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Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter“ und die Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Nr. 126. Telephon: Nr. 362. Bekanntmachung. - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes = sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 24. September 1910 Amtliche Bekanntmachungen. Auf Grund des Artikels 23 des Volksschulgesetzes und der Bestimmung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 26. November 1901 bringen wir zur allgemeinen Kenntnis, daß die Fortbildungsschule Montag, den 3. Oktober d. Is., im Schulhause der Stadt Knabenschule an der Nordanlage beginnt und von genanntem Tage an wöchentlich zweimal abgehalten wird. Zum Besuche der Fortbildungsschule sind alle Knaben der verpflichtet, die während der letzten drei Jahre aus Boltsschule entlassen wurden, sowie die Schüler der Gymnafien, Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen und häheren Bürgerschulen, die nach Ablauf des achten Schuljahres austreten, ohne mindestens ein Jahr der Obertertia angehört zu haben. Es haben zu erscheinen: Montag, den 3. Oktober, nachmittags 2 Uhr: 1. Gruppe. Alle schulpflichtigen Kaufleute, die nicht die kaufmännische Fachschule( Nordanlage 15) besuchen, Schreiber, Buchhändler, Buchbinder, Schriftseber, Telegraphisten, Geometer, Photographen, Lithographen, Optiker, Techniker, Graveure. 2. Gruppe. Alle schulpflichtigen Schreiner, Zimmerleute, Wagner, Drechsler, Küfer, Maurer, Steinhauer, Weißbinder, Lackierer, Maler, Glaser, Tapezierer, Dachdecker, Kaminfeger, Holzbildhauer, Gärtner. 4. Gruppe. Alle schulpflichtigen Bäcker, Konditoren, Metzger, Mül ler, Kellner, Köche, Schneider, Schuhmacher, Sattler, Friseure. Montag, den 3. Oftober, nachmittags 5 Uhr: 2. Gruppe. Alle schulpflichtigen Schlosser, Former, Metalldreher, Grob, Huf, Messer, Kupferschmiede, Spengler, Elektromonteure, Installateure, Mechaniter, Goldarbeiter, Uhrmacher. 5. Gruppe. Alle schulpflichtigen Taglöhner, Fabritarbeiter, Hausburschen, Auslaufer, Erdarbeiter, Fuhrleute, Korbmacher, ohne Beruf. Gießen, den 20. September 1910. Der Schulvorstand: Mecum, Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Samstag, den 1. Oktober d. Js., beginnen in dem Schulhause am Afterweg( alte Handwerkerschule) zwei Unterrichtsturse für erziehliche Handarbeit mit je 3stündiger wöchentlicher Unterrichtszeit. In dem einen derselben werden die Schüler mit Pap parbe= beiten, in dem anderen mit Holzarbeiten schäftigt. Zur Beteiligung an dem Unterricht können ältere Schüler der Volksschule und auch der höheren Lehranstalten ( lettere vom 11. Lebensjahre ab) zugelassen werden. Für Werkzeuge und Materialien, welche den Schülern während der Unterrichtszeit gestellt werden, sind von jedem derselben 2 Mart zu entrichten; die Schüler der höheren Lehranstalten haben außerdem noch ein Schulgeld von Mark zu bezahlen. 4 Anmeldungen zum Unterricht werden Sa matag, den 1. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in obengenanntem Schulhause entgegengenommen. Gießen, den 21. September 1910. Der Schulvorstand: Mecum, Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Der Hohleichweg vom Untermühlwehr bis zu Bichlers Graben ist wegen Kanalisationsarbeiten vom 24. d. Mts. ab bis auf weiteres gesperrt. Gießen, den 22. September 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mεecum. Arbeitsvergebung. Die zur Erweiterung der Schlachthofanlage erforder= lichen Schreinerarbeiten( 5 Lose) sollen Montag, den 10. Oktober d. I., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 22. September 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Künstlicher Dünger. Die Lieferung von: 250 Zentner Kainit und 250 Zentner Thomasmehl( etwa 16proz.) ist zu vergeben. Die Anlieferung hat bis 1. November zu erfolgen. Angebote sind bis 28. September, vormittags 11 Uhr, bei der Bürgermeisterei einzureichen. Gießen, den 17. September 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Ein jüngerer intelligenter Schreibgehilfe wird zum alsbaldigen Eintritt gesucht. Bewerbungen mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften sind unter Angabe der Gehaltsansprüche alsbald hierher einzureichen. Gießen, den 21. September 1910. Bürgermeisterei. Mecum. mann, ihn als ein politisches Werkzeug betrachten will, Handwerker, Hansabund und Regierung. schadet sich und den gewerblichen Intereffen. Der Berliner Handwerkertag hat einen sehr erfreulichen Erfolg gehabt. Hauptsächlich deshalb, weil man im Rah men fachlicher Beratung blieb. Die für die Förderung des Handwerks wichtigsten Erörterungen tamen in drei Forderungen zum Ausdrucke, denen man in der Sache vorbehaltlos zustimmen kann. Die eine Forderung ging dahin, es möge dafür gewirkt werden, daß auch Handwerker zu Mitgliedern der ersten Kammer ernannt würden. Diese Forderung ist sehr vernünftig und begründet. Denn die in den zweiten Kammern für ihre beruflichen Interessen wirkenden Handwerker sind vielfach durch parteipolitische u. Be taktische Fragen in der Vertretung ihrer spezifischen rufs- Interessen beengt, sie können sich nur selten durchsetzen. Allzuviel wird man von der Mitarbeit der Handwerker in den ersten Kammern auch nicht hoffen dürfen, doch wird gewiß gar oft sich die Gelegenheit ergeben, ein offenes Wort auch da zu sprechen. Und das ist immerhin schon etwas, was dem Handwerk und seinem gedeihlichen Fortschritt nü ben kann. Dhe dritte Forderung des Handwerkertages betraf die Frage der Staatshilfe. Da tam u. a. die Mein ung zum Ausdruck: Selbsthilfe, nicht ein Füttern aus der Staatskrippe. Und es sprechen gar vielerlei Erfahrun gen dafür. Wir erinnern da z. B. an die Aktion zur Gewerbeförderung in Desterreich. Männer von reicher Lebenserfahrung, wie Hofrat Erner, und Männer von entschiedener Tatkraft auf dem Gebiete der gewerblichen Organisation, wie Faber und Abg. Hueber, fönnen da ein Lied singen. Der Staat will, aber der Gewerbetreibende will oft nicht. So werden die für Gewerbeförderung ausgeworfenen Kredite nur verhältnismäßig wenig beansprucht, der Hilfe zur Motorenanschaffung wird aus dem Wege gegangen; und merkwürdigerweise gerade von den deutsch- österreichischen Gewerbetreibenden, während Tschechen und Polen von der Staatshilfe mehr Gebrauch machen. Die Staatshilfe hat also zweifellos irgend einen Haken, der Deutsche will eben Selbsthilfe, er will ein freier Mann der Tat, nicht ein Bittender sein im Kreise seiner Volksgenossen. Und da hat er ganz recht. Die zweite wichtige Forderung war, dem Handwerkerund stleingewerbestande die Möglichkeit wohlfei Sihung der Stadtverordneten Gießens. ler Kreditbenübung zu schaffen. Diese Frage ist unseres Erachtens die wichtigste Angelegenheit für den modernen Gewerbestand. Man hat bei dieser GeLegenheit betont, daß gerade der Hansabund in dieser Hin ficht wirken sollte. Es scheint daher nicht genügend bekannt zu sein, daß der Hansabund speziell diese Frage bereits längst in die Hand genommen hat, wie aus einem Aus= schreiben uns bekannt ist, das der Hansabund im Frühjahr dieses Jahres erlassen hat. Dieses Ausschreiben( 3 Preile zu 2000, 1000, 600 Mr., Termin 1. Oktober 1910, Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 3) lautet: Durch welche praktisch durchführbaren Maßregeln fann das für Errichtung und Betrieb fleingewerblicher Unternehmungen erforderliche Anlage- und Betrtebskapital beschafft werden?" Dem Preisgerichte gehört auch Tischler= Obermeister Rahardt- Berlin an. Wir glauben, daß gerade eine recht intensive Beteiligung der Gewerbetreibenden selbst an diesem Preisausschreiben jene Handhaben und Maßregeln zu Tage fördern wird, die sich praktisch durchführen lassen, weil von praktisch im Gewerbe tätigen Männern aus ihrer reichen Erfahrung gewonnen. Also nur heran zur praktischen Mitarbeit, dann wird der Hansabund das sein, was er ja eigentlich sein soll und will, eine Hilfe und Stüße für die werftätig arbeitenden Stände des Gewerbes, der Industrie und des Handels. Wer, wie Herr von PechGießen, 22. Septbr. 1910. Die Tagesordnung, welche heute den Stadtverordneten zur Beratung vorlag, war mit 28 Punkten eine recht reichhaltige zu nennen. Da sich außerdem noch bei dem Punkt " Fahrplan der Straßenbahn" eine rege Aussprache entſpann, zu der auch die Frage der Weiterführung der elektrischen Bahn nach Wieseck Anlaß gab, so erreichten die öffentlichen Beratungen erst nach 3 Stunden ihr Ende. Erfreulich war besonders das Eintreten der Stadtverordneten für die Durchführung aller Wagen der roten Linie der elektr. Straßenbahn bis zu den Kasernen, sowie die Befürwort ung der Haltestellen Afterweg und Lindenplatz durch den Stadtv. Löber. Eingangs der Sitzung fand die Auslosung von Schuldverschreibungen der Anleihen von 1893, 1894 und 1895 statt. - Der 2. Punkt der Tagesordnung waren Mitteil ungen. Beig. Georgi war von dem Großherzog auf weitere 6 Jahre bestätigt worden. Er wurde durch Handschlag von O.-B. Mecum für sein Amt neu pflichtet und sprach seinen Dank für seine Wiederwahl aus. ber= Mit den Geschäftsleuten Gebrüder Stamm in der Schulstraße ist ein Abkommen getroffen worden, nach wel( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 21. Jahrg. Bekanntmachung. Vom Freitag, den 23. d. Mis., an befinden sich die Geschäftsräume des Elektrizitätswerks und der Straßen= bahn im neuen Verwaltungsgebäude, Lahnstraße 28, part. Gießen, den 21. September 1910. Elektrizitätswert und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Bekanntmachung. Aus der Louis Scheid- Stiftung sind am 11. Dezember die diesjährigen Zinsen in Gaben nicht unter 20 Mark an Witwen und Waisen armer Kaufleute, oder an arme Kaufleute selbst, sofern sie unverschuldet in Not gekommen sind, ohne Unterschied der Konfession zu verteilen. Meldungen nimmt das Armenamt, Asterweg 9, bis 15. Oftober 1910 entgegen. Gießen, den 15. SepteGber 1910. Die Armendeputation der Stadt Gießen. Keller. Obstversteigerung. Montag, 26. September, soll das Abst auf den städt. Bäumen an Ort und Stelle versteigert werden und zwar: 1. vormittags 9 Uhr beginnend, am Krofdorfer Weg, hinter dem Güterbahnhof, bei der früheren Aktien- brauerei und am Leihgesternerweg, am Steinbacher Weg, auf dem Lutherberg, im Lärchenwäldchen, am Anneröder Weg und an der Licherstraße. Hier wird auch das Obst von den Bäumen am Wiesecker Weg mitversteigert. Im An schluß hieran werden die Kastanien an der Licherstraße und Kaiser- Allee versteigert; 2. nachmittags 2 Uhr beginnend, von dem Obstbaumstück an der Licherstraße. Die Obsternte besteht aus Tafel, Wirtschafts- und Kelterobst in größeren Mengen. Die Besichtigung des Obstbaumstücks ist von Dienstag nachmittags ab gestattet. Unter den Aepfeln befinden sich Borstop, Harberts- Reinette, Baumanns- Reinette, Parters Pepping, Kanada- Reinette, Goldparmaine 2C. Die Zusammenkunft ist vormittags am Schlachthof, nachmittags an der Kaserne an der Licherstraße. Gießen, den 19. September 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Abbruchsarbeiten wird die Sandgasse von der Neustadt bis an das Gail'sche Sprißenhaus auf etwa 10 Tage für den Fuhrwerts- und Personen- Ver fehr gesperrt. Gießen, den 20. September 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Gebhardt. chem die mit dem Umbau der Ecke des Hauses Schulstraße 2 freiwerdende Straßenflächen in den Besitz der Stadt übergeht. Eine Eingabe des Nord- Ost- Vereins, welche sich gegen die Aufhebung der Haltenstellen der Straßenbahn am Afterweg und am Lindenplaß wandte, wurde auf den Antrag des O.-B. Mecum hin der Elektrizitätswerks- Depu tation zur etwaigen Antragstellung überwiesen. war Puntte 3-15 waren Baugesuche. Rentner David Stamm wünscht an seinem Grundstück, Schulstraße 2, einen Balton anzubringen, für den eine Befreiung von dem § 2 der Ortsbauordnung notwendig war. Auf Befürworten des Ausschusses wurde dem Gesuch stattgegeben. Mühlenbesizer Möser beabsichtigt auf seinem Anwesen, Rodheimerstraße 16, einen Anbau, welcher jedoch außer= halb des Ortsbauplanes liegt. Aus diesem Grunde eine Befreiung von dem§ 3 der Bauordnung erforder= E. Stoch lich, welche die Stadtverordneten erteilten. hatte um die Erlaubnis zur Anbringung von Balkonen mit einem Vorsprung von 45 Zentimeter an seinem Neubau in der Ederstraße nachgesucht. Die dadurch bedingte Dispens Dem von§ 2 der Ortsbauordnung wurde genehmigt. Bauunternehmer Scheppelmann wurde die Erlaub nis zur Errichtung eines Neubaues in der Rodheimerstraße unter der Bedingung gegeben, daß das Haus 4,50 Meter hinter die Fluchtlinie zurücktritt. An dem Neubau des Küfermeisters Wellhöfer in der Marburgerstraße sollen Baltone angebracht werden, gegen welche die Stadtverordneten nichts einzuwenden hatten. Hauptmann Busse hatte sich an die Stadt mit einer Eingabe gewandt, welche um die Genehmigung zur Ausführung einer Holzverschalung an dem oberen Teil seines Villenneubaues in der Kaiser- Allee nächsuchte. Auf Befürworten des Ausschusses wurde Busse von der Verordnung des Jahres 1897 entbunden. Kolonialwarenhändler Maternus gedenkt in der Klinikstraße ein Gebäude aufzuführen, gegen das die Stadtverordneten unter der Bedingung nichts einzuwenden hatten, daß die Tiefe des Hauses nicht mehr als 5,85 mtr. beträgt. Kaufmann Bär hatte für seinen Neubau, Südanlage 15, um eine Befreiung von§ 7 der Polizei- Verordnung nachgesucht, welcher untersagt, daß Kellerfenster nach außen aufschlagen. Diese Eingabe lehnten die Stadtverordneten ab. auf Mühlenbesizer Möser wünscht der Flur 28 Nr. 57 eine Feldscheuer zu errichten. Die Befreiung von dem§ 3 der Ortsbauordnung, welche infolge der Lage des fraglichen Grundstückes außerhalb des OrtsAgent Herbauplanes erforderlich war, wurde erteilt. alten mann Schaumberger beabsichtigt auf einem Schweinestall in der Sandgasse eine Kaminanlage anzubrin gen. Da sich aber der genannte Bau sowohl wie die be nachbarten Häuser in einem schlechten Zustand befinden, fand das Gesuch um Genehmigung der Anlage im Hinblick auf die Feuersgefahr teine Berücksichtigung. Einer Eingabe des Prof. Walther um Erlaubnis einer hölzernen Einfriedigung seines Grundstückes in der Liebigstraße wurde stattgegeben. Ebenso erklärten sich die Stadtverordneten mit dem hölzernen Zaun des Neubaues der Witwe Buderus in der Ludwigstraße einvesstanden. Auf Antrag der Stadtv. Winn und Huhn nahm die Versammlung bei dieser Gelegenheit einen Zusatz zu dem§ 1 der Po lizeiberordnung von 1897 an, welcher lautet: Einfriedigungen aus Holz sind auf besondere Genehmigung der Stadtverordneten hin zulässig. Die Firma Birkenstock u. Schneider wünscht in ihren Neubau, Friedrichstraße 15, Stadtv. Grünewald: Ich möchte beantragen, daß die Versammlung noch heute beschließt, alle Wagen bis zu dem Schüßenhaus durchlaufen und die Kosten von dem Ausschuß beraten zu lassen. Stadtv. Krumm: Wir kennen die Unterlage einer derartigen Aenderung noch nicht. Bezüglich der Monatstarten vertrete ich den Standpunkt, daß ein Zuwachs an Fahrgästen zu bezweifeln ist. Ich hoffe, daß mit mir diejenigen Stadtverordneten gegen die Durchführung stimmen werden, welche die wirtschaftliche Lage GieBens berücksichtigen wollen. Ein Antrag des D. B. Mecum zu der gleichen Sache war folgender: der nächsten Situng ist eine Vorlage bezüglich der Durchführung der Wagen nach dem Schüßenhaus zu machen. Derselbe fand Ballone einzufügen, welche 50 Zentimeter verspringen, 101 Annahme. Straßenbahn nach Wiesed. len. Dieselben sind jedoch nicht 3 Meter von der Nachbar= grenze entfernt. Der Befreiung von dem§ 2 der Bauordnung wurde zugestimmt. 16. Puntt: Genehmigung von Rechnungent. Der starfe Sturm in den ersten Maitagen beschädigte das Dach der Aktienbrauerei derartig, daß eine Ausgabe von 438,65 Mt. notwendig wurde, welche die Versammlung genehmigte. Die durch die Grobschlosserarbeiten bei dem Schlachthof entstandenen Ausgaben in Höhe von 2866 Mt. fanden gleichfalls die Zustimmung der Stadtverordne, en. Die im Reichsadreßbuch erschienene Anzeige der Stadt Gießen verursachte gegenüber dem Voranschlag von 60 Mt. Mehrkosten von 25 Mt. Auch dieser Posten wurde genehmigt. 17. Bei der Stadt hatten eine Anzahl von Anwohnern der Ostanlage um die Anlegung eines Weges vor den Häusern Oftanlage 14 und 16, welche sich auf der Seite der Landgrafenstraße befinden, nachgesucht. Sie wiesen hierbei auf die Umgangbarkeit der fraglichen Gegend bei schlechtem Wetter hin. Das Gutachten des Bauausschusses be= zeichnete wegen der nahen Anlagen die Herstellung eines Fahrweges als unangebracht, es empfahl aber dafür einen Fußweg. Die Stadtverordneten beschlossen dementsprechend. der 18. In der Stadtverordnetenversammlung wurde seinerzeit der Verkauf des Liebig Laboratoriums beschlossen. Am 29. August tam vorbehaltlich der Zustimm= ung der Stadtverordneten ein Kaufvertrag zwischen Stadt Gießen und dem Kommerzienrat Merck zu Darmstadt zustande, dem zufolge die ehemalige Arbeitsstätte Liebigs nebst dem Vorgarten gegen einen Preis von 60 000 Mark abgetreten wurde. Die sofortige Anzahlung beträgt 10 000 Mr., während der Rest von dem Käufer mit 4 Prozent verzinst wird. Die Versammlung stimmte dem AbVommen zu. Bei dieser Gelegenheit wandte sich O.-B. M e- cum gegen die in Gießen vielfach aufgetauchte Meinung, daß die Stadt eine sehr hohe Summe ungeachtet der fünftigen Bestimmung des Laboratoriums als Museum ge= fordert habe. Er wies unter dem Beifall der Versamm= lung nach, daß der Quadratmeter in jener Gegend 40 Mt. koste und daß der Grund allein einen Wert von 45 000 Mart darstelle. 19. Punkt. Durch den Tod des Rendanten Wetter ist die Frage entstanden, wie zukünftig die Kasse des Gas werfs verwaltet werden solle. Der den Stadtverordneten in dieser Sache gemachte Vorschlag der Stadtverwaltung ging nun dahin, daß die Kasse des Gaswerks mit der Stadtkasse verschmolzen wird. Die Stelle des Rendanten Wetter soll deshalb nicht mehr besetzt wer den. Der bisherige Bureaugehilfe Eger beim Gaswerk erhält eine entsprechende Stelle bei der Stadtkasse. Die Buchhaltung übernimmt der Gehilfe Brauer bei dem Gaswerk. Für die schriftlichen Arbeiten soll eine weitere Hilfe hinzugezogen werden. Die Kassendiener Schmidt und öber werden gleichfalls der Stadtkasse überwiesen. Die Stadtverordneten hießen diese Neuerung gut. 20. Fahrplan der Straßenbahn. Den Stadtverordneten lag der am 1. Oktober in Kraft tretende Winterfahrplan zur Einsichtnahme vor. Er bringt u. a. als Neuerung auf der roten Linie den Fortfall des an den Werktagen vom Bahnhof 5,37 Uhr abfahrenden Wagens, während in entgegengesetter Richtung der im Sommer um 6,05 Uhr am Schüßenhaus beginnende Wagenvertehr erst um 6,20 Uhr anhebt. Auf der grünen Linie verläßt der 1. Wagen den Marktplatz erst um 6 Uhr, während die Abfahrt des Gegenzuges von dem Wiesecker Weg um 6,23 Uhr erfolgt. Es verschwinden hier die Züge 5,30 Uhr( Martt- Wieſecter Weg) und 5,37 Uhr wegen lie Wiesecker Weg), welche bisher nur fen. In Verbindung damit beschränkt sich der 7½= Minuten- Verkehr an den Sonn- und Feiertagen statt auf 3-7 Zeit von 2-5. Stadt. Bier= Uhr nachmittags auf von seher mein Wunsch geweſen, daß mer: Es war alle Wagen der roten Linie bis zu den Kasernen durchgeführt würden. Zu meinem größten Bedauern wurde jedoch mein darauf bezüglicher Antrag von der Stadtverord netenversammlung umgestoßen.( Es war zur Verwirklich= ung dieſes Planes belanntlich die Anschaffung eines mei teren Wagens und die Anstellung eines neuen Schaffners notwendig. D. Red.) Aus diesem Anlaß möchte ich meinen Antrag erneuern und hoffen, daß mein Vorschlag diesmal eine Mehrheit unter den Stadtverordneten finden werde. Stadtv. Ebel: Der Antrag des Kollegen Biermer kann nur meine Zustimmung finden. Ich vermisse ferner sehr lebhaft die Abonnement starten, welche eine weit stärkere Inanspruchnahme der Straßenbahn mit sich bräch ten. Stadtv. Winn: Der Vorschlag des Koll. Ebel, Dauerkarten einzuführen, dünft mir ganz annehmbar. Der Bahn selbst würde eine so bequeme Maßnahme bedeutend mehr Fahrgäste als früher zuführen. Stadtverordneter Grünewald: Vielleicht würde es sich empfehlen, sämtliche Straßenbahnangelegenheiten in einer besonderen Sitzung zu erledigen. Es liegt im Wunsche der ganzen Bür gerschaft, daß derartige wichtige Sachen keine Bertagung erfahren. Stadtv. Gabriel: Ich halte es für notwendig, daß die Wagen in Abständen von 7% Minuten auch Bei an den Werktagen bis zum Schüßenhaus fahren. dieser Gelegenheit möchte ich meinen früheren Vorschlag wiederholen, versuchsweise Mon atstarten im Preise von 5 Mart für Erwachsene und im Preise von 2,50 Mart für Schüler für Hin- und Rückfahrt nach den Schulen zur Ausgabe gelangen zu lassen. Stadtv. Löber: Ich möchte bitten, die beiden Haltestellen Lindenpla z und A ste r= weg' wieder einzuführen und dementsprechend die Eingabe des Nordost- Vereins Beide Stationen rechtfertigen sich mehr als hindurch ihre frühere starte Inanspruchnahme. Namentlich der Marktverkehr läßt das Verschwinden der Haltestelle Lindenplay unangebracht erscheinen. Nicht viel weniger Fahrgäste benußten die Bahn Stadtv. Krumm: Es iſt von dem Asterweg aus. meiner Ansicht nach das beste, wenn zuvor behuss Durchführung des 7½ Minutenverkehrs nach den Kasernen statistisches Material gesammelt wird. Eine jährliche Ausgabe Laut Kommissionsvorlage von 8000 Mart dünkt mir zu hoch. Stadtv. Biermer: Ich halte den Antrag des Stadtrerordneten Gabriel nicht für spruchreif, da gegen die Dauerfarten namentlich die Unmöglichkeit einer eingehenden Kontrolle spricht. Stadtv. Gabriel trat nochmals für Dauerfarten ein und konstatierte, daß durch verschiedenar tige Farben der Karten für die einzelnen Monate u. Vorzeigen der Karten beim Einsteigen eine gute Kontrolle sehr gut möglich sei, außerdem revidierten doch auch noch die zwei Kontrolleure. Stadtv. Winn: Ich stehe vollkommen auf dem Standpunkte des Stadtv. Gabriel. Die Bürgermeisterei von Wieseck hatte am 22. Januar bei der Gießener Stadtverwaltung angefragt, ob Anschluß von Wieseck an die Straßenbahn ermöglichen ließe. Der daraufhin von der Verwaltung des Elektrizitätswertes aufgestellte Kostenanschlag beläuft sich auf 151.000 Mart, während die jährlichen Betriebskosten 22 000 Mark betra gen. Wieseck sollte sich daher 10 Jahre lang verpflichten, jährlich einen Zuschuß von 10 000 Mt. zu leisten oder als einmalige Ausgabe 75 000 Mr. beizusteuern. Am 3. Aug. lief bei der Gießener Stadtverwaltung ein Schreiben des Wiesecker Bürgermeisteramtes ein, welches als Beitrag zu dem Bahnbau 20 000 Mt. in Aussicht stellte. O.-B. Mein Gießen auch in Wiecum: Nimmt der B wie die Bahn benüßt, seck der zehnte so würde das eine jährliche Einnahme von 10 150 Mt. bedeuten, wozu die Stadt Gießen noch einen Zuschuß von 11 024 Mr. 50 Pfg. leiſten müßte. Das Angebot von Wieſed fommt einem jährlichen Beitrag von 2066,24 Mt. gleich. Der Finanz- und Elektrizitätswerts- Ausschuß hat daher Abſehnung des Gesuches beantragt.-. Stadtv. Ga bt i e I: Mich nimmt es wunder, daß sich die Kosten des Anschlusses von Wieseck auf 151 000 Mt. belaufen, während sich die ganze Straßenbahn nur auf zirka 600 000 MB. stellte. Bielleicht läßt sich die Summe noch herabmindern. Auch die jährlichen Betriebskosten von 22 000 Mt. erscheinen mir entschieden zu hoch. Wenn ein Vorteil für Gießen in dieser Verbindung besteht, den den ich annehmen zu dürfen glaube, dann sollten wir den Wieseckern entgegenkommen. Der von der Stadt Gießen verlangte Beitrag ist gleichfalls für ein Dorf wie Wieseck zu hoch. O.-B. Me cu m: Die Baufosten von 151 000 Mt. erklären sich aus der Entfernung Wiesecks von Gießen, welche sich auf 2 Kilometer beläuft, während die gesamte Strecke der Straßenbahn eine Länge von 6 Kilometern aufweist. Der Voranschlag der Stra ßenbahnverwaltung ist also eher zu niedrig als zu hoch gegriffen. Das Angebot von Wieseck wurde dementsprechend abgelehnt. 22. Die israelitische Religionsgesellschaft hatte durch ihre Absicht, in der Nähe des neuen Friedhofes einen eigenen Friedhof anzulegen, bereits die Stadtverordneten am 4. August beschäftigt. Sie hatte damals zwecks Verbindung ihrer Begräbnisstätte mit dem neuen Friedhof um eine Ueberbrückung des zwischen beiden genannten Pläben befindlichen Hohlweges nachgesucht, da sie die israelitische kommunale Leichenhalle mitbemußen will. Die Eingabe wurde damals der juristischen Kommission überwiesen, da man sich zuvor darüber klar werden mußte, ob die Religionsgesellschaft eine juristische Person sei. Die nach dieser Richtung hin angestellten Ermittelungen haben nun ergeben, daß die Religionsgesellschaft im Jahre 1888 durch Erlaß des Großherzogs als juristische Person anerkannt wurde. Dessenungeachtet lehnten die Stadtverordneten das Gesuch um Ueberbrückung des Hohlweges ab, weil sie der Ansicht waren, daß die Genehmigung der Eingabe leicht in den verschiedenen Seften den Wunsch aufsteigen lassen werde, ebenfalls Sonderfriedhöfe anzulegen. 23. Der zur Verpflegung der armen Kranten mit den Kliniken abgeschlossene Ve r- trag ist zum 1. April 1911 der Stadt Gießen gekündigt worden. Kurz vorher hatte das Ministerium des Innern an die Stadtverwaltung ein Schreiben gerichtet, in dem u. a. folgendes ausgeführt war: der Puntte 25-28 waren die Schankgesuche Gastwirte Theodor Rösch, Heinrich Rühl und Gustav Scharmann. Da gegen die Gesuchsteller keinerlei Be denten sprachen, wurden sämtliche Gesuche von den Stadt verordneten genehmigt. -h= Hus Hessen und Nachbargebiet. - Kincenbach. Der Mitteldeutsche Kaninchen zuchtverband, welcher sich in die Bezirke Oberhessen und Kreis Wetlar gliedert, hält morgen bei Gastwirt Heinrich Beusch am Bahnhof eine außerordentliche Versammlung ab. Die Lolalvereine unseres Kreises haben beschlossen, dem Kreisvereine Weßlar für Geflügel- und Kaninchenzucht_beizutreten. Der Kaninchenverein Kinzenbach, durch welchem überhaupt diese edle Kleintierzucht in der weiten Umgegend so viele Anhänger gefunden, hat für den Vorwinter ein Kaninchenessen mit anschließendem Ball geplant. ? Rodheim a. d. Bieber. Am Donnerstag, legten die beiden Söhne des Schreinermeisters Schlierbach, Karl und Friedrich, sowie der Schreinergeselle Joh. Kraft aus Fronhausen die gesetzliche Meisterprüfung ab und bestanden dieselbe mit der Note sehr gut. Es war eine 6gliedrige Prüfungstommission, lauter Fachleute, erschienen. Schreinermeister Meckel- Dillenburg als Vorsitzender; von der Handwerkskammer Wiesbaden war Zimmermeister Kasten anwesend. Königsberg. Herr Forstmeister Baumann tritt mit dem ersten November in den wohlverdienten Ruhestand. Die dadurch erledigte Oberförsterstelle Strupbach ist von diesem Zeitpunkte ab dem Oberförster Oberteis, seither in St. Vith( Eifel), übertragen worden. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Sind Sie Cigarettenkenner? Dann sind die Nachahmungen der Salem Aleikum aum 70 Cord für sie wertlos. Einen wirklichen Genuss haben Sie nur von der echten Lassen Sie sich nicht durch ähnliche Stempel täuschen. und überzeugen Sie sich, dass der Druck auf der Hülse lautet: Fabrik- Ansicht Salem Aleikum spa Nr. 3124 Orient. Tab.-& Cigart.- Fabr. Yenidze, Inh. Hugo Zietz Dresden. Preise Nr. 312 4 5 6 8 10 312 4 5 6 8 10 Pfg. Herbst- Pferdemarkt zu Giessen. Mittwoch, h, den 28. September 1910, vormittags " Der zwischen der S, adt und der Landes- Universität Prämiierung: Konzert: Restauration 12 Uhr: Vorführung sämtlicher prämierten Pferde. 1" Mittagstafel im Hotel ,, Prinz Carl". Die städtische Pferdemarktkommission. G. Bichler. über die ärztliche Behandlung und Verpflegung der der Stadt zur Last fallenden armen Kranken mit Wirkung vom 1. April 1885 abgeschlossene Vertrag vom 27. Juli 1886 hat sich nach eingehender Prüfung der vorliegenden Ver= hältnisse im Laufe der Zeit finanziell derart ungünstig für die Staatstasse gestaltet, daß er bei der gegenwärtigen Finanzlage des Staates' weiterhin nigt aufte t erhalten werden kann. Die Stadt entrichtet für die zu ver Restaurant 1, Café Leib pflegenden städtischen Ortsarmen eine jährliche Pauschver- gütung von 10 000 Mt. an das Universitätsrentamt. Die baren Auslagen, um deren Ersatz es sich für uns handelt, sind für Verköstigung der Kranken, für Medikamente und Löhne des Pflegepersonals im Laufe der Zeit bei den Kliniken unverhältnismäßig in die Höhe gegangen, worüber unser Staatsbudget die genaueste Auskunft geben wird. Auch die Zahl und Pflegetage franter Ortsarmen sind in den letzten Jahren gestiegen. Die Universitätskliniken haben im Rechnungsjahr 1909 für aufgenommene Stadtarme 6759 Verpflegungstage zu verzeichnen, woraus sich die durch- schnittliche Vergütung für einen Pflegetag auf 1,48 Mt. berechnet. Nach der von unserer Buchhaltung aufgestellten, hier anliegenden Berechnung stellen sich aber die Selbstkosten für einen Kranten 3. Klasse in den Kliniken für 1908 auf mindestens 3 Mart für den Tag. Hierbei sind die Kosten der ärztlichen Behandlung, der allgemeinen Verwaltung, der baulichen Unterhaltung, sowie der Aufwand für Verzinsung und Tilgung des Bautapitals nicht eingerechnet. Was nun die Verpflegung der auswärtigen Ortsar men, für welche die Stadt geseßlich die vorläufige Fürsorge zu übernehmen hat, anlangt, so werden diese zur Zeit in den Kliniken zum Saß von 1,40 Mark pro Tag verpflegt. Es liegt kein Grund vor, die auswär= tigen Ortsarmen billiger als die einheimischen in den Staatskliniken zu verpflegen. Bei der Stadt Worms kommt 3. B. hierfür der Anjab vor der Restaurant L, Café Lei Dank Telefon 645. Seit längeren Jahren plagte Vollständig renovierte Lokali- mich Magen- und Nervenschwäche, täten. Allbekanntes, beliebtes Sawindelanfälle verbunden mit Familienlokal. Gute, preiswerte Kopfschmerzen, Herzklopfen, Angst gefühl, Verdauungsstörungen, Speisen u. Getränke. Täglich hum. Tamburitza- Konzerte. Magenschmerzen, Bollfein übler Geschmack im Dunde, Ziehen u Für Vereine usw. hübsches Kneip- Matigkeit im Pörper besonders zimmer, sowie Gr. Saal der Neuzeit entsprechend mit neuem Par- in ben Beinen usw. Durch Em: piehlung ein 8 Geheilten aus kettfussboden. 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Die daraufhin von dem Bürgermeisteramt mit dem Ministerium angeknüpften Verhandlungen zerschlugen sich jedoch, weil die Gießener Stadtverwaltung eine Abänderung des Kliniksvertrages wünschte. Am 14. September wurde deshalb das Abkommen im Auftrage des Ministeriums von der Universität gekündigt. Anläßlich dieses Umstandes hatte die Stadtverwaltung folgenden Antrag unterbreitet: Es wird ein Ausschuß von 4 Mitgliedern ernannt, dessen Aufgabe darin besteht, der Versammlung demnächst eine Vorlage über die anderweitige Verpflegung der Kranten zu ma= chen. Dieser Kommission sollen angehören die Stadtverordneten Grünewald, Haberkorn, Wallenfels und Beigeordneter Keller. Dies fand Annahme. Der 24. Punkt der Tagesordnung, Kanal gebühren für die staatlichen Gebäude betreffend, fiel aus. $ 9 bonus Alteisen, Lampen, Knochen, Kupfer, Messing, Blet, Zink, 8iun zc. Möbeln, Betten, Weißzeug, Gold- und Silbersachen. Münzen und Antiquitäten. Lonis Rothenberger, Gießen Handelsger. eingetr. 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Lindenstruth " 20 An Baum Nr. 1 " " 31/2 121/ borm.92" " " " " I " " H 112 n 9 " 10 " " 11 " " " 81/2" " " P " " 912 " nachm. 1 " " borm. 9 " " P 11 " " " nachm. 121/2" " 23 Trobe- Rödgen 24 Klein- Linden- Dutenhofen 28.Sept. 25 Klein- Linden- Büzellinden 26 Lich Nieder- Bessingen 27 Nieder- Beffingen- Münster 28 Grünberg- Beltershain 29 Beltershain- Geilshausen 30 Geilshausen- Kesselbach 31 Gießen- Steinbach bis Wald 29.Sept. borm. 9 32 Lich- Colnhausen 33 Lich- Steinbach bis Wald 34 Grünberg- Lindenstruth 35 Grünberg- Göbelnrod 36 Grünberg- Mücke 37 Steffelbach- Londorf 39 Hungen- Langsdorf " 912" 101/4" nachm.121/ 2" borm.81/ 2" 36 An Baum Nr. 1 3 Fortsetzung 90 Am Ortsausgang utphe 4 Am Ortsa. Wieseck( Birnen) 8 An Baum Nr. 1 8 An Baum Nr. 1 280 An Baum Nr. 1 11 Fortsetzung( Birnen) 126 An der Kreisbaumschule 70 Am Ortsa Nieder- Bessingen 140 Nächst Grünberg 25 Nächst Beltershain 80 Am Ortsausg. Geilshauseu 112 Nächst d. Prov.- Stechenhasn 93 Am Stadtausgang Lich 50 An der Turnhalle Sich 65 Nächst Grünberg 7 An Baum Nr. 1. 120 An der unteren Ziegelhütte 5 Nächst Kesselbach 40 Am Ortsausgang Londorf 30 Am Stadtausgang Hungen " " " 11/2" 914 " " " " " " " 9 " " " 91/2 " " 30.Cept. 91/2 " 9 " " " 82 " 335 Am Ortsausg. Klein- Linden 111/2 " " " 9 25 Nächst Weickartshain " H " " 101/2 65 Nächst Eberstadt " " 11/2 " 14 Nächst Ober Hörgern 38 Londorf Nordeck 40 Grünberg- Röthges 41 Lich- Langsdorf 42 Klein- Linden- Groß.- Linden 3. Oft. 43 Großen- Linden- Lang- Göns 44 Grünberg- Weichartshain 45 Eberstadt- Ober- Hörgern 46 Ober- Hörgern- Kreisgrenze Gießen, am 16. September 1910. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Hermann Steingoetter Pauline Steingoetter geb. Balz Ems, im September 1910. Arbeitsvergebung. 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Herr( zu einem stellesuchenden Diener):... Noch eins: ich habe immer mehrere Fuder Wein im Keller; verstehen Sie damit umzugehen?" Diener: Deshalb bin ich ja gerade von meinem früheren Herrn entlassen worden." что " Ich muß bemerken, daß ich das dreißigste Jahr beretts zurückgelegt habe!" " Ja, mein Fräulein, wenn Sie sonst nichts zurückgelegt haben, dann wird's wohl schwer halten!" Hus dem Lande der Kleinen. Realistisch. Ein fröhliches Schießfest. " Ist es wahr, daß in dem neuen, realistischen Stück dem Hauptdarsteller wirklich ein Zahn gezogen wird?" ,, Natürlich ist's wahr! Darum wird ja das Stück bloß dreimal aufgeführt, weil er nur noch drei Zähne hat!" Berantwortlicher Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. 2534 35 Anzüglich. ,, Gratuliere! Reiche Braut he, he?!" ,, Das nicht aber Verstand hat sie für Zwei!" ,, Dann gratuliere ganz besonders!" Bei der Schmiere. Direktor:„ Den ersten Liebhaber will ich entlassen! Wie stehen wir mit ihm?" Frau:„ Er ist mit zwölf Pellkartoffeln und einem saueren Hering im Vorschuß!" Anzeichen. Wer immer schlecht von Menschen spricht, Kennt alle Welt, nur sich selber nicht. Offen. Vermieterin:„ Also ich gebe Ihnen das Zimmer um 10 Mark billiger." " Studiosus:„ Sehr schön von Ihnen! Mir ist es auch viel lieber, wenn ich Ihnen weniger schuldig bleibe!" Drud und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. ( Alle Rechte für sämtliche Bilder und Texte vorbehalten. Abdruck verboten.) Aus der guten alten Zeit. Gefreiter:„ Herr Feldwebel, nach dem Befehl soll ich mit acht Mann zur Arbeit gehen Sie haben mir aber zwölf aufgeschrieben!" - Feldwebel:„ Ich habe noch vier dazu gesezt- für den Fall, daß der eine oder andere dabei ist, der nicht mag!" Kaffehlatfch- Attraktion. Ahnungsvoll. Frau des Hauses( zu einer hübschen jungen Frau, die verspätet ins Kaffee- Kränzchen' tommt):" Soeben, Itebe Frau Doktor, haben wir von Ihnen gesprochen!" Junge Frau( betroffen):„ AH das ist aber nicht | schön; ich habe ja den Damen garnichts getan!" Alte Kaffeeflatschmamsell:„ Ach, wissen Sie, bei der Frau Stanzleirat ist es immer ganz reizend, immer hat sie was apartes zum Kaffee- gestern haben wir eine hochinteressante Liebeserklärung dazu niit angehört!" 3 Borschläge Von Daß man Fluß gebracht scheint mir fel tral- Krüb zu errichten, t gutgeheißen to Sch will ein Heineres tum leiden, m Merzt!, geiftig glaube, daß di gelommen, da Beften ist( ebe einzelne Pro türlich unter minderwertig ein Arüppelhe Bublifum auf Sch bin aus mit der Bevö Bunft zur Be fchließen fich b entfernte feine Anstalt, die e fich bereinigen biel eher und bor Augen ift Die Grün füßen, deren Geffen ist aber Provinzen vo riffenheit und Zentral- Anstalt Ben in Be bet, so würde ren Provinzen durch die Err gerade auf de üppig wuchern zogen werden pel befindet f durch umfang Gine gro ner notwendi Uebersichtlichtei und zwar ger dividualisieren den fagt gan ein einzelner fei. Kein an als schwere D Der gefoppte Don Juan. jer Feldwebel der fünften Batterie war ein verlieber Schwerenöter. Am liebsten bandelte er mit den der schiedenen Bräuten seiner Mitunteroffiziere an, zwar in allen Ehren, aber doch so, daß sich letztere drüber oft höllisch ärgerten. Einstimmig wurde darum von ihnen beschlossen, der Mutter der Batterie" die Liebesfröhlichkeit auszutreiben. Bei einem Batteriefest bot sich die schönste Gelegenheit dazu. liebes durstigen Wachtmeister. Die Eingeweihten beobachteten natürlich mit teuflichem Vergnügen, wie sich ihr Herr Vorgefegter in die Gunst seines verkleideten Unteroffiziers einzuschmeicheln suchte. Als er einmal besonders liebenswürdig den blonden Zopf Nannis" durch seine derben Hände gleiten ließ, löste sich die stattliche Lockenzier und blieb in der Faust des Wachtmeisters zurück, während die vermeintliche Nanni unter Gekreisch davonstürmte. Zugleich durchtoste Angewandtes Sprichwort. Junger Arzt: Heute hatte ich meinen ersten Patienten, Es war wohl ein Mann, der seine zweihundert Pfund schwer war." Freund: Ja- aller Anfang ist schwer." Unter Freunden. ,, Du hast Dich schon wieder mal von neuem verlobt?" Hieb. Crost. „ Fräulein Altlich meint, daß Ehen im Himmel geschlossen werden." " Das dient ihr gewiß zur Beruhigung, denn auf Erden hat fte auch nicht viel Aussichten." Lebemann:„ Mein Fräulein, ich bin für Sie Feuer und „ Ja, und diesmal sogar sehr ge- Flamme!" fährlich." 2 Auf Umwegen. , Wie, Fräulein, Sie haben sich einen Hund angeschafft?" " Ja, und jetzt suche ich einen Herrn für den Hund." 2 Naschkäßchen. Balleteuse:„ Ich merke aber nichts von Asche." X Naiv. Höhere Tochter( die mit ihrem Papa ein Gefängnis besichtigt, als die Sträflinge im Hose beim, Luftschnappen sind): „ Nicht wahr, Papa, jetzt lustwandeln sie?" Vexierbild. ( Der Gefoppte.) 9. Ein schmucker Unteroffizier, der ohnehin etwas Damenhaftes an sich hatte, verkleidete sich als feche Münchener Kellnerin und ließ sich mit Einverständnis der Kameraden von dem Wirt, bei dem das Fest gefeiert wurde, engagieren. Er sah in seiner Verkleidurg als dralle Bayernmaid auch n lich prächtig aus und einer echten Vertreterin dieser modernen Heben so ähnlich, daß kein Kennerauge in ihm einen Marsjünger vermutet hätte. Das Fest begann, und am meisten umschwärmt wurde die feche Nanni aus Münka" von dem Hans wird der Nasenkönig genannt, Denn er hat eine lange Nase. das donnernde Gelächter- man möchte schon lieber sagen: Gewieher- der eingeweihten Kameraden den Festsaal. Der Herr Wachtmeister wurde rot bis unter die Haarwurzeln; nicht etwa vor Scham, sondern vor Wut, fluchte wie ein Berserker, zahlte und ging. Noch draußen hörte er das Gelächter der Unteroffiziere. Seine Kleinen Flirts soll er nicht unterlassen haben; aber er hat sie in Zukunft immer nur da gesucht, wo er den Kameraden nicht ins Gehege kam und sich von ihnen unbeobachtet wußte. Die lange Nase. Sie rufen's ihm nach auf der Straße. Hans läßt sie rufen, er macht sich nichts draus, Die Eltern und Brüder und Schwestern zu Haus, Sie lachen ja alle so oft ihn aus Und spotten über die Nase. ( Eine Parabel.) Hans kommt in die Schule. Er hört, daß man lacht, Daß man sich über ihn lustig macht, Daß man vom Nashorn, vom Rüsseltier spricht Und von der Gurke in seinem Gesicht. So folgt ihm der Ulk auf Schritt und Tritt Und Hans lacht mit. Er wird Soldat, er wird ein Mann Und überall trifft er den Spottvogel an. Probat. „ Wie bist Du denn Deine Schwiegermutter so schnell Yosgeworden?" " Ich habe sie gleich bei ihrer Ankunft um 100 Mr. angepumpt, da hat sie nicht erst ausgepackt!" Der pfeift und singt und läßt feine Ruh'. Hans lacht dazu. Hans lacht dazu, wenn man wizzelt und höhnt. Er hat mit der Zeit sich daran wohl gewöhnt. Hans freite des Nachbars Liesel so gern Da drüben über der Straße. Und er fragt ganz schüchtern mal bei ihr an, Da sagt ihm die Liesel: sie mag keinen Mann Mit einer so langen Nase. In der Nacht, im Garten vorm Rasenplatz, Da küßt sich die Liesel mit ihrem Schatz. Sie tanzen, sie springen, sie singen vereint, Und drüben, über der Straße, Jm Stübchen, wo noch die Lampe scheint, Sitt Hans vorm Spiegel und weint und weint Über die lange Nase. Romanphrase. Hans Bötticher. Diese Wolfe aber, welche den Blüten ihres Glückes unfreundlich in den Weg trat, war nur ein Schreckschuß, dessen bitterer Geschmack nicht im Stande war, den Himmelsglanz ihrer jungen Liebe zu zersplittern. RYD SELFOS Topfguckerchen, Topfguckerchen, Das ist ja gar kein Zuckerchen. Gib acht, mein liebes Röselein, Verbrennst Dir noch Dein Näselein. Pech. A.:„ Sie haben sich ja wohl bei einer Unfall- Versicherung eingekauft?" B.: Ja, schon vor sechs Monaten, aber, bei meinem gewöhnlichen Bech bin ich bis jetzt noch nicht verunglückt." D Grosse Praxis. Ein junger Arzt läßt sich in der Residenz nieder. Da seine Geldmittel etwas knapp sind, hat er im Wartezimmer nur einen Stuhl. Eines Tages finden sich zwei Patienten ein.„ Ach," sagt der Diener zum Patienten ,,, warten Sie nur einen Moment ich bring' Ihnen gleich einen Stuhl! Wir sind halt jetzt auf so eine Masse Patienten noch nicht eingerichtet!" Offen. Sie:„ Sag mir nur, was willst Du auf dem Festessen?" Er: Fest' essen!" Je nachdem. ,, Was ist eigentlich Ihr Lieblingsgericht, Kollege?" „ Am Anfang des Monats Fasan mit Trüffeln und Ende des Monats Erbssuppe mit Schweinsohren." ,, Da dent' ich, die reiche Gräfin abzufangen, und nun kommt das alte Bettelweib!" ist es? 2 Verheißungsvoll. Wo Die Schwiegermama schreibt ihren auf einer Geschäftsreise befindlichen Schwiegersohne: Lieber Sohn! Soeben wurde Emmy von fräftigen Zwillingen( Jungen) entbunden. Ein andermal mehr. Ihre Schwiegermutter Beate. Letzte Doffnung. H- Burgloonsteld. 3ofe: Um Gottes willen, gnädiges Fräulein, in Ihrem Schlafzimmer liegt unter dem Bett ein Einbrecher!" Alte Jungfer( erfreut):" So? Vielleicht will er gar um meine Hand anhalten." Prinzenunterricht. Erzieher:„ Bitte, wo liegt diese Insel, Hoheit?" Der Prinz schweigt.- ,, Ganz recht, Hoheit: im Stillen Ozean." 23 ότι ταπετ Du will „ Nicht fie der schuld da Jezt g Mit der schaft fordern Er hob d bie Försterin. Er wan Stimme, als Nein, n bringen! M Die unse - bleibe, ble Mit eine ihn umschling Wenn Er war g finden werde Buntte flimm finsterer Nad Mein G fant fie berou Wo der die fteile Be 30g hoch im äugiger Weib Sonnenftrab Lautlos wie i enger murde über der fle an den Stei diefelbe nied Die Rüd Federkleid du wie die hinte Dot der Hütt Feierliche abgefchieden finiteren Wa der auf die Zweites Blatt № 126. Gießener Zeitung Expedition: Gießen, Seltesweg 83 ein fleiner Teil der Arbeit geleistet; jeder Verbandswechs! I, Vorschläge zur Krüppelfürsorge in Hessen. ieber Gipsabgus, jebe Anpassung einer Bandage, jebe UnVon Dr. med. Dillmann- Mainz. Die große charitative Schöpfung der Inneren Mission, die Epileptifer- Anstalt in Niederramstadt, muß mit Recht jeden Menschenfreund zur Anerkennung der Leistungen der Inneren Mission zwingen. Allein Fürsorge für Epileptische und Fürsorge für Strüppelfinder ist doch etwas sehr Verschiedenes. Obwohl schon vor Jahresfrist von ärztlicher Seite, nämlich von Herrn Dr. 3inßer in Gießen, auf die Krüppelfürsorge in Hessen mit beredten Worten hinder gewiesen und auch gleichzeitig von mir die Läsung Frage in Rheinhessen in Angriff genommen worden ist, ift mit es doch sehr anzuerkennen, daß die Innere Mission ihrer weitverzweigten Organisation die Frage endgültig in Fluß gebracht hat. Daß man an die Epileptiker- Anstalt in Niederramstadt ein fleineres Krüppelheim angliedern kann, diese Frage scheint mir sehr spruchreif. Der Plan jedoch, ein 3 entral- Krüppelheim für ganz Hessen, das dann natürlich unter Oberaufsicht der Inneren Mission stehen würde, nicht zu errichten, lann aus den verschiedensten Gründen gutgeheißen werden. ich am Ich will ganz absehen von den Bedenken einzelnes Aerzt!, geistig sonst normale Kinder, die nur an Krüppeltum leiden, mit epileptischen, die allerdings häufig geistig da minderwertig sind, zusammen erziehen zu laffen, glaube, daß diese Bedenken mehr theoretischer Natur sind. Ich bin aus zahlreichen anderen Gründen zu dem Schluß gekommen, daß es für unsere hessischen Verhältnisse Besten ist( ebenso wie das auch in Hessen- Nassau geschieht) einzelne Provinzial- Krüppelheime zu errichten. Denn ein Strüppelheim wird desto frühzeitiger und häufiger vom Bublifum aufgesucht, in je engerer heimatlicher Fühlung es mit der Bevölkerung steht. Dieses ist ein äußerst wichtiger Bunkt zur Verhütung des Krüppeltums. Die Eltern schließen sich viel eher, ihre Kinder in eine nicht allzuweit entfernte fleinere Anstalt zu bringen, als in eine Zentral Anstalt, die etwa das gesamte Krüppelmaterial Hessens in fich vereinigen würde. Andererseits ist das Publikum auch biel eher und williger bereit, eine nahe Anstalt zu unter= ftüßen, deren segensreiche Wirkung ihm sozusagen bor Augen ist. entimmer Die Gründung einzelner Provinzial- Anstalten in Heffen ist aber auch im Hinblick auf die geographische Zerriffenheit und die immerhin weite Entfernung der drei hess. Provinzen voneinander di reft geboten. Würde eine Zentral- Anstalt etwa in Oberhessen, wo nur Gie Ben in Betracht täme oder in Starkenburg gegrünbet, so würde das an der Krüppelnot in den beiden anderen Provinzen verhältnismäßig wenig ändern; dagegen wird burch die Errichtung einzelner Provinzial- Krüppelheime der gerade auf dem Gebiete der Krüppelbehandlung besonders üppig wuchernden Bandagisten- Kurpfuscherei der Boden entzogen werden fönnen. Ein großer Teil aller hessischer Krüppel befindet sich in Behandlung derartiger Bandagisten, die burch umfangreiche Retlame das Publifum anlocken. Eine große 3entral- Anstalt für Hessen würde fermer notwendigerweise die Nachteile der schwierigeren Uebersichtlichkeit und der ärztlichen Ueberbürdung aufweisen, und zwar gerade auf einem Gebiete, das sorgfältigster in dividualisierender Kleinarbeit bedarf. Professor Lange- München fagt ganz richtig, daß die Zahl der Krüppelfranken, die ein einzelner Alezt behandeln fönne, eine recht beschränkte sei. Kein and! rer Kranker machte dem Arzt so viel Arbeit als schwere Krüppelfinder; denn mit der Operation sei nur 23) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. Jn гassungsiojem Schrecken starrte die Frau ihn an. „ Du willst doch nicht deine Tochter „ Nicht sie," sprach er langsam und feierlich, aber von ihm efererid.aber ber schuld daran ist, daß ich auch sie verlor, will ich Rechen. schaft fordern!" Er hob die Flinte vom Boden auf. „ Mit der Büchse, der schrecklichen Waffe?" fragte schauderni bie Försterin. Lorenz, was hast du vor?" Er wandte sich zum Gehen, und nur leise bebte sein Stimme, als er sagte: „ Jetzt geht es in einem hin! Ich will alles zu Ende bringen! Mein Leben ist ja doch einmal verwirkt!". Die unselige Frau suchte ihn zurückzuhalten. „ Nein, nein, ich lasse dich nicht, du haft Schreckliches vor, - bleibe, bleibe!" Mit einem Ruck befreite der alte Mann sich von ihren ihn umschlingenden Armen. „ Wenn sie mich suchen, sage ihnen, daß das Gericht mich finden werde, hier oder dort!" sprach er ungebeugt. Er war gegangen. Frau Adelheid schwindelte es. Schwarze Bunkte flimmerten vor ihren Augen und verdichteten sich zu finsterer Nacht. " Mein Sohn, mein Sohn!" stöhnte sie noch einmal. Dann sant sie bewußtlos neben der Leiche des Erschossenen nied er 01:11. Kapitel. Wo der erste hochstämmige Fichtenwald sich lichtete und die steile Bergwand mit einem verlassenen Steinbruch brach, 30g hoch im milden Blau des Frühlingshimmels ein scharfäugiger Weih seine lauernden Kreise. Bald aufleuchtend im Sonnenstrahl, bald dunkel beschattet, wiegten seine Flügel fich lautlos wie verborgenes Unheil auf der Luft und enger, immer enger wurden seine drohenden Ringe. Jezt stand er gerade über der kleinen grauen Holzhütte, die sich mit ihrer Rückwand an den Steinbruch lehnte, und schien im senkrechten Fall auf dieselbe niederstoßen zu wollen. Die Küchlein, die ein wenig abseits in ihrem goldgelben Federkleid durch den Rasen liefen, bemerkten ihn ebenso wenig, wie die hinter dem schlichten Holzzaun in dem kleinen Garten vor der Hütte Beschäftigten. Feierliche Stille lag über der traulichen Stätte, die wie abgeschieden von aller Welt erschien. Wohl zog sich durch den finsteren Wald auf der Höhe ein schmaler Fußpfad herum der auf die Gartenpforte der Hütte zulief, aber er sab nicht tersuchung müsse durch den Arzt selbst vorgenommen werden, wenn der Erfolg der Operation nicht in Frage gestellt wer den sollte. die Als ein weiteres sehr wichtiges Argument gegen Gründung einer Zentral- Krüppelanstalt ist ferner noch anzuführen, daß man die Strüppelbehandlung eines ganzen Landes nicht zum Monopol einer einzigen Anstalt und somit eines einzigen Arztes machen soll, denn die Krüppelbehandlung ist die soziale und praktische Betätigung auf einem besonderen Spezialgebiete der medizinischen Wissen= schaft, nämlich der orthopädischen Chirurgie und hiermit tomme ich zu dem Hauptgrund, weshalb es nicht ratsam erscheint, im Anschluß an die von der Inneren Mission betriebene Epileptiker- Anstalt in Niederramstadt ein Zentral= Krüppelheim zu errichten. Ich vertrete, wie alle Fachgenossen, die Ansicht, daß bei dem heutigen Stande der Orthopädie die Krüppelfürforge fein eigentliches Betätigungsgebftet für die Innere Mission mehr ist. Das war noch vor 10 Jahren der Fall. Es war, wie Professor Lange gelegentlich lagt, ein Glüd für die Krüppel, daß durch die ungemein verdienstvolle u. unermüdliche Arbeit von warmfühlenden und hochherzigen Männern die Erziehung der Krüppel gepflegt und ausgebildet wurde, zumal die Aerzte früher den Krüppeln wenig helfen konnten, deshalb mußte die ärztliche Behandlung zunächst gegenüber der Erziehung vollständig zurücktreten, und so ertläre sich denn aus der Geschichte der Krüppelfürsorge die Tatsache, daß 33 Anstalten in Deutschland unter nichtärztlicher Oberleitung stehen und nur in 4 Anstalten, Berlin, Stuttgart, Braunschweig und Münster,( neuerdings kommen noch Wiesbaden und einige andere dazu) Aerzte an der Spitze der Anstalt stünden. Durch die unaushaltsam fortschreitende Entwicklung der orthopädischen Chirurgie sind aber nun viele Leiden, die früher jeder Behandlung troßten, he il bar geworden und deshalb ist heutzutage die Krüppelfürsorge eine vorzugs weise ärztliche Angelegenheit. Ich weiß sehr wohl, daß die charitativen Gründungen der Inneren Mission aus humanen Beweggründen heraus zustande kommen, und daß sie große Werke der Nächstenliebe und Barmherzigkeit darstellen; andererseits aber ist im Prinzip unbedingt daran festzuhalten, daß die Krantenbehandlung( und Krüppel sind Krante) lediglich Sache des Arztes ist, und daß dieser hierbei durch keinerlei Rücksichten wie sie überall, wo der Arzt nicht Herr im Hause ist, vorhanden sind, behindert werden darf. Tatsächlich ist nun aber auch in Hessen diese vorzugs weise ärztliche Frage, wie bereits oben angeführt, von ärztlicher Seite in Angriff genommen worden. Herr Dr. 3inßer in Gießen ist schon seit einem Jahre bestrebt, im Anschluß an sein orthopädisches Institut die Krüppelbehandlung aufzunehmen und was Rheinhessen betrifft, so find wir dort so weit, daß die Behandlung von Krüppelfindern in dem mir unterstellten Krantenhause zu Nieder Ingelheim schon vom November d. Is. ab systematisch in Angriff genommen und durchgeführt wer den kann. Die zur Behandlung orthopädischer Leiden notwendigen Apparate und Einrichtungen sind bereits bestellt. Von dem uns von privater wohltätiger Seite gestifteten größeren Kapital wird ein Erweiterungsbau dem Krankenhause angegliedert werden, der zur Aufnahme der Krüppelfinder dienen soll und dessen Erdgeschoß den Zander- und Turnsaal aufnimmt. Die Pläne hierzu sind bereits ausge= arbeitet und der Bau wird voraussichtlich im Frühjahr feraus, als ob er oft betreten würde, und felten mochte ein er müdeter Wanderer die breite, grüngestrichene Bank benügen, bie, gastlich und zur Ruhe einladend, vor dem Häuschen auf gestellt war. An der von dichtem, frischbegrüntem Gebüsch umgebenen Baisblatt- Laube, die sich gleich neben der Pforte erhob, war Ernst Hellborn beschäftigt, allzu üppig verschießende Ranken zu beschneiden und aufzubinden. Er, wie sein schönes, schlankes Weib, das in der Mitte des Gärtchens am Boden kniete und Unkraut ausriß, trugen schlichte, graue Arbeitstracht. Aber bon Sorge und Kummer der Arbeit war auf ihren frischges bräunten Gesichtern nichts zu bemerken, und von Zeit zu Zeit begegneten sich ihre Blicke mit einem so freudigen Glanz, als ob alles höchste Glück der Welt ihnen gehörte. Der kleine Hellmut, der in der Nähe des Vaters eifrig mit einer Gießfanne ein Gemüsebeet begoß, hielt einen Augenblick mit seiner Arbeit inne. „ Hier laufen Ameisen, Vater," sagte er, soll ich ste tots treten?" „ Tottreten?" Was fällt dir ein!" verwies Hellborn ihn trenge. Klara erhob sich und trat zu den beiden. „ Die Tiere haben dasselbe Recht zu leben, wie wir," meinte sie. „ Warum?" forschte das wißbegierige Kind.„ Ist das wahr, Bater?" Lou Weißt du nicht, warum die Menschen auf der Welt find?" fragte dieser. „ Um zu essen," erwiderte der Kleine rasch. „ Schäme dich!" tadelte Klara ihn. Wie oft hat es dir der Bater gesagt!" Besinne dich, Hellmut!" mahnte Hellborn mild. „ D, jetzt weiß ich es schon wieder!" rief der Knabe erfreut: Um zu arbeiten!" „ Nun, also," schloß der Vater,„ ein jedes Wesen, das arbeitet, hat das Recht zu leben!" „ Und die Ameisen arbeiten auch," fiel die Frau ein, .fleißiger als wir!" „ Gibt es auch Menschen, die nicht arbeiten, Mutter?" Iragte Hellmut nach einer Pause wieder. ,, D, ia, leider Gottes, die gibt es!" entgegnete die Gefragte. „ Die müssen aber gewiß sehr unglücklich sein!" meinte das Nicht wahr, so wie Onkel Otto, von dem ihr gesagt habt, daß er gefangen sigt?" Rind. Hellborns Stirn legte sich in leichte Falten. Ja, er war einer von denen, die leben wollen. obne au arbeiten. Du bist traurig, Klara?" wandte er sich zu seinem Jungen Weibe. Samstag, den 24. September 1910. tig werden. Die Anmeldung von Krüppelfindern kann jetzt schon erfolgen. Wenn dann in Niederramstadt ein Krüppelheim für Startenburg( unter Verzichtleistung auf eine Landes- Bentral- Anstalt sich aus den jeßigen Anfängen entwickelt, so ist das sehr zu begrüßen und stellt eine gute Lösung der Krüppelfürsorgefrage für Starkenburg dar. ver= Es tönnte demgegenüber nur eingewendet werden, daß der Betrieb dreier Anstalten viel zu teuer ſei. Dieser Einwand wäre stichhaltig( wenn auch feineswegs ausschlaggebend), wenn es sich um drei selbständig zu errichtende Anstalten handelte; dadurch aber, daß alle drei sich einem bereits bestehenden flinischen Betrieb angliedern sollen, wer den sich die Betriebskosten auf das geringste mögliche Maß reduzieren. Ueberhaupt ist zu bedenken, daß in der Krüppelfürsorge der Geldpunkt nicht allein ausschlaggebend sein darf. Die Hauptsache ist, ob ein in der orthopädischen Chirurgie fachmännisch ausgebildeter Arzt, der dazu noch Interesse und Verständnis für die Krüppelbehandlung hat, sich der Sache annehmen will; man darf sich nicht dazu leiten lassen, ein Krüppelheim gründen zu wollen, weil man zufällig über Platz und ein paar Lehrkräfte verfügt. Alle Krüppelanstalten, die nicht ein Fachchirurg oder Orthopäde leitet, können und werden nicht viel leisten. Ich habe in manchen von diesen von ärztlichen Maßnahmen an den Krüppelkindern erstaunlich wenig gesehen. Wir müssen unbedingt auf dem Standpunkte stehen, den auch Prof. Lange vertritt, daß die Verhütung des Krüppeltums die erste und wichtigste Aufgabe einer rationellen Krüppelfürsorge sei; hierdurch sei allerdings die Erziehung der Krüppel nicht überflüssig geworden; aber bei der Bekämpfung des Krüppelelends müsse der Arzt im Vordertreffen stehen, der Unterricht und die Erziehung nähmen erst die zweite Stelle ein. Bei uns in Ingelheim soll es so gehandhabt werden, daß das Hauptgewicht ebenfalls auf die ärztliche Behand lung gelegt wird, und daß allmählig, je nach dem Bedürf= nis, Schul- und Handwerksunterricht für die Kinder eingeführt werden, daß wir also den Betrieb sich nach und nach entwickeln lassen wollen, ebenso, wie es auch ander= wärts geschieht. Was nun schließlich die Kostenfrage in der Krüppelfürsorge betrifft, so will ich hierbei den Ausführungen von Dr. Schanz in Dresden und Professor Lange in München folgen, beides Männer, denen eine große Erfahrung in der Krüppelbehandlung zur Seite steht. Hier ist nun zu allererst zu betonen, daß bei uns in Deutschland alle Krüppelanstalten zu teuer wirtschaften, und zwar weil sie, wie Schanz sich ausdrückt, alle ihre Tä tigkeit am teueren, am flinischen Ende anfangen, sodaß sich die Mittel vorzeitig erschöpfen. Schanz sieht hierin den Grund für die merkwürdige Erscheinung, daß unsere deutschen Krüppelanstalten ohne Ausnahme eine so geringe Fähigkeit zur Fortentwicklung haben. Er fordert mit Recht, daß jede großzügige Krüppelfürsorge mit der poliklinischen Arbeit( poliklinisch im weitesten Sinne des Wortes) beginnen müsse und daß der Hauptnachdruck auf die poliklinische Tätigkeit zu legen sei, also auf die ärztliche Versorgung ohne Aufnahme des Patienten in die Anstalt. Und in der Tat, die größte Mehrzahl aller Krüppelleiden läßt sich am bulant behandeln, d. h. ohne daß der Krante in eine Anftalt aufgenommen zu werden braucht. Die Fälle, welche Anstaltstur und Anstaltspflege in Anspruch nehmen, betragen nur 10 Prozent aller Krüppelhilfsbedürftigen. Bei einzelnen Leiden, wie z. B. der angeborenen Hüftverrentung, den angeborenen Klumfüßen, den rachitischen Verbiegungen der Beine, den X- und O- Beinen und anderen darf man hoffen, daß die Patienten mit wenigen Ausnahmen " Ja," nickte sie, so oft ich an meinen armen Vater denken muß! Dem haben sie auch seinen Wald und die Arbeit genommen und ihn dadurch unglücklich gemacht!" In ihr Gespräch vertieft, bemerkten sie den einsamen Mann nicht, der, verwilderten Aussehens, eine Büchse in der Hand, ben schmalen Pfad herabgekommen war und jetzt, als er die Bruppe erblickte, rasch hinter den mächtigen Stamm der einjelnen Buche trat, die den Schatten ihrer laubigen Krone zur Sommerszeit bis auf das Dach der Hütte warf. Seine Zähne bohrten sich in die erbleichende Unterlippe. „ Da sind sie alle beisammen," flüsterte er vor sich hin, und fie reden von mir, ich hörte es wohl, die Luft trug den Schall ihrer Worte mir zu. Vielleicht spotten sie gar über mich, weil es mir so ergangen ist mit dem Otto und sie sich besser dünken und darum stolz sein können. Wenn sie wüßten! Aber, Blut und Hagel, ich lasse nicht über mich spotten!" - Seine Hände flammerten sich fester um den Schaft der Büchse. Hellborn schlang den Arm um die Hüfte seiner Frau und blickte nach Westen, wo fern am Horizont eine bleigraue Dunstschicht die Lage der Hauptstadt fenntlich machte. „ Er ist zu bedauern, der Arme," sagte er.„ Aber warum zieht er nicht heraus zu uns in den Wald und arbeitet mit uns? Ist der Wald nicht immer seine Heimat gewesen?" ,, O, er ist schwach geworden da drinnen in der Stadt," entgegnete sie, schwach wie alle, die diese verderbliche Atmosphäre atmen! Von Stufe zu Stufe zieht es sie hinab, sie können sich nicht mehr aufraffen. Ich habe es gleich geahnt, als die Tante uns andeutete, er habe sich dem Trunke ergeben. Wer weiß, wie schlimm das noch endet!" Der lauschende Förster hatte nicht alles verstanden, aber einzelne Worte waren deutlich an sein Ohr gedrungen. " Was reden sie?" Knirschte er.„ Dem Trunke ergeben habe ich mich? Hölle und Teufel, das wagt sie von mir zu sagen!" Blitzschnell erhob er die Büchse.„ D, ich habe noch ein gutes Auge und eine sichere Hand, das will ich ihr zeigen! Aber bas hat der da ihr vorgelogen, der falsche Prophet, damit sie ihren alten Vater verachten lerne!" Und er riß die Büchse an seine Wange und die Finger, die nach dem Hahn tasteten, zuckten frampfhaft. Aber noch ehe sie ihn fanden, stand der alte Mann plötzlich mie gelähmt. Von fern hatte sich ein dumpfes, summendes Geräusch hören lassen. Der Knabe näherte sich wieder den Eltern. ,, Sie läuten zur Kirche, Vater!" sagte er.„ Soll ich beten?" „ Ja," antwortete der Gefragte ,,, bete zum Ewigen, für alle guten Menschen, für deinen Großvater, den Förster!" ( Fortseßung folgt.) - Der gefoppte Don Juan. ärgerten.r Ehren, aber doch so, daß sich Schwerenöter. Am liebsten bandelte er mit den berfchtebenen Bräuten seiner Mitunterore an zwar in allen Der Feldwebel der fünften Batterie var ein berlieber Einstimmig wurde darum von ihnen beschlossen, besfröblichkeit auszutreiben. drüber oft höllisch gefegter in die Gunft feines Tiebes durstigen Wachtmeister. lick. Iōite sich die stattliche Lockenzier und den blonden Zopf, Nannis" durch seine derben Hände gleiten zuschmeicheln suchte. Als er einmal besonders liebenswürdig natürlich mit teuflichen weg verkleideten Unteroffiziers einDie Eingeweihten beobachteten wie sich ihr Herr Vorblieb in der Angewandtes Sprichwort. schwer war." Freund:„ Ja Es war wohl ein Mann, der seine zweihundert Pfund Junger Arzt: Heute hatte ich meinen ersten Patienten, Unter Freunden. Du hast Dich schon wieder mal aller Anfang ist schwer." Hieb. Crost. Fräulein Altlich meint, daß Ehen im Himmel ge. schlossen werden." hat sie auch nicht viel Aussichten." " Das dient ihr gewiß zur Beruhigung, denn auf Erden Vexierbild. ( Der Gefoppte.) Lebemann: Mein Fräu bor dem 6. Lebensjahre geheilt werden, so daß hierdurch eine besondere Erziehung für diese Krüppelfinder überflüssig wird. Andere Krante bedürfen nicht einmal der Aufnahme in die Klinit und noch weniger einer beson deren Erziehungsanstalt; hierzu gehört z. B. das große Heer der Plattfußtranten. Nun bleibt aber eine große Anzahl von Kranten, welche neben der, ärztlichen Behand lung einer besonderen Erziehung bedürfen; dahin gehören die schweren Lähmungen( Kinderlähmung), die Knochen w. Gelenttuberkulosen, die sehr schweren Verstümmelungen( Verluft beider Arme oder beider Beine), evtl. auch sehr schwere rachitische Wirbelsäulenvertrümmungen u. a. Bei der Kostenfrage haben wir zu trennen die Kosten der Erziehung und die Kosten der Behandlung. Wir folgen hier ebenfalls wieder den Ausführungen Langes über die bayrischen Verhältnisse. Hier lommt auf 8 leichte orthopädische Krante ein schwerer Strüppel. In der Münchener Anstalt beträgt das jährliche Kostgeld 480 Mt. gleich ca. 1.30 Mart täglich. Ein Bögling bleibt durchschnittlich 3 Jahre in der Anstalt. Diese Erziehung fostet also 1440 mt.( bie Unfosten für Lehrergehälter, Staatszufchuß 2c. sind dabei nicht mitgerechnet). Die Behandlung eines schweren Krüp pelfindes während des Aufenthaltes in der Anstalt( Banbagen 2c.) fostet durchschnittlich 140 mt., eines leichten orthopädischen Kranten 30 mt. Anders ausgedrückt heißt das: Wenn wir auf die Erziehung eines einzigen Krüppelfindes verzichten, jo tönnen wir für das entsprechende Geld zehn schwere Strüppel oder auch 45 leichte Strante ärztlich behan deln. Wenn wir auch nicht alle Krüppel heilen tönnen, so die dürfte doch tein Zweifel darüber bestehen, daß durch Ausgabe von 1400 mt. für ärztliche Behandlungslosten statt für Erziehungskosten unendlich viel mehr zur Linderung die des Krüppelelends geleistet werden fann, als wenn gleiche Summe zu Erziehungszweden verwendet wird. Bei Berücksichtigung der Kostenfrage fommt Lange zu dem Schluß: „ Eine, rationelle Krüppelfürsorge muß das Schwergewicht auf eine rechtzeitige Behandlung der Strüppel legen. Die Erziehung nimmt erst den zweiten Plat in der Strüppelfürsorge ein. Wenn ein Krüppelheim unter nichtärztlicher Oberleitung steht, so ist das ein unnatürlicher, ungesunder und deshald unhaltbarer Zustand. Je schneller sich in Deutschland diese zeitgemäße und unbedingt notwen bige Umformung unserer Krüppelanstalten vollzieht, desto schneller werden wir zu einer rationellen Strüppelfürsorge tommen. Erst wenn wir erreicht haben, daß in der Regel jede Gelenttuberkulose im Beginne des Leidens im GebVerband behandelt wird, wenn jede rachitische Wirbelsäulenverfrümmung, e be sie versteift, im Gipsbett grade gerichtet wird, wenn jeder Plattfußtrante eine richtige Einlage erhält, wenn jede Hüftgelenksverrentuna und jeder Sefumpfuß in einem Alter, wo noch eine ideale Heilung möglich ist, dem Operateur zugeführt wird, erst dann wird sich eine erhebliche Minderung des Krüppelelends zahlenmäßig nachweisen lassen. TY in Ich schließe mit der Aufforderung, die Gründung eines befs. Strüppel fürsorge bereins die Wege zu leiten und in eine tätige Propaganda zur Befämpfung des Strüppelelends in unserem Großherzogtum einzutreten. Von den in jeder Provinz gesammelten Geldern könnten dann die Anfänge der Fürsorgebestrebungen in den einzelnen Provinzen gefördert und unterstützt werden. Möge dann der edle Weftstreit auf diesem sozialem Gebiete alle drei Anstalten veranlassen, ihre Leistungsfähigkeit in der Krüppelheilung und Behandlung durch Erfolge zu beweisen. Anmerkung der Redaktion. Möge der Aufruf des Herrn Dr. Dillmann- Mainz in Hessen das weiteste Echo finden und dem ersten rheinhessischen Krüppelheim zu Nieder Ingelheim bald ein solches auch für Oberhessen folgen. Die Beteiligung an der Fürsorge für diese Aermften unter den Armen sollte eine allgemeine sein. Bum Barenbesuch in Friedberg. Bis zur Beendigung der Kur der Zarin dürften immerhin noch mindestens 30 Tage verlaufen. Sehr fraglich erscheint es dann, ob dann noch die Verlegung des Hofla gers von Friedberg nach Jagdschloß Wolfsgarten ausge führt wird, da die Witterungsverhältnisse für einen Aufenthalt dort nicht mehr so günstig sind. Wahrscheinlich ist vielmehr, daß das Barenpaar den für Deutschland vorgesehenen Aufenthalt in Darmstadt zubringt. Mittwoch, nachmittag trafen der Zar, der Großherzog, die Großherzogin und mehrere Großfürstinnen in 4 Automobilen in Bad Nauheim ein und begaben sich sofort auf den Tennisplay, wo der Bar und der Großherzog sich eisrig dem Spiele widmeten. b eine Ausfahrt in die UmDer Bar machte gestern früh eine gegend, die Zarin nahm ein Bad. Um 12 Uhr trafen i'm Automobil Prinz und Prinzessin Wilhelm von Schweden ein, welche bis zum Abend im Schloß verweilten. Sie wa ren auf der Fahrt von Karlsruhe nach Schweden begriffen. Lokales. Gießeu, 24. September 1910. * Eine Abschiedsfeier zu Ehren des sich in das Privatleben zurückziehenden Schulrats Klein= schmidt veranstaltete die Kreisschulkommission in Steins Garten. Zahlreiche Lehrer waren zu der Festlichkeit erschienen, der auch Provinzialdirektor Üsinger und Prof. Gisevius beiwohnten. Man widmete dem Scheidenden warme Worte der Anerkennung. Bei dieser Abschiedsfeier wurde Kaufmann Hübner aus Nordhausen wegen Geistesgestörtheit. Derselbe batte Eisenbahnschwellen bei Lang- Göns über die Schienen gelegt. wird Ein Stellennachweis für Kellner am 1. Oftober dem städt. Arbeitsnachweis angegliedert. Die Einrichtung verdantt ihr Entstehen dem Gießener Gastwirteverein. Aus Hessen und Nachbargebiet. -w- Waldgirmes. Unserem berehrten Brgermei ster J. Gg. Bernhardt, welcher seit dem Jahre 1880 in großer Treue an der Spipe unserer Gemeinde steht, wurde Burch Herrn Kgl. Landrat Dr. Daniels Biedenkopf das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. ut d) Flieger und Dauermeisterschaft bon Colmar i. Els. wurden am 18. b. Mts, von dem Brenna borfahrer P. Müller erstrften. In Leipzig behaupteten 0.0. Fuchs und R. 3schernig, welche gleichfalls Brennabor fahren, im Prämienfahren die beiden ersten Pläße und in Duisburg siegte das Brennabor- Tandempaar von NazmerMünzner 55 31 A uz I a ) Ausland. In Lüttich in Belgien gewann J. Niederau am 18. September das Internationale Drei- Län der- Match auf Brennabor und in Paris ging Weltmeister Darragon auf derselben Mark aus dem 100 Kilometer- Dauerrennen hinter Motorführung als Sieger hervor. Aus dem Gerichtssaal: Straffammer. Gießen, 20, September 1910, In der Frühe des 17. Juli b. Js. erfolgte am hiesi gen Bahnhof zwischen der elektrischen Bahn und dem Wagen des Landwirts Karl Jughard 2. ein Busammenstoß, wobei Jughard vom Wagen fiel und Verlegungen erhielt. Der Wagenführer Otto Veith und Jughard wurden angeflagt, weil Veith nicht rechtzeitig gebremst und Jughard sich vor dem Ueberfahren der Geleise nicht umgesehen hat. Letterer wurde zu 15 und ersterer zu 10, Mart Geldstrafe verurteilt. Beide legten Berufung ein; da aber Jughardt nicht rechtzeitig erschien, wurde seine Berufung zurückgewiesen. Nach den Aussagen des Sachverständigen hat Veith den Wagen nicht zum Stehen bringen tönnen, da die Stelle abschüssig ist, weshalb Freisprechung erfolgte. Gin Standesbeamter hat überseher, vor einer Trau ung das Aufgebot am Wohnort der Braut aushängen zu lassen. Er wurde zu der Mindeststrafe von 3 Marks berurteilt, wobei sein hohes Alter strafmildernd berücksichtigt wurde. an. und Der Landwirt Karl Guler in Gießen hatte am Amtsgericht einen Eid in einer Prozeßfache gegen einen Han delsmann zu leisten. Als ihm ein Rechtsanwalt Borhalt machte, bezeichnete er sein Verhalten als„ Judenpossen". Euler sah gleich ein, daß er zu weit gegangen war bat den Anwalt schon im Justizgebäude um Entichuldigung; er suchte ihn auf seinem Bureau auf, erklärte sich vor der Schöffengerichtsverhandlung zu einer Ehrenerklärung und Bußezahlung bereit. Doch der beleidigte ließ sich auf nichts ein. Das Schöffengericht berücksichtigte dieses Berhalten und erfannte nur auf 3 Mart Geldstrafe. Der Anwalt als Nebentläger und die Staatsanwaltschaft fochten das Urteil Das Berufungsurteil lautete auf 15 Mart Geldstrafe. Vogel In Hirzenhain hat der Fabridarbeiter Georg aus usen born einen Arbeiter mit seinem Rad umgefahren, so daß er längere Zeit arbeitsunfähig war. Er wurde wegen fahrlässiger Körperverlegung angeklagt, doch es erfolgte seine Freisprechung mangels Beweises. Der Ver letzte focht als Nebentläger das Urteil an. Da feststand, daß der Angeklagte auf dem Fußsteig gefahren wurde er für schuldig befunden und zu 10 Mart Geldstrafe verurteilt. Gießen, 23. September 1910. aus Ma ar hat Der Taglöhner Johannes Stieler annonyme Briefe, mit denen er Geld erpressen wollte, an den Delmüller Krömmelbein in Rimlos, an einen Meßgermeister in geschickt, unterbach und an eine das er von Maar der Androhung, nicht postso lagernd in einem gewöhnlichen Brief geschickt werde, würde ihre Verhaftung erfolgen; dabei gab er sich als Kriminalpolizist aus und unterzeichnete mit einem unleserlichen Namen. Statt das Geld zu schicken, wurde Anzeige erho abben und der der Angeklagte verhaftet, als er das Geld holen wollte. Das Gericht diftierte ihm für die plumpen Erpressungsversuche in drei Fällen 5 Monate Gefängnis zu, worauf 4 Wochen Untersuchungshaft in Anrechnung fommen. der Wegen schweren und einfachen Diebstahls wurde Schüler Johann Wilhelm Nikolai von Butzbach zu Monat Gefängnis verurteilt. Er ist über eine Bretterwand von 2½ Meter Höhe gestiegen, in das Haus eines Maurers eingedrungen und hat diesem 5 und dessen Schwieger vater 1,35 Mt. mittels Nachschlüssels gestohlen. Ferner hat er in Haus, in das er wegen Erheben von Geld geschickt worden war, ein Zehnmarkstück gestohlen. Das Geld wurde in Gemeinschaft mit Kameraden vertrunken und vernascht. lot 1 Der Schlossergeselle Heinrich Druschte aus Hannover hat einem Schlossermeister zu Vilbel, bei dem er in Arbeit stand, ein Fahrrad mitgenommen. Er wurde wegen Dtebstahls angeklagt, doch stand fest, daß er das Rad von seinem Meister zur Benußung überlassen betonimen hat, weshalb er nur wegen Unterschlagung zu 3 Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft verurteilt wurde. Der Angeklagte, wurde auf freien Fuß gesetzt. Geborenet zugleich der neue Schulinspektor des Streises Gießen, Prof. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Dr. Alle 3- Friedberg, durch den Provinzialdirektor Usinger vorgestellt. Sep. 13. Wirt Friedrich Schneider ein Sohn, Artur. 13. Stuffateur Johann Joseph Laberenz eine Tochter, no Apollonia Luife.di 13. Fuhrmann Wilhelm Franz Hammel eine Tochter, Franzista Karoline. " die " " 14. Eisenbahngehilfen Friedrich Otter eine Tochter, Friederike Philippine. " " 15. Steinmetz Karl Jödt ein Sohn, Friedrich Wilhelm Emil. 14. Organisten Anton Wickert ein Sohn, Johann Adam. * Die Rückkehr des Kaiser- Regiments aus dem Manöver erfolgte vorgestern abend. Die Truppen tamen in zwei Abteilungen in Gießen an und zwar eine um 11, die andere um 1 Uhr. Auf dem Bahnhof hatten sich trotz der vorgerückten Stunde zahlreiche Gießener eingefunden, welche die heimtehrenden Strieger mit Hoch rufen empfingen. War man doch auch in unserem schönen Gießen über das Regiment während des Manövers durch die Zeitung unterrichtet und damit über die glänzenden Leistungen der 116er auf dem Laufenden erhalten worden. Ungeachtet der gehabten Strapazen hatten die Soldaten die hessische Fröhlichkeit nicht vergessen und es wurden daher die Hochrufe aus dem Publikum bei der Ankunft auf das herzlichste erwidert. Im übrigen sei den zur Entlassung tommenden Reservisten zum Abschiede ein herzliches„ Lebewohl zugerufen. * Der Bischof von Mainz trifft heute in Gießen zur Firmung bei der katholischen Gemeinde ein. * Schwurgericht. Die Situngen des Schwurgericht für das 3. Bierteljahr 1910 beginnen am nächsten Montag Es wird verhandelt: Montag, vorm. 9% ühr, gegen Dienstknecht With. Müller von Ruppertsburg wegen Notzuchtsversuchs; Dienstag, vormittags 8½ Uhr, gegen Karl und Wilhelm Schmidt von Rodheim v. d. H. wegen Totschlags; Mittwoch, vormittags 8% Uhr, gegen den Taglöhner Wilhelm Lotz von Lich wegen Meineides. * Eingestellt wurde das Verfahren gegen den " 16. Maschinentechniker Heinrich Fischer ein Sohn, Erich Heinrich Wilhelm. 16. Lagerhalter Wilhelm Heinrich Ludwig ein Sohn, Karl Friedrich. Sept. 10. August Schmitt, Ingenieur in Sofia, mit Anna " " " " " " Minna Matthea Gernegroß in Leipzig. 19. Wilhelm Philipp Rohrbach, Taglöhner in Wiesed, mit Emma Lina Alban in Gießen. 20. Michael Lams, Fuhrtnecht, mit Elisabethe Best, beide in Gießen. 21. Otto Siet, Gastwirt in Gießen, mit Emma Müller in Bottenhorn. in, Gießen, 21. Heinrich Küpper, Eisenbahnhalinger in Frantmit Marie Margarete furt a. M. 21. Heinrich Zimmermann, Lackierer in Klein- Linden, mit Susanne Röhmig in Gießen. 22. Heinrich Otto Hochstätter, Kaufmann in Gießen, mit Maria Theresia Härdtner in Dunningen. Chefchließungen. Sep. 17. Ferdinand Lenz, Brauereibefizer in Herford, mit Elly Haubach in Gießen. Gestorbene. Sep. 17. Anna Katharine Därr, geb. Hetche, 71 Jahre alt. 22. Philipp Wehrum, Privatier, 62 Jahre alt. " " 22. Statharine Röhler, geb. Vogt, 58 Jahre alt. " 22. Karoline Dimpfel, geb. Ohnimus, 90 Jahre alt. Airchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 18. Soirchenbauea den 25. Sep. Kollekte zum besten des der evangelischen Gemeinde zu Helpershain. Gottesdienst, In der Stadttirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich letzte Christenlehre für dte Neutonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 9% Üyr: Pfarrer Schwabe. und Beichte und heiliges Abendmahl für MatthäusMartusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vermittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Bugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Lutasgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- Gemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 8 Uhr im Johannessa al: Versammlung u. Bibelbesprechung. Katholische Gemeinde Samstag, den 24. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen- heit zur heiligen Beicht. Nachmittags um 5% Uhr: Feierlicher Empfang des Hoch würdigsten Herrn Bischofs in der Kirche. Sonntag, den 25. September. 19. Sonntag nach Pfingsten. Firmung. Vormittags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 6 Uhr: Die erste heilige Messe. Vormittags 7 Uhr: Bischöfliche Messe. Kommunion Firmlinge. der Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt; darauf Firmung. Vormittags 11 Uhr: Heilige Messe. Nachmittags Uhr: Predigt; darauf Andacht mit Segen. mata en Steins Festversammlung der katholischen Gemeinde. Montag, den 26. September. Vormittags 7 Uhr: Bischöfliche Messe. Mittags 12 Uhr: Abreise des Hochwürdigsten Herrn Bie des Hoch schofs. Rheinweine Eigene Gewächse bester und allerbefter Weinbergslagen versendet in Fässern von 25 Ltr. u. in Kisten v. 12 Fl. an Paul Christian Saalwächter Weingutsbesitzer, NIEDER- INGELHEIM a. Rh. 1000 1100 1 Spezialität: Ingelheimer Rotweine. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es tönnen eingestellt werden: 1 Küchenchef, 1 Schlosser, 1 Bolsterer und Tapezier, 1 3 Hausmädchen usburschen, 2 Erdarbeiter, 1 Waschfrau, 5 Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Kaufmann. 0.3 100 Es suchen Arbeit: 1 Schuhmacher, 2 Schreiner, 1 Wagner, 1 Kellner, 1 Steinhauer, 1 Sattler und La pezier, 2 Zimmerer, 2 Spengler, 1 Eisendreher, 2 An ftreicher, 2 Hausburschen, 1 Fuhrknecht, 6 Arbeiter, 2 Krankenpfleger oder Erziehungsgehilfen, 2 Laufmädchen, 7 Butz und Lauffrauen, 1 Waschfrau, 2 Handlungsge hilfen. Lehrlinge: 1 Schlosser. Marktberichte Stehen, den 24. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkte fofteten Butter per Pid 1.25-1.30 " Hübnereier ber Stüd " 16. Lehrer Georg Valentin Reinhard Kling ein Sohn, Peter Ludwig Artur Karl, Rafe per Stüd Kasematte 2 Stüd 6-8 5-6 Tauben per Baar 0.80-1.00 " " 18. Obsthändler Romano Masee ein Sohn, Justus. " 21. Spengler Karl Sauer ein Sohn, Heinrich. Hühner per Stüd1.00-1.60 Sahnen per Stud Enten per Stud Ganse per Pfd. Aufgebote. Ochsenfleisch per fb. Rindfleisch per Pfb. Bohnen per Pfd. 0.80-1.80 0.80-2.20 80-85 84-92 Schweinefleisch ber Bfb. Schweinefleisch gef. p. Pfd. 8- Kalbfleisch per Bfd... Sammelfieisch( per Pfd. Kartoffeln p. 100 tlo 7.00-8.00 3miebeln per Str. Betsfraut per Std. 80-96 96 86-88 60-84 6.00-8.00 0.10-0.20 Aepfel per fb. 00.06-0019 Birnen per Pfb. Nüsse 100 Stüd 00.08-00,18 0.50-0.00 80-84 0.15-0.18 Mild per Liter 20 Gurten, 100 Std. Zwetschen 0.00 1 Pfs. 10-15 17. Metzger Julius Aulmann ein Sohn, Julius Karl Otto. Sep. 16. Emil Eidmann, Bureauvorsteher in Gießen, mit Lina Klippel in Bollar. 17. Emil Schäfer, Meßger, mit Katharine Klein, beide in Gießen. " " 17. Friedrich Luckhardt, Inspektor der Wach Schließgesellschaft in Straßburg, mit Christiane Selig in Gießen. und Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nahmittage Gegenstände des Bochenmarktvertebrs dürfen. bis. Beginn der Martt jeit überhaupt nicht und während dreier Stunden der Marktzeit im Umberzteben fellgeboten werden. Bez vorauszahlb 1,50 Mt. f Donnerstage Humoristi liegen möch Geltersweg nicht ver Nr. 1 Die unter Hohleichwegs hiermit aufge Gießer Betr.: Die B Die Urli von Mittwoch Oftober 1910 zu jedermann frift fann geg lifte Einsprud Gieße Frau& bon Entw Polizeiverord Anschluß an ftadt Gießen worden. Nach§ Entwässerung lisation nur geführt werd Gieße Groß Die Lie 250 2 250 ift zu bergel erfolgen. A Uhr, bei der Gieße Groß 25 Am 1. Mehrzahl de tigteit aufge und überhau len Versicher ten werden, mit den ben. Einig nossenschafte in Köln h welcher man Die Be führung der Reichsgefebg ben sind. A fozialen Ber berunglückte mit der in werblichen Schärfte Hai und so wu erlaffen. D Seite also fie ihm wi Berunglückt auf, d. h. Verschulden ten zurüdz die zahlreic Schulden der für gab es gen Unfälle Hinterbliebe men. Sie Prozeß wi Der Untern es ein Hei Entschädigu hatten sich vaten Unfa mur zahlten richtliche& war. Aber oft unerreid recht und d hin. In die Familie irg Mikstände beitern ern Die fo fondere din