NNY brot! inn Aa eim Cement, und unter es. Franke Be) Uhr. n und AnHeilflätten. Anftedung. Volt. ter und golagen bon 25 2 FL. an er I a. Rh. ne. 6. 28 en C tt. r Nr. 20. Erschein täglich außer Sonntags. Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger frei ins baus 1.35 Mt., durch die Post bezogen 1.30 Mt. * Expcbition: Gießen, Celtersweg 83. Dienstag, den 25. Januar 1910 Gießener " 20. Jahrgang Juferate: die 44 mm breite Betttzelle ents, Reklame: 90 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet " " " 1 50 " Telephon- Anschluß: Sichen, Nr. 368. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Lokales und Provinzielles. ** Der Großherzog empfing gestern vormittag 11 Uhr im Neuen Palais den Professor Stie gel. ** Erledigt: Die mit einem evangelischen Lehrer zw besetzende Lehrersielle an der Gemeindeschule zu Stangenro d. Mit der Stelle ist Organisten- und Lettordienst verbunden. ** Vom Finanzausschuß. Das der Zen= trumspartei angehörende Mitglied des Finanzausschusses Abg. Molthan hat infolge von Differenzen dem Vorsitzenden des Ausschusses erklärt, daß er nach Beendigung der Budgetberatungen aus dem Finanzausschuß austreten werde. ** Der 3 weiten Kammer gingen folgende Drucksachen zu: Vorstellung der Vervände mittlerer Verwaltungs- und Justizbeamten des Großherzogtums Hessen, betr. Teuerungszulage und Revision der Besoldungsordnung. Ferner Vorstellung der Großh. Bürgermeisterei Lampertheim betr. 1. Errichtung einer Eisenbahnstation bei dem Bahnwärterhaus Nr. 10 an der Streuzung der Worms- Lampertheimer Eisenbahnlinie mit der Worms. Bürstädter Landstraße; 2. Gründung einer bäuerlichen Ansiedelung auf dem im nördlichen Teil der Gemartung Lampertheim in der Nähe dieser Station gelegenen staatlichen Domanialeigentum. Dann: Weitere Anträge des Abg. Best zum Staatsbudget für 1910. Schließlich: Vorstellung der hessischen Lehrerinnenvereine betr. Neuregelung der Lehrerinnengehalte, und Vorstellung der 1. Bureaugehilfen bei den Großh. Kultur- Inspektionen, betr. Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse. ** Die Reichsbank bleibt anläßlich des Ge= burtstages des Kaisers am Donnerstag den 27. Januar on 12 Uhr ab geschlossen. ** Die be 11. Handelskammern haben durch ihren Vorort, die Handelskammer Mainz, im Anschluß an die Verhandlungen des letzten Hessischen Handelstammer= tages nochmals eine ausführlich begründete Eingabe an den Ersten Ausschuß der zweiten Kammer der Landstände in Angelegenheiten des Gemeinde umlagen gesetes gerichtet. Die Eingabe befaßt sich speziell mit der Gewerbesteuer und schließt mit der Bitte, alle Anträge auf weitere Bevorzugung des landwirtschaftlichen Grundbesizes und des landw. Betriebstapitals als ungerechtfertigt abzulehnen, inbezug auf die Gewerbesteuer aber den Vorschlägen des Handelskammertages entsprechen zu wollen. gionen( Judentum) 3; ohne Uebertritt traten aus 49 Personen. !!! Uman 3ündhölzern zu sparen, wird fünftig eine Anzündlaterne bei dem Betriebsmaterialien- Hauptmagazin in Erfurt in Vorrat gehalten, die gleich= zeitig als Signalhandlaterne für das Bahnsteigschaffner, Fahr, Rangier, Stations- und Weichenstellerpersonal dient. tp- Post dienst. Wie uns mitgeteilt wird, sind am 27. Jannar( Kaisers Geburtstag), die Postschalter nur in demselben Umfange wie an Sonntagen geöffnet, auch findet nur eine einmalige Briefbestellung und keine Patet und Geldbestellung statt. Telegramme werden von 1-8 Uhr nachmittags auch beim Postamt 2 angenommen. * Gießen, 25. Jan. Der Schneefall hielt gestern bis Mittag an, um dann nach einer mehrstündigen Pause von neuem einzusetzen und bis zum Abend anzuhalten. Leider wurden die Schneemassen während der warmen Mittagsstunden in den Straßen der inneren Stadt teilweise in Wasser verwandelt und die teilweise vorhandene Glätte dürfte wohl manchen Bürger zu Fall gebracht haben. Nicht dringend genug kann wohl aus diesem Grund jedem Hausbesizer geraten werden, vor den Türen, auf den Treppen 2c. Sand zu streuen. Die Straßen der äußeren Stadtteile hatten dagegen ihre weiße Decke nicht verloren. Dieselben dürften, da auch heute wieder bis in die zehnte Morgenstunde hinein der Schnee in dichten Flocken fiel, den zahlreichen Kindern noch weitere Gelegenheit zu Schlittenfahrten bieten, welche gestern dem Straßenbild ein ganz besonders festliches Gepräge gaben. Denn allenthalben auf den Straßen mit Gefälle wurden von den Kindern die Schlitten zu den Rodelfahrten benußt, während namentlich in den Vormittagsstunden des gestrigen Tages sich für das Schneeballwerfen zahlreiche begeisterte Anhänger, Jung und Alt, fanden. Die Straßenbahn mußte zum ersten Mal ihren sogenannten Salzwagen einstellen. Die Straßenreinigung wurde in einigen Straßen der inneren Stadt schnell durchgeführt. * Gießen, 25. Januar. Die Ankunft der für die Ausstellung des Kunstvereins bestimmten Bilder dürfte erst in 8-14 Tagen erfolgen, sodaß sich die Eröffnung der Ausstellung noch etwas verzögern muß. * Gießen, 25. Jan. In der Nacht zum 22. Jan. wurde in der Bahnhofstraße ein Einbruch verübt, bei welchem den Dieben eine größere Geldsumme in die Hände fiel. *)(* Gießen, 25. Jan. Die SteinkohlenBezugsgesellschaft hielt gestern Abend im Restaurant Schipkapaß ihre Generalversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr 1908-09 ab. Der Vorfizende Dick ore erstattete den Jahresbericht und zwar zum 13. Male seit Bestehen der Gesellschaft. Das abgelau fene Geschäftsjahr ist ein normales gewesen. Bezogen wur den im ganzen 95 895,96 Zentner ist gleich 471 Doppel- waggon Kohlen( 1908: 409) und darunter waren z. B. 48 Waggon Anthrazit Eierformbriketts( 1907 waren es von dieser Art Feuerungsmaterial nur 4 Waggon). An Stelle des verstorbenen Kohlenaufsehers Merkel ist dessen Stellvertreter öll definitiv angestellt worden. Seit 1. Ottober 1909 ist die Kohlenabfuhr vertraglich der Firma Helmold und Blank übertragen worden. Der Rechnungsprüfungsausschuß hat am 14. Juli 1909 die Rechnungen, Kasse und Belege geprüft und alles in größter Ordnung gefunden. 12 Vorstandssitungen sind abgehalten worden. Ende des Geschäftsjahres 1907-1908 betrug der Mitgliederbestand 1143, zugegangen sind 247, abgegangen 115, sodaß die Gesellschaft jett 1275 Mitglieder hat. Der Vereinsrechner, Kanzleirat Schiff nie, erstattete ausführlich den Rechenschaftsbericht; die Einnahmen und Ausgaben bilanzieren mit Mart 137 031,48. Unter den Einnahmen sind enthalten 134 592,63 Mart Mitgliederbeiträge und in den Ausgaben für Kohlen 75 231,25 Mt., für Frachten 29 936,40 Mt., für Oftroi 3650 Mt., für Wiegegeld 970,51 Mt., für Fuhrlohn 5181 Mart, für Einbringerlohn 2595,73 Mt., für Rückzahlung der zuviel gezahlten Mitgliederbeiträge 16 311,04 Mt., für Verwaltungskosten 2777,88 Mt. und für den Reservefonds Mt. 377,67. Der Bestand des Reservefonds ist auf 2693,44 Mt. angewachsen. Einstimmig wurde dem Rechner für seine gewissenhafte Arbeit Dank und Entlastung. Dem Vereinsboten Bosolt bewilligte man 80 Mt. Remuneration. Bei der nachfolgenden Vorstandswahl wurden die ausscheidenden Mitglieder Büchsenmachermeister Dickore, Bureauvorsteher Noll und Kanzleirat Jäger einstimmig wiedergewählt und an Stelle des nach Kassel verzogenen Geschäftsführer Sporrer der Buchbindermeister Bourgeois neu gewählt. Unter Punkt Verschiedenes erfolgte eine rege Aussprache über den Brennwert der einzelnen bezogenen Kohlenarten und noch andere für den Verein wichtige Anregungen wurden gegeben. Die Sigung wurde nach nahe dreistündiger Dauer und nachdem dem Vorstand aus der Versammlung noch der Dank für seine gewissenhafte Arbeitsleistung geworden, gegen 12 Uhr geschlossen. !! Die Lage des Arbeitsmarktes hat sich leider im Monat Dezember noch weiter verschlechtect, als nämlich die kommunalen Arbeitsnachweise nur 5924 Stellen vermittelten, welche Zahl in dem Vormonat 7126 betrug. Im Verein damit hat sich auch die Zahl der versicherungspflichtigen Mitglieder der Ortskrankenkassen in Hessen und den benachbarten Gebieten vermindert. Ü. a. hatte die Gießener Ortskrantentasse bei einer Gesamtzahl von 4463 Versicherten am 1. Dezember 1909 bis zum 1. Jan. 1910 den Verlust von mehr als 200 Mitgliedern zu bekla= gen, der doch auch nur auf das ungünstige V; rhältnis des Arbeitsmarktes zu den offenen Stellen zurückzuführen sein dürfte. Um so erfreulicher muß darum die gute Beschäftig= ung in der Lederwarenbranche, Schuh- und Automobil- Industrie genannt werden, welche auch in dem Vormonat, wie wir schon berichteten, ein günstiges Bild zeigten. Bei den anderen Gewerben haben sich die Verhältnisse in dem Monat Dezember noch ungünstiger gestaltet. So hat die Me= tallindustrie immer noch keine Besserung zu verzeichnen und zählt eine Menge Arbeitsloser, die teilweise schon viele Monate ohne Arbeit sind. Auch in der Holz= Industrie ist von einer Besserung der Lage des Arbeitsmarttes noch nichts zu spüren. Wenn in der Metall- u. Holzindustrie die Beschäftigung eine schlechte ist, so gilt dasselbe naturgemäß auch vom Bauhandwerk. Trotz des bis jetzt sehr milden Winters ruht fast die ganze Bautätigkeit. Das Bekleidungsgewerbe war annähernd zufrieden- stellend beschäftigt, konnte aber stets mit Leichtigkeit genü gend Arbeitskräfte erhalten. Im Nahrungsmittel gewerbe fanden im Berichtsmonat infolge des Festes eine Anzahl Kräfte, wenn auch nur vorübergehend, Beschäftigung. Im Buchdruck gewerbe trat nach anfäng= licher Besserung der Geschäftslage in den ersten Tagen des Monats, noch vor den Festtagen wieder eine Verschlechterung ein, so daß sich am Schlusse des Berichtsmonats gegen den Vormonat die Zahl der Arbeitslosen etwas vermehrt hat. Dieselbe Erscheinung trat auch bei dem Buch bin dergewerbe zu Tage. Einer Einstellung von Arbeitskräften, allerdings fast ausschließlich zur Aushilfe bis Weihnachten im größeren Umfange, folgte dann am Ende des Monats wieder ein Rückschlag. Neueinstellungen von I an d- wirtschaft 1. Arbeitern erfolgten leider sehr we nig. Auf dem Dienstbotenmarkte scheint die Spannung zwischen Angebot und Nachfrage nicht mehr so groß zu sein, denn in verschiedenen kleineren Städten ist die Nachfrage nach Dienstboten geringer geworden. Obwohl das Weihnachtsfest in verschiedenen Gewerben den Geschäftsgang belebte, führte dies doch nur zu einer intensiveren Beschäf tigung der Arbeiter, da die durch das Fest bedingte Mehrarbeit meistens durch Ueberstunden geleistet werden konnte. Im allgemeinen ist also von einer Besserung der Lage des Arbeitsmart es noch wenig zu merken. !! Religionsübertritte in Hessen. Zur etangelischen Landeskirche sind im Großherzogtum im Jahre 1908 übergetreten im ganzen 177 Personen, davon von der röm.- fath. Kirche zusammen 135; von anderen christlichen christlichen Konfessionen( Freiprotestanten, Altlutheranern, Altkatholiken, Baptisten 2c.) zusammen 25; sonstige( solche, die seither zum Judentum gehörten oder konfessionslos waren) zusammen 17. Dagegen sind aus der evangelischen Landeskirche im ganzen 200 Personen ausgetreten; davon zur römisch fatholischen Kirche 15, zu anderen christlichen Konfessionen( Freiprotestanten, fatholisch apostolische Ge= meinde, Baptisten, Menoniten 2c.) 133, zu anderen Reli** Auf die gestrige Notiz unter„ Heuchelheim" erhalten wir folgende Berichtigung: Es ist unwahr, daß der Spürhund, anstatt der Spur des Täters zu folgen, einem Hasen nachlief. Er verfolgte vielmehr ganz glatt, nach Ansicht des Geschädigten Herrn Fabrikannt Sack, zweifellos auch die richtige Spur, aus dem Garten desselben, einen Feldweg entlang über zwei Stege, bis an die Bahnstation Abendstern, wo sie jedoch, wie es meistenteils auf den viel begangenen Straßen der Fall ist, verloren ging. Es scheint diese Entstellung der Tatsachen von dem betreffenden Einsender nur aus Gehässigkeit erfolgt zu sein. * Darmstadt, 23. Jan. Ein Erdbeben ist gestern auf verschiedenen Erdbebenstationen registriert wor den. Wie die seismische Station Ingelheim mitteilt, ist nach ihren Feststellungen der Herd des Erdbebens im südwestlichen Teile von Island zu suchen. Das Erdbeben war so start, daß die Zeiger am Seismographen wiederholt an die Anschläger anstießen. * Friedberg. Ueber die hess. Gemeindesteuerreform erstattete der Syndikus der hiesigen Han delskammer, Rechtsanwalt und Notor Stahl- Bad Nauheim, vor kurzem in einer zahlreich besuchten öffentlichen Versamm lung ein etwa einstündiges Referat. Nach angeregter Disfussion, an der sich insbesondere Landtagsabgeordneter Da m'm beteiligte, wurde eine Resolution angenommen, die den abermaligen Versuch der Regierung, eine Neuregel ung der Gemeindesteuern herbeizuführen, begrüßt und sich mit den Grundzügen des Geseßentwurss, ohne im einzel nen alle Bestimmungen zu billigen, einverstanden erklärt. * Bad Nauheim, 22. Jan. Die Ortsgruppe Bad Nauheim des Oberh. Obstbauvereins hält am 9. Februar ihre diesjährige Generalversammlung, verbunden mit Gratisverlosung von Obstbäumen im Saale des Gasthauses 3um Ritter" ab. Ferner findet am 19. Febr. d. Is. durch Defonomierat Spieß, Direktor der Großh. Obstbauschule in Friedberg, ein Vortrag über" Düngung der Obstbäume" und" Obstbaumschädlinge, sowie deren Bekämpfung" statt. * Mainz. Ein interessanter Prozeß kommt demnächst an der hiesigen Zivilkammer des Landgerichts zur Verhandlung. Ein Mitglied des Stadttheaters hat gegen den Kritiker eines hiesigen Blattes Schaden- Ersatzklage angestrengt, da es durch eine schlechte Stritik in seiner Eristenz geschädigt sei. * Mainz, 23. Jan. In den nächsten Tagen werden die Verhandlungen zwischen den Delegierten der Demokratischen und der Deutschlreisinnigen Partei zum Zwecke der Vereinigung der beiden Parteien stattfinden. * Ingenheim, 24. Jan. Die Filiale unserer Firma Gustav Boehm in Schanghai ist am Mittwoch mit Sem ersten Sud Seife in Betrieb genommen worden. * Bingen.( Handelstammer.) In der ersten Sitzung am 11. Januar erfolgte die einstimmige Wiederwahl des alten Präsidiums: Vorsitzender Kommerzienrat Coblenz, erster stellvertretender Vorsitzender Kommerzienrat Vogt und zweiter stellvertretender Vorsitzender J. Landau. * Nieder- Saulheim. Bürgermeister Brückner erhielt aus Anlaß seines 25jährigen Amtsjubiläums das Verdienstkreuz Philipps des Großmütigen. * Aus Nassau.( Westerwald- Bahnen.) In der„ Frantf. 3tg." wird von einem Kenner des östlichen Westerwaldes besonders warm für das Bahnprojekt Haiger- Driedorf- Wistir chen eingetreten und u. a. ausgeführt:„ Die Gegend, auf die sich das jetzige Projekt bezieht, ist sehr reich an Bodenschäßen; die Dörfer Dons- bach, Langenaubach, Breitscheid, Flammersbach, Gustern= hain( zusammen nahezu 4000 Einwohner) besißen große Lager an Kaltstein, Basalt, Eisenerzen, Braunkohlen u. a. m. In Breitscheid ist schon seit 10 Jahren eine große Fabrit feuerfester Produkte im Betrieb. Mit dem Ausbau der Linie Weidenau Haig er würde durch die Weiterführung der Stichbahn Haiger- Gusternhain nach Driedorf ( fünf Kilometer) dem ganzen nordöstlichen Westerwald für seine Bevölkerung und namentlich seine reichen Bodenschätze und landwirtschaftlichen Produkte durch die natürliche Ausgangspforte über Haiger das naturgemäße Absatzgebiet in den Industriegebieten von Sieg, Lenne, Weser geschaffen werden." Dann wird auf die Verhältnisse im Ulmtal hingewiesen und gesagt:„ Auch hier muß die Bevölkerung zum großen Teil abwandern, weil die reichen Bodenschäße an Erzen und anderen Mineralien wegen Mangel an Vertehrsmitteln nicht ausgebeutet werden können. Es ist daher zu begrüßen, daß die Eisenbahnverwaltung jetzt dem Pro jeft näher tritt und daß Vorarbeiten für die beiden Stichbahnen bereits fertig gestellt sind. Nur wäre zu wünschen, daß man auch gleich die ganze Linie ins Auge faßte, da mit über Driedorf die Verbindung mit Lahn und Rhein hergestellt würde. Wie die Bahn jebt gebaut ist, würde sie immerhin ein Torso bleiben. Jedenfalls sollte den Vorarbeiten bald die Ausführung folgen, die für die dortige Bevölkerung, namentlich die Industrien des nördlichen Teiles, eine Lebensfrage ist. Für die Rentabilität der Bahn sind die Aussichten durchaus günstig." * Nassau. In der Stadtverordneten- Versammlung machte Landrat Duderstadt von Diez die Mitteilung, daß die gesamten Hochwasserschäden im Februar v. I. 130 456 Mt. fosteten. Von diesem Betrage habe der Staat und der Bezirksverband je ein Drittel übernommen. * Battenberg. In dem benachbarten Reddighau sen hat sich vor furzem ein 12jähriger Knabe an einem Zwet schenbaum er hängt. * Kassel. Die von der Kurhessischen Zentrumspartei in Umlauf gefeßte Petition gegen die Einführung der weltlichen Schulaufsicht durch Rektoren hat in 13 Strei sen 17 660 Unterschriften erhalten und ist bereits an den Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten abgesandt worden. * Frankfurt. Generalmajor von Besser, der Befehlshaber der 42. Infanteriebrigade in Frankfurt a. M. hat, wie wir hören, seinen Abschied erbeten. Den Posten des Brigadekommandeurs erhält wahrscheinlich Prinz Friedrich Karl von Hessen, der jeßige Oberst des 81. Regiments. * Frankfurt a. M., 24. Jan. Heute früh starb hier im Alter von 82 Jahren der Schriftsteller Dr. Franz Rittweger. Er war ein geschäßter Kenner der Frankfurter Kunstgeschichte. Außer verschiedenen historischen Ar beiten schrieb er auch mehrere Schauspiele, Schwänke und dergleichen und die vaterländischen Ereignisse hat er gern mit einem bemerkenswerten Wort in Versen oder Prosa be gleitet. * Gelnhausen. In Verbindung mit dem hier betriebenen Sol- Sprudelbad soll ein Schüler- Genef ungsheim errichtet werden. Redaktion, Drud und Verlag von Albin Klein, Gießen. Für oder wider die Todesstrafe. Eine Umfrage darüber, ob die Todesstrafe abzuschaffen oder beizubehalten sei, hat die Neue Ges. Korr." veranstaltet und die eingegangenen Antworten in einem Buche Für oder wider die Todesstrafe" zusammengestellt. Ueberraschenderweise findet man unter den Befürwortern der Todesstrafe Männer, die man wohl in der Reihe ihrer Heinde vermutet haben würde, so z. B. Paul Heyse, den Lyriker und Novellisten, der sich folgendermaßen äußert: Wie es für den einzelnen Fälle geben kann, wo er das Recht und sogar die Pflicht hat, einen Menschen zu töten, so auch für die Staatsgemeinschaft." Auch Ernst Haeckel spricht sich für die Beibehaltung der Todesstrafe aus. Er sagt, jede menschliche Kulturgesellschaft hat das Recht der Notwehr und kann unverbesserliche Verbrecher, die ihren eigenen Bestand bedrohen, nur auf diese Weise unschädlich machen. Auch verlangt die öffentliche Meinung meistens einstimmig die Todesstrafe, wenn der Verbrecher in brutaler Roheit selbst unschuldige Menschenleben vernichtet hat. Uebrigens ist nach meinem Geschmack die Strafe des lebenslänglichen Zuchthauses widersinnig und schlimmer als die Todesstrafe." Ebensowenig wollen u. a. Richard Voß, Ernst v. Wolzogen, Graf Posadowsky, Prinz Heinrich Carolath, Franz v. Stuck von der Beseitigung der Todesstrafe etwas wissen. Am weitesten geht Peter Altenberg, der allen Ernstes die Todesstrafe für Eltern, die ihre Kinder, und für Kutscher, die ihre Pferde mißhandeln, verlangt. Unter den Gegnern der Todesstrafe begründet Hermann Bahr feinen Standpunkt folgendermaßen:„ Daß irgendetn Mensch, wer es auch sei, fich anmaßen will, einem anderen das Leben abzusprechen, scheint mir etwas so Verrucht Unmenschliches, daß ich gar nicht verstehe, wie man über die Todesstrafe auch nur diskutieren kann. Sie scheint mir schändlicher als jeder andere Mord, denn sie nimmt noch die Maske der Gerechtigkeit um." Frederic Passy, der greife französische Gelehrte, von dem vor vierzig Jahren die Friedensbewegung ausging, betont, daß noch in keinem Staate die Zahl der Kapitalverbrechen nach Abschaffung der Todesstrafe zugenommen habe. Von denen, die die Abschaffung der Todesstrafe befürworten, seten noch genannt Roda Roda, August Bebel, Carmen Sylva, die Königin von Rumänien, Berta von Suttner, H. v. Gerlach u. a. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser in Weimar. Der Katser ist am Sonntag nachmittag gegen 5 Uhr im Sonderzug in Weimar eingetroffen. Im Gefolge befanden sich Hausmarschall FretHerr von Lyncker, Generaladjutant Generaloberst von Plessen, die Flügeladjutanten Oberstleutnant Freiherr von Sentden und Major von Neumann- Cosel, sowie Stabsarzt Dr. Niedner. Der Kaiser wurde am Bahnhof vom Großherzog empfangen und fuhr mit diesem nach dem Residenzschlosse. Hier fand um 6 Uhr Galatafel statt. Herr von Schoen Botschafter in Paris? Ein Berliner Telegramm der Rhein- Westf. 3tg. meldet auf Grund einer Information, die von angeblich gut unterrichteter Seite kommt, Herrn von Schoens Tätigkeit als Leiter der auswärtigen Politik könne als abgeschlossen betrachtet werden. Die Gründe für das vermutliche Scheiden des Staatssekretärs seien nicht allein in den überaus zahlreichen Angriffen zu suchen, die von seiten aller Parteien gegen ihn laut wurden, wegen der Art, wie er deutsche Interessen im Auslande vertrete, sondern man neige auch der Ansicht zut, daß der neue Kanzler, der in manchen Beziehungen einen von Bülows Gepflogenheiten abweichenden Kurs einschlagen wolle, dies besser tun könne, wenn ein Mann seiner Richtung Leiter des Auswärtigen Amtes sei. Ueber den Termin des Wechsels verlaute noch nichts bestimmtes; doch werde Herr von Schoen auf jeden Fall noch sein Ressort im Reichstage vertreten. Bekanntlich set es schon lange der Wunsch des Staatssekretärs, Botschafter in Paris zu werden, und aller Voraussicht nach werde diesem Wunsche auch entsprochen werden. Dernburg auf dem Wege zum Adel? Unter der Ueberschrift„ Dernburg als Triumphator" meldet die„ Tägliche Rosch." Wenn die Leute recht haben, die das Gras wachsen hören, wird Herrn Dernburg der rühmliche Lohn für seine Arbeit an der Hebung unserer Kolonien sehr bald ereilen. Es soll in kürzester Zeit die Verleihung des Adels an den Staatssekretär der Kolonien zu erwarten sein. Die diesjährigen Kaisermanöver zwischen dem 1. und 17. Armeekorps werden ebenso wie im Vorjahre von den Kaiserparaden getrennt abgehalten werden. Die Kaiserparade des westpreußischen Korps wird am 27. August in Danzig stattfinden. Im Anschluß an die Parade wird das geplante Fest auf der Martenburg stattfinden. Dann folgt die Parade in Königsberg, nach deren Beendigung der Kaiser nach Berlin zurückkehrt. Die Kaisermanöver selbst werden vom 8. bis 10. September im Gelände östlich der Weichsel bis zur Passarge abgehalten. Die Fleischerzeugung in Deutschland. Der Vorsitzende des Bundes der Vichhändler Deutschlands Hermann Daniel aus Dirdorf, Bez. Koblenz, wurde, wie die„ Dtsch. Fleischerzta." meldet, vom preußischen Landwirtschaftsminister von Arnim empfangen und überreichte dabei die Vorschläge des Bundes zur Verbesserung der Fleischerzeugung 19 Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.) .. ,, Ist der Kneifer, zu dem dies Glas gehört" fragte Brümmel, das letztere vorzeigend, den Verkäufer bei Jumbusch ,, vielleicht hier gekauft? Ein Freund von mir, der Besitzer des Kneifers, hatte nämlich vor acht Tagen das Pech, das korrespondierende Glas zu zerbrechen und trotzdem er sich die größte Mühe gab, gelang es ihm nicht, hier in Wien ein gleiches zu bekommen. Er vermag sich nicht mehr zu erinnern, wo er dieses gekauft hat, und da er augenblicklich das Zimmer hüten muß, so bat er mich, ihm ein passendes Pincenez zu besorgen. Ich bin nun schon hier und dort gewesen, aber immer vergebens." Der Verkäufer nahm das Glas in die Hand und be trachtete es ebenso wie Herr Werkenthien es getan, durch die Lupe. ,, Nein", entgegnete er ,,, das Glas ist nicht von uns, sondern höchstwahrscheinlich in Bordeaux gekauft. Das heißt, meine Folgerung ist sehr voreilig, ich machte meine Folgerung nur aus dem Umstande, daß uns im verflossenen Sommer der Reisende einer Bordelaiser optischen Fabrik derartige Gläser zum Verkauf anbot." Der Herr des Geschäfts, der aus einer Ecke des Ladens die Worte gehört, kam dazu. Er murmelte etwas, das ungefähr wie Schafskopf" tlang und dem verächtlichen Blick nach, den er dabei auf seinen Kommis warf, Jedenfalls nicht schmeichelhaft für diesen war. ,, Kann man die Waren einer Bordelaiser Fabrik denn mur in Bordeaug, kaufen, Nosset?" fuhr er seinen Untergebenen an. Sie sagten eben selbst, daß der Reisende fie uns anbot und daher wird er sie selbstverständlich auch andern angeboten haben. Ich möchte Ihnen vaten, Nosset, Ihre Worte erst zu überlegen, ehe Sie sie aussprechen, es fommen sonst gar zu viele Torheiten zutage. Bitte mein Herr" wandte er sich, indes der gemaßregelte Verfäufer sich groflend und beschämt zurückzog, an Brümmel ,, wollen Sie mir Ihr Glas geben." im Inlande. Die Vorschläge gingen im wesentlichen da-| rauf hinaus, die Grenzen nicht zu öffnen, dafür aber im Innern eine stärkere Konkurrenz durch Unterstützung von Mastanstalten hervorzurufen. Die Gofin- Gerste. Auf Veranlassung des Reichsschatamtes sind in Hamburg, im Beisein eines Berliner Sachverständigen, Versuche mit der Fütterung von Schweinen mit cosingefärbter Gerste veranstaltet worden. Es hat sich dabei ergeben, daß weder Magen noch Eingeweide eine rötliche Färbung zeigten. Da aber von anderer Seite angestellte Versuche das Gegenteil ergeben haben, hat das Reichsschazzamt an die nachgeordneten Behörden eine Verfügung erlassen, wonach fortan Gerste nicht mehr wie bisher mit zwei, sondern nur mit einem Prozent Eosin gefärbt verfuttert werden darf. Vom Deutschen Lehrerverein. Der geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Lehrervereins erläßt eine längere Erklärung, in der der Vorwurf des Straßburger Bischofs Dr. Frizen, der Lehrerverein verfolge religions- und ftrchenfeindliche Tendenzen, zurückgewiesen wird. Darin heißt es: In den Organen des Deutschen Lehrervereins sind zwar schulpolitische Forderungen der Zentrumspartei wieberholt nachdrücklich bekämpft worden. Angriffe gegen die katholische Kirche als Religionsgemeinschaft gegen katholische Dogmen oder gar gegen die Grundlagen des Gottesglaubeng wird ihnen jedoch niemand nachweisen können. Was im besonderen die religionslose Schule anbetrifft, so hat sich das Hauptorgan des Deutschen Lehrervereins, die Pädagogische Zeitung, mit aller Entschiedenheit gegen diese Schuleinrichtung ausgesprochen." Die Wahlen in England. Die radikale englische Presse spricht einmütig die Ueberzeugung aus, daß im neuen Parlamente die liberale Mehrheit auf die irischen Nationalisten angewiesen sein wird. Unter solchen Umständen ist ein energisches Vorgehen gegen die Lords unmöglich. Man rechnet bereits mit einer abermaligen Auflösung des Par= laments und mit Neuwahlen für das nächste Jahr. Heimkehr der spanischen Marokkokämpfer. Eine ungebeure Volksmenge durchzog am Sonnabend die Straßen von Madrid, durch welche die aus Melilla heimkehrenden Soldaten ihren Einzug hielten. Die Begeisterung des Publitums war eine sehr große. Die Truppen wurden vom Bürgermeister, dem Gouverneur, dem Kriegsminister und dem Kabinettschef an den Stadttoren begrüßt. Letzterer be= glückwünschte den General Tovar und seine Truppen zu ihrer Haltung. Der Einzug erfolgte um 11 Uhr inmitten einer ungeheuren Volksmenge und deren begeisterten Ovattonen. Die Soldaten konnten sich nur mit Mühe einen Weg bahnen. Sie zogen hierauf an dem königlichen Palast vorbei. Aus der Türkei. Der Präsident der Kammer hat offen den Verdacht ausgesprochen, daß dem Parlamentsbrand ein verbrecherischer Anschlag zugrunde liege.- Der Kammerpräsident Achmed Riza wurde gestern auf offener Straße von einem Unbekannten tätlich insultiert. Der japanische Reichstag ist am Sonnabend vormittag wieder zusammengetreten. Der Ministerpräsident Marquis Katsura legte dar, daß die Beziehungen Japans zu den mit ihm durch Verträge verknüpften Mächten harmonisch seten und daß das Bündnis mit Großbritannien sich noch fester gestaltet habe. Alle zwischen Japan und China schwebenden Fragen seien wechselseitig geregelt worden. Die Regierung habe den Grundsatz der offenen Tür" in der Mandschuret immer geachtet. Er glaube, daß die Mächte den aufrichtigen Charakter des Japanischen Vorgehens in der Mandschurei anerkennen. Kleine Nachrichten: Bevorstehendes freudiges Ereignis am Zarenhofe. Der Petersburger Korrespondent des Pariser Matin" telegra= phiert, daß der wahre Grund der Krankheit und Gemütsdepression der Zarin der set, daß sie sich in gesegneten Umständen befinde. Prinzessin Luise unter Vormundschaft. Die letzten Vorgänge sollen einer Brüsseler Meldung zufolge die Notwendigkelt haben erkennen lassen, die Prinzessin Luise einer gerichtlichen Vormundschaft bezüglich des Abschlusses von Kaufgeschäften und der Uebernahme von Rechtsverbindlichfetten zu unterstellen. Wie zuverlässig verlautet, wird der Schwiegersohn der Prinzessin Luise, der Herzog Ernst Günther zu Schleswig Holstein, namens der Familie diese Schußmaßregel unverzüglich veranlassen. Der Fleischboykott in den Vereinigten Staaten, der, wie wir berichteten, infolge der Fleischteuerung unternommen wurde, ist im Wachsen begriffen; mindestens eine Million Personen aller Kreise des Landes haben die Verpflichtung übernommen, kein Fleisch zu essen. Der Zustand Hofrichters. Hofrichters Verhalten im Militärarrest hat die Besorgnts wachgerufen, er könnte in Wahnsinn verfallen. Die aufgezwungene Untätigkeit und die vollkommene Abschließung hätten ihn trübsinnig gemacht. Er brütet in seiner Zelle vor sich hin und verweigert schließ= lich die Annahme von Nahrung. Tod infolge Fischvergiftung. Baurat Martens, der Erbauer zahlreicher Banken und Sparkassen in allen Teilen Deutschlands, ist Sonnabend früh im Alter von 67 Jahren nach mehrwöchiger Krankheit in seiner Grunewaldvilla bet Berlin an den Folgen einer Fischvergiftung gestorben. Ein schwerer Banunfall ereignete sich am Sonnabend Der Detektiv reichte es ihm und Herr Jumbusch untersuchte es. ,, Der Kneifer ist bet Rouveau in Toulouse gekauft", sagte er dann. Der Name des Geschäfts mitsamt der Straßennummer steht ja am Außenrande eingraviert. Durch die Lupe kann man ihn lesen. Ich kenne die Firma nicht, aber eine Fabrik ist es bestimmt nicht, da es in Frankreich nur ein paar gibt, die diese Sachen machen und deren Namen sind mir natürlich bekannt. Folglich ist Rouveau in Toulouse nur ein Optikerladen, da in Frankreich aber nur die optischen Fabriken Reisende verschicken und niemals die Inhaber von offenen Läden, so ist mit ziemlicher Bestimmtheit zu behaupten, daß das Pinzenez bei Rouveau in Toulouse gekauft ist. Woher die Firma es bezogen hat, vermag ich dagegen nicht anzugeben. Uebrigens eine ungewöhnliche Nummer. Der Mann, der das Glas trägt, muß in seltenem Maße furzsichtig sein, denn Gläser dieser Nummer hält man gewöhnlich gar nicht mehr vorrätig. Außerdem ist das Glas stark konkavg eschliffen eine weitere Seltsamkeit. Ich erinnere mich kaum, daß ie nach einem solchen Glas Nachfrage gewesen ist." doch, Herr Jumbusch" mischte sich hier der gescholtene Kommis in das Gespräch. Er wollte wohl die erlittene Scharte ausweßen. Vor acht Tagen etwa - es war ziemlich früh und wir hatten eben den Laden aufgemacht war ein Herr hier, der nach einem solchen Augenglas fragte. Er wollte diese Nummer haben, auch sollte das Glas in allem übrigen diesem hier gleichen." ,, Wie sah der Herr aus?" fragte Brümmel. Ja, er war etwas größer als Sie, so ungefähr mittelgroß und auffallend mager und sein Gesicht sah so gelb aus wie Bergament. Keinen Bart hatte er und sprach wie ein Ausländer." ,, In welchem Alter stand er?" Das läßt sich schwer sagen bei dem Gesicht. Er kann ebensogut jung wie alt sein, aber ganz jung ist er, glaub ich, doch nicht gewesen." Der Detektiv wollte noch eine Frage tun, aber da Herr Jumbusch bereits befremdet aufhorchte, als der fremde Besucher seines Geschäfts sich so angelegentlich nach in Rixdorf bet Berkin. Auf einem vortigen Neubau brach vormittags geçen 9 Uhr die Balkenlage des ersten Stockes plößlich durch. 6 Arbeiter( ein Maurer und fünf Steinträger) wurden mit in die Tiefe geriffen und erlitten zum Teil schwere Beslegungen. Wahnsinnste einer Mutter. Sett dem vor einigen Wochen erfolgter Tode ihres Mannes hatte die Witwe Klaas auf dem Gute Irlerhof bei Aachen mehrfach Anfälle von Trübsinn. Gestern sandte sie ihre fünf unerwachsenen Kinder unter cinem Vorwand aus dem Hause und durchschnitt sich dann mit dem Ramesser ihres Mannes die Kehle. Raubmord an einer Greff. n. In Sütern bei Birkenfeld im Rheiland wurde die über 60 Jahre alte Witwe Konrad beim Holzsammeln im n- hegelegenen Walde erdrosselt und ihrer Barschaft von etwa dri Mart beraubt. Im Wurstkessel verbikht. In München- Gladbach stürzte das dreijährige Söhnchen des Meggermeisters Jansen in einem unbewachten Augenblick in einen Kessel mit stedender Wurstbrühe und starb sofort. Selbstmord eines Zehnjährigen. Der Hamburg- Berliner D- Zug überfuhr am Sonnabend bei Müssen den zehnjährigen Knaben Emil Nörnberg. Der Junge war sofort tot. Er hat freiwillig seinem Leben ein Ende gemacht. Als der Knabe bei seiner Rückkehr aus der Schule erfuhr, daß feine Mutter wegen Diebstahls im Amtsgeri tsgefängnis interniert sei, rannte er voller Verzweiflung dem Zuge entgegen und stürzte sich auf das Gleis. Einsturz eines Fabrikgebändes. In Charleroi in Velgien stürzte der Neubau eines Fabrikgebändes von dreißig Meter Front zusammen. Das ganze Riefengebäude bilder einen wüsten Trümmerhaufen. Fünf Arbeiter Itegen unter der ungeheuren Masse von 3ement und Eisen begraben. Von den sechs Mann, die im obersten Stockwerk arbeiteten, find fünf Mann schwer verletzt, einer ist tot. Neues Grubenunglück. Im Georgs- Schacht der Mathildengrube bei Breslau wurden drei Häuer durch herabfallendes Gestetn verschütet. Einer ist tot, die beiden anderen sind schwer verleßt. Ferner wurden in der Ludwigsglück- Grube drei Grubenarbeiter durch Zurückgehen eines Pfeilers verschüttet. Auch hier wurde einer getötet, während die beiden anderen Verlegungen erlitten. Eisenbahnräuber. Räuber überfielen den Missouri- Pacific- Bug 45 Kilometer westlich von St. Louis, zwange den Führer, mit der Maschine und dem Gepäckwagen nach etnem abgelegenen Ort zu fahren, sprengten den Geldschrank und entfamen mit reicher Beitte. Wissenschaft. Kunst und Citeratur. Auskunft- und Fürsorgestellen für Krebsverdächtige. Das deutsche Zentralfomitee für Krebsforschung hat in Ber In zwei Auskunfts- und Fürsorgestellen für Krebsverdächtige eingerichtet, deren Leitung dem Direktor des Chariteefrankenhauses Geh. Rat Pütter untersteht. Die Einrichtung bezweckt. Personen, die an Krebs erkrankt sind oder fürchten, an Krebs zu leiden. Auskunft zu erteilen, in wel cher Wetse sie am besten Hilfe erhalten können. Eine ärztliche Auskunft seitens der Auskunfts- und Fürsorgestelle findet nicht statt. Aus den Gerichtssälen. Drei Todesurteile. Das Schwurgericht in Köln verurteilte nach fünftägiger Verhandlung den Müller Wilhelm Felix aus Winterborn bei Gammersbach wegen der Ermordung seines gleichnamigen Vetters, begangen in der Garderother Mühle bei Winterborn, zum Tode.- Das Schwurgericht zu Zweibrücken verurteilte den 26jährigen Fabrikarbeiter Schlindwein aus Bellheim, der die 21jährige Anna Schiefer und deren Stiefmutter zu Ludwigs= hafen ermordet hat, nach zweitägiger Verhandlung zweimal zum Tode. Das Kriegsgericht in Petersburg hat Wosrefsensky alias Petroff, der für schuldig befunden wurde, den Chef der politischen Polizei. Oberst Karpow, ermordet zu haben, zum Tode durch den Strang verurteilt. Vermischtes Neues Erdbeben in Süditalien? Wie aus Aachen ges meldet wird, verzeichnete am Sonnabend die Erdbebenstation der dortigen technischen Hochschule ein äußerst heftiges Erdbeben von der Stärke des Messinabebens. Nach den seismographischen Aufzeichnungen begann das Beben um 9 Uhr 53 Minuten vormittags, war um 10 Uhr am hesigsten 1.nd dauerte bis 11% Uhr. Der Herd war ungefähr 2300 Kilometer in süd- südöstlicher Richtung entfernt. Die Gelehrten vermuten, daß das Erdbeben wieder Süditalten Heimgesucht hat. Auch der Seismograph der Utrechter Universität hat das Erdbeben registriert. Da bisher keine Meldungen über eine neue Erdbebenkatastrophe in Süditalien vorliegen, so ist kaum anzunehmen, daß das registrierte Beben bewohnte Gegenden heimgesucht hat. Vermutlich war es nur ein Seebeben. Wie Vermögen in Minuten gewonnen und verloren werden. 20 Milliarden Mark, das ist die märchenhafte Summe, die in Amerika alljährlich durch Spekulation und Wetten verspielt oder gewonnen wird, genug Gelb so führt jenem Knaben erkundigte, den er doch gar nicht kannte, zog er es vor, weitere Fragen zu unterlassen. ,, m" meinte er- ,, mein Freund wird das schwerlich gewesen sein, denn dem sieht es ieder auf den ersten Blick an, daß er erst am Ende der Zwanziger steht- ich dachte nämlich, daß der Herr, der sich hier nach dem Augenglas erkundigt hat, mein Freund ist, für den ich es besorgen will. Trug er vielleicht einen braunen Anzug?" ,, Ach nein," erwiderte der Kommis lachend ,,, iener war ganz in einen schwarz und weiß karierten Stoff gekleidet solch große Karos! Ich glaub', in ganz Wien gibt es nicht solch einen Anzug." ,, Dann ist es mein Freund ganz gewiß nicht," versetzte Brümmel. Aber ich will die Herren jeßt nicht länger aufhalten. Guten Morgen." Er zog seinen Hut und ging. ,, Vor ungefähr acht Tagen hat jener Großfarierte nach dem Kneifer gefragt," dachte Brümmel ,,, und acht Tage finds her, als jener geheimnisvolle Mensch, von dem Fräulein Lina erzählte, bei der Bruſio war. Ich wette, daßi beide ein und dieselbe Person sind, denn auch die Beschreibung der Lina und des Imbuschschen Kommis von dem Menschen ist die gleiche. Wer aber ist er? Natürlich ein Artist! Bartlos, lederartige, gelbe Haut, der karierte Anzug! Zudem befindet sich die Habsburger Straße, in welcher der Laden des Jumbusch liegt, dicht neben dem ,, Graben", wo die Kaiserhallen" sind. Der Mensch hat, als er zur Vormittagsprobe ging, sich im Vorübergehen den Kneifer kaufen wollen." Aber stand dieser geheimnisvolle Unbekannte denn auch wirklich mit dem Tode des Grafen Welshofen im Zu sammenhang? Verlor er, Brümmel, nicht am Ende koste bare Zeit, indem er einer falschen Spur nachging? Nein, ich täusche mich nicht", sagte er. ,, Dies Gefühl welches mich auf jenen Menschen hinweist, habe ich in früheren Jahren schon oft gehabt und noch nie hat es mich betrogen." Er hatte recht, es war etwas von der Witterung des Jagdhundes in ihm, der eine untrügliche Wit terung für das gesuchte Wild hat. ( Fortseßung folat.) 11 g 80 10 fd $ 11 u bradj Stodes Stein ten zum einigen e klaas le von en Kina durchmes die rfenfeld Konrad elt und Stürzte fen in ſtedenBerliner zehnjähfort tot. St. Als hr, daß fängnis Buge in Beldreißig De bilder en unter egraben. beiteten, Mathil herabSen allidwigseines ährend uri- Pawangen gen nach n Gelddächtige. in Ber Sverdäch Charitee Einrich ind oder in wel ne ärzt= rgestelle öln verler Wilegen der in der - Das jährigen e 21jähudwigs9 zweiburg hat en wur ow, erurteilt. chen ges bebenstaHeftiges Nach den eben um hefigsten fähr 2300 Die Ges Süditalten chter Unieine MelSüditalien gistrierte tlich war verloren henhafte ion und so führt fannte; schweren ersten steht- nach dem den ich braunen jener war off geflei Wien gibt " verfekte ht länger ierte nach acht Tage Dem Fräu wette, daß Beschreib von dem türlich ein vierte Ane, in welben dem enich hat übergehen denn auch mim Bu Ende fofties Gefühl abe ich in ng? at es mich der Wittegliche Wit eine englische Wochenschrift aus, um alle Kriegsschiffe der Welt zu bezahlen. Allein bei einem Rennen wurden fürzlich von 90 Neuyorker Buchmachern nicht weniger als sechs Millionen Marf umgesetzt. zu ihnen treten noch die Riesensummen, die in den übrigen Großstädten Amerikas verwettet werden, so daß nach einer genauen Schätzung in ganz Amerika im Laufe eines Jahres nicht weniger als 800 Millionen Mark allein für Pferderennen verwettet werden. Aber wie gewaltig diese Zahl auch erscheint, sie schrumpft fast zur Bedeutungslosigkeit zusammen neben den Riesensummen, die an den Börsen verspekuliert werden. Ganz Amerika wird verzehrt von dem Ehrgeiz, schnell, fast noch schneller, als möglich, reich zu werden. Der Laufbursche eines Geschäftes spekuliert mit seinem Monatsgehalt, die Verkäuferin spielt mit ihren kleinen Ersparnissen in Eisenbahnaktien. Vor kurzem wurde in Neuyork be= kannt, daß ein Auslaufer in einer glücklichen Woche nicht weniger als 40 000 Mart verdient hatte; in der gleichen Beit gewann ein Kommis die fünffache Summe in einer Spekulation mit Union- Pacific- Aktien, und das Schreibmaschinenfräulein eines bekannten Neuyorker Börsenmaklers, das die Ratschläge ihres Chefs sich zu nutze gemacht hatte, konnte nach Verlauf von wenigen Tagen mit einem Vermögen von 250 000 M der Schreibmaschine den Rücken fehren. Aber dies sind Glücksfälle. Wie hier das Schicksal günstig lächelte, so zeigt es anderen eine bittere Miene und der Spieltrieb verschlingt in wenigen Stunden die Ersparnisse eines langen Arbeitslebens. Die Vorgänge im Virchow- Krankenhaus in Berlin beschäftigten am Sonnabend die städtische Krankenhausdeputation. Man war sich darüber einig, daß der Verweis, der der so tragisch aus dem Leben geschiedenen Schwester Berta Rosenkranz erteilt wurde, durchaus berechtigt war und daß sie dadurch nicht in den Tod getrieben sein konnte. Die drei entlassenen Schwestern dürften jedenfalls im VirchowKrankenhaus nicht wieder eingestellt werden, und ob die mildernden Umstände, die sie für sich anführen, ihre Wiederanstellung in einem anderen städtischen Krankenhaus rechtfertigen, soll eine Untersuchung des ganzen Vorganges ergeben, mit der eine aus zwölf Mitgliedern bestehende Kommission am Montag beginnen wird. Die von anderer Seite aufgestellte allgemeine Behauptung über Mißstände in der Behandlung der Schwestern im Virchow- Krankenhaus wurde eingehend besprochen und widerlegt. Ein verheerendes Großfeuer, dem eine große Anzahl von Häusern zum Opfer gefallen ist, hat in der Nacht zum Sonntag in Hamburg gewütet. Die Feuersbrunst entstand abends in dem Kortenlager von Lopez& Co. in der Danielstraße. Das Feuer, das im zweiten Stock zum Ausbruch kam die Entstehungsursache ist noch nicht festgestellt verbrettete sich mit unheimlicher Geschwindigkeit über das ganze Stockwerk, griff dann weiter um sich und setzte auch bie unteren und die oberen Stockwerke in Brand. Nach kaum einer Stunde stand das ganze Gebäude in hellen Flammen und das Feuer griff nunmehr auch die hinter dem Korkenlager befindliche Delfabrik von Schmidt& Co. an und setzte in wenigen Minuten einen großen Teil des Gebäudes in Flammen. Das ganze Gebäude brannte ebenfalls bis auf den Grund nieder, außerdem fiel noch eine Anzahl Neben= häuser dem entfesselten Element zum Opfer. Einige fünfzig Familien von Angestellten, die diese Häuser bewohnten, wurden obdachlos. Verkehrsstreit in Leipzig. Am Sonnabend mittag haben sämtliche Automobildroschten und Automobilomnibusse in Leipzig den Betrieb eingestellt. Die Chauffeure find sämtlich in den Ausstand getreten. Anlaß dazu hat die nach Ansicht der Droschkenbesißer und Chauffeure zu scharfe Handhabung der polizeilichen Bestimmungen über den Fahrverkehr gegeben, die den Chauffeuren in den letzten Wochen zahl= reichen Strafmandate eingetragen hat. Es ist zu erwarten, daß auch die Droschkenkutscher sich dem Streik anschließen werden, da auch diese wegen zahlreicher Uebertretungen der Verkehrsbestimmungen mit Strafmandaten bedacht worden find. Unterhaltungsleftüre in Apotheken. Eine zeitgemäße Nuerung ist seit Anfang dieses Jahres in vielen Apotheken eingeführt worden. Um dem auf die Anfertigung von Arzneien wartenden Publikum Lesestoff aus dem Gebiete der Hygiene und verwandter Gebiete zur Verfügung zu stellen, versendet der Wirtschaftsverband deutscher Apotheker an alle Apotheken eine volkstümliche Monatsschrift, die auch ständige Notizen über alles Wissenswerte, über den Verkehr des Publikums mit den Apotheken enthält und in dem Warteraum der Apotheken zur freien Benutzung des Publifums aufliegt. Was beispielsweise die teils roten, teils weißen Etiketten besagen, wann runde und wann eckige Flaschen verabfolgt werden- diese und ähnliche Bestim= mungen zum Schütze des Publikums sind noch wenig befannt. Die Sensation in der Zeitung. Einem Aufsatz des Professors Wilhelm Foerster im„ Tag", der sich gegen das journalistische Uebel wendet, der Zeitung durch Sensation Reser zuzuwenden, entnehmen wir folgendes: Nachdem das Uebel so groß geworden ist, scheint endlich auch die entsprechede Größe sittlicher Energie in weiten Kreisen der Menschen gegen jenen unsäglichen Unfug zu erwachen, und man darf das sichere Vertrauen zu den hervorragenden Geistes- und Willenskräften der vielen in der Publizistik tätigen Männer und Frauen haben, daß sie sich dieser steigenden Bewegung nicht bloß anschließen, sondern mit ihrer großen Sachkenntnis schließlich die Führung zum Rechten übernehmen werden. Aller Anfang ist schwer", und es Ist daher kaum möglich, sofort zu sagen, was zunächst geschehen müßte. Nur das eine darf mit Sicherheit gesagt werden, daß diejenigen, denen die Not besonders vor die Augen getreten ist, die Pflicht haben, unablässig auf allen Wegen, die ihren Aeußerungen zugänglich sind, den Ruf erfchallen zu lassen, daß ein Halt zu machen sei mit dem Elend der allzu ausführlichen, allzu sensationellen, allzu unablässigen Berichterstattungen über menschliches Elend sitt= licher und natürlicher Art, und zwar etwa in solcher Weise, daß einige der bedeutendsten Organe der Publizistik sich zuſammentun und jene Berichterstattungen auf das geringste Maß des Tatsächlichen und nur in längeren Perioden zu Veröffentlichungen zusammendrängen und dabei auf die Ueberfülle des Räsonnements, welches daran geknüpft wird und welches meistens nur sehr unvollkommene Grundlagen hat, verzichten, dagegen von Zeit zu Zeit wahrhaft kompetenten Männern aus der ärztlichen, gerichtlichen und pädagogischen Praris zu allgemeineren Betrachtungen das Wort geben. Das Haus der Inngfrau von Orleans. Französischen Blättern zufolge ist eines der bemerkenswertesten Denf= male der französischen Geschichte, das in Orleans gelegene Haus der Jungfrau Johanna, das bis vor kurzem als Museum jener Zeit diente, einer Straßenerweiterung zum Opfer gefallen. Troß aller Proteste aus den Kreisen der Künstler und Gelehrten Frankreichs hat der Magistrat der Stadt darauf bestanden, durch die alte und bisher recht enge Tabourgasse eine Trambahn zu führen, wobei das vorspringende, ehrwürdige Gebäude, das einst Eigentum der Agnes Sorel, der Geliebten König Karls VII. war, vollständig zerstört wurde. Vor allem ist das Fenster ver= schwunden, wo die Jungfrau die Fahne mit dem Bilde der Madonna in Empfang nahm, die sie zum Siege gegen die Engländer führen sollte. Die nicht nur historisch, sondern auch künstlerisch wertvolle Fassade wurde dadurch gerettet, daß man sie auf eiserne Schienen feßte, und in einen anderen Teil der Gasse verbrachte, wo sie fürderhin ihre Stelle finden. soll. Sonst sind heute von dem Hause nur noch traurige Reste übrig. Die Grog- ühr. Ein alter englischer Landmann, der Jüngst im Alter von 88 Jahren mit seiner 82jährigen Frau dieg oldene Hochzeit beging, erzählte bei diesem Feste eine ganz reizende Geſchichte von einer Grog- Uhr, die einer seiner Jugendfreunde, ebenfalls ein Bauer, ständig bei sich trug. Er trug nämlich eine Weste mit zwei Reihen von je 11 Knöpfen. Das war seine Grog- Uhr. An jedem Marktage ging er abend ins Wirtshaus und bestellte sich einen Grog nach dem andern, und sobald er ein Glas getrunken hatte, öffnete er einen Knopf seiner Weste. Beim Glase Nummer 11 war die Weste ganz aufgeknöpft, und nun fing er an, sie von oben bis unten wieder glasweise zuzuknöpfen, wobei aber, wohlgemerkt, die zweite innere Knopfreihe benutzt werden mußte, weil sich sein Volumen während des Ablaufens der Grog- Uhr erheblich vermehrt hatte. Pünktlich, wenn seine Uhr das 22. Glas schlug, erhob er sich gemächlich, um nach Hause zu reiten. Die Rettung der verschütteten Bergleute. Nicht weniger als 86 Stunden Yang haben auf der Beche Holland" die heldenmütigen Retter, ständig durch einen Nachsturz vom Schachtrande her bedroht, an dem schwierigen Werke gearbeitet, ihre in der Dienstagnacht verschütteten sechs Kameraden aus dem eingestürzten Schachte zu befreien. In der zweiten Nachmittagsstunde des Sonnabends endlich sind, wie schon in einem Teile der letzten Nummer gemeldet, ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt worden, und es ist gelungen, alle sechs, zwar geschwächt durch die lange Gefangenschaft, aber doch lebend an die Oberfläche zu bringen. Ueber die Rettung werden noch folgende Einzelheiten berichtet: Um 4 nach 1 Uhr ging eine freudige Bewegung durch die auf dem Zechenplab tätigen Arbeiter und Beamten. Bald nachher ertönte auch das Zeichen zum Aufzug des ersten Transportes. Langsam zog die Fördermaschine an. Um 1.23 Uhr erDecken gehüllt, die Augen zur Abhaltung des grellen Lichts mit einem Tuch verhängt, einer der Geretteten schien der Kübel am Schachtmund. Auf dem Rand des Kübels standen drei Rettungsleute, drinnen saß in warme Es war der Bergmann Ragozwski aus Leithe. Ragozwski wurde auf eine Tragbahre gelegt und schnell in das einige Meter vom Schacht entfernte Maschinenhaus getragen, wo der Arzt der Ankunft der Geretteten harrte. Wenige Minuten nach dem ersten Transport folgte der zweite, diesmal tamen gleich zwei Gerettete, Schüpp aus Kray und Kaufmann aus Gelsenkirchen zu Tage. Der erste, der dem Kübel entstieg, lachte dem Tageslicht mit voller Behaglichfeit entgegen. Kaufmann verschmähte die Tragbahre und ging raschen und elastischen Schrittes die Stufen zum Maschinenhaus empor. Wie man bei der Ankunft dieses Transportes sagte, hat einer der beiden Genannten durch fallendes Gestein einen Armbruch erlitten. Der letzte Kübel, der bald nach 22 Uhr den Schachtrand erreichte, führte den Drittelführer Gleßner und seine Kameraden Bayer und Dolata zum Tage und zum Leben zurück. Das auf der Steinhalde zahlreich angesammelte Publikum brach, als es sah, daß das Rettungswerk glücklich gelungen war, in begeisterte Hoch- und Hurrarufe auf Retter und Gerettete aus. Gleßner, Bayer und Dolata gingen ebenfalls zu Fuß. Im Maschinenhaus untersuchte ein Arzt die Geretteten, die alle erklärten, sich wohl zu fühlen. Man reichte ihnen Erfrischungen. Eine Unterredung mit einem der Geretteten. Das Befinden der sechs verschüttet gewesenen Knappen ist andauernd ausgezeichnet. Wie einer der Geretteten, der Sauer Gleßner, erzählt, erfolgte der Schachteinbruch vollständig überraschend für die in der Grube befindlichen sechs Knappen. Das Unglück hatte sich ohne jedes warnende Geräusch vollzogen, und die Mannschaft hatte gerade noch fobiel Beit, sich in die schüßende Mauer der Südseite zu flüchten. Natürlich ist den sechs Bergleuten der Aufenthalt in dem verhältnismäßig engen Kerker nicht eben furzweilig gewesen, zumal ihnen die Lampen beim Unglück abhanden gekommen waren. Bei ihrer Errettung hätten sie aber nicht geglaubt, daß sie im ganzen vier Tage und vier Nächte eingeschlossen gewesen wären. Nach ihrer Meinung hatten sie den Eindruck, als wären seit dem Augenblick der Katastrophe nur zwei Tage verflossen. Daß die Verschütteten, wie verschiedentlich angegeben, sich durch Zeichen mit der Außenwelt hätten verständlich gemacht, wurde von Gleßner als unrichtig bezeichnet. In der Erwartung, daß das Klopfen an der Wand des unterirdischen Gefängnisses möglicherweise weitere gewaltige Nachstürze verursachen könne, habe man sich darauf beschränkt, sich durch Rufen bemerkbar zu machen. Dieses Verständigungsmittel habe ja auch seinen Zweck erfüllt Sehr erschwert wurde die Lage der Verschütteten durch jeglichen Mangel an Nahrung und trinkbaren Flüssigkeiten, denn die Schichten sind so eingerichtet, daß die Bergleute nach je sechs Stunden abgelöst werden und sich deshalb nicht mit Nahrung und Getränken versorgen. Das Hochwasser in Frankreich. Aus Frankreich kommen immer neue Meldungen über die gewaltigen Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat. Wie uns heute ein Telegramm meldet, hat sich nach den Regengüssen der letzten Tage nunmehr starkes Schneegestöber eingestellt. Infolgedessen sind zahlreiche Telephonund Telegraphendrähte zerstört. Auf der Bahnlinie unweit des Tunnels Genevreuille bei Lure fand ein Erdrutsch statt. Ein Bahngleise ist verschüttet worden, der Verkehr wird auf einem Gleise aufrecht erhalten. Die Ueberschwemmungen längs der Maas nehmen zu, ebenso zwischen Sedan und Mezieres, wo die Felder bis auf weite Strecken überschwemmt sind. Auch die Aisne ist stark gestiegen. Im Aisne- Tal haben alle Fabriken und Mühlen In den Straßen von ihren Betrieb einstellen müssen. Rethel steht das Wasser meterhoch. Die Einwohner sind in ihren Häusern blockiert. Der Verkehr wird mit Booten aufrecht erhalten. Große Holzlager sind durch die Wassermengen beschädigt. In Troyes ist die Unterstadt vollständig überschwemmt. In Foucheres ertranten zwei Kinder. In Epernay herrscht große Befürchtung wegen des zunehmenden Steigens der Marne. Seit gestern nachmittag stehen auch hier die tiefer gelegenen Stadtteile unter Wasser und die Wohnungen mußten geräumt werden. In der Umgebung von Epernay find mehrere Ortschaften überschwemmt und vom Verkehr vollständig abgeschnitten. Die Einwohner sind bedroht. Viele haben sich auf die Dächer geflüchtet. Auch in Chateau sur Marne ist die Lage noch sehr ernst. Die Truppen beteiligen sich an den Rettungsarbeiten. Der Schaden ist sehr groß. Der Eiffelturm wankt. Durch das Hochwasser der Seine, das ganze Straßenzüge in Paris überflutet, sind auch die Fundamente des gewaltigen Eiffelturmes gelockert worden, so daß man mit ber Gefahr eines Einsturzes rechnet. Unter dem Eiffelturm befinden sich große ausgedehnte Kellerräume, in denen die Maschinen untergebracht sind, welche den Betrieb der Fahrstühle bis zu den obersten Etagen besorgen. In diese Kellerräume ist eine große Menge Wasser eingedrungen und hat die Maschinen unter Wasser gesezt. Man befürchtet mun, daß infolge dieser großen Wassermenge eine Erdsenkung erfolgen und dadurch eine Spannung der miteinander so innig verbundenen Eisenteile hervorrufen könnte. Der ganze Plaz um den Eiffelturm ist durch Seile für das Publikum abgesperrt und der Zutritt auf das strengste untersagt. Der Eiffelturm war 1889 von dem Ingenieur Eiffel als Hauptsehenswürdigkeit der großen Pariser Weltausstellung gebaut. Er ist 300 Meter hoch, ganz aus Eisen und ruht auf gewaltigen Betonklößen. In den lebten Jahren hat er auch der Wissenschaft als meteorologische Beobachtungs station gedient. Erst vor kurzem wurde im höchsten Stod des Turmes eine Station für drahtlose Telegraphie eingerichtet. Sturm in Italien. An der italienischen Küste herrscht ein orfanartiger Sturm, der bereits enormen Scha den verursacht hat. Infolge der plößlich eingetretenen Wetterstürze ist die Bevölkerung in großer Aufregung und spricht vom Weltuntergang. Die Eisenbahnfatastrophe in Kanada. Ueber die furchtbare Katastrophe, die sich, wie wir bereits ant Sonnabend berichteten, auf der Kanadischen Pazifik bahn bei Espanola ereignet hat, laufen die Nachrichten, da jene Gegend nur dünn bevölkert ist, nur sehr spärlich ein, Es bestätigt sich aber, daß das Unglück von entseblicher Tragweite war, und daß die Verunglückten unter grausigen Umständen ihr Leben eingebüßt haben. Bei dem Unglück sind mindestens 45 Personen ums Leben gekom men. Sie befanden sich sämtlich in den vier Waggons, die den Bahndamm bei Webbwood westlich von Sudbury in den Fluß hinabstürzten und das zwölf Boll dicke Eis durchbrachen. Auch die Zahl der Verletzten ist außerordentlich groß, doch fehlen auch hier noch genauere Angaben. Ein Waggon zweiter Klasse wurde gegen den Brückenkopf geschleudert, wodurch er in zwei Hälften getrennt wurde. Die eine blieb auf dem Bahndamm, die andere stürzte in den Fluß. Ferner stürzten zwei andere Passagierwagen ebenfalls ab und durch das Eis, welches ungefähr fußdick war. Das Oberteil eines Waggons vagte noch über das Wasser, sodaß der Kondukteur eines Wagens acht Passagiere retten konnte, indem er die Wagendecke mit fast übermenschlicher Kraftanstrendung durchbrach. Alle anderen Passagiere sind umgekommen, Taucher suchen die Leichen. Drabtnachrichten und Deaestes. Heute meldet uns der Draht noch: Ottawa, 23. Januar. Ueber den Umfang des Eisenbahnunglücks auf der Canadian- Pazifit- Bahn liegen nunmehr nähere Nachrichten vor. Der Fluß, in den die Wagen hinabstürzten, war von einer 12 8oll starken Eisschicht bedeckt, unter der jetzt die Leichen der Reisenden bon Tauchern gesucht werden. Die abgestürzten Wagen sind ein Wagen mit Auswanderern, ein Wagen erster Klasse und ein Wagen zweiter Klasse. Auch der Speisewagen entgleiste, aber die acht Insassen konnten sich retten. Das Kaiserpaar im Warenhaus Wertheim. Berlin, 24. Januar. Das Kaiserpaar stattete gestern vormittag dem Warenhaus Wertheim in der Leipzigerstraße einen Besuch ab, um die dort ausgestellten Tonerzeugnisse aus Cadinen in Augenschein zu nehmen. Die Majestäten Iteßen sich auch den großen Lichthof, die Schöpfung Messels, zeigen und verließen das Warenhaus erst nach einem ein stündigen Aufenthalt. Unfall eines faiserlichen Automobila. Berlin, 24. Januar. Ein kaiserliches Automobil, in dem die Hofdame der Kaiferin. Fräulein von Gersdorff und Kammerherr von Winterfeld saßen, stieß am Brandenburger Tor mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Weder die Infassen des Automobils noch die Fahrgäste des Straßentbahnwagens wurden verletzt. Kinder als Mörder. München, 24. Jan. In Braunau am Inn überfielen die beiden schulpflichtigen Söhne eines Eisenbahnbeamten eine gebrechliche Kaufmannsfrau namens Bertel, die als sehr vermögend gilt, in ihrem Laden. Sie brachten ihr 7 Stiche bei, wurden aber überrascht und ergriffen die Flucht. Der Polizei gelang es, die beiden Jungen zu ermitteln und zu verhaften. Sie hatten beabsichtigt, die Frau und ihren Mann, der seit längerer Zeit darniederliegt, zu ermorden und zu berauben. Genicstarre. Paderborn, 24. Januar. Im 158. Infanterieregiment hat sich in der ersten und der achten Kompanie je ein Fall von Genickstarre ereignet. Die Mannschaften der betreffenden Kammern wurden zur Beobachtung ins Garnisonlazarett gebracht. Ein Erkrankter ist gestorben. Im Festsaal vom Tode creilt. Allenstein, 24. Januar. Bei einer vom Ersten Staatsanwalt Nonnenberg im Zivilkafino veranstalteten Ballfestlichkeit brach dieser nach einem von ihm ausgebrach ten Toast zusammen und verschied im Festsaal. Verhaftung eines spanischen Gemeinderats. 0 Paris, 24. Januar. Aus Barcelona wird berichtet, daß der gesamte Gemeinderat von San Ferlios, wo der Generalstreik ausgebrochen ist und beunruhigende Formen anzunehmen droht, auf Befehl des Generalgouverneurs verhaftet worden ist. Das Schicksal des sächsischen Ballous„ Luna“. Christiania, 24. Januar. Ein im Gebirge bei Sigdal nördlich von Drammen wohnender Bauer, der erst kürzlich die behördliche Aufforderung zur Nachforschung wegen des verschollenen sächsischen Ballons" Luna" in der Zeitung las, meldete, daß er am 21. oder 22. Dezember gegen 3 Uhr nochmittags einen großen hellen Gegenstand niedergehen sah, etwa 50 kilometer von seinem Gehöft, wahrscheinlich am Graafield im Noregebirge. Die von der deutschen Ge-. sandtschaft und dem Ministerium des Auswärtigen eingeleiteten Erhebungen lassen die Möglichkeit zu, daß es der Ballon Luna" war. Die Behörde sandte gestern zwei Sti läufer in jene Gegend. Falls deren Forschung ergebnislos bleibt, soll eine Hilfskolonne ausgesendet werden. Die englischen Wahlen. London, 24. Jan. Nach den bis Mitternacht bekannten Wahlergebnissen wurden gewählt 217 Unionisten, 184 Liberale, 33 Vertreter der Arbeiterpartei und 67 Nationalisten. Die Unionisten gewannen 101, die Liberalen 13 Size, die Arbeiterpartei einen Sib. Eine italienische Skandalaffäre. Rom, 24. Jan. In der gesamten römischen und neapo litanischen Aristokratie spricht man von einer Standal affäre, deren Held der Neffe des Kardinalstaatssekretärs Rampolla ist, ein junger Aristokrat, Herzog von Gampo bella und Sohn des Prinzen von Buonjorello, der mit der Stiefschwester des Kardinals verheiratet ist. Er hat den Namen seines Oheims mißbraucht und Wechsel im Betrage von 42,000 Lire auf Rampollas Namen gefälscht. Die FaFamilie der Campobella ist eine der vornehmsten adligen Familien in Italien und hat sogar der Kirche einst einen Bapst gegeben in der Person Clemens X. Der junge Herzog ist als großer Lebemann bekannt. Er hat mit einer Sängerin ein Vermögen von 2 Millionen Lire durchgebracht. Bombenattentat gegen ein Gefängnis. Madrid, 24. Januar. In Innalaz( Provinz Granada) wurde das Gefängnis durch eine Dynamitbombe schwer be schädigt und zwei Gefangene verwundet. Die Gefangenen waren die Mörder eines Mannes, dessen Angehörige fich auf diese Weise rächen wollten. Handel und Verkehr. Caifel, 22. Januar. Weizen( 100 Kilogramm) 22.00 bis 22.50 Mt. Roagen( 100 Kilogramun) 15,75 bis 16,50 mt.- Safer( 100 Kilo Gerfte( 100 Kilogramm) 15.00 bis 16.00 Mr. Seu( Bentner) 4,50 bis 5,50 gramm) 15.50 bis 16.75 Mr. Mart. Stroh( Bentner) 1.80 bis 3.00 Mr. - 36-38 Kolosseum Giessen. Telephon Dir.: Albert Rappmann. 644. Gastspiel von Vallés Frankfurter Intimen Theaters Heute Dienstag und morgen Mittwoch abends 8 Uhr Nach dem Maskenballe 1 Dialog nach dem berühmten Bilde: Die G'schamige des Rezniczek, bearbeitet von Neidhard. Die teusche Toinette Französischer Schwank Hans Fredy mit neuen Repertoir sowie die übrigen Künstler u. Künstlerinnen. Donnerstag, 27. Jan.( Kaisergeburtstag) nachm. 4 Uhr Extra- Vorstellung des Int. Cheaters Kleine Preise. Kleine Preise. Abends 9 Uhr findet im oberen Saale des Restaurant Metropol ein einmaliger musikalischer Cabar et Abend im Style Wolzogens statt unter Mitwirkung sämtlicher Künstler und Künstlerinnen des Intimen Theaters. Eintritt auf allen Plätzen Mr. 1.00 In den vorderen Restaurationsräumen täglich ab 7½ Uhr Eintritt fret. Konzert des Damen- Orchesters ,, Sturm' Donnerstag( Kaisergeburtstag) Frühschoppen- Konzert. Es labet ergebenst ein Albert Rappmas. Nuk- und Brennholzversteigerung der Gräflichen Oberförsterei Arnsburg bei Lich ( Oberhessen.) Verloren ist die Gesundheit leichter als wiedergewonnen. Wer gesund werden und bleiben will, der muß vor allem seine Lebensweise danach einrichten. Durchaus unschädlich, dabei wohlschmeckend und außerordentlich billig ist der seit 20 Jahren bewährte Kathreiners Malzkaffee. - Vorsicht vor Nachahmungen! Kathreiners Malzkaffee ist nur echt in geschlossenen Paketen mit Bild des Pfarrer Kneipp. -- Lungenleidenden Frauen! Vorsicht! Meine gefeßlich geschützten japan. telle ich aus Dankbarkeit durchaus unentgeltlich( lediglich gegen Ein- Menses- Tropfen Neues Stadt- Theater Giessen. Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, 25. Januar 1910 Abends 8 Uhr. Volkspreise! Volkspreise! Boltsvorstellung - Die Stützen der Gesellschaft.' Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Ibsen. Anfang 8 Uhr. Ende 10% Uhr Donnerstag, 27. Januar Abends 7½ Uhr. Gewöhnl. Prelse! Gewöhnl. Preise! Gutscheine haben Gültigkeit. Festvorstellung zum Geburtstag Sr. Vajestät des Kaisers. Fest Ouverture ausgeführt von der Kapelle des btesigen Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm"( No. 116) unter Leitung des Herrn Obermusikmeisters Loeber. sendung des Portos) mit, wie ich durch ein ebenso einfaches wie billiges und dabei doch so überaus erfolgreiches Verfahren von mei nem langwierigen Leiden( Husten, Auswurf, Nachtschweiß, Abmages rung usw.) befreit wurde, nachdem ich vorher nach einer achtwöchent lichen Kur aus einer Lungenheilſtätte als ungeheilt entlassen worden c. Frau M. in B. schreibt:„ Der Wie die Alten fungen war. Anna Walter, Roda( Sachfen Altenburg), Geraer- Straße 50. Fürsorgestelle f. Lungenkranke ( Medizinische Klinik, Klinitstraße) Sprechstunde: Jeden Mittwoch Abend 6-7 Uhr. Mittwoch, den 26. Januar 1910 wird das Nugholz in Distrikt Hain 18 c, sowie das Nutz und unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und AnBrennholz in den Distrikten Wetterberg und Hard 8 c, versteigert und zwar: = 1 == A. Nuhholz: Stämme: Eiche 43 St.( 3-17 m Ausgabe lang und 25-57 cm Durchm.) 29,96 fm; Buche 25 Stück( 3-8 m lang und 32-57 cm Durchm.)= 1,17 fm; und ihre Hainbuche 13 Stück 3,02 fm; Binde 1 Std. 0,57 fm; Elsbeere 1 Stück 0,32 fm; Fichte 14 Std.= 7,78 1 Atefer 4 Stück= 2,62 fm; Stangen: 61 St. Fichtenderbstangen= 3,44 fm; Nuzscheit: Eiche= 5 rm. - me gehörigen von Lungenkranken. von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. Ratschläge für Krante Angehörigen zur Vermeidung von Ansteckung. Volt. extra stark, sind von überraschender Wirkung bei Periodenstörungen Erfolg trat sofort ein." Garantie. schein in feder Sendung. Preis Lustspiel in 4 Aften von Carl Niemanr. bei Voreinsendung nur 5 Mr. Nachn. 55 Bfg. mehr. Anfang 7 Ur. Ende 10 Uhr. E. Düring's Sanitätshaus Berlin 0. 27, Blumenstr. 67, Bildhübsch macht ein zart., reines Geficht, rostg. jugendfrisch. Aussehen, weiße, ſammetweiche Haut u. blendend schöner Teint. All. ds. erzeugt die allein echt Nür jedes Dorf, für jede Stadt suchen wir Personen, die abends 5 Mark reell und ohne Mühe verdienen wollen. Beschäftigung angeben. Offerten an H. Scholten, Coblenz. Wetzzeugnaherin Steckenpferd- Lilienmilch- Seifle auf einige Tage gesucht. Verein der Hausbesitzer, Giessen.nu& Co., Radebeul Chirurgische Klinik, Giessen Generalversammlung: Saal des Hotel Schüt. Tagesordnung: B. Brennholz: Schetter: rm 251 Buche, 10 Montag, 31. Januar 1910, abends 82 Uhr im Etche, 2 Weichholz; Knüppel rm: 104 Buche, 34,5 Etche, 4,7 Nadelholz, 5 Weichholz; Stöcke: rm 56 Buche, 32,1 Eiche, 2 Wetchholz; Retser rm: 357 Buche, 114 Eiche, 10 Weichholz. 1. Geschäftsbericht über das Vereinsjahr 1909. Das Nugholz im Distrikt Hain wird zuerst ver- 2. Rechnungsablage. fteigert. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht 3. Vorstandswahl. zum Ausgebot. Zusammenkunft 10 Uhr borm. Chaussee bach- Lich am Jägerpfad. 4. Neudruck der Mietverträge. Butz 5. Stellung des Vereins zu Stadtverordneten und Landtagswahlen. Auskunft erteilt Forstwart Melchior zu Kloster Arnsburg, Post Lich. Bekanntmachung. Bei der in der Sigung der Stadtverordneten- Versommlung vom 20. d. Mts. vorgenommenen planniäßigen Berlosung der am 1. Mai 1910 zur Rückzahlung tommenden Schuldverschreibungen des Anlehens der Stadt Gießen vom Jahre 1903 werden folgende Stüde zur Rückzahlung bestimmt: Nethe III Nr. 43, 72, 108, 120, 200, 222, 232, 391 зи 2000 Mt. III 417, 591, 598, 601, 660, 668, 771, " " 779 zu 1000 " III " 81 812, 822, 824, 868, 991, 992, 1143, 1160, 1161 zu 500 " III 1252, 1253, 1481, 1502, 1525, " 1544 zu 200 " " " III 1618, 1619, 1679 zu 100 " Es wird dies unter dem Anfügen zur Kenntnis der Befizer der Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung der gezogenen Stücke bet der Stadtkasse Gießen, bet der Mitteldentschen Kreditbank in Frankfurt a. M. und Berlin, bet der Dresdener Bank in Frankfurt a. M. und Berlin erfolgen fann, sowie daß die Verzinsung am 1. Mai 1910 aufhört. Von den in früheren Jahren ausgelosten Schuldverschreibungen find noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt werden: Reihe III Nr. 331 zu 2000 Mt. III, 962,500 " Gießen, den 21. Januar 1910. Bürgermeisteret. Mecum. " Die Gemeinde Gladenbach beabsichtigt das alte Amtsgerichtsgebäude mit Nebengebäude in Gladenbach im Wege der Submission an den Meistbietenden auf Abbruch zu verkaufen. Angebote sind bis zum 15. Februar ac. à St. 50 bei: P. J. Möb8, Gießen; in Krofdorf: Apotheker Ruhl. Stottern. Lispela, schwere Zunge heilt Dir. F. Baum, Darmstadt, Bismarckstraße 48. Empfohlen durch die oberste SchulStationsmädchen zum 1 Februar gesucht. Chirurgische Klinik, Giessen Greibant. Heute Ochsenfleisch 60 Pfg. Schweinefleisch 54 Pig. 6. Besprechung über Haushaftpflicht( Referent: Herr Rechtsbehörde, da ich den Kursus der 100 anwalt Raab. Ein schlimmes Ende Schulen in Darmstadt leitete. Der Borktond. Kursus in Giessen, Braubach& Fischer nimmt jeder Verfuch das beliebte, echte Palmin durch eine billige Nachahmung zu erfetzen. Wir bitten daher beim Einkauf genau auf den Namen Palmin und den Schriftzug Dr.Schlinck zu achten und Nachahmungen, die oft unter täufchend ähnlich klingenden Namen angeboten werden, zurück zu weifen. H. Schlinck& Cie. A.G. Hamburg Mannheim Alleinige Produzenten von Palmin Belgische Fabrik von Prima Portland Cement, an den Unterzeichneten einzureichen. Der Zuschlag erfolgt welche in Deutschland gut eingeführt ist und unter bis zum 20. Februar und find die Gebäude bis zum 1. April ac. zu beseitigen. Näheres beim Bürgermeister. Gladenbach, den 17. Januar 1910. Der Bürgermeister: Köhler. Garantie der deutschen Normen liefert, sucht Vertreter. Off. unter BCD 25, an die Expedition d. Blattes. Weftanlage 51 III. Geld- Darlehen Burg, an jed. auf Wechsel, Schuldschein, Wertpapiere, auch Ratenabzahlung gibt Central- Büro, Berlin N. 24. Rückp. 4-500 evtl. ohne Nebenerwerb fchriftlich für Geber: mann allerorts. Prospett frei. Central Büro, Komet Lichtenrade b. Berlin 42. Maskenanzüge zu verleihen, hochf. Sachen, bei Karabach, Gießen, Bahnhofstraße 27, Laden. Färberei Grösster Betrieb dieser Branche im 00000000. Grossh. Hessen:: Chem. Waschanstalt Gegründet 1848 Seltersweg 79 a Tel. 627 Neuenweg 4 99 553 15 elgene Läden. Färberei- Versandt- Geschäft. Post- und Bahnsendungen werden nach der Zentrale in Butzbach erbeten.* Empfehle als Spezialität sehr billig 000000000000064 Frack und Gesellschaftsanzüge auch lethweise. Mein reichhaltiges Lager in Krawatten, Kragen Manschetten, Hosenträgern 2c., sehr preiswert und stets das Neueste am Lager, halte ich bestens empfohlen W. Karnbach, Sießen, Bahnhofstr. 27. ( Im Hause der Firma Berdur.) Warnung vor unlauteren Darlehensvermittlern. Wir haben schon wiederholt vor dem unlauteren Geschäftsgebahren gewisser Darlehensvermittler gewarnt, die in Zeitungen sich zur Vermittelung oder Beschaffung von Darlehen unter anscheinend günstigen Bedingungen erbieten, denen es aber vielfach weniger um die Beschaffung der Darlehen zu tun ist, als um die Erzielung von Gewinn dadurch, daß sie entweder die Behandlung der Darlehensge suche von der Vorauszahlung eines die wirklichen Auslagen übersteigenden Kostenvorschusses für Einholung einer Ausfunft über die Kreditwürdigkeit des Nachsuchenden 2c. abhängig machen, oder auf Grund von zur Irreführung geeigneten Zeitungsannoncen und Prospelten den Darlehenssuchenden eine sogenannte Geldoffertenliste, d. i. ein umfangreiches Verzeichnis von Darlehensvermittlern und Darlehensgebern, gegen Barzahlung einer Gebühr, die meist durch Nachnahme erhoben wird, übersenden. Wie berechtigt diese Warnung ist, beweist die Tatsache, daß fortwährend Verurteilungen derartiger Personen wegen Betrug zu empfindlichen Strafen bekannt werden. Da auch hiesige Einwohner durch das unlautere Geschäftsgebahren derartiger Personen zu Schaden gekommen sind, können wir unsere Mahnung zur Vorsicht gegenüber unbekannten Darlehensvermittlern nur wiederholen. Gießen, 24. Januar 1910. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Reinhart. g V üt je ט