ge! onen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich vorauszahlbar, vierte.jährlich 1,20 Mt., durch die Post 150 Mt. frei ins Haus. - - Erscheint Dienstags, Zwei Extrabeilagen: Donnerstags und Samstags. Sumoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Seltersweg 83. - en Telephon: Nr. 362. Nr. 62. eßen. Thr im Saale 910. dt zahlreichen orstand eiden büre über lentleiden Montag, br. fon und Familie tszustand 2c. ge und distret auf zur Verfügung ro Neue Bell 53. he billig opiche melbung und enten an das rankfurt a. M. 28, derzeit kostenlos Bekanntmachung Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 28. April 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die Rechnung der Stadt Gießen für 1908 webst Verwaltungsbericht, sowie die Rechnung des Stadterweiterungsfonds, des städt. Elet= trizitätswerkes und des Gas- und Wasser= werf 3 für 1908 liegen in Gemäßheit des Artikel 87 der Städteordnung vom 27. April bis 4. Mai 1910 zur EinFicht der Beteiligten auf der Bürgermeisterei Bimmer 15 offen. Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentLichen Kenntnis gebracht, daß Bemerkungen zu denselben Binnen gleicher Frist bei uns vorgebracht werden können. Gießen, den 23. April 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bergebung von Maurer- u. Pflasterarbeiten. Die Maurer und Pflasterarbeiten für die Neubefestigung der Südanlage zwischen Bismarckstraße und Selterstor follen Montag, den 2. Mai ds. Is., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen lie= gen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätefiens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 25. April 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Die Heberolle( Gießen und Schiffenberg) über die Beiträge zur land und forstwirtsch. Berufsgenossenschaft für 1909 liegt von heute an während vierzehn Tagen auf Zimmer 2 offen. Jinnerhalb weiterer zwei Wochen, nach Offenlegung fann gegen die Beitragsberechnung bei dem Genossenschaftsvorfande Einspruch erhoben werden. Gießen, den 22. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten wird die Wetsteingasse von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrund Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 25. April 1910. Großherzogliches Polizeiam t. J. V.: Pfeffer. Bekanntmachung. Wir machen die Besizer derjenigen Pferde und Fahrzeuge, welche bei der Ausheb= ung im Falle einer Mobilmachung zu ge= stellen sind, bereits im Frieden ausdrücklich auf folgende gesetzlichen Bestimmungen aufmerkſam: 1. Uebertretungen der hinsichtlich der Stellung der Pferde zur Aushebung getroffenen Anordnungen werden nach§ 27 des Kriegsleistungsgesetzes vom 13. Juni 1873 mit Geldstrafe bis zu 150 Mt. geahndet. 2. Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht ungesäumt und vollständig vorführen, haben außer der geseßlichen Strafe zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangsweise Herbeischaffung der nicht gestellten Pferde vorgenommen wird. 3. Der Verkauf eines Pferdes vor erhaltener Gestellungsaufforderung entbindet nicht von dessen Gestellung, sofern die Ablieferung an den neuen Erwerber noch nicht erfolgt ist. Eine Ausnahme findet nur statt, wenn nachweislich der Verkauf an die Militärbehörde, an Offiziere, Sanitätsoffiziere oder Militärbeamte, welche sich ihre Pferde für die Mobilmachung selbst beschaffen, erfolgt war. 4. Von Bekanntgabe des Mobilmachungsbefehls bis nach Beendigung der Pferdeaushebung ist jede Ausführung von Pferden in andere Kreise oder Ortschaften verboten. Zuwiderhandlungen werden für jeden einzelnen Fall mit der in§ 27 des Kriegsleistungsgesetzes vom 13. Juni 1873 vorgesehenen Strafe geahndet. Eine Ausnahme von dem Verbote sindet nur statt, wenn nachweislich der Verfauf an Militärbehörden des Aushebungsbezirks oder an solche Offiziere, Sanitätsoffiziere, oder Militärbeamte, welche sich die Pferde für die Mobilmachung selbst beschaffen, geschehen ist. 5. Bei der Vorführung müssen die Pferde durch den Besitzer versehen sein mit: Die Landtagswahl Ingelheim- Mombach. beit ein wesentlicher Anteil am Wahlerfolg zuzumeſſen ist, zu Am Dienstag Nachmittag fand im Rathaussaal Ober- Ingelheim die Wahl des neuen Abgeordneten für Ingelheim- Mombach an Stelle von Bürgermeister Dr. Frenay Bensheim statt. Nach Erledigung der üblichen Formalitäten gaben die Wahlmänner ihre Zettel ab: 29 für Dr. Fr. Bo If, Arzt in Gonsenheim, 22 für Dr. Frena y. Fortmist also Dr. Wolf Abgeordneter für Ingelheim. Wie bekannt, gaben die 11 Wahlmänner von Mom= bach sämtlich der Linken angehörend, den Ausschlag. Nach der Wahl versammelten sich die Teilnehmer mit dem neuen Erwählten im Restaurant Ludwig. Herr Kauf22) D' Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Die Stimme flang in der Tat wieder sehr belegt! Franz, der sich vorsichtig in die fernste Ecke des Zimmers zutidgezogen hatte, vermochte ein kleines schadenfrohes Bächeln nicht zu unterdrücken; denn er fannte diesen Ton feines Herrn aus Erfahrung und wußte, daß dem Uebercifrigen nun ebenfalls bald etwas an den Kopf fliegen würde. Das geschah ihm schon recht, weshalb war er szudringlich. Wirklich zuckte die Hand Walters schon bedenklich nach einem ihm erreichbaren Buche. Dem Theaterdiener mochte das ebenfalls nicht entgamgen sein; denn er zog sich vorsichtig einige Schritte zurück und schielte nach dem Ausgang. Es bleibt also keine Hoffnung, daß Sie sich entschließen werden.- ,, Nun reißt mir aber die Geduld", schrie Walter wütend und der andere zog es vor, eiligst zu verschwinden. Jezt magte sich auch Franz wieder aus seinem Versteck herbor.co Ich bitte um Entschuldigung, Herr Walter, aber es war unmöglich, diesen zudringlichen Menschen zurückzuhalten, er schob mich einfach bei Seite." ,, Ach was, du bist ein Schafskopf, Franz, ein altes Ramel", tönte es sehr energisch von den Lippen des Sängers, ohne eine Spur von Heiserkeit. Na, heute bin ich wieder eine ganze Menagerie!" brummte Franz verdrießlich. Ich möchte nur wissen, has dahinter steckt."- Eine ganze Woche schon dauert die Krankheit Hermann Balters. Der Intendant war der Verzweiflung nahe; den täglich liefen wohl ein Dußend Anfragen ein, ob der bewunderte Sänger, der ,, gottbegnadete Künstler" nicht band wieder auftreten würde. Man konnte es taum erwarten, Walter fingen zu hören. Endlich nach acht Tagen atmete der Intendant wieder auf. Der Künstler unternahm bereits größere Spaziergänge, und es schien, als ob er endlich auf dem Wege der Besserung wäre. Auch der redoliche Franz fühlte sich sehr erleichtert. Er hatte unter mann W. Christ- Mainz, dessen zielbewußter Kleinar begrüßte den neuen Abgeordneten, dessen Wahl insofern eine besondere Bedeutung habe, als es die erste der neugeeinten Fortschrittlichen Volkspartei ist. Mit einem Hoch auf Abg. Dr. Wolf schloß die Rede. Auch Herr Bürger= meister Saalwächter Nieder- Ingelheim begrüßte den neuen Abgeordneten als einen alten Bekannten, dessen Gesinnung klar zu Tage liege und der alle Wünsche und Sorgen des Wahlkreises von Jugend auf kenne. Zuletzt sprach Abg. Dr. Wolf. Er werde im Landtag treu bleiben seiner politischen Vergangenheit, die ja im Wahlkreise nicht unbekannt sei, und vor allem das Pluralwahlrecht und die Her Launenhaftigkeit seines Herrn unendlich viel zu Leiden. ,, Ich gehe fort, ich bleibe nicht mehr bet Ihnen", war seine stereotype Redensart geworden. Doch der junge Sänger antwortete höchstens mit einem Kamel" oder„ Einfaltspinsel", und dann blieb alles wieder wie es ivar. Franz traf einmal, als er gerade verschiedene Besorgungen für seinen Herrn zu machen hatte, mit dem alten Frizz zusammen. Es stellte sich heraus, daß die beiden einstmals bei demselben Regiment gedient und manches zusammen erlebt hatten. Sie erkannten sich auch gleich wieder, denn sie waren damals gute Kameraden gewesen und die Begrüßung fiel dem gemäß auch sehr herzlich aus. ,, Na nu sage mir mal, Friß, was du denn eigentlich jetzt treibst", fragte Franz. Der Angeredete richtete sich stramm empor und erwiderte nicht ohne Stolz: Ich hab' es nicht schlecht getroffen, Kamerad, habe einen guten Posten bei dem reichen Fabrikanten und Fabrikbesiber Reinau, dem Millionär, da bin ich als Kutscher. Latai" nennt mich unser gnädiges Fräulein immer; und du? Wie kommst denn jetzt du plößlich hierher?" Ich bin mit meinem Herrn, dem Opernsänger Walter hier, den ich auf allen Reisen begleiten muß. Er ist nun freilich kein Millionär, aber er wird es sicher noch werden," äußerte Friz wichtig. ,, Du, deinen Herrn, den kenn' ich," rief Friß lebhaft. ,, Er ist uns schon verschiedenemale begegnet, wenn wir, mein Fräulein und ich, nach Neunlinden fuhren. Ein schöner Mann ist er übrigens, dein Herr", fügte Frib wohlwollend bei. ,, Das will ich meinen," entgegnete Franz und sein Freund und Regimentskamerad fuhr eifrig fort: ,, Mein Fräulein muß den Herrn Walter übrigens schon fänger kennen, denn die beiden begrüßten einander so vertraut und herzlich wie zwei alte Bekannte. Damals wäre ich beinahe mit ihm in Streit geraten, denn er nannte unser Fräulein- wie glaubst du wohl, daß er fie a nrief?" ,, Nun?" machte der Franz, der der Stede seines alten Freundes mit großem Interesse gefolgt war. Hoffte er 21. Jahrg. Halfter, Trense, zwei mindestens zwei Meter langen Stricken und gutem Hufbeschlag. Der Wert dieser Stücke ist in der Tare mitenthalten. Fehlt eines derselben, so werden die dadurch entstehenden Kosten bei der Tarsumme in Abzug gebracht. 6. Pferde, welche als brauchbar ausgewählt, aber zunächst nicht abgenommen werden, sind von den Besitzern, bei Meidung der unter 1 erwähnten Strafe, auf drei Wo chen, vom Tag der Aushebung an gerechnet, zur Verfügung der Militärbehörde zu halten. Bis zur förmlichen Abnahme haben die Besitzer oder deren Beauftragte die Pferde zu beaufsichtigen und auf eigene Kosten zu verpflegen. Wenn die Besizer dieser Verpflichtung nicht genügen, werden die dadurch entstandenen Kosten bei Auszahlung der Tarsumme in Abzug gebracht. 7. Bei den bereits früher gemusterten Pferden sind an den Halftern auf der linken Seite die Bestimmungstäfelchen, welche die Designation der letzten Musterung ausweisen, zu befestigen. 8. Schläger und bissige Pferde sollen ausdrücklich als solche bezeichnet werden, um Unfällen vorzubeugen. Gießen, den 12. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Keller. Arbeitsvergebung. Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Befestigung der Auffahrtsrampe am Stadttheater von der Johannes straße aus und von zwei Fußgängerwegen in der Südanlage sollen Dienstag, den 3. Mai, vorm. 11½ Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 27. April 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. - | projektierte Wahlkreiseinteilung bekämpfen. Schon vor 30 Jahren habe er hier in Ingelheim neben dem alten Bamberger gefämpft. Er gebe das Versprechen, daß er im hess. Landtage niemals anders wirken werde, als im Sinne eines ganz entschiedenen Freisinns!( Lebhafter Beifall.) Björnson+. Der norwegische Dichter Björnstjerne Björnson ist vorgestern in Paris verschieden. Als Björnson vor einigen Jahren von seinem deutschen Verleger um eine Selbstbiographie für einen Katalog gebeten wurde, schrieb er die wenigen Worte:„ Geboren doch, hier den Schlüssel für seines Herrn unbegreifliche Launenhaftigkeit zu finden. Ich war auf äußerste empört, kannst du dir denken, wie der Herr, den ich gar nicht tannte, uns zuruft: ,, Guten Tag, Fräulein Hasenfraß, wie geht's dem Fräulein Zierbalg? Nun bitt' ich dich, hast du so etwas schon gehört? Mein Fräulein lachte ganz ausgelassen, und da sie auch nicht auf den Kopf gefallen ist, so quittierte sie ganz prompt und nannte den frechen Menschen ,, Herr Zipfel." Das schien ihn gar nicht zu ärgern, im Gegenteil, es fam mir vor, als freute er sich darüber. Aber mich wurmte es doch, daß er uns solchen Spiznamen aufhängen wollte; deshalb sagte ich ihm klar und deutlich, wie wir eigentlich heißen. Wir brauchen uns doch so etwas nicht gefallen zu lassen, auch nicht von einem berühmten Künstler. Wie mir mein Fräulein später erzählte, wird Herr Walter einmal sehr berühmt werden." ,, Ist dein Fräulein hübsch und jung? fragte Franz, dem bei dieser Erzählung ein Licht aufging. ,, Ob Fräulein Maja Reinau hübsch und jung ist!" rief Friz, den schon die Frage allein zu beleidigen schien. ,, Hübsch und jung, ha, ha, du solltest sie bloß einmal sehen, bloß einmal, hübsch meinst du? Sie ist das schönste Mädchen der Stadt, ach, was rede ich,- der Stadt, das ganzen Königreichs!"- ,, Na na, übertreibe nur nicht", wehrte Franz lachend, hast du' ne Ahnung, was es in unserem Sönigreich für hübsche Mädchen gibt! Du hast eben noch nicht so viel gesehen, wie ich! Beim Theater sieht man viel, fag ich bir, ach, es ist eine Pracht, was es da für Weiber gibt 11 er schnalzte mit der Zunge, ,, eine Pracht sag ich dir!" ,, Alter Esel," brummte Friß, läufft du noch immer jeder Schürze nach, wie damals, wo du die Mädels alle zum Besten hieltest?" ,, Na, ich sehe noch immer ein hübsches Mädchen lieber als ein häßliches," gestand Franz aufrichtig: ,, ach, es war doch eine schöne Zeit damals, als wir jung und forsch waren. Erinner du dich noch an meine Kathrine und was die für herrliche Sachen zu kochen verstand? Ach die besi Bissen hat sie mir heimlich zugesteckt. Möchte wohl (. f.) wissen, was aus ihr geworden ist." 1832 am 8. Dezember in Osterdalen. Viele Male totge=| den Antrag des Prof. Luley, die Verhandlungen über diese schlagen zuletzt noch 1903, weil ich den König besuchte aber nie ganz." Hinter diesen furzen Zeilen steht der ganze Mensch Björnson, der Dichter, der Kämpfer, der Politiker. Er war, wie keiner wohl, die Stimme seines Volkes, ein Mann von jenem kräftigen Schlage wie etwa Ernst Moritz Arndt einstmals für uns. So erklärt sich auch Björnsons allgemeine Volkstümlichkeit, weil er für die Kulturgegenwart der Staaten Europas ein scharfes Auge hatte und aus dieser seltenen Erkenntnis seinem Vaterlande neue Wege und Möglichkeiten idealer Vervollkommnung wies. Der nun Heimgegangene, der so lange und heiß mit dem Allbezwinger ringen mußte, wurde am 8. Dezbr. 1832 in Avifne in Osterdalen als Sohn eines Pfarrers geboren. Er besuchte dann die Mittelschule und die Realschule in Walden und zum Schluß die Universität Christiania. 1903 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Björnsons Leben war eine bunte Fahrt. Schon als Student erprobte er sich als Feuilletonist und Theaterfritiker. Noch in seiner Sturm- und Drang- Periode ward er Dramaturg und Theaterleiter, schließlich Redakteur. Von Kopenhagen ging es nach Rom. Hier entstand die Sigurd Trilogie, die neben der Tragödie Halte Hulde" und dem Einafter„ Mellem Slagene"( in Deutschland unter dem Titel„ Zwischen den Schlachten" mit größtem Erfolge aufgeführt) seinen ersten Ruhm begründeten. Wiederholte Auslandsreisen, namentlich ein über sechs Jahre langer Aufenthalt in Paris gaben seinem Kämpfergeist jenen weitschauenden Blick, wie ihn von den lebenden Dichtern großen Stils eigentlich nur noch Tolstoi hat. Bürgerverein Gießen. Da bekanntlich die Beratung über das Vorgehen bei den nächsten Stadtverordnetenwahlen in der letzten Hauptversammlung des Bürgervereins nicht zu einer endgültigen Beschlußfassung über diese Frage führte, sah sich der Vorstand des Vereins veranlaßt, seine, Mit= glieder zu einer neuen Versammlung einzuberufen, welche am Dienstag stattfand. In derselben ist der gewünschte Erfolg über eine klärende Aussprache auch nicht erzielt worden, da nur wenige Bürger der Einladung gefolg waren. Die Pflicht eines jeden Bürgers sollte es sein, an dem Wohl der Gesamtheit mitzuarbeiten und dementsprechend an Angelegenheit zu vertagen, Abstimmung, welche mit 13 gegen 11 Stimmen die Annahme des Antrages ergab. Der 2. Punkt der Tagesordnung:„ Verschiede ne s" entfesselte eine nicht minder rege Aussprache. Tanzlehrer Will: Ich verstehe nicht, daß der Bürgerverein seine Versammlungen in sozialdemokratischen Blättern veröffentlicht, welche doch das Bürgertum in einer äußerst gehässigen Weise angreifen.- Architekt Müller: Jedenfalls wird auch die nächste Versammlung nicht zu irgend einem Beschluß kommen. Der schwäche Besuch brauchte uns nicht abzuhalten, die für die Stadtverordnetenwahlen zu ergreifenden Maßregeln zu beraten, da das Ergebnis der Verhandlungen für die abwesenden Mitglieder verbindlich sein muß. Für die Wahlvorbereitungen würde es sich empfehlen, 3 Vorstandsmitglieder in den zu bildenden Wahlausschuß zu wählen, in den jeder politische Verein ebenso viele Mitglieder entsendet. Fabritant Horst: Da die Wahlen erst kurz vor ihrem Eintritt das nötige Interesse erwecken werden, möchte ich bitten, von Verhand | lungen über diesen Gegenstand vorläufig abzusehen. Inbezug auf die Bemerkung des Herrn Will möchte ich erwähnen, daß z. B. der Vortrag über„ Die Arbeitsschule" von so allgemeinem Interesse war, daß der Vorstand nicht um| hin konnte, die auf denselben verweisende Anzeige auch in dem sozialdemokratischen Blatt zu veröffentlichen.- Tanzlehrer Will: Zweifellos trägt der Bürgerverein einen nationalen Charakter und aus diesem Grunde darf er feine Zeitung unterstützen, welche ihr Hauptaugenmerk auf die Stadtv. Vernichtung des nationalen Gedankens richtet. Tro ß: Die fraglichen politischen Vereine wissen sehr wohl, daß sie ohne den Bürgerverein nichts ausrichten können und werden daher mit unserem Verein ganz gern gemeinsam vorgehen. Kaufmann Althoff: Die„ Oberhessische Volkszeitung" bringt fast in jeder Nummer Artikel, welche das Bürgertum in einer geradezu beispielslosen Weise verspotten. Diese offenkundige Feindschaft gegen alles vollkommen, Maßregeln zur Abwehr zu ergreifen und diese Bürgerliche berechtigt das Bürgertum in meinen Augen Zeitung nicht mehr durch Anzeigen zu unterstüßen. Mein Antrag geht dahin, dem Vorstand zu überlassen, ob für besondere Fälle die Oberh. Volfsztg." Anzeigen erhalten soll.— Tanzlehrer Will: Mein Vorschlag geht noch einen Schritt weiter, nämlich: das Blatt überhaupt nicht zu unterstützen. Lehrer Valentin Müller konnte sich den Ausführungen der beiden Vorredner nicht anschließen und wies u. a. darauf hin, daß der Bürgerverein doch auch der sozialdemokratischen Partei angehörende Mitglieder habe. Stadtv. Tro ß: Wenn die Sozialdemokraten dem Verein beitraten, so waren wohl ganz andere Beweggründe als das Wohl der Bürger für diesen Eintritt maßgebend. Die sozialdemokratischen Blätter haben dem Bürgertum Tod= feindschaft geschworen und sollen deshalb unter keinen Umständen mehr Anzeigen des Bürgervereins erhalten. Prof. Luley: Ich trete der Ansicht des Stadtv. Troß vollkommen bei. Das Blatt bringt fast täglich Schmähar tikel über das Bürgertum, es wurde vor nicht langer Zeit darinnen mit Aasgeier verglichen, daher ist es Pflicht des Bürgervereins, der„ Oberh. Voltsztg." nicht mehr Anzeigen zuteil werden zu lassen. Fabrikant Hor st: Mitunter behandelte aber die Tagesordnung unserer Versammlungen Angelegenheiten, deren Bedeutung für die Allgemeinheit es wünschenswert erscheinen ließ, die betreffende. Versammlung auch in dem genannten Blatt bekannt zu machen. Antrag Will, die„ Oberh. Volksztg." nicht mehr durch Anzeigen zu unterstützen, wurde dessen ungeachtet mit gro= ßer Mehrheit angenommen. Hierauf schloß Fabrikant Horst die Versammlung, indem er den Anwesenden für ihr Erscheinen dankte und den Wunsch aussprach, daß die nächste Tagung in der Bürgerschaft größeren Antlang finden möchte. den Vorarbeiten zu den Stadtverordnetenwahlen einen re gen Anteil zu nehmen. Ebenso wie die Landtags- und Reichstagsverhandlungen tief in das öffentliche Leben eingreifen, so führen die Beratungen in dem Stadtparlament sehr oft zu Beschlüssen, welche, wie bei der Festsetzung der Gemeindesteuern bezw. Einführung neuer Abgaben wohl mindestens eine ebenso weitgehende Wirkung wie die Neuerungen auf dem staatlichen Gebiet äußern können. Wenn nun der Bürgerverein auf die Stadtverordnetenwahlen sein ganzes Augenmerk gerichtet hat, so darf man wohl sagen, daß er den Namen„ Bürgerverein" nicht zu Unrecht führt, und das Interesse der Bürgerschaft in höchst uneigennüßi-| ger Weise vertritt. Fabrikant Horst eröffnete in Vertretung des erst später erschienenen Vorsitzenden Lehrer Valentin Müller die Versammlung, indem er die Erschienenen willkommen hieß und auf den Beschluß der letzten Versammlung hinwies, für die Stadtverordnetenwahlen eine neue Versammlung anzuberaumen, die nun der Vorstand einberufen hat. Professor Luley: Leider hat die heutige Tagesordnung nicht das Interesse gefunden, welches sie in Anbetracht ihrer Wichtigkeit verdiente, da nur so wenige Mitglieder erschie nen sind. Es würde sich daher meines Erachtens nach empfehlen, die Verhandlungen noch einmal zu vere tagen, um die Angelegenheit zu einer günstigeren Zeit vor einem größeren Kreis von Zuhörern zur Sprache zu bringen. Fabrikant Horst wies demgegenüber darauf hin, daß der Vorstand glaubte, nicht so lange warten zu dürfen, bis die Wahlen vor der Tür stehen und jede Zeit zur Ueberlegung rauben. Zum Schluß bat er die Ver= sammlung, zu dem Antrag des Prof. Luley Stellung zu nehmen. Stadtv. Löber: Ich bin der Meinung, daß die Versammlung, da sie nun einmal einberufen ist, nicht ergebnislos verlaufen dürfe. Stadtv. Tro ß: Der sehr schwache Besuch der Versammlung läßt eine Vertagung auf eine günstigere Zeit angebracht erscheinen. Bezüglich des Verhaltens des Bürgervereins bei den Stadtverordneten= wahlen geht meine Ansicht dahin, daß es tunlich sei, nicht allein vorzugehen, sondern vielmehr mit den pol i tischen Parteien Verhandlungen anzuknüpfen, da diese Absonderung des Vereins zu einer Zersplitterung führen würde, die nur der Sozialdemokratie zugute käme. Gerade das Bürgertum wird von der Sozialdemokratie als Tod= feind betrachtet, während doch der Bürgerverein die Interessen des Büegerstandes auf seine Fahne geschrieben hat. Auf Vorschlag des Fabrikanten Hor st erfolgte über 23) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) ,, Die Kathrine? Wo die jetzt ist, das kann ich dir gleich sagen," warf Friß lebhaft ein. Die ist Wirtschafterin bei dem Herrn v. Brandt draußen in Neunlinden. Ich glaube ich habe sie schon öfters gesehen und ich sage dir: alt ist die geworden, alt und dick und häßlich obendrein, nicht, daß sie dort Gelegenheit hat, Schäße zu sammeln. Ja, meinst du denn, daß wir jünger und schöner geworden sind in der langen Zeit? Bilde dir nur nichts ein, Friß!" Die beiden Diener waren so ins Plaudern geraten, daß sie kaum bemerkten, wie die Zeit verging. Sie standen in einer sehr lebhaften Straße mitten auf dem schmalen Gehsteig, und mancher der zahlreichen Passanten ärgerte sich, daß er, um auszuweichen, auf die Straße hinabtreten mußte. Mancher Puff und Rippenstoß gab Zeugnis davon. Und endlich öffnete sich im Barterre des Hauses, vor dem sie standen, ein Fenster, und eine ſcheltende Frauenstimme klang heraus: ,, Das hat a ber nun lang genug gedauert! Soll ich den Herren vielleicht einen Stuhl bringen, damit sie sich segen fönnen?" Na, na, man wird doch noch zusammen plaudern dürfen?" rief Friß giftig. Ja, aber nicht gleich eine ganze Stunde! Da heißt es immer, die Weiber tratschen, wenn aber so ein paar alte Schwadronierer beisammenstehen, ist an kein Ende mehr zu denken!" So ein Drache", murmelte Franz, schickte sich aber doch an, weiter zu gehen. An der nächsten Ecke blieben sie wieder stehen. Friß erinnerte sich der verschiedenen Aufträge, die ihm Fräulein Maja erteilt hatte und drängte:„ Ich muß jett wirklich eilen, habe mich ohnehin schon zu lange aufgehalten!" fest. Aber so pressant wird es doch nicht sein." Franz hielt den wiedergefundenen Freund am Aermel Der An die Beratung schloß sich ein gemütliches Beisammensein, das u. a. den bemerkenswerten Vorschlag des Stadtv. Troß brachte, in den Zeitungen einen Aufruf an die Vereine zu erlassen, welche sich an der Stadtverordne tenwahl beteiligen wollen. Parlamentarisches aus Hessen. ge Der Finanz ausschuß der zweiten Kam mer sette am Dienstag seine Beratungen fort und es w den zunächst die schriftlichen Berichte über eine Anzahl der letzten Woche beratene Gegenstände entgegengenomme und genehmigt. Die Anträge Ülrich, in denen u. a. fordert ist, daß die Volksschullehrer als staatliche Beamt zu betrachten seien, und die außerdem die unentgeltlich Lieferung der Schulbücher, sowie die Erziehung besonder befähigter Kinder auf Staatskosten fordern, wurden abge lehnt, nachdem die Regierung sich auf ihre früheren Aus führungen zu diesen Fragen bezogen hatte. Jedenfalls hat der Bürgerverein durch seine Stellungnahme zu der Sozialdemokratie gezeigt, daß er auf nationalem Boden stehe und daß er gewillt sei, diesen natio= nalen Charakter auch bei den Stadtverordnetenwahlen nicht zu verleugnen. Wir können uns der Befürchtung des Stadtverordneten Tro ß, daß das Aufstellen eigener Kandidaten durch den Bürgerverein zu einer Zersplitterung führen würde, nur anschließen. Der den Sozialdemokraten günstige Ausgang so vieler Reichstagswahlen sollte doch endlich das Bürgertum über die Gefahr belehren, die demsel ben von sozialdemokratischer Seite droht. Umso mehr ist es daher zu begrüßen, daß die Stadtverordnetenwahlen aller Voraussicht nach die Reihen der nationalen Bürger geschlossen finden, und damit einen Ausgang verbürgen werden, der den Interessen des Bürgerstandes vollkommen entspricht. = h= ,, Da hab' ich nun vor lauter alten Erinnerungen die Hauptsache vergessen", hub er wieder an. Also was mich am meisten interessiert: glaubst du nicht, daß mein Herr in dein Fräulein verliebt ist? Ich vermute nämlich, daß etwas derartiges dahinter steckt." Fritz machte sein pfiffigstes Gesicht. Lokales. Gießen, den 28. März 1910. * Zum Kaiserbesuch in Gießen. Wie mu nachträglich bekannt geworden ist, hat der Kaiser bei seinem Aufenthalt in Gießen an den Großherzog eine äußerst herz liche Drahtnachricht gesandt, die wir hiermit im Wortlaut wiedergeben: ,, Verliebt kann der Herr Walter schon sein, aber ob gerade in Fräulein Maja Reinau, das bezweifle ich, denn bei unserem Hause sah ich ihn nie. Eher könnte ich glauben, daß ,, Sun, was?" drängte Franz, als der andere schwieg. ,, Ach, ich weiß doch nicht, ob ich darüber sprechen darf." ,, Mir kannst du alles anvertrauen, ich bin stumm wie das Grab", beteuerte Franz. wetter war bisher Aanzen in den le el an Niederschläg s eine unangene tarke Auftreten vo Saaten und der G Aus He * Lich. Se irtslehrerverein Li Vortrag über die Schluß bildete ein wischen Hof * Allendr gel- und Kaninchenz Feine 5. Verbandsay befonders Hühnern Brachteremplare seh fellung erhielt der jenbach einen Preis * TraisFriedrich" ereignete Hährige Bergmann wein Stüd in die H Hopf an die Seiten Wie das Unglück e festgestellt werden. Nidda, 2 Reuning die G Der Nachbarschaft vill er im Juni in reits eine Ordensa * Der Nach Foer verstorbene Re den reichsten Leute gemein bekannt sei hat auch mancher iweniger als 72 2 terlassenschaft. * Outerh tiegen drei Gießen vor der Wirtschaft " Es ist mir eine große Freude, Dir mitteilen fönnen, daß Meine 116er heute vorzüglich abgeschnit haben; das Regiment war in jeder Beziehung ausgezeic net! Ich bedauere sehr, daß die Umstände verhindert haben, Dich heute hier begrüßen zu können. Du hätte sicherlich auch Deine Freude gehabt! Herzlichen Gruß Der Empfang in Gießen wie immer sehr herzlich und begeistert. gez. Wilhelm." ** Der Großherzog empfing am 27. April u a. den Oberst v. Müller, Kommandeur des Kaiser- Regiments, den Oberstleutnant Heuer, den Major von Sodenstern und den Leutnant Müller- Hempfing von demselben Regiment. ,, Na, na," machte Friz. Er mochte in früheren Zeiten wohl gegenteilige Erfahrungen gesammelt haben, denn er schwieg hartnäckig. Ich möchte nur wissen, wie du zu dieser Frage tommst?" begann er endlich ablenkend. ** Vom Regiment. Auf dem Truppenübungsplaz Griesheim fand am Montag und Dienstag durch den kommandierenden General v. Eichhorn eine Besichtigung des dort bekanntlich seit etwa 8 Tagen weilenden Kaiser- Regi ments statt, die zur vollsten Zufriedenheit des Generals ausfiel. Die Ankunst des Regiments in Gießen wird jeden falls noch im Laufe des heutigen Nachmittags erfolgen. Landwirtschaftstammer. „ Ja, siehst du, irgend etwas ist da passiert! Als wir hierher famen, da war mein Herr so vergnügt, so lustig und übermütig, wie ich ihn nur selten gesehen. Das hat aber nicht lange gedauert. Eines Tages kommt er heim mit einem so finsteren Gesicht, daß man sich rein hätte fürchten können; wirft den Hut in die eine, den Stock in die andere Ecke, fährt sich durch die Haare und brummt unverständliches Zeug vor sich hin. Dann sett er sich seufzend aufs Sofa und schreit nich an: ,, Wenn iemand kommt, ich bin nicht zu Hause, hörst du? Ich bin für keinen Menschen zu sprechen!" Zu der von der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen in Aussicht genommenen landwirtschaftlichen Studienreise nach Dänemark und Schweden liegen schon zahlreiche An meldungen vor. Diejenigen Landwirte, welche an dieser in landwirtschaftlicher Beziehung hochinteressanten Reise noch teilzunehmen beabsichtigen, sind gebeten, ihre Anmeldung umgehend an die Landwirtschaftskammer in Darmstadt einzusenden. ** Landwirtschaftlicher Verein. Der landw. Verein für den Kreis Gießen hatte am Dienstag seine Mitglieder zu seiner diesjährigen Hauptversammlung eingeladen. Nach dem Rechnungsbericht für 1909 erreichten die Einnahmen die Höhe von 1317,73 Mt., während die Ausgaben 1316,35 Mt. betrugen. Das Vereinsvermögen be lief sich auf 795,95 Mt. Der Voranschlag für 1910 schließt in Ausgaben und Einnahmen mit 1103,38 Mr. ab. Die Vorstandswahl ergab die Wahl des Provinzialdirektors Dr. usinger zum 1. Vorsitzenden, während Kreisamtsge hilfe Schuch Rechner wurde. Die Verhandlungen schlossen mit einem Vortrag des Kreisveterinärarztes Dr. Knell über das Reichsviehseuchengesetz, welcher lebhaften Beifall erntete. * Prüfungsstatistit. In dem fürzlich abge haltenen Termin unterzogen sich 7 Kandidaten der Staats prüfung für das höhere Forstfach. Einer erhielt die Note „ sehr gut“, fünf bestanden mit der Note im ganzen gu und einer mit„ genügend". Vier hatten ihre Vorbildung ir einem Gymnasium und drei in einem Realgymnasium er halten. !! Von der Jag d. Infolge der günstigen Wit terung im ersten Vierteljahr 1910 ist der erste Ritz Hasen gut durchgekommen, wie aus allen Teilen Hessen- Nassaus und Hessens gleichmäßig berichtet wird. Auch die Feldhüh ner und Fasanen sind bis jetzt gut durchgekommen. * Eine unnatürliche Mutter. In das Spi | tal wurde ein 3jähriges Kind eingeliefert, das von einer unbekannten Frau auf der Treppe eines Hauses ausgesetzt wurde. ** Vom Tage. Der Student, der, wie bereits gemeldet, dieser Tage einen Selbstmordversuch verübte, ist am Dienstag seinen Verletzungen erlegen. ,, Ist recht, gnädiger Herr", sag' ich drauf. ,, Halt's Maul!", schreit er dann wieder. " Ich sage dir, was ich seitdem alles gewesen bin, in keinem Lexikon ist es zu finden! Und seit dem Tage sigt er, guckt ins Leere und erklärt, nicht singen zu kön tönnen; troßdem wir alle Tage das halbe Theaterpersonal im Hause haben. Vom Theaterdiener aufwärts bis zum Herrn Intendanten, Regisseur und wie sie alle heißen mögen, waren sie alle schon da. Herr Walter aber erklärt einfach, vollständig heiser zu sein, obwohl es gar nicht wahr ist. Denn wenn er heiser wäre, fönnte er nicht so schreien und ich hätte längst den Doktor holen !! Saaten stand im Deutschen Reich. Der Saatenstand im Reiche im Monat April war folgender( wo bei 2 gut, 3 mittel bedeutet): Winterweizen 2,2( Vorjah 3,1), Winterspelz 2,1( Vorjahr 2,7), Winterroggen 2,4 ( 3,0), lee 2,3( 2,8), Luzerne 2,4( 2,7), Bewässerungs wiesen 2,3( 2,8), andere Wiesen 2,7( 3,1). Die Witterung im Winter war im allgemeinen recht mild und für die Ent wickelung der Saaten sehr geeignet. Auch das Frühjahrs müssen. Du kannst dich darauf verlassen, dahinter stedt etn Weib, ich verstehe mich auf solche Geschichten. An dem Tage, wo mein Herr so kreuzfalsch nach Hause kam, da muß etwas passirt sein, aber was? Das bring ich nicht heraus, wenn ich auch noch so sehr aufpasse. Aber fo fanns nicht weiter gehen. Ich habe nicht Lust, fortwährend Blizableiter zu sein, und wenn ichs nicht der gnädigen Frau zu lieb täte, dann wäre ich schon lange auf und davon. Friß machte nach den letzten Worten des Freundes einen solchen Saß, daß die Vorübergehenden ihn verwun dert und kopfschüttelnd betrachteten. Offenbar glaubten sie, daß es in dem Oberstübchen des Alten nicht ganz richtig sei. So' ne Schlechtigkeit, so' ne Niederträchtigkeit, das will" ich aber meinem Fräulein stecken,- dieser Zipfel der will uns Hasenfrab und Zierbalg schimpfen," räsonnierte er aufgebracht. ,, Aber was ist denn los, was hast du denn eigentlich?" fragte Franz selbst aufs Höchste erstaunt über das seltsame Gebahren des Freundes. ,, Na, du sagtest doch eben von der gnädigen Frau? Also der Mensch hat eine Frau und wagt es, an dern nachzuschleichen? Na, mein Fräulein soll sich wundern!" Franz lachte laut auf über das Mißverständnis; dann beeilte er sich, es aufzuklären. ,, Aber nein, nein, mein Herr ist ja noch so jung er war noch nie verheiratet!" ,, Nun, und die gnädige Frau?" " Das ist doch seine Mutter!" " So, so kennst du denn die?" Na, natürlich!" Frizz schaute sich etwas ängstlich um, ob nicht etwa wieder so ein„ Drache" wie vorhin in der Nähe sei; denn Franz fuhr eifrig fort: Das muß ich dir in aller Gile noch schnell erzählen: Nämlich, mein Herr, der heißt gar nicht Walter; so stehts nur auf dem Theaterzettel. Ich stand bei seinen Eltern in Diensten schon seit langer Zeit Und der Herr Hermann, was mein Herr ist, der wollte durchaus Sänger werden." ( Fortsetzung folgt.) nach Gießen zurüc bar hinter dem der Wagen um, finnungslos und phonisch Aerzte a anlegten und die bringen ließen. De Launsb eine Versammlung trag über die Vo * Assenh Franz zu Solm nes. Sie war i jüngste Kind des Affenheim und de Schönberg geboren * Darmst schiedenen Staatsa fich zuletzt hier au Ersparnisse und er verhaftet werd Hauses. Als er Dach, konnte abe mehrere Meter ti fleden blieb. Ma machte er sich wie und fuchte in de erreichen. Er sp den Boden und daß er Aufnah daselbst auch ge * Aus wordene Witter befannten Spar ziemlich, so dai warten ist, info wärtig wird da 34 bis 38 Pig., gel) mit 10 Big freilich viel höhe Bjund. * Worm wurde Professo als Direttor d vision gege Mai in Leipzig * Wort zahlreich besuch beralen des Re pfen beschloß ei liche Voltspartei * Marb fammlung eines dentmals in ländische Bolts direttor Dr. A * Bied Arbeiter, weld tigt sind, erhie 24 Stunden de * Wies ensmänner- Vers den ganzen Wa Bollspartei besa bersammlung a der neuen Part ungen wurde den gewählt. * Wies längerem und * Wies nenberg ist seit Vogelwelt zu Meise hat ihr hier angemelde sich in ihrer A die täglich hin D * Berl grep der Gewe glieder von 58 ten sind, nahm sperrten Bauar Sämtliche organi Ausgesperrten il Sammlungen zu ladung zur Teiln und die Hirsch- D * Mainz, bestimmung für nehmerverband at geffen. peiten Sa fort und es er eine Anza entgegengenom denen u. a. Staatliche Be Die unentge n, wurden re früheren ziehung bejon te. 28. März 18 ießen. Wi Staiser bei j eine äußerst ermit im Wo Dir mitteile iglich abgejd Biehung ausge mitände verb Lönnen. Du Herzlichen G fehr herzlich 23 ilhelm. am 27. Ap ur des Kaija Major von S ig von den m Truppenül Dienstag dur ne Besichtigun enden Kaifer heit des Gener Gießen wird jeben mittags erfolgen. er. 3 der vo oßbenjogtum Hel lichen Studien on zahlreiche welche an Tanten Reif ihre Anme in Darmstad Verein. atte am Diens Hauptversamm für 1909 errei Mt., während ereinsvermögen ag für 1910 38 Mt. ak Di vinzialditors D rend Krisamis andlungen solo rztes Dr. ne lebhaften Beif bem fürzlich al idaten der Sta erhielt die im ganzen g hre Vorbildung Realgymnasium der günstigen er erste Riz ilen Hessen Na Auch die Feld hgekommen. ter. In das rt, das von Hauses aus der, wie b ersuch verüb gen Reid var folgender izen 2,2( B Winterrogge 7), Bewäffer 1). Die Wit und für die h das Früh n, dahinter hichten. Ar Saufe 3 bring in fpaffe. Aber Luft, fortwährend ht der gnädigen on lange auf des Freunde ihn verwur bar glaub en nicht g ächtigkeit, d diefer Sip mpfen," rajon enn eigentli er das feltfa nädigen Fr wagt es ulein foll rständnis; d a nodi jo j bb mint eli Nähe fei; den r in aller C der heißt terzettel. t langer B ft, der tool better war bisher günstig, wenn auch das Wachstum der Pflanzen in den letzten Wochen durch Nachtfröste und Mangel an Niederschlägen wieder etwas zurückgedrängt wurde. Als eine unangenehme Folge des milden Winters ist das farfe Auftreten von Feldmäusen, die Veruntrautung Saaten und der Schneckenfraß anzusehen. Aus Hessen und Nachbargebiet. der * Lich. Sein 25jähriges Bestehen seiert der Be= jirtslehrerverein Lich. Präparandenlehrer Kilian hielt einen Bortrag über die Bedeutung des Seismographen. Den Schluß bildete ein gemütliches Zusammensein im„ Holländischen Hos". * Allendrf a. Lahn. Der Mitteldeutsche Geflü gel- und Kaninchenzuchtverein veranstaltete bei Gastwirt Luh feine 5. Verbandsaussteliung. An Geflügel- und Kaninchen, besonders Hühnern und belgische Riesen, konnte man wahre Prachteremplare sehen. Für beste Gesamtleistung in der Auzstellung erhielt der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Kinzenbach einen Preis. * Trais Horloff, 27. April. Auf der Grube Friedrich" ereignete jich ein tödlicher Unglücksfall. Der 19jahrige Bergmann Simczif wurde von einer Förderschale ein Stück in die Höhe genommen und so heftig mit dem Stopf an die Seitenwand gedrückt, daß er das Genick brach. Wie das Unglück entstand, konnte mit Bestimmtheit nicht festgestellt werden. * Nidda, 27. April. Ueber 40 Jahre hat August Reuning die Gemeinde- und Kirchenkasse mehrerer Orte der Nachbarschaft geleitet. Mit Rücksicht auf sein Alter will er im Juni in den Ruhestand treten. Er erhielt bereits eine Ordensauszeichnung. * Der Nach laß des Grafen Oriola. Daß der verstorbene Reichstagsabgeordnete Graf Oriola mit zu den reichsten Leuten Deutschlands gehörte, dürfte wohl allgemein bekannt sein, daß er aber mit an erster Stelle steht, hat auch mancher ihm Näherstehende nicht geahnt. Nicht weniger als 72 Millionen Mark bilden seine Hinterlassenschaft. * Dutenhofen, 26. April. Gestern Abend bestiegen drei Gießener Studenten, die schwer bezecht waren, vor der Wirtschaft zum Gambrinus einen Bierwagen, der nach Gießen zurückführ, um so heim zu kommen. Unmittelbar hinter dem Ort, da wo die Straße steil abfällt, schlug der Wagen um, der Kutscher und die Studenten lagen besinnungslos und verletzt auf der Straße. Es wurden telephonisch Aerzte aus Gießen requiriert, die Notverbände anlegten und die erheblich Verletzten in die Klinik ver= bringen ließen. Der Kutscher ist bereits gestorben. * Launsba ch. Dieser Tage fand in Launsbach eine Versammlung statt, in der Direktor Stolte einen Vortrag über die Vorteile des elektrischen Lichtes hielt. * Assenheim. Hier starb die Tante des Grafen Franz zu Solms- Rödelheim und Assenheim, Gräfin Agnes. Sie war im Schlosse am 18. Juli 1833 als das jüngste Kind des Grafen Karl zu Solms- Rödelheim und Assenheim und der Gräfin Amelie, geb. Gräfin zu ErbachSchönberg geboren. * Darmstadt. Der wegen Betrügereien von verschiedenen Staatsanwalten gesuchte Wilhelm Seubasch hielt jich zuletzt hier auf, beschwindelte eine Direttrice um ihre Ersparnisse und pumpte eine Anzahl Oberfellner an. Als er verhaftet werden sollte, flüchtete er auf das Dach des Hauses. Als er sich verfolgt sah, sprang er auf ein anderes Dach, konnte aber nicht weiter. Er sprang dann auf ein mehrere Meter tiefes Glasdach, in dem er durchbrach und ftecken blieb. Man faßte ihn und zog ihn heraus, doch machte er sich wieder frei, warf mit Ziegelsteinen um sich und suchte in der Verzweiflung eine eiserne Feuerleiter zu erreichen. Er sprang aber zu furz, fiel von der Höhe auf den Boden und erlitt eine schwere Schädelverletzung, so daß er Aufnahme im Krankenhause finden mußte. Er ist daselbst auch gestorben. * Auz Rheinhessen. Die plötzlich rauh gewordene Witterung beeinträchtigt die Spargelernte in den bekannten Spargel bauenden Gemarkungen unserer Provinz ziemlich, so daß möglicherweise eine Preissteigerung zu erwarten ist, insoweit nicht feste Abschlüsse bestehen. Gegen wärtig wird das Pfund Spargel erster Qualität noch mit 34 bis 38 Pfg., das Pfund zweiter Qualität( Suppenspargel) mit 10 Pfg. bezahlt. Im Kleinverkauf sind die Preise freilich viel höher und stellen sich auf 60-70 Pfg. für das Pfund. 4. * Worm 3, 27. April. Mit einer schlichten Feier wurde Professor Lauteschläger in sein neues Amt als Direktor der Eleonorenschule eingeführt. Die Rebision gegen das Todesurteil Selzer wird am Mai in Leipzig am Reichsgericht zur Verhandlung kommen. * Worm 3. Eine namentlich auch vom Lande sehr zahlreich besuchte Wahlkreisversammlung der vereinigten Liberalen des Reichstagswahlkreises Worms Heppenheim- Wimpfen beschloß einstimmig den Anschluß an die Fortschritt- liche Voltspartei. * Marburg, 27. April. Zum Zwecke der An= sammlung eines Fonds zur Errichtung eines Kreistriegerdenkmals in Marburg wird hier allabendlich das vaterländische Voltsbühnenspiel„ Königin Luise" von Gymnasialdirektor Dr. Albert Gemoll aus Striegau aufgeführt. * Biedenkopf, 23. April. Die russisch- polnischen Arbeiter, welche am Bahnbau Oberscheld- Wallau beschäf= tigt sind, erhielten dieser Tage die Aufforderung, innerhalb 24 Stunden das preußische Gebiet zu verlassen. * Wiesbaden, 27. April. Nachdem die Vertrau ensmänner- Versammlung der Freisinnigen Volkspartei für den ganzen Wahlkreis den Anschluß an die Fortschrittliche Volkspartei beschlossen hat, konstituierte sich in der Generalversammlung auch der hiesige Wahlverein als Ortsverein der neuen Partei. Die Uebernahme der seitherigen Satzungen wurde beschlossen, Justizrat Alberti zum Vorsitzenden gewählt. * Wiesbaden, 27. April. Die Zahl der bis jetzt hier angemeldeten Fremden beträgt 37 470, 15 082 zu längerem und 22 388 zu fürzerem Aufenthalt. * Wiesbaden. Auf der„ Wilhelmshöhe" in Sonnenberg ist seit acht Tagen eine Naturerscheinung aus der Vogelwelt zu verzeichnen, die wohl einzig dasteht. Eine Meise hat ihr Nest im Brieffasten gebaut. Sie läßt sich in ihrer Arbeit durch die vielen Postkarten und Briefe die täglich hineingesteckt werden, in feiner Weise stören. * Der Kampf im Baugewerbe. * Berlin, 27. April. Der außerordentliche Kongreß der Gewerkschaften, auf dem zirka 2 Millionen Mit- glieder von 58 Organisationen durch 422 Delegierte vertre ten sind, nahm eine Resolution an, in der den ausge= sperrten Bauarbeitern Sympathie ausgesprochen wird und sämtliche organisierten Arbeiter aufgefordert werden, den Ausgesperrten ihre Solidarität durch sofortige allgemeine Sammlungen zu beweisen. Die christlichen Gewerkschaften und die Hirsch Dunkerschen Gewerkveeeine waren der Einladung zur Teilnahme am Kongreß nicht gefolgt. * Mainz, 27. April. Die nachgesuchte Ausnahmebestimmung für den Theaterbau wurde vom Unternehmerverband abgelehnt. Aus aller Welt. * Berlin, 27. April. Der Reichskanzler ist leicht an Influenza ertranft und muß voraussichtlich einige Tage das Zimmer hüten. * Koblenz, 26. April. Regierungspräsident Freiherr von Hövel, der als solcher seit Anfang Februar 1899 hier tätig ist, tritt am 1. Juli in den Ruhestand. Als seinen Nachfolger nennt man den Regierungspräsidenten in Aurich, Prinzen von Ratibor und Corvey. * Erfurt, 24. April. Der Glasbläser Lutz aus Friedersdorf, der bekanntlich fürzlich das 3. Mal zum Tode verurteilt wurde, beauftragte seinen Verteidiger, abermals gegen das Todesurteil Revision anzumelden. * Erfurt, 25. April. Die Polizei verbot den Maiumzug der Sozialdemokraten unter Hinweis auf die durch die fortgesetzte Agitation erregte Stimmung. * Wolfshagen. In der Situng des Kreistages für Wolfshagen wurde u. a. beschlossen, einen Polizeihund für den Bereich des Kreises Wolfhagen anzuschaffen. * Heidelberg, 22. April. Heute morgen 6 Uhr wurde in Rosenberg, Amt Adelsheim, der Halleysche Komet in südöstlicher Richtung bei flarem Himmel mit bloBem Auge gesichtet. * Breslau, 24. April. Nach einer heute abend abgehaltenen Versammlung der demokratischen Vereinigung, thm es zu Zusammenstößen zwischen Publikum und Polizei. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. * Königsberg i. Pr. Ein Militärbauamt für einen Luftschiffhafen ist in Königsberg errichtet worden. Alle Arbeiten sollen so beschleunigt werden, daß die Luftschiffhalle bereits im Spätherbst in Benußung genommen werden kann. In der Nähe der Halle werden noch eine Kaserne für eine Luftschifferabteilung und eine Wasserstoffgasanstalt errichtet. * London, 27. April. Das neue englische lentbare Militär- Luftschiff wurde gestern bei Farnborough vom Sturm schwer beschädigt. Von den Ingenieuren und den Insassen des Luftschiffes wurde niemand verletzt, auch die Maschinerie erlitt keinen wesentlichen Schaden. * New York, 26. April. Der außergewöhnliche Schneefall dauert fort. Die Baumwollpflanzungen in den Staaten Alabama, Georgia und Floridas sind zum Teil vollständig zerstört. Aus dem Süden wird eine Zunahme der Kälte gemeldet. Der Schaden in den Vereinigten Staaten wird auf über 40 Millionen Dollar geschäßt." * New- Yort, 27. April. In Kuba wurden ungefähr 70 Neger verhaftet. Die Regierung erklärte, es sei ein bewaffneter Aufstand beabsichtigt gewesen. Die Neger hätten weiße Hintermänner, welche jetzt gesucht werden. am )( Breslau. Im 80 Kilometer Rennen um den Großen Frühjahrspreis behauptete R. Schauermann Sonntag den zweiten Platz auf Brennabor vor Stellbrink und Rosenlöcher. Br. Wegener, der dieselbe Marke benutzt, wurde im Hauptfahren zweiter und schlug Walter Rütt. ( Jean Böschl in gewann am 24. April in einem 25 Kilometer- Rennen den Großen Frühjahrspreis" auf Brennabor und ging aus dem 20 Kilometer- Rennen um den„ Preis vom Maintal" gleichfalls als Erster hervor. Ans dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 26. April 1910. Im letzten Frühjahr wurde zu Reiskirchen bei einem Metzger mittels Einbruch eine Partie Wurst und Fleisch aus dem Keller gestohlen. Auch ein Wirt des nämlichen Ortes bekam Besuch nachts, der ihm den Automat entleerte und Zigarren und Branntwein mitnahm. Einen Tag später gings einem Heuchelheimer Wirt nicht besser; diesem wurden nachts 53 Mark und Zigarren gestohlen, desgleichen einem Wirt zu Azbach Zigarren und Schnaps. Die Ermit telungen ergaben, daß der Dienstknecht Alexander Auth aus Gießel bei Fulda, der aus dem Gefängnis ausgebrochen war, mit dem ebenfalls vielfach bestraften Schlosser Franz Ruppert aus Horras und dem Fabrifarbeiter Konrad Poppert aus Fulda in der Nähe hier gesehen worden sind. chen und wurden von dem Eigentümer entdeckt. Sie konnSie hatten sich in eine Scheuer zu Reiskirchen eingeschliten aber einen so günstigen Eindruck hervorrufen, daß sie der Eigentümer noch bewirtete. Auch scheinen sie sich am Tag immer umgesehen zu haben, wie sie nachts am besten ankommen können. Alle leugnen, hier in der Umgegend gewesen zu sein. Inzwischen erfolgte ihre Aburteilung in Luremburg, von wo aus sie hierher ausgeliefert wurden. Sie bestreiten in der hiesigen Gegend gewesen zu sein und wollen von allem nichts wissen, trotzdem sie von den Wirten und ihren Angehörigen bestimmt erkannt wurden. Auth bekam 6 Jahre Zuchthaus und Ruppert 4 Jahre, beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre abge= sprochen; auch wurden sie unter Polizeiaufsicht gestellt. Peppert tam mit Rücksicht auf seine seitherige Unbestraftheit, als der Verführte mit 2 Jahren Gefängnis durch. Das Kreisausschußmitglied Johannes Grünewald in Hergersdorf hatte im Verlauf einer Sißung vorgebracht, der Straßenwart Konrad Dickert in Hopfgarten habe ehe brecherischen Verkehr zu einer Frau in Unter- Sorg. Dickert ging in Aufregung hierüber an das Kreisamt und machte Angaben, wodurch sich Grünewald beleidigt fühlte. Dieser erhob Privatklage und Dickert Gegenklage. Das Schöffen gericht billigte jedem Wahrnehmung berechtigter Interessen zu und sprach sie frei. Die von den Parteien eingelegte Berufung wurde verworfen. Die Ehefrau des Küfers K. Herzinger in Büdingen wurde vom Schöffengericht wegen Beleidigung der Ehefrau des Fabritarbeiters Heinrich Deckenbach zu einer Woche Gefängnis verurteilt, weil sie ihr Ehebruch und verschiedenes andere vorgeworfen hat. Die Parteien verfolgten Beruf= ung; die Straffammer kam aber zur Bestätigung des Urteils. * Literarisches. Technisches Magazin( Magazin- Verlag, Berlin W. 15). Soeben beginnt der 3. Jahrgang dieser vornehmen Monatsschrift für Wirtschaft und Technik. Aus dem reichen Inhalt des vorliegenden Heftes nennen wir: Organisationsänderungen im Kaiserlichen Patentamt; Stellungnahme des Vereins Deutscher Maschinenbau- Anstalten in Sachsen; Der Einschreibebrief- Automat; Gesellschaft für öf= fentliche Arbeiten in Marokko. Der berühmte Nationalöfonom Prof. Dr. Ballod- Berlin äußert sich in längeren Ausführungen zur Frage der Einführung des Elektrischen Zugbetriebes auf Stadtbahnen." Eine überaus reichhaltige Rundschau schließt das Hest in harmonischer Weise ab. " Hinaus!" von A. Theinert. Bunte Bilder für Freunde der freien Natur( Lahr, Baden, Moritz Schanenburg, Preis in Leinwand gebunden Mt. 1.80 und 20 Pig. Porto). Wie ein Weckruf flingt er uns entgegen dieser kurze Titel„ Hinaus!" Hinaus, wo bei dem Keimen und Bluhen, Fruchttragen und Vergehen ein unendlicher Reichtum des Mannigfaltigen sich vor nns breitet. Hinauszuwandern ist zwar eine gern geübte Gewohnheit unseres Volkes. Aber führerlos gehen die meisten an tausend Merkwürdigkeiten achtlos vorüber, die dem Sehenden willkommene Gelegenheit zu immer neuen Beobachtungen bieten. Solch ein Sch ender ist der Verfasser des vorliegenden Buches, der auf Schritt und Tritt uns Ueberraschendes aufzeigt. Und was er da sieht, das schildert er in anmutiger Form und leicht unterhaltendem Tone, so daß es ein Genuß ist, ihm zu folgen. Das Buch eignet sich für jeden Naturliebhaber, insbesondere auch für die erwachsene Jugend. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Reeses Puddingpulver unübertroffen Preisaufgabe. 1. Buchstabenrätsel mit Wortverschiebung. Die folgenden zehn Namen von Gießener Straßen: Schottstraße, Wettergasse, Braugasse, Schiffenbergerweg, Friedrichstraße, Walltorstraße, Wieseckerweg, Lahnstraße, Gutenbergstraße, Wilsonstraße, sind( in derselben Reihenfolge) derart untereinander zu stellen, daß zwei Buchstabenreihen( beide von oben nach unten gelesen), welche aber durch eine dritte Buchstabenreihe von einander getrennt sind, den Namen einer elsten Gießener Straße bilden. ** 2. Röffelsprung. so wie du be schön lahn und preisen bist stricken du Theine chen dich um 0 bist herrlich tochter so du bon bie sage de wie allen mär de8 mit hallen woben bor flingen du D chen in getön Ileder son des. ge dir jubel fürstlichen hütten lahn fel meins im die tage ten 11 duf ni becher der den fröh und wech Die 64 Felder sind so zu verbinden, wie sich der Springer( Rössel) auf einem Schachbrett bewegt. Die Silben ergeben dann in richtigem Zusammenhange zwei vierzeilige Strophen eines Lahnliedes. * Wir laden unsere verehrlichen Leser zu recht reger Beteiligung an der Lösung vorstehender Preisaufgabe ein und erbitten Einsendung von Lösungen bis spä testens zum Abend des 7. Mai in verschlossenem Umschlage mit dem Vermerk:„ Preisaufgabe" und der Adresse„ An die Redaktion der Gießener Zeitung, Gießen, Seltersweg 83." Jeder Einsendung muß die A bonnements quitt ung für das zweite Vierteljahr 1910 oder wenigstens für die Monate Mai und Juni beiliegen. Die Quittungen fönnen nach Erledigung der Preisaufgabe in der Redaktion wieder abgeholt werden oder werden den Einsendern zurückgeschickt, wenn genügendes Porto beigelegt wird. ungen Natürlich kann auch die Einsendung von Lösnur des einen oder des anderen Rätsels stattfinden, doch werden solche bloß dann bei der Preisverteilung berücksichtigt, wenn nicht eine der Anzahl der ausgesetzten Preise entsprechende Anzahl von richtigen Lösungen bei der Rätsel eingegangen ist. Nur vollkommen richtige Lösungen nehmen an der Bewertung teil. Richtig sind die Lösungen, welche beim ersten Rätsel den Namen der betref fenden Straße, beim zweiten Rätsel den genauen Wortlaut der beiden Stro phen des gedachten Liedes enthalten. Unter gleichwertigen Lösungen entscheidet das Los über die Zuerteilung der einzelnen Preise. Die Entscheidung der Redaktion ist maßgebend und unwiderruflich. Als Preise seßen wir aus: Dr. August Vogel: Ausführliches gramatisch- orthographisches Nachschlagebuch der deutschen Sprache. ( 508 Seiten, elegant gebunden, Ladenpreis M. 2.80.) Ernst Ecksteins„ Gesammelte Schulhumoresten".( 274 Seiten, elegant geheftet, Ladenpreis Mt. 3.-.) Die Lösung wird am 12. Mai veröffentlicht, so daß die Gewinner ihre Preise zum Pfingstfest in Händen haben. Vorherige Anfragen betreffs Richtigkeit von Einsendungen werden nicht beantwortet. Die Redaktion der „ Gießener Zeitung". 1000000000000 Braubach& Fischer Butzbach- Licher Eisenbahn. Am 1. Mai d. Js. wird die Strecke von Butzbach- Ost nach Ebersgöns mit den neuen Stationen Pohlgöns und Ebersgöns für den Personen-, Güter- und Vieh Am 1. Mai tritt der Nachtrag II zu dem Tarif für den BinnenFärberei Grösster Betrieb berkehr eröffnet. dieser Branche im berkehr in Kraft. Er enthält Aenderungen und Ergänzungen der Beförderungspreise aus Anlaß der Eröffnung der neuen Strecke. Chem. Waschanstalt 00000000. Grossh. 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