8., nachm eine Haupt Gießen 8 Dr. St ngefe; t itglieder& andwirtscha g eingeladen. at. Iterter felmeir opf frei Sa Mayer Telefon 348 rokodil". aulalat foll in Dolen ju fo gegen Na Nürnberg, Be 21. ariche gesucht Nachfolger, ake 5. er ge, rtneret ju er Bebre treten bet Dandelgartner, n. 300-320 aun, Neubo at. Lang- Gö verlässiges then, er fofort gefugt fried Sten ach. Wohnung Mai 1910 ee 27. p. 1000 6 t. Näb Trappe rg b. L. chenlohn Provision den Be mschilder and Frog nt.- de garantiert gewefen find nb fpielend Stunft und erfäume ba Jen. Poft abrik esterwald. rung. 3. 68. Mts, en im Pfand 11, verfteigert: Schreibtif Schränke, Tifche u. a. m April 1010. Pfandmeifter. ireles mit gute r Shrift will, in ber Steßen, eg 83. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 59. Belanntmachung - der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 21. April 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die Staatssteuerzettel für 1910 werden den Steuer= pflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. Diejenigen Steuerpflichtigen, welche bis zum 1. Mai leinen Steuerzettel erhalten haben, werden aufgefordert, hiervon auf unserem Steuerbureau Anzeige zu erstatten. Gießen, den 18. April 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 18. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemartung Gießen links der Lahn 1. und 2. Teil. In der Zeit vom 20. bis einschließlich 27. April 1910 liegen Werktags in der alten Gewerbeschule zu Gießen Afterweg folgende Akten zur Einsicht der Beteiligten offen. 1. für Gießen links 2. Teil: 1. die Geldausgleichungsverzeichnisse von Gießen, Klein Linden, Heuchelheim und Wieseck; 2. ein Verzeichnis über Entschädigungen verschiedener Art; 3. das Hauptgeldausgleichungsverzeichnis; 4. ein Verzeichnis über nachträgliche Abschätzung von Obstbäumen; 2. He ein Machtrag zum Geldausgleichungsverzeichnis von Gießen links der Lahn 1. und 2. Teil. Einwendingen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist im Offenlegungslokal schriftlich abzugeben. Friedberg, den 14. April 1910. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. gez. Schnittspahn, Gr. Kreisamtmann. Bekanntmachung. Die Steigerer von Holz aus den Waldungen der Stadt Gießen werden aufgefordert, das auf dem Schießstandsgelände lagernde Holz in der Zeit vom 18. d. Mts. bis 2. Mai d. Is. abzufahren, da während dieser Zeit dort keine Schießübungen stattfinden. Gießen, den 16. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V. Ke II er. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung der polizeilichtechnischen Maß und Gewichts- Revi sion in Gießen. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntnisnahme der Interessenten, daß demnächst eine allgemeine Révision der Maße, Gewichte und Wagen in hiesiger Stadt vorgenommen werden wird. Mit Ausführung derselben wird ein Eichmeister und ein Schußmann betraut werden. Die Gewerbetreibenden sind gehalten, diesen Beamten bei Meidung der Strafe des§ 369 Nr. 2 des Reichsstrafgesetzbuches alle in ihrem Betriebe benüßten Maße, Gewichte und Wagen vorzuzeigen und die Prüfung derselben zu gestatten. Bei der Revision sich ergebende Vorschriftswidrigkeiten werden nach den angezogenen Geseßesstellen mit Geldstrafe bis zu 100 Mr. oder Haft bis zu 4 Wochen, auch mit Einziehung der unvorschriftsmäßigen Maße, Gewichte und Wagen geahndet. Um Strafen möglichst zu verhindern und das Revisionsgeschäft zu beschleunigen, empfehlen wir den Interessenten, ihre der Revision unterworfenen Gegenstände vorher bei dem Neuenweg Nr. 43 dahier amtierenden Großherzoglichen Eichamt Gießen prüfen zu lassen. Die Vorrevisionen finden für die Gewerbetreibenden der nachbenannten StraBen an den jeweils angegebenen Tagen statt und zwar: Bezirk I. Vom 15. bis 31. April 1910: Kreuzplab, Seltersweg, Maigasse, Plockstraße, Teufelsluftgärtchen, Johannesstraße und Diezstraße wohnen. Bezirk II. Vom 1.- 15. Mai 1910: Marktplatz, Mäusburg, Kirchenplay, Lindenplay, Schulstraße, Schloßgasse, Kaplanei= gasse, Wagengasse, Wettergasse, Kirchstraße, Burggraben, Auf der Bach, Dreihäusergasse, Bezirk III. Vom 16.- 31. Mai 1910: Marktstraße, Rittergasse, Neustadt, Löbershof, Mühlgasse, Kornblumengasse, Westanlage, Nordanlage, Oswaldsgarten, Hammstraße, Lahnstraße, Rodheimerstraße, Krofdorferstraße, Schüßenstraße, Hardt. Bezirk IV. 21. Jahrg. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung der Gewerbeordnung; hier: Sonntags= ruhe in offenen Verkaufsstellen. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß auf Grund des Ortsstatuts vom 27. Juni 1892 am 1. und 8. Mai d. Js. als den zwei Sonntagen vor Pfingsten, die Beschäftigungszeit der Handlungsgehilfen 2c. 2c. und die Verkaufszeit für das gesamte Handelsgewerbe bis 7 Uhr abends ausgedehnt werden kann. Gießen, den 19. April 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Wir sehen uns veranlaßt, das Publikum darauf hinzuweisen, daß bei Unfällen stets die nächste durch entsprech endes Schild gekennzeichnete Verbandsstelle der Freiwilligen Sanitätstolonne vom Roten Kreuz um Hilfeleistung angerufen wird. Sollte ein Transport von Kranken nach den Kliniken durch die Sanitätstolonne gewünscht werden, so ist ebenfalls möglichst frühzeitig die nächst gelegene Verbandsstelle hiervon zu benachrichtigen. Gießen, den 19. April 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Weg entlang des Elektrizitätswerkes von heute an bis auf Weiteres für jeglichen Fuhr- und Radfahrvertehr gesperrt. Gießen, den 19. April 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Pflasterarbeiten für die Befestigung des Zugangsweges zum Voltsbad von der Westanlage aus sollen Montag, den 25. d. Mts., vorm. 11% Uhr, äffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 18. April 1910. Städtische& Tiefbauamt. Braubach. Vom 1.- 15. Juni 1910: Bahnhofstraße, Tiefenweg, Kaplansgasse, Katharinengasse, Löwengasse, Wolkengasse, Schanzeustraße, Frankfurterstraße, Alicestraße, Wilhelmstraße, Liebigstraße, Leihgesternerweg, Riegelpfad, An den Bahnhöfen, Ebelstraße, Friedrichstraße, Hofmannstraße, Crednerstraße, Hillebrandstraße, Klinitstraße, Weßlarerweg, Gra- Vergebung von Maurer- u. Pflasterarbeiten. benstraße, Hinter der Westanlage. Bezirk V. Zum Ortsbaustatut der Stadt Gießen vom 6. Juli 1888. phanstraße, Hessenstraße, Schiffenbergerweg, Ludwigsplay, ift folgender Nachtrag erlassen worden. Gießen, den 14. April 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Auf Grund des Artikels 2 der Allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 und der§§ 3-5, 7 und 9 der Ausführungsverordnung hierzu vom 1. Februar 1882 wird auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 5. August 1909 nach Anhören des Oberbürgermeisters und Begutachtung durch den Kreisausschuß mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern vom 21. Dezember 1909 zu dem Ortsbaustatut für die Stadt Gießen folgender Nachtrag erlaffen: Zu Artikel 59 der A. B. O. und 78 der Ausf.- Ver§ 1. ordnung. Für die Bergstraße, Gartenstraße, Hofmannstraße und Moltkestraße wird offene Bauweise vorgeschrieben. Zu Artikel 59 der A. B. O. § 2. Die an diesen Straßen zu errichtenden Gebäude dürfen nicht mehr als zwei Stockwerte über dem Erdgeschoß erhalten und müssen von den Nachbargrenzen mindestens drei Meter entfernt bleiben. Ein Vorspringen von Treppen, Erfern, Balkonen und dergleichen bis auf 2 Meter Abstand von der Nachbargrenze ist zulässig. Zu Artikel 37 und 59 der A. B. O. § 3.1 Für die Höhe der Seiten und Hintergebäude und de ren Entfernung von der Nachbargrenze gelten die Bestimm= ungen in§ 2. Solche Gebäude dürfen nur mit besonderer Zustimmung der Stadtverordneten- Versammlung und unter den von dieser etwa zu stellenden weiteren Bedingungen genehmigt werden. Zu Artikel 59 der A. B. D. § 4. Alle von einer Straße aus sichtbaren Außenseiten der Vorder, Hinter- und Seitengebäude müssen eine gefällige architektonische Ausbildung erhalten. Zu Artikel 29 der A. B. O. § 5. Anlagen der in§ 16 der Gewerbeordnung bezeichne ten Art sind in den in§ 1 genannten Straßen unzulässig. § 6. in Kraft. Diese Bestimmungen treten mit ihrer Veröffentlichung Gießen, den 14. April 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Vom 16.- 30. Juni 1910: Neuenweg, Neuenbäue, Sonnenstraße, Erlengasse, Weidengasse, Gartenstraße, SteLudwigstraße, Südanlage, Bismarckstraße, Goethestraße, Bleichstraße, Bergstraße, Löberstraße, Licherstraße, KaiserAllee, Wolfstraße, Moltkestraße, Eichgärten, Großer Steinweg, Roonstraße, Gutenbergstraße. Bezirk VI. Vom 1.- 15. Juli 1910: Walltorstraße, Wetsteingasse, Wetsteinstraße, Lindengasse, Brandgasse, Brandplab, Kanzleiberg, Hundsgasse, 3ozelsgasse, Asterweg, Schillerstraße, Braugasse, Steinstraße, Weserstraße, Dammstraße, Eder= straße, Schoktstraße, Marburgerstraße, Wieseckerweg sowie Ostanlage und alle anderen noch nicht aufgeführten Straßen. Im Interesse eines besseren Fortganges der Revisionen und um die Gewerbetreibenden vor unnötigen Kosten zu bewahren, ist es unbedingt erforderlich, daß sämtliche zu prüfenden Gegenstände in gehörig gereinigtem Zustande und reparaturbedürftige Maße und Wagen erst nach vollzogener Reparatur in das Eichlotal verbracht werden. Gießen, den 10. April 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Reinhart. Bekanntmachung Dienstag, den 26. April 1910, nachmit= tags 2½ Uhr, findet im Cafe Ebel zu Gießen die diesjährige ordentliche Generalversamm= lung unseres Vereins statt, wozu die Ausschußmitglieder, die sonstigen Mitglieder des Vereins und der angeschlossenen Ortszuchtvereine, sowie alle Interessenten ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung. 1. Rechnung 1909. 2. Voranschlag 1910. 3. Jahresbericht. 4. Verschiedenes. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien derjenigen Ge meinden, in welchen sich Mitglieder unseres Vereins und Züchter von Vogelsbergervieh befinden, werden ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung ortsüblich veröffentlichen zu lassen. Gießen, den 16. April 1910. Der Direttor des Kreisrinderzuchtvereins Gießen ( Vogelsberger). Dr. Merck, Gr. Regierungsrat. Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestigung der Bürgersteige in der Ebelstraße zwischen Riegelpfad und Wilhelmstraße sollen Montag, den 25. d. Mts., vorm. 11 Uhr, äffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 18. April 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Lieferung von Fußbodenöl. Die Lieferung von zirka 1870 Kilogramm Fußbodenöl für die städtischen Gebäude soll Samstag, den 23. April ds. J., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunti an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, 12. April 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Bergebung von Pflasterarbeiten. Die Pflasterarbeiten für die Neubefestigung der Liebigstraße zwischen Frankfurterstraße und Oberhessischen Eisenbahn sollen Mittwoch, den 20. April ds. Js., vormittags 11½ Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen lie gen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Ausschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 13. April 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Die am Montag, den 18. d. Mts. begonnene Ver= steigerung von Kleidungsstücken, Mö= beln 2c. wird am Montag, den 25. d. Mts., na ch mittags 2½ Uhr im städt. Hospital, Seltersweg 11, fortgesetzt. Gießen, den 20. April 1910. Die Armen Deputation der Stadt Gießen. Keller. Parlamentarisches aus Hessen. Der Finanz ausschuß der zweiten Kam mer ist am Dienstag unter Vorsiz des Abg. Reinhart wieder zusammengetreten. Zuerst wurde den beiden Regierungsvorlagen, betreffend den Rechnungsnachweis der Landeskreditkasse für die Jahre 1904 und 1905, worüber Abg. Reinhart referierte, zugestimmt. Ein Antrag Dr. Pagenstecher geht dahin, daß für die Gehalte der Volksschullehrer in den Städten nicht mehr eine Limitierung bei den Pensionssäten maßgebend sein soll. Vom Ausschuß wurde der Antrag mit Stimmengleichheit abgelehnt. Eine Vorstellung des Vereins der seminaristisch gebildeten Leh rer an den höheren Bürgerschulen Hessens richtet an die Zweite Kammer die Bitte, zu veranlassen, daß die seminaristisch gebildeten Lehrer an den höheren Bürgerschulen ihren Amtsgenossen an den staatlichen Lehranstalten im Ge' halte gleichgestellt werden. Hierzu nahm der Ausschuß einen Antrag des Abg. Dr. Osann an, die Vorstellung der Regierung zur Erwägung zu übergeben. Der Antrag Noack, betreffend die Besserstellung der Handarbeitslehrerinnen, wurde in Verbindung mit einer die gleiche Frage betreffen den Vorstellung der Handarbeitslehrerinnen beraten und einstimmig angenommen. Weiter wurde die Vorstellung der ersten Bureaugehilfen bei den Kulturinspelbionen der Regierung zur Erwägung anheimgegeben. Der Antrag Dr. Frenay, betreffend die Abgabe von Laub an die Gemüse produzierende Bevölkerung wurde für erledigt erklärt, nachdem mitgeteilt worden war, daß inzwischen eine Reihe von Maßnahmen zugunsten der Interessenten von der Regierung durchgeführt worden ist. Desgleichen wurde für erledigt erklärt eine Vorstellung der mittleren Baubeamten. Der Antrag des Abg. Penn rich, betreffend eine Rheinbrücke Bingen- Rüdesheim, wurde ebenfalls für erledigt er' flärt; desgleichen die Vorstellung des Lokomotivführers Sehring, betreffend Anrechnung von Vordienstzeit. Die Vorstellungen des Wagenmeisters Gimbel und des Eisenbahnsekretärs Pfau in Mainz wurden abgelehnt. Die Regierungsvorlage, betreffend die Nebenbahn Kreuznach- Sprendlingen und die Vorstellung der Gemeinde Langenborgheim, betreffend die Bahn Hanau- Büdingen, wurden zurückgestellt, die Vorstellungen der Gemeinden Lämmerspiel und GroßSteinheim betreffend die Bahn Klein- Steinheim- Bieber, wurden abgelehnt. ** fleinen, bedeutungslosen Ausstände als weltbewegende Ereignisse hinstellen und als glänzend gelungen bezeichnen. Außerdem bemühen sie sich, nachzuweisen, daß der Massenstreit unvermeidlich und es daher die dringende Ausgabe der Arbeiterschaft sei, sich darauf in entsprechender Weise vorzubereiten. Angesichts derartiger weitreichenden und kostspieligen Pläne werden die Sozialdemokraten in Zukunft nicht mehr das Märchen von dem wirtschaftlichen Glend der Arbeiterflasse aufrecht erhalten können. Denn wenn sie bereit und in der Lage sind, für einen sicher wirtungslos verpuffenden Generalstreif ungezählte Millionen zu opfern, die doch alle aus einzelnen Arbeitergroschen aufgebracht sind, kann man von einem wirtschaftlichen Notstande der Arbeiter nicht sprechen, weil sonst diese Millionen doch für andere Zwecke, nämlich für die Linderung des Notstandes, verwendet werden müßten. Diese Aufgabe aber überläßt die deutsche Sozialdemokratie der bürgerlichen Gesellschaft und der Sozialpolitif des Staates, durch die die Arbeiter unter allen Umständen vor der äußersten Not sicher gestellt sind. Ja, man tann sagen, daß diese große soziale Gesetzgebung, durch welche jährlich viele hunderte von Millionen vom Staate wie von dem Unternehmertum zugunsten der Arbeiterschaft aufgebracht werden, der Sozialdemokratie es überhaupt erst ermöglicht, mit den von ihr den Arbeitern durch ein fein ausgebautes Schröpfverfahren abgenommenen Millionen eine derartige leichtfertige Politik zu treiben. Nach einer Mitteilung des Staatsministeriums gelang= ten die Freifahrkarten für die Abgeordneten der Zweiten Kammer dieser Tage zur Ausgabe. Die Karten gelten zur Fahrt vom Wohnort der Abgeodneten nach Darmstadt, wobei auch etwaige Umwege mit günstigeren Verbindungen Berücksichtigung finden. Die freie Fahrt ist von der preußischen Eisenbahnverwaltung gegen ein jährliches Pau schale von 14 000 Mt. gewährt worden. Wenn demnächst die Frage der Freifahrt für die Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses geregelt werden sollte, wird nach den Bestimmungen des preußisch- hessischen Eisenbahngemein- schaftsvertrages die Zahlung dieser Summe für Hessen in Wegfall kommen. Massenstreik. 5,75-6,25 Mt., Butter 1 Pfund 1,20-1'25 Mt., Tauben das Paar 0,90-1,00 MA und Hühner das Stück 1,00 bis 1,50 Mt. Aus Hessen und Nachbargebiet. bei dem Mülheimer Milheim vor der 1 Serdurch weiteres wohnhajte Zugführe für sich das Verbi Er habe die Solda heises aufgefordert mungssignale turz v * Fulda. berin in der Perfon ler zu Niederbieber 10 Tagen verschwun schnittenem Salfe unte en Die Mutter leg Word begangen hat. In Straß Brennabor am Sonn in 70 Kilometer- Re 3rveiter. E. Rohme und im Hauptfahren nabor. Lang- Gön s, 20. April. Bei den Arbeiten zur Wasserleitung und Kanalisation wurden 2 Italiener fast vollständig von Erdmassen verschüttet und konnten nur mit Mühe ausgegraben werden. Einer der Verschütteten mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden, er soll nicht lebensgefährlich verletzt sein. * Das größte hessische Dorf ist zur Zeit Viernheim im Ried. Innerhalb 35 Jahren ist die Bevölkerung dieser meistens aus Industriearbeitern bestehenden Gemeinde von faum 4000 Seelen auf rund 10 000 gestie gen. * Buzzbach. Anfangs Dezember entwich ein Ge fangener aus der hiesigen Zellenstrafanstalt. Wie sich jetzt herausstellt, hat er die Freiheit nur 2 Tage genossen. In Neuwied wurde er wegen Bettelns verhaftet und auf einen falschen Namen zu vier Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde verurteilt. Als seine Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil verworfen worden war, be quemte er sich endlich zur richtigen Angabe seiner Personalien und entpuppte sich als der entwichene Sträfling Georg Wagner. * Wehlar. Durch das schnelle und tatkräftige Ein greifen der freiwilligen Feuerwehr und der Anwohner wurde hier ein in seinen Folgen unberechenbarer Brand verhütet. Ein Passant merkte in der Hospitalscheune einen Feuerschein und veranlaßte die Meldung an die Feuerwehr. Dieser wie den Anwohnern gelang es dann bald, das Feuer im Keime zu ersticken. Das ist übrigens nicht erst eine Erfenntnis von gestern. Wenn trotzdem weder Staat noch Unternehmertum bisher von dieser Politik zurückgekommen sind, durch die die Arbeiterschaft nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch gestärkt wird, so beweist das einen aufopfernden Idealis mus, der in der Welt vielleicht einzig dasteht. Anderseits verleiht diese soziale Opferwilligkeit dem Bürgertum aber auch ein gutes Gewissen. Dieses wird es in den Stand setzen, etwaigen sozialdemokratischen Kraftproben entschieden entgegenzutreten und bei den voraussichtlichen Unruhen, die bei derartigen Massenstreits erfahrungsgemäß unvermeid= lich sind, die Machtmittel des Staates zur Aufrechterhaltschaft in Kassel ein turhessisches Trachtenfest abzuhal ung von Ruhe und Ordnung nachdrücklich anzuwenden. In sozialdemokratischen Kreisen spielt man wieder einmal mit dem Gedanken des Massenstreits und möchte nur zu gern die stolzen Worte„ Alle Räder stehen still, wenn ein starter Arm es will" ins tatsächliche übersehen. Dieses Unternehmen ist um so frevelhafter, als man in den breiten Massen der Bevölkerung augenscheinlich keine Ahnung davon hat, was ein derartiger Massenstreit bedeutet u. welche großen Opfer er während seiner Dauer und ganz besonders auch nach seiner Beendigung den Arbeitern auferlegt; denn daß die vorhandenen Mittel bald aufgezehrt sein werden, unterliegt feinem Zweifel. Mögen die sozialdemokratischen Kassen noch so sehr gefüllt sein- für die Summen, die ein Generalstreit fostet, reichen sie nicht aus. Man rechnet in sozialdemokratischen Kreisen auf rund 1½ Millionen Streikender, deren Unterhalt in jeder Woche, bei einer Streifunterstüßung von 16-20 Mt. auf den Kopf, allein 24-30 Millionen Mark verschlingen würde. Dabei ist nicht berücksichtigt, daß, wenn ein wirklicher Massenstreik zustande kommen würde, er nicht auf diese 1½ Millionen Köpfe beschränkt bleiben, sondern die Arbeitslosigkeit von dem finanziell gut gerüsteten und entschlossenen Unternehmertum durch Aussperrungen, um dem Streit und der durch den Streit gefährdeten inneren Lage möglichst schnell ein Ende zu machen, bald auf weitere Kreise ausgedehnt werden würde. Daß es der Sozialdemokratie mit dem Gedanken des Massenstreits ernst ist, beweisen die verschiedenen kleineren, teilweise auf Stunden beschränkten Streifs, die die Sozialdemokratie bereits in Kiel und anderen Orten versuchsweise angeordnet hat, um die Arbeiterschaft an diese Kampfform zu gewöhnen und ihren Kampfesmut aufzustacheln. Das tun auch die sozialdemokratischen Zeitungen, indem sie diese Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Lokales. Gießen, 21. April 1910. ** Der Großherzog empfing gestern u. a. den Pfarrer Werner von Nidda und den Professor Neumann von Gießen. ** Ernannt wurden zu Forstassessoren die Forst referendare Karl Härter- Lauterbach, Otto Löber Gießen, Otto Rumpf- Ochstadt, Eugen Seeger- Gießen und Emil V og t- Butzbach. * Zu dem Schlaganfall des Abg. Dr. Gutfleisch fann glücklicherweise mitgeteilt werden, daß keine ernsten Folgen zu erwarten sind. Das Befinden Gutfleischs hat sich in den letzten Tagen stetig gebessert. 170 Es war schon längst angespannt und noch immer konnten die jungen Mädchen mit Plaudern kein Ende finden. Maja warf mehr als einmal verwunderte, forschende Blicke auf die heute ungewöhnlich lebhafte Sylvia. Was mochte ihr nur begegnet sein, daß sie so heiter aussah, daß ihre Augen leuchteten wie, nie zuvor? Maja vermochte sich das nicht zu erklären. * Vom Tag e. Glücklicherweise haben sich die Verletzungen des bei dem Besuch des Kaisers von einem Kraftwagen überfahrenen Monteurs als leichter Art erwiesen. Der Verunglückte befindet sich jetzt bereits auf dem Wege zur völligen Genesung. ,, Na, heute werden wir aber Schelte kriegen vom Herrn Bapa", meinte Friß, und ließ die Peitsche über den Rücken der Pferde tanzen. Die jungen Tiere griffen tüchtig aus und in rasendem Galopp flog der Wagen dahin. V. * Vom Tage. Der kürzlich beim Abspringen von der Straßenbahn verunglückte auswärtige Fahrgast, welcher besinnungslss aufgehoben wurde, ist jetzt an den Folgen einer dabei erlittenen Gehirnerschütterung gestorben. Möge dieser traurige Fall allen Fahrgästen zur Warnung dienen. * Studentisches. In dem Artikel„ Studentisches" in der vorigen Nummer fand sich ein Irrtum, den diese Zeilen dahin berichtigen mögen, daß die betreffende Verbindung nicht den Namen" Freie Landsmannschaft Thuringia" führt, sondern als schlagende Verbindung den Namen„ Vaudalia" trägt. Zwei Tage lang hatte es in Strömen geregnet. Auch am dritten Tag wollte sich das Wetter nicht aufhellen, aber Maja ließ sich nun nicht länger mehr halten. Obwohl die Landstraße vollständig aufgeweicht war, fuhr sie ant frühen Nachmittag nach Neunlinden. Sie war faum vom Wagen gesprungen als ihr Sylvia schon entgegeneilte. ,, Gott sei dant, daß du wieder da bist", rief sie der Freundin entgegen. Maja zog sie mit sich fort. * Verhaftung. In einer hiesigen Wirtschaft mußte wegen ruhestörenden Lärms die Festnahme eines Fremden erfolgen, der die anderen Gäste in unerlaubter Art belästigte. Ich habe dir eine wichtige Neuigkeit mitzuteilen", begann Maja sogleich. Ich fonnte faum die Zeit erwarten, bis ich hier war. Ich habe nämlich herausgebracht, wer und was unser Herr Zipfel ist!" Sylvias Augen hinGesichte gen mit gespanntem Interesse an dem Majas. * Gießen. Am 29. Mai veranstalten hiesige und Frankfurter Gesangvereine unter Prof. Trautmanns Leitung ein Konzert, dessen Reinertrag dem Fonds zur Erbauung eines Saalbaues in Gießen zufließt. * Marburg. Der Vorstand der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft hat an die landw. Vereine ein Schrei ben gerichtet, in dem angeregt wird, gelegentlich der nächst jährigen Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesell ten. In einer in Fronhausen abgehaltenen Versammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins Marburg wurde be schlossen, diesen Plan nach Kräften zu unterstüßen. * Ober- Ingelheim. In den Landgemeinden der Provinz Rheinhessen haben sich die fleinen Meister des Baugewerbes der allgemeinen Aussperrung der Bauarbeiter nicht angeschlossen; auch soweit sie Mitglieder des Arbeit- geberverbandes nicht sind. Ueberall herrscht friedliche Ruhe, die Bauarbeiten werden fortgesetzt. * Heidesheim. Die Gegend von Nieder- Ingelheim bis Mombach, die rheinische Obstkammer, ist zur Zeit in einen herrlichen Blumengarten umgewandelt. Tausende von Obstbäumen stehen in vollen Blüte und verleihen der Gegend einen prächtigen Anblick. Mögen sich die Hoffnun gen auf eine reiche Obsternte erfüllen. )( Franz H fdhon viele Siege zu die 280 Kilometer 3weiter wurde R. * 1* Der Al gericht Allenstein ha gegen Frau von Sc Nord beschlossen. beren Kriegsminister fars Wanowski geft gewesen, der den F mis veranlaßt hatte Ofen b. Göbens ver und außerdem feftfter händer abgegeben w lenstein seinerzeit völ !: 7 Beten zam Besuch der Sch Anmeldungen sind Definitiv gesichert gi two ein Aufenthalt um St. Cloud- V der um Paris zu Do sämtliche Schlac Ligt werden. Nach Die hier liegenden S foue, Donchery, Baz Luremburg und N Weltausstellung, ei ende, sowie nach rommen werden. Alliance( Waterloo genauer Prospekt f 10- Pfg.- Marke zu teranenreisen nach !!! Der län aus New- York ber Es handelt sich un langen Tunnel, Washington geboh Staates mit der die von dem Gener Ingenieurkorps au Kosten auf rund 4 Um den Tunn! l r binden, wird der englischen Meilen elektrischen Betrie Kostenaufwand v * Ulrichst ein. Auf dem Selgenhof bei Ulrichstein sind bei einer polnischen Arbeiterin die schwarzen Blattern festgestellt worden. * Ober- Hörgern. Im letzten Jahre wurde in Ober- Hörgern ein Schweine zuchtverein ins Leben gerufen. Daß die Mitglieder desselben gewillt sind, keine Mühe und feine Kosten zu scheuen, beweist der Umstand, daß sie nur aus den besten Hochzuchten erstklassiges Zuchtmaterial Deutschlands ankauften. Hoffen wir, daß der junge Verein zur Hebung der Zucht in seiner eigenen Gemeinde und in der Umgegend beiträgt. * Darmstadt. Die Beiseßung der Leiche des ver storbenen Reichstagsabgeordneten Grafen Oriola wird morgen nachmittag auf dem Gute des Verstorbenen in Vü desheim stattfinden. * Frankfurt a. M. Ein Privatkonsortium be absichtigt auf dem der Kommerz- und Diskontobank gehöri gen Grundstück am Theaterplatz ein neues großes Volts theater mit 1300 Sipplägen zu errichten. Die Pläne sind vom Architekt Parravicini, hier, entworfen. Der Neubau soll außer dem Theater noch Geschäftslotalitäten, Cafes 2c. enthalten. Die Kosten betragen 2 750 000 Mart. * Mainz. Der Theaterumbau wird am tommen den Samstag, wenn inzwischen Mainz nicht von der Aussperrung ausgenommen wird, in städtische Regie übernom men. Die Bauarbeiter, die bisher an dem Umbau gearbei tet, werden von der Stadt zu den bisherigen Lohn- und Arbeitsbedingungen übernommen. * Gießener Rudergesellschaft. Am 17. Juli wird eine Ruderwettfahrt bei der Rudergesellschaft statt- Unsugs hatte Redakteur Hermann Wendel von der hiesigen finden, welche wohl in Gießen bei der großen Beliebtheit dieses Sports allgemeines Interesse wieder erwecken wird. Nun, so sprich doch!" klang es ungeduldig. " Es ist der bekannte berühmte Tenorist Walter, von dem die Zeitungen spaltenlange Berichte bringen voll Lobeserhebungen über den wunderbaren Wohllaut seiner herrlichen Stimme. Einen ,, gottbegnadeten Sänger" nennen sie ihn; da, ich habe, dein Interesse vorausseßend, einige Kritifen mitgebracht. Du fannst selbst lesen, was bie Tagesblätter über ihn berichten. Unser Intendant ** Die Mitteldeutsche Kreditbank eröffnet, wie uns mitgeteilt wird, in Friedberg eine Depositentasse. * Frankfurt a. M., 18. April. Wegen groben Volksstimme einen Strafbefehl von 3 Wochen Haft erhalten, weil er am 13. Februar während der Wahlrechts- Demon stration sich auf das Bismarcks Denkmal gestellt, den Hut geschwenkt und gerufen habe:„ Auf, Alle hierher, hoch das freie Wahlrecht". Er appellierte dagegen beim Schöffenge richt, das heute nach längerer Verhandlung auf die Höchst * Wochenmarkt. Auf dem Wochenmarkt am Dienstag wurden folgende Preise erzielt: Ochsenfleisch( perstraße von 6 Wochen wegen groben Unfugs erkannte. Pfund) 80-85 Pfg., Kuhfleisch 60-65 Pfg., Schweine= fleisch 85-95 Pfg., Kalbfleisch 80 Pfg., Kartoffeln 1 Dz. schätzt sich glücklich, den seltenen Vogel für unsere Bühne geivonnen zu haben, Leider freilich nur für eine Spielzeit. Denn vom nächsten Jahre ab ist er an das Hoftheater verpflichtet, dessen Leiter es natürlich eilig hatte, sich das kostbare Exemplar zu sicheren. Er soll dort monatlich dreitausend Mark Gage bekommen." Sylvia hatte schweigend, doch mit großem Interesse zugehört. Aber wie hast du denn das erfahren?" fragte sie endlich leise. ,, Sehr einfach! Papa hat doch für diesen Winter eine Loge gemietet, damit ich das Theater besuchen kann, so oft ich will. Na gestern Abend wurde die große Oper- Wagner's Tannhäuser"— gegeben. Als der Vorhang sich hob, wen seh' ich da neben der Frau Venus? Unseren Herrn Bipfel! Ich mußte mich gewaltig zusammennehmen und ich steckte in der Verwirrung mein Taschentuch in den Mund, sonst hätte ich höchst wahrscheinlich einen kleinen Schrei ausgestoßen. Aber als er dann, der Herr Zipfel zu singen anfing, ich habe in meinem Leben noch niemals so singen hören! Der Beifallssturm wollte denn auch gar kein Ende nehmen. Einen solchen Applaus hat man in unserem Theater noch nie gehört. Er steigerte sich von Akt zu Akt und am Schluß wurde Walter stürmisch gerufen. Wenn er das nächstemal singt, dayn gehst du mit, nicht wahr Sylvia? Ich hole dich mit meinem Wagen ab, du kannst ja bei uns über Nacht bletben und am anderen Morgen fahre ich dich wieder heraus. Es wird ganz herrlich werden!" Glaubst du, daß Papa es mir erlaubt?" fragte Sylvia kleinlaut. ,,, er muß eben, wir werden es ihm schon flar machen", tröstete Maja zuversichtlich; du kannst doch nicht hier auf dem Lande völlig versauern? Laß mich nur machen!" Und die Tante wird wieder schelten und sagen, es schicke sich nicht für eine Braut, allein ins Theater zu gehen." Na, dann nehmen wir Hugo auch mit!" ,, Nein, nein," wehrte Sylvia heftig. Er darf vorher nichts erfahren, sonst läßt er mich nicht fort. Er mit seiner maßlosen Eifersucht, o wie er mich quält! Aber * Worm s. Im Gegensatz zu der von uns fürzlich gebrachten Meldung, daß der Zugführer des Militärzuges - er soll mich es wird nicht mehr allzu lange dauern, nicht mehr quälen! Ich ertrage es nicht!" So willst du ihm wirklich sagen, daß du nicht seine Frau werden fannst?" Ja, das will ich." Sylvia stieß es in vollster Leidenschaftlichkeit heraus Eine Pause entstand. Maja wünschte von Herzen, daß die Sache erst glücklich vorüber wäre. Hast du nichts von meiner Kleinen Villy gehört? Wie geht es ihr?" fragte Maja nach einer Weile. Ich denke gut. Herr y. Brandt schickte täglich feine Wirtschafterin zu uns, um fragen zu lassen, ob du nicht gekommen wärest. Villy verlangte stürmisch nach dir!" ,, Das dachte ich mir, nun muß ich wirklich nach ihr sehen. Begleitest du mich? Ach, da ist Walter", unter brach sie sich hastig. In der Tat kam der Genannte im Sturmschrift die Straße herauf, one direkt am Gutshause vorbei führte Er schwenkte schon von weitem grüßend den Hut und rie heiter: Welch glücklicher Zufall! Glud muß der Mensch halt haben! Na, ich bin ja ein Sonntagskind Sylvia errötete, als ihre Augen seinem aufleuchtenden Blick begegneten. Sie fühlte ein rasendes Herzklopfen. Se fundenlang preßte sie die Hände an die pochenden Schläfen Maja gewahrte den Ausdruck stummer Qual auf dem schö nen Gesicht der Freundin und blißschnell durchzuckte sie ein Gedanke, der ihr das Blut in die Wangen trieb Also das war es! Arme Sylvia, welche Nämpfe standen ihr bevor! Maja wollte der Freundin Zeit gönnen, sich zu fassen Lebhaft streckte sie dem Ankommenden die entgegen. Danb Na, Sie haben uns ia schön hinters Vicht gefüt mit diesem ominösen Namen!" rief fie lachend. ,, Bitte, mein Fräulein, das war gegenseitig. Sie h Wenn haben doch zuerst gelogen", gab er heiter zurüd. Sie die unwahrheit sagten, so war ich doch vollständig in meinem Rechte, wenn ich das gleiche tat!" ,, Aber dank der Klugheit meines alten Freß erfuhre Sie doch sehr leicht, wer wir sind, währen Sie u immer noch in Unklarheit ließen." ( Fortfeßung folgt.)/ Wagen sind vorg Bengefährte durch Der Mit einer frä Frühjahrsmonat a die Arbeitsgelegent Arbeitsträften geft geren Gewerben Neuangebot am offene Stellen d gen 146,8 im Die Befferung g auf der Zumahm beitsuchenden wa noch eine unge Vor allem hat D Original 18) Jebt wi „ Ja,- häuser fangen ,, und hat nicht. Nein, Ich möch den Ihr Gesa ein hoher Gen ten Stiünstler, bedeutenden M Mein, mei wandte er sich Sie sagen mir Das junge Ich fomm Aber wen tommt Sylvia es schon ausge Sylvia be beiden andere den Weg nach geschlagen. Maja hinein nur um we wieber!" Aber blei Ist es fragte Walter bas junge M „ Nein, o Es schien Er bemert regung befand mo wir uns a Diffen S merben mir u 924., Lau Stüd 1,00 gebiet. en Arbeiten Staliener onnten mut ichütteten ma er foll f ift Bur hren ist die ern bestehe 10 000 twich ein Wie genossen und auf Leberweis feine Ber vorden wat jeiner Perja Sträffing Geo tatkräftige& Der Anwoh enbarer B italscheune die Feuern bald, das Deutschen reine ein G atlich der n wirtschaftsge nfe ft abj Versamm rg wurde cftüben. Landgem inen Meer be der Bauarbeite der des Athe friedliche R Nieder- J er, ist zur delt. Tauj verleihen ich die of bei Ulri warzen Blai abre wurde a Leben gerufen feine Wühe und id, daß sie nur en Hochzuchten per junge Verein Semeinde und i Leiche des be Oriolam rftorbenen in tonsortium ontobant gebi großes Bo Die Pläne en. Der Neu alitäten, Cafe Mart. ird am tomm cht von der Regie überna Umbau gearth igen Lohn Wegen gro von der hie n haft erha ahlrechts- D Jestellt, der f hierher has beim denge g auf die höch g3 erlannte. bon uns fir Des Militärzu er foll mi du nicht sei ftlichkeit hera von Herzen, N Ty gehört? le. te fagli en, ob dh nach irflich nad Walter, unt Sturmfchrift borbei führe en Gut und r ind uß der Men aufleuchten erzklopfen. Jenden Schla al auf dem I durchzude Wangen Stampfe ftan en, fich zu fa en die 3 Licht gef thend feitig. Ste body bolla zurüd. Frit erfu rend Ste bei dem Mülheimer Eisenbahnunglück einen Zug OpladenMülheim vor der Unglücksstelle zum Halten gebracht und baburch weiteres Unglück verhütet habe, nimmt der hier wohnhafte Zugführer des Luruszuges Nr. 174, A. Bauer, jinz sich das Verdienst dieser rettenden Tat in Anspruch. Er habe die Soldaten zum schleunigen Verlassen des Ge leises aufgefordert und den herannahenden Zug durch Warnungssignale furz vor der Unfallstelle zum Halten gebracht. * Fulda. Verhaftet wurde hier eine Kindesmör derin in der Person der Ehefrau des Schreiners W. Müller zu Niederbieber. Dessen 3½ Jahre alte Sohn war seit 10 Tagen verschwunden. Man fand das Kind mit durchschmittenem Halse unter Sägespänen in der elterlichen Scheuст. Die Mutter legte das Geständnis ab, daß sie den Mord begangen hat. )( In Straßburg i. E. schlug U. di Majo auf Brennabor am Sonntag den Schweizer Humann und wurde im 70 Kilometer- Rennen um den Großen Eröffnungspreis Zweiter. E. Rohmer, welcher das Prämienfahren gewann und im Hauptfahren Dritter wurde, fährt gleichfalls Brennabor. )( Franz Hauptmann, der in dieser Saison schon viele Siege zu verzeichnen hat, gewann am 17. April die 280 Kilometer lange Radfernfahrt Berlin- Chemnitz. Zweiter wurde R. Heinrich; beide fahren Brennabor. Dermischtes. *!* Der Allensteiner Mord. Das Landgericht Allenstein hat die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Frau von Schönebeck- Weber wegen Anstiftung zum Mord beschlossen. Dazu sind Anträge auf Ladung des früheren Kriegsministers v. Einem und des Kriminalkommissars Wanowski gestellt worden. Dieser ist es bekanntlich gewesen, der den Hauptmann v. Göben zu dem Geständ nis veranlaßt hatte, insbesondere dadurch, daß er in dem Ofen v. Göbens verkohlte Asche in Form einer Maske fand und außerdem feststellte, daß der Schuß von einem Linkshänder abgegeben worden war, was den Behörden in Allenstein seinerzeit völlig entgangen war. !! 7 Veteranenreise nach Frankreich zum Besuch der Schlachtfelder vom Feldzug 1870-71. Die Anmeldungen sind so zahlreich, daß dieselbe heute schon als definitiv gesichert gilt. Die Reise führt zunächst nach Paris, wo ein Aufenthalt von 6 Tagen genommen werden wird, um St. Cloud- Versailles- Sevres, sowie die Schlachtfel= der um Paris zu besuchen. Dann geht es nach Orleans, wo sämtliche Schlachtfelder aus dem Loire- Feldzug besich tigt werden. Nach Sedan führt der weitere Weg und auch die hier liegenden Schlachtfelder mit dem berühmten Bellebute, Donchery, Bazeilles 2c. werden besucht werden. Ueber Luremburg und Namur geht es weiter nach Brüssel zur Weltausstellung, ein Ausflug nach dem Weltseebad Ost= ende, sowie nach Blankenberghe und Brügge wird unternommen werden. Endlich wird das Schlachtfeld von BelleAlliance( Waterloo) aufgesucht. Alles Nähere, sowie ein genauer Prospekt für die Reise ist gegen Einsendung einer 10- Pfg.- Marte zu beziehen durch die Zentralstelle für Veteranenreisen nach Frankreich, München, Dachauerstraße 11. !!! Der längste Tunnel der Welt, so wird aus New- York berichtet, sot jetzt in Amerika entstehen. Es handelt sich um einen nicht weniger als 60 Kilometer langen Tunnel, der durch die Kaskadenberge im Staate Washington gebohrt werden soll, um den östlichen Teil des Staates mit der Küstenregion zu verbinden. Die Pläne, die von dem General H. M. Chittenden vom amerikanischen Ingenieurforps ausgearbeitet sind, veranschlagen die Baufosten auf rund 4 Millionen Mark für die englische Meile. Um den Tunn! l mit den bestehenden Bahnlinien zu verbinden, wird der Bau eines n! uen Schienenstrangs von 327 englischen Meilen Länge erforderlich. Bei der Einführung elektrischen Betriebes erfordert der großzügige Plan einen Kostenaufwand von rund 300 Millionen Mart. Besondere Wagen sind vorgesehen, die dazu dienen sollen, auch StraBengefährte durch den Tunnel zu befördern. Der Deutsche Arbeitsmarkt. Mit einer kräftigen, durchgreifenden Belebung hat der Frühjahrsmonat am Arbeitsmarkte eingesetzt. Allerorts hat die Arbeitsgelegenheit zugenommen, und die Nachfrage nach Arbeitskräften gestaltete sich im März fast in allen wichtigeren Gewerben sehr lebhaft. Besonders start war das Neuangebot am Arbeitsmarkt. Immerhin fam auf je 100 offene Stellen durchschnittlich ein Andrang von 119,7 gegen 146,8 im Februar und 146,4 im Monat März 1909. Die Besserung gegenüber dem Vorjahre beruht hauptsächlich auf der Zunahme der Arbeitsgelegenheit. Die Zahl der Arbeitsuchenden war dagegen niedriger als im Vorjahr, wo noch eine ungewöhnliche Arbeitslosigkeit geherrscht hatte. Vor allem hat die Nachfrage nach männlichen Arbeitskräf18) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) ,, Jetzt wissen Sie vermutlich schon, wer ich bin?" Ja, ich war im Theater, als Sie den„ Tannhäuser sangen." ,, Und hat es Ihnen gefallen?" " Ich möchte Ihnen so gerne den Eindruck schildern, den Ihr Gesang auf mich machte, aber ich kann es nicht. Nein, wahrhaftig, das fann ich nicht! Es war ein hoher Genuß. Doch was gilt Ihnen, dem verwöhnten Künstler, wohl ein Lob aus dem Munde eines unbedeutenden Mädchens! Sie lächeln vielleicht über mich!" ,, Nein, mein Fräulein, das tue ich nicht. Und Sie," wandte er sich an Sylvia, waren Sie auch in der Oper? Sie sagen mir kein Wort?" Das junge Mädchen schüttelte den Kopf. Ich komme sehr selten in die Stadt." " Aber wenn Sie wieder singen, Herr Walter, dann tommt Sylvia sicher mit," warf Maja ein ,,, wir haben es schon ausgemacht." Sylvia berhielt sich sehr schweigsam, sie überließ den beiden anderen die Unterhaltung. Sie hatten zusammen den Weg nach der Wohnung des Herrn von Brandt eingeschlagen. Als sie bei dem Häuschen anlangten, schlüpfte Maja hinein mit der kurzen Entschuldigung:„ Ich bitte nur um wenige Minuten Geduld, ich fomme gleich wieder!" Aber bleib' nicht so lange!" rief ihr Sylvia nach Ist es Ihnen unangenehm, mit mir allein zu sein?" fragte Walter. Ein eigentümlich forschender Blick streifte bas junge Mädchen. Nein, o nein!" stieß Sylvia furz hervor. Es schien mir doch beinahe so." Er bemerkte, daß sich seine Begleiterin in großer Erregung befand, und das machte ihn übermütig. Wissen Sie, daß ich sehr oft jener Stunde gedachte, too wir uns zum erstenmal zusammen unterhielten? Sie werden mir unvergeßlich bleiben. Damals erschienen Sie ten start zugenommen, und da war es in erster Linie das Baugewerbe, das einen lebhaften Arbeiterbedarf äußerte. Troß oder gerade mit Rücksicht auf die drohende Gefahr einer allgemeinen Aussperrung wurden doch überall bei dem schönen Wetter die Bauarbeiten flott in Angriff genommen. Durch den Aufschwung im Baugewerbe günstig beeinflußt, gestaltete sich auch im Holzgewerbe die Nachfrage nach Arbeitskräften recht befriedigend. Hauptsächlich in Bayern und Württemberg, sowie überhaupt in Süddeutschland nahm die Arbeitsgelegenheit fräftig zu, aber auch im norddeutschen Holzgewerbe ließ der Beginn der Frühjahrssaison wenig zu wünschen übrig. Ungleichmäßig, aber überwiegend gut setzte die Saison in der Eisen und Metallindustrie ein. Im Tertilgewerbe hielt sich die Arbeitsgelegenheit auf befriedigender Höhe. Das Bekleidungs- Gewerbe, insbesondere die Schneiderei, stand im Höhepunkt der Saison. Der Mangel an Schneidern, der sich bereits im Vormonat zeigte, hielt weiter an. Eine höchst erfreuliche Besserung hat im allgemeinen der Arbeitsmarkt der Ungelernten erfahren. Mit dem Beginn der Arbeiten im Freien ist auch der Bedarf an landwirtschaftlichen Arbeitern wieder in verstärktem Maße hervorgetreten. Ans dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 19. April 1910. Der Gärtner Ludwig Ziegler von Wölfersheim kam zu zu einem Kartoffelhändler in Friedberg und gab an, er sei Landwirt in Ossenheim und wolle 200 Zentner Kartoffeln liefern. Es wurde ein Vertrag gemacht, den Ziegler mit Obermann" unterschrieb und 3 Mt. Vorschuß verlangle. Er erhielt zwar fein Geld, doch wurde er wegen Betrugs versuchs und Urfundenfälschung angelagt und zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Frau des Schreiners Rudolf Ritter bekam einen Strasbefehl über eine Mart, nachdem sie der Messerschmied Bert angezeigt hatte, sie hätte ihm aus seinem Garten Salat und Brennesseln entwendet. Die Frau bestritt dieses, legte Einspruch ein und am Feldgericht kam es zum Augen schein. Nach einer größeren Verhandlung, die mit Verwerf ung des Einspruchs endigte, legte sie Berufung ein. Das Urteil wurde bestätigt. Das Schöffengericht Ortenberg hatte den Schreiner K. Wilhelm Emrich von Bleichenbach wegen Beleidigung zu einer Woche Gefängnis verurteilt, weil er vor einem Schöffen ausgespuckt hat und Pfui" rief. Das von dem Angeklagten angefochtene Urteil wurde bestätigt. Der Kellner Steinbrecher hatte den Büchsenmacher Weiß in Gießen wegen Beleidigung verklagt, weil er ihn geohr= feigt hatte. Es stellte sich heraus, daß Steinbrecher ihn zuerst einen Zechpreller geheißen hatte. Das Gericht kompensierte und erklärte beide für straffrei. Der Kläger legte Berufung ein; doch das Urteil fand seine Bestätigung. Die Musik der Eskimos. Als der norwegische Komponist Christian Reffaas Leden während eines Studienaufenthalts in Berlin die Melodien der Indianer durch den Phonographen hörte, reifte in ihm der Entschluß, die Musik der Eskimos für den Phonographen aufzunehmen. Anfangs fonnte er die Estimos nicht bewegen, in den Phonographen hineinzusingen, sie fürchteten sich davor, aber allmählich fanden sie an den Wiedergaben durch den Apparat Gefallen. Ueber die Musit der Eskimos äußert sich Leden folgendermaßen:" Sie ist völlig verschieden von der europäischen Musik und hat andere Gesetze. Die Stala ist viel reicher sie hat nicht bloß ganze und halbe, sondern auch viertel und achtel Töne. Beim ersten Hören erscheint sie unrein und falsch aber später gewahrt man, daß sie auf einem System beruht. Dennoch benutzten die Eskimos bei einem Lied viel weniger Töne als wir. Ich habe einmal das Preislied aus Wagners„ Meistersingern" vor einem alten estimoischen Komponisten gesungen. Er lachte, schüttelte den Kopf und sagte:„ Daß man so viel Töne gebraucht und dabei doch nicht bessere Musit macht!"... Viele der Estimoweisen sind außerordentlich schön und eigenartig, aber sie können nicht durch Noten wiedergegeben werden. Da muß man an dere Zeichen zuhilfe nehmen. Am meisten wird der Gesang und die Musit bei den noch heidnischen Estimos gepflegt. Die ersten christlichen Missionare haben den Eskimos den Gesang verboten, weil er eine Sünde sei. Sie haben dadurch ein Stück Estimokultur verpfuscht. Aber die Polarestimos am Kap Jort, die„ Nachbarn des Nordpols", sind noch vollständige Heiden und bei ihnen ist noch die Musil die einzige Form der Kunst. Sie ist ihnen ein Bedürfnis, sie komponieren selbst, singen zur Trommel und tanzen bei festlichen Gelegenheiten. Tag und Nacht singen sie, auch während der Arbeit. Das ist ein prächtiges Volt, das den Indianern gleicht, während die südlicher lebenden dänischen mir so lustig, so heiter, und nun sind Sie so traurig, so ganz verändert." Ich sagte Ihnen doch schon, wir hatten Unglück!" ,, Ach was, das Geld! Suchen Sie doch den Verlust zu verschmerzen! Suchen Sie wieder so heiter und froh in die Zukunft zu blicken, wie ehemals! Wollen Sie mir das versprechen?" Sylvia nickte. Er zog ihre leise widerstrebende Hand an seine Lippen. In diesem Augenblick trat Maja aus dem Hause. Sie sah, wie die Freundin hastig ihren Arm zurückzog. ,, Nan, habe ich mich nicht sehr beeilt?" rief Maja den Wartenden zu. ia, nur allzu sehr", lachte Walter. Drinnen im Bimmer drückte Lilly das Näschen platt an die Scheiben. Tante Maja, gelt, du kommst bald wieder?" Ilang es bittend heraus. Ja, Liebling, vielleicht morgen!" Lillh tatschte in die Hände. Sie trug zwar noch eine weiße Binde um die Stirn, war aber sonst wieder ganz wohl. Nur ein wenig blaß und angegriffen sah sie aus. Das Kind scheint Sie sehr zu lieben?" fragte Walter. Ja, ich gäbe biel darum, dürfte ich die süße Kleine für einige Beit behalten. Ich liebe Kinder überhaupt fehr", nickte Maja. Nun, wer weiß! Ich mache mir so meine eigenen Gedanken über diesen Fall," erwiderte Walter nedend ,,, mir scheint, der Vater der Kleinen wäre nicht abgeneigt, Sie auf Lebensdauer zu engagieren." Maja errötete. Nein, was Sie nicht alles wissen! Ich staune über solche Klugheit!" spottete sie. Ja, ich bin eben Menschentenner, mein Fräulein!" Neckereien und Scherzworte flogen hin und her. Nur Sylvia blieb still und worttarg. Die Unterhaltung brehte sich um die verschiedensten Dinge. ,, Sagen Sie, haben Sie Verwandte in Berlin?" wandte sich Walter plößlich ohne jeden Uebergang Sylvia. ,, Nein, aber weshalb fragen Sie?" an Estimos viel weniger gut aussehen". – In einem gleichzeitig veröffentlichten Gespräch eines Mitarbeiters der„ Aj tenpost" mit Leden äußerte sich dieser, daß er 70 verschie dene Eskimomelodien auf Phonographenplatten jestgehalten habe, die wissenschaftlich und musikalisch von höchstem In teresse seien, da sie in ihrer Primitivität wirklich die„ Musit der Urzeit" bieten. Während die im dänischen Grönland lebenden Estimos zu ihren Liedern Terte haben, ist dies bei den Polarestimos nicht der Fall. Sie begleiten die Lieder mit Tänzen, doch nur mit Einzeltänzen. Auch tanzen Männer und Frauen nie zu gleicher Zeit. Baartanz ist unter ihnen ganz unbekannt. Ihre Stimmlage ist faſt immer Bariton. Tenor äußerst selten. Als einziges Musik- instrument besißen die Polarestimos eine eigenartige Trom mel. Ueber einen Rahmen aus Holz oder Knochen ist straff ein Fell gespannt, auf den sie mit Knochen oder Holzstücken trommeln. Die Musit steht in Verbindung mit irgend et was religiösem. Sie drücken durch sie ihre Freude und ihre Trauer aus und rufen durch die Musik ihre Götter an. Zeitungslektüre als Schulunterrichtsfach. In einigen deutschen Schulen( Danzig 2c.) wurden interessante Versuche gemacht, das Lesen einer Zeitung als Unterrichtsfach in den gegebenen Lehrplan einzufügen. Es wurde natürlich nur derjenige Teil der Zeit für den Unterricht verwendet, der dem Gesichtskreis der Schüler und Schülerinnen angemessen ist. Die Politik war in allen Fäl len von dem Unterricht ausgeschlossen. Die Erfahrungen, die aber mit dem anderen Inhalt der Zeitung bei den Schülern gemacht worden sind, waren durchweg ausgezeich= nete und ließen diese Versuche als sehr beachtenswert erscheinen. Die Schüler und Schülerinnen brachten dem neuen Lehrstoff große Aufmerksamkeit und ein erhöhtes Interesse entgegen, zumal es sich stets um interessante Dinge handelte, die ihnen draußen, im Elternhaus und auf der Straße auch begegneten. So wurden die Schüler z. B. in der Geschichtsund Geographiestunde mit den Ereignissen der neuesten Zeitgeschichte bekannt gemacht, u. a. mit dem Tode berühmter Männer und im Anschluß daran mit der Geschichte ihres Lebens und ihres Wirkens; mit Erdbeben und ihren wahrscheinlichen Ursachen, mit Vulkanausbrüchen, die die ganze Welt erregten, mit großen Ueberschwemmungen, mit Katastrophen in Bergwerken, mit ihren Ursachen 2c. Die Kinder lernten an diesen aktuellen Geschehnissen, die für jedes fast den Reiz eines persönlichen Erlebnisses hatten, praktisch für das Leben. In den höheren Klassen wurde auch auf die Erfolge der Luftschiffahrt an der Hand der Zeitungs berichte hingewiesen. Dabei ergab sich zugleich die Gelegenheit, auch über die Entwickelung dieser bedeutsamen Frage einiges zu sagen. Bedeutsame vaterländische Gedenktage, hervorragende wissenschaftliche Expeditionen brachten Abwechslung in den Lehrstoff. An der Hand der Beschreibungen der großen Manöver war es möglich, den fortge schrittenen Schülern das Wichtigste über derartige militärische Uebungen mitzuteilen und ihr Interesse daran zu erwecken und zu stärken. Auf diese Weise wurden die Schü ler in schöner Form auf das praktische Leben vorbereitet. Auch der Kurszettel und die Darstellungen der steigenden und fallenden Lebensmittelpreise waren geeignet, den Unterricht in der Schule dem Leben dienstbar zu machen, ohne daß dadurch doch der Lehrplan selbst in irgend einer Weise Schaden litte. An Stelle der bisherigen rein theoretischen Rechenarbeiten wurden eben nur die gegebenen praktischen Zahlen verwendet, die nur das Interesse der Schüler erhöhten. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Knorr's Suppen Jeder Umschlag Fix und fertig-3 feller 10 Pfg. Knorr- Sos würzt famos Suppen, Saucen, Gemüse, Fleischspeisen etc. gilt als Gutschein Jede Standflasche enthält 1 Gutschein ,, Ach, ich meinte nur so. Eine flüchtige Aehnlichkeit, weiter nichts. So etwas tann vorkommen, zumal in Ber lin. Es fiel mir nur eben wieder ein. Ich wollte Sie neulich schon fragen, habe es aber vergessen. Nun flog mir die Geschichte so durch den Sinn, ich weiß selbst nicht wie ich auf einmal darauf komme. Ich hatte die Sache schon halb vergessen, merkwürdig ist es, wie ähnlich Sie jenem Menschen sehen." Er machte eine Pause. Sylvia sah ihn fragend an. ,, Von wem sprechen Sie eigentlich, Herr Walter?" ,, Es war eine häßliche Szene", fuhr er gedankenvoll fort. Sie spielte sich in dem Restaurant ab, wo ich Stamms gast war. Ich verkehrte dort öfters mit einem Herrn, der fich mir förmlich aufgedrängt hatte und mich zu einem Kartenspiel verleiten wollte. Ich lehnte aber stets ab. Jener Mensch nun war eines Abends mit mehreren an deren in Streit geraten. Seine Kameraden beschuldigten ihn des betrügerischen Spiels. Abscheuliche Nebensarten und rohe Flüche wurden ausgeftoßen und bald wälzte sich ein dichter Knäuel auf einander einschlagender Menschen am Boden. Sie rissen einander die Kleider vom Leibe, daß die Feßen herabhingen. Schließlich wurde der Falsch spieler überwältigt und vor die Tür geworfen, wo er blua tend liegen blieb. Die Polizei nahm sich der Sache an. Die Karten wurden beschlagnahmt; es tonnte nachgewic sen werden, daß jener Mensch wirklich falsch gespielt hatte und so wurde er in sicheren Gewahrsam gebracht. Wie lange er brummen mußte, habe ich nicht erfahren." ,, Und mit dem son ich Aehnlichkeit haben?" fragte Sylvia, die sehr blaß geworden war. Na, hören Sie, sehr schmeichelhaft für mich ist dies gerade nicht," ber fuchte sie zu scherzen. ,, Wie hieß denn jener Mensch?" Sie blidte gespannt auf Walter, ein Bittern buriblief ihren schlanken Körper. Ach, lassen Sie die Geschichte ruben"; wehrte Wal ter eifrig ab, offenbar bemüht, Sylvia auf anbere G banten zu bringen, da er sah, wie erregt sie war. Fortfeguna folgt.) Photographische Apparate Schreibmaschinen Utensilien, Platten, Films, Papiere neu und gebraucht, bill. abzugeben in garantiert frischer Ware Dunkelkammer Adolf Bieler Nachfolger( Victoria- Drogerie) Marktstrasse GIESSEN Man verlange ausdrücklich Franz Edert& Co. MAGGIS WÜRZE Frankfurt a. M. 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