Rover), Leipz ig stalten. ellte. ft befferen Tafel ſammenkunft Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. tige Bemertungen Nr. 125. Nr. 1 Nr. 1 Nr. 1 ollar ang Beuern ed n. Alertshausen ed nächst Climbach mach Albach ang Steinbad magazin Ort Leihgeftern Nr. 1( Birnen) Bekanntmachung. - In der Zeit vom 12. d. Mis. bis heute wurden hiesiger Stadt der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 22. September 1910 Amtliche Bekanntmachungen. in gefunden: 1 Kinderhandtäschchen( Inhalt 1 Taschentuch, 1 Kinderportemonnaie mit Inhalt und eine Kinderspieluhr), 1 silbernes Anhängsel mit Monogramm, 1 Sturmlaterne, Geld in einem Taschentuch, 1 Füllfederhalter in einem Nickelfutteral und ein Handtäschchen mit Inhalt. verloren: 1 goldene Brosche in Form eines Hufeifens mit 1 Brillanten. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu ma Banfenburg usgangHeistirchen usgangHeistichen hen. ausg. Lindenstruth m Nr. 1 m Nr. 1 ng ausgang Utphe . Wiefed( Birnen) n Nr. 1 m Nr. 1 m Nr. 1 ng( Birnen) Preisbaumschule a Nieder- Bessingen rünberg eltershain sausg. Geilshausen Prob.- Siechenhaus Otausgang Lich Lurnhalle Lich Brünberg m Nr. 1 nteren Ziegelhütte Peffelbach sausgang Londorf dtausgang Hungen Stausgang Grünberg dtausgang Lich sausg. Klein- Linden ausg. Groß- Binden Beidartshain Eberstadt Ober Hörgern ießen. Freibant. Heute inefleij 50 Pfg. Cebrauchte bänke maschinen elmaschinen pingmaschinen Derichiedenen Größen rrätig, preiswert abzugeben. Rosenbaum rantfurt a. M. #bowftrake 15 allensteine Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an iedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 8-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 er= folgen. Gießen, den 17. September 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Vom Freitag, den 23. d. Mis., an befinden sich die Geschäftsräume des Elektrizitätswerks und der Straßen= bahn im neuen Verwaltungsgebäude, Lahnstraße 28, part. Gießen, den 21. September 1910. Elektrizitätswert und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Bekanntmachung. Aus der Louis Scheid Stiftung sind am 11. Dezember die diesjährigen Zinsen in Gaben nicht unter 20 Bur Reichstagserfahwahl in Frankfurt a. Q.- Lebus. ( Nachdruck verboten.) Man schreibt uns aus Berlin am gestrigen Tage: eine von Wenn wir nochmals auf die Reichstagsersatzwahl in Frankfurt a. O. zurückkommen, so geschieht es, weil in dankenswerter Weise von der" Frankfurter Oder- Zeitung" vorgenommene Gegenüberstellung des Wahlausfalles 1907 und 1910 in einer größeren Zahl ländlicher Wahlbegirte einen interessanten Einblick in die Stimmung der länd lichen Wählerschaft, insbesondere gegenüber den Kon= fervativen, gewährt. Die Konservativen haben in der Stadt Frankfurt a. O. an Stimmen gegenüber den Wahlen von 1907 gewonnen, in der zweitgrößten Stadt des Wahlkreises, Fürstenwalde, 13,2 Prozent verloren. Der Verlust in Fürstenwalde und den 5 anderen Städtchen des Wahlkreises gleicht sich mit dem Stimmengewinn in Frankfurt a. D. aus, so daß der Gesamtverlust von etwa 1200 Stimmen ausschließlich auf das platte Land ent= fällt. Aus der 19 größere Landorte des Wahlkreises umergibt fassenden Tabelle der„ Frankfurter Oder Zeitung" fich denn auch, daß die Konservativen mit Ausnahme eines dieser Orte, in dem sie ganze 7 Stimmen gewonnen haben, in sämtlichen anderen Stimmverluste zu verzeichnen haben. Diese Verluste find teilweise verhältnismäßig sehr erheblich, so beispielsweise in Brieskow, wo die konservativen Stimmen von 111 auf 63, in Neuendorf, wo sie von 68 auf 41, in Reitwein, wo sie von 176 auf 110 heruntergegangen find. Daß sich dieser Stimmenrückgang nicht nur mit burch das gute Heuerntewetter hervorgerufenen Wahlträg= heit entschuldigen läßt, geht daraus hervor, daß in den erwähnten Orten die Sozialdemokraten an Stimmen gewonnen haben, und zwar teilweise über 50 Prozent. Ein erheblicher Teil der Wähler hat sich mithin nicht durch die Heuernte abhalten lassen, sondern er hat statt konservativ eben sozialistisch gewählt. der Der Wahlkreis Frankfurt a. O. steht mit diesem Ergebnisse nicht allein da. Mit Ausnahme des Wahlkreises Oletko Lyck- Johannisburg, in dem die Konservativen die Hälfte ihrer Stimmen an die Nationalliberalen verloren haben, haben die Konservativen bezw. Bund der Land= wirte bei sämtlichen Wahlen, bei denen sie im letzten Jahre beteiligt gewesen sind, Stimmen an die Sozialdemokratie verloren, so in Jauer- Bolfenhain, Landsberg- Soldin, in Usedom- Wollin und in FriedbergBüdingen. Die den Bündlern nahestehenden Antise= miten haben enormen Stimmenverlust in den beiden Wahlkreisen erlitten, in denen sie beteiligt gewesen sind, nämlich in Eisenach- Dermbach und in Sayda- Marienberg. Dadurch wird zweierlei bewiesen: erstens nämlich, daß in durch ein ganz einfaches die bis zum Ueberdruß mißbrauchte Redensart, der Libemählich, aber sicher und Talismus sei die Vorfrucht der Sozialdemokratie, sich mit los aufgelöst und völlig demselben Recht bezw. Unrecht auf die Konservativen anKein Geheimmittel, keine empfohlen Von berühmten Aerzten Erfolg auch in schwersten det und wenden läßt. Denn wenn bei jeder Reichstagsersatzwahl, an der die Konservativen beteiligt sind, Hunderte von bisher fonservativen Wählern sozialistisch stimmen, so beweist dies doch, daß ihre frühere fonservative Gesinnung sie keiHunderte von Dankneswegs immun gegen die sozialistischen Bazillen macht. a. Näheres durch Frau by, Weimar, Villa Rapha Zum zweiten wird durch diese Tatsache bewiesen, wie verHehrt die zur Zeit des Streites um die Reichsfinanzreform immer wieder von den führenden konservativen preußischen Blättern vorgebrachte Behauptung war, die Konservativen Mark an Witwen und Waisen armer Kaufleute, oder an arme Kaufleute selbst, sofern sie unverschuldet in Not ge= fommen sind, ohne Unterschied der Konfession zu verteilen. Meldungen nimmt das Armenamt, Asterweg 9, bis 15. Oftober 1910 entgegen. Gießen, den 15. SepteGber 1910. Die Armendeputation der Stadt Gießen. Keller.s Bekanntmachung. Die unterm 8. August 1910 angeordnete Sperre der Sentenbergstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 18. September 1910. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Die unterm 8. September 1910 angeordnete Sperre der Frankfurterstraße zwischen Klinik- und Veterinäranstaltstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 18. September 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Oftroi von Obstwein. Wir machen darauf aufmerksam, daß nach den bestehenden Vorschriften alle Obst weinhersteller vor Beginn der Kelterung von Obst dies bei der Bürgermeisterei anzuzeigen und einen Erlaubnisschein einzuholen haben. Die Nichtbefolgung dieser Vorschrift wird bestraft. Gießen, den 16. September 1910. Bürgermeisteret. J. V.: Keller. würden das Vertrauen ihrer ländlichen Wähler verlieren, wenn sie für die Erbschaftsste wer eintreten. Wäre dies richtig, so müßten doch, nachdem die Erbschaftssteuer durch die Konservativen zu Falle gekommen ist, die Bauern aus Dankbarkeit in noch größerem Umfange als bisher für die konservative Partei eintreten. Das Gegenteil ist der Fall, obwohl die Landräte, die Amtsvorsteher und die Großgrundbesitzer bei allen Ersaßwahlen wahrlich das Ihre dazu tun, um die konservative Wählerschaft hei der Fahne zu halten. Wenn diese Bemühungen von eklatantem Mißerfolge begleitet sind, so geht daraus unwiderleglich hervor, daß zum mindesten ein erheblicher Teil der Bauernschaft die Ablehnung der Erbschaftssteuer nicht nur nicht billigt, sondern direft verurteilt. Wir glauben, daß spätestens die allgemeinen Reichs tagswahlen die Konservativen davon überführen werden, wie sehr sie durch die Ablehnung der Erbschaftssteuer den Interessen ihrer Partei zuwider gehandelt haben. Nun, in spätestens zwei, drei Jahren wird das Reich ja wieder vor der Notwendigkeit der Erschließung neuer Steuerquellen stehen, und dann wird es an den Konservativen sein, den 1909 begangenen Fehler wieder gut zu machen. Ob die sich inzwischen der Sozialdemokratie verfallenden Wähler wieder zurückgewinnen lassen werden, ist freilich eine andere Frage. Der 20. September. Der 2. September 1870 war der rechte Geburtstag der deutschen Einheit, mit dem die Wiedererrichtung des Deutschen Reiches auch beschlossen war; zwei Tage später brach in Paris das Kaiserreich zusammen und es wurde die Republit ausgerufen. Am 20. September zeitigte der deutschfranzösische Krieg eine Folge- Wirkung in Italien: die Truppen des jungen Königreiches Italien, dessen Hauptstadt seit 1861 Florenz gewesen war, besetzten die päpstliche Residenz Rom, und damit endete die Jahrhunderte alte weltliche Herrschaft des Oberhauptes der katholischen Kirche. Der 3wist, welcher aus diesen politischen Ereignissen entstanden ist, ist bis heute nicht beglichen und der 40jährigen Jubelfeier der Vereinigung des Kirchenstaates mit talien steht der päpstliche Hof rundweg ableh= nend gegenüber. Das Königreich Italien hatte schon früher verschiedene Versuche gemacht, Rom sich einzuverleiben; aber die Belegung der ewigen Stadt mit einer französischen Garnison, die 1867 die Freischaren Garibaldis bei Mentana durch δας Salvenfeuer der Chassepots vernichtete, und die Kriegsdrohung Napoleons 3. hatten den Erfolg vereitelt. Als jedoch nach der Schlacht bei Sedan die neue republikanische Regierung in Paris die Division Oudinot aus Rom abberief, überschritten die italienischen Regimenter unter General Cialdini die Grenze des Kirchenstaates und drangen ungeachtet des Protestes und Bannstrahles des Pabstes Pius 9. bis an die Mauern der ewigen Stadt. Am 20. Seprückten die Italiener in Rom ein. 33 Tote hatte es ganzen in diesem kurzen Feldzuge gegeben. Am 2. Ottober fand eine Voltsabstimmung über den Anschluß des Kirchenstaates an Italien statt: 133 681 Stimmen waren für die Einverleibung, 1507 dagegen. Am 8. Oftober erfolgte die amtliche Bekanntgabe der Annektion, am 22. Dezember 1870 wurde Rom zur Hauptstadt des Königreichs Italien erklärt und am 2. Juli 1871 zog König Vittor Emanuel in Rom ein. Die Königsresidenz wurde in dem bisherigen aufpäpstlichen Sommerpalast auf dem Monte Quirinale geschlagen. im ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 21. Jahrg. Bekanntmachung. Die Steigerer von geschältem Nadelnut- u. Eichen stammholz aus den Waldungen der Stadt Gießen, die mit der Abfuhr noch rückständig sind, werden hierdurch aufgefordert, spätestens bis 1. November d. Js. das Holz abzufahren, andernfalls forstgerichtliche Anzeige erfolgen müßte. Gießen, den 16. September 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Das 3. Ziel Gemeindesteuer sowie das 3. Ziel KanalGebühren für das Rechnungsjahr 1910 tann innerhalb 10 Tagen noch ohne Mahnkosten bezahlt werden. Gießen, den 19. September 1910. Stadttasse Gießen. Mäser. Bekanntmachung. Samstag, den 24. September 1910, vormittags 10% Uhr, werden im Bürgermeistereigebäude die in den Waidungen in der Stadt Gießen erforderlichen Kultur- und Wegbauarbeiten öffentlich wenigstnehmend versteigert. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien in den umlie genden Gemeinden werden ersucht, dies alsbald ortsüblich bekannt machen zu lassen. Gießen, den 14. September 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Das Wanöver des 18. Armeekorps. Die Kriegslage für die vom Montag bis gestern dauernden Korpsmanöver war folgende: „ Eine rote Armee, im Vormarsche lahnaufwärts, hat mit dem rechten Flügel Weilburg erreicht. Blaue Kräfte sind bei Frankenberg, Gemünden und Treysa, schwächere Teile bei Gotha und Meiningen in der Versammlung begriffen." Die rote Partei( 21. Division) steht unter Führung von Erz. Generalleutnant Schol b, die blaue Partei( 25. hess. Division) unter Erz. Generalleutnant v. Stran 3. Die 25. Division, die Fulda am Montag in der Mor genfrühe verlassen hat, war als blaue Partei bis Eisenbach borgedrungen. Das erste Biwat befand sich bei Angersbach ( 168. Inf. Regt.) und bei Lauterbach( 117. und 118. Inf.Regt.). Ein Teil der Truppen hatte Notquartiere in Lauterbach bezogen. Weitere Teile waren bis Eisenbach vorgeschoben. Die Vorpostenkette zog sich von Lauterbach bis über Herbstein. Der Korpskommandeur Erz. von ich= horn hatte auf Schloß Eisenbach Wohnung genommen. Die rote Partei war ihrem Gegner bis Ulrichstein nahe gekommen. Beide Parteien haben Märsche von 40-60 Kilomieter hinter sich. Abends um 8 Uhr setzte Regen ein, der die Biwaffreuden start beeinträchtigte. Am Dienstag begann morgens bei starkem, nässendem Rebel der Aufklärungsdienst, der sich erstreckte. Gegen 10 Benlänge von Lauterbach bis Schotten die ganze StraUhr hatten die Gegner Fühlung genommen. Rot drängte in starken Abteilungen über die rechts trübselig dreinschauen den Berge, den südlichen Oberwald und den nördlichen Hainichenwald vor. Blau war bis zum Orte Engelrod und der in den Besitz des Dorfes gelangt. Am Kirchhof hatte Stab Aufstellung genommen und folgte dem Verlauf des einsetzenden Feuergefechts. Rot war an Massen überlegen, da sich das Gros von Blau verspätet hatte. Es tam einem harten Kampfe in dem Orte Engelrod, der nach geraumer Zeit von Rot genommen wurde. Doch dieser Sieg war nur scheinbar, denn das inzwischen herangezogene Gros von Blau hatte sich in starter Streitmacht bei Hörchenau, 3 Kilometer von Engelrod, festgesetzt, unterstützt von den schweren Haubißen und einer Maschinengewehrabteilung. Der anstürmende Feind, der schon mehrere blaue Schüßenlinien hinter sich hatte, wurde mit vernichtendem Feuer em pfangen. Rot sah sich außerdem von rechts und lints ſtart bedrängt, da blau eine geschickte umgehung des Feindes erreicht hatte. Auch auf dem linken und rechten Flügel war das Gefecht sehr lebhaft. Bei der Ausdehnung desselben war aber eine genauere Beurteilung der Lage, besonders für einen Laien, sehr schwer, wenn nicht unmöglich. Abge' sehen von den Geschüßen, die ringsum auf den Bergen in stundenweiter Entfernung aufgefahren waren, betrug die offene Feuerlinie, die sich zwischen Engelrod und Hörchenau durch die Felder zog, mehr als 5 Kilometer. Das des Kampfes brachte zwischen 12 und 1 Uhr einen Rück= zug von Rot in die Gegend von Ulrichstein, während Blau Engelrod wieder besetzte und Feldwachen nach allen Seiten hin ausstellte. Sämtliche Truppen mit Ausnahme der Vorposten, bezogen wegen des schlechten Wetters und der aufgeweichten Felder Notquartiere in der ganzen Umgegend bis hinter Herbstein. Infolgedessen kamen die für das Viwat bestimmten Stroh- und Heuvorräte, die in Herbstein in Empfang genommen waren, an Meistbietende zum Verkauf. Ende Die 25. Division( blau) ist gestern früh der roten Partei gefolgt. Rot war im Vorrücken auf Groß- Felda( Richtung Alsfeld) begriffen. Kurz vor 12 Uhr fielen in der Gegend von Unterseibertenrod die ersten Schüsse. Das Ge= fecht dehnte sich von Unterseibertenrod bis nach Ermenrod aus. Zum Barenbesuch in Friedberg. Am Montag, nachmittags, unternahm der Zar von Friedberg aus einen Automobilausflug, auf dem auch Weilburg berührt wurde. In Begleitung des Zaren befanden sich seine vier Töchter, der Großherzog und die Großherzogin von Hessen und Prinz Alerander von Griechenland. Für die Sicherheit der Fürstlichkeiten sorgten ein Polizeirat und vier Geheimpolizisten. Dte Herrschaften tamen in 5 Automobilen von Braunsets die Frankfurter Chaussee herunter. Am Eingang der Stadt plaßte an einem Automobil mit lautem Knall ein Luftschlauch, was auch die anderen Autos zum Halten veranlaßte. Die Herrschaften stiegen aus und begaben sich in das Restaurant„ Zum Lindenhof", wo sie sich im Garten niederließen und den Kaffee einnahmen. Später vergnügten sich die Fürstlichkeiten in dem geräumigen Restaurationsgarten mit Reifenwerfen und Kegelspiel. Inzwischen war unter Mithilfe der Geheimpolizisten der Schaden an dem Automobil wieder repariert und fast nach einstündigem Aufenthalt traten die Herrschaf= ten gegen 27 Uhr die Weiterreise an, die über Weilmünster und Usingen nach Friedberg führte. Der Zar, der Großherzog und die Großherzogin, sowie die Kronprinzessin Alexander von Griechenland unternahmen am Dienstag früh eine Ausfahrt nach Bad- Nauheim und kehrten gegen 1 Uhr zurück. In Nauheim wurde das Zander- Institut besichtigt. Nachmittags um 5 Uhr fand im Schlosse bei den Majestäten Abendandacht statt, bei welcher außer dem russischen Hofgeistlichen der russische Kirchenchor aus St. Petersburg mitwirfte." Gestern um 10 Uhr vormittags fuhr der Zar nebst den Großfürstinnen nach Bad- Nauheim zur Kirche. Die 3arin nahm um 11 Uhr ein Bad. Mittags spielte die Kapelle des 118. Inf. Regts. im Schloß zu Friedberg. Der Aufenthalt des Zarenpaares wird sich voraussichtlich auch über den größten Teil des Oktobers erstrecken. Die Kur der Zarin soll 21 Bäder umfassen, von denen sie erst 6 genommen hat. Lokales. Gießeu, 22. September 1910. * Im Schlachthoferweiterungsbau ist nunmehr mit der Inneneinrichtung der Nebenhallen begonnen worden. Die einzelnen Abteilungen werden ähnlich der Abgrenzung der Stände in den alten Schlachthäusern durch 2 Meter hohe Eisengitter von einander geschieden, für eine neuzeitliche Kanalisation und Wasserzuleitung ist ebenfalls gesorgt. Die große Mittelhalle schließen bei eiserne Schiebetore ab, deren oberer Teil mit starkem Glase versehen wird. Da auch in der Dachkonstruktion Lichtdurchlässe vorhanden sind, wird in dem Innern der Halle auch bei bewölktem Himmel eine ausreichende Helligkeit herrschen. sind * Herbst Pferdemarkt. Am 28. September findet zu Gießen Pferdemarkt mit Prämiierung statt. Der lette Markt war mit über 350 Pferden befahren und von Händlern, Züchtern und Landwirten sehr gut besucht. Für die Prämiierung der Pferde stehen über 2000 Mark zur Verfügung. Von dem hess. Landespferdezuchtverein 250 Mart zur Verfügung gestellt worden. Es sind zahlreiche Preise von 10-60 Mt. vorgesehen. Der Prämiierungsplan wird von Herrn Weinhändler August Schwan= ist Gießen auf Wunsch übersandt. Mit dem Pferdemarkt eine Verlosung von Pferden, Wagen, Fahrrädern, Nähmaschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen verbunden, zu der Lose a 1 Mt. bei Herrn Richard Buchacker und den sonstigen Verkaufsstellen zu haben sind. Der erste Preis im Werte von 2500 Mt. besteht aus einem 4- sißigen Halbverdeck( von A. Kilbinger) nebst Pferd mit silberplattiertem Gschirr( von Sattler Spies). Der zweite Preis im Werte von 1150 Mt. besteht aus einem Lauterbacher Wagen mit Kutschierbock( von Wagner Mühlich) nebst Pferd und Kummetgeschirr. 10 Pferde und Fohlen werden auf dem Markt gekauft. Mit dem Ankauf der übrigen Ge22) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. Die schweren, unsicheren Schritte machten vor der Tür Halt. Der Ankommende sang vor sich hin:„ Im Wald und auf der Heide, da such' ich meine Freude als Der Förster, der die Tür geöffnet hatte, brach jäh ab und seine Augen überflogen in starrem Erstaunen das Zimmer. ,, Was ist denn hier los?" rief er aus. winne bei den hiesigen Geschäftsleuten soll in diesen Tagen begonnen werden. Die Lose finden raschen Absatz und werden voraussichtlich ausverkauft. Die Lotterie bietet große Gewinnaussichten. -e Die Verwaltungsräume des Elektrizitätswertes befinden sich vom morgigen Tage ab in dem neuen Dienstgebäude nahe der elektrischen Kraftanlage. ** Konzert des Hannoverschen Leh= rergesangvereins in Gießen. Wir wollen nicht verfehlen, alle Sangesfreunde auf ein demnächst in Gießen stattfindendes Konzert aufmerksam zu machen, das ihnen einen fünstlerischen Genuß bieten dürfte, wie er vielleicht sobald nicht wiederkehren wird. Der Hannoversche Lehrergesangverein, der zu den angesehensten Männergesangvereinen Norddeutschlands gehört und sich durch seine künst lerischen Leistungen auch den lebhaften Beifall des deutschen Kaisers zu erwerben wußte, unternimmt in der ersten Hälfte des Oktober eine Rheinreise und veranstaltet bei dieser Gelegenheit Konzerte in Koblenz, Köln und voraussichtlich auch im Kurhaus zu Wiesbaden. Gießener Freun den des Männergesanges ist es nun gelungen, diesen erst klassigen Verein zu veranlassen, daß er auch hier ein Konzert gibt. Es findet Sonntag, den 9. Oktober, nachmittags 5 Uhr, in der neuen Universitätsaula( Ludwigstraße) statt und bringt neben den Gesamtchören auch Vorträge eines Soloquartetts, um das man wie die Göttinger Zeitg." gelegentlich eines dort gegebenen Konzertes schreibt den Verein fast beneiden möchte; außerdem auch Konzertstücke auf dem Flügel von dem Dirigenten des Vereins, Pianisten E. Taegener. Von Komponisten sind auf dem mit seinem künst lerischen Geschmack zusammengestellten Programm vertreten: Mozart, Hegar( Kaiser Karl in der Johannisnacht; Der fahrende Scholar); Bünte( In der Nacht; Elfenlocken; Minnelied); Ramrath, Clarus, Silcher u. a., sowie L. GellerGießen( Am Rheine ist Leben"). Den Vorverkauf der Karten hat die Musikalienhandlung E. Challier- Gießen, Neuenweg 9, übernommen. Sänger erhalten solche, wenn meinschaftlich durch den Vereinsvorsitzenden oder Dirigenten bestellt, bei genannter Firma zu ermäßigten Preisen ( 75 Pfg. für den 2. Platz); es dürfte sich aber eine recht baldige Bestellung empfehlen, da diese Karten natürlich nur in beschränkter Zahl ausgegeben werden können, und der Besuch des Konzertes voraussichtlich ein starker sein witd. Ga verdient es auch, daß es gut besucht wird abgesehen von seinem fünstlerischen Wert und seiner musikalischen Höhe auch schon dadurch, daß ein Teil des Reinertrages einem wohltätigen Zwecke zugedacht ist. Die Försterin hatte sich gewaltsam noch einmal Luft geschafft. „ Lorenz, zu Hilfe!" schrie ste gellend auf. Ottos Hände ließen in tödlichem Schrecken von seinem Dpfer ab. ( Gerichtet 48 Nr. 8.) ,, Blut und Hagel," brach der Förster in fürchterlichen Born aus, seh' ich recht? Der Zuchthäusler ist dabei, seine Mutter zu würgen!" Er hob den waffenlosen Arm zum vernichtenden Schlage.„ Hat die Humanität dich darum laufen lassen, damit du zum Mörder werdest?" Ottos fables Gesicht verzerrte sich. ,, Vater, ein Wort!" gurgelte er hervor. ,, Hinaus mit dir!" donnerte der Alte. Aber Otto wich nicht von der Stelle. „ Höre mich!" sagte er mit heiserer Stimme. Ich bin auf bem Wege nach Amerika, ich brauche Geld, das letzte, was ich von dir verlange, dann fordere ich nie mehr etwas von dir!" ,, Geld, dir?" schrie der Förster auf.„ Die Hundepeitsche fannst du haben!" Noch einmal legte die Mutter sich ins Mittel: ,, Er ist entflohen, laß ihn fort, er will drüben ein anderer, neuer Mensch werden!" „ Lügen und Flausen!" schnitt der Ergrimmte ihr das Wort vom Munde ab. Und du sprichst noch für den Schurken, der die Hand gegen seine Mutter erhebt!" Otto mochte einsehen, daß hier alles vergebens sein würde. Er suchte die Tür zu erreichen, die des Vaters breitSchultrige Gestalt verstellte. Aber der Alte bemerkte seine Absicht und lehnte den Rücken fest an die Tür. ,, Laß mich hinaus," stieß Otto hervor,„ mach' Plak!" Der Förster sah ihn mit faltem, strengem Blick an. „ Wenn du entsprungen bist, so führt der Weg dich von bieser Schwelle zurück ins Zuchthaus!" sagte er unerbittlich. , Und ich will ihn dir zeigen!" Das Gesicht des Verbrechers wurde noch blasser. Er sah fich gefangen, der Polizei zum zweitenmal ausgeliefert. Er ge= da * Die Orpheum Gesellschaft im Cafe Leib brachte gestern eine gut einstudierte neue Posse„ Der Mann mit den 2 Frauen" zur Aufführung, welche durch das gute Zusammenspiel der Mitwirkenden stürmische Heiterfeit auslöste. Ebenfalls gefiel wieder die„ Brautschau", welche allen wohlverdienten Beifall eintrug. Die beste Künstlerin der Truppe dürfte wohl Ida W llis sein, welche sich ihren Rollen in den beiden Possen vollkommen gewachsen zeigte. Die Direttion hatte sich bemüht, durch zahlreiche Gesangsvor= träge den Abend genußreich zu gestalten, so daß die Besucher vollauf auf ihre Rechnung kamen. * Das Völkerkunde- Museum hat in der letzten Zeit eine recht erfreuliche Bereicherung erfahren. Die Abteilungen„ Ostafrida" und" Japan", welche vor kurzem noch Lücken aufwiesen, sind ergänzt worden. Die Samm lung wird im Oktober nach dem Bankettsaal des neuen Schlosses übersiedeln, der bekanntlich als Unterbringungsort der Gegenstände seit längerer Zeit in Aussicht genommen war. ver= * Der Friedberger Bombenattentäter Werner hat ein Geständnis abgelegt. Er sagte aus, daß er von seinem Mittäter, der sich nach dem Anschlag erschoß, verführt worden sei. Die Bombe habe er aber selbst verfertigt. Er habe die Schule bis Prima besucht, sich dem Studium aber nicht weiter widmen können, weil er wegen eines Einbruchsdiebstahls zu einem Jahr Gefängnis urteilt worden sei. Im Gefängnis habe er seinen Mittäter fennen gelernt und sei mit ihm übereingekommen, einen gro= ßen Coup auszuführen und nach Amerika auszuwandern. spähte, einen Ausweg suchend, umher. Plötzlich leuchteten seine Augen wild auf. „ Wenn ihr mich denn zum äußersten treiben wollt, sollt ihr's haben!" rief er wild. Mit einem Satz stand er am Tisch und hatte die Flinte ergriffen. Doch der Förster war nicht minder rasch hinzugesprungen. ,, Her mit der Büchse!" gebot er. Otto fühlte, daß es sich um Leben und Tod handelte, und der Egoismus, der Selbsterhaltungstrieb besiegte jede bessere Regung in ihm. In verzweifelter Entschlossenheit riß er den Hahn auf. ,, Noch einmal: Zurück!" stieß er ingrimmig aus.„ Gib den Ausgang frei, oder ich vergesse, wer du bist!" Die Anklage wird wahrscheinlich lauten auf Brandstiftung mit dem Zweck, Raub oder Mord ungestört zu verüben. Die Voruntersuchung leitet Geheimrat Wehner. Die von dem Frankfurter Polizeipräsidium ausgesetzte Summe von 1000 Mt. erhält der Kraftwagenführer aus Friedberg, wel cher mit seinem Fahrzeug den anderen Attentäter Wingef verfolgte, und der Schulfollege Werners, welcher die Fest nahme des W. in Barmen veranlaßte. ,, Du willst deinem Vater drohen, du?" überschrie sich fast ber Förster und ehe der Entartete es hindern konnte, hatte der starke Mann die Büchse gepackt und rang mit ihm um die Todeswaffe. Die Försterin stürzte händeringend ans Fenster. „ Herr des Himmels, sie morden einander! Hilfe, Hilfe!" rief sie. Unter Warnung. In der hiesigen Gegend treibt in letzter Zeit eine Photographen- Gesellschaft ihr Unwesen. 2 Reisende, Richter und Knoffel, lassen sich von den Leuten, namentlich Frauen, Photographien geben, die sie zu Re flamezwecken kostenlos zu vergrößern versprechen. Vorlegung einer Offerte lassen sie einen daran befindlichen vorgedruckten Zettel unterschreiben. Nach einiger Zeit kommt dann ein Reisender, Paul oder Knöffel, und zeigt ein un fertiges Bild in einem schlechten Rahmen vor. Für diesen Letteren werden dann unter Vorlage der unterschriebenen Zettel recht erhebliche Beträge verlangt. Da es sich um Be trügereien zu handeln scheint, wäre es angebracht, die geschädigten Personen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erheben wollten. Otto blickte sich wild um. Wenn ihr Schrei auf die Straße brang, war er verloren. „ Willst du still sein!" feuchte er und suchte nach ihr zu schlagen. Aber die Bewegung ward sein Verderben. Der Förster hatte den Augenblick schnell benutzt und dem Ruchlosen die Büchse entrissen. Ehe der andere sich von neuem auf ihn stürzen konnte, stand er schon an der Tür. „ So!" sprach er tief aufatmend, und seine Brauen furchten sich wie schwarze Wetterwolfen, ein furchtbarer Entschluß stand wie in Stein gegraben auf seiner Stirn. Ich habe dem Vaterland einen schurkischen Sohn gegeben, ich will es auch davon befreien!" Die Büchse lag schon an seiner Wange. wenn p Verhaftet wurde am Dienstag, nachmittags, ein stellenloser Kaufmann aus Nordhausen i. Th. mit Na men Hübner wegen Bahnfrevels. Er hatte bei Langgöns eine Holzschwelle über die Schienen gelegt. Glücklicherweise wurde der Vorfall bemerkt und ein größeres Unglück somit verhütet. * Aus Hessen und Nachbargebiet. Ettingshausen. Bei der Ergänzungswahl zum Gemeinderat ging es sehr ruhig her. Von 154 Stimm berechtigten haben nur 86 Personen gewählt. Die 3 alten wurden wiedergewählt und zwar Landwirt Joh. Opper 3, Landwirt Gg. Hch. Keil 1. und Schmiedemeister Johann Sann 2. ,, Wenn es einen Gott für dich gibt, so sprich dein Gebet!" Mit erhobenem Tone flangen die Worte durch den Raum. „ Lorenz, halt ein!" schrie die Försterin und wollte sich schützend vor den Sohn werfen. Aber der hatte im selben Augenblick ein Messer herausgerissen und setzte den Fuß an, sich auf den Vater zu stürzen. ,, Haltet ein, um Jesu Christi willen!" tönte noch einmal schrill die Stimme der Mutter. Aber starken Tones scholl es dagegen: ,, Er ist ein gerechter Gott, er wird * Lang d. Bei der Gemeinderatswahl wurden von 12 Kandidaten gewählt: Emil Friß, Otto Ronthaler 2., 2. Römer und Georg Dietrich. Die Wahlbeteiligung war sehr lebhaft. Der Knall des Schusses verschlang die Worte des Försters. Ottos Züge verzerrten sich, er taumelte, griff mit der Hand an die Brust und stürzte schwer zu Boden. * Fulda. Beim Divisionsmanöver hat sich der Mus fetier Schaffner aus Groß- Gerau als Militärradfvhrer tot gestürzt. Er sollte von Oberbimbach eine wichtige Meldung an die 25. Division nach Fulda überbringen, hat auf dem Wege dahin im sausenden Tempo am berüchtigten Maber zeller Berg einen Prellstein angefahren, und wurde fo schwer am Kopfe verlegt, daß er nach 20 Minuten an Ort und Stelle starb. Der Mann stand furz vor dem Uebertritt in die Reserve. * Dat Berfteigerung Zeit in Quar Startenburg fteller flatt war burchweg nicht zu hoch. * Jug Forftvereins An ihr nahm Bersammlung ten. * Rob fammlung vo falen, beffen Rejolution an höhung des wird. * Inh fuchten die bauausschusses furt a. M. Wasserwerk Provinzialdin ingenieur M Frankfurt an der Provinz * Grünberg. Die Erweiterung unseres Wasserwerks im Brunnental ist vollendet und Samstag erfolgt die Abnahme. Die Kosten der Erweiterung betragen 18 000 Mart, dazu kommen noch die Kosten der von der Stadt an getqulten Kailsmühle nebst etwa 6 Morgen Gelände in Höhe von 24 000 Mt. Das ganze Pumpwerk wird jetzt mit Was serkraft getrieben, die Mühle dient als Pumpstation. Die neu erbohrten Quellen liefern 300 Kubikmeter Wasser in der Minute. * Ober- Ohmen. Im oberen Ohmtal scheint es nicht so viel Obst zu geben wie anderwärts, tam doch bei der letzten Obstversteigerung der Korb voll gewöhnlicher Tafeläpfel auf etwa 3,50 Mark am Baum. griffenen An hurden die ter Herren sp anertennendste * Ma im Wahlkrei Reichstagswa gehen mit de mit der Soz aber die Gro * Kar Großherzogs teilnahme de anläßlich de Der eigentlic Glockengeläut Konfessionen. Herrschaften ung der Ho 10 Uhr bego tesdienst in gen Mitglied den Fürstlich lichen Herrsch gen die Mi der Erften mandierende forps, sowie Kirchen. Um statt, zu der )( R. am Sonntag lometer- Ren auf seinem reford. * Bernsfeld. Das hiesige Eisensteinbergwerk wird gegenwärtig mit der oberhessischen Bahnlinie durch eine Drahtseilbahn verbunden, die am 1. November ihren Bek)( Str trieb eröffnen soll. * Darmstadt. Die schriftliche Staatsprüfung für den höheren Forstdienst findet am 3. November und an ben 20 folgenden Tagen zu Darmstadt im Prüfungszimmer, Paradeplatz 4a, statt. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüf ung sind unter Verwendung des Eingabestempels von 1,50 Mart bei der Ministerialabteilung für Forst- und Kameral verwaltung spätestens bis zum 15. Oktober einzureichen. ,, Getroffen, zu spät- Hölle und Teufel!" Seine Lippen schlossen sich in starrem Krampf, der Körper Buckte noch einmal und wurde still. Mit gellem Aufschrei warf die Försterin sich über den Daliegenden. ( Gerichtet 49 Nr. 8.) Du hast ihn getötet!" Er war schlecht, aber ,, Otto, Otto, mein Sohn!" rief sie. Sie hob das Gesicht gegen den Förster. bas durftest du nicht!" Sie ergriff die Hand des Daliegenden, tastete auf seiner Brust umber. D, er lebt noch, ich fühle Jeinen Herzschlag! Ich will dir das Blut stillen, es ist ja mein Blut, du sollst leben, Otto, mein Otto!" Der Förster ließ die Büchse sinken; ein Schauer schüttelte Ihn; starr blickte er auf den Sohn. ,, Es ist vorbei!" sprach er dumpf. " Frau Adelheid sah, daß er recht hatte. ,, Er hört mich nicht mehr," stöhnte sie verzweifelt,„ feine Augen sind gebrochen, er wird steif und kalt! D, Barmherzigkeit Bottes! Lorenz, was hast du getan?" Auf die Büchse gelehnt, stand der Förster unbeweglich au ber gleichen Stelle. „ Ich habe gerichtet!" flang es hohl von seinen Lippen. Wankend erhob das unglückliche Weib sich. ,, Aber um Christi willen, Lorenz, was soll nun werden?" brachte sie hervor. Sie werden kommen, um statt seiner did in den Kerker zu werfen! Wenn man auf der Straße ode im Vorderhause den Schuß gehört hat! D, Lorenz, Lorenz!" Und vom Froste der Angst geschüttelt, flammerte sie sich zitternd an den Gatten an. Der unbewegte Mann blickte geradeaus in die leere Luft „ Ich fürchte sie nicht!" sagte er fest. - ,,, mein Gott," jammerte die Frau weiter, ich könnte es nicht sehen, nicht ertragen, jetzt nicht, so viel auf einmal! Suche zu fliehen, ehe es zu spät ist, ich werde sagen, daß er selbst Hand an sich legte, wer tann denn das Gegenteil beweisen?" ,, Du sollst nicht lügen!" unterbrach der starre Mann sie streng. „ Nun denn, daß du es aus Notwehr tatest, wie es ja nut wahr ist! Denn du oder er, da blieb doch keine Wahl! Aber jetzt geh, geh!" - Da fuhr Lorenz Reiner plötzlich aus seinem dumpfen Brüten auf und ein finsterer Vorsatz straffte seine Glieder. ,, Du hast recht, ich habe noch einen Gang zu tun, id habe noch Rechenschaft von dem zu verlangen, der mir mein anderes Kind nahm. Der Tag der Abrechnung ist einmal da so will ich ihn ausnügen! Hier habe ich gerichtet, vielleicht muß ich es auch dort tun!" ( Fortsetzung folgt.) lebten Sonn Unna- Mün lange Stra Kilometer- S fahrt Hamb burg gewon In Wi der Hofscha ren an der unglaublich die Katastr Im J dend und n nate hinaus ordnete Ku im Mai to die Notwe Wiener So des bösar bringen. das tückisch wöchentliche Biel gesett Wir h der schmerz erfüllt, da men ward das war 27 Jahren ganzen Pro erlebt habe Nachhall to der Entsteh schen Bühn nah, Haas eine 11 Held und Lätigteit a München d einen große den berfügt ans Licht, und jet mer. Es tenmung o das Genie Deutschtum gewürdigt geren gehö Offenbarun uns doch a neu geschen bald eine Meisterstüc von Homb Shakespeare Schillers wieviel G nicht in i faßt! Nid auf Brandstiftun gestört zu berübe Wehner. Die ba efette Summe vo aus Friedberg, we Attentäter Wing , welcher die Fe Gegend treibt aft ihr Unwesen. ich von den Leuten en, die sie zu e versprechen. Unte daran befindliche einiger Zeit tomm und zeigt ein um en vor. Für dieja Der unterschriebene Da es sich um Be angebracht, wen der Staatsanwalt enstag, nachmittags usen i. Th. mit Na hatte bei Langgon legt. Glüdlicherwei ößeres Unglüd fomi bargebiet. der Ergänzungswat her. Von 154 Stimm wählt. Die 3 alter Owirt Joh. Opper 3 niedemeister Johan atswahl wurden vo Otto Ronthaler 2., beteiligung war jeb Sver hat sich der Mu Militärradfohrer to ine wichtige Meldun ringen, hat auf der berüchtigten Mabe en, und wurde i 20 Minuten an Or urz vor dem Ueber ung unseres Waffer d Samstag erfolg rung betragen 18 00 er von der Stadt an rgen Gelände in Höb cf wird jest mit Ba 3 Pumpstation. Di ubikmeter Wasser i en Ohmtal scheint wärts, lam doch be rb voll gewöhnlicher Baum. Sisensteinbergwerk wird Bahnlinie durch eine November ihren Be he Staatsprüfung für November und a in Prüfungszimmer laffung zu dieser Pri gabestempels von 1,5 Forst und Kameral ktober einzureichen. Teufel!" m Krampf, der Körpe Sörfterin fich über de ( Gerichtet 49 Nr. 8 „ Du haft ihn getötet!" „ Er war schlecht, aber Hand des Daliegend er lebt noch, ich fübl Blut stillen, es ist je Otto!" ; ein Schauer schüttel atte. efie verzweifelt, fein alt! D, Barmherzigla ?" Förfter unbeweglich a von seinen Lippen Beib fich. was soll nun werden? en, um ftatt feiner di auf der Straße oba ! D, Lorenz, Loren ttelt, flammerte fie fi deaus in die leere Lu t. au weiter, ich fönnte& t, so viel auf einmal! t, ich werde faga - wer kann denn d h der ftarre Mann ehr tateft, wie es ja m doch keine Wahl! Wa haus feinem dumpfa ftraffte feine Glieder. en Gang zu tun,- verlangen, der mir m brechnung ist einmal da be ich gerichtet, vielleib folgt.) * Darmstadt. Auf dem Pferdemarktplatz fand die Versteigerung der vom Landwirtschaftskammer- Ausschuß für Zeit in Quarantäne gestandenen Zuchtschweine unter die Be Startenburg in Norddeutschland angetauften, sowie längere steller statt. Die Qualität der versteigerten Zuchtschweine war durchweg gut und die Preise waren angemessen und nicht zu hoch. * Jugenheim a. B. Die 17. Versammlung des Forstvereins für das Großherzogtum Hessen fand hier statt. An ihr nahm auch Finanzminister Braun teil. Die nächste Versammlung wird im Jahre 1912 in Büdingen abgehalten. Ver * Koblenz. Eine in Koblenz abgehaltene sammlung von Milchhändlern aus Rheinland, Westfalen, Hessen- Nassau, Hessen und Süddeutschland nahm eine Resolution an, in der jede willkürliche und unberech, igte Erhöhung des Milchpreises durch die Produzenten verworfen wird. * Inheiden. Auf Einladung der Provinz besuchten die Mitglieder des Tiefbauamtes sowie des Tiefbauausschusses der Stadtverordnetenversammlung zu Frankfurt a. M. und einige Provinzialausschußmitglieder das Wasserwerk Inheiden. Die Herren wurden in Hungen von Provinzialdirektor Dr. Usinger empfangen, worauf Oberingenieur Müller Geßen und Baurat Scheelhase in Frankfurt an Händen der ausgestellten Pläne über die von der Provinz und der Stadt Frankfurt in Ausführung griffenen Anlagen erläuternde Vorträge hielten Hierauf wurden die Inheidener Anlagen besichtigt. Die Frankfurter Herren sprachen sich über das bis jetzt Geschaffene in der anerkennendsten Weise aus. be= * Mainz. Die nationalliberale Parteiorganisation im Wahlkreis Mainz- Oppenheim beschloß für die nächste Reichstagswahl gegebenenfalls ein wahltaktisches Zusammen gehen mit dem Freisinn. Ein allgemeines Zusammengehen mit der Sozialdemokratie sei ausgeschlossen. Damit solle aber die Großblockpolitik in Baden nicht verurteilt werden. Aus aller Welt. teu M aller * Karlsruhe. Die silberne Hochzeit des badischen Großherzogspaares wurde in ganz Baden unter reger Anteilnahme der Bevölkerung gefeiert. In Karlsruhe waren anläßlich des Festes zahlreiche Fürstlichkeiten eingetroffen. Der eigentliche Festtag am Dienstag wurde eingeleitet durch Glodengeläute und Festgottesdienste in den Kirchen Konfessionen. Um 9 Uhr nahmen die Großherzoglichen Herrschaften im großherzoglichen Palais die Beglückwünschung der Hofstaaten und der Fürstlichkeiten entgegen. Um 10 Uhr begann in der Schloßkirche der feierliche Dantgottesdienst in Gegenwaet des Großherzogspaares, der übrigen Mitglieder des großherzoglichen Hauses und der fremden Fürstlichkeiten. Hierauf wurden von den großherzoglichen Herrschaften im Schloß zur Beglückwünschung empfangen die Mitglieder des Staatsministeriums, Abordnungen der Ersten und Zweiten Kammer der Landstände, der fommandierende General und eine Abordnung des 14. Armeeforps, sowie die Vertreter der fatholischen und evangelischen Kirchen. Um 6 Uhr fand im Residenzschloß eine Galatafel statt, zu der über 200 Einladungen ergangen waren. )( R. Scheuermann gewann in Frankfurt a. M. am Sonntag vor Günther ul a. beide Läufe des 100 Stilometer- Rennens um den Großen Herbstpreis und verbesserte auf seinem flinten Brennaborrade den 30 Kilometer- Welt- reford. 1970)( Straßenrennen. Auf Brennabor wurden am letzten Sonntag die 289 Kilometer lange Straßen- Fernfahrt Unna- Münster- Paderborn- Unna, das 100 Kilometer das lange Straßenrennen Steglitz- Beelitz- Steglit, Kilometer- Straßenrennen in Ratingen und die Propagandafahrt Hamburger Straßenfahrer Hamburg- Bramstedt- Hamburg gewonnen. Josef Kainz+ Von C. Heyden. ( Nachdruck verboten.) 70 In Wien star b am Dienstag, morgens um 5% Uhr, der Hofschauspieler Josef Kainz im Alter von 52 Jahren an der Krebskrankheit. Die Kunst der Aerzte und die unglaublich widerstandsfähige Natur des Künstlers haben die Katastrophe aufhalten, aber nicht verhindern können. Im Januar 1910 bernahm man, der Künstler sei leidend und müsse seiner Bühnentätigkeit mindestens auf Mot nate hinaus entsagen. Eine von Prof. v. Noorden verordnete Kur brachte vorübergehende Linderung, aber schon im Mai wurden wieder die Beschwerden so heftig, daß sich die Notwendigkeit einer Operation herausstellte, die im Wiener Sanatorium Loew erfolgte. Sie konnte, der Natur des bösartigen Leidens gemäß, feine dauernde Heilung bringen. Immer bedenklicher lauteten die Bulletins, bis das tückische Leiden dem Wirken des Mannes nach mehrwöchentlichem unsäglich hartem Todesringen für immer ein Ziel gesetzt. * * ist „ Wir werden nimmer seinesgleichen sehen"- das der schmerzensvolle Gedanle, der uns in dem Augenblicke erfüllt, da Josef Kainzens herrliche Kraft von uns genommen ward. Wir haben nimmer seinesgleichen gesehen das war die begeisterte Empfindung, die uns vor jenen 27 Jahren erfüllte, da dies glänzende Gestirn in seiner ganzen Pracht vor uns aufging. Die jene Tage nicht miterlebt haben, können sich ihren gewaltigen Eindruck und Nachhall kaum vergegenwärtigen. Das Deutsche Theater in der Entstehung die Erwartungen aller Freunde der deutschen Bühne auf das Höchste gespannt- Künstler, wie Barnay, Haase, Possart und August Förster in einzigem Vereine und zwischen und neben ihnen als jugendlicher Held und Liebhaber dieser Josef Kainz, der troß seiner Tätigkeit an dem berühmten Meininger Hoftheater und in München doch noch feineswegs zu denen gehörte, die über einen großen und befestigten Theaterruf in deutschen Landen verfügten. Da trat sein Ferdinand in" Kabale u. Liebe" ans Licht, und bald darnach sein Carlos und sein Romeo und jetzt erst ward Josef Kainz entdeckt, entdeckt für immer. Es bleibt ein Ruhmestitel der mit Beifall und Anertennung oft recht sehr largenden Reichshauptstadt, daß sie das Genie dieses aus den äußersten Marken südlichen Deutschtums stammenden Jünglings sogleich voll erkannt u. gewürdigt hat. Uns aber, die wir dazumal zu den Jüngeren gehörten, war zumute, als ob uns eine künstlerische Offenbarung zuteil geworden sei, als ob die Klassiker, die uns doch auch zuvor nicht unbekannt gewesen waren, völlig neu geschenkt wurden. Auf die erwähnten Prachtrollen folgte bald eine lange Reihe anderer, in der Meisterstück sich an Meisterstück reihte. Der visionäre Heldenjüngling Friedrich von Homburg, der spröd- ritterliche Tempelherr Lessings, Shakespeares von Lebensfülle stroßender Prinz Heinz, Schillers leidenschaftlicher Melchthal: wieviel heißes Leben, wieviel Geist, Originalität, Wit und stählerne Kraft. war nicht in jeder dieser unvergeßlichen Gestalten zusammengefaßt! Nicht der Figuren Grillparzers zu vergessen, denen Kainz eine unwandelbare künstlerische und landsmannschaftliche Liebe widmete, dessen Küchenjunge Leon und dessen König in der Jüdin" er gleichsam zum erstenmale aus dem Dunkel des Ungeschaffenen in das Lichtreich der Gestaltung führte. wertvolle Hilfe. Keine Nachforschung war ihm zu mühselig und dann kam das Feilen, das Ausarbeiten. Er war ein guter Lerner", der freilich nicht die Gewohnheit hatte, gleich auf den ersten Proben mit fertig memorierter Rolle zu erscheinen, sondern gern erst noch von der Bühne selbst Anregung empfing. Dann aber, wenn das Stück in den Proben fortschritt, bemächtigte er sich seiner Rolle vollstän= dig. Bei alledem tam ihm freilich jene oft gerühmte und bewunderte Naturgabe entscheidend zu statten, die sich in seiner Rede äußerte. Die Virtuosität, mit der er die Rede bemeisterte, war zweifellos angeborene Naturgabe; aber der Geist, mit dem er sie gliederte, ausbaute, erleuchtete, mit dem er die schwierigste und verwickelste Shakespeare= Periode kristallklar durchsichtig machte; das war freilich sein Verdienst und seine Leistung. Diese seine Behandlung des Dichterwortes war wohl das erste, was jeder bemerkte, der ihn sah. Das war ein neues Tempo. Da war gebrochen mit dem alten Brauche, auf schönen Perioden zu verweilen, mit den Tenorallüren im Drama. Jeder Teil der Rede mußte dem Ganzen dienen; und brauchte sein Held in der Leidenschaft einen Vergleich, so mußte auch dieser Vergleich heiß und leiden- schaftlich seinem Munde entströmen, war es auch noch so schwer, die zwanzig Verszeilen dieses Vergleiches mit der Glut des Augenblickes zu erfüllen. Aber wie ich diesem Puntte, so war es in allem Kainzens großer Vorzug, daß er jede seiner Gestalten durchaus als etwas Ganzes auffaßte und bildete. Immer ging er darauf aus, die Grundmer zielte er dahin ab, die Gestalt, die er spielte, vor allem in diesen ihren Grundzügen interessant zu machen. Und darin entwickelte er eine echt dramatische Genialität. So entriß er Goethes Tasso" der Sphäre lyrischer Gefühlsergüsse und gestaltete ihn zum leidenschaftsvollen und lei' densreichen Dichter; so prägte er Richard 2., den typischen Vertreter des Gottesgnadentums, zur dramatischen Gestalt so wurde er schließlich zum Charakterspieler. Denn, wie angedeutet, Charakterspieler war Kainz im Grunde immer gewesen, auch wenn er die Carlos und die Romeo spielte, und es war nur eine fonsequente Entwicklung, die diese reiche Persönlichkeit zu Richard 3., zum Franz Moor und zum Mephistofeles führte. Gestalten von dieser Art und Klasse sind es, welche die letzte reiche Schaffensperiode unseres Künstlers charakterisieren die Periode seiner Wirkfamkeit am Burgtheater. 25 Jahre war Kainz alt, als er die Bühne des„ Deutschen Theaters" und damit die seines Ruhmes betrat. 25 Jahre und schon lagen beinahe 10 Jahre theatralischer Laufbahn hinter ihm! Jahre, in denen es ihm sauer genug geworden ist; Jahre, in denen es galt" Biegen oder brechen"; Jahre, in deren strenger Zucht der die deutsche Sprache nicht voll meisternde Deutsch- Ungar unablässig an seiner fünstlerischen Erziehung und allgemeinen Bildung ge arbeitet und sich zu der durch und durch originellen und interessanten Persönlichkeit entwickelt hat, als die er dann in Berlin meteorgleich auftauchte. Das ungarische Städtchen Wieselburg ist seine Heimat, sein Vater war ein Bahnbeamter, dem von fundiger Seite nachgesagt wird, er habe selbst dem Theater nicht ganz ferngestanden. Gewiß ist, daß er selbst es gewesen ist, der setn Söhnlein dem Theater zuführte. Selbiges Söhnlein war auf dem Realgymnasium zu Wien( wohin die Familie Kainz übergesiedelt war) sitzen geblieben, weil er über den Deklamationsübungen im deutschen Unterrichte die anderen Lehrfächer ungebührlich vernachlässigt hatte. Das hielt Vater Kainz für einen Wint des Schicksals: jetzt war es entschieden, daß der Pepi zum Theater mußte, und richtig trat er Anno 1874, volle 16 Jahre alt, auf einem Theaterlein in Wien auf, das den Namen Sulkowsky- Theater führte und so eine Art Versuchszüge des Charakters mit stählerner Schärfe zu zeichnen; imbühne für die Genies von morgen und übermorgen bildete. Bei diesem Versuche stellte sich denn heraus, daß der junge Herr noch weit davon entfernt war, die deutsche Sprache ausreichend zu beherrschen, und, so sehr seine Ungeduld sich gegen die Schulbank sträubte, so mußte er, der zuvor schon in noch jüngeren Jahren bei einigen dramatischen Lehrmeistern einen gewissen Unterricht empfangen hatte, jetzt doch erst noch zur Kupfer- Gomansky, der Lehrerin der Wolter, in die Lehrstunde. Und ein Vierteljahr hat er's ertragen. Er produzierte sich vor den Gewaltigen der Burg wie Sonnenthal, Lewinsky und Förster, ohne indes bei ihnen den dringenden Wunsch zu erregen, den jungen Herrn für die Burg zu gewinnen. Und es begannen Wander= jahre, in denen Licht und Schatten gar schnell mit einander wechselten. In Kassel erlebte er einen völligen Durchfall, in Marburg an der Drau errang er Erfolge, in Leip zig hatte er schwere Zeiten durchzumachen. Dorthin berief ihn 1876 Förster, der das Probespiel des jungen Mannes vor der Burgtheaterkommission nicht vergessen hatte und, von Kainzens Talent überzeugt, ihn durchaus beim Pub= lifum durchsetzen wollte. Das gelang aber nur sehr unvollkommen. Es folgten drei Jahre am Meininger Hoftheater, mit dem Kainz ganz Deutschland die Kreuz Quer durchzog und wo er eigentlich die ersehnten Grundsteine zu seinem fünftigen Ruhme legte. 1880 berief ihn dann Possart nach München, und hier war König Ludwig der zweite, der nach August Förster das Genie des noch Kainz jungen Mannes ganz erfaßte. Es ist bekannt, daß in so mancher Separatvorstellung vor dem kunstsinnigen Könige aufgetreten ist und daß er in ihm mehr als einen Gönner, einen Freund gefunden hat. und Mit Das war die Vor- und Lebensgeschichte des Künstlers, der sich auf dem Deutschen Theater gleich mit seiner Eröffnungsrolle als Ferdinand eine einzige Position schuf. Worin aber lag nun die eigentümliche und ganz unwiderstehliche Gewalt und Kraft, die von allen seinen Gestalten ausging? War es der Reiz förperlicher Schönheit? nichten. Kainz war ungemein interessant, aber nicht schön. Die Gestalt habenhaft, zuweilen oft von eigentümlich schwanfenden Bewegungen, das Geficht mit den großen lebhaften Augen ungemein geistvoll, aber unregelmäßig, immer wech selnd, ein Spiegel, auf dem auch im Privatleben jede kleinste Regung seines Empfindens blitzschnell sichtbar wurde. Zweifellos ist Matkowsky, der einige Jahre später als sein mächtiger Rivale im Berliner Theaterleben auftauchte, an förperlicher Schönheit, an Pracht der männlichen Erscheinung ihm überlegen. Und dennoch fehlte es Kainz in seiner Weise an Schönheit durchaus nicht nur war es eine Schönheit eine von ganz eigener, durchaus geistiger Art. Es war bis dahin noch nie beobachtete Anmut, eine unbändige Elastizität, die an geschmeidige Schönheit blißenden Stahles erinnerte, ein Feuer, das sich in allen seinen Zügen, Bewegungen, Gebärden, Worten äußerte, bald dunkel- prächtig, wie eine dämonische Flamme, bald licht- heiter wie ein Opferfeuer. Ging man aber dem Wesen dieser eigentüm- lichen lainzischen Schönheit tiefer nach, so erfand man schließlich als den letzten Quell, aus dem seine Leistungen machtvoll hervordrangen, eine großartige Vitalität, wie sie auf den die Welt bedeutenden Brettern ungemein selten ist. - Es gibt Schauspieler, die eben nichts als Schauspieler sind und es doch zu schönen Leistungen bringen können. Freilich nie zu den größten. Dazu gehört mehr als nur ein Schauspieler, dazu gehört ein Mensch, eine ganze große Bersönlichkeit. und eben das war Kainz. Er, der die Schulbant und die dramatische Lehrstunde ungeduldig vor der Zeit verlassen hatte, war von einem nie zu stillenden Wissensdurste erfüllt, horchte in alle Fächer der Wissen- schaft hinein, studierte, sammelte, las. Ein starkes Fludium ging von ihm aus, wenn man sich mit ihm unterhielt. Jeder originelle Gedanke, jedes geistvolle Wort wurde von ihm im Augenblicke aufgefaßt und aufgenommen, und Romeo erwies sich als ein scharfer und gewandter Dialektiker. Was in die Mühle seiner Persönlichkeit geriet, wurde Geist. Er verstand es, seine Gewohnheiten, sein ganzes Leben zu vergeistigen; und so hat er auch seine Rollen immer und ausschließlich vom geistigen Standpunkte erfaßt. An physischer Gewalt sind ihm Hunderte überlegen gewesen, an geistiger Ueberzeugungstraft tam ihm nicht einer nach. Es vereinigte sich in seiner Persönlichkeit der schärfste Verstand mit der stärksten Phantasie. Es ist mit Recht gesagt worden, daß man Kainz faum ein größeres Unrecht antun könne, als ihm Originalitätshascherei vorzuwerfen. So wie seine Gestalten auf die Bühne traten, so sind sie ihm, dem unermüdlichen Leser, in der ersten frischesten Intuition vor die Seele getreten. Wenn er aber diese Intuition auf der Bühne mit so unvergleichlicher Lebenstraft verwirklichen konnte, so dankte er das der strengen Arbeit, die er an sich, an jeder seiner Rollen vollbrachte. Der Laie, der ihn so spielen sah, und der die Leichtigkeit seines Spieles empfand, der mochte sich wohl vorstellen, daß dieser Künstler aleichsam im Spiele arbeite und in der Arbeit spiele. Das Gegenteil war der Fall. Kainz versäumte nichts, um sich seiner Rolle zu vergewissern. Eine große schöne Bibliothek leistete ihm dabei Hämorrhoidalleiden. Diese Leiden sind sehr schmerzhaft und lästig und führen oft zu ernsthaften Operationen. Hämorrhoiden sind verursacht durch chronische Verstopfungen und Leberkrankheiten. Ein vielerprobtes Mittel besitzen wir in Dr. Wegner's Thee, wodurch die Leber reguliert wird, Verstopfung beseitigt und dadurch die Hämorrhoiden verschwinden. Angenehm zu nehmen und prompt in der Wirkung. Bevor er dahin tam, hatte er wieder recht schwere und stürmische Zeiten zu bestehen. Es war fein glücklicher Tag, als er sich im Jahre 1888 von Barnay für das Berliner Theater gewinnen ließ. Er verließ das Theater, wurde trot ärztlichen Zeugnisses für kontrattbrüchig erklärt, und nun schweifte er, der vergötterte Liebling der besten Berliner Gesellschaft, auf traurigen Provinz bühnen im Osten von Berlin herum. Ich habe ihn dort einmal gesehen, wie er die herrliche Rolle des Rustan im„ Traum ein Leben“ zum erstenmale spielte, und es war ein ergreifender Anblick, diesen König der Bühne in dieser Lumpenwelt zu beobachten. Wanderschaft und Elend in Amerika folgten, bis endlich das Deutsche Theater sich seines alten Stolzes wieder annahm und ihn, seine, wegen aus dem Bühnenvereine austretend, wieder engagierte. Unter L'Arronge und Brahm schuf er dann eine weitere Reihe neuer glänzender Leistungen, langsam mit dem Tartuffe und dem Misanthropen in das Charakterfach übertretend, bis er im Herbste 1899 in den Verband des Burgtheaters eintrat. Es ist dort gekommen, wie es seit 1883 überall gekommen ist, wo Kainz spielte: er wurde der Herrscher. Für seine Kollegen war das nicht immer leicht. Der beste Kamerad, der gütigste Helfer, so recht, was man einen guten Kerl nennt, doch dieser temperamentvolle Künstler nicht immer leicht zu berechnen. Er hatte seine guten und seine schlechten Tage. An den guten riß er alles, was neben ihm auf der Bühne stand, zur Hächsten Begeisterung und Leistungsfähigkeit mit, an den schlechten überrannte er die Mitspieler und fümmerte sich um das Publikum, man fann sagen, garnicht. Er ge hörte eben nicht zu der Klasse der„ grandes utilites", sondern ausgesprochen in die der Genies. Was er anfaßte, erhielt geniales Gepräge. Genial war seine Leidenschaft, genial sein stahlscharfer Geist, genial sein knabenhafter Uebermut, genial der stahlende Adel, den er seinen Gestalten einzuimpfen wußte. Es war sein eigener Adel. Denn in diesem Künstler brannte die Flamme echtester Kunstliebe, und ein unerschütterlicher Jdealismus, ein Glaube an Schönheit und Menschenwürde, der selbst dann noch aus seinen Gestalten hervorleuchtete, wenn er die düstersten Abgründe verbrecherischer Seelen darzustellen hatte. Geschäftliches. war In Brüssel fand jetzt die Preisverteilung statt. Es erhielt u. a. die bekannte Nähr mittelfabrikf " Hansa", Stahmer u. Wilms in Hamburg, für ihre überall beliebten Fabrikate wie„ Halsa"-Backpulver," Hansa"= Puddingpulver 2c. die große silberne Medaille. Das ist, da es sich um eine Weltausstellung handelt, eine sehr hohe Auszeichnung, die den Beweis liefert, von welch hervorragender Qualität die Fabrikate dieser außerordentlich rührigen Firma sein müssen. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. 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