en 1904 aille Siger tz nien: S. Leipzig OPF.u.1MK ch. โต๊ะ enden feit um ner lieben gen qual holfen hat. naner sheimer: en Rüdp. mit. esden A. 12. 0 f. ufen ühle änke ränke ränke den en und Kleider berger 3. n , liefert ett phon 581, walt pzig en berühmtes 50). Brofp. Leipzig ch, daß d Trader m Gebrauch sten sind! Preisliste ed. Branche fahrer- Beartikel, Näh Jhren etc. VOA den Werken Einbeck eutschlands EH utzen NIA Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 72. - - Erstes Blatt. Bekanntmachung. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes = sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 21. Mai 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pig.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die Steigerer von Brennholz und ungeschältem Nadelnubholz aus den Waldungen der Stadt Gießen, welche mit der Abfuhr von Holz noch rückständig find, werden hiermit aufgefordert, für die Abfuhr des Hol zes bis spätestens 18. Juni d. Js. zu sorgen, andernfalls forstgerichtliche Anzeige erfolgt. Gießen, den 10. Mai 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung Die Gras nutzung von den Schneisen und Wegen im Gießener Stadtwald werden Mittwoch, 25. Mai, na ch m. 2 Uhr, in der Restauration der Melchior Schäfer Witwe bahier, Kaiserallee 4, öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 20. Mat 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Grasversteigerung der Stadt Gießen. Die Stadt Gießen läßt Mittwoch, den 25. Mai 1910 folgende Grasnuzungen öffentlich meistbietend versteigern: 1. vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle die Grasnußung von den städt. Grundstücken bei der Kläranlage in der Nähe der Margaretenhütte; 2. vormittags 9% Uhr an Ort und Stelle die Klee= nigung von 4 Morgen Gelände bei der Eisenbahnbrücke an der Klinikstraße für das ganze Jahr; 3. vormittags 10 Uhr an Ort und Stelle die einmalige Aberntung der Wieseckböschungen. Zusammenkunft in Der Hammstraße am Eisenbahnübergang; 4. vormittags 11 Uhr an Ort und Stelle die Grasnuzung vom Friedhof am Nahrungsberg, wovon der obere Tell für das ganze Jahr, der untere Teil zur einmaligen Aberntung vergeben wird; 5. nachmittags 2 Uhr in der Restauration von Metior Schäfer Witwe, Kaiser- Allee 4, die Grasnußung von sämtlichen Feldwegen für das ganze Jahr; 6. nachmittags 5 Uhr an Ort und Stelle die Gras= muzung vom Friedhof am Rodtberg für das ganze Jahr. Gießen, den 20. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Vergebung von Bauarbeiten. Die für die Erbauung einer höheren Bürgerschule zu Grünberg erforderlichen Arbeiten und Lie ferungen wie: Erd- und Maurer, Steinmetz( Lungstein), Zimmer-, Dachdecker, Spengler, Schlosser-, Glaser- Schreiner-, Weißbinder und Tapezierarbeiten, die Eisenbetontreppen, Blizzableiteranlage, Träger, Eisen und Zement- Lieferung, sollen im Wege äffentlichen Angebots vergeben werden. 43) Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Amtszimmer Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Maja kam heraus nach Neunlinden. Sie brachte ihren Kleinen Liebling mit. Lilly war ihr unterwegs begegnet und die junge Dame tat sehr entrüstet. „ Denke Dir nur," rief sie der Freundin schon von weitem zu, da schickt diese dumme Katharine das Kind ganz allein in das Dorf hinunter. Villy sollte bei dem Krämer etwas holen. Als ob die Alte das nicht selbst besorgen könnte. Aber so geht es, wenn man zur Hüterin eines Kindes eine Person macht, die von solchen Sachen nichts versteht. Ich begreife Herrn von Brandt nicht. Wie kann er fein einziges Kind einer so alten Frau anvertrauen? Wenn der Kleinen nun etwas passiert wäre?" Fräulein Maja hatte sich so sehr in Eifer geredet, daß ihre Wangen förmlich glühten. Das stand dem reizenden Gesichtchen sehr gut. Was soll dem Kinde denn passieren?" beruhigte Sylvia, deren kluge Augen forschend die Freundin betrachteten. Sie begriff ga: nicht, weshalb sich Maja so sehr erregte. " Der Weg zum Dorfe ist ja gar nicht weit und völlig sicher und Zigeuner, die Dir Deinen Liebling rauben könnten, gibt es hier ebenfalls nicht." " Ich wollte Dir doch entgegengehen, Tante Maja", sagte Lilly. Papa mochte mich nicht begleiten." Maja träufelte verächtlich die Lippen. Aber in ihren Augen flammte es doch seltsam auf. „ Das kann ich mir denken!" rief sie, sich abwendend, weil Leon sie so zudringlich anstarrte. Papa ist jetzt immer furchtbar böse." plauderte die Kleine weiter. Er mag gar nichts essen, und dann zankt er mit Kathrine. Und die Kathrine sagt, er soll Heiraten. Tante Maja, was ist das, heiraten?" Die Gefragte lachte überlaut, aber gezwungen. Da nimmt Detn Papa eine Frau und diese Frau wird dann Deine Stiefmutter, und Dir geht es dann wie dem armen Aschenbrödel, von dem ich Dir erzählte, Du betommst dann viele Schläge."- „ Aber Maja, ich bitte Dich," unterbrach Sylvia die des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden zur Einsicht offen. 21. Jahrg. von Gebäuden und bei der Erneuerung des Verputzes, alle Vorkehrungen zu treffen, welche geeignet sind, Gefahren für Vorübergehende und eine belästigende Staubentwickelung zu Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind verhindern. Insbesondere ist dafür Sorge zu tragen, daß verschlossen und postfrei bis spätestens Mittwoch, den 1. Juni 1910, nachmittags 1½ Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Grünberg einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Gießen, den 19. Mai 1910. Der Großh.Kreisbauinspektor des Kreises Gießen Diehm, Gr. Baurat. Arbeitsvergebung. Die erforderlichen Chaussierungsarbeiten und Steinlieferungen zum freisstraßenmäßigen Ausbau des Holzweges zu Steinbach sollen öffentlich vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen auf meinem Amtszimmer( Nr. 20) offen. Angebote sißd verschlossen und postfrei mit entsprechender Aufschrift versehen öis Dien 3- tag, den 31. d. Mts., vormittags 10 Uhr, einzureichen. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 18. Mai 1910. Der Großh. Kreisbauiuspektor des Kreises Gießen. I. P.: Knö I I. Fleischverdingung. im Geschäftszimmer der Verwaltung- Kaserne 1- wo Am 2. Juni 1910, vormittags 10 Uhr, wird auch die Bedingungen ausliegen, der Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren für die hiesigen Truppen vom 1. Juli bis Ende Dezem ber 1910 verdungen. Die nach Ziffer 17 der Bedingungen aufzustellenden Angebote sind spätestens zu dem obengenannten Zeitpunkte mit der Aufschrift„ Angebot auf Lieferung Fleisch- und Wurstwaren" versehen, im Geschäftszimmer versiegelt abzugeben. Garnison- Verwaltung Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Vermeidung von von Staubentwide I= ung bei Bauten. Mehrere Vorkommnisse in leßter Zeit geben uns Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen( Art. 28 der Bauordnung,§ 47 der Ausführungsvorschriften hierzu,§ 364, 14 des Reichsstrafgesetzbuches) diejenigen Strafe zu gewärtigen haben, welche es unterlassen, bei Bauten, namentlich beim Abbruch Rede der Freudia, wie kannst Du dem Kinde so etwas fagen." Lilin schmiegte sich ängstlich an die Tante. „ Aber wenn ich recht brav bin?" fragte sie weinerlich, und die großen Kinderaugen blickten so flehend zu dem jungen Mähhen auf, daß dieses die Kleine hastig zu sich emporhob, fie an sich preßte und mit einer wilden Flut von Liebfosungen überschüttete. Lilly war wieder glücklich. Kommst Du mit, Tante Maja?" begann sie leise bittend und versuchte ihre kleinen Finger in die Hand des jungen Mädchens zu schieben. " Bu Dir fann ich nicht gehen," rief Maja unwirsch mit gänzlich veränderter Stimme, aber begleiten werde ich Dich." Da Sylvia alle Augenblicke in das Nebenzimmer zu dem Vater gerufen wurde und es deshalb nicht wagte, fort= zugehen, bat Reon, der sich bis dahin schweigend verhalten hatte:„ Gestatten Sie, Fräulein, daß ich mich Ihnen an= schließe?" Einen Augenblick schien Maja zu schwanken, zu überTegen. Doch dann nickte sie:„ Wenn Sie wollen?" So schritt sie, das Kind an der Hand führend, den verschneiten Weg entlang. Sie plauderte unaufhörlich mit der Kleinen, weil sie fühlte, daß die Blicke ihres Begleiters unausgesetzt an ihr hingen. Sie bereute jetzt, mit Peon gegangen zu sein. Als sie bei dem Häuschen antamen, das still inmitten der schneebedeckten Tannen lag, hörten ste schon von weitem lautes Lachen und Plaudern. Der alte Friz, Majas steter Begleiter, stand bei Kathrine unter der Saustüre und erzählte seiner aufmerksamen Zuhörerin allerlei Wize aus den Fliegenden Blättern", die er daheim gelesen hatte. Er gab sie aber jetzt für ein Produkt feines Geistes aus. Majas Blick flog rasch und prüfend über die Fenster hin. Ihr war, als hätten sie hinter einem der Vorhänge ein Paar dunkle Augen angestarrt. „ Schicken Sie das Kind nicht wieder allein ins Dorf", fuhr Maja die Haushälterin an, dazu ist Lilly noch zu flein." „ Aber ich bitte, gnädiges Fräulein," verteidigte sich diese, „ daran ist der gnädige Herr schuld. Er versprach der klei1. der Verpuz und das Mauerwerk vor dem Abschla gen und während dieser Arbeiten ausreichend benäßt wird, 2, Bauschutt nicht auf die Erde abgeworfen, sondern abgetragen oder in Gefäßen abgelassen und hierbei ebenso wie beim Aufladen auf Wagen und Abfahren ausreichend benäßt wird, 3. derartige Bauarbeiten, bei welchen eine Staubentwickelung nicht ganz zu vermeiden ist, nur in den frühen Morgenstunden( vor 8 Uhr vormittags) vorgenommen werden. Die Schußmannschaft ist mit Ueberwachung beauftragt. Gießen, den 18. Mai 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten wird die Lie= bigstraße zwischen Frankfurterstraße und Bahnübergang vom 20. bis 23. Mai 1. Js. für den Fuhrwerks- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 19. Mai 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten wird die Frankfurterstraße zwischen Liebig- und Wilhelmstraße für die Zeit vom 23. bis 28. Mai 1. Js. für den Fuhrwerts- und fahrverkehr gesperrt. Gießen, den 18. Mai 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur Unter' haltung der städtischen Gebäude für das laufende Rech- mittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. nungsjahr sollen Samstag, den 28. Mai d. Js., vor1. Weiß binderarbeiten: Schlachthaus, Rathaus, Wolfslesehalle, Stadttnabenschule, Bezirksschule, Aliceschule, Schule Neustadt, Stadtmädchenschule. 2. Schreinerarbeiten: Rathaus, Stadtknabenschule, Höhere und Erweiterte Mädchenschule. 3. 3 immer bezw. Schreinerarbeit: Stadtmädchenschule. 4. Spenglerarbeiten: Rathaus. 5. Dachdeckerarbeiten: Rathaus. 6. Pflasterarbeiten: Stadtknabenschule. 7. Liefern von Lung steinrahmen: Neuer Friedhof. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 20. Mai 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. nen zuerst, mitgehen zu wollen und dann entschloß er sich doch wieder anders. Sie wollte absolut zu Ihnen. Und da schob sie der gnädige Herr zur Türe hinaus, weil er sehr ungeduldig wurde." Maja schwieg und Lilly bettelte:„ Komm doch mit herein, liebe Tante." Sie versuchte die junge Dame mit sich ins Haus zu ziehen, doch diese wehrte sich heftig:„ Nein- Lilly, ich fann nicht!" Die Sache hätte vielleicht noch länger gedauert, wäre nicht plötzlich Herr von Brandt unter der Türe erschienen. Er sah so finiter aus, zwischen seinen Augenbrauen lag cine tiefe Falte, in den dunklen Augen glühte es beinahe unheimlich. „ Laß das, Lilly", fuhr er das Kind barsch an,„ Du siehst doch, Fräulein Maja hat etwas anderes zu tun, als Dir einfältigem Ding Gesellschaft zu leisten. Verzeihen Sie," wandte er sich in halb spöttischem Tone an das junge Mädchen, aber die Kleine versteht das noch nicht, daß Sie anderweitig in Anspruch genommen sind." Maja lächelte ironisch. ,, Wie sollte sie auch." Tann sich liebenswürdig an Leon wendend, fuhr sie anscheinend heiter fort:„ Wenn es Ihnen recht ist, gehen wir noch ein Stückchen in den Wald hinauf." Leon wurde rot vor Freude. - „ Gewiß, wenn Sie es wünschen, ich bin gern bereit dazu." Kathrine und Frizz schauten den beiden nach. Wird das ein Brautpaar geben?" fragte die ezere neugierig. Friß zuckte die Achseln. Je nun, fann man nicht wissen! Unser Fräulein fann sich einen Mann wählen, wie es ihr beliebt. Geld ist ja genug da." Albernes Geschwät", brummte Herr von Brandt ärgerlich Darn ging er ins Zimmer zurück, holte Hut und Ueberrock und verließ das Haus. ( Fortseßung folgt.) Deutscher Lehrertag in Straßburg. Die in den Pfingsttagen in Straßburg i. E. abgehaltene Deutsche Lehrerversammlung war von fast 4400 Teilnehmern, darunter über 1000 aus den Reichslanden und 39 Vertreter staatlicher und städtischer Behörden besucht. Auch Deputierte zahlreicher Auslandvereine( Frankreich, England, Luremburg, Schweiz, Belgien, Oesterreich) nahmen teil. In der Hauptversammlung am 2. Pfingstfeiertag hielt Oberlehrer Schubert- Augsburg einen Festvortrag über„ Der Deutsche Lehrerverein, seine Aufgaben und seine Ziele". Ausgehend von der historischen Entwickelung des deutschen Lehrervereinswesens bezeichnete er als Hauptaufgabe des Vereins Förderung der Volksbildung durch Hebung der Volksschule. Brausender, sich wiederholender Beifall lohnte den Redner. Daran schloß sich ein Vortrag an, den Rektor Höhne- Berlin über Jugendfürsorge hielt. Als Hauptforderungen stellte der Redner auf: das strafmündige Alter muß auf das 14. Lebensjahr heraufgesetzt werden. Nicht Strafe, sondern Erziehung soll der Hauptgrundsatz für die friminelle Behandlung Jugendlicher sein. Ein einheitliches Kinderschutzgesetz nach dem Muster Englands ist dringend zu wünschen. Die Leitung der Fürsorge- Erziehungs- Anstalten gebührt nur dem Pädagogen. Die Versammlung machte diese Forderungen zu den ihren. Am 3. Pfingstfeiertag beschäftigte sich die Versamm= lung mit der Frage„ Schulaufsicht und Schulleitung". Zwei Referenten beleuchteten das Thema. Lehrer Salchow- Charlottenburg vom der realistischen, Lehrer Paulsen- Hamburg von der idealistischen Seite. Der Erstere forderte eine autoritative, der Andere eine demokratische Organisation der Schulleitung. Beide aber verwarfen jede Lokalschulaufsicht und jede kirchliche Schulaufsicht und forderten als unbe dingte Voraussetzung für alle Aufsichtsstellen die Erfahrung als Volksschullehrer. Nach langer Debatte nahm die Versammlung die von dem ersten Referenten aufgestellten Leit säße an. An die Versammlung schloß sich am Mittwoch eine sehr stark besuchte Volksversammlung an, in der TewsBerlin über„ Die Volksschule von heute", Oberlehrer RollMünchen über„ Haus und Schule", Lehrer Köster- Hamburg über„ Kind und Buch" und Rektor Günther Göthen über die Forderung Schafft frohe Jugend!" sprachen. Eine reichhaltige Schulausstellung und zahlreiche Nebenversammlungen ergänzten wirkungsvoll die beiden Hauptversammlungen. Die ganze Tagung trug einen nationalen Charakter und war ein Verbrüderungsfest der nun geeinten deutschen Lehrerschaft. Ihr Abschluß bildete eine Fahrt zur Hochkönigsburg in den Vogesen. Die nächste deutsche Lehrerversammlung wird Pfingsten 1912 in Berlin stattfinden. X. Deutscher Freistudententag. Sonderbericht von Dr. A. Zöllner, Generalsekretär der deutschen Studendenschaft. In der Zeit vom 16. bis 19. Mai fand in Weimar der 10. Deutsche Freistudententag statt. Es tagten neben einander der freistudentische Bund der die Verbände che maliger freier Studenten in sich vereinigt und die Deutsche Freie Studentenschaft der Verband der an den Deutschen Universitäten und technischen Hochschulen bestehenden studentischen Organisationen. Vertreten sind von den 35 deutschen freien Studentenschaften 29. Die Tagung wurde am Abend des 16. Mai vom Generalsekretär Dr. Zöllner eröffnet. Im Auftrage der Stadt Weimar begrüßte Bürgermeister Dr. Donndorf die Freistudentischen Vertreter. freiIm Mittelpunkte der Verhandlungen standen die Erörterungen über den gegenwärtigen Stand der freistudentischen Bewegung. Den ersten darauf bezüglichen Vortrag hielt Dr. Roth- Leipzig. Er stellte dar, welche prakti schen Ziele die freistudentische Bewegung zu erstreben hat, um die von ihr vertretenen Gedanken durchzuführen und zeigte, wie weit sie heute auf dem Wege der Erreichung dieser Ziele vorwärts geschritten ist. Als die wesentlichsten praktischen Erfordernisse stellte er hin: Geeignete Organisationsform, als deren Grundlage auf absehbare Zeit hinaus das Vertretungsprinzip zu gelten hat, ein von großen Gedanken erfülltes Programm, sichere finanzielle Fundierung, der einzelnen Organisationen, Heranziehung zur Führung geeigneter Kräfte. Auf die prinzipiellen Grundlagen der freistudentischen Bewegung namentlich auf die Frage des freistudentischen Programms ging Dr. Behrend= Berlin ein. In den geschlossenen Sibungen wurden die Fragen der akademischen Disziplinargeseßgebung, des studentischen Versicherungswesens, der Gesamtausschüsse und der Propaganda behandelt. Der Sekretär des internationalen Verbandes für wissenschaftliche Forschung, Pollack Berlin, referierte über die Bestrebung dieses Verbandes; die Berliner Organisation wurde beauftragt, ihnen ihre Aufmerksamkeit widmen. In Sachen des Berliner Jubiläumsausschusses nahm man folgende Resolution an: Die zum 10. Freistu= dententag in Weimar versammelten Vertreter der Nichtkorporierten von 29 Deutschen Hochschulen nehmen mit leb= 44) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. Nachdruck verboten. zu Langsam wanderte Maja mit ihrem Begleiter den einsamen Waldweg dahin. Ihr feines Ohr vernahm bald hinter sich ein leises Geräusch. Sie wußte, ohne sich umzusehen, daß ihnen jemand aus der Ferne folgte und eine Ahnung sagte ihr, wer der Nachkommende war. Leon war zu erregt, um etwas zu bemerken. Die junge Dame an feiner Sette zetgte sich heute so lebhaft und liebenswürdig, daß er die kühnsten Zukunftspläne schmtedete. Maja lachte und plauderte immerfort. Sie ließ ihn gar nicht zu Worte tommen; der kleine Mund ging wie ein Mühlwerk. „ Sehen Sie dort das Eichhörnchen? Da, ja- jetzt ist es schon wieder fort. Ach wie schön und still und friedlich ist es hier. Und der glizernde Schnee, so weiß. Wahrhaftig, einen Roman könnte man hier dichten. Aber Romane werden so schlecht bezahlt. Und dann ein Weib, das dichtet! Bah- Weiberromane. Die sind zu süßlich, zu sentimental, die handeln immer vom Mondschein, von Biebe und zuletzt kriegen sich die Liebenden immer. Das ist langweilig. Müssen sie sich denn immer kriegen? Im Leben ist es doch auch nicht so." Sie stampfte zornig mit dem Fuße auf. Wenn ich einen Roman schriebe, bei mir müßten die zwet, die sich lieben, auseinander wett auseinander, - und zuleßt müßten sie sterben, sterben an gebrochenem Herzen! Das wäre doch mal was anderes!" Maja mußte eine Sekunde Atem schöpfen. Das be nützte ihr Begletter zu der in letbenschaftlichem Tone ge sprochenen Aeußerung:" Ich möchte Iteber einen Roman erleben, anstatt dichten einen schönen, füßen Roman v Maja"- - Er versuchte den Arm um ihre Taille zu schlingen. Ste mochte wohl so etwas vorausgesehen haben, denn mit Lautem Lachen floh ste eiligst auf die andere Seite des Beges und begann von da aus wieder zu plaudern und Leon war ganz entzückt. Er bemerkte wohl, daß seine Det erzählen. hafter Entrüstung Kenntnis von den Vorgängen im Berliner Jubiläumsausschuß. Der Freistudententag billigt das Verhalten der Berliner Nichtinkorporierten- Vertreter und betrachtet die Zurücksetzung der Berliner Komilitonen als eine Beieidigung aller deutschen Nichtinkorporierten. Er erwartet, daß alle Nichtinkorporierten sich dem Protest ihrer Berliner Komilitonen anschließen und von allen offiziellen Jubiläumsfestlichkeiten fernbleiben, falls nicht den Nichtinforporierten ihr gutes Recht zu Teil wird. Der Freistudententag würde es begrüßen, wenn im anderen Fall die Berliner Nichtinkorporierten selbständig eine würdige Feier veranstalten. Als neues Amt wurde die freistudentische Zentrale für Häuslehrerstellen gegründet, über die Professor GulenburgLeipzig das Protektorat übernommen hat. An öffentlichen Veranstaltungen fand ein Begrüßungsabend statt, an dem Dr. Corwegh über Weimar sprach und ein Gartenfest im Etablissement Armbrust, an dem zahlreiche Kreise der Weimarer Gesellschaft teilnahmen. Dem bisherigen Generalsekretär Dr. Zöllner wurde Entlastung erteilt und der Dank für seine Geschäftsführung ausgesprochen. Mit der Führung der Geschäfte des Generalsekretärs wurde cand. phil. Bayrich- Leipzig beauftragt. Zum Vorort wurde MünchenUniversität gewählt. Die Tagung der deutschen Freien Studentenschaft wurde am Donnerstag nachmittag geschlossen. Der Freistudentische Bund beschäftigte sich in seinen zweitägigen Beratungen in der Hauptsache mit den Fragen des inneren Ausbaues des Bundes und der Ausgestaltung der Akademischen Rundschau zu einer allgemein über afade= mische Fragen orientierenden Zeitschrift. Zum Bundesvorsitzenden wurde Dr. Peters- Leipzig gewählt. Parlamentarisches aus Hessen. immliches wie da as Dollarprinzeff amble- Stellen mi Lettern g Fredy. affreuend durch d der Ausstattung nach Ems verladen werden muß. Das Wer in dem fast alle ersten Kräfte beschäftigt sind, hat jüngt einen außerordentlichen Erfolg davongetragen und dürft für Sonntags besonders starke Zugkraft ausüben. Operettengutscheine haben zu dieser Vorstellung Giltigkeit. kommenden Dienstag wird als 2. Abonnements- Vorstellung die melodiöse Operette von Hugo Felix„ Madame Sherry gegeben. Am manchmal flingen * Feuer. Durch die unvorsichtige Handhabung einer hört darüber hinh Kerze seitens eines Dienstmädchens gerieten die Fenster! hamtleistung berüd vorhänge eines Zimmers auf der Löberstraße in Brand. Das Feuer, welches binnen kurzer Zeit gelöscht wurde, richtete nichts destoweniger großen Schaden an. * Diebstahl. Der Hausbursche eines hiesigen Ba ckermeisters eignete sich Kundengelder an, um hierauf auf dem Fahrrad seines Arbeitgebers die Flucht zu ergreifen. Aus aller Wen. Gine nicht un na Walle) un Bette ein. Der A prettisten Willner de Melodie e hübsche pangen und tanzten mußten fich zu ein Den Präsiden 15cffing, der ete; recht gut g )( Aus der Mart. In Brandenburg a. H. belegten W. Hamann und O. Linsener beim Prämienfahren am 2. Pfingsttage die beiden ersten Pläße auf Brennabor; in Forst i. 2. gewann H. Watereus im 50 Kilometerren nen den großen Frühlingspreis auf derselben Marte und U. di Majo, der gleichfalls Brennabor fährt, ging beim 30 Kilometer- Rennen um den Kleinen Frühlingspreis als Erster durchs Ziel. Deraltet ift eine recht sc lange mit einem debenso wenig etw tage in Gosselies in Belgien das 80 Kilometer- Rennen um Brennaborrade als Erster durchs Ziel. D. Peter war in Lodz( Rußland) der Held des Tages. Er gewann am 1. Pfingsttage den Eröffnungspreis, den Großen Frühjahrspreis und das Prämienfahren und am 2. Feiertage den )( Ausland. J. Böschlin bestritt am 1. Pfingst ein Lied fingen. den Prir de pentecote und ging auf seinem leichtlaufenden Hausmitteln. Ei man wohl mit 6 jen können, aber gewordenen Huste ben Anfang der ** Der Finanz ausschuß der zweiten Kam- Großen Pfingstpreis und das Städtefahren. W. Techmer, erstere Mittel, S mer setzte am Mittwoch seine Verhandlungen fort. Zur Beratung stand das Gemeindeumlagengesetz und die verschiedenen Anträge dazu. Man beschäftigte sich hauptsächlich mit der Gewerbesteuer. Es wurden die Abänderungsvorschläge beraten, die die hess. Handelskammern auf ihrem Handelstammertag angenommen haben. Man hat sich im Einver= ständnis mit der Regierung diesen Beschlüssen genähert, da sich erhebliche Differenzen gegen den jezigen Stand der Gewerbesteuer herausgestellt haben, wenn die Vorlage der Regierung Gesetz werden wird. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer beschäftigte sich am Donnerstag noch einmal mit der Frage der Gewerbesteuer in der Regierungsvorlage über die Gemeindeumlagenreform. Eingehend wurde besonders der von der Regierung vorgelegte Tarif behandelt, welchen bekanntlich die Handelskammern für unannehmbar erklärt haben. Die neuen Vorschläge sehen insbesondere vor, daß die großen Betriebe nicht start belastet werden, wie es in dem Regierungsentwurf beabsichtigt ist. Die Regierung machte eine Reihe von Abänderungsvorschlägen, über welche sich die nächsten Dienstag fortzuAusschußmitglieder in der am setzenden Sißung schlüssig machen werden. Lokales. Gießen, 21. Mai 1910. * Wetterbericht. Fortdauernd warm und heiter, wenig Gewitterneigung. -h Universität. Wie uns die Verwaltung der Universität mitteilt, wird die Frequenz unserer Landeshoch schule 1330-1340 Studenten betragen. Die genaue Be= suchszahl konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden, da am kommenden Mittwoch noch eine größere Immatrikulation stattfindet. ** Verein hess. Zahnärzte. Wie wir bereits kurz berichteten, hält hier der Verein hess. Zahnärzte am 28. und 29. Mai in Gießen zur Feier des 50jähr. Berufsjubiläums seines Ehrenvorsitzenden Zahnarzt Dr. Kto ch= Gießen sein Stiftungsfest ab. Die Festlichkeiten nehmen am Freitag, den 27. Mai, mit einem Empfangsabend im Hotel Großherzog" ihren Anfang. Am Samstag, den 28. Mai, findet um 9- Uhr in der Freimauerloge eine Mit gliedersitzung des Vereins statt, an die sich um 11 Uhr ebendaselbst ein Festakt anschließt. Hierbei wird Professor Dr. Michel- Würzburg einen Vortrag über„ Aetiologie der Karies" halten. Den Schluß der Festlichkeiten an diesem Tage bildet um 8½ Uhr abends ein Kommers im" Hotel Großherzog". Am Sonntag, den 29. Mai, finden um 9 Uhr im großen Hörsaal der Anatomie Vorträge und Demonstrationen statt. U. a. wird hierbei Zahnarzt Koch die Zahnheilkunde vor 50 Jahren behandeln. Am nach= mittag wird mit den Damen ein Ausflug auf den Schiffenberg unternommen. tt Stadttheater. Nochmals sei auf die morgige Aufführung der„ geschiedenen Frau" hingewiesen, die unbedingt die letzte des pikanten Werkes ist, da ein Teil junge Begleiterin lebhaft erregt war, doch weit entfernt, den wahren Grund zu ahnen, glaubte er, daß ihre anscheis nend ausgelassene Lustigkeit nur ihm gelte und knüpfte daran die kühnsten Hoffnungen. Maja hatteihren Begleiter, ohne daß er es merkte, auf dem kürzesten Wege wieder zu dem alten Herrenhause zu rückgeführt. Er machte ein sehr enttäuschtes Gesicht, als er das graue, langgestreckte Gebäude plößlich in unmittelbarer Nähe vor sich liegen sah. Als Maja wieder bei der Freundin eintrat, hatte diese Besuch bekommen und zwar einen ganz merkwürdigen. Baron von Albersdorf mit Frau und Tochter aus Berlin" lautete die Vorstellung. Der alte Herr war ein ehemaliger Jugendfreund und Kriegskamerad von Sylvias Vater. Sie hatten zusammen die schweren Jahre 1866 und 70 mitgemacht und in mancher Schlacht dem Tode ins Auge geschaut. Sylvias Vater erzählte in früheren, glücklicheren Jahren oft und gerne von seinem Freunde und den Gefahren, denen sie mit einander ausgesetzt waren. Sie führten nach Beendigung des letzten Feldzuges noch längere Zeit eine lebhafte Korrespondenz, aber nach und nach hörte diese auf. Nun hatten sie lange nichts von einander gehört. Und da tauchte nun plößlich dieser Baron von Albersdorf auf, den Sylvia aus den Erzählungen des Vaters wohl kannte. Der alte bewegliche Herr mit dem runden glattrasierten Gesicht und den kleinen, listigen Augen machte einen gütigen Eindruck. Er stroßte von Gesundheit, während seine etwas blaffe, noch jugendlich schlanke Frau ein fast tranfhaftes Aussehen hatte. Die Tochter, eine zarte hübsche Blondine, hatte das lebhafte Temperament des Vaters Alerbt und bereits mit Sylvia Freundschaft geschlossen. Das start gerötete Gesicht des alten Herrn drückte ein herzliches Bedauern aus. Das tut mir aber aufrichtig letd, Fräulein von Schmettwiß, daß Ihr Papa so viel durchzumachen hatte" sagte er im Laufe des Gesprächs. Daß er gerade jetzt unpäßlich sein muß! Ich hatte mich so auf ein paar angenehme Plauderstunden gefreut. Herrgott, was fange ich nur an? Ich werde mich ja zu Tode langweilen! Jetzt im Winter!" " Ich hoffe, daß es Papa bald wieder besser geht," tröstete Sylvia.„ Aber wie kommt es, daß Sie um diese Jahresder wie Peter Brennabor fährt, ging im Vorgabefahren Lagers aufsuchen auf derselben Bahn als Erster durchs Ziel. Stadttheater Gießen. Freitag, den 20. Mai 1910. Die Dollarprinzessin ein Operette in drei Akten von Leo Fall. „ Ein Stück wie„ Die lustige Witwe" kann man auch zweimal, höchstens dreimal ,, allerhöchstens achtmal sehen!" war ein Wit, der einen vortrefflichen Komiker gehen machte; doch auch die„ lustige Witwe" hatte ausgesungen, als Leo Falls„ Dollarprinzessin" ihre an Hoftheatern anertannte und zugelassene Nachfolgerin, überall Triumphe feierte. Warum nicht in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten schweisen, das Land mit den unzähligen Millionen, seinen Grafen der Arbeit, seinen arbeitgewohnten Mann- Weibern, all seiner Wirklichkeit, Verkehrtheit und Verstiegenheit; mußte dies Sujet nicht locken, reizen? Gab es doch allen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, die sich der Phantasie fein berechnender und erfinderischer Libret tisten boten den freiesten Spielraum! Die Musik ist auch hier, wie bei den meisten unserer neuesten Operetten, die Hauptsache; den oft schrecklich- schönen Text, den grammatikalisch- hervorragenden Stil darf man Man fann der nicht mit der kritischen Lupe betrachten! Operette eine weiche, angenehme Melodik so wenig absprechen wie eine sorgfältige, gewandte Instrumentation; wer fännte nicht die schönen Walzerrhythmen:„ Will sie dann lieben zart und heiß“,„ Das sind die Dollarprinzessen" u. a., das bereits weltbekannte„ Ringelreihn Duett" zwischen Hans und Daisy. Die Liebe spielt natürlich die führende Rolle; beide, Alice, die Tochter Couders, des Präsidenten eines Kohlentrusts, und Fre dy Wehrburg, der dem alten Europa lebe wohl sagte, um nicht eine reiche Pommer'sche Gans heiraten zu müssen, beide- eigensinnige Troßköpfe! Er haßt eine Geldheirat will sich Alice's Liebe erkämpfen; sie möchte sich für ihre Milliarden einen Mann kaufen, so ein angenehmes Dekorationsmöbel, hat aber nicht berechnet, daß sich Fredy's Liebe nicht erhandeln läßt.„ Zu meinen Füßen muß sie erst um Liebe fleh'n, dann, ja dann mags gescheh'n! Will sie dann lieben zart und heiß, wie nur mein Herz zu lieben weiß....“ – Er sieht sie zu seinen Füßenes klappt sie kriegen sich! Die beiden Hauptrollen, Alice und Fredy lagen in den besten Händen; Marta Merten entfaltete ihr ganzes zeit Berlin verließen und auf Reisen gingen? In der Residenz muß es jetzt doch sehr lebhaft sein?" „ Das ist es ja eben", erwiderte der alte Herr in grimmigem Ton. 3u lebhaft sogar. Aber ich sehe schon, tch muß Ihnen die Sache näher erklären, wenn Sie verstehen sollen. Also: meine Frau war bisher immer ferngesund. Niemals hörte ich die leiseste lage von ihr. Plöblich, wie mit einem Schlage, verändert sich das Bild. Meine Frau wird launisch, gereizt, bald fehlt es hier, bald da Kopfweh, Schmerzen in den Gliedern, kurz, es war nicht mehr aus zuhalten. Ich lasse unseren alten, erfahrenen Hausarzt kom men; der schüttelt mit bedenklicher Miene den Kopf, zudt die Achseln und will nicht heraus mit der Sprache. End. lich erklärt er, meine Frau sei nervenleidend. Ich bitte Sie, meine Frau, die bisher überhaupt nicht gewußt hat, daß es etwas wie Nerven gibt. Ich war im ersten Augenblick sprachlos. Aber der Doktor hielt den Fall für sehr ernst. Die Geschichte wurde auch noch schlimmer." Der Baron machte eine Pause und blickte besorgt nach der Gattin hin, die mit der Tochter am Fenster stand und leise etwas sagte. Er bemerkte, daß die beiden bedeutsame Blicke wechselten. „ Was habt Ihr denn?" fragte er in sanftem Ton. ,, nichts, nichts." Die kleine Baronesse ficherte leise. Der alte Herr fuhr eifrig fort:„ Also kurz und gut, der, Doktor erklärte mir rundweg, ich müsse mit meiner Frau unverzüglich abreisen. Irgendwohin, wo es still und ruhig fet. Sie müssen Ruhe haben, etwas anders sehen, ganz für sich quein leben. Bei unserem groken Befanntenkreise gibt es fa freilich täglich Besuche, Gesellschaften. Einladun gen und so weiter. Man ist da förmlich gezwungen, hinzu gehen, sonst heleidigt man seine Freunde. Nu blieb ja meine Frau öfters zu Hause, aber ich und meine Tochter hatten dann wieder die Sorge um unsere Kranke. Doktor hielt also eine Reise für das allerbeste. Er riet mir dringend die Gegend aufzusuchen, weil die Luft hier besonders günstig sein soll für derartige Krankheiten. So entschloß ich mich denn schweren Herzens, dem Rat des Arztes zu folgen. ( Fortseßung folgt.) Det, treiben. Als eines b tronisch get gezuständen( a I Athma, Bre tatarrh 2c.) g naturreine Harzi wachsenden Balf Utu- Balsam. T und dabei doch Aerzten wahre felbe bisher nur faft unbekannt ge nismäßig große Sommer ( 500 neuer Höhenluftf 10 Min. v. Stat Hochwald; töftl. meer". 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Letztern gab Karl Melzer, gewandt im Spiel, eeuend durch die Frische, den Schmelz seines Organs; doch man manchmal flingen die Töne etwas rissig hart habung eine hot darüber hinweg, wenn man die sonst vortreffliche Geie Fenitent leistung berücksichtigt! in Bran icht tour Eine nicht unwesentliche Stellung nehmen Daisy( A l- ma Walle) und Hans( Iosef Fery) in der Opehiesigen rette ein. Der Stomponist hat für den ihnen von den Lihierauf Grettisten Willner und Grünbaum zugedachten Tert eine ergrein Eische Melodie erfunden; Alma Walle und Josef Fery Fangen und tanzten das„ Ringelreihn- Duett" recht nett und ßten sich zu einer Wiederholung im 3. Aft verstehen. Den Präsidenten des Kohlentrusts Couder spielte R. a. 5. be helsing, der zugleich für die Regie verantwortlich zeichnete; recht gut gelangte das Couplet:„ Ja wir, ja wir, ienfahren Brennabe Stilometer Marte ging bein Veralteten Husten auszurotten gspreis als ist eine recht schwierige Sache. Jeder, der schon einmal lange mit einem bösen Katarrh gefämpft hat, tann davon Flings in Lied fingen. Mit Suſtenbonbons und Baſtillen ist da er- Rennen un ebenso wenig etwas auszurichten, wie mit allerlei kleinen eichtlaufender eter war Hausmitteln. Einen gewöhnlichen Erkältungshusten mag man wohl mit derartigen harmlosen Mittelchen beeinflus= wann am jen können, aber die Beseitigung eines bereits chronisch gewordenen Hustens, der bei dazu Disponiertem gar oft den Anfang der Lungenschwindsucht bedeutet, erfordert weit Frühjahrs eiertage da bo. Lechme cruſtere Mittel, die den Feind sozusagen im Innern seines Borgabejahre Lagers aussuchen und ihn dann von innen heraus" verII. treiben. Als eines der besten Mittel zur Beseitigung derartig hronisch gewordener Katarrhe mit ihren Folgezuständen( alter Husten, Verschleim ung, Asthma, Bronchialfatarrh, Lungenspiben tatarrh 2c.) galt im ganzen Orient schon seit jeher der naturreine Harzsaft eines an den Küsten des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes, der sogenannte Arabische oder nn man Ulu Balsam. Troßdem diesem so ausgezeichnet wirkenden und dabei doch absolut unschädlichen Mittel von den älteren chtmal ſeher Merzten wahre Wunderdinge nachgerühmt werden, ist dasmiker gen selbe bisher nur wenig nach Europa gekommen und hier ausgefunga fast unbekannt geblieben. Schuld daran trug seine verhältheatern aner nismäßig große Seltenheit und der dadurch hervorgerufene, all Triumph Sommerfrische Hochwaldhausen ( 500 Meter) grenzten Mig hligen Millio neuter Höhenluftfurori in Oberheffen; hober Vogelsberg; 800 m jeitgewohntes 10 Min. v. Stat. Jlbe shansen. Reinste föhenluft; meilen weiter Hochwald; töftl. Rube u. Stille. 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In der err in grim the schon, th Sie veritehn ferngefun Plöblich, wi Meine Fre da Kopfind mehr usarzt low Kopf, aut prache. En 5. Ich bitte gewußt hat, rften Augens Fall für feir I." besorgt nach er ftand und bedeutsame em Ton. und gut, der meiner Stan Il und ruhig Dienstag, den 31. d. Mts., vorm. 9 Uhr bei Großh. Bürgermeisterei Oppenrod einzureichen Die Eröffnung findet zur angegebenen Zeit daselbst in Gegenwart etwa erschienener Bieter statt. Freie Auswahl unter den Bietern bleibt ausdrücklich vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 18. Mai 1910. Großh. Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach. Export- Aepfelwein kauf ―— Verkauf empfiehlt in Flaschen u. Gebinden von Alteisen, Lampen, Knochen, Emil Schmall Kupfer, Meffing, Blei, Ziut, Biergroßhandlung, Telephon 83. Stn 2c. Möbeln, Betten, Wei Wiederverkäufer Rabait. Dampf- Färberei Chemische Wäscherei anaAA AVAVA Dekatur- u. 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Sollten die Tempi der Walzermelodien: enorm hohe Preis. Die Schwierigkeiten, die lange Zeit hindurch der Gewinnung des Utu- Balsams in größerem Maßstabe im Wege standen, gelten indessen jetzt als beseitigt und heute kann die so eminent wichtige Droge schon zu einem Preise in den Handel gebracht werden, der ihre Anwendung auch Minderbemittelten ermöglicht. Zahlreiche Patienten, die Gelegenheit hatten, das hervorragende Mittel zu gebrauchen, sind des Lobes voll über seine, in vie len Fällen geradezu verblüffende Wirkung. Am auffälligsten zeigt sich dieselbe in denjenigen Fällen, wo neben dem quälenden Husten mehr oder weniger starker Auswurf vorhanden ist. Schon nach turzer Zeit, während welcher der Utu- Balsam in diesen Fällen regelmäßig eingenommen wird, verflüssigt sich der Auswurf, um mit der Zeit ganz zu verschwinden. Gleichzeitig hört dann auch der Hustenreiz und damit der Husten selbst auf und das Allgemeinbefinden bessert sich infolge der günstigen Einwirkung des Balsams auf die Verdauung von Tag zu Tag. Wer auch noch so viel andere Mittel ohne Erfolg bisher bereits benutzt hat, der möge trotzdem in seinem eigenen Interesse wenigstens noch einmal einen Versuch mit dem Utu- Balsam machen und lasse sich zu diesem Zwecke eine durchaus kostenfreie und zu nichts verpflichtende Probe kommen. Wir fügen dieser Probe, die wir franko versenden, ebenfalls unentgeltlich, eine aus der Feder des praktischen Arztes Dr. Laszky stammende, hochinteressant geschriebene Bro schüre über den Utu- Balsam tostenlos bei. In vielen, selbst verzweifelten Fällen kann diese Probe nebst der belehrenUeber 190 erste Preise und Auszeichnungen, CLORIA ist der schärfste Entrahmer, hat den leichtesten Gang und ist bequemer zu reinigeu als durch andere Milchseparatoren. 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Im höchsten Grade bedauerlich war die recht geringe Besucherzahl; doch das Publikum erwärmte sich recht schnell für die gefällige Operette und ließ es nicht an sehr lautem Beifall fehlen, in den sich neben Alma Walle und Josef Fery, vor allem Marta Merten und Carl Melzer teilen durften. H. F. O. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Bestbewährte gesunde und magendarmkranke -Kindermehl Kufeke -Krankenkost Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. den Broschüre noch unberechenbaren Nußen stiften. Man schreibe entweder eine Postkarte oder schneide den angehängten Bestellzettel aus, den man in einen offenen, mit 3 Pfg. frantierten Briefumschlag steckt. Den Herren Arzten stellen wir zu Versuchszwecken ein größeres Quantum des Balsams kostenfrei zur Verfügung. Morgenländische Drogen- Import- Gesellschaft Jaffa( Palästina) und Berlin W. 15. ( Korrespondenzen aus Deutschland erbitten wir ledtglich an die Berliner Adresse.) 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Vier Jahrzehnte sind verflossen, seit das deutsche Volt in nie gesehener Einmütigkeit antrat zu jenem blutigen Kingen, deren herrlicher Siegespreis die Verwirklichung des nationalen Jdeals, das Deutsche Reich war. Expedition: Gießen, Seltersweg 83. Die Reorganisation der Behörden in Hessen wurde wiederholt in den einzelnen Ministerialabteilungen, sowie auch in mehreren Sißungen des Gesamtministeriums beraten und dürfte der Reorganisationsplan bereits greif bare Gestalt angenommen haben. Wie schon gemeldet, soll Ende Mai eine gemeinsame Sigung der Minister und der von der Zweiten Rammer in dieser Sache bestimmten Kommission stattfinden, in der wohl grundlegende Beschlüsse gefaßt werden. Es soll beabsichtigt sein, die verschiedenen technischen Lokalbehörden( Bauämter, Kulturinspektionen 2c.) sowie die derzeitige Zentralinstanz für das hessische Bauwesen, die Ministerial- Bauabteilung, ganz aufzuheben und deren Arbeiten an die betreffenden Kreise zu überweisen. Ebenso sollen die Vermessungsämter den Kreisen zugeteilt und dem technischen Beamten des Kreises unterstellt werden. Man erwartet von diesen Verschiebungen eine be= trächtliche Ersparnis an Verwaltungskosten. Bei den neuen Verwaltungsgesetzen, die nun im Entwurf der Zweiten Kammer zugegangen sind, scheint noch weniger mit Ersparma desniffen Zum vierzigstenmal wird der Augustmond an unsere Herzen pochen mit seinen hehren Erinnerungen an die stoljen Heldentage von Weißenburg, Spichern und Wörth und an die Ruhmesfette jener schweren, opfervollen Kämpfe um den Besitz der Feste Metz als Vorspiel und Unterpfand des endlichen Sieges. Diese unvergeßlichen Ruhmestage des August, die hier ja alljährlich, im Anschluß an die allgemeine Schmückung ber Striegergräber und Denkmäler des weiten Schlachtengeher zu erweiternde Verwaltungsgericht ein Präsident und ein Rat im Hauptamt vorgesehen, denen dann selbstredend das erforderliche Bureau, Registratur- und Kanzleipersonal beigegeben werden muß, sodaß wohl ein ganz beträchtlicher neuer Ausgabeposten entstehen wird. Bisher wurden die Stellen im Verwaltungsgericht sämtlich im Nebenamt und ohne Vergütung oder gegen geringe sogenannte Situngsgelder versehen. fildes um Metz, auf den blutgetränkten Feldern von Gra- Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. belotte schlicht und pietätvoll begangen werden, sollen diesmal in dem größeren Rahmen eines allgemeinen Deutschen " Veteranen- Gedentfestes gefeiert werden, zu dessen Vorbereitung und Durchführung die Vereinigung zur Schmückung und fortdauernden Erhaltung der Kriegergräber und Dentmäler bei Met" und der„ Elsaß- Lothringische Kriegerlandesverband" sich gleichstrebend verbunden haben. Wohl gibt eine vierzigjährige Wiederkehr denkwürdiger Momente im Leben der Menschen und Völker sonst nicht leicht Anlaß zu besonderen Feierlichkeiten der Freude oder Trauer. Hier aber treibt dazu neben dem patriotischen Herzensbedürfnis noch die wehmütig ernste Erwägung, daß die Scharen derer, die damals hier im Felde standen, sich von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag mehr lichten. Wie unendlich viele sind heute schon zur großen Armee versammelt auch von jenen Veteranen, die noch 1895 bei der 25jährigen Gedenkseier in freudigem Stolze aufblickten zu den Denkmälern ihrer Regimenter und Truppenverbände und in stiller Trauer beteten für die lieben Kameraden, die hier an ihrer Seite fielen im mannesmutigen Kampfe für das Baterlands Ehre und Glück. Wie wenige von den unge= zählten Tausenden, die nach dem Kriege die Heimat wiebersahen, werden im Jahre der fünfzigjährigen Gedenkfeier dem Ruf zum Schlachten- Appell folgen können! So rüsten wir denn, der Zustimmung Sr. Majestät des Raisers, unseres allerhöchsten Kriegsherrn dadurch ver= fichert, daß Allerhöchst derselbe die Gnade gehabt hat, den Röniglichen General- Feldmarschall und Chef des Ulanen- Regiments Graf Haeseler( 2. Brandenb.) Nr. 11 Herrn Grafen v. Haeseler, Erzellenz, mit Seiner Vertretung bei den geplanten Feiern zu beauftragen", zu einer großen, allge= meinen Veteranen- Feier für dieses Jahr. Veteranen! Zu dieser Gedenkfeier laden wir Euch hiermit kameradschaftlich ein. Kommet alle zu uns aus Nord und Süd und Ost, kommet mit Euren Söhnen, mit allen jüngeren Kameraden, deren Herz in Treue schlägt für Vaterland und Fürst und die es Euch gleich tun wollen, wenn Deutschlands Ehre und Frieden je wieder bedroht werden sollte. Seid gewiß, daß alles geschieht und geschehen wird, um Euch die weite Reise nach des Reiches Westmart zu erleichtern, wie dies zum Teil schon durch Bewilligung der Fahrpreisermäßigung( Militärfahrkarten) ge' schehen ist, und um Euch eine gastliche Aufnahme zu be reiten in der alten deutschen Stadt Mezz. Das Programm der großen Feier, das rechtzeitig betannt gegeben werden wird, soll die Tage vom 14. August ( Colombey) bis zum 18. Auguſt( Gravelotte und St. Privat) umfassen und jeden von Euch zu den liebsten Stätten seiner Erinnerung führen, einem jeden Gelegenheit geben, sich davon zu überzeugen, daß die Denkmäler der deutschen Ruhmestaten und die Gräber seiner Kameraden, wie derer, die ihnen einst feindlich gegenüberstanden, in treuer Hut sind für jeßt und alle Zeit. 45) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Ich kam in die Stadt", fuhr der Baron fort, wo ich meinen alten Jugendfreund wußte, um mir Auskunft zu holen, wo ich in der Umgegend ein passendes Quartier finden könnte. In der Stadt erfuhr ich, daß Hauptmann von Schmettwiß jetzt in Neunlinden wohne und so nahm ich mir ein Fuhrwert und kutschierte heraus. Nun raten Sie mir, liebes Fräulein, was ich tun son?" " Ich denke," Hub die Baronin rasch an, wenn es möglich ist, hier ein paar bescheidene Zimmer zu bekommen, so richten wir uns hier auf einige Wochen ein. Wir haben doch gleich einen Anschluß gefunden und sind dann nicht so ganz allein. Mir gefällt es hier sehr gut." Nun, wie Du meinst, mein Engel," entgegnete der alte Herr in sanftem Ton. Ich soll ihr in allen Dingen zustimmen," wisperte er Sylvia zu. Der Doktor verlangte das ganz bestimmt von mir. Widerspruch vertragen solche Krante nämlich nicht." Was flüsterst Du denn, Willibald?" fragte seine Frau in kläglichem Ton. O, nichts von Bedeutung, Liebste!" " Sie müssen nämlich wissen," fuhr Baron von Albersborf leise fort, der Doktor nimmt die Sache sehr ernst. Er bedeutete mir mehrmals, daß Vorsicht geboten set." Er seufzte und fügte laut hinzu:„ So willst Du also hier bleiben, mein Schatz?" Wenn wir die nötigen Zimmer bekommen, gewiß!" " Ich denke, es ließe sich einrichten," meinte Sylvia nachbenklich. Im Dorfe freilich ist nur ein einziges Gasthaus, aber es fehren öfters Fremde dort ein und die Wirttn versteht wenigstens zu kochen. Wohnen könnten Ste ja bei uns. Wir haben Platz genug im Hause. Wenn das gnädige Fräulein mein Zimmer mit mir teilen möchte und Ihnen unser bescheidenes Gaftzimmer genügt, so Iteße sich das leicht machen." Die Baronin zeigte sich ganz entzückt von diesem Vorflag. Ihr feines Geficht rötete sich. Ste find sehr gutta, mein Fräulein!" rief fte,» tch hoffe, Geborene. Mai 8. Kaufmann Siegmund Kab in Singapore ein Sohn. 10. Schlosser Karl Diehl eine Tochter. Н " " " Н H " 10. Kanzlisten Johannes Geist ein Sohn, Hans Heinrich Peter Gottlieb. 10. Hausierer Peter Ortmüller eine Tochter, Friederike. 11. Betriebswerkmeister Bruno Lühr eine Tochter, nas Luise Else Meta Adele. 11. Erdarbeiter August Elm ein Sohn, Adolf Johann. 11. Telegraphenleitungs- Aufseher Georg Dahmer ein Sohn, Georg Karl. 13. Sergeanten Lorenz Eifert eine Tochter, Ernestine Barbara. " 14. Buchdrucker Richard Glagow ein Sohn. " " " " 15. Schlosser Ostar Weißbach ein Sohn, Oskar August Georg. 15. Buchbinder Georg Häuser ein Sohn, Hans. 17. Portier Georg Eisenbrandt ein Sohn, Wilhelm Ernst. 17. Maurer Heinrich Nuhn ein Sohn, Wilhelm. Aufgebote. Mai 17. Ernst Kehl, Fuhrknecht in Klein- Linden, mit Katharina Rieß in Gontershausen. " 18. Hermann Mattes, Buchhändler in Gießen, mit FrieSerite Mattes in Güglingen. Eheschließungen. Mai 14. Jakob Mayer, Bahnarbeiter in Hanau, mit Elisabethe Schmidt in Gießen. " 14. Dr. Andreas Machens, Tierarzt in Schöningen, mit Marie Bieter in Gießen. 14. Heinrich Runkel, Friseur, mit Johanna Weinhardt, beide in Gießen. Samstag, den 21. Mai 1910. den 1910. en ben Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 22. Mai, Trinitatisfest. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Adolph. MBUSH Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Adolph. In der Johanneskirch e. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- Gemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 8 Uhr im Johannessa al: Versammlung u. Bibelbesprechung. Sonntag, den 22. Mai: Ausflug des Frauenvereins und der Vereinigung konfirmierter Mädchen der Markusgemeinde. Abfahrt 5.37. Wald- Gottesdienst. Batholische Gemeinde Samstag, den 21. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Sonntag, den 22. Mai. Dreifaltigkeitssonntag. Vormittags 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste heilige Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilg. Messe mit Predigt. C Nachmittags 2 Uhr: Christenlehre; daraus Festandacht mit Segen. Dienstag und Freitag, abends um 6½ Uhr: Mai- Andacht. Mittwoch, den 25. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Donnerstag, den 26. Mai. Frohnleichnam 3 fest. Vormittags 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste heil. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. Nachmittags 2 Uhr: Festandacht mit Segen. Am Mittwoch, den 25. Mai, nachmittags und am Frohnleichnamsfeste, 26. Mai, vormittags und wird ein polnischer Priester Beicht hören. Methodisten- Gemeinde. und nachmittags Wilhelmstraße 45. Sonntag, den 22. Mai. Vormittags 10 Uhr: Predigt. Prediger Strähle. Nachmittags 2-3 Uhr: Sonntagsschule. Abends 8 Uhr: Predigt. Pred. Strähle. Mittwoch, den 25. Mai. " 14. Karl Pattberg, Kaufmann, mit Sophie Jenzen, beide in Gießen. " " 14. Karl Jödt, Steinmetz, mit Marie Schüßler, beide in Gießen. " 14. Peter Wagner, Eisenbahn- Obersekretär, mit Anna Ruckstuhl, beide in Gießen. Donnerstag, den 26. Mai. Abends ½ 9 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. " " 14. Ferdinand Noll, Architekt, mit Hedwig Grüneberg, beibe in Gießen. 20. Ludwig Emmelius, Fabrikant, mit Grethe Naumann, beide in Gießen. en Gestorbene. Mai 13. Lina Jung, 18 Jahre alt. " 13. Friedrich Thon, 13 Jahre alt. " " " 16. Johannes Seeger, Gastwirt, 76 Jahre alt. 16. Luise Beyfuß, geb. Goldmann, 92 Jahre alt. 16. Marie Koch, geb. Schlosser, 80 Jahre alt. " 17. Hermann Fleischer, 2 Monate alt. Ste besuchen uns auch einmal in Berlin, daß wir Ihre Liebenswürdigkeit vergelten können!" Sylvia mußte Sie zarte Frau immer betrachten, ste wußte selbst nicht, warum. Ihr war, als hätte sie dieses Geficht schon irgendwo gesehen. Sie grübelte darüber nach. Auch die Stimme tlang so ungemein sympathisch. " Der Aufenthalt hier hat für Sie auch besondere Vorteile," mischte sich Maja in das Gespräch, denn es ist gewiß angenehm, auf dem Lande zu wohnen und doch nicht allzu weit von der Stadt entfernt zu sein. Der Weg dahin ist gut passierbar und wenn Sie sich langwetlen, so können Sie in der Stadt Zerstreuung suchen. Wir haben da etn sehr gutes Theater, wenn es sich auch mit einem Residenztheater nicht messen kann, so"- " In das Theater gehen wir nicht," unterbrach Baron Albersdorff die Rede des jungen Mädchens so ungestüm, daß dieses verwundert aufblickte, „ Aber wenn ich es wünsche, liebster Willibald, nicht wahr, dann dann gehst Du doch mit?" fiel die Baronin mit ihrer sanften Stimme ein. Die junge Baronesse lachte wieder in ihr Taschentuch hinein, was ihr von der Mutter einen vorwurfsvollen Blick eintrug. Ottt, was gibt es denn dabei zu lachen?" fuhr der Vater fie streng an. Natürlich gehe ich mit, wenn Du es wünschest, mein Schatz- natürlich"- wandte er sich freundlich an seine Frau. " Nur nicht widersprechen," murmelte er gegen Sylvia. " D, das wird sehr hübsch werden," jubelte Maja. " Nicht wahr, Sylvia, dann kommst Du doch auch?" Die Angeredete seufzte leise und Maja wandte sich mi schelmischem Lächeln an Baronesse Otti:„ Ste müssen nämlich wissen, unser Stadttheater besitzt heuer einen Sänger, einen Tenor, der seines Gleichen sucht. Er bildet natürlich den Hauptanziehungspunkt. Wir verdanken sein Hiersein auch nur einem ganz merkwürdigen Zufall. Er hat sich nämlich in eine junge Dame verliebt, die hier wohnt. Deshalb nahm er das Engagement an. Sonst wäre er längst am Hoftheater. Wie ich höre, singt er in einigen Tagen den„ Prophet!" " Meine Herrschaften, das dürfen Sie sich nicht entgehen laffen. Vielleicht haben Sie schon von ihm gehört? Es ist ber berühmte Abends 9 Uhr: Jugendbund. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Darmstädter Möbel ab tel die eben bei feineren Ausstattungen fast durchgängig gekauft werden erhalten Sie direkt v. b. Fabrik v. Ludwig Strikinger, Möbelfabrit, Darmstadt, Heinrichstr. 67. 150 Zimmer Einrichtungen. 10fähr. Garantie. Fernruf 1441 Katalog gratis. Kein Kaufzwang. „ Ach laffen Sie nur, der Name tut nichts zur Sache," ftel die Baronin rasch ein. Ste räusperte fich ein paarmal und zeigte sich so unruhig, daß der Gatte ihr wiederholt beforgte Blicke zuwarf. ft Dir nicht wohl?" fragte er zärtlich. " O, doch doch! Ich hoffe, mein leidender Zustand beffert sich bald. Ich habe so eine Art Vorgefühl." Das gebe Gott," seufzte der Baron. Für Maja wurde es allmählich Zeit, an die Heimfahrt zu denken. Leon begleitete fie an den Wagen. Er hielt thre Hand in der seinen und drückte sie leise. Maja machte sich rasch und ungeduldig los. Dann rollte der Wagen davon. X. Es war am folgenden Tage. Hermann Walter lag lang ausgestreckt auf seinem Ruhesofa. Es mußten angenehme Gedanken sein, die ihn beschäftigten, denn ein glückliches Lächeln lag auf dem männlich schönen Gesicht. Er hatte die Hände unter den Kopf gelegt und schaute zur Decke empor. Hie und da sang er ein paar Takte aus der Partitur. Sein alter getreuer Diener Franz steckte den struppigen Kopf zur Türe herein. Nur einen Blick warf er auf seinen jungen Herrn, dann trat er vollends ein und sagte, nachdem sein leises Näuspern unbemerkt geblieben war:„ Gnädiger Herr -verzeihen Sie die Störung, aber es wird Zeit zur Probe." Hermann Walter sah auf die Uhr und sprang dann rasch auf die Füße, indem er, wie in Verwunderung über sich selbst den Kopf schütelte: Nanu, schon zehn Uhr, jebt hätte ich wirklich beinahe die Probe versäumt! Ja, ich sage es immer, die viele Nebenbeschäftigung ist schuld daran!" Nebenbeschäftigung," murmelte Franz erstaunt.„ Ich habe noch nichts davon bemerkt." Was brummst Du da, altes Haus?" rief ihm sein Herr gutgelaunt zu.„ Aber nun tummele Dich!" fuhr er eifrig fort. Rasch bringe meine Sachen, Kragen, Krawatte, Rock, Stiefel, Hut,- na, Du weißt schon alles, was ich brauche!" Franz machte sich, nachdem sein Herr gegangen war, an das Aufräumen des Zimmers, schloß dann sorgfältig hinter sich ab und verließ das Haus, um einige Besorgungen zu machen. ( Forthegung folgt.) ett. Empfehlenswerte Firmen auf dem Lande. Heinrich Arnold, Schreinermeister, Lollar, Rellstraße 18. Empfehle mich zur Ausführung sämtlicher Karl Seipp Zur Frühjahrs- Aussaat Sattler und Tapezier, Lollar, Hauptstraße 79. Anfertigung von feinen und gewöhnlichen Geschirren, Polster- Arbeiten Bauu. Möbel- www Arbeiten - - zu billigsten Preisen. jeder Art. Kinder- Sport- und Puppenwagen, Linoleum in jeder Preislage. 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X Kühnes Bild. eine Herr: Also Schulreiterin im Zirkus war Jhre Mutter Fräulein?" mein Jawohl, meine Wiege Pferde!!" stand auf dem Ein Fortschritt. ,, Na, wie geht's dem Statisten X.?" - 4- Rücksichtsvoll. ,, D, der ist riesig avanciert; früher hat er Leichen gegeben, jetzt spielt er schon Gespenster!" nicht so schlimm. ., Er fiel wohl aus den Wolken, als Ihr Vater ihn mit seiner Bewerbung abwies?". ,, Nein, nur eine Treppe tiefer." Das Spiel mit dem mann. So treiben's schon von Anfang an Die lieben süßen Weiber: Der Mann ist eben Hampelmann Für sie und Zeitvertreiber. Plappermäulchen. Schön gesagt. Studiosus Schluck: ,, Warum gehst Du denn so gern ins Café Metropol?" Studiofus Suff: ,, Mir gefällt dort die Buffetdame mit dem reizenden Titusfopf?" Studiosus Schluck: ,, Ach so! Sie bildet für Dich also die Haupt Attrattion!" ,, Warum verhauen Sie den Michel jedesmal, wenn Sie ihn treffen?" ,, Na, ich meine, wenn er die ganze Tracht auf einmal bekäme, würde er sie nicht aushalten er ist doch ein bißchen schwächlich. So kann er sich inzwischen erholen." Ein Vokativus. Herr( nachts zu der Frau eines Freundes vor der Haustüre): Ihr Mann liegt im Straßengraben!" Frau: it er denn schwer be. zecht?" Herr: ,, An seinem Aufkommen wird gezweifelt.' HERM. Aus der Schule. Lehrer: Der Fürst wurde geboren, als FRENZ die Schlacht bei Leipzig war. Also wann?" Schüler: Am 16., 18. und 19. Oktober." Frißchen:„ Nicht wahr Onkel, Du kannst Trompete blasen?" Outel:„ Warum denn?" Frißchen:„ Vater sagt, Du schmetterst gern einen!" Sprichwörter- Varianten. Der Optimist. Lehrling: Ich steige immer höher 111 der Gunst des Chefs; früher nannte er mich ein Schaf und jetzt nur mehr einen Schafetopf!" Setzerteufel. Der Feuer wehrhornist sprang aus dem Bette und griff nach seinem Korn. Schönheit vergeht Kosmetik besteht. Wer die Schwiegermutter nicht ehrt, Ist der Tochter nicht wert. Den Glücklichen schlägt keine Gattin. XHandlinger Uexierbild. Wo ist der Herr Forstmeister? Erklärung. ,, Warum heißt Du denn Deine neue Villa, die Du auf der steilen Anhöhe erbaut hast, Henrietten- Ruhe? Deine Gemahlin wird sich da gewiß nicht oft hinaufbemühen!" ,, Eben deshalb; da hab' ich vor meiner Henriette Ruhe!" Berantwortlicher Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. Drud und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. Nr. 22. Beitere Slätter für Gießen. Für Abonnenten der Gießener Zeitung" fostenlose Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. Verlag: Albin Klein. ( Alle Rechte für sämtliche Bilder und Terte vorbehalten. Abdrud verboten.) Beim frühjahrsrennen. WING ,, Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammen tamen!" Tmmer Jurist. Rat:„ Herr Referendar, Sie haben meine Tochter gefüßt! Erklären Sie sich, ob in böser Absicht oder nur aus Fahrlässigkeit." Fataler Druckfehler. ( Aus einer Aritik über Landschaften aus Süditalien.) 1910. ,, Der Künstler hat auch auf diesen Bildern den sudlichen Ton wieder vorzüglich getroffen!" It A- G führung. Bandsägen mobilen otore Smotore rifche Eie fee, Tee ld. Waffeln ime Tel. 251 brik ssage. Wilhelmtorbis Iligen 29. us gen Das Reisen. Eine zeitgemäße Betrachtung von Hermann Schmidt- Silesius. enn der Frühling seinen Einzug gehalten hat und die Natur ihm zu Ehren ihren herrlichsten Schmuck anlegt, sodaß dies ganze Land aussieht wie ein unendlich großer Pariser Platz gelegentlich einer Kronprinzenhochzeit, dann erwacht auch in dem Herzen des konservativsten und seßhaftesten Menschen ein Gefühl, welches ihn mit Macht aus seinen vier Pfählen oder fünf Zimmern hinaustreibt in die Ferne oder wenigstens nach dem Grunewald. Es ist das Reisefieber, eine sehr gefährliche Krankheit und ini höchsten Grade ansteckend. Wo es auftritt, sind in furzer Zeit selbst die seelenzahlreichsten Großstädte entvölkert, und nur der allergrößte Dalles ist imstande, die Macht des Fiebers zu brechen. Die Art des Reisens ist sehr verschieden und richtet sich gewöhnlich nach der Steuerstufe des Reisenden. Ein wahr haft königliches, ja sogar faiserliches Vergnügen sind die Nordlands, Palästina- und Mittelmeerreisen. Ferner unter scheiden wir noch Forschungsreisen, Geschäftsreisen, Bierreisen und Hochzeitsreisen. Am gefahrvollsten, aber auch sehr einträglich, sind die Reisen nach sämtlichen beiden Erdpolen oder nach Afrika. Wenn diese Reisenden nicht einige Meilen hinter den letzten Nordhäusern im ewigen Natureise stecken bleiben oder von den Kannibalen als beliebtes Fastengericht vergessen werden, kehren sie mit erfrorenen Gliedern oder verbranntem Teint zurück, übergeben ihre Tage- und Mitternachtssonnenbücher einem Berleger oder beranſtalten Vorlesungen ihrer ben teuer, welche sie manchmal garnicht erlebt haben. Wer sich für eine Nord- und Südpolreise erwärmen fann, muß faltes Blut haben. Sonderbarerweise melden sich dazu noch keine jungen Damen, obgleich es glaubwürdigen Nachrichten zufolge in den Polargegenden von Eis oder Gefrorenem geradezu wimmeln soll. Freilich gibt es dort auch sehr bissige Seehunde, welche ohne Maulkörbe herumlaufen können. In Afrika wieder gibt es noch immer Negerstämme, welche von der Pflanzenkost absolut nichts wissen wollen und weiße Menschen für äußerst nahrhaft halten. Sehr nüßlich aber weniger lustig sind die Geschäftsreisen. Die Leute, welche solche machen, nennt man entweder arme Reisende oder Commis voyageurs. Der Unter schied zwischen beiden beruht auf den Spesen, welche sich ersterer zusammen fechten muß, während sie der andere von seinem Prinzipal erhält. Beide werden auf ihren Reisen oftmals schnell und billig befördert; der eine per Schub, der andere durch den Hausknecht. Es hat im nahen Fliederbusche Die Nachtigall so süß gesungen. Da sind von ihrer Lieder Schall Ringsum die Knospen aufgesprungen. Sehr beliebt bei den Männern und der Schrecken aller Ehefrauen sind die Bierreisen. Sie beginnen gewöhnlich in einem Wirtshause und endigen mit einem Rater. Am schönsten soll eine Hochzeitsreise sein, doch hat sie leider einen riesigen Hafen. Man muß sich nämlich vorher mindestens standesamtlich trauen lassen. Ein solche Reise ähnelt einer Ballonfahrt. Anfangs schwebt man im siebenten Himmel, und zuletzt fällt man aus den Wolfen. Durch die vielen modernen Erfindungen ist das Reisen sehr bequem geworden. Wie traurig stand es damit, als der Dampf noch nicht erfunden und Amerika noch nicht entdeckt war. Wer damals einen ausgewanderten Onkel in Amerika hatte, konnte nicht einmal brieflich mit ihm verkehren, und wollte ein Kassierer einmal in die Ferne schweifen, so stand er traurig am Meeresstrande, von Wehmut und der Polizei ergriffen. Diesen Kalamitäten haben die durchgehenden Züge und Schnelldampfer ein Ende gemacht, und die Defraudationen stehen nun in herrlichster Blüte. Die nüßlichste Erfindung für das Reisen ist die Eisenbahn, und eine angenehme Anregung dabei schaffen Entgleisungen, Radreifenbrüche und Zusammenstöße. Außer denselben gibt es aber auch noch andere Eisenbahnunfälle, welche jedoch meist gar nicht zur Kenntnis des Publikums gelangen. Kommit z. B. die Schwiegermutter mit dem Schnellzuge an, so bedeutet das für den Schwiegersohn eine der schrecklichsten Eisenbahnkatastrophen. Will man während der Fahrt durch einen Tunnel ſein ſchönes vis- à- vis füſſen und knutscht im Finstern die danebensitzende alte pockennarbige Tante ab, so ist dieses mindestens einer falschen Weichenstellung gleich zu achten, obgleich man so etwas nicht einmal ins Beschwerdebuch eintragen darf. Um Unfälle zu verhüten, hat die Bahnverwaltung eine Menge nüßlicher Vorkehrungen getroffen. Die Beamten dürfen z. B. im Dienst nicht rauchen; ferner hat man den Stationsvorstehern Dreimaster verliehen, und außerdem gibt es noch an den Wagen Notbremsen und Notleinen. Die Notleinen waren leider in manchen Fällen nicht angebracht, obgleich sie sehr angebracht gewesen wären. Die Freude am Reisen wird uns leider durch große Hotelrechnungen, fleine Portionen, schlechte Betten, unversajämte Kellner, verschämte Bettler 2c. oft derartig_verdorben, daß selbst die schönste Hochzeitsreise eine Qual ist. Darum kann ich jedem, der da reisen will, nur den guten Rat geben: Wer eine richtige Vergnügungsreise machen will, der bleibe hübsch zu Hause. .. Vergleich. Die Blumenköpfchen streckten sie Sehnsüchtig auf zur lichten Sonne, Empfingen deren heißen Auß In niegeahnter Liebeswonne. Es gleicht mein Herz dem Blümelein In ihrem Duft und ihrem Sprießen Schwur. 味道 味 Temperenzler( mit den Wellen ringend):„ Zu Hilfe, zu Hilfe; ich will mein Lebtag kein Wasser mehr trinken!" Kühnes Bild. Ja, Frau Bas', ich hab' von meinem verstorbenen Prinzipal manchen Fußtritt schlucken müssen!" 豬 Befehl. Pantoffelheld:« Bei dieser Behandlung werd' ich wohl nicht lange leben!" Hausdrache:„ Untersteh Dich! Und zauberschnell erweckte er In ihnen wundersame Düfte. Die strömen aus dem Kelch hervor, Erfüll'n die milden Frühlingslüfte! Weckt es der Liebe Sonnenfuß, Muß es in Liedern sich ergießen. Für Radler. Was ein Radler werden will, krümmt sich beizeiten. Gut Gewissen ist ein sanftes Sattelkissen. Wer da radelt auf der Straßen reden lassen. muß die Leute Erklärlich. ,, Sehen Sie nur, wie innig Ihr Freund die kleine Kommerzienratstochter beim Tanzen an sich drückt." ,, Gott, wenn man selbst so im Druck ist..." Höchste Eifersucht. ,, Haben Sie schon so etwas von Eifersucht gehört? Der Romanschriftsteller Tajetti hat sich derart in die Heldin seines letzten Romans verliebt, daß er sich das Leben genommen, weil der Held sie kriegtc." Juunderlich Ceilung der Arbeit. Professor( zu bettelnden Kindern): Junge, Du machst ein so vergnügtes Gesicht, und Deine Schwester weint zum Steinerbarmen?" - Ja, ich bin erst nächste Woche wieder dran." musikalische TI Neue Bezeichuung. ,, Was haben Sie für eine Beschäftigung?" " Ich besuche Versammlungen und mache noch in derselben Nacht die Berichte darüber für die Morgenzeitung." ,, Also so eine Art literarischer Nachtwächter." Ein ganz Darmloser. ,, Kerl, was machen Sie hier in meiner Wohnung?" ,, Ach, entschuldigen Sie nur gütigst, meine Herrschaften, ich wollte meinen Laubfrosch bloß' n paar fremde Fliegen fang'n. So'n Tierchen möchte halt auch mal' ne kleine Abwechslung haben." ~ ik Der Zerstreute. Ein alter Herr steht an seinem Fenster, durch das er auf den Hof einer Mädchenschule hinaussieht, wo gerade die Schülerinnen in Schlaf, Kindchen, schlaf! Liebesgeschichte. Aber wie's nur fam, daß die Komtesse ihren Klavierlehrer heiratete?"- ,, Ganz einfach! Er behandelte sie erst mit ausgesuchtester Beethövlichkeit, ward dann allmählich etwas mozärtlicher; bald gab's kleine Liebeshändel, und schließlich war sie eben haydnmäßig in thm vernarrt!... Was wollte da der Graf machen er wurde überlisztet! Jetzt ist er aber ganz glücklich über das klizefleine. Mendelssöhnchen!" X Doppelsinnig. Herr( zu einem Großfaufmann): hr Geschäft soll ja, wie ich hörte, bis zu den Menschenfressern hinunter florieren?!" Ja dorthin fann ich nicht genug Reisende schicken." Offenherzig. Kunde( zum Barbier): „ Mein Arzt erklärte mir heute in aller Ruhe, ich müßte mir zu meiner Gesundheit etwas Blut abzapfen lassen." Barbier:„ Das kann ich machen. Soll ich schröpfen oder rasieren?" Wie sang so lieb, wie sang so leis Am Wiegenrand das Mütterlein! Es sang vom Schäflein schwarz und weiß, Vom goldnen Mond, von holden Fei'n. Schlaf Kindchen Tiflerf A.Mr der Zwischenpause spazieren gehen: ,, Weiß der Teufel, ich wohne doch hier schon zwanzig Jahre, aber die Mädchen werden und werden nicht größer." Mutterlaut, o süßer Ton, Gar bald dein letztes Stündlein naht: ,, Schlaf Kindchen", blökt das Grammophon, Den Rest besorgt der Automat. Der eingebildete Kranke. ,, Ach, Herr Sanitätsrat, ich bin immer so frank, daß ich große Angst habe, für den Fall, als ich wirklich frank werden sollte es gar nicht zu bemerken!" Ein Rätsel. Pikkolo( erst vor furzem eingetreten):„ Der Gast hat gesagt, er will a Menu!... A was zum Essen mag dös schon sein... aber halt was?" Eingegangen. Räuber: Ihr Geld oder Ihr Leben!" Dichter( feine Biographie überreichend): Hier ist es. In Kalbleder 1 Mr. 50 Pfg. Von mir selbst verfaßt." But we may Bunn -ab Hзuitou น อ qaf soy pi la gvg' jg311124= buo; 1 อา อา ร้อน อ ( po pluvшo Ma Bu và Dies und Das Ein seltener Baum. In Schenklengsfeld( Kreis Hersfeld) steht eine Linde, die es verdient, im Kreise der Naturfreunde bekannt zu werden. Der Stamm ist durch einen Blitzstrahl in vier Teile gespalten; nach einer anderen Lesart wird die Spaltung des Stammes auf sonstige Naturereignisse zurückgeführt. Die Linde wird auf Ansichtskarten als tausendjährig bezeichnet; ihr Alter ist indes nicht verbürgt. Sehr alt ist der Baum jedenfalls. Im inneren Hohlraume können mehrere Personen bequem stehen. Der Stamm ist mit einer Mauer von 25 m Umfang umgeben. Die vier Teile treiben zahlreiche Aeste, die auf ungefähr 80 Balken ruhen. Die grünende Linde bildet den Schmuck des ganzen Dorfes. Sie ist ein beliebter Spielplatz für Kletterübungen und sonstige Spiele, außerdem treibt das junge Volk durch Schneiden von Pfeifen und Schalmeien dort allerlei Kurzweil. Als Abschluß führt rundherum eine Mauer von 70 m Umfang mit vier Eingängen. Unter der Linde werden bei günstigem Wetter alle Tanzfeierlichkeiten abgehalten. Der Baum ist stummer Zeuge zahlreicher Liebesabenteuer gewesen und wird die Rolle eines stummen Beobachters hoffentlich noch recht lange spielen. Die Uhr als Kompaß. Will man sich in einer unbekannten Gegend zurechtfinden und hat keinen Kompaß zur Hand, so genügt die Taschenuhr, vorausgesetzt, daß die Sonne scheint. Man halte die Uhr wagerecht so vor sich, daß der Stun denzeiger nach der Sonne zu deutet, dann ist die Halbierungslinie des Winkels zwischen dem Stundenzeiger und dem nach der Ziffer XII gehenden Radius die Nord- Süd- Linie, die Halbierungslinie selbst deutet nach Süden, ihre Verlängerung nach Norden. Um die Richtigkeit dieser Behauptung zu erkennen, überlege man folgendes: Die Sonne geht in 24 Stunden einmal im Kreise herum. Ginge nun auch der Stundenzeiger in 24 Stunden einmal im Kreise herum, und deutete er um 12 Uhr mittags nach der Sonne, das heißt in diesem Augenblicke nach Süden, so würde er während seines ganzen Verlaufes stets nach der Sonne deuten. Umgekehrt, wenn man ihn zu beliebiger Zeit nach der Sonne deuten ließe, so wiese der zur XII gehende Radius nach Süden, also der zur VI gehende nach Norden. Nun geht Homogramm. aber der Stundenzeiger in 24 Stunden zweimal im Kreise herum, also doppelt so schnell als die Sonne. Deutet er um 12 Uhr auf die Sonne, so ist er zum Beispiel um 2 Uhr schon doppelt so weit als die Sonne, er deutet auf die II, die Sonne ist erst bei der I, Süden ist bei der XII. Soll der Stundenzeiger auch jetzt ( um 2 Uhr) wieder nach der Sonne deuten, so müssen wir die Uhr um 1/12 ihres Umfanges drehen, so daß die II an die Stelle der I kommt und der Zeiger wieder mit der Sonnenlinie zusammenfällt, dann tritt aber die I an die Stelle der XII, das heißt, die I, die mitten zwischen XII und II steht, weist nach Süden. Entsprechend ist es zu anderen Stunden. Heitere Ecke. Kindermund. In einer sächsischen Volksschule hatte die Lehrerin ihren kleinen Schülerinnen den Unterschied zwischen„ der" Heide und„ die" Heide klarzumachen versucht. Sie will sich nun überzeugen, ob sie auch richtig verstanden wurde, und fragt die kleine Erna:„ Nun, kannst du mir auch sagen, was Heide alles ist?" Vegierbild: Wo ist die Besitzerin des Schirmes? Unsere Rätselecke 1. weiblicher Vorname. 2. Mitteilung. 3. Empfindung. Die Buchstaben A A A, B B B, EE E E, F F, III, L L, M M, R R sind nach dem Muster obiger Figur derart zu ordnen, daß die drei wagerechten Reihen gleichlautend mit den drei senkrechten sind und Wörter von der beigefügten Bedeutung bilden. Abstrichrätsel. Lob, Lindau, Verein, Hafer, Schafe, Lade, Ast, Ahn, Ural. Von jedem Wort sind an beliebiger Stelle zwei Buchstaben zu streichen. Die stehenbleibenden Buchstaben müssen, im Zusammenhang gelesen, ein bekanntes Sprichwort ergeben. Arithmogriph. 1 2 3 4 5 2 6 7 8 9 europäischer Staat 2 3 4 5 6 Pflanzenteil 38562 Stolz des Landmanns 4 3 8 9 6 4 Fahrzeug 5 3 1 1 6 6 Getränk 267962 Vogel 67896 Baum 7 234 Land in Asten 89 7 11 26 Zeichen 96742789 männlicher Vorname. Ergänzungsrätsel. -tkorb, An-, N- I Anstelle der Striche ist jedesmal die gleiche Anzahl Buchstaben zu setzen, so daß bekannte Hauptwörter entstehen. Die eingefügten Buchstabengruppen bezeichnen im Zusammenhang ein beliebtes Vergnügen. " Heite ist Dunnerstag, Freilein!" lautete die unerwartete Antwort. Scherzfrage. Wie kann man Pferd" schreiben, daß es vor- und rückwärts gelesen gleich lautet? Darum.„ Es ist mir unbegreif= lich, wie Sie, unsere begeisterte Vorkämpferin für Frauenemanzipation, sich zur Ehe entschließen konnten! Unsere Losung heißt doch: Los vom Mann Ja, wissen Sie, im Vertrauen gesagt, man hat aber doch gern jemand, mit dem man mal ein vernünftiges Wort reden kann." Begründet. Wo hast du denn deinen Bräutigam aufgegabelt?" Aber Ella, welch ein Ausdruck!" ,, Aber ich bitte dich! Ist er nicht nett zum Fressen?!" Nur das nicht! Ihr Kassierer macht jetzt immer einen so schläfrigen Eindruck.".- ,, Lassen Sie ihn; wenn er nur nicht europamüde wird!" Die Klatschbase. Dame:" Was soll ich nun ergreifen, nachdem mein Mann gestorben ist?" wärs mit einem bureau?" Gleichklang. Herr:„ Wie AuskunftsIch hab es mich mit freiem Wort, Ich will kein Unrecht dulden. Mein Herz wars, da mich fort und fort Bedrückten Not und Schulden, Bis daß vom Onkel kam ein Brief. Der war's mit tausend Gulden. Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer. Schachaufgabe 275: 1. Sc4- e5 beliebig. 2. Dc3- c4 oder Dc3- e3 oder Dc3-13 oder Dc3- d3 matt. Magisches Quadrat: MORD ODER REUE DREI Ergänzungsrätsel: Pfad, Wein, Gast, Taube, Strauch. Pfingstbesuch. Verantwortlicher Redakteur: Paul Oschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 129. № 21. Neur elchalle Beilage zur Gießener Zeitung. Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. Verlag Albin Klein. Die Wundertanne" in Schwarzenberg ( Salzburg). Die Natur liebt den Wechsel; sie schafft nicht ein Ding dem andern völlig gleich und gefällt sich oft in allerlei Absonderlichkeiten, gerade wie die Schöpferischen unter den Menschenkindern auch. Besonders die Pflanzenwelt ist reich an extravaganten, bizarren Formen. Die Schwarzenberger Wundertanne gehört in dies lebendige Raritätenkabinett, und zwar als eine seiner feinsten Nummern. Nicht wie ein einzelner Baum, sondern wie ein ganzer Wald nimmt sie sich von fern aus mit dem Gewire der abnorm starken und langen Aeste, die den etwa 6,50 Meter starken Stamm in wunderlicher Anordnung umgeben. Viele von ihnen wachsen erst seitlich geradeaus und recken sich dann senkrecht nach oben, jeder selbst einen Baum von ganz ansehnlichen Maßen darstellend. Ein Bild knorriger Urwüchsigkeit und Eigenart, diese in sich verwachsene, verästelte Tanne, die da mitten zwischen den schablonenmäßig geradegerichteten Waldbäumen steht! 1910. Spätes Glück. Novelle von Regine Busch. ( 2. Fortsetzung.) ewiß, es ärgert mich auch," sagte die alte Dame eifrig. Natürlich ärgert es mich, dies Getue." Der alte Herr wollte Einwendungen machen, aber sie schnitt ihm mit ihrer flinken Art zu reden das Wort ab und sagte nun so recht mit ihrem rheinischen Tonfalle: ,, Ach was, Professor, verteidigen Sie mir die Hilde nun nicht erst lang und breit! Sie verziehen mir das Mädel überhaupt viel zu arg. Nun ja-- ste tut ja auch nicht viel Schlimmes, benimmt sich sogar ganz fürchterlich stolz und korrekt. Aber gerade das ärgert mich. Sie könnte es ja gar nicht besser machen, wenn sie sich vorgenommen hätte, dem Jungen den Kopf zu verdrehen. Nein, ich sage ja auch nicht, daß sie es mit Absicht tut, aber es ärgert mich doch. Und der Junge mit seinem kranken Hals hätte doch auch was anderes hier zu tun, als nur Cour zu schneiden! Und Aber ich reise mit Hilde heim, gleich morgen. er kann zurück zu seinem Regiment und sehen, wie es ihm nun weiter geht. Und unsereins kann sich nachher zu Hause halbtot um ihn quälen und sorgen. Ach, Professor, vergessen Sie mir's nur nicht, nachher in Berlin recht ein Auge auf ihn zu haben!" Der alte Herr lachte. ,, Wenn er mich nur nicht bald ganz vergißt über der Jugend dort, Männlein und Fräulein, die alle so viel anziehender sind als so ein verbrauchtes altes Menschenkind! Ich bin immer für ihn zu haben, Frau Anna, schon weil es Ihr Junge ist. Und dann hat er auch mehr von Ihnen abbekommen als Ihre anderen Kinder, nicht nur die Augen, auch das andere, das Sonnige, Lebensfreudige! Er ist mir ans Herz gewachsen, der Schlingel!" Ach, ,, Er ist mein Jüngstes und mein Verzug," sagte sie weich.„ Er war so klein bei meines Mannes Tode, so viel jünger als die andern Kinder! Da habe ich mich mit allen Herzfasern an dies Jüngste angehängt und kann nun nimmer los. Professor sie können wohl ruhig sein und über mich lachen! Sie brauchen sich um kein eigen Kind zu quälen, und sogar das läßt euch Männer ja kühler und klarer als uns. Aber wir Mütter, wir armen Mütter! Raum sind wir mit Müh und Not mit all dem Sehnen und Wünschen fürs eigene Leben fertig geworden, so fängt alle Unruh wieder von vorne an mit den Kin dern und für die Kinder--!" Der alte Herr nickte. ,, Ja und für eure Kinder seid Ihr Frauen dann noch viel begehrlic, er und törichter als früher für euch selbst und euer eigenes Dasein. Die Besten unter euch sind so leider!" Er sah seine Gefähr tin mit klugen Augen an und schüttelte leise den Kopf. " Und merkwürdig, es ist dann, als hättet Ihr umsonst gelebt und nichts bei all dem eigenen Leiden gelernt! Sogar alles, was Ihr Ungerechtes von euresgleichen erfahren habt, was euch einmal so heiß gekränkt und empört hat, vergeßt Ihr dann, Ihr Mütter, und tut es anderen ruhig an, wenn es euern Jungen nützlich ist!" Sie sah ihn von der Seite an. Wie ein rasches Verstehen glitt es über ihr Gesicht, aber sie fragte wieder:" Was soll das, Professor?" Er nickte ihr freundlich zu. „ D, Sie wissen schon, was ich meine, Frau Anna. Ich habe nur an meine Mutter gedacht und an alles, was sie uns beiden angetan hat in unseren jungen Jahren, und daß Sie jetzt den beiden dort unten am liebsten dasselbe antun möchten!" Er wies hinunter. Dort auf den großen Steinblöcken im Wasser, die zum Schutze der Bucht als Wellenbrecher vor das kleine Vorgebirge gelegt waren, standen die beiden jungen Gestalten. Schlank und dunkel hoben sie sich von dem hellen Wasser ab. Hilde war am weitesten hinausgeklettert. Als ob sie sich nach der Ferne da draußen sehne, stand sie auf dem großen, grauen Felsblock. Sie hatte den Hut abgenommen und ließ sich den Seewind um Stirn und Haar wehen. Auch von hier oben sah man die Anmut in Haltung und Linien der jungen Gestalt und den Sonnenglanz auf all dem wirren, krausen hellen Haar. Die Alten hatten schweigend eine Weile ihre Gedanken weitergedacht. Dann sagte Frau Anna mit ihrem hübschen, jungen Lachen:„ Ja, Professor, unsere Jugend! Schön war es doch warum ist denn nur alles so anders mit uns gekommen?" „ Mei Mutter hat's gewollt, die alte Geschichte," sagte er leise.„ Oder vielmehr, sie hat's nicht gewollt, denn das, was sie durchaus gewollt hat, habe ich dann doch zum Schlusse nicht getan. Meine Fügsamkeit war nur passiver, nicht aktiver Natur, und zu der großartig ausgedachten„ guten Partie" hat sie mich dann doch nicht bringen können und hat es so recht töricht mit mir gemacht in ihrer übergroßen Liebe!" " Ja, sie hat's nicht gut mit uns gemeint," sagte Frau Anna,„ und nur, weil ich damals nichts war und nichts hatte! Ich hab' auch gemeint, das Herz müßte mir darüber brechen.- Aber sie ist nun schon so lange tot, und ich trage ihr längst nichts mehr nach Gott hab' sie selig, Ihre Mutter! Es ist auch so viel Gras über die alten Geschichten gewachsen, daß es ganz lustig ist, einmal mit einander davon zu reden. Und wer weiß, ob es nicht doch so am besten für uns beide gewesen ist!" " Ja, Frau Anna, Sie haben gut reden, denn Sie sind freilich auch so prächtig mit dem Leben fertig geworden. Sie hatten damals kaum Zeit zum Unglücklichsein, dann kam Ihr Braut stand und Ihre glückliche Ehe und das reiche Leben mit Ihrern Kindern. Ihnen hat meine Mutter nicht viel anhaben können, aber mir, dem sie es recht gut machen wollte, hat sie doch viel verdorben am Leben." ,, Ach, Professor, Sie haben's doch auch immer gut und bequem gehabt und sind ganz was Großes und Berühmtes geworden. Ich habe immer meine helle Freude an Ihnen – und daß wir uns nun so freundlich im Alter wieder be gegnet sind!" ,, Nein, Frau Anna, etwas ganz Rechtes und Gesundes wird aus keinem Menschen, der allein durch das Leben geht, wie ich es gemußt habe. -Freilich, Sie haben auch anderswo hingepaßt, so ein gesundes Gewächs faßt überall Wurzel und schlägt von neuem aus. Man nennt das bei uns " Anpassungsvermögen". Ich habe leider nicht viel davon gehabt und habe mich deshalb an nichts und auch an niemand recht gewöhnen können." ,, Schön gequält hätt' ich Sie, Professor! Mit meinem Alten habe ich das auch so gemacht, aber der wußte sich schon zu wehren!" Der alte Herr sah sie mit seinem guten Lachen an. " Vielleicht hat mir das gerade gefehlt. So hat mich niemand recht geplagt und recht gefreut, und ich bin auf meine eigene Art allein alt geworden." ,, Alt und gut, besser wie all die andern," sagte sie warmherzig. Er schüttelte abwehrend den Kopf. Nach einer Pause fuhr er ruhig fort:„ Ich glaube wohl, daß Oskar viel von Ihrer glücklichen Natur und diesem gesunden Anpassungsvermögen hat- aber ein Risiko bleibt es immer, wenn man so einem jungen Blute seine erste Liebe eigenmächtig nimmt, -es greift dann nach dem ersten besten Ersatz, der ihm über den Weg läuft. Und der Junge hat viel Temperament! So einsam wie ich wird der schon nicht durchs Leben gehen, aber- Ich möchte die Verantwortung für ihn nicht übernehmen." „ Unsinn, Professor, er wird schon vernünftig werden. Er ist überhaupt noch viel zu jung, um an heiraten denken zu dürfen. Und dann muß er auch erst viel kräftiger und gesunder werden!" „ Ach was, augenblicklich fehlt ihm gar nichts, und in Zukunft hat er viel mehr Chancen, als vernünftiger Ehemann gesund zu bleiben wie als unverheirateter tanz- und lebenslustiger Leutnant!" ,, Aber seine Karriere, seine Stellung?" „ Es ist überhaupt sehr fraglich, ob er General wird! Aber wenn er das Zeug hat, etwas Tüchtiges zu leisten, dann tut er es sicher eher an der Seite einer klugen, feinen Frau, als in einem öden Junggesellendasein!" ,, Klug und fein?", sagte Frau Anna. ,, Ihr habt alle einen Narren an dem Mädel gefressen. Hätte ich das voraussehen können, so würde ich sie gleich damals ruhig nach Ostpreußen heimgeschickt haben; aber sie war da in San Remo dies Frühjahr so gottsverlassen einsam und traurig nach ihres Vaters Tode und hatte den letzten Groschen ausgegeben, um ihn im Süden zu Tode pflegen zu dürfen. Da habe ich sie zu mir genommen, weil es mir doch auch einsam geworden ist, seit meine Mädels verheiratet sind. Aber hätte ich das geahnt! Warum ist man nur immer so kurzsichtig!" ,, Ach was, Frau Anna, Ihr gutes Herz in allen Ehren; aber sie haben außerdem auch ein paar schönheitsuchende, anmutliebende Augen- und die haben sie veranlaßt, Hilde zu sich zu nehmen. Und nun wollen Sie nicht begreifen, daß Oskar, der doch Ihre Augen geerbt hat, auf seine Art dasselbe sieht!" ,, So, dann soll ich dem Jungen wohl noch zureden, sie doch ja möglichst bald zu heiraten-?" ,, In Ruhe lassen sollen Sie ihn und nicht unnötig mit all Ihrer mütterlichen Eifersucht und Weisheit dazwischen fahren, solange er nichts Schlimmeres tut! Und die Hilde sollen Sie mir nicht ärgern und quälen, denn die hält sich brav und ſtolz, und es ist mir noch gar nicht ganz klar, ob sie unsern Leutnant überhaupt will!" ( Fortsetzung folgt.) Taufe im Spreewald. Nach dem Gemälde von Werner Zehme. 3000000 4000000s cere ezu Nr. 73 19 Montag, de Brandplay am Verfäumni feuerlöschordnun frafgefeßes ged aller alten u Die zur& Armbinde Ver Die für di Ichule zu G ferungen wie: 206 Der Gi 46) Dri Zufäl Du, f „ ich hätte zusammen fein Herr und daher 90 den Hof - ganz a mals so es auch ni quat gia fauber un mir vorge auftischte. bet ihr!" thrine era the thres tommt im Ehrenman st. Uni