ue Jahrgang dieser em Sinne moderdabei billigsten Monatschrift zunächst den grosumorvollen Roman bunte Kuh dolf Presber den stark und tementvoll geschrieRoman Freiheit Liesbet Dill, eiträge erzähl. Art ns Bethge- Georg Palma Karl Hugo von HoffensJohn Henry Mackay Jedes Heft bringt es eine Fülle von nunterhaltender lehrender Art lung der Zeiterelg1 Wort und Bild che Kunstblätter in - und Tondruck. kleidung n- Wolle. Igung, tel 2 Strickanleitungen selbst zu stricken. ze Kostüme, Jackets, eleganti n. re gleich praktisch port. ik Grossisten und Altona- Bahrenfeld Gießener Morgen- Zeitung Salthbealer Giessen. Hermann Steingoetter. .18. Oktober 1910, ends 8 Uhr: g. Bolts- Preise. Lang stel in 4 Aften Paul Heyfe. be 10% Uhr. ( Gießener Zeitung) Verantwortlich: Freie Preffe für Stadt und Land. Für den redaktionellen Teil: Wilhelm Neuert. Für Inserate: Günther Heckert, beide in Gießen. Sprechstunden der Redaktion: 5-6 Uhr nachm. Redaktion und Geschäftsstelle: Seltersweg 58 ( Eingang Volksbad). Nr 138. Erscheint wöchentlich 6 mal. Ausgabe des Blattes: vormittags 11 Uhr. Redaktionsschluß: 9 Uhr vormittags. Bezugspreis: Durch die Geschäftsstelle oder die Stadtboten bezogen vierteljährlich 1.80 M., monatlich 60 Pfg. intl. Bringerlohn; durch die Post bezogen 1.50 M. jährlich ausschl. Bestellgeld. In der Geschäftsstelle oder bei unseren Agenturen abgeholt monatlich 50 Pfennig. Insertionspreis: die 6 gespaltene Petitzeile 15 Pfg.; auswärts 20 Pfg. Reflamezeile 50 Pfg. Für Aufbewahrung unverlangt eingesandter Manuskripte wird keine Berantwortung übernommen. Telephon Nr. 607. Gießen, den 22. Oftober 1910. ( Neueste Nachrichten) Eigentum und Verlag von Wilhelm Neuert in Gießen. Druck der Gießener Verlags- Druckerei Klein& Fischer in Gießen. Redaktion und Geschäftsstelle: Seltersweg 58 ( Eingang Volksbad). Telephon Nr. 607. Was wir wollen. Der Gießener Bürgerschaft und den Bewohnern der Umgegend wird mit der vorliegenden ersten Nummer der Gießener Morgen- Zeitung ein Blatt präsentiert, das aktuell und entschieden liberal sein wird und die Leser auf allen Gebieten des Wissens unterrichtet. Die„ Gießener Morgen- Zeitung" erscheint täglich und ist eine Fortsetzung der bisher drei mal wöchentlich erschienenen Gießener Zeitung"( früher Gießener Neueste Nachrichten"). " " Die Politik Deutschlands ist im Laufe der letzten Jahrzehnte so kompliziert geworden, daß es für jeden Deutschen notwendig ift, die Vorgänge in den Parlamenten, Neuerungen und Gesetzentwürfen, Etatsfragen, Beamtenfragen c. täglich zu verfolgen. Die ,, Gießener Morgen: Zeitung" wird durch tägliche politische Leitartikel, Parlamentsberichte 2c. alle Fragen der Politik eingehend behandeln. Die Auslandspolitik beschäftigt sich mit allen Vorgängen außerhalb Deutschlands. Die Fäden der deutschen Politik laufen eng ineinander mit den Fäden der Auslandspolitik. Jede Entschließung Englands, Frankreichs, Österreichs, der Vereinigten Staaten usw. ist von weittragender otor zu verkauf. Karl Bedeutung auch für Deutschland. Die Haudelsverträge nicht nur zwischen Deutschland und. anderen Staaten, sondern auch zwischen den anderen Staaten unter sich sind von einschneidender Bedeutung für den gesamten Handel und für die gesamte Industrie, aber auch für jeden einzelnen, da er wieder abhängig ist von Handel und Industrie halt. 3 PS Denger: nechanische Werkstatt, arg. maschinen III -50 Anzahlg. Illustr. feines Landes. grat. P.Kirsch, Döbeln. eisekartoffeln Der lokale Teil der„ Gießener Morgen- Zeitung" bringt die Frageu der Komunalpolitik ebenso eingehend wie allgemein oniv. zu cibil. Preis interessante Vorgänge der Stadt. Ausführlich finden unsere Leser die Berichte der Stadtverordneten Sitzung. Vereinsangelegenheiten, Festlichkeiten 2c. widmet die ,, Gießener Morgen- Zeitung" interessante Vorberichte und Besprechungen. Künzel, Wimpfen. Dr Gießen. 2 Das Feuilleton der ,, Gießener Morgen- Zeitung" hat die besten SchriftS und Kaffee wiſſenſchaftlichen und belletristischen Inhalts, eingehende Theater- und Konzert- Kritiken steller Deutschlands zu Mitarbeitern. Feuilletons erden: Schmied, 1 Haus er und Tapeziere, er, 1 Buchbinder, fchinist, 1 Wagner, treicher, 1 Raffen hefnedte, 6 Lag enpfleger, 2 Bauf Bafchfrau, 1 Hand -12 Sohn- und Frucht und die D. Oktob. 1910 Flettapreife in Stekes ½ kg 84-92 Bfg. bo. 86-88 bo. 80-96 BV rotpreffe in Steken Belgbrot 2kg 62 Bf. chwarzbrot 2kg54f. etc. wechseln in bunter Reihe. 22. Jahrg. Die Nachrichten aus der Umgebung unterrichten über alles Wissenswerte und Neue in Gießens Nähe. Ebenso sind die vermischten Nachrichten und der Gerichtssaal aufs beste geordnet. Im Briefkasten wirdjede gewünschte Auskunft bei Vorlegung der Abonnements- Quittnng kostenlos erteilt. Die Gießener Morgen- Zeitung wird sein ein ernstgeleitetes liberales Blatt, seine Leser nicht irreführend mit einer Schaukel: Politik, wie sie in den sogenannten unparteiischen Blättern betrieben wird, heute rechts, morgen links. Da machen wir nicht mit. Im Inseratenteil soll der Gießener Geschäftsmann seine Erzeugnisse billig bekannt machen. Wir legen Wert auf geschmackvolle Reklame, die vermöge technischer Hilfsmittel den Wünschen der Inserenten entsprechend ausgeführt werden kann. Dem Geschäftsmann schweres Geld für seine Inserate aus der Tasche zu locken, dafür sind wir nicht zu haben. Unser Blatt ist nach dieser Richtung hin auf solide Basis aufgebaut, wir rechnen die Zeile mit 15 Pfg. und gewähren entsprechend hohen Rabatt. Die Geschäftsstelle ist stets bereit, über die Insertions- Bedingungen genaue Auskunft zu geben. Die Die Gießener Morgen- Zeitung" gelangt täglich " vormittags II Uhr zur Ausgabe. Größere Anzeigen erbitten tags vorher, kleinere Anzeigen am Erscheinungstage bis 9 Uhr vormittags. Abonnementpreis: Bierteljährlich 1 Mark 80 Pfg. bei freier 3u= stellung, durch die Post bezogen vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg. ausschließlich Bestellgeld. Bestellungen nehmen alle Postanstalten, unsere Stadtboten sowie die Geschäftsstelle, Seltersweg 58, Eingang Volksbad, entgegen. Wir bitten um allseitige Unterstützung. Redaktion und Verlag der ,, Giessener morgen- Zeitung", Giessen. Geschäftsstelle der Gießener Morgen- Zeitung befindet sich Seltersweg 58( Eingang Volksbad) und ist wochentags von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, Sonntags von 1 bis 1 Uhr geöffnet. Größere An= zeigen erbitten jeweils am Tage vor der Ausgabe der Zeitung, kleinere Inserate dagegen können am Erscheinungstage bis 9 Uhr vormittags angenommen werden. Der Verlag. Liberale Politik. Dem Liberalismus will auch dieses Blatt an seinem bescheidenen Teile dienen, dem Liberalismus als der Weltanschauung, die das Recht hat, die größten Denker unseres Volkes zu seinen Vorkämpfern zu zählen, dem Liberalismus als einer politischen Gesinnung, deren Deutschland nicht entraten kann, wenn es vorwärts kommen will im Kampf der Völker und Geister. Ein neuer Liberalismus soll, so hoffen und erwarten wir, uns herausführen aus der Misère des politischeu Lebens, in der wir uns zur Zeit befinden. Wir sprechen von einem neuen Liberalismus, und wollen damit sagen, daß es uns wohl bewußt ist, daß der Liberalismus gar manchen Fehler im Laufe seiner Ge= schichte gemacht hat, daß wir aber daraus auch gelernt zu haben meinen, daß wir mit der Zeit fortschreiten und uns nicht verhehlen, daß wir den Aufgaben der neuen Zeit nicht immer nur mit den Rezepten der Großväter gerecht werden können. Der Liberalismus, wie wir ihn fassen, ist national. Die Idee seiner internationalen Völkergemeinschaft mit ewigem Frieden ist wohl wert, daß man sie nicht verachtet, sondern alles tut, was uns ihrer Erfüllung näher bringt, aber für die Gegenwart und die Zeit, die wir einigermaßen überschauen und darum allein bei der politischen Arbeit berücksichtigen können, heißt es für unser Volk, sich in Stärke zu behaupten gegen die Feinde ringsum. Und wenn wir zuerst für unser Volk arbeiten, so wissen wir, daß es auch im Interesse der allgemeinen menschlichen Kultur liegt, wenn ein so hervorragendes Glied der großen Völkerfamilie, wie es das deutsche Volk ist, seine Eigenart ausprägt, nicht in nationaler Aengstlichkeit und Würdelosigkeit, wie früher so oft, aber auch nicht mit der Selbstüberhebung und Großsprecherei, die jetzt so viel fach Mode geworden ist. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß es keine vaterlandslose Partei gibt, wir bekämpfen nachdrücklich die Anmaßung derer, die da glauben, daß sie allein das Recht haben, sich national zu nennen und die indem sie ihn gleichsetzen mit der Stellungnahme gewisser den hohen Begriff der nationalen Gesinnung entwerten, Parteien zu ein paar bestimmten Fragen. Wir sagen: National ist, wer seinem Volk ehrlich und selbstlos dienen will! Solche Männer gibt es in allen Parteien genug, es wäre ein unsagbares Unglück für unser Volk, wenn dem nicht so wäre. Einen Gruß unsern ehrlichen Gegnern! handlung und ohne vielfältigen gemeinsamen Willen wird in ihr nichts erreicht. Den politischen Willen wecken zu helfen, ist unser Wunsch. Eine Zeitung mit diesem Programm darf nicht als bloßes Geschäft angesehen werden, sie kann niemand zu Gefallen schreiben und nicht, jenachdem es der Stimmung in der Gegend entspricht bald mehr bald weniger liberal auftreten. Sie ist ein Instrument im Kampf um Fortschritt und Freiheit. Helft Ihr Freunde alle in Stadt und Land, Thr alten treuen Genossen und Ihr, die Ihr erst jüngst zu uns gestoßen seid, helft, daß das Instrument etwas taugt und etwas wirkt. Es lebe der Kampf! Selbstlose Arbeit für das Volk, darauf kommt es an, nicht nur für einzelne Schichten oder Klassen. Wir wissen es auch, daß völlige Freiheit in wirtschaftlichen Dingen für den Schwachen nichts anderes bedeutet als das Recht sich ausbeuten zu lassen, und wenn wir es nicht aus moralischen Gründen täten, so müßten wir es mit Rücksicht auf die Gesundheit und Zukunft unseres Volkes mit aller Kraft fordern und fördern, daß der Staat in seiner sozialen Für forge soweit geht, als er es ohne Schaden für die Würde und das moralische Rückgrat seine Schützlinge vermag. Sozialpolitik als Volkspolitik nicht als Klassenpolitik! - Die hessische Schulkrists. N. S. Ein Rückblick. ( Originalbericht für die Gießener Morgen- Zeitung" von unserem * Spezialberichterstatter.) * Die abnorme Lage der großherzoglich hessischen Finanzen hat einen sonderbaren Ausdruck in der abnormen Zusammensetzung der obersten Schulbehörde gefunden. Aus Sparsamkeitsgründen ließ man das Amt eines Rats im Finanzministerium eingehen und ernannte dessen Inhaber dafür zum Leiter des hessischen Schulwesens. Eine Form der Heranziehung des Laienelementes zum Schulregiment, die selbst über die Wünsche unserer modernen Schulreformer noch hinausgeht. Diese Lösung der mit dem Tode des Ministerialrats Eisenhuth gegebeneu Schwierigkeiten seiner Nachfolge hat allgemein überrascht. Ein freies Volk im starken Staat ist unser Ziel. Keine Privilegien und Vorrechte. Wer reicher und gebildeter ist als andere, soll um so mehr für sein Volk arbeiten, aber nicht wähnen, die Güter, die sein Leben vor dem anderer schmücken, gäben ihm auch noch höhere Rechte. Vor dem Gesetz und auch die Verfassung ist ein Gesetz sind alle Staatsbürger gleich, auch die mündigeu Männer unter 50 Jahren und auch die Juden und auch die Frauen sollen, so hoffen wir mit Zuversicht, noch in unserer Zeit recht gleich werden. Jeder politisch denkende Mensch erkennt, wie viele Aufgaben des Liberalismus mit diesen Worten angedeutet sind. Ja wahrlich, an Aufgaben fehlt es uns nicht, die neben dem alten und schönsten Tätigkeitsgebiet des Liberalismus, den Aufgaben der allgemeinen Kultur und Erziehung, angepackt werden müssen. Ein Gruß allen Mitstreitern! Daß die Nachfolge des schon lange kranken Eisenhuth nicht einfach zu regeln sein würde, wußte man im Voraus. Aber kein Mensch hielt es für möglich, daß die hessische Regierung von dem modernen Prinzip der fachmännischen Schulleitung je wieder abgehen könnte. So war man allerdings auf eine derartige Lösung nirgends gefaßt. Als eine normale und sachgemäße kann die jetzige Zusammensetzung der hessischen Schulbehörde keinesfalls der nun unter dem Nichtfachmann arbeitet, auch noch ganz angesehen werden, zumal der Beh. Oberschulrat Nodnagel, erheblich viel älter ist als dieser. Früher galten die Verhältnisse im hessischen höheren Schulwesen anderen Bundesstaaten als musterhaft. Insbesondere die Stellung des Oberlehrers in Hessen war Dank der Tätigkeit des hessischen Oberlehrervereins und seines energischen Leiters Block eine günstigere, als anderwärts. Die Berufung Blocks in die Schulbehörde erweckte die Hoffnung, daß der hessische Oberlehrerstand nun dauernd seitens der Behörde die gewünschte und für die Schularbeit so wesentliche Achtung genießen werde, die er sich bis dahin errungen. schen Oberlehrervereins billigt durchaus das Vorgehen des Vorstandes bei der Neubesetzung der Stelle des Vorsitzenden der Schulabteilung und bedauert lebhaft die Erfolglosigkeit seiner im Interesse des hess. Schulwesens unternommenen Schritte. Der Hess. Oberlehrerverein steht mit der gesamten Oberlehrerschaft Deutschlands auf dem Standpunkt, daß nur eine fachmännische Leitung eine gedeihliche Entwickelung des Schulwesens verbürgen kann." Reichstag gewefen pflege be Ein Aug Zeitung Den einige a Schen Ro die Bor Schreibt and Enzpflit lung). aber es Mathies feines Spottet: J Leos Bereits unter dem 29. September erging nun an den Vorsitzenden des Oberlehrervereins, Herrn Professor Beck- Mainz die folgende Antwort: Leider hat aber auch die Zugehörigkeit des alten Vorkämpfers seiner Ideale zur obersten Schulbehörde den Oberlehrerstand nicht vor dem schweren Schlag bewahren können, der ihn nunmehr mit dem Ersatz der fachmännischen durch die juristische Leitung betroffen hat. Denn ein Schlag ist es gewiß und er wird nicht nur innerhalb Der Oberlehrerverein kann angesichts der Bestimmung der Allerhöchsten Verordnungen vom 27. September 1899 über die Bildung der Ministerialabtcilung für Schulangelegenheiten nicht darüber im Zweifel gewesen sein, daß sich die Großherzogliche Regierung bei der Neubesetzung der Stelle des Vorsitzenden der genannten Abteilung auf dem Boden des geltenden Rechts befunden hat und für die von ihr getroffene Wahl allein dem Träger der Krone verantwortlich ist. Trotzdem hat der Oberlehrerverein geglaubt, in einer dazu einberufenen Versammlung zu jenem Regierungsaft Stellung nehmen und seiner Unzufriedenheit mit der getroffenen Entscheidung in einer uns förmlich unterbreiteten„ Resolution" Ausdruck verleihen zu sollen. Wir müssen dieses Vorgehen als mit der dienstlichen Stellung von Beamten gegenüber der Regierung unvereinbar mißbilligen und daher auch die Entgegennahme der Resolution a bleh= nen. Wir bedauern hierbei, daß das Verhalten des Vereins in dieser Angelegenheit die bislang bestandenen guten Beziehungen der Schulverwaltung zu dem Verein ge stört hat. gez. v. Hombergf. - Wie vorher unter völliger Nichtbeachtung aller sonst sich hier der Herr Ministrator unter ebenso völliger Nichtgeltenden Regeln der Höflichkeit im Verkehr gebildeter- hier sogar akademisch gebildeter! Menschen, so stützt beachtung des sachlichen und moralischen Rechtes auf die reine formale Berechtigung seines Vergehens. Und es ist doch schon eine so alte Weisheit, daß der Buchstabe tötet! Dieses höchst ungnädige Schreiben mußte einen umso merkwürdigeren Eindruck machen, als es unter dem gleichen Datum in Darmstadt abging, an dem man in der Darmstädter Zeitung offiziös eiu Schreiben des Vorsitzenden des Oberlehrervereins Prof. Beck bekannt gab, das zum Ueberfluß noch einmal( fast zu Devot!) betonte, daß dem Oberlehrerverein jede persönliche Kritik bei seinem Vorgehen ferngelegen habe. Nach Erhalt der ministeriellen Antwort wird wohl Herrn Prof. Beck seine so wenig gewürdige Höflichkeit selbst leid gewesen sein. 91 Ueber die allerhöchste Ungnade aber wird sich der unzweifelhaft im sachlichen Recht befindliche Oberlehrer= standes und überhaupt aller vernünftigen objektiv denkenden verein mit dem Urteil des gesamten deutschen OberlehrerMenschen trösten. Bedauerlich ist, daß in dieser für das hessische Schulder hessischen, sondern der ganzen deutschen Oberlehrerschaft bitter genug empfunden werden. Handelt es sich doch im Grunde dabei nm die Anerkennung oder Nicht- wesen so wichtigen Frage die Volksschullehrer das Prinzip anerkennung der Schularbeit als eines selbständigen wichtigen Ressorts überhaupt. Die Vorgänge in Hessen lehren, schritte auf geistigem Gebiet in Zeiten allgemeiner Reaktion wie auch die sachlich begründetsten und bewährtesten Fortwieder verloren gehen können. Es kommen noch die näheren Begleitumstände hinzu, die das Ansehen der hessischen Oberlehrer noch weiter herabzudrücken geeignet sind. Am Tage nach dem Tode des Geheimrats Eisenhuth wandte sich der Vorsitzende des hessischen Oberlehrervereins brieflich an den Minister, um ihm in bescheidenster Weise die Bitte der Oberlehrer vorzutragen, daß auch in Zukunft die fachmännische Leitung beibehalten werde, und daran zu erinnern, daß Herr Minister Braun in Aussicht gestellt habe, bei einer Neubesetzung diesem Wunsche zu entsprechen. Eine Antwort erfolgte nicht! Und als nun trotz eines anscheinend offiziösen Beruhigungsartikels die Gerüchte immer lebhafter auftraten, daß doch ein juristischer Leiter ernannt werden sollte, bat der Vorstand des Oberlehrervereins um eine Audienz, um mündlich seine Wünsche vortragen zu können. Die Audienz wurde gewährt, dafür aber ein Termin festgesetzt, an dem die Frage bereits erledigt sein mußte. Am 25. Juli erklärte der Minister, er sei bereit, die Abordnung am 2. August zu empfangen. Da am 1. August der Großherzog aus England zurückgekehrt war, trat der Minister am folgenden Tage den Herren mit der Mitteilung entgegen, die Sache sei bereits durch Ernennung des Geheimrats Süffert erledigt. Die infolgedessen ganz zwecklose Audienz benutzte der Minister dazu, den Herren klarzumachen, warum ein Jurist als Leiter der Schulabteilung besser am Platze sei als ein Schulmann. Nebenbei sprach er seine höchste Mißbilligung darüber aus, daß man wiederholt die Presse zu Hilfe genommen habe, um der Regierung die Wünsche der Oberlehrer zu Gehör zu bringen.(!) Unsere Stellung unter den Parteien ist uns damit vorgezeichnet: Kampf gegen die konservative Staatsauffassung, und ihre unerfreulichste Abart, den Antisemitismus, Kampf auch gegen die Sozialdemokratie. In beiden Fällen aber Kampf als ehrliche und ritterliche Gegner, nicht mit den Mitteln des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie und nicht in persönlich gehässiger Weise. Und die Nationalliberalen? Sind sie Freund oder Feind? Wir sagen so: Es gibt in Deutschland Tausende von Mitgliedern dieser Partei, denen kein ehrlicher Gegner ihre liberale Gesinnung bestreiten kann, Spielarten, die uns so nahe stehen, daß man schon die Zeit sich nahen meint, in der endlich wieder eine große liberale Partei die Führung der deutschen Politik übernehmen kann. Aber es gibt leider auch andere und wir wohnen in Hessen und hier wagt nur selten einmal eine Gruppe wider die offizielle Führung Front zu machen. Disziplin und Duldung heißt hier, daß man gelassen duldet, was die Leitung beschließt, auch wenn es vom Liberalismus so weit entfernt ist, wie die Abstimmungen des Herrn von Heyl von denen der Reichstagsfraktion. Eine liberale Partei, die noch heute Mitglieder des Schwarzblauen Blocks zu ihren Mitgliedern zählt, die mit dem Bund der Landwirte Bündnisse schließt und sogar mit den Antisemiten solche anbahnt, die die Regierung bekämpft, weil sie einem unbescholtenen Staats: bürger seine politische Gesinnung nicht entgelten lassen wollte, verdient sie wirklich ihren Namen? Muß nicht gegen Konservative, die unter falscher Flagge segeln, der Kampf ein doppelt heftiger sein, weil sie uns den Namen ,, Liberale" diskreditieren, an dem wir nicht weniger Anteil haben, als irgend einer? Wir hoffen doch den Tag bald kommen zu sehen, an dem sich die liberalen Elemente auch in der hessischen nationalliberalen Partei aufraffen und die große Reinigung vornehmen in ihrer Partei, die sie ihrem Namen und ihrer Vergangenheit schuldig sind. Und schließlich noch ein Wort an die Unpolitischen: Es ist in Deutschland kein Ueberfluß an Leuten, die politische Dinge mit Ernst und Nachhaltigkeit treibeu. Jedermann liest täglich von Politik, aber die politische Pflicht, daß jeder eine Meinung haben soll, ist vielfach noch ganz unentwickelt. Auch sehr gebildete Männer und Frauen sind oft politischmeinungslos. Das gibt sich als Bescheidenheit, ist aber Schwäche. Politik ist WillensIn der Tat eine eigenartige Behandlung akademisch gebildeter, um ihre Berufsarbeit und das Schulwesen ihres Landes ernsthaft besorgter Männer! Zur Hebung ihrer Stellung gegenüber der Öffentlichkeit kann das nicht beitragen! der fachmännischen Schulleitung preisgegeben haben. Wir stehen ihren im Schulboten kürzlich geäußerten Wünschen durchaus sympathich gegenüber. Wir begreifen, daß sie dem Oberlehrerverein gegenüber von manchem unerquicklichen Zusammenstoß her nicht eben freundlich gesinnt sind. Daß sie aber gerade bei dieser Gelegenheit dem Oberlehrerverein in den Rücken fielen, um die neue juristische Leitung sich günstig zu stimmen, war doch kaum das Richtige. Die Kluft zwischen den beiden großen Lehrergruppeu ist dadurch ganz gewaltig vertieft worden und die Forderung der Volksschullehrer nach fachmännischer Leitung der Beistlichkeit gegenüber wird ihnen künftig als leere Phrase ausgelegt werden. Und ob schließlich der Volksschullehrerseines Programms wirklich Großes für sich gewinnen wird, stand durch diese Preisgabe eines Hauptgrundgesetzes bleibt auch noch abzuwarten. Wer aber weiß, wie sehr gerade die Erziehungsarbeit von dem Persönlichkeitswert ihrer Träger abhängt, der muß bekennen, daß hier für das deutsche Schulwesen überhaupt eine wichtige Schlacht verloren gegangen ist. Das Violeant consules des hessischen Oberlehrervereins vor geschehener Ernennung war ungehört verhallt. Nachdem so dem Oberlehrerverein jede Möglichkeit zu einer sachlichen Verständigung mit der Schulbehörde abgeschnitten war, beschloß er seiner ganz einmütigen Ansicht wenigstens anderweitig Ausdruck zu geben. Er veranstaltete eine ganz außergewöhnlich zahlreich besuchte Generalversammlung in Frankfurt a. M. am 25. September. In ihr wurde einstimmig die nachstehende Resolution gefaßt: „ Die außerordentliche Versammlung des Hessi- Politische Bundschau. Der Reichstag wird seine Verhandlungen am 22. November wieder aufnehmen. Eine Verteuerung der Rechtspflege. Man kann darüber verschiedener Meinung sein, ob eine Erschwerung der Rechtsverfolgung durch Verteuerung der Kostensätze neben den auf der Hand liegenden Bedenken nicht auch große Vorzüge hat, da sie mit Sicherheit einen erheblichen Bruchteil der gewissenlosen Parteien aus den Gerichtssälen fernhalten wird. Ueber die Schattenseiten der Sache klagt eine Firma in Frankfurt a. M. in einem Schreiben an die„ Köln. Ztg.". ein mete Pro in fo Deleg Ma des Th wenn d befanntli ihre erste fonen be Franz des läng waltung demokrat Fortschri die von didat d brachte liche Pa schen Pa Die Firma teilt dem Blatte die Kostenrechnung eines Rechtsanwaltes mit, der sie in einem Bagatellprozeß erster Instanz einschließlich der Zwangsvollstreckung vertreten hatte. Der Wert des Streitgegenstandes be= trug 86,30 Mt. Davon mußte der glückliche Gewinner seinem Anwalt 30,20 Mark an Gebühren 2c. abtreten. Die Firma meint mit Recht, das sei etwas viel für Leute, die eine Menge solcher Geschäftsprozesse unumgänglich führen müßten. Sie mache dem Anwalt, der durchaus gesetzmäßig liquidiert habe, keinen Vorwurf. Die Ursache der Verteuerung erblickt sie vielmehr in der neuesten Errungenschaft der Pausch sätze, die uns die in diesem Jahre in Kraft getretenen teuren Gebührenordnungen gebracht haben. Diese Pauschsätze für Schreibgebühren sind sehr bequem, da sie mit der kleinlichen Berechnung jedes Blättchens Papier aufräumen. Daß sie aber unter Umständen eine Bezahlung von Papier, Tinten und Feder bedeuten, die den wirklichen Wert dieser Dinge, der doch lediglich der Bemessung der Schreibgebühr zugrunde zu legen ist, um das Hundertfache übertrifft, zeigt jener Fall, da in ihm nicht mehr als sechs kurze Mitteilungen des Anwalts an die Partei mit 12 Mark bezahlt werden mußten. Der Einsender meint, daß die Nichtjuristen im Kaz, L Stadtv. Mitterna germeiste Aeußeru in der folgung tiona ber in S Schritt umfaffen ningen Jena, G und Alte ung übe wahle ausschuss Parteifre eingehen gefaßt, e bandes anzutrete Monats Parteivo ständi gehen Beschluß Erklärung mer nam gegeben aller, wa wirfen, Wahlfrei Au ligen Streit m Derheirate Der Mö * der Erste beratung Juftigrat den Beri * ten in hi Die Vers Den 24. legenen abends Täter, ei verhaftet gebracht. ( gliedern * den gewä Landwirt fter Karl sau des an der 2 gen in D felben wa das Vorgehen Der Stelle des bedauert lebhaft Des hej. Schul Self. 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Er schreibt daher unter dem Titel„ Wir Katholiken und die anderen" apologetisch Randglossen zur BorromäusEnzyklika( Freiburg 1910, Herdersche Verlagsbuchhandlung). Das wäre an und für sich nicht bemerkenswert, aber es verdient vielleicht bezeichnet zu werden, daß Msgr. Mathies darin den König von Sachsen wegen seines Protestbriefes an den Papst folgendermaßen verspottet: Für die Geschichtsschreiber zur Zeit Pius 10. oder Leos 13. muß es dereinst zum Totlachen sein, daß ein Duodezkönig, der über noch nicht 15 000 Kilometerquadrate Kulturboden„ regiert", dem Papste einen Protestbrief schreibt, dem Papste, welcher Gläubige in fast 2000 Bistümern, Vikariaten, Präfekturen und Delegationen leitet. Man ersieht hieraus wieder, daß auch diese Stützen des Thrones geradeso wie die konservativen versagen, wenn der König nicht ihren Willen tut. * Parteipolitisches. Lokal- Nachrichten. Gießen, 22. Oktober 1910. * Versunkene Milionen betitelt sich der sehr reich an Handlungen, äußerst packende und hochspannende Roman nach dem Französischen des F. du Boisgoben von Burghard Azmus, deu wir, mit der vorliegenden Nummer beginnend, zum Abdruck bringen. * Der Provinzial- Ausschuß der Provinz Oberhessen hält am Mittwoch, den 26. Oktober, nachmittags 3 Uhr, eine Sitzung mit folgender wichtiger Tagesordnung ab: 1. Erniedrigung des Wehres der Höchster Mühle. 2. Enteignungsverfahren in der Gemartung Ober- Gleen für die Wasserleitung Kirtorf. 3. Klage der Verwaltung des Bürgerhospitals Speier gegen die Gemeindekrankenkasse Homburg a. d. D., wegen Unterstützung des P. Grimm. 4. Klage des Ortsarmenverbandes Hanau gegen den Landarmenverband Friedberg wegen Erstattung von Verpflegungskosten für Wilhelm Diehl. ** Kirchenvisitation. Superintendent Geh. Oberkonsistarialrat D. Petersen aus Darmstadt wird an 2 Sonntagen, den 23. und 30. Oktober, in unseren evangelischen Gemeinden eine ordentliche Visitation halten. Am 23. ds. Mts. wird er in der Stadtkirche( Matthäusund Markus- Gemeinde) und am 30. Oktober in der Johanniskirche( Lukas- und Johannesgemeinde) visitieren. Der fortschrittliche politische Bildungsverein nimmt Montag den 24. d. Mts. seine Tätigkeit wieder auf durch einen Vortrag des Herrn Lehrers Schmidt über Kartelle, Syndikate und Trusts. Bis Weihnachten sollen dann noch zwei Vorträge folgen über die innere politische Entwickelung des deutschen Reiches seit seiner Gründung und über die Strafprozeßreform. Außerdem soll ein alle 14 Tage stattfindender Studienabend eingerichtet werden, an dem wertvolle politische Schriften gelesen und besprochen werden sollen. Wer teilnehmen will, wird gebeten, sich am Montag in der ersten Versammlung oder schriftlich bei Professor U r- Offenbach, 22. Oft. Die Zentrumspartei, die bekanntlich mit den Nationalliberalen zusammengeht, hielt ihre erste Wahlversammlung ab, die von etwa 500 Personen besucht war. Es sprachen u. a. Stadtverordneter Franz Nessel und Justizrat von Brentano, die sich beide des längeren über die seitherigen Mißstände in der Verwaltung verbreiteten. Zu gleicher Zeit hielt die sozialdemokratische Partei in Verbindung mit dem Verein der Fortschrittlichen Volkspartei eine Wahlversammlung ab, die von etwa 2000 Personen besucht war. Der Kandidat der Fortschrittspartei Rechtsanwalt Dr. Eulaust a dt, Gartenstraße 14, anzumelden. Die gegenwärtige brachte die Gründe zum Ausdruck, die die Fortschrittliche Partei zu dem Abkommen mit der sozialdemokratischen Partei veranlaßt haben. Hierauf sprachen noch Dr. Katz, Landtagsabgeordneter Orb, Rentner Fr. Moller, Stadtv. Karl Ulrich und Redakteur Kaut. Kurz nach Mitternacht wurde die Versammlung geschlossen.- Bürgermeister Dr. Dullo hat wegen schwer beleidigender Aeußerungen, die der Rentner Franz Moller gegen ihn in der Bürgerversammlung tat, Antrag auf Strafver folgung gestellt. Der Parteitag der badischen Nationalliberalen wird am 12. und 13. November in Karlsruhe abgehalten werden. Lage macht politische Aufklärung dringend notwendig. Deshalb ist zu erwarten, daß die Veranstaltungen des fortschr.- politischen Bildungsvereins großen Zuspruch finden. * Universität. Der Assistent am mineralogischen Institut, Dr. Meyer, erhielt die venia legendi bei der philosophischen Fakultät für Geologie. ** Einbruch. In ein Landhaus an der Ostanlage versuchte in der vorletzten Nacht ein noch junger Bursche sich Eingang zu verschaffen. Sein Vorhaben wurde jedoch glücklicherweise bemerkt, was den Einbrecher veranlaßte, schleunigst die Flucht zu ergreifen. Einbruchsversuch. Gestern abend zwi- Der Landes- Ausschuß der Fort- schen 11 und 12 Uhr versuchten Diebe in eine Villa der Wilhelmstraße einzudringen, wurden aber verscheucht. schrittlichen Volkspartei Thüringens, Kolosseum. Das gegenwärtige Programm umfassend die Reichstagswahlkreise Meiningen 1, Meibietet in seiner Reichhaltigkeit des Interessanten genug. ningen 2, Coburg, Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Das Publikum wird mit 17 Nummern unterhalten, die, Jena, Schwarzburg- Rudolstadt, Reuß j. L., Reuß ä. L. wenn man die musikalischen Einlagen abrechnet, von Anund Altenburg, trat in Weimar zu einer Vorbesprechung über die bevorstehenden allgemeinen Reichstags- fang bis zu Ende fesseln. Ausgezeichnete Leistungen bietet der Drahtseilkünstler Bernhardi Weber; pikant sind wahlen zusammen. Sämtliche Vertreter des Landesdie 4 Frühlingskinder, die zu prolongieren die Direktion ausschusses waren erschienen, außerdem einige führende recht getan hat. Die Humoristen Schweger und Parteifreunde aus den einzelnen Wahlkreisen. Nach einer eingehenden Besprechung wurde einstimmig der Beschluß& rant entfesseln mit ihrem prickelnden Humor wahre gefaßt, erneut an die Parteileitung des Thüringer Ver- Heiterkeit und Beifallsstürme, die kein Ende nehmen wollen. Die übrigen Darbietungen sind gleichfalls lobandes der nationalliberalen Partei herbenswert. Daß während der Pause im vorderen Reanzutreten mit dem Vorschlage, noch im Laufe dieses Monats eine Besprechung zwischen den beiderseitigen staurant das österr. Damen'Orchester Bonne Fortune konParteivorständen herbeizuführen, um zu einer Ver= zertiert, war ein glücklicher Griff der Direktion. Man kann den Besuch des Varietees nur empfehlen. Auch an dieständigung über ein gemeinsames Vorgehen bei den nächsten Wahlen zu gelangen. Der ser Stelle sei darauf hingewiesen, daß Sonntags zwei Beschluß erfolgte unter besonderer Berücksichtigung der große Vorstellungen stattfinden, nämlich nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr. Erklärungen, die die Abgeordneten Bassermann und Wiemer namens ihrer Parteien seinerzeit im Reichstage abgegeben haben, und die dahin gingen, daß es Aufgabe aller wahrhaft liberalen Männer sein müsse, dafür zu wirken, daß bei den nächsten Reichstagswahlen in keinem Wahlkreise liberale Kandidaten sich gegenüberstehen. Aus dem Großherzogtum Hessen. * im Darmstadt, 22. Oft. Jm benachbarten Se= ligenstadt hat der 70jährige Arbeiter Gunkel Streit wegen Familienzwistigkeiten seinen 30 Jahre alten verheirateten Sohn mit einem Beil erschlagen. Der Mörder wurde verhaftet. Darmstadt, 22. Oft. Der Sonder- Ausschuß der Ersten Kammer tritt am Freitag, 28. Oft., zur Vorberatung der Wahlrechtsvorlage zusammen. Geheimer Justizrat Prof. Dr. Schmidt in Gießen erstattet den Bericht darüber. 0 Birklar, 22. Oft. t. Die Feldbereinigungsarbeiten in hiesiger Gemarkung gehen ihrem Ende entgegen. Die Versteigerung der Massegrundstücke findet Montag, den 24. Oktober statt. * Der Gesangverein Liederkranz veranstaltet morgen Sonntag nachmittag 5 Uhr im Saale des Steins Garten ein Konzert. Neben dem verdienstvollen Dirigenten Franz Bauer wirken als Solisten mit: Musikdirektor Krauße( Viola), die Herren B. Heumann( Cello) und H. Fischer( Klavier). * Lichtspiel- Vorträge werden neuerdings jene Veranstaltungen genannt, in denen Belehrung und Unterhaltung bis zu einem gewissen Grade vereinigt und zur Erläuterung des gesprochenen Wortes verwendet werden. So wird die Entwickelung der Mode und die zur Erscheinung passende Tiolette in teilweise humorim Spiel vorgeführt vollen beweglichen Bildern 11 - seiner verschwundenen Gattin angestellt hatte und daß er nicht einmal nachsehen ließ, ob sie einen Stoffer mitgenommen hatte. Auch nach seiner Verhaftung seien feine Schritte gemacht worden, um ausfindig zu machen, ob seine Frau noch am Leben sei. Ferner schilderte Grippen die Flucht auf den Dampfer Montrose. Nach einer Verteidigungsrede des kgl. Rat Tobin wurde die Weiterverhandlung auf heute vertagt. Eine kleine Revolution. hb. Sofia, 22. Oft. Nach Blättermeldungen soll die Bürgerschaft von Krakowa unter Führung ihres Bürgermeisters mit der Zustimmung des Gemeinderates die Republik proklamiert haben. Die staatlichen Ortsbehörden wurden für abgesetzt erklärt. Das Rathaus hat eine republikanische Flagge gehißt. Die Verhandlungen der Staatsbehörde mit den revoltierenden Bürgern blieben zwecklos. hb. Petersburg, 22. Oft. Die russische Redes Grafen Turn an Stelle des Grafen Berchthold zum österreichischen Botschafter. gierung gab offiziell ihre Zustimmung zur Ernennung hb. London, 22. Oktober. Die genauen Resultate des Gordon- Bennett- Rennens der Lüfte stehen noch nicht fest, weil die Plätze, an denen die Ballons niedergingen, sehr weit von den großen Verkehrszentren liegen. Nach den letzten New- Yorker Nachrichten scheint der deutsche Ballon Düsseldorf, der zuletzt im Norden Candas gesehen worden ist, Sieger zu sein. Eine letzte Nachricht aus Quebeck meldet, daß entweder der Ballon Düsseldorf oder der Ballon Asturia 60 Meilen von der nördlichsten Spitze des Lorenza- Sees gelandet sei. hb. Paris, 22. Oft. Gestern Abend 26 Uhr ist vor dem Hause Quai di Orsay 109 eine Bombe explodiert. Verletzt wurde niemand, auch ist der angerichtete Schaden kein großer. In dem Hause wohnt ein ehemaliger Senator, dem die Bombe kaum gegolten haben kann. Es ist vermutlich eine der letzten, welche die Pariser Bomben- Fabrikanten gelegt haben. hb. Stockholm, 22. Oft. Der diesjährige Nobelpreis für Medizin ist dem Heidelberger Professor, Geheimrat Dr. Albrecht Kossel zuerkannt worden. Beitbilder aus Gießen. Von Hans Röderfeld. Verseuchung des Ostens. In einem Brief sagt der Fürst- Bischof wichtig, Wie so verseucht doch der Westen sei, In der Stadt Gießen ist das nicht richtig, Hier ist von Seuchen der Osten nicht frei. Ratternde Räder, dampfende Schlote, Aergern die Grenzer der Nord- Anlag, Straßenbahn, Autoverkehr macht marode, Gönnt nicht die Ruh ihnen Nacht und Tag. Flieht man von hinnen und geht man spazieren Ueber die Ost- Anlage südwärts hin, Wird uns unfehlbar der Anblick genieren Kranker Soldaten mit heiterem Sinn. Lieblicher nicht wird das Bild weiter links hin, Wo das Gericht und Gefängnis winkt, Und dann rechts, wo die Hunde heulen, Und dann links, wo der Pferdestall stinkt. Gasanstalt wird bei südlichen Winden Wir die Lackfabrik auch verflucht, Retiraden vorne und hinten Riechen stark und find doch gesucht. Es folgen dann in der Süd- Anlage, Von dem Stadttheater nicht fern, Institute, die ohne Frage Nicht von jedem gesehen gern. Ein Geschäftshaus von allerbestem Ruse, Wo ein jeder, der suchend naht Gleich vorn auf der obersten Stufe Den Geldsack vorzuzeigen parat. Gerne sieht man da nur die Reichen, Weniger gern nimmt man Arme auf, Viele Gelehrte treten die Steigen, Von oben herunter, von unten herauf, Nicht nur für Schwestern, nicht nur für Brüder Dient es, wie manches andere Haus, Nimmt doch auch unter dem warmen Gefieder All' ihre Küchlein die Henne auf. Honig tragen die fleißigen Bienen Doch auch Geseires gibts und Geschwätz Hinter melodischen Silberstimmen und die Körper- bezw. Schönheitspflege gezeigt, wie Lauert die Spinne in ihrem Netz. in 20 bis 30 Minuten erfolgen kann. Der Hann. Anz. schreibt u. a., daß die Lichtspielvorführungen von beson= derer Schönheit waren und das die in durchaus dezentem Rahmen gehaltenen Ausführungen allseitigen Anklang fanden. Der hiesige Vortrag am 26. Oktober in Steins Garten beginnt um halb 9 Uhr und ist nur für Damen bestimmt. Näheres die Tagesinserate. - - Lekte Meldungen. Dic Pocken. Laubach, 22. Okt. In einem in der Nähe ge-( Eigene Drahtmeldungen der Gießener Morgen- Zeitung.) legenen Gehöfte, dem sogenannten Henriettenhof, brach abends Feuer aus. Es liegt Brandstiftung vor. Der Täter, ein auf dem Hose beschäftigter Arbeiter, wurde verhaftet und in das Provinzialarresthaus nach Gießen gebracht. * Grünberg, 22. Okt. Zu Gemeinderatsmithb. München, 22. Oft. Bei einem aus Rußland hier angekommenen russischen Studenten sind die echten Pocken festgestellt worden. Er wurde gleich nach seiner Ankunft im Hotel unwohl und wurde von dort aus dem Krankenhause überwiesen. Alle mit ihm in ung gestellt worden. gliedern wurden gewählt: Hch. Sehrt, Ritter u. Kauß. Berührung gekommenen Personen sind unter Beobacht Lich, 22. Oft. Bei der Gemeinderatswahl wurden gewählt: Brauereidirektor Hch. Jhring jun. mit 206, Landwirt Hermann Heller mit 186 und Orgelbaumeister Karl Nikolaus mit 138 Stimmen. Weilburg, 22. Okt. Der Landesverband Nassau des Hansabundes hat seine Winteragitation an der Lahn aufgenommen und bereits Versammlungen in Diez, Wetzlar und Weilburg veranstaltet. Die selben waren überall gut besucht. Prozeß Grippen. hb. London, 22. Oft. Am gestrigen 3. Verhandlungstage richtete sich das Hauptinteresse auf das Kreuzverhör mit Grippen, doch brachte es keine wesentlich neuen Gesichtspunkte zu Tage. Der Angeklagte bewahrte die größte Ruhe und parierte die auf ihn eindringenden Fragen mit musterhaftem Geschick. Er gab dem Staatsanwalt nur zu, daß er keinerlei Nachforschungen nach Kommt auch der Körper heil aus dem Haufe Hat doch der Geist keinen Vorteil davon. Denn das weiß doch ein jeder Banause Schaden bringt Klatsch und der Götze Mammon. Darum Ihr Schwestern, darum Ihr Brüder, Tuet Buße, fehret nun um, Damit Gießen endlich einmal wieder Frei wird von Klatsch und Bierbanftum. Fortschr.- politisch. Bildungsverein. Montag, 24. Oktober ,,, Hotel Schütz", abends 82 Uhr: über: Vortrag von Lehrer Schmidt Kartelle, Syndikate u. Trusts. Gäste willkommen. Patentanwalt Sack- Leipzig Sehenswürdigkeit Giessens! Central- Automat Eröffnung heute .. Samstag Vormittag.. ( Gießener Für den redakti Für Infer Sprechstunden d Redaktion Se ( Fin Nr. 18 Der Sin des Leben i mehr freuen Lode. Denn Es ist ni Mainzer hell und dunkel 0 0,3 Ltr. 10 Pfg. Spezial- Bräu Wiener Art Münchener Bayrisch. 1. Kulmbacher Aktien, hell u. dkl. 0,2 Ltr.10 Apfelwein, Weine, Südw.u. Liköre ° 0.25 10 99 99 99 0,2 10 99 99 Kaffee-, Chokolade u. Bouillon pro Tasse 10 Kuchen und Torten. 99 0 pro Gl. 10 وو Vanille-, Chokolade- u. Fruchteis p. Port. 10 Alle Arten Delikatess- Brötchen pro Stek. 10 Pfg. 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