healer ngoetter. r 1910. rstellung. Novität! Bredow" ügen nach ry Towela. eg. 11 Uhr. at 1910 Ihr. me Preise! apelle des gimente. igen bon lf. bon Weber. g. 6 Uhr. r. e Preise! ten bon ma. de 9% Uhr. ern unge heilt Carmstadt, e 48. erfte Schul Kursus der ot leitete. essen, 5 III. ingsnach ehen. 3 9. on 8-1 und Ihr.) tex: Simmera. N 3. m. Laden 5 Zimmern N 11 1 Zimmer und er. llung Kabinett mit Pferdeftall und Heuboden. gesucht: 2-6 Zimmerr. nanzüge ochf. Sachen, bei Gießen, e 27, Laden. bant. ute $ 56 Big. 45 fa Firmen 1, Seltersweg 83. ichtung in der hier entbehrlich auf dem Wege Die Angebots tephanftraße 18 bezogen werden. termin m. 11 Uhr uns einzureichen. gen Nr. 18. Erscheint tg Itch außer Sonntags. Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger fret ine Saus 1.35 Mt., durch die Post bezogen 150 Mr. Expebition: Sichen, Geltersweg 82 Samstag, den 22. Januar 1910 Gießener N 20. Jahrgang Inserate: die 44 mm breite Bettigelle 20 end, Reklame: 90 50 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet " " 群 Telephon- Anschluß: Giehen, Nr. 368. " Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Zur hessischen Finanzlage. In den Erörterungen über die Frage, wie im Staatshaushalt Ersparnisse gemacht werden könnten, ist u. a. auch geäußert worden, die für die Erhebung der Staatsgefälle im Jahre 1900 geschaffene Einrichtung der Unterer= heb stellen sei außerordentlich teuer. Auch in dem Antrag der Abgeordneten Ha as und Genossen, betreffend die Organisation der Staatsbehörden und die Vereinfachung der Verwaltung des Staates( Landtagsdrucksache Nr. 279), wird auf jene Einrichtung hingewiesen und der Meinung Ausdruck gegeben, die vor Jahren angeblich zur Bequemlichkeit des Publikums geschaffenen Untererhebstellen lasten das Land mit mehr als 150 000 Mart jährlich". Bei dieser Sachlage erscheint es wohl angebracht, einige Zahlen über die finanzielle Wirkung einer Aufhebung der ganzen Einrichtung und der sich daraus notwendig ergebenden Maßnahmen zu bringen, um ein objektives Urteil darüber zu ermöglichen, inwieweit dabei auf erhebliche Ersparnisse für die Staatskasse gerechnet werden könnte. be Im Hauptvoranschlag für 1909 find an Ausgaben für Vergütungen der Untererheber vorgesehen 178000 r. Dazu kommt der Umlagebeitrag, den der Staat für die Fürsorgefasse für die Beamten der Landgemeinden beigetretenen Untererheber zu zahlen haben wird und der für 1909 schätzungsweise auf rund 10 000 Mart zu veranschlagen ist. Diese beiden Beträge mit zusammen 188 000 Mart würden also bei Aufhebung der Untererhebstellen nicht zu verausgaben sein. Zur Zeit bestehen 375 Untererhebstellen im Lande, welche die Erhebung in rund 700 Gemeinden 2c. besorgen. Ihre Aufhebung würde naturgemäß den Bezirksfassen, die dann die gesamten Staatsgefälle ausschließlich und unmittelbar zu erheben hätten, eine außerordentlich große BüroMehrarbeit, überdies aber auch mindestens 700 mal 6 ist 4200 auswärtige Dienstgeschäfte allein für die Erhebung der diretten Staatssteuern mehr bringen, da sich die Beamten ja doch mindestens zur Erhebung jedes der 6 Steuerziele einmal in jede Gemeinde begeben mußten. Dazu käme in den Gemeinden, in denen Domanialgefälle zu vereinnahmen sind, ein besonderer Termin im Jahre für diese Erhebung. Gerade der Wegfall aller dieser Arbeiten hat es bei Ein führung der neuen Kasseorganisation vornehmlich ermöglicht 18 bestehende Distriktseinnehmereien aufzuheben und von der Einrichtung von 6 neuen Distriktseinnehmereien, die man damals an sich als notwendig erkannt hatte, abzusehen. Nimmt man bei der inzwischen eingetretenen Bevölkerungsvermehrung auch nur an, daß bei Aufhebung der Untererhebstellen diese 24 Bezirkslassestellen neu errichtet werden müßten, so würde das, da an Ausgabe an Gehalt für 47 Bezirkstassierer in 1909 zusammen 165 100 Mt. vorgesehen sind, eine Mehrausgabe an Gehalt bedeuten. Eine Aufhebung der Untererhebstellen würde aber, wie die Darmst. 3tg." schreibt, der Staatskasse vielleicht nur eine Ersparnis von höchstens( 188 000-162 227)= 25 773 Mart bringen. Ihr steht gegenüber der für das Publikum und insbesondere die ländliche Bevölkerung in der dermaligen Einrichtung gelegene Vorteil, daß Zahlungen an die Staatstasse und Empfangnahme von Geldern aus dieser in denkbar einfachster und billigster Weise erfolgen können, sowie der für die Landgemeinden aus dieser Einrichtung sich ergebende mittelbare Nußen, daß sie dadurch ein besser arbeitendes und besser bezahltes Personal an Gemeinde- Einnehmern zu gewinnen und zu erhalten in der Lage sind. Die Entscheidung darüber, ob jene vielleicht für die Staatstasse zu erwartende Ersparnis den Verlust dieser Vorteile Stadttheater Gießen. „ Die Hosen des Herrn von Bredow." Schauspiel in 5 Aufzügen für Bevölkerung und Gemeinden aufwiegen würde, mag zunächst der Bevölkerung selbst und den Landständen anheimgestellt bleiben. Lokales und Provinzielles. ** Die Großherzoglichen Herrschaften folgten am Donnerstag Abend einer Einladung des Staatsministers Dr. Ewald zum Ball. ** Der Großherzog hat am 15. Jan. d. Is. dem Wirklichen Geheimerat D. Adolf Buchner zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von dem König von Preußen verliehenen Roten Kreuz= Medaille 1. Klasse erteilt. ** Vorgestern abend sand bei dem Staatsminister Dr. Ewald ein Abendessen mit nachfolgendem Tanz statt, an dem über 200 Gäste teilnahmen. Der Großherzog und die Großherzogin beehrten das Fest mit ihrer Gegenwart. ** Uebertragen wurde am 17. Januar d. J. dem Schulamtsaspiranten Heinrich Kilian aus Mainz die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Meiches, Kreis Schotten. * Gießen. An der Universität habilitieren sich in den nächsten Tagen der Assistent Dr. Anton Thies von der chirurgischen Klinik, der aus Friedeburg stammt, mit einer am Montag, den 24. Januar stattfindenden Probe vorlesung über Radiotherapie, und Lic. theol. Dr. phil. August Freiherr v. Gall mit einer Probevorlesung Dienstag über„ Ergebnisse und Aufgaben der heutigen alt testamentlichen Wissenschaft." am *)(* Gießen, 22. Jan. Das morgen Sonntag, Nachmittag pünktlich um 5 Uhr beginnende Volk 3- Konzert in der Neuen Aula wird dem Vorverkauf der Eintrittskarten nach recht gut besucht werden. Es empfiehlt sich daher, bei zeiten sich einzufinden; die Saalöffnung ist darum schon auf 4½ Uhr angesetzt. Eingang findet nur von der Ludwigstraße aus statt. * Gießen. Valles Frankfurter Intimes Theater wird heute Samstag im Kolosseum zwei Novitäten zur Darstellung bringen, welche das größte Interesse erwecken dürften. In erster Linie„ Nach dem Masfenballe". Ein Dialog in einem Aufzuge von A. Neid= hardt nach Rezniczeks Bild:" Die G'schamige". Dann der französische Schvank„ Die teusche Toinette". Ferner ein englisches Ballet und neue Vorträge von Hans Fredy, denen sich solche von Frißi Kranz, Mia Cassatie und Waller Rennard anschließen. -wt Gießen. Auf den Artikel vom 19. d. Mts. betreffend„ Brand", schickt uns die Firma„ Hassia"-Pneumatilwerke folgende Richtigstellung: Es handelte sich absolut um keinen Fabritbrand, den der Wächter Strack von der Wach- und Schließgesellschaft in unserer Fabrik entdeckt hat, sondern lediglich um das Nachglühen von Kesselschlacke auf der Halte, welche zirka 45 Meter von dem Fabrikgebäude entfernt ist, mithin feinen Schaden anrichten fonnte. Außerdem waren wir zur Zeit, als der Wächter kam, noch in unserem Kontor tätig und hatten auch schon vorher das Nachglühen der Schlacke bemerkt. Klein- Linden. Die Bevölkerungsziffer wird bei der nächsten Volkszählung eine höhere Stufe erreichen als dies im letzten Jahre der Fall war. Während nämlich im letzten Jahre die Zahl der Geburten 62 aufwies, hat sich dieselbe jezt auf 82 erhöht. Erfreulicherweise ist dagegen die Totenzahl bedeutend zurückgegangen, indem 10 Beerdigungen stattfanden. In gleichem Verhältnis wie nur Wenn ich mich frage, wem ich bei der heutigen Aufführung unter den Hauptdarstellern den Preis zuerkennen soll, so fällt mir die Entscheidung schwer. Karl Marx stellte einen großzügigen, edlen Fürsten, einen Markgrafen, erfüllt von dem hohen Adel seiner Würde im Kampf mit sich selbst und den Ränken seiner widerspenstigen Ritter überzeugend dar. In dem, der seinem Herzen am nächsten steht, dem Geheimen Rat von Lindenberg - die Rolle war in Curt Gühne s Händen sehr gut aufgehoben wogt Adelstolz und Ritterstolz am herrischsten aus; in ihm ersteht die Verkörperung des märkischen Raub rittertums, gegen dessen geheime Rante, fühn- tropige Aufnach W. Aleris von Kory Towsta. Ein bunter Ausschnitt aus dem so viel bekannten Meisterwerb des klarblickenden Schlesiers, der frei von allem unflaren Getue der Romantik in einer Zeit, wo sich alles für Victor Hugos„ Notre Dame" begeisterte, ohne selbst einer der kunstvollsten Erzähler zu sein, zum erstenmale das deutsche Mittelalter dichterisch für und in uns aufzuerweckenlehnung der Markgraf doch triumphiert. wußte! Hier läßt Kory Towska( Pseudonym für K. E. Rosenbaum), die schon durch heitere Verse und Lustspiele mehr oder minder nicht bekannt ist, ein zusammengedrängtes, an manchen Stellen eigene Wege einschlagendes Schauspiel„ Die Hosen des Herrn von Bredow" vor uns erstehen. Wir spüren Rittertum und Mittelalter, und vor allem wir spüren die große Kluft zwischen Adel und Bürgertum, den Haß zwischen Ritterblut und Krämerblut. Aus falschem Schwanken, treuherzigem Anlehnen an seine Ritter, denen der Fürst ein Stein im Wege selbstsüchtiger Wünsche, festigt sich in ſiegender Größe die Gestalt des Markgrafen von Brandenburg. Ueber dem Ganzen liegt- was dem Roman fern ist ein Schein weicher Romantik, jedoch ohne störend aufdringlich zu wirken. Wer den Roman noch nicht kennt, lese ihn und vielleicht läßt ihm die Phantasie die Hauptgestalten des Wer.es, in dem die elens ledernen Hosen des Herrn von Bredow eine so wichtige Rolle spielen, lebendig werden! Gottfried von Bredow, ein sideler, alter Kerl, Haustyrann und Haudegen, zugleich aber auch bieder und fast spießbürgerlich gut einer von den alten, kernigen Rittern Die Regie Curt Gühnes bot einige wohlgelungene Szenenbilder; vor allem siel angenehm auf, daß die große Ratsszene im 3. Akte durch bewegtes Spiel gut zur Gelt ung fam. Nur einen Fehler muß ich rügen, den man allzu oft immer wieder mit ansehen muß! Mit vollen Zügen wird ein Becher Weins geleert, und doch muß er sich's gefallen lassen, daß man ihn, ohne ihn inzwischen gefüllt zu haben, noch drei oder vier Mal bis zur Neige austrinkt. Aehnlich wird der Krug oder die Kanne beim ersten Ein= schenken völlig geleert und doch werden mit der leeren Kanne noch so viele andere Becher gefüllt! verlor in dem Schauspiel selbst, mehr aber noch durch Hermann Ba ofs sonst prächtiges Spiel sein wackeres Junfertum zu Ungunsten einiger start komischen Züge. Unter den märkischen Edelleuten verdient Hermann Norden besondere Erwähnung, der mit der Rolle des Hans von Schweenichen sehr gut zurecht fam; für einen Darsteller ausgesprochen komischer Rollen ist es immer eine schwierige, ja oft sehr heitle Aufgabe, ernste Rollen zu spie len, ohne Heiterfeit zu erregen. Ich habe den Fall erlebt, daß der Komiker eines Ensembles, der als Ritter oder Of fizier eine Todesnachricht zu vermelden hatte, mit seinen Worten helles Lachen erregte. Um so verdienstlicher, wenn es nicht geschieht. Auch Rudolf Goll als v. Otterstädt zu nennen, will ich nicht vergessen. Lore Scholz, eine im Ensemble eifrig beschäftigte und bedeutende Kraft, spielte Bredows Weib nicht zu grob und nicht fein, nicht übertrieben hausmütterlich, hütete sich wohl, diese besonders im Roman prächtige Gestalt in eine leere, possenhafte Lustspielfigur zu verzerren. Reiche, warme Töne fand Fränzi Koch für das mädfurz: ein deutchenhafte Wesen Evas, Bredows Tochter sches, märkisches Kind, mit weicher Stimme, reichem Herzen, frohen, freien Augen. Wie ein lang verwehter Klang aus ferner Kindheit traf ihr Gebet( 4. Aft) mein Ohr, so voll und zart und rein! Tod und Leben steht die Anzahl der zugezogenen zu den Weggezogenen; erstere überragen um das sünssache die letzteren. Infolge dieses Zuwachses wird unsere Gemeinde bei der im nächsten Dezember stattfindenden Volkszählung eine Seelenzahl von etwa 2000 aufweisen können. Neubauten sind für das jetzige Jahr wenige oder vielleicht gar leme in Aussicht genommen, obgleich Wohnungen hier nicht leer stehen. ** Holzheim. Die Viehtasse hielt kürzlich ihre Jahresversammlung ab. Die Jahresrechnung 1909 war zur Prüfung vorgelegt worden. Nach derselben betra gen die Einnahmen 18 800 Mart und die Ausgaben 18 100 Mart, mithin wurden 700 Mart Ueberschuß erzielt. In der nachfolgenden Vorstandswahl wählte man wieder einstimmig die Mitglieder Adam Laur, Harimann Schmidt und Fried rich Schneider. Die Stasse hat schon manchen unserer Einwohner vor Schaden bewahrt. * Anhaltende frostfreie Witterung ist vielen Landwirten zustatten gekommen, um die Felder noch vor Winter für die Frühjahrstulturen in rauhe Furche zu legen. Soweit es noch nicht geschehen, ist es hoch an der Zeit, diese sowie die Wiesen, Viehweiden, Klee und Luzernefelder jetzt zu düngen. Bei den diesjährigen billigen Thomasmehlpreisen verdient dieser Phosphorsäuredünger ganz besondere Beachtung. Auch bei Sommergetreide steht die Thomasmehlphosphorsäure der wasserlöslichen Phos phorsäure an Wirtsam.eit nicht nach. Standesamt- Nachrichten oer Stadt Gießen. Geboren e. Jan. 12. Fuhrmann Hermann Lewerenz eine Tochter. 12. Glasermeister Wilhelm Schmitt ein Sohn, Friedrich Otto. " " 12. Spengler Karl Schneider ein Sohn, Otto, Leonhard. 13. Kellner Alexander Hermann Herr ein Sohn, Jean Heinrich. 16. Taglöhner Karl Schneider ein Sohn, Karl. " " 17. Lokomotivheizer Wilhelm Julius Geller eine Toch ter, Hildegard Emilie Charlotte. " 18. Taglöhner Anton Lehna eine Tochter. " 18. Arbeiter Johannes Arnold ein Sohn, Georg Jean. Aufgebote. Jan. 18. Lorenz Schmitt, Maurer, mit Katharine Habicht, geb. Linn, beide in Gießen. " " 19. Johannes Leinhos, Taglöhner, mit Rosa Schrau der, beide in Großen Linden. 20. Theodor Hallmayer, Kaufmann in Gießen, mit Christine Luise Krauth in Ludwigshafen a. Rh. Eheschließungen. Jan. 15. Heinrich Weimar, Bäckermeister in Gießen, Katharine Elisabethe Hilberg in Wetter. Gestorbene. mit Jan. 14. Frieda Klingspor, geb. Buderus, 33 Jahre alt. 15. Marie Hammei, 11 Jahre alt. " " " 15. Gustav Windecker, Kaufmann, 75 Jahre alt. 15. Marie Nöding, geb. Schultheis, 61 Jahre alt. " 18. Emilie Pimper, geb. Balser, 89 Jahre alt. " 19. Lehna( ohne Vornamen), 1 Tag alt. " " 19. May Alefelder, Zugführer, 45 Jahre alt. 20. Luise Noll, 58 Jahre alt. " 20. Ludwig Kröck, Taglöhner, 70 Jahre alt. Redattion, Druck und Verlag von 1 bin klein, Gießen. Zum erstenmal in einer größeren Rolle, als Hans Jürgen von Bredow, schuf Kurt Goldberg eine nicht unflare Gestalt, der zwar hie und da eine zartere Nuancierung fehlte, die immerhin beachtenswert ist. Wird der fühne Junter, in dem so urplöß ich das Ritterblut erwacht, nachdem er die Hosen seines Oheims so schlecht beschützt hat, die Nachricht, daß es der Kurfürst ist, den er mit der ersten besten Lanze niederstoßen wollte, so gleichgültig aufnah men, auch wenn ihn der gut zur Darstellung gebrachte jugendliche Troß, die bis zu Leichtsinn gesteigerte Offen heit und Ehrlichkeit beherrschen? Der junge Darsteller wird gut daran fun, auf seine Aussprache acht zu geben, und die Töne runder und seiner zu bilden, damit jedes Kleben oder Verschwommenheit des Tones vermieden werde. Um mit einer Bejahung zu schließen, so sei anerkannt, daß sein Spiel der edlen, feurigen Ritterlichkeit, im ganzen, der fast terträumten Zurückhaltung in den ersten Szenen nicht entbehrte. Ein Kabinetistück seiner Charakterisierungs- und Ver= wandlungskunst gab Edgar Pauly als Klaus Hedde rich; dem Künstler ist es gegeben, die eigne Persönlichkeit völlig in anderen Gestalten aufgehen zu lassen. Doch möchte ich jeden Schauspieler, der es mit der Kunst ernst meint, vor leerer Pose, angelerntem, äußerlich Angeflebtem, Mechanischem warnen; übermäßige Formstu dien führen zur erkalteten Manier! Er wachse über die Form hinaus; denn Menschenbeobachtung, Innerlichkeit, Er lebnis sind die Grundpfeiler echter Kunst. Ich kenne ein taum erschienenes( bei Erich Reiß, Berlin- Westend) Büchlein: Mimit von Alfred Auerbach, daß ich zu ernſtem Studium nicht warm genug empfehlen kann; nicht weil es doziert, vorschreibt Mimik läßt sich nicht lehren, wenn sie nicht zur bloßen Form erstarren will sondern weil es anregt, wecken will. Noch eines will ich hier nicht versäumen; einem aufmerksamen Theaterbesucher wird immer die Verschiedenheit des„ Theaterfusses" an verschiedenen Theatern, am selben Theater in verschiedenen Stücken und zwischen verschiedenen Darstellern auffallen. Einige wirklich beherzigenswerte Bemertungen gab Theodor Lessing 1908 in Nr. 50-52 der „ Schaubühne"; vielleicht liest sie jemand. H. F. Ottavio. Wie Frankreich ausstirot. Die immer zunehmende Entvölkerung Frankreichs, die eine so schwere Gefahr für das Wohl und die Zukunft diefes Landes bedeutet, enthüllt sich in ihrer ganzen Ausdehnung in den statistischen Zahlen, die ein inhaltsreicher Aufsatz von Charles Torquet in einer viel gelesenen französischen Zeitschrift zusammenträgt. Das Ende Frankreichs", so lautet der Schreckensruf, den man schon ießt anstimmen kann und der in hundert Jahren bereits zur Wahrheit werden könnte, wenn nicht bis dahin eine Aenderung der rapiden Geburtsabnahme eintritt. In den Jahren 1896 bis 1901, in denen Deutschland an Einwohnerzahl mehr als vier Millionen zunahm, wuchs die Bevölkerung Frankreichs im ganzen um 330,000 Einwoh ner. Da die Einwohnerzahl eines französischen Departements im Durchschnitt 447 815 Seelen beträgt, so hat sich also Deutschland in dieser Zeit um eine Bevölkerung von 9 französischen Departements vermehrt, während Frankreich faum die Einwohnerzahl einer größeren deutschen Stadt für sich gewann. So wird das Wort Moltkes: Die Franzosen verlieren jeden Tag eine Schlacht", zu stets bitterer Wahrheit. 1950 wird Frankreich an letzter Stelle unter den Großmächten Europas stehen, auch von Italien um 2 Millionen überholt. Dabei ist das französische Land an Hilfsquellen reicher als jedes andere, und doch wird es bei diesem Zusammenschrumpfen seiner Menschenkräfte den Konkurrenzkampf nicht mehr aushalten. Vor 35 Jahren waren die Militärkräfte numerisch denen des vereinigten Deutschland. noch gleich; im Jahre 1911 werden wir Deutsche noch einmal so viel Männer besißen, die im Kriegsfall unter die Waffen treten, um das Vaterland zu verteidigen, und nicht nur militärisch, auch in Handel und Industrie muß Frankreich darauf verzichten, an dem groBen Weltwettkampf sich zu beteiligen. Da die Rivalen mehr Arbeiter haben, können sie mehr Waren produzieren und die französischen Fabrikate vom Weltmarkte verdrängen. Da die Franzosen fast gar nicht mehr auswandern, sind sie natürlich auch in fremden Ländern als Kaufleute nicht mehr stark vertreten, während Deutsche, Italiener, Belgier, Engländer als Arbeiter und Händler überall zur Stelle sind. Alle die Maßregeln, die man bisher gegen die Entvölkerung zu ergreifen versuchte, waren umsonst; das viele Kopfzerbrechen der Gelehrten und der Behörden hat nichts genußt. Die Bevölkerungsziffer nimmt von Jahr zu Jahr mehr ab, und in einigen Gebieten ist die Entvölkerung fo gewaltig, daß man die Verödung bereits für eine bestinumte Beit voraussagen kann. So läßt sich berechnen, daß die Bourgogne in 126 Jahren ausgestorben sein wird, wenn feine Alenderung eintritt. Alle die Ursachen, die man gewöhnlich für dieses Hinschwinden der Volkskraft angibt, sind nicht ausreichend und nicht stichhaltig. Die gewaltigen Kriege der Republik nach der Revolution während des ersten und des zweiten Kaiserreiches sind wohl ein tüchtiger Aderlaß für Frankreich gewesen, aber ein gesundes Land hätte sich von ihnen wieder erholen müssen. Die Sterblichkeit ist bei unseren westlichen Nachbarn geringer als bei uns, als in Italien und in Oesterreich, und doch nimmt in all diesen Ländern die Bevölkerung ständig zu, obgleich die Zahl der Todesfälle größer ist. Auch die Ehelosigkeit ist in Frankreich geringer als in den meisten anderen Staaten; Gefeße also, die gegen die Junggesellen gerichtet wären, würden keinen Gewinn bringen. Ebenso wenig wird Frankreich durch Auswanderung geschwächt. Alle Not und alle Schwächung des Landes geht allein von der Abnahme der Geburtsziffer aus, die wirklich erschreckend ist. Für diese schwache Geburtsziffer, die Frankreich langsam tötet, sind zunächst physiologische Gründe verantwortlich zu machen, da die Tuberkulose, der Alkoholismus und andere furchtbare Krankheiten die Kraft Frankreichs sehr geschwächt haben; dann aber auch moralische Ursachen, da der Franzose eine größere Kinderzahl fürchtet und seine Nachkommen in günstigen Lebensbedingungen zurücklassen will. Um einen normalen Bevölkerungszuwachs zu haben, müßten aus jeder Ehe vier Kinder hervorgehen, während die Durchschnittsziffer kaum zwei beträgt. Diese übergroße Sorge für den Nachwuchs ist kein Glück für die Entwicklung des Landes. Wenn der verhätschelte Lieblingssohn, der heute so oft in französischen Familien anzutreffen ist, Brüder und Schwestern hätte, mit denen er das Erbe teilen müßte, dann würde er wenn er ins Leben tritt, nicht reicher sein, als es sein Vater war, und müßte sich seine Stellung in der Gesellschaft erst selbst erringen. Gerade dieser Konfurrenzkampf, der jungen Leute, der ihre Kräfte ſtählt, ist die Hauptursache für das Glück und die Macht eines Landes. Wäre man in Frankreich weniger sparsam und vorsichtig, sondern kühner, wagemutiger, jünger, dann wäre vielleicht eine Regeneration möglich, ein Aufblühen, wie es in höchstem Maße in den Vereinigten Staaten herrscht, die sich in 100 Jahren um 72 Millionen vermehrt haben und wo Neuhork in 9 Jahren unt 1 200 000 gestiegen ist. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Beileidskundgebung des Deutschen Reichstags aus Mulak des Brandes des türkischen Parlamentsgebändes. 17 Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kosfat ( Nachdruck verboten.) Sie sah wohl, wie er alles betrachtete, jedes Fläschchen, jede Büchse, die auf Signoras Toiletten- und Waschtisch standen, ergriff und untersuchte, wie er die Karten in der Schale umwühlte und überhaupt jedes Ding in den Zimmern anstaunte, aber sie hielt dies einfach für harmlose Neugier. Daß die Augen des Herrn Smetana adlerscharfe Spüraugen waren, welche die Gegenstände ringsumher gleichsam durchdrangen, bemerkte sie nicht. ,, Gin feiner, galanter Mensch und dabei so bescheiden, so harmlos, beinahe wie'n Mädchen!" lautete das Ürteil, das sie über ihn fällte. Als Brümmel das Haus verlassen hatte, in dem Anita Brusio wohnte, zog er aus seiner Baletotasche den aus der Visitenkartenschale entwendeten Gegenstand und betrachtete ihn beim Schein einer Gaslaterne eingehend. Es war ein Glas aus einem Pincenez, das offenbar aus der Umrahmung herausgefallen war. Wie kam das Glas unter die Visitenkarten? Und wem gehörte es? Graf Welshofen trug ein Monokel, also tonnes nicht von ihm stammen. Anitas schwarze Augen aber waren scharf genug, um feiner künstlichen Hilfsmittel zum Sehen zu bedürfen. Das Gleiche traf für Felix Offers zu. Also noch einmal: wem mochte das Glas gehört haben? Wie schon ungezählte Male seit Welshofens Tod ließ der Detektiv den ganzen damit verknüpfetn Tatbestand an seinent Geist vorüberziehen und wie jedesmal, wenn das geschah, löste sich aus dem Wust von Indizien, Vermutungen und Erwägungen eine Frage los- eine schwerwiegende Frage, die aber merkwürdigerweise so recht eigentlich noch niemand gestellt, als dieser von seinen Vorgesezten wenig beachtete kleine Detektiv. Sie Iautete: oran ist Graf Welshofen gestorben?" Alle anderen fragten: ,, Wer ist der Mörder?" Brümmel dagegen schien es vorerst für noch wichtiger, zu erfahren, wodurch des Grafen Tad hervorgerufen war. Er glaubte die als erste von allen parlamentarischen Körperschaften noch am Abend des Brandtages in Konstantinopel eintraf, hat dort sehr sympathisch berührt. Angesichts der in London wie in Parts 1. 3. erhobenen Behauptung, das Verhältnis Deutschlands zur Türkei sei fühler geworden, seitdem diese eine Verfassung befize, war die Anregung zu einem Beileidstelegramm seitens des Erbprinzen zu Hohenlohe nicht nur ein Zeichen menschlichen Mitgefühls, sondern auch ein solches politischer Klugheit. Ueber die deutsch= amerikanischen Handelsvertragsver: handlungen wird halbamtlich bekanntgegeben: Amerika verlange nur die volle Meistbegünstigung. Falls diese Deutschland gewähre, gehöre es zu den meistbegünstigten Staaten. Graf Bernstorff hatte gestern eine längere Unterredung mit dem Staatssekretär Knor. Ersterer bot Deutschlands Zugeständnisse im Handelsprovisorium an, falls Amerika den Minimaltarif gewähre. Staatssekretär Knox besteht auf den Fleischkonzessionen. Für die Reformierung nuserer Staatsverwaltung im kaufmännischen Sinne erteilt der Hansabund folgende Ratschläge: Der Ein- und Verkauf von Material sowie Kalfulation und Kontrolle müssen lettenden und wirtschaftlich vorgebildeten Personen anvertraut werden. Mit der umständlichen sog. kameralistischen Buchführung muß in allen Staatsbetrieben die kaufmännische doppelte Buchführung zur Anwendung gelangen. Von sämtlichen Geschäftsbrie= fen ist erst ein Konzept anzufertigen, dieses ist in die Reinschrift zu übertragen, die kopiert wird. Briefe sind mög= lichst umgehend oder doch in fürzester Zeit zu beantworten. Der Entwurf eines preußischen Wassergesetzes ist so gut wie fertig. Auf Grund der stattgehabten Verhandlungen ist eine Umarbeitung erfolgt, die sich zurzeit bei dem Landwirtschaftsministerium und dem Ministerium für öffentliche Arbeiten befindet. Er geht von da an das Staatsministerium und es ist Aussicht vorhanden, daß die Vorlage in diesem Jahr fertiggestellt und bei der nächsten Tagung des Landtags eingebracht wird. Ueber die Lage der bayerischen Industrie sprach sich in dem bayrischen Abgeordnetenhaus Ministerpräsident von Podewils recht wenig befriedigt aus. Die schlechte geogra= phische Lage Bayerns stehe einer befriedigenden Entwicklung der Industrie im Wege. Trotzdem aber lasse die Regierung es sich angelegen sein, Bayerns Industrie, namentlich durch Ausnüßung der Wasserkräfte, konkurrenzfähig zu Halten. Weiteres aus Kattowitz. Der Gymnasialoberlehrer Hoffmann, der bei den Stadtverordnetenwahlen polnisch ge= wählt hatte, ist im Interesse des Dienstes nach Strehlen versetzt worden. Das Komiteemitglied der Ferrerversamm= lung, der freisinnige Gymnasialoberlehrer Hacks wird vom Provinztalschulkollegium zur Verantwortung gezogen. Die englischen Wahlen. Bisher sind von den vorgestrigen Wahlen 5 weitere von den Unionisten eroberte Size zu melden. Die Liberalen eroberten keinen neuen Sib. Die Parteien stehen augenblicklich wie folgt: 138 Unionisten, 119 Liberale, 22 Arbeitervertreter, 44 Nationalisten. Die Unionisten eroberten 6 Size, die Liberalen 12, die Arbeiter 2. 249 Wahlkreise bleiben unverändert. Es gilt für immer sicherer, daß die Liberalen mit einer geringen, von den Iren abhängigen Majorität siegen werden. Kirche und Schule in Frankreich. Der Bischof von Nizza hat an die Priester seiner Diözese einen Hirtenbrief gerichtet, in dem er sagt, er würde sich für einen schlechten Bürger halten, wenn er zum Kampfe zwischen Lehrern und Familienväten aufrufen würde, wie vielleicht ordere aus politischem Interesse täten. Wie immer, so fordece er auch jetzt die Geistlichen auf, den Lehrern Sympathie entgegenzubringen und sie gegen ungerechte und undankbare Eltern in ihrer schweren und edlen Aufgabe zu ver= teidigen. Bewegung in China. Vertreter aller Landtage sind in Pefing eingetroffen, um die Einberufung des Reichstages zu fordern, und haben eine Voltsversammlung abgehalten. Der Staatsrat hält eine von ihnen an den Regenten ge= richtete Eingabe zurück. Die Landesvertreter, die sehr erregt sind, versammelten sich gestern zu einer geheimen Situng. Kleine Nachrichten. Die Weltansstellung in Brüssel. Die Eröffnung der Weltausstellung in Brüssel wurde auf den 23. April fest= gesetzt. Eine neue Heimat. Die Auswanderung von pfälzischen Landwirten nach Posen hat immer noch nicht nachgelassen. So haben in dem Orte Böhl bei Schifferstadt nicht weniger als zehn Familien, darunter auch ein größerer Gutsbesitzer, ihr Hab und Gut verkauft, um sich in Posen anzusiedeln. Ein gesunder Ort ist das meiningische Dorf Holzhausen. Dort ist in den Jahren 1897, 1898, 1902, 1904 und 1906 überhaupt niemand gestorben. In den letzten 22 Monaten wurden vier Personen zu Grabe getragen, die zusammen 340 Jahre, 2 Monate und 25 Tage gelebt hatten. Im Durchschnitt hat also jedes dieser vier das Alter von 85 Jahren und 21 Tagen erreicht. Drei von ihnen hatten die diamantene Hochzeit gefeiert. Die größte Dampfmaschine der Welt ist nach einer Mitteilung des Iron Age" bei der Firma Allis Chalmers & Cie. für ein Walzwerf der Carneaie- Gesellschaft im Bau. nicht an die Morphiumvergiftung, auf die Richter und Polizeibeamte schworen. Von einer so kleinen Dosis Morphium, wie sie aller menschlichen Voraussicht nach der Graf genommen, stirbt kein Mensch, sofern nicht ganz besondere Umstände obwalten," sagten die Aerzte. Sie waren ja schließlich durch die Sicherheit, mit der der Untersuchungsrichter bei seiner Annahme von der tödlichen Wirfung des Giftes beharrte, stubig geworden, sodaß sie anfingen, sich seiner Ueberzeugung zuzuneigen. Eine solche übt ja meist eine gewisse Suggestion selbst auf die vorurteisslosesten Gemüter, und Brümmel war jedenfalls der Einzige, dessen klarer, durchdringender Verstand sich nicht in dieser Hinsicht beeinflussen ließ. Auch hatte er sich bei Welshofens Hausarzt erfundigt, ob der Tote an einem Herzübel gelitten, was jener verneint. Welshofen war durch Sas etwas wüste Leben, das er in seiner Jugend geführt, zwar etwas schwächlich, aber wie sein Hausarzt aussagte, innerlich völlig gesund. Auch die Sektion hatte dies bestätigt. Also fort mit der Annahme der Morphiumvergiftung! Wer mochte wissen, aus welchem Grunde er in der Nacht seines Todes Morphium genommen? Es kam ja wenig genug darauf an. Aber ermordet war er, davon hielt auch Brümmel sich überzeugt. Den Gedanken eines Selbstmordes verwarf er durchaus, denn es sprach nicht das mindeste dafür. Er liebte das Leben mit leidenschaftlicher Inbrunst und versprach sich noch viele Freude von seiner Zukunft an der Seite der schönen, heiß begehrten Italienerin. Jedermann bekundete, daß er während der letzten Tage seines Erdenwallens sich in bester Laune befunden. Ueberdem, wenn er selbst Hand an sich gelegt, so wäre mit der Ueberzeugung von dieser Tatsache, die Frage, woran er geschafft gestorben war, keineswegs aus der Welt gewesen. Die Sektion ergab keinerlei Anhaltspunkte. Man fragte: ,, st es nicht möglich, daß den ältlichen Mann ein Herzschlag getroffen, ganz unebhängig von äußeren Ursachen?" Die Aerzte meinten, daß diese Vermutung zu verwerfen sei, da sich im Körper des Sezierten organische Veränderungen vorfanden, die bei einem Herzschlag ohne geflissentliche Einwirkung sich nicht erklären ließen. In Brümmets Phantasie spukten allerlei Fälle. bei denen der Es handelt sich um eine Dampfmaschine von 25 000 Pferde kräften, die ohne Schwungrad und Fundamentplatten 550 Tonnen wiegt. Einen neuen Lenkballon soll der Ingenieur Webel in Stuttgart zu konstruieren beabsichtigen. Das Luftschiff soll angeblich 300 Personen tragen können und aus einem neuen Leichtmetall gebaut werden, das einen Gasverlust nicht mehr zuläßt. Ausbruch eines Verbrechers. Der sett dem vergangenen Jahre in der Anstalt Brauweiler untergebrachte berüchtigte Ausbrecher Toeller aus Duisburg, der durch seine vielen Ueberfälle auf Frauen und Mädchen Duisburg und Umgebung unsicher machte, ist wieder aus der Anstalt entsprungen. Man nimmt an, daß er sich nach Duisburg be= geben hat, um dort seine alten Räubereien wieder aufzunehmen. Im Irrsinn. Ertränkt hat sich in Ellrich am Harz in dem augenblicklich hochangeschwollenen Rorgeflusse, gleich hinter ihrem Wohnhause, die Ehefrau L. mit ihrem fünf Monate alten Kinde, welches sie auf ihrem Rücken festgebunden hatte. Die Frau hat die unglückliche Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung ausgeführt. Eifersuchtsdrama. In Rixdorf bei Berlin versuchte ge= stern Nacht der 29jährige Gärtner Josef Mollik seine Geliebte, die 25jährige Marie Kasten, auf offener Straße zu er= schießen, worauf er in seiner Wohnung den Versuch machte, sich mit Leuchtgas zu vergiften. Beide liegen schwer verletzt im Krankenhause. Raubanfall auf offener Straße. Freifrau Cornelia von Zedlitz- Neukirch ist gestern abend in Berlin, als sie auf dem Wege gegenüber der Tiergartenstraße spazieren ging, von einem Räuber überfallen worden, der ihr eine silberneHandtasche mit 20 M Inhalt entriß und verschwand. Der Räuber fonnte nicht ergriffen werden. Drei Knaben ertrunken. An der Mündung eines in die Saar mündenden Baches trieb, wie aus Saarbrücken gemeldet wird, ein aus angeschnallten Planken gebildetes Floß. Das Floß fenterte und sechs Knaben fielen ins Wasser. Drei von ihnen ertranfen. Selbstmord durch Einatmen von Leuchtgas verübte gestern nacht die 18jährige Tochter eines hohen Justizbeamten in Berlin. Sie hatte abends einen Strett mit ihrem Vater. Nachdem alle zur Ruhe gegangen waren, begab sie sich in die Küche, schloß sich dort ein und öffnete die Gashähne. Gestern früh wurde sie tot aufgefunden. Das Schachtunglück auf Zeche„ Holland". Die Arbeiten zur Sicherung des Schachtes auf Zeche Holland" nehmen schnellen Fortgang, so daß man hoffte, gegen Mitternacht mit dem Aufräumen des Schuttes beginnen zu fönnen. Falls nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, Hofft man im Laufe des heutigen Tages auf die Verschütteten zu stoßen. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete fich gestern früh in der Nähe der Station Dehault. Devartement Sarthe in Frankreich. Dort stürzte ein Lokalzug infolge der Erdrutsche, die durch die schweren Regengüe hervorgerufen worden waren, in eine Schlucht, mobei der Maschinenführer und der Heizer gets and der Zugführer lebensgefährlich verlegt wurde. Sechs Reisende wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Entgleißer Güterzug. In der Nacht zum Tonnerstag brach bei der Durchfahrt des Ferngütetzages 6222!![ m= Mannheim in Bietigheim an einem leeren Güterwagen die Kuppelung. Der abgeriffene Bugteil tieß auf en vorderen auf, wobet 10 Güterwagen entgleisten. Eine der entgleisten Wagen rissen die Tragsäulen des Bahrsteigs um, sodaß das Dach in seiner ganzen Lnge abge on eit werden muß. Eine deutsche Fabrit in Petersburg in Flammen. In der Fabrik von Siemens& Halske in Petersburg brach ein Großfener aus, wobei die Abteilung für Eisenbahnsignale, die Tischlerei, das Kontor sowie die Empfangsräume vollständig niederbrannten. Der Schaden wird auf 200 000 M geschätzt. Eine Dollarprinzessin hat sich verlobt. Doch werden ihre Millionen in Amerika bleiben und nicht nach Gurova wandern. Herr und Frau George J. Gould zeigen die Verlobung ihrer Tochter Marjorie Gould mit Herrn An= thony J. Grerel, dem Sohn des Großfinanziers 9 hony Grexel an. Die Hochzeit soll im Oktober in Meunert ge feiert werden. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Zur Erforschung der Erdatmosphäre. Professor Berson ous Zehlendorf bei Berlin, bekannt durch seine aeronautischen Forschungen, hat mit Hilfe seiner Registrierballons das Vorhandensein dreier großer Schichten der Atmosphäre bis zu ihrer höchsten Höhe festgestellt. Die unterste Schicht ist die Zone des beständigen Wechselns von Landwind und Seewind und erstreckt sich bis auf 3000 bis 4000 Meter über dem Niveau des Meeres. Sie ist das Gebiet der sich nach Indien ausbreitenden Monsune. In einer Höhe von 4000 bis 7000 Meter fand Professor Berson eine leber= gangsform, eine Zone des Antimonsuns, und darüber Herrschte der große Ostwind des innersten Tropengebietes, der sich über die ganze Erde verbreitet. Als allerwichtigstes Ergebnis ging nun aus den Forschungen Bersons hervor, daß er zuerst in dem Tropenaebiet die Grenze zu einer Mörder sein Opfer durch Hervorbringung eines furchtbaren plöblichen Schreckens getötet hatte, aber dergleichen war bei dem vorliegenden Fall ebenfalls unmöglich, eben um iener erwähnten organischen Veränderungen im Körper des Entseelten willen. Nein, Welshofen war durch Gift gestorben, aber das Gift war eins, das man hierzulande nicht kannte. Dies stand für Brümmet fest und von dieser Annahme ausgehend, wollte er seine Nachforschungen beginnen. Wer konnte nun im Besize eines solchen wenig bekannten, wahrscheinlich fremdartigen Giftes sein? Unter den Artisten gab es Leute aus aller Herren Länder, nicht, nur Europäer, sondern auch Farbige- Inder, Araber, Japaner, Neger und Malayen. Wenn man aber jemand ermordet, so muß man einen Grund dazu haben. Wem unter Anitas Kollegen konnte daran liegen, den Grafen aus der Welt zu schaffen? Nur eben Offers, von dem es bekannt war, daß er die Italienerin liebte oder zum mindestens geliebt hatte und von dem auch der viel besprochene Brief herrührte. Brümmel war bevor er mit der Köchin der Anita gesprochen, fest davon überzeugt gewesen, daß Olfers der Täter sei, aber durch Die letzten Ermittelungen in der Wohnung des Varieteeſterns hatte diese Ueberzeugung einen argen Stoß erlitten. Die Gestalt des geheimnisvollen Menschen, der von der Bruſio und ihrer Kammerfrau einmal für einen Artisten, ein andermal für einen Antiquitätenhändler ausgegeben worden war, nahm stetig deutlichere Formen in seiner Einbildungskraft an, er sah ihn förmlich in des Grafen Schlafgemach stehen und ihn dort mit düster zusammengezogenen Brauen irgend eine lichtscheue, furchtbare at vollbringen. Wer war der Mensch? Wo konnte er ihn finden? Am nächsten Morgen begab sich Brümmel zu einem Optiker, dem er das in der Visitenkartenschale gefundene Augenglas zeigte und ihn fragte, was er von diesem hielte. ,, Es ist ein sehr scharfes Glas, für sehr, turzsichtige Augen bestimmt," entgegnete der Optiker. ( Fortsetzung folgt.) Awetten einalges In die u gut wie belben die Luft 15.000 bi Gef Im ver & iffimu gegrün mobiler Ludwi manni legers fabrit Holl= wurd Um eine Jo. 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Mit der Automobilfabrit Züst in Mailand war vereinbart, daß sie die Wagen zoll- und frachtfrei nach München liefern sollte. Später wurden die Automobile unverzollt loko Mailand geliefert. Um nun den Eingangszoll zu sparen, schmuggelte Bahlsen eine Anzahl Wagen nach Deutschland ein. Er machte dies so. Er fuhr mit einem Chauffeur nach Mailand, übernahm die Wagen und setzte eine gebrauchte Karosserte darauf. Ueber den Nummern der Automobile brachte er eine alte Nummer, die von einem schon verzollten, gebrauchten Wagen stammte, an. Mit dem jeweils präparierten Wagen überfuhr Bahlsen dann an verschiedenen Plätzen die bayrische und die badische Grenze. Den Zollbeamten zeigte er eine alte Legitimation eines schon verzollten Automobils vor, die dieselbe Nummer wie der betreffende Wagen trug. Der Zollbeamte mußte dann glauben, einen schon verzollten Wagen vor sich zu haben und ließ Bahlseit passieren. Wie viel Wagen er auf diese Art eingeschmuggelt hat, steht nicht fest. Sieben Fälle standen zur Anklage. Außerdem hat der Angeklagte acht Automobile nicht versteuert und fich so gegen das Reichsstempelgesetz vergangen. Bahlsen gab in der Verhandlung die Schmuggeleten teilweise zu und behauptete, er set von dem verstorbenen Langen dazu beauftragt worden, er habe nur als dessen Angestellter ge= handelt. Gommel machte ähnliche Angaben. Bahlsen wurde wegen Rolldefraudation zu 4740 M Geldstrafe eventuell 316 Tagen Gefängnis und 71 000 M Schadenersatz verurteilt; Bahlsen und Gommel außerdem wegen Vergehens gegen das Reichsstempelgesetz zu insgesamt 14 100 M Geldstrafe, Bahlsen noch allein aut 2200 M Geldstrafe. Viermal zum Tode verurteilt. In dem Lissaer Lustmordprozesse wurde gestern das Urteil gesprochen. Nach dreiviertelstündiger Beratung verlündete der Obmann der Geschworenen, daß diese den Angeklagten Kosziol in vier Fällen des Mordes schuldig befunden hätten. Der Gerichts= hof verurteilte darauf den Angeklagten viermal zum Tode, zum dauernden Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte und megen Vergehens gegen§ 175 zu 4 Jahren Gefängnis. Der Angeklagte blieb bei Anhörung des Urteilsspruchs völlig cubia. Vermischtes Leopold Wölfling und seine geschiedene Frau. Vor dem Zivillandgericht in Wien wurden gestern in geheimer Sitzung drei Klagen gegen Leopold Wölfling von seiten feiner geschiedenen Gattin Wilhelmine Adamowitsch erledigt. Sie behauptet, Wölfling komme der Alimentationspflicht nicht nach und sie verlangt 1000 kronen monatlich Für die Zukunft und 31 000 kronen für die 31 Monate seit der Scheidung nachträglich. Ferner fordert sie die Rückgabe ihrer Effekten oder deren Wert von 27 000 kronen. Im Urteile wurde die Rückgabe der Effekten aufgegeben, bas Alimentationsverlangen aber rundweg abgewiesen, weil ber Chegatte nach Genfer Recht, dem Wölfling untersteht, nicht verpflichtet ist, der Gattin, wenn sie nicht im Scheibungsprozeß ihre Alimentationsansprüche erhebt. etwas zu zahlen. Schließlich erklärte sich das Gericht für inkompetent, die Vermögensfrage zu entscheiden, weil Wölffing vom Kaiser verboten worden ist, österreichischen Boden zu betreten und er sich deshalb nicht verantworten fann. Ein furchtbares Mordaeständnis hat der irrsinnige Sattler Dietrich abgelegt, der in Rostock vor einigen Tagen anter dem Verdacht verhaftet wurde, seine Frau umgebracht zu haben, die unter den Anzeichen eines gewaltsamen Todes in ihrer Wohnung aufgefunden worden war. Gestern hat nun Dietrich, der 35 Jahre alt ist und schiermütig war und schon einmal in einer Frrenanstalt gewesen ist, eingestanden, daß er seine Frau unter Beihilfe seiner Schwiegermutter, einer 73jährigen Frau, ermordet habe. Auf das Geständnis des Mordes hin wurde gestern auch die Schwiegermutter verhaftet und hat alle Angaben ihres SchwiegerSohnes bestätigt. Den Mörder hat, als seine Frau tot war, der Mut gefehlt, sich selbst zu töten. Der Brand des türkischen Parlamentsgebäudes. Nach Nachrichten informierter Kreise in Wien verdichtet sich der Verdacht immer mehr, daß Brandstiftung die Ursache des Feuers im Konstantinopeler Parlament ist. Die BrandStiftung rührt wahrscheinlich von Elementen her, die zur reaktionären Partei zu rechnen sind. Bolitische Schlußfolgerungen sind aber ausgeschlossen, weil die gegenwärtig fast nur aus Jungtürken bestehende Regierung so mächtig ist, daß ein Butschversuch unmöglich wäre. Das jungtürkische Komitee in Konstantinopel hat Order an die Prooinzialkomitees erlassen, auf die Bevölkerung beruhigend einzumirken; namentlich dem Aberglauben entgegenzutreten. Das Parlamentsgebäude soll auf derselben Stelle mieher aufgebaut und in der Kammer ein entsprechender Kredit verlangt werden. Die erste Folge des Brandes wird eine Reorganisation der Feuerwehr sein. Die Regierung wird den fremden Stationsschiffen, die an der Löschaktion teilnahmen, darunter dem deutschen Schiff„ Loreley", den Dank der Regierung aussprechen. Vor furzem erhielt eine Frau Kommerzienrat G. in der Aschaffenburgerstraße In dem in Berlin hintereinander drei Erpresserbriefe. ersten Schreiben wurde der Dame die Mitteilung gemacht, daß sie auf beiden Augen geblendet werden würde, wenn sie nicht Tag und Nacht ein Bafet mit Banknoten in ihrer Wohnung zur Abholung bereithalte. Das Geld würde von den Beauftragten des Erekutiv komitees des russischen Anarchistentlubs Nr. 6 abgeholt werden. Für den Fall, daß die Dame der Polizei Mitteilung mache, wurde ihr mit dem Tode gedroht. Ein ähnlicher Brief ging einige Tage später einem Fabrikbesitzer in der Alexandrinestraße zu, in dem angedroht wurde, daß seine Fabrik in die Luft gesprengt werden würde, wenn er nicht die verlangte Summe zahle. Nach mehrwöchiger Tätigkeit gelang es gestern der Polizei, eine 25jährige Frau Schiborda in Hast zu nehmen. Man fand bei der Verhafteten mehrere mit Trauerrand versehene Erpresserbriefe. Die Festgenommene wurde trotz ihres Leugnens nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht. Sie scheint jedoch nur eine vorgeschobene Person zu sein, weigert sich aber hartnäckig, ihren Auftraggeber zu nennen. Anarchistische Grbresserbriefe. Ein neuer Feiertag. Die Festlegung des 3. Pfingstfeiertages als gesetzlicher Feiertag für Sachsen und möglichst auch im ganzen Reiche beantragte laut Boss. 8tg. der freisinnige sächsische Landtagsabgeordnete Prof. Noch. Der Vorschlag erscheint eigenartig. Zu seinem Verständnis muß hervorgehoben werden, daß in Sachsen der Epiphaniastag ein Feiertag ist. Ein Antrag, dem Epiphaniastag seinen Charakter als Feiertag zu nehmen, ist in Sachsen an dem Widerspruch aller Parteien gescheitert Nunmehr schlägt Abg. Koch vor, für den fünftig wegfallenden Epiphaniastag den 3. Pfingstfeiertag alls gefeßlichen Festtag festzulegen. An diesem Tage werde schon jest teilweise gefeiert, die Inbustrie könne leicht einwilligen; Pfingsten fei die schönste Beit im Jahre, und den Arbeitern gerade da eine längere Erholungszeit herzlich zu gönnen. Der Vorschlag findet in Sachsen allgemeinen Beifall. Das Brandunglück in Philadelphia. Aus den Trümmern der eingeäscherten Hemdenfabrik sind bis jetzt vier Tote geborgen worden. Zwanzig Arbciter werden noch vermißt. Das Feuer zerstörte einen vierstöckigen Häuserblock im Zentrum des Geschäftsverkehrs. Man glaubt, daß noch eine Anzahl von Leichen unter den Ruinen vergraben liegt. Auf der Bandstätte herrschte eine derartige Hiße, daß jede Nachforschung nach Verunglückten für die Rettungsmannschaft unmöglich war. In dem eingeäscherten Gebäude befanden sich nur Hemdenfabriken, die insgesamt 500 Mädchen als Arbeiterinnen beschäftigten. Die Ursache Der der Brandkatastrophe war eine Gasolinerplosion. Sie konnten Arbeiterinnen bemächtigte sich eine Panik. den Flammen nur nach einer Seite hin entrinnen. Da auch die Fabrikfahrstühle in Brand geraten waren, sprangen die Mädchen aus den Fenstern, viele wurden von notdürftig in aller Eile hergerichteten Fangneßen aufgefangen. Andere, für die keine Neße aufgespannt waren, brachen die Glieder. Es spielten sich dabei tragische Szenen ab. Gärung unter Berliner Krankenschwestern. Tie Schwestern im Berliner Virchow- Krankenhause haben den Beschluß gefaßt, am 1. Februar gemeinsam nas dem Tienste zu scheiden, falls die jetzt im Vircho- Krankenhaus obwalienden Zustände, die ihnen nach ihrer Schilderung die pflichtgetreue Ausübung ihres große Aufopferung fordernden Dienstes unmöglich machen, nicht schleunigit abgestellt werden. Sie wollen der Direktion durch eine Gingabe von dieser ihrer Absicht Kenntnis geben. Schon lange bat unter den Schwestern des Virchow- Krankenhauses Unzufriedenheit geherrscht. Die Art und Weise, wie ihre Kräfte ausgenußt werden, geht nach ihren Schilderungen weit über das Maß des Zulässigen hinaus. Ihre Dienstzeit beträgt vierzehn Stunden bei nur halbstündiger Mittags- und halbstündiger Abendpause. Eine Abteilung der Schwestern speist mittags vont 1½ bis 2 Uhr, die andere von 2 bis 2½ Uhr. Hat nun eine Schwester bei einem Schwerkranken zu tun, den sie nicht ohne weiteres verlassen kann, und kommt verspätet zum Mittagessen, so wird darauf keinerlei Nücksicht genommen; sie bekommt faltes, manchmal auch gar kein Essen; die Verschiebung der Essenszeit in solchen Fällen, die eigentlich selbstverständlich sein müßte, ist unstatthaft, daher passiert es, daß die Schwestern gelegentlich nachsehen, ob im Eisschrank etwas übriggebliebenes Essen vorhanden ist, um wenigstens zu einem Jmbiß zu kommen. Das wiedergefundene Lichespaar. In große Bestürzung wurden gestern zwet Familien in Köpenick bei Berlin versetzt. Sie erhielten am Morgen mit der ersten Post Abschiedsbriefe von ihren Kindern, dem 18jährigen K. und der 16jährigen E. Die jungen Leute wollten trotz ihrer Jugend heiraten, stießen aber auf den Widerstand ihrer Eltern. Sie beschlossen deshalb, thre Eltern einzuschüchtern, entfernten sich unter Mitnahme von Lysol aus ihren Wohnungen und schrieben an ihre Angehörigen Abschiedsbriefe. Von Köpenick aus wurde sofort die Berliner Kriminalpolizei in Bewegung gesetzt, die aber über den Verbleib des Liebespaares nichts ermitteln konnte. Als gestern abend die beiden Mütter auf dem Polizeipräsidium vor= sprachen und die Abschiedsbriefe und Photographien der Flüchtigen deponierten, wurden sie aufgefordert, alle Verwandten in Berlin aufzusuchen und dort Nachfrage zu halten. Dieser Hinweis hatte Erfolg. Als die geängstigten Mütter ein Haus in der Gerichtsstraße betraten, tam ihnen das Paar nichtsahnend entgegen. Unter der Obhut der Mütter fehrten dann die unglücklich Liebenden wieder nach Köpenick zurück. Ein seltsamer Leichenzug. In Barcelona wurde dieser Tage ein altes wohlhabendes Fräulein bearoben. das feit frühester Jugend lahm gewesen war. Die Verstorbene hatte letztwillig verfügt, daß allen Krüppeln und Lahmen, die ihrem Sarge folgen würden, eine ansehnliche Summe als Erbteil ausbezahlt werde. Die Kunde davon hatte sich rasch in der ganzen Stadt verbreitet, und am Begräbnistag fand sich alles, was von den armen Krüppeln Barcelonas nur frauchen konnte, vor dem Trauerhaus ein. Hunderte von Hinkenden und Stelzfüßen, Einbeinigen und Beinlosen er= wiesen der Toten die letzte Ehre. Dte Menge in den Straßen vermochte beim Vorüberziehen des kurtosen Trauergefolges nicht ernst zu bleiben. Und auch die Mienen der„ Leidtragenden" waren nichts weniger als ernst. 30 000 Mark unterschlagen. Der Leichtsinn eines jungen und befähigten Menschen hat wieder einmal eine chrbare Homilie in tiefes Unglück gestürzt. Der Bankbeamte Merz, der in einem Banfgeschäft in seiner Heimatstadt Giogau angestellt war, nahm troß seiner Jugend wegen seiner besonderen Fähigkeiten eine Vertrauensstellung ein Da täg= lich underttausende durch seine Finger aingea, erlag M. schließlich der Versuchung und eines Tages verschwand er inter Mitnahme von 30 000 Mart in Bargeld und Wertpapieren aus seiner Vaterstadt, um sich mit dem veruntreuten Gelde in den Strudel der Weltstadt Berlin zu stürzen. Der junge Mann trat hier als Kavalier auf und spielte bald in den Kreisen der Lebedamen eine Rolle. Die Barmittel wurden durch verschiedene Freudinnen bald „ klein" gemacht, sodaß Merz die entwendeten Wertpapiere versilbern mußte. Hierzu bediente er sich einer seiner Freundinnen", die aber in einem Berliner Bankgeschäft bei diesem Versuch festgenommen wurde. Die Verhaftete beichtete alles, sodaß auch Merz bald darauf festgenommen werden konnte. Der Vater des jungen Mannes, ein angesehener Kaufmann, kam sofort nach Berlin und veranlaßte seinen leichtsinnigen Sohn, den größten Teil der Wertpapiere, die dieser in einem Versteck aufbewahrt hatte. wieder herauszugeben. Wie englische Wahlkandidaten sich gegen Durchfall ver= fichern. Das Versicherungswesen ist in England viel mannigfaltiger ausgestaltet als in den Ländern des europäischen Kontinents. Gerade die größten und bedeutendsten Versicherungsgesellschaften schließen oft Geschäfte ab, die im Grunde nichts anderes sind als – Wetten. Und da die Wettlust von altersher eine der ausgeprägtesten Eigenschaf ten des britischen Nationalcharakters ist, haben die Gesellschaften jahraus, jahrein alle Hände voll zu tun. Es ist nicht sehr starf übertrieben, wenn man behauptet, daß z. B. in diesem Augenblicke, während des Wahlkampfes, ganz England in zwei Lager von Wettenden geteilt ist. Daß die englischen Wahlkandidaten aber die Möglichkeit haben, sich in aller Form Rechtens gegen- einen Durchfall zu versichern, mag deutschen Ohren recht seltsam klingen. Das ist nun nicht so zu verstehen, als übernähme die Versiche rungsgesellschaft die Verpflichtung, dem Kandidaten, der sich ihrem Schute anvertraut, zu dem heißbegehrten Mandat zu verhelfen,- das steht natürlich außer ihrer Macht. Der Kandidat versichert sich vielmehr für den Fall seines Interliegens auf die Rückerstattung der Kosten seiner Wahlkampagne, und man weiß, daß diese Kosten in England unter Umständen sehr hoch sein können. Entsprechend hoch ist selbstverständlich auch die Prämte, die er zu zahlen hat. Sie fällt an die Gesellschaft, wenn er gewählt wird, doch im Siegesrausche verschmerzt er sie gern und leicht. Die Sache ist also, wie man sieht, von einer genialen Einfachheit und für beide Teile nußbringend. Ein bedrohter Wallfahrtsort. Die Bevölkerung der kleinen, auf der Insel Camargue an der Rhonemündung gelegenen Stadt Saintes- Maries- de- la- Mer lebt seit eintgen Wochen in ständiger Angst. Der schwache Damm, der vor einigen zwanzig Jahren errichtet wurde, tst von dem andringenden Meere in feiner ganzen Länge zerstört. Das Meer dringt unaufhaltsam vor, und man fürchtet, daß nach einigen weiteren Sturmnächten von der Insel und dem berühmten Nest nicht mehr viel übrig sein wird. Der Wallfahrtsort erfreut sich in der Provence und in ganz Frankreich eines großen Rufes. Hierher strömen das ganze Jahr Wallfahrer aus allen Teilen Frankreichs, aber nicht nur für diese bildet das um eine fastellartige Wallfahrtskirche gelegene Nest eine große Anziehungskraft, son= dern auch für die Kunstgelehrten. Denn die Kapelle, die dem 12. Jahrhundert entstammt, ist in einem eigenartigen romanischen Stile erbaut. Die Legende verlegt aber die Gründung von Saintes- Maries noch viel weiter zurück. Die heiligen Frauen Martha, Maria Salome, Magdalena und Sarah landeten hier nach ihrer Abreise aus Judäa. Nach ihrem Tode wurde zur Aufnahme ihrer Asche die Kapelle erbaut, die jetzt ein Raub des Meeres zu werden droht. Drabtnachrichten und Deaestes. Herabschung des Reichsbankdiskonts. Berlin, 21. Januar. Der Reichsbankdiskont ist auf 4½ Prozent, der Lombardzinsfuß auf 5% Prozent herabgesetzt worden. Das Befinden des Grafen Stolberg. Berlin, 21. Januar. Das Befinden des an Influenza erfrankten Präsidenten des Reichstages. Graf Stolberg, läßt noch immer viel zu wünschen übrig. Im Laufe des gestrigen Tages ist zwar beim Präsidenten eine leichte Besserung eingetreten, doch muß sich Graf Stolberg äußerste Schonung auferlegen. Auch einige Mitglieder der Familie des Präsidenten sind an Influenza erkrankt. Eine ostdeutsche Ausstellung. Posen, 21. Januar. Die Stadtverordneten bewilligten 100 000 M für die 1911 zu veranstaltende ostdeutsche Ausstellung. Die englischen Wahlen. London, 21. Januar Nach den bis gestern abend 10 11hr vorliegenden Meldungen über die Wahlen zum UnterHause sind bisher gewählt: 160 Unionisten, 134 Liberale, 27 Mitglieder der Arbeiterpartei und 53 Nationalisten. Gewonnen haben die Unionisten 68, die Liberalen 12. die Arbeiterpartei 2 Site. In 289 Wahlkreisen sind die Mandate in gleichen Händen geblieben. Das Wettrennen der beiden Parteien wurde gestern mit der gleichen Energie fortgesetzt. Obwohl der vorgestrige Tag den Liberalen schwere Niederlagen brachte, ist noch keine entscheidende Aenderung der Siegesaussichten eingetreten. Es verstärkt sich der Eindruck, daß, wenn die Liberalen siegen würden, die dauernde Beruhigung in der inneren Politik Englands nicht gesichert werden dürfte. Aus der französischen Kammer. Paris, 21. Januar. Der Senat verwies einen Antrag Humbert an den Heeresausschuß, wonach die gegenwärtig in der Armee dienenden vorbestraften. besonders gemein= gefährlichen Apachen den südafrikanischen Disziplinarbataillonen zuzuteilen seten. Am Schluß der Kammersißung verurteilte beim Etat des Unterrichtsministeriums der Berichterstatter die Kampagne gegen die Laienschule und wies die Vorwürfe gegen die Lehrer wegen Unmoral und antivatriotischer Gesinnung zurück. Die steigende Kriminalität der Jugendlichen sei einer zügellosen Presse und dem Alfcholismus zuzuschreiben. Vom König Menelik. Addis Abeba, 21. Januar. Der Zustand des Königs Menelik hat in den letzten Tagen eine leichte Besserung erfahren, jedoch besteht keine Hoffnung auf Erhaltung des Lebens. Der Einfluß der Königin gewinnt am Hofe die Ueberhand. Neues aus Serbien. Belgrad, 21. Januar Nach einer Blättermeldung wird der Kronprinz Alexander am Sonntag zu einem privaten Besuch sich nach Sofia begeben. Nach einer weiteren Blättermeldung ist ein neuer Konflikt des Prinzen Georg zu verzeichnen. Der Prinz habe bei der gestrigen Soiree den serbischen Generalkonsul in Budapest Christie zum Verlaffen des Saales aufgefordert. Dieser habe aber dem Ver= langen nicht entsprochen. Verwegener Raubüberfall. Berlin, 21. Januar. Als gestern nachmittag_ein Wagen der Firma Spindler sich auf dem Wege vom Ber= liner Hauptkontor zur Fabrik in Spindlersfelde befand, wurde der Kutscher von einem ihm entgegenkommenden Kollegen aufmerksam gemacht, daß sich hinten an seinem Wagen zwei Burschen befänden. Der Kutscher stieg ab und fand, während die beiden jungen Leute flüchteten, daß eine Tasche, die 15 000 M in Silbergeld zur Lohnzahlung enthielt, leer war. Zwei junge Männer, die der Tat dringend verdächtig sind, wurden in Köpenid festgenommen. Ein zweiter Beutel, der 800 M enthielt und wahrscheinlich auf der Flucht weggeworfen wurde, ist miedergefunden und abgeliefert worden. Die verschütteten Ruhrberglente. Gelsenkirchen, 21. Januar. Heute früh vier Uhr war es der Rettungsmannschaft gelungen, bis zu dem Fuße der Mauer vorzudringen, an der am Unglückstage gearbeitet werden sollte. Von dort bis zu der Mauer, hinter welcher die Verschütteten vermutet werden, ist unter schwierigen Umständen noch eine zehn Meter starte Schuttschicht fertzuräumen. Wenn alles gut geht, hofft man in der kommenden Nacht bis zu den Verunglückten vorzubringen. Lebenszeichen werden von diesen nicht mehr vernommen. Gleichwohl werden Sauerstoffapparate und Belebungsmit tel zur Unglücksstelle geschafft. Ausschreitungen streifender Berglente. London, 21. Januar. Im Kohlenbergwerf von Hurten Bei Seaham Harbour in der Grafschaft Durham versuchten mehrere hundert Ausständige, sich der Kohlenvorräte zu bemächtigen, wurden aber von der Polizei zurückgetrieben. Die Menge warf mit Steinen und die Polizei gab Feuer. Sechs Streifende wurden verwundet. Die Ausständigen begannen einen neuen Steinhagel, durch den viele Personen verlegt wurden. Unfall eines Luftschiffers. Baris, 21. Januar. Wie aus Oran gemeldet wird, geriet der Aviatiker Olieslagers gestern abend auf dem Flugfelde Senia mit seinem Eindecker in die Telegraphendrähte der Eisenbahn. Die Drähte durchschnitten das vom Benzinbehälter zum Motor führende Rohr und der Eindecker stand gleich darauf in hellen Flammen. Er stürzte zur Erde, wobei der Aviatiker wunderbarerweise nur leichte Abschürfungen erlitt. Handel und Verkehr. Frankfurt, 20. Januar. Viehmarktvreise vom 20. Jamuar. 1 Zentner: Kälber: feinste Mast( Vollm.- Maft) und befte Saunfälber( Lebendgewicht) 52-58 m.,( Schlachtgewicht) 86-95 Mr., 2, mittlere Maft- und gute Saugfälber( Lebend gewicht) 45-50 Mr.,( Schlachtgewicht) 76-85 Mt., 3. geringe Sausfälber( Lebendgewicht) 42-44 Mr.,( Schlachtgewicht) 71 bis 75 Mt., Schafe: 1. ältere Mafthammel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) 32--35 Mt.,( Schlachtgewicht) 72-75 Marf 2. ältere Masthämmel und aut genährte Schafe( Lebendgewicht) 26 bis 29 Mart,( Schlachtgewicht) 65 bis 68 Mart, 3. mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe) ( Lebendgewicht) 00-00 f.,( Schlachtgewicht) 00-00 Mart, 1. vollfleischine Schweine über 2 Zentner( Lebendaewicht) 57 bis 59 Mart.( Schlachtgewicht) 72-74 Mart, 2. vollfleischiae Schweine bis zu 2 Rentner( Lebendgewicht) 57-59 Mark Schlach tgewicht) 73-76 mf., 3. fleischige Schweine( Lebende ( gewichi) 57-59 Mt.,( Schlachtgewicht 75 Mt. Balltorit. 36-38 Roloffeum Giessen. Dir.: Albert Rappmann. Telephon 644. Gastspiel von Vallés Frankfurter Intimen Theaters Heute Samstag, 22. Januar abends 8½ Uhr Zum erstenmale Nach dem Maskenballe Dialog nach dem berühmten Bilde: Die G'schamige des Rezniczek. Zum ersten Male Die teusche Toinette Franzößscher Schwank Das Teufels Ballet getanzt von den Damen Munie Felsen, Rita Marlow und Mizzi Haber. Hand Fredy mit neuen Repertoir sowie Duette nnd bunter Teil. Vorverkaufskarten in den bekannten Zigarrengeschäften. Passepartouts keine Gültigkeit. Morgen Sonntag 2 große Vorstellungen Nachmittags 4 Uhr ermäßigte Preise. Abends 8 Uhr. In den vorderen Restaurationsräumen täglich ab 7½ Uhr Konzert des Damen- Orchesters ,, Sturm" Eintritt frei. Sonntag 11-1 Uhr Frühschoppenkonzert, nachmittags ab 4 Uhr. E8 ladet ergebenst etn Albert Rappmans. Nuk- und Brennholzversteigerung der Gräflichen Oberförsterei Arusburg bei Lich ( Oberheffen.) Mittwoch, den 26. Januar 1910 wird das Nuzholz in Distrikt Haia 18 c, sowie das Nuß- und Brennholz ta den Distrikten Wetterberg und Hard 8 c, versteigert und zwar: A. Nuzholz: Stämme: Eiche 43 St.( 3-17 m lang und 25-57 cm Durchm.)= 29,96 fm; Bude 25 Stück( 3-8 m lang und 32-57 cm Durchm.)= 1,17 fm; 0,57 fm; 3,02 fm; Binde 1 Sta. Hainbuche 13 Stüd Elsbeere 1 Stück 0,32 fm; Fichte 14 Std.= 7,78 fm; Stiefer 4 Stück= 2,62 fm; 1 Stangen: 61 St. Fichtenderbstangen= 3,44 fm; Nuzscheit: Etche 1 5 rm. Steinkohlen- Bezugs- Gesellschaft Giessen. ür jedes Dorf, für jede Stadtp Für suchen wir Personen, die abends 5 Mark reell und ohne Mühe verdienen wollen. Ordentliche Hauptversammlung schäftigung angeben. Montag, den 24. Januar 1910 abends 8½ 1hr bet Wirth Arnold( Zum Schipkapak") Tagesordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnungsablage. 3. Ersatzwahl des Vorstandes. 4. Wahl des Rechnungs- Prüfungs- Ausschusses. 5. Verschiedenes. Gießen, den 8. Januar 1910. Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dikore, Schanzenstraße 8, vom 15. ds. Mt8. 8 Tage zur gefl. Einsicht der Mitglieder offen Edgar Borrmann, Giessen. Neustadt 11 Eisenhandlung Telefon 165 empfiehlt zur jetzigen Saison: sämtl. Sorten Oefen, Herde, Kesselöfen, kupf. Waschkessel, Räucherapparate, Kohleneimer und Füller, Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Verdampfschalen, sowie sämtliche Feuerungsgeräte. Wasch-. Wringu. Mangel- Maschinen, Gas-, Spiritusu. Petroleumkocher, sowie sämtl. Haushalttungs- Gegenstände. Solinger Stahlwaren etc. etc. Holzversteigerung im Sießener Stadtwald. ( Forſtwartet Gießen I; Forstwart Donnerstag, 27.Jan.1910 Brück) vormittags 912 Uhr werden in den Waldungen der Stadt Gießen im Distrikt Hochwarte versteigert: 293 rm Buchenscheitholz 13 Etchenscheitholz Buchenknüppelholz Gichenknüppelholz 11 182,5 11 6 " 75,5" Buchenstockholz 4,4 Etchenstockholz 3530 Well. Buchenreisig 170 Eichenreisig. Die Zusammenkunft ist auf der " Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. vorm. 9 hr BeOfferten an H. Scholten, Coblenz. Umsonst jed. Appa rat 10 neue Stücke Dimut Opera spielt wie eine Militärkapelle, singtulacht uamüsiert alle! Raten Zahlung Kein Preisaufschlag! Otto Jacob Friedenstr.9 Berlin 53. EG Vertreter gesucht! Katalog gratis! Mastenanzüge zu verleihen, hochf. Sachen, bei Karnbach, Gießen, Bahnhofstraße 27, Laden. Montag, den 24. Jan. 1910, werden in den Waldungen der Mist Stadt Gießen im Distrikt Hengelfein versteigert: 36 " 1 63 Fichtenderbstangen m. 3,54 fm retsstangen ,, 0,44 bohnenstang. ,, 1,29, 151,5 Rm Buchenscheitholz 1000 2 Eichen= " " 1 2 Linden " 127,4 11 Buchen- Knüppelholz Eichen11 Kiefern " " 35,5 Buchen- Stockholz 2 Eichen 270 970 Eichen" " AspenB. Brennholz Scheiter: rm 251 Buche, 10 Giche, 2 Weichholz; Knüppel rm: 104 Buche, 34,5 Grünbergerstraße an der 8. Schneiſe. 12090 Well. Buchen- Retſtg" Elche, 4,7 Nadelholz, 5 Weichholz; Stöcke: rm 56 Buche, 32,1 Etche, 2 Weichholz; Netser rm: 357 Buche, 114 Eiche, 10 Weichholz. Gießen, 20. Jan. 1910. Großh. Bürgermeisteret. J. V.: Keller. Das Nußholz im Distrikt Hain wird zuerst versteigert. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht Frauen! zum Ausgebot. " 1 Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Daubringen am HanVorsicht! Belsteiner Steinbruch. Zusammenkunft 10 Uhr vorm. Chauffee Buzz- Meine gefeßlich geschützten japan. bach- Lich am Jägerpfad. Auskunft erteilt Forstwart Melchior zu Kloster Arnsburg, Post Lich. Wer sich selbst rasiert Viel Geld profitiert! Achtung! 1.000.000 junger Leute und Männer giebt es, die sich gerne selbit rasteren möchten, um feber Gefehr wegen Bustedmung von Hautkrankheiten aus dem Wege zu geben. 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Dienstag, den 25. Januar, wird im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Schwarzwald, folgendes KiefernHolz, versteigert: A. Nuz holz: 8 Stämme 6-12 Mtr. lang mtr. Scheiter 15 37, Knüppel 2 und 3 Mtr. lang. B. Brennholz: 186 Rmtr. Schetter 183" Knüppel 83, Stöcke 2800 Wellen. Die Zusammenkunft ist vormittags 10 Uhr beim Lindenbaum am Ruhberg. 11. de St Aft trie den Gie St et bo un lich Eta an, ref da ze to Fa ma gej be das We der na Ba for ung ang geb ge h Großen Linden, am 17. Januar 1910. Großh. Bürgermeisterei Großen Linden. Leun. m Makulatu bat billigst abzugeben die An Expedition diefer Beitung. fich zut Kirchliche Nachrichten für Gießen. und und He för Evangelische Gemeinde. Septuagesimae, den 23. Januar. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Bormittags 9% Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Missionar Spering aus Kamerun. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 25. Januar, nachmittags 4 Uhr im Matthäussaal: Frauenmissionsverein. Mittwoch, den 26. Januar, abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markus- Gemeinde. Donnerstag, den 27. Januar, vormittags 10% Uhr: Vereinigter Zivil- und Militärgottesdienst zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers. Pfarrer Schwabe. Donnerstag, den 27. Januar, abends 8 Uhr im Matthäussaal: Bibelstunde.( Bilder aus dem Leben der Apostel.) Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirch e. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtholsheimer. Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 7-9 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männ lichen Jugend der Johannesgemeinde. Montag, den 24. Januar, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Lukassaal. Pfarrer Bechtolsheimer. Katholische Gemeinde. Samstag, den 22. Januar. Nachmittags 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur Hl. Beicht. Sonntag, den 23. Januar. Sonntag Septuagesima. Fest der heiligen Familie. Vormittags 6½ Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt. Nachmittags 5% Uhr: Christenlehre; darauf Festandacht. Montag Abend um 8½ Uhr ist in der Kirche apologetischer Vortrag für Männer und Jünglinge. Donnerstag, den 27. Januar am Geburtstage Seiner Majestät des Kaisers ist um 9½ Uhr Militärgottesdienst. S 8 M