1. theater Steingoetter. Juli 1910 orstellung. Nauheimer mädel. .Reinhardt. Mengerei gut. Gesch rtaufen. org Braua, ungsnad ken. 9. br.) 8-1 unb tex: 11 Zimmern. Simmern. -7 " -6 " " -5 -7 2 Kammern. Badezimmer 4 Zimmer Zimmer und Küche Pension. ugwede. Bimmer. ung. hit Pferdeftall and Heuboden ufenstern, Lagerraum. sucht: -7 Bimmern ant. 50 Bf. llen nblume", Wilhelm lungen jum efte Produk Handel vor: art, nachdem und gefchält Ter Spreu ift. 5 im Gegen benden, sowie werden. and die ali 1910 dpreise Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen 1 vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Ertrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Leschalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Gli Telephon: Nr. 362. Nr. 98. Bekanntmachung. der Großherzoglichen Bürgermeisterei = des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 21. Juli 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Das am 15. 1. Mts. fällige Pachtgeld der Triebviertel usw. für 1910 fann bis Ende dieses Monats noch ohne Mahnkosten zur Stadtkasse bezahlt werden. Gießen, den 19. Juli 1910. modaStadtkasse: Mäser. Bekanntmachung. Es sind zu vergeben, die Zinsen aus der Stiftung der Daniel Moog Ww. am 2. Oftober an hiesige be= dürftige unbescholtene Witwer und Witwen. Meldungen nimmt das Armenamt, Asterweg 9, bis 5. August entgegen. Gießen, den 16. Juli 1910. Großherzogliche Bürgermeisterci. Keller. Bekanntmachung Vom 5. August bis 22. September d. Js. wird bor= aussichtlich feine Situng der Stadtverordneten- Versammlung abgehalten. Dringliche, die Beschlußfassung der Stadt- Verordneten- Versammlung erfordernde Angelegenheiten find daher spätestens bis zum 24. ds. Mts. bei uns vorzulegen. Gießen, den 16. Juli 1910. Bürgermeisterei. 5015 Mecum. Bekanntmachung. Gelegentlich des hiesigen Viehmarktes am 19. I. Mts. find drei Rinder herrenlos zurückgeblieben. Der Eigentümer wird ersucht, sich bei unterfertigter Stelle zu melden. Gießen, den 20. Juli 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Betr.: Die Abhaltung des Jugendfestes. Donnerstag, den 28. Juli 1. J., nachmittags von 2 Uhr ab, wird das diesjährige Jugendfest im Philosophenwalde abgehalten werden. Zwecks Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit bestimmen wir hiermit, daß am genannten Tage von 1½ Uhr nachmittags ab der Fuhrwertsverkehr nach dem Die Beamten und die Reichstagswahl in Friedberg. Es geht uns darüber folgender Artikel zu: verdacht. Warum? Die Beamten, die sich an der Reichstagswahl in Friedant für Arme berg agitatorisch betätigt haben und neben diesen vor allem Getränk für die Lehrer, sind von der Landbevölkerung nicht bloß nicht willkommen geheißen, sondern sogar arg mitgenommen worden. Man hat ihnen ihre Teilnahme am Wahlkampf arg Etwa weil sie für die Nationalliberalen oder Demokraten agitierten? Auf den ersten Blick scheint es so und doch ist dies nicht der wichtigste und lette Grund. Der Beamte foll, so wollen es in erster Li nie die demokratischen Parteien, auch inbezug auf Wahlen und Wahlbarkeit nicht hinter den anderen Ständen zurüd stehen, soll agitieren dürfen, soll also nicht„ Bürger zweiter Klasse" sein. Hält diese Auffassung vor der rauhen Wirtlichkeit Stand? Die ganz nüchterne Erfahrung hat allenthalben und zuletzt in Friedberg deutlich das gerade Gegenteil gelehrt. Der Beamte nimmt im Leben eine Sonderftellung ein, er verkehrt und sagen wir einmal„ dient" allen Ständen. Von ihm wird vor allen Dingen Unparteilichkeit und Gerechtigkeit bei Ausübung seines Amtes verlangt, ihm soll jeder Stand Vertrauen entgegenbringen. Nun lommen aus den Städten diese Beamten oder wenigstens ein großer Teil derselben häufig dienstlich mit der Landbevöl Steken -88 fg. -88 30-96 e in Gießex 2kg 62 Pf. ot 2kg 54Pf. artte fofteten terung in Verkehr, tommen auch, das ist die Wahrheit, im 3fb. 80-96 allgemeinen auf das beste mit ihr aus. Da auf einmal .fb. 16 96 60-84 7.00-800 8.00 strömen dieselben Beamten in verhältnismäßig großer Zahl 86-88 auf die Dörfer und zeigen sich als Gegner der Grundan= schauungen der Landbewohner, zeigen sich auch nicht alz sachliche und fluge Politiker. Kann man's da dem Bauer Wenn 0.20-030 berdenken, wenn er grob wird? er seine Arbeit, 0,50 seinen Verdienst, seine Nahrung mit derjenigen der Beamten vergleicht, wenn er sich seine Betrachtung darüber macht, daß der Ackerbau immer mehr gemieden wird, daß geradezu Landflucht und Jagd nach Beamtenposten herrscht,( bei Männlein und Weiblein), daß man dem Kampf ums Brot 00.00-00.00 00.00-00.00 0.50-0.00 20 nadmittags n ber Markt und Leben aus dem Wege geht und versorgt sein will, Maritzeit im und dann nachher wieder aufs Land kommt, um die BauPhilosophenwalde nur den Mittelweg entlang und von da zurück nach der Stadt nur durch die Eichgärten, von 6 Uhr nachmittags ab aber in umgekehrter Richtung zu be= werkstelligen ist. Das Publikum wird gebeten, sich nicht in den Zug hineinzudrängen, auch nicht die Spielplätze im Philosophenwalde zu betreten oder in die Spiele einzugreifen und insbesondere beim Passieren des Zuges durch die Festplateingänge diese freizulassen. alla cult Gießen, den 15. Juli 1910. Großherzogl. Polizeia mt. Gebhardt. Arbeitsvergebung. Zur Entwässerung des Gebietes rechts der Lahn sollen die Arbeiten für die Verlegung eines doppelten Düders, sowie für die Herstellung des anschließenden T o n= rohrkanales, Samstag, den 30. Juli dieses Jahres, nachmittags 3 Uhr, vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns offen und werden gegen Erstattung der Kosten abgegeben. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzu reichen. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, den 16. Juli 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Warnung. Schon wiederholt ist vor dem unlauteren Geschäftsge= bahren zahlreicher inländischer und besonders ausländischer Unternehmen von sog. Serienlos- Spielgesellschaften gewarnt worden. Das Wesen dieser Unternehmen besteht darin, daß der Unternehmer einen Anteil an Serienlosen oder die Aussicht auf den Gewinn aus einer größeren oder fleineren Anzahl solcher Lose verkauft und daß die Zählung des Kaufpreises in der Regel in Raten erfolgen tann. Der Betrieb dieser Geschäfte ist strafbar. Denn handelt es sich um den Verkauf von Gewinnaussichten, so ist dies als öffentliche Veranstaltung einer Lotterie ohne obrigkeitliche Erlaubnis anzusehen(§ 286 des R.-S.-G.-Bl.), und werden Losanteile gegen Teilzahlungen verkauft, so liegt ein Vergehen gegen§ 7 des Reichsgesetzes, betreffend die Abzahlungsgeschäfte, vom 16. Mai 1894( R.- Ges. Bl. S. 450) vor. Der gewerbsmäßige Verkauf von Los- Anteilen wird aber auch in der Regel gegen das Großherzoglich ern auszuflären, kann man dem Bauer seinen Unmut gegen de agitatorischen Beamten verübeln? Und weiter. Würden dieselben Beamten statt für die Liberalen für die Landbevölkerung agitieren und agitiert haben, besteht etwa dann bei Vernünftigen ein Zweifel darüber, daß sie deshalb nicht in derselben, nur vielleicht in einer etwas feineren Weise von den Liberalen angegriffen worden wären? Wie schmählich und schandbar ist die Beamtenschaft nicht schon all von den Sozialdemokraten wegen ihrer agitatorischen Tätigkeit bei Wahlen vertristelt worden? Was beweist dies alles? Kurz gesagt, daß der Beamte im allgemeinen von der politischen Agitation sich fernhalten soll. Es ist ihm und dem Gegner dienlicher, mag er agitieren für diese oder jene Partei. Ein Lehrer, der z. B. antisemitisch oder ein solcher, der demokratisch agitiert, muß das Vertrauen vieler Kreise verlieren, wie dies naheliegende Beispiele beweisen. Einzelnen geistig hervorragenden Beamten, die das" Zeug" zum sachlichen und ernsten Politiker haben, wird die Beteiligung an den Wahlen fein Mensch, ob Freund oder Feind, verübeln, aber die Beamtenschaft als solche tut gut, sich auf diesem Gebiet zurückhaltung aufzuerlegen und es steht zu hoffen, daß diese Frage bei der demnächstigen Kammerverhandlung über den Fall des Oberlehrers Dr. Strecker einmal offen und ehrlich, aber auch fur ch t- Ios besprochen wird. Ein Beamter. Die hessische Wahlkreiseinteilung im neuen heſſiſchen Wahlgesek. Die neue Einteilung der ländlichen Wahlkreise in Hessen bildet bekanntlich den dritten der zur Wahlrechtsvorlage gehörigen Gesezentwürfe und zugleich die letzte schwierige Ausgabe, welche die zweite Kammer behuss Einführung des direkten Landtagswahlrechts zu bewältigen hatte. In welcher Weise diese Lösung erfolgt ist, hat der Leser aus den jüngsten Kammerverhandlungen ersehen. Im Anschluß daran wird es nun von einigem Interesse sein, über das Wesen und die einzelnen Bestimmungen der ganzen Wahlkreiseinteilung noch etwas Näheres zu erfahren. 21. Jahrg. Hessische Gesetz, betr. den Handel mit Anteilen und Ab= schnitten von Losen zu Lotterien und Ausspielungen, vom 11. April 1896( Reg.-Bl. S. 47) verstoßen. 14. Es kommt ferner das Großh. Hess. Gesetz vom Februar 1906( Reg.-Bl. S. 45) in Betracht, wonach das Spielen in außerhessischen Lotterien, die nicht mit staatl. Genehmigung im Großherzogtum Hessen zugelassen sind, bei Geldstrafe bis zu 600 Mart im Großherzogtum Hessen verboten ist. Wenn hiernach einerseits derjenige, der einer derarti gen Serienlosgesellschaft beitritt, nicht nur hierdurch sich an dem strafbaren Tun des Unternehmers beteiligt, sondern in den meisten Fällen( sofern es sich nämlich nicht ausschließlich um im Großherzogtum Hessen zugelassene Lotterielose handelt) selbst eine mit empfindlicher Strafe bedrohte Handlung begeht, so ist andererseits hiermit sür ihn in den meisten Fällen auch eine erhebliche Vermögensschädigung verbunden, wie sich aus Nachstehendem ergibt. Die Serienlosgesellschaften beruhen fast alle ohne Ausnahme auf schwindelhafter Grundlage. Die Beitrittserklärungen lassen die Natur des Geschäfts und die den Teilnehmern zustehenden Rechte nicht klar erkennen. Das Publikum wird durch die Anpreisung, daß jedes Los gewinnt und Nieten nicht eristieren, sowie durch die fettgedruckten Gesamtbeträge der Gewinne angelockt. Dabei ist meist nicht befannt und kann auch aus den Anfündigungen gar nicht ersehen werden, daß die Zahl der Teilnehmer an den fraglichen Gesellschaften unbeschränkt ist, die Summen der einzelnen Beträge den von dem Unternehmer gezahlten Kaulpreis der Lose um ein vielfaches übersteigen und daß deshalb der aus den Teilnehmer entfallende Gewinnbetrag fast ausnahmslos nur einen verschwindenden Teil der Gesamtsumme der gezahlten Beiträge ausmachen wird. Dazu be= steht nicht einmal die Gewähr, daß der Unternehmer sich im Besitze der Lose befindet, an denen die Teilnehmer einen Anteil erwerben sollen. Zweifel der letterwähnten Art sind namentlich hinsichtlich der ausländischen Unternehmer gerechtfertigt, welche das Geschäft in Deutschland betreiben oder durch Agenten betreiben lassen. die Wir sehen uns veranlaßt, auf diese Gesichtspunkte wiederholt hinzuweisen, da trotz häufiger Warnungen in der Presse, trot zahlreicher Bestrafungen von Unternehmern derartiger Spielgesellschaften, trotz der traurigen Erfahrungen tieler Spieler sich immer noch Leute finden, die auf verlockenden Anerbieten dieser flugen Geschäftsunternehmer hereinfallen, namentlich wenn diese unter einer hochtrabenden Firma wie" Internationale Vereinsbant", Nationale Renten und Kreditbank"," Deutsch- Desterreichisches Bant- effekten und Kommerzhaus" oder dergleichen auftreten. Gießen, den 11. Juli 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Gebhardt. In dem Geseßentwurf, betreffend die Landstände, der neben dem Entwurf über die Verfassungsänderung in den beiden Artikeln 67 und 75 im vorigen Herbst von der Zweiten Kammer verabschiedet worden ist, war die Bestimmung getroffen, daß die Zahl der Mandate von 50 auf 58 er= höht und darnach sowohl die fünf größeren Städte, wie die Landkreise der drei Provinzen um je einen Abgeordneten vermehrt werden. Es haben also in Zukunft Darmstadt und Mainz je drei, Offenbach, Worms und Gießen je zwei Abgeordnete zu wählen, während die drei privilegierten kleinen Städte Alsfeld, Bingen und Friedberg ihren bisherigen besonderen Vertreter beibehalten. Man mag über die Berechtigung der Privilegien dieser Städte denken, wie man will= an der Tatsache, daß durch ihre Beibehaltung, gegen die sich in der Kammer auch von der linken Seite kein wesentlicher Widerspruch erhoben hat, das Prinzip des allgemeinen gleichen Wahlrechts eine nicht unerhebliche Einschränkung erfährt, wird man nicht vorbeikommen. E2 bleibt im neuen Wahlgesetz die Tatsache bestehen, daß den 4613 Einwohnern von Alsfeld, den 8835 Einwohnern von Friedberg und den 9953 Einwohnern von Bingen dieselben Rechte zugestanden werden, wie den durchschnittlich mehr als 26 000 Einwohnern der größeren Städte und den rund 20 000 Einwohnern der ländlichen Wahlkreise. Ueber die Wahlkreiseinteilung in den genannten acht Städten wird im Artikel 19 des Gesetzes über die Land= stände bestimmt, daß diejenigen Städte, welche mehr als einen Abgeordneten zu wählen haben, für die Wahl in so viel Kreise eingeteilt werden, als Abgeordnete zu wählen sind; in jedem Wahlkreis wird ein Abgeordneter gewählt. Die Wahlkreise müssen je ein zusammenhängendes Ganzes bilden und eine annähernd gleich große Zahl von Einwohnern enthalten. Die Abgrenzung dieser Wahlkreise erfolgt im Wege der Verordnung, nachdem die städtische Vertretung hierüber gehört ist. Es mag bei dieser Gelegenheit daran erinnert werden, daß die Mehrheit des Gesetzgebungsausschusses bei der Beratung des Gesetzentwurfs im Plenum beantragt hatte, diese Bestimmungen des Artikel 19 zu streichen und dafür folgenden Passus zu setzen: „ Die Wahlen der Abgeordneten der Städte Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms und Gießen erfolgen nach den Grund säten der Listen- und Verhältniswahl." Diese somit beantragte Einführung der Proportionalwahl in den Städten wurde jedoch bei der Abstimmung im Plenum in erster und zweiter Lesung verworfen und der erwähnte Wortlaut der Regierungsvorlage angenommen. Die Neueinteilung der ländlichen Wahlkreise in den 3 Provinzen hätte die zweite Kammer gern so lange verschoben, bis auch die Erste Kammer ihre Entscheidung über die beiden anderen Gesezentwürfe getroffen hätte. Aber da das andere Haus hierzu wenig Neigung verspürte und ver= fassungsmäßig verlangen kann, daß ihr nur vollständig vom anderen Hause erledigte Vorlagen zur Beratung und Beschlußfassung überwiesen werden, so blieb nichts weiter übrig, als die Erledigung auch des dritten dieser Gesetzentwürfe. Der von der Regierung vorgelegten Wahlkreiseinteilung, die von den Parteien verworfen wurde, waren die Ergebnisse der Volkszählung von 1905 zu Grunde gelegt worden, wonach die 18 ländlichen Kreise der Provinz Startenburg 394 066 Einwohner, die 14 Kreise der Provinz Oberhessen 253 900 Einwohner und die 11 Kreise der Provinz Rheinhessen 208 929 Einwohner zählen; es tommen also in Starkenburg nahezu 22 000, in Oberhessen 18 000 und in Rheinhessen zirka 19 000 Einwohner einen Abgeordneten, oder durchschnittlich genau 19 927, während sich selbst unter Hinzurechnung der drei privilegierten Städte nach der Volkszählung von 1905, seit der die Einwohnerzahl schon wieder bedeutend gestiegen ist, die Zahl der städtischen Wähler auf 332 788 stellt, sodaß bei 15 städtischen Abgeordneten auf jeden derselben 22 185 Einwohner entfallen. Diese Zahlen zeigen wohl zur Genüge, wie berechtigt das Verlangen der größeren Städte nach einer Vermehrung ihrer Vertreter in der Zweiten Kammer gewesen ist. zirka auf ange= Etne schwierige Aufgabe bei den Beratungen bildete die Frage der Einführung des neuen Wahlrechtsgesetzes. Da den Anträgen auf eine vollständige Neuwahl der Kammer nicht stattgegeben wurde, so wurde bestimmt: Die bei dem Inkrafttreten dieses Gesetzes der Zweiten Kammer hörenden Abgeordneten scheiden zu dem Zeitpunkt aus, an dem ihr Ausscheiden nach den seitherigen gesetzlichen Be= stimmungen zu erfolgen hat. Die neu hinzutreten den Abgeordneten der Städte Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen werden bei der im Herbst 1911 stattfindenden ordentlichen Erneuerung der Kammer auf die Dauer von drei Jahren gewählt. Vom Jahre 1914 ab erfolgt dann die Wahl sämtlicher städtischen Vertreter auf die Dauer von sechs Jahren. In den ländlichen Kreisen erfolgt im Jahre 1911 und 1914 die Neuwahl für die ausscheidenden Abgeordneten jedesmal auf sechs Jahre. Lokales. Mainz, Gießen, 19. Juli 1910. * Universität. Die Philologisch- Historische Verbindung beging ihr 35. Stiftungsfest. Dem aus diesem An2) Gerichtet. Familienvoman von Franz Wichmann. .Recht hast du eigentlich, Mädel," fiel der Förster ein, ,, aber der Mutter zuliebe solltest du's doch tun!" Wenn du es wünschest, Vater, aber zuvor will ich doch noch das Unkraut im Garten „ Laß das jetzt!" entschied der Förster. Heut ist's nun. einmal nichts mit der Arbeit! Kleide dich also an!" Das blaue Kleid mit den Spitzen!" setzte die Hörsterin hinzu. „ Ja, Mutter," fügte das Mädchen sich jetzt willig. Sie nahm die Kleider zusammen und entfernte sich aus dem Zimmer. Der Förster ließ sich schwer auf das Sofa fallen, nahm die kurze Jagdpfeife vom Tisch und zündete sie an. „ Du solltest dem Mädel seinen Willen lassen!" brummte er. Sie ist einmal so!" Die Försterin war vor den Spiegel getreten und ordnete das blonde, auf der Stirn leicht gekräuselte Haar. Du bist zu gut mit ihr," meinte sie dabei, wirst es noch sehen, was ihr Eigensinn für Folgen hat. Der Otto war niemals so!" Lorenz Reiner stieß dichte Dampfwolten aus seiner Pfeife. Wohl wahr! Der Otto-" " Stets hat er alles ohne Widerrede getan ,, Was du wolltest!" fiel der Förster mürvisch ein. War nicht mein Wille auch dein Wille?" Der Förster stützte den Kopf in die Hand. Das eine ausgenommen, die Schulfuchserei, das Studieren! Das ist ein Metier, das die jungen Leute verdirbt, kein Beruf für ehrliche Menschen!" Aber, Lorenz, wie kannst du nur so sprechen? Jetzt, wo du selbst in die Hauptstadt versetzt bist, jetzt ist es ein Glück für uns! Der Junge wird uns nüßen! Du weißt, in welchen Kreisen er Zutritt hat!" ou Ürgerlich sprang der Förster auf. Blut und Hagel, fomm' mir nicht immer mit der verdammten Stadt, ich will nichts wissen davon! Dem Förster seinen Wald nehmen und ihn an den Schreibtisch setzen, in ein Bureau sperren! Habe ich das verdient, daß sie mir zuletzt das Leben verkümmern und verbittern wollen? Eine Welt für Narren ist's!" O Wirst bald einsehen, daß es zu unserm Besten war!" erwiderte die Försterin zuversichtlich. odd an „ Zu unserm? Von wem redest du? Von dir?" Er lachte grimmig auf. Freilich, daß du deine schönen Kleider bes wundern lassen und dich spreizen kannst wie ein Pfau!" „ Ich spreche doch von unseren Kindern, Lorenz!" „ Larifari! Glaubst du, ich lasse mir das Mädel in der Stadt verderben?" or „ Klara wird ihr Glück machen. Sie ist alt genug dazu; ihr Herz wird erwachen, ehe wir's denken; sie wird lieben lernen und heiraten"" laß veranstalteten Kommers wohnten auch mehrere Professoren der philosophischen Fakultät bei. * Universität. Für die Zeit vom 1. Oktober 1910 bis 1. Oftober 1911 wurde Prof. Dr. Biermann zum Rettor der Universität gewählt. * Universitätsbibliothek. In bem letzten Sommer und Wintersemester entliehen 2214 Personen aus der Büchersammlung der Universität Werte. In dem genannten Zeitabschnitt erhielt die Bibliothet einen Zuwachs von 24 188 Bänden, sie umfaßt gegenwärtig 239 038 Bü cher und 120 163 Differtationen. * Gescheiterter Handwerker- Zusam menschluß. Vor einiger Zeit veröffentlichte die„ Gießener Zeitung" eine Bekanntmachung des Polizeiamts GieBen, welche die hiesigen Maler und Weißbinder zu einer Abstimmung über den seinerzeit von der freien Maler- und Weißbinder Innung zu Gießen bei der zuständigen Behörde gestellten Antrag aufforderte, die hiesige freie Maler- und Weißbinder Innung in eine Zwangsinnung zu verwandeln. Jetzt haben sich 26 Meister gegen diesen Plan erklärt, welcher somit als gescheitert zu betrachten ist. h Sinten der Brotpreise. Die Gießener Bäckermeister haben den Preis für das 50- Pfennig- Brot um 2 Pfennig herabgesetzt. Hoffentlich schnellen die Preise nicht alsobald wieder herauf. Im übrigen verdient der Beschluß der Bäckerinnung alle Anerkennung. * Seltenes Geschent. Ein Gießener Meßgermeister wurde von einer hier jüngst verstorbenen Dame, welche ihren täglichen Fleischbedarf von dem betreffenden Meister bezog, mit einer Summe von 1000 Mart bedacht. * Vom Ta ge. In der Bismarckstraße wurde ein 12jähriger Knabe von dem Hufe eines Pferdes getroffen. Er mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. * Unfug. In der Nacht zum Dienstag wurde gegen den Sockel des Liebig- Dentmals eine Anlagenbank geworfen. Hierbei sprang ein nicht unerhebliches Marmor= stück aus dem Unterbau heraus. Hoffentlich gelingt es den Bemühungen der Polizei, den oder die Täter zu entdecken. Aus Hessen und Nachbargebiet. er * Langgön 3. Durch einen Handwerksburschen im Alter von 41 Jahren wurden an der Kreisstraße von Langgöns nach Kirchgöns mehrere Obstbäume abgeschnitten. Dem Nachtwächter Hardt wurde die Sache mitgeteilt und fonnte nach Mitternacht mittelst eines Polizeihundes bei Buzzbach den Täter festnehmen, welcher sofort ein Geständnis ablegte. * Grünberg. Zur Anlegung des Grundbuchs und des Berggrundbuchs für die Gemartung Grünberg beginnt die Anmeldefrist bei dem Amtsgericht Grünberg am 15. August 1910; die Frist endigt am 14. November 1910. * Nidda. Bekanntlich ist die Bildung eines Hifstonsortiums in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung angeregt worden, das die Folgen des Konturses des Vorschuß- und Kreditvereins Ober- Mockstadt durch eine auf geschäftlicher Grundlage beruhende Hilfsattion mildern soll. Bedingung ist, daß die Gläubiger auf die noch ausstehenden Forderungen einen Nachlaß eintreten lassen, der mit 25 Prozent als angemessen angesehen wird. Zu diesem Vorschlag nahm hier eine Versammlung von Gläubigern Stellung, die von etwa 40 Personen besucht war. Es fand eine ausgedehnte Aussprache statt, aus der hervorging, daß die Gläubiger einen Nachlaß von 10 Prozent, höchstens 15 Prozent, zu bewilligen bereit sein würden. Da nun ein Lorenz Reiner fetzte sich wieder. Kann sie das hier nicht auch?" ,, Wüßtest du eine Partie für sie?" gab die Försterin triumphierend zurück. Ach was, Partie!" wiederholte der Förster verächtlich. ,, Solche Kuppeleien mag die Gesellschaft in der Stadt treiben, weil sie sonst nichts zu tun hat. Ich will davon nichts wissen, das Mädel soll nur aus Liebe heiraten, das andere findet sich von selbst!" ,, Wenn sie aber hier auf dem Lande, bei den Bauern, niemand findet, den sie lieben fann?" ,, Sie mag warten, bis der Rechte kommt! Und wenn nicht, soll sie daheim bleiben und arbeiten, das ist das allerbeste!" Über die Erregung, in der der Förster sich befand, war ihm die Pfeife ausgegangen. Er stand wieder auf und ging durchs Zimmer, um sie von neuem anzuzünden. Schweigend machte die Försterin sich mit den Blumen auf den Fensterbrettern zu schaffen. Er blieb vor ihr stehen, bewegte die Lippen, sagte aber nichts. Dann nahm er eine Photographie von der Wand und betrachtete sie. „ Ein stattlicher Bursche, der Otto! Sapperment," sprach er halblaut vor sich hin, schade um ihn!" Immer dichter quollen die Rauchwolfen aus seiner Pfeife. Könnte ein schmucker Förster sein und wird nichts als ein grämlicher Federfuchser! Des Försters Reiner einziger Sohn eine Schreiberfeele!" sprach er bitter vor sich hin. Frau Adelheid lächelte überlegen. Jurist zu sein ist heutzutage der feinste Beruf und du wirst sehen, er bringt es noch zum Minister!" sagte sie selbstgefällig. Der Förster fehrte ihr den Rücken. „ Wir erleben's nimmer! Und Zeit wär's, daß etwas aus ihm würde!" Er machte eine Pause, um die Photographie wieder an ihren Platz zu hängen.„ Der Herr Bezirksamt mann hat mir damals, als es sich um den Beruf unseres Jungen handelte, gesagt, ein Jurist brauche nur vier Jahre zu studieren." „ Aber Otto studiert ja auch noch nicht viel länger!" wandte die Försterin ein. „ Fünf Jahre," betonte der Förster, ia, und dabei ist noch immer kein Ende abzusehen! Und er hat seiner Dienstpflicht noch nicht einmal genügt!" Frau Adelheid suchte den Vorwurf rasch zu entkräftigen: Aber er tut doch gewiß nur wohl daran, recht lange zu studieren. Um so mehr muß er ja lernen und den anderen zuvorkommen!" Sie öffnete während ihrer Worte den altmodischen Wand: schrank, nahm ein feines Kaffeegeschirr heraus und begann den Sofatisch zu decken. In die Mitte stellte sie eine Vase mit frischen Blumen. Lorenz Reiner fab auf die Uhr, trat dann ans Fenster, öffnete beide Flügel und blickte hinaus. Halb vier Uhr schon!" grollte er. Nicht einmal pünktlich fein lernen sie auf der Universität!" Er wird gewiß etwas Wichtiges zu denken haben!" solcher Vorschlag nicht annehmbar ist, verlief die Sache bis her ohne Erfolg. Hoffentlich findet eine Einigung statt, so daß das Hilfswerk zustande kommen kann. * Hungen. Der Bergmann Karl Baumbach in Trais- Horloff stürzte nach Schluß der Schicht bei der Ausfahrt aus Schacht 3 der Grube Friedrich rückwärts in die Tiefe, schlug verschiedene Male an und wurde tot heraufgeschafft. * Biedenkopf. Im Reichstagswahlkreis SiegenWittgenstein- Biedentopf bestehen 24 Ortsgruppen der Fortschrittlichen Voltspartei, von denen einige über 100 Mitglieder zählen. Im Kreise Wittgenstein fanden in letzter Zeit sechs öffentliche Versammlungen statt, in denen Partei sekretär Ruschte sprach. * Homberg a. d. O. Das Bezirkskriegerfest des Bezirks Homberg wurde hier, verbunden mit der Fahnenweihe des hiesigen Kriegervereins, abgehalten. Es waren 20 fremde Vereine erschienen. Fräulein 2. Pfeil übergab die Fahne, Pfarrer Prätorius hielt die Weiherede. Namens der Stadt sprach Bürgermeister Repp, namens des Vereins Vorsitzender Geibel, für den Bezirk Homberg Landtagsabgeordneter Lutz- Elpenrod. * Buzbach. Unser Stadtvorstand hat beschlossen, an den Ausschuß der Landwirtschaftskammer für Oberhef= sen das Ersuchen zu richten, einen besonderen 3entrat zuchtvieh markt für Oberhessen in Butzbach einzurichten. Die Stadt ist zur weitgehendsten Unterstützung beaber mit gering prechender Wei wird sich dieser ins Einvernehm * Nom minifter bat bie von Gelters na Goth Heinze trift m Geld- Lotterie Biehung am 26 ten große Gew mie, alfo evtl. nen, ift verlode * Berli Fahrt vor Dro figt der Monar zu nehmen un große Herbftpa * Berl das Luisenden 100jährigen T Wanderung vo Charlottenburg Wilhelm und Naijers, der mi einer Widmung zulegen. * Berl benten des Re teilichen Abg. präsidentschaftsa Braunfaweiger fchaftlichen Ver reit. * Friedberg. Auf der Chaussee von Ober- Wöllstadt nach Friedberg verunglückte der Sohn des Mechanikers und Maschinenbauers Karl Reuß, indem er vom Fahrrad abstürzte. * Frankfurt a. M. Die Zentrale für Obstverwertung gibt folgende Obstmarktpreise bekannt: Erdbeeren 30-70 Mt., Stachelbeeren 12-18; Johannisbeeren 15-20; schwarze Johannisbeeren 25; Himbeeren 35-50; Heidel beeren 16-18; Brombeeren 35; Kirschen 25-40; Sauertirschen 40-45; Pflaumen 28-35; Aprifosen 45-50; Pfirfiche 35-50; Mirabellen 35; Reineklauden 30; 3wetschen 30; Aepfel 18-35; Birnen 18-40; Trauben 150; grüne Nüsse 15, alte Nüsse 20; Haselnüsse 40; Orangen 20 Mr. der Zentner. * Darmstadt. Um einer Ueberfüllung der mittleren technischen Beamtenberufe vorzubeugen, ist beabsich tigt, die Prüfungen für Kulturtechniker, mittlere Bau- Beamte( Hochbauaufseher und Straßenmeister) und Geometer 2. Klasse für einige Jahre ganz aufzuheben. Nur den zur Zeit in Vorbereitung Begriffenen soll noch Gelegenheit gegeben werden, die Prü- ungen abzulegen. Da die Laufbahn als Gerichtsschreiber und Finanzgehilfe ebenfalls geschlossen ist, sind dann fast alle mittleren Beamtenstellen gesperrt. von * Mainz. Die Stadtverwaltung bewilligte für die Ueberschwemmten in dem Ahrtalgebiet eine Summe 3000 M Bei dieser Gelegenheit regte Stadtverordneter Schäfer bei dem Mangel einer organisierten Staatshilfe in Preußen bei der Bürgermeisterei die Frage an, ob nicht das Großherzogtum Hessen vorbildlich vorangehen soll. Hessen besiße, was ja auch in Altpreußen nicht der Fall sei, eine staatliche Feuerversicherungsanstalt, die ganz vorzüglich funktioniere. Die Bürgermeisterei möge daher die Frage bei der Regierung anregen, ob nicht im Anschluß an diese Feuerversicherungsanstalt auch noch eine Versicherung gegen Ueberschwemmung, Erdbeben und sonstige elementare Er eignisse angegliedert werden könne. Die dadurch Geschädigten tönnten dann, ohne Inanspruchnahme der Privathilfe, Wenn du ihn nur immer in Schuß nehmen kannst! Aber ich höre ein Geräusch wie Räderrollen. Ist das nicht der Wagen?" Die Försterin geriet in fieberhafte Bewegung. „ Er wird es sein, gewiß, er kommt, er kommt!" rief sie. ,, Klara, Klara!" Aus dem Nebenzimmer antwortete die Stimme des Mädchens: ( Gerichtet 4 Nr. 8.) „ Mutter?" „ Den Kaffee, den Topffuchen!" befahl die Försterin. „ Gleich, Mutter!" Lorenz Reiner war am Fenster stehen geblieben. Er beugte sich weit vor. ,, Da kommt es wie die wilde Jagd aus dem Walde," sagte er ,,, Staubwirbel und Peitschenknallen!" Die Försterin trat zu ihm. ,, Wahrhaftig, er fährt, er fährt!" Jubelnd flatschte sie in die Hände.„ Ganz wie ein großer Herr in einer Equipage!" Aber die Stirn Reiners legte sich in Falten. Was ist das? Da sitt ja noch einer im Wagen!" Neugierig lugte " die Försterin über seine Achsel Am Ende gar ein Besuch aus der Stadt! Das wäre! Ach, wenn er einen Freund mitbrächte, einen feinen, gelehrten jungen Herrn, vielleicht gar einen Doktor" ,, Danke dafür!" grollte mürrisch der Förster. Ich will meinen Sohn, sonst niemand!" Frau Adelheid achtete nicht auf seine Bemerkung; zitternd vor Aufregung eilte sie an die Tür. ,, Da ist er schon, der Otto, der Otto!" rief fie. Gleichzeitig trat auch Klara, deren schlanke Gestalt, wie die Mutter das gewünscht hatte, jetzt in der Tat das blaue Kleid umschloß, wieder ins Zimmer, fast im selben Moment, als die Tür nach dem Flur aufflog und zwei stattliche junge Männer auf der Schwelle erschienen, deren Borderstem der Förster beide Arme entgegenbreiten wollte. Aber jäh ließ er sie wieder sinken und trat, statt den Sohn zu begrüßen, vor demselben zurück mit verfinstertem Antlitz. ,, Rauchst du aber eine schwere Sorte, Junge! Die zieht einem ja ordentlich das Wasser in die Augen!" Mit diesen Worten fuhr der Förster sich unwillkürlich mit dem Armel über das Gesicht. 3630 Otto Reiner flopfte sich die abgefallene Bigarrenasche von feinem eleganten, städtischen Reiseanzug. ,, Guten Tag, Papa, Mama!" sagte er. Die Försterin vermochte ihre Rührung faum zu verbergen. „ Otto, Herzensjunge," stammelte fie, bist du groß geworden! Laß dich küssen!" Und in warmer Freude schlang fie beide Arme um den Sohn. d Der Blick des jungen Mannes fiel jetzt erst auf das sich etwas zurückhaltende junge Mädchen. „ Ei, sieh da, Klara! Bon jour, schönes Schwesterlein!* richtete er an dasselbe das Wort. Bögernd trat das Mädchen näher und reichte ihm die Hand. „ Grüß dich Gott. Bruder!" saate sie einfach. ( Fortsetzung folgt.) * Berl bendel zu Don 5. in dem Mo Summe von 5 ung erfolgte Trestow 1. S lizei bekannt n den Befihunger habe schürfen * Sage mer Metallindu der aufgenomm chen gedauert. * Ber Bizedirettor d Boftrat Rott in Konstantino )( Der am Sonntag ter ausgefahr wonnen. 3w Preisträger, falls Brennab nabor- Tandem und Kendelba Tom mund in eine preis" bor b mer im Sau fter durchs 3 Marte Brenn In Anw tigte sich die Wiederaufnah der Gießener Der Gemein ein wohlhabe ämter, war i zu 3 Monate Mart ehemali in Weylar a jeren Binsju Kaf Tä Hoch Vorsa Jakob Ecke Lebens Berfidherungs 826.4 Unverfall Dividende Die German Brofpett Hauptager Sache bis g ftatt, f nbach in der Aus ts in di tot berauf 3 Siegen der Fort 100 Mit in letter n Partei erjeft de r Fahnen Es waren übergab . Namens Vereins mdtagsab befchloffen, Oberhef entral dh einzu tübung be Ober- Wöll lechaniters Fahrrad Obfiber Erdbeeren en 15-20; D; Heidel D; Sauer 50; Pfir Zwetschen 50; grüne 20 der mitt beabsich Bau- Be Geometer rden zur enheit ge Laufbahn geschlossen gesperrt. te für die ime bon erordneter atshilfe in ob nicht soll. Hef Fall sei, vorzüglich Die Frage an diese ung gegen stare Er Geschädig Srivathilfe, fannst! bas nicht rief fie. nme des 4 Nr. 8.) rin. Er beugte Ide," fagte chte fie in Equipage!" n!" Das wäre! gelehrten „ Ich will 3; zitternd estalt, wie das blaue Moment iche junge eritem der ib ließ er rüßen, vor Die giebt ürlich mit afche von verbergen. geworden! e um den of das fid Defterlein! die Hand aber mit geringer Heranziehung der Nichtbetroffenen, in entsprechender Weise entschädigt werden. Die Bürgermeisterei wird sich dieserhalb mit der Großherzoglichen Regierung ins Einvernehmen setzen. * Vom Westerwald. Der preußische Eisenbahnminister hat die Vorarbeiten für den Bau einer Eisenbahn von Selters nach Neuwied angeordnet. Aus aller Welt. r Gotha. Das bekannte hiesige General- Debit Carl Heinze trilt mit, daß die Lose a 1 Mt. der 54. Gothaer Geld- Lotterie des Rennvereins für Mitteldeutschland Ziehung am 26. und 27. d. Mts. beiräumen. Die selten große Gewinn- Aussicht, 10 000 Mr., 15 000 Mt. Prämie, also evtl. 25 000 Mt. im günstigsten Fall zu gewin nen, ist verlockend, sich am Spiel zu beteiligen. * Berlin. Der Kaiser traf nach sehr angenehmer Fahrt vor Drontheim ein. Anfang September beabsichfigt der Monarch einen mehrtägigen Aufenthalt in Kadinen zu nehmen und zwar unmittelbar im Anschluß an große Herbstparade in Berlin. die * Berlin. Das Mausoleum in Charlottenburg u. des das Luisendentmal im Tiergarten waren aus Anlaß 100jährigen Todestages der Königin Luise das Ziel der Wanderung von vielen Tausenden. Beim Mausoleum in Charlottenburg fuhren vorgestern nachmittag Prinz Auguſt Wilhelm und Gemahlin vor, um einen Lorbeerkranz des Kaisers, der mit weißen Rosen und Kornblumen sowie mit einer Widmungsschleife geschmückt war, am Sarge niederzulegen. * Berlin. Als mutmaßlichen zweiten Vizepräsidenten des Reichstages bezeichnet man jetzt den reichsparteilichen Abg. von Dirksen. Außerdem wird als Vizepräsidentschaftsanwärter Abg. v. Damm genannt, ein den Braunschweiger Welsen nahestehendes Mitglied der Wirt= schaftlichen Vereinigung. * Berlin. Vor dem Palais des Fürsten Guido Hendel zu Donnersmard wurde der„ Schriftsteller" Eduard H. in dem Moment verhaftet, als er von dem Fürsten die Summe von 500 000 Maet erpressen wollte. Die Verhaftung erfolgte durch den Berliner Kriminalkommissar von Trestow 1. H., der bereits durch frühere Affären der Po lizei bekannt war, beschuldigte den Fürsten, daß er den Besitzungen seiner Nachbarn in Schlesien nach Erzen habe schürfen lassen. unter * Hagen i. W. Der Kampf in der Hagen- Schwelmer Metallindustrie ist be endet. Die Arbeit wurde wieder aufgenommen. Die Bewegung hat länger als acht Wochen gedauert. zum * Bern. Der Schweizer Bundesrat wählte Vizedirektor des Weltpostvereins den Kaiserlich deutschen Postrat Rottner, den Leiter des deutschen Postwesens in Konstantinopel. )( Der Preis vom Großen Garten wurde am Sonntag in Dresden in 2 Läufen von je 50 Kilome ge= ter ausgefahren und von F. Theile auf Brennabor wonnen. Zweiter wurde B. Demte, der, wie die ersten 3 Preisträger, Techmer, Tadewald und Kendelbacher, gleichfalls Brennabor fährt. Im Tandemfahren gingen die Brennabor- Tandempaare Wegener- Conrad, Techmer- Tadewald und Kendelbacher- Fuchs zuerst über das Zielband. )( Tommy Hall gewann am 17. d. Mts. in Dortmund in einem 75 Kilometer- Rennen den Großen Sommerpreis" vor van Gent und Pongs. In Zürich ging E. Rohmer im Hauptfahren sowohl wie im Prämienfahren als Erfter durchs Ziel. Hall und Rohmer benußen die bewährte Marte Brennabor. Aus dem Gerichtssaal. In Anwesenheit eines großen Zeugenaufgebots beschäftigte sich die Ferienkammer des Landgerichtes Marburg im Wiederaufnahme- Verfahren mit einer Angelegenheit, die in der Gießener und Weßlarer Gegend lebhaft erörtert wurde. Der Gemeinderechner K. von Rodheim a. d. Bieber, ein wohlhabender Mann und Inhaber zahlreicher Ehren= ämter, war im Jahre 1908 von der Straftammer Marburg zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er 4700 Mart ehemaliger Mündelgelder, die er für die Eigentümerin in Weylar abgehoben hatte, um sie angeblich zu einem bef= seren Zinssuß bei der Darmstädter Bant in Gießen anzuKaffee- Rösterei. Täglich frische Röstungen. Gebrannte Kaffee's per Pfund von 90 Pfg. an. Besonders emfehle ich meine Hochfeine Mischu gen zu 1,30 a. 1,40 per Pfund. Grosses Lager in Roh- Kaffee Vorsand nach auswärts von 9 Pfund an franko! Echt Malzkaffee Pfund- Packet 25 Pfennige. 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Die Frage, ob Untreue vorliege, müsse jedoch verneint werden, weil eine Schädigung nicht beabsichtigt und auch nicht vor gekommen sei. Deshalb wurde das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte zu 500 Mart Geldstrafe oder 50 Tagen Gefängnis verurteilt. einen Das Kriegsgericht der 25. Division verurteilte vor 24 Jahren nach Amerika ausgewanderten Rheinhessen, der damals zum Trainbataillon in Mainz ausgehoben war und sich vor der Einstellung entfernt hatte, wegen Fahnenflucht zu der zulässigen Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis nebst Versetzung in die 2. Klasse des Soldaten= standes. Der Angeklagte, so schreibt die" Darmst. Zeitung", ließ sich durch einen Freund bereden, mit nach Amerita zu gehen und dort ein Geschäft zu gründen. Er unternahm nun in diesem Sommer eine Europareise, wobei er auch das Grab seiner Mutter in Flohnheim besuchte. Das Militärstrafverfahren ist inzwischen nicht verjährt; er wurde vor einigen Tagen verhaftet und mußte aufgrund des§ 69 Str.-G. verurteilt werden. Der Angeklagte hatte vorsichtigerweise bei der Verwaltungsbehörde vorher angefragt, und es war ihm von dieser, die keine Kenntnis von dem Militärstrafverfahren hatte, ausdrücklich die Erlaubnis zum Aufenthalt in Hessen erteilt worden. Seitdem durch die Wertsteuer die Einfuhr verpackter Zigarren aus Holland so gut als unmöglich geworden ist, haben holländische Fabrikanten in deutschen Grenzbläßen Filialen errichtet, wo die unsortiert und unverpackt eingeführten Zigarren versandfertig gemacht werden. Dieser Tage hat, wie die„ Südd. Tabatzeitung" zu berichten weiß, ein hoher Zollbeamter an einer dieser Versandstätten eine Besichtigung vorgenommen und dem Vernehmen nach sich da hin geäußert, daß die Regierung durch einen Zusayartikel zu dem Tabatsteuer- Gesetz die Einfuhr unsortierter und unberpackter ausländischer Zigarren ver bieten wolle. Stadttheater Gießen. Dienstag, den 19. Juli 1910. Das füße Mädel. Operette in 3 Aften von A. Landesberg u. Leo Stein. Musit von Heinrich Reinhardt. Die Sommergastspiele neigen sich ihrem Ende zu und das Haus wird eher schlechter als besser besucht. Der den Hoffnungen der Direktion wenig entsprechende Besuch hat seinen Grund einmal in der" Theater- Müdigkeit" des Publifums, dann aber sicherlich in der Wahl der Operetten. der Mag die Annahme, für Gießen bedeuten die meisten Stücke Novitäten oder wenigstens nichts Allbekanntes, immerhin nicht ganz unberechtigt sein, so genießen bei dem verwöhnten Publikum längst die neuesten Operetten, allem die der Komponisten Fall und Lehar, einen solchen Ruf, daß ältere Werbe nur schwer ziehen". vor Sollte, wie ich höre, nächstens„ Die Förster christ I" auf dem Spielplan erscheinen, so wird ein sicherlich gut besetztes Haus die Aufführung lohnen, d. i. eine Aufführung, die nicht wie so viele ihrer Schwestern unter der Hand des Operateurs zuviel gelitten hat. Denn sonst würde ich empfehlen, statt" Operette" den Untertitel„ Posse mit Gesang" zu wählen. Zu bedauern ist, daß sich die Direktion den " Grafen von Luremburg" hat wegschnappen lassen. | Clown- Coups einzuschalten; wäre das Wert des Kompo nisten nicht, der sich einer gefälligen, abwechselungsreichen Bertonung befleißigte, man wunderte sich, warum für solche Sächelchen immer noch Geld vorhanden ist. Die heutige Aufführung des„ füßen Mädels" frankte an dem zuviel der Striche. Das Terzett im 2. Aft„ Ein bißchen Romantit, ein wenig Poesie!" und ebenda das Lied vom Zillertal" vermißt man ungern, wenn man nach dem Theaterzettel die Reinhardt'sche Operette erwarten darf. Müssen nun einmal die Stücke als lahmgeschossene Krüppel auf der Bildfläche erscheinen, dann bitte ich höflichst um die Anmerkung: für das Gießener Theater bearbeitet von Regisseur Hermann Norden. Man hat mir vor einigen Wochen eine Arbeit aus einer Berliner Zeitung, glaub ich, zugeschickt, in der sich Dr. H. Fuchs vom Rechtsstandpunkt zum Anwalt des Publikums aufwirft gegen übermäßige Striche und dafür eine teilweise. prozentuale Rückerstattung des Eintrittsgeldes beansprucht. Das Machwert der Librettisten mit den obligatorischen drei Verlobungen am Schluß war noch deutlicher als solches gefennzeichnet, da sich die Regie bemüht, das Sentimental- Rührselige besonders zu unterstreichen und ein paar Baldur- Pianoforte- Fabrik Gegr. 1872. von Ferdinand Schaat& Co. Tel. 2038. Frankfurt a. M. direkt in der Fabrik: Detailverkauf nur noch Leipzigerstrasse 53 ( frühere Frankfurterstr. 53) Baldur- Pianos mit Patent- Mechanik übertreff. all. anderen durch leichtere, wohlgefälligere Spielart und eine den besten Flügeln gleichkommende dynam. Ausdrucksfähigkeit, wodurch auch dem Pianino die feinsten Tonschattierungen im Vortrage abzugewinnen sind. Seit 6 Jahren glänzend bewährt. Begutachtet und empfohlen von allerersten Künstlern. Günstigste Kaufgelegenheit durch, Wegfall hoher Verkaufsspes. 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Dirigent und Regisseur werden Ihnen gestehen, daß all das ausgiebig beachtet wurde, werden Ihnen sagen, daß eine Pause im Spiel eine Kunstpause sei, die, auch wenn es nicht so war, entschuldigt werden müsse, wenn sonst die Harmonie zwischen Orchester und Bühne gewahrt blieb, werden behaupten, daß nur besonders seine Ohren den Souf fleur auf der 7. oder 8. Reihe hören fönnten. Im übrigen glaube man dem Theaterzettel, daß die Szene in Wien spielte, und daß die„ Wiener" seltsamen Geschmack in ihren Wohnungseinrichtungen entwickeln, wenn man nach diesen Interieurs urteilen darf. Ein Gast, Henny Loges von Köln, hatte die Rolle der Frißi Wehringer übernommen; die Dame besitzt Routine, beherrscht, was angenehm berührte, den Dialekt gut und leistet stimmlich. ja, die für die hiesige Aufführung stark beschnittene Rolle der Chanteus' Masseuse gönnte dem Gast nur das englische Parodie- Duett( im leßten Aft) mit Frip Seybold( Florian), und danach läßt sich bliẞwenig sagen; geschult ist das Organ, ob's ausdrucksvoll ist, 2c., weiß ich nicht. Grete Brill( Lola Winter) gefiel sehr; recht ge wandt und ausdrucksvoll, wie immer, sang sie ihr „ Lied vom süßen Mädel". Ließe sich das Deuten, überhaupt das Gebärdenspiel, ins Publifum nicht etwas mehr einschränken; es erinnert zu sehr an die Soubrette im Variete. Sehr gut gelang auch das Terzett( 1. Aft) mit Frip Seybold, der als Maler Florian Lieblich in seinem Spiel unbestimmt und zwischen dem fonventionellen und possenhaften hin her schwankte, und Hans Wernert( Graf Hans von Liebenburg), besonders das Duett( Aber jetzt, aber jetzt) mit letzterem. Recht eifrig und anerkennenswert hatte sich Hans Wernert um sein Walzerlied„ Launische Dame" be müht und erntete dafür auch lauten Beifall; ich fann nicht verhehlen, daß ihm, bei allem Lob für sein sonst ausdrudg volles und angenehmes Organ, die hohen Töne, bei Kopfstimme und pianissimo, Anstrengung verursachten; auch halte ich es nicht immer für schön, die Töne ineinanderfließen zu lassen. Hermann Norden gab heute ziemlich ohne Entgleisungen den Schwerenöter Grafen Balduin Liebenburg; seine näselnden und gurgelnden Töne scheinen direkt oder auf Umwegen Girardi entlehnt zu sein. Ich an Graf Hans' Stelle hätte auch das füße Mädel der Kusine Lizzi( Lore Schol 3) vorgezogen: ich de dauere jedesmal, wenn Lore Scholz in solchen Rollen, die ihr gar nicht liegen, einspringen muß. Friedrich Timian machte mit Aufbietung aller Bossenhaftigkeit aus dem Sekretär Prosper Plewny einen Hanswursten, ein lebendig gewordenes Kasperletheater; seine seine ständige Antwort:" Sehr wohl, jederzeit!" brachte in den verschiedenen Situationen die Lacher auf seine Seite. das Otto Con ra di verdient für seine Späße Großkreuz von Kalau!- Wenn sich in den Chor- Szenen die Paare nach dem Takt der Musit wiegen sollen, so sorge die Regie, daß das 1. Paar lints( vom Regisseur) im 1. Aft weiß, was ¾ Tatt ist. 8. F. Q. Berantwortlich: Albin Klein, Gießen. Darmstädter Möbel liefert Ihnen vollständig frei ins Haus unter 10jähriger Garantie das Darmstädter Möbeleinrichtungshaus Ludwig Strikinger, Darmstadt, Heinrichstraße 67. Freie Zusendung meines Kataloges. Arthur Graefe, Giessen Eisen- u. 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