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Stüd " Liter 20 0 Std. 0.005 adt Gießen. werden: 1 Schmied, 1 Haus1 Bei- und Kaffeemisl darlar initial and Gießener Zeitung daj resid Bezugspreis 40 Pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 137. Bekanntmachung. - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 20. Oktober 1910 Amtliche Bekanntmachungen. In der Zeit vom 17. Sept. bis 15. Oftober wurden in hiesiger Stadt mit gefunden: 1 Medaillon, 2 Portemonnaies Inhalt, 1 Brosche, 1 Frauenrock, 1 Trauring, 1 Messing stempel, 1 Pferdedecke, 1 Kinderjädchen, 1 Zwicker, 1 Herremumhang, 1 bunter Schal, 2 Damengürtel, 3 Felle und Geld; verloren: 1 Portemonnaie mit 2 Zehnmarkstücken, 3 Einmarkstücke und vier ½ Markstücke Inhalt, 1 Brosche aus weiß- grünem Achat mit geschnittenem Bild in Gold gefaßt, 1 silberne Damenuhr, auf dem Rückdeckel eingraviert 2. W., 1 Herrennickelfette, 1 Granatbrosche, 1 silbernes Kettenarmband, 1 braunledernes Portemonnaie mit 5 Mark Inhalt, 1 blaues Matrosenkindermäntelchen, 1 Zehnmarkstück, braunes Handtäschchen mit einem Taschentuch und einem Rosenkranz Inhalt, 1 goldenes Kettenarmband, 1 schwarzes Klapp Portemonnaie mit 24 Mart Inhalt, 1 goldene Halskette und 4 Meter weißes Band. 1 Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu ma chen. an Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Th Gießen, den 18. Oftober 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Wiederholt hat das Reichsgericht die Verpflichtung der Eigentümer von Grundstücken festgestellt, die Toreinfahrten, Höfe, Hausflure, Gänge und Treppen, sofern und solange dieselben jedermann zugänglich sind, während der Dunkelheit so ausreichend zu beleuchten, daß die daselbst verkehrenden Personen der Gefahr der Beschädigung nicht ausge setzt sind. Die gleiche Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von Fabriken, gewerblichen Anstalten und Arbeitsstätten, von Vergnügungs-, Versammlungs- und Schant- stätten( letzteren insbesondere auch hinsichtlich der Bedürfnisanstalten) ob. Pflichtwidrige Unterlassung der Beleuchtung würde, falls hierdurch jemand zu Schaden kommen sollte, die Entschädigungspflicht, sowie die strafrechtliche Verantwortlichkeit begründen. Gießen, den 12. Oktober 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Ein unbrauchbarer sozialdemokratischer langung eines Mandates notwendig sein würden, so würMan schreibt uns: Vorschlag. ( Nachdruck verboten.) den über 70 000 der für Zubeil abgegebenen Stimmen anderen Kandidaten der Sozialdemokratie zugute kommen. Die sozialistische Partei aber würde nicht nur deswegen in Vorteil sein, weil sie die meisten Riesenwahlkreise für sich hat, sondern auch weil sie eine viel größere Anzahl von Bewer bern aufstellt, als irgend eine andere Partei. Sie fann dies unbedenklich tun, da sie über mehr Geldmittel u. eine irgend größere Anzahl geschulter Agitatoren verfügt, als welche Partei sonst. Je mehr der Termin zu den nächsten allge= meinen Reichstagswahlen herankommt, desto mehr häufen sich auch die Betrachtungen über das Wa h verfahren und das Wahlrecht. Es ist bei der fortwährenden Steigerung der industriellen Betätigung und bei der dadurch hervorgerufenen fortgeseßten Zunahme der Riesenwahlkreise begreiflich, daß man sich ganz besonders über die Un billigkeit der gegenwärtigen Wahl- haupt der Wahlkreis noch für einen Sinn, wenn freisinteilung aufhält. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Thiele glaubt nun, die einfachste Lösung dieser schwierigen und viel umstrittenen Frage gefunden zu haben. Er schlägt vor, die gegenwärtigen Wahlfreise beizubehalten, aber nach stattgehabter Wahl die für die Parteien abgegebenen Stimmen in sämtlichen 397 Wahl freisen zusammenzuzählen und dann jede Partei nach Maßgabe der auf sie entfallenen Gesamtstimmen mit einer entsprechenden Zahl von Wahlkreisen zu belehnen. Wenn dann eine Partei beispielsweise 60 Mandate zugesprochen erhält, so sollen diejenigen ihrer 60 Kandidaten, die die meisten Stimmenziffern erhalten haben, als gewählt erklärt werDas scheinbare Entgegenkommen" des Abgeordneten Thiele, der die bisherigen Wahlkreise beibehalten wissen will, ist also völlig wertlos. Was hat denn überden. er nicht selbst darüber entscheidet, wer als gewählt anzusehen ist. Da ist es denn doch wohl besser, auf Grund der außer= ordentlichen Bevölkerungsverschiebung eine Neueinteilung der Wahlkreise vorzunehmen. Nur dürfte diese Einteilung nicht ganz mechanisch sein. Nach der gegenwärtigen Bevölker= ungsziffer des Reichs hätte bei völliger Gleichheit der Wahlfreise jeder Kreis etwa 160 000 bis 170 000 Einwohner zu enthalten. Mit Rücksicht auf das platte Land wären aber die Wahlkreise etwa in der Weise zu differenzieren, daß die großstädtischen vielleicht 200 000, die ländlichen 130 000 Einwohner zu zählen hätten. Die Großstädte würden dann immer noch besser davonkommen als jeßt, denn Berlin würde darnach 11 Abgeordnete zu zählen haben, statt wie bisher nur 6, der Riesenwahlkreis Teltow- Bestow- Charlottenburg würde drei Abgeordnete zu wählen haben statt wie bisher einen 2c. Auf der anderen Seite aber würde das platte Land doch nicht von den Großstädten und den großen Industriezentren erdrückt werden, wie es zweifellos der Fall wäre, wenn man die Bevölkerungsziffer der Wahlfreise vollständig ausgleichen wollte. Was wir also schlagen, ist ein Mittelweg zwischen dem bisherigen Zustande und einer vollständigen Egalisierung. * Lokales. vor= Gießen, 20. Oktober 1910. Dieser Vorschlag erscheint sehr einfach und praktisch, er ist aber trotzdem undurchführbar. Erstens würden dann die sogenannten Wilden vollständig fortfallen und gerade unter denen, die sich nicht mit Haut und Haar einer be stimmten Partei verschreiben wollen, finden sich oft die wertvollsten und originellsten Köpfe. Zweitens würden dann von den Kandidaten der einzelnen Parteien diejenigen un billig bevorzugt werden, die in den Riesenwahlkreisen aufgestellt werden. Denn es ist naturgemäß leichter, in einem Wahlkreise mit nahezu 200 000 Wahlberechtigten, wie dem 6. Berliner Kreise, 30 000 Stimmen zu erhalten, als in einem Wahlkreise mit 50 000 Wahlberechtigten 15 000. Da nach dem Thieleschen Vorschlage die Kandidaten aller Parteien, die innerhalb des ganzen Reiches die meisten Stimmen erhalten haben, für gewählt erklärt werden sollen, so würden sich für die kleinen Wahlkreise überhaupt keine Bewerber finden. Denn wenn beispielsweise ein Kandidat in einem Wahlkreise von 25 000 Wahlberechtigten auch 15 000 Stimmen erhielte, so würde er doch nicht gewählt sein, da 15 000 Stimmen nicht dem Gesamtdurchschnitte entsprächen. Wer aber wird wochenlang Wahlreden halten und sich gehässigen Angriffen ausseßen wollen, nur damit die auf ihn entfallenen Stimmen Anderen zugute kommen? Die Hauptsache aber ist, daß eine derartige Aenderung des Wahlrechts ganz ausschließlich der Sozialdemokratie zugute käme. Denn * Grundstück 3 angelegenheit. Das Ge sie ist es, die in den großen industriellen Wahlkreisen die meisten Stimmen erhält und wenn beispielsweise wie bei bäude in der Longstraße, in welchem sich früher das Pharden letzten Reichstagswahlen der Abg. Zubeil im Wahl=| matologische Institut befand, ging für den Preis von Mt. freise Charlottenburg über 100 000 Stimmen bekommt, im Reichsdurchschnitte aber etwa nur 30 000 Stimmen zur Ererer und Tapeziere, ner, 1 Buchbinder, ajdinift, 1 Wagner, nftreider, 1 Raffenubrinechte, 6 Tag fenpfleger, 2 Bauf Baschfrau, 1 Hand 10-12 Sohn- und Das Elektrizitätswert fann auf ein günstiges Geschäftsjahr zurückblicken. Seine Gesamteinnahme für Strom belief sich im Jahre 1908-1909 auf 197 500 Mart, im Jahre 1909-1910 aber auf 225 000 Mt.; der Gewinn in dem erstgenannten Zeitraum betrug 101 413 M., in dem letteren Zeitabschnitt dagegen 118 480 Mt. Die Zahl der Elektrizitätszähler ist auf 1060 angewachsen. Hand in Hand damit ging die Steigerung der Leistungsfähig= keit des Werkes. Wurden in dem obengenannten ersteren Jahr 1 023 343 Kilowattstunden abgegeben, so betrug der Stromverbrauch in dem Jahre 1909-1910 1 170 000 Stilowattstunden. 32 000 in den Besitz der Hassenhausener Baptistengemeinde über. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 21. Jahrg. Bekanntmachung. Betr.: Volf 3 zählung am 1. Dezember 1910. Am 1. Dezember 1910 ist im Deutschen Reiche eine Volkszählung vorzunehmen. Die erforderlichen Erhebungen sollen wieder durch Zählungskommissionen unter Heranziehung von Zählern erfolgen. Wir ersuchen diejenigen Personen, die das Amt eines Zählers, sei es unentgeltlich, sei es gegen Bezahlung, übernehmen wollen, sich bis späte stens 1. November 1. Js. in der Zeit von vormittags 8 bis 1 Uhr nachmittags auf unserem Meldebureau, Weidengasse Nr. 5, Zimmer 6, zu melden. Gießen, den 15. Oktober 1910. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. = Der nördliche Feldweg zwischen Hohleichweg und Leinenpfad wird wegen Kanalisationsarbeiten vom 19. d. M. ab bis auf weiteres gesperrt. Gießen, den 17. Oktober 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. Mecum. 16 a. * Diebstahl. In ein Landhaus in der Hofmannstraße verschafften sich Diebe Eingang, welche u. einen Ueberzieher, eine Anzahl Flaschen Wein und 10 Mt. erbeuteten. Von den Einbrechern fehlt bis jetzt jede Spur. * Freiwilliger Tod. In einem Zimmer des Hotel Lenz erhängte sich ein aus Chemnitz stammender Kaufmannslehrling. Den Beweggrund zur Tat soll Ohrenleiden gebildet haben. ein -tt- Stadttheater. Morgen findet die 1. Voltsvorstellung statt und zwar wird Paul Heyses wirksames Schauspiel„ Hans Lange" gegeben. Das Werk gelangt im Abonnement nicht zur Aufführung. Am Sonntag geht abends neueinstudiert die Operette" Försterchristel" v. Jarno in Szene. Das Werk hat bekanntlich diesen Sommer bei seiner Erstaufführung mit dem Emser Personal einen ganz außerordentlichen Erfolg davongetragen. Einstudierung und Ausstattung sind in sorgfältigster Weise vorbereitet worden. * Der oberh. Bienenzüchter- Verein begeht im Juli des nächsten Jahres auf der Liebigshöhe in Gießen sein 50jähriges Bestehen. Anläßlich dieses Festes wird von dem Verein eine Provinzial- Ausstellung veranstaltet werden, mit der eine Prämiierung verbunden ist. * Der Bau der Kleebachtalbahn beschäftigte fürzlich die Handelskammer Weßlar. Nach dem Geschäftsbericht hat die Kammer die Angelegenheit der projektierten Bahnlinie durch das Kleebachtal fortgesetzt im Auge behalten. Der Syndikus der Kammer hat über die Kleebachtalbahn eingehend und mit Oberbürgermeister Mecum sonferiert und wenn zunächst auch eine völlige Uebereinstimmung noch nicht erzielt wurde, so ist doch erreicht, daß der Syndikus als Vertreter der Kammer voraussichtlich Gelegenheit haben wird, einer derjenigen Sibungen des GieBener städtischen Finanzausschusses beizuwohnen, in welcher das Kleebachtalprojekt zur Erörterung gelangt. Hoffentlich gelangen die Verhandlungen recht bald zu einem für GieBen gedeihlichen Abschluß. Hus Hessen und Nachbargebiet. ** Lang- Gönt 3, 18. Oft. Vergangene Woche fand hier die vorläufige Abnahme unserer Wasserleitung und Kanalisation statt. Die Quellsassung liegt etwa ½ Stunde vom Ort entfernt, lints der Chaussee nach Holzheim. Das Wasser, welches in genügender Menge vorhanden ist, wird mit natürlichem Gefälle dem nahe der Straße Langgöns- Leihgestern erbauten Hochbehälter zugeführt. Innerhalb des Ortsbereiches sind bis auf ein weiter abliegendes Anwesen sämtliche Hofraithen angeschlossen. 65 Hydranten übernehmen den Feuerschuß. Gleichzeitig mit der Wasserleitung ist die Kanalisation unseres Ortes erbaut worden, die bei dem früher sehr hochliegenden Grundwasser in gesundheitlicher Beziehung von großem Wert ist. Ganz besonders trifft dies zu für die Niederhohat fen- Hundsstaden- und anschließenden Straßen. Hier auch die Kanalisation des Gönsbaches, Straßen von sel tener Breite geschaffen. Die Gesamtanlage erforderte einen Kostenaufwand von ungefähr 150 000 Mark. * Friedberg. Der Zar, das großherzogliche Paar sowie das Prinzenpaar Heinrich von Preußen nebst Kindern und Gefolge sind gestern früh 10 Uhr, in 5 Automobilen nach Schloß Romrod gefahren, um dort den Tag zu verbringen. Die Rückkehr erfolgte erst am Abend. Die Zarin hatte sich mit Rücksicht auf die Badefur an der Fahrt nicht beteiligt. * Lauterbach. Die hiesige neue Web- und Handwerkerschule wurde eingeweiht. Als Vertreter des Ministeriums war Ministerialrat Hölzinger, von der Zentral= stelle für die Gewerbe Geh. Regierungsrat Noack erschienen. Hauptlehrer Pfündel, der Leiter der Webschule, hielt die Festrede. * Mainz. Das neue naturhistorische Museum wurde in Anwesenheit der Staats-, städtischen, geistlichen und militärischen Behörden eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Göttelmann hielt die Hestrede. * Queck. Hier wurde Bürgermeister Heil zum 5. Male wiedergewählt. H. versieht sein Amt bereits schon 36 Jahre. * Reiskirchen. Ein unvorsichtiger Jäger schoß auf dem Felde eine Frau aus Harbach und ihre Kuh mit schwerem Schrot an. Die Frau mußte in die Klinik nach Gießen verbracht werden. * Friedberg. Der oberh. Obstbauverein hat am Sonntag, den 16. d. Mts., zum ersten Mal einen großen gemeinschaftlichen Ausflug gemacht, welcher nach Frankfurt a. M. führte. Vormittags fand die Besichtigung der Jubiläumsobstbauausstellung statt. Die Führung in der Ausstellung hatten die Herren John- Friedberg, Koch- Alsfeld w. Wenck- Friedberg übernommen, indem sich die Mitglieder ihrer Vereinsbezirke ihnen anschlossen. Nach 2½ ständigem Aufenthalt ging es nach dem Schwan in Bockenheim, dessen Besizer Herr Goll alles aufwendete, um die Teilnehmer zufrieden zu stellen. Gelegentlich des Essens nahm der Führer des Ausfluges Dr. Hoffmann- Friedberg das Wort und dankte für die zahlreiche Beteiligung, das große Interesse, begrüßte die Damen und Herren im Namen des leider dienstlich verhinderten Präsidenten Herrn Kreisrat Schliephate- Friedberg und brachte ein Hoch auf den oberhessischen Obstbau und den Verein aus. Nachdem sich alles gestärkt hatte, wurden die Einrichtungen des Palmengartens be= sichtigt. Hierauf zerstreuten sich die Teilnehmer, um noch Frankfurt zu besichtigen 2c. Jeder Mitfahrende war von dem Gesehenen voll erbaut und es wurde der Wunsch laut, öfter solche Studienreisen gemeinschaftlich zu unternehmen. * Frankfurt. Vom Frankfurter Verein für Luftschiffahrt sind schon vor mehreren Monaten Schritte getan worden, das Reichsamt des Innern zu veranlassen, die geplante Reichsversuchs- Anstalt für Luftschiffahrt nach Frantfurt zu verlegen. Für den Fall, daß die Anstalt in Frankfurt zustande kommt, sind nunmehr auch von privater Seite finanzielle Zuschüsse für die ersten Jahre in Aussicht gestellt. * Lauterb a ch. Die bei dem Raubmordversuch des Dekonomierats Backhaus angeblich gestohlenen 2000 Mr. in Zinsscheinen sind wieder zum Vorschein gekommen. Sie sollen dem Bestohlenen durch die Post übersandt worden sein. * Hirzen hain. Hier fand die Bürgermeisterwahl statt. Die Beteiligung war eine äußerst rege. Der seitherige Bürgermeister Joh. Gußmann, der bereits 36 Jahre dieses Ehrenamt versieht, wurde zum fünften Male einstimmig wiedergewählt. * Vom Vogelsberge. Die letzten sonnigen Oftobertage haben die Erntearbeiten ungemein gefördert. Kartoffel und Dickwurzäcker sind nahezu geleert. Die Kartoffeln auf nassen Grundstücken haben leider sehr durch die Fäule gelitten. * Ortenberg. Der Historische Verein für δας Großherzogtum Hessen unternahm nach Ortenberg einen Ausflug, wo der Pfarrkirche und den anderen Sehenswürdigkeiten ein Besuch abgestattet wurde. Ein gemeinsames Mahl in der" Post" beschloß die anregend verlaufene Veranstaltung. * Offenba ch. Die vereinigten bürgerlichen Parteien hielten ihre erste öffentliche Wahlversammlung ab, in der einstimmig die vom Wahlausschuß vorbereitete Kandidatenliste angenommen wurde. Sämtliche Redner sprachen ihre Unzufriedenheit mit der seitherigen Stadtverwaltung aus. * Nonnenroth. Die Einweihung des neuerbauten Schulhauses findet am Sonntag, den 30. d. Mts., statt. Das in freier schöner Lage errichtete Gebäude tann als eine Zierde für den Ort angesehen werden. Aus aller Welt. * Berlin. Die Justizkommission des Reichstages, die am Dienstag nach einer Unterbrechung ihrer Arbeiten in die zweite Lesung der Strafprozeßreform eintrat, hat den gegen den Widerspruch der Regierung gefaßten Beschluß erster Lesung wieder aufgehoben, wonach auch in der Berufungsinstanz gegen die Urteile der Straffammern Laien zugezogen werden sollen. Es wurde der Regierungsvorlage zugestimmt. ung der von der königlichen Familie verfaßten Darstellung der Revolution vorläufig verhindert. Die Königin- Mutter widerstrebte aber bisher den Absichten des Königs und bestärkte ihn darin, seine Kronrechte aufrecht zu erhalten, in der Hoffnung, daß das zukünftige portugiesische Parlament in der Mehrheit Monarchisten aufweisen und daher durch eine Parlamentsaftion die Königsrechte wiederherstellen wird. * Paris. Der Streik der Eisenbahner ist zu Ende. Am Dienstag wurde, einem Beschluß der Streifleitung entsprechend, die Arbeit auf allen Linien wieder aufgenommen. hat )( Auf Brennabor gewann am Sonntag R. Scheuermann auf der Treptower Radrennbahn den Großen Herbstpreis in einem 50 Kilometer- Rennen und A. Schulze in Zehlendorf den Großen Abschiedspreis in einem 30 Kilometer- Rennen. )( Die Meisterschaft von Mecklenburg wurde am Sonntag in einer 100 Kilometer langen Fahrt auf dem bewährten Brennaborrade gewonnen. Auch in Rheindahlen ging W. Hamann am gleichen Tage auf Brennabor als Sieger aus dem Verfolgungsrennen hervor. * Lissabon. Dia portugiesische Regierung König Manuel, der gestern in Begleitung seiner Mutter in England eintraf, in höflicher Weise nahelegen lassen, seinen Verzicht auf die portugiesische Krone auszusprechen gegen Gewährung einer Jahrespension von 2 Millionen. König Manuel ist nicht abgeneigt, den Verzicht für sein ganzes Haus auszusprechen, um seine finanziella Position zu sichern. Aus diesem Grund hat er auch die VeröffentlichAus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 18. Oftober 1910. Der Bergmann Heinrich Konrad in Gießen ist mit seiner Frau wegen eines Hundes in Differenzen geraten. In seiner Aufregung und Trunkenheit stach er mit seinem Taschenmesser nach der Frau und brachte ihr eine Verletzung an einem Bein bei. Er wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, auch wurde das Messer eingezogen. Ein Standesbeamter( Hch. Werth 4. von Nieder- Wöllstadt) hat die Eheschließung eines noch nicht volljährigen Mannes vollzogen. Wegen Vergehens gegen das Personenstandsgesetz bekam er eine Geldstrafe von 5 Mark. Die Elisabethe Kästner in Alsfeld lebt mit der Frau Schopach in einem Hause zusammen. Sie stehen beständig im Streit. Als Lettere Wäsche hatte, warf jemand aus der Ersteren Wohnung Schmutz auf die Wäsche. Es gab ein Disput, der in ein Schlagen mit Knüppeln ausartete. Frau Schopach bekam vom Schöffengericht 10 Mart Geldstrafe und Frau Kästner 2 Wochen Gefängnis. Infolge Berufung der Letzteren wurde die Gefängnisstrafe auf 1 Woche ermäßigh Der Taglöhner Friedrich Aab aus Homberg a. d. O. wurde durch das Schöffengericht wegen Hausfriedensbruchs und Bedrohung zu einem Monat Gefängnis und wegen Ruhestörung zu einer Woche Haft verurteilt. Seine Berufung wurde wegen unentschuldigten Ausbleibens verworfen. Der Knecht Johann Blöser aus Gießen stand wegen eines Einbruchs unter Anklage. Während er zu klein- Karben im Dienst stand, wurde bei seiner Herrschaft nachts eingebrochen, aber außer Eßwaren nichts gestohlen. Sein Verhalten ließ den Verdacht aufkommen, daß er als Täter in Betracht komme. Der Verdacht reichte aber nicht aus, weshalb Freisprechung erfolgte. In Groß- Eichen stiegen einige Jungen in das Lager des Konsumvereins ein und entwendeten ein Kistchen Zigarren und nahmen die Geschenke aus den Seifenpulver= packetchen, die sie als Preise bei einem Scheibenschießen verwendeten. Die Schüler Karl Müller und Karl Hofmann, die mit einem strafunmündigen Jungen die Diebstähle verübten, wurden unter Anklage gestellt. Ersterer wurde zu 10 und Letterer zu 15 Tage Gefängnis verurteilt. Das Volkslied im Anschluß an die Zeitereignisse Was ich hiervon zu sagen weiß, beschränkt sich auf einen Zeitraum von 25 Jahren; dieser war aber auch einer der ereignisvollsten im deutschen Volksleben. Ich spreche von der zweiten Hälfte der 1840er Jahre bis zu Ende des 1870er Krieges. Das Dezennium 1840-1850 brachte 3 große, tiefeingreifende, epochemachende Ereignisse nach Deutschland, vielleicht nach ganz Europa: 1. die Eisenbahn, 2. die Mas= senauswanderung nach Amerika, 3. die Revo= lution von 1848. Und in den damaligen Volksliedern spiegeln sich alle diese Ereignisse. Die Eisenbahn brachte nur heitere, die man heute mit dem Wort „ Couplet" bezeichnet, z. B.: „ Und Du hast nichts dran, und du kriegst nichts dran, Und Du hast kein Teil an der Eisenbahn." Das war eine harmlose Neckerei, die an die Gegenden gerichtet war, die noch keine Eisenbahn hatten. Ferner: „ Wegen der vielen Eisenbahnen Sieht man teine Postillionen, Und das Bier wird nicht unterwegs verkauft Weil's Lokomotiv' bloß Wasser sauft." Noch einige der schwermütigen Sehnsuchtslieder seien genannt, zum Beispiel„ Der Tiroler und sein Kind": Die zweite Periode der 1840er Jahre brachte zahlreiche Abschieds- und Heimwehlieder. Es gab damals fast kein Haus, das nicht ein oder mehrere Familienmitglieder nach Amerika ziehen ließ. Kaum der Schule entwachsene Knaben und Mädchen wurden den 5 bis 6 Wochen fahrenden Segelschiffen anvertraut, um„ drüben" über dem Ozean ihr Glück zu machen. Vielen ist es auch gelungen, aber das schmerzliche Sehnen nach den Ausgewanderten und dieser nach der Heimat, erzeugte eine ganze Serie von wehmütigen Gedichten und Liedern in allen Jdiomen des deutschen Vaterlandes. Wenn am Sonntag Abend die Burschen und Mädchen meines Heimatdorses in geschlossenen Reihen durch die Straße zogen und diese Lieder in ergreifender Weise sangen, so taten sich die Fenster und die Herzen auf. Einige der schönsten, die ich hier erwähnen will, sind vielleicht einigen Zeitgenossen noch erinnerlich: „ Herz, mein Herz, warum so traurig Und was soll das Ach und Weh? S' ist ja schön im fremden Lande! Herz, mein Herz, was fehlt dir meh'?" Ein anderes lautete: „ So leb' denn wohl Du stilles Haus, Wir ziehen betrübt von Dir hinaus, Wir ziehen betrübt und traurig fort, Noch unbestimmt, an welchen Ort." „ Wenn ich mich nach der Heimat sehn' Und mir im Aug' die Tränen steh'n, Wenn's Herz mich drückt, ach, gar so schwer, Da fühl ich's halter um so mehr. Und wird mir's leichter dann um's Herz, Fühl weniger den stillen Schmerz, Wenn ich zu meinem Kinde geh', In seinem Aug' die Mutter seh'." Das schwäbische: „ Muß i denn, muß i denn zum Städt'le hinaus," das österreichische: „ Chimmt a Vogerl gefloge," alle entströmen sie einem tiefempfundenen Heimweh. Welche Fülle von Empfindungen liegt in all diesen Worten. Und auch die Melodien sind entsprechend getragene und bewegte. Auch das stimmungsvolle Gedicht Freiligraths„ Die Auswanderer" ist in jener Zeit entstanden. die und Eine neue Quelle von Sangesfreudigkeit brachte das 48er Jahr. Die wundervollen Rhein- und Freiheitslieder, die bisher nur in Gesangvereinen gepflegt wurden, waren zum Eigentum des Volkes geworden. Am meisten aber begeisterten die Lieder:„ Was ist des Deutschen Vaterland?" und Schleswig- Holstein meerumschlungen". Und wer Refrains:„ Das ganze Deutschland soll es sein!" „ Schleswig- Holstein, stammverwandt" in der damaligen Hochflut der Gesinnung nicht hörte, hat keinen Begriff von einer Volksstimmung. Aber das Jahr 48 und das darauffolgende, sie gingen zu Ende mit all ihrem Jubel, und die Reaktion machte die Lieder verstummen, die die Revolution ins Leben öerufen hatte. Nun war wieder Platz für die Lyrik da, die sich bis zur Sentimentalität steigerte. Heute hätte man vielleicht kein Verständnis für die damals sehr bewunderten Lieder: „ Zerdrück die Träne nicht in Deinem Auge, Du hast die Träne ja für mich geweint, Vergönne mir, daß ich die Perle sauge, Daß sie mit meinen Lippen sich vereint. Wie macht die Träne Dich so engelschön! Ich möcht' Dich ewig, ewig weinen seh'n!" Und ferner das Ständchen: Eine wefer ber Tonfeger- G licht warmes zurecht gemacht Er halte e pel zu machen borläufig nicht leger würden fenfchaft würde hätten aber da unterlegtem zw bannen, wie was" und ähn Berein zur Bet führungen noch Redner m die Ausführun bas Gehalt fü Ben Räume i unbedeutenden und Wirtel gl Wenn für den geschlagen wür wenig aus, w 3 M. 3.30 M ten aber einen stände und un ungstoften. S ähnliche Regelu eine Aenderung „ Starrend vor Frost steh' ich vor Deinem Fenster, Bang, ohne Trost, wie bleiche Nachtgespenster, Du kennst nicht die Leiden, die Qual, die mich drückt, Ach, nnt' ich Dich meiden, wie wär ich beglückt, Und doch lieb' ich Dich mit heißer Herzensglut, Für Dich nur leid' ich, mein einzig teures Gut!" Aber diese Klänge wurden bald wieder durch Kriegslärm verdrängt. Der Krieg um Schleswig- Holstein 1864 erweckte das verklungene und„ meerumschlungene" wieder. Zwei Jahre später brach der Krieg zwischen Preußen und Desterreich aus. Er brachte feine Jubelflänge; denn kein Deutscher fonnte sich dafür begeistern, daß deutsches Blut durch deutsche Waffen vergessen wurde. fet erlaffen fei, fit garnicht ode auch gar keine ein Borgehen, beizuführen, ein die Stellenbern Vorgehen der Feftfebung noch Aus der V macht, eine Ko und Komponist figen Lotale a Kompositionen rena, Vollstedt es, die durch habe, vorwiege und den übrige Konkurrenz ma wurden dazu vi Art die Herren ein die die Antwo Wer hätte damals geahnt, daß nach 4 Jahren solcher Enthusiasmus im deutschen Volke Platz greifen würde? Kaun war 1870 die Krieg erklärung erschollen, als alle Waffenfähigen von Süd und Nord, von Ost und West zu den Fahnen eilten. Die Süddeutschen, die bisher fühl und ablehnend der Umarmung des Norddeutschen Bundes gegenüber gestanden hatten, folgten nun willig und freudig den norddeutschen Führern in den Kampf, und da war es die„ Wacht am Rhein", die eine mächtige Wirkung ausübte. Sie war ein Weckruf, der zündend in die Her zen fiel und Wunder tat. Die Kinder wurden damit in den Schlaf gesungen, und die Schuljugend schmetterte sie nach jedem der rasch aufeinanderfolgenden Siege jauchzend in die Luft; denn jeder Sieg brachte einen freien Schultag. Der Kampf der Wirte gegen die Tondichter. Da nun die Cafetiers und Wirte durch das Vorgehen der Tonseßer Genossenschaft zusammengedrängt und ver= einigt wären, so könnten sie großen Nußen aus dem Zu sammenschluß ziehen, wenn sie sich mit Kapellmeistern und Musikkundigen in Verbindung setzten, um sich von diesen geeignete gemeinschaftliche Programme für die Aufführung in Wirtschaften ausarbeiten zu lassen. be In dem Kampfe, der gegen die Tonsezer- Genossenschaft geführt werde, könnten die Versammelten nur stärkt werden, denn die gestellten Forderungen seien ganz willlürlich und ungerecht. Von Herrn Heinze,( Alsterpavillon), der die Musik unentgeltlich gäbe, fordere man 6000 Mark; das Uhlenhorster Fährhaus, das Eintrittsgeld nehme, zahle 150 Mt.; der Verein der Musikfreunde, der doch die schönsten und besten Kompositionen aufführe, zahle 600 M. und nehme dabei ein Entree von 2 bis 6 Mt. Das Vorgehen der Tonseßer- Genossenschaft sei wohl hauptsächlich auf die Verleger zurückzuführen, die den Komponisten meistens ganz unzureichende Honorare zahltens zum Beispiel habe der Komponist der„ Türkischen Schaarwache" von dem Verleger einen ganzen Taler erhalten, während dieser große Summen seinerseits eingenommen habe. Auch diese geringen Honorare möchten die Verleger sich noch ersparen, indem sie die Komponisten auf die großen Aufführungstantiemen vertrösteten. Wenn man die Leistungen der Komponisten und die der Wirte gegeneinander abwiege, so sei es sehr fraglich, ob nicht den Wirten eine Geldleistung ge= bühre und nicht den Komponisten, denn viele Kompositionen würden dem Publikum erst durch die Cafehausmusik bekannt und der Notenabsatz im hohen Maße gefördert. Er könne dabei ein schlagendes Beispiel anführen. von 1889 habe er das Ausstellungsorchester in Bergen( Norwegen) geleitet und sei durch Zufall dazu gekommen, den in Deutschland sehr bekannten ,, Bienenhausmarsch" zu spielen. Am nächsten Tage sei ein Verleger zu ihm gekommen und dieser hatte, wie er nachträglich erfahren habe, in der einen Saison ca. 10 000 Klavierstimmen verkauft. Es wür den ja auch die Komponisten sich nicht herablassen, einem Cafe in das andere zu gehen, um ihre eigenen Kompositionen zu fordern, und die Verleger und die Direktoren von Operetten- Theatern würden es sich nicht so viel Aufwendungen und Mühe kosten lassen, wenn eben der Gewinn aus den Kompositionen nicht so bedeutend durch die Cafe hausmusik gefördert würde. fene Frage an net haben, ihr Cafehäuser pop zuheben sei, da Kurz mufgeford nachdem dieser wegen Verletzu Sämtliche Mili einigt, Linde'fo md hätten die zugefagt hätte ten. Der Kom fagen lassen, d feine Stücke zu gebracht und i spielt. Der K Benjamin über Mujit. Der Vorsit terzugehen. Es Berlin eine Ve Cafetiers und schaftliche Schrit fei nicht praktisc empfehle sich, ea Fürstenkind" von nicht zu spi Stüde von Leh burg" nicht zu W la Benzin 3/4 Ia Terpentin Ia Salmiakgei Ia Stahlspäh la Bohnerma 1/2 kg Dos la Borax 1 la Quillaiarin zwecken la Stärke( S la Soda 5 P Henkels Ble Persil, Seife Vict Telepho fuchtslieder seien sein Kind": ehn' ' It, so schwer, Herz, idt'le hinaus," H Heimweh. Welche jen Worten. Und ene und bewegte. raths Die Aus gleit brachte das id Freiheitslieder, twurden, waren 1 meisten aber be schen Baterland?" Und wer die I es sein!" und r damaligen Hoch Begriff von einer as Sarauffolgende, und die Reaktion evolution ins Le da, die sich biz man vielleicht tein ten Lieder: em Auge, geweint, e fauge, bereint. gelschön! nen seh'n!" inem Fenster, espenster, ie mich drückt, ich beglückt, Serzensglut, eures Gut!" Der durch KriegsDig- Holstein 1864 lungene" wieder. hen Preußen und länge; denn fein ß deutsches Blut 4 Jahren ein lfe Plat greifen lärung erschollen, rd, von Ost und tschen, die bisher torddeutschen BunEine wesentlich treibende Person sei auch der Direktor der Tonseter- Genossenschaft, Herr Rösch, der sich ein möglichst warmes und bequemes Bett zurecht machen wolle und zurecht gemacht habe. Er halte es für angezeigt, eine Probe auf das Erempel zu machen, indem in den Gasehäusern neuere Musit vorläufig nicht gespielt würde. Die Komponisten und Verleger würden das bald merken und ihre Tonjezer- Genossenschaft würde ganz andere Seiten ausziehen. Die Wirte hätten aber daneben auch die modernen Kompositionen mit unterlegtem zweideutigem Text aus ihren Lokalen zu verbannen, wie„ Tiefer immer tiefer"," Kleophas ich fühle was" und ähnliche. Er wundere sich darüber, daß der Verein zur Bekämpfung der Schundliteratur zu diesen Vorführungen noch keine Stellung genommen habe. Redner macht dann zum Schluß einen Vorschlag, wie die Ausführung des Gesetzes besser geregelt werden könne, das Gehalt für Herrn Direktor Rösch, die Unkosten der gro= ßen Räume in der Wilhelmstraße und die sonstigen nicht unbedeutenden Verwaltungskosten gespart und Komponisten und Wirtel gleichmäßig zufrieden gestellt werden können. Wenn für den Komponisten 10 Prozent auf die Noten aufgeschlagen würden, so mache das für die Käufer derselben wenig aus, wenn sie statt 1.50 Mt. 1.65 Mt. oder statt 3 Mt. 3.30 Mt. zahlen würden. Die Komponisten erhielten aber einen sicheren Betrag ohne Schwierigkeiten u. Umstände und unter der Sparung der erheblichen Verwaltungskosten. Sollte sein Vorschlag oder eine anderweitige dem ähnliche Regelung der Sache nicht gelingen, so empfehle er, eine Aenderung des Gesetzes herbeizuführen. Als das Gesetz erlassen sei, habe man in Deutschland die Cafehausmusit garnicht oder wenig gekannt. Das Gesetz habe auf diese auch gar keine Rücksicht genommen. Es müsse daher auch ein Vorgehen, entsprechende Aenderungen des Gesetzes herbeizuführen, einen Erfolg haben. Halte man für nötig, für die Stellenvermittler eine Tare festzusetzen, so fordere das Vorgehen der Tonsezer- Genossenschaft zu einer ähnlichen Festsetzung noch mehr heraus. Aus der Versammlung heraus wurde der Vorschlag gemacht, eine Kommission zu bilden, die mit Kapellmeistern und Komponisten gemeinschaftlich Programme für die hiesigen Lokale aufstelle. Insbesondere wurde beantragt, die Kompositionen von Fetras, Lehar, Lincke, Holländer, Morena, Vollstedt überhaupt nicht zu spielen, denn diese seien es, die durch Mittel, wie der Vortragende sie angeführt habe, vorwiegend ihre Musik in den Cafehäusern fördern und den übrigen Komponisten gegenüber eine nicht lautere Konkurrenz machen. Von den anwesenden Kapellmeistern wurden dazu vielerlei einzelne Beispiele geliefert, in welcher Art die Herren Komponisten und gerade die vorgenannten, die die Antwort der Tonseßer- Genossenschaft auf„ Eine of= fene Frage an die Deutschen Komponisten" mit unterzeichnet haben, ihre Kompositionen durch die Kapellmeister der Cafehäuser populär zu machen suchen. Besonders hervorRuth, bezuheben fei, daß der Komponist Linde den Kapellmeiſter Kurz aufgefordert habe, einen seiner Walzer zu spielen u. nachdem dieser dem Ersuchen nachgekommen wäre, ihn dann wegen Verlegung des Aufführungsrechtes angezeigt habe. Sämtliche Militärkapellen in Berlin hätten sich darauf vereinigt, Lincke'sche Musik überhaupt nicht mehr zu spielen, und hätten dies erst rückgängig gemacht, nachdem Lincke -zugesagt hätte, aus der Tonseßer- Genossenschaft auszutreten. Der Komponist Vollstedt habe z. B. in den Lokalen sagen lassen, der Komponist Vollstedt sei da und wünsche seine Stücke zu hören. Er habe sogar seine Klarinette mitgebracht und im Cafehaus selbst eines seiner Stücke ge= spielt. Der Komponist Fetras reise mit seinem Verleger Benjamin überall herum und fordere in den Lokalen seine Musik. Kampf, und da mächtige Wirkung Dend in die her vurden damit ins td schmetterte sie Siege jauchzend n freien Schultag. gegen die rch das Vorgehen ver= rängt und zen aus dem zuKapellmeistern und sich von diesen die Aufführung Confeßer Genossenmelten nur be ungen seien ganz inze,( Afterpavil fordere man 6000 Eintrittsgeld nehme, Inde, der doch die hre, zahle 600 M. 6 Mt. Das VorI hauptsächlich auf nponisten meistens um Beispiel habe che" von dem Verrend dieser große Auch diese gerin noch ersparen, inn Aufführungstanstungen der Komer abwiege, so sei ne Geldleiftung geviele Kompositio die Cafehausmufil Raße gefördert. Gr ihren. r in Bergen( Noru gelommen, den jausmarsch" zu spie zu ihm gelommen hren habe, in der verlauft. Es wür herablassen, von ihre eigenen Kom und die Direktoren nicht so viel Aufeben der Gewinn nd durch die Cafe Der Vorsitzende schlug aber vor, vorläufig nicht weiterzugehen. Es sei vorgesehen, im Laufe des Oktober in Berlin eine Vertreter- Versammlung sämtlicher Saalbesizer, Cafetiers und Bäderverwaltungen abzuhalten und gemeinschaftliche Schritte für ganz Deutschland zu beraten. E2 sei nicht praktisch, diesen Beratungen vorzugreifen, vielmehr empfehle sich, es vorläufig dabei bewenden zu lassen,„ das Fürstenkind" von Lehar, dessen Einführung betrieben wird, nicht zu spielen. Ein weiterer Antrag forderte, alle Stücke von Lehar, insbesondere„ den Grafen von Luxemburg" nicht zu spielen. Man beschloß aber, es vorläufig bei dem Nichtspielen des„ Fürstenkindes" zu lassen u. weitere Beschlüsse erst nach der in Aussicht genommenen allgemeinen Versammlung in Berlin zu fassen. Literarisches. - Frizz, das Wunderkind! 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Man gibt 50-60 Pfund pro Tag und 100 Pfund Lebendgewicht. An tragende Tiere werden jedoch die Schnitzel zweckmäßig nicht gegeben, da dieselben sonst leicht verwerfen. Die eingesäuerten Schnitzel werden vom Vieh gern gefressen. Es entstehen jedoch bei der Einsäuerung infolge Zerseßungsvorgänge Verluste an Nährstoffen, namentlich wenn die Gruben nicht luftdicht abgeschlossen sind. Nach Professor Märker gehen beim Einsäuern durchschnittlich 25 Prozent der stickstoffhaltigen und 35 Prozent der stickstofffreien Nährstoffe verloren. Es empfiehlt sich zur Gewinnung einer guten Butter protein und fettreiches Futter also Lein-, Palm-, Raps- oder Sesamkuchen beizufüttern. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Wissen Sie eine feine Cigarette zu schätzen? Dann verlangen Sie die Marke ,, Salem Aleikum". 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