08 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen = - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mf. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert, en! Nr. 47. Neuem die Kaly ächtigen. Nicht selten Dies inbesonders mit Beisspfschmerz, gewissen stärkeres fileimung, gang, Komerzen in ftem Blick, perlichem fzufrischen. Hier hana ſtehen können. geschwächt werden, vorfinden. Viele ninfektion zu denken. rn, daß vollständige eiteres Butun zwed der Anwendung so lobigend aus. Ein franko zugestellt. ■ in dankbarer Erandt, sehr zuträglich Appetit, geregelter rwünscht. los. tändig und deutlich ( Schweiz.) ungebett entlassen worven ( tenburg), Geraer- Straße 50 gene Gewächse befter und rbefter Weinbergslagen Tenbet in Faffern von 25 u. in fiften v. 12 Fl. an aalwächter INGELHEIM a. Rh. er Rotweine. - Telephon: Nr. 362. Bekanntmachung der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 24. März 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tal ellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Der Entwurf des Voranschlages der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1910( vom 1. April 1910 bis Ende März 1911), sowie die Voranschläge des Stadterweiterungsfonds, des Elektrizi tätswertes, der städt. Straßenbahn und des Gas- und Wasserwerks für dieselbe Zeit liegen nach Vorschrift des Artikels 83 der Städteordnung vom 26. März bis 2. April 1910 auf dem Bürgermeisterei- Bureau, Zimmer Nr. 15, während der gewöhnlichen Geschäftsstun den zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, 24. März 1910. Bürgermeisterei. Mecum. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung der Gesinde ordnung. Um täglich bei uns geltend gemachte Zweifel zu be heben, sehen wir uns veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß nach den Bestimmungen der Gesindeordnung und des auf Grund des Artikels 7 der Gesindeordnung für die Stadi Gießen erlassenen Ortsstatuts vom 30. August 1900 sä m t- liche Dienstbotenverträge, für welche nicht ausdrücklich eine bestimmte Dienstdauer vereinbart als auf die Dauer eines Kalendervierteljahres abgeschlossen gelten. Wird ein solcher Dienstvertrag nicht vier Wochen vor dem Ablauf des Kalendervierteljahres aufgekündigt, so ist er stillschweigend auf ein weiteres Kalendervierteljahr als erneut anzusehen. Vergebung von Kanalisationsarbeiten. Die zur Herstellung der Kanalisations3anlage in der Gemeinde Lollar erforderlichen Arbeiten und Lieferungen und zwar zunächst für die Ausführung eines ca. 300 Meter langen Rohrstranges( Tonrohre), sollen durch schriftliches Angebot vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei dem Unterzeichneten, Zimmer Nr. 24, einzusehen, woselbst auch Angebotsvordrucke abgegeben werden. stens Die Angebote sind verschlossen und postfrei bis späteDienstag, den 5. April, lf. Is., vormittags 10 Uhr, auf meinem Geschäftszimmer einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Freie Auswahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gteßen, den 18. März 1910. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knö I I. Bekanntmachung. Die Stelle eines Feldschüßen ist alsbald anderMit der Stelle ist ein Anfangsgehalt von 1125 Mart, steigend alle 3 Jahre um 95 Mt. bis zum Höchstgehalt von 1600 Mt., verbunden. Die Annahme erfolgt auf Widerruf. Es ergibt sich hieraus, daß in der Stadt Gießen Dienstweit zu besetzen. botenverträge nur auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober aufgekündigt werden können und daß die Kündigung spätestens 4 Wochen vor dem jeweiligen Termin erfolgt sein muß, es sei denn, daß ausdrücklich etwas anderes zwischen den Parteien vereinbart ist. Dies gilt auch dann, wenn der Lohn nach Monaten bemessen ist, da der von monatlicher Lohnzahlung handelnde Abs. 4 des Art. 6 der Gesindeordnung mit den übrigen Bestimmungen Artikels 6 durch das erwähnte Ortsstatut außer Kraft gesezt ist. Ebenso macht es fein Unterschied, ob ein Dienstver= hältnis am Anfang oder erst im Laufe eines Kalendervierteljahres eingegangen worden ist, da ein im Laufe des Kalendervierteljahres eingegangenes Dienstverhältnis zunächst bis zum Ende des Kalendervierteljahres und dann in der oben bezeichneten Weise von Vierteljahr zu Vierteljahr weiterläuft. Gießen, den 20. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Viehmärkte vom Dienstag, den 5. April 1910 an um 6 Uhr vormittags zu beginnen haben und machen noch darauf aufmerksam, daß das Marftvieh nicht vor der ange= führten Zeit in den Zufuhrstraßen aufgestellt werden darf. Gießen, den 22. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Betanntmachung. Die Verteilung der Schott Stiftung( Ostergeld) wird am 1. Osterfeiertag, nachmittags 6½ Uhr, in der Stadtkirche vorgenommen. Gießen, den 24. März 1910. Die Armendeputation der Stadt Gießen. Keller. Arbeitsvergebung. Die Maurer, Pflaster, Beton- und Asphaltarbeiten für die Neubefestigung der Wetzsteingasse bezw. Weßsteinstraße sollen Samstag, den 2. April d. J., vormittags 9½ Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienstflunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenann ten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 22. März 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur Einfriedigung des Geländes am städtischen Elektrizitätswerk zu Gießen sollen öffentlich vergeben werden. 1. Maurerarbeiten. 2. Zimmerarbeiten. 3. Schlosserarbeiten. 4. Anstreicherarbeiten. Zeichnungen und Bedingungen liegen im Bureau des Architekten Hans Meyer dahier zur Einsichtnahme offen. Auch können Angebotsformulare daselbst in Empfang genommen werden. Die Angebote sind verschlossen und portofrei bis Montag, den 4. April d. Is., vormittags 11 Uhr, bei dem Architekten H. Meyer einzureichen. Gießen, den 14. März 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Bewerber, welche mit den Besitzverhältnissen in der Feldgemarkung vertraut sind, werden bevorzugt. Meldungen sind bis zum 20. April d. Is. einzureichen und denselben Lebenslauf, Zeugnisse über bisherige Beschäftigung, Führung und Gesundheit, sowie Angaben über die Familienverhältnisse beizufügen. Vorzug. Militäranwärter haben bei gleicher Befähigung den Gießen, 21. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Das 6. Ziel Gemeinde steuer ist innerhalb 8 Tagen bei Meidung der Beitreibung zu bezahlen. Gießen, den 21. März 1910. Stadttasse Gießen. In Erl. Peter. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Ploc'schen Stift= ung für 1910 liegt vom Mittwoch, den 23. März dieses Jahres ab 8 Tage lang auf dem A'r menam t, Asterweg 9, zu jedermanns Einsicht offen. Gießen, den 17. März 1910. 21. Jahrg. Bekanntmachung. Wir suchen für die Unterhaltung von Zählern und Schaltuhren einen zuverläßigen nüchternen Zählermonteur gelernter Uhrmacher mit Kenntnissen im Installationswesen in dauernde Stellung. Eintritt sofort. Ferner: 1 Installationshilfsmonteur gelernter Schlosser oder Mechaniter. Offerten mit Zeugnisabschriften und Lohnansprüchen erbeten. Gießen, den 22. März 1910. Elektrizitätswert und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Arbeitsvergebung. Die zur Erweiterung der Schlachthofanlage erforder= lichen Glaserarbeiten( 4 Lose) sollen Mittwoch, den 30. März d. J., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 19. März 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. Wir suchen für einen 17jährigen jungen Mann Stellung als Hausbursche oder ähnlicher Art. Armenam t. Berdingung. Für den städtischen Schlachthof ist zu vergeben die Lieferung von: 100 3entner Streustroh( Roggenstroh- Maschinendrusch), 70-80 3 entner süßes Wiesenhe u 1. Güte. Die Anlieferung hat auf Abruf der Schlachthofverwaltung frei Schlachthof Gießen zu erfolgen. Angebote sind bis 1. April 1910 bei der Bürgermeisterei einzureichen. Gießen, den 17. März 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. In der Zeit vom 12. bis 21. März 1910 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Handwagen und Geld; verloren: 1 Druckrolle von einer Drillmaschine, 1 goldenes Medaillon mit Photographie und ein Portemonnaie mit zirka 4,70 Mt. Inhalt. Entlaufen: 1 Jagdhund( Hündin), braun mit grau und kleine Narbe auf der Nase. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände tann an Die Armen Deputation der Stadt Gießen. jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis Keller. Befanntmachung. Aus der Heichelheim'schen Stiftung ist am 19. Juni d. Js. eine Gabe von 525 Mt. an eine in GieBen wohnhafte, würdige, bedürftige, israelitische Familie oder Person zu vergeben. 5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zimmer 1, erfolgen. Gießen, den 21. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Meldungen werden Asterweg 9 im Erdgeschoß bis 15. Jahresbericht der hessischen Gewerbeinspektionen. April 1910 entgegengenommen. Gießen, den 19. März 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Keller. Bekanntmachung. Betr.: Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Die Besizer von Tauben werden unter Hinweis auf Artikel 39, 3iffer 2 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 aufgefordert, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis Mitte April einzuhalten. Diese Betanntmachung findet auf die Militärbrieftau ben keine Anwendung. Gießen, den 16. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Keller. Arbeits- Vergebung. Die Ausführung von etwa 600 lfd. Mtr. Rohrgräben in der Nähe der Pumpstation Queckborn soll auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Der diesem Ausschreiben zugrunde gelegte Vertragsent wurf liegt während der Dienststunden aus unserem technischen Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Angebote sind unter Benutzung der bei uns erhältlichen Vordrucke bis zum Montag, den 4. April d. J., vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bei uns einzureichen. Gießen, den 21. März 1910. Städt. Gas- und Wasserwerk Gießen. Steding. Der Jahresbericht der hessischen Gewerbeinspektionen für 1909 ist im Großh. Staatsverlag in Darmstadt soeben erschienen. Im Jahre 1909 wurden im Großherzogtum_in 6180( 1908 5981) Fabriten und diesen gleichgestellten Anlagen 70 372( 1908 69 084) erwachsene männliche Arbeiter 18 863( 1908 17 817) Arbeiterinnen, 10 143( 1908 9746) jugendliche Arbeiter und 36( 21) Kinder, zusammen 99 414 ( 96 668) Arbeiter beschäftigt. Die Zahl der Revisionen betrug 9400 gegen 8862 im Vorjahre. Die Zahl der besuchten Betriebe war 4291. Bei den fünf hessischen Gewerbe3 inspettionen waren beschäftigt: 5 Gewerbeinspektoren, Dem BeAssistenten, 2 Assistentinnen und 5 Gehilfinnen. richt der Gewerbeinspektionen ist ein Bericht der Großh. Bergbehörden angeschlossen. Im Jahre 1909 unterstanden 50 Betriebe mit 2100 Arbeitern der bergbehördlichen Aufficht( gegen 53 Betriebe mit 2216 Arbeitern im Vorjahre). Verschiedentlich wird immer wieder bei den Revisionen beobachtet, daß Arbeiter Schuß vorrichtungen entfernen oder unwirksam machen. Oft handelt es sich um ge ringfügige Sachen, doch begeben sich die Arbeiter nicht sel ten dadurch in große Gefahr. So muß beispielsweise öfter gerügt werden, daß bei Abrichtmaschinen in Schreinereien die Schußvorrichtung abgeschraubt und beiseite gelegt ist. Auf dem Gebiete der Wohlfahrtseinricht ungen und sozialen Fürsorge leisten verschiedene große Firmen des Landes Hervorragendes. Eine der wichtigsten Maßnahmen, den Arbeiter und seine Familie förperlich tüchtiger und widerstandsfähiger zu machen, besteht in der Bereitstellung gesunder, billiger und zweck= mäßig eingerichteter Wohnungen. Beim Eisenwert& o II ar haben sich im Laufe der Jahre durch den Gebrauch u. a. folgende feststehende Unterstüßungsarten eingebürgert: Die Fabrikinvaliden erhalten zur staatlichen Invalidenrente, ununterbrochene zehnjährige Arbeitstätigkeit in der Fabrit vor ausgesetzt, einen Zuschuß von 20 Prozent des durchschnittlichen Verdienstes der letzten 3 Jahre oder, falls dieser wesentlich unter dem früherer Jahre stehen sollte, 20 Prozent des früheren normalen Arbeitsverdienstes. Als Weihnachtsgabe erhalten die Witwen Kolonialwaren und je nach der Kinderzahl 10 bis 15 Mart in bar. Ein dauernder Verdienst wird ihnen durch Säckeflicken gewährt, und zwar beträgt dieser je nach der Zahl ihrer schulpflichtigen Kinder 10-15 Mart für die Woche. Den Wöchnerinnen der Arbeiter wird auf die Dauer von 10 Tagen eine Wartefrau gestellt, ebenso erkrankten Arbeitern und deren Angehörigen im Bedarfsfalle. zum größeren von Arbeiterangehoeroen stosten für die Pflege Teil, wie auch der Aufwand für spezialärztliche Behandlung derselben von der Unterstützungskasse übernommen. Ueberhaupt ist diese Kasse als eine Ergänzung der Fabrikkran fentasse aufzufassen ünd tritt überall dort ergänzend ein, wo diese nach ihren Statuten nicht oder nicht mehr zu= ständig ist. Verschiedene Firmen gewähren ihren Arbeitern Er= holungsurlaub. Arbeiterspeiseanstalten und Volksküchen sorgen vielfach für eine gute und billige Ernährung der Arbeiter. Soweit die bisherigen Erfahrungen reichen, lassen die Wohnungen der Heimarbeiter und Hausgewerbetreibenden vielfach zu wünschen übrig, so namentlich die Wohnund Arbeitsräume der Zigarrenheimarbeiter und Tabatripper. Nach Infrafttreten des demnächst zu erwartenden Heimarbeiterschußgefeßes eröffnet sich den Gewerbeaufsichtsbeamten ein weiteres reiches Arbeitsfeld, das die Beamten namentlich in den ersten Jahren nach dem Erlaß nicht wenig in Anspruch nehmen wird. Hessischer Landtag. Am Dienstag vormittag traten beide Ständekammern nochmals zu Plenarsizungen zusammen. Die Erste Kammer beschäftigte sich zuerst mit der 9. Hauptabteilung des Just i zetats und bewilligte die für die Land- unds Amtsgerichte angeforderte Summe von 2 431 738 Mt., beschloß jedoch, dem Beschluß der zweiten Kammer auf Bewilligung von 15 Amtsrichterstellen auf den Inhaber nicht beizutreten. Die übrigen Kapitel des Justizerats wurden ohne Debatte nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer genehmigt. Es sand darauf zunächst eine Generaldebatte über den Etat statt. Nach einigen einleitenden Bemerkungen des Ausschußreferenten Graf v. Erbach- Fürstenau wandte sich Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim in län geren Ausführungen gegen die Darstellungen in der Presse über die Beschlüsse des Finanzausschusses der Ersten Kammer. Die 3 weite Sammer fam erst um ½ 12 Uhr zu sammen und erledigte, da sämtliche Regierungsvertreter in der Ersten Kammer waren, zunächst einige Hauptvorlagen. Zu Beginn der Sizung sprach Vizepräsident Korell dem Abg. Ülrich zu einem 25jährigen Jubiläum die Glück wünsche der Kamnier aus. Abg. Ulrich dankte für die Beglückwünschung und erklärte, daß er auch in Zukunft der Alte bleiben werde. V Das Haus trat, sodann in die Tagesordnung ein und vollzog zunächst die Bereidigung des neugewählten Abge= ordneten Bach Mainz. Die Vorstellungen des hessischen Landesvereins für Toteneinäscherung zu Darmstadt und der Feuerbestattungsvereine zu Offenbach, Mainz und Worms wurden auf Antrag des Abg. Fuld a dem Ausschuß überwiesen. Ebenso eine Vorstellung des Landesgewerbevereins über das Fürsorgegesetz für Gemeindebeamte jahr in Einnahmen und Ausgaben mit 1714,76 Mt. ab, eine Bilanz, die gegenüber dem Vorjahre insofern günstiger ist, als das am 1. Januar 1909 444,48 Mr. betragende Vereinsvermögen am 1. Januar 1910 die Höhe von 618,02 Mt. erreichte, welche Summe dem Verein in dem neuen Geschäftsjahr nicht wenig zu statten tommen dürfte. Da aus dem Vorstande die Herren Menzel, Sack, Leun, Simon und Brück ausscheiden und außerdem die Wahl eines Ersaßmannes vorzunehmen war, so erwies sich ein Wahlgang als notwendig, welcher die Wiederwahl sämtlicher Vorstandsmitglieder ergab, während als Ersaymann Herr Bäckermeister Frey neu in den Vorstand eintrat. Bei dem Punkt:„ Vergebung städt. Arbeiten und Lieferungen" beklagte sich Steinbruchbesitzer Nickel über die zu geringe Berücksichtigung von Angeboten Gießener Bürger bei den öffentlichen Ausschreibungen. Derselben Ansicht liehen die Ausführungen des Rechtsanwalts Ra a b Ausdruck, welche sich namentlich mit den Papierlieferungen, den städtischen Schlosserarbeiten und den Lieferungen für die Kanalisation beschäftigten, bei welchen die Stadt auch die auswärtigen Firmen bevorzugt habe. Der Redner schloß mit der Bemerkung, daß eine Differenz zwischen dem Gebot der einheimischen Gewerbetreibenden und der Mindest= forderung Auswärtiger nicht ausschlaggebend sein dürfe. Dazu nahm Stadtv. Löber das Wort, indem er ausführte, daß er auch auf dem Standpunkt stehe, daß bei einem kleinen Abstand des einheim. Angebotes von dem auswärtigen Mindestbietenden die Stadt den Einheimischen den Zuschlag geben solle. Agent Schmidt meinte, daß das Verhaltnis der Ausschüsse zu den Stadtverordneten zu wünschen übrig lasse und daß das Verfahren bei den Lieferungen vornehmlich auf die mangelhafte Unterrichtung der Stadtverordneten zurückzuführen sei. Das eigenste In= teresse der Stadt erheische eine einfachere Gestaltung des Verkehrs zwischen Bürgertum und Stadtverwaltung. Stadtv. Troß rügte den schwachen Besuch der Stadtverordnetenversammlungen und schloß sich der Ansicht des Agenten Schmidt bezüglich der mangelhaften Kenntnis der Vorlagen bei den Stadtverordneten an. Den Ausführungen des Frhrn. v. Heyl gegenüber erwiderte Minister Dr. Braun eingehend. An der weiteren Debatte beteiligten sich Graf Kuno zu StolbergRoßla, Fürst zu Isenburg- Birstein, Finanzminister Dr. Braun und Ministerialrat Süffert. Zum Schluß wurde eine von dem Fürsten zu IsenburgBirstein vorgeschlagene Resolution angenommen, die dahin geht, die Regierung zu ersuchen, tunlichst bald eine Kommission aus Vertretern der Ersten und zweiten Kammer unter zuziehung von Sachverständigen aus Kreisen der Beamten zu bilden, die Vorschläge über die Neuorganiſa= tion der Staatsverwaltung machen soll. Bürgerverein Gießen. Am Dienstag, Abend hatte der Bürgerverein seine Mitglieder zu der diesjährigen Hauptversammlung eingeladen. Jahresbericht, Rechnungsabiage, Vorstands= wahl, Vergebung radt. Arbeiten und Lieferungen, elektrische Straßenbahn, and Stadtverordnetenwahlen standen auf der Tagesordnung." ist dies alles eine Fülle, die so recht Zeugnis von der vielseitigen Wartsamkeit des Bürgervereins ablegt, der Gießener Bürger deshalb wohl nicht ohne Gra zu Tag mehr Interesse entge= an= genbringen muß. Gießen kann sich im Vergleich zu deren Städten aufrichtig freuen, daß die Verhältnisse zu einem für jedermann so segensreichen Zusammenschluß der Bürger in einem Burgerverein geführt haben, dessen vornehmiste Aufgabe darin besteht, die Interessen der Bürger zu wahren ohne jedoch hierbei das augemeine Interesse zu vergessen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden beschloß die Versammlung, die hinsichtlich der städtischen Lieferungen vorgebrachten Beschwerden der Stadtverwaltung in einer Eingabe zu unterbreiten. Nicht minder wichtig war der nächste Punkt: Elettrische Straßenbahn, welchen Herr Kommerzien rat Mueller in einem längeren Vortrage behandelte. Wir entnehmen demselben folgendes: Unser aller Interesse ist es, die Straßenbahn zu fördern. Wenn nun aber die Bahn in den Straßen eine größere Schnelligkeit entwickelt, so negt das weder im Wunsche der Bürger noch im Interesse der Stadtverwaltung. Denn während das allzu schnelle Fahren einerseits mannigfache Gefahren für die Bürger mit sich bringt, führt es andererseits auch zu einer geringeren Benußung der Bahn, weil es den Bewohnern teine Gelegenheit zum Aufsteigen bietet. Die Führung des 7½ Minuten- Verkehrs bis zu den Kasernen werden viele Burger gewiß mit Freude begrüßen. Die heutige Inanspruchnahme der Straßenbahn erheischt ferner eine mehrung der Haltestellen und auch die Anbringung der Haltestellenschilder läßt insofern zu wünschen übrig, aus sich derartige Schilder immer noch in mehr oder minder großer Höhe an den Häusern befinden. Ganz besonders notwendig ist bei Nacht die Kenntlichmachung des Vorder- und Hinterteiles der Wagen durch verschiedenfarbige Laternen, um jedermann sofort über die Fahrtrichtung zu unterrichten. Veres vollkommen richtig, daß der Bürgerverein selbständig vorgeht. Denn auf diese Weise wird er am ehesten für eine gute Vertretung der Bürger bei der Stadtverwaltung sorgen tönnen. Prof. uley: Wir sind nicht sicher, ob die Sozialdemokratie mit dem Bürgertum geht. Die Be schlüsse der oberhessischen Sozialdemokratie lassen wenigstens das Gegenteil vermuten. Aus diesem Grunde wird wohl auch das Bürgertum das Vorgehen des Bürger- Ver eins um billigen. Denn gerade dieser Plan führt zu der Zersplitterung, die nur den Sozialdemokraten zugute tommen wird, welche ganz sicher mit eigenen Kandidaten in den Wahlkampf treten wird.- Valentin Müller: Der Bürgerverein will nicht gegen eine bestimmte Partei kämpfen, sondern nur dem Stadtparlament geeignete Män ner zuführen, deren Bestreben es einzig und allein ist, die RechtsEntwickelung der Stadt nach Kräften zu fördern. anwalt Ra a b: Ich vertrete den Standpunkt, daß die Stadtverordneten über den Parteien stehen müssen. Es läßt sich ja auch heute noch nicht sagen, ob ein Zusammengehen im Herbst überhaupt möglich ist. Wenn dies wirklich der Fall sein sollte, dann läßt sich mit Bestimmtheit erwarten, daß die Interessen der Stadt nicht die gebührende Berücksichtigung finden werden. Dr. Kraus mülHerr Oberlehrer Dr. Krausmüller schloß sich den Ausführungen des Vorredners im allgemeinen an, aber hielt jedoch eine Vermehrung der Haltestellen nicht für notwendig. Die gleiche Ansicht äußerte Herr Hilde= brandt, der außerdem für die Einführung des 7½ Minuten- Vertehrs der Straßenbahn statt des bisherigen 15 Minuten- Verkehrs an den Vormittagen eintrat. Stadtv. Plank rügte die Anbringung der Straßenbahnschilder und wies darauf hin, daß die Bahn ja erst ihre Licht- und Schattenseiten zeigen solle und daß sie vorerst als ein ProRechtsanwalt Raab bevisorium zu betrachten sei. grüßte die Weiterführung der Straßenbahn nach Wieseck im Hinblick auf die bessere Verzinsung der grünen Linie. Auch die rote Linie werde durch den Anschluß von Klein- Lin den gewinnen.- Hotelier I askowsky bedauerte die Nichtausgabe von Abonnementskarten, welche der Bahn ganz sicher zu einem glänzenden Bestehen verhelfen würden. Nacy weiteren Ausführungen der Herren Kommerzienrat Mu e l- ler und Bäckermeister Frey beschloß die Versammlung, hinsichtlich der Straßenbahnverhältnisse bei der Stadt vorstellig zu werden. Des größten Interesses bei unseren verehrlichen Lesern dürfte die Stellungnahme des Bürgervereins zu den Stadtverordnetenwahlen. Ier: Ich möchte hier der Meinung Ausdruck geben, daß auf das Rathaus im allgemeinen nicht Parteipolitit gehöre, ich kann aber nicht Herrn Rechtsanwalt Raab darin beipflichten, daß die Vertretung des Bürgertums über der Politik stehen soll. Denn es ist im Hinblick auf die Bestrebungen der Sozialdemokratie, in den Stadtparlamenten ihr Parteiprogramm zu verwirklichen, vor allen Dingen eine nationale Politik notwendig, welche sich bei den Bürgern ganz sicherlich viele Freunde erwerben würde. Nach weiteren Bemerkungen des Agenten Schmidt, der sich für eine gütliche Einigung mit den Parteien erklärte, beschloß die Versammlung auf Antrag von Prof. Luley, wegen der vorgerückten Stunde, für diese Angelegenheit eine neue Versammlung in den nächsten Wochen anzuberaumen. gokuns. Gießen, 24. März 1910. ;!! Bei aus der Sch lichen Beruf ist Gewerbeordnung liche und weibl Jahre, als Arb fie mit einem tt Stabi freitag die Thea Billets für die geben. Am Sam bis 1 Uhr bor Roter Robe" am bemerkt jei, daß Feiertage zu flei an diefer Stelle Sonntag, den 3. (?) Ob D Universitä dem akademische berneint. Es he täten errichtet w ein fultureller Vermehrung des inbezug auf die türzlich dieselben (!) Der Fi nehmer an de wie die Vorständ Kreuz, auch das bom Roten Kreu bet. Mit Barbei find allein im den. Die Zahl und Badeturen tend gewachsen. im Jahre 1908 behaglichen Aus baden bestehender arbeitet. So wu tomitee meift foft zur Vergrößerung ** Der Großherzog hat den ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Landesuniversität Dr. med. Ernst Leutert in Gießen auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen. ** Der Großherzog hat den Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen Prof. Hermann ẞ wald zum Oberlehrer an dem Landgraf= Ludwigs- Gymnasium zu Gießen, den Oberlehrer an der Oberrealschule zu Worms Dr. Ferdinand Werner zum Oberlehrer an der Real, chule zu Buzzbach, den Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Worms Dr. Mar 3 immer, mann zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1910 an ernannt. ** Der Großherzog hat dem Lehrer an der Gemeindeschule zu Lauterbach Georg Conte aus Anlaß seiner Versehung in den Ruhestand das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. !!! zur Arbeitskammerfrage faßte die Verwaltung des Wertmeister- Verbandes in der letzten Sitzung folgenden Beschluß, der dem Reichstage und der Regierun zugestellt ist:" Die Verwaltungsbehörden des deutschen Wertmeisterverbandes bedauern lebhaft die nicht erfolgte Berücksichtigung der technischen Angestellten im Arbeitskammergesetze, trotzdem der Erfüllung der Forderung der technischen Angestellten berechtigte Gründe nicht entge genstehen. Sie bitten deshalb die Regierung, die Wünsche der Angestellten im Arbeitskammergeseße zu berücksichtigen und den Anträgen einzelner Mitglieder des Reichstages auf Einbeziehung der Angestellten nachzukommen. Gleichzeitig bitten sie alle Parteien im Reichstage, diesen einmütig von allen technischen Angestellten zum Ausdruck gebrachten Wunsch zu erfüllen und seine Berücksichtigung im Arbeitskammergesetze von der Regierung zu fordern." ** Militärisches. Rach, Garnison- Werwalt ungs- Inspektor in Stade, wurde nach Gießen versetzt. sicher sein, welche von einer nicht zu unterschäßenden Bedeutung für die Verhältnisse in unserer Stadt ist. Mit dieser Angelegenheit besaßte sich als erster Redner Fabrikant Horst, der folgendes ausführte: Das Zusammengehen des Bürgervereins mit den polttischen Parteien ist in vielen Kreisen auf Widerstand gestoßen. Namentlich erblickte man allseitig in diesem Verhalten ein Zeichen von Unselbständigkeit, welche mit dem Ruf des Bürgervereins als Vorkämpfer der bürgerlichen Interessen doch so gut wie gar nicht in Einklang zu bringen ist. Der Puntt„ Stadtverordnetenwahlen" verfolgt also den Zweck, die Art und Weise zu besprechen, in welcher sich der Bürgerverein an den Stadtverordnetenwahlen im Herbst beteiligen soll.- Herr Oberlehrer Dr. Krausmüller: Wenn der Vorstand den Beschluß gefaßt habe, für die Wahlen eigene Bewerber aufzustellen, dann müssen ihn ganz besondere Beweggründe dazu veranlaßt haben, die ich kennen zu lernen wünsche.- Lehrer Valentin Müller: Meine Ansicht geht dahin, daß es nicht gut angängig ist, politische Mo tive mit den Gemeindeangelegenheiten zu verflechten, denn gerade das Eintreten für das Bürgertum weist fast gar teine Berührungspunkte mit der Politik auf. Unser Bestreben nur ist es, daß Interesse für Gemeindeangelegenheiten zu wecken und bei Stadtverwaltung und Bürgertum für ein gutes Einvernehmen zu sorgen, während die Verfolgung von politischen Zielen in diese guten Beziehungen zwischen Verwaltung und Bürger sehr bald störend eingreifen würde. Rechtsanwalt Ra a b: Ich bin auch der Ansicht, daß die Politik in den Gemeinden keine Rolle spielt. Wenn man aber auf dem Standpunkt steht, daß die Politik nichts mit städtischen Angelegenheiten zu tun hat, dann kann man es nur begrüßen, daß der Bürgerverein von einem BündDr. nis mit den politischen Parteien absehen will. Krausmüller: Das Aufstellen eigener Kandidaten wird ganz gewiß zu einer Zersplitterung führen, deren Abwendung einen der Hauptbeweggründe des Zusammen= Fa= gehens der Parteien mit dem Bürgerverein bildete. britant or st: Früher hat man es dankbar begrüßt, daß die politischen Parteien die Stadtverordnetenwahlen in die Hand nahmen, weil eben damals ein Bürgerverein fehlte. Die letzten Jahre aber haben nun den Bürgerverein geschaffen, der auch den Anhängern politischer Parteien seine Arme öffnete. Wenn wir mit den Nationalliberalen und Freisinnigen zusamm! ngehen, dürfen wir auch nicht die Sozialdemokraten von diesem Bund ausschließen. Deshalb ist Der Vorsitzende, Lehrer Valentin Müller, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, welche den Erschie= nenen für den Besuch dankte und auf die große Bedeut ung der heutigen tagesordnung hinwies. Auch in dem vergangenen Geschäftsjahr“, so führte hierauf der Redner weiter aus,„ wußte der Bürgerverein die gesunde Weiterentwickelung unserer Stadt zu fördern. Zu diesem Zweck hatte er besonders wichtige Momente in das Bereich seiner Besprechungen gezogen. In Vorstandssitungen, Mitgliederund allgemeinen Bürgerversammlungen wurden Themata aus dem Gebiet des gewerblichen Lebens und des Steuerund Schulwesens wehandelt. So sprachen in den im Vereinsjahr abgehaltenen Versammlungen am 2. April 1909 Herr Handeistammersyndikus Engelbach- Darmstadt über das Submissionswesen", am 23. Januar 1910 Professor Urstadt über unsere Ferienordnung" und am 9. März 1910 Herr Schultat Sche e re r- Büdingen über die„ Arbeitsschule". Wie im Vorjahr schenkte der Bürgerverein auch in diesem Jahr seine besondere Aufmerksamkeit unseren Vertehrsverhältnissen. So verdankte der Verkehrstag in erster Linie dem Wirten des Bürgervereins jein Entstehen, der hier auch dem Interesse der Kaufleute und Gewerbetreibenden entgegenfam Wenn heute ferner die im November eroffnete Straßenbahn als ein besonderer Beweis unserer Entwickelung anzusehen ist, so kann der Bürgerverein nicht zum mindesten sicher sein, sein Scherflein zu ihrer Ein= richtung beigetragen zu haben. In dem vergangenen Jahr hat der Verein durch den Tod 8 Mitglieder verloren und namentlich das erscheiden des so äußerst tüchtigen Vorstandsmitgliedes Peter Pfeiffer zu beklagen. Ich möchte Sie deshalb bitten, sich zum Zeichen der Trauer von den Pläben zu erheben. Nachdem die Versammlung dem entsprochen hatte, legte Kommerzienrat Mueller die Kassenverhält nisse dar. Danach schloß die Kasse in dem 5. Geschäfts!!! Kreisturn fest. Die beiden Gießener Turnvereine haben für den am 24. April stattfindenden Kreisturntag den Antrag gestellt, bei der Wahl des Festortes für das übernächste, 1912 zu feiernde Kreisturnfest des Kreises Mittelrhein Gießen zu wählen. -b Abgangsprüfung in der Gewerbeschule. Nachfolgend verzeichnete Gewerbeschüler bestanden vor dem staatlichen Prüfungsausschuß unter strenger Beurteilung der Leistungen die Abgangsprüfung, in welcher sie eine Fülle vielseitigen Wissens und Könnens ceigten: Ludwig Amend aus Allendorf, Heinrich Arnold aus Beuern, Ernst Enders aus Gießen, Adolf Gieseler aus Buzzbach, Otto Kloß aus Großen- Linden, Karl Meßler aus Oberkleen, Ludwig Spieß aus Großen Linden, Karl Wörner aus Abshausen und Friedrich Zimmer aus Albach. Im Anschluß an die Prüfung fand eine Ausstellung der Schülerarbeiten statt, welche auf vielseitigen Wunsch bis heute Abend geöffnet bleibt. -ph Gießener Krammarkt. Der gestrige Krämermarkt wies das gewohnte Bild auf: wenige Verkaufsstände, wenige Käufer, viele Neugierige und Bummler. Die Kundschaft stellt hauptsächlich die Landbevölkerung, während die Städter sich immer mehr von der Benußung dieser Einrichtung zurückziehen. Sie ist eben veraltet und entspricht auch durchaus nicht der großstädtischen Entwickelung und Bestrebung Gießens. Wäre es denn nicht zeitgemäßer und den Verhältnissen Gießens entsprechender, wenn statt der jetzt alle Nase lang abzuhaltenden fleinen Märkte vielleicht eine längere Frühjahrs- und Herbstmesse eingerichtet würde. Knorr's Suppen Fix und fertig-3 feller 10 Pfg. Jeder Umschlag Knorr- Sos würzt famos Suppen, Saucen, Gemüse, Fleischspeisen etc. gilt als Gutschein Jede Standflasche enthält 1 Gutschein. an= ten. 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Die Be ratie laffen wenig Diesem Grunde wird hent des Bürger- Ver efer Plan führt zu zialdemokraten zugute eigenen Kandidaten Balentin Müller: ne bestimmte Bartei ment geeignete Män und allein ist, die fördern.- RechtsStandpunkt, daß die ehen müssen. E , ob ein Zusammen st. Wenn dies wittich mit Bestimmtheit nicht die gebührende Dr. Krausmülusdruck geben, daß St Parteipolitit ge Santvalt Raab darin Bürgertums über inblick auf die Be n Stadtparlamenten vor allen Dingen me sich bei den Bürwerben würde. en Schmidt, der Parteien erflärte, g von Prof. Luley, diefe Angelegenheit den nächsten Wochen ent, 24. März 1910. den ordentlichen ProDer Landesuniversität auf sein Nachsuchen Oberlehrer an dem = zu Gießen Prof. an dem Landgraf- Oberlehrer an der nd Werner zum bach, den Oberlehrer r. May 3 immer gymnasium und der it Wirkung vom 1. dem Lehrer an der Conte aus Anlaß Das Ritterkreuz 2. Kl. ßmütigen verliehen. rfrage faßte die = in der lebten Siz stage und der Resbehörden des deutShaft die nicht er= Ingestellten im Ar ung der Forderung Gründe nicht entge gierung, die Wünsche ebe zu berücksichtigen des Reichstages auf kommen. Gleichzeitig diesen einmütig von Ausdruck gebrachten htigung im Arbeitsrdern." Garnison- VerwaltGießen versetzt. en Gießener Turn tattfindenden Kreis ahl des Festortes für eisturnfest des Kreider Gewerbeverbeschüler bestanden unter strenger BeSprüfung, in welcher Könnens ceigten: Arnold aus BeuGieseler aus ButzKarl Meßler aus -Linden, Karl Wör Zimmer aus Albach. eine Ausstellung der seitigen Wunsch bis t. Der gefrige Kräauf: wenige Verlaufs= e und Bummler. Die ndbevölkerung, währ der Benutzung die ben veraltet und entOtischen Entwickelung nn nicht zeitgemäßer echender, wenn anenden fleinen Märkte Herbstmesse eingerichr's ler 10 Pfg. Jos OS emüse, etc. Jede Standflasche enthält 1 Gutschein Beendigung ihres hiesigen Kurses heute die Schlußprüfung ab. In Vertretung der Kreisbehörde waren Regierungsrat Welder und Kreisausschußmitglied Dekonomierat Hofmann- Hof- Gill, anwesend. Von hier kommt die Haushaltungsschule nach Heuchelheim. ** Schlitz, 21. März. Hier wurde mit 40 Mitgliedern ein Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs ge= * Em 3. Mit dem Wiederaufbau des vergangene Woche abgebrannten Kurtheaters ist bereits am Montag begonnen worden. Es wird eifrig daran gearbeitet und man hofft, am 1. Juni, trotz alledem die Saison eröffnen zu fönnen. gründet. tt Stadttheater. Da an dem morgigen Charfreitag die Theaterfasse ganz geschlossen bleibt, werden die Billets für die beiden Osterfeiertage bereits heute ausgegeben. Am Samstag, den 26. März, ist die Kasse von 10 bis 1 Uhr vormittags geöffnet. Zur Vorstellung von Roter Robe" am ersten Feiertag Abend gelten Gutscheine; bemerkt sei, daß die sämtlichen Vorstellungen der beiden Es sei auch Feiertage zu fleinen Preisen stattfinden. an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Spielzeit mit Sonntag, den 3. April, schließt. (?) Ob Deutschland noch mehr als 21 Universitäten nötig hat, diese Frage wird von dem akademischen Mitarbeiter der„ Voss. 3tg." rundweg berneint. Es heißt: Wenn in nächster Zeit neue Universi täten errichtet werden sollten, so ist weit weniger von ihnen ein fultureller Nußen zu erhoffen als eine fulturschädliche Vermehrung des akademischen Proletariats.( Wir hatten inbezug auf die Errichtung einer Universität in Frankfurt türzlich dieselben Gründe angeführt. D. Red.) (!) Der Fürsorge für ehemalige Teilnehmer an den Feldzügen 1864, 1866 und 1870-71 hat, wie die Vorstände der einzelnen Landesvereine vom Roten Kreuz, auch das Central- Komitee der Deutschen Vereine bom Roten Kreuz eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Mit Barbeihilfen zur besseren Pflege ihrer Gesundheit find allein im Jahre 1908 2047 Veteranen unterstüßt worden. Die Zahl derjenigen, welche unentgeltliche Brunnenund Badeturen genossen haben, ist in letzter Zeit fortschreitend gewachsen. Sie betrug im Jahre 1904 im ganzen 59, der im Jahre 1908 zusammen 284. Fortgesetzt wird an behaglichen Ausstattung der in Kissingen, Ems und Wiesbaden bestehenden Veteranenheime vom Roten Kreuz ge= arbeitet. So wurden im Berichtsjahre 1200, dem Centrallomitee meist fostenlos überwiesene Bücher dorthin gesandt zur Vergrößerung der schon früher gegründeten Bibliotheten. * Hus Hessen und Nachbargebiet. Die Wettertal- Bahn Aus dem Wetterta I. Bad Nauheim- Buzzbach ist vollendet, und am 31. März findet die landespolizeiliche Abnahme statt. Der Sonderzug wird vormittags 10 Uhr von Bad- Nauheim aus über bie Station Steinfurth, Oppershofen, Rockenberg und Griebel nach Bubbach fahren. * Langd, 21. März. Mit der Ausführung unserer Wasserleitung, die dem Unternehmer Högert- Weßlar übertragen ist und bei der zirka 30 Arbeiter beschäftigt sind, wurde vergangene Woche begonnen. Die Quelle liefert girta 100 Subitmeter gutes Wasser täglich. Der Hochbehälter wird bei der Quelle auf einer Anhöhe am Ortsaus= gang nach Villingen errichtet werden, von wo aus das Wasser durch eigenen Druck mit 16 Meter Gefäll ins Dorf geführt wird. * Nieder Bessingen, 22. März. Die von Fräulein Wetzel geleitete Kreishaushaltungsschule hielt nach Backe mit Reeses Backwunder Man abonniert jederzeit auf das schönste und billigſte Familien- Witblatt Meggendorfer- Blätter München Zeitschrift für Humor und Kunst Vierteljährlich 13 Nummern nur M. 3. Abonnement bei allen Buchhandlungen und Poftanstalten. 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Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11% Uhr: Kinderkirche für die Johannes- Gemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche." Am 1. Osterfeiertag, den 27. März. Kollekte für den Kirchenfonds. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für Matthäus- und Marfusgemeinde gemeinsam. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Hanstein. In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Im Anschluß an den Gottesdienst Beichte. Am 2. Osterfeiertag, den 28. März. ASTHMA Engbrüstigkelt- Beklemmung Sofortige Linderung mit permanentem Erfolg durch Dr. Elswirth's Astmol- Asthma- Pulver von viel. Aerztenu.Geheilten begutachtet. Gratis- Proben werden durch die Engel- Apotheke, Frankfurt a. M., Gr. Friedbergerstrasse, versendet. Preis der grossen Blech dosen Mk. 2.50. 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S09 Vormittags um 7% Uhr: Aussetzung des Allerheiligsten; dann stille Anbetungsstunden. Vormittags 9 Uhr: Die sogn.„ berstörte Messe Nachmittags um 5% Uhr: Predigt, darauf Passions- Andacht. Samstag, den 26. März. Karsamstag. Vormittags um 7 Uhr: Hl. Weihen. Vormittags um 8½ Uhr: Hochamit. Nachmittags 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Kreuzstern 9d Würze ist und bleibt DIE BESTE MAGGI Man verlange auch beim Nachfüllen ausdrücklich MAGGIS Würze. ! Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation, Otto Schaaf, Gießen, Gegründet 1883. Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen. Der heutigen Auflage liegt ein Prospekt des bekannten Spezialisten Theod. Konehty, Villa Christina, Post Säckingen bei. Es gibt viele Malzkaffees, aber nur einen ein Kathreiners Malzkaffee. 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