Achtung! bertaufe aus lipp- Blak Apfeline Desgleichen Tinen g.; Purzeln üben e egyptii , Mandel 2C. 2C. fen. Bhandlung fenfchaft Gicken on 692, She billig eppich lger egen ist rztlich empfoh e Wirkung if ten ohne den erden. Gegen end, Mt. 3.10 E. Ahrens iglich gegen nfo einfaches fagren bon me hweiß, Abmage iner achtwöchens entlassen worden eraer- Straße 50 tter nd Kunn 3. und Probe tr. 47 inchen Redaktion, Tante Ausorfer- Blätter frei! Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 60. - Erstes Blatt. Enthält alle amil. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 2. April 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Bergebung von Wasserleitungsarbeiten.! Die zur Verlängerung der Wasserleitung in der Bahnhofstraße zu Ettingshausen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 24, zur Einsicht offen, woselbst die Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen und postfrei bis Dienstag, den 3. Mai 1f. I s., vormittags 10 Uhr, einzureichen sind. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 14. April 1910. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knö I I. Vergebung von Kanilisationsarbeiten. Die zur Herstellung der Kanalisation in der Un= teren Bahnhofstraße zu Leihgestern erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Angebotsunterlagen I egen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten offen und können Angebotsvordrucke daselbst käuflich erworben werden. Die mit entsprechender Aufschrift versehenen Angebote sind postfrei bis Dienstag, den 3. Mai lf. I s., vormittags 10 Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureichen, woselbst die Eröffnung stattfindet. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, 21. März 1910. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knö I I. Betr.: Kleinpflasteranlage der Kreisstraße Gießen- Steinbach. Ausschreiben. Die zur Herstellung der Kleinpflasteranlage der Kreisstraße Gießen- Steinbach erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen auf dem Wege des öffentlichen Wettbewerbes bergeben werden. Arbeitsbeschreibungen, Bedingungen und Zeichnungen liegen während der Dienststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 23, zur Einsicht offen, woselbst die Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben werden, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis Dienstag, den 3. Mai 1f. I., vormittags 10 Uhr, einzureichen sind.- Zuschlagsfrist 3 Wochen. Freie Wahl unter den Bewerbern vorbehalten. Gießen, den 20. April 1910. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knö I I. Bekanntmachung. Die am Montag, den 18. d. Mts. begonnene Verteigerung von Kleidungsstücken, Möbeln 2c. wird am Montag, den 25. d. Mts., na ch mittags 2 Uhr im städt. Hospital, Seltersweg 11, fortgesetzt.. Gießen, den 20. April 1910. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Keller. Der Termin der nächsten Reichstagswahlen. Kürzlich ging die Nachricht durch die Presse, die näch ften Reichstagswahlen würden möglicherweise nicht erst Anfang 1912, sondern schon Ende 1911 stattfinden. Die Be fimmung in Artikel 13 der Verfassung, wonach der Reichstag„ alljährlich" einberufen wird, ist unbestritten dahin auszulegen, daß mindestens in jedem Jahre der Reichstag zusammentreten muß, daß aber auch eine mehrmalige Einberufung in einem Jahre zulässig ist. So ist auch 1870 der Reichstag dreimal, 1871 und 1874 je zweimal einberufen worden. Um den genauen Zeitpunkt des Ablaufs der Legislaturperiode, mit dem die Mandate erlöschen, zu bestimmen, muß man zunächst den Zeitpunkt des Anfangs feststellen. Es bestehen hier zwei Ansichten: nach der herrschenden, die u. a. auch von unserer größten staatrechtlichen Autorität, Prof. Laband, vertreten wird, beginnt sie mit dem Tage der allgemeinen Wahl, nach anderer Ansicht mit dem Tage des ersten Zusammentritts. Sonach würde der Befenntmachung Die auf Dienstag, den 26. If. Mts. angesetzte Generalversammlung des Kreisrinderzuchtvereins zu Gießen( Vogelsberger) wird hiermit verlegt auf: Dienstag, den 3. Mai 1910, nachmittags 2½ Uhr, in das Cafe Ebel zu Gießen. Gießen, den 22. April 1910. Der Direktor des Kreisrinderzuchtvereins Gießen( Vogelsberger). Dr. Merck. Bekanntmachung. Zum Ortsbaustatut der Stadt Gießen vom 6. Juli 1888 ist folgender Nachtrag erlassen worden. Gießen, den 14. April 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Auf Grund des Artikels 2 der Allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 und der§§ 3-5, 7 und 9 der Ausführungsverordnung hierzu vom 1. Februar 1882 wird auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 5. August 1909 nach Anhören des Oberbürgermeisters und Begutachtung durch den Kreisausschuß mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern vom 21. Dezember 1909 zu dem Ortsbaustatut für die Stadt Gießen folgender Nachtrag erlassen: Zu Artikel 59 der A. B. O. und 78 der Ausf.- Verordnung. § 1. Für die Bergstraße, Gartenstraße, Hofmannstraße und Moltkestraße wird offene Bauweise vorgeschrieben. Zu Artikel 59 der A. B. O." § 2. Die an diesen Straßen zu errichtenden Gebäude dürfen nicht mehr als zwei Stockwerke über dem Erdgeschoß er halten und müssen von den Nachbargrenzen mindestens drei Meter entfernt bleiben. Ein Vorspringen von Treppen, Erkern, Balkonen und dergleichen bis auf 2 Meter Abstand von der Nachbargrenze ist zulässig. Zu Artikel 37 und 59 der A. B. O. § 3. Für die Höhe der Seiten und Hintergebäude und deren Entfernung von der Nachbargrenze gelten die Bestimmungen in§ 2. Solche Gebäude dürfen nur mit besonderer Zustimmung der Stadtverordneten- Versammlung und unter den von dieser etwa zu stellenden weiteren Bedingungen genehmigt werden. Zu Artikel 59 der A. B. O. § 4. Alle von einer Straße aus sichtbaren Außenseiten der Vorder, Hinter- und Seitengebäude müssen eine gefällige architektonische Ausbildung erhalten. Zu Artikel 29 der A. B. O. § 5. Anlagen der in§ 16 der Gewerbeordnung bezeichneten Art sind in den in§ 1 genannten Straßen unzulässig. § 6. Diese Bestimmungen treten mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gießen, den 14. April 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung der Gewerbeordnung; hier: Sonntags= ruhe in offenen Verkaufsstellen. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß auf Grund des Ortsstatuts vom 27. Juni 1892 am 1. und 8. Mai d. Js. als den zwei Sonntagen vor Pfingsten, die Beschäftigungszeit der Handlungsgehilfen 2c. 2c. und die Verkaufszeit für das gesamte Handelsgewerbe bis 7 Uhr abends ausgedehnt werden kann. Gießen, den 19. April 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. ersteren Ansicht zufolge die gegenwärtige Periode erst früh estens am 25. Januar 1912 endigen. Da nun nach der herrschenden Ansicht auch die Mandate sofort am Wahltage bezw. Stichwahltage mit allen durch sie begründeten Rechten und Pflichten in Kraft treten, fann tatsächlich eine allgemeine Neuwahl frühestens an jenem Tage stattfinden, an dem die vorhergehende Periode endet. Wenn man die Wahlen früher stattfinden ließe, und dann in der Zwischenzeit infolge Kriegsausbruchs eine sofortige Einberufung des Reichstages nötig würde, so würden sich unlösbare Konflikte ergeben. Seit Bestehen des Reichs ist dieser Grundsatz auch be achtet worden. Die Wahlen sind, soweit nicht der Termin durch Auflösung verschoben wurde, regelmäßig wieder auf fast denselben Tag anberaumt worden, so 1871 und 1874 auf den 10. Januar, 1881 und 1884 auf den 27.( 28.) Oftober, 1887 und 1890 auf den 21.( 20.) Februar, 1893, 1898, 1903 auf den 15.( 16.) Juni. Nur einmal ist der Termin mehrere Monate später gelegt worden: nachdem 1878 21. Jahrg. Bekanntmachung. Die Steigerer von Holz aus den Waldungen der Stadt Gießen werden aufgefordert, das auf dem Schießstandsgelände lagernde Holz in der Zeit vom 18. d. Mts. bis 2. Mai d. Is. abzufahren, da während dieser Zeit dort keine Schießübungen stattfinden. Gießen, den 16. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V. Keller. Bekanntmachung. Betrifft; Die Vertilgung der Raupennester. Die Garten- und Feldbesißer der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, bis zum 20. Mai 1910 ihre Bäume, Sträucher und Hecken von den Raupennestern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die in§ 368 des Reichsstrafgesetzbuches bestimmte Geld- oder Haftstrafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester auf Kosten des Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 20. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 18. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen links der Lahn 1. und 2. Teil. In der Zeit vom 20. bis einschließlich 27. April 1910 liegen Werktags in der alten Gewerbeschule zu Gießen Asterweg- folgende Akten zur Einsicht der Beteiligten offen. 1. für Gießen links 2. Teil: 1. die Geldausgleichungsverzeichnisse von Gießen, Klein Linden, Heuchelheim und Wieseck; 2. ein Verzeichnis über Entschädigungen verschiedener Art; 3. das Hauptgeldausgleichungsverzeichnis; 4. ein Verzeichnis über nachträgliche Abschätzung von Obstbäumen; 2. Ese ein Machtrag zum Geldausgleichungsverzeichnis von Gießen links der Lahn 1. und 2. Teil. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist im Offenlegungslokal schriftlich abzugeben. Friedberg, den 14. April 1910. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. gez. Schnittspahn, Gr. Kreisamtmann. Bekanntmachung Weg entlang des Elettrizitätswertes von heute Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der an bis auf Weiteres für jeglichen Fuhr- und Radfahrverfehr gesperrt. Gießen, den 19. April 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. Wir sehen uns veranlaßt, das Publikum darauf hinzuweisen, daß bei Unfällen stets die nächste durch entsprech endes Schild gekennzeichnete Verbandsstelle der Freiwilligen Sanitätstolonne vom Roten Kreuz um Hilfeleistung an gerufen wird. Sollte ein Transport von Kranten nach den Kliniken durch die Sanitätstolonne gewünscht werden, so ist ebenfalls möglichst frühzeitig die nächst gelegene Verbandsstelle hiervon zu benachrichtigen. Gießen, den 19. April 1910. Großherzogliches Polizeiam t. Reinhart. | infolge der Auflösung die Wahl am 30. Juli stattfinden mußte, fand sie 1881 erst am 27. Oftober statt. Alle anderen Terminverschiebungen waren die Folge von Auflös= ungen. Gegen eine Verlegung auf eine spätere Zeit, wie sie 1881 infolge des höchst ungünstigen Zeitpunktes nötig wurde, sprechen feinerlei verfassungsrechtliche Bedenten. Denn nur für den Fall der Auflösung ist vorgeschrieben, daß binnen 60 Tagen Neuwahl erfolgen muß; in allen anderen Fällen besteht keine bestimmte Begrenzung. Nur aus Artifel 14 ist eine solche zu entnehmen: da der Reichstag mindestens in iedem Jahre einmal zusammentreten muß, dürften die Neuwahlen nur soweit hinausgeschoben werden, daß noch vor Ende 1912 die Eröffnung des nächsten Reichstages erfolgen fönnte. Will man also aus praktischen Gründen die nächsten Wahlen nicht im Januar stattfinden lassen, so kommt nur( da der Bundesrat von der Ausnahmeregel der Auflösung aus einem solchen Grunde natürlich keinen Gebrauch machen wird) die Verlegung auf einen späteren Termin Seltersweg 83. in Frage. Der Etat für 1912 würde dann, wogegen ebenfalls rechtlich keine Bedenken bestehen, noch vom_gegen= wärtigen Reichstage zu erledigen sein, was allerdings dann vor Ablauf des 25. Januar 1912 geschehen sein müßte. Friedberg- Büdingen Die durch den Tod des Grafen Oriola notwendig gewordene Reichstagserfazwahl im Wahlkreis Friedberg- Büdingen wird voraussichtlich einen außerordentlich interessanten Kampf bringen. Früher befand sich der zum größten Teil ländliche Wahlkreis, der aber namentlich in seinem südlichen, vor den Toren Frankfurts gelegenen Teil, eine ständig wachsende Arbeiterbevölkerung aufweist, meist in den Händen des entschiedenen Liberalismus. 1890 eroberte das Mandat Dr. Gutfleisch, der damals auch in dem benachbar= ten Wahlkreis Gießen gewählt wurde, aber zugunsten Friedberg- Büdingen dort verzichtete. Graf Oriola verdankte seine Wahl in erster Linie seiner persönlichen Beliebtheit im Kreise, die er sich als eingesessener Gutsherr durch Leutseligkeit aller Art zu erhalten wußte. Bei der Wahl 1903 erhielt er 8583 Stimmen, der sozialdemokratische Kandidat 6783, das Zentrum 1926, der Freisinn 314. In der Stichwahl siegte damals Oriola mit 11 496 gegen 6817 Stimmen des Sozialdemokraten. Auch bei der Wahl 1907 stand Oriola mit 8492 Stimmen an erster Stelle. Er brachte es auf 3299 Stimmen, der freisinnige Kandidat Dr. Strecker erhielt 1472 Stimmen, der Sozialdemokrat Bus old 7234 Stimmen. In der Stichwahl siegte dann Oriola mit 11 515 Stimmen gegen 8524, die auf den Sozialdemokraten fielen. Die parteipolitische Zusammenseßung der Anhänger Oriolas ist durchaus zweifelhaft. Die Mehrzahl seiner Wähler ist im Bund der Landwirte organisiert. Die nationalliberale Organisation ist nur sehr schwach und jedenfalls gegenüber den straffen Organisationen des Bundes der Landwirte ohne viel Bedeutung. Als sich Graf Oriola bei der Reichsfinanzreform von der nationalliberalen Fraktion trennte und als auch von nationalliberalen hessischen Blättern die Niederlegung des Mandats gefordert wurde, konnte der Wahlkreisvorstand des Bundes der Landwirte erklären, daß Graf Oriola seine Wahl in erster Linie dem Bunde der Landwirte und dessen Wahlkreis zu verdanken habe; Graf Oriola sei nicht so sehr nationalliberaler Kandidat gewesen, sondern er sei in einer sehr gut besuchten Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte zuerst als Kandidat des Bundes aufgestellt worden. Es sei anzunehmen, daß der Bund der Landwirte auch bei der demnächstigen Ersaßwahl Anspruch auf das Mandat machen wird, das er in Wirklichkeit bereits besessen hat, nachdem Graf Oriola aus der nationalliberalen Fraktion ausgeschieden war und durch seine Abstimmungen sich zum schwarz- blauen Block geschlagen hatte. Für die Nationalliberalen handelt es sich also darum, den Wahlkreis neu zu erobern. Es wäre nur möglich, wenn sich die Nationalliberalen aus den Umflammerungen des Bundes lösten und den Anschluß an die Linksliberalen suchten. Ein Zesammengehen dieser beiden Gruppen würde die sicherste Garantie bieten, den Bündler aus der Stichwahl mit der Sozialdemokratie zu drängen. Die Bünd= ler haben, wie verlautet, als Kandidaten den Rechtsanwalt v. Helmolt in Friedberg in Aussicht genom= men. Daneben taucht bereits eine andere Kombination auf, von der nur mit allem Vorbehalt Notiz genommen sei. Danach soll der bekannte Direktor des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie Dr. Becker- Sprendlingen als gemeinsamer Kandidat der Bündler und Nationalliberalen aufgestellt werden, dem auch die Stimmen des Zentrums sicher sein würden. Alle Umstände deuten demnach darauf hin, daß sich zwischen den verschiedenen Parteien ein heftiger Kampf um das Mandat entspinnen wird. Parlamentarisches aus Hessen. In der Situng des Finanz ausschusses der 3weiten Kammer am Mittwoch rief die Vorstellung des Oberbahnassistenten G. Fertinghoff, betreffend die Pensionsverhältnisse der vormaligen hessischen Ludwigsbahnbe amten eine längere Debatte hervor. Der Finanzausschuß beschloß die Ueberweisung der Vorstellung zur Berücksichtig= ung. Lokales. Gießen, 23. April 1910. ** Der Großherzog hat am 20. April den Vorstand des Polizeiamts Gießen Theodor Reinhart zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Alzey und den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Mainz Heinrich Gebhardt zum Vorstand des Polizeiamts Gießen unter Verleihung des Charakters als Regierungsrat, beide mit Wirkung vom 16. Mai 1910 an, ernannt. ** Die Großherzogin empfing vorgestern mittag im neuen Palais den Provinzialdirektor Fey nebst Gemahlin. * Ordensherleihung. Der Großherzog verlich gelegentlich der Jagdausstellung dem Herrn Edgar Andreae aus Frankfurt a. M. den Philippsorden 1. Klasse. Weiter beschäftigte sich der Ausschuß mit einer Vorstell ung der Gemeinden Langen- Brombach und Kirch- Brombach inbetreff des Umbaues der Kreisstraße 3ell Langen Brom ba ch. Geheimrat e st erklärte sich bereit, nochmals durch Vermittelung des Kreisamts in güt= licher Weise auf eine Einigung zwischen den Gemeinden hinzuwirken. Komime eine solche jetzt nicht zustande, so müsse das Verwaltungsstreitverfahren zur Durchführung gebracht werden. Die Regierungsvorlage, betreffend die Errichtung einer Nebenbahn Kreuznach- Sprendlin= gen wurde einstimmig genehmigt. 191 Die Freundinnen. Originalroman von Frene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) * Militärisches. Garnisons- Verwaltungs- Inspektor Bach in Gießen wurde zum Garnisons- VerwaltungsOberinspektor ernannt. * Gießener Baugewerbe. Die am letzten Samstag erfolgte Aussperrung der Bauarbeiter dürfte infolge der von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern sowohl eingeleiteten Einigungsverhandlungen in kurzer Zeit ihr Ende erreichen. Verschiedene Baugeschäfte haben ihre Arbeiter bereits wieder eingestellt. tum Hessen gedenkt, wie wir hören, sein diesjähriges( 6.) * Der E v. Jünglingsbund im GroßherzogBundessest am Sonntag, den 5. Juni, in Höchst im Oden wald abzuhalten. -b- Viehmarkt. Bei dem am 19. und 20. April stattgefundenen Markte waren aufgetrieben: 1440 Stüd Rindvieh und 646 Schweine. Der nächste Markt findet am 3. und 4. Mai d. I. statt; am letzteren Tage ist auch Krämermarkt. Die Vorträge von Fritsch, von welchen der andere im Blic beit humanitärer die daraus entstehe dagegen anricten. Fahresversammlunge am ihre rege Ben lim Hotel Prinz& Teilnehmer, die dan faction verlaufenes * Ein Nist pla z für die Vögel ist ein Eisenbahnwagen geworden, der zwischen Friedberg und Gie ßen verkehrt und in dessen Inneres ein Rothelchenpaar jein Nest baute. Jetzt sind die Jungen ausgeschlüpft und ma chen nun im Verein mit den Alten die Reise mit. * Fahrplan. Der neue Eisenbahn- Fahrplan bringt durch die Einrichtung des Triebwagenverkehrs am 1. O tober für mehrere oberhessische Strecken verschiedene Verbesserungen. Ú. a. wird von Gießen abends 11½ Uhr eine Triebwagen- Verbindung nach Nidda eingerichtet, die den Bewohnern von Lich, Hungen und Nidda den langgehegten Wunsch erfüllt, das Gießener Stadttheater besuchen zu können, ohne zum Uebernachten gezwungen zu sein. * Aus Hessen und Nachbargebiet. Klein Linden, 21. April. Die Leiche der wurde in der Lahn bei Abbach aufgefunden. seit einigen Tagen verschwundenen Elise Schäfer- Kinzenbach * Mainz, 2 abgeordneten für de auf Dienstag, den 2 * Worm 3. lehrlinge aus Leipzi Polizei unter der V ten in Leipzig vera fich in Algier für Anf Verwendung de graphischem Wege b notwendigen Mittel Fremden hat man * Worms, 2 abfichtigt von ihren wig eines neuen In ung von Darlehen a Baugewerbe zu hebe * Köln, 22. bahnunglück bei Mül it gegen Stellung ei haft entlassen worde * Schweri gin Alexandra wurd )( Ausland ( Belgien) eroberte 20 Silometer- Renne feine Rennen mit d ( Sportpa * Alsfeld, 22. April. Zum 48. Verbandstag hessischer Vorschuß- und Kreditbereine sind heute hier über 100 Vertreter aus allen Teilen des Hessenlandes eingetroffen. * Röthges. Die Gewerkschaft„ Vogelsberg ließ Schürfversuche nach Eisensteinen vornehmen. Es wurden 2 Lager vorgefunden, bis jetzt jedoch nicht in der Größe, daß eine Ausbeutung lohnend sein würde. Die hiesige Wasserleitung ist fertiggestellt; sie wird mittels Motor betrie ben. Gleichzeitig betreibt die Gemeinde mit diesem Motor ein Holzsägewerk mit Schrotmühle. * Nieder- Bessingen. Unser neues Schulhaus ist im Rohbau fertiggestellt; die inneren Arbeiten solbis zum Herbst vollendet sein. Das Gebäude steht in der Nähe des Bahnhofs; es enthält einen Schulsaal und eine Lehrerwohnung. ** Der Verband Deutscher Handlungsgehülfen hält am Sonntag, den 24. April, vormittags 10 Uhr, im großen Theatersaale des Kristallpalastes zu Leipzig seine 26. ordentliche Generalversammlen iung ab. Seit Einrichtung der sozialpolitischen Verbandstage, deren letzter in München stattfand, erledigt der Verband auf seinen Generalversammlungen nur geschäftliche, dem inneren Ausbau dienende Angelegenheiten. Der V. D. H., wie der Verband kurz genannt wird, zählt gegenwärtig rund 94 000 Mitglieder. Der Mitteldeutsche Sängerverband ladet die Vertreter seiner Vereine auf Sonntag, d. 1. Mai nach ihm angehörenden Vereine auf Sonntag, den 1. Mai, nach Gießen zu einer Verbandsversammlung ein. Die Beschlüsse dieser Versammlung werden von wesentlicher und entscheidender Bedeutung für die fernere Tätigkeit und Ausgestaltung des Verbandes sein. Zunächst ist durch den Weggang des verdienstvollen Gründers und jetzigen Ehrentprsihenden, des Herrn Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert, die Wahl eines ersten Vorsitzenden nötig geworden. Dann wird es aber auch Aufgabe der Verbandsversammlung sein, den gesamten Vorstand neu zu wählen und seine Zusammensetzung zu ändern. Es hat sich herausgestellt, daß der ganze Verwaltungsapparat des Verbandes viel zu kompliziert und umständlich ist; darum wird durch Verschmelzung einzelner Ausschüsse, bezw. durch Auflösung solcher von untergeordneter und unwesentlicher Bedeutung eine vollständige Neuorganisation in der Verwaltung und Tätigkeit des Verbandes herbeigeführt werden müssen. Insbesondere muß dem Bundes- Chormeister eine einflußreichere Stellung gewährleistet werden dadurch, daß die Fäden der technischen Verbandstätigkeit mehr bei ihm als bei dem rein verwaltenden Teile des Vorstandes zusammenlaufen. Wir besitzen in Herrn Universitätsmusikdirektor Professor Trautmann eine ganz hervorragende Kraft, um die uns andere Bünde beneiden; und es wird uns bei zweckmäßiger Organisation unter seiner Führung und Belehrung ( Abhaltung von Dirigenten- Kursen, Uebungen und Vorträgen durch den Verbandschormeister) gelingen, dem Männergesang im Verbandsbereich eine vorbildliche Pflegestätte zu schaffen. Im engeren Kreise haben über die Neugestalt= ung der„ Richtlinien" und damit über die Neuorganisation des Vorstandes und der Ausschüsse bereits Beratungen stattgefunden, und es kann der Verbandsversammlung hoffentlich ein recht brauchbarer und zweckmäßiger Entwurf vorgelegt werden. Die jungen Leute sprachen von den verschiedensten Dingen, doch Sylvia gab manchmal verkehrte Antworten. Sie hörte kaum, was Walter erzählte; denn ihr längst verschollener Bruder, von dem sie nie mehr gehört, kam ihr plößlich in den Sinn. Wenn er so tief gesunken wäre, daß er zum Falschspieler wurde? Wenn er wiederkehrte als ein Verkommener, als ein Ausgestoßener? Sie schauerte leise in sich zusammen. O, nur das nicht,-- nur das nicht! Leichter, das fühlte sie, ließ sich der Verlust ihres Vermögens ertragen, als der Verlust der Ehre! Und der Vater dachte ebenso, das wußte sie. Ein schmerzliches Mitleid mit dem Vater, dem gebrochenen alten Manne quoll ihr im Herzen auf. Sollte er auch diese Schande tragen? So grausam konnte doch das Geschick nicht sein. ihn? So grausam konnte doch das Geschick nicht sein. Nachdem es dem alten Manne alles genommen, sollte er auch des letzten beraubt werden, seiner Ghre? Das würde er nicht überleben.- Aber wohin verlor sie sich mit ihren Gedanken? War es nicht Unsinn, sich so zu quälen? Walter rieß sie aus ihrem Sinnen. ,, Sie sind ja ganz verstummt, gnädiges Fräulein, jehlt Ihnen etwas? Sie sehen so blaß aus!" Wie besorgt seine Stimme klang! Sylvia fuhr sich mit der schmalen Hand über die Stirn, als wollte sie unangenehme Gedanken verscheuchen und erwiderte lächelnd: Ich bin ganz wohl, ich- dachte soeben an die nächste Oper, und freue mich ganz außerordentlich darauf, Sie singen zu hören." Ich hoffe, Sie werden nicht enttäuscht sein", gab er heiter zurück. Man war bei dem alten Herrenhause angelangt. Frau v. Schmettwiß, die gerade am Fenster stand, riß ungestüm den einen Flügel auf und rief mit ihrer schrillen unangenehmen Stimme herab: Aber Sylvia, wo bleibst du nur so lange? Ist das eine Art, einfach fortzulaufen und keiner Menschenseele etwas zu sagen? Dein Verlobter wartet schon seit einer !! An die See. Der Hess. Landesausschuß des deutschen Flottenvereins führt in der Zeit vom 16. bis 23. Juli seine aus Damen und Herren bestehende Reisege sellschaft nach Hamburg- Helgoland- Kiel, für jeden Ort zwei Tage vorsehend. In den mäßigen Preis von 110 M. sind nicht nur gute Verpflegung und Unterkunft eingeschlos sen, sondern auch die Trinkgelder.- Eine Anschlußfahrt Kiel Kopenhagen- Saßniß vom 23.- 26. Juli ist vorbereitet( 65 Mk.). Da nur bei frühzeitiger Vereinbarung guter Verlauf zu erwarten ist, müssen Anmeldungen bal Sigst erfolgen bei: Hessischem Landesausschuß des Deutschen Flottenvereins Darmstadt, Waldstraße 4, von dem auch die Brogramme zu beziehen sind. halben Stunde auf dich! Er ist sehr ungehalten!" Klirr,- flog das Fenster zu. Sylvia stand wie erstarrt. Sie hatte es wohl_bemerkt, wie Walter bei den Worten der Tante zusammengezuckt war, als hätte ihm jemand von hinten einen Schlag versetzt, und wie ein tieses Erschrecken über seine Züge flog. Plötzlich aber lachte er so schneidend auf, daß es dem Mädchen wie ein schmerzender Stich ins Herz drang. ,, Sie sind verlobt, mein Fräulein? Warum sagten Sie nichts davon? O, da gratuliere ich, meine Gnädige!" Er verbeugte sich aber so, daß seine ironische Absicht nicht zu verkennen war und wandte sich dann ohne ein weiteres Wort zum Gehen. Es schien, als wollte Sylvia ihm nachstürzen, um ihn zurückzuhalten, doch schon im nächsten Augenblick besann sie sich und starrte dem eilig Davonschreitenden wie geistesabwesend nach. Maja versuchte auf die Freundin beruhigend einzureden, erhielt jedoch keine Antwort. Sie fühlte, daß Sylvia allein zu sein wünschte und beschloß, nach Hause zu fahren. Der alte Friß wunderte sich nicht wenig, daß schon so früh das Anspannen befohlen wurde. Noch mehr aber wunderte er sich, daß seine junge Herrin heute so schweigsam war. Auf der Landstraße holte der Ponnywagen Walter bald ein, doch er beachtete das Gefährt gar nicht. Gesenkten Hauptes schritt er dahin, ohne nach rechts oder links zu blicken.- Sylvia hatte inzwischen das Wohnzimmer aufgesucht; ihr Verlobter empfing sie mit finsterem Gesicht. * Wezlar, 20. April. Auf dem Wege zwischen Ober- und Niederbiel wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag der 20 Jahre alte Friedrich Schneider von Niederbiel von mehreren Burschen überfallen und durch einen Stich in die Lunge schwer verletzt. Er wurde in die Klinik nach Gießen gebracht. * Büdingen, 21. April. Der von der Stadtversammlung gegen die Aktiengesellschaft Zuckerfabrik Büdingen in Liquidation angestrengte Prozeß auf Schadensersatz ist vom Landgericht Gießen abgewiesen worden. Es handelte sich um ein Nachspiel zu dem Zusammenbruche des Bankhauses Wertheimer u. Co., dessen Inhaber Banfier Hofrat Rothschild in das Depot der Stadt Büdingen ausgeloste Obligationen der Zuckerfabrik Büdingen eingeschmuggelt und andere Wertpapiere herausgenommen hatte. Der Stadt Büdingen ist ein Schaden von 40 000 Mark entstanden. Du wußtest doch vermutlich, daß ich heute kommen würde, und dennoch gingst du, fort," sagte er vorwurfsvoll. Ich dächte, du müßtest dich wenigstens entschuldigen oder rechtfertigen. Dergleichen darf ich mir nicht bieten Lassen, wenn ich nicht zum Hanswurst werden will.- So sprich doch wenigstens ein Wort! Sylvia, hörst du nicht?" Soll ich dich um Verzeihung bitten?" klang es endlich troßig zurück. Sylvia, nicht in diesem Ton", bat er. Du weißt, daß ein gutes Wort von dir alles über mich vermag, denn ich habe dich viel zu lieb, um dir lange zürnen zu Aus dem Kreise Biedenkopf. Der augenblickliche Kampf im deutschen Baugewerbe macht sich in Sem ehemaligen furhessischen Oberhessen und dem Hinter landkreis in eigenartiger Weise bemerkbar. So ist diesmal von dem jährlichen Massenauszug der Maurer ins westDie Leute sind fast durchweg zu Hause oder wenigstens in fälische Industriegebiet so gut wie gar nichts zu spüren. der Nähe ihrer Heimat beschäftigt und denken nicht daran, diesmal aufs ungewisse in die Ferne zu ziehen. die * Aus Nassau. In einer an die Kreisschulinspektionen des Bezirks gerichteten Verfügung bringt Wiesbadener Regierung einen früher ergangenen Ministerialerlaß in Erinnerung, nach dem es den Lehrern nicht gestattet ist, wöchentlich mehr als 6 Stunden Privatunterricht zu erteilen. * Lich, 22. April. Die Hochzeit der Prinzessin Dorothea zu Solms- Lich mit dem Prinzen Hermann zu Stolberg- Wernigerode ist nun auf den 21. Mai festgesetzt. * Frankfurt a. M. Der Streit der Schuhmacher ist nach 5wöchiger Dauer beigelegt worden. Die Streifenden erzielten Lohnerhöhungen von fünf bis fünfzehn Prozent. * Frankfurt a. M., 21. April. Heute mittag 12 Uhr wurde in Gegenwart der Behörden und zahlreicher Ge ladenen die allgemeine Ausstellung für Geschäftsbedarf aller Art feierlich eröffnet. An die Feier schloß sich ein Kundgang durch die Ausstellung an. * Darmstadt. Der E v. Pfarrverein im Großherzogtum Hessen hielt am Mittwoch hier in dem ihm vom Großh. Oberkonsistorium überlassenen Landessynodal gebäude seine 20. Hauptversammlung ab, die gut besucht war. Der Vorsitzende, Kirchenrat Schrimps, legte zunächst den Jahresbericht ab, der von einem einträchtigen und erfolgreichen Arbeitsjahr Zeugnis gab. Der verstorbe nen Mitglieder wurde ehrend gedacht. Der Rechner des Vereins, Pfarrer Röschen- Freienseen, trug die Rechnung vor, die günstig abschloß. Besonderes Interesse erweckten können. Aber du sollst auch nicht denken, daß du dir alles erlauben darfst, ich bin ein Mann und duUnd ich ach ich bin ja nur ein armes Mädchen, das froh sein muß, wenn du es zu deinem Weibe machen willst unterbrach sie ihn mit höhnischem Auflachen. ,, Sylvia, so war es nicht gemeint!" rief Hugo bes betroffen von dem seltsamen Ton. Komm zu mir, wir wollen uns ja nicht streiten! Du bist heute in gereizter Stimmung, da darf man nicht mit dir rechten. Hast dich wohl gezankt mit deiner geliebten Freundin, deshalb fuhr sie so eilig davon, was? Und wer war denn der Herr der euch bis aus Haus begleitete?" Das sollte scherzhaft klingen, aber das Lächeln erstarb dem erschrockenen Manne auf den Lippen.- Sylvia, die er noch nie hatte weinen sehen, die all das frühere Unglück standhaft ertragen, sie lag plöblich schluchzend zu seinen Füßen und umklammerte seine Knie. Auch ihr Vater, der sich bis dahin schweigsam verhalten, sprang erschrocken in die Höhe und starrte auf die Knieende, als vermöchte er nicht zu fassen, was sich vor seinen Augen abspielte. Hugo", rief Sylvia bebend ,,, verzeihe mir, wenn ich dir wehe tun muß wenn ich dir solches Leid zufüge - aber ich kann nicht anders du mußt es endlich ers fahren- ich-" Sie stockte eine Weile, als wollten die inhaltsschweren Worte nicht über ihre Lippen, doch dann suhr sie rasch fort: Ich kann dein Weib nicht werden! Es wäre Lüge, erbärmliche Lüge, wollte ich dir Liebe heucheln! Ich liebe dich nicht habe dich nie geliebt! Und deshalb, Hugo, bitte ich dich, gib mich frei! Sei barmherzig! Ich flehe dich an glaube mir doch, ich kann nicht anders!" Hugo faßte sich an die Stirn, als könnte er das Gehörte nicht begreifen. Er war leichenblaß geworden und starrte immer nur Sylvia an. Der Schlag traf ihn völlig unvorbereitet. ,, Um Gotteswillen Mädchen, so besinne dich doch, du weißt nicht, was du sprichst!" rief da Sylvias Vater in die plötzlich eingetretene Stille hinein. ( Fortseßung folgt.) 17. April, wird noch bor im 100 Kilomet jahrspreis vor Stel nabor- Landempaare Sanzevoort gingen Beite bezw. Dritt Die Bestatt Die Leiche des Grafen v. Oriol machdem zuvor in tattgefunden hatte, beck von Büdingen ten, sowie des M Sausministers Gra Mationsrates von Dierenden Generals halten hatte. Die Leiche wur feier entsprechend d aufgebahrt. Unter den sich solche von Philippsruhe, von Staatssekretär v. schen Landwirtschaf des Bundes der L bei der Witte aus Darunter auch ein Saijer. Die Beise 3 Uhr, unter gr Ortes statt, wo fi des ersten Gatten Unter den L gehörigen des Gr Hofmarschall des Gersdorf. Für d schall Frhr. v. Ri der hejf. nationalli tagsabgeordneten Beiten Kammer, Breidenbach erschien ev. Geistliche des gegangenen, der einen warmen N fegnung am Gra Als erster R geordneter Dr. S nerhalb der Pa Wenn er sich auc Frage von der des Reichstages i Dienste zollen. De Kept treu zur Seit len Reichstagsfrat Dr. Diann Kränz deffen Bezirksbor mierat Fritsch- Di Mark Twain tigen amerikanisch Berer Dichter, sie Originalität fami Bürg Dienstag, den Außerorde 1. Stad 2. Berf Wir laden Besuch der Versa V von den einfachen heiten, schon zu angefertigt von der und 20. 1440 Rartt findet Lage ist ein Eisen edberg und helchenpaar üpft und je mit. Fahrplan bri ram 1.0 fchiedene 11% Ubr chtet, die Den langge ter besuchen fein. gebiet. Die Leiche häfer- Stinzen Berbandstag b eute hier üb nlandes einge ogelsberg l Es wurden Der Größe, ie hiesige Motor bett Siesem Mo neues Ed en Arbeiten ebäude steb Schulfaal Wege zwifchen on Sonntag auf Der von Nieder en und durd Er wurde in bi der Stadtb rfabrik Büdi auf Schaden piesen worden Busammenbrud Inhaber Ban Stadt Büdinge Büdingen einge renommen hatte 40 000 Mar pf. Der au pe macht fich in dem Hinter So ist diesmal urer in west nichts zu spüren er wenigstens i len nicht dara ehen. le Kreisschuli bringt di nen Minifteri hrern nicht g Privatunterri er Prinzessin S ermann zu St festgesetzt. der Schuhmache Die Streife fünfzehn Pr Heute mittag zahlreicher äftsbedarf all ich ein Rund berein Dier in b Landesmodal ng cb, die gut Schrimpi, legte em einträchtige Der verfiori Rechner d die Rechnu eresse erwed , daß du dir Mann und mes Madden; Weibe machen adjen. ef Dugo be u mir, wir in gereiz Haft di Deshalb ful in der Herr icheln erstar Sylvia, die frühere Un chluchzend e. Auch i en, sprang e nieende, al jeinen Auge mir, wenn i Leid zufü es endlich en nhaltsschwere juhr fie raid Es wäre Lüge In! Ich liebe eshalb, Sugo ig! Sh flele ders!" Das Gehört und starrt ihn völlig me dich dod lbias Bater die Vorträge von Pfarrer Beyer- Güttersbach und Pfarrer Fritsch, von welchen der erste an einem besonderen Beispiel, der andere im Blick aufs Ganze die Verschiedenheit der Arbeit humanitärer Fürsorge und der inneren Mission, sowie die daraus entstehenden Konflikte schilderten und Abhilfe dagegen anrieten. Hilfstasse und Sterbekasse hielten ihre Jahresversammlungen. Sie entwickeln sich gut. Es wird um ihre rege Benußung gebeten. Ein gemeinsames Mahl im Hotel Prinz Heinrich" versammelte noch einmal die Teilnehmer, die dankbar auf ein gutes Vereinsjahr und ein schön verlaufenes Fest zurückblicken. ist * Mainz, 21. April. Die Wahl eines Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Mombach- Ingelheim auf Dienstag, den 26. April in Ingelheim anberaumt. * Worms. Zwei 14jährige Jungen, Kaufmannslehrlinge aus Leipzig, meldeten sich hier mittellos bei der Polizei unter der Vorgabe, sie seien von einem Unbekann ten in Leipzig veranlaßt worden, mit ihm zu reisen und sich in Algier für die Fremden- Legion anwerben zu lassen. Auf Verwendung der Polizei wurden den beiden auf telegraphischem Wege von ihren in Leipzig lebenden Eltern die notwendigen Mittel zur Heimreise angewiesen. Von den Fremden hat man teine Spur. * Worm 3, 21. April. Die städtische Sparkasse beabsichtigt von ihren Erträgnissen 300 000 Mt. zur Schaffung eines neuen Instituts abzuzweigen, um durch Gewährung von Darlehen auf Neubauten an Bauunternehmer das Baugewerbe zu heben. * Köln, 22. April. Der als schuldig an dem Eisenbahnunglück bei Mülheim verhaftete Lokomotivführer Garbs ist gegen Stellung einer Kaution von 20 000 Mt. aus der Haft entlassen worden. * Schwerin( Mecklenburg), 22. April. Großherzogin Alerandra wurde von einem Sohne entbunden. )( Auslan d. Den„ Prir d'ouverture" in Gosselies ( Belgien) eroberte am 17. 6. Mts. E. Böschlin in einem 20 Kilometer- Rennen hinter Motoren. Böschlin bestreitet seine Rennen mit dem Brennaborrade. )( Sportpart Steglit. Vom Sonntag, den 17. April, wird noch berichtet, daß Fr. Ryser auf Brenna bor im 100 Kilometer- Dauerrennen um den Großen Frühjahrspreis vor Stellbrink u. a. Dritter wurde. Die Brennabor Tandempaare Techmer- Wegener und KendelbacherGanzevoort gingen im Tandem- Entschädigungsfahren Zweite bezw. Dritte durchs Ziel. Die Bestattung des Grafen Oriola. als Die Leiche des verstorbenen Reichstagsabgeordneten Grafen v. Oriola traf am Mittwoch in Büdesheim ein, nachdem zuvor in Berlin im Palasthotel eine Leichenfeier stattgefunden hatte, wobei der evangelische Pfarrer Bernbeck von Büdingen in Anwesenheit der nächsten Anverwandten, sowie des Ministers des Innern von Moltke, des Hausministers Grafen von Wedel nebst Gemahlin, des Legationsrates von Eichhorn, einem Bruder des komman= dierenden Generals des 18. Armeekorps, die Trauerreve gehalten hatte. Die Leiche wurde am Donnerstag in die der Trauerfeier entsprechend deforierte Dorfkirche überführt und dort aufgebahrt. Unter den zahlreichen Blumenspenden befan den sich solche von dem Landgrafen von Hessen auf Schloß Philippsruhe, von der Erbprinzessin Leopold von Anhalt, Staatssekretär v. Tirpitz, des Reichsmarineamts, des deutschen Landwirtschaftsrats, der deutsch- konservativen Partei, des Bundes der Landwirte. Zahlreiche Telegramme waren bei der Witwe aus allen Teilen des Reiches eingelaufen, darunter auch ein sehr warm gehaltenes Telegramm vom Kaiser. Die Beisetzung fand gestern Freitag, nachmittags 3 Uhr, unter großer Beteiligung auf dem Totenhofe des Ortes statt, wo sie in einer provisorischen Gruft zur Seite des ersten Gatten der Witwe erfolgte. Unter den Leidtragenden befanden sich neben den Angehörigen des Grafen: der Witwe und seines Bruders, der Hofmarschall des Kaisers, Frhr. v. Lyncken und Gräfin v. Gersdorf. Für den Großherzog von Hessen war Hofmarschall Frhr. v. Riedesel erschienen. Außer dem Vorsitzenden der heff. nationalliberalen Partei, dem Reichstags- u. Landtagsabgeordneten Dr. Osann, waren der Vizepräsident der 3weiten Kammer, Abg. Korell, und die Abg. Bähr und Breidenbach erschienen. Die Feier in der Kirche vollzog der ev. Geistliche des Ortes, Pfarrer Pernbeck, der dem Heimgegangenen, der bekanntlich Tatholischer Konfession war, einen warmen Nachruf widmete und später auch die Einsegnung am Grabe vornahm. Als erster Redner sprach Reichstags- und Landtagsabgeordneter Dr. Osann. Er lobte den Entschlafenen, der innerhalb der Partei die Gegenfäße auszugleichen wußte. Wenn er sich auch in der leßten Zeit in einer politischen Frage von der Partei trennte, so wird ihm die Fraktion des Reichstages über das Grab hinaus Dank für seine Verdienste zollen. Der Hessischen Landespartei hat er bis zu lett treu zur Seite gestanden. Namens der nationalliberalen Reichstagsfraktion und der hessischen Landespartei legte Dr. Osann Kränze nieder. Für den Bund der Landwirte, dessen Bezirksvorsitzender Graf Oriola war, sprach Dekonomierat Fritsch- Dilshofen. Mark Twain+. Mark Twain war der originellste Charakterkopf der heutigen amerikanischen Litteratur. Gewiß, sie fann sich gröBerer Dichter, sie fann sich tiefer Geister rühmen, aber an Originalität fam fein schreibender Amerikaner von heute dem Bürgerverein Gießen. Dienstag, den 26. April abends 9 Uhr im Saale des Hotel Einhorn Außerordentliche Hauptversammlung Tagesordnung: 1. Stadtverordnetenwahlen 1910. 2. Berschiedenes. Wir laden unsere Mitglieder zu recht zahlreichen Besuch der Versammlung ein. Der Vorstand. Visitkarten von den einfachen Mustern bis zu den reizendsten Neuheiten, schon zu 1.- Mk. das Hundert, werden schnell angefertigt von der Buchdruckerei Albin Klein, Giessen, Seltersweg 83. von Kranzberg ein und schafften sie fort. Burger versuchte die Felle in Homburg v. d. H. zu verkaufen, was ihm ger Völl in Oberstedten auf, der ihm die Felle, wie auch später gestohlenes Fleisch, Speck und Därme unter Preis abtaufte. Jamin hat auch seinem Meister 62 Mark Kun dengelder unterschlagen. Jamin wurde wegen schweren Diebstahls im Rückfall zu 2 Jahren und 2 Monaten Gefäng nis verurteilt. Burger bekam 1 Jahr 7 Monate, Eiser wegen Begünstigung 4 Wochen, die für die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurden, und Völl wegen einer Hehlerei 3 Monate, in 3 Fällen erfolgte Freisprechung. Jamin und Burger wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt und jedem 2 Monate Untersuchungshaft angerechnet. Eiser und Völl wurden auf freien Fuß gesetzt. an Einfällen und Ueberraschungen unerschöpflichen alten Mark Twain gleich. Der charakteristische Zug seines Humors läßt sich faum| aber nicht gelang. Er suchte dann den ihm bekannten Metz übersehen oder verkennen. Es ist der Zug der grotesken Uebertreibung. Mark Twains Verfahren besteht darin, daß er einem an sich ganz einfachen Thema durch die erstaun lichsten Uebertreibungen ungeahnte komische Wirkungen ab= gewinnt. Ich möchte ihn darin etwa mit unserem Wilhelm Busch vergleichen, der, wenn er vielleicht einen sich windenden Menschen oder zwei sich Prügelnde oder einen Angeheiterten schildert, die ganze Gestalt in ein phantastisch grotestes Linienspiel auflöst, doch so, daß Wahrheit und Charakter darin immer unverkennbar bleiben. Also auch Mark Twain. Sein Thema ist etwa die unvernünftige Angst übertrieben ängstlicher Mütter. Was macht er nicht aus diesem einfachen Stoff! Wie die Mutter vor Angst außer sich gerät, weil das Kind so erschreckend rote Backen habe, weil es so beunruhigend tief schlafe, weil es einen widernatürlich guten Appetit entwickele; das wird mit unerschöpflicher fomischer Erfindungsgabe geschildert, variiert, gesteigert. Oder er erzählt von einer seiner Wanderfahrten, wie er irgendwo in Süddeutschland des Nachts in tiefem Dunfel in dem Gastzimmer eines Hotels aufwacht, in dem er erst spät abends angelangt ist. Es leidet ihn nicht im Bette, er will hinaus. Und nun schildert er seine Frrfahrten: er findet die Tür nicht. In dem völligen Dunkel scheint es ihm, als ob das Zimmer unermeßlich sei; er entdeckt im mer neue Sophas, immer neue Türen; er versucht- denn Streichhölzer fann er nicht finden in seinen Reiseplan Ordnung zu bringen, allein er gerät in ein ganz hoff= nungsloses Chaos, findet nur durch einen, wie ihm deucht, außerordentlichen Zufall in sein Bett zurück und ent deckt am Morgen, daß er sich in einem ganz kleinen Stübchen mit einem Tisch und einem Sopha befinde. Zuweilen steigert er seine humoristischen Erfindungen bis zur ver= blüffenden Erzentrizität, wofür die klassische Skizze vom Interview ein Beispiel bildet. Ein Mann meldet sich bei ihm: er will ihn interviewen." Wie schreiben Sie es?" fragt Mark Twain in völliger Blödheit, indem er nach dem Konversationslerikon greift. Nach diesem Auftakte in die ganze Geschichte gearbeitet. Mark Twain stellt sich darin als das völlig hilflose Opfer einer modernen raffinierten Technik hin und verwirrt sich in seinen Angaben so hoffnungslos, daß er abwechselnd als sein eigener Großvater und als der Sohn seines Enkels erscheint. Er war ein ganzer Mann, der, als er im Jahre 1884 sein ganzes Vermögen durch einen Bankbruch verlor, sich ohne zu zögern sogleich an neue Arbeiten machte und sich durch Vorträge in der ganzen Welt und durch Bücher ein zweites Vermögen erwarb. Auf seinem schönen Landsize hat er dann noch so manches Jahr eines beruhigten Greisenalters genießen können. Ans dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 21. April 1910. Das Schöffengericht Bad Nauheim hat auf Privatklage des Hotelbesitzers Jean Peter Aletter, den Installateur B. Steuernagel 1. dorten wegen Beleidigung zu 400 Mart Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte hat in einer öffentlichen Wirtschaft zu Bad Nauheim, im angetrunkenen zu stand geäußert, im Hubertusklub( Jagdgesellschaft) seien lauter Lumpen, Schufte, Gauner und Spizbuben, der Pri vatkläger sei ein feiner Mann, er hat seine Tochter schon mit 16 Jahren in ein Pensionat getan, weil sie ihrer Niederkunft entgegensah; allerdings hat er den letzten Ausdruck in recht gemeiner Weise getan. Der Angeklagte versuchte nachzuweisen, daß ein solches Gericht im Gange war; er will gehört haben, daß sich die Tochter des Klägers in London habe trauen lassen. Es mag richtig sein, daß ein solches Gerücht bestanden hat. Der Verteidiger des Angeflagten erklärte sich bereit, im Namen seines Klienten eine Ehrenerklärung abzugeben. Der Angeklagte selbst hatte aber Anstalten gemacht, den Wahrheitsbeweis zu erbringen. Der Vertreter des Klägers, der wie der Angeklagte Berufung eingelegt hatte, beantragte eine Gefängnisstrafe. Die Straf tammer gab dem Antrag statt und setzte die Strafe, mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung auf 6 Wochen Gefängnis fest, unter Belassung mit sämtlichen Kosten. Gießen, 22. April 1910. Im vorigen Sommer erschien der Dienstmann K. Rutsch aus Grödik, der in Lich wohnhaft war, bei einem Fetthändler zu Gießen, indem er angab, er sei von einem Licher Metzger beauftragt, 28 Mart, die er für Fettlieferung zu bekommen habe, zu erheben. Der Händler hatte nicht so viel Geld bei sich, weshalb er dem Rusch, da er die geGeld, per Post zuschickte. Rutsch lieferte aber das Geld nicht ab, sondern verbrauchte es für sich. Im Herbst war er neue Adresse des Metzgers nicht fannte, bald darauf das einem Gießener Händler beim Aepfelkaufen behilflich. Er stahl die Aepfel eines Baumes, die der Händler schon bezahlt hatte und verkaufte sie nochmals an den Händler für etwa 50 Mart. Darauf ging er flüchtig; er wurde aber in Schweidnitz gefaßt und in das Arresthaus Gießen eingeliefert. Die Antlage lautet auf Unterschlagung, Betrugs und Diebstahls. Der vielfach bestrafte Angelagte wurde unter Einbeziehung mehrerer Strafen zu einer Gesamtzuchthaus= strafe von 5 Jahren und 8 Monaten, sowie 150 Mark Geldstrafe und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt; auch erfolgte seine Stellung unter Polizeiaufsicht. Im Gießener Schlachthaus wurden im letzten Winter 16 Kalbs- und 3 Rindshäute gestohlen und zwar stiegen die Meßgergesellen K. Phl. Jamin aus Ober- Ursel, Chr. Fr. Robert Burger aus Eberdingen und Seb. Eisen Persil lässt Spitzen, Gardinen, Batist, Waschseide, Stickereien etc., überhaupt alle zarten Stoffe beim Waschen wieder wie neu werden! Denkbar gründlichste Reinigung bei grösster Schonung und Erhaltung des Gewebes. Ueberall erhältlich! Alleinige Fabrikanten: Henkel& Co., Düsseldorf, auch der seit 34 Jahren weltbekannten Henkel's Bleich Soda. In Büches stahl der Schneider Ludwig Bohn aus Usenborn einem Wirt nachts eine Geldkassette mit einigen Mark, nachdem er sich nachts eingeschlichen hatte. Er wurde zu der Minimalstrafe von 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Zu Grünberg hat der Dachdecker Kasp. Christian Meier wieder einmal Spektakel gemacht, sodaß die Mitbe wohner und Nachbarn in ihrer Nachtruhe gestört wurden. Er bekam einen Strasbefehl über 3 Tage Haft, auf dessen Einspruch das Schöffengericht die Strafe auf 1 Woche erhöhte. Er focht das Urteil an, da er durch das Einwerfen einer Fensterscheibe gereizt worden sei. Ruhestörenden Lärm will er nicht verübt haben. Unter teilweiser Stattgebung der Berufung des Angeklagten wurde die Strafe auf 3 Tage ermäßigt. Die 3 Kölner Reichs- Luftschiffe vor dem Kaiser. Die 3 Militärluftschiffe sind vorgestern mittag von Köln aus zur Fahrt nach Homburg aufgebrochen. P. 2" ist um 10.50 Uhr aufgestiegen, eine Viertelstunde später stieg„ M. 1" auf. Beide Luftschiffe freisten in der Nähe der Halle. Um 11.25 Uhr ist dann auch" 3. 2" aufgestiegen. Die drei Luftschiffe nahmen ihren Weg über Bonn ,, Honnef, Koblenz, Boppard und Bingen und langten nach etwa 6stündiger Fahrt um 3½ Uhr in Homburg v. d. H. an, wo bereits eine große Schar von Zuschauern die Fahrzeuge erwartete. Das Luftschiff„ P." wurde von Oberleutnant Stelling geführt, das Kommando des 3" hatte Hauptmann orge. Während der Landung des" P" kreuzte" 3" in v. Je na übernommen, das des" M" Hauptmann Ge= mäßiger Höhe über Homburg. Kurz nach der Landung des " Parseval" ging" Gro ß", die etwas 3 kilometer entfernt von der offiziellen Verankerungsstelle lag, nieder. Das Lust schiff wurde von dem inzwischen aufgekommenen starken Wind abgetrieben und landete hinter Kalbach. Es wurde durch militärische Hilfskräfte zur Landungsstelle heraufbe fördert. Ats letter ging" 3 2" nieder. Er kam glatt und ohne Schwierigkeit zur Erde. Der Kaiser tam eilig über die Saatfelder und erfundigte sich lebhaft nach dem Verlauf der Fahrt. Man konnte ihm mitteilen, daß alles gut von statten gegangen sei. Kurz nach 5 Uhr bestimmte der Kaiser, der ein langes, graues Cape über der Generals uniform trug und einen langen Stock gleich seinem großen Ahnherrn von Sanssouci führte, daß die Schiffe über Nacht zu bleiben haben. Die Offiziere wurden zur Abendtafel ins Schloß geladen, dann fuhren die kai serlichen Automobile vor und gegen 6 Uhr waren nur die Wachtmannschaft und die Absperrung auf dem Platz, so wie eine Anzahl dauerhafter Neugieriger. Literarisches. - Prüfet alles und behaltet das Best c. hält, dürfte es unseren Hausfrauen im Zeitalter der Nach Während der Nachsatz jederzeit unbedingte Gültigkeit be reißen, wollten sie jede Neuheit, die in der Regel mit an ahmungen doch ein großes Loch in die Wirtschaftskasse geblich billigerem Preise zu locken versucht, durchproben. So werden zum Beispiel neuerdings Küchenhilfsmittel un ter allen möglichen Namen angeboten. Gerade aber, wei! die Zeiten teuer sind, wird die praktische Hausfrau sich nur an die bekannte Marke halten, deren bewährter Name, wie 3. B. der von Maggi, ihr von vornherein echte, beste Qua lität verbürgt. · Die entzückendsten Frühlings- Kostüme werden augenblicklich von der Damenwelt gesucht, und selbst die bescheidenste Hausfrau möchte gar zu gern eine chife Frühlingstoilette besißen. Ja, wenn die Koster nur nicht so hoch wären! Ste Senten eben nicht daran, das hauptsächlich der Macherlohn das Kostüm so verteuert. 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Kaum ung zu spüren bigende Kam ßer Teil des daß man die Grade verschä gab? In Fra und Arbeitneh welche der W Tagen durch Parteien hert In Ber völlig vermie Baugeschäfte v tracht fommen Stunde die werbegerichtes Beratung fo lichen Baua vom 13. A pro Stunde Lohnerhöhun halten vom 5 Pfg. und ung von 2 Im gefa Bauarbeiterau weil die B ihrer Maßna oberrheinische Die Arbeiten mittelrheinij übertrug m deren Perso im Gebiete die Aussper rheinischen 20) Origi C Er wo man ihm ständnis f Er trat g Schultern aus freien es halten! drohend, da fuhr in hav ihr Wort u bei uns, m nicht duide legenheit n nicht, daß so furchtbar mich traf, neidenswerte und meine ist vielleicht mir auch m lebe ich den Stöhner Laß fi natürlicher der auf sich Dann wird tief fie mid Gin har Ich w Sylvia heft nicht!" Er versa es ihm an, Und we Wie wil bir teine Mi Sylvia, r Bilder. ockstr. 12 er Amerikas, er Schlager. te Aufnahme liebe. 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Gießener Zeitung am zu Ein so umfangreicher Kampf, wie er jetzt im Bauge werbe ausgebrochen ist, zieht nicht nur die Beteiligten selbst sondern darüber hinaus eine ganze Reihe von Erwerbs schichten in Mitleidenschaft. Vor allem ist es das Hand= wert, in dem die mittleren und kleineren Eristenzen härtesten getroffen werden. Schon die Zweige des Handwerts, die mehr oder minder direkt zum Baugewerbe ge= hören, dürften unter dem Kampi in einer Weise zu leiden haben, daß selbst große Untersußungssummen nicht aus= reichen, den Schaden, der in wenigen Wochen entsteht, wie der gut zu machen. Aber selbst angenommen, die Unterstüßungssummen reichten hierzu aus, wer unterstützt die Handwerker, die in indirekter Weise unter dem zweifellosen Sonsumrückgang der bauberuflichen Arbeiterbevölkerung leiden haben? Sie alle werden in den vom Kampf be= troffenen Orten mehr oder weniger start in ihrem Fort tommen und in ihren Verdiensten geschädigt, ohne daß ihnen von irgend einer Seite eine Entschädigung ihrer Verluste in Aussicht gestellt werden könnte. Man geht daher laum zu weit, wenn man behauptet, daß durch den Kampf im Baugewerbe in erster Linie das Handwerk in Mitleidenschaft gezogen wird, das Handwerk im Baugewerbe selbst, aber auch das übrige Handwerk, das auf den örtlichen Konsum der Bauarbeiterbevölkerung angewiesen ist. Das Bau handwerk leidet schon dadurch, daß es in der besten Zeit des Jahres Wochen lang ohne Arbeit und damit ohne Verdienst ist. Die Zahlungsverpflichtungen laufen aber weiter, und selbst wenn teilweise Fristverlängerungen bewilligt werden, so sind doch gewisse Ausgaben, man denke nur an die Mieten, fortlaufend zu leisten. Während aber der größere Betrieb, der einen finanziellen Rückhalt hat, nach Beendigung des Kampfes den größten Teil des entstande nen Verlustes durch erhöhte Tätigkeit wieder gut machen lann, vermag dies der kleine Handwerker nur in ganz beschränktem Maße. Die hieraus sich ergebenden Verluste kann auch eine noch so groß angelegte Unterstüßungsaktion der Arbeitgeberorganisation nicht ersetzen. Die Wirkung des Kampfes wird vielmehr sein, daß das selbständige Handwert im Baugewerbe, abgesehen von den großen und leistungsfähigen Betrieben, eine Beeinträchtigung erfahren wird. Ebenso wird der Teil des Handwerkes, der unter der Konsumschwächung der Bauarbeiterbevölkerung zu leiden hat, schwer geschädigt werden. Die Lage des Handwerks ist sowieso für die mittleren und kleinen Meister wenig befriedigend. Kaum erst hat man hier die Ansäße einer Besserung zu spüren bekommen, und nun kommt der schwer schä= digende Kampf im Baugewerbe, angesichts dessen ein gro ßer Teil des Handwerks mit Recht fragt: war es nötig, daß man die Differenzen im Baugewerbe sich bis zu dem Grade verschärfen ließ, daß es ein Rückwärts nicht mehr gab? * In Frankfurt a. M. dürfte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bald eine Einigung zustande kommen, welche der Vorsitzende des Gewerbegerichts in den nächsten Tagen durch eine gemeinsame Aussprache zwischen beiden Parteien herbeizuführen gedenkt. Expedition: Gießen, Seltersweg 83. geltend, vermittelnd einzugreifen, jedoch machen die in Be-| tracht kommenden Oberbürgermeister eine Vermittelung da von abhängig, daß beide Teile darum ersuchen. Mahnung an die Schulentlassenen. Schulentlassung ist vorüber! Diese Entlassung aus der Schule ist für manchen jungen Menschen gleichbedeutend mit vollständigem Genuß der Freiheit. Seit 8 Jahren mußte der Voltsschüler die goldene Freiheit entbehren, als Schulneuling kam es ihm vor, wie dem Vöglein, dem man die Freiheit geraubt und in einen Käfig gesetzt. Nach und nach fühlte er den Zwang weniger und je älter er wurde, desto mehr Freihett hat man ihm gewährt. Mancher aber kann die Freiheit zu frühe nicht vertragen und er artet aus. Wie schnell sind die guten Lehren, Ermahnungen, Ratschläge der Schul-, Konfirmanden- und Kommunionszeit vergessen, neue Eindrücke verdrängen sie bald, ohne daß ihr es merkt, treibt euer Lebensschiff ohne Steuer, ohne Kompaß von den wildbewegten Wellen des Lebens gegen einen Feisen, wo das steuerlose Wrack zugrunde geht. Wie man= cher hoffnungsvolle Jüngling, wie manche Jungfrau, der Stolz der Mutter, sind verloren gegangen. Der Gedanke an die Eltern, an Vater oder Mutter, hat manches Kind bewahrt vor bösem Tun. Was kann nun der Jüngling, die Jungfrau selber tun, um den gefährlichsten Zeiten des Lebens sicher zu ent= gehen? Sie können ihren Körper und Geist stärken. Den Körper fräftigt man durch Turnen und Spiel. Ist der Körper start, wird auch der Wille, die Seele start. In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Sinn. In neuerer Zeit werden die turnerischen Bestrebungen von den Be= hörden wieder sehr unterstützt. Auch die Bewegungsspiele haben, veranlaßt durch das eifrige Vorgehen des Abgeordneten Schenkendorf- Görlitz, immer mehr Nachahmung gefunden. Man hat den großen Wert für Körper und Geist erkannt, und sieht da, wo schon länger gepflegt, ein gesundes, widerstandsfähigeres Geschlecht heranreifen. Unsere Landjugend hat das Spiel und die Bewegung ebenso nötig wie die Stadtfinder. Macht doch die Arbeit des Land= manns steif und einseitig und ohne die gesunde Luft und einfache Lebensweise, die er vor dem Städter voraus hat, würde mancher nicht so alt werden. Bei der Arbeit des Landmannes werden immer nur dieselben Muskel- u. Körperpartien in Anspruch genommen, der Körper aber nicht gleichmäßig durchgebildet. Unsere Stadttinder, obwohl flinfer als die Landtinder, müssen noch mehr heraus aus den Kammern und Stuben in die frische Luft und den goldenen Sonnenschein. Die Freude an der Natur wird dann auch mehr erwachen. Wie ganz anders schaut der gesunde Mensch dieselbe Welt an, als der Krante. Probiere es jeder an seinem eigenen Leib, gehe hinaus in Gottes frische Natur, in Luft und Licht und Sonnenschein und tummle sich. Die deutschen Turnvereine aber, die das heranwachsende Geschlecht stärken und kräftigen und das bestehende Geschlecht in seiner Kraft zu erhalten suchen, brauchen noch mehr Mitglieder, um ihre Aufgabe voll und ganz zu lösen. An 6500 Orten zählt die deutsche Turnerschaft 8000 Vereine mit vielen Tausenden von Mitgliedern. Mögen sich daher recht viele junge Leute zum Eintritt in die deutsche Turnerschaft melden. Geborene. In Beriin scheint die Aussperrung der Bauarbeiter völlig vermieden werden zu können. Der Verband der Baugeschäfte von Berlin und Umgegend und die in Betracht kommenden Arbeiterbganisationen haben in letzter Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Stunde die Vermittelung des Einigungsamtes des Ge= werbegerichtes angerufen, und dieses hat nach 6stündiger Beratung folgenden Schiedsgerichtsspruch gefällt: Die sämt lichen Bauarbeiter mit Ausnahme der Einschaler erhalten vom 13. August 1910 ab eine Lohnerhöhung von 3 Pfg. pro Stunde, und vom 1. Oftober 1911 ab eine weitere Lohnerhöhung von 2 Pfg. pro Stunde. Die Einschaler erhalten vom 13. August 1910 ab eine Lohnerhöhung von 5 Pfg. und vom 1. Oktober 1911 ab eine weitere Erhöh= ung von 2½ Pfg. pro Stunde. Im gesamten westdeutschen Gebiet ist die durch die Bauarbeiteraussperrung geschaffene Lage höchst verworren, weil die Bauunternehmer eine einheitliche Durchführung ihrer Maßnahmen nicht erreichen Jönnen. In zahlreichen oberrheinischen Städten wurde überhaupt nicht ausgesperrt. Die Arbeiten gehen ihren ungestörten Gang. In einzelnen mittelrheinischen Städten wurde zwar ausgesperrt, indes übertrug man die Geschäftsführung größerer Bauten an deren Personen, so daß ruhig weitergearbeitet wird. Auch im Gebiete des Mitteldeutschen Arbeitgeberverbandes wurde die Aussperrung nicht allseitig vorgenommen. In einzelnen rheinischen Städten macht sich das Bestreben der Behörden 20) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Er war mit einer Lebhaftigkeit_emporgefahren, die man ihm gar nicht zugetraut hätte. Das unerwartete Geständnis seiner Tochter riß ihn völlig aus seiner Lethargie. Er trat ganz nahe an Sylvia heran, schüttelte sie an den Schultern und fuhr sie zornig an: Du hast dein Wort aus freien Stücken gegeben und das ist heilig! Du wirst es halten! Ich rate dir gut seine Stimme flang fo drohend, daß Sylvia ihn ganz ängstlich anstarrte; er aber fuhr in hartem Tone fort: ,, Eine Schmettwiß bricht nicht ihr Wort um einer Laune willen! Das war nie Sitte bei uns, merke dir das! Ich werde es auch von dir nicht dulden! Ich verbiete dir ferner in dieser Angelegenheit noch ein einziges Wort zu reden! Ich leide es nicht, daß du deinen Verlobten, den ich achte und ehre, so furchtbar beleidigst! Willst du zu all dem Unglück, das mich traf, noch mehr häufen? Fürwahr, ich bin ein beneidenswerter Vater! Der Sohn, der einst mein Stolz und meine Hoffnung war- treibt sich Gott weiß wo herum, ist vielleicht verdorben und gestorben, und nun bereitet mir auch meine Tochter so schweren Kummer! Weshalb lebe ich denn eigentlich noch?"- Stöhnend sank er in den Lehnstuhl zurück. Laß sie, Papa, sagte Hugo von Trostberg mit unnatürlicher Ruhe, Sylvia ist überreizt, sie wird sich wieder auf sich selbst besinnen, man muß ihr Ruhe gönnen. Dann wird es ihr auch zum Bewußtsein kommen, wie tief sie mich gekränkt hat. Ist sie erst meine Frau" Ein hartes Auflachen unterbrach ihn. Ich werde nie deine Frau- nie Sylvia heftig. Ich sagte es dir bereits, nicht!" - nie!" rief - ich kann Er verschränkte die Arme auf der Brust. Man sah es ihm an, daß er nur mit Mühe die Ruhe bewahrte. Und wenn ich dich nicht frei gebe, was dann?" Wie willst du mich denn halten? Ich sage dir, gib dir keine Mühe, ich lasse mich nicht zwingen!" Sylvia, woher dieser plößliche Sinneswechsel? Dein 1 April 11. Rangierer Wilhelm Becker eine Tochter, Margarete Anna Marie. " " " 14. Telegraphenvorarbeiter Balthaser Nicolai eine Tochter. 15. Bau Ingenieur Max Führig ein Sohn, Gustav Albert Hans Jürgen. " 16. Bureaugehilfen August Eger ein Sohn, Karl. " 17. Oberfellner Karl Ferdinand Gustav Rühl ein Sohn, Otto Philipp Gustav. 18. Privatdozenten Dr. Hermann Hohlweg ein Sohn, Ernst Eduard. Aufgebote. April 16. Albert Theodor Rube, Kaufmann in Gießen, mit Agnes Maria Riemer in Dresden. " 18. Ludwig Rosenbaum, Mezger in Gießen, mit Johanna Hirsch in Hillesheim. " " 18. Heinrich Runkel, Friseur, mit Johanna Wein- hardt, beide in Gießen. 19. Adolf Pix, Postbote in Gießen, mit Wilhelmine Elisabethe Sophie Diez in Weylar- Niedergirmes. Benehmen ist mir unbegreiflich! Ich kann es mir nicht erklären! Ja, ja, gewiß ist es so! Sylvia ich wiederhole die Frage, die ich schon einmal an dich stellte,- sage die Wahrheit- liebst du einen andern?" Diesmal schlug das junge Mädchen die Augen_nieder vor dem offenen Blick des Mannes. In peinlichem Schweigen vergingen einige Sekunden. ,, Also doch, also doch, ich dachte es mir!" stöhnte Hugo. Und jener Mensch ist es, der da unten bei dir stand! Ich sah es wohl, wie eure Blicke in einandertauchten, wie er dich anstarrte!- Am liebsten wäre ich ihm an die Kehle gesprungen! Wer ist es wer? Rede, - sprich! Ich will seinen Namen wissen!" Sylvia antwortete keine Silbe. Nur die Hände verschlang sie krampfhaft in einander. Ihre Lippen waren fest zusammengepreßt. ,, Du willst mir den Namen nicht nenen?" stieß Sugo hervor ,,, ich werde doch wissen dürfen, wie derjenige heißt, der mir meine Braut gestohlen hat!- Erfahren werde ich es doch, auch ohne dich- aber dann gnade dem Elenden!"- Er biß die Zähne aufeinander, daß sie knirschten, indes Sylvia bebend seinen Arm umflammerte. ,, Sugo!" fuhr sie auf ,,, iener Mann hat nichts getan, was auch nur den Schein eines Unrechtes auf ihn laden müßte! Gr würde dich nicht verstehen, wolltest du ihn zur Rede stellen. Nicht ein Wort haben wir zusammengewechselt, das nicht alle Walt hören könnte! Ich sah ihn ja nie allein ,, Ha, ha, du ängstigst dich wohl sehr um ihn?" ,, Nein", flang es verächtlich und schroff zurück. ,, Und Hermann Walter- so scheint es mir ist auch nicht Ser Mann, der sich vor dir fürchtet!" Hugo stuzte bei Nennung des Namens. ,, Hermann Walter derselbe, der mit seiner süßen Stimme alle Herzen gefangen nimmt? Die Tagesblätter fönnen sich kaum genug tun, seinen Ruhm zu verkün den! In der ganzen Stadt spricht man von ihm als von einem Wunder! Er soll ja schon bei seinem ersten Auftreten Stürme von Beifall entfesselt haben!- Ach nun begreife ich alles! Er wird ja gefeiert wie ein Held! Den mußt du ja Iteben!" " " Samstag, den 23. April 1910. 19. Heinrich Becker, Sergeant in Gießen, mit Paula Schmidt in Muschenheim. 21. Jakob Mayer, Bahnarbeiter in Hanau, mit Elisabethe Schmidt in Gießen. Eheschließungen. April 16. Friedrich Bonneck, Schriftseyer, mit Anna Schmidt, beide in Gießen. „ 16. Richard Geißler, Fuhrmann, mit Rosalia Bogaschewska, beide in Gießen. " 11 „ 16. Wilhelm Arras, Schneider in Darmstadt, mit Marie Hofmann in Gießen. 16. Ernst Meyer, Steinhauereibefizer in Stade, mit Karoline Franz in Gießen. " 16. Alfred Klauß, Kgl. Techn. Eisenbahnsekretär in Kassel, mit Marie Källe in Gießen. Gestorben. April 16. Auguste Fuld, geb. Stern, 60 Jahre alt. 17. Karoline Haberkorn, geb. Langermann, 88 Jahre alt. " 17. Marie Kräuter, 77 Jahre alt. " 18. Franz Neumeier, Schuhmachermeister, 49 Jahr alt. 20. Elise Trinkaus, geb. Christ, 38 Jahre alt. " п 21. Jakob Fuld, Kaufmann, 64 Jahre alt. 11 21. Heinrich Toronski, 1 Monat alt. п 21. Katharine Lippold, geb. Fischer, 62 Jahre alt. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 24. April, Kantate: Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- Gemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 8 Uhr im Johannessa a 1: Versammlung u. Bibelbesprechung. Batholische Gemeinde Samstag, den 23. April. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Sonntag, den 24. April, 4. Sonntag nach Ostern. Vormittags 6½ Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste heil. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilg. Messe mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen. Methodisten- Gemeinde. Wilhelmstraße 45. Sonntag, den 24. April. Vormittags ½ 10 Uhr: Predigt. Pred. Strähle. Nachmittags 2-3 Uhr: Sonntagsschule. Abends 8 Uhr: Predigt. Pred. Strähle. Donnerstag, den 28. April. Abends 9 Whr: Bibel- und Gebetstunde. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. 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Ich hoffe, meine Tochter ist flug und verständig genug, sich das selbst zu sagen. Sie wird es nicht wagen, ein solches Ansinnen an mich zu stellen, und täte sie es dennoch ich müßte ihr die Tür weisen! Sie tönnte dann meinetwegen ihrem Bruder folgen. Wahr lich ich weiß nicht, ob es nicht das beste wäre sie ginge gleich! Ich werde so wie so demnächst zur Grube fahren! Dann werde ich Ruhe haben!" Mit dem wehen Aufschrei: Vater, lieber lieber Vater!" warf sich Sylvia an des alten Mannes Brust. Er faßte den Kopf des Mädchens zwischen seine beiden zitternden Hände und sagte in gänzlich verändertem Ton: Nicht wahr, Sylvia, Hugo sieht Gespenster, er bildet sich das alles nur ein, was er foeben fagte? Du bist mein fluges, folgsames Mind, du hast mir nie Grund zur Klage gegeben und ich habe dich immer so lieb gehabt!- Niemand war 8euge deiner Unbesonnenheit und der unangenehmen Szene, die du uns bereitet hast. Du gibst jetzt deinem Verlobten die Hand und bittest ihn um Verzeihung für die ihm zugefügte Kränkung und alles ist wieder gut! Hugo hat dich zu lieb, um dir lange zu zürnen." Nein Vater das kann ich nicht!" Sylvia stand plößlich wieder in kerzengrader Haltung vor dem Vater. Eine feste Entschlossenheit war deutlich auf ihrem Gesicht zu lesen. Fortseßung folgt.) อ อย ล์ Neu! Neu! 4mal patentamtlich geschützt. Schrot- und BackMehlmaschine von J, Rilling& Söhne, Dusslingen ( Württbg.). Im Betrieb täglich zu sehen beim Generalvertreter für Hessen und Hessen- Nassau: Friedrich Heyl, Maschinenfabrik Darmstadt, Frankfurterstr. 128/130 Natwire- Sicherheits- Rasier Apparat mit 3 prima Klingen Mk. 1.50 mit 1 Klinge Mk.1.Probestücke od. Dtzd. gegen Nachnahme od. Voreinsend. des Betrages. Vertreter gesucht! Hoher Rabatt! M. Keimel, Frankfurt a. M., Taunusstr. 44. Baldur- Pianoforte- Fabrik Gegr. 1872. von Ferdinand Schaaf& Co. Tel. 2038. Frankfurt a. M. 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Bewerber: Bedauere sehr, mit Abzahlungsgeschäften will ich nichts zu tun haben!" Vorsicht. Aufrichtigkeit ist sicher erst verbrieft, Wenn man auf Richtigkeit" sie hat geprüft. Vor dem Löwenkäfig. Relayn Dresseur:„ Würden Sie sich so gut mit einem Männchen und Weibchen in einem Hause vertragen?" Besucher: Nicht mal mit einem Weibchen." überflüssig. ,, Du solltest viel Milch trinken, liebe Wanda. Das gibt eine blühende Gesichts. farbe." „ Aber weshalb denn solche künstlichen Mittel anwenden? Ich habe ja vorzügliche Schminke." " Höchste Objektivität. Professor( im Eifer des Vortrags): Und daraus folgt, meine Herren, daß heutzutage jede gerechte Beurteilung eines Kunstwerkes verloren gehen muß. Der Kunstrichter soll eben von seiner Sache unabhängig sein, soll turmhoch über ihr stehen... sie förmlich aus den Augen verloren haben( trocknet sich den Schweiß) Ich gestehe Ihnen, meine Herren, daß ich über ein Kunstwerk nur dann wirklich objektiv geurteilt. wenn ich es gar nicht gesehen habe." " 8880 Ein Zeitkind. Vater: Jch kaufe Dir das Schaukelpferd nicht!" Der kleine Oskar:„ Bist Du aber ein papa terrible!" A.: Daber. Freut mich, Sie zu sehen! Sehen Sie aber wohl aus!" B.: Ja, mein Arzt ist krank!" Verierbild. Kein Wunder. A.:,,Sonderbar, daß der Buchhalter Müller so starke Muskeln hat. Der Mann hat doch gar keine schwere Arbeit." B.: Aber erlauben Sie mal, das viele Radieren!" Kleinbahn- Pünktlichkeit. Nr. 18. 1267ea 3. schluss lefon 84. Seitere Slätter für Gießen. Für Abonnenten der Gießener Zeitung" kostenlose Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. Verlag: Albin Klein. 0 О ( Alle Rechte für sämtliche Bilder und Texte vorbehalten. Nachdrud verboten.) Feine Familie. 1910. H.Flecose " Pozz Ajayl, wo ist denn mein Treiberjunge geblieben?" Schonungsvoll. Was anderes. ,, Pfui Edi, was rauchst Du für gemeine Zigaretten!" ,, Aber erlaub' mal, Rudi, die Sorte führt Baron von Tabakzcy." " Ja, der hat aber auch ein silbernes Etui." 0000 Tm Bureau. ,, Wie machen Sie es nur, Herr Kollege, daß Sie bei dem fühlen Wetter immer so hübsche warme Hände haben?" ,, Ganz einfach, ich setze mich drauf." 2 Scherzfrage. ,, Was haben die Genügsamen und Ungenügsamen gemein?" Beide sind mit wenigem zufrieden." Mädchen( das Tags vorher gekündigt hat):" Gnädige Frau, ich habe einmal gelesen, daß plögliche Freude töten fann; darum bereite ich Sie langsam vor, daß- ich wieder bleibe!" ,, Gut, wir werden Sie als Zugführer unserer Kleinbahn anstellen. Sie haben pünktlich dafür zu sorgen, daß Ihr Mittagszug immer so um Abend herum auf der Endstation einläuft." Vokativus. Redakteur:„ Was halten Sie von dem neuesten Jahrgang unserer Zeitschrift?" Herr( Liebhaber eines guten Tropfens):" Ich lobe mir die älteren Jahrgänge!" Berantwortlicher Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. Drud und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. - ,, Mit welchem Lüderjahn hast Du in meiner Abwesenheit denn wieder gefneipt, Du Säufer!"" Mit Deinem Bruder!" Anspielung. A.: Ich habe zu dem Herrn dort drüben französisch gesprochen, aber er verstand mich nicht." B.:„ Das glaube ich, er ist ja auch Franzose." Was daraus werden wird. ,, Wird das Stüd, an dem Sie jetzt arbeiten, ein Lustspiel oder eine Posse?" " Ich schwanke noch." sog Qun sang 8 De Bahndscheigkarden. Neujahrscherläbnis des Gemeenderadsmidglieds Huberlob. enne scheene Neijahrschbescherung is m'r heier bassicrd. Na, wenn' ch noch alleene d'rbei bedheeligd gewesen wäre, mechd's gehn, so aber bardizibieren meine Alde und zwee hoffnungsvolle Schbreeßlinge bei der mir. aißerschd fadalen Sache. Alljährlich am Neijahrschdage undernehm'' ch mit meiner Familije änne fleene Schbridze nach der Schdadt, erschdens, um den vielen Gradelationen ze endgehn, zweedens, um ämal andre Larven ze sähn, denn in unsen Nesde bleibd's merschdendeels dad'rbei immer bein Alden. In der Schdadt mach' m'r dann so beh a beh, das heeßd usf gud Sächsisch, in Gänsemarsch durch alle Schdraßen, m'r frain uns iber de gebudzden Großschdädter und iber de vielen Hans wärschde, die da' rum loosen und hail'n uns de Dogen aus ' n Robbe, wenn ä Leichenwagen iber'sch Flasder rasseld. So ooch heide. Wie m'r so ä Schdundner finfe underwegs waren, guckd'' ch mich ämal nach' n Hindermann um, und da sahk' ch, daß Karle bidderlich weende, der Chrisdlieb zog ooch änne Flebbe, wie unſe ſcheckche Kuh, und Guste meine zweede Hälfde saht aus wie ä Abreißkalender an cendreiß'gden Dezember- alles meerschdendeels lauder Anzeechen dafir, daß se nu nach meiner unmaßgäblichen Meenung Hunger und Durschd verschbieren daden. Das rihrde mei gudes Vaderherz wie änn Schdeen, und da vor uns der Bahnhof schdand, gondeld' ch druff zu und mei Eheschdandsdrama d'rhinderher. M'r gingen aber nich de große Drebbe muff, sondern durch änne Seidendire ins Gebeide, durchliefen zwee Gänge und schdanden bledzlich uffn sogenannden Berron. A alder Gebäckfarr'n diende uns rechd fraindlich als Schaislongich, wie mersch so nebenbei benamsen dud, m'r rickden alle Vier so sachdchens hibsch nebeneinander, und Gustel backde ooch glei de Bemm'n aus. Herrgodd hadd m'r aber änn Hunger, unsre Kauwerkzeige machd'n änn Schbeckdakel wie zwee Rangschiermaschinen, und das mochde ooch dr'an Schuld sin, daß m'r nich geheerd hadden, wie hinder uns änne Dire uffgemachd wurde. Bledzlich m'r liegd's heide noch ganz nibbbernäbsch in d'n Underdanen brilld uns eener an: Bahnschdeichkarden, wo ham Se de Bahnschdeigkarden!" Dheil'ger Bimboom, hadde der Kerl ä Miaul, m'r warsch bloß Angsd um meine Familije, den beeden Jungen schdak noch ä vierdel Kilo Brot in'n Halse, vor Schreck fonnd'n se nimmehr schlucken, und d'r Gustel war'n de Beene eingeschlafen: mit een Worde,' s war Se änne färchderliche Siduation. Nachher aber meend' ch: ,, Nähm Se's nur nich fir ungidig, mei Gudsedr, m'r ham uns bloß ä bissel heislich niedergelassen, mei Name is Huberlob, Gemeenderadsmitglied in Schnabbhausen. Mid was kenn' m'r denn dienen?" Na, ich will von unser langen Dischbudation merschdendeels rechd scheene schdille sin,' s Ende dad'rvon war, daß m'r der Herr Bahnschdeigschaffner so hadd'r sich vorgeschdelld- barduh befahl, in de Vorhalle ze gehn, und in den Bahnschdeigfardenaudemad sold' ch dord vier Zehnbfenger rechd scheene eenzeln' neinwerfen, und de Karden, die da unden' raus kämen, mißd ' ch midbringen, ich sollde mich dr'zu halden, de Gustel und de Jungen blieben d'rweile da ich lief schon, denn der hädde, weeß hole, änne Schbrechmaschine mauldod gemachd. Nee, so ä imberdinendes, schwindsichd'ges Brofil. In der Vorhalle war'n ooch zwee Audemaden glei' neben' nander; ' s merkwürd'ge dad'rbei aber war, daß de Leide immer ihr Geld in den eenen,' neinschdeckden, und an den andern fee' Mensch' ranging. Nee, sein die aber helle, dachd'' ch und vier Nickel aus der Sonndagswesde und schdeck' se eenzeln mid den in meiner Familije erblichen Verschdand zog' ch oben in den scheensden Audemaden' nein, unden kam nachher ooch allemal, wenn' ch ä Schieberle' rauszog, de Bahnschdeigkarde zum Vorschein,' s gab m'r viel Schbaß. Und wie de Karden nobel rochen, herrjehmerschnee, m'r lief's Wasser in'n Maule zesammen. Nu aber' naus zur Gustel. Richtig, se schdanden alle Viere noch uff een Flecke, und indem daß' ch Se nähmlich änne rechd niederdräch dig Vissage uffschdeckde, ieberreichd' ch mid der Wirde eines Schbaniers meine vier Bahnschdeigkar den. Was nu weider wurde, ich will's meeglichst schnell iebergehn: Gerschd ä furchdbares Gebrille von den Bahnschdeigschaffner, nachher ä dido komblimend bein Herrn Schdationsvorschdand und Berappen von finf Märkerchen wegen unnadirlichen Bedredens des Bahnschdeiges, und ze allerledzd kam de Blamasche. Nee, das heehn'sche Gefeire! Konnd'' ch denn aber doch wissen, daß ' ch Geld in änn Schufeladenaudemad geworfen hadde, und daß de scheenen wohlriechenden Bahnschdeigfarden Schufeladentafeln waren? Gerade in d'n falschen Kasden hadd'' ch meine Nickel versenkd, da, wo die vielen Bassaschiere sich' rumschlängelden, schdand der Audemad fir Bahnschdeigkarden, den andern hadde ä so infamchder Schukeladenjude merschdendeels desd'rwegen glei' d'rneben uffgeschdelld, damit rechd viele dumme Gimpel eingehen sollten und ich war eener d'rvon. Richtiger name. Kommerzienrätin:„ Nun, wie wollen wir denn unser Kind nennen?" Kommerzienrat( cben geadelt): Wie wir sie nennen wollen? Nu, natürlich Adelhaid!" ( Bu nebenstehendem Bilde.) Dame:„ Wer ist denn jener Herr, der uns jeden Morgen hier begegnet?" Herr:„ za! Das ist ein ganz eigentümlicher Kauz, der hatte nämlich das große Schwein, einen schönen Backfisch zu heiraten, dessen Vater, ein geriebenes Huhn, ihm einen Haufen Goldfüchse mit in die Ehe gab, welche er sich in seiner Pferdehandlung zusammengespart hatte. Nach der Hochzeit merkfe er jedoch, daß aus dem süßen Käfer ein alter Drache sich entwickelt hatte, und so sitt er jeden Abend im„ Schwarzen Bär", kauft sich einen riesigen Affen und führt am anderen Morgen seinen Kater nebst seinen Hunden im Tiergarten spazieren!" N5 Seine Entschuldigung. Indiskrete Frage. Oberförster: ,,. Dem Herrn Grafen hab' ich heute einmal tüchtig die Wahrheit gesagt!" Verwalter: Wie haben Sie denn das gemacht, Herr Oberförster i" Zoologische Auskunft. THET FNITZSCHE Kasernenhofblüte. Wachtmeister:„ Rekrut Müller, stellen Sie sich nicht so nahe an den Kopf Ihres Pferdes, sonst frißt es Ihnen das Stroh bei den Ohren heraus!“ Triumph. In einer kleinen Stadt hat sich eine Bude mit allerlei Sehenswürdigkeiten etabliert. In großen Buchstaben prangt die Anzeige:„ Um 12 Uhr Fütterung der Menschenfresser." Wie erstaunen aber die Besucher als sie die„ Menschenfresser" ganz solide Kartoffeln zu ihrem Mahle verzehren sehen! Auf die Anfrage eines erstaunten Besuchers antwortet der Direktor: Aber, meine Herrschaften, das ist ja gerade der Triumph meiner Dressur, die Kerle zu Vegetarianein gemacht zu haben!" Rechtfertigung. Kommerzienrat:„ Einem so leichtsinnigen Menschen wie Sie werde ich meine Tochter nie zur Frau geben. Sie sind mir als Verschwender bekannt, und zu einem Menschen, der den Wert des Geldes nicht zu schäßen versteht, kann ich fein Zutrauen haben!" Freier: Aber Herr Kommerzienrat, ich beweise ja schon mit meiner Werbung gerade das Gegenteil!" Erklärt. A.:„ Die Wohnungen in diesem Hause sind schrecklich feucht!" B.: Kein Wunder, das Gebäude ist ja ausschließlich von Trinkgeldern erbaut;- der Besitzer war früher Hausknecht!" L Vor dem Geburtstag des Landesfürsten. Unteroffizier: Mit Ihren frummen Beinen wollen Sie tanzen? Das muß ja das reine Säbelduell sein!" 24 Die kluge Mutter. Backfisch( im Theater):„ Mama, der Assessor da drüben sieht mich fortwährend an!" Mutter: So sieh weg aber recht freundlich!" Zufälliges Gespräch. A.:„ Warum nennt man einen, der hingerichtet werden soll, einen armen Sünder?" B.: Weil ein reicher Sünder nicht hingerichtet wird." In der Oper. Erster Komponist: Ist diese Melodie nicht von mir?" Zweiter Komponist: Noch nicht!" Entsetzlich. ,, Denken Sie sich, als ich gestern das neue Schauspiel gesehen, hatte ich in der Nacht darauf einen schrecklichen Traum!"- ,, So! Was träumte Ihnen denn?"„ Mir träumte, ich müßte das Stück noch einmal ansehen!" ,, Was, schon wieder bringen Sie den Kerl? Und gestohlen hat er wieder? Was fällt denn Ihnen ein? Kaum vorgestern haben wir Sie zum dreizehnten Male rausgelassen, und Sie versprachen uns, sich endlich zu bessern." -Entschuldigen S', Herr Amtmann, die Nummer dreizehn hätte mir Unglück im Leben bedeutet." * Auf dem Sekundär- Bahnhof. Zwei Stunden warte ich nun schon auf den Zug. Es ist zum Umkommen. Sagen Sie, Herr Stationsvorsteher, was ist das für ein Kirchhof, den man dort sieht." „ Der Kirchhof gehört unserer Eisenbahngesellschaft. Da sind alle Reisenden begraben, die gestorben sind, während sie hier auf den Zug warteten." Variante. A.:,,Wie geht es Ihnen in Ihrer neuen Wohnung?" B.:" Ich bin unglücklich! Ich habe eine Zimmernachbarin, die Klavier spielt und A.: Jung oder alt?" B.: Sie ist zu jung, um nicht zu spielen, zu alt um ohne Hund zu sein!" 2200 Angenehme Gattenliebe. Warum haben Sie denn Ihren Mann so verhauen, Frau Müller?" -„ Oh, der Taugenichts; er wollte zur Arbeit gehen, ohne mir einen Abschiedskuß gegeben zu haben!" pho IID งาน อ Ū_svg uubQ อ นฺ นว qv_NU" 8 л ( g) 3:26 g! อ นา อน 3. " 24 แอ น นอน qu Be the sun w apiu anu sa" sure sang ap la ga po p L gag Dies und Das Holsteinische Sagen. Von dem Schlosse Jersbek in Südholstein, so lesen wir in„ Das Land", sei folgende Ueberlieferung mitgeteilt. Ein früherer Besitzer des Gutes hatte seinem Diener erlaubt, in allen Büchern seiner reichhaltigen Bibliothek zu lesen, mit Ausnahme von einem, das er nicht anrühren sollte. Als der Besitzer nun an einem Sonntage zur Kirche fuhr, nahm der Diener trotz des Verbotes das fragliche Buch zur Hand und las darin. Und während er nun las, kamen kleine Männer ins Zimmer, und je länger er las, desto mehr Männer erschienen. Sie verlangten Arbeit von dem Diener. Dieser schüttete einen Beutel mit Erbsen aus. In einem Augenblick waren diese aufgesammelt, und die Männchen verlangten neue Arbeit. Der Diener holte eine Menge krauser Pferdehaare, die die Zwerge klopfen sollten. gerade Währenddessen kam der Besitzer von der Kirche heim. Er sah gleich, was sich zugetragen hatte. Er fragte den ratlos dastehenden Diener, ob er das Buch rückwärts lesen könne, doch mußte der verneinen. Als der Graf nun damit begann, waren bald die Männchen verschwunden. Ob das sonderbare Buch noch heute in dem Schlosse zu Jersbek aufbewahrt wird, wissen wir nicht. Im Volke aber lebt noch jetzt die Ueberlieferung. Die geliebten Fremdwörter. Kürzlich trat ich in einem kleinen Städtchen in einen Papierladen und forderte ein Päckchen BriefumBilderrätsel. Goethe 1° √st e Tauschrätsel. Laon Pacht Mähre Ring Laden schläge. Sie meinen wohl Kuverte( deutsch ausgesprochen)?" ,, Nein, ich meine Briefumschläge."" Ja, die werden aber Kuverte genannt." ,, Gut, dann geben Sie mir solche!" Ich erhalte das Verlangte, aber was steht auf dem Umschlag? Enveloppes. Sie wollten mir doch Kuverte geben, das sind aber Enveloppes." mm Ein Vorschlag zur Güte: In Zukunft sollen auch die Herren sich der von ihnen so vielbefeindeten Hutmode unterwerfen. Unsere Rätselecke M anderes Wort verwandeln. Sind die richtigen fünf Wörter gefunden, so nennen die fortgelassenen fünf Buchstaben einen von zwölf Brüdern, während die neu aufgenommenen( die letzten in umgekehrter Reihenfolge) einen Frauennamen ergeben. Arithmogriph. 6 13 1 3 4 5 2 9 16 16 6 10 6 7 11 Va 13. 8 9 10 11 12 Jedes der obigen fünf Wörter läßt sich durch Aenderung eines Buchstabens in ein Man ersetze die Zahlen in den Feldern der Figur so durch Buchstaben, daß die eine Senkrechte den Bewohner eines deutschen Königreichs, die andere den Vornamen eines beliebten Dichters nennen. Die eine Wagerechte ist der Name von zwei Brüdern, die in der neuesten Zeit als Erfinder berühmt geworden sind, die andere Wagerechte ist der Name einer preußischen Insel. 7 7 68 12 Wenn ich Kuverte bestelle, bekomme ich immer solche mit der Aufschrift: Enveloppes."( Deutsch ausgesprochen.) So hatte ich Briefumschläge gefordert, Enveloppes erhalten, aber Kuverte bezahlt! Heitere Genügsam. Єcke. Besuch: ,, Sie haben sich ja jetzt einen Laubfrosch gekauft, Herr Müller!" Herr Müller:" Ja, wissen S', in meiner Wohnung wars immer so still; da hab i' mir halt den Laubfrosch ang'schafft, damit a' bissel mehr Leben' reinkommt!" Drastische Abfuhr. A.: " Der Kaufmann Schmitt behauptet ja, sich jetzt ein eigenes Fischwasser gepachtet zu haben?!"- B.:,,Ach was, der Renommiſt, eine leere Heringstonne wird er haben!" Durch die Blume. Junge Frau:„ Das Rezept zu diesem Gerichte, Männchen, hab ich einem französischen Kochbuch entnommen. Gatte:„ Hm, Maus, mit deiner Kenntnis der französischen Sprache scheint es aber sehr zu hapern!" Logogriph. Mit a bedrückts, mit u entzückts. Ein Hauch dazu und umgestellt. Mit a ist's fest, du brichst es nimmer, Mit u hast du es hier im Zimmer. Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer. Rösselsprung: Der du im Tale lebst, du träumst das Glück auf dem Berge. Der auf den Berg du gebannt, träumeſt das Glück in dem Tal. ( Jens Holmen.) Scharade: Vogelbauer. Merkrätsel: Veilchen, Dorfbewohner, Mastbaum, Sudeten, Unglück. Verfassung. Worträtsel: Stiefeltern. Berantwortlicher Redakteur: Paul Dschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 129. № 17. Neur Lelehalle Beilage zur Gießener Zeitung. Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Expedition: Selteramen 83. Merle orihin Klein. Geheime Dokumente. Novelle von Walter Kabel- Zoppot. ( 3. Fortsetzung.) Corsichtig begann der Hauptmann den Jungen nach seinen näheren Verhält nissen auszuforschen. Er tat dies mit der wohl berechtigten Neugier eines Menschen, der sich vorgenommen hatte, auch weiter für dieses Kind zu sorgen, das ihm das Schicksal gerade heute in den Weg geführt hatte, gerade heute, wo für ihn ein neuer Lebensabschnitt mit diesem ersten Mai anfing, er endlich Felicia Warrington die Seine wo nennen durfte. Was der Kleine ihm stockend erzählte, hatte er voraus= geahnt. Bill Sanders war das jüngste von sechs Geschwi= stern, die Mutter Witwe und arm, so blutarm! Sie wohnte da drau= Ben in dem verrufenen Vorstadt viertel, 1910. Augen aufmerksam jeden Gegenstand im Zimmer musterten, und wie es öfters in höhnischem Triumph in ihnen aufblitzte. Dann, als das Kind gesättigt war, bereitete er ihm auf dem Diwan in der Ecke ein weiches Lager, führte auch Rostan hinaus ins Schlafzimmer, damit der Hund den Kleinen nicht stören sollte. Nur das Licht auf seinem Schreibtische ließ er brennen, so daß der Hintergrund des weiten Raumes in graue Dämmerung gehüllt war. Spreewälderinnen beim Spiel:„ Wer hat den Schlüssel?" Ein Schlüssel zirkultert dabet unter den sehr umfangreichen Röcken der in einem Kreise fizenden Mädchen, und die Spielende muß erraten, wer den Schlüssel hat, was bei dem unauffälligen Weitergeben unter dem Schuße der weiten Röcke nicht leicht ist. das Percy nur dem Namen nach bekannt war. Nach allen möglichen Einzelheiten fragte der Hauptmann. Und immer schauten ihn diese so merkwürdig altklugen, fast lauernden Kinderaugen erst eine Weile nachdenklich an, ehe er eine Antwort erhielt." Arme, verschüchterte Seele, armer, kleiner Kerl!" dachte der mitleidige, weichherzige der ahnungslose, blinde Percy immer wieder, Percy, dem es vollkommen entging, wie dieselben - Bald hörte er auch, wenn er aufhorchend in seiner Arbeit eine Pau se machte, die tiefen regelmäßi gen A- temzüge. des ar= men Jungen, dem die Erschöp= fung sicherlich einen tiefen, traumlojen Schlaf brachte. So entschwanden die Stunden. Aber mit Hauptmann Giffords Arbeit wollte es nicht recht vorwärts gehen. Vergebens suchte er sich durch eine Zigarre und öfteren Genuß selbst übergebrühten Tees frisch zu erhalten. Seine Gedanken_irrten umschwärmten Felicia immer wieder davon, Warrington und zauberten ihm so eine große, große Sehnsucht ins Herz. Und in solcher Stim mung schaffte es sich schlecht. Mit verzweifelter " D26 pag gun u аром лабира иәф Pin by a to 7 Anstrengung konzentrierte er nach solchen Abwegen sein Denken aufs neue auf seine Aufgabe. Defters schon waren ihm die Augen vor Mudig keit zugefallen. Gewaltsam riß er sie wieder auf.. Er mußte ja fertig werden.... Mußte Eine weitere halbe Stunde verging. Percy Gifford war jetzt fest in seinem Schreibtischsessel eingeschlafen, den Kopf in die Hände gestützt, die auf der Tischplatte ruhten. Er schnarchte, und die lauten rasselnden, sägenden Töne, die bald an schwollen, bald zu einem dumpfen Schnauben sich milderten, brachten in die kleine Gestalt dort hinten auf dem Diwan plötzlich Leben. Vorsichtig richtete sich der Junge erst zu sitzender Stellung auf, glitt dann von seiner Lagerstatt herab und schlich lautlos zu seinen zerlumpten Kleidern, die, in einer Ecke zu einem Haufen geschichtet, unordentlich dalagen. In wenigen Sekunden hatte er sie übergestreift, ohne das geringste Geräusch zu verursachen. Das vorhin so leidensvoll aussehende Kindergesicht war jetzt vollkommen verändert. In diesen scharfen, spitzen Zügen, um diese fest aufeinandergekniffenen Lippen und in den forschenden, unruhigen Augen, die unermüdlich den Schläfer umspielten, wohnte die ganze frühreife Energie und Verderbtheit des Londoner Gassenbuben. Langsam schob sich der Junge über den weichen Teppich näher an den Schreibtisch heran, immer näher, bis er dicht neben seinem schlafenden, ahnungslosen Wohltäter stand. Eine schmutzige Kinderhand griff dann behutsam nach den Zeich nungen, nach den mit Zahlen und Worten dicht bedeckten Zetteln und zusammengefalteten Bogen, nahm sie Stück für Stück an sich, legte sie zu sammen und schob sie trotz des leichten Knitterns gleichmäßig sacht in die lederne Aktentasche. Nur an drei Blätter wagte sich die diebische Hand nicht heran.. Denn auf diesen ruhten fest Percy Giffords Arme. Bill Sanders der arme, kleine Kerl! hatte sein Werk fast vollendet fast! Noch hieß es, sich mit der Beute auch glücklich und ungesehen aus dem Staube machen. Und das war wohl das Schwerste.... Ruhig eilten jetzt seine Blicke über die Fenstervorhänge hin, prüfend und überlegend. Aber wozu sollte er wohl die schöne goldene Uhr, die da neben dem dicken Portemonnaie auf dem Mitteltische lag, nicht mit gehen heißen? Und Uhr und Geldbörse verschwanden gleichfalls lautlos in der Ledertasche.- Dann schlich der Junge zum Fenster und schlug die Stores zurück. Draußen graute bereits der Morgen. Eile tat nun wirklich not. Gewandt wie eine Katze kletterte er auf den Fensterkopf. Mit knirschendem Geräusche dreht sich der Fensterverschluß, der eine Flügel öffnet sich... In das stille Zimmer dringt von der Straße her ein dumpfes Aufschlagen, wie von dem Fall eines Körpers auf die Steinplatten des Trottoirs, darauf ein halb unterdrückter Schmerzensschrei hinein, der bald in wimmerndes Weinen verklingt... Klappend stößt die Zugluft den Fenster flügel wieder zu... Aber Percy Gifford er wacht nicht, träumt weiter von zwei roten, weichen Lippen, von Felicia Warrington, von seinem Glück... Zwei Stunden später findet der alte Diener seinen Herrn noch in derselben Stellung schlafend vor. Und nach weiteren zehn Minuten jagt der völlig verzweifelte Hauptmann in einem schnell herbei geholten Wagen dem Hauptquartier der Londoner Polizei in Skotland Yard zu, läßt sich bei dem diensthabenden Inspektor melden und trägt ihm den Fall vor, bittet um schleunige Hülfe, beruft sich auf die Wichtigkeit der gestohlenen Papiere und erreicht, daß ungesäumt alle verfügbaren Detektivs dem Jungen auf die Spur gehetzt werden. Mehr kann Percy Gifford für den Augenblick nicht tun. Völlig gebrochen kehrt er in seine Wohnung zurück.... Wenn die Dokumente nicht wiedergefunden werden, wenn sie ins Ausland, in die Hände einer fremden Macht gelangen, ist er entehrt für alle Zeiten... Ein Disziplinarverfahren wird dann gegen ihn eingeleitet, dessen Ausgangschimpfliche Dienstentlassung- kaum zweifelhaft sein kann.... Von ihm, dem gesellschaftlich Unmöglichen, wird sich jedermann zurückziehen, und Felicia muß er unter diesen Umständen aufgeben, muß.. * Auf der nach dem Parke zu gelegenen großen Terrasse des Landhauses der Lady Warrington sitzt an demselben Vormittag um die lange Frühstückstafel eine vergnügte Gesellschaft beisammen all die Damen und Herren, die der wolkenbruchartige Regen nach dem gestrigen Gartenfest in dem gastfreundlichen Hause zurückgehalten hat. Nur zwei sind darunter, die an der allgemeinen Fröhlichkeit nicht teilnehmen, sondern meist versonnen vor sich hinschauen und zerstreute Antworten geben, wenn jemand das Wort an sie richtet, Felicia Warrington und Lord Cowper. Dieser zerbricht sich schon den ganzen Morgen vergeblich den Kopf darüber, weswegen Felicia ihn plötzlich mit so auffallender Kälte und Reserviertheit behandelt, wo er sich doch bis jetzt seiner Ansicht nach die größten Hoffnungen machen durfte, baldigst durch die Millionen der Warringtons seine etwas stark in Unordnung geratenen Finanzverhältnisse für alle Zeiten regeln und dann einem Leben entsagen zu können, das selbst für seine an Aufregungen aller Art gewöhnten Nerven zu hohe Anforderungen an abenteuerlichen Wagemut und leichtsinnige Preisgabe des eigenen werten Ichs stellte. Denn seine vielfachen Verbindungen mit politischen Agenten fremder Mächte, denen er, der in den höchsten Kreisen Zutritt fand, wertvolle Dienste als Spion leistete, konnten nur zu leicht durch einen unglücklichen Zufall verraten werden und ihm eine Deportation nach einer der nicht allzu verlockenden überseeischen Verbrecherkolonien eintragen. Diesen nicht besonders angenehmen Reflexionen hing Lord Cowper mit selbstquälerischer Beharrlichkeit nach, während um ihn her das klingende Lachen der jungen Damen ertönte und seine Bekannten ihn erfolglos wegen seiner Schweigsamkeit immer häufiger mit allerlei Neckereien verfolgten. Man war eben von dem ,, lustigen, schönen Edward" etwas anderes gewöhnt als dieses trübe Vorsichhinstarren und dieses gezwungene, geistesabwesende Lächeln... Unwillkürlich glitten Cowpers Gedanken von der Person Felicia Warringtons zu Percy Gifford hinüber, den seine Rusine gestern ebenso sehr bevorzugt, wie sie ihn selbst zurückgesetzt hatte. Ein hämisches Grinsen umflog die dünnen Lippen des verkommenen jungen Edelmannes, als er jetzt daran dachte, daß der gefürchtete Nebenbuhler, falls der Diebstahl der Papiere glückte, für immer beseitigt sein würde. Und die Erwartung auf einen erfolgreichen Ausgang dieses gegen den Hauptmann gerichteten Streiches ließ plötzlich all die unerfreulichen Ueberlegungen von ihm abfallen und gab ihm eine beinahe tolle Lustigkeit ein, überdie sich aber bei ihm niemand wunderte, da man an seine wechselnden Launen längst gewöhnt war. ( Schluß folgt.) und ich suche Sie seit Wochen überall. Von dem Ihnen anvertrauten Hut will ich noch gar nicht reden." Da schlug die so Angeredete beide Hände vor das Gesicht. Ein Schluchzen stieß sie unbarmherzig hin und her. „ Der Hut- der teure Hut" Miß Howfield zog sie mit sanfter Gewalt näher zu sich heran. Erzählen Sie uns jetzt alles, Kind! Ihnen soll nichts geschehen. Hören Sie-- weder Strafe noch Ersatzanspruch wird Sie treffen, wenn Sie die volle Wahrheit sprechen!" Und endlich beichtete das Mariechen. Durch Sturm und Regen habe sie sich tapfer hindurchgerungen und sei auch glücklich an die ihr bezeichnete Haltestelle der elektrischen Straßenbahn gelangt, als ein Heftiger Windstoß sie packte ihr die Schachtel entriß und sie pfeilgeschwind entführte. Natürlich stürzte sie ihr sofort nach ja, auch noch ein paar Mitleidige beteiligten sich an der Jagd. Es wäre sicher gelungen, der Schachtel wieder habhaft zu werden, wäre nicht im entscheidenden Augenblick ein Auto über dieselbe dahin gesaust.... Die losen zerbrochenen Pappwände hätte der wilde Sturm sofort entführt. Sie selbst sei vor Schreck und Angst ohnmächtig geworden. Als sie endlich in einem Hausflur umringt von hülfreichen Menschen - zur Besinnung gekommen, wäre der Hut verschwunden Ins Geschäft zurück hätte sie sich nicht mehr gewesen. gewagt, weil ihr die Herrin ja zuvor ausdrücklich gesagt, sie hafte für jeden Schaden. Aus diesem Grunde sei sie auch den Ihren ferngeblieben. Auf Schritt und Tritt habe sie gefürchtet, entdeckt und abgeführt zu werden. Darum habe sie sich von ihren Spargroschen, die sie stets um den Hals in einem Beutelchen getragen, einen alten Jungenanzug gekauft und arbeite in dieser Verkleidung seither bei Meister Stichling. Das klang so ehrlich und klar, daß die beiden Zuhörer auch nicht einen Augenblick an der Wahrheit des Erzählten zweifelten. Wenn nur jenes neue Rätsel, wie die alte Haushälterin in den Besitz der Federn gekommen, sich nicht immer drohender und finsterer zusammengeballt hätte! Meister Stichling gab, nachdem er alles erfahren, dem Lehrling bereitwillig die Erlaubnis zu einigen Freistunden. Nur mit der verlangten und auch in dem nächsten Geschäft sehr schnell bewirkten Verwandlung des Geschlechts zeigte er sich nicht sofort einverstanden. Aber schließlich wußte er sich darein zu finden. II Das Mariechen in der Mitte, eilten sie jetzt der Wohnung des Professors entgegen.. Frau Schmidtchen weinte immer noch hinter der verschlossenen Tür. Erst die Drohung des Professors, daß er gewaltsam werde öffnen lassen, wenn dies binnen fünf Minuten nicht freiwillig geschehen sei, brachte sie zur Nachgiebigkeit. Zitternd mit vor Weinen dickgeschwollenem Gesicht stand die brave Alte schließlich vor ihnen. Der Professor redete ihr sanft und tröstlich zu. " Liebe, alte Schmidtchens, ich weiß ja doch, daß Sie nichts Unrechtes getan haben. Nur Aufklärung sollen Sie uns geben!" Da stieß sie, von neuem in ein Weinen ausbrechend, angstvoll hervor: " Doch, Herr Professor, ich habe was Unrechtes getan. Seien Sie nicht so gut mit mir! Ich bin eine ganz schlechte Person... Ich habe die alte, zertretene Kiepe mit den verschmutzten Federschwänzen dran auf dem Spittelmarkt gefunden und mitgenommen." „ Aber wozu denn nur? liebste Schmidtchen? Sie tragen doch, solange ich Sie kenne, Ihr Kopftüchlein. Sagen Sie uns in aller Welt, was wollten Sie mit dem Hut?" Da blinzelte sie ihm beinahe ein bißchen fröhlich aus den verweinten Augen zu und öffnete vollends die Tür der Küche. In der Nähe des kleinen Herdes, in dem ein gemütliches Kohlenfeuer knisterte, in die wärmste und dunkelste Ecke hineingesprengt, stand etwas, das sich bei gründlicher Untersuchung als ein mächtiger, einstmals weiß gewesener Fälbelhut darstellte. Und drinnen quiekten dehnten und reckten sich über- und nebeneinander acht allerliebste kleine Miezchen, die die alte treue Katzenmutter in einem ziemlich verspäteten Nachsommer ihres Lebens der alten Schmidtchen geboren hatte... Da brachen sie alle in ein helles befreiendes Lachen aus. Als Miß Howfield die Augen hob, um zu er= gründen, was Professor Krüppling wohl in dieser Sekunde denken mochte, stieg ihr eine glühende Röte ins Gesicht.... Seine Augen sprachen eine große, innige Bitte aus zu ihr hinüber. Und sie wußte plötzlich, daß ihr für den verlorenen Hut etwas anderes ungleich Wertvolleres das ihr weder Sturm noch Regen entreißen sollte, beschert worden war. # 315/ 3/ 5: 3: 3: 3: 3: 3: 3:===: 3: 3: 3: 3: 3: 3: 3: 3: 3: 3: 3: 3: 3: 2 S üße Milch in meinen Kannen, Aber sauer ist mein Weg; Früh vor Tage durch die Tannen Wandr ich auf dem steilen Steg. Ach, und komm ich an die Schmiede, Wo am Baum die Haseln stehn, Brennt mich was im Augenlide, Muß mich schnell zur Seite drehn. Wohl die Funken seh ich jagen, Und der Hammer dröhnt und schallt Keiner hat so schön geschlagen Mariele. Wie mein Schatz, der Schmied im Wald! Freilich manch ein guter Bolzen Und es macht ihm ewig Gram Ist ihm auf dem Herd zerschmolzen, Wenn ich just vorüberkam, Reichte kühle Milch dem Heißen, Und er hat sie nicht gespart; Lachend strich er sich die weißen Tropfen aus dem braunen Bart. Alles hätt ich gern gegeben, Keiner sprach so schönen Dank. " Grüß dich Gott!" und durch die Reben Ward der Weg dann nimmer lang. Lange noch auf meiner Wange Feuersglut der Esse lag, Und gesellig klang noch lange Hinter mir sein Hammerschlag. Jetzt der Pfirsisch an der Mauer Steht in Blüten rosenrot, Aber mir in meiner Trauer Sind die Blüten taub und tot. Tropfen sind im Brunnen viele Mancher tut mir freundlich gar Aber niemand ruft„ Mariele", Wie er rief vor einem Jahr. Aus dem Land ist er gegangen, Uebers Meer, zu Schiffe weit Weiße Milch und weiße Wangen Saurer Weg und saures Leid. Ilse Frapan. II II II II и д laus uaq uoLG goou qu and the sa gun que& 916 чаро фри лә эзләүизион Билбилни 3 Ein schlanker Junge kaufte allerhand gute und nützliche Sachen auf: Mehl, Schwarzbrot, Kaffee, Kakao und zuletzt sogar ein Täfelchen billiger Schokolade, reichlichst mit Haselnußkernen gespickt. - Wie ein Blitz durchfuhr es sie... Das ist trot der Knabenkleidung- die Stimme der kleinen Mary. Nur muß ich ihre Augen noch sehen Und auch ihre Augen waren es! Kein Zweifel, sie hatte das scheue Kind gefunden. Was aber sollte die seltsame Verkleidung bedeuten? Einen Augenblick überlegte sie, ob sie das Mariechen am Arme packen und bei Namen nennen sollte. Aber sie verwarf es sofort wieder. Wie leicht konnte sich ihr das flinke, verängstigte Kind entreißen und wieder in den Strom der Menge urteilen! untertauchend sie zu erneutem rastlosen Suchen verUnauffällig schlich sie ihr daher nach, zahllose Straßen überquerend, zuweilen laufend und springend, um die Leichtfüßige nicht aus den Augen zu verlieren. Endlich machte das Mariechen vor einem kleinen, unscheinbaren Laden halt, der als Inhaber den Schneidermeister Stichling" benannte. Nachdem die Kleine im Innern verschwunden war, wartete sie draußen eine reichliche Stunde. Aber das Mariechen blieb unsichtbar. Da gelangte die kluge Amerikanerin zu der Ueberzeugung, daß das kleine Laufmädchen vielleicht in der Werkstatt des Meisters untergekrochen sei und ihm mit Nadel und Schere tatkräftig zur Seite stehe. Diese Nacht wandte Miß Howfield nicht zum Schlafen an. Unablässig arbeiteten ihre Gedanken. Nicht dem Detektiv, dessen Interesse erkaltet war, wollte sie die neue Entdeckung mitteilen... sondern dem Professor Kruppling davon erzählen. Ein deutsches Mädchen hätte vielleicht arge Bedenken getragen, dies zu tun. Allein sie war so völlig beherrscht von dem Glauben an sein klares Raten, daß daneben ein persönlicher Gedanke gar nicht Raum gewann. Gegen zehn Uhr am Morgen des nächsten Tages stand sie in dem Flur des Hauses, das ihm neben vielen andern ein Heim bescherte. Es war ein altes, solide gebautes Haus, das noch nichts von dem modernen Eingange für Dienstboten" wußte. Die Tür zum Durchgang nach dem Hof ſtand offen und ließ eine Schar munter spielender Kinder sehen, aus deren Mitte sich ein Knabe löste und mit stolzen Schritten auf sie zukam. Er trug einen zerrissenen bunten Schal über der rechten Schulter, an der Seite ein langes Lineal als Schwert und auf dem blonden Kopf seine eigene alte Mütze, von der zerknickt beschmutzt ein langer wehender Schmuck herabhing, bei dessen Anblick Miß Howfield einen leichten Schrei nicht unterdrücken konnte. Im nächsten Augenblick hatte sie dem erschrockenen Knaben die Zeichen seiner Würde heruntergerissen und starrte darauf nieder, bis ihre Augen brannten. Woher hast du dies?" fragte sie endlich und tippte auf den wie traurig wehenden Schmuck. Seine anfängliche Erstarrung war einem echten, wilden Jugendtrotz gewichen." Gefunden", sagte er pazzig und wollte ihn ihr entreißen. Sie aber hielt fest und schlug einen Ton freundlicher Bitte an. " Ich will es dir auch nicht fortnehmen. Nur erzählen sollst du mir, woher du es hast, und zur BeSage an, wo hast du dieses gefunden!" lohnung werde ich dir eine große Düte Kandy kaufen. Die Aussicht auf süßen Lohn stimmte ihn friedlicher. Stimmchen klangen wichtig durcheinander: Die andern Kinder drängten sich neugierig hinzu. Die geschmissen." " Die Krupplingsch hat et heite morgen aus det Fenster " Wer ist das", fragte Miß Howfield, diesmal ihren sonst so scharfen Ohren nicht vertrauend. " Da wohnt sie," sagte eine Sechsjährige und deutete mit der Hand, die noch deutliche Sirupspuren trug, die nächste Treppe empor. Sie kocht dem Professor." ,, Ah.. die Haushälterin, und die hat dies wirklich fortgeworfen?" " Wahrhaftig", sagte die Kleine mit drolligem Ernst, mich grad auf den Kopp, Fräulein!" Da zog sie die silbergewirkte Börse aus der Tasche und reichte jedem der Kinder einen Nickel hin. " Dafür kauft euch etwas recht Schönes, und du, kleiner König," hier wandte sie sich zu dem, der den Schmuck getragen, überläßt mir dies gegen ein Silberstück, das deine Mutter dir in eine Sparbüchse tut!" Nun fand er nichts mehr gegen seine Beraubung einzuwenden. Schon eilte sie die Treppe empor, riß an der Klingel, stürmte an der alten erschrockenen Person, die ihr geöffnet, vorüber, auf den Professor zu, der, zum Ausgehen bereit, im Hintergrund des Korridors stand. Was soll ich jetzt tun, Herr Professor?" rief sie ihm entgegen." Sehen Sie her, dies sind die traurigen Reste meiner beiden kostbaren Federn, die auf jenem großen weißen Fälbelhut der kleinen Mary übergeben wurden!" Der Professor konnte wiederum ein leises Befremden nicht unterdrücken. Und wo haben Sie dieselben gefunden?" ,, Auf dem Kopfe eines Kindes, das in Ihrem Hausflur mit den Genossen spielte. Und Ihre Wirtschafterin hat sie heute morgen zum Küchenfenster hinaus auf den Hof geworfen." Der Professor machte eine Bewegung mit den Händen zu seiner Stirn hin. " Frau Schmidtchens, bitte, erklären Sie mir das!" Aber die Brave verspürte nicht die geringste Neigung dazu. Sie verhüllte das Gesicht mit der Schürze, lief in die Küche und drehte den innensteckenden Schlüssel zweimal herum. Kein Bitten zwang sie zum Deffnen. Da erzählte Miß Howfield dem Professor auch noch von ihrer zweiten Entdeckung. ,, Am besten ist es, ich begleite Sie jetzt sofort zu dem Schneidermeister Stichling. Unterwegs werde ich ein Telegramm aufgeben, daß ich erst in einigen Stunden in meiner Klinik erscheinen kann." Sie sah ihn dankerfüllt an und schritt stumm und erregt neben ihm dahin. ... Der Professor erstand bei dem Schneidermeister, der sich als freundlicher Greis erwies, eine bequeme Hausjoppe und fragte danach, ob er nicht einen dienstbaren Geist im Hause habe, der sie ihm sogleich überbringen könnte. Der Alte lächelte schlau. " Der ist schon vorhanden. Aber augenblicklich kocht er uns die Morgengrüßze." Die beiden wechselten einen bedeutsamen Blick miteinander. " Ein Junge und kochen," meinte der Professor ungläubig, das gibt es doch nicht." Nun geriet der Meister ins Prahlen. Meinen Sie det wirklich? Ich sage Ihnen, der Bengel kann noch ville mehr. Klöße macht der Ihnen Klöße, sag ik bloß" Und seine Augen nahmen den Ausdruck heller Verzückung an. ,, Sie machen uns wirklich neugierig. Wie wäre es, wenn Sie an seiner Stelle jetzt ein wenig die Grütze rührten und ihn uns zur Besichtigung herschickten?" Der Meister lachte gutlaunig, weil er die alte Joppe für ein hübsches Stück Geld losgeschlagen hatte, und schlurfte willfährig hinaus. Wenige Augenblicke später stand ein schlanker, braunäugiger Junge vor ihnen. Jetzt war kein zaudern und Ueberlegen mehr in Miß Howfields Seele. Die Gegenwart des Professors stärkte ihren Mut und ihre Besonnenheit. - " Mary", sagte sie leise, liebe, kleine dumme Mary, was machen Sie nur? Wozu diese Verkleidung?- Ihre arme Mutter grämt sich Tag und Nacht um Ihr Verschwinden. Ihr kleiner Bruder welkt sichtlich dahin, Der verlorene Hut. Von Käte Lubowski. rofessor Kruppling hat Sie geheilt?" und ( Schlußz.) " Vollständig. Er festigte meinen Willen mein Vertrauen in meine eigene zusammengebrochene Kraft, daß ich unter seinen Augen allmählich wieder zu einem Geschöpfe mit aufrechtem Charakter wurde. Sein Einfluß auf mich ist bis zum heutigen Tag ein so gewaltiger geblieben, daß ich mich in erster Linie um seinetwillen schäme, würde ich auch nur der leisesten Anwandlung der früheren Schwächen nachgeben." Aus Miß Howfields Augen leuchtete eine neue Hoffnung. ,, Er verachtet also solche Kranken nicht?" " Keineswegs. Aber er zeigt ihnen rücksichtslos die zur Heilung macht." Folgen ihres schlafenden Wollens, ehe er einen Versuch Wenn nun aber bereits jemand unter diesen Folgen helfen?" zusammengebrochen wäre, kann er auch dann noch Darauf vermochte die Holländerin keine befriedigende Antwort zu geben. Begleiten Sie mich heute abend doch zu ihm! Dann werden Sie am sichersten über alles unterrichtet." Und dazu entschloß sich Miß Howfield dann auch nach kurzem Zögern. Es war eine lehrreich und beruhigend wirkende Stunde für Miß Howfield. Aus Professor Krupplings Sonorer Stimme klang so viel echte Menschenliebe, daß sie am Schluß des Vortrages zur Ausführung brachte, was lange in ihr nach einer Antwort gesucht hatte. Er mußte ihr in der dunkeln Angelegenheit, die sie so ganz aus dem Gleichgewicht geschleudert hatte, einen Rat er teilen. Den Bekannten aus der Pension, mit denen sie gemeinsam hierher gekommen, sprach sie in der Garderobe von einem unaufschiebbaren Besorgungsgang, den sie noch heute erledigen müsse. Niemand quälte sie mit einer unbequemen Frage. Nur die Holländerin meinte mit einem verständnisvollen Neigen des Kopfes:„ Sie müssen allein sein, um die Fülle des Neuen zu überdenken. Ich kann das gut verstehen." Miß Howfield tat nichts, um diese Meinung zu widerlegen. Fest in ihren dunkeln Mantel gehüllt, erwartete sie den Professor vor der Tür. Sein Heraustreten würde ihr nicht entgehen. Er war viel größer und stattlicher als die andern. Sein edles, vornehmes Gesicht würde sofort ihr Auge fesseln. Ein leichter Ausdruck von Befremden glitt über seine Züge, als Miß Howfield an ihn herantrat und ihr Anliegen vorbrachte. Aber er las in ihrer Seele und empfand das leise Beben ihrer Stimme als eine Angst, von der er sie vielleicht erlösen könne. Darum wies er sie nicht ab. Sie schritt neben ihm durch den verdämmernden Tag und klagte ihm ihre Not. Alles Beiwerk ließ sie fort. Nur die Tatsachen zeichnete sie mit kurzen klaren Worten vor ihm auf. Er richtete den scharfen Blick voll auf sie und gewann den Eindruck, daß ein kraftvoller, ehrlicher Mensch nach seiner Hand fasse. Zwar lag ein Lächeln um seinen Mund, daß sie ihm so ohne weiteres die Fähigkeiten eines Detektivs zutraute, aber seine Worte klangen ernst und nachdenklich: ,, Als Psychiater vermag ich Ihnen natürlich keinen Rat zu geben. Dazu müßte ich das Mädchen zuvor beobachtet haben. Aber darf ich als Mensch, der die Menschen zu kennen meint, zu Ihnen sprechen?" Sie neigte bittend das Haupt. ,, Ist sie wirklich eine so zärtliche Tochter und Schwester, wie es den Anschein hat, würde die Nachricht von einer Erkrankung ihrer Angehörigen Wunder wirken. Die öffentlichen Säulen sind die gegebenen Träger für derartiges. Allerdings gebe ich zu, daß diese Art des Lockens hart ist." ,, Außerdem ist sie aber auch klug," sagte sie dankbar, ,, und gleich morgen soll damit versucht werden." " Damit wäre nun mein bißchen Weisheit in diesem eigenartigen Falle voll und ganz erschöpft. Dort drüben wohne ich schon. Der dunkle Schattenriß an jenem Fenster gehört meiner treuen Haushälterin, die bereits sehnsüchtig nach mir ausschaut." Sie reichte ihm die Hand entgegen. Er behielt sie länger, als dies sonst üblich zu sein pflegt, in der seinen. Es hatte auch den Anschein, als wolle er leise dem, was sonderbar verträumt und dunkel in seinen Augen stand, Ausdruck verleihen. Aber es unterblieb. Miß Howfield entzog ihm schnell die Rechte und lief gradeaus in den wogenden Nebel hinein, der die Lichtträger mit bläulichen Schleiern behing. Eine Weile ging sie planlos gradeaus. Es widerstrebte ihr, auf dem nächsten Wege die Pension aufzusuchen und über den Mann, den sie soeben verlassen, sprechen zu hören. Sie war ehrlich genug, sich einzugestehen, daß er einen starken Eindruck auf sie gemacht habe. Bisher war sie durch das Leben gegangen, ohne sich jemals andauernd von einer Stimmung beeinflussen zu lassen. Heute wollte sie eine traumhafte Mattigkeit, die beständig zunahm, besiegen. Sie raffte sich zusammen und dachte ernsthaft nach, was sie während dieses Tages eigentlich zu sich genommen hatte, und ward inne, daß es nichts gewesen, als am Morgen eine Tasse Tee und ein geröstetes Weißbrot. Darüber fand sie sich wieder zurecht lachte hell auf und trat kurz entschlossen in den ersten Laden, hinter dessen Fenster neben vielem anderen ein rosiger Schinken lockte. Drinnen wogte eine kauflustige Menge emsig auf und nieder. Sie hockte sich müde auf ein niederes Stühlchen, das irgendwo herumstand, und wartete geduldig, bis die Reihe des Befragens an sie käme. Die Augen leicht geschlossen, den Kopf auf die Brust geneigt, saß sie da... Plötzlich ließ sie der Laut einer Stimme auffahren. Sie wurde aufmerksam und lauschte. ( Fortsetzung auf Seite 6.) Bezugsp vorauszahlbar, vi Donnerstags un 1.50 Mt. frei „ Humoristische liegen wöchentli Seltersweg 83. nicht verlangter Nr. 61. Betr.: Kleinpflastera 2 Die Hebero über die Beiträ Berufsgenos heute an während Innerhalb weiterer gegen die Beitrag ftande Einspruch er Gießen, den Grokb Termitenbauten. Hervorragend eigenartige Termitennester, wie man ste in unseren afrikanischen Kolonien trifft, sind die sogenannten Hutpilznester einiger Entermesarten( s. Abb.). Diese aus Erde mit Quarzkörnern vermengten Bauwerke stehen wie Riesenpilze im feuchten Buschwald zu Gruppen um die Stämme der Bäume. Gigantischen Herenringen gleich, gewähren sie einen merkwürdigen Anblick. Eine noch seltsamere Abart dieser Pilznester sind solche, deren ,, Stiel" nicht bloß schlicht glatt, sondern der mit Von K. Diederichs. on jeher haben die seltsamen Nester der Termiten die zu den schwersten Werkzeugen, ja zu Pulver und anderen höchste Bewunderung aller Tropenreisenden erregt. Sprengmitteln greifen mußten, wenn sie das Innere der Und das mit Recht, denn zweifellos übertreffen diese Bauwerke aufdecken wollten. alles, was man an tierischen Bauwerken überhaupt kennt, bei weitem. Dazu treten die Termitennester innerhalb begrenzter Bezirke nicht selten in so großer Anzahl auf, daß sie der Landschaft ein besonderes, höchst eigenartiges Gepräge verleihen können. Zum Beispiel ist das der Fall in gewissen Distrikten Australiens, deren ,, Termitenstädte" berühmt sind. Hinsichtlich der Größenverhältnisse variieren die Bauwerke der Termiten sehr. Man trifft solche, deren Erbauer gleichsam erst in den Anfangsstadien der Baukunst stecken, neben riesengroßen, höchst vollendeten Bauten. Solche große Bauwerke sind z. B. die Hügelnester der kriegerischen Termiten Afrikas, die eine Höhe von zwei bis drei Meter erreichen, bei einem Basisumfang von acht bis zehn Meter, also tierische Bauwerke, die die Wohnungen der EingeGeöffnete Königszelle eines Termitenbaues mit der Puppe. borenen bei weitem überragen. Das Verblüffendste aber, was diese Insekten fertig bringen, leisten einige Termitenarten Australiens( 3. B. Entermes pyriformis), deren Nester wahre Turmbauten, von sechs bis sieben Meter Höhe und einem Basisdurchmesser von anderthalb Meter, darstellen. Diese Kolossalbauten sind nicht nur die größten Termitennester, sondern zugleich die großartigsten tierischen Bauwerke überhaupt. Beim Anblick derartiger Wunderwerke muß man staunen, wie es möglich ist, daß so winzige Tiere die Erbauer sind. Man lernt hier die Macht Hutpilznest einer Termitenart in Kamerun. des Kleinen in seinerganzen Wucht begreifen. Ebenso zahlreich wie die Termi tenarten selbst sind auch ihre Nestertypen. Keine einzige Art baut nach dem= selben Sche ma, ja nicht einmal immer die Mitglie= der derselben Fa= milie. Als Baumaterial dient zerkautes Holz und Erde; entweder beides zusammen oder jedes für sich allein. Den Kitt zum Verbinden der Masse liefert den kleinen Baumeistern ein Sekret, das aus besonderen Drüsen ausgeschieden wird. Damit führen sie ihre Häuser auf, die eine enorme Widerstandskraft und Härte besitzen. Forscher berichten darüber, daß ste mehreren etagenförmigen Krausen verziert ist. Aber nicht allein auf dem Erdboden bauen die Termiten ihre Nester, sondern auch bisweilen hoch oben im Geäst der Bäume; auch dort gibt es reine Erdnester, meistens jedoch sind die Baumnester aus Holzkarton verfertigt. So verschiedenartig das Aeußere der Termitenhäuser ist, so übereinstimmend ist meistens die innere Einrichtung derselben. Im Zentrum des Nestes befindet sich immer das wichtigste Gemach, die Kammer der Königin. Um diesen Kern, der ganz besonders fest und stark gebaut ist, gruppieren sich zahlreiche mehr oder minder umfangreiche Räume für die Brut und die übrigen Mitglieder des Staates, die Arbeiter und Soldaten. Das hervorragendste Wesen des Familienstaates ist die Königin. Sie ist von enormer Größe und in ihrer Zelle fest eingemauert. Ihrer alleinigen Aufgabe der Vermehrung und Ergänzung der Kolonie wird sie im größten Maßstabe gerecht. Ihre Fruchtbarkeit ist so enorm, wie vielleicht bei keinem andern Tier der Erde. Tag um Tag er folgt eine wahre Sand- am- MeerProduktion von Eiern; man hat bis zu 30 000 Stück am Tage gezählt. Und man bedenke: das dauert jahrelang fort! Zweifellos spie len die Termiten vermöge ihrer kolossalen Anhäufung und ihres Zusammenlebens von Millionen einzelner Individuen eine große Rolle in der Tierwelt. Das wird sogar der Mensch zu seinem eigenen Schaden gewahr. Kenner der Tropen haben oft gebehauptet, nug daß nicht die Durchschnittenes Hutpilznest einer Termitenart in Kamerun. großen Raubtiere am meisten zu fürchten seien, sondern vielmehr jenes Kleingetier: Mücken, Ameisen und Termiten. Tatsächlich gehören die letzteren zu den gefährlichsten und gefürchtetsten Schädlingen der Tropen. Nichts ist vor den gewaltigen Kiefern dieser Insekten sicher. Balken, Bretter, Leder usw., alles fällt ihnen zum Opfer. Besonders der Umstand, daß die Termiten Sprüche der Lebensweisheit. Die Wünsche des Volkes, die selten auf gründlicher Forschung beruhen oder aus etwas anderem als ihren augenblicklichen Empfindungen hervorgehen, stimmen selten mit echter Politik und wahrem Vorteil überein. Ein Hochzeitslied. Photographie und Verlag von Franz Hanffstaengl, München. völlig im verborgenen wühlen, macht sie so unheimlich und erschwert auch ihre wirksame Bekämpfung. Bis zum letzten Augenblick bleiben die Wände des befallenen Gegenstandes äußerlich intakt, um dann plötzlich und unerwartet in sich zusammenzubrechen. Auf diese Weise sind ganze Zimmereinrichtungen, ja so= gar Häuser den Kiefern der Termiten zum Opfer gefallen. 國 G. Washington. Der Mensch, wie sehr ihn auch die Erde anzieht mit ihren tausend und abertausend Erscheinungen, hebt doch den Blick sehnend zum Himmel auf, weil er tief und klar in sich fühlt, daß er ein Bürger jenes geistigen Reiches sei, woran wir den Glauben nicht abzulehnen, noch aufzugeben vermögen. Goethe. Wer euch sagt, daß ihr anders reich werden könnt als durch Arbeit und Sparsamkeit, der betrügt euch, der ist ein Schelm. Benjamin Franklin. Wegen Vorna fteingasse von heut und Radfahrverkeh Gießen, de Großhe Die Heimfo und ungünitio Saß der Ballon un Fahrt Einem noch am Staisers zufolge, f 2" auf de zurückkehren, währ Bahn zurücktransp die gemeinsame tag abend festgese wurde dieses Reis die unsichere Wette idaß auf einer Fah Natur gesammelt ten, der übrigens beim Landen geha zur Abreise fertig unter dem Komm wohnter Leichtigke es direkt dem Rh den Blicken der teorologe befand gend der Nacht w Kurz nach 8 Uhr Fichtet, um 8 Uhr um 10 Uhr 20 Mi Seimfahrt wurde dendorf glatt lande mit Stolz auf dies Am Sonntag Er fuhr zum Absch feuerte dann mit Sheine zu. Doch I ger verlaufen, wie fchiff, das seinen Rheingau nahm, o Sturm. Unterhalb mb und flog mit was Lahntal. Dur wen drei Kompagn Diez zur Hilfeleistu auch füdlich von L og. Zur Nachfül haftwagen mit Gas, Limburg abgegange Das Luftsch achmittag um 1.04 og in nordwestli emlicher Gewalt Bahntunnel füdlicht förmigen Aurhotels durchgelnicht. Das zi beschädigt. 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