklärung und des Fortschritts aber paßt Siefer mittelalterliche Zopf auch nicht mehr hinein und so wird es wohl nur wenige Menschen geben, die in der bevorstehenden Walpurgisnacht furchtsam die Bettdecke über den Kopf ziehen, wenn draußen Wind und Wetter ihr Spiel treiben und in der Phantasie eines hochgespannten äffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 27. April 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Vergebung von Maurer- u Pflasterarbeiten Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestigung der Bürgersteige in der Ebelstraße zwischen Riegelpfad und Wilhelmstraße sollen Montag, den 25. d. Mts., vorm. 11 Uhr, äffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen lieGeistes die sonderbarsten Empfindungen und Vorstellungen wachrufen können. Vielmehr werden die meisten dem längsteingebürgerten Brauch huldigen und im Kreise der Familie oder guter Freunde die Ankunft des Wonnemonats erwarten und mit Becherklang und frohem Sang begrüßen. In diesem Jahre ist die Gelegenheit dazu ja besonders günstig, da der Samstagabend allgemein dem gemütlichen Beisammensein und der Erholung nach den Mühen und Arbeiten der Woche gewidmet ist und hierzu selbst die tyrannischste bessere Ghehälfte wohl anstandslos den sorgsam bewachten Hausschlüssel herausrückt. Diejenigen, die von solchen Voraussetzungen und Bedingungen nicht ab= hängig sind und das ganze Jahr hindurch die Samstag= abend- Sizungen etwas auszudehnen pflegen, werden natürlich erst recht die Walpurgisnacht in gebührender, würdiger Weise verbringen, und das sind in unserer Universitätsstadt hauptsächlich die Musensöhne. Mit lodernden Freudenfeuern, slammenden Fackeln und zischenden Raketen brin' gen sie dem neuen Monat ihr Willkommen entgegen, während ihre jungen, wohlangefeuchteten Kehlen zu den Klängen eines Musikkorps die alte, immer neue Weise in die Nacht hinausschmettern: Der Mai ist gekommen, Die Bäume schlagen aus; Da bleibe, wer Lust hat, Mit Sorgen zu Haus! und poetischer Form begrüßt und besungen, wie der Mai. Kein anderer Monat wird wohl so viel in prosaischer Er gilt eben von jeher schon als der sehnsüchtig erwartete Monat, der nach dem mit konstanter Bosheit sich stets wiedereinstellenden Märzenschnee und nach dem als wetterwendisch arg verschrieenen April endlich die kalendarisch schon längst begonnene Frühlingszeit bringen soll. Auch in diesem Jahre erwartet die Menschheit von ihm die Erfüllung aller jener Hoffnungen, die sie alljährlich auf ihn seßt, mögen sie nun mehr selbstsüchtiger Art sein oder mögen sie sich auf die ganze Natur erstrecken. Dieser allgemeinen Erwartung schließen wir uns von Herzen an und geben dem Wunsche Ausdruck, daß nicht nur alle persönlichen Forderungen von dem kommenden Mai erfüllt werden, sondern sich auch die Behauptung Logau's bewahrheitet: Dieser Monat ist ein Kuß, Den der Himmel gibt der Erde, Daß sie jeßund seine Braut, Künftig eine Mutter werde! Deruntreuungen im Kassendienst. -phEin trauriges Zeichen der Zeit sind die unheimlich zunehmenden Fälle von Kassengeld- Unterschlagungen bei den verschiedenen Staats-, Gemeinde und Privatverwaltungen. Die zahlreichen Gerichtsverhandlungen, sowie die fortge= setzten Meldungen der Tagesblätter geben hiervon beredtes Zeugnis. Die Gefahr im Kassendienste vom Wege der Pflicht abzuweichen, besteht für schwache Charaktere unstreitig, sobald sie in Geldverlegenheiten geraten. Aber trotz aller vorher gegangenen, abschreckenden Beispielen hört man immer wieder, daß sich der eine oder andere Berufsgenosse an den ihm anvertrauten Kassengeldern vergriffen und damit die Ehre und das Ansehen des ganzen Standes geschädigt hat. Fragt man nach der Ursache des bedauerlichen Fehltrittes, so heißt es vielfach: die Not hat ihn dazu getrieben, oder auch: er ist leichtsinnig veranlagt; er wußte sich nicht nach seiner Decke zu strecken. als Vom Standpunkte der Ehrlichkeit und Gerechtigkeit sind derartige Entschuldigungen verwerflich. Für den Strafrichter mag unter Umständen eine gewisse Notlage noch Milderungsgrund erscheinen, und bei Bemessung der Strafe auch Berücksichtigung finden; moralisch ist aber dadurch für den Beschuldigten nichts gewonnen. Denn er hat sein Ansehen genau so verwirkt, wie derjenige, der aus Oberflächlichkeit und Leichtsinnigkeit gefehlt hat. Im Hinblick auf die vielen anderen Menschen, die sich ebenfalls in großer Rechtschaffenheit abweichen, sollten auch die in Not gerate Not befinden, und doch nicht vom Wege der Pflicht und nen Beamten ihren ehrlichen Namen über alle irdischen Gü so in gewissem Sinne erzieherisch auf alle andere einwirter und Genüsse stellen, mit gutem Beispiele vorangehen und len. Jeder sollte den schon in den ersten Schuljahren gelernten schönen Liedervers:„ leb' immer Treu und Redlichkeit 2c.", als Richtschnur seines Handelns und Verhaltens wählen. Wächst einem infolge von Krankheiten, oder ähnlichen Fällen, wirklich einmal die Not über den Kopf, 21. Jahrg. gen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 18. April 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Anläßlich des Himmelfahrtsmarktes und der gleichzeitigen Anwesenheit des Zirkus Schumann wird die Kirch straße zwischen Wetsteingasse und Neustadt am Mittwoch, den 4. Mai 1910 für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 28. April 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. dann vergreife er sich um Himmels Willen nicht an den ihm anvertrauten Geldern, sondern suche Hilfe und Unterstützung bei Verwandten, guten, aufrichtigen Freunden, oder bei seiner vorgeseßten Behörde. Keinesfalls lasse er den schon verhängnisvollen Gedanken in sich aufkommen, nur vorübergehend Geld aus der Kasse zu entleihen. Die anvertrauten Gelder dürfen für den Kassen- Beamten keine andere Bedeutung haben, als eine gewöhnliche Ware, die er zwar verwaltet, aber nicht genießen fann. Wie manches Familien- Elend würde vermieden; wie mancher Verzweiflungsruf hinter fahlen Gefängnismauern bliebe unausgestoßen und wie viele Ausbrüche seelischen Schmerzes von einst glücklichen Frauen, Kindern und Eltern gefallener Beamten wären nicht zu hören, wenn der erste Gedanke an die zum Verhängnis führende Tat charaktervoll unterdrückt worden wäre. Uebrigens ist es schon längst erwiesen, daß es bei den Kassen- Beamten nicht weniger auf deren Charakterfestigkeit, als auf das Wissen und können antommt. Mit Rücksicht auf die in letzter Zeit sich mehrenden Unterschlagungen im Kassendienste ist es daher auch heilige Pflicht der oberen Behörden, sich vor der Beseßung verantwortlicher Stellen genau über den Charakter und das Privatleben der in Betracht kommenden Anwärter zu unterrichten. Es erscheint dies als eine im Interesse des Verwaltungs- wie des Stan desansehens gebotene Maßregel, deren Anwendung sich namentlich noch nicht genügend erprobten Kräften gegenüber empfiehlt. Jedenfalls wäre dies ein Vorbeugungsmittel gegen Unterschlagungen von weit zweckmäßiger Wirkung, als die an manchen Orten noch bestehenden, aber längst zur Lächerlichkeit heruntergefundenen Kautionen, sowie die manchmal nur zum Scheine vorgenommenen Kassen- Revisionen von völlig uneingeweihten Personen. Mögen diese wohlmeinenden Worte geneigte Ohren fin den! Mögen besonders die jüngeren Beamten bedenken, daß sich schon mancher infolge eines Kassenversehens um die schönsten Hoffnungen seines Lebens gebracht hat. Die schlimmen Folgen eines derartigen Vergehens haften sich an seine Fersen bis an das Grab. Es sagt daher auch schon in treffender Weise der alte flassische Ausspruch: " Das eben ist der Fluch der bösen Tat, Daß sie fortzeugend Böses muß gebären!" Deteranenbeihilfen. Der Reichsinvalidensnds, der bekanntlich in diesem Jahre aufgezehrt ist, hat äußerst segensreich gewirkt und wo er in einzelnen zweifelhaften Fällen versagte, traten der faiserliche Dispositionsfonds, sowie der Invalidendant helfend ein. Dennoch litt er an dem Mangel, daß seine Mit tel wohl dafür ausreichten, den wirklich im Kriege selbst invalide gewordenen Personen Unterstübungen zu gewäh ren, nicht aber denjenigen, bei denen sich im Laufe der Jahre die Strapazen der Feldzüge nachträglich durch Siechtum rächten und sie erwerbsunfähig machten. Aus Anlaß des 25jährigen Kriegsjubiläums wurde der Reichs- Invali denfonds durch Gesetz vom 22. Mai 1895 dadurch noch weiter belastet, daß aus ihm an Kriegsteilnehmer, welche sich in unterstützungsbedürftiger Lage befanden, Beihülfen in Höhe von 120 Mt. jährlich gezahlt wurden, und ebenso wurde aus ihm der kaiserliche Dispositionsfonds verstärkt, um auch solchen Kriegsteilnehmern fleinere Pensionen zu sichern, deren Bedürftigkeit aber außer Frage stand. Aber ganz abgesehen davon, daß hierbei naturgemäß manche Härten mit unterliefen, fonnte in Anbetracht der üblen Finanzlage des Reiches die Zahl der Personen, denen diese Guttaten zuflossen, nur eine verschwindend kleine sein. Wurden doch nur etwa 24 000 Ariegsteilnehmer unterstützt, obwohl die Zahl der noch lebenden Kämpfer aus dem Unteroffiziers- und Mannschaftsstande rund 500 000 betrug. Der Reichstag löste daher nur eine Ehrenschuld des deutschen Voltes ein, als er am 13. Juli 1909 beschloß, daß allen über 60 Jahre alten Veteranen, soweit sie ein Einkommen von weniger als 600 Mt. hätten, die Kriegsteilnehmerbeihilfe in Höhe von 120 mt. jährlich gezahlt werden sollte. In dem Reichstage wurde nun diese Materie kürzlich aufs neue angeschnitten. Man gedachte, zur Lösung der Kostenfrage eine Wehrsteuer vorzuschlagen, die jedoch auch verschiedener Gründen halber feine Mehrheit fand. Das neue Gesetz der Veteranenbeihilfen, wonach eine jährliche Beihilfe von 120 Mt. gezahlt werden soll wurde ungeachtet der Nichtlösung der Kostenfrage dennoch angenommen und damit dürften manche berechtigten Wünsche in der Fürsorge für unsere alten Soldaten erfüllt werden. ALIER Lederputz Lokales. Gießen, 30. April 1910. ** Der Großherzog hat am 23. April den Provinzialdirektor Dr. Karl Usinger, den Geh. Oberfortrat Frey zu Darmstadt und den Kreisrat des Kreises Alsfeld Dr. Otto Heinrichs auf ihr Nachsuchen von den ihnen seither übertragenen Stellen bei dem Landes- Ver= sicherungsamt enthoben. ** Die Groß fürstin Sergius hat nach einer Mitteilung der" D. 3tg." nicht den Schleier genommen oder ist in ein Kloster gegangen, sondern ist vielmehr lediglich als Oberin in eine von ihr gegründete Stiftung eingetreten, um diese besser leiten zu können. Bei * Provinzial- Ausschuß. Der ProvinzialAusschuß verhandelte fürzlich über eine gegen die Bürgermeisterwahl in Ober- Wöllstadt eingelegte Berufung. dieser Wahl fielen 87 Stimmen auf den Landwirt Feuerbach, dessen Nebenbuhler Heinrich Gondolf 4. nur 80 Stimmen auf sich vereinigte. Die Ablehnung des von der unterlegenen Partei gegen die Wahl erhobenen Protestes durch den Kreis- Ausschuß zu Friedberg veranlaßte, die Beschwerdeführer, welche die ungültigkeit der Wahl mit vermeint licher Wahlbeeinflussung zu begründen suchen, die Entscheid= ung des Provinzialausschusses anzurusen, der nun eben' falls den Protest kostenpflichtig verwarf. ** Uebertragen wurde am 25. April dem Leh rer Friedrich Rockel zu Lanzenhain, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Münzenberg; dem Schulamtsaspiran ten Karl De che r- Lehrbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Elbenrod. ** Das Sch wurgericht für die Provinz Oberhessen fängt Montag, den 6. Juni, vormittags 9½ Uhr, an. Vorsitzender ist Landgerichtsrat Schmahl zu GieBen. ** Verkehrsverein. Der Verkehrsverein hat dieser Tage seinen Stadtplan an dem Bahnhof erheblich neuer gestalten und u. a. mit sämtlichen Straßenbahnstationen versehen lassen. Diese Verbesserung des Planes wird wird von den hier ankommenden Fremden ganz sicher auf das freudigste begrüßt werden. ** Leseh alleverein. Die Büchersammlung des Lesehallevereins hat im Monat März 2280 Bände ausgeliehen, von denen der größte Teil auf die erzählende Literatur entfiel. Die Umgegend lich aus der Bibliothek 67 Bände. * Die Prüfung für das mittlere Finanz fach in Hessen hat soeben begonnen. Der schrift lichen Prüfung, die bis zum 6. Mai dauert, haben sich 19 Aspiranten unterzogen, darunter solche aus Mainz, Darm stadt, Offenbach, Dieburg, Alzey, Weinheim und Worms. ** Diebstahl. In dem physikalisch- chemischen Laboratorium wurde das Fehlen von aus Platin gefertigten Gegenständen bemerkt. Die sofort angestellten Nachforschungen lenkten den Verdacht des Diebstahls auf einen unbekannten jungen Mann, dessen Festnahme infolge seines Verschwindens bis jetzt noch nicht erfolgen konnte. * Plötzlicher Tod. Auf der Fahrt von Rußland nach Bad Nauheim ereilte einen aus Moskau stammenden Reisenden namens Moderoff auf der Station Gie ßen plötzlich der Tod. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. h3irtus Schumann. Der Zirkus Schumann traf heute früh mittels Sonderzug in Gießen ein und hatte natürlich nicht verfehlt, jung und alt nach dem Oswaldsgarten zu locken. Seine in Berlin bereits rühmlichst be= kannten Marställe enthalten so viel des Sehenswerten, daß ein Besuch derselben an und für sich schon lohnend wäre. Ganz sicher wird der Zirkus bei seinen Vorstellungen im Hinblick auf seine hervorragenden Leistungen in Gießen das gewohnte Interesse finden und dem entsprechend auch auf einen guten Besuch rechnen dürfen. Die in jeder Hinsicht vorzüglichen Darbietungen in Berlin stellen den Zirkus Schumann unstreitig den größten Zirkusunternehmen gleich, da zweifellos nur bei erstklassigen Kräften seine Vorstell= ungen in einer Weltstadt wie Berlin Erfolg erzielen konnten. Aus Hessen und Nachbargebiet. aus Darmstadt, ein Sohn des Kirchenrats D. Schlosser in Gießen, tritt sein Amt in 14 Tagen an. * Nieder- Bessingen. Der Solmser Zweigverein des Gustav- Adolf- Vereins feierte sein diesjähriges Jahresfest in tieder- Bessingen, das dank dem Entgegenkommen der Gemeinde in allen seinen Teilen einen glänzenden Verlauf nahm. * Ettingshausen, 29. April. Ein vierjähriger Knabe fiel zwischen dem eisernen Steg und der Laun= spach'schen Mühle in den Aeschersbach. Der Maurer H. Mohr, der nicht weit davon beschäftigt war, wurde durch das Schreien anderer Kinder aufmerksam und holte das Kind aus der etwa 1 Meter tiefen Stelle. Erst als es gerieben wurde, kam Wasser aus dem Munde und das Kind fing wieder an zu atmen. * Rodheim b. Hungen. Die hiesige Pfarrei, zu der auch die Därfer Steinheim und Rabertshausen gehören, ist zurzeit nicht besetzt. Der neuernannte Pfarrer Schlosser 24) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) eine * Steinheim. Hier plante man den Bau eines neuen Schulhauses. Da die Platfrage noch nicht geregelt ist, will man bis nach Fertigstellung der Feldbereinigung warten. Die Inheidener Wasserleitung führt durch der hiesigen Ortsstraßen, trotzdem will sich die Gemeinde nicht an das Wert anschließen, sondern nach Fertigstellung der Feldbereinigung ein eigenes Werf bauen. * Reichelsheim. Ein hochinteressanter Fund wurde von zwei Landwirten hier gemacht. Bei der Neuanlage eines Drainagegrabens in ihrem Garten stießen dieselben auf ein Brandgrab aus der Bronzezeit, das etwa 4000 Jahre alt sein dürfte. * Hünfeld. Hünfeld kann in diesem Jahre sein 600jähriges Stadtjubiläum feiern. Der Tag, an dem vor 600 Jahren Hünfeld, dessen Bestehen bis 782 zurückreicht, Stadtrechte erhielt, ist der 27. Juli. * auba ch. Zum Sparkassendirettor wurde an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Jochem das seitcherige Vorstandsmitglied Oberamtsrichter Zimmermann gedes wählt.- In Klein- Eichen fiel das 3jährige Kind Landwirts Högy beim Spielen in ein Gefäß mit kochendem Wasser. Es zog sich so schwere Brandwunden z, daß es bald daran starb. * Buzzbach, 29. April. Der frühere Rechner des Kugelhausfonds und der Pfennigsparkasse Heinzerling, der bekanntlich wegen Unterschlagung vor einigen Jahren verurteilt wurde, ist schwer leidend; er kann sich nur mit Hilfe von Krücken fortbewegen. Vier Jahre seiner Strafe hat er bereits verbüßt, die übrigen drei Jahre wird er mensch licher Voraussicht nach schwerlich überstehen. * Friedberg, 28. April. Hier fand die diesjährige Hauptversammlung des Kreisziegenzuchtvereins statt, welche aus allen Teilen des Kreises stark besucht war. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Beschichung der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Hamburg mit Ziegen. * Nieder- Wöll stadt, 29. April. Seine goldene Hochzeit feierte das Ehepaar Peter Mohr in voller Rüstigkeit. sammlung am 9. Mai hier abhalten, und wird hierbei nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten der Landtagsab geordnete Justizrat v. Brentano einen Vortrag über die neuen hessischen Verwaltungsgesetze halten. * Mainz, 28. April. In Haft tam der Buchhalter einer Großfirma am Zollhafen, der sich im Laufe der letzten Jahre Veruntreuungen in Höhe von über 5000 Mart zuschulden kommen ließ. * Wiesbaden, 29. April. Die Polizei hat der sozialdemokratischen Partei auch zu dem an die Maifeier, anschließenden Festzug nach der Bierstädter Warte die Ge nehmigung erteilt, was um so bemerkenswerter ist, als am 1. Mai nachmittags auch die Ankunft des Kaiserpaares erfolgt. * Worm 3, 29. April. Die hier wohnenden Oberhessen haben sich zusammengetan und einen Aufruf verbrei tet, der eine Hilfsaktion für die durch den Zusammenbruch der Kasse des Vorschuß- und Kreditvereins in Ober- Modstadt Geschädigten bezweckt. Jeßt hat der„ Verein der OberHessen" beschlossen, am 6. Mai im Theatersaal des städt. Spiel- und Festhauses eine musikalisch- theatralische Auf führung zum Besten der geschädigten Landsleute zu veran stalten. Dichters, über Kö geführt. * Paris. ten Fallieres wif Der„ Gaulois" ge Polititer zujamme Fallieres Hoffnung Loubet, den Präfi Clemenceau und d fteriums Cheron. * Brüssel, Mitte Juni feinen Luftschiff wird 14 nehmen und Graf Syftem halten. * Brüsse Roosevelt reiste v gens ab und traf ein, wo er vom des Königs, Gen Bahnhof aus fuhr mische Gesandtschaft * Washin Preise unternimmt Präfidenten Taft litik für die demot antwortlich. Roo bentschaft wir )( Mülhay fen, eine Radfer mit dem Siege de A. Tschumperly, * Heilbronn, 29. April. Der Schultheiß Benz von Löschgau im Oberamt Besigheim ist wegen Unterschlag ung in der Höhe von 320 000 Mt. verhaftet worden. Benz erhielt erst vor kurzem vom König von Württemberg einen Orden. * Traisa i. Odenwald. Seit 14 Jahren besteht das Sanatorium Glück auf"( Spezial- Institut für Ideal- Heil- Massage- Atmosphärische-, Diät- und Erhol ungsfuren) in Traisa bei Darmstadt. Bevor Herr Rindersprecher zur Gründung desselben geschritten, hat er sich 18 Jahre lang darauf vorbereitet und reiche Erfahrungen auf dem Gebiete der Massage- und Bäder- Heilkunde gesammelt, welche jetzt allen Heil- und Erholungsbedürftigen zugute kommen. Die Anstalt hat staatliche Konzession und untersteht der Kontrolle eines Arztes. Aus aller Welt. * Berlin, 28. April. Zwischen den Vertrauensmännern der fortschrittlichen Volkspartei und der Nationalliberalen haben Vorbesprechungen stattgefunden, die auf ein gemeinsames Vorgehen bei den nächsten Reichstags= wahlen hinzielen. Die zweigorganisationen beider Parteien sollen ersucht werden, sich möglichst schon jetzt über die Kandidaturen zu einigen und sich zu diesem Zweck mit den Zentralleitungen in Verbindung zu sehen. * Berlin. Roosevelt wird sich 5 Tage in Berlin aufhalten. Er trifft am 10. Mai in Berlin ein und wohnt als Gast des Kaisers im Königlichen Schloß. Ein Festabend beim amerikanischen Botschafter Hill wird ihn nach den offiziellen Empfängen im Kreise der amerikani * Büdingen, 29. April. Der Zusammenbruch des Bankgeschäftes von Hofrat Rothschild in Büdingen und des damit zusammenhängenden Vorschuß- und Kredit- Vereins zu Ober- Mockstadt haben eine derartige Notlage der Bevölkerung im Büdinger Land hervorgerufen, daß die hessische Regierung im Verein mit den Landständen einen Aufruf vorbereitet, um den ehemaligen Mitgliedern der Genossenschaftskasse Hilfe zu bringen. Deren Fehlbetrag beziffert sich bekanntlich auf 702 000 Mt., und da eine unbeschen Kolonie sehen. schränkte Haftpflicht besteht, beträgt der Kopfteil 2300 Mt. für 423 Mitglieder, von denen etwa 118 völlig oder teilweise leistungsunfähig sind. Der Herr Papa aber wollte davon nichts wissen. Es tam zu argen Streitigkeiten. Der Alte glaubte, sein Sohn beziehe die Universität, derweil aber befand sich der Herr Herrmann auf dem Konservatorium, wo man Musik und Gesang studiert. Wie der Alte das erfährt, ist er furchtbar wütend und erklärt, von dem ungeratenen Kind nichts mehr wissen zu wollen. Die Gnädige bekommt Krämpfe fällt in Ohnmacht, bitte und fleht für ihren Liebling, aber das hilft ihr alles nichts, es bleibt dabei, daß Hermann nicht eher wieder vor den Augen des gestrengen Vaters erscheinen darf, bis er etwas vernünftiges gelernt hat. In ihrer Not wandte sich die geängstigte Mutter an mich. Franz", hat sie gesagt, du bist allezeit ein treuer Diener gewesen, auf dich kann man sich verlassen. Also, ießt gehst du, suchst meinen Sohn auf und bleibst bei ihm. Und von Zeit zu Zeit berichtest du mir, wie es ihm geht und wo er sich befindet. Ich muß doch wissen was er treibt, er ist ja mein Einziger!" Die Gnädige bat ja zwar noch eine Tochter, aber der Hermann ist halt der Erbe und Stammhalter und er war von jeher ihr Liebling. Ich konnts ihr nicht verdenken, daß sie sich um ihn gesorgt und gegrämt hat. So packte ich denn mein Bündel und seitdem bin ich bei Herrn Herrmann Walter. Er forrespondiert ja auch mit seiner Mama, aber der Bapa will immer noch nichts von ihm wissen, trotz der großen Erfolge, die wir zu verzeichnen haben." Es klang sehr viel Selbstbewußtsein aus den Worten des Alten. Friß ließ sich offenbar dadurch imponieren, denn er schaute den Freund bewundernd an. Dann trennten sie sich mit dem Versprechen, sich gegenseitig zu be suchen, um alte, liebe Erinnerungen auszutauschen. VI. Das Wetter war recht unfreundlich geworden. Ueber dem Walde lagerte ein dichter Nabel, die Luft war feucht und kalt. Welke Blätter lagen haufenweise am Boden; der Wind trieb sie spielend vor sich her * Wehlar, 28. April. Der Bäckerlehrling Diehm, welcher vor einigen Wochen durch das Losgehen eines Terzerols eine schwere Verwundung erlitt, ist in der Klinik zu Gießen gestorben. * Frankfurt a. M., 27. April. Die Metallarbeiter der Felten- Guilleaume- Lahmeyer- Werte sind, etwa 2700 an der Zahl, heute Abend in den Ausstand getreten, nachdem sich die Einigungsverhandlungen zerschlagen haben. * Mom bà ch. Zirka 6 Millionen Stück Salatköpfe kommen von nächster Woche ab von hier aus zum Versand. Die Mombacher Frühsalatkultur gehört mit zu den bedeutendsten in ganz Deutschland und bildet einen Haupter-- werbszweig der hiesigen Landwirte. * Offenbach, 29. April. Zur Prüfung der vier zum Umbau des alten Stadttheaters eingegangenen Projette ist ein Preisrichterfollegium gebildet worden. * Hanau, 29. April. Vom preußischen Ressortmi nister ist eine Beteiligung des Staates an dem KleinbahnUnternehmen Hanau- Büdingen durch Hergabe eines Darlehens in der Höhe eines Drittels der Baukosten abgelehnt worden, da die von der Unternehmer Firma, der AttienGesellschaft für Bahnbau und Betrieb in Frankfurt a. M. eingereichte Rentabilitäts- Berechnung Beanstandung erfahren hat. * Darmstadt, 29. April. Die heff. Regierung bat als Aufsichtsbehörde der Süddeutschen Eisenbahn- Gesell schaft den Beschlüssen der letzten Generalversammlung die Genehmigung versagt. Die Generalversammlung hatte eine Abänderung des§ 29 der Statuten beschlossen, welcher vorschreibt. daß kein Aktionär mehr als 1000 Stimmen abgeben darf. * Darmstadt. Sämtliche Arbeiter in den Betrieben der hiesigen Möbelfabriken legten fürzlich die Arbeit nieder. * Mainz. Der Landesverband der Bürgermeister im Großherzogtum Hessen wird seine diesjährige Hauptver,, Mir scheint, heuer kommt der Winter recht bald", meinte Friz, der in seiner blauen Livree hinter seiner jungen Herrin saß, die wie gewöhnlich die Zügel in den Händen hieft. Sie ließ die Tiere heute ganz langsam gehen. Nachdenklich schweiften ihre Blicke über die fahl gewor= denen Bäume hin und blickter dann träumerisch in die Ferne. Die Straße machte eine scharfe Biegung, daher kam es, daß sie jetzt erst den einsamen Fußgänger gewahrte, der dort langsam, wie in tiefe Bedanken versunken, dahinwanderte. Als das Gefährt ihn erreichte, 30g er höflich grüßend den Hut. Die Insassin des Wagens nickte ihm freundlich und liebenswürdig zu. ,, Ah, Herr Walter, ich freue mich, Sie endlich einmal wieder zu sehen- wie geht es Ihnen? Sie waren leidend, wie ich zu meinem großen Bedauern vernahm! Ihre vielen Verehrer sind betrübt darüber gewesen! Hoffentlich haben wir nun bald wieder das Vergnügen, Sie ſingen zu hören?" Es schien beinahe, als wäre es dem iungen Manne unangenehm, in seinen Gedanken gestört zu sein, denn er erwiderte nicht eben freundlich: Wann ich wieder singen werde weiß ich noch nicht, vorläufig leide ich noch Heiserkeit." an Er war offenbar bestrebt, aus dem Bereich des Wagens zu kommen, denn er verlangsamte seinen Schritt in auffallender Weise. Maja hatte Mühe, die Tiere in die langsamste Gangart zu zwingen. Die junge Dame, die natürlich von ihrem getreuen Friß über den Inhalt des Gespräches, das er mit Walters Diener geführt, genau unterrichtet worden war, lachte nach den letzten Worten des jungen Sängers so hen und übermütig auf, daß dieser ihr einen strafenden Blick zu warf. ,, Was stimmt Sie denn so heiter, gnädiges Fräulein?" fragte er mit gerunzelter Stirn. Ihre Heiserkeit, Herr Walter!" Walter blickte jetzt beinahe drohend zu dem übermütigen jungen Mädchen hin ,, Sie glauben wohl nicht daran?" Nein!" gestand Maja ohne Zögern. Fräulein Reinau? Ich muß doch bitten!" Das flang sehr gereizt. Aber je finsterer der junge Mann wurde, desto übermütiger lachte der kleine Kobold. * Berlin. Der sogenannte Hauptmann von Köpenick ist mit dem Dampfer Auguste Vittoria" aus Amerita gestern in Curhaven eingetroffen. Er besuchte mehrere Lo fale, um Ansichtspostkarten zu verkaufen. * Berlin, 29. April. Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich sind gestern Abend wieder hier eingetroffen. * Berlin, 28. April. In der heutigen Sigung des Bundesrats wurde dem Entwurf eines Gesetzes betreffend Aenderung des Posttaregefeßes die Zustimmung erteilt. * Magdeburg, 29. April. Gestern Abend be schloß die Mitgliederversammlung der Väcker mit 139 gegen 112 Stimmen den Streif. από * Nürnberg, 28. April. Der Rektor der höheren Mädchenschule Dr. Herberich ist gestern abend von seiner Gattin durch drei Revolverschüsse erschossen worden. Sie wurde verhaftet. Herberich, der 44 Jahre alt war, erfreute sich allgemeinen Ansehens als Lehrer wie als Gelehrter. * Wien, 29. April. In dem Schlußverhör gegen den des Giftmordes beschuldigten, seit dem 22. November 1909 in Haft befindlichen Oberleutnant Adolf Hofrich ter erhielt dieser Gelegenheit, das Gesamtbeweismaterial das für ihn erdrückend ist, fennen zu lernen. Hofrichter mußte selbst zur Einsicht kommen, daß das Beweismaterial nicht umgestoßen werden kann. Hierdurch wurde er zum Teil durch die Militärärzte, die ihn im Arrest auf seinen Geisteszustand untersucht hatten, bestärkt. Hofrichter ließ sich infolgedessen gestern dem Untersuchungsrichter vot führen, dem er unter sichtlichen Seelenkämpfen ein Ge ständnis ablegte, daß er tatsächlich Giftpillen a die Generalstabsoffiziere gesandt habe, um diese aus dem Wege zu räumen um wieder in den Generalstab aufgenom men zu werden. Diesen Plan habe er hauptsächlich au Liebe zu seiner Gattin erdacht, um ihre Zukunft sicher z stellen. Da infolge dieser veränderten Prozeßlage auch das Vorgehen der Frau nicht ganz einwandfrei erscheint, wurde diese heute dem Sicherheitsbureau vorgeführt und einen Verhör unterzogen. * Paris, 29. April. Die Leiche Björnsons wurde gestern Abend, begleitet von der Familie des verstorbena Für einen anderen wäre dies Lachen eine wahre Her erquidung gewesen, aber Walter ärgerte sich unbeschreibli darüber, so daß er beinahe grob wurde. Es ist mir ganz einerlei, was Sie glauben", sagte er offenbar in der Absicht, die junge Dame ebenfalls ärgern. Sie ging jedoch nicht auf den Ton ein, sondern fute mit allerliebster Schelmorei fort: Ich glaube den Grund Ihrer Heiserkeit ganz genau zu kennen und glaube auch da Mittel zu haben, dieselbe zu heilen." Sie?" Es war weniger das kleine Wörtchen als Ton urb Blick, welche verlosen sollten. Doch Maja schien das ga nicht zu merken. Die reizenden Grübchen in ihren Wanga vertieften sich, die Augen blißten den Gegner so fam pies lustig an, als wollten sie ihn noch mehr aufreize ,, Also, vorläufig wird noch nicht gesungen? Hm schabe meine Freundin und ich wir können& faum erwarten, bis wir Sie zu hören bekommen! Wirk lich schade!" Ihre Freundin soll sich von ihrem Verlobten etivo vorsingen lassen," flang ca grimmig. Ja, das ist leicht gesagt er fann gar nicht fingen! Nur pfeifen!" Ein höhnisches Auflachen folgte. ,, Dann kann ich ihr nicht helfen!" Freilich können Sie es, wenn Sie nur wollen und ich wette, Sie werden es tun!" ,, Sie könnten sich verrechnet haben, mein Fräulein Ich wette zehn Flaschen Seft gegen eine, daß Ge morgen singen!" Sie sind sehr voreilig und äußerst waghalsig!" Maja lachte noch immer. ,, Gehen Sie auch nach Neunlinden?" " Ich? Nein! Was soll ich dort?" Ich meinte nur so. Ich hätte Ihnen dann einer Play in meinem Wagen angeboten!" ,, Sie sind sehr tg- ich danke!" " Schade, ich hätte Ihnen manches zu erzählen, wa Sie gewiß interessieren würde. Meine Freundin näm lich= ( Fortsetzung folgt.) ten. )( In Beut im Hauptfahren f Preis auf Brennab Ans Der Zimmer einen Prozeß gege Wirtschaft, gelegen feinem Gegner geg männchen fönnt n Dr. Herrmann in bezog, erhob Pri Sp U SC gewissenhaft Ap Frankfurt M., Zeil Im Duil Bwildhenzeit bi neuen Befigers, Munich noch bi bielleicht sogar Beit, einzelne 3 Etagen oder Der Wirtschaft Von dem zu einzelne Bege jetzt preiswert zeit gestattet. wende man fic Gießen, Rea Die Mart Gießener Ochsen 50k Kälber Schweine Getreide Weigen 100 kg Roggen 100 kg Arbeite 1 Schneider, 4 macher, 1 Au 2 Laufmädche Lehrlinges Schneider, 1 Gs fuden Weißbinder, fchloffer, 1 Se 2 Schmiede, burschen, 9 A frauen, 1 Sta Lehrlinge Paul Weingutsb Speziali bird hierbei n er Landtage rtrag über der Buchba Laufe der ber 5000 Polizei hat n die Ma Warte die verter ift, al Kaiserpaar wohnenden Aufruf ver Zusamment in OberBerein der ersaal des eatralische Bleute zu ben Schultheiß& egen Unteria tet worden. Bürttemberg Jahren pezial- Inftitu Diät- und bor Herr t, hat er Erfahrunga Lunde gefam edürftigen effion und den Vertrauen nd der Nation nden, die ten Reich en beider hon jetzt übe m3wed mi fich 5 2 in in Berlin in hen Schloß.& bill wird i der amerilan mann von ria" aus Ameril chte mehrere 2 Prinzessin Ei eingetroffen. utigen Sibung Gefeßes betref mung erteilt. tern Abend er mit 139 ge Rettor der höher abend von sein en worden S e alt war, fete vie als Gelebri Schlußverhör g em 22. Nober Adolf Hofti mtbeweismate lernen. Hofti Beweismal wurde er im Arrest estärkt. Hofr juchungsrichter Simpfen ein Siftpille In diese au eralstab au hauptsächlic Zukunft fide ozeßlage f ei erschein wurd führt und eine Björnsons wi des verstorben eine wahre Ber fich unbeichreiblic ben", fagte e ebenfalls , sondern ube den Gr glaube auch d n als Ton a schien das in ihren Wan Gegner fo l mehr aufre fungen? Sm bekommen! tir fönnen Verlobten et gar nicht fing nur wollen mein Fraulei n eine, daß aghalsig!" en dann ei 1 erzählen, Freundin ni Dichters, über Köln und Hamburg nach Christiania über geführt. * Paris. Von einer Amismüdigkeit des Präsiden ten Fallieres wissen einzelne Pariser Blätter zu melden. Der„ Gaulois" geht sogar so weit, schon die Liste jener Polititer zusammenzustellen, welche sich auf die Nachfolge Fallieres Hoffnung machen. Unter diesen nennt er Emile Loubet, den Präsidenten des Senats Dubost, den Senator Clemenceau und den Unterstaatssekretär des Marineministeriums Cheron. * Brüssel, 27. April. Graf Zeppelin hat für Mitte Juni seinen Besuch mit dem" 3 4" angesagt. Das Luftschiff wird 14 Tage hindurch Passagierfahrten unternehmen und Graf Zeppelin wird Vorträge über das starre System halten. * Brüssel, 28. April. Der frühere Präsident Roosevelt reiste von Paris nach Brüssel um 8 Uhr mor gens ab und traf um 12 Uhr in der belgischen Hauptstadt ein, wo er vom Bürgermeister Max und vom Adjutanten des Königs, General Moor, begrüßt wurde. Von dem Bahnhof aus fuhr er mit seiner Familie auf die ameritanische Gesandtschaft. * Washington, 25. April. Die republikanische Presse unternimmt einen regelrechten Feldzug gegen den Präsidenten Taft und macht dessen schwankende Trustpolitik für die demokratische Wahlfrage der letzten Zeit verantwortlich. Roosevelta tommende Präsi dentschaft wird allgemein für sicher gehalten. )( Mülhausen- Schlettstadt- Mülhau sen, eine Radfernfahrt von über 134 Kilometer, endigte mit dem Siege der Brennaborfahrer 2. Klingelschmitt und A. Tschumperly, die den ersten bezw. zweiten Platz erstrit ten. )( In Beuthen wurde am Sonntag, den 24. April, im Hauptfahren sowohl wie im Erstlingsfahren der erste Preis auf Brennabor gewonnen. Ans dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 29. April 1910. Der Zimmermeister Adam Schwing in Maar, der einen Prozeß gegen verschiedene andere führte, hatte in einer Wirtschaft, gelegentlich der Unterhaltung über den Prozeß, seinem Gegner gegenüber geäußert:" Ihr mit Eurem Hermännchen könnt mir auch nichts wollen". Rechtsanwalt Dr. Herrmann in Lauterbach, auf den man den Ausdruck bezog, erhob Privatflage wegen Beleidigung. Da der AnSpecial- Laboratorium für - Urin Untersuchungen gewissenhaft und billigst; auch von auswärts. Apotheker H. Jacoby Frankfurt M., Zeil. II, I. Telphon. 1267ea 3. B.kanntmachung. geflagte behauptete, er habe einen als Zeuge vernommenen Hermann Weller gemeint, fonnte nicht als erwiesen angenommen werden, daß der Kläger gemeint war, weshalb das Schöffengericht Freisprechung ergehen ließ. Das Kläger angefochtene Urteil wurde bestätigt. vom In Friedberg hatte der Arbeiter Otto Harth aus Ober- Mockstadt ohne im Besitz von Geld zu sein, eine Zeche in einer Wirtschaft gemacht und beim Weggehen erklärt, er stehe zu Friedberg in Arbeit, sein Dienstherr werde be zahlen. Da letteres unwahr war und der Angeklagte in der Absicht zu betrügen die Wirtschaft betreten hatte, wurde er zu der Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Photograph Heinrich Schwarz von Frankfurt a. M. war wegen Beleidigung eines Richters des Amts= gerichts Friedberg und eines dortigen Rechtsanwalts, durch Eingaben an das Gericht und das Ministerium angeklagt. Nach Abgabe einer Ehrenerklärung wurde die Sache zwecks Rücknahme des Strafantrags vertagt. Zu einem Landwirt in Nieder- Eschbach kam um Weihnachten ein Mann, der 100 Mark für sich und seinen Begleiter verlangte und mit blamieren drohte, falls ihm das Geld nicht verabsolgt würde, indem er auf eine Zusammenkunft des Landwirts mit ihm in Frankfurt a. M. hinwies; dorten war dem Landwirt bei einer recht zweifelhaften Zusammenkunft 115 Mark gestohlen worden. Der Mann wurde verhaftet, während sein Begleiter entkam. Infolge Untersuchung wurde gegen den Schuhmacher Fedatto aus Bockenheim wegen Erpressung und Diebstahl Anklage erhoben. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Def fentlichkeit statt, da man homuseruelle Dinge ahnte und endigte mit Verurteilung zu 6 Monaten Gefängnis wegen Erpressungsversuch, wegen Diebstahl erfolgte Freispruch. men. Geschäftliches. Bisher herrschte immer die Ansicht, der Pudding sei nur eine Nachspeise und ein Gericht für den zarten GauDiese Anschauung ist aber veraltet. Das von der Reese Gesellschaft, Hameln, der gleichen Fabrik, die das bekannte Patentbackpulver, genannt Backwunder, herstellt, fabrizierte Puddingpulver enthält knochenbildende Bestand teile und sollte deswegen regelmäßig den kleinen zur Stärtung der Nerven und des Körpers, zur kräftigen und widerstandsfähigen Entwicklung bereitet werden. Reeses Pudding bewirkt eine leichte Verdauung selbst vor dem Schla= fengehen, sodaß Klein und Groß, auch schwächliche Kinder ständig Reeses Pudding genießen sollten. Nachahmungen Vergebung von Bauarbeiten. weise man entschieden zurück, man fordere nur die„ Marke echt Reese". Das Neueste vom Tag. * Frankfurt, 29. April. Vor der Straffammer hatte sich heute der 38 Jahre alte Kassierer der Mitteldeutschen Kreditbank, Heinrich Willhardt wegen Unterschlagungen in Höhe von etwa 600 000 Mt. in den Jah ren 1900 bis 1909 zu verantworten. Der geständige Angeklagte wurde zu 3½ Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. * Mannheim, 30. April. In Gegenwart dez Großherzogs fand vormittags 10% Uhr auf der Rheinau die Taufe des Luftschiffes„ Schütte" statt. Verscheuchen Sie die trüben Gedanken, indem Sie von Zeit zu Zeit eine feine Salem Aleikum- Cigarette rauchen. Das Aroma der hierzu naturell verarbeiteten Tabake wirkt beruhigend auf die Nerven. Salem Aleikum- Cigaretten sind ausser zu 31, 4, 5 Pfg. das Stück auch in Luxusqualitäten zu 6. 8 u. 10 Pfg. erhältlich. Diese Cigarette wird nur ohne Kork, ohne Goldmundstück in einfachster Verpackung verkauft. Bei diesem Fabrikat sind Sie sicher, dass Sie Qualität, nicht Konfektion bezahlen Echt mit Firma: Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik グラ , Yenidze" Inh. Hugo Zietz, Dresden. Darmstädter Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 den Neubau der werden folgende Arbeiten des inneren Ausbaues für Pferde- Lotterie medizinischen Veterinärklinik mit Hundestall zu Gießen öffentlich ausgeschrieben. 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Jezt ist eingetroffen, daß dem neuen Bahnh Amtsgerichtsgebäu ung desselben in Frage der Zeit. neuen Bauvierte Beiten einen gee Ses ganzen Gelä die Hähe treibt. 25) Di Originalro Walter fiel i ,, Bitte, ich h fragt, mein Fra Mitteilungen üb sehr im Irrtum! ,, In der Tat voraus. Nun, ich hielt mich fü Ihnen erzähle, eignet hat auf überraschen, selbst Maja blidte um die Wirkung fein Wort erwide Die arme Sylv wirklich not. Th mit großer Gedul fie nicht vom Lag was besser. Ihnen das arme Er Schüttelte S Ich weiß nic Mann hartherzig - Sie f Geschüß!" Walter, der wä gen herschritt, hatte genommen, umzufe Lauschte begierig au Mund aussprach. thren vollen Uebern mie die Kabe mit eines Wortes und in ihr Lachen, sein Und dennoch zögerte nifies. War es woh Die Freundin nich Schreibmaschinen neu und gebraucht, bill. abzugeben Patentanwalt Franz Edert& Co. Sack- Leipzig Frankfurt a. M. 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Hier wurde dieser Tage der erste Konsumverein gegründet, der über 250 Mitglteder zählt, hauptsächlich Post, Eisenbahn- und sonstige mittlere Beamte. * Büdingen, 28. April. Zugunsten der durch den Zusammenbruch der Ober- Mochstädter Vorschuß- und Kreditkasse geschädigten Kassenmitglieder hat der Kaiser während seines Aufenthaltes in Homburg 500 Mart gespendet. * Frankfurt, 29. April. Auf Einladung des Frankfurter Flugsportklubs waren die Vorstände aller Vereine Deutschlands, die sich die Pflege des Flugsports zur Aufgabe machen, hier zu einer Versammlung vereinigt, in der die Gründung eines Deutschen Fliegerbundes beschlossen wurde. Als Siß des Bundes wurde Frankfurt gewählt. Den Vorsiz bilden Prinz Albert von Schleswig- HolsteinGlücksburg, Major v. Parseval und Oberst Ilse, der Chef des Generalstabes des 18. Armeekorps. In der Sitzung des Finanzausschusses der Bweiten Kammer am Mittwoch wurde zuerst Kenntnis von ber Stellung der Regierung zu der Vorstellung des Weißmann in Lindenfels in Betreff der Bahnlinie Bensheim- Lindenfels genommen. Die Interessenten haben befanntlich am 20. Februar d. J. in Bensheim eine sehr start besuchte Versammlung abgehalten und an Regierung und Landstände die Bitte gerichtet, dahin wirfen zu wollen, daß der Bau dieser Bahnstrecke noch in diesem Jahre in Angriff genommen werde; geschehe das nicht, so würden fapitalfräftige Industrielle die Gegend verlassen und ihre Werke mit Hunderten von Arbeitern nach auswärts verlegen. Die Bahn aber würde nicht nur die jetzt vorhande nen Kräfte erhalten, sondern den Konsum und die Produktion des Lautertals gewaltig steigern; Erport und Import würden zum Teil um das vier- und fünffache wachsen 2c. Finanzminister Braun gab namens der Regierung die Erklärung ab, daß sie bereit sei, das Bahnprojekt in jeder Weise zu fördern. Es handle sich bei dem Bau der etwa 20 Stilometer langen Strecke um die Ueberwindung erheb licher Schwierigkeiten und die Kosten der Bahn würden sich auf 3-3 Millionen Mark stellen. Früher habe der Staat gewöhnlich einen Zuschuß von 20 000 mt. pro Kilometer geleistet; nach dem jezigen Geset über die Nebenbahnen habe der Staat einen Zuschuß von 30 Prozent zu zahlen, sodas also hier eine Ausgabe von rund einer Million Mart in Frage komme. Die Regierung werde die Bewilligung dieser Summe in Anregung bringen, sobald das Bahnpro- Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. jett eine festere Gestalt annehme. Im Ausschuß wurde gleichfalls auf die Notwendigkeit einer baldigen Ausführung der Bahn hingewiesen und beschlossen, auf Grund der Regierungsdarlegung die Vorstellung zu erledigen. Der Landesverband der Bürgermeister in Hessen hat in einer Vorstellung an die Kammer das Ersuchen gerichtet, den Artikel 4 des Gesetzes über die allgemeine Einkommensteuer vom 12. August 1899 aufzuheben. Nach diesem Artitel sind Angehörige anderer deutscher Staaten sowohl, wie Reichsausländer, welche im Großherzogtum wohnen, im Falle sie nicht daselbst eine mit Erwerb verbundene Beschäftigung ausüben oder ausgeübt haben, erst alsdann zur Einkommensteuer heranzuziehen, wenn sie bereits ein Jahr im Großherzogtum gewohnt haben. Dieses Privile gium hält der Verband für die Landgemeinden von gro Bem Nachteil und für nicht mehr zeitgemäß. Im Anschluß wurde dagegen geltend gemacht, daß noch eine ganze Reihe von Gemeinden, z. B. an der Bergstraße, ein Interesse da ran haben, den neu zuziehenden die Steuerverhältnisse möglichst zu erleichtern. Minister Braun erkannte an, daß die Bestimmung des Artikels 4 einer Revision bedürftig sei; die Regierung sei geneigt, eine solche in Erwägung zu zie hen und geeignete Vorschläge zu machen. Der Ausschuß entschied sich dahin, auf Grund dieser Stellungnahme der Regierung beim Plenum der Kammer zu beantragen, die Borstellung für erledigt zu erklären. Der Ausschuß vertagte sich darauf bis Mitte Mai, um alsdann die vom Abg. Dr. Gutfleisch zu bearbeitenden Po sitionen und weitere Punkte in Beratung zu nehmen. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Schotten. Von 54 Gemeinden des Kreises Schotten erheben 1 über 200 Proz., 8: 175 bis 200 Proz., 21: 125-175 Proz., 10: 100-125 Proz. und 14 unter 100 Prezent Gemeindesteuerzuschlag. Von den größeren Ortschaften und Städten des Kreises erheben Gedern 111, Laubach 76, Schotten 102 und Ulrichstein 92 Prozent. * Friedberg, 29. April. In dem Südviertel der Stadt find infolge der Verlegung des Bahnhofes bereits zahlreiche Geländeanfäufe teils von Spekulanten, teils von Reflektanten zur Erbauung von Geschäftshäusern vollzogen worden. Jetzt ist auch die Nachricht vom Reichspostamt eingetroffen, daß das neue Postgebäude direkt gegenüber dem neuen Bahnhof zu stehen tommt. Das Schicksal des Amtsgerichtsgebäudes ist auch soweit besiegelt; die Verlegung desselben in das Bahnhofsviertel ist nur noch Frage der Zeit. Täglich werden Landvermessungen in dem neuen Bauviertel vorgenommen und jeder sucht sich bei Beiten einen geeigneten Plab, bevor sich die Spekulation des ganzen Geländes bemächtigt und die Preise enorm in die Höhe treibt. 25) Die Freundinnen. * Frankfurt a. M. Die größten Vertreter der storchenähnlichen Vögel gehören der Gattung der Satteloder Riesenstörche an. Ein aus Indien stammendes, richtiges Paar dieser interessanten Vögel konnte fürzlich für die Stelzvogelsammlung des hiesigen Zoologischen Gartenz erworben werden. Auch weitere Neuerwerbungen des Gartens sind bemerkenswert, so das aus dem Breslauer 300logischen Garten stammende junge weibliche Mäh= nenschaf, ein Paar Tschufarhühner aus Turkestan und zwei neue Ba ßtölpel. Samstag, den 30. April 1910. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Sonntag Rogate, den 1. Mai. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Professor D. Ec. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Montag, den 2. Mai, abends 8 Uhr: Versammlung des Frauenvereins der Markusgemeinde. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtholsheimer. Donnerstag, den 5. Mai, Himmelfahrtsfest In der Stadtkirche. Vormittags 9% ühr: Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirch e. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Bormittags 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld. Geborene. April 18. Friseur Johann Friedrich Lotz eine Tochter. " " " 1 " " " " " " 11 " 18. Metzger Gustav Alfred Jost ein Sohn, Ludwig Karl Franz. 20. Arbeiter Karl August Moos ein Sohn. 22. Kaufmann Wilhelm Hofmann eine Tochter, Gertrude Auguste Anna. 23. Wagenführer Karl Seibert ein Sohn, Heinrich. 24. Universitäts- Professor Dr. Hans Albrecht Paul Gerhard Fischer eine Tochter. 25. Schmiedemeister August Wilhelm Keppler ein Sohn, Werner Eginhard Karl. 25. Bäcker August Sauer ein Sohn, Ernst Karl Fried rich. 25. Eisenbahnschaffner Heinrich Herr ein Sohn, Heinrich Karl Ludwig. 25. Universitäts- Professor Dr. Ernst Heinrich Siegfried Garten eine Tochter, Gertrud Johanna. 26. Lehrer Friedrich Ost eine Tochter, Charlotte Ger= trude. 27. Schußmann Karl Happel ein Sohn, Karl. Aufgebote. April 25. Karl Jödt, Steinmez, mit Marie Schüßler, beide in Gießen. " " " " " 25. Peter Wagner, Eisenbahn- Obersekretär, mtt Anna Ruckstuhl, beide in Gießen. 25. Georg Schneider, Fuhrmann, mit Luise Schäfer, beide in Gießen. 26. Karl Pattberg, Kaufmann, mit Sophie Jenzen, beide in Gießen. 26. Wilhelm Scheld, Maurer in Oppenrod, mit Barbara Elmsheuser in Oberwalgern. 28. Ludwig Emmelius, Fabrikant, mit Grethe Naumann, beide in Gießen. " 28. Johann Heinrich Hausmann, Dienstknecht in GieBen, mit Lina Meier in Angenrod. 28. Wilhelm Müller 4., Bahnarbeiter, mit Katharine Schmidt, beide in Großen- Buseck. " 28. Heinrich Heymann, Gr. Oberlehrer in Oppenheim, mit Hedwig Schmidt in Gießen. Eheschließungen. April 23. Ludwig Vogt, Meßgermeister, mit Karoline Meister, beide in Gießen. Gestorbene. April 22. Marie Kuhl, geb. Nell, 61 Jahre alt. 23. Anna Marie Schmall, geb. Webstein, 66 Jahr alt. 24. Elisabethe Keller, geb. Ruhl, 58 Jahre alt. " " " eine " 25. Marie Philippi, 76 Jahre alt. 25. August Münter, Student, 23 Jahre alt. " " 11 " " 26. Lina Greiner, geb. Becker, 66 Jahre alt. 28. Karl Plant 3., Rentner, 74 Jahre alt. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Walter fiel ihr ungestüm in die Rede. ,, Bitte, ich habe Sie ja nicht nach Ihrer Freundin gefragt, mein Fräulein, und wenn Sie glauben, daß mich die Mitteilungen über Ihre Freundin interessieren, so sind Sie sehr im Irrtum!" In der Tat, ich setzte ein gewisses Interesse Ihrerseits voraus. Nun, wie es scheint, habe ich mich geirrt. Und ich hielt mich für eine Menschenkennerin! Aber wenn ich Ihnen erzähle, was sich in den letzten Tagen alles ereignet hat auf Neunlinden, so wird Sie das dennoch überraschen, selbst wenn Sie es leugnen sollten!" Maja blickte gespannt auf den jungen Mann, wie um die Wirkung ihrer Worte zu beobachten. Da Walter fein Wort erwiderte, fuhr sie mit leichtem Seufzer fort: Die arme Sylvia. Ihr täte eine kleine Abwechslung wirklich not. Ihr Vater war sehr frank, sie pflegte ihn mit großer Geduld und Aufopferung, Tag und Nacht wich sie nicht vom Lager des Kranken. Jezt geht es ihm etwas besser. Nun, hilft das noch immer nicht? Tut Ihnen das arme Mädchen nicht leid?" Er schüttelte den Kopf. weiß nicht, was mich das alles angeht!" Schweben ein Barbar! Herrgott, was so ein Mann hartherzig sein kann! Also, nun kommt das schwere Geschütz!" Walter, der während der Unterhaltung neben dem Wagen herschritt, hatte sich wohl schon ein Dugendmal vorgenommen, umzukehren. Dennoch tat er es nicht. Er lauschte begierig auf jedes Wort, das der kleine, lachende Mund aussprach. Maja bemerkte es wohl und sie ließ ihren vollen Uebermut an ihm aus. Sie spielte init ihm, wie die Kaße mit der Maus; sie wußte, es bedurfte nur eines Wortes und der Mann dort würde mit einstimmen in ihr Lachen, sein finsteres Gesicht würde sich aufhellen. Und dennoch zögerte sie mit der Enthüllung ihres Geheimnisses. War es wohlgetan, ihm alles zu sagen? Würde die Freundin nicht vielleicht später vergessen, würde er 25. Margarete Heydt, geb. Schuler, 74 Jahre alt. 25. Ludwig Kreis, 2 Jahre alt. 26. Karoline Georg, geb. Noll, 72 Jahre alt. ihr auch treu bleiben? Würden durch ihr Schweigen den beiden nicht endlose Kämpfe erspart bleiben? Daß Walter Sylvia liebte, war Maja vollkommen flar, ebenso daß er wieder geliebt wurde. Was half es, die beiden von einander fern halten zu wollen? Sie würden über kurz oder lang dennoch zusammen kommen, denn so ein Verliebter weiß den Gegenstand seiner Sehnsucht doch zu finden, ob sich ihm auch Hindernisse aller Art in den Weg stellen. Walter war ja offenbar auf dem Wege nach Neunlinden; wenn er es auch leugnete, Maja wußte es besser. Meine( arme Freundin ist sehr unglücklich", nahm die junge Dame nach einer kleinen Weile die Unterhaltung wieder auf. Ich hatte in den letzten Tagen meine liebe Not mit ihr. Sie ist nicht wegzubringen vom Bette des Vaters, und dabei mißt sie sich selbst die ganze Schuld an der Krankheit bei." ,, Sie hat ja ihren Verlobten, an ihm war es doch, sie zu trösten!" Maja lächelte. Ja d'en hatte sie eben nicht! Die Auflösung der Verlobung war eben die Ursache der Krankheit. Der alte Mann regte sich furchtbar auf, da Sylvia es war, die das Band löste" Weiter kam Maja nicht. Mit einem einzigen kühnen Sprung hatte Walter sich in den Wagen geschwungen. Nun saß er neben ihr und hielt ihre Hand so fest umspannt, daß es sie schmerzte. Aus seinen Augen brach ein heller Strahl der Freude, sein ganzes Gesicht hatte sich mit einen Schlage verändert. Die Brust hob und sentte sich in raschen Atemzügen, es schien, als könnte er kein Wort hervorbringen. Maja weidete sich an dem glücklichen Ausdruck dieser eben noch so finsteren Züge. = ,, D, mein Fräulein- habe ich wirklich recht gehört? Ist das möglich?- Bitte, sagen Sie, wie ging das zu? Ich kann es noch nicht fassen, es hat mich zu sehr überrascht! Ich konnte ja natürlich nicht ahnen- p Fräulein Maja, wie glücklich bin ich! Sie wußten, daß ich Ihre Freundin liebe? Daß sie mir über alles teuer ist?" Maja nichte: Ich ahnte es!" In der alten Friedhofstapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Katholische Gemeinde Samstag, den 30. April. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Sonntag, den 1. Mai, 5. Sonntag nach Ostern. Vormittags 6½ Uhr: Gelegenheit zur bl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste heil. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilg. Messe mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Christenlehre; darauf Muttergottes- Andacht. Dienstag und Freitag, abends um 6½ Uhr: Mai- Andacht. Freitag um 7 Uhr ist Segensmesse. Mittwoch, den 4. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Donnerstag, den 5. Mai. Fest Christi Himmelfahrt. Vormittags 6 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste heilige Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Úhr:" hl. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. Nachmittags 2 Uhr: Feierliche Vesper mit Segen. Methodisten- Gemeinde. Wilhelmstraße 45. Sonntag, den 1. Mai. Vormittag ½ 10 Uhr: Predigt. Nachmittags 2-3 Uhr: Sonntagsschule. Abends 8 Uhr: Predigt. Donnerstag, den 5. Mai. Abends 9 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Darmstädter Möbel die eben bei feineren Ausstattungen fast durchgängig gekauft werden erhalten Sie direkt v. d. Fabrik v. Ludwig Strihiuger, Möbelfabrit, Darmstadt, Heinrichstr. 67. 150 Zimmer- Einrichtungen. 10fähr. Garantie. Fernruf 1441 Katalog gratis. Kein Kaufzwang. Und weshalb sagten Sie mir nicht gleich, was geschehen war?" Ich überlegte erst, ob es nicht besser wäre, Ihnen gar nichts zu sagen. Denn das dürfen Sie sich nicht verhehlen es wird einen schweren Stampf kosten, bis Sie sich die Geliebte erringen, wenn es Ihnen überhaupt gelingt. Die Familie ist von altem Adel und hält an den beralteten Traditionen fest-" Ich nehme den Kampf auf was frage ich nach Kämpfen, nun ich weiß, daß Sylvia frei ist! Glauben Ste, daß ich auf Gegenliebe hoffen darf?" Ueber sein hübsches offenes Gesicht glitt wieder ein besorgter Ausdruck, während er sich vorbeugte, um Majas Büge genau sehen zu können. Es war, als ipollte er ihr die Worte von den Lippen ablesen. Das Mädchen nickte lebhaft. Ich glaube es, Herr Walter." " Hat Sylvia bereits eine derartige Andeutung gemacht?" Neino nein! Aber so etwas merkt man doch! Daß Ihr Erscheinen dazu beitrug, das ohnehin nur lose geknüpfte Band ihrer Verlobung vollends zu lösen, bezweifle ich feinen Augenblick. Sylvia hat vielleicht doch nicht den Mut besessen, die Verlobung aufzuheben, wäre ihr nicht die Erkenntnis gekommen, was wahre Liebe bedeutet. Nun verlebt sie natürlich schwere Tage, denn sie wird von allen Seiten bedrängt. Ihre Tante macht ihr das Leben tatsächlich zur Qual. Als die dann erfuhr, daß die Verlobung, die größtenteils ihr Wert war, wieder gelöst worden, da brach ein Sturm los, der jeder Beschreibung spottet. Sylvia sollte reumütig Abbitte leisten, ihren Verlobten zurückrufen, es wurde ihr sogar, falls sie sich weigerte, mit Ausweisung aus dem Hause gedroht; ich glaube, sie wäre längst gegangen, hätte der Vater ihrer nicht so dringend bedurft. Aber so lange derselbe nicht völlig hergestellt ist, wagt sie sich nicht fort. Glauben Sie nun, daß das arme Sind eine kleine Abwechs lung und Berstreuung dringend nötig hat und werden Ste nun fingen?" ( Fortsehung folgt.) Baldur- Pianoforte- Fabrik Gegr. 1872. von Ferdinand Schaat& Co. Tel. 2038. Frankfurt a. M. nur noch Fabrik: Detailverkauf direkt in der Leipzigerstrasse 53 ( frühere Frankfurterstr. 53) Baldur Pianos mit Patent- Mechanik über- treff. all. anderen durch leichtere, wohlgefälligere Spielart und eine den besten Flügeln gleichkommende dynam. Ausdrucksfähigkeit, wodurch auch dem Pianino die feinsten Tonschattierungen im Vortrage abzugewinnen sind. Seit 6 Jahren glänzend bewährt. Begutachtet und empfohlen von allerersten Künstlern. 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Nagel in Berlin- Schöneberg. ( Alle Rechte für sämtliche Bilder und Terte vorbehalten. Abbrud verboten.) Nie verlegen. * * HERM. FRENZ Wi/ དངས ༢- T རྟ o| འ na. Rentier: Nun, machen Sie aber bald, daß Sie fortkommen. Wissen Sie denn nicht, daß das Musizieren bor diesem Hause strengstens verboten ist?!" Bettler: Gut. Dann komme ich zu Ihnen in die Wohnung." Komische Antwort. A.:„ Das war ja wieder eine furchtbare Kanonade bei der letzten Übung." B.: Ich weiß von nichts." A.:„ Nanu, haben Sie denn davon nichts gehört?" B.:,,Nein ich bin schwerhörig." Ein Schwerenöter. ,, Gnädiges Fräulein, darf ich mir Ihren Schirm anbieten?" 00000000 Druckfehler. Der Förster Grünrod war ein großer Vogelfreund, er liebte die Finten über alles. गु Hus dem Physik- Examen. Professor:„ Was ist der Unterschied zwischen einem Thermometer und einem Barometer?" Schüler( in tausend Ängsten):„ Das eine hängt draußen und das andere drinnen!" Auf den Mund geklopft. Herr Müller besaß jene unangenehme Eigenschaft soll man sie Neid oder Mißgunst nennen - die keinen andern allein etwas gönnte. Alles, was ein anderer gehört oder gesehen hatte, wußte oder besaß, das wußte und besaß Müller auch, hatte er ebenfalls gehört oder gesehen. Oftmals hatte man sich über ihn darum schon geärgert, da er am Stammtisch aber sonst ein fideler Kerl war, hatte man ihn gewähren lassen. Eines Tages fand sich aber vorübergehend ein Fremder in„ Goldenen Hirsch" ein, der es verstand mit einer bösen Lektion dem guten Müller seine sch auch"-Manie abzugewähnen. Und das war so gekommen. Der Fremde erzählte von einer Reise. Ordnungssinn. ,, Sie sind mit dem von mir empfohlenen Schreiber zu frieden, Herr Rat?" „ Hm! Er ist sehr ordnungsliebend! Wenn ich ihm heute einen Akt hinlege, liegt er in drei Wochen noch genau so dort!" Zuviel des Guten. 10 Auch ein Beitrag. Ein kleiner Logiker. tiss Vor acht Tagen war ich in Paris."- Müller rief dazwischen:„ Sie, da war ich auch schon!" " Ich fuhr dann über Brüssel."- ,, War ich auch schon!" Köln."- Kenn', ich auch!" nover." Da war ich schon als Student!" ,, Direkt in die Frrenanstalt nach Berlin." Na... und?" ,, Und da habe ich mich riesig gewundert, daß Sie nicht auch da waren!" ,, HanSo? 8 Einladende Annonce. Hier sind zu haben alle Gattungen Spezialwaren, Schul- und Schreibmaterialien, Holz und Kohlen, Peitschen für Fuhrleute, Kinderkleider, Delikatessen aller Art, getragene billige Stiefel und andere Näschereien. Stilblüte. Er war so sehr verschossen in sie, daß ihm garnicht auffiel, wie sie selbst eigentlich schon recht verschossen aussah. 1812 Zofe:„ Aber ist das nett, Herr Kommerzienrat, daß Sie schon heute zurückkommen. Aber wir haben's fast geahnt, die gnädige Frau äußerte noch diesen Morgen: Eine innere Stimme sagt mir.. Ein angenehmer Gast. ,, Was eine innere Stimme hat die auch noch!" P.M. ,, Na, wie lange liest denn der Kerl an der Zeitung!?" 00000000 Freundliche Mahnung. Bestätigung. Ein Kritiker schreibt in semer Kritik:„ Der blödeste Idiot schreibt besser und klarer als dieser schwächliche Epigone!" Der betreffende Schriftsteller antwortet:„ Stimmt, Sie schreiben besser und klarer als ich!" 24 modern. Jungvermählte( beim Scheiden aus dem Elternhause):... Und laßt mir mein Mädchenstübchen nur unverändert, ich komme ja wahrscheinlich doch bald wieder." In der Redaktion. Humorist: Dürfte ich wohl um einen Vorschuß von fünfrig Mark bitten?" Verleger: Was Sie alles für Wize machen!" Ein zuverlässiger Wächter. Ein Bankier hat sich in einer ziemlich einsamen Gegend eine Villa gekauft. Da ihm die Gegend etwas unsicher erscheint, nimmt er sich einen Wächter für die Villa. Eines Tages trifft er einen Bauern und frägt ihn, ob denn auch der Wächter ein Mann sei, auf den man sich verlassen kann. Dös moan' i'", Sekundant( zum Duellanten):„ Aber zittern Sie doch nicht erwidert der Bauer, da g'schieht Ihna nir; der is so sehr! Ihr Gegner fann Sie ja sonst nicht treffen!" mit alle Dieb' und Wilderer per Du!" Die Mama erzählt dem kleinen Fritz von der Sternenwelt und erwähnt unter Anderm, daß der Saturn dreimal so groß ist als die Erde. Du, Mama," sagt Fritchen nach einigem Nachsinnen, dann müssen ja dort die Maikäfer auch dreimal so groß sein wie bei uns!“ Romanphrase. ,, Mir geht ein Licht auf", sagte Adolar in dumpfem Tone und blickte finster vor sich hin. Ein Schlaumeier. ,, Du," meint Frau Schulze, die ihren Mann zu seinem Statabend begleitet hat ,,, es ist elf Uhr vorbei- nun gehen wir; Du bist heute Nacht erst um ein Uhr heimgekommen!" ,, Aber, Kind," antwortet Schulze verweisend ,, ich kann doch nicht an einem Tag zweimal heimkommen!” Thre Rechnung. „ Aber Elly, wie konntest Du einen so alten Mann heiraten; hast Du nicht bedacht, daß Du Dein ganzes Leben neben ihm verbringen mußt?" ,, Mein's? Doch nur sein's." Herr:„ Ich sammle für das Trinferheim und möchte Sie bitten. Frau:„ Gewiß, wenn Sie meinen Mann irgendwo zuhause ist er finden, so nehmen Sie ihn nur gleich mit nicht!" 00000000 In der Hitze. Junge Hausfrau( zur Köchin):„ Widersprechen Sie mir nicht immer, oder Sie dürfen mir nie mehr in die Küche herein!" Boshaft. .Der Assessor sagte, ich sei neulich die Schönste auf dem Balle gewesen!" ,, Ach, der boshafte Mensch, der macht immer so dumme Wite!" Der Flaneur. Seh' ich ein Madel radeln, freu', ich mich ihrer Wandeln, Doch ärg're ich mich über's Rad, Wenn sie keine hat. 5. Fr. v. 0. Weiser Rat. Vater:„ Guck den Mädeln auf die Füße, wenn Du auf Brautschau ausgehst. Je kleiner der Fuß, auf desto größeren Füßen wollen sie leben." Wie meint er's? ,, Diesen Wein habe ich mir gelegentlich der Taufe meines Ältesten zugelegt." ,, Man schmeckt's heraus!" Protz. ,, Marie, Sie liederliches Ding; gleich heben Sie den Hundertmartschein auf; wie leicht kann jemand darüber stolpern!" Erfahrung. Meist sind es unvermählte Männer, Die meinen, sie wären frauenkenner. Ihr Srumper! Wollt Ihr ganz genau Ein Weib erkennen: Wehmt's zur Frau. 8 Белия и թոթն ակ ß( pou upon a bajuдg 1 นอน อา acuta 111 leq ua lll qui a eGuntupo gur og gun ugg Buy() me the gap sa Dies und Das Der Grobian. Der Hausbesitzer Georg X., ein alter Münchener, stand vor einigen Jahren, wegen Beleidigung verklagt, im Gerichtssaale. In seiner Verteidigungsrede gab er seiner Unzufriedenheit über diese verfeinerte Neuzeit kräftigsten Ausdruck und meinte u. a.: A Mensch, der den Bett'l- Leuten net a mal' s Brot abkaufen kann, nennt sich jetzt Kaufmann, a Kellnerin is a Servierfräulein, a Kocherl, die no net kennt, wenn' s Wasser sted', a Rochfräulein. Mit die Velozipeter is' bereits so weit, daß d' Packträger radeln und d' Handwerksbursch'n per Rad fecht'n. Is' denn dös mehr a Welt? Und da sollt mer nir sag'n aa no' dürf'n?" Der Ankläger dieses wackeren Bürgers war ein Jüngerer Mann, der mit dem Beklagten beim Bier gesessen und über Margarinegesetz, bulgarische Frage und andere Dinge politistert hatte. Dabei war es zu Konflikten gekommen. Herr X. schlug auf den Tisch und rief: " Hansdampf tappeter, dummer, fader, i bin scho' dreimal so lang auf der Welt, wia Du Grünspecht, frühender hat so a Bua ohne Bart überhaupt net mitreden B sein! Oder soll i bei eahn Unterricht nehma, für d' Stund zwoa Allarkl, weil er mein Sohn sein kunnt? Das is ja' s Kreuz heutzutag, das alles verkehrt is!" Aber alle Ausführungen halfen nichts; der grade Mann wurde zu zehn Mark Geldstrafe verurteilt. Wütend hierüber bemerkte er:" Air mehr wird g'red't! net um hundert Mark sag' i mehrer a Wört!! no' a mal wenn mi' Daner politisch anred'n tuet, na' trink i aus und fahr mit der Ringlinie um die ganze Stadt, eh' i a Antwort gieb. Da Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! et wundervollem Sonnenschein Gehts in den Maientag hinein Frischfröhlich und lebendig; Die Zeitung Trockenheit verhieß, Auch Schulzes Barometer wies Erfreulich auf Beständig". Der Kinder Jubilieren schallt, Und Wer hat dich, du schöner Wald" Hat alt und jung gesungen; Mit Hurra geht es in den Busch, Und lustig wird mit Hasch und Husch Gelaufen und gesprungen. dürfen, und heutzutag will dös Kalbl sein' Vatern was lerna!". Keiner der Streitsteile war zu einem gütlichen Ausgleich zu bewegen, der Kläger war auch durch diese Adoptivsohnesstellung zu sehr beleidigt und bestand auf Bestrafung des Beklagten. Betzterer war ziemlich kalt bei der Sache und stellte die beleidi= gende Absicht auf das entschiedenste in Abrede. Wie soll mer den nachher d' Leut anreden, i werd' doch net a jed's Wörtl z'erst wiegen müess'n? Solli denn sag'n: Sie g'scheidter Dumian, Ste versteh'n alles besser wie a Alter, weil's no' geasgrean Diamanträtsel. A A A A A A BBC DEEEEE MM NN NN HHIIIL BREINRE DEINR ELO LL 0 OOPPP RSS ST TU V W Gewitter kehren sich nicht sehr An den Bericht vom Tag vorher, Das zeigt sich neu als Wahrheit; Im Westen hob sich eine Wand, Und trotz der Sonne hohem Stand Verlor sie Glanz und Klarheit. Urplötzlich stürmt und strömt es los; Voll Schrecken machen klein und groß Sich flüchtend auf die ReiseWie sie gelang, lehrt dieses Bild, Drum auf die Heimkehr breiten mild Wir einen Schleier leise. G. v. R. " müeßt'n ja die Zehnmarkstück grad so umanand flieg'n, wenn mer nur auf a paar Wörtl zehn Mark zahl'n müeßt. Millionen Element, na' wart, jetz'n packen mer's anders an!" Damit war er zur Türe hinaus! Heitere Ecke. Boshaft. Dame: Hier ist Ihr Ring. Ich bin zu dem Entschluß gekommen, nicht Ihre Frau zu werden. Unsere Verlobung ist also aufgehoben, und ich erwarte von Ihnen, daß Sie mir alles aus Ihrem Besitz zurücksenden, was mir gehört." Herr:„ Alles, " was ich habe, ist eine Locke Ihres Haares und eine Photogra phie. Ich glaube, an der Photographie wird Ihnen nichts gelegen sein, aber die Haarlocke werden Sie sich ohne Zweifel gern als Andenken aufbewahren wollen." Dame: Als Andenken woran?" Herr:" An die Zeit, als Sie brünett waren." Kindermund." Wer ist denn das?" fragte Tante Klara, auf eine Photograpie deutend, den kleinen Friß, der erst seit kurzer Zeit Hosen trug. Darauf der kleine Frizz:" Das bin ich, wie ich noch ein Mädchen war." Unsere Rätselecke Die Buchstaben in vorstehender Figur sind so zu ordnen, daß die mittelste senkrechte Reihe gleichlautend mit der mittelsten wagerechten ist und die wagerechten Reihen folgende Bedeutung haben: 1. Konsonant; 2. geographische Bezeichnung; 3. Zierpflanze; 4. militärisches Befestigungswerk; 5. alte, schon in der Bibel genannte Waffe; 6. Familienfest; 7. bekannte, gern gesehene Vögel; 8. Schmuck; 9. Empfindung; 10. Nebenfluß eines großen europäischen Stromes; 11. Ronsonant. Scharade. ( Zweisilbig.) Heb nicht das Eine zum Andern, Treibt dich nur Rachbegier. Trifft dich das zweite, du Aermster, Ists bald aus mit dir. Ach, das Ganze im Handel Gilt nur selten noch hier. Meistens verlangen die Leute Tinte jetzt und Papier. Auszählrätsel. NBENEHOTRTETL Diese Buchstaben sind mit einer bestimmten Zahl derart auszuzählen, daß man immer bei dem ausgezählten Buchstaben wieder zu zählen anfängt, wobei kein Buchstabe übersprungen werden darf, auch wenn er schon ausgezählt ist. Werden die Buchstaben nach der Reihenfolge ihrer Auszählung aneinandergereiht, müssen sie ein bekanntes Sprichwort ergeben. Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer: Bilderrätsel: Konversationsstunde. Tauschrätsel: April Fanny. Lyon, Nacht, Mähne, Rang, Faden. Arithmogriph: LEUSSS P T Wr ig h t e e u 0 d U s e d e r Logogriph: om Last, Lust, Stahl, Stuhl. Verantwortlicher Redakteur: Paul Dschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68. Alte Jakobstr. 129. № 18. Neur D' rfchalle Beilage zur Gießener Zeitung. Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Ervedition: Seltersweg 83. Verlag Albin Klein. u sonnenheller Frühlingstag, Du weckst mit sanfter Güte, Was auch im Herzen keimen mag, Zu wunderholder Blüte. Sonnenschein. Da liegt die Welt so weit und licht, Liegt jedem Wunsche offen! 1910. Du bangend Herz verzage nicht! R. v. Gottschall. Erfüllt wird all dein Hoffen. Nach dem Gemälde von A. Lingner. 2+ e und uh!( pe' uлäǝ u in -buvo go up to ләшәшләто изда a y se as a na 9 +7 Gebeime Dokumente. Novelle von Walter Kabel- Zoppot. ( Schluß.) ur Felicia Warrington bemerkte die sen plötzlichen Umschwung in seiner Stimmung und legte ihm auch mehr Bedeutung bei, zumal sie, die die Sehnsucht nach ihrem Verlobten gleichfalls schweigsam und zur stillen Beobachterin ihrer Umgebung gemacht hatte, sein Mienenspiel, das seine Gedanken recht deutlich widerspiegelte, aufmerksam verfolgt hatte. Doch der jedem Weibe eigene feine Instinkt in Liebesangelegenheiten reichte diesmal nicht aus, um Edward Cowpers finstere, rachsüchtige Hoffnungen, deren Ziel der von ihr so heißgeliebte Mann war, zu erraten. Lady Helene Warrington, die vor wenigen Minuten von einem Diener in das Haus gerufen worden war, erschien jetzt wieder auf der Terrasse und näherte sich unauffällig ihrer Tochter, der sie leise einige Worte zuflüsterte, worauf die beiden Damen anscheinend in heiterem Gespräch Arm in Arm in den Garten hinabschritten. Doch das erste Gebüsch, das sie vor den Augen der Gäste verbarg, gestattete ihnen, diese Komödie aufzugeben. Felicia stützte sich jetzt schwer auf den Arm ihrer Mutter und blickte sie flehend an... „ Sag mir alles, Mama.... Was ist mit Percy geschehen! Deine vorsichtigen Andeutungen lassen mich das Schlimmste befürchten..." " Ja, wenn ich das nur selbst recht wüßte, Kind!" meinte Lady Warrington, die von ihrer einzigen Tochter bereits gestern abend in das neueste Herzensgeheimnis eingeweiht worden war, erregt und in schlecht verhehlter Sorge.„ Soeben ließ sich ein Herr bei mir melden, der sich dann als Kriminalinspektor Wilson vorstellte. Er bat mich um Entschuldigung, daß er gezwungen sei, hier in meinem Hause eine Verhaftung vorzunehmen. Und denk' dir Kind, auf wen er es abgesehen hat! Auf Lord Cowper, den ich ihm jetzt durch einen der Diener in den Salon bitten lassen mußte. Wahrscheinlich hat Cowper in diesem Augenblick das Schicksal schon ereilt." „ Aber Percy, Mama, wie hängt denn das alles mit Percy zusammen...?" jammerte Felicia mit verängstigten Augen. Lady Warrington zuckte ratlos die Achseln. Hierüber vermag ich dir nur des Polizeibeamten eigene, knappe Worte zur Aufklärung zu wiederholen. Mylady', sagte er höflich auf meine Frage, was man dem Lord Edward eigentlich zur Last legte ,, der Herr hat Ihrem Herrn Neffen, dem Hauptmann Gifford, wichtige Dokumente entwendet. Ich ersuche Mylady jedoch, hiervon zu niemandem etwas verlauten zu lassen... Das ist alles, was ich weiß! Ich werde mich aber sofort telephonisch mit deinem Verlobten in Verbindung setzen und von ihm näheren Aufschluß über diese mysteriöse Geschichte verlangen..." Inzwischen hatte Lord Cowper sorglos den Salon betreten, in dem der Kriminalinspektor ihn erwartete. ,, Sie haben mich zu sprechen gewünscht," begann er hochfahrenden Tones und machte dem ihm unbekannten Herrn eine kaum merkliche Verbeugung. Mit wem habe ich die Ehre?" Rennen Sie einen Irländer James Morris, Lord Cowper?", fragte der Beamte ernst und schlug dabei seinen Rock etwas zurück, so daß die kleine Legitimationsmarke auf seiner Weste sichtbar wurde. Cowper erblaßte und griff taumelnd nach der Lehne des nächsten Sessels.... Der Beamte wußte genug und sprach jetzt schnell weiter: Das einzige Kind dieses James Morris, eines Witwers, ist ein uns seit längerer Zeit schon bekannter und trotz seiner Jugend sehr geschickter Taschendieb. Heute in den Morgenstunden hat dieser Junge mit größtem Raffinement dem Hauptmann Gifford aus dessen Arbeitszimmer geheime Papiere gestohlen, ist aber, als er aus dem Fenster des Hochparterre hinaussprang, verunglückt und konnte sich mit dem über dem Knie gebrochenen rechten Beine nur bis zur nächsten Straßenecke schleppen, wo er aufgefunden und in die nächste Sanitätsstation eingeliefert wurde. Dort fand man bei dem Knaben dann verschiedene, in einer Ledertasche eingeschlossene Dokumente, über deren Herkunft Bill Morris zunächst jede Angabe verweigerte, bis man in einem in derselben Aktentasche befindlichen Portemonnaie eine auf den Namen des Hauptmanns Percy Gifford ausgestellte Mitgliedskarte des Union- Clubs entdeckte. Hierauf gab der Junge alles weitere Leugnen auf. Die Papiere sind dem Hauptmann Gifford bereits wieder zugestellt. Auf diese Weise, Lord Cowper, hat die Polizei schneller dieses wohlgeplante Verbrechen entdeckt und so weitere, fast unabsehbare Folgen verhindert, als... Sie es ahnen konnten. Der Urheber dieses hochverräterischen Streiches aber sind Sie, Lord Cowper. Und daher- im Namen des Gesetzes erkläre ich Sie für verhaftet! Wagen Sie keinen Fluchtversuch! Die Haupteingänge sind von meinen Leuten besetzt. Folgen Sie mir freiwillig damit jedes Aufsehen, das für Sie nur peinlich sein kann, vermieden wird..." Lord Edward war längst kraftlos in den nächsten Sessel gesunken. Ohne Widerstand ergab er sich in sein Schicksal. Seine Rolle in der Londoner Gesellschaft hatte er für immer ausgespielt. Und die eingehende Untersuchung, die in kurzer Zeit sein gefährliches Treiben als Spion völlig aufdeckte, endete mit seiner und des Irländers Morris Verurteilung zur Verschickung nach NeuKaledonien. So erfüllten sich tatsächlich seine dunklen Ahnungen, denen er am Vormittage des 1. Mai auf der Terrasse des Warringtonschen Landhauses nachgehangen hatte.- Von dem noch im letzten Augenblicke vereitelten Diebstahl der Dokumente des Kriegsministeriums drang nichts in die Deffentlichkeit, da die Polizei hierüber strengstes Stillschweigen bewahrte, und auch der Spionageprozeß gegen Lord Cowper und Genossen hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde. Trotzdem wurde aber dem Hauptmann Gifford nahegelegt, seinen Abschied baldigst einzureichen. Und auch der Einfluß seines Onkels, des Obersten William Gifford, konnte hieran nichts ändern. Für Bill Morris, den„ armen, kleinen Kerl", hatten die Ereignisse jener Mainacht jedoch die besten Folgen. Durch Fürsprache von Lady Warrington wurde er vor der Einlieferung in eine der überaus strengen Fürsorge- Erziehungsanstalten bewahrt und zu einem Gärtner einer der Warringtonschen Güter in die Lehre gegeben, wo er, sowohl zu regelmäßigem Schulbesuch als auch zu gewissenhafter Pflichterfüllung angehalten, bald die letzten verderblichen Einflüsse seines früheren Lebens überwand, um dann später als ein brauchbarer Mensch in die Dienste Percy Giffords zu treten, der sich in Wales größere Besitzungen gekauft hatte und dort, fern von dem Treiben der Großstadt, in Gesellschaft seiner Gattin und blühender Kinder ganz in seinen künstlerischen Neigungen aufgehen konnte. Drei Wünsche. Ein modernes Märchen von Karl Sturm. s war einmal ein Mann, der hatte ein liebes, herziges Weibchen. Nur einen Fehler hatte sie: sie hatte immer und immer Wünsche, die allzusehr Ansprüche an die Kasse ihres Eheliebsten stellten. Der Mann war ich. Eines Abends saßen wir, traulich aneinandergeschmiegt, auf dem molligen Sofa. Während die lieb kosende Hand des kleinen Frauchens über mein Haar strich, dachte ich an meine Pflicht, ab und zu den rosig schwellenden Mund zu küssen, der diesem kleinen Frauchen gehörte. " Du," sagte dasselbe plötzlich, indem es sich abwech selungshalber wieder einmal meinen Lippen entzog, ich hätte einen Wunsch, das heißt, eigentlich sind es drei Wünsche." Aber, Kind," entgegnete ich beklommen,„ dube denkst nicht ,, Doch, ich bedenke alles," fiel mir der holde Unhold ins Wort, und darum ist deine Bedenklichkeit, alter Brummbär, erſtens überflüssig und zweitens ungalant." ,, Aber du weißt ja gar nicht, was ich sagen wollte, Schatz," lenkte ich ein, du bist ein wenig vorschnell." ,, Also du willigst ein?" Gemach! Gemach! Ich weiß ja noch gar nicht, welche Wünsche du wieder auf dem Herzen hast. Doch du denkst wohl gar nicht an die Geschichte von dem Ehepaar, dem der liebe Gott drei Wünsche bewilligte, und an die Geschichte von dem anderen Ehepaar, das von einer freundlichen Fee das gleiche Zugeſtändnis erlangt hatte?" Du meinst die Geschichte, wo der reiche Kaufmann erst sein Pferd, das störrisch war, tot wünschte, dann den Sattel, den er dem Kadaver abgenommen hatte, nach Hause und seine Frau oben hinauf wünschte, und wo schließlich der dritte Wunsch kein anderer sein konnte, als der, daß die Frau des Kaufmanns wieder von dem Sattel erlöst wurde?" " Ja, das ist der eine ominöse Fall, an den ich dich deiner Wünsche halber erinnern wollte. Und der andere Ich weiß schon," unterbrach mich mein Weibchen wieder ,,, da wünschte sich die Frau ein Bratwürstchen in das Kraut, das sie zu Mittag gekocht hatte, und der Mann, ärgerlich darüber, daß von den drei Wünschen nur mehr zwei übrig waren, wünschte ihr das Würstchen an die Nase, und dann blieb dem Manne nichts übrig, als den dritten Wunsch darauf zu beschränken, daß die Verunzierung seiner Frau wieder in Wegfall käme." ,, Siehst du," bemerkte ich jetzt in überlegenem Tone, ,, das kommt davon, wenn man unbedacht wünscht!" ,, D, du alter Pedant, nun höre auf, du kommst mir doch nicht aus! Ich habe da bei Müller& Co. eine seidene Toilette gesehen himmlisch, sage ich dir! Schwarzes gelbgetupftes Foulard, der Rock mit Volants und Spitzen, und um die Taille ein Band mit koketter Schleife, himmlisch, sage ich dir." Hm, hm, hm ,, Und das braune Samtkleid solltest du einmal sehen, das ich anprobiert habe! Die Vorsteherin sagte ein über das andere Mal: Ich wußte es ja, daß Ihre graziöse Figur in dieser Robe wunderbar zur Geltung kommen würde"." " Hm―" " Ich glaube gar, du meinst, die Vorsteherin hätte geschmeichelt. nicht doch! Die Frau Regierungsrat, die gerade da war und du weißt, daß die mir gar nicht grün ist, die alte Schachtel sagte in ihrer giftigen Art etwas Aehnliches. Sie hätte nie geglaubt, daß ich so graziös sei, fuhr es ihr heraus; aber nun will ich dir auch noch den herzigen Morgenrock aus Rosa- Faille beschreiben, der mir vorgelegt wurde. Stil Louis XIV., reich gestickt, die Stickerei unterbrochen durch einen Spitzenkragen" ,, Ich will dir etwas sagen, Kind," hüstelte ich, indem ich mich von dem Sopha so brüsk erhob, daß mein Liebling ein Schmollmäulchen macht ,,, ich will dir etwas sagen: die drei Wünsche sind dir gewährt, noch ehe du sie ausgesprochen hast. Dafür gibst du mir das friedliche Versprechen, daß du in den nächsten vier Wochen das Wunschhütchen nicht mehr aufsetest. Einverstanden?" Sie hing bereits wieder an meinem Halse, die kleine Schmeichelkage, und jetzt sagte sie mit einem zärtlichen Aufblick zu mir:„ Du lieber, lieber Mann!" „ Einverstanden?", fragte ich noch einmal kate gorisch. Soll ich dir zwei Finger zum Schwur erheben," neckte sie, oder genügt es, wenn ich das obligate Versprechen mit diesem Kusse besiegle?" Also abgemacht! Und nun rate ich dir, sei hübsch bedachtsam in deinen Wünschen! Für jeden neuen Wunsch, den du aussprichst, wird dir ein alter ge= strichen. Und nun adieu, lieber Schatz, ich gehe jetzt auf ein Stündchen ins Kasino!" „ Ich wünschte, du bliebeſt heute abend zu Hause, Edgar!" Erster Wunsch gestrichen!", sagte ich pathetisch, und damit ließ ich mich bereits wieder auf das Sopha zurückfallen. ,, Aber Edgar, das kann doch dein Ernst nicht sein?", fing mein Weibchen an zu zürnen. „ Ein Zurück, sobald du einmal gewünscht hast, gibt es nicht mehr habe ich das gesagt oder habe ich das nicht gesagt?", fragte ich lakonisch. „ Aber du wirst doch nicht so kindisch sein--" „ Ich glaube gar, Schatz, du willst anfangen zu weinen? Geh, sei gut: du hast ja noch immer zwei Wünsche! Hübsch bedachtsam mußt du nur sein! Und eigentlich, weißt du, könnte ich mich beleidigt fühlen. Du sprichst den Wunsch aus, ich möge zu Hause bleiben, dein Wunsch ist mir Befehl, und nun bist du ungehalten über die Erfüllung deines Wunsches." ,, Du hast mich gar nicht lieb, Edgar!" ,, Aber wie kannst du nur so etwas sagen, Kind!" schmeichelte ich, indem ich versuchte, die kleine Frau an meine Seite zu ziehen. Ich wünschte, du ließest mich in Ruhe," bedeutete mich die Zürnende. " Zweiter Wunsch gestrichen!", sagte ich wie oben, und damit kehrte ich ihr den Rücken zu, gewillt, so lange zu schmollen, bis sie andere Saiten aufzöge. ,, Ach, was bin ich für eine unglückliche Frau!" Mein Weibchen weinte jetzt wirklich herzbrechend, aber ich blieb fest, obwohl es mir sauer genug wurde. Nur unartikulierte Laute ließ ich hören. So vergingen etwa zehn lange bange Minuten. Da schienen die Tränen meiner Cheliebsten versiecht. Und nach weiteren fünf Minuten legte sich ein weicher Arm um meinen Nacken, und ein rosig überhauchtes Schelmengesicht beugte sich über mich, und eine süße Stimme wurde laut: ,, Edgar, ich wünschte, du wärest wieder gut!" ,, Dritter Wunsch gestrichen!", rief ich; aber dann sprang ich empor, schloß das holde Wesen lange, lange in meine Arme und sagte:„ Aber du sollst trotzdem recht haben: morgen gehen wir zu Müller& Co.!" „ Na, siehst du?", lachte sie. 图 图 21 .." ppu sag au 米米米 seit zehn Jahren unbenutzten und ungelüfteten Raum wurde in der Staatsstube des Kreuzhofes, in dem großen, das auf dem Gericht deponiert gewesene Testament des Kreuzhofbauern geöffnet, das allen, die den letzten Willen sollte. des Herrn geehrt hatten, den verheißenen Lohn bringen Die städtischen Verwandten saßen würdig auf den ersten Stühlen vor dem Amtmann und den Gerichtsschreibern, der Hofmeister, die Mägde und Knechte standen in lautlosen Gruppen dahinter. Dem leisen und lauten Freuen, dem heimlichen und offenen Lachen war eine große erwartungsvolle Stille gefolgt. Ueber die weißgescheuerte Diele streute die Frühlingssonne goldenes Licht, und durch die endlich geöffneten den toten Raum. Fenster strömte mit dem Lenz neues, frisches Leben in Der Herr Amtmann räusperte sich erst einige Minuten lang, indem er umständlich eine große, gelbe Papierrolle auseinanderfaltete. Ein zitterndes Wohlbehagen, eine lächelnde Atem losigkeit teilte sich allen, die da zusahen, mit." Jetzt kommt's," dachten alle," jetzt endlich!" Es kam auch. Der Amtmann las selber, was der Kreuzhofbauer da vor Monatsfrist aufgeschrieben hatte. Las, und konnte schier kein Wörtlein recht verstehen von dem, Sprachen. was seine Augen selber sahen und seine Lippen selber " Ich, der Kreuzhofbauer, der das Ende seiner Tage fühlt und den Ausgang aus einem mit Not und Tod denen, die meiner Not im Leben wie im Tode kein gezeichneten Leben segnet, sage das eine: Von allen Verstehen hatten, von allen denen, die heute auf mein Geld und Gut warten, wie ich auf die Barmherzigkeit des Allmächtigen gewartet habe, soll kein einziger auch nur ein Bruchteil meines Besitzes erhalten. Es müßte denn einer oder der andere unter ihnen sein, der meines Herzens große Leere, meiner geprüften Seele Menschenhaß begreifen lernte, und der mir, dem gefürchteten Kreuzhofbauern, anhing bis zum Grabe. Es müßte denn einer oder der andere sein, der meinen letzten, auf dem Sterbebette in Hohn und Verachtung gefaßten Willen recht verstand, der ihn mißachtete und überging aus purer Nächstenliebe um Christi Barmherzigkeit willen, der jedem das Seine gibt...! So dieser meinem Sarge trotzdem nachging, so dieser dem Kreuzhof angehörte und seinem Herrn, bestimme ich ihn zum alleinigen Erben aller meiner irdischen Güter. Denn dieser, und sei er der Geringste, steht über aller Habgier und allem Bösen...! So aber keiner mir also zugetan war, falle das Geld und der Hof des Kreuzhofbauern an die Stadt zum Zwecke, der Armut und den Ausgestoßenen des Glückes zu helfen... So geschrieben und beglaubigt am Tage der Sonnenwende im Jahre 18. nach Jesu Chriſti " Nach Jesu Christi," wiederholte der Amtmann beinahe flüsternd vor Grauen. Ob ihn die Leute alle nicht verstanden hatten? Lautlos, mit weit vorgebogenen Köpfen starrten sie ihn an, keine Bewegung in den robusten Gestalten, nur ein einziges, fassungsloses Indieluftstarren „ Die Margret und der Heiner." Hatte es jemand ganz laut in die beängstigende Stille hinein gesagt?... Oder war es nur ein Gedanke gewesen, der in jedem Kopfe saß wie ein lästiges Insekt, das herauswollte, herausmußte? Alle Köpfe sahen sich plötzlich um, und keiner fand, was er suchte. Denn die zwei jungen Menschen, die sich gut waren von Kindesbeinen an, wußten noch gar nichts von ihrem Glück. Sie saßen Hand in Hand in irgend einem Winkel, der voll Lenzsonne war und junger Blüten. Und zwangen sich ein Lächeln auf die Lippen, wenn sie sich ansahen, damit einer dem andern nicht die Not im Herzen zeige, die an Meiden und Scheiden dachte, der eine hier, der andere da in schwerer Arbeit Und dann wußten sie alle beide nicht, wer plötzlich ihre Namen gerufen hatte. Sie fuhren erschreckt zusammen und gingen stockend und folgsam wie zwei Kinder diesem Rufe nach. War die Welt verwandelt, die Menschen verzaubert mit einem Male? Ein Händeschütteln gab's und ein Freundlichsein zu der namenlosen Magd und dem niedrigen Knecht, als wären beide gar die Herren von Kreuzhof. Bis sies begriffen, was der Tote in seinem letzten Willen kund getan. Bis ihnen und allen das Verständnis kam, daß nichts den Menschenhaß besiegt, denn Liebe. Führst du einen Haushalt oder schaffst du ein Heim? Sorin besteht wohl der große Unterschied zwischen diesen beiden Lebenszwecken? Die gute Haushälterin kennt keinen höheren Ehrgeiz, als ihre in Sauberkeit erstrahlende Häuslichkeit, ihr blinkendes Gerät. Schmutz und Staub fliehen vor ihr wie vor einem Wirbelwinde. Mann, Kinder und Dienstboten wissen es zu ihrem stillen Kummer zur Genüge, daß ihr die Reinlichkeit über alles" geht. Ihre Mahlzeiten sind stets pünktlich mit dem Glockenschlage fertig gestellt; ihre Treppenecken werden mit einem Haarpinsel gereinigt; unter die Schränke fährt sie mit prüfenden in Handschuhe gesteckten Fingern, um jedes fehlerhafte Fegen gleich dem Hausmädchen beweisen zu können; ihre Fenstervorhänge werden alle sechs Wochen gewaschen, und des Fensterputzens ist kein Ende. Sie opfert sich ganz ihrem Haushalte, und was ist ihr Lohn? Ein schmerzender Kopf und ein schmerzender der sie veranlaßt, über jede Kleinigkeit Rücken, ein Zustand von Ueberarbeitetsein, außer sich zu geraten. Einen Fleck auf der neuen Tapete betrachtet sie als ein Unglück, ein mißratenes Gericht ist eine Prü fung, eine zerbrochene Schüssel als Anlaß zu endlosen Klagen. Die Reizbarkeit der Hausfrau lastet schwer auf allen Hausge nutlosen Bitten, sich zu schonen, aufgehört, nossen. Längst hat der Hausherr mit den denn er weiß, wie eifersüchtig ste auf den Ruhm ihres tadellos geführten Haushaltes ist. Ihre Kinder wissen, daß Mutter nie Zeit für ihre kleinen Fragen und Klagen hat, und haben schon längst gelernt, bei anderen Teilnahme und Interesse dafür zu suchen. Ihre Dienstboten haben es er= fahren, daß sie der Herrin doch nie etwas recht machen können, und sind bereits in Gleichgültigkeit gegen jeden Tadel versunken. Wie anders die Hausfrau, deren Lebenszweck ist, den Ihren ein Heim zu schaffen! Ihr Haus wird der Mittelpunkt, der Mann und Kinder stets wieder hineinzieht, selbst wenn letztere erwachsen sind und draußen im Kampfe des Lebens stehen. Die Frau, deren Herz voll Liebe gegen Mann und Kind ist, weiß überall ein Heimatsgefühl hervorzuzaubern. Wo solche reiche Liebe waltet, da schafft sie ein Heim, und die Achtung und Liebe der Ihrigen. Frau, die es vermag, verdient wahrlich die Ueberall kann man diese Stätten des Glückes finden, bei Armen und bei Reichen; denn weder Armut noch Reichtum vermögen eine Frau daran zu verhindern, ihr Heim mit jenem unbeschreiblicher Zauber des Friedens und der Ruhe zu erfüllen, den stande ist. nur sie ihrer Umgebung mitzuteilen imSolche gute Hausmutter weiß freilich, daß sie auch auf Ordnung im Hause zu halten hat, daß die Poesie des Lebens erst dann beginnt, wenn die Prosa ihr Recht geworden ist; aber ihre Augen sind die einer gütigen und gerechten Frau. Sie erwartet keine Wunder von staubgeborenen Menschenkindern. Sie weiß, daß wir alle der Unvollkommenheit des Jrdischen unterworfen sind, daß Dienflboten keine Maschinen und Kinder keine Engel sind. Sie hat vor allen Dingen stets vor Augen, daß das Haus da ist für die Menschen, und daß das Glück der Hausgenossen höher steht, als die Vollkommenheit des Haushalts! Soll die Frau die Sonne des Hauses sein, so muß sie sich frisch erhalten, damit ihr Lächeln alle trüben Wolken des Lebens zerstreuen kann Sie muß selbst zum Frieden gekommen sein, wenn sie ihn andern mitteilen will. Sie muß sich so viel Zeit lassen, um mit der Welt fortleben zu können, das heißt, neu aufsteigende Fragen und Ideen kennen zu lernen, um ihre Kinder in ihren Bestrebungen zu verstehen. Und jene Frau, die ein Heim schafft, ste wird mit ihrem warmen, großen Herzen ihr Haus und Heim auch denen öffnen, die allein und einsam im Leben dastehen, denen das hohe Glück versagt ward, sich ein Heim schaffen zu dürfen. Sein letzter Wille. er Kreuzhofbauer war tot. Skizze von Elfe Krafft. Zuerst hatte im Dorf niemand daran glauben wollen. Zuerst schüttelten junge und alte Leute schier entrüstet die Köpfe. " Red Ihr kein dummes Zeugs, der Kreuzhofbauer sich hinlegen und sterben, der Kreuzhofbauer... Es war, als ob dieses eine Wort etwas Urgewaltiges, Unverwüstliches verkörperte, als ob der Tag nimmer kommen könne, an dem ein so wetterfester Eisenkopf, wie der Herr vom Kreuzhof einer war, aufgehört hätte, zu leben. Und doch, es war so. Mit dem stillen Herzen da drin in dem festgefügten, großen Steinhause stand plötzlich der ganze, große Betrieb still. Der Hofmeister schalt nicht mehr, die Knechte arbeiteten nicht mehr, und die Mägde standen verstört beieinander und wußten zuerst kein lautes Wörtlein zu reden. Und doch war keine Trauer. Im Gegenteil, seit der Herr Neffe mit seiner vornehmen Frau, seit die beiden aufgeblasenen, städtischen Vettern des alten Bauern mit freudig erregten Mienen auf dem Hofe eingetroffen waren, seit man die nur schlecht verhehlte Freude der lachenden Erben gesehen hatte, machte es jeder den nunmehrigen Herren des Hofes nach. Wie befreiendes Erlöstsein ging es von Blick zu Blick, wie ein einziges, riesengroßes Aufatmen:„ Gott sei Dank, nun ist der wetternde Mund still, nun kann die harte Faust nicht mehr dreinschlagen!" Und noch ein anderer Umstand kam zu dieser Freude hinzu. Eine sonderbare Bestimmung, die so recht den Grillen und Launen des Verstorbenen ähnlich sah. Auf dem Tisch, der vor dem Krankenlager des Bauern gestanden, hatte ein Schreiben gelegen. Ein ganz kurioses, regelrechtes Schreiben. Und die es lasen, konnten im ersten Staunen kaum ein Schmunzeln unterdrücken, gaben es kopfschüttelnd weiter, und bei nahe wie ein Lachen pflanzte es sich von Lippe zu Lippe. " So ich denn fühl, daß ich nicht weiter kann, geh ich gern. So ich denn fühl, daß mein letztes Stündlein kommen ist, sag ich Euch, die um mich her waren wie stechende Wespen um den Honigtopf, meinen letzten Willen. Da wird keiner sein, der um mich klaget. Da wird keiner sein, der mich zurück haben will ins Leben. Denn die, die meinem Blute eins waren, hat der Herr vor mir gehen heißen.... Und also bestimme ich, daß auch keiner mich begleite auf meinem letzten Wege zum Gottesacker, daß keiner seine Freude über meinen Tod verstecken soll unter Flor und Trauerhut. Die Anverwandten, der Hofmeister, die Mägde und Knechte des Kreuzhofbauern sind alle wohlbedacht in meinem Testament beim Amtsgericht drin in der Stadt. So aber einer von allen diesen meinen letzten Willen nicht erfüllet, so er doch diesen meinen letzten Weg zum Gottesacker mit dem Kreuzhofbauern geht, sei er ausgeschlossen von aller Erbschaft und allem Gelde. Ist der Kreuzhofbauer sein halbes Leben lang einsam gewesen, will er auch einsam zu Grabe gehn. So wars, so stands geschrieben, und so kannten ste bald alle das kuriose Schreiben auswendig auf dem Hofe, im Dorfe und drei Meilen rings herum. Und කර Richard Flockenhaus es war ein Aufsehen und Flüstern und Lachen dadurch entstanden, wie niemals vorher beim Tode irgend eines Ansässigen. Und dieses Lachen, das in dem Sterbezimmer des Kreuzhofbauern aufgewacht war, pflanzte sich fort wie ein Samenkorn, das, vom losen Wind getragen, Wurzel schlägt, wohin es fällt,....." Der Alte soll seinen letzten Willen haben, der Alte soll seinen letzten Willen haben...." Und hätte der Tote nicht noch mit hartem, wächsernem Gesicht im besten Zimmer gelegen, hätten die lachenden Erben auf dem Kreuzhof tanzen und feiern mögen, hätten den beginnenden Frühling da draußen mit einem Freudenfeuer begrüßt, weil er jedem nun ein Stückchen Gold von den bisher so ängstlich gehüteten Schätzen des Kreuzhofbauern in den Schoß werfen wollte Nur dort, wo man am meisten das Werden des Lenzes spüren konnte, im äußersten Winkel des wohlbestellten Gartenlandes, jenseits der Hofmauer, standen zwei zwischen Baum und Busch und lachten nicht. Ein Bursch und ein Mädchen. Sie war ein junges, blasses, scheues Ding mit Kinderaugen unter den hochgesteckten Zöpfen, sie trug das ärmliche Gewand einer Kuhmagd und war vor achtzehn Jahren als Kind einer Mäherin auf dem Kreuzhof geboren, die in jungen Jahren starb. Damals lebte die Kreuzhofbäuerin noch, die sich liebevoll der kleinen Waise annahm, sie spielen ließ mit den eignen Kindern, bis das große Sterben im Dorfe begann, bis der Kreuzhofbauer sein Weib, seine beiden blühenden Kinder hinaustragen lassen mußte zum Friedhof, bis sein Herz hart wurde wie Stein. Seitdem war alles Lachen stumm geworden in Haus und Hof bis heute. Der Knecht, der neben dem Mädchen stand, hatte auch lachen wollen wie die andern, als er den letzten Willen des Kreuzhofbauern gelesen hatte. Die Margret aber hatte ihn so seltsam angeschaut, schier erdrückt von Traurigkeit und Aengsten, da konnte er's nicht. Denn er liebte die Margret, er schützte die Verwaiste vor dem Spott der andern Mägde, vor der Willkür der Knechte, er war dem scheuen, lieben Dinge gut, solange er denken konnte hier im Heimatdorf. Und ehe die Sonne über dem Hoftor heute herniedersank, hatte er die schmale kleine Hand des Mädchens genommen und es heimlich das Gartenland entlang bis zur Weißdornhecke gezogen. Die war voller Knospen und lichtgrüner Blättchen, und der Wind ging in weichen, warmen Wellen über die jungen Köpfe hin. " Hörsts?" fragte Margret flüsternd, indem sie sich in die Arme des Burschen drückte. Sie sprechen so laut im Hause, daß man schier meint, sie könnten den Toten wecken." ,, Sollen sie das?" fragte der Knecht. Der helle Mädchenkopf schüttelte sich. " Nee, Heiner, seine Ruh soll er haben! Seine Freud am Wiedersehen mit der Frau und den toten Kindern!" Sie schluchzte plötzlich auf, als sie das spöttische Ge sicht des Liebsten sah. " Du sollst nicht lachen, Heiner, ich wills nicht, daß Selchen hervorragenden Einfluß Licht und Wärme auf die Größe und Farbenpracht der Schmetterlinge auszuüben vermögen, zeigen uns die erotischen Arten derselben. Gerade unter den immer senkrechten Sonnenstrahlen leben die größten und wundervollsten Falter der Welt. Ein solcher erotischer Riesenschmetterling ist die nebenstehend südamerikanische Gule Thysaniastrix". Flügel dieses zur Klasse der Nachtschmetterlinge gehörenden Falters klaftern bis zu einem Viertelmeter. Gespenstisch treibt diese gigantische Schmetterlingseule, wie eine große Fledermaus im Fluge schwankend und nach den Seiten ausweichend im abgebildete Die P $ 38 du lachst! Er war der einzige, der mich nicht gehänselt und gehöhnt hat auf dem Hofe. Er ist nur so hart von seinem Leide geworden, denn die andern hatten kein Leid wie er und waren noch härter zu mir. Jetzt, jetzt werd ich wohl wandern gehen müssen und wo anders Arbeit suchen, die Städtischen haben kein Wort für mich, und du bist arm und mußt selber für dich sorgen. Nu ists vorbei.... mit dem 3'haussein hier...." zuckenden MädchenEr streichelte täppisch die schultern. „ Nee, nee, Margret, is nich. Weißte doch das Testament drin bei's Jericht! Alle hat er' eschrieben, alle sollen was bekommen von seinem Gelde!".. Der junge Kopf hob sich schwer. Ich nich, und du auch nich, wenn du mich lieb haft, Heiner. Denn ich ich laß ihn nich alleine gehn den letzten Weg. Ich hol mir die ersten Blumen hier drüben auf den Winterbeeten und streu sie ihm nach". Der junge Mensch fuhr ganz erschrocken herum. „ Nee, Margret, tuste nich! Denk, vielleicht wärs so viel, daß du und ich heiraten könnt zu Ostern, denk, vielleicht wärs, daß jeder Knecht und jede Magd fünfzig Taler bekäm, sagt der Hofmeister. Laß dem närrischen Alten seinen letzten Willen!" Die Hände des Mädchens sanken langsam von denen des Burschen hernieder. " Ich will das Geld nich, denn ich weiß über seinen Tod keine Freude zu verstecken unter Trauerhut und Flor, wie der Kreuzhofbauer aufgeschrieben hat. Ich bet doch für ihn, Heiner. Ich geh mit hinter seinem Sarge, weil er auf meiner armen Mutter letztem Wege auch mitgegangen is. Uebers Haar is damals seine Hand bei mir gegangen, und gesagt hat er dazu: Sei wie Stein, Mädchen, dann fühlst es nich, wie weh es tut! Nu sind zwei auf dem Hofe, denen man das Beste fortgetragen hat." Einen Augenblick kaute der Bursch verlegen an seinen Lippen herum vor dem jungen, entschlosse= nen Gesicht. Dann riß er plötzlich das Mädchen in seine Arme, als wollte er es schützen vor einer großen Gefahr. " Hab ich zehn Jahre mein Arbeitsgeld gespart, kann ich's auch noch ein paar Jahr länger tun, Margret. Dann reicht's zum Hochzeitmachen für dich und mich. Ich will das Geld vom Kreuzhofbauern auch nich, ich laß dich nich allein diesen letzten Weg tun hinter dem Sarge her, die Leute könnten dich und deinen Kindersinn verspotten, ich geh mit Margret." Da fiel sie ihm lachend und weinend zugleich um den Hals. " Ich habe dich lieb, Heiner, ich hab dich nu erst recht lieb!" Das war ein Aufsehn im Dorf, dieses Begräbnis! Der Herr Pfarrer schritt hinter dem Sarge des Kreuzhofbauern daher, ein paar neugierige Weiblein, deren Wohl und Wehe nicht von diesem Grabgefolge abhing, und zuletzt der Heiner und die Margret. Die Leute, die am Wege standen, steckten die Köpfe zusammen über dieses einzige, seltsame Paar vom Kreuzhof, das also den letzten Willen des Verstorbenen mißachtete. Sie sahen die Sonntagskleider der beiden, die gesenkten Häupter und die verschlungenen Hände, und sie begriffen die Andacht nicht in den jungen Gesichtern, die wie versonnen und verzaubert vor sich niederblickten, gerade so, als sähen sie das Lachen des Spottes, das um sie her war, nicht. Im Kreuzhof war der Hohn am größten. Da stand kein Mund still über das unbegreifliche Gebaren der Margret und des Heiner. " Die Geringsten sein halt auch die Dümmsten," hieß es schadenfroh, und den Dümmsten geschieht es recht, wenn sie zu nichts kommen in ihrer Einfalt." Und ein großes Warten auf die goldenen Schätze des geizigen Kreuzhofbauern begann in dem herrenlosen Hause, in dem plötzlich jeder Herr sein wollte. Am Tage nach dem kurzen, prunklosen Begräbnis Der größte Schmetterling der Welt! ( In Driginalgröße.) Nr. 64. Aus der Stiftu rich Andreas& öb Pfründe im Betrage Gießen, den, ben geborene Witw arinen gefitteten Lebe ig ist, zu vergeben vienamt, Afterweg 9 wien. Großh nächtlichen Urwald ihr Wesen. Tagsüber ruht die Eule an Baumstämmen, und sowohl die Färbung wie die Form ihrer Flügel sind ihrer Lebensweise vortrefflich angepaßt. Mit der graubraunen bizarren Ornamentierung, den ausgebogten und befransten Rändern gleichen die zusammengelegten Flügel täuschend alten grauen Flechten, so daß vorbeifliegende Vögel nichts daran erinnert, welch ein fetter Bissen sich hier verbirgt. Dadurch ist dieses Rieseninsekt meisterhaft gegen Feinde geschützt. An der unteren Seite sind die Flügel der Thysaniaeule sowohl in Färbung wie in Zeichnung dem Gesteder eines Vogels nachgebildet. D. Für die Vert wieder vergiftete Saf Grundstüden fönnen i Schlachthof vom näch Gießen, den Großh. B 77 und 8 Uhr abhol Wünlaje pr Gegen den Geda Wertzuwachses Seite mehr begründ ooie Protefte wenden führung der St Zumutung der Reg gehende Folgen bat seilt nicht, denn da geht dem Reiche au mmige ochloffen wird oder Mangen, daß die Be gegen Eina imütigkeit, mit der ggen genau geprüft werden, und die So haben ne Maß geben, daß m liner Kaufm an die Reichstags gegen die hohe A agen Stellung geno Mroße Gefahr nicht vammenhängenden gendsten Bedeutung neue Steuerordnun möhung der Wohn die allgemeinen wiederum dem R Tie notwendig h Beamtengehälter mvertzuwachssteuer eltesten gipfeln werdienten Wertzu won 30 Jahren bei Gewinnen von 26) Die Originalro Alles, alle find ein Engel Er streckte fihre hinein und Sie mir!" 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