Neue Beiträge zum Seelenleben der Tiere. als die Gesellschaft vollzählig um Förster Schwabbler, denn nun doch nicht! se aber allein gepachtet werden, ob wahr oder erfunden daß von den Dackeln die unglaublichften hingestellt sein, " Grafenden Walfisch" versammelt war es iſt ja richtig, a, meine Herren," begann der alte em Stammtisch im Sachen erzählt haben die Dackel den Hundeverstand chanderes Viehzeua, das und ich meine Jagden beginnen störte sie mir der Herr?" Hund ganz schrecklich, denn sobald en den großen, fie weißen Spit bemerkten, was fonnte nie zum Schuß fommen, schon von weitem geschah, rises Zagd die Spuren nicht, und hatte als Neuleine gefunden, unmöglich, ohne Hund fand ich Auch ein Beschleichen war aus wie toll, und ich in dieser Art Felles wegen Herrn): Ist das nicht eine Nachtigall die Fräulein( schmachtend zu dem Tm Park. neben ihm sitzenden mein Herr:" Ja... aber ich bin leider schon verheiratet!" Familienidyll da flötet, Im Sekundärbahnzug. So eine jedesmal wenn Freundin entgegengesetzten fette. ommt, da legt ein Zug von der sie sich ins Fenster, und läßt sich von den vorüberfahrenden Herren abfüssen!" Vorsichtig. Banfier( der eine schon VEVEN Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post - - 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 49. - Erstes Blatt. Frühjahrs- Kontrollversammlungen. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes = Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 29. März 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Es haben aus der Stadt Gießen auf dem Hofe der alten Kaserne am Landgraf Philtpp Plaß zu erscheinen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve und der Landwehr 1. Aufgebots( fleiner Dienstanzug), so=! weit sie verhindert sind an der Offizier- Kontrollver= sammlung am 16. April 6.30 abends im Kasino des Inf. Reg. Nr. 116 teilzunehmen; 2. Die Mannschaften der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots aller Waffen einschließlich Halbinvaliden und nur Garnisondienstfähigen; 3. Die zur Disposition der Truppenteile oder Ersaßbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen; 4. Die Ersatzreservisten, geübte und nicht geübte; und zwar: Am 7. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1905, 1906, 1907, 1908 und 1909 der Infanterie und die zur Disposi tion der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. Am 7. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1902, 1903 und 1904 der Infanterie. Am 8. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1905, 1906, 1907, 1908 und 1909 der Spezialwaffen und Ersabreserve. Am 8. A ri I, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1903 und 1904 der Spezialwaffen und Ersabreserve. Am 9. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1902 Spezialwaffen und Ersabreserve, 1901 aller Waffen einschließlich Ersabreservisten. Am 9. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1898, 1899 und 1900 der Infanterie. Am 11. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1898, 1899 und 1900 der Spezialwaffen und Ersaßreserve. Am 11. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1897 aller Waffen, einschließlich Ersaßreservisten, sowie die oben unter Nr. 1 Aufgeführten( Offiziere 2c.) aller Jahrgänge und Waffen der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Für die auf Bahnhof Gießen beschäftig= ten Beamten und Arbeiter auf Bahnhof Gießen: Am 20. April, vorm. 9 Uhr: Reserve, Landwehr 1. Aufgebots und Ersaßreserve, sowie die zur Disposition der Ersatz- Behärden entlassenen Mannschaften aller Waffen, soweit sie nicht von der Teilnahme an der Kontroll- Ver= sammlung befreit sind. Es wird folgendes erinnert: 1. Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch den Bezirksfeldwebel des Hauptmeldeamts einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung kann nur in den dringendsten Fällen stattfinden. 2. Jeder Kontrollpflichtige ersieht die Jahresklasse, zu der er gehört, auf dem Deckel seines Militärpasses. 3. Die Militärpässe mit eingeklebter roter Kriegsbeorder= ung bezw. Paßnotiz und Führungszeugnis sind mitzubringen. 4. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen, Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. 5. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Ver= säumnis der Kontrollversammlung bestraft. Gießen, 19. März 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Polizeiverordnung über die Einfuhr und Durchfuhr von frischem Fleisch in der vom 1. April 1910 an gültigen Fassung. Auf Antrag und nach Anhörung der StadtverordnetenVersammlung und mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern vom 15. März 1910 wird auf Grund des Artikels 1 des Gesetzes, die Ausführung des Reichsgesetzes über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau betreffend vom 4. April 1903 und des Artikels 56 der Städteordnung bestimmt: § 1. Alles nicht im öffentlichen für die Stadt Gießen errichteten Schlachthof ausgeschlachtete frische Fleisch darf in den Stadtbezirk nur dann eingeführt und daselbst verwendet werden, wenn durch eine amtliche Nachuntersuchung fest gestellt wird, daß die Schlachttiere, von denen dieses Fleisch herrührt, der nach dem Reichsgesetz vom 3. Juni 1900 vorgeschriebenen amtlichen Untersuchung unterlegen haben und hierbei nicht beanstandet worden sind, sowie daß dieses Fleisch inzwischen nicht verdorben ist, noch auch sonst eine gesundheitsschädliche Veränderung seiner Beschaffenheit erlitten hat. Untersuchungspflichtig ist alles Fleisch, das nach § 1 des Reichsfleischbeschaugesetzes der Beschau unterliegt. § 2. Das zur Einfuhr oder Durchfuhr bestimmte Fleisch muß mit einem amtlichen Stempel versehen sein, aus dem hervorgeht, daß die Schlachttiere, von denen das Fleisch herrührt, der nach dem Reichsgesetz vom 3. Juni 1900 vorgeschriebenen amtiichen Untersuchung unterlegen haben und hierbei nicht beanstandet worden sind. Das zur Einfuhr bestimmte Fleisch muß auf dem für zesten Weg nach dem städtischen Schlachthof verbracht werden, woselbst es mit dem Tag der Gebührenbescheinigung (§ 7) in ein Verzeichnis eingetragen wird. Die Untersuchung findet täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage statt: in den Monaten April bis September von 9 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags; in den Monaten Oktober bis März von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags, Wird das Fleisch nicht beanstandet, so wird es mit einem entsprechenden Stempel versehen und dem Verkehr freigegeben. Wird es beanstandet, so ist eine polizeiliche Entscheidung über das weitere Verfahren erforderlich. § 4. Wird eingeführtes frisches Fleisch beanstandet, so sind neben einer etwa verwirkten Strafe die Beschaugebühren in jedem Fail zu Gunsten der Schlachthoffasse verfallen. §. 5. Das nur zur Durchfuhr bestimmte Fleisch muß bei der Ausfuhr noch mit dem in§ 2 genannten amtlichen Zeichen versehen sein, das jederzeit nachgeprüft werden kann. Ist das Zeichen verletzt oder ein Zeichen nicht vorhanden, so wird das Fleisch beschlagnahmt und in den Schlachthof zur Untersuchung verbracht. Dort wird damit nach§ 3 auf Kosten des Einbringers verfahren. § 6. Die Einfuhr von gehacktem Fleisch ist verboten. § 7. Der Einbringer hat vor der Untersuchung eine Beschaugebühr an die Schlachthoffasse zu entrichten. Diese beträgt für ein Kilogramm Fleisch oder Eingeweide, soweit letzteres nicht im ganzen eingeführt wird, 4 Pfg.; für das gesamte Eingeweide eines Stüdes Großvieh werden 40 Pfg., eines Stückes Kleinvieh 30 Pfg. erhoben. Bruchteile eines Kilogramms werden voll berechnet. Bei Schlachttieren, die mit der Haut eingeführt werden, kommt bei der Berechnung das Gewicht der Haut in Abzug. Auch ist für alle im natürlichen Zusammenhang eingebrachten Teile eines Schlachttieres als Beschaugebühr fein höherer Betrag als die jeweilige für den Schlachthof zu Gießen festgesetzte Schlachtgebühr zu entrichten. ben. Die Beschaugebühr wird an der Schlachthoftasse erho= § 8. Die Bestimmungen dieser Polizeiverordnung finden keine Anwendung auf von Privaten eingeführtes frisches Fleisch, sofern es zum Verbrauch im eigenen Haushalt bestimmt ist. §. 9. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Polizeiverordnung werden, soweit nicht nach anderen Bestimm= ungen, insbesondere dem Reichsfleischbeschaugesetz eine bestraft. höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 30 Mart § 10. Diese Polizeiverordnung tritt am 1. April 1910 an die Stelle der Polizeiverordnung vom 8. August 1905. Gießen, am 24. März 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Die Stelle eines Feldschüßen ist alsbald anderweit zu besezen. Mit der Stelle ist ein Anfangsgehalt von 1125 Mart, steigend alle 3 Jahre um 95 Mt. bis zum Höchstgehalt von 1600 Mt., verbunden. Die Annahme erfolgt auf Widerruf. Bewerber, welche mit den Besißverhältnissen in der Feldgemartung vertraut sind, werden bevorzugt. Meldungen sind bis zum 20. April d. Is. einzureichen und denselben Lebenslauf, Zeugnisse über bisherige Beschäftigung, Führung und Gesundheit, sowie Angaben über die Familienverhältnisse beizufügen. Vorzug. Militäranwärter haben bei gleicher Befähigung den Gießen, 21. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Berdingung. Für den städtischen Schlachthof ist zu vergeben die Lieferung von: 100 3entner Streustroh( Roggenstroh- Maschinendrusch), 70-80 3 entner süßes Wiesenhe u 1. Güte. Die Anlieferung hat auf Abruf der Schlachthofverwaltung frei Schlachthof Gießen zu erfolgen. Angebote sind bis 1. April 1910 bei der Bürgermeisterei einzureichen. Gießen, den 17. März 1910. Bürgermeisterei. Frühjahrs- Pferdemarit, verbunden mit der Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärkte Mittwoch, den 6. April 1910. Um 8 Uhr beginnt die Pferde- Prämiier ung, für welche mit den Jubiläumspreisen über 3000 Mt. zur Verfügung stehen, darunter 300 Mt. aus Mitteln des Landwirtschaftskammer- Ausschusses für die Provinz Oberhessen. Mit dem Pferdemarkt verbunden ist eine Ausste II= 21. Jahrg. ung von Wagen, Geschirren, Stallutensilien und landw. Geräten 2c. Für hervorragende Leistungen bei der Ausstellung wird Diplom erteilt. Von 10 Uhr ab: Konzert. Restauration. Nachmittags 2 Uhr finden auf dem Radrennplaß auf Bichlers Hardt zur Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärtte sportliche Veranstaltungen mit folgendem Programm statt: 1. Vorführung der auf dem Pferdemartt prämiierten Pferde. 2. Preisreiten. Offen für Offiziere, Mitglieder des Gießener und Wetterauer Reitervereins und deren Damen. 3. Spring- Konkurrenz. Offen wie bei Ord.-Nr. 2. 4. Vorfahren von Herrschaftswagen im Privatbesitz. 5. Vorfahren von Geschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen. 6. Jagdreiten mit Auslauf über ausgeflaggtes Gelände. Offen wie bei Ord.-Nr. 2. 7. Landwirtschaftliches Rennen, Trabreiten und GaToppreiten( je 3 Geldpreise). In allen Abteilungen werden Ehren Preise ge= geben. Konzert der gesamten Kapelle des Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm. Am 7. April, nachmittags 2 Uhr, findet in der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landw. Maschinen und Gerätschaften, Fahrrädern, Nähmaschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Vertrieb der Lose a 1 Mt. ist dem Herrn Richard Bucha der Gießen übertragen. Die städt. Pferdemarktkommissiou Gießen. Gg. Bichler. Bekanntmachung. Die Verteilung der Schott- Stiftung( Ostergeld) wird am 1. Osterfeiertag, nachmittags 6½ Uhr, in der Stadtkirche vorgenommen. Gießen, den 24. März 1910. Die Armendeputation der Stadt Gießen. Keller. Arbeitsvergebung. Die zur Erweiterung der Schlachthofanlage erforder= lichen Glaserarbeiten( 4 Lose) sollen Mittwoch, den 30. März d. J., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 19. März 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung der Gesinde ordnung. Um täglich bei uns geltend gemachte Zweifel zu be heben, sehen wir uns veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß nach den Bestimmungen der Gesindeordnung und des auf Grund des Artikels 7 der Gesindeordnung für die Stadt Gießen erlassenen Ortsstatuts vom 30. August 1900 fäm t- liche Dienstbotenverträge, für welche nicht ausdrücklich eine bestimmte Dienstdauer vereinbart als auf die Dauer eines Kalendervierteljahres abgeschlossen gelten. Wird ein solcher Dienstvertrag nicht vier Wochen vor dem Ablauf des Kalendervierteljahres aufgekündigt, so ist er stillschweigend auf ein weiteres Kalendervierteljahr als erneut anzusehen. Es ergibt sich hieraus, daß in der Stadt Gießen Dienstbotenverträge nur auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober aufgefündigt werden können und daß die Kündigung spätestens 4 Wochen vor dem jeweiligen Termin erfolgt sein muß, es sei denn, daß ausdrücklich etwas anderes zwischen den Parteien vereinbart ist. Dies gilt auch dann, wenn der Lohn nach Monaten bemessen ist, da der von monatlicher Lohnzahlung handelnde Abs. 4 des Art. 6 der Gesindeordnung mit den übrigen Bestimmungen Artikels 6 durch das erwähnte Ortsstatut außer Kraft gesezt ist. Ebenso macht es fein Unterschied, ob ein Dienstver= hältnis am Anfang oder erst im Laufe eines Kalendervierteljahres eingegangen worden ist, da ein im Laufe des Kalendervierteljahres eingegangenes Dienstverhältnis zunächst bis zum Ende des Kalendervierteljahres und dann in der oben bezeichneten Weise von Vierteljahr zu Vierteljahr weiterläuft. Gießen, den 20. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Viehmärkte vom Dienstag, den 5. April 1910 an um 6 Uhr vormittags zu beginnen haben und machen noch da= rauf aufmerksam, daß das Marttvieh nicht vor der angeführten Zeit in den Zufuhrstraßen aufgestellt werden darf. Gießen, den 22. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Lokales. Gießen, 29. März 1910. ** Der Großherzog hat am 24. März dem Minister der Finanzen Dr. Dr.- Ing. Ernst Braun das Kommandeurkreuz 1. Klasse des Ludewigs- Ordens, dem Ministerialrat Geheimerat Dr. Becker die Krone zum Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ministerialrat Karl Süffert den Charakter als Geheimerat verliehen. -ph- Die beiden ersten Osterfeiertage hatten sich der Gunst des Wettergottes in einem Maße zu erfreuen, welches für die jeßige Jahreszeit als ungewöhnlich bezeich= net werden muß. Infolgedessen wanderte man schon am frühen Morgen mit Kind und Kegel in die Wälder, auf die Felder, um die Geschenke des Osterhasen entgegenzu= nehmen. Nachmittags spazierte man nach altem Brauch ins Preußische hinüber, wo bis jetzt(!) noch keine öffentlichen Veranstaltungen als Entweihung des Feiertages betrachtet werden. Auch der Montag- Nachmittag lockte die Menschen zu größeren Ausflügen in die sonnenbeschienene Natur hinaus, sodaß sogar das für 4 Uhr angesetzte Konzert der Regimentskapelle in Steins Garten wegen Mangels an Besuchern ausfallen mußte. *)(* Regierungsrat Wilhelm Walther ist gestorben. Nach kurzer Krankheit verschied in Straßburg der Kaiserliche Regierungsrat Wilhelm Walther, welcher in Gießen im Jahre 1848 das Licht der Welt erblickte und seit 1874 eine Stellung bei der elsaß- lothringischen Zollverwaltung bekleidete. Die guten Charakter- eigenschaften des Verstorbenen werden dem Dahingeschiedenen auch bei uns in Gießen eine dankbare Erinnerung bewahren. * Jubiläum. In diesem Jahre tann Zahnarzt Dr. Koch auf eine 50jährige Tätigkeit in seinem Beruf als Zahnarzt zurückblicken. Einer wie großen Beliebtheit sich der Jubilar bei seinen Berufsgenossen erfreut, das zeigt so recht der Umstand, daß ihm zu Ehren der Verein Hessischer Zahnärzte am 28. und 29. Mai seine Hauptversamm= lung in Gießen abhält. Dr. Koch erblickte am 29. Mai 1837 zu Bessungen das Licht der Welt und wurde 1907| beim Universitäts- Jubiläum von der medizinischen Fakultät zum Ehrendoftor ernannt. = h 10jähriges Bestehen der Gießener Pferdemärtte. Den getroffenen Vorbereitungen nach zu schließen, verspricht der Jubiläumspferdemarkt ganz besonders anziehend zu werden. Kein Wunder, daß die oberhessische Landwirtschaft der Veranstaltung ein großes In teresse entgegenbringt und daß auch der Markt über die Grenzen von Oberhessen hinaus Beachtung findet. Das geplante Sportfest auf Bichlers Hardt wird ganz sicher dazu beitragen, den Markt in jeder Hinsicht glanzvoll zu gestal ten und die herbeigeeilten Landieute durch die Vorführung von Rennpferden für die Pferdezucht in noch stärkerem Maße als früher zu interessieren. * Vom städtischen Oktro i. Der neue De troitaris hat nun die Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern mit der einzigen Abänderung ge= funden, daß sich die Steuer für das am Ort gebraute Bier nicht nach dem Malzverbrauch sondern nach der Biermenge richtet, auf welcher bekanntlich nur die Besteuerung des eingeführten Bieres fußte. Dieser Oftroi beträgt für das Heftoliter 65 Pfg. Am letzten Donnerstag hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aenderung angenommen. -tt- Stadttheater. Es sei nochmals auf die morgige lette Aufführung von Hermann Bahrs geistvollem neuen Lustspiel„ Das Konzert" hingewiesen. Für Sonntag, den 3. April, den letzten Spieltag der Saison, ist als Nachmittagsvorstellung nochmals eine Aufführung des„ Fidelen Bauern" angesetzt worden, da sich schon bei den Vorbestellungen zur gestrigen Aufführung der Operette heraus gestellt hatte, daß der großen Nachfrage nach Plätzen nicht in vollem Umfange entsprochen werden könnte.- 3ur Sonntagabend- Vorstellung von„ Vasantasena" haben Gutscheine Giltigkeit. * Neues Museum. Unsere Stadt dürfte in absehbarer Zeit ein neues Museum erhalten, das der Völker kunde gewidmet sein soll. Den Grund dazu haben bereits 1540 Nummern einer ethnologischen Sammlung gelegt, welche die Professoren Dr. Sievers und Geh. Justizrat Dr. Schmidt gemeinschaftlich erstanden haben. Diese Sammlung wird jedenfalls in dem Gebäude der Ohrenklinik des Dr. Leutert an der Liebigstraße Aufnahme finden. Die Lage dieses Gebäudes darf nur eine günstige ge= nannt werden, denn es wird sich unseres Erachtens nach schwerlich ein zweites Haus finden, das so geeignet ist, die Aufmerksamkeit der Fremden auf sich zu ziehen und überhaupt durch seine Schäße den Fremdenverkehr zu heben. Den hochherzigen Begründern der Sammlung sei an dieser Stelle auch der Dank für ihre Stiftung ausgesprochen, welche Gießen um eine weitere hervorragende Sehenswürdigkeit bereichert. 3) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. Stachdruck verboten. ,, Also so steht die Sache!" rief der ältere der beiden, der kaum imstande war, seinen Grimm länger zu vermeistern. ,, Na, da können wir also wieder gehen- aber, das sage ich dir, dein Fräulein Tochter wird dir noch genug zu schaffen machen! Sie könnte vielleicht noch einmal froh sein, einen Mann wie meinen Albert zu be= tommen, aber dann wird er nicht wollen! Denn der Ruf seiner künftigen Frau muß tadellos sein,- und man zischelt schon jetzt so allerlei über Fräulein Maja Er kam nicht weiter. Reinau war mit einem Saze dicht an der Seite des Sprechers und umspannte wie mit eisernen Klammern sein Handgelenk. Und was zischelt man?" schrie er aufgeregt, während auf seiner Stirn die Zornesader schwoll. ,, Heraus damit,= ich will es wissen, Ies!" = al= ,, Laß mich los, du tust mir ja weh!" rief der Angegriffene, während Albert seinem Vater beizuspringen fuchte. Rede!" donnerte Reinau mit wütender Stimme, so baß die beiden beinahe ängstlich wurden. - Es ist vielleicht nur ein leeres Geschwäß", versuchte Stolze einzulenken. Es wird so viel geklatscht, ich habe vorhin im Born gesprochen, laß mich, ich weiß nichts, vergiß, was ich sagte, Fräulein Maja fut gewiß nichts Unrechtes, und wir, na, wir werben uns doch nicht streiten wollen, sind ja alte Freunde!" Reinau hielt die Hand des Sprechers noch immer fest umspannt. Du verlässest mein Haus nicht, bis du alles gesagt hast. Also rede! Glaubst du, ich lasse mein Kind durch dich verdächtigen? Wenn du nichts weißt, dann-- Er vollendete den Saß nicht, aber Stolze mochte in ben haßfunkelnden Augen seines ,,, alten Freundes" nichts Butes lesen er fühlte, daß er ießt reden müsse und be ggun nur zögernd *)(* Gewerbeschule. Die vergangene Woche in der Gewerbeschule stattgefundene Ausstellung von Schülerarbeiten zeigte durch ihre zahlreichen künstlerischen Zeichnungen so recht, wie sehr die Gewerbeschule bestrebt ist, ihre Besucher mit wertvollen Kenntnissen für den späteren Beruf auszustatten und so mit dem nötigen Rüstzeug für den Kampf mit dem Leben zu versehen. Was die verschiedenen Werke hinsichtlich ihrer geradezu einzigartigen Klarheit und Feinheit boten, das hätte auch auf jeder anderen technischen Ausstellung das Auge des strengsten Beurteilers befriedigen können. ** Provinzialausschuß. Nächsten Samstag findet eine Situng des Provinzial Ausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Gelände in Gemartung Schwalheim zur Erweiterung des Bahnhofs Bad Nauheim; hier Besizeinweisung; 2. Klage des Ortsarmenverbandes Köln gegen die Ortskrankenkasse Butzbach wegen Unterstützung des B. Guttmann; 3. Errichtung einer Acetylen Lichtanlage zu GroßKarben; 4. Klage des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den Ortsarmenverband Friedberg wegen Unterstützung der Auguste Horn; 5. Gesuch des Johs. Flohr zu Alsfeld um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft; 6. Gesuch des Konrad Dechert zu Alsfeld um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft; 7. Enteignung von Gelände in Gemarkung Nieder- Eschbach für die Nebenbahn Heddernheim- Homburg v. d. H.; hier Ausspruch der Enteignung. *)(* Neuregelung des Schulgelde s. Mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern wird das Schulgeld für den Besuch der Gymnasien, Realgymnasien, Oberreal- und Realschulen( einschl. der Progymnasien) vom 1. April 1910 ab für die Klassen Oberprima bis einschl. Oberselunda auf 150 Mt. und für die übrigen Klassen auf 130 Mt. jährlich erhöht. Für die Schüler der Vorschulen der Augustinerſchule, Gymnasium und Realschule, zu Friedberg, des Realgymnasiums zu Darmstadt, des Realgymnasiums und der Oberrealschule zu Gießen, der Oberrealschulen zu Offenbach und Alsfeld, der Realschulen zu GroßUmstadt, Michelstadt, Alzey, Bingen und Oppenheim wird das Schulgeld vom 1. April 1910 ab auf 120 Mt. jährlich festgesetzt. Die Vorschriften über den Schulgeldzuschlag für nichthessische Schüler bleiben in Kraft. * Postlaufbahn. Bewerber für die mittlere Postlaufbahn, und zwar Post bezw. Telegraphengehilfen, deren Annahme seit etwa Jahresfrist nahezu ausgesetzt war, werden bestem Vernehmen nach vom 1. April ab während des Rechnungsjahres 1910 wieder in sämtlichen Oberpost direttionsbezirken angenommen. Doch ist die Zulassung nur eine stark beschränkte. Steuerstundung für Eisenbahner. Den in Hessen wohnenden preußischen Bediensteten der Eisenbahnverwaltung, die auf Grund der Abänderung des Doppelsteuergesetzes durch das Reichsgesetz vom 22. März 1910 nachträglich für das ganze Steuerjahr 1909 zu den hessischen Staatssteuern herangezogen werden, kann auf- ihren eigenen an das zuständige Gr. Finanzamt zu richtenden Antrag Stundung des Steuerbetrags in angemessenen Grenzen bewilligt werden. *)(* Krantenpflegerturse. Die von dem oberhessischen Verein für innere Mission abgehaltenen Kurse zur Ausbildung freiwilliger Helferinnen in der Landkrantenpflege haben nunmehr ihren Abschluß mit einer Prüfung gefunden, welche von dem Können der Teilnehmer das beste Zeugnis ablegte. Hoffentlich schwindet auch immer mehr das Mißtrauen, welches der neuen Einrichtung jett noch in der Provinz Oberhessen von manchen Seiten entgegengebracht wird. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Aus Oberhessen. Einen Obstbaumbestand von über 122 000 zählen die Gemeindeobſtanlagen in unserer Provinz, und in die Gemeindekassen fließt jährlich durchschnittlich die schöne Summe von 90 000 Mt. Der 10jährige Gesamterlös von 1900 bis 1910 beträgt 912 000 Mart. = r= Rodheim a. d. Bieber, 28. März. Dem Wunsche der Eltern unserer Konfirmanden gemäß fand auch hier die Konfirmation am zweiten Osterfeiertage anstatt des 2. Pfingsttages statt. Es waren diesmal insgesamt 67 Konfirmanden( 38 Knaben und 29 Mädchen) zum gemeinsamen Unterricht vereinigt. Dieselben verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Gemeinden: Bieber 16, Fellingshausen 12, Rodheim 26 und Veßberg 13 Konfirmanden. Der Konfirmationstermin für Fellingshausen ist auf den Sonntag nach Ostern festgelegt. * In Weiters hain bei Grünberg i. H. hat der Volkshumor schon oft manche heitere Stunde geschaffen. W. ist eine Gemeinde, die wohl etwas abseits liegt, aber eben darum ist, wie das so oft in Wald- und Gebirgs= dörfern der Fall, die Bevölkerung untereinander wie eine große Familie; die Vereine ersehen dort Theater, Musik und sonstige Unterhaltung. Kürzlich hatte der Gesangver,, Wenn du es durchaus wissen willit, meinetwegen! Man erzählt sich, daß deine Tochter nur deshalb so oft nach Neunsinden fährt, weil, nun weil sie dort nicht nur eine Freundin – sondern auch einen Freund beSibtAha", machte Reinau ,,, deshalb hattet ihr es wohl so eilig, um Maja zu werben, ihr wolltet euch den fetten Bissen nicht entgehen lassen, ihr dachtet, es könnte euch ein anderer zuvorkommen!" Du tust meinem Sohn sehr unrecht." versicherte Stolze gekränkt, er liebt deine Tochter wirklich." Ja, ja, ich weiß," nickte Reinau, aber nun erzähle weiter, du hast dich ja wahrscheinlich ganz genau erkundigt, was meine Maja in Neuntinden treibt!" Stolze versuchte noch immer einzulenken. Vielleicht ist es auch bloß Zufall, daß deine Tochter auf dem Wege öfters mit einem Manne zusammentraf, wie gesagt, ich weiß weiter nichts, du kennst ja so gut wie ich die Klatschbasen unserer Stadt!" Ich bitte, weiche mir nicht aus!" rief Reinau noch immer aufgeregt. Wer und was ist der Mann, von dem du sprachst, und wie kommt derselbe nach Neunlinden?" Es soll ein ehemaliger Offizier sein, der Schulden halber den Abschied nehmen mußte, doch du kannſt ſtolz sein! Wie man hört, ist der Mann aus altadeligem Geschlecht und deshalb auf Neunlinden hoch angesehen. Na, und wenn er Schulden hat, du kannst sie ja bezahlen! Was liegt dem reichen Reinau an ein paar Hunderttausenden, wenn er dafür einen adeligen Schwiegerjohn haben kann! Ein Bürgerlicher ist ihm und dem gnädigen Fräulein Tochter doch längst nicht mehr gut genug, wie ich ja nur zu deutlich gemerkt habe. Aber vielleicht bereut ihr es beide noch, einen Menschen wie meinen Albert zurückgewiesen zu haben." Er hatte sich wieder mehr und mehr in Zorn geredet und fuhr jeßt hastig fort: Einstweilen son jener Mann, der übrigens schon verheiratet war und auch ein Töchterchen besißt,- Schriftsteller geworden sein. Gelesen hat man freilich noch nichts von ihm. Er hat sich in der Nähe von Neunlinden ein feines, bescheidenes Häuschen gemietet; dort lebt er mis ein wieder Festlichkeit und dabei ist folgender mundartliche Prolog( oberhessischer Dialekt) auch gesprochen worden: Ai, goure Owed, all Ihr Leut', Gaß eaß merr wirklich groad e Freud, Doaß Ihr seid hau zou is gekomme Gan Dail ohn isemm Fest se nomme. Familieowed hu merr hau, Ean Weiretshaa caß doaß noch nau, Doch weil merr winn beim Fortschritt sei, Drimm moachte merr doaß ean die Reih'. Doch stellt's ach net so nowel fir, So varg viel eaß hau net d'emir, Doch korz ean gout Ihr wärrts schu seh, Wäis de se Owed her dout gih. Doch seid willkomm', doaß will ich mene, Ihr gruße Leu ean aach Ihr kleene, Ean doaß Ihr Weiwer aach seid doo, Doaß greift is ganz besonnersch ohn. Denn ach hu aich aut se verzehn, Drimm Achting, woaß aich will erweh'n. Die Weibsleu tinn bei iser Sache Viel Goures ean aach Schläichtes mache, Wann Ihr doaß Goure wellt met genäiße, Dann dairs uch doaß aach net verdräiße. Wenn mir doo ean die Seangstonn gih, Wann Ihr doo zäingtt, doaß eaß nait schih, Goar mancher ging bain Singverei Wann net sai Fraa deht goarjchtig sai. E Fraa, däi iwer so aut schöllt, Gehirt vor Räichtswäig ean die Höll, Seid frouh, wann Ihr so Männer gritt, Däi bei eamm Singverein sai mett, Denn wer net singt, hoat aach ten Mout Ean eaß aach net sei'm Weibche gout. & Singverein eaß off der Wäilt Der schinst Verein, der mir gefäillt; Denn off derr Wäilt, doo gebbt's nichts fast, Wu so e Läidche net bei paßt. Wann merr e sich so verlobt, Ean ean dmm Laib däiß Häirz so dobt, Ean der Singverein der dout doo seange, Doo möcht ehnem groad däiß Häirz verspreange. Gan leaßt er sich nooch kopuliern, Ean will schu halb den Mout verlieren. Ean hat schu Angst ean will schu gäirn, Wann's singt, doo douts eamm annerscht wäirn. Wann ihns Dirigent eamm Kräis dout stih Ean hebt den Tattstock can die Hih, Ean jeder dout sai Monndwäirt off, Doo gitt deaß Häirz ean jedem off. Mir finn e Läidche hübsch ean schih, Ohns Häirz dout doaß e jedem gih; Mai Schaberl is a lustig Ding, ei ja, Der Baß, der singt tra- la- la eaneann. Hrnooch, doo säilt Ihrsch emol hirn. Dann finn merr noch so e Läidche seange, Doaß dort e so wehmürig fleange: In einem fühlen Grunde, Da geht ein Mühlenrad; Mein Liebchen ist verschwunden, Das dort gewohnet hat. Wer deangkt doo net ohn ahle Schah, Dem he goar manchmal goab ean Schmat, Gan hott can nooch her doch net gritt, Wäis manchmool off derr Wäilt hai gitt. Is Läirer häi all off se zehn, Doaß dout ſich hau häi net rentirn, Aich hoff, doaß annerscht Ihr dout denke, Ean doaß Ihr naut mih ett dout zenke, Wann est au Mann zur Seangstonn will, Dann schweit Ihr emol bibsmäußche stell, Ean doaß Ihr dout net im uch baiße, Sost soll uch gleich doaß Mäusche baiße. Weitershain, im Februar 1910. Jean Schwöbel. * Lauterbach. Hier ist die Errichtung einer wan dernden Kreishaushaltungs- und Kochschule geplant. Die Sparkasse wird demnächst ein neues Kassengebäude erhalten. * Schotten. Die Wanderversammlung des Oberhessischen Bienenzüchtervereins findet am 17. und 18. Juli mit Ausstellung und Verlosung in der Schüßenhalle" statt. Geh. Rat Schönfeld hat den Ehrenvorsiz übernommen. * Wezlar. Die Ausarbeitung einer Denkschrift über die Ausgemeindung des Kreises Wetzlar aus der Rheinprovinz und dessen Angliederung an Hessen- Nassau wurde von den Stadtverordneten dem Staatsrechtslehrer Prof. Stier- Semlo zu Bonn übertragen. am * Wezlar. Die Wiederherstellungsarbeiten Glockenstuhl im Dom sind soweit gefördert, daß mit der Aufhängung der Glocken begonnen werden konnte. -v- Wela r, 28. März. Unsere Landw. Winter- schule schloß am Ostersamstag ihr 18. Schuljahr mit einer öffentlichen Prüfung. Außer den Herren des Ortskuratoriums wohnten der Schlußprüfung eine Anzahl Gönner und einer alten Wirtschafterin, schreibt Romane- und wartet auf bessere Zeiten. Da fannst du dir wohl denken, daß ihm eine Frau mit einem Milliönchen sehr willkommen wäre. Und mit dem verkehrt deine Tochter dort draußen. So, nun weißt du alles ich habe nichts mehr zu sagen!" Albert Stolze machte eine tiefe, linkische Verbeugung, während sein Vater hastig der Türe zu strebte. Reinau sah den beiden grimmig nach. Dann lachte er laut und zornig auf. Nun hab' ich euch erkannt," rief er, mit dem Fuße stampfend. ,, Elende Berechnung führte euch her! Mein Geld wolltet ihr haben, um damit euren höchft mangelhaften Finanzen aufzuhelfen! Diesem Menschen hätte ich meine Maja ohnehin nicht gegeben! Schöne Freundschaft das! Mich reut es fast, daß ich die beiden Heuchler nicht hinauswerfen ließ!" Unmutig schritt er auf dem weichen Teppich, der das Zimmer bedette hin und her. ,, Es ist alles Lüge und Verleumdung," murmelte er dann ,,, wie kann ich mich nur so aufregen wegen nichts! Maja ist ein Kind was weiß so ein kleines Mädchen von der Welt!- Indessen, wenn ihr se ein Windbeutel den Kopf verdrehte-" Wieder stampfte er mit dem Fuße auf. Herrgott, die Geschichte geht mir im Kopfe herum und läßt mich nicht zur Ruhe kommen!" Blößlich schien er zu einem Entschluß gekommen zu sein. Er klingelte so heftig, daß es durch das ganze Haus schallte. Rasch, sofort anspannen!" befahl er dem bestürzt herbeieifenden Diener. Ich will ausfahren, aber spu tet euch, den Kutscher brauche ich nicht!" Der Diener stürzte davon und in ganz kurzer Zeit war alles bereit. Die Dienerschaft steckte verwundert die Köpfe zusam men. So aufgeregt hatte man den sonst so ruhigen Herrn noch selten gesehen. ( Fortseßung folgt.) Freunde bei. D befucht, darunter Das nächste Se Aufnahme finde * Bubb Großen Linden dortiges Proje lände fehr bill meter erworben hof entstehen. * Darm es unter dem häuser, das niffe anstrebt. die anscheinend direkt mit einem droht. 3weds fand im Ministe in der für den ernftliche Störun * Main wurde Oberst fanterie- Regimer * Fran Bäckereiarbeiter meifter fie f bewilligen einstimmig der * Offen hier proklamiert Die Benut Eine zivilrechtli nicht übernomm A. W. E menden fleir anzumelden, un Zustandes des es ratsam, jedes fort festzustellen, legung infolge standen ist, seh Invali eines Invalide dauernder Erm war, ist vor A endgültigen En haft bescheinigt Medizin. und Chemis Gegründet 1883 Klein- und Gro Em Feinrich Schreiner Lollar, Rei Emp fübr Ba zu b über ihrem Dri 4) ' Inzwi bergnügt i ihrer Fahr Auf ein feinem ho blizenden Läden. E rings umg schon gelb des Berges Heinen Kir Bimmeln lichen Unb denden Ki Ruhe und in dem g brang da Terzengera Der brang hie passierte m an Friz m Komm fahrenen S fteigen, die nug gefeffer Die ju meinte Frib mus dem bals ihrer S Tauidend ite Beplaudere licher, hochg Madchen an Laumenden it folgender mundarili gesprochen worden: Beut, e Freud, getomme e nomme. och nau, Fortschritt sei, an die Reih'. el fix, emir, rts schu jeh, ih. ill ich mene, fleene, seid doo, ich ohn. Behn, will erweh'n. Sache ichtes mache, et verdräiße. ngstonn gib, It met genäiße, 3 eaß nait schih, gberei richtig jai. öllt, die Höll, änner gritt, i mett, ch fen Mout che gout. äilt gefäillt; ebbt's nichts fajt, Bt. irz so dobt, doo seange, 3 Häirz verspreange. fiern, + verlieren. schu gäirn, nm annerscht wäim. Präis dout stih ie Hib, irt off, n off. schih, gib; ei ja, aneann. Thirn. äidche jeange, ange: men, Le Schatz, ean Schmat, net gritt, äilt hai gitt. 1, rentirn, - dout dente, dout zenke, gstonn will, äußche stell, ch baiße, usche baiße. Jean Schwöbel ie Errichtung einer wa Kochschule geplant. neues Kassengebäude a versammlung des Obe am 17. und 18. Su Der„ Schüßenhalle" stat nvorsiz übernommen. tung einer Denkschrif ises Wetzlar aus de rung an Hessen- Nassa dem Staatsrechtslehre agen. erstellungsprbeiten am gefördert, daß mit de werden konnte. Insere Landw. Winter 18. Schuljahr mit einer erren des Ortsturatori ne Anzahl Gönner und Freunde bei. Die Anstalt wurde diesmal von 23 Schülern besucht, darunter 14 im ersten und 9 im zweiten Kursus. Das nächste Semester beginnt Freitag, den 4. November. Aufnahme finden junge Landwirte nicht unter 15 Jahren. * Butzbach. Eine Lokomotivenfabrik soll am Bahnhof entstehen. Die Firma Gebr. Freitag hatte bereits bei Großen Linden Gelände im Kauf gehabt, ließ aber ihr dortiges Projeft fallen, zumal die Stadt Butzbach das Gelände sehr billig abtrat. Die Firma hat 6000 Quadrat- meter erworben. * Darmstadt. Schon seit längerer Zeit gährt es unter dem Personal der hessischen Frren häuser, das eine Besserstellung seiner Gehaltsverhält nisse anstrebt. Die Folge war eine Anzahl Vorstellungen, die anscheinend ohne Erfolg geblieben sind, denn nun wird direkt mit einem Ausstand aller hessischen Frrenwärter gedroht. Zwecks Beratung der zu ergreifenden Maßnahmen fand im Ministerium des Innern eine Verhandlung statt, in der für den Augenblick durch beruhigende Erklärungen ernstliche Störungen beseitigt wurden. * Mainz. Zum Stadtkommandanten von Mainz wurde Oberst von Ruville, bisher Kommandeur des Infanterie- Regiments Nr. 95 in Gotha, ernannt. Romane und wartet dir wohl denken, daß nchen sehr willkomm Tochter dort drauße habe nichts mehr Je, lintische Verbeugun üre zu strebte. Rei Dann lachte er laut and rief er, mit dem Fuße führte euch her! Mein teuren höchft mangel em Menschen hätte ich ! Schöne Freundschaft * Frankfurt a. M. In zwei Versammlungen der Bäckereiarbeiter wurde die ablehnende Haltung der Bäckermeister sie wollen u. a. die 36stündige Ruhepause nicht bewilligen scharf fritisiert. Nach längerer Debatte wurde einstimmig der Streit beschlossen. * Offenbach. Der Bäckerstreit ist nun auch hier proklamiert worden. Oeffentlicher Sprechsaal. Die Benutzung ist für die Abonnenten kostenlog. Eine zivilrechtliche Haftung wird für die erteilten Auskünfte nicht übernommen. Arbeiterversicherung. K. W. Es empfiehlt sich auch die im Betrieb vorkommenden kleineren Unfälle bei der Berufsgenossenschaft anzumelden, um bei ev. eintretender Verschlimmerung des Zustandes des Verletzten Weiterungen vorzubeugen. Auch ist es ratsam, jedesmal etwaige Augenzeugen des Unfalles so= fort festzustellen, da sonst später der Beweis, daß die Verlegung infolge eines im Betriebe erlittenen Unfalles entStanden ist, sehr schwer zu erbringen ist. Invalidenrente. Die Wiederholung eines Invalidenrentenantrages, welcher wegen des Fehlens dauernder Erwerbsunfähigkeit endgültig abgelehnt worden war, ist vor Ablauf eines Jahres seit der Zustellung der endgültigen Entscheidung nur dann zulässig, wenn glaubhaft bescheinigt wird, daß inzwischen Umstände eingetreten Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation. beiden Heuchler nicht ichen Teppich, der da amdung," murmelte a aufregen wegen nicht! o ein kleines Mädchen ihr se ein Windbeutel Füße auf. ir im Kopfe herum und Entschluß gekommen ß es durch das ganze aber f befahl er dem bestüc ausfahren, nicht!" d in ganz kurzer nbert die Köpfe zufam sonst so ruhigen berri gt.) Otto Schaaf, Schaaf, Gießen, Gegründet 1883. Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen. 0 sind, die das Vorhandensein der dauernden Erwerbsun fähigkeit ergeben. Sofern eine solche Bescheinigung nicht beigebracht wird, wird der Antrag durch die untere Verwaltungsbehörde zurückgewiesen werden. Berufung ist gegen einen derartigen Bescheid, nicht zulässig. C. B. Die Auszahlung der Renten erfolgt auf Anweisung des Vorstandes der Versicherungsanstalt durch die dortige Postanstalt. Unfall. Die Berufsgenossenschaft tritt mit ihren Leistungen mit dem Beginne der 14. Woche nach Eintritt des Unfalles( der Unfalltag wird nicht mitgerechnet) ein. Dienstvertrag. Kündigung. Wenn Sie mit ihrem Gesellen nichts anderes vereinbart haben, gelten 14 Tage als gesetzliche Kündigungsfrist. Andere Vereinbarungen müssen für beide Teile gleich sein, sonst sind dieselben nichtig. Vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit und ohne Kündigung fönnen Gesellen entlassen werden oder können diese die Arbeit verlassen, wenn die in den§§ 123, 124 und 124a der Gewerbeordnung angeführten Fälle vorliegen. Rechtsfragen. Mieter. 1. Räumen Sie die Wohnung nach Beendigung des Mietverhältnisses( 1. April 1910) nicht, so fann der Hauseigentümer nach§ 557 des Bürgerl. Gesetzbuches für die Dauer der Vorenthaltung als Entschädigung den vereinbarten Mietzins verlangen. Die Geltendmachung eines weiteren Schadens ist ebenfalls zulässig. 2. Dem Vermieter der Wohnung steht für seine For derungen aus dem Mietverhältnis ein Pfandrecht an Ihren eingebrachten Sachen zu. Für fünftige Entschädigungsforderungen und für den Mietzins für eine spätere Zeit als das laufende und das folgende Mietjahr kann das Pfandrecht nicht geltend gemacht werden. Es erstreckt sich nicht auf die der Pfändung nicht unterworfenen Sachen.(§ 559 B. G. B.) Verschiedenes. Gewerbetreibender. Die sehr umfangreichen gesetzlichen Bestimmungen über die freien und Zwangsinnungen finden Sie in der Gewerbeordnung(§§ 81-100u). Stammtisch. Auch das Gewerbegericht kann zur Verhütung oder zur Beilegung von Ausständen, Streiks 2c. angerufen werden. Junger Meister. Wir empfehlen Ihnen den Wechsel nur dann zu akzeptieren, wenn Sie sicher sind, daß Sie die Wechselsumme am 1. Juli 1. Js. zahlen können. Das Neueste vom Tag. * Budapest, 28. März. Gestern fand hier ein Protestmeeting der hiesigen Bürgerschaft gegen die Juſth= Partei statt, deren Mitglieder die Grafen Khuen und SeBacke mit Reeses Backwunder renyi in der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses insultierten. An der Kundgebung nahmen die angesehensten Kor porationen teil, die in einer Resulution ihrer Entrüstung über den meuchlerischen Angriff und der Hoffnung Ausdruc gaben, es werde der Regierung gelingen, die Ordnung wieder herzustellen und das allgemeine gleiche Wahlrecht zu verwirklichen. Eine große Menschenmenge zog dann zum Klub der Regierungspartei, wo sie dem Grafen KhuenHedervary Ovationen darbrachte. Graf Khuen gab die Versicherung, er werde alles daran setzen, die Verfassung und die Rechte des Landes zu schüßen. * Budapest, 28. März. In der Nacht vom Ostersonntag zum Ostermontag war die Gemeinde Dekoerito des Szatmarer Komitats der Schauplatz einer furchtbaren Katastrophe, wie sie grausiger taum erdacht werden kann. In einer Holzscheune war für Sonntagnacht eine Tanzunter= haltung veranstaltet worden. Gegen Mätternacht, die Unterhaltung war gerade im besten Gange, wurde ein zur Verzierung dienender Reisigzweig von einem sich loslösenden Lampion in Brand gesetzt. Im Verlaufe von wenigen Minuten stand die ganze Scheune in hellen Flammen, die überreiche Nahrung fanden. Nach einer amtlichen Meldung ist die bisher festgestellte Zahl der verbrannten Personen 290. * Rom, 28. März. Zu Ehren des in Rom weilenden Reichskanzlers gab gestern der preußische Gesandte beim Vatikan vt Muehlberg ein Bankett, das nach jeder Richtung hin glänzend verlief. Bei dem sich anschließenden Empfange in der deutschen Botschaft wurde besonders bemerkt, daß außer den alten Ministern Sonnino, Tittoni und Guicciardini auch der designierte Ministerpräsident Luzzatti sowie Giolitti erschienen waren, was als Beweis aufgefaßt wird, daß trop der Ministerkrisis die Kontinuität der italienischen Politik gegenüber dem Dreibund befundet werden sollte. Am Nachmittage desselben Tages reiste der Reichsfanzler ab. Zur Verabschiedung waren außer allen deutschen Diplomaten Sonnino und Guicciardini sowie der Palastprbfekt Gianotti erschienen. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Felsenfesr steht es, dass Perdynamin das idealste Nähr- und Krait gungsmittel 1ür Blutarme u. Bleichsüchtige ist. Originalflasche M. 2.50. In den Apotheken erhältlich Empfehlenswerte Firmen auf dem Lande. 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Malerisch verstreut lagen am Fuße des Berges drie sauberen Häuser des Dorfes mit ihrer fleinen Kirche. Das Ganze gewährte einen hübschen, freundlichen Anblick und schon von weitem vernahm man das Bimmeln der Glocken und Glöckchen, welches von den weidenden Kühen und Ziegen ausging. Sonst herrschte tiefe Ruhe und Stille ringsum. Nur der Wind raschelte leise in dem gelben Laub der Bäume und von ganz ferne her drang das Bellen mehrerer Hunde. Bläulicher Rauch drang hie und da aus einem der Schorsteine und stieg ferzengerade in die Höhe. Der Weg wand sich jest ziemlich steil empor, schon passierte man die ersten Häuser des Dorfes, als Maja sich an Friz wandte: Komm, Alter," sagte sie munter, wir wollen aussteigen, die Tiere plagen sich auf der schlechten, ausge fahrenen Straße doch zu sehr. Ich bin ohnehin lang genug gesessen." Die jungen Pferde machen es aber mit Leichtigkeit" meinte Friß, folgte aber doch seiner Herrin, die bereits aus dem Wagen gesprungen war und nun liebkosend den Hals ihrer Lieblinge flopfte. Bei einer Biegung blieb fie lauschend stehen, denn man vernahm in nächter Nähe das Geplauder eines Kindes. Gleich darauf trat ein stattlicher, hochgewachsener Herr, der ein etwa vierjähriges Mädchen an der Hand führte, aus dem die Straße ein fäumenden Gesträuch. Die Kleine machte sich ungeſtüm müse- u. Blumensamen in lang anerkannter billiger Qualität. Preisverzeichniss auf Wunsch frei. Otto Müller Lollar. Samenhandlung Lollar. Wilhelm Lehmann Georg Sommer Grünberg i. H. Marktplatz 4. Marktplatz 4. Herren und Knabenkonfektion Arbeiterkleider, Wäsche, Hüte und Mützen. - Schneider, Staufenberg, Lollarerstr. Lollarerfte. empfiehlt sich zum Anfertigen nach Maß. Lager in Arbeitskleiders, Hüten, J. Rosenthal Buchbinderei Lollar Hauptstrasse 94. 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Ach lassen Sie Lilly doch," wehrte Maja, deren Gesicht eine helle Röte färbte, jedenfalls hervorgerufen durch die ungewohnte Anstrengung. Jeßt erst erblickte das lebhafte Kind die hinterher trottenden Pferde mit dem Wagen. ,, D, sieh nur Papa, was Tante Maja für eine wunderschöne Kutsche hat!" rief es mit leuchtenden Augen. Ach und die hübschen Pferde! Lilly will auch solche Kutsche und solche Pferde und solche Peitsche! Lilly will auch fahren, Papa, du mußt mir das alles kaufen, hörst du?" Ueber das Gesicht des Angeredeten flog ein finsterer Schatten und in seine Stirn grub sich eine tiefe Falte. Während er bitter auflachend das Kind ziemlich unsanft hin und her schüttelte, kam es wie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor: Das ist nichts für uns, das gehört für die Reichen! Dein Vater aber ist ein armer Teufel! Das begreifst du nicht, nun fich denke, du wirst es bald genug verstehen lernen!" Lilly schaute erschrocken und scheu zu dem Erzürnten auf, dessen Augen so finster dreinsahen, daß das Kind die Lippen verzog und in bitterliches Weinen ausbrach. Maja legte liebkosend ihre Hand auf das Köpfchen der einen und sagte begütigend: Aber Herr von Brandt, was versteht denn Kind von solchen Sachen! Es weiß doch nichts ein m und reich! Wie können Sie das süße Geschöpfchen nur so böse anfahren!" Man muß es ihr frühe zum Bewußtsein bringen, daß sie nichs zu hoffen hat im Leben. Ein armes Mädchen muß bescheiden sein in seinen Wünschen. Ich will ihr das klar machen, ehe es zu spät ist, sonst stellt sie Anforderungen wie ihre- Er hielt plößlich inne, als hätte er schon zuviel gesagt. Maja schien diesen Ton bereits zu kennen; sie entgegnete nichts. Dann hob sie Lilly mit einer raschen Be wegung auf und setzte sie in den Wagen. Die Kleine lachte schon wieder und flatschte in die Hände, während noch die Tränen über ihre runden Bäckchen liefen. Mit finsterer gerunzelter Stirn schaute Herr v. Brandt diesem Beginnen zu. Schweigend schritt er neben seiner jungen Begleiterin her, die Lillys Händchen festhaltend, nur mit einem leichten Schnalzen der Zunge die Pferdchen antrieb, während sich der alte Friß in ehrerbietiger Entfernung hielt. Herr v. Bradi hatte den Hut abgenomm. Er trocknete sich die Stirn mit einem feidenen Tuche; setn Gescht wollte sich nicht aufhellen, nur von Zeit zu Bett flog ein rascher Blick über das liebliche Antlig Majas, die ihre ganze Aufmerksamkeit dem Kinde zuwandte. Ich bin ein schlechter Gesellschafter," begann er endlich,., der Ihnen die Güte und Liebe, die Sie seinem Kinde entgegenbringen, wenig dankt. Aber es gibt Stunden, wo man das Leben nur als eine Qual betrachtet, Stunden, wo man sein verfehltes Dasein von sich werfen möchte! Wäre das Kind nicht, wer weiß, was dann geschähe, ich hätte vielleicht längst ein Ende gemacht Gott verzeihe mir die sündigen Gedanken!" Den legten Sah hatte er nur gemurmelt, aber Maja hatte ihn doch verstanden. Um Gotteswillen" brach sie erschroden aus und in ihren Augen lag so viel ehrliche Angst, daß der Mann an ihrer Seite unwillkürlich einen Augenblick stehen blieb und fie halb ungläubig anstarrte. ( Fortseßung folgt.) 1858-1908 Braubach& Fischer Färberei u. chemische Waschanstalt Gegründet 1848 Grösster Betrieb dieser Branche in Hessen :-: Seit über 30 Jahren am hiesigen Platze:-: Unübertroffene Leistungen bei raschester und billigster Bedienung Neuenweg 4 Teleton 553 Hiermit zur gefälligen Kenntnis, daß wir jetzt auch Seltersweg 79 a Telefon 627 Reicher Kindersegen ist elektrische Lichtbäder der Ruin vieler Familien verabreichen. Zur Anwendung fommen Blaulicht, Voll- u. Teilbäder, sowie Bestrahlungen einzelner Körperstellen. Teilbäder können auch auser dem Hause verabreicht werden. L. Kratz u. Frau. Telephon 354. 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