Steingoed Rat 1910 T: stellung Der Stap gto. 116. ball bon Rid hr at 191 ment! Novita Rapelle bel Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Donnerstags und Samstags. 1 - Erscheint Dienstags, Zwei Errabeilagen: - „ Humoristische Blätter" und die„ Nene Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 75. Erstes Platt. Befanntmachung. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 28. Mai 1910 ( Gickener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pig.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Plagvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Samstag, den 28. Mai 1910, nachmittags 5 Uhr, jer Bilhelm wird an Ort und Stelle die einmalige Grasnuzung bom städt. Obstbaumstück in 4 Abteilungen versteigert. Gießen, den 26. Mai 1910. Male Fran on Leo 8 Balle brik Wilhelm sage US 9. igen er bis gen. ut 53, ttlungen, Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung Die städt. Eithr werts wage in der Frankfurterstraße ist von Montag, 30. d. Mts. an bis auf weiteres wegen Neueichung außer Betrieb. Gießen, den 27. Mai 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. Mecum. Bekanntmachung Der Bebauungsplan für die Stephan smart ist festgestellt und dazu die nachfolgende Ortsbausatzung lassen worden. er= Der Bebaumgsplan kann auf dem städt. Tiefbauamt von Jedermann eingesehen werden. Gießen, den 23. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Ortsbausatzung. Auf Grund der Artikel 2, 37 und 59 des Gesetzes, die allgemeine Bauordnung betreffend, vom 30. April 1881 und ber§§ 3-5, 7, 9 und 78 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung betreffend, wird auf Beschluß der Stadtverordneten- Veran, je nad sammlung vom 15. Oftober 1908, nach Anhörung des Oberbürgermeisters und Begutachtung durch den Kreisausschuß mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 2. Juli 1909 zu Nr. 9660 M. d. J. zu dem Bebauimgsplan für die Stephansmart folgende Ortsbausatzung erlassen: hafte And es Institute. amter. Ba 699. lle. eitungen Jackets stricken t! aktisch n und enfeld gen n bei Ve Fee Auf den Grundstücken zwischen der Straße A- B- C und der Eisenbahn dürfen Hintergebäude mit keinem Teil mehr als 18 Meter von der Straßenfurchtlinie entfernt sein. Gießen, den 23. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend mit im Impflokale 50) Mittwoch, den 1. Juni, - Schulgebäude, Neustadt 61Die Freundinnen. Originalroman von Irene b. Gellmuth. ( Nachdruck verboten.) In einer kleinen, balb verfteckten Seitenloge saß Baron v. Albersdorf mit feinen Damen. Nur ungern hatte Sylvias Vater es zugegeben, daß seine Tochter die Vorstellung besuchte, zumal da sie bei threr Freundin übernachten und erst am anderen Morgen nach Hause zurückkehren wollte. Baron v. Albersdorf beabsichtigte auf Zureden seiner Gattin ebenfalls in der Stadt zu bleiben. Jetzt faß er bequem kaffee. aurüidgelehnt in feinem Seffel und ließ das Auge gleichgiltig über die lachende, schwabende Menge hingleiten. Von Zeit au Reit blidte er fast ängstlich auf seine neben ihm sitzende Gattin, die ihm heute besonders aufgeregt und unruhig erschien. Er war in großer Besorgnis um fie. Sollte ihr Leiden sich gefteigert haben? 50 .25 Gebraud ribaltreifen. à 10 Big. 52 So., Fli " Wir hätten doch nicht hierher gehen sollen", flüsterte er, Du scheinst gar nicht wohl zu sein." Set ohne Sorge, mein Lieber" gab sie leise zurück ,,, ich fühle mich ganz gefund." Er wandte sich nach Otti um; die knabberte seelenruhig an ihren Pralinees und ließ sich von ihrem Nachbar zur Linken, Herrn Hugo v. Trostberg, den Hof machen. Manchn eingericht mal ficherte fie auch leise, wenn jener eine besonders witzige Bemerkung machte. Das Fräulein Tochter schien die Unruhe der Mutter nicht wahrzunehmen. Endlich ertönte das Klingelzeichen und das Orchester feste ein. Die Baronin drückte ihre Hand auf das klopfende Berz. Sie rüdte hin und her, ihr war so bang. " Bird der Plan gelingen? Wird der tief beleidigte Bater verzethen? Oder wird er auch mir zürnen, daß ich hn durch eine List hierhergeschleppt?" So fragte sie sich Immerfort. Dach ihr Gatte Bom ersten Att fab fte fast gar nichts. Doch ihr Gatte folgte aufmerksam dem Gang der Vorstellung. Als aber im 2. Att die feterliche Stimme Hermanns durch den weiten aum fchallte und er schon bei fetnem ersten Auftritt die brer gefangen nahm, da spannten sich die Züge des Vaters, feine Brust bob und senkte sich in rafchen Atemzügen, die Cagen hafteten unverwandt an der herrlichen Gestalt des für die nächsten 5-6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5-6 Uhr, abgehalten werden. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die rückständigen aus früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in demselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht be= nußen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlusse auf seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landes impfinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, 25. Mai 1910. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung, Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten wird die Nordanlage zwischen Neustadtertor und Steinstraße von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerks- und Radfahrvertehr gesperrt. Gießen, den 24. Mai 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Gebhardt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Hohleichweg vom Schlachthof bis zum Untermühlwehr von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerks- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 24. Mai 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Sängers. Die Baronin wußte es: Der Vater hatte den Sohn erfaunt. sobald er die Bühne betreten hatte. Was ist das?" flüsterte ec erregt, das ist ja Hermann! O, nun begreife ich alles! Ihr habt mich überrumpelt!" Die Baronin forschte ängstlich in den Zügen des Gatten, als sie aber bemerkte, daß die Falte auf seiner Stirn mehr und mehr schwand, atmete sie erleichtert auf. " Ja, Hermann", entgegenete fie leise, und nicht wahr, Du läßte den alten Streit jetzt begraben und vergessen fein?" Sie faßte seine Hand und drückte sie Ieife. „ Wir haben doch nur den Einzigen- Der Baron machte eine abwehrende Handbewegung; di Gattin wußte es aber doch: der Plan würde gelingen. 21. Jahrg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Gleise- Neubau- und Pflaster= ungsarbeiten wird die Liebigstraße am Bahnübergang der Oberhessischen Eisenbahn vom 30. Mai bis 4. Juni 1. J. für jeglichen Fuhrwerts- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 26. Mai 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Pflasterarbeiten für die Herstellung eines befestigten Fußwegstreifens in der Nordanlage von der Wetsteinbis zur Schottstraße sollen Mittwoch, den 1. Juni ds. Js., vormittag& 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 25. Mai 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Heugras- Versteigerung. Donnerstag, den 2. Juni 1910, nahm. 4 Uhr soll das Heugras von den Wiesen auf der Baustelle des Großh. Amtsgerichts Gießen meistbietend losweise verfteigert werden. Wiesen hinter der Arresthausmauer 208 1 - ca. 2330 qm 2= " M 3= 1560 1586 " " " f " Die Zusammenkunft ist neben dem Arresthausgebäude auf dem Wege nach dem Philosophenwald. Steßen, am 26. Mat 1910. Neubaubureau für den Amtsgerichtsnenbau in Gicken. Landmann. Bergebung von Weißbinderarbeiten. Die Herstellung des äußeren Verpuzes und Anstrichs am Verwaltungsgebäude des städt. Gas- und Wasserwerts soll Dienstag, den 31. Mai ds. Is., bormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 26. Mai 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. „ Verzeihe Willibald", bat die Gatti wärst Du je doch nicht mitgegangen" 3: ciwillig Ste fab, wie es arbeitete in feinen Rügen, wie der Jange genährte Widerstand sich nochmals aufbäumen wollte; cs foftete ihm einige leberwindung, aber schließlich gab er nach. Die Baronin war überglücklich. Schweigend wurde die Fahrt nach der Wohnung Hermanns zurüdgelegt. Jedes var mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, nicht einmal die übermütige Baroneffe fand etwas zu lachen. Der alte Franz wußte sich kaum zu faffen vor Verwunderung. Er wollte es gar nicht glauben, daß der Herr Baron wirklich gekommen war und fraute sich in der Vervirrung den struppigen Kopf. Und als Hermann endlich erschien, da blieb er erst Sie fühlte es mit glücklichem Herzen; die Macht des Geögernd auf der Schwelle stehen. Doch dann eilte er auf sanges hat den Vater endlich bezwungen, er wird verzether. Er saß weit vorgebeugt und lauschte, nur von Zeit zu Zeit warf er eine taschen Blick auf seine Gattin, die in tieffter Bewegung dafaß. " Daß ich auch gar nichts merkte von Eurem Vorhaben", murmelte er, o, Weiber, ihr seid schlau!" Während der Pause sprach er fast nichts. Als aber am Schluß der Vorstellung ein wahrer Sturm losbrach und die Menge dem Sänger zujubelte, als der Vorhang sich wohl ein Dußend Mal hob,- da sagte der Baron mit ttefem Aufatmen: „ Es war sehr schön! Der Junge leistet auch hier etwas Grokes." Die Gattir nidte ihm mit glüdlichem Lächeln zu und bat mit Tränen in den Augen: Willibald,- ich bitte Dich, fomm mit!" " Wohin?" fragte er argwöhnisch, indem ihm eine tiefe Röte in die Wangen stieg. 3u ihm, zu unserem Jungen! Bitte, bitte! Sermann wäre überglücklich, könntest Du ihm verzeihen!" Er erwiderte nichts, sondern sah gedankenvoll vor sich hin. Die Baronin ließ nicht nach mit Bitten, endlich murmelte er: „ Sei's drum! Es wird mir ja doch nichts helfen, mich länger zu fträuben! Das war schlau eingefädelt! Aber dte Sorge um Dich,- dte hättet Ihr mir sparen können!" - 11 den Vater zu mit den erregt hervorgestoßenen Worten: Vater, mein Vater, ich danke Dir, daß Du gekommen bist! Du ahnst nicht, wie glücklich Du mich machst! Und nicht wahr. Du verzeihst mir?" Der Baron stredte ihm die Hand entgegen. Mein Sohn, mein Junge!" Seine Stimme klang bewegt. als er fortfuhr:„ Du hast mich bezwungen, Hermann! Während ich Deinem Gesange lauschte, drängte sich mir die Ueberzeuguno auf, daß Du recht gewählt haft. Und ich sage Dir jetzt: Bleibe, was Du kift. Du hast die vielen Menschen heute erfreut durch Deine Kunst, haft ihnen einen hohen Genuß bereitet. So solls auch ferner fein!" Bravo!" jubelte Otti. und klatschte in die Hände Weißt Du Papa, wer zuerst auf die Idee kam, Dich mit List in das Theater zu loden? Das war ich! Hermann hat es mir allein zu danken, daß Du Dich mit ihm ausgeföhnt hast!" „ Schlau, schlau, für so schlan hätte ich Dich gar nicht ge= halten." spöttelte der Baron.„ Aber nun sage mir einmal, wo hast Du denn den Herrn fennen gelernt, der Dir heute so eifrig den Hof machte? He? Ich war sehr überrascht, schon jahrelang mit Dir bekannt. Dabei ist diese Range erst als er fich mir so plöblich vorstellte und tat, als wäre er ein paar Tage hier." ( Fortseßung folgt.) Stephanstraße überzeugt, so daß derselbe die einstimmige Genehmigung der Versammlung fand." Sikung der Stadtvero.dneten Gichens. Stephanstraße überzeugt, so daß derselbe die einstimmige Gießen, 26. Mai 1910. Die diesmalige Tagesordnung umfaßte im ganzen 23 Punkte, von denen aber nur die den Neubau der Realschule und das Wappen der Stadt Gießen betreffenden Punkte eine größere Aussprache entfesselten. Schon nach 2 Stun den erreichte die öffentliche Sibung ihr Ende, in welcher u. a. bei den Punkten 8 und 9 D.-B. Mecum die erfreu= liche Mitteilung von bei den Straßenpflasterungen erzielten Ersparnissen machen konnte, welche nicht weniger als 17 000 Mt. betrugen. Punit 1 waren Mitteilungen. Der städtische Beamte Buchwald 1. hatte ein Schreiben an die Stadt gerichtet, in dem er derselben seinen Dank für die gewährte Gehaltszulage ausdrückte. Buchdruckereibesitzer Albin Klein hat der Stadt die Mitteilung gemacht, daß die " Gießener Neuesten Nachrichten" seit dem 1. Februar den Namen„ Gießener Zeitung" führen. Die Punkte 2-4 betrafen Baugesuche. Das Gesuch des Hermann Hofmann um Genehmigung eines Neubaues bei der Veterinärklinik hatte seinerzeit nicht die Zustimmung der Versammlung gefunden, weil das neue Gebäude nur 1 Stockwerf erhalten sollte. Nach dem von dem genannten Bauherrn nunmehr aufgestellten neuen Plan erhält jedoch der Neubau das Aussehen eines 2stöckigen Gebäudes, das in dieser Gestalt die Genehmigung der Stadtverordneten fand. Bei dem Baugesuch Albert Rahnefeld für Schanzenstraße 2 handelte es sich um eine geplante Ueberbauung einer Durchfahrt. In diesem Ueberbau will der Besitzer eine Küche einrichten, für welche eine Befreiung von den auf die Durchfahrten bezüglichen Bestimm ungen der Bauordnung notwendig war. Die Versamm= lung erklärte sich mit dem Dispens einverstanden. Das Baugesuch Ferdinand Aff für die Licherstraße fiel aus. Punkt 5: Neubau der Oberrealschule. der 6. Punkt: Der in dem Forsthaus Hochwart wohnende Förster Arst hat an die Stadt ein Schreiben gerichtet, das um die Einrichtung einer Waschküche in dem Gebäude nachsucht und zur Begründung anführt, daß der in der Kochküche vorhandene Waschkessel die in dem Raum arbeitenden Personen zu sehr einenge. Die Kommission tonnte jedoch bei der zu diesem Zweck vorgenommenen Besichtig= ung des Forsthauses diesen Grund nicht als stichhaltig anerfennen. Die Versammlung schloß sich der Meinung des Ausschusses an. Puntt 7: Errichtung von Bedürfnishäuschen betreffend, fiel aus. Punkte 8-9 befaßten sich mit der Befestigung von Straßen. Bekanntlich hatte die Stadtverwaltung auf Beschluß der Stadtverordneten für die Neupflasterung von Straßen eine Summe von 240 000 Mt. ausgeworfen. Die Vergebung der Arbeiten ergab gegenüber der vorgesehenen Summe eine Ersparnis von über 17 000 mt., die nun zur Pflasterung von verschiedenen ebenfalls in ungenügendem Zustand befindlichen Straßen verwandt werden soll. Nach dem Vorschlag der Stadtverwaltung sind die Wollen, Löwen, Brand-, Wetzstein- und Schloßgässe für E2 diese Neupflasterung mit Vulkanolpflaster vorgesehen. werden hierfür 20 000 Mt., einschließlich der gemachten Ersparnisse, bewilligt. Bunft 10 betraf: Fortsetzung des Fußwe= ges am Rampenabschlußbau. Die hierfür notwendigen Kosten betragen 450 Mt., welche die Stadtverordneten einstimmig bewilligten. Punft 11: Die Alicestraße erhält an der Wieseckseite eine Anlage, die gleich dem jenseits der Frankfurterstraße an dem Flüßchen befindlichen Straßenzug in Baumpflanzungen bestehen wird. Die Ausgaben sind hierfür schon vor einiger Zeit von der Versammlung genehmigt worden. Zu dieser Angelegenheit gab O.-B. Mecum den Stadtverordneten einen geschichtlichen Rückblick über die zu diesem Zweck bereits eingeleiteten Vorverhandlungen; er führte folgendes aus: Es war früher die Absicht der Stadt gewesen, im Anschluß an das bestehende Gebäude der Schule einen Neubau zu errichten. Während des Entwerfens der Pläne wuchs jedoch die Schülerzahl ganz bedeutend, ein Umstand, der die Stadt veranlaßte, die Errichtung eines Neubaues auf dem Grundstück der Aktienbrauerei in Wilhelmstraße in Erwägung zu ziehen, da der Anbau an das alte Schulgebäude zur Aufnahme der Schüler nicht ge= nügt haben würde. Dieser Neubau in der Wilhelmstraße sollte etwa 600 000 Mt. tosten. Gleichzeitig wurde in Aussicht genommen, die Anstalt in das alte Klinits gebäude zu verlegen, was nach dem Voranschlag nur eine Ausgabe von 470 000 Mt. verursachen sollte. Die genauere Kostenberechnung ergab jedoch eine notwendige Ausgabe von 610 000 Mt., welche die Stadt selbstverständlich zu der Aufgabe dieses Planes veranlaßte. Deshalb wurde in anbetracht der bequemeren Lage beabsichtigt, nunmehr auf dem Hinterland der Oberrealschule an der Stephanstraße einen Neubau zu errichten, da dessen Kosten wesentlich geringer als die Ausgaben für ein neues Gebäude auf der Wil= helmstraße sein werden. Sie belaufen sich für die Stephanstraße nur auf 500 000 Mt. gegenüber dem Kostenanschlag für die Wilhelmstraße, welcher mit einer Ausgabe von Mt. 600 000 rechnete. Auch das Lehrerkollegium hat sich einstimmig für einen Neubau an der Stephanstraße ausgesprochen. Das Gebäude in der Ludwigstraße wird später nur das Realgymnasium mit der Vorschule enthalten, während der Neubau zur Aufnahme der Oberrealschule dienen soll. Jedenfalls ist der Plan, an der Stephanstraße einen Neubau zu errichten, die beste Lösung der sich von Jahr zu Jahr immer schwieriger gestaltenden Angelegenheit. Stadtverordneter Wimmen auer: Ich bin der Meinung, daß es sich wohl mehr empfehlen würde, an der Liebigstraße einen Neubau zu errichten, da die freiere Lage der Schule jederzeit eine Ausdehnung gestattet. O.-B. Me cum: Für den Platz an der Wilhelmstraße sind bereits Volksschulen vorgesehen, auch würde die Stadt für das Ge lände an der Stephanstraße, teine andere Verwendung fin Die Herrichtung der alten Klinik den. Stadtv. Gerrealschule hatte seinerzeit infolge zur Ausnahme Punkt 12: Aus dem städt. Wiesen- und Gartengelände wird alljährlich Grassamen gewonnen. Für die diesmalige Samenernte sind 25 Mt. geboten worden. Der Ausschuß befürwortete den Verkauf im Hinblick darauf, daß eine Versteigerung nicht diese Summe ergeben würde. Der Verkauf wurde genehmigt. Für den Schlachthof- Neubau ist ein Aufzug und ein Laufkrahn erforderlich, deren Kosten 1600 Mt. betragen. Der Männerturnverein hatte anläßlich seiner Jubiläumsfeier ouf dem Trieb bei der Stadtver= waltung um Legung eines elektrischen Kabels nach dem Festplatz nachgesucht. Da außerdem Restaurateur Tertor sich zu der Abnahme von elektrischem Licht in seiner Wirtschaft auf der Liebigshöhe bereit erklärte, befürwortete der Ausschuß das Gesuch. Die Stadtverordneten beschlossen in dem Sinne der Kommission. der hohen Kosten nicht meine Zustimmung gefunden. Auch der Plan eines Neubaues auf der Wilhelmstraße fann mir nicht zusagen, da der hier notwendige Grunderwerb große Kosten verursachen würde. Es kann darum meiner Ansicht nach nur ein Neubau an der Stephanstraße in betracht komStadtv. Ei chenauer: Die nachbarliche Lage des Gebäudes gestattet namentlich beiden Schulen die ge= meinsame Benüßung der wissenschaftlichen Sammlungen. Die Stadtberordneten Petri, Jann und Wallen= fe Is sprechen ebenfalls für die Stephanstraße. Alle diese Gründe hatten im Verlauf der Aussprache auch die Gegner des Planes von dem Vorteil eines Neubaues an men. A 51) Die Freundinnen. der habe er sich nach eingeholter Zustimmung der Stadtver waltung seit etwa 2 Jahren mit den Arbeiten für ein neue Wappen beschäftigt. Er sei hierbei zu dem Schluß getommen, daß das gegenwärtige Wappen von Gießen der ge schichtlichen Berechtigung entbehre. Denn zweifellos stamme das letztere von einem Maler, der in Ermaugelung eines Wappens der Stadt Gießen aus dem hessischen Löwen un der Mauertrone nebst dem Zeichen" G" das gegenwärtige Wappen zusammengesetzt habe, um damit im Verein mit anderen Wappen den Saal eines hessischen Schlosses 34 schmücken. Gießen sei aber eine Gründung der Pfalzgrafer von Tübingen, deren roter Fahnenwimpel sich dementsprech end auch in dem neuen Wappen befinden müsse. pfehle sich ferner für das Wappen ein altes Reitersiegel und darüber den alten hessischen Helm mit silbernen Hörnern anzubringen. Auch die Städte Marburg und Grünberg fübren ein ähnliches Wappen. Stadtv. Tro ß: Das neue Wappen könnte mir auch besser als das alte gefallen. Ih vermag jedoch nicht die von dem Herrn Stadtv. E bel vorgesehene Anbringung eines gehörnten Helmes über dem Wappenschild für besonders schän zu halten, sondern ich möchte vielmehr an dieser Stelle die Städtekrone sehen, welche das Wappen nach oben harmonisch abschließen würde. Puntt 13: Für die Sandgrube am Rödger Weg ist seither eine Pacht von 400,33 Mt. gezahlt worden. Der darauf bezügliche Vertrag läuft am 1. Juli ab, doch gedenkt die Stadtverwaltung denselben nicht mehr zu erneuern, sondern die Grube in eigenen Betrieb zu nehmen, da mit derortigen Werken gute Erfahrungen gemacht worden sind. Die Versammlung beschloß dem Antrag der Stadtverwaltung gemäß. Punkt 14: An der Wetzsteingasse liegt ein städt. Grund stück, auf das der Eigentümer des benachbarten Hauses, Schmiedemeister Kloß, gewöhnlich seine Wagen stellt. Der= selbe hat der Stadt für den Platz eine jährliche Pachtsumme von 10 Mt. angeboten, mit welcher sich die Versammlung einverstanden erklärte. Originalroman von Frene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Otti wurde sehr rot. Doch nur einen Augenblick dauerte ihre Verlegenheit. Sie schlug die Augen voll zu dem Vater auf und sagte mit allerliebster Schelmerei: „ Gefällt Dir der Herr nicht, Papa?" 100 Punkt 15: Auch in diesem Jahr wird das städtische Vermessungsamt gegen Vergütung die in der Gemarkung Gießen notwendigen Vermessungen vornehmen. Dies fand die Zustimmung der Stadtverordneten. Es handelt sich diesmal um das Gelände links der Lahn. " Das läßt sich nicht so schnell entscheiden; aber mir scheint. Dir gefällt er schon sehr gut? Was?" 20 Otti nickte lebhaft. E em ** Zur letter Stadtb tor Mäfer lide genannt redner fchon derfelbe im Mäfer hülfet bon bielfeltige * Straß bahn wurden betben Referbe Fanntlich die zufünftig erfo Verkehr befin zu einer Verf * Unibe Dr. Laubenhe niedergelegt; Heidelberg W Borlefungen tt. Sta in der Fami fonal fiel die bergers Opere Werf wird n abonnements Furtheaters Aufführung und dürfte a .- B. Me cum: Mein Wunsch geht ebenfalls dahin, die Städtekrone über das Wappenschild zu setzen, weil dod der Ritterhelm das Sinnbild der ehemaligen Herrschaft der Pfalzgrafen von Tübingen über Gießen ist, an die wi nicht gern erinnert werden möchten. Stadtv. Winn: Ich schließe mich den Ausführungen des Herrn Stadtver ordneten Troß an. Die Stadt braucht sich ja nicht an die Gesetze der Heraldik zu halten, da ihr die Städteordnung auf diesem Gebiet vollkommen freien Spielraum läßt. Stadtv. Eichenauer: Für die Städtekrone spricht nicht nur das dadurch geschaffene schönere Aussehen des Way pens sondern auch der Umstand, daß jede Stadt ihre Selb ständigkeit auch nach außen hin zum Ausdruck bringen müsse, während der Ritterhelm doch als Sinnbild der Ab Stadtv. Ebel: Das Way händigkeit aufzufassen sei. Punkt 16: Die in diesen Tagen erfolgte Prüfung des Waldwirtschaftsplanes für 1911 durch den Stadtv. Wim menauer hat feine Beanstandung erge ben, aus welchem Grunde die Stadtverordneten der Forstverwaltung Entlastung erteilten. Punkt 17 befaßte sich mit dem Jugendfest 1910. Das Jugendfest, das bekanntlich alle 2 Jahre wiederkehrt, ist in diesem Jahre fällig. Die Stadtverwaltung beschloß, das Fest am 28. Juli abzuhalten, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte. pen verdankt sein Entstehen der von mir eingeholten Ansicht des Frhrn. Schenck v. Schweinsberg, des zurzeit auf diesem Gebiet größten Gelehrten von Hessen. Ich glaube auch nicht, daß die hessische Regierung mit der Krone- einverstanden sein wird, da sich dieselbe gar nicht an das ursprüngliche Aussehen des Gießener Wappens zur Zeit der Stadtgründung anlehnt.- Q.-B. Mecum: Ich glaube, daß wir wohl sämtlich die selbstlose Tätigkeit des Herrn Stadtv. Ebel anerkennen und ich möchte daher Herrn Ebel für seine Mühe den Dank der Stadt Gießen aussprechen. Die soeben an dem Wappen geübte Kritit tann dem Wir ten des Herrn Ebel nur ein gutes Zeugnis ausstellen, da, soviel mir bekannt ist, der ursprüngliche Entwurf des Stadt verordn. Ebel über dem Ritter" eine Krone zeigte; erst nachher wurde auf den Rat des Frhrn. Schenck v. Schweins Ich berg hin anstelle der Krone ein Helm vorgesehen. möchte beantragen, die ganze Angelegenheit dem Ausschuß zu überweisen. Die Versammlung beschloß einstimmig die Weiterberatung der Sache in dem Vorschlagsausschuß. Punkt 18: Luise Deichert Witwe hatte bei der Stadt um die Legung einer Gasleitung nach ihrem Hause Liebigstraße Nr. 69 nachgesucht. Da jedoch nur Bürger= steige aufgerissen werden dürfen, die seit mehr als 2 Jahren dem öffentlichen Verkehr dienten, diese Schußfrist in dem vorliegenden Falle aber erst am 1. November abläuft, konnte das Gesuch keine Berücksichtigung finden. Punkt 19 betraf das " Ja, Papa, sehr! Und einen schönen Namen hat er: Hugo! Wie weich und angenehm das klingt! Und er lud mich, sowie Euch alle, ein, ihn zu besuchen. Er ist Besitzer eines Gutes, gar nicht weit von Neunlinden. Er will mir seine Pferde zeigen, Reitpferde echter Raffe, darunter soll ein reizendes Damenpferd sein. Und das Reiten_sagte er, will er mich lehren. O, es ist gar nicht schwer. Er meint, ich würde sehr elegant zu Pferde sitzen, weil meine Figur fich herrlich eignen würde. Ach Papa, wie ich mich freue, das kannst Du gar nicht glauben. Es muß ſehr, sehr schön fetn." 33 ,, Na. das sind ja nette Sachen, die ich da zu hören betomme," meinte der Baron trocken.„ Was sagst Du denn dazu?" wandte er sich an feino Gattin.„ Wußtest Du etwas von der Geschichte?" „ Nein," lächelte diese.„ Ich weiß nur, daß Otti sich gegen Abend am ersten Tage unseres Hierseins verirrt hat und daß jenec Herr sie auf den rechten Weg wies. So sagte fie mir wenigstens." So, so! Na, damit ihr das nicht noch einmal passiert, werde ich sie stets begleiten!" will m Wappen der Stadt Gießen. dem Zu diesem Gegenstand erteilte D.-B. Mecum Stadtv. Ebel das Wort, welcher ausführte, er habe das Wappen von jeher schon für unschön gehalfen. Deshalb ,, Ach, dann verirren wir uns alle beide," lachte Otti. Teufelsmädel, Du wärst imstande, mich recht in der Frre herumzuführen. Nun, ich denke, wir reisen bald wieder ab. Mamas Nerven sind fa nun, Gott sei Dank, gebetlt!" " Nein, Papa, das werden wir nicht tun! Jetzt, wo es anfängt, mir hier zu gefallen," protestierte das junge Mädchen eifrig. „ Aber Du erklärtest doch dieses Neunlinden für ein Punkt 20, die Bestellung eines Wohnungs- Inspektors betreffend, fiel aus. Die Punte 21-23 waren Schantwirtschaftsgesuche. Karl Rühl hatte bei der Stadt um die Gr laubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft im Hause Rie gelpfad 39 nachgesucht. Die Genehmigung hierzu wurde er teilt. Heinrich Knoch hatte ebenfalls an die Stadtver waltung die Bitte gerichtet, ihm die Genehmigung zum Wirtschaftsbetrieb in dem Gebäude Bahnhofstraße 31 zu erteilen. Auch hier wurde dem Gesuch stattgegeben. Ebenso erlaubte die Versammlung dem Gastwirt Hermann Uh I, eine Schantwirtschaft in dem Hause Schloßgasse 9 zu betreiben. greuliches Nest and jetzt willst Du nicht fort?" lachte die Mutter. ,, ich habe gefunden, daß es sich hier ganz gut leben läßt. Und dann- Sylvia ist doch auch da, wir haben uns sehr lieb, nicht wahr?" Hermann hatte schon längst neben Sylvia Platz genommen. Ste flüsterten leise zusammen und achteten kaum auf das, was um sie her vorging. Sie waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Erst Ottis Anrede ließ die beiden aufsehen. Der Baron wunderte sich natürlich sehr, als er erfuhr, daß Hermann und Sylvia sich liebten, daß aber der Vater der letzteren seine Einwilligung zu der Verbindung nicht geben wollte. - In der nichtöffentlichen Sigung standen diesmal nicht wenig wichtige Angelegenheiten zur Be ratung. Der Vertrag mit dem Geb. Kommerztenrat Sail, welcher auf die Durchführung der Sandgasse be zug nimmt, fand die Zustimmung der Stadtverordneten Ein zweiter Vertrag mit With. Plank II., der sich mit der Durchführung des Tiefenweges befaßt, wurde Als 3 Gegenstand stand ein ebenfalls genehmigt. Abkommen mit Krofdorf behufs Abgabe von elet trischem Licht zur Beratung. Dieser Vertrag ver pflichtet die Gemeinde Krofdorf auf die Dauer von 30 Jahren zu einer jährlichen Entnahme von Strom für 6200 Marf. Die in Gießen üblichen Strompreise Das Abkommen werden auch in Krofdorf erhoben. O, das werde ich schon besorgen," versicherte der Baron zuversichtlich. Ich will diesen Starrkopf bald herumbringen. Er soll den Jungen nur erst einmal singen hören; dann sagt er gewiß nicht nein." Es war sehr spät geworden, als man sich endlich trennte. Hermann begleitete Sylvia bis zu Majas Haus. Die betden Freundinnen aber saßen noch lange plaudernd zusam= men in Majas behaglich durchwärmtem Zimmer. An Schlaf schien keine zu denken. Sie hatten sich so viel zu erzählen, so daß sie gar kein Ende finden konnten. Am andern Morgen zur verabredeten Stunde fuhr die Gesellschaft wieder nach Neunlinden. Sylvias Vater schien heute noch grimmiger gelaunt zu sein, als sonst. trotzdem er wieder im Lehnstuhl saß. Gr empfing die Tochter mit einer Strafpredigt. So spät kommst Du? Ich kann natürlich hier sitzen und warten, wie Du mich vernachlässigst? Ich dulde es ferner nicht mehr, bis es demg nädigen Fräulein beliebt. Ist das eine Art, daß Du in der Stadt dem Vergnügen nachfagst, während ich hier size, allein und verlassen. Wahrscheinlich warst Du wieder mit fenem Komödianten zusammen. Nicht mal ein ordentlich es Frühstück habe ich bekommen!" Das junge Mädchen merkte sofort, daß Leon wiederum seinen ganzen Einfluß geltend gemacht hatte, um den Vater ungünstig zu stimmen. Das hämische Gesicht des Bruders, sein spöttisches Lachen redete deutlich genug. Es fiel wie falter Reif auf ihre frobe, hoffnungsvolle Stimmung. Doch fie sagte nichts, obwohl es thr bitter im Herzen aufauol. - fand die Genehmigung der Versammlung. -hEmfer Gäfte, wellens biele Haus geficher ** Hun Hunde Ausft berbunden w Schäferhündi Bruchsal am Außerdem ist 11. Novembe Kronprinzen Prüfung ni 6 Uhr find werden auß 100, 70, 40 Führerleiftur von 10 Mr. Eifrig ging sie ihren kleinen häuslichen Pflichten nach und hatte bald die Ordnung wieder hergestellt. Gegen Mitta erschien Baron von Albersdorf. Ein Blid bebeutete Gul via, daß er mit dem ehemaligen Jugendfreund allein zu ein wünschte. Klopfenden Herzens schlich das Mädchen hinaus Doch vermochten die Scherze und Neckereien Ottis nicht di Schatten zu bannen, die auf Sylvias Stirn lagen. Ihr Da plötzlich so bang. Leon hatte von dem Baron ebenfalls einen Wink e halten, sich zu entfernen, doch schten er dies nicht bemerke zu wollen. Er rührte sich auch nicht, als Herr von Alber dorf sagte:„ Ich habe mit Ihrem Herrn Vater zu spreche möchten Sie uns nicht kurze Bett allein lassen?" b Wird denn hier ein Geheimnis verhandelt, daß G mich wie einen dummen Jungen fortschicken wollen?" ve setzte er trotzig. „ Ein Geheimnis gerade nicht-" " Nun also, dann kann ich ja bleiben. Ste machen mi neugierig, Herr Baron." Der Baron murmelte etwas wie„ Flegel" zwischen de Zähnen. Da Leon nicht herauskam, wußte Sylvia, wie die En scheidung ausfallen würde. Bald tönten denn auch die immer lauter werdende Stimmen der Männer deutlich bis zu ihr heraus. unterschied das qütliche Rureden des Barons von ihr Baters unerbittlichem:„ Nein, gebe Dir keine Mühe. ist umsonst!" Sylvia zitterte heftig. r alte, troßige Mann li sich nicht befehren, ja er gert immer mehr in But, dringender der Baron auf ihn einsprach. Ich gebe meine Tochter keinem Komödianten!" sc er. Und wenn Du mir noch so viel Schönes von fein Stimme erzählst, ich sage nein, nein und tausendm nein! Er mag sich eine Theaterprinzessin zur Frau nehme meine Tochter bekommt er nie! Wenn er verspricht, de Bühne zu entfagen, so werde ich mir die Sache überleger er mag dann später noch einmal anfragen, aber als Bühne fänger- niemals!". Fortsetzung folgt.) AUS * Fri der hiesigen zenten und 2 Gro feit ihres F tasse Gr worden. In der auch Kre Müller ohn ihm durch borerst noch Kon Sonnta Ausführer Dir unter gütiger 1. Vom Rhein 2. Adagio un 3. Chöre a c a) 0 b) Fro 4. Der Trium 5. Die beider 6. Solostücke a) Stä b) Ada c) Gav Eintrittsk Am 2. im Geschäfts auch die Be für die hie ber 1910 b Die na Angebote f mit der A Fleischzimmer vers 30jä Nr. 116 ge Giessen od P.Fett Stadtbe ein now up geto en der 0 flam ung c Lowen egenwart Serein Deme e. G terfiegd rünberg Das efallen. otb. Gi en So über ondern trone in ießen to falls d , teil perrichai an die 0.23 in Stab nicht an tädteorom m läßt. Spricht n des ot ihre& rud bring bild der Das eholten zurzeit Ich gl Aron tan da zur Zeit Ich gla des m r Serin ausspreden in den S usstellen, d rf des Su zeigte; e b. 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Daneben ist Herr Mäser hülfsbereit, seine praktischen Ansichten zeugen bon vielseitigem allgemeinem Wissen. * Straßenbahn. In den Betrieb der Straßen bahn wurden seitens der Straßenbahn- Verwaltung die betden Reservewagen eingestellt, deren Anschaffung betanntlich die Stadtverordneten beschlossen hatten. Eine zufünftig erfolgende Beschädigung eines der anderen im Verkehr befindlichen Wagen wird nun also nicht mehr zu einer Verkehrsstockung führen können. * Universität. Der Privatdozent für Hygiene, Dr. Laubenheimer, hat sein Lehramt an der Universität niedergelegt; er nimmt, gleich dem Prof. Dr. Kossel, in Heidelberg Wohnung, um an der dortigen Universität Borlesungen zu halten. tt. Stadttheater Gießen. Wegen Todesfalles in der Familie Mezer und Krankheitsfällen im Bersonal fiel die gestrige Vorstellung von Richard Heu bergers Operette„ Der Opernball" aus. Das melodiöse Werf wird nun morgen Sonntag als dritte Operetten abonnements- Vorstellung und legtes Gastspiel des Emser Sturtheaters gegeben werden. Verbunden ist mit der Aufführung ein Balletgastspiel der Schwestern Fortint und dürfte auf diese Weise dem letzten Auftreten der Emser Gäste, die sich hier in der kurzen Zeit ihres Ver wellens viele Sympathien erworben haben, ein volles Haus gesichert sein. ** " п " " " " " beide in Gießen. 23. Karl Emil Weber, Schlosser in Gießen, mit Anna Straub in Schotten. 24. Mar Voigtländer, Kaufmann in Braunschweig, mit Emilie Richter in Gießen. 24. Adolf Sudheimer, Kaufmann, mit Henriette Lenz, beide in Gießen. 27. Heinrich Ruppel, Erdarbeiter, mit Elise Löb, beide in Gießen. Eheschließungen. wit, mit Lina Metzger in Gießen. 21. Heinrich Heymann, Oberlehrer in Oppenheim, mit 21. Ludwig Eßwein, Bahnmeister in Deutsch- RasselHedwig Schmidt in Gießen. 25. Georg Schneider, Fuhrmann, mit Luise Schäfer, beide in Gießen. 25. Julius Aulmann, Metzger, mit Katharine Schmidt, beide in Gießen. Gestorbene. Mai 20. Berta Lop, 62 Jahre alt. " " * Frankfurt a. M., 27 Mai. Die 57. Verjammlung mittelrheinischer Aerzte fand hier unter dem Vorsitz von Sanitätsrat Dr. Vohsen statt. Vor Müller- Marburg, Direktor Dr. Curschmann Mainz, Ge träge hielten Direktor Dr. Volhardt- Mannheim, Prof. heimrat Quinte Frankfurt, Geheimrat Friedrich Marburg, Prof. Enderlen- Würzburg, Geheimrat Hofmeier Würz burg, Prof. b. Franqué, Gießen, Dr. Kupferberg Mainz, Dr. Stein- Wiesbaden, Prof. Hammer- Heidelbers, Mai Dr. Hugel- Münfter a. Stein, Geheimrat Vossius: Gießen. Besonderes Intereſſe für den Saien hatten die Mitteilungen über die Bluterkrankheit", bei der die Gefahr besteht, daß die betreffenden Leute sich selbst aus kleinsten Wunden verbluten. Die Gerinnbarkeit des Blutes ist bei diesen Patienten erheblich herabgesetzt oder aufgehoben. Durch Injektion von Blutserum oder durch lofale Applikation auf die Wunden selbst hat man bei Blutern Erfolge gesehen, indessen teine konstanten und keine dauernden. Prof. Enderle hat nun auf zwei Pa tienten, die Bluter waren, Blut direkt übergeleitet dadurch, daß er ein Blutgefäß des Blutspenders- in einem Fall die Mutter, im andern die Schwester- mit einem Blutgefäß der betreffenden Patienten vernähte und während 30 bis 45 Minuten die Blutüberleitung be= stehen ließ. Der Blutempfänger hatte von diesem Verfahren großen Vorteil, die Blutspender keinen Nachteil. )( Vor Luyten und Humann gingen R. Scheuermann, H. Przyrembel und T. Hall sowohl im StundenRennen um den Vereins- Jubiläumspreis wie auch im 10 Kilometer- Rekordfahren am 22. d. Mts. in Breslau als Erster, zweiter und Dritter durchs Ziel. Die drei Preis träger fahren Brennabor; auf dieser Marke erstritten auch Kendelbacher- Ganzevoort den Sieg im Tandemrennen. )( Von Berlin nach Angermünde und zurück führte eine Straßenfahrt von 140 kilometer, die am Sonntag, den 22. d. Mts., abgehalten wurde. Der zweite Preis wurde auf der bewährten Marte Brennabor erstritten. Der morgigen Standesamt- Nachrichten Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Hunde- Ausstellung. Mit der morgigen Hunde Ausstellung wird die Prüfung von Polizeihunden verbunden werden. Es nimmt u. a. an derselben eine Schäferhündin teil, welche in der Mordsache Forst bei Bruchsal am 20. Oftober 1909 den Täter entdeckte. Außerdem ist hierfür ein Hund angemeldet, welcher am 11. November 1907 in Broß Lichterfelde dem deutscher Kronprinzen auf dessen Wunsch vorgeführt wurde. Die Prüfung nimmt um 8 Uhr ihren Anfang; nachmittags 6 Uhr findet die Preisverteilung statt. An Preisen werden außer zahlreichen Ehrenpreisen Geldpreise zu 100, 70, 40, 25, 15 und 10 Mt. vergeben. Für beste Geborene. der S Mai 14. Laternenwärter Karl Dechert eine Tochter. 15. Diplom- Ingenieur und Architekten Karl Ludwig Paul Müller eine Tochter. " " " " " " " 16. Brauer August Will ein Sohn, August Gustav. 17. Schlosser Hermann Störger eine Tochter, Martha. 18. Kanalarbeiter Peter Franz ein Sohn, Theodor. 19. Fuhrmann Johann Heinrich Schwalm ein Sohn, Heinrich. 19. Postschaffner Ludwig Bruchschmidt eine Tochter, Clara. 20. Lokomotivheizer Julius Ernst Sommer eine Tochter. er Auguſt Heinr 20. Schlosser August Heinrich Noll eine Tochter, Karola Hedwig Elisabeth Kathinka Luise Marie. Führerleistungen sind außerdem noch zwei Geldpreise 21. Waschinenformer Ludwig Küspert eine Tochter, von 10 Mt. vorgesehen. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Friedberg. Vom 6. bis 11. Juni findet an der hiesigen Obstbauschule ein Kursus für Obstweinproduzenten und Apfelweinwirte statt. * Groß- Gerau, 25. Mai. Durch die Nachlässig= teit ihres Rechners Müller ist die Bezirksspar= tasse Groß- Gerau um etwa 46 000 Mt. geschädigt worden. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, der auch Kreisrat Dr. Wallau beiwohnte, wurde beschlossen, Müller ohne Pension zu entlassen und die 46 000 Mt. von ihm durch Klage zurückzuverlangen. Dem Vorstand wurde vorerst noch nicht Entlastung erteilt. " " " " " Marie Elise Helene. 21. Hausburschen Konrad Schwab ein Sohn, Karl. 22. Bauaspiranten Johann Georg Fischer eine TochElisabeth. 22. Postschaffner Theodor Behm ein Sohn, Theodor. 22. Fuhrknecht Mathias Huber, eine Tochter Katharina. 24. Großh. Finanzrat Otto Müller in Darmstadt eine Tochter, Alice Wilhelmine Sophie Mathilde Marie, Aufgebote. Mai 23. Johannes Heller, Schlosser in Gießen, mit Katharine Triebert in Oppershofen. " " 23. Heinrich Herrmann, Kreisstraßenmeister in Gießen, mit Dina Best in Elm. 23. Heinrich Sack, Buchbinder, mit Emma Ullrich, Konzert zum Besten des Saaibaufonds Schöne 4- Zimmerwohnung im oversten Stock mein 8 Hauses per 1. Mai oder später an ruhige Louie zu vermieten. W. Kilbinger, Löwendrogerie, Selter sweg 79 a. Sonntag, den 29. Mai 1910, nachmittags 5 Uhr Steinfttage 17. Sch. Manſard. in der Tarnhalle( Oswaldsgarten) zu Giessen. Ausführende: Schuler' scher Männerchor, Frankfurt a. M. Kronbauer'scher Quartettverein, Giessen Dirigent: Herr Univ.- Musikdirektor Prof. G. Trautmann unter gütiger Mitwirkung von Fräulein L. Hegyesi aus Köln a. Rh.( Violoncello) Herrn Adolf Müller aus Frankfurt a. M.( Gesang). 1. Vom Rhein, chor a capella . 2. Adagio und Allegro für Cello L. Bocherini 3. Chöre a capella in altem Stil: a) O bone Jesu b) Frohsinn, c) Heimkehr PROGRAMM: M. Bruch 7. Volkslieder a capella: a) Es flog ein kleines Waldvögelein, Altdeutsch b) Wiegenlied Fr. Silcher Mendelssohn H. Hermann H. Sommer G. P. Palestrina J. Spengel 4. Der Triumph des Lebens f. Bariton H. Kaum 5. Die beiden Särge, chor a capella 6. Solostücke für Cello: a) Ständchen b) Adagio cantabile c) Gavotte Eintrittskarten Fr. Hegar L. Hegyesi P. Nardini D. Popper c) Jägers Abschied 8. Lieder für Bariton: a) Salomo b) Ganz leise c) Das Stelldichein OK R. Schumacher 9. Landerkennung op 31 für Männerchor mit Bariton- Solo, Klavier u. Harmonium E Grieg. sind bei Ernst Challier( Rudolphs Nachf.), Neuenweg 9( Tel. 67) u. abends an der Kasse zu haben. Sperrsitz M. 2.50, Eintrittsk. M. 2.- Studentenk. M. 1.-. Fle sahverdingung. Am 2. Juni 1910, vormittags 10 Uhr, wird Kaserne 1 im Geschäftszimmer der Verwaltung - auch die Bedingungen ausliegen, der Bedarf an oatFleisch und Wurstwaren für die hiesigen Truppen vom 1. Juli bis Ende Dezem om 1. Juli bis End ber 1910 verdungen. Die nach Ziffer 17 der Bedingungen aufzustellenden Angebote sind spätestens zu dem obengenannten Zeitpunkte mit der Aufschrift„ Angebot auf Lieferung von Fleisch und Wurstwaren" versehen, im m Geschäftszimmer versiegelt abzugeben. stoM2 Garnison- Verwaltung Gießen. 30jähr. Mann, verh., bei Inf. Regmt., Kaiser Wilhelm" Nr. 116 gedient, sucht Stellung als Kutscher oder Diener in Giessen oder Umgegend Frau kann mit tätig sein P. Fettköter, Lüneburg, Michaeliskirche Nr. 11. Tier- Ausstopferei. Wohnung, 3-4 3immer m. allem Zubehör per 1. Juni oder päter Albert Neubürger. zu berm. Süd- Anlage Il = geräumige 8- Zimmer Wohnung, Veranda, Bad, Gas u. Elektrisch, per 1 Juli zu vermieten. Rich. Wallenfel8. Mein Haus mit 5 Zimmern, Küche und Zub., Stalungen und Scheune, in der aptraße 57 ist zu vermieten, evtl. auch zu verkaufen. Mox Simon, Wieseck Rockschneider perfefter, in angenehme Stellung fofoit oder später nach Auswärts gesucht. Nä eies in der Erp. de. Bl. Seltersweg 83. Wie man ohne Narben Tätowierungen 21. Heinrich Martin Henn, 1 Jahr alt. 21. Anna Büchner, geb. Schleenbecker, 65 Jahre alt. " 23. Augustine Straß, geb. Lang, 27 Jahre alt. " " 24. Christine Löber, geb. Klees, 90 Jahre alt. 25. August Feldhaus, Tapezierer, 59 Jahre alt. Geschäftliches. Zu Gunsten der Restaurierung und Vollendung des Münsters zu Ueberlingen a. See, jener mar fanten Erscheinung im Charakterbilde der ehemaligen freien Reichsstadt Ueberlingen, ist von Sr. Kgl. Hoheit dem Großwilligt worden. Ein Baudenkmal von Hoher Bedeutung, dem herzog von Baden eine Geldlotterie in mehreren Serien bedessen Entstehung nahezu 620 Jahre zurückreicht und der Zahn der Zeit beträchtliche Wunden zugefügt hat, wird dadurch vor dem Untergange bewahrt bleiben. Die Ziehung 7. und 8. Juni 1910 in Ueberlingen statt; dabei werden der ersten Serie findet unter jeder Garantie am 6269 Geldgewinne im Betrage von 155 000 Mr., darunter Hauptgewinne von 60 000 Mt., 20 000 Mt. und 10 000 Mart 2c. bar ohne Abzug zur Ausspielung gelangen. Wir verweisen auf die in unserer heutigen Nummer erscheinende Ertra- Beilage. Zukunftspläne 19 schmiedet man am liebsten beim Rauchen einer ,, Salem AleikumCigarette". Und wer selbst nicht raucht, liebt das überaus feine Aroma, das den zartblauen Wölkchen der Salem Aleikum- Cigarette entströmt. An den unvergleichlich reinen Dufte ergötzt sich jeder gern. Salem Aleikum- Cigaretten sind ausser zu 31/2, 4, 5 Pfg. das Stück auch in Luxusqualitäten zu 6. 8 u 10 Pfg. erhältlich. Diese Cigarette wird nur ohne Kork, ohne Goldmundstück in einfachster Verpackung verkauft. Bei diesem Fabrikat sind Sie sicher, dass Sie Qualität, nicht Konfektion bezahlen Echt mit Firma: Orien- T talische Tabak- und Cigarettenfabrik alnutr 33 Yenidze** Inh. 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Die kom Nad einer Reichstagswah der Bundesrats ftattfindende all Fertigstellung d Damit es bet Wahlen zum S Gegenfat hier fagt, das eine vorliegt, und die Absicht da aus naheliegen ftattfinden zu ungünftigfte M Operette in 3 Akten von Richard Heuberger dazu Ballet- Gastspiel der Schwestern Cortini.. Es wird gebeten für die Billets zur ausgefallenen Freitag- Vor itellung den Betrag an der Theater: faffe in bar zu erheben oder die Billets in Karten zur Sonntag: Aufführung umzntauschen. 木木 木 Zöpfe Haarunterlagen, Lockendreher, so= wie alle sonstigen Haararbeiten werden schön und dauerhaft an gefertigt in dem Spezial- Damen- Frisier- u. Haar- Geschäft Hermann Plank Ww., Gießen. Kaplansgasse 2. Gebrauchte Drehbänke Bohrmaschinen Hobelmaschinen Shapingmaschinen in berichtedenen Größen vorrätig, preiswert abzugeben. H. Rosenbaum Frankfurt a. M. 15 Lützow ftraße 15 Uberzeugen Sie sich, daß e Deutschland- Fahrräder die besten, daher im Gebrauch die afterbilligsten sind! 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Nach einer Meldung aus 3eipzig sollen die nächsten Reichstagswahlen erst im Januar 1911 ftat finden. In der Bundesratsordnung über die am 1. Dezember 1910 stattfindende allgemeine Volkszählung soll eine schleunige Fertigstellung des Zählungsergebnisses empfohlen sein, Damit es bei den für Januar 1912 bevorstehenden Wahlen zum Reichstag Verwendung finden könne. Im Gegensag hierzu steht eine Berliner Meldung, die besagt, das eine feste Entscheidung hierüber noch gar nicht vorliegt, und daß an den zuständigen Stellen bisher die Absicht dahin gegangen ist, die Reichstagswahlen aus naheliegenden Gründen im Herbst nächsten Jah es stattfinden zu lassen, denn der Januar ist der denkbar ungünstigste Monat für allgemeine Wahlen. Erwerbung der heff. Staatsangehörigkeit. Bei den letzten Landtagswahlen konnten viele Be wohner Hessens nicht wählen, weil sie es versäumt haben, die hessische Staatsangehörigkeit zu erwerben. Ebenso fönnen bei den Stadtverordnetenwahlen Bayern und Elsässer ihr Wahlrecht nicht ausüben, wenn sie nicht zuvor die hessische Staatsangehörigkeit erworben haben. Es ist darum dringend notwendig, daß alle Nichthessen jetzt die hessische Staatsangehörigkeit erwerben und nicht warten, bis wieder einmal eine Wahl vor der Tür steht. Es ist dies um so mehr anzuraten, weil die Er ledigung der notwendigen Eingaben manchmal einige Monate in Anspruch nimmt und wenn die neue Wahl rechtsvorlage in der Kammer angenommen wird, voraussichtlich nur derjenige bei der Landtagswahl' wahl berechtigt ist, der schon ein Jahr die Staatsangehörig feit besitzt. Die Stempelfoften usw. betragen etwa zwei Mark. Zuc Erwerbung der Staatsangehörigkeit ist not wendig: 1. Beschaffung eines Geburtsatteftes, 2. dieses Attest wird an dte zuständige Heimatsbehörde, an das Landratsamt, Oberamt oder Bezirksamt( je nach der Staatsangehörigkeit) mit dem Ersuchen um Ausstellung eines Staatsangehörigkeits- Ausweises eingesandt. Für Preußen wird auch die Einsendung des Militärpasses berlangt, und ist zur Ausstellung dasjenige Landratsamt maßgebend, in dessen Bezirk man sich nach eingetretener Bolljährigkeit zuletzt aufgehalten hat. Bei Wegzug von Preußen vor eingetretener Volljährigkeit hat man sich an das Landratsamt zu wenden, in dessen Bezirk sich der Vater zuletzt aufgehalten hat. Das Gejuch muß enthalten: Vor- und Zuname, Geburtsjahr und-Tag, wo geboren, Stand oder Gewerbe, und die Antwort auf nachstehende Fragen: Wo und wann hat Ihr Vater zuletzt in Preußen gewohnt? Bet anderen Bundesstaaten ist die Erledigung einfacher, da genügt, wie oben gesagt, die Einsendung der Geburtsurkunde an die Heimatsbehörde, mit dem Ecsuchen um Austellung eines Staatsangehörigkeits- Ausweises 3. Ist man im Besitze des Staatsangehörigkeitsausweises, so wird dieser und der Geburtsschein mit dem Antrag um Aufnahme in den hessischen Staatsverband bet der Bürgermeisteret eingereicht. 4. Bei solchen Antragstellern, deren Kinder auswärts geboren find, müssen auch die Geburtsscheine dieser Kinder der Eingabe an die Bürgermeisteret b.tjefügt werden. Vom Arbeitsmarkt. Expedition: Gießen, Seltersweg 83. arbeiteraussperrung die Lage des Arbeitsmarktes beeinflußt hat. Es ist zunächst festzustellen, daß die in anderen Städten außerhalb des Verbandsgebietes be obachtete erhebliche Steigerung des Andranges von Bauarbeitern zu den Arbeitsnachweisen, speziell ta Frank furt a. M., in feiner Weise in die Erscheinung getreten ist. Insbesondere ist hier eine Meldung zu anderen Berufen nicht beobachtet worden. Das hat für Frankfurt a. M. seinen Grund darin, daß die Bauarbeiter ( Maurer, Zimmerer, Bauhilfsarbeiter) zum größten Teil aus hessischen Gebietsteilen, besonders aus der Vilbeler Gegend und aus der Wetterau, kommen und diese gleichzeitig in ihrem Wohnorte über ein kleines landwirtschaftliches Besittunt berfügen. Die Aussperrung kann deshalb nuc in geringen Umfange bon nachteiligem Einfluß auf die Betroffenen sein. Im allgemeinen darf festgestellt werden, daß die Bauarbeiteraussperrung in Hessen und den angrenzenden Gebieten den allgemeinen Einwirkung der Bauarbeiteraussperrung auf die günstige Entwicklung der Metallindustrie zurzeit in feiner Weise festzustellen. Im Buchbindergewerbe war der Geschäftsgang im allgemeiuen gegenüber dem Vorfahre günstiger und zwar trifft diese Beobachtung sowohl auf Buchbindereien, als Buchbinderabteilungen in den Druckereien, als auch auf die Kartonnagenfabriken zu. Bereits in dem Vormonate konnte über die günstige Entwicklung der Lederindustrie berichtet werden; diese Entwicklung hat weiter angehalten. In der Holzindustrie war der Beschäftigungsgrad als sehr günstig zu bezeichnen. Speziell die Fabrikation befferer Möbel versprach ständig Arbeit. Auch bei dieser Industrie ist eine Einwirkung der Bauarbeiteraussperrung bis jetzt nicht in die Erscheinung getreten Die einzige Branche, die von einer ungünstigen Einwirkung dieser Aussperrung zu berichten weiß, ist die Nahrungs und Genuß mittelindustrie, und zwar speziell die Metzgereien. Der Bäckerstreick, über den im Vormonat berichtet wurde, wurde durch Wiederaufnahme der Arbei seitens der Gehilfen beendet. Der Streich im Schuhmacher gewerbe ist ebenfalls nach Bewilligung der Hauptforderungen beigelegt worden. Nach Schneidern war ebenso wie im Vormonat eine rege Nachfrage. Die günstige Entwicklung, die das Baugewerbe zu nehmen schien, wurde durch die am 15. April erfolgte Aussperrung unterbrochen. Mit Rücksicht auf unsere Berichterstattungen erübrigt sich ein näheres Gingehen auf die Einzelheiteu im Rahmen dieses Berichtes. Im Gebiete des Mitteldeutschen Arbeitgeberverbandes, das denselben Umfang hat wie das des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisver bandes, sind nach Mitteilungen des erstgenannten Verbandes bis jetzt ausgesperrt worden 5600 Maurer, 785 Zimmerer und 1110 Bauhilfsarbeiter, das sind etwa zwei Drittel der in diesen Berufen beschäftigten Personen. Im Buchdruckergewerbe war der Beschäftigungsgang ein günstiger zu nennen. Die Setzer fonnten nahezu bis zum Schlusse des Monats unter gebracht werden. Auf das Gast- und Schankwirt schaftsgewerbe übte das kalte Wetter einen ungünstigen Einfluß. Aushilfspersonen wurden von den Gartengeschäften nur sehr wenig verlangt; Nur an jungen Hotelfellnern unter 20 Jahren herrschte in Wiesbaden Mangel. In der Lanwirtschaftlichen Vermittlung ist gegenüber dem Vormonat, der Jahreszeit entsprochen ein größerer Rückgang zu verzeichnen, da die Landwirtschaft bereits im Vormonat ihren Hauptbedarf an Arbeitskräften gedeckt hat. Von den Organen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes wurden, soweit MelAufschwung nicht zu hemmen vermocht hat. So ist cine Im Vordergrund des Interesses steht die Frage, in welcher Weise die am 15. April erfolgte Bau- dungen von den kommunalen, bezw. Kreisarbeitsnach52) Die Freundinnen. Originalroman von Frene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) „ Du weißt nicht, was Du verlangst!" brüllte der Baron; „ der Bühne entsagen, das wird Hermann niemals. Es wäre auch schade um seine schöne Stimme. Habe ich mich mit seinem Beruf abgefunden, so wirst Du es auch können, - Du Du-" Er fand anscheinend nicht das passende Wort. „ Dein Toben hilft Dir durchaus nichts," fiel Herr von Schmettwizz wieder ein.„ spare Deinen Zorn, er ist überflüssig! Sylvia muß sich meiner Bedingung fügen." „ Das wird sie nicht," rief der Baron aufgebracht.„ Da= für werde ich sorgen. Und mein Sohn ist nicht gesonnen, Dir nachzugeben. Er holt sich seine Braut, ob mit oder ohne Deinen Willen. Ich kenne ihn!" „ Das werde ich zu verhindern wissen!" „ Ei, da wäre ich aber neugierig!" " Ich sperre das Mädel einfach ein." „ Das wird nichts nüben. Wir befreien sie doch!" " Das wollen wir sehen." warf hier Leon ein.„ So leicht machen wir Ihnen die Sache nicht. Das Recht ist auf unserer Seite. Und sollten Sie es wagen, Gewalt anzuwenden, so werden wir Sie verklagen wegen Hausfriedensbruch." ,, Den Teufel können Sie verklagen." " Du bist aber merkwürdig schnell befehrt gewesen," spottete Sylvias Vater.„ Erst wolltest Du durchaus nichts von Deinem Sohne wissen, weil er sich der Bühne gewidmet hat und nun verteidigst Du ihn auf Leben und Tod! So schwach wie Du bin ich eben nicht! Meine Tochter soll keinen Komödianten heiraten! Ich bin es meiner Standesehre schuldig, dies zu verhindern. Wenn Du das nicht einsiehst, tut es mir leid; aber ändern kann ich es nicht! Nimmt Dein Sohn seinen Namen wieder an und kommt er als Baron von Albersdorf zu mir, dann kann ich vielleicht„ ja" fagen, aber als Herr Walter" muß ich ihm immer" nein" zur Antwort geben!" Mein Vater hat vollständig recht," mischte sich Leon wieder ein. „ Ach was, die ganze Sache geht Sie gar nichts an," brauste der Baron zornig auf. „ Herr, Sie vergessen, daß Sie in unserem Hause sind!" " In Eurem Hause? Ha, ha! Ihr müßtet erst eines haben! Vorläufig ist dieses noch nicht der Fall! Ihr Herren von Habenichts!" sonst Diese letzte Bemerkung schlug dem Faß den Boden aus. „ Herr, beleidigen lassen wir uns nicht! Gehen Sie, Leon schäumte vor Wut. Er wies nach der Türe. Zornbebend verließ der Baron das Gemach. Sylvia lehnte an einem Pfeiler und weinte. Der Baron trat zu ihr. Seine Hand zitterte, als er ihr weiches Haar streichelte. So etwas von Starrsinn ist mir in meinem Leben noch nicht vorgekommen," murmelte er.„ Mit dem da drinnen ist nichts zu machen. Arme Sylvia. Du tust mir leid, wie viel mußt Du dulden. Vorläufig heißt es, sich in Geduld fügen. Denn daß Du den Fluch Deines Vaters nicht auf Dich la= den willst, begreife ich ja vollkommen, obwohl sein ganzes Vetragen ungerechtfertigt ist! Ich hoffe aber, er besinnt sich noch." Sylvia schüttelte traurig den Kopf. Wenn Leon nicht wäre, dann vielleicht. Aber mein Bruder ist Hermanns erbittertster Feind; er hetzt den Vater fortwährend gegen ihn auf." „ Ja, das bemerkte ich allerdings auch. Aber ich begreife nicht, was zwischen den beiden vorgefallen sein könnte!" Sylvia antwortete nicht. Sie mochte den Bruder nicht anklagen. Der Baron betrieb mit aller Eile die Uebersiedlung nach dem einzigen Wirtshause des Dorfs. Nicht eine Stunde länger mochte er die Gastfreundschaft dieses Mannes, den er einst Freund genannt, in Anspruch nehmen. Die Baronin zeigte sich sehr bestürzt über diesen Ausgang, der ihr völlig unerwartet fam. Die armen Kinder," jammerte sie. Was ist da zu machen?" Der Baron zuckte die Achseln. Wir müssen Geduld haben;„ vielelicht besinnt sich der alte Starrtopf noch!" Samstag, den 28. Mai 1910. weisen und Herbergen zur Heimat borlagen, 10409 Stellen vermittelt( gegen 9931 im Vormonat), darunter: Darmstadt( Herberge zur Heimat) 11, Weßlar 30, Frankfurt a. M. 42, Gießen( H. 3. H.) 84, Offenbach a. M. 299, Darmstadt 314 und Fankfurt a. M. 4872. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 1. Sonntag nach Trinitatis, den 29. Mai. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9½ Uhr: Professor D. Schian. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtholzheimer. Batholische Gemeinde Samstag, den 28. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Sonntag, den 29. Mai. 2. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags 6½ Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste heil. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilg. Messe mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht mit Segen. Montag, abends um 8½ Uhr, ist in der Kirche religionswissenschaftlicher Vortrag des Herrn Professor Schwarz über„ Glaubenspflicht und Glaubensschwierigkeiten". Dienstag Abend 6½ Uhr ist Maiandacht. Freitag um 6 Uhr ist Segensmesse. Methodisten- Gemeinde. Wilhelmstraße 45. Sonntag, den 29. Mai. Abends 8 Uhr: Predigt. Vormittags 11-12 Uhr: Sonntagsschule. Vormittag ½ 10 Uhr: Predigt. Dienstag, den 31. Mai. Abends 8½ Uhr: Singstunde. Abends ½ 9 Uhr:" Jugendbund. Mittwoch, den 1. Juni. Donnerstag, den 2. Juni. Abends 9 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Darmstädter Möbel die eben bei feineren Ausstattungen fast durchgängig gekauft werden erhalten Sie direkt v. d. Fabrik v. Ludwig Strikinger, Möbelfabrik, Darmstadt, Heinrichstr. 67. 150 3immer Einrichtungen. 10fähr Garantie. Fernruf 1441 Katalog gratis. Kein Kaufzwang. XII. Ein richtiges Schneetreiben hatte begonnen. Maja saß m Fenster und schaute dem lustigen Flockengewimmel zu. ( uf ihrem lieblichen Gesicht lag ein ungewöhnlicher Ernst. Sie hielt die Hände im Schoß gefaltet. Frib, der eben eintrat, wunderte sich, daß seine junge Herrin so still dasaß und faum seinen Gruß erwiderte. Sie hatte sonst immer eine Neckerei oder ein freundliches Wort für den ehrlichen Alten bereit. Haben gnädiges Fräulein Aufträge für mich? Ich gehe, verschiedene Besorgungen zu machen," sagte Friß. ,, Nein, ich wüßte nicht,- doch halt, da fällt mir eben ein, meine Freundin teilte mir mit, daß die kleine Lilly, Du weißt ja wohl heftig erkrankt sei. Ich werde heute hinausfahren, das Kind zu besuchen. Du kannst mir irgendwo eine hübsche Puppe kaufen. Aber eine, die blonde Locken hat, verstehst Du? So eine wünscht die Kleine sich schon lange, und ich möchte ihr eine Freude machen." „ Aber Fräulein, bei dem Wetter wollen Sie fort?" wandte der Alte besorgt ein. ,, Ach was, fürchtest Du Dich vor dem bißchen Schnee?" ch? nein!" " Na also, beeile Dich, wenn Du zurückkommst, dann fahren wir!" Maias Vater trat eben ein und das Gespräch wurde abgebrochen. Der elte Herr schien ebenfalls nicht in bester Laune zu sein. Er ging aufgeregt, die Hände auf dem Rücken, im Zimmer hin und her. Maja betrachtete ihn aufmerksam. st etwas vorgefallen, Papa?" " Ja, leider. Mein alter, erprobter Inspektor Dörring, der seit dreißig Jahren draußen auf den Werfen getreu seine Pflicht getan, ist plötzlich einem Schlaganfalle erlegen. Ich muß selbst hinausfahren, um nach dem Rechten zu sehen. Denn wenn dort die leitende Hand fehlt, geht gleich alles drunter und drüber. Der Mann war zuverlässig wie feiner. Ich fürchte mich davor, eine neue Wahl treffen zu müssen. Ich habe zwar tüchtige Beamte, aber gerade dieser Posten ist schwer zu besetzen, denn es muß ein ehrlicher. tüchtiger Mensch sein, weil es ein Vertrauensposten ist. Und ich weiß noch nicht, wo ich wieder einen Mann hernehmen soll, wie mein alter Dörring war." ( Fortsetzung folgt.) Sanatorium und Pension Traisa i. 0. bei Darmstadt. „ Glück auf" Bei Verdauungs-, Nerven-, Zucker-, Herzleiden, Frauenleiden etc. beste Heilerfolge. Prospekt fr. durch den Besitzer L. 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Ein armer Mann, der nur unter Entbehrungen wenigstens seinen äußeren Menschen in anständigem Aussehen erhalten tonnte, in dessen Börse aber selbst die raffinierteste Findigkeit des erprobtesten Gerichtsvollziehers oder Steuereinnehmers nichts entdeckt hätte, mischte sich unter die staunende Menge, die sich gelegentlich einer Einzugsfeierlichkeit Der ängstliche Eheherr. in der Hauptstraße drängte. Nachdem er lange dem eintönigen Konzert seines hungernden Magens gelauscht, sollte ihm eine kleine Abwechselung werden. Er spürte nämlich, wie sich eine fremde Hand angelegentlich an seiner linken Brustseite зи schaffen machte. Er drehte sich um und sah einen ziemlich reduzierten Menschen die Hand zurückziehen; dem sichtlich Erschrockenen flüsterte er beruhigend ins Dhr:„ Die innere Brusttasche ist rechts, weil der Rod gewendet ist." 狂 Angewandtes Sprichwort. Richter:„ Als der Gendarm Sie beim Baden an bertotener Stelle ertappte, flohen Sie im Hemde davon!" Angeklagter:„ Das Hemd ist mir doch näher als des Königs Rock!" Encouragement. Bettler( zu einem Herrn, der ihm einen Pfennig gibt): Sie, schenken S' m'r doch a' biss'l mehr!' bin noch' n Anfänger und verlier' sonst allen Mut!" Beseligendes Wort. Quarttermacher( zum alleinstehenden Fräulein, mit eigenem Haushalt):„ Fräulein, Sie bekommen einen Leutnant!" Fräulein( ältliche Kokette):„ D, ich Glückliche!" Astronomische Werbung. Vom Katheder. Vater:„ Also Liesel, wir sagen zu Mutter, daß es Deine Schuld ist, daß wir so spät nach Hause kommen, sonst kriege ich es bloß!" Professor ( nach langer Erklärung eines analytischen Beweises): ,, Sie verstehen das doch meine Herren?"( Einstimmiges nein!")" Nun, dann können wir ja weitergehen!" usw. chäft I von g Nachi Neubau Winn Vertikows Einzelne Ur. 23. Gnädiges Fräulein sind der Stern des Aben 3!" ,, Ah, Sie sind der Erste, der das sagt!" ,, Möchte darum auch üblichen Entdeckerlohn haben Ihnen meinen Namen geben zu dürfen!" 3 -etc.- Saf Zitronen- A p handlunge etränk. onial-, De Molk sen, str. alwasser und gesucht. ssen 190 Seifere Slätter für Gießen. für Abonnenten der Gießener Zeitung" fostenlose Lieferung. Expedition: Seltersweg 83.—-Verlag: Albin Klein. ( Alle Rechte für sämtliche Bilder und Texte vorbehalten. Abdrud verboten.) Neuer Ausdruck. ,, Was liest Du da", der Gatte spricht, ,, Wohl Heines Buch der Lieder?" Ach, Männchen, nein, das les' ich nicht", Sagt sie mit schelmischem Gesicht; 1910. " Ich brauche nämlich ein Korsett, Der Katalog liest sich so nett, Solch schicke Ware gibt's nicht wieder Wie sie mir zeigt dies Buch der Mieder!" Immer derselbe. Wo ist die Hasenbraut? Erfinder- Schicksal. An Armut leiden meist Talente; Sind nun Erfinder in der Not, Dann opfern sie ihre Patente Und Hoffnungen für sich'res Brot. Verzweiflung macht Erfinder willig, Und selbst des Dümmsten eignes Geld Macht überall in weiter Welt Jedwedes fremde können billig. Berantwortlicher Stebatteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. Drud und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. - Also Sie haben den Automobilsport aufgegeben und sind wieder mit Leib und Seele Jäger geworden?" „ Ja wissen Sie, das wurde mir doch zu teuer: ein Überfahrener kostet ja viel mehr als zehn angeschossene Treiber!" Verierbild. WEL SUT QUIT S ว! ก Variante. A.:„ Jedes Jahr müssen Sie eine Entfettungskur durchmachen, da sollten Sie doch auch nicht so viel essen!" B.( seufzend): Leicht gesagt; der Weg nach Marienbad ist mit guten Vorsägen gepflastert!" Verloren und wiedergefunden. Treffend. Wer ist doch nur der auffallend gekleidete Mensch da drüben, den man zu jeder Tageszeit hier bummeln sieht?" Was, den kennst Du nicht?! Das ist ein Millionärs- einer unserer bedeutendsten Trottoiristen!" sohn 11 Keinen Unternehmungsgeist. Sommerfrischler( welcher schon mehrere Jahre kommt, zum Wirt):„ Nun, das höre ich mit Bedauern, daß es dem Hornbauer so schlecht geht,... er soll ja vor dem Zusammenbruche stehn!.. Und er ist doch so eine ehrliche Haut!" Wirt: Na ja, dös ist schon alles schön und gut. aber Unternehmungsgeist hat er halt auch garnicht a bissel, schaun's, er ist schon 40 Jahre im Orte,... bei ihm hat's halt noch nicht a einziges mal brennt." Tanz- Varianten. Er war von je ein Tänzer nicht, Jhn treff des Fimme's Strafgericht. 0000 Raum ist kaum im grössten Saale Für ein eifrig tanzend Paar. 0800 Es ist bestimmt beim Firmament, Dass man mit Damen, die man kennt, Muss tanzen. 0000 O tanzt, so lang' ihr tanzen könnt, O tanzt, so lang' ihr tanzen wollt! Jhr Herren! Damen tanzen nur, Wenn sie zum Tanze einer holt. Am Fusse des Gebirges. Erster Tourist:„ Kein Mensch weit und breit zu sehen; deshalb fehlen auch die Esel, die sonst immer für die Touristen bereit stehen." Zweiter Tourist( in Gedanken): Ja, heute sind wir wirklich die einzigen!" Verloren und wiedergefunden.( Fortsetzung). Und ihre Zukunft sieht die Mutter Erniedrigt zum Kanonenfutter. Gedankensplitter. Steckenpferde lassen häufig ihren Reiter im Sumipfe stecken. 0000 Gar mancher glänzende Stern, der uns noch mit seinem Lichte erfreut, ist in Wahrheit längst erloschen. 0000 Geistreich ist für die Frau der Mann, Der sie selbst verstehen kann. 0000 Der Rücken lügt gewöhnlich noch mehr als der Mund. 0000 Der rußigsten Werkstatt erblüht oft die rosigste Zukunft. 0000 Schmeichle niemand, und du schmeichelst Dir selbst am nteisten. 0000 Ein Dichter schreibt anregend, ein Dichterling angeregt. Die Straußin setzt sich hin in Ehren Zu dem Behuf, sich zu vermehren. überflüssig. Junger Mann( an der Tür zum Dienstmädchen):" ſt die gnädige Frau zugegen, ich bin der neue Chauffeur." Dienstmädchen:„ Sie kommen wohl schon zu spät; die Gnädige sieht schon so echauffiert aus, die ist wahrscheinlich bom Herrn schon in Schwung gebracht worden." 00000000 Indes sie Leben will erwecken, Umdräuen sie des Todes Schrecken. Kinder- Scherze. Lehrerin( erzählt):„ Jakob hatte seinen Sohn Joſef| geschichtsstunde von den verschiedenen Hunderassen erzählt. am liebsten." Kind:„ Fräulein, den kenne ich, der wohnt in unserem Haus." 17 Lehrerin( berichtigt und fährt fort): Darum machte er ihm einen bunten Rock." Kind:„ Fräulein, dann ist er's ja doch, sein Vater ist ja Schneider." Dem fleinen Heini hat die Lehrerin in der NaturZum Schluß sagt er: Fräulein, wenn ich groß bin, kaufe ich mir einen Neufundländer, der muß alle Menschen retten, und einen Pudel, der muß ein Körbchen, tragen, und ein fleines Möpschen für die Kinderchen, wo ich nachher krieg'!" Derselbe Heini kauft sich im Laden eine Feder. Freudestrahlend kommt er zurück und ruft:„ Ich habe der Frau gesagt, sie soll mir eine Feder geben, wo man lauter Ginsen mit schreibt. Da ist sie!" Hyperbel. Kaufmann( zu seinem Kommis, der eine Kiste Tee, welche für die Firma J. P. Wilhelms Eidam& Co. bestimmt ist, mit den Anfangsbuchstaben der Empfänger: J. P. W. E. & Co. figniert):„ Herr Lorenz, es hätte ja auch ein W. genügt! Sie brauchen ja nicht gleich eine ganze Novelle auf die Kiste zu schreiben." Ein guter Kamerad. Feldwebel:..... Unter kameradschaftlich versteht man fleine Gefälligkeiten, die man seinen Kameraden erweist. Was würden Sie z. B. tun, Schlempe, wenn Sie sehen, daß Ihr Kamerad das Essen auf dem Tische stehen hat, seine Rockknöpfe noch nicht gepugt sind und gerade zum Antreten geblasen wird?" Retrut:„ Ich würde schnell für ihn essen, damit er puzen tann!" ст Begründung. Herr( die Gasthofrechnung betrachtend): Wie, eine Mark für die Benützung des Telephons? Ich hab' ja garnicht telephoniert!" Kellner: Macht nichts! Das Telephon stand zu Ihrer Verfügung warum haben Ste's nicht benützt!" Der Hungrige. von Schneidewiß( im Wirtshaus): Cie haben mich firiert, mein Herr!" Schreiber:„ Bitte sehr, nur Ihre Wurst!" malitiöser Rat. „ Na, Doktorchen, Sie scheinen ja ein schönes Stück Geld zu verdienen!" Das ist nicht so schlimm; meine Patienten lassen mich gerade leben." ,, Machen Sie das doch mit Ihren Patienten auch." Während der Gesellschaft. Tochter( leise):„ Ich bin in Verzweiflung Mama; frage ich da meinen Tischnachbar, den Professor, zufällig, woher die Maikäfer kommen, jett hält er mir seit zwei Stunden einen Vortrag über wer weiß welche Käfersorten; am liebsten möchte ich garnicht an meinen Plaz zurückkehren!" Jhr Auge bettelt um Erbarmen, Doch dieses mangelt dem Gendarmen. Mutter:" Ja, das geht nun einmal nicht anders, Kind wie kann man aber auch so leichtsinnige Fragen stellen?" Bicht zu Hause. der Gläubiger( mit Rechnung): Ist Herr Flott vielleicht zu Hause?" Studiosus( Stubengenosse von Flott):„ Nein!" Gläubiger:„ Aber ich sah ihn doch selbst ins Haus hinein gehen!" Student: Ja- er Sie aber auch!" Doch welch in Wunder: Beim Krepieren Tut sich das Leben präsentieren. Verschnappt. Junger Ehemann( der sich wegen des Essens ins Restaurant geflüchtet):„ Herr Wirt, die Suppe war schlecht, der Braten war zäh', die Mehlspeise angebrannt! Da tann man doch gleich zu Hause essen!" 6 Und jauchzend künden es die Sprossen: „ Mama, Mama, wir sind erschossen!" Boshaft. „ Was hat denn der Weinhändler Pantscher für eine geheiratet?" ,, Die Tochter eines andern Weinhändlers!" ,, So, so, also cine Mischehe!" 6000 133] alciun!!!! I อ 1 อม น อง( 1 Biling ital[ v] อ QaD! qua31G нер 6000 ( бинǝло) Нафијат qun изхорла Fer Hons) B ju อ เอ โอ เล al plu pro pay alo แอ ม a vg uppat soyusta uvut นอก -pang anдsб 1 Pag anu( pog риз Men Dies und Das So ein bißchen Französisch Der Offiziersbursche H. hatte treu bei seinem Herrn, dem Hauptmann v. W., ausgehalten, bis letzterer bei Sedan fiel. In der v. W.schen Familie blieb H. in gutem Andenken, und als die Gräber in Feindesland ge schmückt wurden, schickte man H. nach Frankreich. Sein französischer Wortschatz entsprach den Brocken, die außer dem Herenschuß sich jeder biedere Deutsche aus Frankreich mitgebracht. Mit dem festen Vorſatz, nunmehr gegen die Fran30sen sehr höflich zu sein, fuhr H. in der Eisenbahn über die Grenze. Der erste Fahrgast, der sich zugesellte, wurde mit Heitere Ecke. Seufzer. Heimkehrender Reservist( der von seiner Frau mit heftigem Reifen empfangen wird):" Und da singt man immer: Reserve hat Ruh!" O, diese Kinder!„ Mama, Mama, eine Maus ist in die Teigschüssel gesprungen!"- Das Extrablatt. FS Extrablatt: Große Dynamiteɣplosion in Krachhausen! biederem: „ Bongschuhr" begrüßt, worauf er ebenso antwortete. Auch Nr. 2 bekam sein Bongschuhr", das von beiden Fremdlingen erwidert wurde. Dann saß man sich wieder stumm gegenüber. So ein Franzose ist, wenn er ruhig dasitzt, auch so gut Mensch wie wir, und da einer eine Zigarre herausbrachte und in allen Taschen nach einem Streichholz suchte, so war diese internationale Bewegung leicht zu erraten. H., in seinem Höflichkeitsdrang, obgleich es nicht französisch ging, fragte gut deutsch:" Rönnte ich Ihnen wohl mit einem bißchen Feuer aushelfen?" ,, Da würden Sie mir einen großen Gefallen tun," sagte der andere, und auch der Dritte sprach deutsch weil alle drei Deutsche waren! Ya 7. Bilderrätsel. Buchstabenrätsel. ( Lesend:) ein unheimliches Zischen und plötzlich ein fürchterlicher Knall!!! Bagulan Unsere Rätselecke NN N NN Wir fuhren in nordischen Meeren, Da haben wir oft ste gesehn, Doch, leider! unsern Speeren Wußten ste stets zu entgehn. Mit anderem Fuß beschützt es Vor heftigem Feindesprall. Man stützt es und benüßt es, Droht wilder Wogenschwall. Mit anderm Fuße dient es Dem Sultan selbst, voll Macht. Mit anderm Fuße grünt es, Hat oft mir Trost gebracht. Pyramide. In die Felder der Figur sind die Buchstaben DE EEEIIL MOPRŔ SST derart einzutragen, daß die mittelste senkrechte Reihe eine Blume und die drei wagerechten Reihen ein Bauwerk, einen Blütenstand und ein Kleidungsstück be zeichnen. ich zur Frau haben!" „ Nun, und was hast du da getan?" „ Ich habe schnell die Katze hineingesetzt; die wird sie schon kriegen.' " In dei Kochschule. Vorsteherin: ,, Sie wollen wohl eine Tochter an melden, mein Herr?" Besucher: ,, Nein, Ihre beste Schülerin möchte Der Nachtisch. Herr Freßler:„ Nach der halben Gans können Sie den Nachtisch bringen!" Kellner: Was belieben Sie?"- Herr Freßler: Bringen Sie mir ganz einfach die andere halbe Gans!" Gefühlvoll. Gatte, dessen Frau nach einer häuslichen Szene heftig weint:„ Emma, geh, weine nicht, du machst die Wohnung nur noch feuchter!" Bescheiden. Sie: Was wünschst du dir denn zum Geburtstag, Gustav?" Er:„ Liebe Eulalia, laß mir den Hausschlüssel photographieren!" Der letzte Moment. Sekundärbahnschaffner:„ Meine Herrschaften, wer noch mitfahren will, kann jetzt den Zug noch einholen!" O Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer: MBL Homogramm: MBL a r a r i e f Li e b e a f e Abstrichrätsel: 919 Lob, Lindau, Verein, Hafer, Schafe, Lade, Ast, Ahn, Ural. Blinder Eifer schadet nur. Arithmogriph: Frankreich, Ranke. Acker, Nachen, Kaffee, Reiher, Eiche, Iran, Chiffre, Heinrich. Ergänzungsrätsel: Mastkorb, Anker, Nadel. Gleichklang: beschwert. Maskerade. Verantwortlicher Redakteur: Paul Oschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 129. No. 22. Neur Beilage zur Gießener Zeitung. frhalle Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. Verlag Albin Klein. Spätes Glück. Novelle von Regine Busch. ( Schluß.) ie alte Dame warf dem Professor einen bösen Blick zu, er aber fuhr ruhig fort: Natürlich halten Sie es für unmöglich, daß sich irgend ein Mädchen nicht in Ihren Sohn verliebt; aber wenn eine wagen sollte, ihn heiraten zu wollen, dann finden Sie das empörend. Frau Anna, dies fremde Pflänzchen, das Sie sich da im Süden aufgesammelt haben, hat etwas ganz Eigenes von innerer und äußerer Anmut und ist eine kleine Persönlichkeit, die noch werden wird und heute schon weiß, was sie will. Es kann Ihrem Leutnant übrigens nur gut tun, wenn er sie ehrlich lieb hat. Und wenn er ihre Liebe gewinnt, so ist er ein Glückspilz; das ist meine Meinung, Frau Anna!" ,, Aber Professor, Sie idealisieren auch mal wieder! Ich habe gewiß nichts gegen die Hilde. Im Gegenteil, ich habe sie damals gleich ins Herz geschlossen, als sie so weiß und still an ihres Vaters Totenbett stand. Und brauchbar und bescheiden ist sie ja auch gewesen! Aber man muß doch auch die praktischen Seiten ansehen. Sie hat nichts, rein gar nichts, nicht mal eine Aussteuer. Und dann ist sie auch so landfremd, so ohne irgend welche Konnexionen; Sie wissen ja, der Alte ist da oben irgendwo Gymnasiallehrer gewesen. Ich habe es mir doch so ganz anders für den Jungen ausgedacht. Er soll natürlich nicht des Geldes wegen heiraten, aber nun gerade so! Gewiß, es wäre zu machen ich bin ja gottlob eine wohlhabende Frau; aber der Junge kostet jetzt schon so viel. Nun wieder Kaution und Aussteuer! Und es wäre mir auch schwer wegen der anderen Kinder und unsere Bekannten und das Gerede!" ,, Also so konventionell sind wir ge1910. worden, seit wir reich sind, Frau Anna," sagte der Professor mit seinem feinen Lachen, aber nun bekennen Sie doch wenigstens Farbe; alles andere waren ja doch nur Redensarten! Und nun will ich auch mal ehrlich mit Ihnen sprechen. Wenn Sie diese Heirat nicht zugeben wollen bei Ihrem Sohne sitzt die Sache sicher fest und tief, dann können Sie Hilde nicht länger bei sich behalten, nicht wahr?" Frau Anna schwieg einen Augenblick. Das habe ich mir schon selbst gesagt, aber Ich lasse sie sehr ungern fort, und damals habe ich ihren Verwandten gegenüber auch so halbwegs die Verpflichtung übernommen, für sie zu sorgen. Ich würde gewiß das mögliche für sie tun, um anderswo". Wieder schwieg sie, diesmal verlegen. Gut, ich nehme Ihnen gern Ihre Pflichten gegen das arme Ding ab," sagte der Professor. Ich habe dies alles kommen sehen und mir die Sache wohl überlegt. Ich bilde mir auch ein, ein wenig Menschenkenner zu sein und die Hilde gefällt mir. Ich sehne mir ein wenig Jugend herein in mein Alltagsleben, in mein großes, leeres Haus, und bin nun alt genug, um mir den Lurus einer jungen, hübschen Hausdame gestatten zu dürfen nicht wahr, Frau Anna? Also Sie können Hilde ohne Skrupel zu mir entlassen, wenn Sie die jungen Leute voneinander trennen wollen!" Die alte Dame schwieg noch immer. Das war gegen ihre sonstige Art. Der Professor sah sie von der Seite Jetzt atmete sie tief auf und trocknete ihre Augen. an. ,, Nein, Professor, ich behalte Hilde bei mir, mag es kommen, wie es kommen will! Wenn es sein soll, wenn sie sich wirklich von Herzensgrunde lieb haben, dann ist alles andere Nebensache und wird sich schon finden. Leicht wird es mir nicht; aber wenn es das rechte ist dann in Gottes Namen! Ich will nicht dagegen sein!" Der alte Herr nickte ihr freundlich zu:" Recht so, Frau Anna, ich habe Bezugs G T das auch von Ihnen erwartet. Und nun Kopf in die Höhe! Tun Sie das Ihrige und überlassen das Weitere vorerst unserm Herrgott! Die Jungen wollen doch auf ihre eigene Art glücklich oder unglücklich werden. Wir haben es nicht besser gemacht, als wir jung gewesen sind, und sollen das nicht vergessen." Frau Anna war es weich und still ums Herz geworden. Sie sah schweigend hinaus auf das Wasser. Die Sonne war hinter eine dunkle Wolkenbank gesunken, deren Saum sie nun purpurn und goldig färbte, und über allem lag eine große, weiche Harmonie und ein tiefer Frieden. Frau Anna hatte die Hände gefaltet." Ja, mein Freund," sagte sie nun leise, ich verstehe Sie wohl, und recht haben Sie auch. Wir sollten so sein wie dieser Herbsttag, so weich und klar und mild, wir alten Frauen mit den jungen Herzen. Und doch kommen die unruhvollen Wünsche und Stimmungen immer wieder über uns." „ Wir dürfen und sollen für uns und andere wünschen, Anna, solange wir leben," sagte er ernst. ,, Es gilt nur, die Wünsche in das rechte Licht zu rücken, in das milde, klare Herbstlicht in das Licht der Ewigkeit, der wir beide nun schon nahe sind, Anna!" Sie nickte wehmütig. " Ja, es wird Abend um uns und Herbst und Winter. Die Blätter fallen ab, eins nach dem andern." ,, Aber danach kommt der große Frühling, Anna. Und was lebenskräftig ist, lebt weiter, irgendwann, irgendwie, irgendwo !" Er blickte hinaus, weit über die See ins Abend rot. Frau Anna legte ihre rechte Hand fest in die seine.Auf einmal bückte sie sich und nahm mit den Fingerspitzen der Linken vorsichtig von einem gelben Farrenkraute ein paar feine weiße Fäden auf. Die Augen noch voll Tränen, aber ein schelmisches Lachen um den Mund, zeigte sie ihrem Gefährten das Spinngewebe:" Ja, ich verstehe Sie schon und möchte es auch gern im Leben noch zu einem netten, richtigen Altweibersommer bringen. Bei Ihnen ist mir eben schon ganz gut und still ums Herz geworden." „ Sie können's noch werden, Frau Anna", sagte er lachend.„ Sie haben wirklich das Zeug zu einer lieben, alten Frau, und ich hoffe, noch recht meine Freude an Ihnen zu erleben!- Und nun geben Sie mir Pflegevaterrechte an Hilde sie wird schon damit einverstanden sein! Ich möchte mir nur ein ganz kleines Anrecht auf ihr Leben und Lieben gewinnen mag sie dann heiraten, wen sie will! Und wenn es Ihr Junge ist, Frau Anna, so soll es mich von Herzen freuen, um der alten Zeiten willen!" Die Kommerzienrätin wollte antworten, da hörten sie junge Stimmen fröhlich sprechen. „ Wir sind ganz kühn am Abhange heraufgeklettert," rief der Leutnant. Was für ein ideal schöner Herbsttag war das heute!" Mit heißen Wangen und hellen Augen kamen die beiden jungen Menschen auf das alte Paar zu. Frau Anna ging ihnen freundlich entgegen. Schön, daß Ihr es so genossen habt, Kinder! Aber nun wird es auf einmal kalt, und wir müssen heim. Gehen Sie nur mit Oskar wieder voraus, Hilde, wir Alten kommen schon miteinander nach!" Sie wollte des Professors Arm nehmen, als ihr Sohn zu ihr herantrat und halblaut und ziemlich verlegen sagte: Ach, Mutter, ich möchte wohl mit Dir gehen bitte! Verzeihen Sie, Herr Professor, aber ich dachte, ich habe-- Er war rot geworden und stotterte. Das war etwas so Außergewöhnliches bei diesem Herrn Leutnant, daß seine Mutter ihn ganz besorgt und erstaunt anblickte. Ueber des Professors Gesicht flog es wie ein lustiges Leuchten. ,, Natürlich überlasse ich Ihnen Ihre Frau Mutter mit größtem Vergnügen. Auf Wiedersehen, Frau Anna!"" Und nun kommen Sie mal zu mir, Kindting!" sagte er dann zu Hilde, die etwas abseits stand und auf die See hinausblickte. Sie wandte ihm ihr glühendes, scheues, reizendes Gesichtchen zu. Er legte ihren Arm in den seinen. " So, mein kleines Fräulein, nun wollen wir beide einmal miteinander wandern! Unser Leutnant hat seine Mutter ja im Sturmschritt entführt, da müssen Sie schon mit mir vorlieb nehmen! Haben Sie ein klein wenig Vertrauen zu mir? Dann beichten Sie mir mal alles! Hat der Schlingel, der Oskar, Ihnen heute gesagt, was ihm schon lange im Herzen und auf der Zunge brannte? Und Sie haben nicht nein gesagt? Sehen Sie, Hilde, meine alten Augen sind ganz scharf, das habe ich Ihnen vorhin gleich angesehen! Nicht weinen, Kindting nicht weinen also Sie haben ihn lieb und möchten seine Frau Leutnant werden?-- Oh, Sie könnens mir ganz ruhig sagen, denn ich habe Sie vorhin feierlich als mein Pflegetöchterchen adoptiert; Frau Anna weiß schon darum. Sehen Sie, Hilde, ich bin so ganz allein und möchte wohl die Freude haben, auch einmal ein frisches junges Menschenkind ein wenig lieb haben und verwöhnen zu dürfen. Wir sind ja von Anfang an so gute Freunde gewesen, Hilde, daß ich fest hoffe, Sie schlagen mir diese Bitte nicht ab. Wollen Sie mir vertrauen, Kind?" Hilde schlang beide Arme um des alten Herrn gebeugten Nacken. Ihr junger blonder Kopf lag an seiner Schulter, und alle Spannung und Aufregung der letzten Zeit machte sich nun Luft in Tränen und vielen abgebrochenen, halb unverständlichen Liebes- und Dankesworten. Der Professor strich ihr beruhigend über das helle Haar.„ Pst, Kindchen- ruhig sein! Sie sind ja bisher immer so stramm und stolz gewesen! Nur den Mut nicht verlieren! Wenn Ihr Euch lieb habt, Ihr beiden, dann sollt Ihr Euch haben! Dazu bin ich da. Ruhig, ruhig, mein Töchterchen! Und seine Mutter hat das Herz auch auf dem rechten Fleck wird noch alles, alles gut, mein Herzenskindting." Drei Tage später. Die große Dampffähre führ von Altefähr auf Rügen hinüber nach Stralsund. Es war ein kalter, windiger Herbsttag. Ueber der alten, türmereichen Stadt Stralsund standen die grauen Wolken dicht und tief. Der Leutnant und seine Braut hatten einen ruhigen Platz hinter der hohen Maschine gefunden. Er hatte sich in den paar Tagen schon ganz in die fürsorgliche Würde eines Bräutigams eingelebt. Es war, als ob er mehr Maß, Ruhe und Halt gefunden hätte. Das Bräutchen war noch ein wenig scheu und unsicher, aber das Glück leuchtete ihr aus den Augen. Das junge Paar plante währenddessen ein Wiederkommen miteinander, als junges Chepaar. Vorerst kam nun freilich eine Trennung, bis Weihnachten. Zur Verlobung beim Feste hatte der alte Professor sein Kommen versprochen, unter der Bedingung, daß Hilde ihn dann für längere Zeit nach Berlin begleite. Und nach dem Manöver im nächsten Herbste sollte Hochzeit sein!- " Wie ſtattlich ist dies Stralsund, aber es sieht so ernsthaft, fast traurig aus!" sagte Frau Anna zum Professor. Der nickte.„ Es liegt über der alten, tapferen Stadt wie Schatten der Vergangenheit und Erinnerung an viele harte Zeiten macht es ernst und stolz!" das Sie blickten lange zur Insel hinüber, wie um Abschied zu nehmen. Es ist schön gewesen," sagte Frau Anna innig. Mag nun kommen, was will, es muß auch gut so gewesen sein für uns und für die Kinder! Ich danke Ihnen, mein alter Freund!" Nach einem Gemälde von R. de Witt. Die Kaffeeschwestern. Motto: Was harmlos oft ein armer Junge, ein junges Mädchen still pollbringt, Der Kaffee schlägt es an die Zunge, daß es erbaulich weiter klingt. Renzsonnenstrahlen freundlich schienen, Die Zungen spielten flink und glatt, Und draußen hinter den Gardinen Ruht friedlich die bedrohte Stadt. " Den Oberlehrer, Moritz heißt er, Hat seine Frau zu Tod geplagt; Die Erika vom Bürgermeister Hats im Vertrauen mir gesagt. Die junge Frau vom Kantor Becker Die dauert mich,' s ist wirklich wahr; Ist der ihr Mann ein arger Schlecker! Sie kauft ihm gestern Kaviar. Und bei dem Schlossermeister Hammer, Hm, ist ein neuer Altgesell; Bei dem wars auf der Bodenkammer Am Sonntag bis zum Morgen hell. Vorm Stadttor in der Rosenlaube Fand jüngst der Gärtner einen Zopf; Die Else Strumpf, soviel ich glaube, Hat ziemlich dünnes Haar am Kopf." So tauscht mit traulichem Geflüster Beim Kaffee man manch liebes Wort, Und als es allgemach ward düster, Setzt man es bei der Lampe fort." Georg von Rohrscheidt. Der Knabe r Wame bereits vo Der Diener entf Buffchrift An Fräulein Shreiber mußte taben erichtenen Maja rik den Sehr geehrtes Sie au beläftige War Gorge eines ge tobfront! Der niall von Diphthe daß wir das arte bald eine Bendung denten, daß t Hatge, was mir von e