Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vorauszahlbar, viertel jährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Donnerstags und Samstags. - Erscheint Dienstags, Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", - Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 46. Frühjahrs- Kontrollversammlungen. der Großherzoglichen Bürgermeisterei = des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 22. März 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Plasvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Es haben aus der Stadt Gießen auf dem Hofe der alten Kaserne am Landgraf Philipp Platz zu erscheinen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve und der Landwehr 1. Aufgebots( fleiner Dienstanzug), soweit sie verhindert sind an der Offizier- Kontrollversammlung am 16. April 6.30 abends im Kasino des Inf. Reg. Nr. 116 teilzunehmen; 2. Die Mannschaften der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots aller Waffen einschließlich Halbinvaliden und nur Garnisondienstfähigen; 3. Die zur Disposition der Truppenteile oder Ersaßbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen; 4. Die Ersaßreservisten, geübte und nicht geübte; und zwar: Am 7. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1905, 1906, 1907, 1908 und 1909 der Infanterie und die zur Disposi tion der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. Am 7. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1902, 1903 und 1904 der Infanterie. Am 8. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1905, 1906, 1907, 1908 und 1909 der Spezialwaffen und Ersabreserve. Am 8. A ril, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1903 und 1904 der Spezialwaffen und Ersabreserve. Am 9. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1902 Spezialwaffen und Ersaßreserve, 1901 aller Waffen einschließlich Ersaßreservisten. Am 9. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1898, 1899 und 1900 der Infanterie." Am 11. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1898, 1899 und 1900 der Spezialwaffen und Ersabreserve. Am 11. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1897 aller Waffen, einschließlich Ersabreservisten, sowie die oben unter Nr. 1 Aufgeführten( Offiziere 2c.) aller Jahrgänge und Waffen der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Für die auf Bahnhof Gießen beschäftig= ten Beamten und Arbeiter auf Bahnhof Gießen: Am 20. April, vorm. 9 Uhr: Reserve, Landwehr 1. Aufgebots und Ersaßreserve, sowie die zur Disposition der Ersatz- Behärden entlassenen Mannschaften aller Waffen, soweit sie nicht von der Teilnahme an der Kontroll- Versammlung befreit sind. Es wird folgendes erinnert: 1. Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch den Bezirksfeldwebel des Hauptmeldeamts einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt ſein. Berücksichtigung kann nur in den dringendsten Fällen stattfinden. 2. Jeder Kontrollpflichtige ersieht die Jahresklasse, zu der er gehört, auf dem Deckel seines Militärpasses. 3. Die Militärpässe mit eingeflebter roter Kriegsbeorderung bezw. Paßnotiz und Führungszeugnis sind mit zubringen. 4. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen, Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. 5. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Frühlingserwachen! ( 3um 21. März.) Wach auf! schon dringt durch die Natur Des Schöpfers mächtig Wort„ Es werde" Und rings umher in Hain und Flur Schmückt sich mit Grün die weite Erde. " Es braust hinaus wie Sturmeswogen, Der Frühling fam ins Land gezogen." Wacht auf! schallt es in Busch und Wald Aus langer Wintersnacht und Träumen Und unterm Laub mit Allgewalt Beginnt ein Rauschen, Knospen, Keimen. " Im Buchenschlag- von hohen Eichen Tönt Vogelsang aus allen Zweigen." Wacht auf! Es rauscht in Tal und Höhen Vom Eis befreit das Bächlein nieder. Es singt von Lieb und Auferstehen Der Hirtentnabe frohe Lieder. Schallmain und Glockenklang der Herden Verkünden Frühlingszeit auf Erden." Wach auf! auch du o o Menschenherz Der Frühling will nicht länger warten, Bergiß die Alltagsnotden Schmerz Und eil hinaus in Gottes Garten. " Dort jubelt es an allen Enden Nun muß sich Alles, Alles wenden." Wach auf! du blütenreiche Zeit Und bring uns Frieden, Glück und Liebe, Auf allen Fluren weit und breit Beschüße unsre zarten Triebe. „ Hilf Armen, Kranten hier auf Erden Und laß für„ All e" Frühling werden. Louis Roloff. Gießen. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Ver= säumnis der Kontrollversammlung bestraft. Gießen, 19. März 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Die Stelle eines Feldschüßen ist alsbald anderweit zu besetzen. Mit der Stelle ist ein Anfangsgehalt von 1125 Mart, steigend alle 3 Jahre um 95 Mt. bis zum Höchstgehalt von 1600 Mt., verbunden. Die Annahme erfolgt auf Widerruf. Bewerber, welche mit den Besitzverhältnissen Feldgemarkung vertraut sind, werden bevorzugt. in der Meldungen sind bis zum 20. April d. Is. einzureichen und denselben Lebenslauf, Zeugnisse über bisherige Beschäftigung, Führung und Gesundheit, sowie Angaben über die Familienverhältnisse beizufügen. Militäranwärter haben bei gleicher Befähigung den Gießen, 21. März 1910. Vorzug. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Das 6. Ziel Gemeinde steuer ist innerhalb 8 Tagen bei Meidung der Beitreibung zu bezahlen. Gießen, den 21. März 1910. Stadttasse Gießen. In Erl.: Peter. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Plock'schen Stiftung für 1910 liegt vom Mittwoch, den 23. März dieses Jahres ab 8 Tage lang auf dem A'r menam t, Asterweg 9, zu jedermanns Einsicht offen. Gießen, den 17. März 1910. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Seller. Bekanntmachung. Aus der Heichel heim'schen Stiftung ist am 19. Juni d. Is. eine Gabe von 525 Mt. an eine in GieBen wohnhafte, würdige, bedürftige, israelitische Familie oder Person zu vergeben. Meldungen werden Asterweg 9 im Erdgeschoß bis 15. April 1910 entgegengenommen. Gießen, den 19. März 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Keller. Bekanntmachung. Betr.: Das Einhalten der Tauben während der Saatze it. Die Besizer von Tauben werden unter Hinweis auf Artikel 39, 3iffer 2 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 aufgefordert, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis Mitte April einzuhalten. Diese Bekanntmachung findet auf die Militärbrieftau ben keine Anwendung. Gießen, den 16. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Seller. Die Wahlrechtskundgebungen der Sozialdemokratie. Mit den Wahlrechtskundgebungen hat die Sozialdemotratie einen Weg beschritten, über dessen Gefährlichkeit sich ihre Führer am wenigsten unklar sind. Von berufener so= zialdemokratischer Seite ist offen betont worden, daß das Verfahren der Kundgebungen, wonach man das Volk auf die Straße treibt, der erste Schritt zur Revolution sei und man nie wissen könne, was sich aus derartigen Straßen= fundgebungen entwickeln könne, da sich auf die Dauer die Massen nicht in der Hand halten ließen. Allerdings wird von sozialdemokratischer Seite behauptet, daß die Massen ein Recht auf die Straße hätten, sofern sich die Teilnehan den Kundgebungen keine Ausschreitungen zu schulden kommen ließen. Diese Auffassung aber ist falsch, denn die Straßen dienen dem Verkehr, und es bedeutet eine Rüdsichtslosigkeit gegen die, die an den Kundgebungen nicht teilnehmen und mit ihnen in keiner Weise übereinstimmen, wenn sie durch diese Kundgebungen gehindert werden, ihrer ruhigen Beschäftigung nachzugehen. Da außerdem gleiches Recht für alle bestehen muß, hätten natürlicherweise nicht nur die Sozialdemokraten das Recht, derartige Kundgebungen zu veranstalten, sondern auch ihre politischen Gegner, was notwendig zu scharfen Zusammenstößen führen müßte. mer Solche Kundgebungen sind aber auch völlig überflüssig, sofern mit ihnen nichts anderes bezweckt wird, als in friedlicher und niemand bedrohender Weise auszudrücken, welche Massen hinter einem politischen Wunsche stehen. Dazu gibt es andere Mittel, wie das Sammeln von Unterschriften und = Berdingung. 21. Jahrg. Für den städtischen Schlachthof ist zu vergeben die Lieferung von: 100 3entner Streustroh( Roggenstroh- Maschinendrusch), 70-80 3 entner süßes Wiesenheu1. Güte. Die Anlieferung hat auf Abruf der Schlachthofverwaltung frei Schlachthof Gießen zu erfolgen. Angebote sind bis 1. April 1910 bei der Bürgermeisterei einzureichen. Gießen, den 17. März 1910. Bürgermeisterei. J. B.: Keller. Arbeits- Vergebung. Die Ausführung von etwa 600 Ifd. Mtr. Rohrgräben in der Nähe der Pumpstation Queckborn soll auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Der diesem Ausschreiben zugrunde gelegte Vertragsentwurf liegt während der Dienststunden auf unserem technischen Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Angebote sind unter Benutzung der bei uns erhältlichen Vordrucke bis zum Montag, den 4. April d. I., vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Ausschrift versehen, bei uns einzureichen. Gießen, den 21. März 1910. Städt. Gas- und Wasserwerk Gießen. Steding. Bekanntmachung. Wir suchen für die Unterhaltung von Zählern und Schaltuhren einen zuverläßigen nüchternen Zählermonteur gelernter Uhrmacher mit Kenntnissen im Installationswesen in dauernde Stellung. Eintritt sofort. Ferner: 1 Installationshilfsmonteur gelernter Schlosser oder Mechaniter. Offerten mit Zeugnisabschriften und Lohnansprüchen erbeten. Gießen, den 22. März 1910. Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Arbeitsvergebung. Die zur Erweiterung der Schlachthofanlage erforder= lichen Glaserarbeiten( 4 Lose) sollen Mittwoch, den 30. März d. J., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 19. März 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. Wir suchen für einen 17jährigen jungen Mann Stellung als Haus bursche oder ähnlicher Art. Armenam t. die Stimmabgabe bei den Wahlen, die das ebenso eindrucksvoll und dabei weit bequemer für die Beteiligten und ohne Bedrohung der politischen Gegner ausdrücken. Der Zweck, den die Sozialdemokratie mit ihren Straßenfundgebungen verfolgt, geht aber weiter und zielt daraufhin ab, durch das Massenaufgebot von Menschen ihre politischen Gegner einzuschüchtern und in Schrecken zu verseßen. Das ergibt sich genugsam aus den Prahlereien ihrer Blätter, die bei derartigen Gelegenheiten schwülstig verkünden, daß vor den„ dröhnenden Schritten der Arbeiterbataillone" der " feigen Bourgeosie" das Herz in die Hosen gefallen wäre usw., während der friedliche Bürger im Vertrauen auf die Tüchtigkeit der staatlichen Behörden sich nur in den seltensten Fälien um diese Radaubrüder gefümmert hat, die mit Leichtigkeit von ein paar berittenen Schußleuten auseinandergejagt werden konnten. Jedenfalls kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die sozialdemokratischen Führer sehr wohl wissen, daß die Straßenfundgebungen überflüssig und lächerlich sind, solange sie friedlich bleiben und keinem andern das gleiche Recht auf die Straße, nämlich dort zu verkehren, beschränken. Ferner wissen die sozialdemokratischen Führer, daß jene Kundgebungen den ersten Schritt zur Revolution bedeuten, wenn die Lärmmacher anderen das Recht auf die Straße verwehren und diese für ihre politischen Zwecke mit Beschlag belegen. Dieses lezte Ziel aber haben die„ Genossen" bei allen Wahlrechtstundgebungen der letzten Zeit im Auge behalten. Wenn sie dabei sich vielfach einer gewissen Mäßigung. befleißigt haben, so ist das nicht geschehen, um den Rechten politisch Andersdenkender nicht zu nahe zu treten, sondern weil sie wußten, daß die Staatsgewalt einen derartigen auch solch 3eugs suchen. nein Tüte vorsichtig auf dem Rücken versteckt, die Korridortür auf und versteckte ſein füßes Baket auf Als Werner nach Hause kam, hielt er die weiße Schloß leise fte hatten ja so einen reichen Vater! Nicht bloß gefärbte Hühnereier, Sie trocknet war und aufgestan möbel wieder gerade gerü die Die Frauen sam wieder die gewohnte mer Ihr vom Bücken rot gewordenes Gesicht bekam lange weiße Farbe. nehmen jekt ſchon dreißig Pfennin hatte sich die Hände сл 15 Schrecken nicht dulden würde und sie eine begreifliche Furcht vor Zusammenstößen mit der bewaffneten Macht hatten. Wo es jedoch zu Zusammenstößen gekommen ist, da sind es die in den Versammlungen durch blutrünstige Reden aufgehetzten Massen gewesen, die sich gegen die staatliche Ordnung vergangen und die Polizei zum Eingreifen gezwungen haben. Deshalb muß von bürgerlicher Seite immer wieder darauf hingewiesen werden, daß die Angreifer bei diesen Zusammenstöße diejenigen sind, welche derartige Kundgebungen veranstalteten, und daß es eine Verdrehung von Tatsachen ist, wenn die Sozialdemokratie der Polizei die Schuld gibt. Lokales. Gießen, 22. März 1910. ** Parlamentarische s. Der soeben er= schienene Bericht des Finanzausschusses der Ersten Kammer über den Etat spricht in der Einleitung seine Befriedigung aus über das Entgegenkommen, das der Ausschuß der Zweiten Kammer bei den Vorverhandlungen bewiesen habe. Gerne habe der Ausschuß der Ersten Kammer die Gelegenheit wahrgenommen, die guten Beziehungen zwischen den beiden Häusern, für die er seither schon bemüht war, durch gemeinsame Beratungen zu fördern. Aus dieser friedfertigen Gesinnung heraus beantragt der berichtende Ausschuß die Einwilligung zu den sämtlichen Beschlüssen der Zweiten Kammer, nicht ohne allerdings zu betonen, daß durch die beschlossene Erhöhung der Vermögenssteuer deren Charafter vollständig verändert werde und damit zugleich die Grundlagen verschoben werden, die seither für das Staatssteuersystem maßgebend waren. Für die einzelnen Kapitel beantragte der Ausschuß im allgemeinen den Beitritt zu den Beschlüssen der zweiten Kammer. Auch die Dammbauvorlage, die im Vorjahre zu der Präsidialkrise führte, wird glait geschluckt. Nur über das Kapitel Bad Nauheim bestehen noch Differenzen. Nach allem ist anzunehmen, daß die Etatsdebatte in der Ersten Kammer ohne besondere Ueberraschungen verlaufen wird. * Das hess. Justiz ministerium hat, offen bar, um eine raschere Abwickelung der Schöffengerichtsverhandlungen in unbedeutenden Fällen zu erreichen, an die Amtsgerichtsvorstände des Landes ein Zirkular gerichtet, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, daß es nicht unbedingt nötig sei, daß sich das Gericht behufs Urteilsfällung jedesmal ins Beratungszimmer zurückziehe. Es sei nach dem Reichsgericht zulässig, daß Richter und Schöffen sich im Gerichtssaal in für die Zuhörer nicht verständlicher Weise über das Urteil verständigen. Allerdings komme dies nur in Frage, wenn es sich um einen einfach und klar liegenden Fall handelt und wenn im übrigen die Schöffen sich nicht dadurch behindert fühlen. * Vom hess. Landeslehrerverein. Der Rechnungsabschluß des Landeslehrervereins für 1909 ist nicht besonders günstig; die Einnahmen betrugen 14 766 Mark, die Ausgaben 14 742 Mt., so daß nur 24 Mart Ueberschuß bleiben. | ** Ludwigs- Gymnasium. Nach dem Bericht für das Schuljahr 1910 zählte die Vorschule des Ludwigsgymnasiums in ihren 3 Klassen 105 Schüler, von denen sich 77 zu dem evangelischen, 9 zum katholischen und 14 zu dem israelitischen Glauben bekannten. Das Ludwiggymnasium zählte am Schluß des Schuljahres 266 Schüler, von denen 210 evangelisch, 21 katholisch und 25 jüdisch waren. Beide Schulen wurden also am Schluß des Schuljahres von 371 Schülern besucht, während die Besuchsziffer am 15. Mai nur 356 betrug. Unter diesen 371 Schülern befanden sich 286 Einheimische und 70 Auswärtige. Die außerordentliche Reiseprüfung bestanden am 17. Juli drei Oberprimaner, während die Osterreiseprüfung am 23. Februar 23 Prüflinge zählte, die sämtlich bestanden.- Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war im aligemeinen nicht ungünstig; nur in dem letzten Vierteljahre traten in der Vorschule und in der Serta sehr stark die Masern auf. Das Faustballspiel wurde eifrigst gepflegt. Die freiwilligen Túrnstunden mußten im Sommer mangels einer geeigneten Aufsichtsperson leider ausfallen, wurden aber im Winterhalbjahre um so eifriger besucht, nachdem die Herren Referendare Dr. Knöllinger, Pfeiffer und KreuHer sich in dankenswerter Weise zu ihrer Leitung bereit erklärt hatten. Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 4. April 1910. läßt. Die Aachener Zeitung schreibt u. a.:„ 6. städtisches Abonnementskonzert brachte uns Liszt's Es- dur- Konzert für Klavier und Orchester. Wir haben es in solcher Vollend ung seit Jahren nicht mehr gehört. Frl. Elisabeth Bockemeyer aus Berlin ist zweifellos den Besten unserer Großen, wie Risler, Busoni, Ansorge, beizuzählen. Wenn eine Künstlerin im jugendlichen Alter von 17 Jahren mit solcher Meisterschaft die Werte unserer Tonpoeten wiederzugeben vermag, dann ist sie mehr als ein Talent, sie ist ein Genie, ein Genie von Gottes Gnaden. Eine fabelhafte Sicherheit im technischen Sinne, ein inneres Erfassen, wie es eben nur eine goldechte Dichterseele vermag, ein Anschlag von bestrickendstem Ton. Was hätte man sich noch mehr wünschen können. Man darf kühn sagen, daß uns in dieser anmutigen Künstlerin eine zweite Teresa Carreno erstanden ist, daß Fri. Bockenceyer ein Stern erster Größe zu werden verspricht." # Stadttheater. Auf die heutige Wiederholung von Hermann Bahrs„ Konzert" sei besonders aufmert sam gemacht, da das reizende Lustspiei bei seiner Erstaufführung am Freitag einen außerordentlichen starten Erfolg zu verzeichnen hatte.- Die Aufführung von„ Narziß" mordeutsche Bühnenmitglieder" statt; an den anderen 3 Wogen Mittwoch findet zu Gunsten der„ Wohlfahrtskasse für chentagen bleibt das Theater geschlossen. ** Vergebung von Fleischließerun= gen. Die kürzlich von dem Staate ausgeschriebenen Fleischlieferungen für die Kliniken haben ein auffallendes Ergebnis gehabt. Die Forderung der Metzger stellte sich nämlich um rund 16 Proz. niedriger als die Ladenpreise, während das gleiche Angebot in dem Vorjahre nur 6 Prozent unter dem Ladenverkaufspreise blieb. Damit dürfte sich für den Staat diesmal eine Ersparnis von etwa Mt. 20 000 ergeben. Bei dem Submissionstermin fiel die Fleischlieferung den Meßgermeistern Fr. Schreiner, F. Schlörb und H. Meister, sowie den vereinigten Innungsmeistern zu. == Brand. In der Nacht zum Sonntag um 3 Uhr brach in dem zum Kuderschen Grundstück auf dem Neuenweg gehörigen, in Fachwert aufgeführten Schuppen Feuer aus. Der Brand nahm von dem der Weidengasse abge= kehrten Teil des Baues seinen Ausgang, wo er in dem Sparrenwerk des Daches reiche Nahrung fand. Sicherlich würde das Feuer das ganze Gebäude in Asche gelegt haben, wenn nicht das rasche und umsichtige Eingreifen der beiden hiesigen Feuerwehren die Flammen auf seinen Herd beschränkt hätte. Ein Glück war es auch zu nennen, daß der Schuppen sich nicht an ein anderes Gebäude anlehnte, denn dann wäre der Schaden namentlich im Hinblick auf die in der Nähe befindlichen alten Häuser wohl ein größerer gewesen. Der Umstand, daß in dem Schuppen keine Feuerungs- und Lichtanlage vorhanden war, berechtigt dazu, an eine Brandstiftung zu glauben, zu deren Aufdeckung bereits seitens der Polizei die Untersuchungen im Gange sind. = h- Ertrunken. Am Sonntag, den 13. Februar, hatte die 10. Kompagnie des Kaiser- Regiments das Verschwinden des Musketiers Luz zu beklagen, dessen unauf geklärte Entfernung nun ihre Aufklärung durch die Auffindung seiner Leiche in der Wieseck gefunden hat. Der Aufenthalt des Musketiers Lutz in einer Wirtschaft kurz vor seinem Verschwinden hatte in weiteren Kreisen den Glauben an eine Fahnenflucht aufkommen lassen, welche zweifellos nicht vorlag. An dem betreffenden Abend mag der Wunsch in dem Toten aufgestiegen sein, die Kasernen auf dem fürzesten Wege zu erreichen, wobei er in die angeschwollene Wieseck geraten sein wird und seinen Tod gefunden hat. = w= Stonzert Verein. Die Freunde unseres Konzertvereins wird es interessieren, über die jugendliche Pianistin, Frl. Bockemeyer aus Berlin, welche im Januar dieses Jahres in einem Konzerte hier zum ersten Male auftrat, eine Kritik über ihr Auftreten in Aachen, ge' legentlich eines Abonnementskonzertes unter Prof. Schwickerath, zu lesen, welche ihr Können im besten Lichte erscheinen| Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. 2) Nachdruck verboten. Gedankenvoll ging Herr Ferdinand Reinau an dem Tage, als seine Tochter die Ausfahrt mit ihrem Ponnygespann machte, in seinem Zimmer auf und ab, als ein bescheidenes Klopfen an der Türe vernehmbar wurde. Geräuschlos trai ein Diener Sher die Schwelle und überbrachte seinem Herrn auf fiberner Schale zwei Visiten Barten. Kaum hatte Reinau einen Blick darauf geworfen, als er auch schon lebhaft rief: Herzlich willkommen, men alter Freund!" Zwei Herren, offenbar Vater und Sohn, waren dem Diener auf dem Fuße gefolgt und schüttelten nun dem ihnen entgegeneilenden Hausherrn kräftig die Hand. Der Jüngere der Eingetretenen ließ seine Augen in ziemlich neugieriger Weise in dem vornehm eingerichte ten Raum umherschweifen, als suche er irgend etwas. G trug einen tadellosen Gesellschaftsanzug, war überhaupt sehr elegant, beinahe stuberhaft gekleidet und dennoch machte er auf den ersten Blick einen günstigen Eindruck. Die von hellen Wimpern beschatteten Augen schauten so nichtssagend und ausdruckslos darein, daß man sofort die UeberBeugung gewann, vieles Wissen war gewiß nicht seine Sache. Er drehte auch iezt mit linkischen, halb verlegenen Bewegungen den Hut zwischen den Fingern. Während die beiden älteren Herren sich lebhaft unterhielten, Starrte er nur immer auf die Türe, als erwarte er jeden Augenblick dort jemand eintreten zu sehen. Endlich plaßte er ganz unvermittelt mit der Frage heraus: Fräulein Maja ist wohl nicht zu Hause?" Reinau, der den jungen Mann schon geraume Beit verstohlen beobachtet hatte, lächelte ein wenig malitiös: Leider nein, Herr Stolze, meine Tochter ist zu ihrer Freundin nach Neunlinden gefahren, und ich fürchte, sie wird so bald nicht zurückkommen. Meine Kleine wünschte sich nämlich zu ihrem Geburtstag ein Bonnygespann mit dazugehörigem Wagen. Nun, gestern erhielt sie dasselbe und heute mußte es unter allen UmStänben der geliebten Fr undin vorgeführt werden. Ich Aus Hessen und Nachbargebiet. * Bad Nauheim. Die Gemeindesteuern für 1910 wurden nach dem Haushaltungsvoranschlage wieder wie im vorigen Jahre mit 123,6 Proz. festgesetzt." * Mainz. Das Stehlen von Sparkassen büchern ist eben an der Tagesordnung. So machte ein Wirt in der Rheinstraße die Entdeckung, daß ihm aus einer verschlossenen Tischschublade ein Sparkassenbuch über 4000 Marf und eines auf einen niederen Betrag lautendes gestohlen worden sind. Das Geld steht auf einer auswärtigen Sparkasse. Nach den Ermittelungen der Polizei hat eine Frau von dem 4000 Mt.- Buch 850 Mt. erhoben. Die Frau konnte noch nicht ermittelt werden. von nachmittag im Sizungssaale des Oberlandesgerichts z4 Darmstadt zu einer außerordentlichen Sizung zusammen, die sehr zahlreich von Mitgliedern aus allen Landesteilen besucht war. Den Hauptgegenstand der Beratung bildete der Antrag der Vermehrung des Vorstandes von 9 auf 12 Mitglieder. Den Vorsiz führte Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch. Die Tagesordnung befaßte sich u. a. auch mit der Frage einer Gewerbesteuer für Rechtsanwälte. Der Vorstand betonte hierbei, daß er diese Steuer stets gemißbilligt habe. Der Vorsißende halte im Einvernehmen mit der Regierung diese Steuer für verwerflich und hat bereits vor 5 Jahren in der Zweiten Kammer ihre Ablehnung durchgesetzt. Bei der Aussprache über das Rechtskonsulenten- Unwesen erklärte der Vorstand, daß er diese Frage nie aus dem Auge gelassen habe, sie aber angesichts der bestehenden Reichsgesetzgebung nicht leicht zu lösen sei; er werde besondere Anregungen der Generalversammlung, soweit sie zulässig, gern entgegennehmen. Endgültige Beschlüsse wurden in dieser Frage jedoch nicht gefaßt. * Mainz. Im Hof zum Gutenberg" fand zu Ehren des in Pension tretenden Gouverneurs v. Goßler und des zum Minister des Innern ernannten Provinzialdirek tors v. Hombergt ein Abschiedsessen statt, das 180 Personen besucht war. Außer den Spizen der Behörden beteiligten sich zahlreiche Stadtverordnete, auch Bischof Dr. Kirstein und Provinzialdirektor Dr. Breidert waren erschienen. Gestern ist als ein Geschenk des Großherzogs ein Dammhirsch hier eingetroffen, der für den Rehpark in der Anlage bestimmt ist. mer Darmstadt, 20. März. Die Anwaltskamfür das Großherzogtum Hessen trat am Samstag habe allerdings auf Ihren angekündigten Besuch hingewiesen, allein leider half das gar nichts!" Der junge Herr fuhr mit allen Zeichen des Entseßens empor. ,, Und- Fräulein Maja kutschiert selbit?" ,, Allerdings," lächelte Reinau belustigt. womöglich Sie hätten das unter keiner Bedingung zugeben dürfen!" rief der junge Mann ängstlich. Bedenken Sie doch wenn etwas passierte, so junge Tiere sind oft unberechenbar, das ist, das ist- Er schien das rechte Wort nicht zu finden. ,, Leichtsinnig gehandelt, meinen Sie?" vollendete Reinau hell auflachend, beruhigen Sie sich, ich sebe meine Maja feiner Gefahr aus, sie hat ihren getreuen alten Friß dabei und die Tiere sind lammfromm, wie mir glaubwürdig versichert wurde." Du läßt, wie mir dünkt, deiner Tochter zu viel Freiheit, mischte sich jetzt der ältere Stolze, der bisher geschwiegen hatte, in strengem Tone ein ,,, ich würde dergleichen nicht gestatten." Gerichtsjuul. Gießen, den 22. März 1910. Dem 25jährigen Kaufmann Hans Curt von Steldern aus Mainz sind mehrere Betrügereien und Diebstähle, die er mit seiner Frau verübt hat, zur Last gelegt. Des Angeklagten Vater, der Witwer war, hat sich mit einer jungen Frau, die im Alter des Angeklagten war, verheiratet, was den letzteren zum Haus hinaus trieb. Er fand sich mit seinem Vater ab, der ihm sein mütterliches Vermögen in Höhe von etwa 4000 Mt. auszahlte, aber dadurch jeglicher weiterer Unterstütung verlustig ging. Der Angeklagte verheiratete sich mit einer vorbestraften Kellnerin. Von dem Geld wurden Möbel gekauft und beide ließen sich in Wiesbaden nieder. Er bekam keine Stellung und die Eheleute reisten nach Berlin und als ihr Geld zur Neige ging, machten sie sich auf den Rückweg nach Mainz, in mehreren Städten sich Kost und Wohnung borgend, weshalb sie auch bestraft worden sind. In Kassel haben sie eine wirtin um die Zeche gebracht und in Gießen haben sie neben Zechprellerei einer Wirtin eine Reihe von Schmucksachen und auch Geld gestohlen. Da die Frau frank in der Klinik liegt, konnte nur der Mann abgeurteilt werden. Wegen eines Betrugs und eines Diebstahls wurde der Angeklagte zu 7 Wochen Gefängniß verurteilt, die durch die Unterſuchungshaft verbüßt sind, während in einem Fall Freisprechung erfolgte. Du kennst eben meine Maja nicht," entgegnete Reinau gleichmütig. Die fragt nicht viel, ob man etwas gestattet. Sie ließ einfach anspannen, und hui,- war sie wie der Wind zum Tore hinaus, daß alles nur so flog. Der alte närrische Friß unterstüßt sie dabei nach Kräften. So war es schon immer." Du kanntest aber doch ganz genau den Grund unseres Kommens," sagte Herr Stolze mit etwas gekränkter Miene. Es ist dir nicht unbekannt, daß mein Albert leidenschaftlich in deine Tochter verliebt ist, ich habe dir das deutlich genug zu verstehen gegeben. Leider ist mein Sohn zu schüchtern, um seine Sache allein zu führen, so mußte ich mich um ihn annehmen. Ich sagte dir auch schon, daß es mein höchster Wunsch wäre, wenn deine Maja sich entschließen würde, Alberts Frau zu werden. Sein Lebensglück hängt davon ab; es liegt mir sehr am Herzen. Der arme Junge ist ganz unglücklich, daß er Fräulein Maja nicht sprechen kann. Nicht wahr, Albert?" Der Gefragte nickte melancholisch mit dem blonden Kopf der fem fleinen F fein vollende aller seiner 2 Leutnantstuge ung und nicht Spiels lönnen len ebenbürtig Leiftungen des Roter Robe" Hermann Bahr brud hinterlaffe ebenjo gewiß großen Beifall bem Künstler i als ein weiter werden, welche lifum bereits e Inbezug a tünstlerisch voll zuheben sein, herauslehrende Ansprüchen der fiel Elly& it Der vielfach vorbestrafte Taglöhner Daniel Gontrum von Ernsthausen hat seinem Dienstherrn zu Bad- Nauheim 8 Mart unterschlagen und in Kaichen seinem Mitfnecht einen Hut und ein Paar Stiefel entwendet, auch stahl er zu Buzzbach einem Knecht Rock, Hose, Schuhe, ein Wams und eine Urkette. Urteil: 1 Jahr 8 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Ein Monat Untersuchungshaft wird auf die Strafe angerechnet. Stadttheater Gießen. Montag, den 21. März Der Beilchenfresser. Lustspiel in 4 Aften von Gustav v. Moser. tommene Kunst von Erna& ü dasselbe schien fchaftlichkeit noc namentlich Cur ganzes Können Abend nach jed und es wäre n sen bewährte menden Spiel ften Benefiz e Der heutig Ronesty in rauf wir unsere machen. Medizin. und t Chemis Der Veilchenfresser", das bekannteste Werk des vor etwa 7 Jahren in Görlitz verstorbenen Lustspieldichters G. v. Moser, ist ein Stück, das ehemals eine Hauptanzieh= ungshaft des Berliner Schauspielhauses bildete, aber diese Ehre nur seinem dem Leutnantsleben entnommenen Stoff verdankte, der gerade ein Gegenstück zu den Anklagedramen Beyerleins lieferte, ohne jedoch dadurch bedeutend zu werden. Denn gerade die Betonung der Lichtseiten des Offiziersberufes, so in dem Stück die fidele Arreststrafe des Leutnants, ist wohl eher dazu angetan, den Leutnantsberuf weiteren Kreisen lächerlich zu machen, als die von dem Dichter doch gewollte Achtung vor dem Offiziersberuf zu steigern. Das Stück hat hierorts bereits öfter Aufführungen erlebt und ist daher den Gießenern wohl nicht mehr unbekannt. Dank der Regiefunst des Benefizianten ging die Aufführung im großen und ganzen glatt vor sich; auszusetzen wäre vielleicht höchstens nur, daß das bereits auf das Zimmer des Herrenhauses des Gutes der Frau v. Wilden heim herabgesunkene abendliche Dunkel in dem Gemach in folge des Hellen Rampenlichtes wenig oder gar nicht zu bemerken war, ein Umstand, der die bald darauf hereinge brachten Lampen so gut wie überflüssig machte. Mit die Reeses Puddingpulver unübertroffen und seufzte: Ach ja, Pava, sehr unglücklich." ,, Na, tröste dich, Junge, wir kommen wieder; hoffent lich paßt es dann besser und das gnädige Fräulein be quemt sich dann vielleicht, zu Hause zu bleiben." Es flang eine unverkennbare Gereiztheit aus den Worten des älteren Herrn, aber Reinau schien durchaus nicht gewillt, dieselben ruhig hinzunehmen." Es besteht wenig Aussicht, daß Maia deinen Sohn ie lieben wird," begann er in ruhigem Ton. ,, Weshalb?" fuhr Stolze wütend auf, während der junge Mann wie in heftigem Schrecken die Hand auf die Brust legte und ganz entsetzt und ratlos seinen Vater anstarrte. Du hättest deiner Tochter klar machen sollen," fuhr Stolze fort, daß mein Albert der beste Mensch von der Welt ist, daß sie weit und breit keinen sanfteren, nachgiebigeren Mann finden wird!" Hab' ich ja getan," nickte Reinau seelenruhig; doch unterdrückte er nur mit Mühe ein spöttisches Lachen, alles ist umsonst! Das eigensinnige Mädel" hter seufzte der Fabrikant recht tief und fuhr sich in komischer Verzweiflung durch sein dichtes. Haar,- ,, es stößt das Glück von sich, ich weiß es wohl, aber was will ich machen? Als ich ihr erklärte, daß sie heute unbedingt zu Hause bleiben müsse, weil nun, weil ein Freiersmann sich gemeldet habe, da lachte sie so übermütig, so recht lustig und rief mir zu: ,, Bitte, grüße mir meinen Freiersmann bestens und sage ihm, er möge sich das Warten nicht verdrießen lassen! Ich heirate noch nicht! Und Herrn Stolze schon gar nicht! Ich will bet meinem Vater bleiben!" Damit flog sie zum Tore hinaus und ließ mich stehen. Also es ist, wie du selbst einsehen wirst, wenig Aussicht vorhanden, daß Maja deinen Sohn erhören wird." Reinau sagte das alles mit einer halb spöttischen, halb überlegenen Miene; augenscheinlich belustigte ihn die Sache. Stolze Vater und Sohn waren gleichzeitig von ihren Sißen in die Höhe geschnellt. ( Fortsetzung folgt.) Gegründet 1883 Klein und Grof Ausschneiden K 險 商 Auch für Profbelt Wegen verkaufe He Crava 3u fe H Mein 1910 ab Die Markt Gießener 8 Dafen 50 kg alber B Schweine bo. Betreibepre 928eigen 100 kg Roggen 100 kg Oberlandesgerichts IN en Sigung zusammen us allen Landesteile der Beratung bildet rstandes von 9 auf 1 Justizrat Dr. Gut te fich u. a. auch mi r für Rechtsan hierbei, daß er diej Vorsitzende halte in je Steuer für verwerf der Zweiten Kamme Aussprache über da er Vorstand, daß et en habe, sie aber an ebung nicht leicht zu ungen der Generalver entgegennehmen. End Frage jedoch nicht ge Den 22. März 1910. Curt von Stelben reien und Diebstäble, zur Last gelegt. De hat sich mit einer jun gten war, verheiratet Strieb. Er fand sid mütterliches Vermögen hite, aber dadurch jeg ging. Der Angeklagt raften Kellnerin. Bor nd beide ließen sich in lung und die Eheleut Beld zur Neige ging Mainz, in mehreren end, weshalb sie aud n sie eine Wirtinum gaben sie neben der he von Schmucksachen cau frant in der Stlini urteilt werden. Wegen wurde der Angeklagt die durch die Unter in einem Fall Frei ner Daniel Gontrum enjtherrn zu Bad- Nau Kaichen seinem Mit el entwendet, auch stabl ose, Schuhe, ein Wams Monate Zuchthaus und ntersuchungshaft wird eñen. März effer. stav v. Moser. nnteste Werk des m en Luftspieldichters 6. s eine Hauptanzieh es bildete, aber diese entnommenen Stoff zu den Anklagedra dadurch bedeutend zu g der Lichtseiten des e fidele Arreststrafe des tan, den Leutnantsbe achen, als die von dem dem Offiziersberuf zu reits öfter Aufführun ern wohl nicht mehr zianten ging die Aufvor sich; auszusetzer das bereits auf da der Frau v. Wilden el in dem Gemach in ig oder gar nicht bald darauf hereinge lüssig machte. Mit die ulver bertroffen hr- unglücklich." mmen wieder; hoffent gnädige Fräulein be fe zu bleiben." Gereiztheit aus der Reinan ichien durcha unehmen." Maia deinen Sohn gem Ton. id auf, während der fen die Hand auf die ratlos feinen Vater machen sollen," fuhr beste Mensch von der einen fanfteren, nachnau feelenruhig; doch Spöttisches Lachen, Mädel"-hier feufzte ich in fomischer Ver ,, es stößt das Glüd was will ich maden? nbedingt zu Saule blei Freiersmann fich germütig, so recht luftig it meinen Freiersmann das Warten nicht ver cht! Und Herrn Stolze einem Vater bleiben!" und ließ mich stehen. wirst, wenig Aussicht on erhören wird." er halb ipöttischen, halb ich Feluftigte ihn die waren gleichzeitig von st.) sem fleinen Fehler söhnte uns indes Herr Rudolf Goll durch sein vollendetes Spiel vollkommen aus. Die Sicherheit aller seiner Bewegungen, das urwüchsige Herauskehren der Leutnantstugenden und Untugenden, die tiefe Empfindung und nicht zuletzt auch die unverwüstliche Somit seines Spiels fönnen seinen Leutnant von Berndt den besten Rol len ebenbürtig an die Seite stellen. Wie in den jüngsten Leistungen des Künstlers der Richter Mouzon in Brieur' " Roter Robe" und der Pianist Heint in dem„ Konzert" von Hermann Bahr bei allen Theaterbesuchern den besten Eindruck hinterlassen hat, so darf Herr Rudolf Goll diesmal ebenso gewiß sein, als Leutnant v. Berndt nicht minder großen Beifall errungen zu haben. Die große Zahl der bem Künstler überreichten Lorbeerkränze und Geschenke tann als ein weiterer Beweis für die Wertschäßung angesehen werden, welcher sich der Künstler bei dem Gießener Publifum bereits erfreut. Inbezug auf die übrigen Darsteller dürfte zunächst das tünstlerisch vollendete Spiel von Frl. Gusti Ney hervorzuheben sein, deren süße, so recht das liebende Mädchen heraustehrende Darstellungsweise in jeder Hinsicht allen Ansprüchen der Rolle gerecht wurde. Nicht minder gut ge= fiel Elly& ühne, deren Frau von Berndt eine voll= tommene Kunstleistung zu nennen war. Auch das Spiel von Erna Güldener ließ nichts zu wünschen übrig, ja dasselbe schien sich am Schluß hinsichtlich seiner Leiden= schaftlichkeit noch zu steigern. Da die übrigen Darsteller, namentlich Curt Gühne als Oberst von Rembach, ihr ganzes Können bei der Aufführung einsetzten, so war der Abend nach jeder Richtung hin ein glänzender zu nennen, und es wäre nur zu wünschen, daß Herr Rudolf Goll, des= sen bewährte Kunst uns ja auch bekanntlich in der fommenden Spielzeit erhalten bleiben wird, bei seinem nächsten Benefiz ein noch volleres Haus beschieden sein möchte. Der heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt von Th. Konety in Stein, St. Aargau( Schweiz) bei, worauf wir unsere verehrl. Leser noch besonders aufmerksam machen. Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation. Otto Schaaf, Gießen, Gegründet 1883. Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen. Ausschneiden!| Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Gründonnerstag, den 24. März. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirch e. Vormittags 9½ Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 7% Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für Lucas- und Johannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Bechtolsheimer. Karfreitag, den 25. März. Kollekte für die evangelischen Anstalten zu Jerusalem. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Professor D. Schian. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11% Uhr: Kinderkirche für Matthäus- und Marfusgemeinde gemeinsam. Pfarrer D. Schlosser. Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirch e. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und heiliges Abendmahl für Lucas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Kufeke -Kindermehl Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, -Krankenkost Darmkatarrh, etc. Oster-, Sodon- oder Topfkuchen ff. ( Gesundheitskuchen) Zutaten: 250 Gramm Butter. 200 Gr. Zucker, 500 Gr. Mehl, 6 Eier gut 1/ 8LiterMilch, 1Citrone abreiben und den Saft dazu, 1 Päckchen Reeses Vanillinzucker, 75 Gr. gehackte Succade( Citronat), 75 Gr gehackte Mandeln, 1 Päckchen Reeses Backwunder. Behandlung Man rühreButter mitZucker gut schaumig, schlage dieEier nach u. nach mit je 1LöffelMehl darunter, mische sodann die Milch mit dem Mehl hinzu und vermengedann Vanillinzucker, Mandeln, die abgeriebene Schale und den Saft der Citrone. Succade und zuletzt 1 Paket Backwunder mit der Masse. Die Form wird gut mitButter ausgestrichen, u. mit gehacktenMandeln ausgestreut. 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Angesichts der bevorstehenden Feiertage und der Konfirmationen wird darauf aufmerksam gemacht, daß die unsere Gottesdienstordnungen enthaltenden Heftchen auf der Geschäftsstube des Kirchenvorstandes, Kirchstraße 1, bei den Kirchendienern und bei den Verkäufern von Gesangbüchern zu 5 Pfg. zu beziehen sind. * ** Batholische Gemeinde. Mittwoch, den 23. März. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Donnerstag, den 24. März. Gründonnerstag. Vormittags um 6½ Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags um 7, 7% und 8 Uhr: Austeilung der heilg. Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt. Nach dem Hochamt sind stille Anbetungsstunden bis nachmittags 6 Uhr. Nachmittags um 6 Uhr: Passions- Andacht. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. ASTHMA Engbrüstigkeit- Beklemmung Sofortige Linderung mit permanentem Erfolg durch Dr. Elswirth's Astmol- Asthma- Pulver von viel.Aerztenu.Geheilten begutachtet. Gratis Proben werden durch die Engel- Apotheke, Frankfurt a. M., Gr. 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